Eckdaten:
Für die 12. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 722 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von den Abgeordneten Dipl.-Ing. Uwe Scheuch, Josef Bucher, Sigisbert Dolinschek und Elmar Lichtenegger
Petition betreffend „Sichere Pensionen“ (Ordnungsnummer 3) (überreicht von den Abgeordneten Dipl.-Ing. Uwe Scheuch, Josef Bucher, Sigisbert Dolinschek und Elmar Lichtenegger)
Über Namensaufruf durch den Schriftführer Auer leisten die Abgeordneten Johann Ledolter, Martin Preineder und Mag. Brigid Weinzinger die Angelobung mit den Worten „Ich gelobe“.
(Über Namensaufruf durch den Schriftführer Auer leisten die Abgeordneten Johann Ledolter, Martin Preineder und Mag. Brigid Weinzinger die Angelobung mit den Worten „Ich gelobe“.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Andreas Khol: Ich begrüße die neuen Abgeordneten herzlich in unserer Mitte, wünsche ihnen eine gute Arbeit und Gottes Segen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Aus diesem Grund ist es für uns Freiheitliche ganz entscheidend, immer wieder festzuhalten: Familienpolitik ist keine Ausgabenpolitik und kann deswegen auch in Zeiten, in denen das Budget knapp ist, nicht einfach gestrichen werden, sondern Familienpolitik ist eine Investitionspolitik. Deshalb ist es der vorhergehenden Bundesregierung auch hoch anzurechnen, dass, obwohl der Zwang zum Sparen und die Notwendigkeit der Budgetkonsolidierung da waren, dennoch in Familien großzügigst investiert werden konnte. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Insofern ist es uns auch ganz wichtig – im Unterschied zu anderen vielleicht –, es den Eltern zu ermöglichen, vor allem in den frühen Jahren der Kinder ihre Kinder selbst zu betreuen. Die Eltern sind es ja dann auch, die die Verantwortung tragen und die vor allem das Leid erfahren, wenn etwas schief gegangen ist. Eine noch so engagierte Kindergärtnerin, Krippenbetreuerin, Lehrerin wird sich nicht den Kopf so zerbrechen, wird nicht dieselbe persönliche Betroffenheit und damit dasselbe Engagement zeigen wie eben – so ist es wohl im Regelfall – die eigenen Eltern. Wer die Konsequenz dann zu verantworten und – im schlimmsten Fall – auch zu erleiden hat, dem muss auch die Möglichkeit gegeben werden, dass er sich, ohne dass dem materielle Hindernisse gröbster Natur entgegenstehen, um seine Kinder in den frühen Jahren jedenfalls selbst kümmern kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.
Ein Parlament ist ja auch dazu da, Dinge zu sagen, die nicht unbedingt jeder gerne hört, und daher – Sie wissen es vielleicht, sollten es jedenfalls bedenken –: Die PISA-Studie hat in der Bundesrepublik Deutschland einen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Leistungen, die erbracht werden, und der geringen Dichte an Krippeneinrichtungen gezeigt. (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.) Das heißt, dass die Bedingungen für sehr kleine Kinder – auch für ihren Erfolg später – in der Familie wesentlich besser sind, als das in größeren Einheiten der Fall ist. Das sollten wir alle bedenken!
Abg. Mag. Prammer: Das leisten berufstätige Frauen genauso!
Ich wollte jetzt nicht persönlich werden, aber ich darf Ihnen Folgendes sagen: Ich war 15 Jahre lang ausschließlich zu Hause, und zwar gerne, und ich habe diese Aufgabe als genauso anspruchsvoll und beanspruchend empfunden, wie hier vor Ihnen zu stehen und zu argumentieren. Wer seine Kinder vernünftig erziehen will, muss genauso seinen Verstand zusammennehmen, muss ungeheuer viel Disziplin beweisen, hat eine herausfordernde Arbeit zu leisten. (Abg. Mag. Prammer: Das leisten berufstätige Frauen genauso!) Diese Arbeit ist genauso herausfordernd, ist mindestens so bedeutend, wie hier im Parlament zu stehen und zu argumentieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich wollte jetzt nicht persönlich werden, aber ich darf Ihnen Folgendes sagen: Ich war 15 Jahre lang ausschließlich zu Hause, und zwar gerne, und ich habe diese Aufgabe als genauso anspruchsvoll und beanspruchend empfunden, wie hier vor Ihnen zu stehen und zu argumentieren. Wer seine Kinder vernünftig erziehen will, muss genauso seinen Verstand zusammennehmen, muss ungeheuer viel Disziplin beweisen, hat eine herausfordernde Arbeit zu leisten. (Abg. Mag. Prammer: Das leisten berufstätige Frauen genauso!) Diese Arbeit ist genauso herausfordernd, ist mindestens so bedeutend, wie hier im Parlament zu stehen und zu argumentieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Prammer: Fragen Sie einmal, welche Nachteile berufstätige Frauen haben!
Sie von der linken Reichshälfte haben selbstverständlich Recht: Frauen, die einen Teil ihres Lebens der Kindererziehung oder, beinahe schon anachronistisch, sich ihr ganz widmen, haben schwere Nachteile zu tragen. (Abg. Mag. Prammer: Fragen Sie einmal, welche Nachteile berufstätige Frauen haben!) Das darf aber unserer Ansicht nach nicht dazu führen, zu sagen: Wir müssen ihnen die Kindererziehung „vom Hals schaffen“. Es geht vielmehr darum, jene Arbeit, die Frauen in der Familie leisten, die sie zugunsten ihrer Kinder und damit zugunsten der Entwicklung unserer Gesellschaft leisten, auch entsprechend zu honorieren.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Deswegen bin ich froh darüber, dass sich im Zuge der Nachverhandlungen zum vorgelegten Regierungsentwurf betreffend Pensionsreform die Position der Mütter beziehungsweise die Position derer – es sind ja nicht nur die Mütter, aber vor allem die Mütter –, die ihre Kinder selbst erziehen, stark verbessert hat. Kindererziehungszeiten werden nun besser angerechnet, und vor allem wird der Durchrechnungszeitraum für jene, die ihre Zeit der Kindererziehung gewidmet haben, verringert. Das ist immerhin ein großer Erfolg, für den ich mich auch bei der freiheitlichen Mannschaft, die das verhandelt hat, herzlich bedanken möchte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Prammer: Wer macht denn das?
Familie ist die Grundlage des Staates. Das ist etwas, was wir alle zu bedenken haben. Wir interpretieren es etwas unterschiedlich, aber ich darf Ihnen sagen, dass wir im Grundsätzlichen doch immer wieder zusammenkommen sollten. Da darf ich noch einmal eine Bitte an Sie aussprechen – ich richte diese vor allem an die weiblichen Abgeordneten von der linken Reichshälfte –: Hören Sie damit auf, die Rechte von Frauen gegen Kindeswohl auszuspielen! Das ist etwas, was uns allen nicht gut tut! Ich erlebe immer wieder, dass versucht wird, einen Keil in die wichtigste Einheit, die besteht, zu treiben (Abg. Mag. Prammer: Wer macht denn das?), die auch dann besteht, wenn vieles andere bereits verloren gegangen ist, wie wir es jetzt zum Beispiel im Krieg in Irak erleben: in die Einheit zwischen Mutter und Kind. Sie ist die wichtigste Einheit, die bestehen kann, weil sie wirklich eine ganz enge Einheit ist. Hören Sie auf, die Einheit zwischen Mutter und Kindern auf Grund von ideologischen Scheuklappen zu relativieren! (Abg. Mag. Prammer: Wer macht denn das gerade jetzt hier beim Rednerpult?) Das halte ich für bedenklich, und dafür werden wir sicher nie zur Verfügung stehen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Prammer: Wer macht denn das gerade jetzt hier beim Rednerpult?
Familie ist die Grundlage des Staates. Das ist etwas, was wir alle zu bedenken haben. Wir interpretieren es etwas unterschiedlich, aber ich darf Ihnen sagen, dass wir im Grundsätzlichen doch immer wieder zusammenkommen sollten. Da darf ich noch einmal eine Bitte an Sie aussprechen – ich richte diese vor allem an die weiblichen Abgeordneten von der linken Reichshälfte –: Hören Sie damit auf, die Rechte von Frauen gegen Kindeswohl auszuspielen! Das ist etwas, was uns allen nicht gut tut! Ich erlebe immer wieder, dass versucht wird, einen Keil in die wichtigste Einheit, die besteht, zu treiben (Abg. Mag. Prammer: Wer macht denn das?), die auch dann besteht, wenn vieles andere bereits verloren gegangen ist, wie wir es jetzt zum Beispiel im Krieg in Irak erleben: in die Einheit zwischen Mutter und Kind. Sie ist die wichtigste Einheit, die bestehen kann, weil sie wirklich eine ganz enge Einheit ist. Hören Sie auf, die Einheit zwischen Mutter und Kindern auf Grund von ideologischen Scheuklappen zu relativieren! (Abg. Mag. Prammer: Wer macht denn das gerade jetzt hier beim Rednerpult?) Das halte ich für bedenklich, und dafür werden wir sicher nie zur Verfügung stehen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Familie ist die Grundlage des Staates. Das ist etwas, was wir alle zu bedenken haben. Wir interpretieren es etwas unterschiedlich, aber ich darf Ihnen sagen, dass wir im Grundsätzlichen doch immer wieder zusammenkommen sollten. Da darf ich noch einmal eine Bitte an Sie aussprechen – ich richte diese vor allem an die weiblichen Abgeordneten von der linken Reichshälfte –: Hören Sie damit auf, die Rechte von Frauen gegen Kindeswohl auszuspielen! Das ist etwas, was uns allen nicht gut tut! Ich erlebe immer wieder, dass versucht wird, einen Keil in die wichtigste Einheit, die besteht, zu treiben (Abg. Mag. Prammer: Wer macht denn das?), die auch dann besteht, wenn vieles andere bereits verloren gegangen ist, wie wir es jetzt zum Beispiel im Krieg in Irak erleben: in die Einheit zwischen Mutter und Kind. Sie ist die wichtigste Einheit, die bestehen kann, weil sie wirklich eine ganz enge Einheit ist. Hören Sie auf, die Einheit zwischen Mutter und Kindern auf Grund von ideologischen Scheuklappen zu relativieren! (Abg. Mag. Prammer: Wer macht denn das gerade jetzt hier beim Rednerpult?) Das halte ich für bedenklich, und dafür werden wir sicher nie zur Verfügung stehen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist dies die Maßnahme des Kinderbetreuungsgeldes. Den vielen Unkenrufen zum Trotz, die wir seitens einiger hier im Hohen Hause vertretener Parteien immer wieder dafür geerntet haben, ist es für mich Bestätigung genug, dass wir den richtigen Weg gegangen sind – und weiterhin auch mutig gehen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Anhebungen im Pensionspaket, die wir vergangenen Sonntag als Verbesserung zum Regierungsentwurf, der in Begutachtung war, ausverhandelt haben, sind ein beredtes Zeichen dafür, dass wir den Frauen mit Familienleistungen auch in Zukunft einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft einräumen und die Frauen in dieser Hinsicht deutlich besser stellen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei den Grünen: Suppenkaspar!
Die Aufgabe dieser Bundesregierung ist es, mit den vorhandenen finanziellen Ressourcen sorgsam umzugehen und diese gerecht aufzuteilen. Angesichts eines halb vollen „Suppentopfes“, den man geerbt hat, kann man nur sagen: Der Familienerhalter hat dafür zu sorgen, dass die Familienmitglieder auch den gerechten Anteil der Suppe in ihrer Schüssel vorfinden, um satt zu werden. (Ruf bei den Grünen: Suppenkaspar!) Das ist die Aufgabe und Verantwortung, die diese Bundesregierung und wir alle hier im Parlament haben. Das ist die Prämisse, die wir für unser Land haben, denn ein auf dem Generationenvertrag aufgebautes Sozialsystem wird nur von den Familien und von sonst niemandem aufrechterhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Aufgabe dieser Bundesregierung ist es, mit den vorhandenen finanziellen Ressourcen sorgsam umzugehen und diese gerecht aufzuteilen. Angesichts eines halb vollen „Suppentopfes“, den man geerbt hat, kann man nur sagen: Der Familienerhalter hat dafür zu sorgen, dass die Familienmitglieder auch den gerechten Anteil der Suppe in ihrer Schüssel vorfinden, um satt zu werden. (Ruf bei den Grünen: Suppenkaspar!) Das ist die Aufgabe und Verantwortung, die diese Bundesregierung und wir alle hier im Parlament haben. Das ist die Prämisse, die wir für unser Land haben, denn ein auf dem Generationenvertrag aufgebautes Sozialsystem wird nur von den Familien und von sonst niemandem aufrechterhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Und: Wir sparen bei den Politikern. Endlich sind alle vier Parlamentsparteien in die Diskussion eingetreten, um, was meine Fraktion bereits 1995 für notwendig erachtet hat, auch die Politikerprivilegien im Zusammenhang mit den Pensionen abzubauen und das Politikerpensionssystem zu harmonisieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir bekennen uns dazu, dass die Familie die wichtigste Keimzelle der Gesellschaft ist, und wir bekennen uns auch dazu, dass wir gerade in dieser Hinsicht unsere Politik zum Wohle Österreichs, zum Wohle des sozialen Friedens, zum Wohle unserer Familien gestalten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Prammer und Mag. Wurm.
Ich möchte aber auch noch eine Reihe weiterer positiver Punkte anmerken: Während im Jahr 2002 noch 5 467 Mütter und Väter in Karenz waren und Kindergeld bezogen haben, waren es im Oktober 2002 bereits 16 125. Ich frage jetzt die Opposition, insbesondere die SPÖ-Kolleginnen, wo auf Grund des Kinderbetreuungsgeldes die Frauenerwerbstätigkeit gesunken ist, wenn in diesem Bereich fast eine Verdoppelung stattgefunden hat. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Prammer und Mag. Wurm.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Wir haben bessere Vorschläge!
Ich glaube – und das haben wir schon sehr oft in diesem Hohen Haus diskutiert –, dass das, was wir beschlossen haben, der Opposition nicht gefällt, weil sie keine besseren Vorschläge hatte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Wir haben bessere Vorschläge!) – Auch die Grünen haben keine weiteren Vorschläge!
Zwischenrufe bei der SPÖ
Sehr geehrte Damen und Herren! 2004 ist das Internationale Jahr der Familie. Mit dem zuständigen Bundesminister Herbert Haupt, mit den Staatssekretärinnen Maria Rauch-Kallat (Zwischenrufe bei der SPÖ) und Ursula Haubner sowie mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel soll in zehn Themenkreisen gearbeitet werden – zum Wohle der Familien in Österreich, zum Wohle der Kinder in Österreich!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zusammenfassend: Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der möglichst alle Bürgerinnen und Bürger in unterschiedlichster Form selbstbestimmt Verantwortung für sich, für andere und für das Gemeinwohl übernehmen. Unser Ziel ist Wahlfreiheit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Die „gelernte Österreicherin“ weiß aus der Erfahrung der letzten drei bis dreieinhalb Jahre, dass dort, wo Sie sagen, Sie werden einen Schwerpunkt setzen, höchste Vorsicht angebracht ist. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Stimmt ja nicht!
Sehr geehrte Damen und Herren! Reden wir in diesem Zusammenhang doch darüber, welche Pensionsreform Sie vorlegen! Sie legen eine Pensionsreform vor, in deren Rahmen die Frauen doch tatsächlich dafür bestraft werden, dass sie nach wie vor – im Vergleich zu den Männern – viel mehr Zeit für Kinderbetreuung aufwenden. (Abg. Dr. Brinek: Stimmt ja nicht!)
Abg. Mag. Molterer: Schon beschlossen! Haben Sie noch keine Zeit zum Nachlesen gehabt?
Nach wochenlangem Drängen, nach einem öffentlichen Aufschrei haben Sie sich nun dazu aufgerafft, Nachbesserungen anzukündigen. Von diesen Nachbesserungen haben wir aus der Rede des zuständigen Sozialministers heute noch nichts erfahren; kein Wort von Nachbesserung, von Verbesserungen für Frauen im Rahmen der Pensionsreform, nach wie vor nicht! (Abg. Mag. Molterer: Schon beschlossen! Haben Sie noch keine Zeit zum Nachlesen gehabt?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir sind auch schon sehr neugierig, wie die Nachbesserungen aussehen sollen, wo die Anwältin der Frauen, nämlich die Frauenministerin, den Frauen empfiehlt, wohlhabende Männer zu heiraten, damit die Männer für die Frauen, die jetzt in der gesetzlichen Pensionsversicherung Kürzungen ihrer Pension von 20, ja 30 Prozent erfahren, in eine Privatversicherung einzahlen können, um so zu gewährleisten, dass die Frauen dann doch irgendwann einmal einen Anspruch auf eine Pension haben, von der sie auch leben können. Aber wie viele Frauen in Österreich haben schon wohlhabende Männer, frage ich Sie, sehr geehrte Damen und Herren von den Regierungsparteien?! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Bundesministerin Rauch-Kallat: Falsch!
Reden wir doch darüber, wie nach Ihrer Pensionsreform das Leben in einem ganz durchschnittlichen österreichischen Pensionistenhaushalt aussehen wird! – Ich rede gar nicht von Menschen, die von Mindestpensionen leben müssen. Die heutigen Durchschnittspensionen bewegen sich bei Frauen in der Höhe von 760 € und bei Männern in der Höhe von 1 400 €. Diese werden nach Ihren Reformplänen um 20 bis 30 Prozent niedriger sein. (Bundesministerin Rauch-Kallat: Falsch!) Wie gesagt: die durchschnittlichen, nicht die niedrigsten! Lesen Sie Berechnungen, lesen Sie Zeitungen, dann werden Sie das sehen! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Großruck: Im gewerkschaftlichen Informationsblatt steht es drinnen!)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Großruck: Im gewerkschaftlichen Informationsblatt steht es drinnen!
Reden wir doch darüber, wie nach Ihrer Pensionsreform das Leben in einem ganz durchschnittlichen österreichischen Pensionistenhaushalt aussehen wird! – Ich rede gar nicht von Menschen, die von Mindestpensionen leben müssen. Die heutigen Durchschnittspensionen bewegen sich bei Frauen in der Höhe von 760 € und bei Männern in der Höhe von 1 400 €. Diese werden nach Ihren Reformplänen um 20 bis 30 Prozent niedriger sein. (Bundesministerin Rauch-Kallat: Falsch!) Wie gesagt: die durchschnittlichen, nicht die niedrigsten! Lesen Sie Berechnungen, lesen Sie Zeitungen, dann werden Sie das sehen! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Großruck: Im gewerkschaftlichen Informationsblatt steht es drinnen!)
Abg. Dr. Fekter: Die Mieten werden nicht teurer!
Diesen Leuten nehmen Sie viel Geld weg, sehr geehrte Damen und Herren! Beantworten Sie uns bitte die Frage: Wie sollen Pensionisten mit einer durchschnittlichen Pension in diesem Land künftig die Ausgaben für ihren Alltag bestreiten? Schauen Sie sich zum Beispiel die Wohnungspreise an! Die Wohnungen werden immer teurer, und zwar nicht nur die großen, sondern auch die kleinen, in denen die meisten Leute leben. Die Mieten steigen, die Wohnungen werden teurer, die Pensionen sinken. (Abg. Dr. Fekter: Die Mieten werden nicht teurer!) Sehr geehrte Damen und Herren, in welchen Wohnungen werden die alten Menschen in unserem Land in den nächsten Jahren leben? (Abg. Dr. Fekter: Warum ist in Wien Müll, Gas und Wasser so teuer?)
Abg. Dr. Fekter: Warum ist in Wien Müll, Gas und Wasser so teuer?
Diesen Leuten nehmen Sie viel Geld weg, sehr geehrte Damen und Herren! Beantworten Sie uns bitte die Frage: Wie sollen Pensionisten mit einer durchschnittlichen Pension in diesem Land künftig die Ausgaben für ihren Alltag bestreiten? Schauen Sie sich zum Beispiel die Wohnungspreise an! Die Wohnungen werden immer teurer, und zwar nicht nur die großen, sondern auch die kleinen, in denen die meisten Leute leben. Die Mieten steigen, die Wohnungen werden teurer, die Pensionen sinken. (Abg. Dr. Fekter: Die Mieten werden nicht teurer!) Sehr geehrte Damen und Herren, in welchen Wohnungen werden die alten Menschen in unserem Land in den nächsten Jahren leben? (Abg. Dr. Fekter: Warum ist in Wien Müll, Gas und Wasser so teuer?)
Abg. Scheibner: Wer sagt das? Wo steht das? Sind das schon wieder Ihre Schauermärchen?
Ich möchte gar nicht von den Selbstbehalten reden, die Sie einführen wollen. 20 Prozent für jeden Arztbesuch, das ist viel Geld. (Abg. Scheibner: Wer sagt das? Wo steht das? Sind das schon wieder Ihre Schauermärchen?) Das wird einen Großteil des Einkommens gerade bei den älteren Menschen, die vermehrt ärztliche Behandlung brauchen, verschlingen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
zu halten, wenn Sie Ihre Reformen konzipieren! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Reden wir darüber! Reden wir darüber, dass die SPÖ die Familien jahrzehntelang stiefmütterlich behandelt hat, dass Sie es geschafft haben, dass die Geburtenrate niedriger wurde! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) – Sie lachen! Sie haben gut lachen, Sie haben es geschafft, dass sich die österreichischen Familien dazu entschieden haben, nicht mehr mehr Kinder zu bekommen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Reden wir darüber, dass wir seit 20 Jahren wissen, dass sich die Bevölkerungspyramide dahin gehend verändert, dass wir wenige junge Leute haben werden, die arbeiten, aber viele Pensionisten haben werden. Seit 20 Jahren wissen wir alle, wissen alle Politiker, dass sich dieses System so entwickeln wird. Sie haben nichts dagegen getan! Sie haben nur herumgedoktert am System, haben keine langfristigen, nachhaltigen Reformen durchgeführt. Reden wir darüber, was Sie verabsäumt haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Reden wir darüber, dass die Realitäten, die wir heute haben, das Ergebnis Ihrer Politik ist! Reden wir über die Realität, wie die Familien jahrzehntelang behandelt worden sind! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Prammer: 30 Jahre ...!
Reden wir darüber, was mit den Frauen passiert ist! Sie haben es nicht geschafft, die Kindererziehungszeiten, die Kinderbetreuungszeiten pensionsbegründend anzurechnen. Im ersten Jahr, in dem wir Freiheitliche in der Regierung gesessen sind, haben wir es geschafft, Kindererziehungszeiten pensionsbegründend anzurechnen. (Abg. Mag. Prammer: 30 Jahre ...!) Sie haben es in 30 Jahren nicht geschafft, richtig, Frau Prammer! Sie haben es in 30 Jahren nicht geschafft, nur versprochen, aber nicht geschafft. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Reden wir darüber, was mit den Frauen passiert ist! Sie haben es nicht geschafft, die Kindererziehungszeiten, die Kinderbetreuungszeiten pensionsbegründend anzurechnen. Im ersten Jahr, in dem wir Freiheitliche in der Regierung gesessen sind, haben wir es geschafft, Kindererziehungszeiten pensionsbegründend anzurechnen. (Abg. Mag. Prammer: 30 Jahre ...!) Sie haben es in 30 Jahren nicht geschafft, richtig, Frau Prammer! Sie haben es in 30 Jahren nicht geschafft, nur versprochen, aber nicht geschafft. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist es, wie wir Freiheitliche Politik machen: Wir versprechen vor den Wahlen, dass wir bei Mehrlingsgeburten Verbesserungen durchführen werden – und halten es nach den Wahlen ein. Das ist halt der Unterschied: Wir Freiheitliche wollen die Familien in Österreich stärken, Sie haben die Familien geschwächt! Wir wollen die Pensionen sichern, Sie betreiben nur Verunsicherung! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Vizekanzler, Sie haben in Ihren Ausführungen mehr Weihrauch verstreut, als es in der ganzen Osternacht in der Kirche der Fall war. Ich „gratuliere“ Ihnen dazu. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Was aber aus dieser Wifo-Studie auch herauszulesen ist, das ist der Umstand, dass die Frauen, vor allem die jungen Frauen und die nicht gut ausgebildeten Frauen, um vieles länger bei den Kindern bleiben und daher schlechtere Wiedereinstiegschancen im Berufsleben haben. Es geht auch daraus hervor – und die Aussage von Ihnen von vorhin hat nicht gestimmt –, dass weniger Väter innerhalb der ersten 27 Monate ihres Kindes beim Kind bleiben. Das heißt, Sie haben damit nicht erreicht, dass Familienarbeit Sache von Vätern und Müttern wird, sondern durch das Kinderbetreuungsgeld erreichen Sie, dass Familienbetreuung, Kinderbetreuung noch mehr Aufgabe und Sache der Frauen wird. Das ist eine Tendenz, die wir ablehnen! (Beifall bei den Grünen.)
Bundesministerin Rauch-Kallat: Also bitte! – Ruf: Wo leben Sie?
haben, und Alternativen gibt es derzeit in weiten Regionen, in vielen Gemeinden nicht. Ich weiß nicht, wo Sie Ihre Augen haben, wenn Sie behaupten, dass Frauen, dass Männer heutzutage tatsächlich eine Wahlfreiheit hätten. Vielen bleibt gar nichts anderes übrig, als zu Hause bei den Kindern zu bleiben, weil es keine qualitativ gute Kinderbetreuung gibt. (Bundesministerin Rauch-Kallat: Also bitte! – Ruf: Wo leben Sie?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wo ich lebe? – Ich komme aus Vorarlberg, meine lieben Kolleginnen und Kollegen. Dort haben Sie überhaupt keine Möglichkeit, zu wählen, weil die Einrichtungen nicht da sind. Da können Sie gerne Ministerin Gehrer fragen, die wird Ihnen bestätigen, dass das so ist. Das kann nicht einmal die ÖVP in Vorarlberg leugnen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Sie machen nicht nur falsche Versprechungen bezüglich Wahlfreiheit, sondern Sie lassen die Frauen schlichtweg im Regen stehen. Sie loben ständig die Familienarbeit, die die Frauen leisten. Wo aber, bitte, ist die eigenständige Pension für jede Frau in Österreich? Wo ist sie? – Die gibt es bis heute nicht! Wir Grüne fordern in unserer Grundsicherung eine eigenständige Pension für jede und jeden in Österreich. Wir machen uns da Sorgen. Das ist ein großes Manko, das Sie bis heute noch nicht beseitigt haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Das ist Angstmacherei!
Jetzt setzen Sie noch eins drauf: Jetzt machen Sie diese Pensionsreform und bestrafen damit Frauen Länge mal Breite, Frauen wie mich zum Beispiel. (Abg. Steibl: Das ist Angstmacherei!) Ich war zwölf Jahre lang bei meinen Kindern zu Hause. Den Preis zahle ich mit einer niedrigeren Pension. Das ist Ihre Art der Familienpolitik, sehr geehrte Damen und Herren von der FPÖ! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt setzen Sie noch eins drauf: Jetzt machen Sie diese Pensionsreform und bestrafen damit Frauen Länge mal Breite, Frauen wie mich zum Beispiel. (Abg. Steibl: Das ist Angstmacherei!) Ich war zwölf Jahre lang bei meinen Kindern zu Hause. Den Preis zahle ich mit einer niedrigeren Pension. Das ist Ihre Art der Familienpolitik, sehr geehrte Damen und Herren von der FPÖ! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Familienpolitik: ja!, Familie: ja!, aber Familie nicht als Aufgabe der Frauen, sondern als Aufgabe der Frauen und Männer, Familie als Miteinander aller, die in ihr leben. Familie als ein Zusammenleben von Menschen, die an und für sich unabhängig sind und deswegen zum Miteinander ja sagen können. Es soll nicht mehr diese furchtbaren Abhängigkeitsverhältnisse geben, die Sie gerne beibehalten wollen, damit ja alles beim Alten bleibt und damit Familien ja nicht zerbröckeln, aber nicht deswegen, weil sie gut funktionieren, sondern weil den Frauen gar nichts anderes übrig bleibt, als bei ihren Familien, bei ihren Männern zu bleiben. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin überzeugt davon, dass Sie das nicht tun, denn die österreichischen Frauen sind Frauen mit Gefühl und Engagement, die sehr wohl wissen, wie viel Zeit für Kinder bedeutet, und die daran interessiert sind, Beruf und Zeit für Kinder miteinander zu vereinbaren. Sie sind da nicht auf dem richtigen Weg! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin auch sehr froh darüber, dass es uns gelungen ist – das ist eine Tatsache –, in dieser Regierung sehr rasch entsprechende Schritte zu setzen. Tatsache ist aber auch, Frau Kollegin Kuntzl, dass Sie jahrzehntelang Zeit gehabt hätten, auch in Regierungsverantwortung, auch im Familienministerium, viele dieser Maßnahmen zu setzen. Sie haben es ganz einfach nicht getan. Sie haben es nicht getan! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Kolleginnen von der SPÖ! Wenn Sie meinen, dass das Kinderbetreuungsgeld ein Anreiz sei, sich gegen Erwerbsarbeit zu entscheiden, so sage ich Ihnen darauf: Es ist die Chance, mehr Zeit für Kinder zu haben. Es ist die Chance, die Qualität der Beziehungen in den Familien zu verbessern. Das ist unsere Antwort darauf! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Auch der von Bundskanzler Schüssel ausgehandelte Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung bis zum Schuleintritt der Kinder ist ein wichtiger Schritt, ist eine wichtige Maßnahme. Auch das ist etwas, was nicht gegen die Frauen spricht, sondern ganz im Gegenteil, denn wir werden – und das werden wir hier heute noch diskutieren – auch dafür sorgen, dass Frauen, die sich dafür entscheiden, Kinderbetreuung zu forcieren, auch keine Nachteile bei der Pensionsberechnung haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir werden jedenfalls – das ist unser Anliegen – auch in dieser Regierung, in der Regierung Schüssel II, weiter den Weg verfolgen, im Interesse der Familien, aber auch im Interesse der Frauen und der Kinder jene Maßnahmen zu setzen, die Österreich zum familienfreundlichsten, aber auch zum kinderfreundlichsten Land machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Aspirin C!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren und auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich habe ein ziemlich mulmiges Gefühl (Abg. Großruck: Aspirin C!) – ich weiß nicht, wie es Ihnen geht –, wenn ich daran denke, dass sich in einigen Minuten der Herr Bundeskanzler hier herstellen und die härteste und brutalste Pensionskürzungsreform der Geschichte der Zweiten Republik präsentieren wird, die massiv in die Familien Österreichs eingreifen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren und auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich habe ein ziemlich mulmiges Gefühl (Abg. Großruck: Aspirin C!) – ich weiß nicht, wie es Ihnen geht –, wenn ich daran denke, dass sich in einigen Minuten der Herr Bundeskanzler hier herstellen und die härteste und brutalste Pensionskürzungsreform der Geschichte der Zweiten Republik präsentieren wird, die massiv in die Familien Österreichs eingreifen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wie können Sie das wissen, wo es heute erst beschlossen worden ist?
Ich war gestern mit Kollegem Schöls auch bei einer derartigen Veranstaltung. Da war ein Beispiel einer Familie, einer so genannten Kernfamilie, bestehend aus Mutter, Vater und Kind. Der Vater arbeitet seit 30 Jahren in Schicht bei der OMV, die Mutter ist Krankenschwester, arbeitet auch im Radldienst, sprich Schichtdienst. Die erwachsene Tochter lebt zu Hause und hat laut Vater einen guten Job. Dieser Mann hat sich diese Pensionskürzungsmaßnahmen für seine Familie durchgerechnet, und rausgekommen dabei ist Folgendes: Er verliert 20 Prozent, seine Frau 36 Prozent und die Tochter auch weit über 30 Prozent. Das sind 100 Prozent in einer Familie! (Abg. Scheibner: Wie können Sie das wissen, wo es heute erst beschlossen worden ist?) Eine ganze Pension ist weg. Das soll eine gute Familien- und Sozialpolitik sein? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist Astrologie, was Sie da betreiben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist Astrologie, was Sie da betreiben!
Ich war gestern mit Kollegem Schöls auch bei einer derartigen Veranstaltung. Da war ein Beispiel einer Familie, einer so genannten Kernfamilie, bestehend aus Mutter, Vater und Kind. Der Vater arbeitet seit 30 Jahren in Schicht bei der OMV, die Mutter ist Krankenschwester, arbeitet auch im Radldienst, sprich Schichtdienst. Die erwachsene Tochter lebt zu Hause und hat laut Vater einen guten Job. Dieser Mann hat sich diese Pensionskürzungsmaßnahmen für seine Familie durchgerechnet, und rausgekommen dabei ist Folgendes: Er verliert 20 Prozent, seine Frau 36 Prozent und die Tochter auch weit über 30 Prozent. Das sind 100 Prozent in einer Familie! (Abg. Scheibner: Wie können Sie das wissen, wo es heute erst beschlossen worden ist?) Eine ganze Pension ist weg. Das soll eine gute Familien- und Sozialpolitik sein? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist Astrologie, was Sie da betreiben!)
Abg. Scheibner: In den letzten zehn Jahren waren Sie nicht in Regierungsverantwortung!
Der Familienbericht 1999 war gestern eine gute Grundlage dafür, mich auf diese Aktuelle Stunde vorzubereiten. Das Gegenteil von dem, was Kollegin Bleckmann sagt, steht drinnen. Der Familienbericht erscheint alle zehn Jahre, und in den letzten zehn Jahren waren wir in Regierungsverantwortung. (Abg. Scheibner: In den letzten zehn Jahren waren Sie nicht in Regierungsverantwortung!) Da sind sehr viele Maßnahmen gesetzt worden, die zu Verbesserungen im Bereich der Familien geführt haben, Herr Kollege Scheibner! Alle zehn Jahre erscheint dieser Bericht.
Abg. Scheibner: Sie waren dagegen! Warum waren Sie dagegen? Warum waren Sie gegen das Kinderbetreuungsgeld?
Wir waren 30 Jahre lang in Regierungsverantwortung. Das, was Sie zusammengebracht haben, war eine einzige Maßnahme. Sie haben monatelang darüber gestritten, wie diese Maßnahme heißen soll: Kinderscheck, Kinderbetreuungsgeld, Kindergeld. (Abg. Scheibner: Sie waren dagegen! Warum waren Sie dagegen? Warum waren Sie gegen das Kinderbetreuungsgeld?) Plakate haben Sie entworfen, Sie haben einander konkurrenziert. Das Geschmackloseste war
Abg. Scheibner: Was jetzt: Ist das Kinderbetreuungsgeld gut oder schlecht?
Es gibt mittlerweile eine Studie zu diesem Kinderbetreuungsgeld, wo schon aus der Überschrift klar hervorgeht, dass es Verschlechterungen für Frauen enthält. (Abg. Scheibner: Was jetzt: Ist das Kinderbetreuungsgeld gut oder schlecht?) – Nein, Herr Kollege Scheibner, aber Verbesserungen sind notwendig! Wir hören aber nichts davon.
Abg. Scheibner: Legt einmal etwas vor! Sie sind immer nur dagegen!
Ich möchte endlich hören, wie Sie dieses Kinderbetreuungsgeld verbessern, damit es Frauen leichter möglich wird, Beruf und Familie zu vereinbaren. (Abg. Scheibner: Legt einmal etwas vor! Sie sind immer nur dagegen!)
Abg. Scheibner: Aber da waren Sie wirklich noch in der Regierung!
Das ist nicht Familienpolitik in dem Sinn, wie wir sie befürworten. Das ist frauen- und familienfeindliche Politik, die Sie machen! Sie führt zu massiven Benachteiligungen bei Frauen. Professor Badelt sagte das schon im Jahre 1999, wie dem Familienbericht zu entnehmen ist, obwohl Sie uns jetzt das Gegenteil einreden wollen. (Abg. Scheibner: Aber da waren Sie wirklich noch in der Regierung!)
Abg. Mag. Molterer: Eine gute Maßnahme!
Damit Kind und Beruf wirklich miteinander vereinbar sind, müssen Sie neue Anreize schaffen. Kollegin Kuntzl hat es schon gesagt: Familienpolitik ist etwas mehr als nur eine Maßnahme, die Sie eingeführt haben. (Abg. Mag. Molterer: Eine gute Maßnahme!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden nicht müde werden, bei jeder Gelegenheit dieses Versprechen einzufordern. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt aber auch viele andere Dinge, die dazu geführt haben, dass Familien geholfen wird. Ich erinnere nur an die Einführung der Heimfahrtbeihilfe für Schülerinnen und Schüler und an die Neueinführung der Heimfahrtbeihilfe für Lehrlinge, die von der SPÖ/ÖVP-Regierung kurzfristig abgeschafft worden ist und bei Eintritt der FPÖ in die Regierung mit 1. September 2002 wieder eingeführt worden ist. Jetzt können sowohl Schüler als auch Lehrlinge, wenn sie für Ausbildungszwecke in einer Zweitunterkunft wohnen, eine Heimfahrtbeihilfe erhalten, und zwar rückwirkend mit 1. September 2002. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das Ganze ist pauschaliert und hängt von der Entfernung der Unterkunft ab.
Abg. Dipl.‑Ing. Scheuch: Bravo!
Das neue Kinderbetreuungsgeld ist heute schon des Öfteren erwähnt worden. Im Prinzip ist das ein familienpolitischer Meilenstein, der zuerst in Kärnten eingeführt worden ist. (Abg. Dipl.‑Ing. Scheuch: Bravo!) Es ist aber so, dass das Bundeskinderbetreuungsgeld noch nicht jenes Ausmaß erreicht hat, wie es in Kärnten zurzeit der Fall ist. Wir wollen in Zukunft den Ausbau des Kinderbetreuungsgeldes forcieren, auch für Mehrlingsgeburten, denn die Anschaffungskosten und der Zeitaufwand für Betreuungsleistung sind bei Mehrlingsgeburten natürlich wesentlich höher. Es ist uns ein besonderes Anliegen, im Falle von Mehrlingsgeburten auch etwas zu tun.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Wir werden unsere Arbeit auf diesem Weg fortsetzen und für die österreichischen Familien Wesentliches weiterbringen. Unterstützen Sie uns bei dieser Arbeit! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn es schon in Ihrer Vorstellungswelt so ist, dann frage ich Sie: Warum sind Sie nicht so konsequent und sagen, es gibt ein Pensionssplitting, es werden die erworbenen Pensionsansprüche des erwerbstätigen Partners fifty-fifty mit dem nicht erwerbstätigen Partner oder der Partnerin geteilt? Seien Sie doch konsequent, zumindest in Ihrem eigenen Weltbild! (Beifall bei den Grünen.)
Bundesministerin Rauch-Kallat: Falsch!
Ich halte es für zynisch, wenn die angeblich für Frauen zuständige Ministerin Rauch-Kallat sagt, es werde für Frauen keine Schlechterstellung geben, die Einkommensschere gehe nicht weiter auf. Ihr Ratschlag an Frauen mit geringem Einkommen – es sind immerhin 17 Prozent der Frauen, die weniger als 1 000 € verdienen – ist daher logischerweise, sich einen reichen Mann zu suchen. (Bundesministerin Rauch-Kallat: Falsch!)
Beifall bei den Grünen.
Schönen Dank im Namen der Frauen, schönen Dank an diese Regierung, die uns eine frauenfeindliche Pensionsreform vorlegt, und schönen Dank an die Frau Ministerin, die heute mit ihrer Zustimmung zu dieser Reform inhaltlich abgedankt hat! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: „Wir kommen aus“, das darf doch nicht wahr sein!
Das ist im Wesentlichen in der gesamten Europäischen Union bereits verwirklicht. Manche Länder – so etwa die skandinavischen Länder – haben schon ein höheres gesetzliches Pensionsantrittsalter mit etwa 67 Jahren, die Deutschen diskutieren das gerade sehr intensiv und auch sehr kontroversiell, aber ich meine, wir kommen mit diesem Pensionssicherungsreform-Modell aus. (Abg. Öllinger: „Wir kommen aus“, das darf doch nicht wahr sein!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es sind also vorgesehen: 25 Jahre Übergangszeitraum für 40 Jahre Durchrechnung, zehn Jahre Übergangszeitraum für das Auslaufen der Frühpension, drei Jahre Übergangszeitraum für das Erreichen der Situation, dass 45 Beitragsjahre herangezogen werden können, um 80 Prozent zu erhalten. Das ist, so glaube ich, ein vernünftiges, ein faires, ein sozial verantwortbares Konzept, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Oberösterreichische Landesregierung!
Ganz offen gestanden sollten wir uns schon auch Folgendes in Erinnerung rufen: Als das ASVG im Jahre 1956 geschaffen wurde, lag der Pensionsantritt im Durchschnitt bei 63 Jahren – jetzt erfolgt er um fünf Jahre früher. Damals lag die durchschnittliche Lebenszeit eines Pensionisten bei vielleicht acht oder neun Jahren – heute kann ein Mann mit 21 Jahren und eine Frau mit 25 oder 26 Jahren durchschnittlicher Lebenserwartung nach der Pensionierung rechnen. Das ist großartig, denn wir haben damit eigentlich eine ganze Generation neu gewonnen. (Abg. Öllinger – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Oberösterreichische Landesregierung!) Das ist eine faszinierende Chance für unsere Gesellschaft, zugleich ergibt sich aber natürlich auch die Notwendigkeit, darauf zu reagieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ganz offen gestanden sollten wir uns schon auch Folgendes in Erinnerung rufen: Als das ASVG im Jahre 1956 geschaffen wurde, lag der Pensionsantritt im Durchschnitt bei 63 Jahren – jetzt erfolgt er um fünf Jahre früher. Damals lag die durchschnittliche Lebenszeit eines Pensionisten bei vielleicht acht oder neun Jahren – heute kann ein Mann mit 21 Jahren und eine Frau mit 25 oder 26 Jahren durchschnittlicher Lebenserwartung nach der Pensionierung rechnen. Das ist großartig, denn wir haben damit eigentlich eine ganze Generation neu gewonnen. (Abg. Öllinger – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Oberösterreichische Landesregierung!) Das ist eine faszinierende Chance für unsere Gesellschaft, zugleich ergibt sich aber natürlich auch die Notwendigkeit, darauf zu reagieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Wir machen es uns nicht so einfach, wie manche Vorschläge in diesen Tagen lauten: ein bisschen die Beiträge erhöhen, einige Pensionisten abkassieren und das andere unverändert lassen, zumindest bis nach 2010. Wie es wäre, wenn nichts geschieht, darf ich Ihnen etwa anhand einer, so glaube ich, unverdächtigen Information einer sehr vernünftigen Arbeiterkammer – Sie können es gleich nachlesen – erläutern. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Wenn wir nichts machen, dann müssten wir innerhalb der nächsten 40 Jahre die Beiträge um 50 Pro-
Abg. Eder: Das ist bitte Unsinn! – Abg. Öllinger: Tun Sie ja, Sie kürzen ja!
zent erhöhen oder die Pensionen um 45 Prozent kürzen (Abg. Eder: Das ist bitte Unsinn! – Abg. Öllinger: Tun Sie ja, Sie kürzen ja!) oder das Pensionsantrittsalter um zehn Jahre erhöhen. (Abg. Öllinger: Das ist eine Verhöhnung!)
Abg. Öllinger: Das ist eine Verhöhnung!
zent erhöhen oder die Pensionen um 45 Prozent kürzen (Abg. Eder: Das ist bitte Unsinn! – Abg. Öllinger: Tun Sie ja, Sie kürzen ja!) oder das Pensionsantrittsalter um zehn Jahre erhöhen. (Abg. Öllinger: Das ist eine Verhöhnung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Dass das kein Weg sein kann, den eine verantwortungsvolle Bundesregierung und verantwortungsvolle Politiker – das sind wir doch alle, hoffe ich – gehen können, steht außer Frage. Das tun wir nicht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Das kann nicht unsere Verantwortung sein! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir haben den Mut zur Verantwortung. Wir schlagen Ihnen daher eine Pensionssicherungsreform vor, die sinnvoll und auch absolut gegenüber der Öffentlichkeit vertretbar ist. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Wimmer: Politiker!
Meine Damen und Herren! Kernpunkt dieser Reform ist, dass bereits in Pension befindliche Menschen nichts zu befürchten haben. Ein Arbeiter, ein Angestellter, ein Gewerbetreibender, ein Bauer (Abg. Wimmer: Politiker!) haben überhaupt nichts zu befürchten, wenn sie schon in Pension sind. (Zwischenruf des Abg. Eder.) Bei anderen Konzepten ist es anders. Bei unserem Konzept garantieren wir, dass in die bestehenden Pensionen der Arbeiter und Angestellten, der Bauern und Gewerbetreibenden nicht eingegriffen wird. Es ist wichtig, diesen Menschen keine Angst zu machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Meine Damen und Herren! Kernpunkt dieser Reform ist, dass bereits in Pension befindliche Menschen nichts zu befürchten haben. Ein Arbeiter, ein Angestellter, ein Gewerbetreibender, ein Bauer (Abg. Wimmer: Politiker!) haben überhaupt nichts zu befürchten, wenn sie schon in Pension sind. (Zwischenruf des Abg. Eder.) Bei anderen Konzepten ist es anders. Bei unserem Konzept garantieren wir, dass in die bestehenden Pensionen der Arbeiter und Angestellten, der Bauern und Gewerbetreibenden nicht eingegriffen wird. Es ist wichtig, diesen Menschen keine Angst zu machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Kernpunkt dieser Reform ist, dass bereits in Pension befindliche Menschen nichts zu befürchten haben. Ein Arbeiter, ein Angestellter, ein Gewerbetreibender, ein Bauer (Abg. Wimmer: Politiker!) haben überhaupt nichts zu befürchten, wenn sie schon in Pension sind. (Zwischenruf des Abg. Eder.) Bei anderen Konzepten ist es anders. Bei unserem Konzept garantieren wir, dass in die bestehenden Pensionen der Arbeiter und Angestellten, der Bauern und Gewerbetreibenden nicht eingegriffen wird. Es ist wichtig, diesen Menschen keine Angst zu machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zweitens: Wer heute schon in Pension gehen könnte, aber länger arbeiten will, kann dies tun, ohne irgendetwas befürchten zu müssen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es drohen ihm keine Abschläge, keine Verlängerung des Durchrechnungszeitraums, keine Maßnahmen, die in irgendeiner Weise negativ durchschlagen, denn wir wollen doch keinen Run in die Frühpension auslösen. Wir wollen gemeinsam denen, die arbeiten wollen, die Chance geben, länger in Beschäftigung zu bleiben. Wir betreiben keine Angstmache, sondern bieten konkrete Lösungen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zweitens: Wer heute schon in Pension gehen könnte, aber länger arbeiten will, kann dies tun, ohne irgendetwas befürchten zu müssen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es drohen ihm keine Abschläge, keine Verlängerung des Durchrechnungszeitraums, keine Maßnahmen, die in irgendeiner Weise negativ durchschlagen, denn wir wollen doch keinen Run in die Frühpension auslösen. Wir wollen gemeinsam denen, die arbeiten wollen, die Chance geben, länger in Beschäftigung zu bleiben. Wir betreiben keine Angstmache, sondern bieten konkrete Lösungen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Langfristige Überfälle!
Der Sorge der Opposition, da gehe es um kurzfristige Überfälle, habe ich mit den langfristigen Übergängen bereits ein ganz wichtiges und wirksames Gegenargument entgegensetzen können. (Abg. Öllinger: Langfristige Überfälle!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Da freut sich Bartenstein!
Dritter Punkt: Für ältere Mitarbeiter brauchen wir dringend Begleitmaßnahmen. Die Bundesregierung weiß das und hat daher in diesen Budgetbegleitgesetzen einige ganz wesentliche Begleitmaßnahmen vorgeschlagen. Zum ersten Mal gibt es eine wirklich wirksame und spürbare Senkung der Lohnnebenkosten: Für Ältere etwa über 60 Jahre sind das Senkungen in der Höhe von 13 Prozent. Für Jüngere, also ab 56 und 58 Jahren, ist es etwas weniger, aber es ist immer noch ein gewaltiger Anreiz, um ältere Mitarbeiter länger zu beschäftigen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Da freut sich Bartenstein!)
Abg. Öllinger: Das ist Zynismus, was Sie da sagen!
Weiters werden wir Älteren, die schon in der Altersteilzeit sind, garantieren, dass jeder, der mit dem Stichtag 1. April einen Vertrag mit seinem Arbeitgeber hat, keinerlei Einbußen hat; er kann zum vorgesehenen Zeitpunkt vertraglich in Pension gehen. Alle Horrormeldungen, da müssten sich weinende Arbeitnehmer anstellen, weil sie in die Arbeitslose gehen müssen (Abg. Öllinger: Das ist Zynismus, was Sie da sagen!) und dort quasi wesentlich weniger bekommen, sind weit
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
gefehlt. Wer heute in der Altersteilzeit ist, bleibt darin, seine/ihre Rechte bleiben gewahrt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Großruck – in Richtung SPÖ –: Jetzt sind sie enttäuscht!
Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass wir mit diesen Maßnahmen – das meinen wir sehr ernst – einen ganz wichtigen Impuls setzen, damit wir in Zukunft die Erfahrung der Älteren auch wirklich in unserem Wirtschaftsprozess weiterverwerten können. Wir werden sie noch bitter brauchen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Großruck – in Richtung SPÖ –: Jetzt sind sie enttäuscht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Eines muss uns zu denken geben, nämlich dass Österreich innerhalb der Europäischen Union eines jener Länder ist, die den niedrigsten Anteil von in Beschäftigung stehenden Arbeitnehmern zwischen 55 und 65 Jahren haben. In Österreich sind es unter 30 Prozent. Bei den über 60-Jährigen sind es sogar nur 14 Prozent. Der Schnitt der EU liegt jeweils mindestens um 10 Prozent höher. Überlegen Sie einmal, was es bedeuten würde, dieses Humankapital für Österreichs Wirtschaft und seine Ressourcen nutzbar zu machen! – Ich meine daher, wir sind da absolut auf dem richtigen Weg. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: In 28 Jahren!
Der Vorschlag, den wir haben, würde bedeuten, dass pro Kind drei Jahre aus der Durchrechnungszeit herausgenommen werden. Nehmen wir ein ganz konkretes Beispiel: Eine Frau, die zwei Kinder hat – die 15 besten Jahre bleiben aufrecht –, hätte damit bis zum Jahr 2010 überhaupt keinerlei Auswirkung zu verspüren, wenn die Durchrechnungszeit erweitert wird. Ich glaube, dass wir überdies noch sinnvollerweise auf Anregung der Frauenministerin und der Familienstaatssekretärin eine Aufwertung der Kinderzeiten auf 150 Prozent in den nächsten Jahren durchführen werden. (Abg. Dr. Glawischnig: In 28 Jahren!) Wobei ich hinzufüge, Frau Abgeordnete Glawischnig, dass die Berücksichtigung dieser drei Jahre pro Kind rückwirkend erfolgt (Abg. Öllinger: Das wirkt sich nicht auf die Pension aus!) – rückwirkend auch für Kinder, die 1950 oder 1960 auf die Welt gekommen sind. Überdies werden für die Zukunft pensionsbegründend 24 Monate eingeführt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist völlig irrelevant!)
Abg. Öllinger: Das wirkt sich nicht auf die Pension aus!
Der Vorschlag, den wir haben, würde bedeuten, dass pro Kind drei Jahre aus der Durchrechnungszeit herausgenommen werden. Nehmen wir ein ganz konkretes Beispiel: Eine Frau, die zwei Kinder hat – die 15 besten Jahre bleiben aufrecht –, hätte damit bis zum Jahr 2010 überhaupt keinerlei Auswirkung zu verspüren, wenn die Durchrechnungszeit erweitert wird. Ich glaube, dass wir überdies noch sinnvollerweise auf Anregung der Frauenministerin und der Familienstaatssekretärin eine Aufwertung der Kinderzeiten auf 150 Prozent in den nächsten Jahren durchführen werden. (Abg. Dr. Glawischnig: In 28 Jahren!) Wobei ich hinzufüge, Frau Abgeordnete Glawischnig, dass die Berücksichtigung dieser drei Jahre pro Kind rückwirkend erfolgt (Abg. Öllinger: Das wirkt sich nicht auf die Pension aus!) – rückwirkend auch für Kinder, die 1950 oder 1960 auf die Welt gekommen sind. Überdies werden für die Zukunft pensionsbegründend 24 Monate eingeführt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist völlig irrelevant!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist völlig irrelevant!
Der Vorschlag, den wir haben, würde bedeuten, dass pro Kind drei Jahre aus der Durchrechnungszeit herausgenommen werden. Nehmen wir ein ganz konkretes Beispiel: Eine Frau, die zwei Kinder hat – die 15 besten Jahre bleiben aufrecht –, hätte damit bis zum Jahr 2010 überhaupt keinerlei Auswirkung zu verspüren, wenn die Durchrechnungszeit erweitert wird. Ich glaube, dass wir überdies noch sinnvollerweise auf Anregung der Frauenministerin und der Familienstaatssekretärin eine Aufwertung der Kinderzeiten auf 150 Prozent in den nächsten Jahren durchführen werden. (Abg. Dr. Glawischnig: In 28 Jahren!) Wobei ich hinzufüge, Frau Abgeordnete Glawischnig, dass die Berücksichtigung dieser drei Jahre pro Kind rückwirkend erfolgt (Abg. Öllinger: Das wirkt sich nicht auf die Pension aus!) – rückwirkend auch für Kinder, die 1950 oder 1960 auf die Welt gekommen sind. Überdies werden für die Zukunft pensionsbegründend 24 Monate eingeführt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist völlig irrelevant!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Daher sage ich Ihnen ganz offen: In puncto Kinder- und Familienfreundlichkeit, in puncto Behutsamkeit hinsichtlich der Interessen und Rechte der Frauen kann uns niemand in diesem Hohen Hause übertreffen. Darauf legen wir großen Wert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es hat niemand frühere Regierungen daran gehindert, diese Maßnahmen, die wir hier vorschlagen, in das Dauerrecht zu übernehmen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich glaube, es sind gerade von den Frauenpolitikerinnen aller politischen Parteien in der Vergangenheit sehr wertvolle Beiträge gekommen. (Abg. Broukal: An Ihrem Widerstand gescheitert!)
Abg. Broukal: An Ihrem Widerstand gescheitert!
Es hat niemand frühere Regierungen daran gehindert, diese Maßnahmen, die wir hier vorschlagen, in das Dauerrecht zu übernehmen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich glaube, es sind gerade von den Frauenpolitikerinnen aller politischen Parteien in der Vergangenheit sehr wertvolle Beiträge gekommen. (Abg. Broukal: An Ihrem Widerstand gescheitert!)
Rufe bei der SPÖ: Wer?
Wiederum: Wir hätten das im Rahmen der Gesamtharmonisierung selbstverständlich vorgeschlagen. Wir ziehen es vor, auch wenn das erst in zehn, 15 Jahren wirksam wird. Wir geben jetzt schon die richtige Antwort, um auch den Horrorprognosen den Boden zu entziehen, die da manchmal lauten, allein aus diesem Titel würden manche 25 Prozent ihrer Pension verlieren. (Rufe bei der SPÖ: Wer?)
Abg. Öllinger: Das reicht doch auch schon!
Unsere Antwort heißt – hören Sie jetzt genau zu! –: bis 2007 ein maximaler Verlust von 3,5 Prozent, bis 2015 7 Prozent und darüber hinaus 10 Prozent. (Abg. Öllinger: Das reicht doch auch schon!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Fragen Sie einmal Abgeordneten Gusenbauer, wie er seine 10 Prozent Verlust im Durchschnitt rechtfertigen will. – Meine Damen und Herren! Mehr ist das auch nicht, um das hier einmal ganz deutlich zu sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das war ein guter Witz!
Die Frage, die sich uns stellt, ist: Handeln wir jetzt oder verschieben wir, verwässern wir, verzögern wir? – Das ist der entscheidende Punkt! Wenn jemand ein Haus besitzt und merkt, dass es bei einem Dachziegel hereinzuregnen beginnt, dann sollte er meiner Meinung nach nicht zuwarten, bis die Probleme noch größer werden, sondern er sollte rechtzeitig anfangen, die Reparatur so anzusetzen, dass dem Haus letztlich nichts geschieht. Genau darum geht es bei unserem gemeinsam aufgebauten sozialen Gefüge. (Abg. Öllinger: Das war ein guter Witz!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen – Zwischenrufe bei der SPÖ
Ich sage auch sehr offen – bei allem Respekt, Herr Präsident Verzetnitsch –: Wichtig ist, dass man an den Verhandlungstisch zurückkehrt (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen – Zwischenrufe bei der SPÖ), genauso, wie die Sozialpartner in den letzten drei Jahren in der Pensionsreformkommission gewesen sind.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich lade Sie daher ganz offiziell von dieser Stelle aus ein: Arbeiten Sie an diesem wichtigen Projekt für alle Österreicherinnen und Österreicher mit! Ich sage Ihnen aber auch sehr offen: Dem Druck der Straße wird und darf in der Demokratie nicht gewichen werden! Das sage ich hier ganz deutlich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.
Zugehens, des kritischen Dialogs ernst nehmen und die Dinge ... (Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Präsident Verzetnitsch, lassen Sie mich in aller Ruhe meine Gedanken hier erklären! Es ist wichtig, auch für die Diskussionskultur im Haus, zu zeigen, dass man einander zuhören kann. – Wir haben manch kritischen Stimmen in der Begutachtung zugehört, und wir erwarten, dass Sie auch zuhören, wenn wir versuchen, etwas Sinnvolles, etwas Gutes für Österreich zu leisten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Mit dieser Pensionssicherungsreform bleiben die jetzigen Pensionen in Österreich weiterhin sicher, und die jungen Menschen können darauf vertrauen, auch selbst noch eine sichere Pension zu bekommen. Österreich bleibt mit unserer Politik zukunftsfähig. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Der „kleine Mann“!
Bundesminister für soziale Sicherheit und Generationen Vizekanzler Mag. Herbert Haupt: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Zuseher zu Hause und hier auf der Besuchergalerie dieses Hohen Hauses, die Sie die Plenarsitzung mitverfolgen! (Abg. Eder: Der „kleine Mann“!) Hohes Haus! Wir haben heute im Rahmen einer Aktuellen Stunde bereits in der Früh die Familienpolitik und die Generationenpolitik dieses Staates erörtert. Nunmehr legen wir von Seiten der Bundesregierung die Bundesfinanzgesetze für die Jahre 2003 und 2004 samt den Budgetbegleitgesetzen als gemeinsames Vorhaben der Bundesregierung dem Parlament zur weiteren Bearbeitung vor. In diesem Paket ist auch das Budgetbegleitgesetz über die Pensionsreform enthalten.
Abg. Dr. Fischer: Wer hindert Sie daran?
Hohes Haus! Die österreichische Bundesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, die künftigen Pensionen abzusichern. Man muss den Menschen in diesem Staat die Wahrheit sagen (Abg. Dr. Fischer: Wer hindert Sie daran?): Ein gutes und ein abgesichertes Sozialsystem kann sich ein Staat nur dann leisten, wenn die Wirtschaft floriert und wenn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit ihren Verdiensten und ihren Steuer- und Beitragsleistungen dieses Sozialsystem absichern. Daher ist es besonders wichtig, dass diese Bundesregierung mit dem Budget und mit den Budgetbegleitgesetzen samt dieser Pensionsreform den Wirtschaftsstandort Österreich absichert und zukunftsträchtig erhält, denn nur dann werden wir uns auch das hohe Niveau des Sozialstaates Österreich für alle leisten können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Hohes Haus! Die österreichische Bundesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, die künftigen Pensionen abzusichern. Man muss den Menschen in diesem Staat die Wahrheit sagen (Abg. Dr. Fischer: Wer hindert Sie daran?): Ein gutes und ein abgesichertes Sozialsystem kann sich ein Staat nur dann leisten, wenn die Wirtschaft floriert und wenn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit ihren Verdiensten und ihren Steuer- und Beitragsleistungen dieses Sozialsystem absichern. Daher ist es besonders wichtig, dass diese Bundesregierung mit dem Budget und mit den Budgetbegleitgesetzen samt dieser Pensionsreform den Wirtschaftsstandort Österreich absichert und zukunftsträchtig erhält, denn nur dann werden wir uns auch das hohe Niveau des Sozialstaates Österreich für alle leisten können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger
Die Türe, sehr geehrte Damen und Herren, für die Sozialpartner ist offen. Das, was wir am letzten Sonntag in den Verhandlungen erreicht haben, ist für mich ein wichtiges Anliegen bei dieser Pensionsreform, die nun in abgeänderter Form gegenüber dem Begutachtungsentwurf vorliegt, gewesen. Wir verlängern die „Hackler-Regelung“ bis 1. Jänner 2007 (Zwischenruf des Abg. Öllinger), und sie wird dann im Dauerrecht – im Dauerrecht, Herr Kollege Öllinger! – für jene, denen die medizinischen und arbeitsmedizinischen Gutachter auf Grund der Dauer und Eigenart ihres Berufes eine kürzere Lebensdauer voraussagen, verankert. (Abg. Dr. Fekter: Passen Sie auf, Kollege Öllinger!)
Abg. Dr. Fekter: Passen Sie auf, Kollege Öllinger!
Die Türe, sehr geehrte Damen und Herren, für die Sozialpartner ist offen. Das, was wir am letzten Sonntag in den Verhandlungen erreicht haben, ist für mich ein wichtiges Anliegen bei dieser Pensionsreform, die nun in abgeänderter Form gegenüber dem Begutachtungsentwurf vorliegt, gewesen. Wir verlängern die „Hackler-Regelung“ bis 1. Jänner 2007 (Zwischenruf des Abg. Öllinger), und sie wird dann im Dauerrecht – im Dauerrecht, Herr Kollege Öllinger! – für jene, denen die medizinischen und arbeitsmedizinischen Gutachter auf Grund der Dauer und Eigenart ihres Berufes eine kürzere Lebensdauer voraussagen, verankert. (Abg. Dr. Fekter: Passen Sie auf, Kollege Öllinger!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Eine Verlängerung dieser so genannten Hackler-Regelung im Dauerrecht zu verabschieden sollte auch für die Sozialpartner ein wichtiges Anliegen sein, nämlich das gemeinsam im Interesse ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so auszugestalten, dass nicht nur die Prävention am Arbeitsplatz, die Arbeitsschutzmaßnahmen und die Arbeitssicherheit verbessert werden, sondern dass auch diesen betroffenen Arbeitnehmern, die es trotz all dieser Bemühungen gibt – Österreich hat es in diesem Jahr zum ersten Mal auf unter 100 000 Arbeitsunfälle gebracht, das ist eine Verbesserung von mehr als 20 000 –, in der so genannten Hackler-Regelung ab 2007 eine Verbesserung garantiert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
sam nutzen, um dieses wichtige Vorhaben für den Staat und für alle Generationen abzusichern. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Rufe bei der SPÖ: 67! 67! – Abg. Eder: Nervös ein bisschen?
Sehr geehrte Damen und Herren! Während man in der Bundesrepublik Deutschland bei deutlich steigenden Arbeitslosenzahlen unter der Verantwortung Ihrer befreundeten Partei, der Sozialdemokraten unter Schröder, heute eine Pensionsreform bis zu einem Pensionsantrittsalter von 97 Jahren diskutiert (Rufe bei der SPÖ: 67! 67! – Abg. Eder: Nervös ein bisschen?) – bis zum 67. Lebensjahr –, ist diese Bundesregierung der Meinung, dass es Zeit ist, die Reform zügig so umzusetzen, dass das gesetzliche Pensionsantrittsalter, das seit Jahrzehnten gilt und bei 65 Jahren liegt, in Österreich beibehalten werden kann und nicht nach oben gesetzt werden muss. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Während man in der Bundesrepublik Deutschland bei deutlich steigenden Arbeitslosenzahlen unter der Verantwortung Ihrer befreundeten Partei, der Sozialdemokraten unter Schröder, heute eine Pensionsreform bis zu einem Pensionsantrittsalter von 97 Jahren diskutiert (Rufe bei der SPÖ: 67! 67! – Abg. Eder: Nervös ein bisschen?) – bis zum 67. Lebensjahr –, ist diese Bundesregierung der Meinung, dass es Zeit ist, die Reform zügig so umzusetzen, dass das gesetzliche Pensionsantrittsalter, das seit Jahrzehnten gilt und bei 65 Jahren liegt, in Österreich beibehalten werden kann und nicht nach oben gesetzt werden muss. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Während Ihre Parteifreunde in der Bundesrepublik Deutschland darüber diskutieren, das Arbeitslosengeld auf die Höhe der Notstandshilfe schneller und zügiger herabzusetzen, diskutieren wir darüber, Arbeitnehmern, die über 55 und über 60 Jahre alt sind, eine deutliche Rückerstattung ihrer Lohnnebenkosten im gleichen Ausmaß wie den Betrieben zu gewährleisten, um die Situation für ältere Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Kaputt gemacht wurde!
Ich glaube daher, dass sich jeder, der in diesem Staate Verantwortung übernommen hat, dieser Verantwortung nicht nur bewusst sein muss, sondern diese Verantwortung auch zu tragen hat. Die Verantwortung für uns alle hier im Parlament ist es, das Sozialgefüge in Österreich weiter zu entwickeln und weiter auszugestalten. In der jetzigen Diskussion gibt es für mich schon einen Gewinner, und das sind jene, die Kindererziehung im Sinne des Generationenvertrages der ersten Säule geleistet haben. Laut Generationenvertrag können das nur jene – egal ob Frau mit Kind, ob Mann mit Kind, ob Partnerschaft oder ob Familie mit Kind – in diesem Staat einlösen und nicht jene, die ein Single-Dasein anstreben und sich auf den Generationenvertrag verlassen. Daher ist es in einem Staat, in dem die erste Säule des Pensionssystems (Abg. Öllinger: Kaputt gemacht wurde!) nach wie vor auch in Zukunft die tragende Säule des Pensionssystems sein wird, staatspolitisch wichtig, diese so auszugestalten, dass die Familienleistungen endlich, im Gegensatz zur Zeit vor 1995, gerecht anerkannt werden. Das ist das Bemühen dieser Bundesregierung! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube daher, dass sich jeder, der in diesem Staate Verantwortung übernommen hat, dieser Verantwortung nicht nur bewusst sein muss, sondern diese Verantwortung auch zu tragen hat. Die Verantwortung für uns alle hier im Parlament ist es, das Sozialgefüge in Österreich weiter zu entwickeln und weiter auszugestalten. In der jetzigen Diskussion gibt es für mich schon einen Gewinner, und das sind jene, die Kindererziehung im Sinne des Generationenvertrages der ersten Säule geleistet haben. Laut Generationenvertrag können das nur jene – egal ob Frau mit Kind, ob Mann mit Kind, ob Partnerschaft oder ob Familie mit Kind – in diesem Staat einlösen und nicht jene, die ein Single-Dasein anstreben und sich auf den Generationenvertrag verlassen. Daher ist es in einem Staat, in dem die erste Säule des Pensionssystems (Abg. Öllinger: Kaputt gemacht wurde!) nach wie vor auch in Zukunft die tragende Säule des Pensionssystems sein wird, staatspolitisch wichtig, diese so auszugestalten, dass die Familienleistungen endlich, im Gegensatz zur Zeit vor 1995, gerecht anerkannt werden. Das ist das Bemühen dieser Bundesregierung! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Wie denn? Wie denn? Wie funktioniert das?
entwickelt, um auch den österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der zweiten und in der dritten Säule jenen Ausgleich zu gewährleisten (Abg. Öllinger: Wie denn? Wie denn? Wie funktioniert das?), der in der ersten Säule auf Grund der Demographie in der Zukunft nicht mehr möglich ist. Jeder, der den Menschen mehr verspricht, als im Steuertopf zu verteilen ist, handelt unredlich. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
entwickelt, um auch den österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der zweiten und in der dritten Säule jenen Ausgleich zu gewährleisten (Abg. Öllinger: Wie denn? Wie denn? Wie funktioniert das?), der in der ersten Säule auf Grund der Demographie in der Zukunft nicht mehr möglich ist. Jeder, der den Menschen mehr verspricht, als im Steuertopf zu verteilen ist, handelt unredlich. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Oje!
Wenn Sie sich die jungen Menschen in diesem Lande ansehen, die in 20 Jahren in Pension gehen werden, dann haben diese im Abfertigung-neu-Modell die Wahlmöglichkeit (Abg. Öllinger: Oje!), ihre Abfertigungsansprüche herauszunehmen oder diese Abfertigungsansprüche für eine Zusatzpension für die Zukunft zu lukrieren. (Abg. Öllinger: Das wird mager!) Es hat jeder Einzelne für sich die Möglichkeit, die Entscheidung darüber zu treffen.
Abg. Öllinger: Das wird mager!
Wenn Sie sich die jungen Menschen in diesem Lande ansehen, die in 20 Jahren in Pension gehen werden, dann haben diese im Abfertigung-neu-Modell die Wahlmöglichkeit (Abg. Öllinger: Oje!), ihre Abfertigungsansprüche herauszunehmen oder diese Abfertigungsansprüche für eine Zusatzpension für die Zukunft zu lukrieren. (Abg. Öllinger: Das wird mager!) Es hat jeder Einzelne für sich die Möglichkeit, die Entscheidung darüber zu treffen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie können sich die Kapitalisierungseffekte über 20 oder 30 Jahre auch bei geringen Zahlungen von geringen Einkommen ansehen. Das sind durchaus Leistungen, die in der Lage sind, die erste Säule voll tragfähig zu ergänzen, sodass man auch dann im Alter keine Einkommensverluste hinnehmen muss. Diese 1,53 Prozent in der zweiten Säule werden für die Besserverdienenden von den Betrieben genauso eingezahlt wie für die Schlechterverdienenden. Im Gegensatz zu früher, als Sie, die Sozialdemokraten, die alleinige Verantwortung für die Abfertigungen hatten, haben nunmehr 100 Prozent der in den Unternehmen Beschäftigten die Möglichkeit, eine Abfertigung zu lukrieren, und nicht mehr nur 15 Prozent Privilegierte, die die entsprechenden Zeiten erreicht haben. Ich glaube daher, dass es nicht zynisch ist, auf diese Möglichkeit hinzuweisen, sondern im internationalen Vergleich nur gerecht und berechtigt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zu den Prognosen, die uns die Sozialdemokratie im Herbst des Vorjahres gegeben hat: 340 000 Arbeitslose haben Sie uns für Ende Februar dieses Jahres prognostiziert. Mit 294 000 Arbeitslosen liegen wir deutlich zu hoch! Aber wir sind immerhin 26 000 Arbeitslose unter der Prognose des Arbeitsmarktservice und 46 000 Arbeitslose unter Ihren Prognosen gelegen. So schlecht kann die Wirtschaftspolitik der österreichischen Bundesregierung nicht gewesen sein, dass wir nicht deutlich bessere Zahlen erreicht haben, als Sie uns prognostiziert haben – oder Sie haben mit Absicht die Prognosen höher gesetzt, um für die damaligen Wahlkämpfe Stimmung zu machen. Das Zweitere will ich Ihnen nicht unterstellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Wittmann: Das ist Zynismus!
Da Sie sich in den letzten Tagen über die Chancen der jungen Menschen in diesem Staate unterhalten haben (Abg. Dr. Wittmann: Das ist Zynismus!), darf ich Sie auch auf die Arbeitslosenzahlen des heutigen Tages hinweisen. Bei den Frauen haben wir mit Ausnahme der Akademikerinnen nur positive Werte, da die Arbeitslosigkeit abgenommen hat, und zwar über alle Gruppen. Bei der Jugend zwischen 19 und 25 gibt es auch eine durchaus erfreuliche Entwicklung. Aber ich gebe schon zu: Wir werden weiter arbeiten müssen, damit Frauen, die in akademischen Berufen sind, auch akademische Berufe ergreifen, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, und damit wir nicht zusätzlich arbeitslose Frauen produzieren.
Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger. – Abg. Öllinger: Eine „Erholungsphase“ nennen Sie das?! Eine „Erholungsphase“ nennen Sie das, höchste Arbeitslosenzahlen!
Ich darf Ihnen die Zahlen in Erinnerung rufen: Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen bei den Frauen ist um 2,7 Prozent gesunken, die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen bei den Männern ist um 2,1 Prozent gesunken, bei den 15- bis 19-Jährigen minus 4,5 Prozent, bei den Frauen von 19 bis 25 Jahren minus 0,2 Prozent, minus 2,8 Prozent bei den 15- bis 19-Jährigen und bei den 15- bis 25-Jährigen minus 0,5 Prozent. Ich glaube daher, wenn man sich auch die Zugänge ansieht – minus 10,3 Prozent bei den Frauen, bei den Arbeitslosen insgesamt minus 6,8 Prozent –, dass wir durchaus in der Talsohle der Wirtschaftsentwicklung, international gesehen, in Österreich eine Erholungsphase diagnostizieren können, auf der wir in Zukunft durch gute Rahmenbedingungen aufbauen wollen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger. – Abg. Öllinger: Eine „Erholungsphase“ nennen Sie das?! Eine „Erholungsphase“ nennen Sie das, höchste Arbeitslosenzahlen!)
Abg. Öllinger: Herr Vizekanzler! Bitte unterbrechen Sie hier!
Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Wir alle werden im internationalen Vergleich gemessen. (Abg. Öllinger: Herr Vizekanzler! Bitte unterbrechen Sie hier!) Österreich ist, was die Arbeitslosigkeit betrifft, nach wie vor das zweitbeste Land bei der Jugendbeschäftigung
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
in Europa. Wir sind das drittbeste Land in der Beschäftigung von allen 15. Wir haben in wichtigen Benchmarks deutlich aufgeholt. Nur in einem Bereich sind wir nach wie vor Drittletzter, das ist bei der Beschäftigung der über 60-Jährigen. Ich glaube daher, sehr geehrte Damen und Herren, dass diese Maßnahmen der Bundesregierung zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Dosierung kommen, um das österreichische Pensionssystem zukunftsträchtig zu erhalten und gemeinsam mit allen, die daran interessiert sind – Sozialpartner, Parlamentarier aus allen Parteien –, die Weiterentwicklung des Pensionssystems als harmonisches Pensionssystem über alle Berufsgruppen in Österreich voranzutreiben und zu diskutieren. Die Türe für Verhandlungen ist offen. Wer sie zuschlägt, muss dafür die Verantwortung tragen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wer macht es jetzt? – Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Herr Vizekanzler hat uns gerade berichtet, er wäre froh gewesen, wenn es 1995/1996 eine tief greifendere, sprich schärfere Pensionsreform gegeben hätte. Das würde seine Tätigkeit heute erleichtern! – Ich kann mich erinnern, als 1995/1996 die FPÖ in Opposition war, war sie es, die gesagt hat, das, was hier beschlossen wird, ist das Allerschlimmste für die österreichischen Pensionisten, und sie war nicht einmal bereit dazu, dem zuzustimmen, was im Jahr 1995 beschlossen wurde. – So viel zu Ihrer Glaubwürdigkeit, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wer macht es jetzt? – Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin schon der Meinung, man sollte sich immer einen Soll-Ist-Vergleich anschauen. Schauen wir uns doch die Prognosen an, die im Jahr 1991 entwickelt wurden! Wie hat sich in der Realität der Pensionsaufwand entwickelt? – Wenn Sie nur einen Funken Ehrlichkeit haben – nur einen Funken! –, dann werden Sie beim Blick auf die Ergebnisse feststellen, dass die reale Entwicklung der Pensionskosten in Österreich nicht der pessimistischsten Annahme entsprochen hat, nicht der optimistischsten Annahme entsprochen hat, sondern dass die Aufwendungen sogar unter der optimistischsten Annahme geblieben sind! Daher halte ich nichts davon, wenn Pensionsdiskussionen immer auf der Ebene von Kassandrarufen stattfinden, die dann in der Realität zum Glück nicht eintreffen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich finde es einigermaßen frivol, dass Sie an dem Tag, an dem Sie nach wie vor, wenn auch mit gewissen Korrekturen, ein Pensionskürzungsmodell vorlegen, gleichzeitig im Ministerrat beschließen, dass Sie Abfangjäger für das österreichische Bundesheer ankaufen! Da entsteht in der Tat der Anschein, dass das Geld, das den Pensionisten kurzfristig bis zum Jahr 2006 weggenommen wird, dazu dienen soll, dass Sie sich die Abfangjäger leisten können. Zumindest ist die Optik außerordentlich schlecht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich frage mich: Wenn Sie heute einen ersten Schritt setzen und einmal die Pensionen kürzen – heißt das, dass unter dem Titel Harmonisierung im Herbst die zweite Kürzung nachkommt, und zwar wieder für das ASVG oder nur für andere oder auch für beide? – Alle Pensionsexperten sind sich darüber einig: Ein wirklich großer Wurf besteht darin, dass man durch eine Harmonisierung der Pensionssysteme das Geld, das für die Pensionen zur Verfügung steht, gerechter unter allen Pensionisten verteilt. Und genau das haben Sie unterlassen, und das werfen wir Ihnen mit Recht vor! (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Über lange Strecken Ihrer Rede habe ich den Eindruck gehabt, dass Sie Ihr Pensionsreformkonzept völlig über den Haufen geworfen haben, denn Sie haben die meiste Zeit davon gesprochen, dass es am Ende 80 Prozent Nettoersatzrate geben wird – auch für diejenigen, die heute jung sind und im Jahr 2025, 2028 oder 2034 in Pension gehen werden. Nach den Ausführungen des Herrn Vizekanzlers gehe ich davon aus, dass das offensichtlich nicht der Fall ist, denn er hat bereits darüber gesprochen, dass zur Ergänzung der so genannten ersten Säule, was wir als Pension begreifen, eine zweite Säule dazukommen muss, damit man wieder auf eine gewisse Pensionshöhe kommt. Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird, bis er dann von der dritten Säule reden wird. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Bei Ihnen sind es 15 Prozent! Bei Ihrem System sind es 15 Prozent!
Das heißt, es interessiert uns, wie viel jeder Österreicher zusätzlich zu seinen Beiträgen, die er ins Pensionssystem einzahlt, noch an Zusatzzahlungen über eine so genannte zweite oder dritte Säule leisten muss, damit er zu dem angestrebten Ziel kommt (Abg. Scheibner: Bei Ihnen sind es 15 Prozent! Bei Ihrem System sind es 15 Prozent!), nämlich 80 Prozent des Lebensdurchschnittseinkommens als Pension zu haben. Ich habe den Eindruck, diese Mogelpackung wird erst Schritt für Schritt aufgeschnürt, denn der Bundeskanzler und der Vizekanzler haben sich zumindest in dieser Frage ganz massiv widersprochen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das heißt, es interessiert uns, wie viel jeder Österreicher zusätzlich zu seinen Beiträgen, die er ins Pensionssystem einzahlt, noch an Zusatzzahlungen über eine so genannte zweite oder dritte Säule leisten muss, damit er zu dem angestrebten Ziel kommt (Abg. Scheibner: Bei Ihnen sind es 15 Prozent! Bei Ihrem System sind es 15 Prozent!), nämlich 80 Prozent des Lebensdurchschnittseinkommens als Pension zu haben. Ich habe den Eindruck, diese Mogelpackung wird erst Schritt für Schritt aufgeschnürt, denn der Bundeskanzler und der Vizekanzler haben sich zumindest in dieser Frage ganz massiv widersprochen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Tun Sie das sonst nicht?
Ich glaube, man soll im Parlament offen und ehrlich reden. Herr Bundeskanzler, Sie haben doch ... (Abg. Mag. Molterer: Tun Sie das sonst nicht?) – Ich gehe davon aus, dass Sie das sonst auch machen; ansonsten werden Sie am Sonntag, so nehme ich an, den Weg zum Beichtstuhl finden, Herr Kollege Molterer! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, man soll im Parlament offen und ehrlich reden. Herr Bundeskanzler, Sie haben doch ... (Abg. Mag. Molterer: Tun Sie das sonst nicht?) – Ich gehe davon aus, dass Sie das sonst auch machen; ansonsten werden Sie am Sonntag, so nehme ich an, den Weg zum Beichtstuhl finden, Herr Kollege Molterer! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Nein, nein, nein!
Aber im Parlament, so glaube ich, ist es besonders wichtig, vor allem dann, wenn die ÖVP als Ziel gehabt hat, dass das, was wir unter Pensionen verstehen, in Zukunft nur 50 Prozent der Pensionen ausmachen soll, dass weitere 10 oder 15 Prozent aus der so genannten Abfertigung Neu kommen sollen, also der zweiten Säule, und dann weitere 20 bis 25 Prozent aus der so genannten dritten Säule kommen sollen. (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Nein, nein, nein!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich stelle mir die Frage – es soll mich freuen, Herr Bundeskanzler –: Haben Sie nun dieses Konzept, dass jeder Österreicher dreimal zahlen muss, damit er einmal eine Pension bekommt, über Bord geworfen und sind zum Umlageverfahren zurückgekehrt, oder haben Sie uns heute nicht die ganze Wahrheit gesagt? – Hier wäre eine Aufklärung im Sinne der Pensionssicherheit in unserem Land dringend notwendig, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ehrlich gesagt: Den großen Wurf kann ich hier nicht erkennen. Es handelt sich um eine Reihe von Anpassungen. Sie haben nun einige Übergangsfristen eingeführt, manche davon werden eine Wirkung entfalten, andere nicht. Aber die Grundstruktur des Pensionssystems im Rahmen des Umlageverfahrens betreffend haben Sie keinen großen Wurf vorgelegt, denn die Harmonisierung liegt nicht vor, die bestehenden Ungerechtigkeiten werden nicht beseitigt, und an den niedrigen Frauenpensionen wird auch Ihr Vorschlag, dass man drei Jahre Kindererziehungszeiten herausrechnen kann, leider nichts ändern. Das ist eine homöopathische Dosis für ein großes Problem, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Kopf: Aber Ihre wird nicht wirksam!
Im Übrigen kenne ich niemanden in Österreich, der der Meinung ist, man sollte die Pensionsreform auf das nächste oder übernächste Jahr verschieben. Alle Akteure, die sich in den letzten Wochen zu Wort gemeldet haben, haben sich dazu bekannt, dass wir eine Pensionsreform im heurigen Jahr machen, die mit dem nächsten Jahr wirksam werden kann. (Abg. Kopf: Aber Ihre wird nicht wirksam!) Ich verstehe daher nicht, wieso Sie den Vorschlag der Wirtschaftskammer und der Gewerkschaften, die Ihnen angeboten haben, bis 30. September dieses Jahres ein fertiges Konzept für eine Pensionsreform auf den Tisch zu legen, nicht angenommen haben.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ellmauer: Wer hat denn mit Streik gedroht? – Abg. Scheibner: Wir haben gar nichts gemacht!
Ich sage Ihnen daher: Demokratie ist keine Einbahnstraße! Im Parlament zu sagen, wir sind zur Zusammenarbeit bereit, und dann, wenn die Wirtschaftspartner kommen, ihnen die Tür zu weisen, das ist zu wenig, Herr Bundeskanzler! Demokratie muss beidseitig sein. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ellmauer: Wer hat denn mit Streik gedroht? – Abg. Scheibner: Wir haben gar nichts gemacht!)
Beifall bei der SPÖ.
Die Wahrheit ist, dass wir, wenn man die Zahl der arbeitslosen Menschen und diejenigen, die Arbeit suchen und in Schulungen sind, zusammenzählt, nach wie vor eine viel zu hohe Arbeitslosigkeit haben. Es wäre bedeutend besser und der allerbeste Beitrag, den eine Bundesregierung zur Pensionssicherung leisten könnte, etwas für die Beschäftigungsentwicklung in unserem Land zu tun, denn das ist das Einzige, was die Pensionen in Zukunft auch tatsächlich sichert, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Traurige ist, dass allein durch Ihre Misserfolge in der Beschäftigungspolitik in den letzten beiden Jahren den Sozialsystemen 350 Millionen € entgangen sind. Wenn Sie heute sagen, wir haben Finanzierungsschwierigkeiten, dann sage ich, ein gut Teil dieser Finanzierungsschwierigkeiten kommt davon, dass mit dem Ansteigen der Arbeitslosigkeit sowohl der Pensionsversicherung, der Krankenversicherung als auch der Unfallversicherung 350 Millionen € entgangen sind. Eine bessere Wirtschaftspolitik würde auch vollere Kassen für die Sozialpolitik in Österreich bedeuten, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: So einfach ...!
Dreimal zahlen für eine Pension, die man am Ende des Tages bekommt, das halte ich, Herr Kollege Stummvoll, nicht für fair! Es haben die vergangenen Generationen einmal für eine Pension im Umlageverfahren bezahlt, und auch die heute erwerbstätige Generation nimmt für sich auch in Anspruch (Abg. Scheibner: So einfach ...!), dass man die Pensionsbeiträge bezahlt, um eine den Lebensstandard sichernde Pension zu haben.
Anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war alles?
Dreimal zahlen für eine Pension, das ist zu viel! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war alles?)
Abg. Öllinger: „Sehr tief greifend“!
Meine Damen und Herren! Ich kann Ihnen aus meiner Erfahrung in vielen Gesprächen mit den Menschen sagen, die Antwort lautet eigentlich unisono: Ja, wir wissen, es ist eine tief greifende Reform notwendig. (Abg. Öllinger: „Sehr tief greifend“!) Die Antwort lautet unisono von allen, ob Jung oder Alt: Ja, wir wissen, dass diese Reform jetzt notwendig ist. Und die Aufforderung, die wir als diejenigen bekommen, die die Verantwortung von den Wählerinnen und Wählern übertragen bekommen haben, ist Folgende: Macht diese Arbeit jetzt! Macht nicht den Fehler der Vergangenheit, zu warten, zu verzögern, zu zaudern, zu verwässern, sondern macht die Arbeit jetzt, weil jetzt der richtige Zeitpunkt ist, diese Reform zur Sicherung (Abg. Öllinger: Bei den Politikerpensionen!) der Pensionen für bereits in Pension befindliche Menschen und für die Jungen umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Bei den Politikerpensionen!
Meine Damen und Herren! Ich kann Ihnen aus meiner Erfahrung in vielen Gesprächen mit den Menschen sagen, die Antwort lautet eigentlich unisono: Ja, wir wissen, es ist eine tief greifende Reform notwendig. (Abg. Öllinger: „Sehr tief greifend“!) Die Antwort lautet unisono von allen, ob Jung oder Alt: Ja, wir wissen, dass diese Reform jetzt notwendig ist. Und die Aufforderung, die wir als diejenigen bekommen, die die Verantwortung von den Wählerinnen und Wählern übertragen bekommen haben, ist Folgende: Macht diese Arbeit jetzt! Macht nicht den Fehler der Vergangenheit, zu warten, zu verzögern, zu zaudern, zu verwässern, sondern macht die Arbeit jetzt, weil jetzt der richtige Zeitpunkt ist, diese Reform zur Sicherung (Abg. Öllinger: Bei den Politikerpensionen!) der Pensionen für bereits in Pension befindliche Menschen und für die Jungen umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich kann Ihnen aus meiner Erfahrung in vielen Gesprächen mit den Menschen sagen, die Antwort lautet eigentlich unisono: Ja, wir wissen, es ist eine tief greifende Reform notwendig. (Abg. Öllinger: „Sehr tief greifend“!) Die Antwort lautet unisono von allen, ob Jung oder Alt: Ja, wir wissen, dass diese Reform jetzt notwendig ist. Und die Aufforderung, die wir als diejenigen bekommen, die die Verantwortung von den Wählerinnen und Wählern übertragen bekommen haben, ist Folgende: Macht diese Arbeit jetzt! Macht nicht den Fehler der Vergangenheit, zu warten, zu verzögern, zu zaudern, zu verwässern, sondern macht die Arbeit jetzt, weil jetzt der richtige Zeitpunkt ist, diese Reform zur Sicherung (Abg. Öllinger: Bei den Politikerpensionen!) der Pensionen für bereits in Pension befindliche Menschen und für die Jungen umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Den haben Sie schon aufgekündigt!
Wenn wir hier nicht reagieren, meine Damen und Herren, dann werden uns die jungen Menschen in diesem Land das wohl wichtigste Gut einfach aufkündigen, nämlich den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft, der im Generationenvertrag begründet ist. (Abg. Öllinger: Den haben Sie schon aufgekündigt!) Daher handeln wir! Daher handeln wir jetzt, meine Damen und Herren, und warten nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn wir hier nicht reagieren, meine Damen und Herren, dann werden uns die jungen Menschen in diesem Land das wohl wichtigste Gut einfach aufkündigen, nämlich den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft, der im Generationenvertrag begründet ist. (Abg. Öllinger: Den haben Sie schon aufgekündigt!) Daher handeln wir! Daher handeln wir jetzt, meine Damen und Herren, und warten nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Bei der Reform kein Wunder!
Was wenige Menschen in diesem Lande wissen – auch das soll klar gesagt werden –: Nur etwa 3 Prozent aller Menschen, die pro Jahr in Pension gehen, gehen zum gesetzlich vorgesehenen Pensionsantrittsalter in Pension, also mit 60 oder 65. 97 Prozent aller Menschen, die pro Jahr in Pension gehen, gehen früher in Pension. (Abg. Öllinger: Bei der Reform kein Wunder!) Es wäre doch nicht verantwortbar, meine Damen und Herren, dass der Gesetzgeber ein gesetzliches Pensionsalter vorgibt, auf dessen Basis alle Strukturen und Systeme beruhen, und wir schauten zu, täten nichts, gefährdeten damit genau diesen sozialen Zusammenhang und stellten durch Nichtstun in Wirklichkeit diese erste Säule, die sichere Säule des umlagefinanzierten Pensionssystems, in Frage. Mit uns nicht, meine Damen und Herren! Wir handeln! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was wenige Menschen in diesem Lande wissen – auch das soll klar gesagt werden –: Nur etwa 3 Prozent aller Menschen, die pro Jahr in Pension gehen, gehen zum gesetzlich vorgesehenen Pensionsantrittsalter in Pension, also mit 60 oder 65. 97 Prozent aller Menschen, die pro Jahr in Pension gehen, gehen früher in Pension. (Abg. Öllinger: Bei der Reform kein Wunder!) Es wäre doch nicht verantwortbar, meine Damen und Herren, dass der Gesetzgeber ein gesetzliches Pensionsalter vorgibt, auf dessen Basis alle Strukturen und Systeme beruhen, und wir schauten zu, täten nichts, gefährdeten damit genau diesen sozialen Zusammenhang und stellten durch Nichtstun in Wirklichkeit diese erste Säule, die sichere Säule des umlagefinanzierten Pensionssystems, in Frage. Mit uns nicht, meine Damen und Herren! Wir handeln! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Absicherung im Alter nicht nur heute, nicht nur morgen, sondern auch für die Jungen in Zukunft auf Dauer gewährleisten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der SPÖ: Falsch!
Aber jetzt kommt die SPÖ mit einem Konzept, Herr Kollege Gusenbauer, und sagt: Man muss in bestehende Pensionen eingreifen. (Rufe bei der SPÖ: Falsch!) – Was bedeutet denn das? Sie sagen damit ganz offen, Herr Kollege Gusenbauer, dass die Pensionen und die Pensionisten vor Ihnen nicht sicher sind. Bei uns von der ÖVP sind sie in guter, in sicherer Hand! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber jetzt kommt die SPÖ mit einem Konzept, Herr Kollege Gusenbauer, und sagt: Man muss in bestehende Pensionen eingreifen. (Rufe bei der SPÖ: Falsch!) – Was bedeutet denn das? Sie sagen damit ganz offen, Herr Kollege Gusenbauer, dass die Pensionen und die Pensionisten vor Ihnen nicht sicher sind. Bei uns von der ÖVP sind sie in guter, in sicherer Hand! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wie beim Herrn Stummvoll!
Sie schlagen vor, 10 Prozent von dem einzuheben, was über die ASVG-Höchstpension hinausgeht. Wer sich mit diesem Ihrem Vorschlag beschäftigt, wird sehr schnell darauf kommen, dass das derzeit im Wesentlichen zwei Gruppen betrifft: jene Beamten, die eine Pension haben, die höher als die ASVG-Pension ist – das stimmt. Und die zweite Gruppe ist eine, die sich selbst – etwa durch ein betriebliches Pensionssystem – eine höhere Pension erarbeitet hat. Nun schlagen Sie vor, in diese Pensionen einzugreifen, sie zu kürzen, in bestehende Rechte einzugreifen! (Abg. Dr. Gusenbauer: Wie beim Herrn Stummvoll!)
ironische Heiterkeit und demonstrativer Beifall bei der SPÖ
Wenn Sie, Herr Kollege Stummvoll – Entschuldigung, Herr Kollege Gusenbauer (ironische Heiterkeit und demonstrativer Beifall bei der SPÖ) –, Ihr System weiterdenken, dann sage ich Ihnen, was passieren wird: Sie schlagen vor ... (Unruhe bei der SPÖ.) – Offensichtlich wollen Sie nicht, dass man sich mit Ihrem Modell beschäftigt. Eben erst haben Sie mich dazu aufgefordert, das zu tun, und ich tue das auch!
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Sie schlagen also vor, die Mittel aus diesem Eingriff in bestehende Pensionen dafür zu verwenden, dass in Zukunft eine gewisse Absicherung garantiert wird. Gleichzeitig sagen Sie aber, Sie machen ein einheitliches Pensionsrecht, bei dem es ja eine höhere Pension als die ASVG-Pension nicht geben soll. – Gut. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Wenn Ihr Finanzierungskonzept funktioniert, dann wird der nächste Schritt, den Sie von der Sozialdemokratie in Österreich vorschlagen, der sein, die freiwillig angesparten eigenen Beitragsleistungen durch die freiwillige Höherversicherung anzugreifen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Binder und Dr. Jarolim.
Heute gestehen Sie, in dem Sinne, dass Sie die Maske haben fallen lassen, dass Sie eigentlich einen Konsens, der in Österreich besteht, verlassen: Sie stehen nämlich nicht mehr zum Drei-Säulen-Modell. Das ist die Wahrheit! Sie untergraben die zweite und die dritte Säule mit Ihrem Modell und Sie nehmen Zukunft weg, Herr Kollege Gusenbauer! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Binder und Dr. Jarolim.)
Abg. Öllinger: Pensionssicherung nennen Sie das?
Ich lade alle ein, an dieser Harmonisierung mitzuarbeiten, wobei wir uns das Ziel gesetzt haben, dass wir bis zum 1. Jänner 2004 dem Parlament einen entsprechenden Entwurf zur Beschlussfassung vorlegen werden. (Abg. Öllinger: Pensionssicherung nennen Sie das?) Ich erwarte mir
Abg. Mandak: Aber nicht nur! – Abg. Öllinger: Darf man woanders auch diskutieren?
dabei die Mitarbeit von allen. Ich halte als Parlamentarier und Klubobmann der Österreichischen Volkspartei Folgendes fest: In dieser Republik werden die Gesetze immer noch vom Parlament gemacht. In dieser Republik wird auch die politische Diskussion – das hoffe ich, Herr Präsident Verzetnitsch – in diesem Hohen Haus geführt. (Abg. Mandak: Aber nicht nur! – Abg. Öllinger: Darf man woanders auch diskutieren?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich fordere Sie, Herr Präsident Verzetnitsch, auf, auch im Interesse der Tausenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, von denen ich dieses Signal bekommen habe: Kehren Sie an den Verhandlungstisch zurück, dorthin, wo Entscheidungen getroffen werden! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Präsident Verzetnitsch! Ich sage Ihnen auch sehr offen: Motivieren Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen der Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter dazu, ein neues Gewerkschaftsmotto zu finden und nicht dem alten Motto anzuhängen, das heißt: Verzögern, verwässern, verhindern. – Das ist zumindest nicht meine Gewerkschaft, bei der ich Mitglied bin, Herr Präsident Verzetnitsch! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Eins zu eins?
Ich spreche auch die Frage der Politikerpensionen an und sage: Ja, da muss es Veränderungen geben, und zwar substantielle Veränderungen. Wir sind diesbezüglich in gutem Gespräch. Ich bekenne mich dazu, dass wir hier einen Vier-Parteien-Konsens anstreben. Wir haben in einigen Punkten – so kann ich doch sagen – grundsätzliche Übereinkunft erzielt. Einige Fragen müssen wir in den nächsten Tagen noch klären. Ich hoffe und appelliere an Sie, dass wir einen Vier-Parteien-Konsens erzielen können, der parallel mit der Beschlussfassung der allgemeinen Pensionsreform hier im Hohen Haus verabschiedet werden wird. Alles, was wir dabei von den Menschen verlangen – und wir verlangen etwas, das stimmt –, muss letztendlich auch im Bereich der Politik eins zu eins umgesetzt werden. (Abg. Öllinger: Eins zu eins?)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek. – Abg. Mag. Prammer: Das ist unglaublich!
Was beinhaltet denn Ihr Modell? – Sie sagen zwar, grundsätzlich sei es richtig, die Frühpensionen auslaufen zu lassen, aber Sie sagen weder wie noch vor allem wann das geschehen soll. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek. – Abg. Mag. Prammer: Das ist unglaublich!) Sie stellen das irgendwo in eine Nebelwand und machen damit einen katastrophalen Fehler, der mich persönlich – das sage ich Ihnen offen – enttäuscht, weil ich speziell bei Ihnen gedacht habe, dass in der Phase der Sondierungsgespräche eigentlich bei Ihnen die Erkenntnis da war, dass es notwendig ist, diesen Schritt zu setzen, und zwar jetzt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was motiviert Sie dazu, auf Ihr ursprüngliches Konzept zu verzichten? Hat Sie der Mut verlassen? – Ich sage Ihnen: Es ist nicht verantwortlich, ein Kernelement, nur weil es eine Diskussion darüber gibt – die zu führen ist – einfach herauszunehmen. Sie nehmen damit Ihrem eigenen Konzept eigentlich eine ganz entscheidende Grundlage weg. Ihr Konzept verliert damit jegliche Glaubwürdigkeit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.
Das ist dasselbe wie bei der Frage der Durchrechnung. Sie haben in diversesten Erklärungen gesagt, es sei für Sie selbstverständlich, dass man in Richtung lebenslange Durchrechnung gehen müsse. Das sagen Sie auch in Ihrem Modell. Darum verstehe ich nicht, dass Sie die Kritik an den Plänen der Bundesregierung hochhalten, da wir doch genau das tun, was Sie als richtig ansehen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.) Heute haben Sie interessanterweise in Gegensatz zu dem, was in diversesten SK-Aussendungen steht, gesagt: Jawohl, es ist richtig, diese Durchrechnung zu machen. Was wir von der ÖVP machen – das unterscheidet
ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Wurm
uns von Ihrem Konzept –, ist: Wir machen bei der Durchrechnung Deckelungen, damit die Effekte aus der Durchrechnung auch verträglich werden (ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Wurm), damit dieser richtige und notwendige Schritt in einer Art und Weise erfolgt, der den sozialen Bedürfnissen auch tatsächlich Rechnung trägt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
uns von Ihrem Konzept –, ist: Wir machen bei der Durchrechnung Deckelungen, damit die Effekte aus der Durchrechnung auch verträglich werden (ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Wurm), damit dieser richtige und notwendige Schritt in einer Art und Weise erfolgt, der den sozialen Bedürfnissen auch tatsächlich Rechnung trägt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Eine Aufwertung!
Herr Kollege Gusenbauer! Sie sagen beispielsweise – heute auch wieder in Ihrer Rede –, dass Sie ein Problem mit der Änderung des Steigerungsbetrages haben. (Abg. Dr. Gusenbauer: Eine Aufwertung!) Was machen Sie denn? – Sie schreiben in Ihr Konzept hinein – das unterstreiche ich, weil es richtig ist –: Mit 45 Beitragsjahren soll es 80 Prozent Nettoersatzrate geben.
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Wer 80 durch 45 dividiert, wird draufkommen, das unter dem Strich 1,78 herauskommt. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Das ist genau das, was die Bundesregierung macht: 1,78 Prozent! (Abg. Dr. Trinkl: Nach Adam Riese. – Abg. Dr. Fekter: Volksschule!) Aber wir machen das in einer Art und Weise, dass das über drei Jahre einschleifend und damit auch richtig angelegt ist im Sinne der Gerechtigkeit, die ein Maßstab ist, den wir haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Trinkl: Nach Adam Riese. – Abg. Dr. Fekter: Volksschule!
Wer 80 durch 45 dividiert, wird draufkommen, das unter dem Strich 1,78 herauskommt. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Das ist genau das, was die Bundesregierung macht: 1,78 Prozent! (Abg. Dr. Trinkl: Nach Adam Riese. – Abg. Dr. Fekter: Volksschule!) Aber wir machen das in einer Art und Weise, dass das über drei Jahre einschleifend und damit auch richtig angelegt ist im Sinne der Gerechtigkeit, die ein Maßstab ist, den wir haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wer 80 durch 45 dividiert, wird draufkommen, das unter dem Strich 1,78 herauskommt. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Das ist genau das, was die Bundesregierung macht: 1,78 Prozent! (Abg. Dr. Trinkl: Nach Adam Riese. – Abg. Dr. Fekter: Volksschule!) Aber wir machen das in einer Art und Weise, dass das über drei Jahre einschleifend und damit auch richtig angelegt ist im Sinne der Gerechtigkeit, die ein Maßstab ist, den wir haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Reden Sie über Ihr eigenes Konzept!
Ihr Konzept, Herr Kollege Gusenbauer, würde ich daher ein Konzept der Fragezeichen nennen – ein Konzept, das in bestehende Pensionen eingreift, damit die zweite und die dritte Säule gefährdet, meine Damen und Herren, und damit Zukunft gefährdet. Und Ihr Konzept, Herr Kollege Gusenbauer, ist eines, das eigentlich zu Lasten der Jugend geht. (Abg. Öllinger: Reden Sie über Ihr eigenes Konzept!) In Ihren eigenen Unterlagen schreiben Sie nämlich: Jawohl, es wird durchschnittliche Kürzungen von 10 und 15 Prozent geben (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen), aber für spätere Generationen. – Das heißt, für die heute Jungen.
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen
Ihr Konzept, Herr Kollege Gusenbauer, würde ich daher ein Konzept der Fragezeichen nennen – ein Konzept, das in bestehende Pensionen eingreift, damit die zweite und die dritte Säule gefährdet, meine Damen und Herren, und damit Zukunft gefährdet. Und Ihr Konzept, Herr Kollege Gusenbauer, ist eines, das eigentlich zu Lasten der Jugend geht. (Abg. Öllinger: Reden Sie über Ihr eigenes Konzept!) In Ihren eigenen Unterlagen schreiben Sie nämlich: Jawohl, es wird durchschnittliche Kürzungen von 10 und 15 Prozent geben (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen), aber für spätere Generationen. – Das heißt, für die heute Jungen.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das stammt nicht, wie Michael Häupl jetzt sagen würde, aus der „Giftküche Lopatka“, sondern aus einem „Presse“-Kommentar von Rainer Nowak. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie haben das doch selber gelesen, meine Damen und Herren!
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der aber fehlt Ihnen, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich berichtige tatsächlich: Die SPÖ greift weder in bestehende Pensionen ein, noch hat sie vor, in die private Vorsorge oder in die „Abfertigung neu“ einzugreifen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Kennen Sie Ihr eigenes Modell nicht?
Sehr wohl aber haben wir vor, von Leuten wie etwa Herrn Stummvoll und anderen Beziehern von Höchstpensionen einen Solidarbeitrag zu verlangen. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Kennen Sie Ihr eigenes Modell nicht?) Frühpensionen heben wir an, wenn es der Arbeitsmarkt zulässt. Und was unser Konzept betrifft, können Sie gerne einige Gratis-Nachhilfestunden von mir bekommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr wohl aber haben wir vor, von Leuten wie etwa Herrn Stummvoll und anderen Beziehern von Höchstpensionen einen Solidarbeitrag zu verlangen. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Kennen Sie Ihr eigenes Modell nicht?) Frühpensionen heben wir an, wenn es der Arbeitsmarkt zulässt. Und was unser Konzept betrifft, können Sie gerne einige Gratis-Nachhilfestunden von mir bekommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Das macht er doch gerne!
Der zweite Satz lautet: „Der Bundesminister für Finanzen hat für die finanzielle Bedeckung zu sorgen.“ (Abg. Öllinger: Das macht er doch gerne!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Erste Bemerkung meinerseits: Der zeitliche Zusammenhang dieser Aktion mit den Pensionskürzungen ist schon provokant. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Was denkt sich nicht nur unsereins? Was denkt sich jeder Mann und jede Frau auf der Straße? – Dafür haben sie Geld! – Offensichtlich. (Abg. Eder: Klar!)
Abg. Eder: Klar!
Erste Bemerkung meinerseits: Der zeitliche Zusammenhang dieser Aktion mit den Pensionskürzungen ist schon provokant. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Was denkt sich nicht nur unsereins? Was denkt sich jeder Mann und jede Frau auf der Straße? – Dafür haben sie Geld! – Offensichtlich. (Abg. Eder: Klar!)
Abg. Öllinger: Das wäre zu günstig!
Zweite Bemerkung: Herr Finanzminister! Der Kaufpreis wird nicht genannt. Wir wissen ungefähr, was das kosten wird; rund 2 Milliarden €, sagen wir. (Abg. Öllinger: Das wäre zu günstig!) – Plus/minus, je nach Ausstattung und so weiter.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir von den Grünen haben das nie geglaubt; Sie selbst, meine Damen und Herren von der ÖVP und von der FPÖ, offenbar auch nicht. Hier steht nichts von einer Wirtschaftsplattform, von irgendwelchen Firmen, die sich an den Kosten beteiligen, heute, nächstes Jahr oder irgendwann, sondern der Bundesminister für Finanzen hat für die finanzielle Bedeckung zu sorgen. Dafür muss jederzeit Geld da sein – nach Ansicht von ÖVP und FPÖ. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Mehr!
Die Einsparungen im Pensionssystem, wie Sie das nennen, die Kürzungen im Pensionssystem, wie wir das vorzugsweise nennen: Wie hoch werden diese sein? – Für die bisherigen Maßnahmen hat es eine grobe Schätzung von plus/minus eine Milliarde € bis 2006/2007 gegeben. (Abg. Öllinger: Mehr!) – Vielleicht sogar mehr.
Ruf bei der ÖVP: Wir informieren Sie heute!
Ich habe vorhin erwähnt: Eine der Schwierigkeiten der heutigen Diskussion ist, dass ÖVP und FPÖ – jedenfalls teilweise – natürlich viel mehr Informationen als SPÖ und Grüne haben. Sie haben heute im Ministerrat irgendetwas beschlossen, wir haben es jetzt mündlich von Ihnen gehört. Wir haben gestern gerüchteweise gehört, was das sein könnte, was heute beschlossen wurde. (Ruf bei der ÖVP: Wir informieren Sie heute!) Genau wissen wir es nämlich nicht. Es ist jetzt Treu und Glauben, ob das stimmt oder auch nicht, was Sie uns heute hier sagen.
Abg. Scheibner: Das stimmt auf jeden Fall!
In diesem Zusammenhang irritiert mich eine Aussage des Herrn Vizekanzlers vom 29. April, das ist heute (Abg. Scheibner: Das stimmt auf jeden Fall!), so wie der Ministerratsbeschluss. Heute sagte der Herr Vizekanzler, für alle noch im Uraltsystem befindlichen Politiker werde nun endlich das Ende der Zeit kommen. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Heiterkeit bei den Grünen.
In diesem Zusammenhang irritiert mich eine Aussage des Herrn Vizekanzlers vom 29. April, das ist heute (Abg. Scheibner: Das stimmt auf jeden Fall!), so wie der Ministerratsbeschluss. Heute sagte der Herr Vizekanzler, für alle noch im Uraltsystem befindlichen Politiker werde nun endlich das Ende der Zeit kommen. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Haupt räumt auf – mit sich!
Das ist gut! Das würden wir wirklich unterstützen. (Abg. Öllinger: Haupt räumt auf – mit sich!)
Abg. Öllinger: Ja! – Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Herr Minister Haupt! Herr Vizekanzler Haupt! Wenn ich nicht irre, sind Sie selbst ein im Uraltsystem befindlicher Politiker. Das sei nicht Ihre Schuld, das habe der Nationalrat seinerzeit so beschlossen, haben Sie gesagt. Und für Sie werde nun endlich das Ende der Zeit kommen. Das haben Sie selbst heute angekündigt. (Abg. Öllinger: Ja! – Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Bleckmann: Warum haben Sie dann im Jahre 1997, als das beschlossen wurde, zugestimmt?
Wie darf ich das verstehen? – Wir Grünen haben bezüglich der „Politikerpensionen-alt“ dagegengestimmt. Es geht ja nur um diese, und ich persönlich habe es wirklich satt, mich dauernd für Pensionen „rechtfertigen zu müssen“ – unter Anführungszeichen –, die andere, nämlich im „Uraltsystem“, wie es der Herr Haupt nennt, befindliche Politiker betreffen. (Abg. Dr. Bleckmann: Warum haben Sie dann im Jahre 1997, als das beschlossen wurde, zugestimmt?) Wir Grünen haben damals sogar gegen die Übergangsregelungen gestimmt, und der gesamte grüne Klub ist damals in das neue System übergetreten. (Abg. Dr. Bleckmann: Aber Sie haben zugestimmt!)
Abg. Dr. Bleckmann: Aber Sie haben zugestimmt!
Wie darf ich das verstehen? – Wir Grünen haben bezüglich der „Politikerpensionen-alt“ dagegengestimmt. Es geht ja nur um diese, und ich persönlich habe es wirklich satt, mich dauernd für Pensionen „rechtfertigen zu müssen“ – unter Anführungszeichen –, die andere, nämlich im „Uraltsystem“, wie es der Herr Haupt nennt, befindliche Politiker betreffen. (Abg. Dr. Bleckmann: Warum haben Sie dann im Jahre 1997, als das beschlossen wurde, zugestimmt?) Wir Grünen haben damals sogar gegen die Übergangsregelungen gestimmt, und der gesamte grüne Klub ist damals in das neue System übergetreten. (Abg. Dr. Bleckmann: Aber Sie haben zugestimmt!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Der wesentliche Vorschlag der Grünen lautet folgendermaßen: Okay, machen wir endlich Schluss mit den seinerzeitigen Regelungen, die ein Zwei-Klassen-System der Politiker geschaffen haben und nach wie vor aufrecht erhalten, machen wir es genau so, wie es im Jahre 1997 beschlossen wurde! Die bezahlten Pensionsbeiträge der Politiker fließen entweder in das ASVG-System oder dorthin, wo man sozusagen im Zivilberuf versichert ist, und die Überschüsse fließen in eine selbst gewählte Pensionskasse. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Übel stößt es einem schon auf, wenn Sie Maßnahmen vorschlagen, die, wie man aus entsprechenden Falluntersuchungen weiß, Menschen, die im nächsten Jahr 700 € oder 800 € Pension zu erwarten haben, diese ihre Pension um 10, 20 Prozent kürzen würden. (Beifall bei den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen.
Mag sein, dass durch Ihre Maßnahmen von heute diese Kürzung auf 15 oder 10 oder 5 Prozent zurückgeht, aber ich sage Ihnen eines: Ich als Beamter habe eine höhere Pension zu erwarten, und ich kann mir nicht vorstellen, dass eine politische Partei Pensionen von 600, 700, 800, 1 000 € überhaupt zum Kürzen sozusagen ausschreibt! (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.) Es hätte ja eine Generallinie der Pensionsreform sein müssen, diese Pensionen, von denen man ohnedies kaum leben kann, nicht anzutasten.
Abg. Dr. Trinkl: Was bekommt eigentlich ein Universitätsprofessor?
Diejenigen, die eine „Uraltpolitikerpension“, wie es Herr Vizekanzler Haupt so treffend bezeichnet hat, beziehen, stellen eine Altherrenriege, muss ich leider sagen, dar. Frauen kommen darin selten vor, deswegen erwähne ich sie auch nicht. Sie kommen zwar im Altsystem vor, aber im Wesentlichen ist es eine Herrenriege. Ich bringe einige Beispiele: Herr Vizekanzler Haupt: rund 12 000 € Pensionsanspruch, Herr Bundeskanzler Schüssel: rund 12 000 € Pensionsanspruch, Herr Fasslabend: rund 12 000 € Pensionsanspruch (Abg. Dr. Trinkl: Was bekommt eigentlich ein Universitätsprofessor?), Herr Staatssekretär Kukacka: rund 12 000 € oder etwas weniger Pensionsanspruch, Herr Stummvoll: rund 12 000 € Pensionsanspruch.
Abg. Mag. Molterer: Mich haben Sie aber jetzt nicht erwähnt!
Das stößt einem schon irgendwie auf! – Warum? (Abg. Mag. Molterer: Mich haben Sie aber jetzt nicht erwähnt!) – Sie habe ich jetzt nicht erwähnt.
Abg. Jakob Auer: Wie viel erhält ein Universitätsprofessor?
Ich traue mich zu wetten, dass jeder der hier Genannten außerdem noch entweder als Beamter oder im ASVG-System oder im GSVG-System oder irgendwo anders noch separat versichert war. (Abg. Jakob Auer: Wie viel erhält ein Universitätsprofessor?) Vielleicht halten Sie mir noch vor, dass ich in meinem Zivilberuf Universitätsprofessor bin. Das ist zwar Ihr gutes Recht, aber ich finde daran nichts Ehrenrühriges. (Abg. Jakob Auer: Was erhält ein Universitätsprofessor? 100 Prozent!) Ich werde als Beamter hoffentlich, wenn Sie das nicht verhindern, eine Pension beziehen, aber ich bin im neuen Politikersystem. (Abg. Jakob Auer: 100 Prozent Ihres Letztbezuges!) Ich kann auf diese Zwischenrufe schlecht eingehen, weil ich sie akustisch kaum verstehe. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Jakob Auer: Ja, das kann ich mir vorstellen! – Abg. Dr. Trinkl: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!)
Abg. Jakob Auer: Was erhält ein Universitätsprofessor? 100 Prozent!
Ich traue mich zu wetten, dass jeder der hier Genannten außerdem noch entweder als Beamter oder im ASVG-System oder im GSVG-System oder irgendwo anders noch separat versichert war. (Abg. Jakob Auer: Wie viel erhält ein Universitätsprofessor?) Vielleicht halten Sie mir noch vor, dass ich in meinem Zivilberuf Universitätsprofessor bin. Das ist zwar Ihr gutes Recht, aber ich finde daran nichts Ehrenrühriges. (Abg. Jakob Auer: Was erhält ein Universitätsprofessor? 100 Prozent!) Ich werde als Beamter hoffentlich, wenn Sie das nicht verhindern, eine Pension beziehen, aber ich bin im neuen Politikersystem. (Abg. Jakob Auer: 100 Prozent Ihres Letztbezuges!) Ich kann auf diese Zwischenrufe schlecht eingehen, weil ich sie akustisch kaum verstehe. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Jakob Auer: Ja, das kann ich mir vorstellen! – Abg. Dr. Trinkl: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!)
Abg. Jakob Auer: 100 Prozent Ihres Letztbezuges!
Ich traue mich zu wetten, dass jeder der hier Genannten außerdem noch entweder als Beamter oder im ASVG-System oder im GSVG-System oder irgendwo anders noch separat versichert war. (Abg. Jakob Auer: Wie viel erhält ein Universitätsprofessor?) Vielleicht halten Sie mir noch vor, dass ich in meinem Zivilberuf Universitätsprofessor bin. Das ist zwar Ihr gutes Recht, aber ich finde daran nichts Ehrenrühriges. (Abg. Jakob Auer: Was erhält ein Universitätsprofessor? 100 Prozent!) Ich werde als Beamter hoffentlich, wenn Sie das nicht verhindern, eine Pension beziehen, aber ich bin im neuen Politikersystem. (Abg. Jakob Auer: 100 Prozent Ihres Letztbezuges!) Ich kann auf diese Zwischenrufe schlecht eingehen, weil ich sie akustisch kaum verstehe. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Jakob Auer: Ja, das kann ich mir vorstellen! – Abg. Dr. Trinkl: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Jakob Auer: Ja, das kann ich mir vorstellen! – Abg. Dr. Trinkl: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!
Ich traue mich zu wetten, dass jeder der hier Genannten außerdem noch entweder als Beamter oder im ASVG-System oder im GSVG-System oder irgendwo anders noch separat versichert war. (Abg. Jakob Auer: Wie viel erhält ein Universitätsprofessor?) Vielleicht halten Sie mir noch vor, dass ich in meinem Zivilberuf Universitätsprofessor bin. Das ist zwar Ihr gutes Recht, aber ich finde daran nichts Ehrenrühriges. (Abg. Jakob Auer: Was erhält ein Universitätsprofessor? 100 Prozent!) Ich werde als Beamter hoffentlich, wenn Sie das nicht verhindern, eine Pension beziehen, aber ich bin im neuen Politikersystem. (Abg. Jakob Auer: 100 Prozent Ihres Letztbezuges!) Ich kann auf diese Zwischenrufe schlecht eingehen, weil ich sie akustisch kaum verstehe. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Jakob Auer: Ja, das kann ich mir vorstellen! – Abg. Dr. Trinkl: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!)
Abg. Scheibner nickt zustimmend.
schon dafür. (Abg. Scheibner nickt zustimmend.) Aber Sie sind, Herr Kollege Scheibner, in einer Regierung, deren anderer Partner, die ÖVP, das eindeutig nicht will. Auch von Seiten der SPÖ habe ich bis jetzt nicht gehört, dass sie das wollen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Die Opposition ist in dieser Frage auch gespalten!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Die Opposition ist in dieser Frage auch gespalten!
schon dafür. (Abg. Scheibner nickt zustimmend.) Aber Sie sind, Herr Kollege Scheibner, in einer Regierung, deren anderer Partner, die ÖVP, das eindeutig nicht will. Auch von Seiten der SPÖ habe ich bis jetzt nicht gehört, dass sie das wollen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Die Opposition ist in dieser Frage auch gespalten!)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Dass wir langfristig – am Höhepunkt der Probleme dann 2030, 2040 – eine Pensionsreform brauchen, bestreitet niemand, aber eine überfallsartige Kürzung von Pensionen zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht fiskalisch und ist auch aus keinen anderen Gründen geboten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Diese Maßnahmen greifen auch in die niedrigsten Pensionen ein. Ich kann mich nur wundern, wie die frühere „Partei der kleinen Leute“ das in den Verhandlungen mit der ÖVP hat zulassen können. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das war mein Schlusswort. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Meinungsaustausch?
gebenen Erklärungen von Kanzler und Vizekanzler und die jetzt durchgeführte Debatte sollten eigentlich dazu dienen, hier Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch über die verschiedenen Konzepte zur nachhaltigen Sanierung und Sicherung der Pensionsvorsorge und unserer Pensionen zu geben. (Abg. Öllinger: Meinungsaustausch?)
Abg. Öllinger: Kein Problem!
Herr Abgeordneter Öllinger! Ich hoffe, Sie werden auch etwas vom Konzept der Grünen hier einbringen (Abg. Öllinger: Kein Problem!); Herr Klubobmann Van der Bellen hat es nämlich verabsäumt, uns das Konzept der Grünen vorzustellen. Ich nehme an oder hoffe, dass es ein derartiges Konzept gibt. (Abg. Öllinger: Wir haben es mit der ÖVP verhandelt! Da waren Sie noch nicht dabei!)
Abg. Öllinger: Wir haben es mit der ÖVP verhandelt! Da waren Sie noch nicht dabei!
Herr Abgeordneter Öllinger! Ich hoffe, Sie werden auch etwas vom Konzept der Grünen hier einbringen (Abg. Öllinger: Kein Problem!); Herr Klubobmann Van der Bellen hat es nämlich verabsäumt, uns das Konzept der Grünen vorzustellen. Ich nehme an oder hoffe, dass es ein derartiges Konzept gibt. (Abg. Öllinger: Wir haben es mit der ÖVP verhandelt! Da waren Sie noch nicht dabei!)
Abg. Heinisch-Hosek: Nein, nein!
Zunächst einmal hat es geheißen, die SPÖ habe zwar ein Konzept, gebe es aber nicht bekannt, da es zu kompliziert sei und die Bevölkerung nur verwirren würde. (Abg. Heinisch-Hosek: Nein, nein!) Stichwort: Die Leute sind zu dumm, um es zu verstehen – anscheinend nach Meinung der SPÖ. (Widerspruch bei der SPÖ.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Zunächst einmal hat es geheißen, die SPÖ habe zwar ein Konzept, gebe es aber nicht bekannt, da es zu kompliziert sei und die Bevölkerung nur verwirren würde. (Abg. Heinisch-Hosek: Nein, nein!) Stichwort: Die Leute sind zu dumm, um es zu verstehen – anscheinend nach Meinung der SPÖ. (Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Dann sind uns einige Punkte zur Kenntnis gelangt, vor allem, dass Sie, meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten, in bestehende Pensionen eingreifen wollen. – Das ist für uns, die wir das ablehnen, sehr interessant, meine Damen und Herren, denn wir sagen: Egal in welchem Pensionssystem – außer bei dem der Politiker – jemand ist, in bestehende Pensionen soll nicht eingegriffen werden, denn die Generation, die heute in Pension ist, hat dieses Land aufgebaut! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Diese Menschen haben es verdient, ihren Lebensabend in Sicherheit verbringen zu können, und sie sollen nicht durch eine derartige Diskussion verunsichert werden.
Abg. Binder: Vertrauensschutz!
Wo wir in bestehende Pensionen eingreifen wollen, meine Damen und Herren, das ist der Pensionsbereich der Politiker, denn da gibt es verschiedene Systeme. Ich gebe ausnahmsweise Herrn Klubobmann Van der Bellen Recht, wenn er sagt, dass es in diesen Systemen massive Ungerechtigkeiten gibt, dass es Privilegien für Altpolitiker gibt, die bereits in Pension sind. Da soll es hohe Solidarbeiträge, Abschläge in zweistelliger Höhe geben. Ich hoffe, dass wir das auch in der Richtung regeln können, dass noch aktive Politiker, die im alten System sind, in ein gerechtes System übertreten sollen und dass bei jenen Politikern, die dazu nicht bereit sind, zumindest das Pensionsantrittsalter so wie im ASVG auf 65 angehoben wird und entsprechende Abschläge vorzunehmen sind. Genau da wollen wir in bestehende Rechte eingreifen, meine Damen und Herren. Diesbezüglich lässt sich ein Konsens finden. (Abg. Binder: Vertrauensschutz!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
trauensschutz für alle anderen Pensionisten, und zwar dort, wo Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, in bestehende Rechte eingreifen wollen. Das wollen wir nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber wir haben nichts anderes erwartet! Sie haben immer gesagt, man könne nicht diskutieren. Setzen wir uns doch zusammen und versuchen wir, gemeinsam eine Reform zu machen! (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Sie sind nicht mehr auf der Überholspur, das ist eher schon die Schleimspur!
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Hier ist das Hohe Haus, hier ist der Gesetzgeber, hier können Sie Ihre Vorschläge einbringen, wenn sie vorhanden sind. Aber leider, meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten, ist Ihr Vorschlag, in bestehende Pensionen einzugreifen, alles, was Sie hier bis jetzt eingebracht haben. Sie wollen Pensionskürzungen von 10 bis 15 Prozent. (Abg. Öllinger: Sie sind nicht mehr auf der Überholspur, das ist eher schon die Schleimspur!) Das ist alles, was wir bis jetzt von Ihnen gehört haben. Das ist herzlich wenig. Da ist es besser, Sie beschäftigen sich mit der Reform der Bundesregierung und der Regierungsparteien und mit den jetzt beschlossenen Abänderungen, die notwendig gewesen sind. Dann werden Sie sehen, dass das eine gute Reform ist. (Abg. Öllinger: Nein! Nein!)
Abg. Öllinger: Nein! Nein!
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Hier ist das Hohe Haus, hier ist der Gesetzgeber, hier können Sie Ihre Vorschläge einbringen, wenn sie vorhanden sind. Aber leider, meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten, ist Ihr Vorschlag, in bestehende Pensionen einzugreifen, alles, was Sie hier bis jetzt eingebracht haben. Sie wollen Pensionskürzungen von 10 bis 15 Prozent. (Abg. Öllinger: Sie sind nicht mehr auf der Überholspur, das ist eher schon die Schleimspur!) Das ist alles, was wir bis jetzt von Ihnen gehört haben. Das ist herzlich wenig. Da ist es besser, Sie beschäftigen sich mit der Reform der Bundesregierung und der Regierungsparteien und mit den jetzt beschlossenen Abänderungen, die notwendig gewesen sind. Dann werden Sie sehen, dass das eine gute Reform ist. (Abg. Öllinger: Nein! Nein!)
Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger.
Selbst die wirklichen Experten, wie etwa Professor Marin, sagen, diese Abänderungen gegenüber dem Begutachtungsentwurf seien sensationell. (Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger.) Und ich muss sagen: Manche Maßnahmen sind großzügiger abgefedert, als das selbst die Experten für möglich gehalten haben.
Abg. Öllinger: Aufwertungsfaktoren!
Das ist die Politik der österreichischen Bundesregierung: offen und ehrlich zu sagen, dass Systeme geändert werden müssen, dass aber diese Änderungen sozial und gerecht durchzuführen sind! Daran mitzuwirken, sind auch Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, eingeladen (Abg. Öllinger: Aufwertungsfaktoren!) – anstatt in der Öffentlichkeit große Diskussionen zu führen, die Bevölkerung zu verunsichern, in bestehende Pensionen eingreifen zu wollen, aber keine Vorschläge für eine nachhaltige Sanierung und Sicherung der Altersvorsorge zu bringen. Das ist die Politik der Opposition! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist die Politik der österreichischen Bundesregierung: offen und ehrlich zu sagen, dass Systeme geändert werden müssen, dass aber diese Änderungen sozial und gerecht durchzuführen sind! Daran mitzuwirken, sind auch Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, eingeladen (Abg. Öllinger: Aufwertungsfaktoren!) – anstatt in der Öffentlichkeit große Diskussionen zu führen, die Bevölkerung zu verunsichern, in bestehende Pensionen eingreifen zu wollen, aber keine Vorschläge für eine nachhaltige Sanierung und Sicherung der Altersvorsorge zu bringen. Das ist die Politik der Opposition! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Bitte ändern Sie die Aufwertungsfaktoren! Das ist der erste Vorschlag!
Wenn das so beibehalten wird, dann können wir Sie nicht einbinden, denn wo keine umsetzbaren Vorschläge auf dem Tisch liegen, dort können wir diese auch nicht in Gesetzesmaterien einfließen lassen. (Abg. Öllinger: Bitte ändern Sie die Aufwertungsfaktoren! Das ist der erste Vorschlag!)
Abg. Öllinger: Schade!
Wir werden im zweiten Teil der Debatte noch Gelegenheit haben, über die Vorschläge zu diskutieren. Jetzt muss ich leider Schluss machen (Abg. Öllinger: Schade!), weil die Nachrichten auf dem Programm stehen, aber Scheibner, die Zweite, kommt dann in einer Viertelstunde, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Nach dem Wetterbericht!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Nach dem Wetterbericht!
Wir werden im zweiten Teil der Debatte noch Gelegenheit haben, über die Vorschläge zu diskutieren. Jetzt muss ich leider Schluss machen (Abg. Öllinger: Schade!), weil die Nachrichten auf dem Programm stehen, aber Scheibner, die Zweite, kommt dann in einer Viertelstunde, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Nach dem Wetterbericht!)
Abg. Riepl – auf leere Bankreihen der Freiheitlichen weisend –: Wo ist Ihre Fraktion?
Abgeordneter Herbert Scheibner (fortsetzend): Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Riepl – auf leere Bankreihen der Freiheitlichen weisend –: Wo ist Ihre Fraktion?) – Herr Abgeordneter,
Abg. Eder: Wenn Sie weiter reden ...!
es ist ja schön, wenn Sie mir zuhören, aber ich hätte – so wie vor der Unterbrechung – auch gerne mit Ihrem Klubobmann Gusenbauer hier diskutiert, denn als Debattenredner hat er die Linie der SPÖ dargelegt; aber er ist noch immer nicht da. Ich gehe davon aus, dass die Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP schneller aus der nachrichtenbedingten Pause zurückkommen werden als Ihr Klubobmann, aber das ist schade, weil wir ja mit Ihnen über die Maßnahmen der Pensionsreform diskutieren wollten. (Abg. Eder: Wenn Sie weiter reden ...!)
Abg. Öllinger: Sie machen aber schon zwei Reformen binnen eines Jahres! Ist das jetzt eine kleine oder eine große?
Angesichts dieser Entwicklung gibt es zwei Möglichkeiten, meine Damen und Herren: Entweder man macht so weiter wie bisher, dass man kleine Reformen und Reförmchen beschließt und der Bevölkerung verspricht, dass sich in Wahrheit nichts ändern und das System schon irgendwie finanzierbar sein werde. (Abg. Öllinger: Sie machen aber schon zwei Reformen binnen eines Jahres! Ist das jetzt eine kleine oder eine große?) Wir haben heute schon darüber diskutiert, was es bedeuten würde, wenn man im bestehenden System keine Maßnahmen setzen würde: Man müsste die Beitragssätze um 53 Prozent erhöhen, die Pensionen um 45 Prozent kürzen und das Pensionsantrittsalter um elf Jahre anheben! (Abg. Öllinger: Das machen Sie!)
Abg. Öllinger: Das machen Sie!
Angesichts dieser Entwicklung gibt es zwei Möglichkeiten, meine Damen und Herren: Entweder man macht so weiter wie bisher, dass man kleine Reformen und Reförmchen beschließt und der Bevölkerung verspricht, dass sich in Wahrheit nichts ändern und das System schon irgendwie finanzierbar sein werde. (Abg. Öllinger: Sie machen aber schon zwei Reformen binnen eines Jahres! Ist das jetzt eine kleine oder eine große?) Wir haben heute schon darüber diskutiert, was es bedeuten würde, wenn man im bestehenden System keine Maßnahmen setzen würde: Man müsste die Beitragssätze um 53 Prozent erhöhen, die Pensionen um 45 Prozent kürzen und das Pensionsantrittsalter um elf Jahre anheben! (Abg. Öllinger: Das machen Sie!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das wollen wir nicht, meine Damen und Herren! Wir sagen offen und ehrlich, es gibt eine Garantie für all jene, die sich jetzt im Ruhestand befinden. Sie werden von den Reformen, die wir jetzt vorhaben, nicht betroffen, mit Ausnahme der Politiker. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Die nötigenden Einschränkungen, nicht die notwendigen!
Das bedeutet nicht, dass das jetzige System von einer Säule auf drei gleichberechtigte Säulen umgestellt werden soll. Es ist keine Frage, dass die staatliche Vorsorge auch in Zukunft den Kernpunkt der Pensionen ausmachen muss. Aber die notwendigen Einschränkungen im staatlichen System, die auf Grund der demographischen Entwicklung erfolgen müssen, sollen durch die zweite Säule kompensiert werden, durch die Pensionskassen. (Abg. Öllinger: Die nötigenden Einschränkungen, nicht die notwendigen!)
Abg. Mag. Wurm: Geht Kindererziehung die Männer auch etwas an?
Meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten! Da Sie das in der vorigen Debatte kritisiert haben und sich als die VertreterInnen der Frauen und vor allem der Familie dargestellt haben, frage ich mich: Wo gab es denn in den 30 Jahren sozialdemokratischer Regierungsbeteiligung derart massive Verbesserungen für die Familien und für die Frauen wie unter dieser Regierung? Ich erinnere etwa an das Kinderbetreuungsgeld, das Sie von der SPÖ abgelehnt haben und bis heute kritisieren, obwohl es eine massive Besserstellung für die Frauen und für die Familie darstellt. (Abg. Mag. Wurm: Geht Kindererziehung die Männer auch etwas an?) Oder: Ich erinnere an die verbesserte Anrechnung von Kindererziehungszeiten. – All das sind Dinge, die Sie in 30 Jahren hätten umsetzen können. Aber die Familien und die kindererziehenden Frauen sind für Sie nicht von wirklich großer Bedeutung gewesen. Aber wir werden dieses Prinzip auch bei dieser Pensionsreform durchhalten.
Die Abgeordneten Öllinger und Dr. Glawischnig: Das stimmt nicht!
hungsweise 60 Jahren in Pension gehen können. (Die Abgeordneten Öllinger und Dr. Glawischnig: Das stimmt nicht!) – Das alles sind doch Maßnahmen, über die wir hier diskutieren können und sollten!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Aber nur 500 Millionen €, nicht 2 Milliarden!
Wenn Sie sagen, dass durch die kurzfristig wirksamen Maßnahmen das Budget profitiert, dann sage ich Ihnen, meine Damen und Herren: Das Budget profitiert nicht, sondern es profitieren die Arbeitnehmer, die Bevölkerung und auch die Pensionisten in diesem Land! Wenn Sie etwa das Gesamtbudget hernehmen, dann wissen Sie, dass per 1. Jänner 2004 eine erste, aber spürbare Etappe einer steuerlichen Entlastung für die Bevölkerung beschlossen wurde. Das wird sich gerade für die Kleinverdiener, gerade für die Pensionisten auswirken, weil Einkommen bis monatlich 1 000 € steuerfrei gestellt werden, egal, ob Aktivbezug oder Pension. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Aber nur 500 Millionen €, nicht 2 Milliarden!)
Abg. Parnigoni: Vier Ländervertreter sind dagegen! Was ist mit den vier Ländern, die dagegen waren?
Herr Abgeordneter Gusenbauer ist jetzt wieder da, ich kann es ihm daher persönlich sagen. – Herr Abgeordneter Gusenbauer, ich habe darauf gewartet, dass Sie hier endlich umfassend Ihr Reformkonzept präsentieren werden, das Sie uns bis jetzt so lange vorenthalten haben. Aber wir haben leider nichts gehört. Daher bleibt uns als verantwortlichen Regierungsparteien eben nur, diese Reformen so zu beschließen, wie wir sie ausgearbeitet haben. (Abg. Parnigoni: Vier Ländervertreter sind dagegen! Was ist mit den vier Ländern, die dagegen waren?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber das Angebot steht nach wie vor: dass Sie sich bei der Harmonisierung und bei der Schaffung eines einheitlichen Pensionskontos mit einbringen, denn das werden die schwierigen Reformen sein, wozu auch die Sozialpartner eingeladen sind. Damit könnten wir für die nächsten 20, 25 Jahre wirklich eine Systemänderung schaffen. Hoffentlich haben Sie vor, Ihre Ideen mit einzubringen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Ach!
Ich hoffe nur eines, meine Damen und Herren: dass Sie den Mangel an Ideen nicht durch andere Maßnahmen kompensieren wollen. (Abg. Öllinger: Ach!) Na was ist das, Herr Kollege Öllinger? Was ist das, wenn man hier die Reformvorschläge nicht einbringt und sagt, wir haben sie zwar, aber wir wollen die Bevölkerung nicht verwirren – das hat die SPÖ gesagt – und wollen deshalb diese Dinge nicht alle offen legen (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist alles gestern präsentiert worden! Haben Sie nicht aufgepasst?), aber auf der anderen Seite mit Kampfmaßnahmen gedroht wird? Man verfällt da sogar in eine gewisse Kriegsrhetorik, auch von Seiten sozialdemokratischer Gewerkschafter. Bevor man eine Vorlage im Parlament hat, wird schon gedroht, werden erste Streikmaßnahmen angekündigt und zum Teil auch schon durchgeführt, meine Damen und Herren. (Abg. Parnigoni: Es war ein einstimmiger Beschluss! Walch hat mitgestimmt!) – Ja, fein! Sie beschließen Streiks, schon bevor Sie wissen, wogegen Sie anzukämpfen haben, um in Ihrem Jargon zu sprechen.
Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist alles gestern präsentiert worden! Haben Sie nicht aufgepasst?
Ich hoffe nur eines, meine Damen und Herren: dass Sie den Mangel an Ideen nicht durch andere Maßnahmen kompensieren wollen. (Abg. Öllinger: Ach!) Na was ist das, Herr Kollege Öllinger? Was ist das, wenn man hier die Reformvorschläge nicht einbringt und sagt, wir haben sie zwar, aber wir wollen die Bevölkerung nicht verwirren – das hat die SPÖ gesagt – und wollen deshalb diese Dinge nicht alle offen legen (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist alles gestern präsentiert worden! Haben Sie nicht aufgepasst?), aber auf der anderen Seite mit Kampfmaßnahmen gedroht wird? Man verfällt da sogar in eine gewisse Kriegsrhetorik, auch von Seiten sozialdemokratischer Gewerkschafter. Bevor man eine Vorlage im Parlament hat, wird schon gedroht, werden erste Streikmaßnahmen angekündigt und zum Teil auch schon durchgeführt, meine Damen und Herren. (Abg. Parnigoni: Es war ein einstimmiger Beschluss! Walch hat mitgestimmt!) – Ja, fein! Sie beschließen Streiks, schon bevor Sie wissen, wogegen Sie anzukämpfen haben, um in Ihrem Jargon zu sprechen.
Abg. Parnigoni: Es war ein einstimmiger Beschluss! Walch hat mitgestimmt!
Ich hoffe nur eines, meine Damen und Herren: dass Sie den Mangel an Ideen nicht durch andere Maßnahmen kompensieren wollen. (Abg. Öllinger: Ach!) Na was ist das, Herr Kollege Öllinger? Was ist das, wenn man hier die Reformvorschläge nicht einbringt und sagt, wir haben sie zwar, aber wir wollen die Bevölkerung nicht verwirren – das hat die SPÖ gesagt – und wollen deshalb diese Dinge nicht alle offen legen (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist alles gestern präsentiert worden! Haben Sie nicht aufgepasst?), aber auf der anderen Seite mit Kampfmaßnahmen gedroht wird? Man verfällt da sogar in eine gewisse Kriegsrhetorik, auch von Seiten sozialdemokratischer Gewerkschafter. Bevor man eine Vorlage im Parlament hat, wird schon gedroht, werden erste Streikmaßnahmen angekündigt und zum Teil auch schon durchgeführt, meine Damen und Herren. (Abg. Parnigoni: Es war ein einstimmiger Beschluss! Walch hat mitgestimmt!) – Ja, fein! Sie beschließen Streiks, schon bevor Sie wissen, wogegen Sie anzukämpfen haben, um in Ihrem Jargon zu sprechen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das ist nicht die Tradition, die wir hier in Österreich haben! Wir wollen den politischen Diskurs! Dieser ist hier im österreichischen Nationalrat zu führen, er ist in der öffentlichen Debatte zu führen, aber nicht auf der Straße! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Die Bevölkerung soll keine Nachteile dadurch erleiden, nur weil Ihre politisch orientierten Gewerkschafter alles blockieren wollen. Das ist nicht die Vorgangsweise, die die Bevölkerung von uns und vor allem von Ihnen erwartet.
Abg. Dr. Gusenbauer: Sehr lustig!
Die wenigen Vorschläge der SPÖ, die bekannt geworden sind, sind von den Experten entsprechend bewertet worden. Das ist ein Verschieben auf die Ewigkeit, das ist ein Versuch, zu duschen, ohne nass zu werden, ein Fairnessmodell, das nur für die Mai-Kundgebungen taugt. – Das sind keine politischen Beurteilungen, sondern Beurteilungen von Experten und Journalisten. Und dem Abgeordneten Gusenbauer wurde sogar empfohlen, eine Osteria aufzumachen – aber so weit möchte ich gar nicht gehen, Herr Abgeordneter Gusenbauer. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sehr lustig!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Sehr niedrig!
Wenn Sie das nicht tun, dann wird die Bevölkerung eben sehen, dass einzig und allein die Regierungsparteien Verantwortung übernehmen – auch wenn das vordergründig vielleicht unpopulär sein mag –, Verantwortung für die jetzigen Generationen, aber auch Verantwortung für künftige Generationen, weil wir es auch zu verantworten haben werden, ob und in welchem Ausmaß auch künftige Generationen ihren Lebensabend in sozialem Wohlstand verbringen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Sehr niedrig!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Scheibner, man könnte Ihnen antworten: Korrektur ist angesagt, keine Kosmetik! Das ist nämlich auch in einer heutigen Zeitung gestanden – wenn Sie schon Zeitungen zitieren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich wäre froh, wenn wir heute den vielen jungen Menschen auf der Galerie tatsächlich eine Diskussion über eine umfassende Reform bieten könnten, und nicht über kurzfristige Geldbeschaffungsaktionen. Genau darum geht es nämlich, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Wenn wir berechtigterweise immer wieder mit der Frage konfrontiert werden: Welche Konzepte gibt es?, dann muss doch jeder seriös denkende Mann sich einmal die Frage stellen (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen) – auch die Bevölkerung, auch Frauen, keine Frage; die Gender-Problematik steht uns von der SPÖ sicher näher als manchen anderen –: Welches Ziel will man denn tatsächlich erreichen? – Diese Frage muss seriös beantwortet werden. Ist es das Ziel, das wir jetzt erleben, eine kurzfristige Geldbeschaffungsaktion, oder ist das Ziel eine umfassende Pensionsreform? – Zum Letzteren braucht man auch die Mitwirkung aller Bevölkerungsgruppen.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wir brauchen Just-in-time-Lösungen!
Es kann nicht angehen, dass, wenn die Sozialpartner ihre Hand anbieten, man ihnen sagt: Nein, da sind Sie nicht mit dabei!, um fünf Minuten später vom Bundeskanzler zu hören: Wir strecken ja die Hand aus. – Eine Just-in-time-Sozialpartnerschaft gibt es nicht! Wenn Sie es wollen, werden wir nicht springen, sondern nur dann, wenn wir davon überzeugt sind, dass wir gemeinsam zu einer besseren Lösung beitragen können. Nehmen Sie das zur Kenntnis, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wir brauchen Just-in-time-Lösungen!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.
Herr Abgeordneter Molterer, Sie monieren, dass es das umfassende Konzept nicht gibt. Wo ist denn das umfassende Konzept der Koalitionsregierung? Ich frage Sie: Wo ist das umfassende Konzept der Koalitionsregierung? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.) Das ist umfassend? – Das ist überhaupt nicht umfassend! Das ist eine kurzfristige Geldbeschaffungsaktion! Das gibt keine Antworten auf längerfristige Probleme! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Abgeordneter Molterer, Sie monieren, dass es das umfassende Konzept nicht gibt. Wo ist denn das umfassende Konzept der Koalitionsregierung? Ich frage Sie: Wo ist das umfassende Konzept der Koalitionsregierung? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.) Das ist umfassend? – Das ist überhaupt nicht umfassend! Das ist eine kurzfristige Geldbeschaffungsaktion! Das gibt keine Antworten auf längerfristige Probleme! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ist es nicht so, Herr Klubobmann Molterer, dass Ihr Generalsekretär vor wenigen Tagen gesagt hat: Ziel der Pensionsreform ist es auch, 1 Milliarde einzusparen? Diese sei nämlich nötig, um die große Steuerreform zu machen! – So etwa nach der Devise: Gib dein Geldbörsel her, und ich gebe es dir halb leer wieder zurück! – Das kann doch wirklich nicht das Ziel einer Pensionsreform sein! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Und Sie unternehmen neuerlich den Versuch, den überparteilichen Gewerkschaftsbund zu spalten. Das wird Ihnen aber nicht gelingen! Denn auch heute hat es eine Erklärung der GÖD gegeben, der Sie ja politisch im Besonderen nahe stehen, die besagt, sie bekennt sich zu den gemeinsamen Aktivitäten des ÖGB. – Also hören Sie und auch Herr Tancsits und andere auf, dauernd zu sagen, das sei eine sozialdemokratische Aktion! – Ich bekenne mich zur Sozialdemokratie, ich bin stolz darauf! Aber ich bekenne mich auch zum überparteilichen Gewerkschaftsbund und dessen Maßnahmen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Fast alle werden über 60!
Es wäre ja spannend, Herr Bundesminister Bartenstein, zum Beispiel zu wissen: Wie sieht die Altersstruktur in Ihrem Unternehmen aus? Wie viele Leute über 60 sind dort beschäftigt? – Oder: Es wäre auch spannend, bei Herrn Prinzhorn zu wissen: Wie viele Leute über 60 sind in seinem Unternehmen beschäftigt? (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Fast alle werden über 60!)
Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Das stimmt einfach nicht!
Oder trifft das zu, was in einer Aussendung der Industriellenvereinigung steht, dass nämlich die Betriebe der Industrie zunehmend Ältere loswerden wollen? – Das steht in einer Aussendung der Industriellenvereinigung der Vorwoche. (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Das stimmt einfach nicht!)
Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Aber Sie haben keine Ahnung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie haben in diesem Konzept keine Antwort – (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Aber Sie haben keine Ahnung!) – auf das Problem der 120 000 Menschen, die durch Maßnahmen dieses Konzeptes auf dem Arbeitsmarkt keine Beschäftigung finden werden. Sie haben keine Antwort darauf, wie Sie denn das Arbeitslosenübergangsgeld, wie Sie es hier angeführt haben, tatsächlich finanzieren wollen. Diese Antworten haben Sie nicht! Sie haben auch keine Antwort darauf, wie Sie die Ersatzzeiten – für die Zeit beim Bundesheer, beim Zivildienst oder auch für die Kindererziehung – tatsächlich finanzieren wollen. Damit belasten Sie das Pensionssystem, das Sie in Wahrheit um 1 Milliarde erleichtern wollen, ohne eine Antwort darauf zu haben!
Abg. Mag. Molterer: Laut SPÖ-Konzept um 10 bis 15 Prozent!
Ist es nicht so, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien, dass in Ihren Konzepten bis vor kurzem enthalten war – man wird sehen, ob sich das tatsächlich bewahrheitet –, dass Sie im Jahr 2005 eine Kürzung der Pensionen um 13,5 Prozent vornehmen wollen? – Ich betone: Wir reden über Kürzungen von Pensionen! Wissen Sie, wie hoch die Durchschnittspension ist? Ich nehme zumindest an, dass Sie es wissen: Sie beträgt 1 100 €, unter 700 € bei Frauen! Und da reden Sie über Kürzungen dieser Pensionen? (Abg. Mag. Molterer: Laut SPÖ-Konzept um 10 bis 15 Prozent!)
Abg. Mag. Molterer: Bei der SPÖ nicht, die kürzen alles!
Da reden Sie über die zweite und dritte Säule. Es wäre ja spannend, in diesem Haus mit Ihnen allen einmal eine Debatte darüber abzuführen, was Sie denn unter der zweiten und dritten Säule tatsächlich verstehen! Denn hier findet ja immer wieder eine Vermischung von Begriffen statt: von Mitarbeitervorsorge, Eigenvorsorge und der Betriebspension, die angeboten wird. (Abg. Mag. Molterer: Bei der SPÖ nicht, die kürzen alles!)
Abg. Dipl.-Ing. Missethon: In Donawitz gibt es keine, die haben Sie abgeschafft!
Wenn wir über Betriebspensionen reden: Wie viele gibt es denn? (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: In Donawitz gibt es keine, die haben Sie abgeschafft!) – Wenn Sie über die Abfertigung reden, in Ordnung, dann wenden Sie sich gleich an die Wirtschaftskammer und sagen ihr, dass
Abg. Mag. Molterer: Herr Präsident Verzetnitsch, haben Sie vergessen, dass Sie das mitgestaltet haben? Distanzieren Sie sich nicht von Ihrem eigenen Erfolg!
Wie viele Betriebspensionen gibt es? (Abg. Mag. Molterer: Herr Präsident Verzetnitsch, haben Sie vergessen, dass Sie das mitgestaltet haben? Distanzieren Sie sich nicht von Ihrem eigenen Erfolg!) – Ich distanziere mich überhaupt nicht! Aber der Erfolg, den wir errungen haben, war, die Abfertigung für alle sicherzustellen, und nicht, eine von Ihrer Seite beabsichtigte Pensionskürzung zu finanzieren. Das ist die klare Antwort, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wie viele Betriebspensionen gibt es? (Abg. Mag. Molterer: Herr Präsident Verzetnitsch, haben Sie vergessen, dass Sie das mitgestaltet haben? Distanzieren Sie sich nicht von Ihrem eigenen Erfolg!) – Ich distanziere mich überhaupt nicht! Aber der Erfolg, den wir errungen haben, war, die Abfertigung für alle sicherzustellen, und nicht, eine von Ihrer Seite beabsichtigte Pensionskürzung zu finanzieren. Das ist die klare Antwort, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Ich habe in meinem Betrieb eine eigene Lösung für alle gefunden!
Und die Wirtschaft hilft ihnen da nicht! Von dort höre ich nur dauernd, die Lohnnebenkosten seien zu hoch. Die Wirtschaft wird ihnen das auch nicht sichern – oder sind Sie bereit, Herr Abgeordneter Prinzhorn, in Ihrem Betrieb für alle Beschäftigten eine private Pensionsvorsorge zu finanzieren? Ich betone, für alle Beschäftigten, und nicht nur für ein paar Leute, die Ihnen genehm sind? (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Ich habe in meinem Betrieb eine eigene Lösung für alle gefunden!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben folgende Situation: Das, was jetzt auf dem Tisch liegt, bedarf einer ausführlichen Analyse. Wir werden nicht in einem Schnellschuss-Verfahren Antworten darauf geben, sondern wir werden das seriös, wie Gewerkschaften es gewohnt sind, analysieren. Wir werden uns aber nicht daran hindern lassen, wenn es uns richtig erscheint, Maßnahmen zu ergreifen. Demokratie anerkennen wir, Entscheidungen der Regierung anerkennen wir, Entscheidungen der Politik hier im Hause anerkennen wir ebenso! Wir anerkennen aber auch unser Recht, gegen etwas aufzutreten, was nicht richtig ist, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das muss unser Ziel sein! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Damit haben Sie uns nicht in Ihren Reihen. Sie haben uns in Ihren Reihen, wenn es um umfassende Reformen geht, und zwar mit allen Parteien, mit den Sozialpartnern, aber nicht in dieser Form. Nehmen Sie das zur Kenntnis, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Parnigoni: Das kann aber nicht stimmen! – Abg. Nürnberger: Das habe ich nicht verstanden! Erklär das einmal!
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Zum Einstieg replizierend auf Herrn Präsidenten Verzetnitsch, der mich freundlicherweise zitiert hat, noch bevor ich geredet habe: Über ein Durchschnittseinkommen, einen Durchschnittsverdienst ein Arbeitsleben lang, 35 Jahre, kapitalisiert ergibt das Jahreseinkommen rund 10 Prozent der Nettoersatzrate. – Mir werden Sie das nicht glauben, fragen Sie daher bitte bei der Wiener Städtischen und bei der Bawag nach, auf deren Berechnungen ich mich hier berufe! (Abg. Parnigoni: Das kann aber nicht stimmen! – Abg. Nürnberger: Das habe ich nicht verstanden! Erklär das einmal!)
weitere Zwischenrufe bei der SPÖ
Jetzt aber zum Thema Pensionsreform. Die Notwendigkeit ist eigentlich unbestritten. Ein Eckpunkt, das Auslaufen der vorzeitigen Alterspension (weitere Zwischenrufe bei der SPÖ), ...
Abg. Silhavy: 80 Prozent wovon, Herr Tancsits?
Der zweite Eckpunkt des heute vorliegenden Entwurfs ist der Versuch, durch eine längere Bewertung von Gesamtarbeitszeiten, also durch die so genannte Durchrechnung, mehr Gerechtigkeit herzustellen. Auch darin sind wir – wenn ich diese Rechnung hinterfragen darf – weitgehend einer Meinung, denn 80 Prozent nach 45 Jahren, das bedeutet ja Durchrechnung des Lebenseinkommens und Rückführung des Steigerungsbetrages auf 1,78 Prozent. (Abg. Silhavy: 80 Prozent wovon, Herr Tancsits?)
Abg. Öllinger: Das kann man wohl sagen!
Er sei „,positiv überrascht über das Ausmaß der Abmilderungen‘ im Vergleich zum Begutachtungsentwurf. Weit über 30 Prozent der ursprünglich geplanten Einsparungen würden nun nicht mehr lukriert. Die Kritik habe offenbar ,mehr als gefruchtet‘. Die Abmilderungen seien sehr viel großzügiger als von vielen Experten gefordert.“ – Na gut, Expertenmeinungen ändern sich da und dort. (Abg. Öllinger: Das kann man wohl sagen!)
Abg. Silhavy: Das stimmt ja nicht! Sie haben es nicht verstanden!
Meine Damen und Herren! Wie sieht hingegen der SPÖ-Entwurf aus? – Er enthält den gleichen Fehler wie schon im Zusammenhang mit dem Kinderbetreuungsgeld, nämlich: nur dann die Tatsache der Elternschaft finanziell anerkennen, wenn in der Zeit davor gearbeitet wurde! (Abg. Silhavy: Das stimmt ja nicht! Sie haben es nicht verstanden!) Für all jene, die etwa freie Dienstnehmer waren, die vorher nicht gearbeitet haben, egal, ob sie dann noch 25, 30 Jahre lang ins System einzahlen, keine Anerkennung. Dazu sage ich: Das ist unsozial und mit uns nicht zu machen! Uns ist für die Pensionsbegründung jedes Kind gleich viel wert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wie sieht hingegen der SPÖ-Entwurf aus? – Er enthält den gleichen Fehler wie schon im Zusammenhang mit dem Kinderbetreuungsgeld, nämlich: nur dann die Tatsache der Elternschaft finanziell anerkennen, wenn in der Zeit davor gearbeitet wurde! (Abg. Silhavy: Das stimmt ja nicht! Sie haben es nicht verstanden!) Für all jene, die etwa freie Dienstnehmer waren, die vorher nicht gearbeitet haben, egal, ob sie dann noch 25, 30 Jahre lang ins System einzahlen, keine Anerkennung. Dazu sage ich: Das ist unsozial und mit uns nicht zu machen! Uns ist für die Pensionsbegründung jedes Kind gleich viel wert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Noch ein Wort zur zweiten und dritten Säule. – Meine Damen und Herren von der SPÖ! Sie haben die „Abfertigung neu“, die Mitarbeitervorsorge mit beschlossen. Sie haben im September 2002 die Zukunftsvorsorge mit beschlossen. Bedeutet Ihre heutige Absage zu dieser ergänzenden zweiten und dritten Säule, dass Sie nicht nur hinter die von Klima und Hostasch zaghaft angegangenen Reformen zurückgehen, sondern auch die Funktionsperiode Gusenbauer I in Frage stellen und auch diese Beschlüsse widerrufen wollen? Es kann doch nicht möglich sein, dass Sie den Menschen, denen wir zusätzliche Möglichkeiten für die Zukunft eröffnet haben, diese wiederum in Abrede stellen wollen?! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Unsere Vorschläge und Maßnahmen sind laut Marin – und ich denke, das auch guten Gewissens sagen zu können – eine gute Grundlage für die weiteren Verhandlungen. Viele meiner Vorredner haben es gesagt: Wir laden alle dazu ein, an der Umsetzung mitzuwirken, um den im Erwerbsleben Stehenden, den vor der Pension Stehenden und den in der Pension Befindlichen Vertrauen zu geben und den Jungen eine Perspektive auf eine vernünftige Altersvorsorge zu eröffnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Ich habe auf Ihre Vorschläge gewartet! Die sind nicht gekommen!
dass hier im Hohen Haus der politische Diskurs stattfinden soll. Ist das so? (Abg. Scheibner: Ich habe auf Ihre Vorschläge gewartet! Die sind nicht gekommen!) Findet so der politische Diskurs statt, dass uns am Anfang der Sitzung ein Budgetbegleitgesetz mit 91 Novellierungen übermittelt wird? Eine Novellierung davon betrifft die jetzt für wenige Stunden zur Debatte stehende weit reichende Änderung des Pensionsgesetzes, die wir später im Budgetausschuss wenige Stunden lang diskutieren werden, um sie dann Anfang Juni im Plenum verabschieden zu können. Ist das Ihre Vorstellung von politischer Diskussion über weit reichende, tief in das Leben und die Zukunft von jungen Menschen hineinreichende Veränderungen, Herr Klubobmann Scheibner? Ist das Ihre Vorstellung? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
dass hier im Hohen Haus der politische Diskurs stattfinden soll. Ist das so? (Abg. Scheibner: Ich habe auf Ihre Vorschläge gewartet! Die sind nicht gekommen!) Findet so der politische Diskurs statt, dass uns am Anfang der Sitzung ein Budgetbegleitgesetz mit 91 Novellierungen übermittelt wird? Eine Novellierung davon betrifft die jetzt für wenige Stunden zur Debatte stehende weit reichende Änderung des Pensionsgesetzes, die wir später im Budgetausschuss wenige Stunden lang diskutieren werden, um sie dann Anfang Juni im Plenum verabschieden zu können. Ist das Ihre Vorstellung von politischer Diskussion über weit reichende, tief in das Leben und die Zukunft von jungen Menschen hineinreichende Veränderungen, Herr Klubobmann Scheibner? Ist das Ihre Vorstellung? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das sagt ja niemand!
Unsere Vorstellung, Herr Klubobmann Scheibner, sieht anders aus. Unsere Vorstellung, Herr Klubobmann Scheibner – wir haben auch versucht, das in den Regierungsverhandlungen mit der ÖVP klarzustellen –, wäre folgende: Nehmen wir uns die Zeit! Nehmen wir uns die Zeit, die es braucht, um eine für die Zukunft haltbare nachhaltige Veränderung im Pensionssystem, die aber auf dem Prinzip von sozialer Gerechtigkeit basiert, zu schaffen! Dazu braucht es Zeit. Zeit – und das kann nicht heißen: einmal im Ausschuss diskutieren, einmal im Plenum diskutieren, dann abstimmen im Juni, und vorbei ist die Gaudee. (Abg. Scheibner: Das sagt ja niemand!) Das kann es nicht sein, Herr Klubobmann Scheibner! Nehmen wir uns die Zeit, die es braucht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Unsere Vorstellung, Herr Klubobmann Scheibner, sieht anders aus. Unsere Vorstellung, Herr Klubobmann Scheibner – wir haben auch versucht, das in den Regierungsverhandlungen mit der ÖVP klarzustellen –, wäre folgende: Nehmen wir uns die Zeit! Nehmen wir uns die Zeit, die es braucht, um eine für die Zukunft haltbare nachhaltige Veränderung im Pensionssystem, die aber auf dem Prinzip von sozialer Gerechtigkeit basiert, zu schaffen! Dazu braucht es Zeit. Zeit – und das kann nicht heißen: einmal im Ausschuss diskutieren, einmal im Plenum diskutieren, dann abstimmen im Juni, und vorbei ist die Gaudee. (Abg. Scheibner: Das sagt ja niemand!) Das kann es nicht sein, Herr Klubobmann Scheibner! Nehmen wir uns die Zeit, die es braucht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ja, auch wir Grünen sagen, es braucht Änderungen im Pensionssystem. Und ich sage gleich dazu, Herr Klubobmann Scheibner, weil Sie eingefordert haben, wir sollten heute über unsere eigenen Pensionskonzepte, über das der Sozialdemokraten, über das der Grünen diskutieren: Ich hätte ganz gerne, dass die Bundesregierung ihr Pensionskonzept darlegt. Was wir haben, ist ein Pensionssicherungsgesetz, Herr Klubobmann Molterer, und Sie selbst haben angekündigt, dass die eigentliche Änderung, die Harmonisierung der Pensionssysteme, im Herbst erfolgen werde. – Wo ist denn Ihr Konzept dafür? Haben Sie uns das heute offen gelegt? – Nein! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie haben nicht zugehört!
Das heißt, wir diskutieren jetzt eine Pensionssicherungsreform mit weit reichenden Änderungen, aber wie Ihr zukünftiges Konzept aussieht, das verraten Sie nicht. (Abg. Scheibner: Sie haben nicht zugehört!) Aber über die Konzepte der Oppositionsparteien wollen Sie diskutieren. Unseres haben wir in den Verhandlungen mit der ÖVP zu diskutieren versucht, und dieses Konzept bedeutet nicht nur eine Existenzsicherung im Alter, sondern auch, dass der Bundeszuschuss für die Pensionssysteme nicht so wie in Ihrem Konzept, Herr Klubobmann Molterer, auf null und unter null heruntergefahren wird (Abg. Wattaul: Unter null geht auch?) – ich werde es Ihnen noch erklären –, sondern dass der Bund, aber auch die Länder, die ja auch Pensionsaufwendungen für ihre Landesbediensteten tragen, das Ausmaß an Zuschüssen, das sie heute haben, beibehalten. Nicht mehr, sondern beibehalten! (Abg. Mag. Molterer: Wir steigern es sogar!)
Abg. Wattaul: Unter null geht auch?
Das heißt, wir diskutieren jetzt eine Pensionssicherungsreform mit weit reichenden Änderungen, aber wie Ihr zukünftiges Konzept aussieht, das verraten Sie nicht. (Abg. Scheibner: Sie haben nicht zugehört!) Aber über die Konzepte der Oppositionsparteien wollen Sie diskutieren. Unseres haben wir in den Verhandlungen mit der ÖVP zu diskutieren versucht, und dieses Konzept bedeutet nicht nur eine Existenzsicherung im Alter, sondern auch, dass der Bundeszuschuss für die Pensionssysteme nicht so wie in Ihrem Konzept, Herr Klubobmann Molterer, auf null und unter null heruntergefahren wird (Abg. Wattaul: Unter null geht auch?) – ich werde es Ihnen noch erklären –, sondern dass der Bund, aber auch die Länder, die ja auch Pensionsaufwendungen für ihre Landesbediensteten tragen, das Ausmaß an Zuschüssen, das sie heute haben, beibehalten. Nicht mehr, sondern beibehalten! (Abg. Mag. Molterer: Wir steigern es sogar!)
Abg. Mag. Molterer: Wir steigern es sogar!
Das heißt, wir diskutieren jetzt eine Pensionssicherungsreform mit weit reichenden Änderungen, aber wie Ihr zukünftiges Konzept aussieht, das verraten Sie nicht. (Abg. Scheibner: Sie haben nicht zugehört!) Aber über die Konzepte der Oppositionsparteien wollen Sie diskutieren. Unseres haben wir in den Verhandlungen mit der ÖVP zu diskutieren versucht, und dieses Konzept bedeutet nicht nur eine Existenzsicherung im Alter, sondern auch, dass der Bundeszuschuss für die Pensionssysteme nicht so wie in Ihrem Konzept, Herr Klubobmann Molterer, auf null und unter null heruntergefahren wird (Abg. Wattaul: Unter null geht auch?) – ich werde es Ihnen noch erklären –, sondern dass der Bund, aber auch die Länder, die ja auch Pensionsaufwendungen für ihre Landesbediensteten tragen, das Ausmaß an Zuschüssen, das sie heute haben, beibehalten. Nicht mehr, sondern beibehalten! (Abg. Mag. Molterer: Wir steigern es sogar!)
Abg. Mag. Molterer: Das ist einfach grotesk falsch!
Herr Klubobmann Molterer! Würde ich Ihnen jetzt eine Graphik für das ASVG zeichnen, wo, glauben Sie, würde das ASVG liegen? – Bei minus 5 Prozent mindestens! Das heißt nichts anderes, Herr Klubobmann Molterer, als dass nach Ihrem Konzept – und das ist die eigentliche Tragik – die überwiegende Mehrzahl der Sozialversicherungsbezieher ab dem Jahr 2020, die nämlich im ASVG erfasst sind, alle bisherigen Bundeszuschüsse auch für die anderen Pensionssysteme mitzahlt. Es gibt ein Minus. (Abg. Mag. Molterer: Das ist einfach grotesk falsch!) Sie müssen sich die Zahlen, die das Amt der Oberösterreichischen Landesregierung errechnet hat, ansehen, dann würde Ihnen vielleicht auch schlecht ob des Ausmaßes an Raubbau bei den Pensionen, das Sie jetzt zu verantworten haben, Herr Klubobmann Molterer! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wissen Sie, wie viel der Bund im Jahr 2006 mehr zahlt? Er wird um mehr als 2 Milliarden € mehr zahlen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wissen Sie, wie viel der Bund im Jahr 2006 mehr zahlt? Er wird um mehr als 2 Milliarden € mehr zahlen!
Herr Klubobmann Molterer! Würde ich Ihnen jetzt eine Graphik für das ASVG zeichnen, wo, glauben Sie, würde das ASVG liegen? – Bei minus 5 Prozent mindestens! Das heißt nichts anderes, Herr Klubobmann Molterer, als dass nach Ihrem Konzept – und das ist die eigentliche Tragik – die überwiegende Mehrzahl der Sozialversicherungsbezieher ab dem Jahr 2020, die nämlich im ASVG erfasst sind, alle bisherigen Bundeszuschüsse auch für die anderen Pensionssysteme mitzahlt. Es gibt ein Minus. (Abg. Mag. Molterer: Das ist einfach grotesk falsch!) Sie müssen sich die Zahlen, die das Amt der Oberösterreichischen Landesregierung errechnet hat, ansehen, dann würde Ihnen vielleicht auch schlecht ob des Ausmaßes an Raubbau bei den Pensionen, das Sie jetzt zu verantworten haben, Herr Klubobmann Molterer! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wissen Sie, wie viel der Bund im Jahr 2006 mehr zahlt? Er wird um mehr als 2 Milliarden € mehr zahlen!)
Abg. Mag. Molterer: Sollen wir den Deckel wegnehmen oder was?
Einige Anmerkungen noch, Herr Klubobmann Molterer: 680 € macht die Durchschnittspension der Frauen aus. Ab dem Jahr 2028 gibt es nach Ihrem Konzept keine Deckelung der Verluste mehr; bis dahin maximal 10 Prozent. Das heißt aber auch, Sie geben zu, dass die Verluste höher sind als 10 Prozent, sonst bräuchten Sie sie nicht im Übergang mit 10 Prozent zu deckeln. (Abg. Mag. Molterer: Sollen wir den Deckel wegnehmen oder was?) Das heißt aber auch, dass ab 2028 die Verluste höher sein werden als 10 Prozent. Und das wird vor allem die Frauen betreffen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Einige Anmerkungen noch, Herr Klubobmann Molterer: 680 € macht die Durchschnittspension der Frauen aus. Ab dem Jahr 2028 gibt es nach Ihrem Konzept keine Deckelung der Verluste mehr; bis dahin maximal 10 Prozent. Das heißt aber auch, Sie geben zu, dass die Verluste höher sind als 10 Prozent, sonst bräuchten Sie sie nicht im Übergang mit 10 Prozent zu deckeln. (Abg. Mag. Molterer: Sollen wir den Deckel wegnehmen oder was?) Das heißt aber auch, dass ab 2028 die Verluste höher sein werden als 10 Prozent. Und das wird vor allem die Frauen betreffen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mag. Haupt.
Mich wundert das kurze Gedächtnis des Professors Marin. Er hat noch vor wenigen Wochen gesagt, die Nichtaufwertung der Aufwertungsfaktoren sei kalte Enteignung. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mag. Haupt.) Sie haben nichts geplant im Zusammenhang mit den Aufwertungsfaktoren, und deshalb ist Ihr Entwurf tatsächlich noch immer eine kalte Enteignung, ein Pensionsraub an den jüngeren Generationen, vor allem aber an den Frauen. Und das ist unverantwortlich! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Mich wundert das kurze Gedächtnis des Professors Marin. Er hat noch vor wenigen Wochen gesagt, die Nichtaufwertung der Aufwertungsfaktoren sei kalte Enteignung. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mag. Haupt.) Sie haben nichts geplant im Zusammenhang mit den Aufwertungsfaktoren, und deshalb ist Ihr Entwurf tatsächlich noch immer eine kalte Enteignung, ein Pensionsraub an den jüngeren Generationen, vor allem aber an den Frauen. Und das ist unverantwortlich! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Der Walch!
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Werter Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Werte Kolleginnen und Kollegen! Die Debatte ist schon sehr interessant. Schaut man, wer in diesem Haus am lautesten schreit, dann muss man sagen (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Der Walch!): eigentlich diejenigen, die dieses System verursacht haben.
Ruf bei der SPÖ: Dich haben sie sauber eingekocht!
Jetzt ist von der Koalition ein Konzept erarbeitet worden. Ich bin auch nicht ganz glücklich über gewisse Regelungen, aber ich weiß ganz genau: Wenn wir für unsere Jugendlichen, für unsere Nachkommen eine Pension sichern wollen, dann müssen wir jetzt etwas unternehmen! Grundvoraussetzung dafür ist für mich die Schaffung eines einheitlichen Pensionssystems in Österreich. (Ruf bei der SPÖ: Dich haben sie sauber eingekocht!)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Das kommt in nächster Zeit. Bis zum Herbst sind alle Anwesenden aufgefordert, inklusive der Sozialpartner ... (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Geh, Kollegin, schrei nicht so viel, das nützt nichts! Du könntest einmal deine Stimme verlieren. Sei eine Demokratin, wie wir es normalerweise gewohnt sind, und lass mich ausreden! (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.) Mich stört, wenn eine Person männlichen Geschlechts dreinredet, aber noch mehr, wenn Frauen das tun. (Rufe der Empörung bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Das kommt in nächster Zeit. Bis zum Herbst sind alle Anwesenden aufgefordert, inklusive der Sozialpartner ... (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Geh, Kollegin, schrei nicht so viel, das nützt nichts! Du könntest einmal deine Stimme verlieren. Sei eine Demokratin, wie wir es normalerweise gewohnt sind, und lass mich ausreden! (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.) Mich stört, wenn eine Person männlichen Geschlechts dreinredet, aber noch mehr, wenn Frauen das tun. (Rufe der Empörung bei der SPÖ und den Grünen.)
Rufe der Empörung bei der SPÖ und den Grünen.
Das kommt in nächster Zeit. Bis zum Herbst sind alle Anwesenden aufgefordert, inklusive der Sozialpartner ... (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Geh, Kollegin, schrei nicht so viel, das nützt nichts! Du könntest einmal deine Stimme verlieren. Sei eine Demokratin, wie wir es normalerweise gewohnt sind, und lass mich ausreden! (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.) Mich stört, wenn eine Person männlichen Geschlechts dreinredet, aber noch mehr, wenn Frauen das tun. (Rufe der Empörung bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Freiheitliche Handschrift ist die Schleifspur!
Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich muss euch wirklich bitten: Vergleicht den in Begutachtung entsandten Entwurf mit dem jetzt vorliegenden Vorschlag! – Dieser trägt wieder freiheitliche Handschrift. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Freiheitliche Handschrift ist die Schleifspur!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ und den Grünen: „Wahnsinn“!
Nächste Situation: Die berühmte „Hackler-Regelung“ – eine ungute Bezeichnung –, die vorzeitige Alterspension bei langen Beitragsjahren, bleibt bis 31. Dezember 2006 unverändert – mit allem Drum und Dran. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ und den Grünen: „Wahnsinn“!)
Abg. Reheis: Was zum Beispiel? – Abg. Öllinger: Sozialverunsicherungsminister!
Unser Sozialminister heißt nicht umsonst Sozialminister, er hat während der ÖVP-FPÖ-Regierung in Österreich wirklich viel geschafft. (Abg. Reheis: Was zum Beispiel? – Abg. Öllinger: Sozialverunsicherungsminister!) Heute hat sich zwar irgendjemand das Kindergeld oder die „Abfertigung neu“ auf seine Fahnen geheftet, aber das stimmt nicht. – All das waren Vorschläge der Freiheitlichen und sind auf Grund der Durchsetzungskraft der Freiheitlichen auch tatsächlich umgesetzt worden, kann ich nur sagen. Man sollte bei der Wahrheit bleiben. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Unser Sozialminister heißt nicht umsonst Sozialminister, er hat während der ÖVP-FPÖ-Regierung in Österreich wirklich viel geschafft. (Abg. Reheis: Was zum Beispiel? – Abg. Öllinger: Sozialverunsicherungsminister!) Heute hat sich zwar irgendjemand das Kindergeld oder die „Abfertigung neu“ auf seine Fahnen geheftet, aber das stimmt nicht. – All das waren Vorschläge der Freiheitlichen und sind auf Grund der Durchsetzungskraft der Freiheitlichen auch tatsächlich umgesetzt worden, kann ich nur sagen. Man sollte bei der Wahrheit bleiben. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Aber keine Frauenberufe!
Die Sozialpartner und wir alle gemeinsam sind aufgefordert, bis 2006 den neuen Vorschlag der Bundesregierung aufzugreifen, um für jene Leute, die einen besonders gesundheitsgefährdenden Arbeitsplatz haben, so zum Beispiel die Bauarbeiter, jene am Fließband, die Dachdecker und viele andere mehr (Abg. Dr. Lichtenberger: Aber keine Frauenberufe!) – auch für Frauenberufsgruppen –, ein System zu schaffen, wonach sie nach wie vor mit 60 beziehungsweise 55 Jahren in Pension gehen können. Ich ersuche euch, diese Chance wahrzunehmen! Ihr versprecht es immer vor den Toren oder bei Versammlungen. Nehmt einmal das ernst, was ihr versprecht, arbeitet mit und polemisiert nicht ständig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Sozialpartner und wir alle gemeinsam sind aufgefordert, bis 2006 den neuen Vorschlag der Bundesregierung aufzugreifen, um für jene Leute, die einen besonders gesundheitsgefährdenden Arbeitsplatz haben, so zum Beispiel die Bauarbeiter, jene am Fließband, die Dachdecker und viele andere mehr (Abg. Dr. Lichtenberger: Aber keine Frauenberufe!) – auch für Frauenberufsgruppen –, ein System zu schaffen, wonach sie nach wie vor mit 60 beziehungsweise 55 Jahren in Pension gehen können. Ich ersuche euch, diese Chance wahrzunehmen! Ihr versprecht es immer vor den Toren oder bei Versammlungen. Nehmt einmal das ernst, was ihr versprecht, arbeitet mit und polemisiert nicht ständig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
zent Abschlag zu rechnen haben. – Derartige Lügen zu verbreiten ist unverantwortlich! Es ist unverantwortlich, wie man in Österreich derzeit mit Gefühlen von Menschen, die in nächster Zeit in Pension gehen, umgeht! (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Abg. Mag. Wurm: ... der Ministerrat ...!
Freunde, so stelle ich mir eine Politik in Österreich nicht vor! Wenn es gerechtfertigt ist, können wir über alles reden (Abg. Mag. Wurm: ... der Ministerrat ...!), aber lest zuerst einmal dieses Programm! Lest dieses Programm und überlegt genau – so wie ich gesagt habe: Lesen – denken – sprechen! (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Helfen wir zusammen, damit die Pensionen in Österreich gesichert sind! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Freunde, so stelle ich mir eine Politik in Österreich nicht vor! Wenn es gerechtfertigt ist, können wir über alles reden (Abg. Mag. Wurm: ... der Ministerrat ...!), aber lest zuerst einmal dieses Programm! Lest dieses Programm und überlegt genau – so wie ich gesagt habe: Lesen – denken – sprechen! (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Helfen wir zusammen, damit die Pensionen in Österreich gesichert sind! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Freunde, so stelle ich mir eine Politik in Österreich nicht vor! Wenn es gerechtfertigt ist, können wir über alles reden (Abg. Mag. Wurm: ... der Ministerrat ...!), aber lest zuerst einmal dieses Programm! Lest dieses Programm und überlegt genau – so wie ich gesagt habe: Lesen – denken – sprechen! (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Helfen wir zusammen, damit die Pensionen in Österreich gesichert sind! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Falsch! Falsch!
Diese „Hackler-Regelung“ lautet – und nun passen Sie gut auf! –: Auch in nächster Zeit gehen Männer mit 60, Frauen mit 55 Jahren in Pension. – „Hurra!“, schreien alle. – Was Sie ihnen nicht dazusagen, ist, um wie viel die Pension gekürzt sein wird: Bei Männern wird sie auf 65 Prozent gekürzt, und bei Frauen wird sie auf 57 Prozent gekürzt. (Rufe bei den Freiheitlichen: Falsch! Falsch!) Das ist Ihr Pensionskürzungskonzept, das trägt Ihre Handschrift (neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und Zwischenrufe bei der ÖVP), und das werden auch Sie verantworten müssen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und Zwischenrufe bei der ÖVP
Diese „Hackler-Regelung“ lautet – und nun passen Sie gut auf! –: Auch in nächster Zeit gehen Männer mit 60, Frauen mit 55 Jahren in Pension. – „Hurra!“, schreien alle. – Was Sie ihnen nicht dazusagen, ist, um wie viel die Pension gekürzt sein wird: Bei Männern wird sie auf 65 Prozent gekürzt, und bei Frauen wird sie auf 57 Prozent gekürzt. (Rufe bei den Freiheitlichen: Falsch! Falsch!) Das ist Ihr Pensionskürzungskonzept, das trägt Ihre Handschrift (neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und Zwischenrufe bei der ÖVP), und das werden auch Sie verantworten müssen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Diese „Hackler-Regelung“ lautet – und nun passen Sie gut auf! –: Auch in nächster Zeit gehen Männer mit 60, Frauen mit 55 Jahren in Pension. – „Hurra!“, schreien alle. – Was Sie ihnen nicht dazusagen, ist, um wie viel die Pension gekürzt sein wird: Bei Männern wird sie auf 65 Prozent gekürzt, und bei Frauen wird sie auf 57 Prozent gekürzt. (Rufe bei den Freiheitlichen: Falsch! Falsch!) Das ist Ihr Pensionskürzungskonzept, das trägt Ihre Handschrift (neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und Zwischenrufe bei der ÖVP), und das werden auch Sie verantworten müssen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir haben es bereits mehrfach gesagt: Halten Sie doch inne! Halten Sie doch inne im Interesse der Menschen dieses Landes! – Sie selbst wollen im Herbst eine Pensionsreform, eine Harmonisierung durchführen. Ich frage Sie: Warum dann heute diese Maßnahmen? – Ich kann es Ihnen schon sagen: Weil sich – und Herr Kollege Öllinger hat es ja gezeigt – diese so genannte Pensionsreform im Budgetbegleitgesetz befindet, und wenn sie nicht eine einseitige Budgetbeschaffungsmaßnahme wäre oder sein sollte, dann bräuchte sie auch nicht in diesem Budgetbegleitgesetz enthalten zu sein und dann hätten wir auch Zeit, über den Sommer – alle Fraktionen hier in diesem Haus gemeinsam mit den Sozialpartnern – eine sachliche Diskussion zu führen und das zu tun, was auch Herr Kollege Öllinger und andere Vorredner sehr deutlich gesagt haben, nämlich dafür zu sorgen, dass ab dem Jahr 2015 die so genannte Babyboom-Generation auch noch mit akzeptablen Pensionen in Pension gehen kann. Darum geht es nämlich – und nicht um diese Geldbeschaffungsaktion, die Sie hier planen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Silhavy: ... bis 2028!
Bundesminister Dr. Bartenstein: Was? Was?) Sie haben die Frauen eindeutig wieder vergessen, denn das, was wirklich notwendig wäre, berücksichtigen Sie weder in diesem Pensionskonzept noch sonst irgendwo. Was ist es denn, das es ausmacht, dass man zu einer fairen und vernünftigen Pension kommt? – Durchgängige Versicherungszeiten! Das ist zunächst die große Überschrift, das brauchen wir! Das heißt aber auch, dass wir den Frauen genauso wie ihren männlichen Kollegen die Chance geben müssen, dementsprechend beschäftigt sein zu können. Und dazu braucht es Rahmenbedingungen! Wir haben hier in diesem Haus schon Hunderttausende Male über die Kinderbetreuungseinrichtungen gesprochen. Wir haben davon gesprochen, wie wichtig Arbeitsmarktmaßnahmen sind, damit Frauen dafür fit gemacht werden, auch nach der Kinderpause zurück in den Beruf zu finden. – Das alles ist für Sie aber nicht wichtig. Sie kürzen die Pensionen ganz besonders bei den Frauen, und heute präsentieren Sie sich als die großen „Retter in der Not“, indem Sie bei den Kindererziehungszeiten noch ein kleines Schräublein drehen. (Abg. Silhavy: ... bis 2028!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Was drehen Sie denn da an diesem Schräublein? – Das sollten wir den Frauen schon auch deutlich sagen. Sie legen nämlich fest, dass tatsächlich der Durchrechnungszeitraum gedeckelt wird, aber irgendwann! Das heißt, das, was Sie heute vorschlagen, greift im Jahr 2020 oder danach. Und auch das, was Sie vorgeschlagen haben, nämlich die Ausdehnung der pensionsbegründenden Zeiten von 18 auf 24 Beitragsmonate, Frau Staatssekretärin Haubner – weil Sie mir sehr aufmerksam zuhören, was mich sehr freut –, gilt erst für jene Generation – so steht es in Ihren Gesetzen –, die heute das Kindergeld bezieht. Es gilt nicht für jene Frauen, die in den letzten 20 Jahren Kinder betreut haben, sondern jene Frauen, die jetzt Kinder betreuen, haben dann vielleicht Glück und können diese Kindererziehungszeiten lukrieren. – Das ist die Diskriminierung und die Benachteiligung, die die Handschrift der ÖVP und der Freiheitlichen trägt! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Donabauer: Warum haben Sie das nicht gemacht?
Das wären unsere Vorschläge, aber das interessiert Sie nicht sehr. (Abg. Donabauer: Warum haben Sie das nicht gemacht?) – Das kann ich Ihnen gerne sagen. Ich werde gerne darauf eingehen. – Sie haben die sukzessiven Maßnahmen, die darauf ausgerichtet waren, dass Frauen durchgängige Versicherungszeiten haben, jäh unterbrochen, ganz abrupt unterbrochen. Können Sie sich erinnern, wann zum letzten Mal die Kindererziehungszeiten aufgewertet wurden? Könne Sie sich noch daran erinnern? – Es liegt lange zurück, ich gebe es ja zu. Das war im Jahr 1998! Da ist das letzte Mal unter Lore Hostasch aufgewertet worden. (Abg. Donabauer: Und vorher? Und vorher?) – Sie aber haben seither den Frauen immer nur die Karotte hingehalten, und immer, wenn sie danach gegriffen haben, haben Sie sie ihnen wieder weggezogen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Donabauer.)
Abg. Donabauer: Und vorher? Und vorher?
Das wären unsere Vorschläge, aber das interessiert Sie nicht sehr. (Abg. Donabauer: Warum haben Sie das nicht gemacht?) – Das kann ich Ihnen gerne sagen. Ich werde gerne darauf eingehen. – Sie haben die sukzessiven Maßnahmen, die darauf ausgerichtet waren, dass Frauen durchgängige Versicherungszeiten haben, jäh unterbrochen, ganz abrupt unterbrochen. Können Sie sich erinnern, wann zum letzten Mal die Kindererziehungszeiten aufgewertet wurden? Könne Sie sich noch daran erinnern? – Es liegt lange zurück, ich gebe es ja zu. Das war im Jahr 1998! Da ist das letzte Mal unter Lore Hostasch aufgewertet worden. (Abg. Donabauer: Und vorher? Und vorher?) – Sie aber haben seither den Frauen immer nur die Karotte hingehalten, und immer, wenn sie danach gegriffen haben, haben Sie sie ihnen wieder weggezogen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Donabauer.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Donabauer.
Das wären unsere Vorschläge, aber das interessiert Sie nicht sehr. (Abg. Donabauer: Warum haben Sie das nicht gemacht?) – Das kann ich Ihnen gerne sagen. Ich werde gerne darauf eingehen. – Sie haben die sukzessiven Maßnahmen, die darauf ausgerichtet waren, dass Frauen durchgängige Versicherungszeiten haben, jäh unterbrochen, ganz abrupt unterbrochen. Können Sie sich erinnern, wann zum letzten Mal die Kindererziehungszeiten aufgewertet wurden? Könne Sie sich noch daran erinnern? – Es liegt lange zurück, ich gebe es ja zu. Das war im Jahr 1998! Da ist das letzte Mal unter Lore Hostasch aufgewertet worden. (Abg. Donabauer: Und vorher? Und vorher?) – Sie aber haben seither den Frauen immer nur die Karotte hingehalten, und immer, wenn sie danach gegriffen haben, haben Sie sie ihnen wieder weggezogen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Donabauer.)
Beifall bei der SPÖ.
Das wären nachhaltige Konzepte, meine Damen und Herren! – Sie haben sich diese nicht einmal angehört, Sie haben uns nicht zu Diskussionen eingeladen, Sie werden das wahrscheinlich auch in den Ausschüssen nicht tun. Aber eines ist sicher: Die Bevölkerung ist nicht so dumm, wie Sie sie gerne darstellen möchten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Sie können noch so schöne Worte finden, sich noch so schöne Ausreden erdenken: Die Bevölkerung spürt das, sie merkt es – und sie wird Ihnen die Rechnung dafür präsentieren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Heinisch-Hosek: ... ein Beispiel! – Abg. Krainer: Ein Beispiel, bitte! Ein Beispiel, bitte! Das war ziemlich verschossenes Pulver!
Richtig ist hingegen, dass alle eventuell im Vergleich kürzenden Maßnahmen, insbesondere aber auch deren Begrenzung durch die Deckelung, für Männer und Frauen gleichermaßen gelten, aber dass durch die Höherbewertung und Pensionsbegründung von Kindererziehungszeiten sowie durch die Abrechnung von Kindererziehungszeiten aus dem Durchrechnungszeitraum gerade Frauenpensionen gegenüber anderen in Zukunft bevorzugt werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Heinisch-Hosek: ... ein Beispiel! – Abg. Krainer: Ein Beispiel, bitte! Ein Beispiel, bitte! Das war ziemlich verschossenes Pulver!)
Ruf bei der SPÖ: Die Dosierung ist falsch!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Fakten sind klar: Niemand bestreitet die Notwendigkeit dieser Pensionsreform, denn, meine Damen und Herren (Ruf bei der SPÖ: Die Dosierung ist falsch!), viel zu lange hat man mit der notwendigen Anpassung gewartet, hat Reformen verschoben und hat, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, mit Lügenbriefen an die Pensionisten den Menschen etwas vorgemacht! (Ruf bei der SPÖ: Wer? – Abg. Krainer: Schüssel!)
Ruf bei der SPÖ: Wer? – Abg. Krainer: Schüssel!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Fakten sind klar: Niemand bestreitet die Notwendigkeit dieser Pensionsreform, denn, meine Damen und Herren (Ruf bei der SPÖ: Die Dosierung ist falsch!), viel zu lange hat man mit der notwendigen Anpassung gewartet, hat Reformen verschoben und hat, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, mit Lügenbriefen an die Pensionisten den Menschen etwas vorgemacht! (Ruf bei der SPÖ: Wer? – Abg. Krainer: Schüssel!)
Abg. Dr. Gusenbauer erhebt sich von seinem Platz und begibt sich zu Abg. Nürnberger
Jetzt wundern Sie sich, dass die Menschen überrascht sind vom Umfang und von der Tiefe der Einschnitte, die notwendig sind. Sie haben nicht einmal das Verantwortungsbewusstsein, wenigstens jetzt, angesichts der Notwendigkeit dieser Maßnahmen, diese mit uns mitzutragen. Nein, Herr Kollege Gusenbauer (Abg. Dr. Gusenbauer erhebt sich von seinem Platz und begibt sich zu Abg. Nürnberger) – auch wenn Sie jetzt den Saal verlassen; nein, Sie bleiben ja, wie ich sehe, doch da! –, Sie machen dort weiter, wo Ihre Vorgänger aufgehört haben. Wenn Sie mir das nicht glauben, dann darf ich Ihnen vorlesen, was Kollege Zankl Ihnen in der heutigen Ausgabe der „Kleinen Zeitung“ ausrichtet, indem er schreibt:
Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.
„Was Alfred Gusenbauer ... präsentierte, war kein Jahrtausendentwurf, sondern eine Propagandabroschüre für Mai-Kundgebungen.“ (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
„Was Gusenbauer nun vorlegte, ist ein Schlag ins Gesicht der Jungen – und aller, die nur ein bisschen rechnen können.“ (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Verzetnitsch: Das, was wir mit der Wirtschaftskammer ausgemacht haben!
Und was macht der ÖGB, Herr Verzetnitsch, Herr Nürnberger? – Sie missbrauchen Ihre schärfste Waffe (Abg. Verzetnitsch: Das, was wir mit der Wirtschaftskammer ausgemacht haben!), das Streikrecht! – Das haben Sie nicht mit der Wirtschaftskammer ausgemacht. Erzählen Sie keinen Schmarren! (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) – Sie missbrauchen dieses Streikrecht für die Durchsetzung politischer – nicht betrieblicher, nicht tariflicher, sondern politischer Anliegen. Und ich sage Ihnen: Hier in diesem Hohen Haus, meine Herren, ist der Platz für politische Auseinandersetzung – und nicht in unseren Betrieben und auch nicht auf der Straße! (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.
Und was macht der ÖGB, Herr Verzetnitsch, Herr Nürnberger? – Sie missbrauchen Ihre schärfste Waffe (Abg. Verzetnitsch: Das, was wir mit der Wirtschaftskammer ausgemacht haben!), das Streikrecht! – Das haben Sie nicht mit der Wirtschaftskammer ausgemacht. Erzählen Sie keinen Schmarren! (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) – Sie missbrauchen dieses Streikrecht für die Durchsetzung politischer – nicht betrieblicher, nicht tariflicher, sondern politischer Anliegen. Und ich sage Ihnen: Hier in diesem Hohen Haus, meine Herren, ist der Platz für politische Auseinandersetzung – und nicht in unseren Betrieben und auch nicht auf der Straße! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und was macht der ÖGB, Herr Verzetnitsch, Herr Nürnberger? – Sie missbrauchen Ihre schärfste Waffe (Abg. Verzetnitsch: Das, was wir mit der Wirtschaftskammer ausgemacht haben!), das Streikrecht! – Das haben Sie nicht mit der Wirtschaftskammer ausgemacht. Erzählen Sie keinen Schmarren! (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) – Sie missbrauchen dieses Streikrecht für die Durchsetzung politischer – nicht betrieblicher, nicht tariflicher, sondern politischer Anliegen. Und ich sage Ihnen: Hier in diesem Hohen Haus, meine Herren, ist der Platz für politische Auseinandersetzung – und nicht in unseren Betrieben und auch nicht auf der Straße! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig: „Erst“?
Aber ich kann die diesbezüglich Besorgten beruhigen und ihnen versichern: Es wurde darauf Bedacht genommen. Wir heben das Pensionsantrittsalter schrittweise, in einem Zeitraum von zehn Jahren erst an, und wir beginnen erst am 1. Juli nächsten Jahres damit. (Abg. Dr. Glawischnig: „Erst“?) Und außerdem – und das wird gerne negiert – bescheinigt uns das Wifo beziehungsweise es sagt uns voraus, dass uns bereits im Jahre 2008 auf dem Arbeitsmarkt etwa 165 000 Arbeitskräfte fehlen werden! (Abg. Öllinger: Das wissen Sie jetzt?) Das heißt, diese Maßnahme auf der einen Seite und diese Situation auf der anderen Seite wirken zur selben Zeit in dieselbe Richtung: Die eine wird durch die andere kompensiert. Es entsteht durch diese Maßnahme also nicht nur kein Problem, sondern per saldo bleibt immer noch ein zusätzlicher Arbeitskräftebedarf bestehen.
Abg. Öllinger: Das wissen Sie jetzt?
Aber ich kann die diesbezüglich Besorgten beruhigen und ihnen versichern: Es wurde darauf Bedacht genommen. Wir heben das Pensionsantrittsalter schrittweise, in einem Zeitraum von zehn Jahren erst an, und wir beginnen erst am 1. Juli nächsten Jahres damit. (Abg. Dr. Glawischnig: „Erst“?) Und außerdem – und das wird gerne negiert – bescheinigt uns das Wifo beziehungsweise es sagt uns voraus, dass uns bereits im Jahre 2008 auf dem Arbeitsmarkt etwa 165 000 Arbeitskräfte fehlen werden! (Abg. Öllinger: Das wissen Sie jetzt?) Das heißt, diese Maßnahme auf der einen Seite und diese Situation auf der anderen Seite wirken zur selben Zeit in dieselbe Richtung: Die eine wird durch die andere kompensiert. Es entsteht durch diese Maßnahme also nicht nur kein Problem, sondern per saldo bleibt immer noch ein zusätzlicher Arbeitskräftebedarf bestehen.
Abg. Öllinger: Aber nicht mehr, wenn er in der Blockzeit drinnen war!
Meine Damen und Herren! Viele meiner Freunde in der Wirtschaft machen sich auch Sorgen über die Folgen für ihre Mitarbeiter bei der Altersteilzeit. Ich kann auch diese beruhigen: Die Altersteilzeit wird verlängert, und wer schon einen solchen Vertrag hat, kann zum geplanten Zeitpunkt in Pension gehen. (Abg. Öllinger: Aber nicht mehr, wenn er in der Blockzeit drinnen war!)
Abg. Dr. Fischer: ... „Schluss der Debatte!“ Das habt ihr schon einmal gemacht!
Meine Damen und Herren! Ich gehöre selbst zu jener Gruppe, die eine längst fällige Harmonisierung aller Pensionssysteme haben will. Das ist die größte Herausforderung für uns alle in den nächsten Monaten. Aber nicht das Verschleppen von Reformen ist angesagt, und daher richte ich auch den Appell an alle, nicht aus der heute hier zur Diskussion stehenden Reform politisches Kleingeld zu schlagen, sondern an der zweiten Etappe auch wirklich konstruktiv mitzuwirken. (Abg. Dr. Fischer: ... „Schluss der Debatte!“ Das habt ihr schon einmal gemacht!)
Abg. Dr. Fischer: ...! Zum Verzetnitsch haben Sie gesagt, das ist ein Schmarr’n, und da reden Sie so ...!
Daher mein Appell vor allem an die sozialdemokratischen Gewerkschafter: Akzeptieren Sie bitte das, was Bernd Marin uns attestiert hat: dass in dem vorliegenden Entwurf substantielle Veränderungen und Verbesserungen gemacht worden sind. Verlassen Sie die Straße, kehren Sie zurück an den Verhandlungstisch, lassen Sie unsere Betriebe in Ruhe arbeiten und beschädigen Sie nicht und gefährden Sie nicht dort Arbeitsplätze! Nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr, liebe Kolleginnen und Kollegen von den Gewerkschaften, so, wie Sie dies auch damals bei der „Abfertigung neu“ gezeigt haben. Sie können es! Nehmen Sie Ihre Verantwortung auch jetzt bei der Harmonisierung der Pensionssysteme wahr und wirken Sie daran mit! (Abg. Dr. Fischer: ...! Zum Verzetnitsch haben Sie gesagt, das ist ein Schmarr’n, und da reden Sie so ...!)
Abg. Mandak: Das ist unangenehm!
mit dem Thema Pensionsreform. (Abg. Mandak: Das ist unangenehm!) Man mag nicht derselben Meinung sein, was die Wahrung der Lufthoheit, was die Verteidigung der Neutralität, was die Erfüllung des Verfassungsauftrages betrifft. Aber es ist intellektuell einigermaßen unterfordernd, wenn Sie dann hergehen und 2 Milliarden € angebliche Einsparung aus der Pensionsreform – was natürlich nie und nimmer stimmt (Abg. Dr. Glawischnig: Es ist Oberösterreich, das das ausgerechnet hat!) –, wenn Sie die jährliche Einsparung aus der Pensionsreform gleichsetzen mit einer einmaligen Investition, die hier stattfinden soll. (Abg. Öllinger: Ihr Landeshauptmann hat das ausrechnen lassen!)
Abg. Dr. Glawischnig: Es ist Oberösterreich, das das ausgerechnet hat!
mit dem Thema Pensionsreform. (Abg. Mandak: Das ist unangenehm!) Man mag nicht derselben Meinung sein, was die Wahrung der Lufthoheit, was die Verteidigung der Neutralität, was die Erfüllung des Verfassungsauftrages betrifft. Aber es ist intellektuell einigermaßen unterfordernd, wenn Sie dann hergehen und 2 Milliarden € angebliche Einsparung aus der Pensionsreform – was natürlich nie und nimmer stimmt (Abg. Dr. Glawischnig: Es ist Oberösterreich, das das ausgerechnet hat!) –, wenn Sie die jährliche Einsparung aus der Pensionsreform gleichsetzen mit einer einmaligen Investition, die hier stattfinden soll. (Abg. Öllinger: Ihr Landeshauptmann hat das ausrechnen lassen!)
Abg. Öllinger: Ihr Landeshauptmann hat das ausrechnen lassen!
mit dem Thema Pensionsreform. (Abg. Mandak: Das ist unangenehm!) Man mag nicht derselben Meinung sein, was die Wahrung der Lufthoheit, was die Verteidigung der Neutralität, was die Erfüllung des Verfassungsauftrages betrifft. Aber es ist intellektuell einigermaßen unterfordernd, wenn Sie dann hergehen und 2 Milliarden € angebliche Einsparung aus der Pensionsreform – was natürlich nie und nimmer stimmt (Abg. Dr. Glawischnig: Es ist Oberösterreich, das das ausgerechnet hat!) –, wenn Sie die jährliche Einsparung aus der Pensionsreform gleichsetzen mit einer einmaligen Investition, die hier stattfinden soll. (Abg. Öllinger: Ihr Landeshauptmann hat das ausrechnen lassen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das ist beschämend! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich bin eigentlich froh, Herr Kollege Van der Bellen, dass Sie nicht mehr Lehrer beziehungsweise Professor am BWZ sind, denn sonst müsste ich mir ehrlich gesagt langsam überlegen, meine Tochter von dort herauszunehmen, weil mir mein Geld zu schade dafür wäre, sie dort ausbilden zu lassen, denn ich befürchte, sie würde dort in Betriebswirtschaft sehr, sehr wenig lernen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das ist beschämend! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Richtig! Richtig!
Parallel dazu beschließen Sie einen der radikalsten Einschnitte in das Pensionssystem, ohne auch nur irgendwie rot zu werden, ohne mit der Wimper zu zucken, und verkaufen das alles auch noch unter dem Titel „Pensionssicherungsreform“! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Richtig! Richtig!)
Abg. Mag. Molterer: „So genannte“?
Das ist gegenüber der Bevölkerung extrem unfair. Sie argumentieren in ein Bewusstsein hinein, das vorhanden ist – viele Leute sagen, es müsse etwas geschehen –, aber Sie nennen den Menschen nicht die wahren Zahlen. Mit dem Totschlagargument der Bevölkerungsentwicklung begründen Sie einen der radikalsten Einschnitte, angesichts dessen selbst der so genannte Rechnungshofpräsident (Abg. Mag. Molterer: „So genannte“?), der sicher jemand ist, der immer nach Effizienz und Wirtschaftlichkeit strebt (Abg. Mag. Molterer: Nicht „so genannte“!), einer der „Obersparmeister der Republik“, gesagt hat: Nicht notwendig! Härten, die vermeidbar sind!
Abg. Mag. Molterer: Nicht „so genannte“!
Das ist gegenüber der Bevölkerung extrem unfair. Sie argumentieren in ein Bewusstsein hinein, das vorhanden ist – viele Leute sagen, es müsse etwas geschehen –, aber Sie nennen den Menschen nicht die wahren Zahlen. Mit dem Totschlagargument der Bevölkerungsentwicklung begründen Sie einen der radikalsten Einschnitte, angesichts dessen selbst der so genannte Rechnungshofpräsident (Abg. Mag. Molterer: „So genannte“?), der sicher jemand ist, der immer nach Effizienz und Wirtschaftlichkeit strebt (Abg. Mag. Molterer: Nicht „so genannte“!), einer der „Obersparmeister der Republik“, gesagt hat: Nicht notwendig! Härten, die vermeidbar sind!
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.
Das verkaufen Sie unter dem Trugbild „Pensionssicherung“. Das ist sehr, sehr unfair gegenüber der Bevölkerung! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Mag. Molterer: Ich habe mir gedacht, die Grünen denken an die Jugend! – Offensichtlich gar nicht!
notwendig sind und immer noch die große Frage im Raum steht: Warum müssen wir jetzt jährlich 2 Milliarden € einsparen? (Abg. Mag. Molterer: Ich habe mir gedacht, die Grünen denken an die Jugend! – Offensichtlich gar nicht!)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.
Wozu ist das tatsächlich notwendig? – Damit Sie dann am Ende der Legislaturperiode eine Steuerreform machen können, die Sie als Geschenk an Ihre Klientel für die bevorstehenden Wahlen verteilen? Ist das der tatsächliche Grund? – Sie haben zu diesem Argument heute noch nichts gesagt. Ich möchte einmal ernsthaft wissen: Wozu sind diese Brutalitäten jetzt in dieser Form notwendig, wenn der Bundeszuschuss nachweislich sinkt? (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Viele Menschen lassen sich jetzt aber nicht mehr Sand in die Augen streuen, und ich habe volles Verständnis für die Menschen, die nicht im Parlament sitzen, die keine anderen Möglichkeiten haben, sich in irgendeiner Form zu artikulieren, als jetzt Protest zum Ausdruck zu bringen. Ich finde das völlig in Ordnung, und ich unterstütze auch diese Maßnahmen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Die wir wahrnehmen!
Herr Klubobmann Molterer! Sie haben heute sehr viel von Verantwortung gesprochen – von Verantwortung, die Sie den Menschen abverlangen (Abg. Mag. Molterer: Die wir wahrnehmen!), Verantwortung gegenüber den künftigen Pensionsbeziehern. – Ich fordere einmal Ihre Verantwortung ein: erstens die Verantwortung, ganz präzise die konkreten Zahlen auf den Tisch zu legen – und nicht immer nur so global mit Verantwortung zu argumentieren – und dann den sanftesten Weg zu wählen, durch den wir das Pensionssystem tatsächlich mittelfristig sichern können.
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf bei der ÖVP.
Ich fordere von Ihnen die Verantwortung, nicht nur Budgetentlastung als Ziel zu verfolgen, sondern auch bestehende Ungerechtigkeiten einmal anzugehen. Die Frauenfrage ist heute schon sehr oft angesprochen worden. Warum ist das kein Ziel einer Pensionsreform? Warum sind die bestehenden Ungleichheiten für Sie so selbstverständlich? Die setzen wir halt einfach fort, das Schlimmste ist jetzt ohnedies weg, sagen Sie heute. Warum ist es kein Ziel, diese Ungerechtigkeiten abzubauen? (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf bei der ÖVP.) Das ist ein hilfloser Versuch, etwas zu beschönigen, was nicht zu beschönigen ist. Es tut mir wirklich Leid. Ich wünsche Ihnen, dass Sie im nächsten Leben als Krankenschwester wieder geboren werden, mit Geburtsjahr 1948, und dann versuchen, 45 Beitragsjahre zusammenzubringen. Viel Vergnügen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich fordere von Ihnen die Verantwortung, nicht nur Budgetentlastung als Ziel zu verfolgen, sondern auch bestehende Ungerechtigkeiten einmal anzugehen. Die Frauenfrage ist heute schon sehr oft angesprochen worden. Warum ist das kein Ziel einer Pensionsreform? Warum sind die bestehenden Ungleichheiten für Sie so selbstverständlich? Die setzen wir halt einfach fort, das Schlimmste ist jetzt ohnedies weg, sagen Sie heute. Warum ist es kein Ziel, diese Ungerechtigkeiten abzubauen? (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf bei der ÖVP.) Das ist ein hilfloser Versuch, etwas zu beschönigen, was nicht zu beschönigen ist. Es tut mir wirklich Leid. Ich wünsche Ihnen, dass Sie im nächsten Leben als Krankenschwester wieder geboren werden, mit Geburtsjahr 1948, und dann versuchen, 45 Beitragsjahre zusammenzubringen. Viel Vergnügen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich fordere Verantwortung auch, was die berühmten Politikerpensionen betrifft. Auch hier gibt es keine präzisen, konkreten Vorschläge. Das erschöpft sich in Bekenntnissen wie: Ja, da muss etwas getan werden. – Was mich so wundert: Wenn Sie den Menschen in Österreich die zweite und die dritte Säule so sehr anpreisen – das ist ja alles so „ursuper“! –, dann frage ich mich, warum Sie so lange brauchen, um die so genannten Altpolitiker in das neue System überzuführen, in dem sie mit der zweiten und dritten Säule doch eigentlich eine sehr gute Ausgangsbasis für die Zukunft hätten. Das ist doch Ihrer Meinung nach ein wunderbares System! Also warum diesbezüglich nicht schon heute ein konkretes Modell vorlegen? (Beifall bei den Grünen.) – Ich habe den Eindruck, das hätten Sie überhaupt vergessen, hätte es nicht massive Intervention von Seiten der Oppositionsparteien gegeben.
Abg. Scheibner: Aber durch Nichtnachbesetzung!
Jetzt noch zu zwei Gruppen, die besonders betroffen sind. Die Frauen waren heute schon ein Thema, aber ich möchte endlich einmal dieses Märchen, dass das den Jungen etwas nützt, ein bisschen entkräften. Was hier, mit all den Schritten, die sonst noch geplant sind, an kumulierten Maßnahmen vorgelegt wird! – Ich nenne hier nur die Abbaumaßnahmen im öffentlichen Dienst – 35 000 Beamte werden abgebaut! (Abg. Scheibner: Aber durch Nichtnachbesetzung!) – oder auch die Frage der Abschaffung der Frühpension im Zusammenhang mit dem fehlenden Arbeitsplatzangebot. Wen trifft denn das? Sie sagen jetzt: Die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden wir schützen, wir werden für sie die Lohnnebenkosten senken. – Aber glauben Sie nicht, dass das einen gewissen Verdrängungswettbewerb hervorruft? Glauben Sie nicht, dass, wenn man bei der Wurst vorne etwas wegschneidet, hinten etwas
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Reheis.
fehlt, dass das irgendjemanden treffen wird? (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Reheis.) Wer, glauben Sie, ist das?
Abg. Steibl: Aber geh!
Und bei den Frauen ist das ein sehr, sehr trauriges Kapitel. Die letzten vier Jahre waren verlorene Jahre. (Abg. Steibl: Aber geh!) Es ist eine peinliche Situation, dass wir im EU-Vergleich auf den letzten Platz zurückgerutscht sind, was die Schere zwischen Männer- und Fraueneinkommen betrifft. Das ist das Ergebnis der blau-schwarzen Frauenpolitik der letzten Jahre! Ich finde es hochnotpeinlich, dass niemand von der Regierungsbank aufsteht und sagt: Unser wichtigstes Ziel bei der Pensionsreform ist, diese Ungleichheiten endlich einmal in Angriff zu nehmen! – Da wird irgendwie hantiert mit einer Erhöhung der Kinderbetreuungszeiten von 18 auf 24 Monate, und dann wiederum nur für die Kindergeldbezieherinnen – Generationen von Frauen, die vorher Kinder erzogen haben, vielleicht auch Männer, schauen dabei durch die Finger. Ich frage mich, wo Ihr Gerechtigkeitssinn ist. Den haben Sie, den haben vor allem die Freiheitlichen auf dem Weg in die Regierung verloren, restlos verloren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Langsam, langsam, langsam! Seien Sie nicht so böse heute!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Langsam, langsam, langsam! Seien Sie nicht so böse heute!
Und bei den Frauen ist das ein sehr, sehr trauriges Kapitel. Die letzten vier Jahre waren verlorene Jahre. (Abg. Steibl: Aber geh!) Es ist eine peinliche Situation, dass wir im EU-Vergleich auf den letzten Platz zurückgerutscht sind, was die Schere zwischen Männer- und Fraueneinkommen betrifft. Das ist das Ergebnis der blau-schwarzen Frauenpolitik der letzten Jahre! Ich finde es hochnotpeinlich, dass niemand von der Regierungsbank aufsteht und sagt: Unser wichtigstes Ziel bei der Pensionsreform ist, diese Ungleichheiten endlich einmal in Angriff zu nehmen! – Da wird irgendwie hantiert mit einer Erhöhung der Kinderbetreuungszeiten von 18 auf 24 Monate, und dann wiederum nur für die Kindergeldbezieherinnen – Generationen von Frauen, die vorher Kinder erzogen haben, vielleicht auch Männer, schauen dabei durch die Finger. Ich frage mich, wo Ihr Gerechtigkeitssinn ist. Den haben Sie, den haben vor allem die Freiheitlichen auf dem Weg in die Regierung verloren, restlos verloren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Langsam, langsam, langsam! Seien Sie nicht so böse heute!)
Heiterkeit
Ich bin heute sehr böse, weil mich das tatsächlich sehr ärgert. Und Ihnen wünsche ich ein anderes Frauenschicksal, dass Sie als Frau wieder geboren werden (Heiterkeit), aber im letzten Jahrhundert, nicht in diesem, nämlich in den sechziger Jahren. (Abg. Scheibner: Ich wünsche Ihnen ein Männerschicksal, denn das wäre auf jeden Fall ein Verlust!)
Abg. Scheibner: Ich wünsche Ihnen ein Männerschicksal, denn das wäre auf jeden Fall ein Verlust!
Ich bin heute sehr böse, weil mich das tatsächlich sehr ärgert. Und Ihnen wünsche ich ein anderes Frauenschicksal, dass Sie als Frau wieder geboren werden (Heiterkeit), aber im letzten Jahrhundert, nicht in diesem, nämlich in den sechziger Jahren. (Abg. Scheibner: Ich wünsche Ihnen ein Männerschicksal, denn das wäre auf jeden Fall ein Verlust!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Eine Ungleichbehandlung ist das!
Sie setzen sich darüber einfach hinweg! Sie werden das, wie ich befürchte, am 4. Juni einfach einfachgesetzlich beschließen und setzen sich damit über Verfassungsrecht hinweg! Sie setzen sich über EU-Recht hinweg, das verbietet, indirekte Diskriminierungen für Frauen weiter zu vervielfältigen, was Sie pausenlos tun. Das ist Ihnen alles Wurscht – und deswegen bin ich heute so böse, Herr Scheibner, ganz einfach! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Eine Ungleichbehandlung ist das!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Wie die Durchrechnung!
Ich habe mir noch nicht alle Verbesserungen angesehen, die Sie heute beschlossen haben, aber eine davon ist ein echter Witz, muss ich sagen – Herr Bundesminister Bartenstein hat sie uns beim Eingang schon dargelegt –, nämlich dass die Anrechnung bei der Bemessung der Kindererziehungszeiten in Etappen erfolgen soll. Eine Verbesserung wird in Etappen gemacht, und die Gesamtetappe umfasst sage und schreibe 25 Jahre! – Das ist wirklich ein Witz. Wie können Sie das den Frauen zumuten? Warum können Sie eine Verbesserung nicht sofort, gleichzeitig mit den Einschnitten in Kraft treten lassen? Nein, das geht bis zum Jahr 2028! – Ich bin fassungslos, wirklich. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Wie die Durchrechnung!) Das soll eine Verbesserung sein? – Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein, es tut mir wirklich Leid.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
beschließen dieses entsetzliche Ding an Grausamkeiten nicht. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Wittauer.
Frau Abgeordnete Glawischnig! Es ist absolut unfair und ich hätte es von Ihnen auch nicht erwartet, dass Sie hier behaupten, es seien hier keine konkreten Zahlen zur Politikerbezugsregelung genannt worden. Sie wissen genau, dass wir von der Regierung im Interesse einer gemeinsamen Regelung heute darauf verzichtet haben, Ihnen hier quasi die Dinge vorzugeben. Aber Sie wissen ganz genau, dass sowohl bei der Dauer als auch bei der Höhe der Bezugsfortzahlung, als auch beim Solidaritätsopfer und beim vollen Nachvollzug gerade diese Regierungsfraktionen mit Ihnen vollinhaltlich Hand in Hand gehen wollen. Verbreiten Sie hier nicht Unwahrheiten! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Wittauer.)
Abg. Öllinger: Doch!
Sie behaupten, es sei hier eine nachhaltige Verschlechterung für Frauen vorgesehen. – Das ist einfach nicht richtig. (Abg. Öllinger: Doch!) Dadurch, dass wir 24 Monate als pensionsbegründend vorsehen – im Unterschied zu früher, da gab es das überhaupt nicht – und pro Kind drei Jahre bei der Durchrechnung abziehen, ist eine absolut gerechtfertigte Bevorzugung der Frauen gegeben; und das ist für uns selbstverständlich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie behaupten, es sei hier eine nachhaltige Verschlechterung für Frauen vorgesehen. – Das ist einfach nicht richtig. (Abg. Öllinger: Doch!) Dadurch, dass wir 24 Monate als pensionsbegründend vorsehen – im Unterschied zu früher, da gab es das überhaupt nicht – und pro Kind drei Jahre bei der Durchrechnung abziehen, ist eine absolut gerechtfertigte Bevorzugung der Frauen gegeben; und das ist für uns selbstverständlich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Lunacek: Die Einkommensschere ...!
sein soll. Wir sind jenes Land innerhalb der Europäischen Union, das als letztes die Gleichziehung des Pensionsantrittsalters für Männer und Frauen vorsehen wird, und zwar im Jahr 2028. (Abg. Mag. Lunacek: Die Einkommensschere ...!) Behaupten Sie daher nicht, dass wir mit dieser Maßnahme, die an der Ungleichbehandlung, an der positiven Diskriminierung sozusagen, der Bevorzugung der Frauen überhaupt nichts ändert, internationales Recht verletzen. In diesem Punkt ist Ihr Misstrauen absolut nicht gerechtfertigt, Frau Abgeordnete! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
sein soll. Wir sind jenes Land innerhalb der Europäischen Union, das als letztes die Gleichziehung des Pensionsantrittsalters für Männer und Frauen vorsehen wird, und zwar im Jahr 2028. (Abg. Mag. Lunacek: Die Einkommensschere ...!) Behaupten Sie daher nicht, dass wir mit dieser Maßnahme, die an der Ungleichbehandlung, an der positiven Diskriminierung sozusagen, der Bevorzugung der Frauen überhaupt nichts ändert, internationales Recht verletzen. In diesem Punkt ist Ihr Misstrauen absolut nicht gerechtfertigt, Frau Abgeordnete! (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei den Grünen: Redezeit!
Da Sie Ihr Misstrauen damit begründen (Rufe bei den Grünen: Redezeit!), dass künftige Generationen mit Einkommenseinbußen von 40 und mehr Prozent belastet sind (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen), Frau Abgeordnete, möchte ich Ihnen ausdrücklich sagen: Das ist nicht wahr! Durch die Deckelungen, die wir einführen, werden abnehmend 15 Prozent „Deckel“ eingeführt bei den Abschlägen (Rufe bei der SPÖ: Redezeit!) und ein maximaler „Deckel“ von 10 Prozent. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen
Da Sie Ihr Misstrauen damit begründen (Rufe bei den Grünen: Redezeit!), dass künftige Generationen mit Einkommenseinbußen von 40 und mehr Prozent belastet sind (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen), Frau Abgeordnete, möchte ich Ihnen ausdrücklich sagen: Das ist nicht wahr! Durch die Deckelungen, die wir einführen, werden abnehmend 15 Prozent „Deckel“ eingeführt bei den Abschlägen (Rufe bei der SPÖ: Redezeit!) und ein maximaler „Deckel“ von 10 Prozent. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der SPÖ: Redezeit!
Da Sie Ihr Misstrauen damit begründen (Rufe bei den Grünen: Redezeit!), dass künftige Generationen mit Einkommenseinbußen von 40 und mehr Prozent belastet sind (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen), Frau Abgeordnete, möchte ich Ihnen ausdrücklich sagen: Das ist nicht wahr! Durch die Deckelungen, die wir einführen, werden abnehmend 15 Prozent „Deckel“ eingeführt bei den Abschlägen (Rufe bei der SPÖ: Redezeit!) und ein maximaler „Deckel“ von 10 Prozent. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da Sie Ihr Misstrauen damit begründen (Rufe bei den Grünen: Redezeit!), dass künftige Generationen mit Einkommenseinbußen von 40 und mehr Prozent belastet sind (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen), Frau Abgeordnete, möchte ich Ihnen ausdrücklich sagen: Das ist nicht wahr! Durch die Deckelungen, die wir einführen, werden abnehmend 15 Prozent „Deckel“ eingeführt bei den Abschlägen (Rufe bei der SPÖ: Redezeit!) und ein maximaler „Deckel“ von 10 Prozent. (Beifall bei der ÖVP.)
anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel (fortsetzend): Letzter Satz: Sie behaupten, dass der Bundesbeitrag sinken wird. – Die Wahrheit ist: Das stimmt nicht. Im Jahr 2000 waren es 10 Milliarden € (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ), im Jahr 2006 werden es 12 Milliarden €, im Jahr 2012 18 Milliarden €, im Jahr 2022 24 Milliarden € sein. Ihr Misstrauen ist daher absolut nicht gerechtfertigt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel (fortsetzend): Letzter Satz: Sie behaupten, dass der Bundesbeitrag sinken wird. – Die Wahrheit ist: Das stimmt nicht. Im Jahr 2000 waren es 10 Milliarden € (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ), im Jahr 2006 werden es 12 Milliarden €, im Jahr 2012 18 Milliarden €, im Jahr 2022 24 Milliarden € sein. Ihr Misstrauen ist daher absolut nicht gerechtfertigt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
150-prozentigen Ausgleichszulage angerechnet – auch in Zukunft nach Ihrem Vorschlag –, und das ist eine Benachteiligung der Frauen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Genau so ist es!
Und wenn Sie sagen, das, was jetzt gemacht wird, sei Pensionsraub an den Jüngeren (Abg. Öllinger: Genau so ist es!), dann sage ich Ihnen: Dann, wenn nichts gemacht würde, wäre es Pensionsraub, denn dann würde es zu keiner Sicherung der Pensionen kommen. Das müssen Sie einfach einmal zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Nein, Sie sollten sich auch mit Zahlen beschäftigen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Nein, Sie sollten sich auch mit Zahlen beschäftigen!
Und wenn Sie sagen, das, was jetzt gemacht wird, sei Pensionsraub an den Jüngeren (Abg. Öllinger: Genau so ist es!), dann sage ich Ihnen: Dann, wenn nichts gemacht würde, wäre es Pensionsraub, denn dann würde es zu keiner Sicherung der Pensionen kommen. Das müssen Sie einfach einmal zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Nein, Sie sollten sich auch mit Zahlen beschäftigen!)
Abg. Öllinger: Na geh!
Wenn es so wäre, wie Sie es sich vorstellen, dann sollten wir am besten überhaupt nichts verändern (Abg. Öllinger: Na geh!), alle bekämen noch einmal 100 € auf ihre Pension drauf – das wäre am allerschönsten, und das würden wir uns auch wünschen. Aber wir wissen, wir können nur das tun, was machbar und was möglich ist. (Abg. Öllinger: Lesen – denken – reden!)
Abg. Öllinger: Lesen – denken – reden!
Wenn es so wäre, wie Sie es sich vorstellen, dann sollten wir am besten überhaupt nichts verändern (Abg. Öllinger: Na geh!), alle bekämen noch einmal 100 € auf ihre Pension drauf – das wäre am allerschönsten, und das würden wir uns auch wünschen. Aber wir wissen, wir können nur das tun, was machbar und was möglich ist. (Abg. Öllinger: Lesen – denken – reden!)
Abg. Öllinger: Ich bin auch überrascht, aber über den Marin!
Ich weiß schon, dass Sie das nicht gerne hören und nicht gerne lesen, aber es ist eben sehr viel mit eingearbeitet worden. Und es ist jetzt sogar so gut, dass Professor Marin, der einer der größten Kritiker war, heute im „Mittagsjournal“ gesagt hat, er sei „überrascht“ – ich zitiere ihn – „über das Ausmaß der Abmilderungen“ und hätte das nicht erwartet. (Abg. Öllinger: Ich bin auch überrascht, aber über den Marin!) – Auch Sie sind überrascht. (Abg. Öllinger: Über den Marin!) Sie sehen, es ist hier möglich, sehr wohl etwas zu erreichen.
Abg. Öllinger: Über den Marin!
Ich weiß schon, dass Sie das nicht gerne hören und nicht gerne lesen, aber es ist eben sehr viel mit eingearbeitet worden. Und es ist jetzt sogar so gut, dass Professor Marin, der einer der größten Kritiker war, heute im „Mittagsjournal“ gesagt hat, er sei „überrascht“ – ich zitiere ihn – „über das Ausmaß der Abmilderungen“ und hätte das nicht erwartet. (Abg. Öllinger: Ich bin auch überrascht, aber über den Marin!) – Auch Sie sind überrascht. (Abg. Öllinger: Über den Marin!) Sie sehen, es ist hier möglich, sehr wohl etwas zu erreichen.
Abg. Öllinger: Das glaubt doch Ihre eigene Fraktion nicht! Ihre eigene Fraktion glaubt das nicht!
Professor Marin sagt weiter, er hätte es nicht erwartet, denn wenn man nachrechnet, kommt man auf über 30 Prozent an Einsparungen, die plötzlich nicht mehr in der geplanten Form stattfinden sollen. – Das ist sensationell. (Abg. Öllinger: Das glaubt doch Ihre eigene Fraktion nicht! Ihre eigene Fraktion glaubt das nicht!) Es ist gut, dass es die Möglichkeit gegeben hat, Verbesserungen in den Entwurf einzuarbeiten. Ich denke, auch Sie müssen anerkennen, dass das gemacht wurde. Ich weiß schon, es kann nie genug sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Professor Marin sagt weiter, er hätte es nicht erwartet, denn wenn man nachrechnet, kommt man auf über 30 Prozent an Einsparungen, die plötzlich nicht mehr in der geplanten Form stattfinden sollen. – Das ist sensationell. (Abg. Öllinger: Das glaubt doch Ihre eigene Fraktion nicht! Ihre eigene Fraktion glaubt das nicht!) Es ist gut, dass es die Möglichkeit gegeben hat, Verbesserungen in den Entwurf einzuarbeiten. Ich denke, auch Sie müssen anerkennen, dass das gemacht wurde. Ich weiß schon, es kann nie genug sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Dann tragen Sie Ihren Teil dazu bei!
Aber jeder Tag, den wir länger warten, ist einfach problematisch, denn er führt dazu, dass die zukünftigen Pensionen irgendwann einmal nicht mehr gesichert sind. (Abg. Öllinger: Dann tragen Sie Ihren Teil dazu bei!) Sie wissen selbst, dass sich das Verhältnis derer, die einzahlen, geändert hat. Drei haben früher für einen eingezahlt, in der Zukunft wird es so sein, dass ein aktiv Arbeitender für einen Pensionisten zahlen wird müssen. Ein Arbeitender soll mit seinem Beitrag für einen Pensionisten zahlen. Sagen Sie mir, wie Sie das ermöglichen wollen, wie Sie
Abg. Öllinger: Aber schon vor zwei Jahren!
das garantieren wollen! – Sie lächeln, aber Sie von den Grünen haben keinerlei Vorschläge präsentiert darüber, wie Sie es sich vorstellen. (Abg. Öllinger: Aber schon vor zwei Jahren!) Nein, aber ein Misstrauensantrag, das war Ihre Idee, nur: Das ist ein bisschen zu wenig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
das garantieren wollen! – Sie lächeln, aber Sie von den Grünen haben keinerlei Vorschläge präsentiert darüber, wie Sie es sich vorstellen. (Abg. Öllinger: Aber schon vor zwei Jahren!) Nein, aber ein Misstrauensantrag, das war Ihre Idee, nur: Das ist ein bisschen zu wenig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Was ist denn das FPÖ-Modell?
Besser als die Grünen hat es die SPÖ gemacht, sie hat wenigstens ein Konzept angekündigt, das nach langen Berechnungen und Überlegungen präsentiert wurde. (Abg. Dr. Glawischnig: Was ist denn das FPÖ-Modell?) Und jetzt werden die Streikmaßnahmen, die angekündigt werden, unterstützt. (Abg. Öllinger: Wo sind Ihre Vorstellungen?)
Abg. Öllinger: Wo sind Ihre Vorstellungen?
Besser als die Grünen hat es die SPÖ gemacht, sie hat wenigstens ein Konzept angekündigt, das nach langen Berechnungen und Überlegungen präsentiert wurde. (Abg. Dr. Glawischnig: Was ist denn das FPÖ-Modell?) Und jetzt werden die Streikmaßnahmen, die angekündigt werden, unterstützt. (Abg. Öllinger: Wo sind Ihre Vorstellungen?)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Ich finde es besonders infam, dass sogar Altpolitiker wie ein Charly Blecha, der von der SPÖ kommt, zu Streikdemonstrationen aufrufen. Er sagt, Österreichs Pensionisten sind demonstrationsbereit. – Das ist wirklich infam. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Ihm ist wohl entgangen – er streut da den Pensionisten Sand in die Augen –, dass es für aktive Pensionen keinerlei Beeinträchtigungen gibt, denn diese sind gesichert. Wenn er sich als Senioren- und Pensionistenvertreter hinstellt und sagt: Hier muss demonstriert werden!, dann streut er den Pensionisten wirklich Sand in die Augen.
Abg. Dr. Glawischnig: Sie sind ja mit ihm einer Meinung, Sie wollen ja in bestehende Pensionen nicht eingreifen! Sie unterstützen ja Herrn Blecha!
Ich habe hier eine Tafel, auf der steht, wie viel Ihr Kollege an Pensionen erhält, nämlich 12 554 € – im Gegensatz zu einer Mindestpension von 613 € –; das erhält Kollege Blecha. (Die Rednerin zeigt eine Aufstellung.) Und dieser ruft dazu auf, er erdreistet sich, dazu aufzurufen, dass es Streiks der Pensionisten geben soll – das ist wirklich infam! (Abg. Dr. Glawischnig: Sie sind ja mit ihm einer Meinung, Sie wollen ja in bestehende Pensionen nicht eingreifen! Sie unterstützen ja Herrn Blecha!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Kollegen von der SPÖ! Sie sollten in Ihren Bereichen, beim ÖGB, harmonisieren und all die Dinge, die für den Herbst geplant sind, in Ihren eigenen Bereichen machen, bei Ihren eigenen Pfründen einmal sauber machen und sich an die ASVG-Regelungen anschließen und an die geplante Harmonisierung anpassen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Dr. Glawischnig: Wie viel bringt das?
Wir Freiheitlichen haben in diesen Entwurf die Verbesserungen für die Frauen eingebracht. Und man kann nicht vom Tisch wischen, dass für die Frauen in Zukunft drei Jahre pro Kind im Durchrechnungszeitraum angerechnet werden. Das ist eine Verbesserung für die Frauen (Abg. Dr. Glawischnig: Wie viel bringt das?), und das können Sie nicht einfach vom Tisch wischen und sagen: Das gibt es nicht, das ist nicht! (Abg. Öllinger: Abgerechnet, nicht „angerechnet“! – Ich müsste Sie schon wieder tatsächlich berichtigen! Aber es ist falsch, was Sie hier sagen!) Und dass die pensionsbegründenden Zeiten von 18 auf 24 Monate erhöht werden, ist auch Faktum, ist auch am Tisch und ist eine Verbesserung für die Frauen.
Abg. Öllinger: Abgerechnet, nicht „angerechnet“! – Ich müsste Sie schon wieder tatsächlich berichtigen! Aber es ist falsch, was Sie hier sagen!
Wir Freiheitlichen haben in diesen Entwurf die Verbesserungen für die Frauen eingebracht. Und man kann nicht vom Tisch wischen, dass für die Frauen in Zukunft drei Jahre pro Kind im Durchrechnungszeitraum angerechnet werden. Das ist eine Verbesserung für die Frauen (Abg. Dr. Glawischnig: Wie viel bringt das?), und das können Sie nicht einfach vom Tisch wischen und sagen: Das gibt es nicht, das ist nicht! (Abg. Öllinger: Abgerechnet, nicht „angerechnet“! – Ich müsste Sie schon wieder tatsächlich berichtigen! Aber es ist falsch, was Sie hier sagen!) Und dass die pensionsbegründenden Zeiten von 18 auf 24 Monate erhöht werden, ist auch Faktum, ist auch am Tisch und ist eine Verbesserung für die Frauen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Wir würden sehr gerne Verbesserungen hören!
Sie können so viel tatsächlich berichtigen, wie Sie wollen, es wird nichts helfen, denn Sie müssen auch einmal draufkommen, dass es hier sehr wohl Verbesserungen gibt, auch wenn Sie es nicht hören wollen, nicht hören können und nicht sehen wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Wir würden sehr gerne Verbesserungen hören!)
Abg. Öllinger: Wo? Wer?
Natürlich müssen auch die Politikerpensionen mit einbezogen werden – da haben Sie in uns wirkliche Partner! Wir haben schon vor vier Wochen ... (Abg. Öllinger: Wo? Wer?) – Ihr Klub-
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Wir wollen die Anhebung – das habe ich schon vor vier Wochen seitens der Freiheitlichen präsentiert – des Politiker-Pensionsantrittsalters auf 65 Jahre. Ich denke, damit werden wohl alle einverstanden sein! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.
Und wir wollen eine Solidarabgabe, und da erwarte ich mir auch eine Solidarabgabe – wieder für Sie, von der SPÖ (die Rednerin zeigt eine Tafel) – von Ihrem Ex-Minister Löschnak, der selbst sagt, für ihn komme eine Solidarabgabe nicht in Frage. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.) – Löschnak! Das betrifft Sie nicht so, das betrifft die Kollegen von der linken Seite.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Eine Forderung nach Eingriffen in Politikerpensionen ist unerklärlich, damit verlässt man den Rechtsstaat, sagt Löschnak. – Sie jedoch fordern eine Solidarabgabe! Was will die SPÖ wirklich: Wollen Sie eine Solidarabgabe für alle, auch für Ihre Politiker, oder nur für einzelne andere, aber nicht für die eigene Klientel? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Es ist Ihr Taferl, schauen Sie es sich an, das ist nämlich das Sittenbild der SPÖ. Wenn es darum geht, in die eigenen Bereiche einzugreifen, ist das ein Schlag ins Gesicht der „kleinen Leute“; auch 12 000 € Polit-Pension. – Das ist das Ergebnis Ihrer Gesetze.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir Freiheitlichen wollen der Jugend die Pensionen garantieren, wir wollen für die Pensionisten die Pensionen sichern, und wir wollen für alle soziale Härten vermeiden und eine Ausgewogenheit herbeiführen, damit wir die Pensionen, aber auch eine sichere Zukunft für ganz Österreich garantieren können – und das werden wir. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Das Ergebnis der Vorlage, die Sie heute präsentiert haben, ist, dass sich das um keinen einzigen Cent ändert! Die Beträge bleiben so, wie sie nach dem Entwurf waren. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Herr Bundeskanzler! Das Angebot der Sozialpartner steht. Nehmen Sie mit uns den Dialog auf! Wir sind bereit, wie wir es mit den Arbeitgebern ausgemacht haben – in der Substanz hat sich nichts verändert, Herr Abgeordneter Mitterlehner –, bis 30. September etwas Vernünftiges zu machen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Wenn nicht, tragen Sie, Herr Bundeskanzler, die Verantwortung für die Aktionen in den kommenden Wochen. (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Bundeskanzler! Das Angebot der Sozialpartner steht. Nehmen Sie mit uns den Dialog auf! Wir sind bereit, wie wir es mit den Arbeitgebern ausgemacht haben – in der Substanz hat sich nichts verändert, Herr Abgeordneter Mitterlehner –, bis 30. September etwas Vernünftiges zu machen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Wenn nicht, tragen Sie, Herr Bundeskanzler, die Verantwortung für die Aktionen in den kommenden Wochen. (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Der Beifall bei der SPÖ für den Abgeordneten Nürnberger hält noch immer an.
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! (Der Beifall bei der SPÖ für den Abgeordneten Nürnberger hält noch immer an.) – Danke für den Applaus! Danke für den Applaus für diese Bundesregierung!
Abg. Öllinger: Nicht immer die gleiche Leier!
Die Notwendigkeit einer raschen und greifenden Pensionssicherungsreform ist nahezu unbestritten – außer bei den Abgeordneten der SPÖ und der Grünen, wahrscheinlich auch deshalb, weil sie selbst noch immer kein logisches Konzept haben (Abg. Öllinger: Nicht immer die gleiche Leier!) und Angst machen, denn Angst machen ist einfacher, als Lösungen anzubieten. Nein zu sagen ist zu wenig! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Notwendigkeit einer raschen und greifenden Pensionssicherungsreform ist nahezu unbestritten – außer bei den Abgeordneten der SPÖ und der Grünen, wahrscheinlich auch deshalb, weil sie selbst noch immer kein logisches Konzept haben (Abg. Öllinger: Nicht immer die gleiche Leier!) und Angst machen, denn Angst machen ist einfacher, als Lösungen anzubieten. Nein zu sagen ist zu wenig! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen! Die heute im Ministerrat beschlossene Pensionssicherungsreform ist eine Zukunftssicherung, die fair und gerecht ist. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Behauptungen wie zum Beispiel jene der SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl kann ich nicht nachvollziehen. Sie sagt, Frauen würden offenbar dafür bestraft, dass sie mehr Zeit für Kinderbetreuung aufwenden. – Das ist schlichtweg falsch!
Abg. Öllinger: Ja, in Schritten, in Schrittchen, in kleinsten Schrittchen!
weiters wird die Bemessungsgrundlage für die Kindererziehungszeiten von heute 650 € in Schritten um 2 Prozent pro Jahr erhöht. (Abg. Öllinger: Ja, in Schritten, in Schrittchen, in kleinsten Schrittchen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Und da Kollegin Prammer in ihrer Rede gemeint hat, die Bevölkerung sei nicht so dumm, wie wir glauben, möchte ich darauf antworten: Die Bevölkerung weiß, insbesondere junge Mütter und Väter, was ein Generationenvertrag bedeutet, und ist dafür, dass gerecht und nachhaltig gehandelt wird, wie diese Bundesregierung nunmehr dieses Pensionssicherungssystem vorgeschlagen hat. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Was ist ein „beamtisches Vorleben“?
Herr Bundesminister, zu dieser geforderten und notwendigen Sensibilität in den Fragen der Personalauswahl: In anderen Zuständigkeitsbereichen beziehungsweise Sachgebieten gibt es ja Ähnliches aus Ihrem Ressort zu berichten, wo eben die Qualifikation, die Frage sozusagen des beamtischen Vorlebens von Damen und Herren MitarbeiterInnen Ihres Ressorts, die von Ihnen in bestimmte Positionen gehievt wurden, mehr als fraglich ist. (Abg. Mag. Molterer: Was ist ein „beamtisches Vorleben“?) – Das ist der eine Punkt dieser Diskussion, dieser Besprechung Ihrer Anfragebeantwortung.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Der Oberste Gerichtshof hat in dieser seiner Entscheidung sogar eine Wortwahl getroffen, über die ich wirklich ziemlich überrascht war, und zwar positiv überrascht. Wörtlich schrieb er, der Staat dürfe nicht damit „spekulieren“, dass ihm private Organisationen die Sorge für Hilfsbedürftige abnehmen. – Das tun Sie jedoch ständig! So wie andere auf der Börse spekulieren, spekulieren Sie mit dem guten Herzen der Christinnen und Christen in unserem Lande, eben von Caritas, Diakonie, „Volkshilfe“ und anderer! Es handelt sich im Übrigen nicht nur um christlich motivierte Organisationen, die auf diesem Gebiete tätig sind. Jedenfalls spekulieren Sie damit, dass diese „das Geschäft schon übernehmen werden“. – Und das ist unredlich, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Es geht nicht an, dass Sie in einer ignoranten Art und Weise, wie Sie sie in den letzten Tagen gezeigt haben, gar nichts sagen beziehungsweise sagen: Was interessiert das Innenministerium ein Revisionsurteil des Obersten Gerichtshofes?! Wir bleiben bei der Bundesbetreuungsrichtlinie, die schlicht und einfach aussagt: Wenn einer aus Armenien kommt, gibt es für ihn, ganz egal, ob er hilfsbedürftig ist, ob er mittellos ist, ob er alle Kriterien des Bundesbetreuungsgesetzes erfüllt oder nicht, keine Betreuung durch die Republik. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das Parlament wird Sie zu dieser Diskussion zwingen, und wir werden als grüne Fraktion alles tun, dass das neue Asylgesetz nicht husch-pfusch hier behandelt, sondern inhaltlich diskutiert wird, dass Experten herangezogen werden und wir uns die Expertise jener, die in diesem Bereich arbeiten, auch zu Nutze machen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Um das eine darf ich Sie aber auch bitten: Wenn es nur um nebulose Vorhaltungen geht, dann darf ich Sie bitten, dass Sie solche nebulosen Vorhaltungen unterlassen, denn das haben sich unsere Beamten nicht verdient, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist eine substantielle Änderung der von Ihnen da und dort zu Recht angekreideten Migrations- und Asylpolitik der letzten 15 Jahre. Das hat sich in den letzten drei Jahren grundsätzlich verändert. Wir befinden uns hier genau in der Mitte des europäischen Entscheidungsprozesses, des europäischen Mainstreams. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Nur ein Satz zu dieser OGH-Entscheidung: Es ist ein Erkenntnis zu einem Einzelfall, der sich 1996 zugetragen hat, und es ist eine Rückweisung zum Erstgericht. Mehr ist es nicht! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Bundesminister! Es ist bezeichnend: Sie haben bis heute nicht auf diese Situation reagiert, Sie haben die Situation durch Ihren Sprecher herunterspielen lassen und gemeint: Warten wir einmal ab, was da weiter passiert! Zweifellos hat aber die Entscheidung des OGH zur Folge, dass es in Zukunft nicht mehr so einfach sein wird, die Aufnahme von Flüchtlingen in die Bundesbetreuung abzulehnen. Das heißt, die Zahl der Flüchtlinge, die in die Bundesbetreuung gehen, wird zwangsläufig steigen. Daher wäre es vorsorglich gewesen, wenn man darauf reagiert und entsprechende Konzepte vorgelegt hätte, aber das haben Sie nicht getan. Das lässt tief blicken, Herr Bundesminister, und das passt zur Linie, wie Sie mit Menschen umgehen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Sehr billig! Sehr billig!
Ich gehe deshalb, weil Sie dieses Instrumentarium missbraucht haben, auf Ihre Ausführungen überhaupt nicht ein, sondern ich gehe auf Ihre Anfrage ein, die mich schon empört hat, als ich sie gelesen habe, als Sie sie eingebracht haben. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Sehr billig! Sehr billig!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Was war denn in den letzten Jahren?
Folgendes möchte ich Ihnen auch noch sagen: Gerade wir Politiker, die wir nie vor solchen Gerüchten gefeit sind, bei denen immer wieder Denunziationen versucht werden – was mir schon alles über einzelne Kollegen erzählt wurde: von ihrem Privatleben, von ihrem Berufsleben und so weiter! –, sollten ganz entschieden dagegen sein und nicht solche Anfragen stellen, wenn uns solch unbewiesene Gerüchte zugespielt werden. (Abg. Gradwohl: Was war denn in den letzten Jahren?)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Ich werde Ihnen etwas sagen: Wenn mir jemand so ein Gerücht erzählt – auch über Sie! –, dann sage ich, dass ich mit dem Kollegen, mit dem Abgeordneten darüber reden werde, um zu prüfen, ob das stimmt oder nicht. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Bevor ich das getan habe, würde ich niemals eine schriftliche Anfrage an den Minister stellen. (Abg. Gradwohl: Jetzt auf einmal! Was war denn in den letzten Jahren?) Nein, nicht „jetzt auf einmal“, sondern schon immer! Das ist mein Grundsatz! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Jetzt auf einmal! Was war denn in den letzten Jahren?
Ich werde Ihnen etwas sagen: Wenn mir jemand so ein Gerücht erzählt – auch über Sie! –, dann sage ich, dass ich mit dem Kollegen, mit dem Abgeordneten darüber reden werde, um zu prüfen, ob das stimmt oder nicht. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Bevor ich das getan habe, würde ich niemals eine schriftliche Anfrage an den Minister stellen. (Abg. Gradwohl: Jetzt auf einmal! Was war denn in den letzten Jahren?) Nein, nicht „jetzt auf einmal“, sondern schon immer! Das ist mein Grundsatz! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich werde Ihnen etwas sagen: Wenn mir jemand so ein Gerücht erzählt – auch über Sie! –, dann sage ich, dass ich mit dem Kollegen, mit dem Abgeordneten darüber reden werde, um zu prüfen, ob das stimmt oder nicht. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Bevor ich das getan habe, würde ich niemals eine schriftliche Anfrage an den Minister stellen. (Abg. Gradwohl: Jetzt auf einmal! Was war denn in den letzten Jahren?) Nein, nicht „jetzt auf einmal“, sondern schon immer! Das ist mein Grundsatz! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben uns noch gefehlt im Parlament! Sie haben uns wirklich noch gefehlt! Es kommt nichts Besseres nach!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Minister! Zu den Ausführungen meiner Vorrednerin darf ich – fast schon als tatsächliche Berichtigung – anmerken, dass rechtskräftige Bescheide kein „Gerücht“ sind! Das ist schon ein kleiner Unterschied! Und im Übrigen kann man das erschöpfend behandeln mit dem Sprichwort: „Wie der Schelm ist, so denkt er!“ (Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben uns noch gefehlt im Parlament! Sie haben uns wirklich noch gefehlt! Es kommt nichts Besseres nach!)
Bundesminister Dr. Strasser: Keine Verdächtigungen, sondern Tatsachen! Das ist ein kleiner Unterschied!
Zur Anfrage selbst und zu Herrn Minister Strasser, der ja einmal im Geruch gestanden ist, bei der Caritas in die Lehre gegangen zu sein, und der sich seither offensichtlich jeden Tag redlich bemüht, das Gegenteil zu beweisen. Es ist schon merkwürdig, wenn Herr Minister Strasser sagt: Kommen Sie doch bitte und nennen Sie mir alle Merkwürdigkeiten, die Ihnen auffallen! – Fast im gleichen Atemzug meinte er dann allerdings: Ja aber, Frau Abgeordnete Stoisits, diese Anfrage kann ich Ihnen leider nicht beantworten; das geht nicht! – Na was jetzt?! Fragen wird man ja wohl noch stellen können. (Bundesminister Dr. Strasser: Keine Verdächtigungen, sondern Tatsachen! Das ist ein kleiner Unterschied!)
Bundesminister Dr. Strasser: Vier Wochen!
Daher ist es natürlich nicht irrelevant, nachzufragen, welche leitenden Beamten es in diesem Ressort gibt, die weisungsgebunden agieren, und welche Politik in diesem Ressort betrieben wird. Angekündigt wurde ja bereits die Vorlage eines neuen Asylgesetz-Entwurfs – ich bin gespannt, wie ausführlich die Diskussion darüber sein wird, vor allem, wie lange die Begutachtungsfrist sein wird (Bundesminister Dr. Strasser: Vier Wochen!) beziehungsweise ob das von der Tendenz her so sein wird wie bei der vergangenen Diskussion mit den NGOs, wo sich die „Diskussion“ – unter Anführungszeichen –, der „Dialog“, der immer eingefordert wird, darauf beschränkt hat, 40 Powerpoint-Folien zu zeigen, und dann hieß es: Schluss!, und zwar noch bevor es Stellungnahmen dazu gab.
Beifall bei den Grünen
Man darf gespannt sein, was in dieser Gesetzesvorlage stehen wird und ob die Befürchtungen, die das UNHCR bereits gehegt hat, zutreffen, denn dann hätten wir einen neuen Notstand in der Asylpolitik Österreichs (Beifall bei den Grünen), wenn nämlich daran gedacht sein sollte, eine Beschleunigung der Verfahren ohne Aufstockung des Personals zu erzielen, ohne Ausbau der Möglichkeiten für Asylwerberinnen und Asylwerber, bereits in erster Instanz ihre Rechte geltend zu machen und die Möglichkeit zu haben, auch danach noch Asylgründe anzugeben.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Nehmen Sie bitte den Gedanken mit, dass hinter jedem Bescheid ein Mensch mit seinem Leben steht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Abgeordnete Bleckmann meinte hier, es sei „infam“, wenn ein Pensionistenvertreter nach dem alten Pensionssystem eine hohe Politikerpension bekommt und trotzdem zum Streik rät. – Da muss ich Sie schon fragen: Ist es nicht wirklich infam, wenn jemand, der, wie Herr Vizekanzler Haupt, ebenfalls 12 000 € an Politikerpension bezieht, jenen, die 600 oder 700 € Pension haben, sagt: Ihr sollt nicht streiken! Ihr sollt euch nicht wehren! Ihr sollt nicht Widerstand leisten, sondern eure Abgeordneten werden schon – wenn so tatkräftig wie bei den Freiheitlichen, na dann gute Nacht! – eure Argumente im Parlament einbringen!? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Nein, bei der „Abfertigung neu“, Frau Kollegin! Sie müssen mich schon richtig zitieren!
Nur an einem Punkt frage ich bei Herrn Klubobmann Scheibner nach, der behauptet hat, jeder könne doch selbst entscheiden, ob und wie viel er in eine private Pensionsvorsorge einzahlen möchte. (Abg. Scheibner: Nein, bei der „Abfertigung neu“, Frau Kollegin! Sie müssen mich schon richtig zitieren!) – Ja, gern, aber erklären Sie mir doch bitte, Herr Klubobmann, wie sich beispielsweise eine Frau, die – das sind immerhin 17 Prozent – weniger als 1 000 € brutto im Monat verdient, frei entscheiden soll, ob sie pro Monat mindestens zirka 150 € in eine private Pensionsvorsorge einzahlen soll, um einmal nur ein unteres Limit zu nehmen! Da kann doch von freier Entscheidung keine Rede mehr sein! Da geht es doch ums Existenzminimum! Und damit ist diese zweite Säule auch schon reine Fiktion. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Nur an einem Punkt frage ich bei Herrn Klubobmann Scheibner nach, der behauptet hat, jeder könne doch selbst entscheiden, ob und wie viel er in eine private Pensionsvorsorge einzahlen möchte. (Abg. Scheibner: Nein, bei der „Abfertigung neu“, Frau Kollegin! Sie müssen mich schon richtig zitieren!) – Ja, gern, aber erklären Sie mir doch bitte, Herr Klubobmann, wie sich beispielsweise eine Frau, die – das sind immerhin 17 Prozent – weniger als 1 000 € brutto im Monat verdient, frei entscheiden soll, ob sie pro Monat mindestens zirka 150 € in eine private Pensionsvorsorge einzahlen soll, um einmal nur ein unteres Limit zu nehmen! Da kann doch von freier Entscheidung keine Rede mehr sein! Da geht es doch ums Existenzminimum! Und damit ist diese zweite Säule auch schon reine Fiktion. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Die ist aber schon vorher kaputt!
Das ist ein Maßnahme, die man leicht irgendwo hinschreiben kann, sie ist aber für kaum eine Frau relevant, maximal für Hilfsarbeiterinnen, die eine durchgängige Erwerbszeit haben, also zwischendurch keinen Monat arbeitslos waren (Abg. Öllinger: Die ist aber schon vorher kaputt!), denen keine Zeit fehlt, die nicht einen längeren Zeitraum krank waren – also eine
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie haben Änderungen angebracht, die Sie als Verbesserungen zu verkaufen versuchen, die aber reine Kosmetik sind und den betroffenen Frauen nichts bringen! Sie streuen ihnen damit nur Sand in die Augen, die Pensionsreform als solche jedoch bleibt weiterhin frauenfeindlich! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Und der Zukunftsvorsorge!
Allerdings habe ich nicht über die freie Wahl, in eine private Pensionsvorsorge zu investieren (Abg. Öllinger: Und der Zukunftsvorsorge!), referiert, sondern ich habe angeführt, dass durch die Einführung der „Abfertigung neu“ Arbeitnehmer nun die freie Wahl haben, ihre Ansprüche aus dieser „Abfertigung neu“ in eine Pensionskasse einzubezahlen (Abg. Öllinger: Das ist nichts Neues!) und damit in die zweite Säule des Pensionssystems zu investieren – nicht, wie Sie behauptet haben, in die dritte Säule. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das ist nicht neu! Die Abfertigung konnte ich schon immer einzahlen in eine Pensionsvorsorge!)
Abg. Öllinger: Das ist nichts Neues!
Allerdings habe ich nicht über die freie Wahl, in eine private Pensionsvorsorge zu investieren (Abg. Öllinger: Und der Zukunftsvorsorge!), referiert, sondern ich habe angeführt, dass durch die Einführung der „Abfertigung neu“ Arbeitnehmer nun die freie Wahl haben, ihre Ansprüche aus dieser „Abfertigung neu“ in eine Pensionskasse einzubezahlen (Abg. Öllinger: Das ist nichts Neues!) und damit in die zweite Säule des Pensionssystems zu investieren – nicht, wie Sie behauptet haben, in die dritte Säule. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das ist nicht neu! Die Abfertigung konnte ich schon immer einzahlen in eine Pensionsvorsorge!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das ist nicht neu! Die Abfertigung konnte ich schon immer einzahlen in eine Pensionsvorsorge!
Allerdings habe ich nicht über die freie Wahl, in eine private Pensionsvorsorge zu investieren (Abg. Öllinger: Und der Zukunftsvorsorge!), referiert, sondern ich habe angeführt, dass durch die Einführung der „Abfertigung neu“ Arbeitnehmer nun die freie Wahl haben, ihre Ansprüche aus dieser „Abfertigung neu“ in eine Pensionskasse einzubezahlen (Abg. Öllinger: Das ist nichts Neues!) und damit in die zweite Säule des Pensionssystems zu investieren – nicht, wie Sie behauptet haben, in die dritte Säule. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das ist nicht neu! Die Abfertigung konnte ich schon immer einzahlen in eine Pensionsvorsorge!)
Rufe von Abgeordneten der SPÖ sowie Gegenrufe der Abgeordneten Scheibner und Dr. Partik-Pablé.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner gelangt Herr Abgeordneter Dolinschek zu Wort. – Herr Abgeordneter, Ihre Redezeit beträgt 5 Minuten. (Rufe von Abgeordneten der SPÖ sowie Gegenrufe der Abgeordneten Scheibner und Dr. Partik-Pablé.)
Abg. Lackner: Sigi, du bist ...!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Damen und Herren! Was wäre, wenn bei den Pensionen nichts passiert? (Abg. Lackner: Sigi, du bist ...!) – Kollege Lackner, ich habe erst begonnen! Wie du weißt, setze ich mich dafür ein, dass die arbeitenden Menschen eine gerechte Pension bekommen (Abg. Öllinger: Das müssen wir uns anschauen!), dafür, dass die derzeitigen Pensionen langfristig garantiert sind und die zukünftigen gesichert werden.
Abg. Öllinger: Das müssen wir uns anschauen!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Damen und Herren! Was wäre, wenn bei den Pensionen nichts passiert? (Abg. Lackner: Sigi, du bist ...!) – Kollege Lackner, ich habe erst begonnen! Wie du weißt, setze ich mich dafür ein, dass die arbeitenden Menschen eine gerechte Pension bekommen (Abg. Öllinger: Das müssen wir uns anschauen!), dafür, dass die derzeitigen Pensionen langfristig garantiert sind und die zukünftigen gesichert werden.
Abg. Öllinger: Und deshalb seid ihr für 40 Prozent Pensionskürzung? Das darf doch nicht wahr sein!
Denn wenn wir nichts tun, wird es, das wissen wir alle – du genauso gut wie ich –, zu einem Kollaps kommen. Dann heißt das: Entweder 50 Prozent Versicherungsbeitrag zahlen oder bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag arbeiten. In diesem Fall wird uns aber die jüngere Generation den Generationenvertrag aufkündigen. Das geht jedenfalls nicht! (Abg. Öllinger: Und deshalb seid ihr für 40 Prozent Pensionskürzung? Das darf doch nicht wahr sein!)
Beifall bei den Freiheitlichen
Gleiches gilt für die Abschläge und die „Hackler-Regelung“. Wir haben uns besonders für die „Hackler“ eingesetzt, also jene Leute, die schwer gearbeitet und lange Versicherungszeiten haben. Über diese habe ich von der SPÖ bis jetzt überhaupt nichts gehört, die hat sich zu diesem Thema über all die Jahre gänzlich verschwiegen (Beifall bei den Freiheitlichen), außer, eine Propagandabroschüre herauszugeben und mit „1. Mai“-Kundgebungen und Streikaufrufen zu operieren. (Widerspruch des Abg. Reheis.) Das ist mir etwas zu dünn! Überhaupt streiken ohnehin nur jene Leute beim Gewerkschaftsbund, die im öffentlichen Dienst sind. Jene, die in der Privatwirtschaft beschäftigt sind, streiken nicht, weil sie gar keine Zeit dazu haben. Das ist das Problem! (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.)
Widerspruch des Abg. Reheis.
Gleiches gilt für die Abschläge und die „Hackler-Regelung“. Wir haben uns besonders für die „Hackler“ eingesetzt, also jene Leute, die schwer gearbeitet und lange Versicherungszeiten haben. Über diese habe ich von der SPÖ bis jetzt überhaupt nichts gehört, die hat sich zu diesem Thema über all die Jahre gänzlich verschwiegen (Beifall bei den Freiheitlichen), außer, eine Propagandabroschüre herauszugeben und mit „1. Mai“-Kundgebungen und Streikaufrufen zu operieren. (Widerspruch des Abg. Reheis.) Das ist mir etwas zu dünn! Überhaupt streiken ohnehin nur jene Leute beim Gewerkschaftsbund, die im öffentlichen Dienst sind. Jene, die in der Privatwirtschaft beschäftigt sind, streiken nicht, weil sie gar keine Zeit dazu haben. Das ist das Problem! (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.
Gleiches gilt für die Abschläge und die „Hackler-Regelung“. Wir haben uns besonders für die „Hackler“ eingesetzt, also jene Leute, die schwer gearbeitet und lange Versicherungszeiten haben. Über diese habe ich von der SPÖ bis jetzt überhaupt nichts gehört, die hat sich zu diesem Thema über all die Jahre gänzlich verschwiegen (Beifall bei den Freiheitlichen), außer, eine Propagandabroschüre herauszugeben und mit „1. Mai“-Kundgebungen und Streikaufrufen zu operieren. (Widerspruch des Abg. Reheis.) Das ist mir etwas zu dünn! Überhaupt streiken ohnehin nur jene Leute beim Gewerkschaftsbund, die im öffentlichen Dienst sind. Jene, die in der Privatwirtschaft beschäftigt sind, streiken nicht, weil sie gar keine Zeit dazu haben. Das ist das Problem! (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.)
Abg. Mag. Trunk: Das ist die blaue Lüge!
Frau Kollegin Trunk! Ich habe Gelegenheit gehabt, mit Ihnen darüber zu sprechen. Sie haben mir, da ich überhaupt keinen diesbezüglichen schriftlichen Vorschlag der Gewerkschaft kenne (Abg. Mag. Trunk: Das ist die blaue Lüge!) – außer den Arbeiterkammer-Berechnungen darüber, was wäre wenn –, auf meine Aufforderung hin ein Papier mit ein paar Punkten überreicht. (Abg. Mag. Trunk: Ja!)
Abg. Mag. Trunk: Ja!
Frau Kollegin Trunk! Ich habe Gelegenheit gehabt, mit Ihnen darüber zu sprechen. Sie haben mir, da ich überhaupt keinen diesbezüglichen schriftlichen Vorschlag der Gewerkschaft kenne (Abg. Mag. Trunk: Das ist die blaue Lüge!) – außer den Arbeiterkammer-Berechnungen darüber, was wäre wenn –, auf meine Aufforderung hin ein Papier mit ein paar Punkten überreicht. (Abg. Mag. Trunk: Ja!)
Demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Trunk.
Ich sage Ihnen klar und deutlich: Ich kann jeden einzelnen Punkt mittragen. (Demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Trunk.) Ich habe Ihnen aber weitere Unterlagen gegeben, in denen vorgeschlagen wird, in die Politiker-Pensionsprivilegien einzugreifen. Dazu haben Sie gesagt, das ginge nicht, das lehnten Sie ab! (Abg. Mag. Trunk: Das stimmt nicht!) Das haben Sie anlässlich einer Podiumsdiskussion gesagt! Sie haben mir gesagt, das könnten Sie nicht mittragen. (Abg. Mag. Trunk: Ich habe mich geweigert, unter FPÖ ...!) Das ist aber Ihr Problem, dafür kann ich nichts.
Abg. Mag. Trunk: Das stimmt nicht!
Ich sage Ihnen klar und deutlich: Ich kann jeden einzelnen Punkt mittragen. (Demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Trunk.) Ich habe Ihnen aber weitere Unterlagen gegeben, in denen vorgeschlagen wird, in die Politiker-Pensionsprivilegien einzugreifen. Dazu haben Sie gesagt, das ginge nicht, das lehnten Sie ab! (Abg. Mag. Trunk: Das stimmt nicht!) Das haben Sie anlässlich einer Podiumsdiskussion gesagt! Sie haben mir gesagt, das könnten Sie nicht mittragen. (Abg. Mag. Trunk: Ich habe mich geweigert, unter FPÖ ...!) Das ist aber Ihr Problem, dafür kann ich nichts.
Abg. Mag. Trunk: Ich habe mich geweigert, unter FPÖ ...!
Ich sage Ihnen klar und deutlich: Ich kann jeden einzelnen Punkt mittragen. (Demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Trunk.) Ich habe Ihnen aber weitere Unterlagen gegeben, in denen vorgeschlagen wird, in die Politiker-Pensionsprivilegien einzugreifen. Dazu haben Sie gesagt, das ginge nicht, das lehnten Sie ab! (Abg. Mag. Trunk: Das stimmt nicht!) Das haben Sie anlässlich einer Podiumsdiskussion gesagt! Sie haben mir gesagt, das könnten Sie nicht mittragen. (Abg. Mag. Trunk: Ich habe mich geweigert, unter FPÖ ...!) Das ist aber Ihr Problem, dafür kann ich nichts.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich werde in den nächsten zwei bis drei Wochen meine ganze Kraft dafür einsetzen, dass es da noch zu Verbesserungen kommen wird. Seien Sie unbesorgt, wir werden versuchen, gemeinsam mit dem Koalitionspartner noch Verbesserungen umzusetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Vielleicht kann man das ein bisschen richtig stellen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin hat sich Frau Abgeordnete Silhavy zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Vielleicht kann man das ein bisschen richtig stellen!)
Beifall bei der SPÖ.
Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ, sind bereit, den von Ihnen immer so gerne zitierten unterprivilegierten ASVG-Versicherten in den nächsten drei Jahren Belastungen im Ausmaß von 760 Millionen € aufzubürden. So schaut es aus! Wo ist denn Kollege Walch? So schaut es in Wahrheit aus, Kollege Walch! Das ist der wahre Hintergrund Ihrer Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mandak. – Ruf: Welche Äußerung?
Und es wäre vielleicht auch ganz nett gewesen, wenn Herr Kollege Walch es nicht vorgezogen hätte, hier frauendiskriminierende Äußerungen von sich zu geben (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mandak. – Ruf: Welche Äußerung?) – Welche Äußerung? Frau Kollegin Dr. Partik-Pablé, ich sage es Ihnen gerne. Allerdings kann ich nicht Oberösterreichisch (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dann sagen Sie es uns auf Steirisch!), daher werde ich es ins Deutsche übersetzen:
Abg. Dr. Partik-Pablé: Dann sagen Sie es uns auf Steirisch!
Und es wäre vielleicht auch ganz nett gewesen, wenn Herr Kollege Walch es nicht vorgezogen hätte, hier frauendiskriminierende Äußerungen von sich zu geben (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mandak. – Ruf: Welche Äußerung?) – Welche Äußerung? Frau Kollegin Dr. Partik-Pablé, ich sage es Ihnen gerne. Allerdings kann ich nicht Oberösterreichisch (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dann sagen Sie es uns auf Steirisch!), daher werde ich es ins Deutsche übersetzen:
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé, Dr. Fekter und Scheibner.
Meinen Sie, dass das nicht frauendiskriminierend ist? Meinen Sie, dass das die absolute Geschlechtergleichbehandlung bedeutet, liebe Frau Dr. Partik-Pablé? Ich würde an Ihrer Stelle einmal die parteipolitischen Scheuklappen ablegen und die Worte so hören, wie sie gesagt worden sind. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé, Dr. Fekter und Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Frage war: Warum diese Eile? Warum ist nicht Zeit bis zum Herbst? Und warum nicht ein einheitliches Pensionssystem für alle, für das ja angeblich alle Parteien des Hohen Hauses sind und das sie vertreten? Also geht es doch nur um das Budgetproblem, und es geht auch nur um Maßnahmen im ASVG-Bereich, die gerade diese Versichertengruppe besonders hart trifft. (Beifall bei der SPÖ.)
Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Gradwohl: Schämen Sie sich!
Aber diese fehlende Bereitschaft zum Gespräch, die Unfähigkeit, einen Dialog zu führen, scheint es nicht nur im Hohen Haus zu geben. Ich habe da eine interessante E-Mail eines Wählers an den Herrn Bundeskanzler. Er wollte dem Herrn Bundeskanzler seine Sorgen hinsichtlich der geplanten Maßnahmen mitteilen. Diese Mail wurde am 22. April, um 8.46 Uhr, mit dem Betreff „Pensionskürzungsaktion“ an den Herrn Bundeskanzler abgeschickt. Die Antwort, siehe da, lautete noch am selben Tag, dem 22. April, um 17:36:58: „was deleted without being read“, auf Deutsch: wurde gelöscht, ohne gelesen zu werden! (Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Gradwohl: Schämen Sie sich!) – Das ist die Art von Dialog, die Sie, meine Damen und Herren von der Regierung, pflegen!
Beifall bei der SPÖ.
(Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das war aber nicht konstruktiv!
Meine Damen und Herren! Sie haben uns heute schon öfters aufgefordert, konstruktive Vorschläge zu machen. (Abg. Scheibner: Das war aber nicht konstruktiv!) Damit haben Sie einen konstruktiven Vorschlag vorliegen. Sie brauchen nur zuzustimmen und damit auch für eine Mehrheit zu sorgen, dann können wir gemeinsam diese Problematik so in Angriff nehmen, dass die Jugend auch tatsächlich einmal eine gesicherte Pension hat und nicht wie bei Ihrem Modell einfach nur gekürzt wird, der Lebensstandard gesenkt wird und sie auf die private und individuelle Risikovorsorge verwiesen wird. (Beifall der SPÖ.)
Beifall der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Sie haben uns heute schon öfters aufgefordert, konstruktive Vorschläge zu machen. (Abg. Scheibner: Das war aber nicht konstruktiv!) Damit haben Sie einen konstruktiven Vorschlag vorliegen. Sie brauchen nur zuzustimmen und damit auch für eine Mehrheit zu sorgen, dann können wir gemeinsam diese Problematik so in Angriff nehmen, dass die Jugend auch tatsächlich einmal eine gesicherte Pension hat und nicht wie bei Ihrem Modell einfach nur gekürzt wird, der Lebensstandard gesenkt wird und sie auf die private und individuelle Risikovorsorge verwiesen wird. (Beifall der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Muss das stimmen?
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Bundeskanzler Schüssel hat heute in seinem Bericht gesagt: Diese Bundesregierung hat Mut zur Verantwortung. (Abg. Dr. Jarolim: Muss das stimmen?) – Ja, ich weiß schon, dass Sie nicht einmal den Mut zur Verantwortung anerkennen, aber angesichts der Panikmache, der Angstmache und des Mangels an konstruktiver Mitarbeit – denn, Frau Abgeordnete Silhavy, das Einbringen von Entschließungsanträgen zeigt überhaupt noch keine Gesprächsbereitschaft, das heißt, dass Sie an einer Pensionsreform überhaupt nicht mitarbeiten wollen (Abg. Silhavy: Oh ja, aber nur eine ... und faire!) – ist wirklich Mut notwendig.
Abg. Silhavy: Oh ja, aber nur eine ... und faire!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Bundeskanzler Schüssel hat heute in seinem Bericht gesagt: Diese Bundesregierung hat Mut zur Verantwortung. (Abg. Dr. Jarolim: Muss das stimmen?) – Ja, ich weiß schon, dass Sie nicht einmal den Mut zur Verantwortung anerkennen, aber angesichts der Panikmache, der Angstmache und des Mangels an konstruktiver Mitarbeit – denn, Frau Abgeordnete Silhavy, das Einbringen von Entschließungsanträgen zeigt überhaupt noch keine Gesprächsbereitschaft, das heißt, dass Sie an einer Pensionsreform überhaupt nicht mitarbeiten wollen (Abg. Silhavy: Oh ja, aber nur eine ... und faire!) – ist wirklich Mut notwendig.
Abg. Dr. Jarolim: ... Stummvoll!
haben jenen Menschen, die jetzt beziehungsweise vor fünf Jahren oder zehn Jahren ins Erwerbsleben eingetreten sind, nie gesagt, wie es einmal mit ihrer Pension sein wird. Das haben Sie nie gemacht. Sie haben immer verschwiegen, wie es 2010, 2020 ausschauen wird (Abg. Dr. Jarolim: ... Stummvoll!) – und das fällt jetzt uns, ja allen auf den Kopf, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
haben jenen Menschen, die jetzt beziehungsweise vor fünf Jahren oder zehn Jahren ins Erwerbsleben eingetreten sind, nie gesagt, wie es einmal mit ihrer Pension sein wird. Das haben Sie nie gemacht. Sie haben immer verschwiegen, wie es 2010, 2020 ausschauen wird (Abg. Dr. Jarolim: ... Stummvoll!) – und das fällt jetzt uns, ja allen auf den Kopf, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dabei wollen wir einfach nicht mitmachen. Wir wollen, dass auch die jungen Menschen, die heute ins Arbeitsleben eintreten, einmal eine gesicherte Pension haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bitte Sie wirklich – dies ist schon mein Schlusssatz –: Nehmen Sie mit uns konstruktive Gespräche auf! Belassen Sie es nicht nur bei den Entschließungsanträgen! Gemeinsam werden wir vielleicht eine gute Lösung schaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Diese Pensionsreform ist unsozial, ein Signal der sozialen Kälte und der Ignoranz. – Das sagt nicht irgendjemand, das sagt der stellvertretende Landeshauptmann des Landes Vorarlberg, seines Zeichens stellvertretender Parteivorsitzender der Freiheitlichen Partei. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Die Vorarlberger Landesregierung schließlich hat in ihrer Stellungnahme zum vorliegenden Gesetzentwurf ebenfalls auf Härten hingewiesen und den Vertrauensschutz eingefordert. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der einen Regierungspartei, Sie können sich vorstellen, was in Ihrem Entwurf stehen muss, damit Ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Land Vorarlberg, einem bei Gott gestandenen ÖVP/FPÖ-Land beziehungsweise ÖVP-Land – FPÖ-Land nicht mehr so arg –, eine derartige Kritik an den Forderungen der eigenen Partei üben. Nehmen Sie sich diese Kritik zu Herzen und motzen Sie nicht über unsere Kritik an dieser Änderung des Pensionssystems! Sie ersehen schon aus den Meldungen Ihrer eigenen Kolleginnen und Kollegen, wie Recht wir damit haben! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Das hat euch überrascht, dass wir das so verbessert haben, gell?
Natürlich kann man jetzt sagen: Das waren Reaktionen vom Wochenende, über Nacht ist alles anders geworden, wir diskutieren heute – so habe ich manchmal den Eindruck – über ein anderes Modell. Ich frage mich jedoch Folgendes: Wie berechenbar ist diese Regierung, wenn über Nacht ganz wesentliche Reformvorhaben derartig verändert werden, dass sie quasi innerhalb von 48 Stunden nicht mehr wieder zu erkennen sind? Auch Sie selbst müssen sich fragen: Wie berechenbar ist Ihre Politik, welchen Vertrauensschutz bietet Ihre Politik? (Abg. Dr. Fekter: Das hat euch überrascht, dass wir das so verbessert haben, gell?)
Beifall bei den Grünen.
Beides ist unserer Meinung nach nicht gegeben, deshalb auch die Einbringung des Misstrauensantrages gegen Bundeskanzler Schüssel. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zwei Themen dieser heutigen Debatte im Plenum sind besonders bedenklich. Das eine ist die Pensionsreform, das andere ist die Art, wie hier in diesem Haus, das als Zentrum der Demokratie Österreichs gelten sollte, mit Demokratie und mit demokratischen Rechten der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes umgegangen wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Gradwohl.
Das, was Sie hier tun, ist demokratiepolitisch bedenklich. Es sind nicht Sie, die bestimmen, wer mit welchem Mittel an etwas Kritik übt, sondern es gibt ganz klare Gesetze, es gibt – Gott sei Dank! – eine Verfassung, die Meinungsfreiheit, ein Demonstrationsrecht und Versammlungsfreiheit garantiert. Gott sei Dank haben wir diese, und Sie werden die Menschen in Österreich nicht daran hindern, von diesen Rechten Gebrauch zu machen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Gradwohl.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Uns Grünen werfen Sie vor, wir wollen verzögern, verwässern und verhindern. Ich fordere Sie auf: Denken Sie nach, diskutieren Sie, denken Sie dann noch einmal nach und entscheiden Sie dann demokratisch! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Bestehendes garantieren, Zukünftiges sichern und Gerechtigkeit herstellen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) – Das waren und sind die drei großen Ziele der Freiheitlichen für die Pensionssicherungsreform. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Bestehendes garantieren, Zukünftiges sichern und Gerechtigkeit herstellen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) – Das waren und sind die drei großen Ziele der Freiheitlichen für die Pensionssicherungsreform. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch heute konnten sich die Zuschauer vor den Fernsehgeräten und hier auf der Besuchergalerie im Hohen Haus während der Debatte ein Bild davon machen, dass das Einzige, was SPÖ und Grüne der Reform entgegenbringen, vorderhand Hohn und Spott sind. Und das disqualifiziert Sie selber, meine sehr verehrten Damen und Herren von der SPÖ und den Grünen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
An die Adresse der Kollegin Prammer, die jetzt leider nicht anwesend ist: Wir Freiheitliche haben die Frauen nicht vergessen! Als soziales Gewissen dieser Regierung haben wir Freiheitliche gewichtige Verbesserungen für die Frauen erreicht. Staatssekretärin Ursula Haubner hat wie eine Löwin dafür gekämpft (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) und auch gegen den Widerstand der ÖVP durchgesetzt, dass Kindererziehungszeiten und die Pflegezeiten berücksichtigt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
An die Adresse der Kollegin Prammer, die jetzt leider nicht anwesend ist: Wir Freiheitliche haben die Frauen nicht vergessen! Als soziales Gewissen dieser Regierung haben wir Freiheitliche gewichtige Verbesserungen für die Frauen erreicht. Staatssekretärin Ursula Haubner hat wie eine Löwin dafür gekämpft (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) und auch gegen den Widerstand der ÖVP durchgesetzt, dass Kindererziehungszeiten und die Pflegezeiten berücksichtigt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Widerspruch der Abg. Dr. Fekter.
Sehr geehrte Damen und Herren! Dass es einen verbesserten Gesetzentwurf gibt, ist einzig der Umsicht und sozialen Kompetenz des Vizekanzlers Herbert Haupt und der Staatssekretärin Ursula Haubner zu verdanken. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Widerspruch der Abg. Dr. Fekter.)
Abg. Dr. Fekter: Nein, nein! Die ÖVP auch!
Auch wenn die ÖVP ursprünglich kein allzu großes Interesse an maßgeblichen Verbesserungen hatte (Abg. Dr. Fekter: Nein, nein! Die ÖVP auch!), ist es uns Freiheitlichen gelungen, Verbesserungen für die Frauen zu erreichen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch wenn die ÖVP ursprünglich kein allzu großes Interesse an maßgeblichen Verbesserungen hatte (Abg. Dr. Fekter: Nein, nein! Die ÖVP auch!), ist es uns Freiheitlichen gelungen, Verbesserungen für die Frauen zu erreichen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mandak.
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Es ist schon sehr verwunderlich, dass zwar heute auf Wunsch des Herrn Bundeskanzlers eine Aussprache zur so genannten Pensionssicherungsreform stattfindet, die Regierungsbank aber verwaist ist. Das zeigt die Wertigkeit, die diese Bundesregierung derart gravierenden Maßnahmen beimisst. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mandak.)
Abg. Dr. Spindelegger: Der Bundeskanzler war so lange anwesend!
Man überlegt Reformen, von denen die Mehrheit der Bevölkerung betroffen ist, und man verlangt einen Dialog. Zu einem Dialog gehören aber immer mindestens zwei – aber dann ist die entscheidende Person genauso wie der Herr Vizekanzler, aber auch die Frauenministerin nicht anwesend. Das zeigt die Wertigkeit, die diese Regierung dieser Pensionsreform und vor allem den Ausmaßen dieser Reform beimisst. (Abg. Dr. Spindelegger: Der Bundeskanzler war so lange anwesend!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wir haben uns heute schon vom Herrn Bundeskanzler, vom Herrn Vizekanzler und auch von meiner Vorrednerin anhören dürfen, wie ach so frauenfreundlich diese Bundesregierung ist und dass man angeblich noch Verbesserungen und Korrekturen angebracht hat. Ich bestreite, dass diese Bundesregierung so frauenfreundlich ist, denn wäre sie so frauenfreundlich, dann hätte auch der Erstentwurf nicht so aussehen dürfen, wie er ausgesehen hat. Dieser Entwurf war extrem frauenfeindlich! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Aber freiwillig!
Man braucht keine Pensionsmathematikerin zu sein, man braucht sich nur einmal die Lebensverläufe von Frauen anzuschauen, dann weiß man ganz genau, dass die Anhebung des Durchrechnungszeitraumes ohne Rahmenbedingungen, ohne einen Aufwertungsfaktor gerade die Frauen trifft, nämlich jene Frauen trifft, die nach wie vor noch immer berufsbedingte Pausen haben, genau jene Frauen trifft, die in atypischer Beschäftigung sind – die übrigens dank Ihrer Politik in diesem Land extrem stark zugenommen hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Aber freiwillig!)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn es um die Abschaffung der vorzeitigen Alterspension bei Arbeitslosigkeit geht, braucht man sich nur die Statistiken anzuschauen: Man wird feststellen, dass 90 Prozent der Bezieher dieser Pensionsform Frauen sind. Schafft man das ganz einfach überfallsartig ab, dann werden wieder Frauen in die Arbeitslosigkeit gedrängt. – So schaut es aus, meine Damen und Herren! Da brauche ich keine Pensionsmathematikerin zu sein. Das weiß ich, weil ich mich damit beschäftige, wie es den berufstätigen Frauen in Österreich tatsächlich geht. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Man muss sich ansehen, welche Probleme Frauen, die am Fließband arbeiten, Krankenschwestern, Frauen, die an Kassen im Supermarkt beschäftigt sind, Hausbesorgerinnen haben. Diese Frauen sind bei dieser Pensionsreform, wie Sie sie immer so schön bezeichnen, nicht berücksichtigt worden. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wir bekennen uns zum Vertrauensschutz und zum Umlagesystem und haben als Sozialpartner gemeinsam Vorschläge erarbeitet. Der Herr Bundeskanzler hat des Öfteren betont, er hätte uns beide Hände entgegengestreckt. Die Frage ist, wie man die Hände entgegenstreckt. Man kann es so machen (mit ausgestreckten Armen eine einladende Geste mit den Händen machend), man kann es aber auch so (die Arme ausgestreckt, aber beide Hände in Abwehrstellung) machen, und wir haben den Eindruck, dass es so (letztere Geste wiederholend) gemeint war. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wir stehen dazu, dass wir gemeinsam bis zum 30. September 2003 einen Vorschlag vorbereiten. Wir sind gesprächsbereit, aber wir lehnen einen Husch-Pfusch, Grobheiten jetzt und Abfederungen irgendwann und eine reine Geldbeschaffungsaktion, wie dieser Vorschlag eine solche beinhaltet, ab. Dafür sind wir nicht zu haben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
neten von Ihnen in den freiheitlichen Reihen, die es ja in der Hand haben, ob hier eine Mehrheit im Sinne des Herrn Bundeskanzlers zu Lasten der Bevölkerung und der Betroffenen entsteht oder nicht, bringen auf einmal eine Petition ein! Und heute sitzen sie da, und die Kolleginnen und Kollegen gerade aus Oberösterreich plädieren für einen gemeinsamen Weg. Ich sage: Gerne, nichts leichter als das! Gehen wir einen gemeinsamen Weg! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Wieso wissen Sie das?
Meine Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP! Herr Kollege Stummvoll! Sie waren vergangenes Wochenende am Parteitag. (Abg. Dr. Stummvoll: Wieso wissen Sie das?) Darf ich Ihnen vielleicht auch noch ein paar Worte in Erinnerung rufen, Worte, die die Eingangsstatements bildeten – ich zitiere –:
in Richtung des Abg. Dr. Stummvoll
Wieso lächeln Sie (in Richtung des Abg. Dr. Stummvoll) so Unschuld heischend? Das stimmt ja nicht! Nach wie vor sind diese Forderungen des ÖAAB leider nicht eingelöst (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ), sind auch die Forderungen maßgeblicher Landespolitiker in keiner Weise berücksichtigt.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ
Wieso lächeln Sie (in Richtung des Abg. Dr. Stummvoll) so Unschuld heischend? Das stimmt ja nicht! Nach wie vor sind diese Forderungen des ÖAAB leider nicht eingelöst (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ), sind auch die Forderungen maßgeblicher Landespolitiker in keiner Weise berücksichtigt.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Sie haben heute das Bild vom Dachziegel bemüht: Das Dach ist schadhaft, ein Dachziegel fehlt. Sie meinten, das sei ein passendes Bild zur Pensionsreform. Ich sage: Ja, es stimmt, weil der Dachziegel locker ist und herunterfällt und die Existenz von Personen auf Jahrzehnte hinaus gefährdet! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Bitte nehmen Sie Abstand von Ihrer „Dachziegel“-Politik! Machen Sie ordentliche, seriöse, sichere Pensionsreformen auf der Basis der Eckpfeiler, die hier gleich abgestimmt werden – in Form unseres Antrages, in Form der Petition, die eingereicht worden ist und auch in Form dessen, was Ihre Landeshauptleute verlangen. Nehmen Sie sie bitte ernst! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Besonders zynisch am heutigen Tag ist natürlich, dass Sie gleichzeitig von Prestigeprojekten nicht Abstand nehmen. Sie beschließen nämlich auch den Ankauf von sündteuren Abfangjägern. Das ist Ihnen offensichtlich wichtiger als ein ambitioniertes und faires Pensionsreformpaket! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Bundeskanzler, Sie haben in Ihrer Erklärung vom großen österreichischen Weg gesprochen, aber in Wirklichkeit haben gerade Sie diesen erfolgreichen Weg verlassen. Sie haben die Tür zugeschlagen und setzen mutwillig den sozialen Zusammenhalt und den sozialen Frieden in Österreich aufs Spiel. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Niemand mehr glaubt Ihnen, glaubt der Politik dieser Regierung mehr. Niemand mehr hat Vertrauen in Ihr Wort. Es gibt auch niemanden in Österreich, der die heute vorliegende Reform begrüßt. Ich habe keine Jubelrufe über diese Reform gehört, ich habe auch nicht gehört, dass es sich um eine vernünftige Reform handelt. Das Gegenteil ist der Fall: Diese Reform ist verantwortungslos und unvernünftig! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Großruck: Aber er bekommt ihn nicht!
Meine Mutter hat immer sehr viele Sprichwörter verwendet, und es gibt da eines, das lautet: Jeder bekommt, was er verdient. – Herr Bundeskanzler, daher verdienen Sie heute diesen Misstrauensantrag. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Großruck: Aber er bekommt ihn nicht!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Und wir unterscheiden uns auch noch in einem anderen Punkt: Wir stehen zu einem Bündnis mit der Bevölkerung, mit den betroffenen Menschen. Daher werden wir ab sofort das Bündnis mit dem Bürger eingehen und vertiefen, und wir werden eine Bürgerinitiative starten, die Ihrem unsozialen Belastungskurs, Ihrem unsozialen Pensionskürzungsprogramm eine Absage erteilt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Scheibner: Ziehen Sie ihn zurück!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Vizekanzler! Herr Bundeskanzler! – Noch sitzt er da – an die Vorrednerin gewandt –, aber möglicherweise sitzt er gar nicht mehr so lange da, wie manche von Ihnen vermuten, jedenfalls in dieser Rolle, auch wenn der heutige Misstrauensantrag möglicherweise keine Mehrheit findet (Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Scheibner: Ziehen Sie ihn zurück!), auch wenn er es auskostet und glaubt, die Dramaturgie hat funktioniert. In seiner Welt gar nicht schlecht (Abg. Dr. Fekter: Da sind Sie selber überrascht, was? Das hat euch am falschen Fuß getroffen!): erster Punkt: zuerst einen völlig indiskutablen Entwurf vorlegen, auch wenn Sie jetzt diskutieren wollen.
Abg. Dr. Fekter: Da sind Sie selber überrascht, was? Das hat euch am falschen Fuß getroffen!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Vizekanzler! Herr Bundeskanzler! – Noch sitzt er da – an die Vorrednerin gewandt –, aber möglicherweise sitzt er gar nicht mehr so lange da, wie manche von Ihnen vermuten, jedenfalls in dieser Rolle, auch wenn der heutige Misstrauensantrag möglicherweise keine Mehrheit findet (Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Scheibner: Ziehen Sie ihn zurück!), auch wenn er es auskostet und glaubt, die Dramaturgie hat funktioniert. In seiner Welt gar nicht schlecht (Abg. Dr. Fekter: Da sind Sie selber überrascht, was? Das hat euch am falschen Fuß getroffen!): erster Punkt: zuerst einen völlig indiskutablen Entwurf vorlegen, auch wenn Sie jetzt diskutieren wollen.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn es nämlich so ist, dass man hier etwas tun muss, dann sollte man sich sinnvollerweise den Arbeitsmarkt anschauen, damit man nicht ein Problem neu schafft und dort wieder neue Arbeitslose „produziert“, die man wahrscheinlich noch weniger – so hoffe ich – haben will als Frühpensionisten. Billiger ist es für das Budget, das gebe ich schon zu, aber ob das rechtfertigbar ist angesichts der damit verbundenen Schicksale, das ist eine andere Frage. Und ob das gesellschaftspolitisch gescheit ist, ist eine weitere Frage, die wir klar mit Nein beantworten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Sie haben etwas anderes vor, das sollten Sie aber einmal offen legen.
Ruf bei der ÖVP: Zeit!
Kollege Molterer und ich und andere in der Budget- und Pensionsgruppe haben auch sinnvolle Dinge verhandelt, wie etwa, das Frühpensionsalter so anzuheben, dass es nachgerade ein nützliches Instrument werden könnte, wenn man Pensionsantrittsalter und Arbeitsmarktdaten gemeinsam betrachtet. Dann nämlich, Herr Bundeskanzler, würden wir in den Jahren 2010 bis 2012 (Ruf bei der ÖVP: Zeit!) – das ist eine freiwillige Vereinbarung, beruhigen Sie sich! – genau diese Monate brauchen, die Sie jetzt völlig ohne Not und vor der Zeit sozusagen herunterräumen. Und das ist ein unverzeihlicher Unsinn, der durch nichts rechtfertigbar ist – außer durch überzogene Einsparmaßnahmen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) – Kollege Jarolim, lassen wir das!
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Kollege Molterer und ich und andere in der Budget- und Pensionsgruppe haben auch sinnvolle Dinge verhandelt, wie etwa, das Frühpensionsalter so anzuheben, dass es nachgerade ein nützliches Instrument werden könnte, wenn man Pensionsantrittsalter und Arbeitsmarktdaten gemeinsam betrachtet. Dann nämlich, Herr Bundeskanzler, würden wir in den Jahren 2010 bis 2012 (Ruf bei der ÖVP: Zeit!) – das ist eine freiwillige Vereinbarung, beruhigen Sie sich! – genau diese Monate brauchen, die Sie jetzt völlig ohne Not und vor der Zeit sozusagen herunterräumen. Und das ist ein unverzeihlicher Unsinn, der durch nichts rechtfertigbar ist – außer durch überzogene Einsparmaßnahmen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) – Kollege Jarolim, lassen wir das!
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.
Als Nächstes haben wir uns darauf verständigt, dass das eine gescheite Idee ist, und wir könnten das so modulieren, dass wir genau das Ziel erreichen, von dem ich gesprochen habe. Die Einigkeit war eigentlich relativ greifbar, aber Sie, Herr Bundeskanzler, haben es sich nicht nehmen lassen zu sagen: Nein!, es muss bis 2009 die Geschichte so heruntergefahren werden. Und Sie sagen nicht dazu, was uns die Experten vom Wirtschaftsforschungsinstitut, vom IHS gesagt haben, was da zusätzlich an Problemen erzeugt wird. Ich frage mich, wozu wir uns diese Institute überhaupt halten. Jetzt stehen Sie da und sagen: Jeder, der sich diesem Vorschlag nicht anschließt, ist ein Reformverweigerer!, und was weiß ich. Wie ein manierierter Ayatollah: Ich habe die Wahrheit, und da geht es lang. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) – Ich kann das nicht mehr nachvollziehen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Als Nächstes haben wir uns darauf verständigt, dass das eine gescheite Idee ist, und wir könnten das so modulieren, dass wir genau das Ziel erreichen, von dem ich gesprochen habe. Die Einigkeit war eigentlich relativ greifbar, aber Sie, Herr Bundeskanzler, haben es sich nicht nehmen lassen zu sagen: Nein!, es muss bis 2009 die Geschichte so heruntergefahren werden. Und Sie sagen nicht dazu, was uns die Experten vom Wirtschaftsforschungsinstitut, vom IHS gesagt haben, was da zusätzlich an Problemen erzeugt wird. Ich frage mich, wozu wir uns diese Institute überhaupt halten. Jetzt stehen Sie da und sagen: Jeder, der sich diesem Vorschlag nicht anschließt, ist ein Reformverweigerer!, und was weiß ich. Wie ein manierierter Ayatollah: Ich habe die Wahrheit, und da geht es lang. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) – Ich kann das nicht mehr nachvollziehen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das hat Sie hart getroffen!
Das ist nämlich insofern ein Problem, als wir damals – und das wirkt eben nach; das ist keine „Beziehungskiste“, da geht es nicht um Gefühle, da geht es um politische Vernunft – wechselseitig ein Verhandlungsangebot gestellt haben. (Abg. Scheibner: Das hat Sie hart getroffen!) Wenn Sie dann so damit umspringen und eine solche Reform über die Kante biegen wollen und den anderen vorwerfen, dass sie keine Vorschläge hätten, beißt sich dieses Argument in den Schwanz.
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich empfinde das als relativen Missbrauch Ihrer Mehrheit, Ihrer relativen Mehrheit, die Sie haben, und Sie werden ja noch sehen, wie weit Sie damit kommen. Mit den fußmaroden Begleitkollegen der blauen Truppe, mittlerweile marodierend, ist das ja nur eine Frage der Zeit. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Dann wird die Frage sein, ob wir die Karten neu mischen müssen, oder ob Sie glauben, dass Sie weiter irgendwelche Trümpfe in der Hand haben, die Ihnen längst schon hinten „herausgezupft“ worden sind. Aber das wird alles Ihr Problem sein. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Jetzt geht es einmal darum, zu demonstrieren, dass dieses Misstrauen gerechtfertigt ist. Und das ist nicht nur eine Masche der Opposition in diesem Haus, sondern es geht ja auch darum, wie mit den Schicksalen von Menschen in dieser Republik umgesprungen wird. Das ist ja geradezu ein stellvertretendes Misstrauensvotum! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Reden Sie bitte noch weiter, das ist sehr interessant!) – Ihnen bleibt das auf Grund Ihrer Schwäche erspart. (Abg. Scheibner: Reden Sie weiter, bitte! Das ist sehr interessant!) – Gut, mache ich. (Heiterkeit.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Reden Sie bitte noch weiter, das ist sehr interessant!
Dann wird die Frage sein, ob wir die Karten neu mischen müssen, oder ob Sie glauben, dass Sie weiter irgendwelche Trümpfe in der Hand haben, die Ihnen längst schon hinten „herausgezupft“ worden sind. Aber das wird alles Ihr Problem sein. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Jetzt geht es einmal darum, zu demonstrieren, dass dieses Misstrauen gerechtfertigt ist. Und das ist nicht nur eine Masche der Opposition in diesem Haus, sondern es geht ja auch darum, wie mit den Schicksalen von Menschen in dieser Republik umgesprungen wird. Das ist ja geradezu ein stellvertretendes Misstrauensvotum! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Reden Sie bitte noch weiter, das ist sehr interessant!) – Ihnen bleibt das auf Grund Ihrer Schwäche erspart. (Abg. Scheibner: Reden Sie weiter, bitte! Das ist sehr interessant!) – Gut, mache ich. (Heiterkeit.)
Abg. Scheibner: Reden Sie weiter, bitte! Das ist sehr interessant!
Dann wird die Frage sein, ob wir die Karten neu mischen müssen, oder ob Sie glauben, dass Sie weiter irgendwelche Trümpfe in der Hand haben, die Ihnen längst schon hinten „herausgezupft“ worden sind. Aber das wird alles Ihr Problem sein. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Jetzt geht es einmal darum, zu demonstrieren, dass dieses Misstrauen gerechtfertigt ist. Und das ist nicht nur eine Masche der Opposition in diesem Haus, sondern es geht ja auch darum, wie mit den Schicksalen von Menschen in dieser Republik umgesprungen wird. Das ist ja geradezu ein stellvertretendes Misstrauensvotum! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Reden Sie bitte noch weiter, das ist sehr interessant!) – Ihnen bleibt das auf Grund Ihrer Schwäche erspart. (Abg. Scheibner: Reden Sie weiter, bitte! Das ist sehr interessant!) – Gut, mache ich. (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Dann wird die Frage sein, ob wir die Karten neu mischen müssen, oder ob Sie glauben, dass Sie weiter irgendwelche Trümpfe in der Hand haben, die Ihnen längst schon hinten „herausgezupft“ worden sind. Aber das wird alles Ihr Problem sein. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Jetzt geht es einmal darum, zu demonstrieren, dass dieses Misstrauen gerechtfertigt ist. Und das ist nicht nur eine Masche der Opposition in diesem Haus, sondern es geht ja auch darum, wie mit den Schicksalen von Menschen in dieser Republik umgesprungen wird. Das ist ja geradezu ein stellvertretendes Misstrauensvotum! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Reden Sie bitte noch weiter, das ist sehr interessant!) – Ihnen bleibt das auf Grund Ihrer Schwäche erspart. (Abg. Scheibner: Reden Sie weiter, bitte! Das ist sehr interessant!) – Gut, mache ich. (Heiterkeit.)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist zu befürchten, ja!
Ich darf kurz noch zu diesem einen Punkt mit dem Abfangjäger-Finanzierungsgesetz kommen. Dieses Gesetz an sich ist ja eine so genannte Trägerrakete, lese ich in der APA. – Wissen Sie, was das ist? – Das ist ein relativer Rohrkrepierer, der unter Umständen nicht einmal formalrechtlich halten wird (Abg. Dr. Jarolim: Das ist zu befürchten, ja!), weil Sie den einzigen Zweck, den dieses Gesetz hat, dass dort nämlich eine bestimmte Summe zu nennen ist, die genau die Notwendigkeit erzeugt – die Sie im Übrigen vor einem Jahr noch abgestritten haben –, dass dieses Gesetz gemacht werden muss, dass also eine bestimmte Summe – eine sehr hohe, wie wir wissen! – es notwendig macht, dass das Parlament hier sozusagen die Freigabe im Vorhinein gibt, nicht erfüllen.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was haben Sie denn mit der ÖVP verhandelt?
Was schreiben Sie? – Sie schreiben an dieser Stelle „xx Mio. €“! Sie sind sogar zu feig, dass Sie „ungefähr 2 Milliarden“ hineinschreiben! Hätten Sie dann eben einen Abänderungsantrag gestellt! Materiell-rechtlich ist das die glatte Beugung, formalrechtlich möglicherweise ein Problem, denn Sie sagen nichts anderes als: Ich mache heute ein Gesetz, dass ich in Zukunft ein Finanzierungsgesetz brauche. Den einzigen Inhalt erwähnen Sie gar nicht, und dazu haben Sie allen Grund, weil Ihre Abfangjäger von Tag zu Tag teurer werden – aber damit werden wir Sie in den nächsten Wochen konfrontieren –, und das ist auch ein Missbrauch! Allein das hätte schon einen Misstrauensantrag verdient. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was haben Sie denn mit der ÖVP verhandelt?)
Abg. Scheibner: Was haben Sie denn damals verhandelt mit der ÖVP?
Kollege Prinzhorn zeigt auf die Uhr, aber in dem Punkt weiß er, wovon ich rede: Ihm ist das Ganze ja selbst nicht recht. Das ist einfach nur ein Baustein einer Chronique scandaleuse einer sich ankündigenden Milliardenschiebung, und damit werden wir uns noch oft genug auseinander setzen. (Abg. Scheibner: Was haben Sie denn damals verhandelt mit der ÖVP?)
Bravorufe und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Bundeskanzler und liebe KollegInnen auf der Ministerbank! Legen Sie eine dritte, vierte und fünfte Säule an, denn wenn wir Sie nur einigermaßen für den Schaden haftbar machen, den Sie hier gerade anrichten, in Promillebereichen, dann wird auch das womöglich nicht reichen. (Bravorufe und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abgeordnete der Freiheitlichen stehen bei der Regierungsbank und sprechen mit Vizekanzler Mag. Haupt.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Vizekanzler! Hohes Haus! Wir diskutieren heute über zwei Anträge, die die pauschalierte Abgabe ... (Abgeordnete der Freiheitlichen stehen bei der Regierungsbank und sprechen mit Vizekanzler Mag. Haupt.)
Vizekanzler Mag. Haupt schickt sich an, den Saal zu verlassen.
Wir werden sehen, ob der Herr Vizekanzler vielleicht doch auch mir ein Ohr schenkt während der Debattenzeit. Ich meine, das Thema, das wir gerade behandeln, ist auch für ihn nicht uninteressant. Es geht nämlich um ... (Vizekanzler Mag. Haupt schickt sich an, den Saal zu verlassen.) – Er schenkt mir leider nicht das Ohr, er verlässt den Saal. Ich bedauere ...
Abg. Dr. Bleckmann steht weiter bei der Regierungsbank und spricht mit Regierungsmitgliedern.
Präsident Dr. Andreas Khol (das Glockenzeichen gebend): Darf ich die Abgeordneten bitten, der Frau Abgeordneten, die die Erstrednerin ist und ein wichtiges Thema einbegleitet, Gehör zu schenken. (Abg. Dr. Bleckmann steht weiter bei der Regierungsbank und spricht mit Regierungsmitgliedern.)
Abg. Öllinger: Schaut nicht gut aus!
Es ist schade, dass Herr Bundesminister Bartenstein nicht da ist, weil natürlich ein Teil des Zuwachses von Beschäftigung auf atypische Beschäftigungen hinausläuft – das sind nicht nur die Geringfügigen, das gebe ich schon zu – und weil ein Teil des Zuwachses an weiblicher Beschäftigung sozusagen in Wirklichkeit nichts anderes ist als der verlängerte Bezug des Kinderbetreuungsgeldes, die in der Form noch als Beschäftigte mitgezählt werden. Wir werden dann erst sehen, wie sich dieses halbe Jahr später auf den Arbeitsmarkt auswirken wird, ob die Frauen tatsächlich diese Beschäftigung haben. Es stellt sich die Frage, wie jene Frauen, die jetzt nebenbei geringfügig arbeiten gehen, weil sie vom Kinderbetreuungsgeld allein nicht leben können – und damit bin ich wieder bei den geringfügig Beschäftigten –, in Zukunft behandelt werden. Wie wird sich die Pensionsreform, die Sie planen, auf diese Gruppe auswirken? (Abg. Öllinger: Schaut nicht gut aus!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ein zweiter Punkt: Auf Grund der Tatsache, dass die Neuregelung zwei Monate später in Kraft treten wird, entgehen der Sozialversicherung 10 Millionen €. Man könnte sagen, angesichts des Budgets, angesichts der einschneidenden Maßnahmen im ASVG, die Sie planen, sind 10 Millionen € nicht viel. Wenn Sie überlegen – nicht wir! –, welche Belastungen Sie Pensionisten, Kranken, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auferlegen können, damit diese Sozialsysteme finanziert werden, dann, muss ich sagen, sind 10 Millionen € auch kein Klacks. Dann ist es auf das Versäumnis dieser Bundesregierung zurückzuführen, weil sie nicht gehandelt hat, weil sie säumig geblieben ist, dass diese 10 Millionen € fehlen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die nachfolgenden Rednerinnen und Redner von uns werden auch darauf eingehen, was man mit den 10 Millionen € machen hätte können. Frau Staatssekretärin, werden diese 10 Millionen €, die der Sozialversicherung entgangen sind, über Bundesmittel jetzt der Sozialversicherung rückerstattet? Das ist meine Frage an Sie. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn ich aber diese checks and balances anerkenne, dann muss ich auch dem Gesetzgeber zugestehen, dass er nicht sofort und auf Zuruf reagiert und seine Zeit für diese Neuregelung in Anspruch nimmt. Diese wird heute getroffen. Noch einmal: politischer und sozialpartnerschaftlicher Konsens als Fundament. Ich verstehe nicht, warum die SPÖ heute nicht mehr mitgeht. Es erfolgt eine gute Regelung neu als Maßnahme zur Missbrauchsverhinderung und zur Weiterermöglichung geringfügiger Beschäftigung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Das war jetzt unheimlich klass, Herr Kollege Öllinger! Das war wirklich klass!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der freiheitlichen Fraktion! (Abg. Dr. Fekter: Das war jetzt unheimlich klass, Herr Kollege Öllinger! Das war wirklich klass!) – Ich kann es auch erklären, Frau Kollegin Fekter. Die Kolleginnen und Kollegen der freiheitlichen Fraktion ... (Abg. Dr. Fekter: Eine derartige Überheblichkeit hätte ich von Ihnen nicht erwartet, Herr Kollege Öllinger!) – Was ist daran überheblich, wenn man die Reihenfolge dieses schönen Dreisatzes innerhalb der freiheitlichen Fraktion etwas problematisiert? Der Punkt ist doch der, dass die freiheitliche Fraktion beim vorigen Tagesordnungspunkt, als wir die Pensionen diskutiert haben, ihre eigene Petition, die sie offensichtlich nicht gelesen hat, niedergestimmt hat, weil das im Wesentlichen das materiell-rechtliche Substrat für unseren Entschließungsantrag war. Da stellt sich dann schon die Frage: Wie hält es eine Fraktion mit den Prinzipien, die sie selbst aufstellt?
Abg. Dr. Fekter: Eine derartige Überheblichkeit hätte ich von Ihnen nicht erwartet, Herr Kollege Öllinger!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der freiheitlichen Fraktion! (Abg. Dr. Fekter: Das war jetzt unheimlich klass, Herr Kollege Öllinger! Das war wirklich klass!) – Ich kann es auch erklären, Frau Kollegin Fekter. Die Kolleginnen und Kollegen der freiheitlichen Fraktion ... (Abg. Dr. Fekter: Eine derartige Überheblichkeit hätte ich von Ihnen nicht erwartet, Herr Kollege Öllinger!) – Was ist daran überheblich, wenn man die Reihenfolge dieses schönen Dreisatzes innerhalb der freiheitlichen Fraktion etwas problematisiert? Der Punkt ist doch der, dass die freiheitliche Fraktion beim vorigen Tagesordnungspunkt, als wir die Pensionen diskutiert haben, ihre eigene Petition, die sie offensichtlich nicht gelesen hat, niedergestimmt hat, weil das im Wesentlichen das materiell-rechtliche Substrat für unseren Entschließungsantrag war. Da stellt sich dann schon die Frage: Wie hält es eine Fraktion mit den Prinzipien, die sie selbst aufstellt?
Beifall bei den Grünen.
Im Übrigen: Wir stimmen dem zu, auch dieser Abänderung. Sie ist besser als nichts. Bei dieser Bundesregierung sind wir überhaupt manchmal schon froh, wenn sie etwas mehr als nichts macht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich glaube, es ist wichtig, diesen verfassungskonformen Zustand wiederherzustellen. Grundsätzlich sollten wir aber weiterhin eine Diskussion darüber führen, wie es mit geringfügig Beschäftigten in Österreich überhaupt ausschaut, welche Versicherungsmöglichkeiten für diese Gruppe bestehen und was wir in diesem Bereich verbessern können. Diskussionen über geringfügig Beschäftigte sind also auf jeden Fall auf parlamentarischer Ebene auch in Zukunft zu führen, um Verbesserungen zu erreichen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: So viele Kinder kann man gar nicht haben, dass das besser wird!
Wenn eine Frau – das ist heute schon oft angesprochen worden, aber ich sage es trotzdem noch einmal – pro Kind ... (Abg. Öllinger: So viele Kinder kann man gar nicht haben, dass das besser wird!) – Es genügt ein Kind, dann werden drei Jahre herausgenommen. Frauen haben sehr unregelmäßige Erwerbsverläufe. Viele Frauen arbeiten nicht ein ganzes Leben lang geringfügig beschäftigt. Frauen haben geringfügig beschäftigte Arbeitsverhältnisse, sie arbeiten Teilzeit und haben Gott sei Dank auch sehr viele Vollzeitjahre.
Abg. Öllinger: Das weiß man nicht so genau!
Weiters wurde noch gefragt, warum dieses Gesetz erst jetzt, nämlich mit 1. Juni 2003, in Kraft trete. Der Herr Vizekanzler, damals „nur“ Bundesminister Mag. Haupt hat vor dem Sommer 2002 eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um die Frage zu klären: In welche Richtung sollen wir dieses Gesetz ändern – entweder in Richtung Abgabengesetz oder in Richtung Verfassungsgesetz? – Diese Arbeitsgruppe hat getagt, und dann – Sie alle wissen es – fanden die Wahlen statt. Wir aber sind nicht jene gewesen, die die Wahlen ausgerufen haben. (Abg. Öllinger: Das weiß man nicht so genau!) Daher war es nicht möglich, diese Änderung zeitgerecht einzubringen. Dafür gibt es also eine ganz einfache Erklärung.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie sagen, dass 10 Millionen € für die Sozialversicherung verloren gegangen sind, dann, muss ich sagen, bedauere ich das wirklich, aber ich denke, die Sozialversicherungen sind Einrichtungen, in denen es noch sehr viele Privilegien gibt – vielleicht kann man da ansetzen und diese 10 Millionen € einsparen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte zum Abschluss noch Folgendes sagen: Wir haben heute sehr viel von Qualitätsverbesserungen gesprochen. Ich denke, es ist gerecht, etwas für jene zu tun, die fleißig arbeiten, damit sie auch im Alter Sicherheit haben. Ich möchte in diesem Zusammenhang meinen lieben Kollegen Max Walch in abgewandelter Form zitieren: Wir Freiheitlichen haben gerade auch jetzt im Zusammenhang mit der Begutachtung des nun vorliegenden Pensionsreformentwurfes gezeigt, dass wir diejenigen sind, die zuhören, die denken und dann handeln! Und so könnten wir es auch bei diesem Problem machen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Haben Sie nicht zugehört, was die Frau Staatssekretärin gesagt hat? – Zwischenbemerkung von Staatssekretärin Haubner.
Ich halte das für eine Art Lohnnebenkosten-Geschenk der Regierung, indem man nämlich einfach sagt, es hat zwar ohnehin eine Arbeitsgruppe gegeben, die konnte aber wegen der Wahlen nicht weiter tagen. In Wirklichkeit schaut es aber so aus, als ob das Absicht gewesen wäre und man erst im letzten Augenblick noch Maßnahmen setzt. (Abg. Dr. Fekter: Haben Sie nicht zugehört, was die Frau Staatssekretärin gesagt hat? – Zwischenbemerkung von Staatssekretärin Haubner.)
Staatssekretärin Haubner: Ich bin stark genug!
Liebe Frau Staatssekretärin, Sie persönlich können nichts dafür, denn Sie waren damals noch nicht in dieser Funktion tätig, das ist richtig. Aber letztendlich lassen Sie die Kollegen, die eigentlich dafür die Verantwortung haben, jetzt im Stich. Das ist auch ein „schönes“ Bild, das wir da erleben. (Staatssekretärin Haubner: Ich bin stark genug!)
Abg. Dr. Trinkl: Heute ist es passiert! Frau Hostasch war damals Ministerin, Herr Riepl!
Das ist eine Vorgangsweise, die meiner Meinung nach unakzeptabel ist, und angesichts der man die Frage stellen muss: Wer hat dafür eigentlich die Verantwortung zu tragen? – Nach den bisherigen Wortmeldungen von Rednern der Regierungsparteien und auch nach Ihrer Wortmeldung, sehr verehrte Frau Staatssekretärin, habe ich niemanden gefunden beziehungsweise habe ich nicht herausgehört, dass jemand sagt: Da ist uns etwas passiert, wir versuchen, das rasch zu erledigen. Herr Tancsits bringt zwar ein paar Tage vor Ende dieser Frist geschwind einen Antrag ein, aber sonst ist nichts geschehen! (Abg. Dr. Trinkl: Heute ist es passiert! Frau Hostasch war damals Ministerin, Herr Riepl!)
Abg. Dr. Trinkl: 1997 haben Sie nicht daran gedacht!
Sehr verehrte Damen und Herren! Was passiert, wenn zwei Monate lang beispielsweise Studenten keine Studiengebühren bezahlen? – Dann gibt es Sanktionen, dann dürfen sie nicht mehr weiterlernen. Was passiert, wenn ein Arbeitgeber zwei Monate lang keinen Lohn bezahlt? – Dann wird er sich vor dem Arbeitsgericht wieder finden, und dort wird der Arbeitsrichter im Namen der Republik ein Urteil sprechen. (Abg. Dr. Trinkl: 1997 haben Sie nicht daran gedacht!)
Abg. Mag. Tancsits: Sie haben das falsche Gesetz beschlossen!
Wenn aber die Regierung beziehungsweise die Regierungsparteien durch Nicht-Handeln Schaden verursachen, wie man es nun tatsächlich erleben muss – 140 Millionen Schilling Schaden für die Sozialversicherungen, die jeden Schilling brauchen würden –, dann gibt es keine Sanktionen, dann gibt es keine Verurteilung und nicht einmal eine Entschuldigung. Nein, Herr Tancsits redet als Arbeitnehmervertreter, als ob das alles in Ordnung wäre und geht auf unsere Kritik mit keinem Wort ein. (Abg. Mag. Tancsits: Sie haben das falsche Gesetz beschlossen!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bitte Sie, bei Ihrer künftigen Regierungstätigkeit mehr Augenmerk darauf zu legen, dass solche Dinge nicht mehr passieren. Und ich frage noch einmal, ich frage Sie ganz konkret: Wer haftet jetzt dafür? (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.
In diesen Bereichen muss die Politik Rahmenbedingungen erarbeiten und festlegen, die es den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ermöglichen, die Chancen tatsächlich zu ergreifen, aber auch entsprechenden Schutz vor potenziellen Gefahren bieten. Die Arbeitswelt hat sich verändert, ebenso wie die Menschen, die in den meisten Branchen – Gott sei Dank! – deutlich selbstbewusster und eigenverantwortlicher geworden sind als früher. Begriffe wie Teleworking, Work-Life-Balance und Diversity sind längst nicht mehr nur Schlagworte und erfordern dringend Anpassungen von bestehenden Regelungen und Verordnungen. Ebenso müssen wir an laufenden Verbesserungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf arbeiten. Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich spreche! (Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das sind die Themen, mit denen ich mich bereits seit mehreren Jahren intensiv beschäftige. Ich hoffe sehr, dass ich mit Ihnen gemeinsam im Hohen Haus, dem ich seit 20. Dezember des Vorjahres angehöre, da etwas positiv bewegen kann. Ich freue mich auf eine gute, konstruktive Zusammenarbeit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Staatssekretärin Haubner: Sie hat bestanden!
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Es war sehr interessant, Frau Staatssekretärin, Ihnen zuzuhören. Sie haben uns mitgeteilt, dass es vor dem Sommer die Intention des damaligen Sozialministers gab, eine Arbeitsgruppe einzusetzen. (Staatssekretärin Haubner: Sie hat bestanden!) – Sie hat sogar bestanden. Was ist da disku-
Beifall bei der SPÖ.
Das ist in Wirklichkeit das Schlimme daran! Da ist tatsächlich Handlungsbedarf gegeben, und ich mache kein Hehl daraus, dass ich glaube, wir müssen in einer Solidargemeinschaft leben, in der es darum geht, kein Beschäftigungsverhältnis außerhalb dieser Solidargemeinschaft zuzulassen – egal, ob es sich um geringfügig Beschäftigte, um Teilzeitbeschäftigte oder die anderen neuen Beschäftigungsformen handelt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Staatssekretärin, wir haben Ihnen bereits im Ausschuss unsere Kooperation angeboten. Dabei bleibt es auch. Ich glaube wirklich, dass bei den geringfügig Beschäftigten dringender Handlungsbedarf gegeben ist und dass es höchste Zeit ist, hier eine zweite Etappe zu nehmen, nachdem die erste 1997 eingeführt wurde. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.
Ihr Antrag trifft 15 000 Unternehmer. (Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.) Sie wollen, dass bereits ab Erreichen der Geringfügigkeitsgrenze die Sozialversicherungspflicht beziehungsweise jetzt diese Abgabepflicht entstehen soll. Wir wollen das nicht. Wir wollen geringfügige Beschäftigungen im privaten Bereich, wo üblicherweise nur ein geringfügig Beschäftigter verwendet wird, draußen lassen.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Eines darf ich schon sagen: Der Verfassungsgerichtshof wird sicher nicht den Schaden tragen, der aus einer solchen Vorlage entsteht. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie sind sehr großzügig, wenn es darum geht, Ihre Vorstellungen durchzubringen, aber Sie sind kleinlich, wenn es darum geht, Einkommen, die tatsächlich sehr gering sind, auch entsprechend günstig zu beurteilen. Wir bekennen uns zu der damals getroffenen Lösung, und wir möchten sie jetzt in verfassungskonformer Art auch für die Zukunft sicherstellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Staatssekretärin Haubner: Das stimmt auch!
Abgeordneter Walter Schopf (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Werte Mitglieder der Regierung! Werte Damen und Herren! Hohes Haus! Zu Beginn möchte ich auf eine Bemerkung von Frau Staatsekretärin Haubner eingehen: Jene Frauen, die geringfügig beschäftigt sind, wären in vielen Fällen bereit, sich selbst zu versichern, aber das Problem liege darin, dass die Frauen zu wenig informiert sind. (Staatssekretärin Haubner: Das stimmt auch!)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Regelung – so ist es auch im Antrag ersichtlich – soll am 1. Juni in Kraft treten. Ich meine, dass eine derartige Maßnahme, ein derart viel zu spätes Handeln unentschuldbar ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Volkspartei und Freiheitliche haben jedoch auch in diesem Bereich, was die Qualität des Gesetzes betrifft, nichts unternommen. Von der ÖVP haben wir nichts anderes erwartet. Und die Freiheitlichen beweisen wieder einmal, dass ihr Gerede, lieber Kollege Max Walch, vom „kleinen Mann“ nur Heuchelei ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mit einem Wort, sehr geehrte Damen und Herren: Ich meine, diese Regierung ist eine immer größere Zumutung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Diese werden sich – das wissen wir sehr genau – das nicht mehr länger gefallen lassen. Das kann ich Ihnen heute hier versprechen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bedanke mich in diesem Zusammenhang sehr herzlich bei den Mediatorenverbänden und beim Justizministerium für die Vorarbeiten zu diesem ausgesprochen gelungenen Gesetz. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Die geplanten Einschnitte im Außerstreitgesetz wie zum Beispiel die Anwaltspflicht oder die Kostenersatzpflicht für den gegnerischen Anwalt sind kontraproduktiv und daher auch abzulehnen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Stoisits.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir dürfen hier die Augen vor den Sicherheitsproblemen in Österreich und vor dieser negativen Entwicklung nicht verschließen. Ich bin der Meinung, dass auch Sozialträumer angesichts dieser Statistik die Realität endlich zur Kenntnis nehmen sollten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stoisits – auf dem Weg zum Rednerpult –: Drei Minuten!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gemeldet ist nunmehr Frau Abgeordnete Mag. Stoisits. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Stoisits – auf dem Weg zum Rednerpult –: Drei Minuten!) – Nur 3 Minuten, aber ich schalte auf 5 Minuten.
Abg. Mag. Mainoni – angesichts des Umstandes, dass das Mikrophon noch nicht eingeschaltet war –: Noch einmal! Das haben wir nicht gehört!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar dan, poštovane dame i gospodo! (Abg. Mag. Mainoni – angesichts des Umstandes, dass das Mikrophon noch nicht eingeschaltet war –: Noch einmal! Das haben wir nicht gehört!) Nur drei Minuten Redezeit deshalb, weil diese vernünftige Rechtsgrundlage für konsensuale Konfliktlösungsmodelle, die Österreich mit dem Mediations-Gesetz schafft, schon von unserer Ausschussvorsitzenden, von Frau Kollegin Becher und von Herrn Mainoni ausführlich dargestellt wurde. Wir freuen uns darüber, dass das heute zur Beschlussfassung ansteht.
Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Danke! Danke!
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um den Herrn Bundesminister mit diesem Beispiel darauf hinzuweisen, dass es selbst unter seiner Ministerschaft möglich ist, in dem alten Prinzip des konsensualen Gesetzwerdungsprozesses erfolgreich zu sein. (Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Danke! Danke!) Ich wage zu behaupten, dass Sie wahrscheinlich gar nicht viel mehr zu dem Gesetz beigetragen haben als ich, aber Sie sind der Minister, deshalb gebührt Ihnen die Ehre, diese Einstimmigkeit sozusagen verbuchen zu dürfen.
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister! Deshalb hoffe ich, dass Sie – und das Mediations-Gesetz sei Ihnen ein Vorbild – diesen Weg der Konsenssuche gehen. Es ist auch ziemlich passend beim Mediations-Gesetz, dass es hier einstimmig beschlossen wird, denn es wäre ein ziemlich blödes Beispiel für die Betroffenen, würden wir uns darüber auch noch streiten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP
Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich danke Ihnen, Frau Abgeordnete Mag. Stoisits, dass Sie Ihrer Linie treu geblieben sind: Wenn aus dem Ministerium etwas Gutes kommt – und das ist nahezu immer der Fall (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP) –, dann darf es nicht der Minister gewesen sein, wenn etwas weniger Gutes kommt, dann suchen Sie sich einen Schuldigen, und der darf nur ich sein.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zur Sache, zum Gesetz zurück: Dieses Gesetz ist eine Weltneuheit – bitte, das zu beachten! Es gibt in keinem Land der Welt ein so ausformuliertes und durchstrukturiertes Mediations-Gesetz. Österreich ist da ein Vorreiter. Das Lob an das Ministerium ist berechtigt, Frau Abgeordnete, es betrifft vor allem Herrn Dr. Stormann und Frau Dr. Winkler, die in dieses Gesetz ihr Erfahrungswissen eingebracht haben. Wenn Sie mit diesem Gesetz zufrieden sind, dann haben Sie nun auch die Namen jener erfahren, die sich da wirklich persönlich eingebracht haben. Ich glaube, dass wir mit diesem Gesetz der Bevölkerung eine gute Sache für die Zukunft vorgestellt haben. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mit dem heutigen Beschluss über ein eigenes Gesetz betreffend die Mediation wird, wie meine Vorredner schon ausgeführt haben, ein wichtiges zusätzliches Instrument geschaffen, um neben dem gerichtlichen Verfahren – sei es das streitige oder auch das außerstreitige Verfahren – eine Möglichkeit zu bieten, einen Konflikt oder einen Streit nicht zu entscheiden, sondern gemeinsam zu lösen. Insofern ist das – und da schließe ich mich der Meinung meiner Vorrednerinnen und Vorredner an – ein sehr wichtiges Instrument, das sich in verschiedenen Fällen, in denen es jetzt schon vorgesehen ist, sehr gut bewährt hat. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich danke abschließend für die einvernehmliche Umsetzung dieses Gesetzesvorhabens und bin sicher, dass uns das viele Streitparteien beziehungsweise Konfliktparteien in Zukunft positiv anrechnen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Dies nur zur Klarstellung. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Mit dem vorliegenden Gesetz können die Menschen darauf vertrauen, dass sie gut ausgebildete und kompetente Mediatoren zur Seite gestellt bekommen, um ihre Probleme in Zukunft besser lösen zu können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dies nur zur Klarstellung. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich schließe mich dem Dank an die Beamten an. Diese Vorlage ist eine sehr gute, und wir werden ihr daher auch zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Barbara Riener (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Minister! Meine Damen und Herren im Hohen Haus! In meiner Unterlage steht am Beginn dreimal die Eins: die erste Eins, weil ich zum ersten Mal hier stehe und rede, die zweite Eins für dieses erste Bundesgesetz zur Mediation – ich freue mich, dass es zu diesem gekommen ist – und die dritte Eins für folgenden Umstand: Ich weiß nicht, ob es unter den Abgeordneten ausgebildete MediatorInnen gibt, also ob ich die erste Mediatorin hier wäre, Tatsache ist: Ich habe vor einem Monat meine Ausbildung zur Mediatorin abgeschlossen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bei Konflikten, die nicht gelöst werden, gibt es nur Verlierer. Konflikte, bei denen es Gewinner und Verlierer gibt, bedeuten, dass es oft Rache gibt. Letztendlich kann bei einer Mediation jeder das Gesicht wahren, und diesen Stil der Mediation wünsche ich uns allen für die nächsten Wochen in diesem Haus als besondere Herausforderung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die vierte Eins ist offenbar ein „Sehr gut“ der Fraktionen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
In Wahrheit sperrt er ein Kommissariat nach dem anderen zu. Die besten Leute wie zum Beispiel General Schnabl schickt er in Pension und setzt als deren Nachfolger sogar von der Kommission als unfähig bezeichnete Personen ein. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich weiß nicht, was daran sinnvoll sein soll. Ich habe nicht die Hoffnung, dass Sie dem zustimmen, aber trotzdem richte ich den Appell an Sie, sich diese Maßnahme noch einmal zu überlegen und wirklich der Vernunft eine Chance zu geben. Das wäre mein großer Wunsch. In diesem Sinne darf ich Sie ersuchen, meine Damen und Herren: Überlegen Sie sich bitte gut, worüber, wie und mit welcher Verantwortung Sie heute hier abstimmen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Gaßner: Ist auch gut so!
Abgeordneter Werner Miedl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Kollege Jarolim, ich habe Ihnen sehr aufmerksam zugehört (Abg. Mag. Gaßner: Ist auch gut so!) und muss sagen: In Wirklichkeit haben Sie in der Substanz kein einziges Argument vorgebracht, nicht eines! Ich bin bitter enttäuscht, weil ich mir ein bisschen mehr erwartet habe. (Abg. Mag. Wurm: Kein einziges?! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Frau Kollegin Wurm, zu Ihnen komme ich noch ganz speziell.
Abg. Mag. Wurm: Kein einziges?! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Werner Miedl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Kollege Jarolim, ich habe Ihnen sehr aufmerksam zugehört (Abg. Mag. Gaßner: Ist auch gut so!) und muss sagen: In Wirklichkeit haben Sie in der Substanz kein einziges Argument vorgebracht, nicht eines! Ich bin bitter enttäuscht, weil ich mir ein bisschen mehr erwartet habe. (Abg. Mag. Wurm: Kein einziges?! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Frau Kollegin Wurm, zu Ihnen komme ich noch ganz speziell.
Abg. Mag. Wurm: Da müssen wir bei der Bildungspolitik ansetzen!
Meine Damen und Herren! Da müssen wir ansetzen! (Abg. Mag. Wurm: Da müssen wir bei der Bildungspolitik ansetzen!) Da müssen wir etwas tun, aber wir sollten nicht hergehen und etwas verteidigen, was nicht verteidigungswert ist. Denn wenn das so gut ist, wie Sie sagen, Herr Kollege Jarolim, dann frage ich Sie: Warum haben Sie das nur in Wien eingerichtet, aber nicht in Innsbruck, nicht in Graz und nicht in Linz? – Das ist ein schwer wiegendes „Versäumnis“ gegenüber den Jugendlichen, wenn Sie es als so gut empfinden. Ich verstehe das nicht, Herr Kollege Jarolim. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Mag. Mainoni und Dipl.-Ing. Hofmann.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Mag. Mainoni und Dipl.-Ing. Hofmann.
Meine Damen und Herren! Da müssen wir ansetzen! (Abg. Mag. Wurm: Da müssen wir bei der Bildungspolitik ansetzen!) Da müssen wir etwas tun, aber wir sollten nicht hergehen und etwas verteidigen, was nicht verteidigungswert ist. Denn wenn das so gut ist, wie Sie sagen, Herr Kollege Jarolim, dann frage ich Sie: Warum haben Sie das nur in Wien eingerichtet, aber nicht in Innsbruck, nicht in Graz und nicht in Linz? – Das ist ein schwer wiegendes „Versäumnis“ gegenüber den Jugendlichen, wenn Sie es als so gut empfinden. Ich verstehe das nicht, Herr Kollege Jarolim. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Mag. Mainoni und Dipl.-Ing. Hofmann.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Rahmenbedingungen zu verbessern – das halte ich für menschenwürdig, das halte ich für jugendgerecht –, damit sollten wir uns beschäftigen, Herr Kollege Jarolim, aber nicht mit der Lächerlichkeit, in welchen Strukturen der Vollzug geschieht. Ob der Jugendstrafvollzug mit Präsident oder ohne Präsident durchzuführen ist, das ist nicht das Thema. Das beschäftigt vielleicht die SPÖ, aber ganz sicher keinen Jugendlichen, der straffällig geworden ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Genau das ist in der Josefstadt nicht der Fall!
Wenn man die Jugendlichen fragt – ich habe damals die Fernsehsendung gesehen –, worum es ihnen eigentlich geht, was sie gerne möchten, dann erfährt man, die Jugendlichen nehmen zum Beispiel im Jugendstrafvollzug längere Außenzeiten sehr gerne an. Sie wollen länger Fußball spielen, länger kicken, das heißt, sie wollen nicht so früh hinter Schloss und Riegel sein, Frau Kollegin Wurm. (Abg. Mag. Wurm: Genau das ist in der Josefstadt nicht der Fall!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich würde Ihnen wirklich empfehlen, gehen Sie mit mir in Graz in den Häfen und schauen wir uns die Zustände dort an! Dort gibt es wirklich viel zu tun, vieles zu verbessern, aber nicht in der Art und Weise, dass man sich mit den Strukturen und mit der Präsidentschaft beschäftigt. Damit kann man in Wirklichkeit nichts erreichen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stoisits: Nur weil viele keine Österreicher sind, heißt das nicht, dass sie der deutschen Sprache nicht mächtig sind!
Sehr viele der jugendlichen Straftäter sind der deutschen Sprache nicht mächtig, weil sie keine Österreicher sind, nämlich rund ein Drittel. (Abg. Mag. Stoisits: Nur weil viele keine Österreicher sind, heißt das nicht, dass sie der deutschen Sprache nicht mächtig sind!) Was man bewirken kann, wenn den Menschen heute im Häfen die deutsche Sprache gelehrt wird, wenn ihnen möglicherweise auch ein Beruf beigebracht wird, dass man das ausbauen könnte und wie viel Geld wir uns damit im Grunde ersparen könnten, das hätte ich von der SPÖ auch gerne gehört. Damit hätten Sie nämlich jene vertreten, die zu vertreten sind, meine Damen und Herren!
Abg. Mag. Wurm: Besser früher!
Ich sage Ihnen: Wir haben große Probleme. Wir haben aber nicht nur mit jugendlichen Straftätern ein Problem, sondern auch mit Jugendlichen, die noch gar nicht strafmündig sind. Ich fürchte, damit werden wir uns früher oder später (Abg. Mag. Wurm: Besser früher!) auch in diesem Gremium viel intensiver zu befassen haben. Dort anzusetzen, das wäre höchst lohnend.
Abg. Mandak: Fehlende Väter! – Abg. Rest-Hinterseer: Fehlende Väter! – Weitere lebhafte Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Fehlende Väter!
Das, was den Jugendlichen heute so abgeht, ist eine liebevolle Aufnahme, eine Beziehung, ist ein Elternhaus (Abg. Mandak: Fehlende Väter! – Abg. Rest-Hinterseer: Fehlende Väter! – Weitere lebhafte Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Fehlende Väter!), sind Grenzen, Frau Kollegin! Jugendliche haben ein Recht auf Grenzen (Ruf: Ein Recht auf Väter!), und ich sage Ihnen, dass das prägsamer ist als die von Ihnen proklamierte und als so gut empfundene Justizpolitik in diesem Bereich. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Ruf: Ein Recht auf Väter!
Das, was den Jugendlichen heute so abgeht, ist eine liebevolle Aufnahme, eine Beziehung, ist ein Elternhaus (Abg. Mandak: Fehlende Väter! – Abg. Rest-Hinterseer: Fehlende Väter! – Weitere lebhafte Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Fehlende Väter!), sind Grenzen, Frau Kollegin! Jugendliche haben ein Recht auf Grenzen (Ruf: Ein Recht auf Väter!), und ich sage Ihnen, dass das prägsamer ist als die von Ihnen proklamierte und als so gut empfundene Justizpolitik in diesem Bereich. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Das, was den Jugendlichen heute so abgeht, ist eine liebevolle Aufnahme, eine Beziehung, ist ein Elternhaus (Abg. Mandak: Fehlende Väter! – Abg. Rest-Hinterseer: Fehlende Väter! – Weitere lebhafte Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Fehlende Väter!), sind Grenzen, Frau Kollegin! Jugendliche haben ein Recht auf Grenzen (Ruf: Ein Recht auf Väter!), und ich sage Ihnen, dass das prägsamer ist als die von Ihnen proklamierte und als so gut empfundene Justizpolitik in diesem Bereich. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen.
Ich würde mich gerne mit Ihnen darüber auseinander setzen, weil ich Ihre Modelle gerne kennen lernen würde. Ich habe viel mit Jugendlichen zu tun, die straffällig geworden sind. Manches Mal habe ich den Eindruck, Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, wissen nicht, wovon Sie reden, und das tut mir Leid, nämlich im Interesse der Jugendlichen, die wir hier zu vertreten haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Kollege Miedl, keine Argumente haben Sie bis jetzt gehört? – Ja, weil es keine gibt für die Abschaffung des Jugendgerichtshofes! Weil es keine gibt, deshalb können wir auch keine vorbringen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Miedl! Entschuldigen Sie, wenn ich Ihnen jetzt Folgendes sage, aber das muss ich, nachdem ich Ihnen vorhin zugehört habe: Sie haben überhaupt keine Ahnung, was sich hier in Wien abspielt! (Beifall bei den Grünen.) Gut, Sie sind ein steirischer Abgeordneter, aber dann lassen Sie uns Wiener Abgeordneten doch das Recht auf etwas, was weltweit ein Vorbild war!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Der Wiener Jugendgerichtshof hat Österreich in der ganzen Welt Ruhm und Anerkennung gebracht, aber der Herr Minister schafft ihn ab und zerschlägt diese Strukturen. Kollege Miedl, lassen Sie uns die Argumente vorbringen, mit denen wir uns gegen diese Maßnahme wehren! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Da werde ich nämlich auch böse, wenn Sie so tun, als wären Sie der Einzige, der etwas von Jugendlichen und jugendlichen Straftätern verstünde.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Gut, jetzt könnte ich sagen, zwei Männer haben da sozusagen ein Problem – aber das wird auf dem Rücken des Wiener Jugendgerichtshofs und der Wiener Jugendgerichtshilfe ausgetragen, und das ist schändlich, Herr Miedl! Das ist schändlich! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das hat nicht wirklich zu 100 Prozent die Zustimmung der Bürokratie gefunden – ganz offensichtlich, weil nämlich keine Vorsorge dafür getroffen wurde, weder budgetär noch personell noch was sonstige Ressourcen angeht –, und daher haben halt jetzt die – wahrscheinlich, so vermute ich – Herren im Justizministerium mit der männlichen Spitze Böhmdorfer gesagt: Jetzt zeigen wir ihnen, was das heißt! Jetzt sind nämlich tatsächlich Umstände eingetreten, die nicht korrekt sind. Es war zu wenig Platz, es wurde hin- und hergeführt, aber es wäre Ihre Aufgabe gewesen, Vorsorge zu treffen. Was ist das Resultat des Ganzen? – Es wird buchstäblich über die Köpfe der Jugendlichen Politik im schlechtesten Sinne gemacht. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
in Richtung des Abg. Miedl
Wo ist er jetzt, der das gesagt hat mit den nicht österreichischen Jugendlichen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind? Sie (in Richtung des Abg. Miedl) behaupten die ganze Zeit, dass Sie eine Ahnung von Jugendlichen haben?! Nur weil jemand keinen österreichischen Reisepass hat, heißt das noch lange nicht, dass er nicht deutsch kann. Die meisten können mindestens so gut deutsch wie Sie, Herr Miedl! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wo ist er jetzt, der das gesagt hat mit den nicht österreichischen Jugendlichen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind? Sie (in Richtung des Abg. Miedl) behaupten die ganze Zeit, dass Sie eine Ahnung von Jugendlichen haben?! Nur weil jemand keinen österreichischen Reisepass hat, heißt das noch lange nicht, dass er nicht deutsch kann. Die meisten können mindestens so gut deutsch wie Sie, Herr Miedl! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Aber nicht für die Jugendlichen!
Sie haben zum Beispiel behauptet, Frau Abgeordnete Stoisits, in der Josefstadt gäbe es ab 15 Uhr für 1 000 Häftlinge 35 Justizwachebeamte. Erstens ist nicht um 15 Uhr, sondern um 16 Uhr der Einschluss, zweitens gibt es für die Jugendlichen sechs Abteilungen, und für jede Abteilung steht ein eigener Justizwachebeamter bis 19 Uhr zur Verfügung. (Abg. Mag. Wurm: Aber nicht für die Jugendlichen!) Im Gefangenenhaus im Jugendgerichtshof war die Situation nicht anders. Dort hat es auch für 70 Häftlinge maximal 6 Justizwachebeamte gegeben.
Abg. Mag. Wurm: 10 Prozent mehr Häftlinge!
Aber mit Die-Kirche-im-Dorf-Lassen meine ich auch die SPÖ. Diese verlässt nämlich die seriöse Argumentation zur Gänze, wenn sie im Minderheitsbericht behauptet – und auch Herr Kollege Jarolim hat das heute getan –, es werde durch die Zerschlagung des Jugendgerichtshofes mehr Kriminalität geben, es werde mehr Rückfälle geben. – Wie kommen Sie eigentlich dazu, solch eine Verunsicherungspropaganda zu machen? (Abg. Mag. Wurm: 10 Prozent mehr Häftlinge!) Sie wissen doch ganz genau, dass es den Jugendgerichtshof nur in Wien gegeben hat, dass es in anderen Landeshauptstädten gar keinen eigenen Jugendgerichtshof gegeben hat. Wollen Sie sagen, das habe dazu geführt, dass es mehr Kriminalität und höhere Rückfälle in den Landeshauptstädten gegeben hat? Das ist doch paradox. – Bleiben Sie doch bitte auf dem Boden der Realität und bei der sachlichen Argumentation, auch wenn Sie mit der Neuregelung nicht einverstanden sind!
Abg. Heinisch-Hosek: Die lehnen das auch ab!
Es ist auch nicht richtig, dass die Auflösung des Jugendgerichtshofes zu einer Verschlechterung für die Jugendlichen führt. Gestehen Sie sich das doch ein! Es gibt weiterhin das Jugendgerichtsgesetz, und dieses wird auch weiterhin von Jugendrichtern ausgeübt. (Abg. Heinisch-Hosek: Die lehnen das auch ab!) Aber selbst dann, wenn es keine eigenen Jugendrichter gäbe, glauben Sie nicht, dass auch ein Richter für allgemeine Strafsachen in der Lage wäre, das Jugendgerichtsgesetz anzuwenden?! So viel Vertrauen müssten Sie in die Ausbildung der Richter haben, dass sie das Jugendgerichtsgesetz anwenden können.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sagen, es gebe keinen einzigen Punkt, der positiv sei. – Das stimmt überhaupt nicht! Die Unterbringung wird wirklich entscheidend verbessert. Es gibt eigene Spazierhöfe, es gibt eigene Räume für die Aus- und Fortbildung. Es gibt Ordinationsräume für die medizinische Versorgung, einen perfekt ausgestatteten Turnsaal. Den Sportplatz, von dem Sie reden, Frau Abgeordnete Stoisits, haben manche Schulen nicht, aber der Turnsaal ist wirklich großartig, Sie sollten ihn sich einmal anschauen; ich habe ihn schon gesehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Sie sollten den weltweit hohen Stand der Jugendgerichtsbarkeit nicht durch eine derart unsachliche Kritik zu dem Zweck, politisches Kleingeld zu machen, in Frage stellen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Bekennen Sie sich zu dieser Reform, sie ist nicht über die Köpfe der Jugendlichen ausgetragen, sondern zum Nutzen der Jugendlichen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Das letzte Mal ist ein derart großer Widerstand aus den Reihen der Opposition gekommen, als wir gegen ihren Willen im Familienrecht die Obsorge beider Elternteile beschlossen haben. Sie haben diesen Schritt damals offensichtlich als Revidierung und Korrektur Ihrer Gesellschaftspolitik empfunden. – Aber dieser Schritt war richtig. Sie haben sich damals so gebärdet, wie Sie das heute tun, sehr emotional, ohne Sachargumente, doch heute wissen wir, dass die Obsorge beider Teile von 80 Prozent der Bevölkerung automatisch angenommen wird; das ist auch in Deutschland so. Von 80 Prozent, das ist eine hohe statistische Zahl! Das war ein großer Erfolg, bitte, verkraften Sie ihn endlich! Das war eine Sachpolitik, wie sie sich gehört. (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Abg. Heinisch-Hosek: Sie machen das!
Wir haben auch beim Jugendgerichtshof Sachpolitik vor. Im Gegensatz zu Ihnen, Frau Abgeordnete Stoisits, werde ich einmal einige Sachargumente bringen, damit Sie – auch wenn Sie es schon wissen, aber heute trotzdem nicht erwähnt haben – einmal in aller Öffentlichkeit rechtfertigen müssen, was Sie hier an Emotionen losgelassen haben, und zwar – ich sage Ihnen das ganz ehrlich – zu meinem Bedauern zu Lasten der Jugendlichen. Sie instrumentalisieren für Ihre politische Gesinnung das Schicksal der Jugendlichen. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie machen das!) Ich halte das nicht für richtig. Hören Sie bitte endlich damit auf!
Abg. Mag. Stoisits: Einmal? Etliche Male!
Waren Sie einmal im Jugendgerichtshof? Waren Sie einmal in den Gängen des Jugendgerichtshofes, Frau Abgeordnete? (Abg. Mag. Stoisits: Einmal? Etliche Male!) Was haben Sie dort gesehen? – Jugendliche vor den Verhandlungssälen neben Erwachsenen. Warum haben Sie damals nicht aufgeschrieen?
Abg. Mag. Stoisits spricht mit Abg. Dr. Glawischnig.
Ich verstehe nicht, Frau Abgeordnete, warum Sie gerade das heute verschwiegen haben. (Abg. Mag. Stoisits spricht mit Abg. Dr. Glawischnig.) Ich verstehe auch nicht ganz, warum Sie mir gerade jetzt, wo es um die Fakten geht, bewusst Ihre Aufmerksamkeit nicht zuwenden.
Abg. Dr. Puswald: Er ist da!
Wir haben eine Reform des Jugendstrafrechtes wie beschrieben durchgeführt, und wir haben auch den Jugendstrafvollzug verbessert. Es kann überhaupt keine Rede davon sein, dass wir das Netzwerk zerschlagen hätten. Weder Herr Abgeordneter Jarolim, der nicht mehr im Saal ist (Abg. Dr. Puswald: Er ist da!) – danke –, noch Frau Abgeordnete Stoisits haben irgendein Argument dafür gebracht, dass dieses Netzwerk nicht mehr funktionieren sollte. Ich habe sogar Herrn Präsidenten Jesionek, mit dem Sie mir ein Problem unterstellen, das ich nicht habe, angeboten, dass er mit der von ihm geleiteten Organisation „Weißer Ring“ im Landesgericht für Strafsachen Wien Logis findet. Er hat das abgeschlagen; warum, weiß ich nicht.
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Jugendlichen, Sie müssen nur endlich die Fakten akzeptieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Abg. Dr. Fekter: Nein! Sie wissen nicht, wovon Sie reden!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sie sehen mich fassungslos. Ich bin fassungslos, dass ich hier Teil eines vorabendlichen Films werde, den ich nicht mehr verstehe; eines Films mit dem Titel „Denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Abg. Dr. Fekter: Nein! Sie wissen nicht, wovon Sie reden!) Das kann ich nur daraus herleiten, Frau Kollegin Dr. Fekter, dass Sie wirklich nicht wissen, was Sie tun. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie verstehen es ja nicht!) Über Sie, Frau Dr. Partik-Pablé, als gelernte Richterin bin ich besonders erstaunt, wie Sie hier argumentieren, wo Sie eigentlich wissen müssten, was Sie tun sollten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Weil Sie es nicht verstehen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie verstehen es ja nicht!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sie sehen mich fassungslos. Ich bin fassungslos, dass ich hier Teil eines vorabendlichen Films werde, den ich nicht mehr verstehe; eines Films mit dem Titel „Denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Abg. Dr. Fekter: Nein! Sie wissen nicht, wovon Sie reden!) Das kann ich nur daraus herleiten, Frau Kollegin Dr. Fekter, dass Sie wirklich nicht wissen, was Sie tun. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie verstehen es ja nicht!) Über Sie, Frau Dr. Partik-Pablé, als gelernte Richterin bin ich besonders erstaunt, wie Sie hier argumentieren, wo Sie eigentlich wissen müssten, was Sie tun sollten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Weil Sie es nicht verstehen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Weil Sie es nicht verstehen!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sie sehen mich fassungslos. Ich bin fassungslos, dass ich hier Teil eines vorabendlichen Films werde, den ich nicht mehr verstehe; eines Films mit dem Titel „Denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Abg. Dr. Fekter: Nein! Sie wissen nicht, wovon Sie reden!) Das kann ich nur daraus herleiten, Frau Kollegin Dr. Fekter, dass Sie wirklich nicht wissen, was Sie tun. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie verstehen es ja nicht!) Über Sie, Frau Dr. Partik-Pablé, als gelernte Richterin bin ich besonders erstaunt, wie Sie hier argumentieren, wo Sie eigentlich wissen müssten, was Sie tun sollten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Weil Sie es nicht verstehen!)
Abg. Großruck: Von wem sprechen Sie überhaupt?
Und es ist auch nicht erstaunlich, dass Sie nicht wissen, was Sie tun, denn Sie lehnen es ja ab – entgegen allen blumigen Worten und Mitteilungen, dass Sie dialogbereit und informationsbereit wären; Sie sind es nicht! –, Sie lehnen es ab, sich mit irgendjemandem auseinander zu setzen, der a) weiß, was Sache ist, und b) etwas einbringen könnte, was für Sie nicht bequem ist, aber der Sache dient. (Abg. Großruck: Von wem sprechen Sie überhaupt?) Daher ist es so, dass es kommt, wie es kommen muss: dass Sie hier völlig uninformiert einem Gesetz zustimmen wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso sprechen Sie über etwas, was Sie nicht verstehen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso sprechen Sie über etwas, was Sie nicht verstehen?
Und es ist auch nicht erstaunlich, dass Sie nicht wissen, was Sie tun, denn Sie lehnen es ja ab – entgegen allen blumigen Worten und Mitteilungen, dass Sie dialogbereit und informationsbereit wären; Sie sind es nicht! –, Sie lehnen es ab, sich mit irgendjemandem auseinander zu setzen, der a) weiß, was Sache ist, und b) etwas einbringen könnte, was für Sie nicht bequem ist, aber der Sache dient. (Abg. Großruck: Von wem sprechen Sie überhaupt?) Daher ist es so, dass es kommt, wie es kommen muss: dass Sie hier völlig uninformiert einem Gesetz zustimmen wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso sprechen Sie über etwas, was Sie nicht verstehen?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ach, doch?
Frau Dr. Partik-Pablé! Ich darf Ihnen versichern, ich weiß, wovon ich rede (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ach, doch?), denn ich habe im Unterschied zu den Damen und Herren der schwarz-blauen Koalition an einer Enquete teilgenommen, an der internationale Wissenschafter, aber auch Richtervertreter teilgenommen haben, die unisono der Meinung waren, dass hier an der Jugendgerichtsbarkeit und damit am kostbarsten Gut, das ein Staat hat, nämlich an der Jugend und an der Zukunft dieser Gesellschaft, ein Verbrechen begangen wird (Rufe der Missbilligung bei den Freiheitlichen und der ÖVP), ein Verbrechen insofern, als hier eine international einmalig anerkannte Organisation zerschlagen wird, und zwar mutwillig und ohne dass ich dafür heute ein sachgerechtes Argument hören hätte können.
Rufe der Missbilligung bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Frau Dr. Partik-Pablé! Ich darf Ihnen versichern, ich weiß, wovon ich rede (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ach, doch?), denn ich habe im Unterschied zu den Damen und Herren der schwarz-blauen Koalition an einer Enquete teilgenommen, an der internationale Wissenschafter, aber auch Richtervertreter teilgenommen haben, die unisono der Meinung waren, dass hier an der Jugendgerichtsbarkeit und damit am kostbarsten Gut, das ein Staat hat, nämlich an der Jugend und an der Zukunft dieser Gesellschaft, ein Verbrechen begangen wird (Rufe der Missbilligung bei den Freiheitlichen und der ÖVP), ein Verbrechen insofern, als hier eine international einmalig anerkannte Organisation zerschlagen wird, und zwar mutwillig und ohne dass ich dafür heute ein sachgerechtes Argument hören hätte können.
Abg. Mag. Donnerbauer: Diese „Verbrechen“ haben Ihre früheren Justizminister in ganz Österreich begangen!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (fortsetzend): Ich bitte um Entschuldigung und werde leicht andere Argumente finden. (Abg. Mag. Donnerbauer: Diese „Verbrechen“ haben Ihre früheren Justizminister in ganz Österreich begangen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber verkommen haben sie ihn lassen!
Da scheinen Sie zu irren, Herr Kollege, denn die früheren Justizminister haben den Jugendgerichtshof nicht zerstört. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber verkommen haben sie ihn lassen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Aber ich darf Ihnen auch sagen, dass dieses Haus materiell nicht beschlussfähig ist, denn die schwarz-blaue Mehrheit hat nicht den notwendigen Informationsstand, um hier überhaupt zustimmen oder mitstimmen zu können. Daher verweise ich noch einmal auf den Antrag auf Rückverweisung an den Justizausschuss, dessen Annahme Ihnen allen gut anstünde. Damit könnten Sie beweisen, dass Sie auch die nötige moralische Kraft haben, sich selbst Fehler einzugestehen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Machtrausch Abstand nehmen muss und ihre Arroganz und Überheblichkeit ablegen muss. Das, meine Damen und Herren, sind nicht meine Argumente, sondern die Ihrer Freunde aus der Partei, Dinkhauser und Dirnberger! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Böhmdorfer.
An Sie, Herr Bundesminister, hätte ich eine ganz besondere Bitte. Ich hatte nämlich, als ich in dieses Hohe Haus kam, die Erwartungshaltung, dass Sie und vielleicht auch Frau Kollegin Dr. Fekter sich wohltuend von den Praktiken des Herrn Innenministers abheben würden. – Ihre zuletzt gemachte Äußerung hat mir bewiesen, dass Sie nicht nur dazu nicht bereit sind, sondern offenbar auch diesem autoritären Stil verfallen sind, der viele Österreicher betrübt. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Böhmdorfer.)
neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Böhmdorfer
Daher sage ich Ihnen: Wenn diese Politik hier weiterbetrieben wird, Husch-Pfusch-Gesetze verabschiedet werden, wenn skandalöse Zustände (neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Böhmdorfer) – Herr Minister, ich bin gerne bereit, im Detail mit Ihnen darüber zu diskutieren, aber meine Redezeit ist beschränkt – von Ihnen nicht abgestellt werden, obwohl Sie seit drei Jahren im Amt sind, wenn Sie diese Zustände zum Teil noch verhöhnen – ich will auch hiezu nicht ins Detail gehen –, wenn Sie persönliche Befindlichkeiten, die ganz offenkundig Ihrerseits in Bezug auf Präsident Jesionek existieren, zum Anlass für eine Gesetzgebung nehmen, dann muss ich Ihnen klipp und klar sagen, dass Sie für mich als Minister, als Justizminister, als Vorsteher, wenn ich das so sagen darf, der wichtigsten Säule der Demokratie, nämlich der Justiz, untragbar sind!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Mag. Mainoni und Großruck.
Ich fordere Sie daher zum Rücktritt auf! Es stünde Ihnen gut an, dieser Aufforderung zu folgen. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Mag. Mainoni und Großruck.)
Abg. Dr. Puswald: Kein Misstrauensantrag, eine Rücktrittsaufforderung!
Abgeordneter Mag. Eduard Mainoni (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Also diese Ausbrüche meines Vorgängers! Ist dieser Misstrauensantrag jetzt ein Parteien-Misstrauensantrag (Abg. Dr. Puswald: Kein Misstrauensantrag, eine Rücktrittsaufforderung!) oder ist es nur der Ausfluss einer Emotion gewesen, eine Rücktrittsaufforderung oder was auch immer? – Ich vermute, es ist die Emotion ein bisschen mit Ihnen durchgegangen. Aber Sie werden das auch noch lernen. Wir nehmen das nicht allzu ernst, was Sie hier sagen, besonders aus Ihrer Betrachtungsweise. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Sie nehmen leider nie jemanden ernst! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Sie nehmen leider nie jemanden ernst! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Abgeordneter Mag. Eduard Mainoni (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Also diese Ausbrüche meines Vorgängers! Ist dieser Misstrauensantrag jetzt ein Parteien-Misstrauensantrag (Abg. Dr. Puswald: Kein Misstrauensantrag, eine Rücktrittsaufforderung!) oder ist es nur der Ausfluss einer Emotion gewesen, eine Rücktrittsaufforderung oder was auch immer? – Ich vermute, es ist die Emotion ein bisschen mit Ihnen durchgegangen. Aber Sie werden das auch noch lernen. Wir nehmen das nicht allzu ernst, was Sie hier sagen, besonders aus Ihrer Betrachtungsweise. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Sie nehmen leider nie jemanden ernst! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Mag. Wurm: Weniger einsperren wäre noch besser!
Meine Damen und Herren! In Erdberg – auch das weiß jeder, aber man geht nicht darauf ein – war die Unterbringung eine unbefriedigende. Wir haben bereits gehört – der Herr Justizminister hat es uns ja geschildert –, wie voll die Zellen waren und dass die Haftbedingungen eindeutig der Anti-Folter-Konvention widersprochen haben. Die Hafträume haben 70 Haftplätze umfasst – und jetzt in der Josefstadt sind es, bitte, 150 Haftplätze, die zur Verfügung stehen! (Abg. Mag. Wurm: Weniger einsperren wäre noch besser!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das alles fällt nun weg. Man nenne mir nun einen Grund – außer einen möglichen parteipolitischen –, der die Behauptung rechtfertigen würde, dass diese Übersiedlung nicht sinnvoll gewesen wäre! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! All das sind Gründe, die für diese neue Anstalt sprechen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Bucher: Das haben wir schon gehört!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Lassen wir die Kirche im Dorf (Abg. Bucher: Das haben wir schon gehört!), hat Frau Abgeordnete Partik-Pablé gemeint. – Jawohl, lassen wir die Kirche im Dorf! Einige hier im Hohen Hause kennen nicht nur die heute hier zitierten Justizanstalten Erdberg oder Wien-Josefstadt, sondern, lieber Kollege Miedl, es gibt auch einige hier im Haus, die den Grazer Häfen – wie du es so schön formuliert hast – und überhaupt alle Justizanstalten Österreichs kennen! Wenn du dir Sorgen darüber machst, womit sich die SPÖ wirklich beschäftigt, dann darf ich es dir sagen: mit den berechtigten Sorgen und Anliegen der Österreicherinnen und Österreicher! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Lassen wir die Kirche im Dorf (Abg. Bucher: Das haben wir schon gehört!), hat Frau Abgeordnete Partik-Pablé gemeint. – Jawohl, lassen wir die Kirche im Dorf! Einige hier im Hohen Hause kennen nicht nur die heute hier zitierten Justizanstalten Erdberg oder Wien-Josefstadt, sondern, lieber Kollege Miedl, es gibt auch einige hier im Haus, die den Grazer Häfen – wie du es so schön formuliert hast – und überhaupt alle Justizanstalten Österreichs kennen! Wenn du dir Sorgen darüber machst, womit sich die SPÖ wirklich beschäftigt, dann darf ich es dir sagen: mit den berechtigten Sorgen und Anliegen der Österreicherinnen und Österreicher! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Vor 15 Jahren haben Sie 1 300 Häftlinge ...!
Ich möchte in diesem Zusammenhang eine Aussage des Kollegen Mainoni in der Debatte zum vorhergehenden Tagesordnungspunkt aufgreifen. Da hat er nämlich gemeint – und das stimmt –, dass wir in unserer Republik derzeit einen sehr hohen Insassenstand in den Gefängnissen haben. Wir haben, Herr Minister, 8 000 Haftplätze und haben 7 944 Insassen. Dabei gibt es ein großes Ost-West-Gefälle. Das Problem ist ja in Wirklichkeit – man kann das alles schön zerlegen, es wird dadurch aber nicht besser –, dass wir etwa in einer besonders belasteten Dienststelle wie jener in der Josefstadt, wo es, wie wir beide wissen, Herr Minister, 950 Haftplätze gibt, mit dem gestrigen Tag 1 267 Insassen gehabt haben und dass wir eine solche Anzahl das letzte Mal vor 30 Jahren gehabt haben (Abg. Dr. Partik-Pablé: Vor 15 Jahren haben Sie 1 300 Häftlinge ...!), Frau Kollegin, oder vor 25 Jahren. Aber wir wissen, wie problematisch dieser Zustand ist, was die Gesamtsituation betrifft. Und das macht die Situation ja so schwierig!
Abg. Dr. Partik-Pablé: Dafür kann ja der Minister nichts!
Der beste Beweis dafür, dass es schwierig ist, Frau Kollegin, ist die Tatsache, dass der Herr Bundesminister eine Außenstelle für die Justizanstalt Josefstadt in Simmering errichten lassen musste, und zwar für U-Häftlinge. Wissen Sie, warum? – Weil wir mit dem gestrigen Tag – und das, so glaube ich, sogar erstmals in der Geschichte – 1 000 U-Häftlinge in der Josefstadt sitzen hatten! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dafür kann ja der Minister nichts!) – Nein, aber ich verlege nicht einen sensiblen Bereich des Strafvollzugs in einen sehr angespannten oder in den am meisten angespannten Bereich der Justiz von ganz Österreich! Dadurch mache ich doch das Problem nicht kleiner! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist aber kein Strafvollzug, die U-Haft!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist aber kein Strafvollzug, die U-Haft!
Der beste Beweis dafür, dass es schwierig ist, Frau Kollegin, ist die Tatsache, dass der Herr Bundesminister eine Außenstelle für die Justizanstalt Josefstadt in Simmering errichten lassen musste, und zwar für U-Häftlinge. Wissen Sie, warum? – Weil wir mit dem gestrigen Tag – und das, so glaube ich, sogar erstmals in der Geschichte – 1 000 U-Häftlinge in der Josefstadt sitzen hatten! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dafür kann ja der Minister nichts!) – Nein, aber ich verlege nicht einen sensiblen Bereich des Strafvollzugs in einen sehr angespannten oder in den am meisten angespannten Bereich der Justiz von ganz Österreich! Dadurch mache ich doch das Problem nicht kleiner! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist aber kein Strafvollzug, die U-Haft!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister, ich möchte auch hier in aller Deutlichkeit an Sie appellieren und Sie ersuchen: Setzen Sie sich bitte auch in der Regierung durch und lassen Sie nicht zu, dass die Justiz kaputtgespart wird! Ich sage das jetzt nicht nur in Bezug auf den Strafvollzug, sondern auf die gesamte Justiz. Die Menschen stehen bei uns wirklich im wahrsten Sinne des Wortes an der Front. Alle internationalen Experten haben diesbezüglich klare Aussagen getroffen, und ich möchte alles, nur nicht, dass irgendeine Bedienstete oder ein Bediensteter der Josefstadt vielleicht einmal beschuldigt wird, dass dort kein ordentlicher Dienst verrichtet wird. Dort wird im Interesse der Republik, im Interesse der Humanität Übermenschliches geleistet, meine sehr geehrten Damen und Herren, aber die Josefstadt war und ist in der jetzigen Situation nicht geeignet. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Alles! Alles!
Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Sehr geehrter Herr Abgeordneter, vielen Dank für Ihre Worte. Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Vieles von dem, was Sie gesagt haben, ist richtig. (Rufe bei der SPÖ: Alles! Alles!) Die ansteigenden Häftlingszahlen sind Besorgnis erregend. Sie sind das Ergebnis einer gestiegenen Kriminalitätswelle und gerichtlicher Entscheidungen insbesondere im Bereich der U-Haft. Warum der U-Haft? – Weil Sie sich hier im Jugendlichen-Bereich bewegen und Jugendliche, insbesondere die 14- bis 18-Jährigen – und das hat nichts mit der Gesetzgebung der letzten Jahre zu tun –, immer in Gruppen, juristisch gesagt: Banden, auftreten, deshalb in U-Haft genommen werden müssen und weil sie getrennt vernommen werden müssen. – Das ist der eine Grund.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
berg reagiert haben. Und das ist das heutige Ergebnis! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Vorsitzende des Justizausschusses, Frau Dr. Fekter, ist uns eigentlich noch eine Antwort schuldig. Es geht ja das Gerücht, Frau Dr. Fekter, um, dass Sie besonders an der Zerschlagung des Jugendgerichtshofes interessiert gewesen wären. Bisher schweigen Sie dazu – aber das scheint ja in der Österreichischen Volkspartei immer üblicher zu werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Etwas, was schon sehr zu denken gibt, Herr Justizminister, ist das Problem, dass die Jugendlichen keine Arbeit vorfinden, dass sie keine Arbeitsplätze haben und dass sie zur Untätigkeit gezwungen sind – und das ist, besonders für junge Menschen, ein großes Problem! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das stimmt aber überhaupt nicht!
Herr Bundesminister! Noch ganz kurz eine Anmerkung, weil Sie und auch Frau Abgeordnete Dr. Partik-Pable wieder in Bezug auf Sportmöglichkeiten darauf eingegangen sind, dass es Turnsäle gibt und so weiter: Es gibt ein Gesetz, wonach den Jugendlichen zum Beispiel zweimal Ausgang gewährt werden sollte, nur: Er kann nicht gewährt werden, weil das Personal fehlt! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das stimmt aber überhaupt nicht!) Daher ist das, was sich da teilweise abspielt, schlicht und einfach gesetzeswidrig. Die Schuld daran gebe ich aber nicht den Kollegen in den Justizwacheanstalten, sondern es mangelt eben an Personal.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Zum Abschluss noch einmal ein Appell an die Vernunft: Ziehen Sie diesen Gesetzentwurf zurück! Folgen Sie Professor Friedrich, der wirklich eine wichtige Stimme in der Jugendpsychologie, in der Jugendpsychiatrie ist! Nehmen Sie diesen Entwurf zurück! Geben Sie der Jugend eine Chance! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich denke daher, dass es allen Fraktionen in diesem Hohen Hause möglich sein müsste, dieser Gesetzesvorlage heute die Zustimmung zu erteilen, denn es handelt sich wirklich um keine ideologische Frage. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
ihren sozialdemokratischen Ministerkollegen in der Regierung umgesetzt haben, auch im Namen der betroffenen Frauen, denen dadurch geholfen werden konnte, zu danken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
gelungen, das Netzwerk des so genannten Lombard-Klubs mitsamt dessen Zinsabsprachen auffliegen zu lassen. Ich glaube, dass das für uns alle, die wir mit dem Bankwesen zu tun haben, doch ein sehr großer Erfolg ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Das Wesen dieses Gesetzes ist eben die Exekution, deshalb brauchen wir nicht darüber zu diskutieren, ob eine „Schieflage“ zu Lasten von Schuldnern entstehen oder allenfalls auch die „soziale Verträglichkeit“ damit beeinträchtigt werden könnte. Dieses Gesetz ist eben eine Exekutionsordnung, und es geht eben um eine Novellierung, die zu einer Vereinfachung, die zu einer Steigerung der Effizienz führt und die Qualität verbessern hilft. Deshalb erteilen wir dieser Novelle gerne unsere Zustimmung. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Sinne werden wir von der ÖVP dieser Gesetzesvorlage zustimmen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Das ist ein Plädoyer für Raubkopien!
Hause abspielt, im Autoradio nicht mehr spielen kann, obwohl man dafür natürlich ein Benützungsentgelt bezahlt hat (Abg. Dr. Fekter: Das ist ein Plädoyer für Raubkopien!), weil es die Regierung nicht für notwendig erachtet hat, begleitend Sorge dafür zu tragen, dass solches eben nicht stattfindet, meine Damen und Herren.
Beifall bei der SPÖ.
Ich weiß nicht, Frau Kollegin Fekter, ob Ihnen die KonsumentInnen dieses Landes gar nicht am Herzen liegen, denn ich meine, dass es notwendig wäre – wir kennen ja alle die technischen Entwicklungsmöglichkeiten, wissen, wie man etwas schützen, wie man etwas so modifizieren kann, dass das dann auf anderen Geräten nicht mehr abgespielt werden kann –, Rahmenbedingungen zu schaffen, mit denen sichergestellt wird, dass nicht jemand, der so etwas kauft, das dann nicht mehr benützen kann. (Beifall bei der SPÖ.) – Danke, danke speziell dem Kollegen Schieder.
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf Sie daher einladen, unserem Abänderungsantrag Ihre Zustimmung zu geben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mit dieser Änderung sollen die Gesetzestextstellen einfach noch der Richtlinie angepasst beziehungsweise verdeutlicht werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Sie haben sie um 180 Grad geändert!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Frau Abgeordnete Fekter hat behauptet, die SPÖ würde ihre Position zum Urheberrecht um 180 Grad ändern (Abg. Dr. Fekter: Sie haben sie um 180 Grad geändert!), und sie hat das begründet mit einem noch bevorstehenden SPÖ-Antrag, was das Kopieren von Teilen von Musikstücken anlange, nicht von ganzen Partituren.
Beifall bei der SPÖ.
Wir Sozialdemokraten bleiben bei unserer Position und bei den Möglichkeiten, die jetzt gegeben sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Es hat in Europa eine sehr gute Rechtstradition gegeben, man hat immer versucht, ein ausgewogenes Verhältnis zu schaffen. In Österreich waren die Rechte der Kreativen zwar vielleicht ein bisschen benachteiligt, aber der Ausgleich war das primäre Prinzip der europäischen Rechtstradition. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Gibt es die noch zu kaufen?
Ein kleines Gedankenexperiment, Herr Klubobmann Scheibner: Stellen Sie sich vor, Sie kaufen ein paar Schallplatten (Abg. Scheibner: Gibt es die noch zu kaufen?), wollen sie zu Hause abspielen, brauchen dafür aber einen bestimmten Plattenspieler, weil die Platten über ein patentiertes Verfahren verschlüsselt sind und nur auf einem Ariola-Plattenspieler abgespielt werden können, nicht zum Beispiel auf einem Sony-Plattenspieler. (Abg. Scheibner: Das Blöde ist, dass man überhaupt keine Plattenspieler mehr bekommt!) Dasselbe gilt für CDs.
Abg. Scheibner: Das Blöde ist, dass man überhaupt keine Plattenspieler mehr bekommt!
Ein kleines Gedankenexperiment, Herr Klubobmann Scheibner: Stellen Sie sich vor, Sie kaufen ein paar Schallplatten (Abg. Scheibner: Gibt es die noch zu kaufen?), wollen sie zu Hause abspielen, brauchen dafür aber einen bestimmten Plattenspieler, weil die Platten über ein patentiertes Verfahren verschlüsselt sind und nur auf einem Ariola-Plattenspieler abgespielt werden können, nicht zum Beispiel auf einem Sony-Plattenspieler. (Abg. Scheibner: Das Blöde ist, dass man überhaupt keine Plattenspieler mehr bekommt!) Dasselbe gilt für CDs.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Sie wollen aber den Kopierschutz nicht ...!
Ich bedauere das, es widerspricht auch Ihrem Regierungsübereinkommen, in dem Sie festgeschrieben haben, eine Enquete zu dieser heiklen Frage, wie man die Rechte zwischen den Kreativen, der Industrie und den KonsumentInnen fair verteilt, abzuhalten. Man hat es einfach auf dem Mindestniveau umgesetzt. Es ist eine vertane Chance, was mir persönlich und allen, denen die Rechte von Künstlerinnen und Künstlern ein Anliegen sind, sehr Leid tut. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Sie wollen aber den Kopierschutz nicht ...!)
Beifall bei den Grünen.
Ich hoffe, dass Sie es sich noch einmal überlegen. Ich bedauere, dass es diese Enquete nicht gegeben hat. Die Fragen betreffend Digitalisierung, auch wie sich der weltweite Markt in den Bereichen Software und Musikindustrie entwickelt, sind sehr spannende Themen. Einfach die amerikanische Rechtstradition kritiklos zu importieren, halte ich für völlig verfehlt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich halte es für sinnlos, wenn wir uns jetzt hinsichtlich der Umsetzung der Richtlinie gegenseitig Vorwürfe machen. Vielmehr sollten wir trotz der verschiedensten Interessenlagen im Herbst nach der Enquete versuchen, zu einem konstruktiven Lösungsansatz zu kommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Ist ja gar nicht wahr!
Das, was heute hier vorliegt, ist genau das Gegenteil. Das, was heute hier vorliegt, verhindert die private Kopie und legalisiert die technischen Schutzmaßnahmen. (Abg. Dr. Fekter: Ist ja gar nicht wahr!) Aus diesem Grund, Kollegin Fekter, lehnen wir das ab, nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Das ist ein Plä-
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Genau das ist das Problem. Hier wird einerseits Konsumentenbetrug begangen und auf der anderen Seite ein neuer Eigentumsbegriff kreiert, weil die Nutzungsrechte der Käufer beschränkt werden. Wir kennen das von der internationalen Industrie her. Mittels Regional-Codes funktionieren bestimmte Geräte beziehungsweise bestimmte CDs nur in bestimmten Regionen. Und jetzt kommt der Kopierschutz dazu. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Sie wollen nur die Musikverlage schädigen, die kleinen Musikverlage!
Es geht aber dabei noch um viel mehr, nämlich auch um die Zukunft der Musikuniversitäten. Kollegin Fekter, Ihre Feststellung von vorhin kann nicht so im Raum stehen bleiben. (Abg. Dr. Fekter: Sie wollen nur die Musikverlage schädigen, die kleinen Musikverlage!) Ich bringe daher den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Jarolim, Dr. Niederwieser, Mag. Maier ein, der sich mit dieser Problematik auseinander setzt.
Abg. Dr. Fekter: Sie wollen internationale Vereinbarungen brechen und Musikverlage schädigen!
Der Bundesminister für Justiz wird aufgefordert, im Lichte der zu befürchtenden Beeinträchtigung des allgemeinen österreichischen Musiklebens, des Lehrbetriebes an Musikuniversitäten und der zusätzlichen Kostenbelastungen für Musikstudierende und Musikbibliotheken durch die Urheberrechtsgesetz-Novelle 2003 (Abg. Dr. Fekter: Sie wollen internationale Vereinbarungen brechen und Musikverlage schädigen!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mit diesem Entwurf greifen Sie zugleich auch die Existenz aller Kultur- und Trachtenvereine, die sich traditioneller Musik bedienen, an. Wir Sozialdemokraten sind dagegen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Aber eine schlimme!
Abgeordneter Werner Miedl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir setzen, wie schon mehrmals erwähnt, mit dieser Vorlage eine EU-Richtlinie um. (Abg. Öllinger: Aber eine schlimme!) – Da schaust her, Herr Kollege Öllinger!
Abg. Öllinger: Die Künstler sind auch dagegen! Die kleinen noch mehr!
Wir tun etwas, um das Beziehungsdreieck Künstler-Konsument-Industrie, genau so, wie Sie, Frau Kollegin Glawischnig, es erwähnt haben, zu ordnen. (Abg. Öllinger: Die Künstler sind auch dagegen! Die kleinen noch mehr!) Wir wollen das ordnen, einschließlich jener Bestimmungen, die Kollege Maier soeben erwähnt hat. Das ist internationales Recht!
Abg. Öllinger: Sie wollen Sony schützen! – Abg. Dr. Glawischnig: Und Microsoft!
Sagen Sie, Herr Kollege Maier: Wen wollen Sie schützen? (Abg. Öllinger: Sie wollen Sony schützen! – Abg. Dr. Glawischnig: Und Microsoft!) Herr Kollege Maier tritt auf und sagt (Abg. Öllinger: Sony und Microsoft!), er wolle in Wirklichkeit Kopien im Interesse der Konsumenten ermöglichen. Kollege Jarolim tritt auf und sagt: Ich möchte die Rechte und die Anliegen der Künstler schützen. (Abg. Öllinger: Nein!)
Abg. Öllinger: Sony und Microsoft!
Sagen Sie, Herr Kollege Maier: Wen wollen Sie schützen? (Abg. Öllinger: Sie wollen Sony schützen! – Abg. Dr. Glawischnig: Und Microsoft!) Herr Kollege Maier tritt auf und sagt (Abg. Öllinger: Sony und Microsoft!), er wolle in Wirklichkeit Kopien im Interesse der Konsumenten ermöglichen. Kollege Jarolim tritt auf und sagt: Ich möchte die Rechte und die Anliegen der Künstler schützen. (Abg. Öllinger: Nein!)
Abg. Öllinger: Nein!
Sagen Sie, Herr Kollege Maier: Wen wollen Sie schützen? (Abg. Öllinger: Sie wollen Sony schützen! – Abg. Dr. Glawischnig: Und Microsoft!) Herr Kollege Maier tritt auf und sagt (Abg. Öllinger: Sony und Microsoft!), er wolle in Wirklichkeit Kopien im Interesse der Konsumenten ermöglichen. Kollege Jarolim tritt auf und sagt: Ich möchte die Rechte und die Anliegen der Künstler schützen. (Abg. Öllinger: Nein!)
Abg. Öllinger: Aber nein! Sie haben das überhaupt nicht verstanden!
Also der eine will kopieren, und der andere will den Künstlern die Tantiemen zukommen lassen. Und all das soll unter einen Hut gehen. (Abg. Öllinger: Aber nein! Sie haben das überhaupt nicht verstanden!)
Abg. Öllinger: Ja!
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Öllinger, ich habe gar nicht gewusst, dass Sie in dieser Frage auch so kompetent sind. (Abg. Öllinger: Ja!) Super! Beim nächsten Mal setzen wir beide uns im Justizausschuss zusammen und beraten gemeinsam, Herr Kollege, denn dieses Problem ist komplexer und vielfältiger, als es beim ersten Hinsehen erscheinen mag.
Abg. Öllinger: Nein!
Meine Damen und Herren! In Wirklichkeit geht es darum, dass wir versuchen, einen Markt zu ordnen, der längst hätte geordnet gehört. (Abg. Öllinger: Nein!) Große Unternehmen wie Warner Brothers oder die Universal Studios waren überhaupt nur unter der Bedingung bereit, diesen Homemarkt zu eröffnen, dass gleichzeitig Kopierschutzmöglichkeiten seitens der Technik
Abg. Öllinger: Die Kopierschutzeinrichtungen verstoßen teilweise gegen internationale Normen! So schaut es aus!
zugesagt wurden. Und das, meine Damen und Herren, ist durchaus auch im Interesse der Künstler (Abg. Öllinger: Die Kopierschutzeinrichtungen verstoßen teilweise gegen internationale Normen! So schaut es aus!), damit nämlich die Künstler, die Verträge mit diesen großen Firmen und Unternehmungen haben, auch zu ihren Tantiemen und zu ihrem Geld kommen.
Abg. Öllinger: Sie machen nur Sony und Microsoft die Mauer!
Meine Damen und Herren! Ich bin froh darüber, dass wir diese Maßnahme heute beschließen, denn wir kommen damit meiner Meinung nach den Interessen der Künstler und den Interessen der Konsumenten einen Schritt näher. (Abg. Öllinger: Sie machen nur Sony und Microsoft die Mauer!)
Abg. Öllinger: Dann ist es zu spät!
Herr Kollege Öllinger, wir zwei machen uns das nachher in den Couloirs aus, denn Sie wissen ganz genau (Abg. Öllinger: Dann ist es zu spät!), dass wir heute gar nicht anders können, als diese von der EU auferlegte Maßnahme zu beschließen. Wir von der ÖVP tun das gerne, weil es notwendig ist, und zwar im Interesse derer, die Sie zu schützen vorgeben.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
In diesem Sinne, meine Damen und Herren, bitte ich alle, diesem Gesetz zuzustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Abg. Dr. Fekter: Freilich! § 42!
Das ist die Vorgabe der EU, die Sie haben, Herr Minister, und diese Vorgabe haben Sie nicht erfüllt. (Abg. Dr. Fekter: Freilich! § 42!) Genau, dort hätte es erfüllt werden sollen! Sie hätten nur den § 45c aus der deutschen Regelung abzuschreiben brauchen, dann hätte es auch gestimmt. Nur haben Sie das nicht getan, und das ist Ihr Problem. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Das ist Ihr großes Problem, Frau Fekter. Ich bin nur froh, dass Ihnen in den letzten Minuten noch eingefallen ist (Abg. Öllinger: Lesen! Denken! Handeln! Abschreiben!), dass hinter dem Begriff „Behinderte“ auch Menschen stehen, und dass Sie jetzt bereit sind, zu dem Begriff „behinderte“ zumindest „Personen“ dazuzuschreiben. Es ist ohnehin irgendwie eine traurige Geschichte, wenn man das noch nicht weiß, aber bitte!
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Das ist die Vorgabe der EU, die Sie haben, Herr Minister, und diese Vorgabe haben Sie nicht erfüllt. (Abg. Dr. Fekter: Freilich! § 42!) Genau, dort hätte es erfüllt werden sollen! Sie hätten nur den § 45c aus der deutschen Regelung abzuschreiben brauchen, dann hätte es auch gestimmt. Nur haben Sie das nicht getan, und das ist Ihr Problem. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Das ist Ihr großes Problem, Frau Fekter. Ich bin nur froh, dass Ihnen in den letzten Minuten noch eingefallen ist (Abg. Öllinger: Lesen! Denken! Handeln! Abschreiben!), dass hinter dem Begriff „Behinderte“ auch Menschen stehen, und dass Sie jetzt bereit sind, zu dem Begriff „behinderte“ zumindest „Personen“ dazuzuschreiben. Es ist ohnehin irgendwie eine traurige Geschichte, wenn man das noch nicht weiß, aber bitte!
Abg. Öllinger: Lesen! Denken! Handeln! Abschreiben!
Das ist die Vorgabe der EU, die Sie haben, Herr Minister, und diese Vorgabe haben Sie nicht erfüllt. (Abg. Dr. Fekter: Freilich! § 42!) Genau, dort hätte es erfüllt werden sollen! Sie hätten nur den § 45c aus der deutschen Regelung abzuschreiben brauchen, dann hätte es auch gestimmt. Nur haben Sie das nicht getan, und das ist Ihr Problem. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Das ist Ihr großes Problem, Frau Fekter. Ich bin nur froh, dass Ihnen in den letzten Minuten noch eingefallen ist (Abg. Öllinger: Lesen! Denken! Handeln! Abschreiben!), dass hinter dem Begriff „Behinderte“ auch Menschen stehen, und dass Sie jetzt bereit sind, zu dem Begriff „behinderte“ zumindest „Personen“ dazuzuschreiben. Es ist ohnehin irgendwie eine traurige Geschichte, wenn man das noch nicht weiß, aber bitte!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Nein, damit hat es sich nicht!
Auch für Sie dauert das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderung jetzt schon vier Monate, aber Sie haben erst jetzt begriffen, dass „Menschen“ und „Behinderung“ eigentlich ein gemeinsamer Begriff ist und „Behinderte“ allein für alles stehen kann. Daran sieht man wieder einmal, wie intensiv Sie sich mit der Thematik auseinander setzen, und daran sieht man auch, dass wir behinderte Menschen nicht als Menschen gesehen werden, sondern einfach nur als Behinderte, und damit hat es sich schon. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Nein, damit hat es sich nicht!)
Abg. Dr. Fekter: Und darum haben wir einen Abänderungsantrag eingebracht!
Damit hat es sich gehabt, denn schauen Sie sich bitte an, was in Ihrer Regierungsvorlage drinsteht. Da steht: „§ 42d Behinderte“. Aus! (Abg. Dr. Fekter: Und darum haben wir einen Abänderungsantrag eingebracht!) Ja, genau, weil Sie jetzt, nach vier Monaten, doch kapiert haben, dass hinter „Behinderten“ auch Menschen stehen. Das habe ich ja gesagt, und Sie haben mir
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Öllinger: Frau Fekter, da haben Sie keine Chance!
das jetzt gerade wieder bestätigt. Das passt schon! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Öllinger: Frau Fekter, da haben Sie keine Chance!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn Sie sagen, im September wird das sowieso novelliert, dann frage ich Sie: Warum denn nicht gleich, Herr Minister? Warum müssen Sie den Ärger machen, warum müssen Sie die blinden und die schwerstbehinderten Menschen vergrämen, indem Sie ihnen Zugesagtes im Endeffekt ohnehin nicht machen? – Ich hätte darauf gerne eine Antwort. Wir sind wirklich nicht dazu da, dass wir von Ihnen ständig verschaukelt werden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich habe keine großen Erwartungen an Sie, Herr Minister, das ist eben so. Aber ich denke mir: Dass Sie vom deutschen Gesetz den § 45c einfach nur abtippen lassen, kann ich mir schon erwarten! Und ich erwarte mir, dass das schnell geschieht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Da kennen wir uns schon aus!
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Darf ich vielleicht gleich zu Beginn mit einer doch bemerkenswerten Unkenntnis bei einigen Abgeordneten, was den Umgang mit elektronischen Medien betrifft, ein bisschen aufräumen. (Abg. Öllinger: Da kennen wir uns schon aus!)
Abg. Öllinger: Selbstverständlich! Aber so ...!
Erstens: Kopierschutz und das Recht auf Privatkopie. – Ich gehe davon aus, dass auch die meisten Abgeordneten der Opposition Musik hören und dass auch die meisten hin und wieder eine CD kopieren. (Abg. Öllinger: Selbstverständlich! Aber so ...!) Ich darf dazu bemerken, dass jede CD – auch CDs mit Kopierschutz – völlig problemlos kopiert werden kann, allerdings nur dann, wenn man das mit einfacher Geschwindigkeit macht. Da wir alle, und die meisten Bürgerinnen und Bürger in Österreich, über so gute Kopiergeräte verfügen, dass sie 8-fache und 32-fache Kopiergeschwindigkeiten ermöglichen, probiert man das wahrscheinlich gar nicht aus. (Abg. Öllinger: Nein!)
Abg. Öllinger: Nein!
Erstens: Kopierschutz und das Recht auf Privatkopie. – Ich gehe davon aus, dass auch die meisten Abgeordneten der Opposition Musik hören und dass auch die meisten hin und wieder eine CD kopieren. (Abg. Öllinger: Selbstverständlich! Aber so ...!) Ich darf dazu bemerken, dass jede CD – auch CDs mit Kopierschutz – völlig problemlos kopiert werden kann, allerdings nur dann, wenn man das mit einfacher Geschwindigkeit macht. Da wir alle, und die meisten Bürgerinnen und Bürger in Österreich, über so gute Kopiergeräte verfügen, dass sie 8-fache und 32-fache Kopiergeschwindigkeiten ermöglichen, probiert man das wahrscheinlich gar nicht aus. (Abg. Öllinger: Nein!)
Abg. Öllinger: Ich will es nicht kopieren, ich will es abspielen!
Ich habe das getan, zu Hause habe ich etliche CDs mit Kopierschutz. (Abg. Öllinger: Ich will es nicht kopieren, ich will es abspielen!) Bei meiner Melissa-Etheridge-Platte von Sony habe ich mich zugegebenermaßen zweimal geärgert, als ich ein Lied für meinen Privatgebrauch im Auto kopieren wollte. (Abg. Öllinger: Ja, sehen Sie!) Dann habe ich gelesen: Mit einfacher Geschwindigkeit geht es. – Und so war es auch.
Abg. Öllinger: Ja, sehen Sie!
Ich habe das getan, zu Hause habe ich etliche CDs mit Kopierschutz. (Abg. Öllinger: Ich will es nicht kopieren, ich will es abspielen!) Bei meiner Melissa-Etheridge-Platte von Sony habe ich mich zugegebenermaßen zweimal geärgert, als ich ein Lied für meinen Privatgebrauch im Auto kopieren wollte. (Abg. Öllinger: Ja, sehen Sie!) Dann habe ich gelesen: Mit einfacher Geschwindigkeit geht es. – Und so war es auch.
Abg. Öllinger: Warum, glauben Sie, dass Sony den Kopierschutz einbaut? – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.
Ich glaube, dass das eigentlich etwas Vernünftiges ist. Ich kann mit der Eins-zu-eins-Geschwindigkeit eine Kopie für meinen Privatgebrauch anfertigen. (Abg. Öllinger: Warum, glauben Sie, dass Sony den Kopierschutz einbaut? – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.) Aber ich kann das nicht mit 8-facher oder 32-facher Geschwindigkeit tun, was es mir ermöglichen würde, innerhalb ganz kurzer Zeit viele Kopien anzufertigen (Abg. Öllinger: Das Gesetz nimmt nicht auf die Geschwindigkeit Bezug!) und diese allenfalls auch noch illegal zu verkaufen, wie es leider geschieht. Das geht nicht! (Abg. Öllinger: Das ist ja jetzt verboten!) Nein, es ist erlaubt, es ist möglich (Abg. Öllinger: Mit einmaliger Geschwindigkeit!), mit einfacher Geschwindigkeit gibt es keinen Kopierschutz, auf keiner einzigen CD. Der Kopierschutz ist nur wirksam für Kopieren mit höherer Geschwindigkeit. Das sollte man eigentlich wissen, wenn man Anträge stellt und darüber spricht. (Abg. Öllinger: Dann fragen Sie ...!) – Das ist einmal Punkt eins.
Abg. Öllinger: Das Gesetz nimmt nicht auf die Geschwindigkeit Bezug!
Ich glaube, dass das eigentlich etwas Vernünftiges ist. Ich kann mit der Eins-zu-eins-Geschwindigkeit eine Kopie für meinen Privatgebrauch anfertigen. (Abg. Öllinger: Warum, glauben Sie, dass Sony den Kopierschutz einbaut? – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.) Aber ich kann das nicht mit 8-facher oder 32-facher Geschwindigkeit tun, was es mir ermöglichen würde, innerhalb ganz kurzer Zeit viele Kopien anzufertigen (Abg. Öllinger: Das Gesetz nimmt nicht auf die Geschwindigkeit Bezug!) und diese allenfalls auch noch illegal zu verkaufen, wie es leider geschieht. Das geht nicht! (Abg. Öllinger: Das ist ja jetzt verboten!) Nein, es ist erlaubt, es ist möglich (Abg. Öllinger: Mit einmaliger Geschwindigkeit!), mit einfacher Geschwindigkeit gibt es keinen Kopierschutz, auf keiner einzigen CD. Der Kopierschutz ist nur wirksam für Kopieren mit höherer Geschwindigkeit. Das sollte man eigentlich wissen, wenn man Anträge stellt und darüber spricht. (Abg. Öllinger: Dann fragen Sie ...!) – Das ist einmal Punkt eins.
Abg. Öllinger: Das ist ja jetzt verboten!
Ich glaube, dass das eigentlich etwas Vernünftiges ist. Ich kann mit der Eins-zu-eins-Geschwindigkeit eine Kopie für meinen Privatgebrauch anfertigen. (Abg. Öllinger: Warum, glauben Sie, dass Sony den Kopierschutz einbaut? – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.) Aber ich kann das nicht mit 8-facher oder 32-facher Geschwindigkeit tun, was es mir ermöglichen würde, innerhalb ganz kurzer Zeit viele Kopien anzufertigen (Abg. Öllinger: Das Gesetz nimmt nicht auf die Geschwindigkeit Bezug!) und diese allenfalls auch noch illegal zu verkaufen, wie es leider geschieht. Das geht nicht! (Abg. Öllinger: Das ist ja jetzt verboten!) Nein, es ist erlaubt, es ist möglich (Abg. Öllinger: Mit einmaliger Geschwindigkeit!), mit einfacher Geschwindigkeit gibt es keinen Kopierschutz, auf keiner einzigen CD. Der Kopierschutz ist nur wirksam für Kopieren mit höherer Geschwindigkeit. Das sollte man eigentlich wissen, wenn man Anträge stellt und darüber spricht. (Abg. Öllinger: Dann fragen Sie ...!) – Das ist einmal Punkt eins.
Abg. Öllinger: Mit einmaliger Geschwindigkeit!
Ich glaube, dass das eigentlich etwas Vernünftiges ist. Ich kann mit der Eins-zu-eins-Geschwindigkeit eine Kopie für meinen Privatgebrauch anfertigen. (Abg. Öllinger: Warum, glauben Sie, dass Sony den Kopierschutz einbaut? – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.) Aber ich kann das nicht mit 8-facher oder 32-facher Geschwindigkeit tun, was es mir ermöglichen würde, innerhalb ganz kurzer Zeit viele Kopien anzufertigen (Abg. Öllinger: Das Gesetz nimmt nicht auf die Geschwindigkeit Bezug!) und diese allenfalls auch noch illegal zu verkaufen, wie es leider geschieht. Das geht nicht! (Abg. Öllinger: Das ist ja jetzt verboten!) Nein, es ist erlaubt, es ist möglich (Abg. Öllinger: Mit einmaliger Geschwindigkeit!), mit einfacher Geschwindigkeit gibt es keinen Kopierschutz, auf keiner einzigen CD. Der Kopierschutz ist nur wirksam für Kopieren mit höherer Geschwindigkeit. Das sollte man eigentlich wissen, wenn man Anträge stellt und darüber spricht. (Abg. Öllinger: Dann fragen Sie ...!) – Das ist einmal Punkt eins.
Abg. Öllinger: Dann fragen Sie ...!
Ich glaube, dass das eigentlich etwas Vernünftiges ist. Ich kann mit der Eins-zu-eins-Geschwindigkeit eine Kopie für meinen Privatgebrauch anfertigen. (Abg. Öllinger: Warum, glauben Sie, dass Sony den Kopierschutz einbaut? – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.) Aber ich kann das nicht mit 8-facher oder 32-facher Geschwindigkeit tun, was es mir ermöglichen würde, innerhalb ganz kurzer Zeit viele Kopien anzufertigen (Abg. Öllinger: Das Gesetz nimmt nicht auf die Geschwindigkeit Bezug!) und diese allenfalls auch noch illegal zu verkaufen, wie es leider geschieht. Das geht nicht! (Abg. Öllinger: Das ist ja jetzt verboten!) Nein, es ist erlaubt, es ist möglich (Abg. Öllinger: Mit einmaliger Geschwindigkeit!), mit einfacher Geschwindigkeit gibt es keinen Kopierschutz, auf keiner einzigen CD. Der Kopierschutz ist nur wirksam für Kopieren mit höherer Geschwindigkeit. Das sollte man eigentlich wissen, wenn man Anträge stellt und darüber spricht. (Abg. Öllinger: Dann fragen Sie ...!) – Das ist einmal Punkt eins.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich habe leider nicht die Zeit, das jetzt vertiefend darzustellen, gehe aber davon aus, dass wir uns auch damit noch eingehend beschäftigen werden. Darauf freue ich mich besonders, das halte ich für noch wichtiger als die heutige Debatte. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren von der Bundesregierung! Ihre Urheberrechtsgesetz-Novelle 2003 können Sie in die Rubrik „Verpasste Chancen“ einreihen. Verpasst wurde die Chance auf eine Modernisierung des österreichischen Urheberrechts, vergeben haben Sie aber auch die Chance, dafür zu sorgen, dass Künstler und Künstlerinnen angemessene Verwertungsmöglichkeiten für ihre Werke vorfinden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Mainoni: Moment! Die Grünen müssen erst überlegen!
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiefür eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Mag. Mainoni: Moment! Die Grünen müssen erst überlegen!) – Es ist dies mehrheitlich angenommen. (E 5.)
Abg. Gaál: Steinbauer!
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich freue mich enorm und bin auch ein bisschen stolz darauf, dass ich heute mit meiner ersten Rede vor Ihnen stehe. Ich kann mich daran erinnern, als ich vor 27 Jahren etwa zur selben späten Abendzeit als Studentenvertreter das erste Mal im Hohen Haus war, bin ich da draußen gestanden und habe, glaube ich, eineinhalb Stunden auf die damaligen Abgeordneten Heinrich Neisser und Heribert Steinböck gewartet. (Abg. Gaál: Steinbauer!) Ja, Steinbauer. Die Wartezeit war nicht so, dass sie mich davon abgeschreckt hätte, es trotzdem toll, interessant und spannend zu finden, nicht nur draußen zu stehen, sondern eines Tages hier in diesem Saal sein zu dürfen. Dass das gelungen ist, freut mich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich freue mich enorm und bin auch ein bisschen stolz darauf, dass ich heute mit meiner ersten Rede vor Ihnen stehe. Ich kann mich daran erinnern, als ich vor 27 Jahren etwa zur selben späten Abendzeit als Studentenvertreter das erste Mal im Hohen Haus war, bin ich da draußen gestanden und habe, glaube ich, eineinhalb Stunden auf die damaligen Abgeordneten Heinrich Neisser und Heribert Steinböck gewartet. (Abg. Gaál: Steinbauer!) Ja, Steinbauer. Die Wartezeit war nicht so, dass sie mich davon abgeschreckt hätte, es trotzdem toll, interessant und spannend zu finden, nicht nur draußen zu stehen, sondern eines Tages hier in diesem Saal sein zu dürfen. Dass das gelungen ist, freut mich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Das ist meiner Meinung nach etwas, das alle befürworten werden und müssen. Wenn Sie mir damit auch das Erfolgserlebnis eines gemeinsam beschlossenen Gesetzes als Premiere verschaffen, dann freut mich das natürlich besonders. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Abg. Großruck: Im Maturazeugnis steht auch nicht drinnen, wie viele „Fleck“ du hast, Hauptsache du hast es!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Um meinem Redebeitrag die Spannung zu nehmen: Wir werden diesem Gesetz zustimmen, wenn auch nur mit großer Unlust. (Abg. Großruck: Im Maturazeugnis steht auch nicht drinnen, wie viele „Fleck“ du hast, Hauptsache du hast es!) Diese Unlust liegt darin begründet, dass dieses Gesetz von seiner Technik und seinem Inhalt her eigentlich einer hervorragenden Beamtenschaft, wie sie vor allem dem Justizminister zur Verfügung steht, nicht würdig ist.
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Die Qualität dieses Gesetzes ist unzureichend. Das Gesetz ist nicht ausreichend ausformuliert, es ist in sich widersprüchlich, und es geht großteils an der Praxis vorbei. Gerade der Wunsch, den Herr Kollege Mag. Ikrath geäußert hat, dass hier Rechtssicherheit geschaffen werde, wird wohl nicht in ausreichendem Maße erfüllt werden. (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) Und das nur deshalb, weil aus für mich unverständlichen Gründen seitens des Justizministeriums zunächst lange Untätigkeit geherrscht hat und dann offensichtlich in einer „Hauruck-Aktion“ mit einer Qualität, die wir ansonsten nur von den Ministern Strasser und Gehrer gewohnt sind, ein Gesetz entworfen wurde, das eben auf Grund dieser nicht ausreichenden Bearbeitung und Überarbeitung in seiner Qualität sehr zu wünschen übrig lässt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Qualität dieses Gesetzes ist unzureichend. Das Gesetz ist nicht ausreichend ausformuliert, es ist in sich widersprüchlich, und es geht großteils an der Praxis vorbei. Gerade der Wunsch, den Herr Kollege Mag. Ikrath geäußert hat, dass hier Rechtssicherheit geschaffen werde, wird wohl nicht in ausreichendem Maße erfüllt werden. (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) Und das nur deshalb, weil aus für mich unverständlichen Gründen seitens des Justizministeriums zunächst lange Untätigkeit geherrscht hat und dann offensichtlich in einer „Hauruck-Aktion“ mit einer Qualität, die wir ansonsten nur von den Ministern Strasser und Gehrer gewohnt sind, ein Gesetz entworfen wurde, das eben auf Grund dieser nicht ausreichenden Bearbeitung und Überarbeitung in seiner Qualität sehr zu wünschen übrig lässt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir wünschen uns, dass wir in Zukunft nicht gezwungen sind, Gesetzen dieser mangelhaften Qualität zuzustimmen, nur weil sich eben die rechtliche Notwendigkeit ergibt, EU-Richtlinien umzusetzen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: ... die EU-Richtlinie umzusetzen, Herr Kollege! – Abg. Schieder: Oft hat das schon jeder gemacht!
Herr Abgeordneter Puswald, ich gebe Ihnen einen guten Tipp: Wenn Sie Unlust verspüren, dieses Gesetz zu beschließen, wenn Sie die Qualität für unzureichend befinden, wenn das Gesetz Ihrer Ansicht nach zu wünschen übrig lässt, wenn es widersprüchlich ist und wenn es an der Praxis vorbeigeht, dann dürfen Sie, wenn Sie ein ernst zu nehmender Abgeordneter sein wollen, diesem Gesetz nicht zustimmen – ganz einfach! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: ... die EU-Richtlinie umzusetzen, Herr Kollege! – Abg. Schieder: Oft hat das schon jeder gemacht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es handelt sich um die Umsetzung einer EU-Richtlinie. Das internationale Insolvenzrecht wird dadurch in die österreichische Konkursordnung aufgenommen. Auch im Ausland gelegenes Vermögen wird somit in Zukunft in einen inländischen Konkurs mit einbezogen, und umgekehrt wird natürlich ein ausländisches Insolvenzverfahren auch in Österreich anerkannt. Es ist aus unserer Sicht nicht nur ein notwendiges, sondern ein ausgewogenes, ein sehr gutes Gesetz, das wir heute beschließen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Sehr geehrter Herr Abgeordneter Puswald, ich möchte Ihnen eines ganz klar sagen: Kritik ist etwas, das wir im Justizministerium gerne hören, nur muss sie sachlich sein. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) Wenn Sie sich Ihre eigenen Redebeiträge durchlesen und sie auf Konkretheit und Nachvollziehbarkeit überprüfen, werden Sie sehen, dass das nicht Kritik, sondern Polemik war. (Abg. Dr. Puswald: Nein!) Dieses Ministerium hat es nicht notwendig, dass seine Beamten heruntergemacht werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: Ich habe die Beamten gelobt, Herr Minister!)
Abg. Dr. Puswald: Nein!
Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Sehr geehrter Herr Abgeordneter Puswald, ich möchte Ihnen eines ganz klar sagen: Kritik ist etwas, das wir im Justizministerium gerne hören, nur muss sie sachlich sein. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) Wenn Sie sich Ihre eigenen Redebeiträge durchlesen und sie auf Konkretheit und Nachvollziehbarkeit überprüfen, werden Sie sehen, dass das nicht Kritik, sondern Polemik war. (Abg. Dr. Puswald: Nein!) Dieses Ministerium hat es nicht notwendig, dass seine Beamten heruntergemacht werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: Ich habe die Beamten gelobt, Herr Minister!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: Ich habe die Beamten gelobt, Herr Minister!
Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Sehr geehrter Herr Abgeordneter Puswald, ich möchte Ihnen eines ganz klar sagen: Kritik ist etwas, das wir im Justizministerium gerne hören, nur muss sie sachlich sein. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) Wenn Sie sich Ihre eigenen Redebeiträge durchlesen und sie auf Konkretheit und Nachvollziehbarkeit überprüfen, werden Sie sehen, dass das nicht Kritik, sondern Polemik war. (Abg. Dr. Puswald: Nein!) Dieses Ministerium hat es nicht notwendig, dass seine Beamten heruntergemacht werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: Ich habe die Beamten gelobt, Herr Minister!)
Beifall und Bravorufe bei den Freiheitlichen und Beifall bei der ÖVP.
Wenn Sie Kritik anbringen wollen, dann machen Sie das – als Akademiker bitte ich Sie darum – auch akademisch und nicht in dieser sehr simplen Form. – Danke. (Beifall und Bravorufe bei den Freiheitlichen und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Keiner kennt ihn so sehr wie er, den Paragraphen! – Ruf bei der SPÖ: Er ist empfindlich, der Herr Minister! – Gegenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Puswald zu Wort gemeldet. Herr Abgeordneter Dr. Puswald, Sie kennen § 58 Abs. 2 der Geschäftsordnung und beginnen bitte mit der Wiedergabe der Behauptung, die Sie zu berichtigen wünschen. (Abg. Dr. Jarolim: Keiner kennt ihn so sehr wie er, den Paragraphen! – Ruf bei der SPÖ: Er ist empfindlich, der Herr Minister! – Gegenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Haben Sie ja gemacht! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Herr Bundesminister hat mir gerade unterstellt, ich hätte in meinem Redebeitrag die Beamten seines Ministeriums heruntergemacht. (Abg. Neudeck: Haben Sie ja gemacht! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) – Diese Feststellung ist unrichtig!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fasslabend: Das ist eine Wertung!
Ich habe ausdrücklich die Beamten des Ministeriums gelobt und habe erklärt, dass die mangelnde Qualität des Gesetzes mit der Qualität der Mitarbeiter, die ich persönlich kenne und schätze, nicht in Einklang zu bringen ist, sodass ich diese Tatsache nicht auf deren mangelnde fachliche Qualifikation, sondern auf irgendeinen anderen Umstand zurückführe, der nicht in der Qualität der Mitarbeiter gelegen ist. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fasslabend: Das ist eine Wertung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das war’s schon. Ich sage es noch einmal: Das ist eine Novelle, mit der, wie ich glaube, der Finanzplatz Österreich noch ein Stückchen in Richtung Europa rückt und noch mehr an Seriosität, Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit gewinnt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist gleich 21 Uhr, eine vorgeschrittene Stunde, und dies ist nicht der Zeitpunkt, Dinge, bei denen es um das Ansehen des österreichischen Kreditapparates geht, in einer Husch-Pfusch-Aktion des Nachtens zu regeln. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Wenn wir anfangen, Gesetzgebung aus Anlassfällen, die wenige Personen betrifft, durchzupeitschen, um etwas zu erreichen, wird das Gegenteil passieren: Dies wird dem Ansehen und damit letztlich auch der Qualität des Finanzplatzes Österreich nicht helfen, sondern diesen schädigen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Der Redner weist auf den leeren Platz von Bundesminister Dr. Böhmdorfer auf der Regierungsbank.
Herr Abgeordneter Stummvoll! Wir hatten ja vorher nur kurz Zeit, das Problem anzusprechen: Es ist ja nicht so, dass die Opposition nicht bereit wäre, in diesen Fragen einen ordnungsgemäßen Dialog zu führen, und es ist ja nicht so, dass sich die Person, die die Probleme ausgelöst hat, nicht in diesem Hause befindet. Es sind ein Rechtsanwalt und seine Anwaltskanzlei, die geglaubt haben, Politik zum Schaden der Banken machen zu müssen! – Wo ist er denn überhaupt? (Der Redner weist auf den leeren Platz von Bundesminister Dr. Böhmdorfer auf der Regierungsbank.) – Weg ist er!
Beifall bei der SPÖ.
linien gelten. Auch für meinen Beruf, für Anwälte, für Notare und ähnliche Professionen gibt es sehr strenge Vorschriften, und ich meine, dass es keinen Anlass gibt, das zu ändern. Was man vielleicht ändern sollte, wäre die Besetzung des Justizministeriums. Das wäre dringender! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dennoch werden wir diesem Gesetzesantrag zustimmen, und ich wiederhole nochmals: Es besteht kein Anlass, zu Anlassgesetzgebung hier in diesem Hause ja zu sagen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Der war nicht im Ausschuss, der Antrag!
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Matznetter, ich habe Sie nicht ganz verstanden. Sie sind nicht einverstanden mit dieser Regelung, die hier getroffen wurde, aber Sie haben auch keinen Abänderungsvorschlag eingebracht. Sie hätten die Möglichkeit gehabt, sich in dieser Form korrigierend bemerkbar zu machen, aber im Ausschuss war davon auch sehr wenig zu hören. (Abg. Dr. Matznetter: Der war nicht im Ausschuss, der Antrag!) – Aber heute hätten Sie Gelegenheit gehabt, Ihre Wünsche und Begehrlichkeiten einzubringen. (Abg. Dr. Wittmann: Haben Sie den Antrag überhaupt schon eingebracht?)
Abg. Dr. Wittmann: Haben Sie den Antrag überhaupt schon eingebracht?
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Matznetter, ich habe Sie nicht ganz verstanden. Sie sind nicht einverstanden mit dieser Regelung, die hier getroffen wurde, aber Sie haben auch keinen Abänderungsvorschlag eingebracht. Sie hätten die Möglichkeit gehabt, sich in dieser Form korrigierend bemerkbar zu machen, aber im Ausschuss war davon auch sehr wenig zu hören. (Abg. Dr. Matznetter: Der war nicht im Ausschuss, der Antrag!) – Aber heute hätten Sie Gelegenheit gehabt, Ihre Wünsche und Begehrlichkeiten einzubringen. (Abg. Dr. Wittmann: Haben Sie den Antrag überhaupt schon eingebracht?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir werden diesem Antrag vorbehaltlos zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Finanzminister! – Fast so hoch (der Redner verstellt die Höhe des Rednerpults) wie die Regierungsbarrikade am ersten Tag ihrer öffentlichen Vorstellung! – Meinem Vorredner habe ich immer noch nicht ganz folgen können: Er ist jetzt vorbehaltlos für etwas, was noch gar nicht eingebracht ist, was Matznetter hätte abändern sollen, obwohl er es noch gar nicht wissen kann! Das ist also die „Logik“, die da jetzt auf die Opposition losgelassen wird. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Großruck: Noch ein paar solche Reden und du darfst zu uns kommen!
Das soll es auch schon gewesen sein. – Kollege Ikrath, beim nächsten Tagesordnungspunkt werden wir schon wieder einen einstimmigen Beschluss haben. So schön kann es hier sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Großruck: Noch ein paar solche Reden und du darfst zu uns kommen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Mit zwei Sätzen auf den Abänderungsantrag eingehend: Ich denke, es ist richtig, wenn wir den bisher unbedingten Ausschließungsgrund für Geschäftsleiter wegen anhängiger Strafverfahren in eine allgemeine Zuverlässigkeitsregelung überführen und der Finanzmarktaufsicht in ihrer Unabhängigkeit einen Ermessensspielraum für eine angemessene Einzelfallsbeurteilung einräumen. Ich darf versichern, dass wir uns da tatsächlich internationalen Standards annähern, wie für diesen Fall mit der kodifizierten Bankenrichtlinie einer vorliegt. Insofern handelt es sich auch in diesem Punkt um eine wichtige Ergänzung für die Glaubwürdigkeit, die Stabilität und auch die Vertrauensbildung in den Finanzplatz Österreich. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lassen Sie mich aber doch noch Folgendes aus meiner Sicht zu diesem Entwurf anhängen: Gerade im Zusammenhang mit den Anschlägen auf das World Trade Center ist diese Umsetzung der Maßnahmen notwendig, gilt es doch, international tätige Kriminelle von ihren Finanzierungsquellen abzuschneiden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dieses Beispiel als Warnung und als Bestätigung der Notwendigkeit dieser Gesetzesnovelle sei Ihnen zur Kenntnis gebracht, und in diesem Sinne darf ich schließen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bitte, dieses Zitat beziehungsweise diesen Bericht im Hinblick darauf zu sehen, was in dieser Regierungsvorlage nach meinem Dafürhalten nicht vollständig geregelt ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meinung im Ausschuss war, dass wir zuwarten sollen, bis diese EU-Richtlinie nächstes Jahr eine wirklich stabile Regelungsgrundlage auch für den nationalen Gesetzgeber, also für uns, bildet. In diesem Zusammenhang verweise ich darauf, dass im Abänderungsantrag, der jetzt auf Kritik der SPÖ gestoßen ist, in Ziffer 2 genau diese Regelung beinhaltet ist, die, so meine ich, nicht nur sehr positiv und sehr klug ist, sondern auch von allen mitzutragen sein sollte. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn es der internationalen Staatengemeinschaft nicht gelingt, so wie im Bereich der Geldwäsche zum Beispiel auch im Bereich der Armutsbekämpfung zu internationalen Übereinkommen zu kommen, um ökonomische Gründe für derartige kriminelle Aktivitäten beiseite zu schaffen, wird all das nur Stückwerk bleiben, aber selbstverständlich werden wir diesem Stückwerk hier zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, dass es wichtig ist, dass dieses Gesetz akzeptiert wird, ich glaube, dass dieses Gesetz sehr gut für unser Land ist, und daher stimmen wir zumindest bis zur zweiten Lesung zu. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Das österreichische Altersversorgungssystem ist zu einem im internationalen Vergleich außergewöhnlich hohen Grad auf die öffentliche, durch gesetzlich geregelte Beiträge und Leistungen aufgebaute Altersversorgung konzentriert. Betriebliche und private Altersvorsorgesysteme spielen eine relativ geringe Rolle und sollten aufgebaut werden. – Zitatende. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist genau das, meine Damen und Herren, was diese Regierung macht, das ist das, was der Beirat 1991 aufgezeigt hat.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich lade Sie ein, auch ein wenig Verantwortung zu tragen und nicht irgendwelche polemischen Beiträge, die wahrscheinlich jetzt kommen werden, noch zu verstärken. Herr Klubobmann Cap wird Sie, nehme ich an, aufgefordert haben, das, was er nicht sagen konnte oder was bei der ersten Debatte nicht gesagt werden konnte, vielleicht jetzt noch einzubringen. Ich halte noch einmal fest: In der Beiratsstudie 1991 wurde schon darauf hingewiesen, und den Rest – da braucht man nur nach Deutschland zu schauen –, den sollten wir uns ersparen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Mainoni: Oje, jetzt kommt die reine Heilslehre!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Matznetter. – Bitte. (Abg. Mag. Mainoni: Oje, jetzt kommt die reine Heilslehre!)
Abg. Mag. Mainoni: Freu dich nicht zu früh!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Der zweite Punkt wird hoffentlich von überraschenden Abänderungsanträgen verschont bleiben (Abg. Mag. Mainoni: Freu dich nicht zu früh!), da wir in diesem Bereich die Zustimmung gerne auch in dritter Lesung geben möchten. Dennoch – und das haben wir im Ausschuss bereits in sehr umfangreicher Form gemacht – ist es auch Gelegenheit, über jene
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Was es nicht heißt, ist, dass wir auch nur eine Sekunde Verständnis dafür haben, dass in einer Zeit, in der Einschnitte in der ersten Säule bei einer Durchschnittspension von 895 €, bei den Frauen – um beim Kollegen Maier zu bleiben – bei einer Durchschnittspension von 653 €, vorgenommen werden, dort staatliche Mittel in der Höhe von durchschnittlich 10 Prozent weggenommen und dann 9,5 Prozent Prämie für das Aktiensparen gegeben werden. Das ist eine Politik, die man nicht unterstützen kann! – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Das ist so ein Holler, was Sie da sagen!
Herr Kollege Matznetter! Es gibt, wie das auch heute in den Medien zu lesen war, keinen Vollkaskoschutz für die Zukunft der Pensionen (Abg. Mag. Kogler: Das ist so ein Holler, was Sie da sagen!), aber diese Pensionsversicherungsmaßnahmen sind eine echte und wirkungsvolle Starthilfe, damit Pensionsversicherungen auch zukünftig noch attraktiv bleiben, und sie sollen auch an dieses Ziel herangeführt werden.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Mitarbeitervorsorge als zweite Säule für die Pensionskassensysteme ergänzt diese Pyramide der staatlichen, privaten und betrieblichen Vorsorge für die Zukunft, und diese Novelle ist eine sehr sinnvolle Maßnahme dazu. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Murauer: Da kann etwas noch so vernünftig sein, Sie werden es trotzdem nicht verstehen!
Deshalb meine ich, dass privat privat sein soll und dass das institutionell abgesichert werden soll. (Abg. Murauer: Da kann etwas noch so vernünftig sein, Sie werden es trotzdem nicht verstehen!) Es ist sehr wohl wichtig, dass die Versicherungsprodukte, die es gibt, auch wirklich taugen. Das ist tatsächlich Aufgabe des Staates. Aber wieso das jetzt ständig und mehr bezuschusst werden soll, ist eine andere Frage.
Beifall bei den Grünen.
Gerade Sie von der FPÖ nehmen ja sonst auch nicht immer Anleihe bei EU-Empfehlungen, aber es macht mir auch nichts, wenn die EU meint, es ist im Schnitt irgendwie anders. Ich bin mir auch gar nicht so sicher, ob sie das so heftig empfiehlt, denn immerhin ist es so, dass wir ein tragfähiges Umlageverfahren haben, und an dem sollten Sie nicht in dieser Art und Weise herumdoktern, dass man wirklich meinen könnte, es wird unter der Vorgabe von rettenden Injektionen krank gespritzt. Schauen wir, dass das Umlageverfahren das ist, was ein Umlageverfahren sein soll, und lassen wir das Private privat – und dann kennen Sie sich vielleicht in Ihrer Ideologie auch wieder besser aus. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.
Und im Gegensatz zu dem, was die Abgeordneten Kogler und Matznetter gesagt haben, sage ich: Ich bin stolz darauf, dass es dieser Bundesregierung und dem Hohen Hause in der Mehrheit in der vergangenen Legislaturperiode gelungen ist, ein Zukunftsvorsorgeprodukt als dritte Säule in Österreich zu etablieren. Es wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Ich bin dafür und finde, dass es eine schöne Chance darstellt, wenn wir der österreichischen Bevölkerung die Möglichkeit geben, in schwierigen Zeiten ihr Geld bis zu einem Betrag von etwa 1 800 € mit einer Rendite von mehr als 9 Prozent anlegen zu können. Das ist ein gutes Produkt, das Sicherheit auch für die eigene Vorsorge geben wird! (Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Ich glaube, es ist sehr klar, dass wir für ein Drei-Säulen-Produkt und ein Drei-Säulen-Modell im Rahmen der Pensionsvorsorge eintreten sollten. Und ich sage sehr klar: Das soll nicht zu Lasten der ersten Säule geschehen, um die zweite und dritte zu begünstigen, sondern uns geht es sehr klar um ein Sowohl-als-Auch. (Zwischenruf des Abg. Eder.) Wir haben den Mut, das zu tun, was seit vielen Jahren notwendig ist, nämlich eine sichere und verlässliche erste Säule über eine grundlegende Reform zustande zu bringen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eder.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eder.
Ich glaube, es ist sehr klar, dass wir für ein Drei-Säulen-Produkt und ein Drei-Säulen-Modell im Rahmen der Pensionsvorsorge eintreten sollten. Und ich sage sehr klar: Das soll nicht zu Lasten der ersten Säule geschehen, um die zweite und dritte zu begünstigen, sondern uns geht es sehr klar um ein Sowohl-als-Auch. (Zwischenruf des Abg. Eder.) Wir haben den Mut, das zu tun, was seit vielen Jahren notwendig ist, nämlich eine sichere und verlässliche erste Säule über eine grundlegende Reform zustande zu bringen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eder.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das ist der richtige Weg, das ist der international von allen Ländern eingeschlagene Weg. – Sie wären gut beraten, wenn Sie uns auf diesem Weg unterstützten! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Das ist aber Wurscht!
Ich glaube allerdings, dass Sie als Finanzminister wissen müssen, dass die so genannte Rendite von 9,5 Prozent, die Sie angesprochen haben, eigentlich eine Prämie und keine Rendite ist. (Abg. Eder: Das ist aber Wurscht!) Ich würde das zumindest als eine wichtige Korrektur ansehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube allerdings, dass Sie als Finanzminister wissen müssen, dass die so genannte Rendite von 9,5 Prozent, die Sie angesprochen haben, eigentlich eine Prämie und keine Rendite ist. (Abg. Eder: Das ist aber Wurscht!) Ich würde das zumindest als eine wichtige Korrektur ansehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist auch richtig, dass die privaten Versicherer im Laufe der Zeit jene Versicherungsteile und Geschäftsfelder verloren haben, die durch öffentliche Sozialversicherungen abgedeckt sind. Das ist noch nichts Schlechtes, denn das wäre genau so, wenn einer sagt: Vergleichen wir unser System mit anderen, zum Beispiel mit dem amerikanischen Gesundheitssystem, und dann kommt man darauf, dass es dort den höchsten Aufwand an Gesundheitskosten gibt, nämlich 14,5 Prozent, während wir einen Anteil von 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts haben. Wir haben allerdings alle Menschen versichert – und in den USA nur einen Teil! Man sollte daher nicht auf Grund internationaler Vergleiche sagen: Machen wir etwas Falsches nach! Das ist doch der völlig falsche Vorgang! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir stimmen der Vorlage dennoch zu, und zwar nicht, weil wir damit einverstanden sind, dass die Zweite- und Dritte-Säulen-Diskussion so weitergeführt wird, denn es handelt sich hiebei ohnedies nur um Staberln, wie andere gesagt haben, von Säulen ist sowieso noch lange keine Rede. Wir meinen aber, dass der Schutz der Versicherungsnehmer im Vordergrund steht, und in diesem Sinne stimmen wir dieser Gesetzesvorlage im Interesse der Versicherungsnehmer zu. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn das in Österreich mit dieser Wirtschaftspolitik so weitergeht, dann mache ich mir wirklich große Sorgen! Ich möchte schließen mit einem Satz, der mit den Worten beginnt: Beginnt euch zu sorgen! Details folgen. Gute Nacht, Österreich! (Beifall bei der SPÖ.)