Eckdaten:
Für die 110. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 789 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Geschätzter Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Herr Abgeordneter Eder, ich darf Ihre Fragestellung beziehungsweise die Präambel ein bisschen korrigieren: Es gab nicht einen Infrastrukturgipfel beim Bundeskanzler, es gab mehrere Infrastrukturgespräche, zu denen man natürlich auch „Gipfel“ sagen kann. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Es hat auch ein Gespräch bei mir im Ministerium, im Kabinett, mit den Sozialpartnern gegeben, wo wir sehr detailliert einzelne Infrastrukturprojekte, und zwar sowohl Schiene wie auch Straße betreffend, wie übrigens auch im Bereich der Forschung – Stichwort: Breitband – diskutiert und Möglichkeiten des beschäftigungswirksamen Impulsgebens besprochen haben.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Im Bereich der Straße stehen für vorgezogene Investitionsprojekte 151 Millionen € zur Verfügung; davon für Lärmschutz 40 Millionen, für vorgezogene Investitionsprojekte Bauen am Bestand 56 Millionen, für vorgezogene Investitionsprojekte Tunnelsicherheit 55 Millionen, und ohne dass Sie detailliert gefragt haben, darf ich Ihnen noch sagen, dass wir uns auch bemüht haben, auch geographisch eine gute Streuung zu erzielen, vom Neusiedler See bis zum Bodensee sozusagen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich denke, dass wir mit diesen Maßnahmen erstens einmal den richtigen Schritt gesetzt haben, um rasch Beschäftigungswirksamkeit zu erzielen, und darüber hinaus werden wir am Ende des Jahres evaluieren, ob das ausgeweitet werden kann, ob wir gut auf Kurs sind. Es wird also eine Zwischenbilanz geben zu diesen Maßnahmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zur Koralmbahn, dem dritten von Ihnen angesprochenen Projekt, haben wir ja schon öfter diskutiert. Sie ist finanziell abgesichert, in einem Memorandum auch festgehalten mit den ÖBB, mit den Bundesländern, mit dem Finanzminister. Gesamtkosten: zirka 4 Milliarden €, gewünschter und angestrebter Fertigstellungstermin: 2016, also vorgezogen, weil diese Verbindung gemeinsam mit dem Semmering-Basistunnel gerade auch vor dem Hintergrund der Erweiterung eine national und international wichtige Schienenverbindung darstellt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Insgesamt sind es etwa 40 Projekte, die an den Autobahnen und an den Schienenstrecken vorgesehen sind, abgestimmt auch mit den regionalen Verantwortungsträgern. Ich glaube, dass das die richtige Entscheidung ist: erstens in den Lärmschutz mehr zu investieren und zweitens das auch mit den vor Ort Betroffenen gut abzustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei den Grünen
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Frau Abgeordnete Moser, Sie haben hier jetzt natürlich, nachdem ich vorhin von für Klein- und Mittelbetriebe interessanten Baulosen gesprochen habe, zwei unpassende Beispiele gebracht (ironische Heiterkeit bei den Grünen) beziehungsweise haben, wenn Sie so wollen, auch nicht Beispiele gebracht für Maßnahmen, die vorher Gegenstand der Anfrage waren, nämlich die vorgezogenen Maßnahmen. Es gibt natürlich Baulose, wo es vom Ablauf des Baus – nicht nur von den Kosten, sondern auch vom einwandfreien Ablauf des Baues und von der Qualitätssicherung her – absolut unmöglich ist, sie in mehrere kleine Baulose zu zerstückeln. Ein Tunnel zum Beispiel, etwa der Pfändertunnel, den Sie genannt haben, wird im Gesamten ausgeschrieben werden müssen. Ich weiß aber aus Erfahrung – auch in Vorarlberg; zuletzt haben wir ja dort die zweite Röhre des Ambergtunnels gebaut –, dass die verantwortlichen Baufirmen, die den Auftrag dann erhalten, auch sehr viel im „Sub“ vergeben und dort auch aus transportlogistischen Gründen vor Ort befindliche kleine Baufirmen bedienen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich darf Ihnen aber sagen – und ich bin auch hier gerne bereit, das mit Ihnen im Detail anzuschauen –, dass ich erstens bemüht bin, kleinere Baulose auszuschreiben, zweitens bemüht bin, bis zu einem gewissen Schwellenwert, der von der EU akzeptiert wird, 25 Prozent der gesamten öffentlichen Aufträge im Infrastrukturbereich an heimische Unternehmer zu vergeben – und das sind dann Klein- und Mittelbetriebe –, und ich bin übrigens auch gerne bereit, die Nähe der Klein- und Mittelbetriebe zu nutzen, wenn es darum geht, Baulose rascher abzuwickeln – auch wenn sie dadurch teurer kommen –, indem ich auch in der Nacht und am Wochenende arbeiten lasse. Ich darf Ihnen sagen, dass seit meinem Amtsantritt diesbezüglich sehr viel geschehen ist und dass 70 Prozent aller Baustellen, wo es möglich ist, am Wochenende zu arbeiten oder in der Nacht zu arbeiten – überall ist es nicht möglich, wegen der Lärmentwicklung und Ähnlichem mehr –, schon so abgewickelt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Werner Miedl (ÖVP): Herr Vizekanzler! Es geht wirklich etwas weiter in Sachen Verkehrssicherheit. Die letzten Unfallstatistiken lassen einen positiven Trend erkennen. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Also eine Palette an Sicherheitsmaßnahmen, Herr Kollege Miedl, die übrigens auch international sehr positiv auffällt und als mustergültig bezeichnet wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Herr Vizekanzler hat doch ein Auskunftsrecht, Herr Präsident!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Vizekanzler! In der Geschäftsordnung sind kurze Antworten vorgesehen. Wir sind jetzt, nach 25 Minuten, erst bei der 2. Anfrage! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Herr Vizekanzler hat doch ein Auskunftsrecht, Herr Präsident!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Sie wissen, dass herkömmliche Alkohol- und Drogentestgeräte zum Beispiel Aufwärmzeiten brauchen. Das brauchen diese Vortestgeräte nicht. Sie sind auch sehr handlich. Ich erwarte mir, dass dadurch rascher, effizienter und dadurch auch wirkungsvoller, was die Sicherheit im Straßenverkehr betrifft, festgestellt werden kann, ob ein Straßenverkehrsteilnehmer verdächtig ist, unter Alkoholeinfluss oder Drogeneinfluss ungesetzlicherweise unterwegs zu sein, und dass man ihn dann dem wirklichen Alkoholtest oder Drogentest zuführen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Man könnte ja „ja“ oder „nein“ sagen!
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Herr Präsident! Eine Bemerkung: Es ist natürlich schwierig, auf eine Frage, die politisch heftig diskutiert wird, diesbezüglich jetzt so kurz zu antworten. (Ruf bei der SPÖ: Man könnte ja „ja“ oder „nein“ sagen!) Ich könnte sagen: „nein“, und mich wieder hinsetzen. Das will ich nicht tun.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Und was ist mit den Abgasen?
Ich kann Ihnen aber Ihre Frage abschließend so beantworten: Nein, dieses Projekt wird weiterverfolgt, und ja, es wird nur dort und dann umgesetzt, wenn die Verkehrssicherheit mit Sicherheit nicht darunter leiden wird. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Und was ist mit den Abgasen?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Lassen Sie mich zuerst festhalten, dass ich keine Pro-LKW-Politik – weder in Wien noch in Brüssel noch sonst irgendwo – betreibe. Aber es gibt LKWs, da gebe ich Ihnen schon Recht, und wir alle profitieren auch davon, dass es LKWs gibt, denn eines möchte ich auch einmal sagen: Die Verteufelung des LKWs halte ich für falsch. Er ist ein wichtiger Faktor im Verkehr, auch für die Wirtschaft und damit für Arbeitsplätze, über die wir heute auch schon gesprochen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Herr Minister! Es geht nicht um die Verteufelung der LKW, sondern es geht um die Verlagerung des LKW-Verkehrs auf die Schiene und um den Schutz der Bevölkerung. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Eder: Richtig! Richtig!
Wie soll LKW-Verkehr auf die Schiene verlagert werden, wenn die Benützung der Straße billig ist und der Transport auf der Schiene teurer wird? (Abg. Eder: Richtig! Richtig!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Ja, sicher!
Ich bin der Erste, der für die Einberechnung der externen Kosten bei Mauttarifen ist. Ich bin der Erste, der für internationale Vergleichbarkeit bei Mauttarifen ist. Davon wird Österreich profitieren. Das geht nicht von heute auf morgen. Ich hoffe, ich habe Ihre Unterstützung dann auch im Parlament in Brüssel. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Ja, sicher!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Grundregel, die ich vorgegeben habe: bei Neubaumaßnahmen 25 Prozent der Gesamtinvestitionssumme für Lärmschutz- und Umweltschutzmaßnahmen, bei Erneuerungen, Verbesserungen 10 bis 15 Prozent für solche Maßnahmen. Das heißt, Lärmschutz ist und bleibt ein Thema in Österreich. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich darf Ihnen aber auch hier abschließend dazusagen: Es wurde in den letzten zwei, drei Jahren in Österreich für Forschung und Entwicklung so viel Geld, öffentliches Geld und auch privates, in die Hand genommen wie nie zuvor. Und der Trend, der erkennbar ist, zeigt, dass das so fortgesetzt wird. Im Moment gibt es in Österreich Forschungsausgaben in der Höhe von knapp 5,8 Milliarden €. Das ist eine beachtliche Summe. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Das gute Profil in einem so wichtigen Bereich ist enorm wichtig, gar keine Frage. Ich darf Ihnen sagen und wäre auch leicht imstande, das zu beweisen, dass parteipolitische Zugehörigkeiten bei Besetzungen im Forschungsbereich keine Rolle gespielt haben. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) Und ich werde sehr bemüht sein – und das wird mir auch gelingen –, dass das auch in Zukunft so sein wird.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es gibt ganz aktuelle Berechnungen der Statistik Austria, was die Forschungsquote betrifft. Wir hatten im Jahr 2000 eine Forschungsquote von 1,91 Prozent – übrigens: Im Jahr 1999 lag sie noch bei 1,88 Prozent! –, 2001 eine solche von 2,04 Prozent, 2002 eine solche von 2,12 Prozent. 2003 betrug die Forschungsquote 2,2 Prozent, 2004, wie schon erwähnt, 2,27 Prozent, und 2005 beträgt sie 2,35 Prozent, und zwar ohne die am 1. Mai beschlossenen Maßnahmen. Es gibt Schätzungen, wonach sie mit diesen 2,37, 2,38 Prozent ausmachen wird. Als Zwischenziel haben wir uns 2,39 Prozent gesetzt. Also wir sind mit dieser Forschungsmilliarde in etwa dort, wo wir hinmüssten. Und mit diesen Maßnahmen, den Forschungsfreibetrag, die Forschungsprämie auch auf Auftragsforschung auszuweiten, werden noch einmal etwa 300 Millionen € eingesetzt. Also 1,3 Milliarden € zwischen 2006 und 2010 werden den entscheidenden Beitrag leisten – und das reicht aus, Herr Kollege! –, um die 3,0 Prozent Forschungsquote auch wirklich zu erreichen. Übrigens: Aus heutiger Sicht werden wir da im kleinen Kreis von drei, vier EU-Mitgliedsländern sein, die dieses Ziel erreichen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das heißt, die Forschungsquote hat sich von 1,77 Prozent im Jahr 1998 auf jetzt 2,35 Prozent entwickelt, die in Wahrheit schon 2,37 sind – zuerst etwas langsamer und jetzt am Schluss etwas rapider, und zwar auf Grund der Offensiven, die die Regierung in diesem Bereich gesetzt hat: Forschungsoffensive I, II und jetzt III. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
stärkt vertreten ist, genauso wie für die Steiermark oder für das Burgenland. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Moser: Es wurde schon gekürzt!
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Geschätzte Frau Abgeordnete! Ich muss Ihnen widersprechen und korrigiere und wiederhole noch einmal: Insgesamt werden die Mittel für den öffentlichen Verkehr nicht gekürzt, sie werden anders neu verteilt. (Abg. Dr. Moser: Es wurde schon gekürzt!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Dass wir heute ein schönes Stück Schulgeschichte schreiben und dass all diese Reformen bisher möglich gemacht worden sind, ist unverrückbar mit unserer Bildungsministerin verbunden und ist das unverrückbare Verdienst unserer Bildungsministerin Elisabeth Gehrer! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Deshalb haben wir wesentliche Eckpunkte, die gerade von diesen Personengruppen gekommen sind, in der Bundesverfassung verankert und abgesichert. Wir haben etwa die Aufgabe der österreichischen Schule klar definiert, wobei es darum geht, den jungen Menschen Demokratie, einen humanitären Zugang, Solidarität, Offenheit für Frieden, Gerechtigkeit und Toleranz beizubringen. Wir haben in diesem Zielparagraphen definiert, dass in Österreich sichergestellt sein muss, dass unabhängig von der sozialen Herkunft, von der sozialen Lage und auch vom finanziellen Hintergrund ein junger Mensch die bestmögliche Ausbildung machen kann. Das ist eine sozialpolitische Verantwortung, meine Damen und Herren, die wir mit dieser Vorlage auch ernst nehmen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Damit ist für uns als Gesetzgeber eines völlig klar, nämlich dass in Hinkunft viele Reformen ermöglicht werden, dass viel Neues ermöglicht wird, dass aber das, was am österreichischen Bildungssystem gut ist – ich sehe das durchaus in Zusammenhang mit dem heutigen § 3 des Schulorganisationsgesetzes –, auch abgesichert bleibt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es hat auch Kritik gegeben, dass manches in der Diskussion einem Zickzackkurs geähnelt hätte. Dazu möchte ich Folgendes sagen: Wenn man einen hohen Berg besteigt und ein hohes Ziel anstrebt, dann geht man nicht die Direttissima, dann geht man nicht gerade, sondern einen hohen Berg erklimmt man in der Regel in Serpentinen. Sehen Sie diese Diskussion auch als einen Weg in Serpentinen, um ein wichtiges, ein hohes bildungspolitisches Ziel zu erreichen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.
Ich möchte mich bei der Bildungssprecherin der freiheitlichen Fraktion, der BZÖ-Bildungssprecherin Mares Rossmann, und beim Bildungssprecher der SPÖ, meinem Kollegen Dr. Erwin Niederwieser, für die wirklich guten und konstruktiven Gespräche bedanken. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.
Ich möchte vor allem aber jene vor den Vorhang bitten, die oft im Hintergrund unglaubliche Arbeit leisten, um ein derartiges Gesetzesvorhaben zu ermöglichen, nämlich die Fach- und Rechtsexperten der Klubs und des Ministeriums, namentlich Dr. Schnizer, Klubsekretär Schober, Frau Klubsekretärin Mag. Frank aus dem FPÖ-Klub, Mag. Thomas Obernosterer aus dem Kabinett der Frau Bundesministerin, unserem Klubsekretär Roman Kunyik und unserer ÖAAB-Bildungsreferentin Eva Gollubits, denn ohne diese Personen wären solche Reformen schlicht und einfach unmöglich. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Amon überreicht der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Gehrer einen Blumenstrauß.
schöne Fügung. Herzlichen Glückwunsch, Frau Bundesministerin! – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Amon überreicht der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Gehrer einen Blumenstrauß.)
Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Gusenbauer –: Wenigstens eine rote Nelke hätten Sie mitbringen können!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer. Auch er spricht 12 Minuten zu uns. – Bitte. (Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Gusenbauer –: Wenigstens eine rote Nelke hätten Sie mitbringen können!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin der Meinung, mit der heutigen Beschlussfassung wird die Chance eröffnet, Reformen durchzubringen, die diese drei zentralen Herausforderungen des österreichischen Schulsystems beantworten. Und genau das wird unsere Aufgabe hier im Hohen Haus sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Verfassungsauftrag, ein öffentliches Schulsystem mit bestmöglicher Qualität zu garantieren. Das ist also eine klare Absage an alle Privatisierungstendenzen des Schulsystems und schreibt gerade in Zeiten, in denen das sonst überall probiert wird, fest: Wir wollen, dass die Schule eine öffentliche Angelegenheit ist und die Zielsetzungen der Chancengleichheit auch erfüllt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich finde es auch gut, dass wir festgehalten haben, dass es einen konfessionellen Unterricht für alle Kirchen und anerkannten Religionsgemeinschaften geben soll, weil ich der Meinung bin, dass Kulturkampf in der Schule keinen Platz hat und dass wir das Ziel haben müssen, dass Menschen unterschiedlicher Religionen und Konfessionen auch die Möglichkeit haben, in unseren öffentlichen Schulen einen solchen religiösen Unterricht zu haben. Ich halte das für eine Qualität unserer pluralistischen Gesellschaft. Das soll daher auch in der Verfassung verankert sein. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Da merkt man nicht viel davon!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Welche Schule wünschen wir uns? Was soll in der Schule geschehen? Ich besuche pro Woche zumindest eine Schule in Österreich (Abg. Neudeck: Da merkt man nicht viel davon!), sei es eine Pflichtschule, ein Gymnasium oder eine Handelsakademie, um dort mit den Schülern, den Lehrern und den Eltern zu diskutieren. Ich halte es für wichtig, diesen Dialog zu führen, um zu erfahren, was die wahren Bedürfnisse und die wahren Probleme sind.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Da hätten Sie schon früher etwas tun müssen!
Ich wünsche mir eine Schule in Österreich, wo die Kinder in die Volksschule kommen und über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, sodass tatsächlich ein sinnvoller Unterricht für alle möglich ist und nicht ein immer größerer Teil von Kindern die Herkunftsunterschiede als Nachteile über das gesamte Bildungsleben mitnimmt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Da hätten Sie schon früher etwas tun müssen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich wünsche mir eine Schule, in der diejenigen, die schwächer sind, gefördert werden, damit sie ihr wirkliches Potential entfalten können. Ich wünsche mir eine Schule, in der die Begabten besonders gefordert werden, damit ihnen nicht langweilig ist. Und ich wünsche mir eine Schule, die sich nicht an einem imaginären Durchschnitt orientiert, sondern in der jeder einzelne Schüler und jede einzelne Schülerin im Zentrum des Lernens und des Arbeitens steht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ
Meine Damen und Herren! Ich wünsche mir eine Schule, in der es auch möglich ist, ganztägig Einheiten des Lernens, des Sports, der Kultur, des Übens so miteinander zu verschränken, dass unsere Schülerinnen und Schüler dann, wenn sie die Schule am Nachmittag verlassen, das Thema Schule für sich auch beenden können (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ) und die Möglichkeit haben, sich ihren Freizeitaktivitäten mit ihren Freunden und ihren Eltern zu widmen. Ich halte es für ganz wichtig, dass Schule nicht den ganzen Tag und den Abend dominiert, sondern dass auf Grund einer guten Schulstruktur, die das alles verschränkt, die Möglichkeit besteht, dass eben all das in der Schule erledigt wird und dass nicht viele Eltern darauf angewiesen sind, mit pri-
Beifall bei der SPÖ.
vaten Nachhilfestunden das auszugleichen, was die Schule nicht leisten konnte. Die Schule soll der Ort des Lernens sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich wünsche mir auch eine Schule, in der es Klassengrößen gibt, die es den Lehrerinnen und Lehrern erlauben, wirklich auf jedes Kind einzugehen. Eine Schule lebt letztendlich davon, dass die Lehrerinnen und Lehrer hoch motiviert sind. Frau Bundesministerin! Die Politik der letzten Jahre hat nicht dazu geführt, dass unsere Lehrerinnen und Lehrer motivierter sind, sondern man trifft leider immer mehr frustrierte Lehrer. Ich sage, eine gute Schule, die unseren Anforderungen und den Anforderungen der Eltern und der Kinder genügt, muss eine Schule sein, in der sich auch die Lehrerinnen und Lehrer wohl fühlen, weil sie die Möglichkeiten haben, das zu tun, was auch pädagogisch notwendig ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Jawohl!
Ich wünsche mir eine Schule, bei der nicht das ideologische Dogma im Vordergrund steht, sondern bei der das im Vordergrund steht, was unseren Kindern und Jugendlichen am meisten hilft. (Abg. Mag. Molterer: Jawohl!) Ich werde keine Diskussion mit aufgestellten Pappkameraden führen, wie sie da und dort stattfindet. Ich halte das für sinnlos.
Abg. Dr. Brinek: Das kann er eh!
Aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, lesen Sie heute den Beitrag Ihres Kollegen Schilcher in der „Kleinen Zeitung“, der erneut die ÖVP auffordert, in diesem Punkt die Scheuklappen abzulegen und sich einem modernen Bildungsbegriff zu öffnen. (Abg. Dr. Brinek: Das kann er eh!) Ich kann Ihnen nur empfehlen: Nehmen Sie seine Aufforderungen ernst! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, lesen Sie heute den Beitrag Ihres Kollegen Schilcher in der „Kleinen Zeitung“, der erneut die ÖVP auffordert, in diesem Punkt die Scheuklappen abzulegen und sich einem modernen Bildungsbegriff zu öffnen. (Abg. Dr. Brinek: Das kann er eh!) Ich kann Ihnen nur empfehlen: Nehmen Sie seine Aufforderungen ernst! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich denke, es wird heute ein richtiger, wichtiger und großer Schritt gesetzt. Der heutige Schritt ist noch keine Garantie für ein gutes Schulsystem, aber der heutige Schritt bietet die Chance dazu. Die Ausrede, die es in der Vergangenheit gegeben hat, man könne das eine oder andere nicht machen, weil die Zweidrittelmehrheit erforderlich ist, gilt ab heute nicht mehr! Jede Parlamentsmehrheit wird dafür verantwortlich sein, welche Qualität das Schulsystem bietet. Ich bin schon sehr gespannt, Frau Bundesministerin, ob Sie bereit sind, auf unsere breit angelegten, konstruktiven Vorschläge zur Reform der österreichischen Schule einzugehen oder nicht. Ich denke, den österreichischen Kindern wären wir es allemal schuldig! (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Aus gegebenem Anlass möchte ich zum Schluss meiner Rede noch zu einer anderen aktuellen Angelegenheit Stellung nehmen. Es geht um eine der wichtigsten Institutionen für die Demokratie in unserem Land: nämlich den ORF, der für kommenden Samstag zum ersten Mal in der Geschichte der Zweiten Republik geplant hat, eine Fernsehrede des Bundeskanzlers im Anschluss an die „ZiB“ in ORF 1 und ORF 2 gleichzeitig zu übertragen. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Das ist ein Format, das bisher ausschließlich dem Bundespräsidenten vorbehalten war. (Abg. Scheibner: Hat das was mit der Schule zu tun?) Die Bekanntgabe dieses Vorhabens hat gestern zu einem Hilferuf des ORF-Redakteurrats geführt (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter), mit dem Titel: Der ORF ist kein Staatsrundfunk, und man soll den ORF in seiner Unabhängigkeit nicht gefährden. (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Redezeit, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Hat das was mit der Schule zu tun?
Meine Damen und Herren! Aus gegebenem Anlass möchte ich zum Schluss meiner Rede noch zu einer anderen aktuellen Angelegenheit Stellung nehmen. Es geht um eine der wichtigsten Institutionen für die Demokratie in unserem Land: nämlich den ORF, der für kommenden Samstag zum ersten Mal in der Geschichte der Zweiten Republik geplant hat, eine Fernsehrede des Bundeskanzlers im Anschluss an die „ZiB“ in ORF 1 und ORF 2 gleichzeitig zu übertragen. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Das ist ein Format, das bisher ausschließlich dem Bundespräsidenten vorbehalten war. (Abg. Scheibner: Hat das was mit der Schule zu tun?) Die Bekanntgabe dieses Vorhabens hat gestern zu einem Hilferuf des ORF-Redakteurrats geführt (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter), mit dem Titel: Der ORF ist kein Staatsrundfunk, und man soll den ORF in seiner Unabhängigkeit nicht gefährden. (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Redezeit, Herr Kollege!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter
Meine Damen und Herren! Aus gegebenem Anlass möchte ich zum Schluss meiner Rede noch zu einer anderen aktuellen Angelegenheit Stellung nehmen. Es geht um eine der wichtigsten Institutionen für die Demokratie in unserem Land: nämlich den ORF, der für kommenden Samstag zum ersten Mal in der Geschichte der Zweiten Republik geplant hat, eine Fernsehrede des Bundeskanzlers im Anschluss an die „ZiB“ in ORF 1 und ORF 2 gleichzeitig zu übertragen. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Das ist ein Format, das bisher ausschließlich dem Bundespräsidenten vorbehalten war. (Abg. Scheibner: Hat das was mit der Schule zu tun?) Die Bekanntgabe dieses Vorhabens hat gestern zu einem Hilferuf des ORF-Redakteurrats geführt (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter), mit dem Titel: Der ORF ist kein Staatsrundfunk, und man soll den ORF in seiner Unabhängigkeit nicht gefährden. (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Redezeit, Herr Kollege!)
Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Redezeit, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren! Aus gegebenem Anlass möchte ich zum Schluss meiner Rede noch zu einer anderen aktuellen Angelegenheit Stellung nehmen. Es geht um eine der wichtigsten Institutionen für die Demokratie in unserem Land: nämlich den ORF, der für kommenden Samstag zum ersten Mal in der Geschichte der Zweiten Republik geplant hat, eine Fernsehrede des Bundeskanzlers im Anschluss an die „ZiB“ in ORF 1 und ORF 2 gleichzeitig zu übertragen. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Das ist ein Format, das bisher ausschließlich dem Bundespräsidenten vorbehalten war. (Abg. Scheibner: Hat das was mit der Schule zu tun?) Die Bekanntgabe dieses Vorhabens hat gestern zu einem Hilferuf des ORF-Redakteurrats geführt (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter), mit dem Titel: Der ORF ist kein Staatsrundfunk, und man soll den ORF in seiner Unabhängigkeit nicht gefährden. (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Redezeit, Herr Kollege!)
Abg. Dr. Fekter: Zwei waren es! Zwei linke Männer! Die anderen hat man nicht gefragt!
ORF zu wahren. (Abg. Dr. Fekter: Zwei waren es! Zwei linke Männer! Die anderen hat man nicht gefragt!) Nehmen Sie Abstand von diesem Vorhaben, wenn es Ihr Wunsch war, und nehmen Sie die Einladung nicht an, wenn es ein Wunsch des ORF war! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Ihr müsst euch ganz schön fürchten vor unserem Bundeskanzler! – Abg. Neudeck: Ihr braucht nicht aufdrehen!)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Ihr müsst euch ganz schön fürchten vor unserem Bundeskanzler! – Abg. Neudeck: Ihr braucht nicht aufdrehen!
ORF zu wahren. (Abg. Dr. Fekter: Zwei waren es! Zwei linke Männer! Die anderen hat man nicht gefragt!) Nehmen Sie Abstand von diesem Vorhaben, wenn es Ihr Wunsch war, und nehmen Sie die Einladung nicht an, wenn es ein Wunsch des ORF war! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Ihr müsst euch ganz schön fürchten vor unserem Bundeskanzler! – Abg. Neudeck: Ihr braucht nicht aufdrehen!)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Rossmann. 12 Minuten Redezeit. – Bitte. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Genau! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Kollege Gusenbauer, ich erinnere mich an andere Zeiten im ORF, in denen der ORF so rot dominiert war, dass auch diese Dinge möglich waren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Genau! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir sind uns der großen Verantwortung, dass durch den Fall der Zweidrittelmehrheit die Regierungsparteien Reformen auch allein beschließen können, sehr bewusst. Wir wissen, dass Schule Kontinuität braucht. Wir wissen, dass wir uns auf keinen Fall in irgendeiner Form bildungspolitische Bocksprünge oder gar schulische Experimente auf Kosten der Kinder leisten können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber auch Phantasie und Kreativität sind bisher teilweise zu kurz gekommen. Es gilt, in Zukunft neue Ansätze zu finden und die Lehrer in der Lehrerausbildung wieder darauf hinzuschulen, dass es sehr wichtig ist, die Kulturtechniken zu lehren und zu vertiefen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Aus unserer Sicht gilt es, die Schwachen auf der einen Seite zu fördern und die Starken und Begabten zu fordern. Erst dann – das sage ich ganz bewusst –, wenn uns das gelingt, kann man von wirklicher Chancengleichheit sprechen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Aber auch eine geregelte Nachmittagsbetreuung ist wichtig. Da bin ich nicht der Meinung des Herrn Kollegen Gusenbauer, der sagt: verschränkter Unterricht von früh bis spät. Die Kinder kommen am Abend nach Hause. – Das ist ein Modell. Das kann Ihr Modell sein! Das können Schulversuche sein. Solche Modelle gibt es. Aber aus unserer Sicht müssen die Eltern immer die Wahlmöglichkeit haben, ob sie ihre Kinder ganztägig in eine Schule geben oder eine flexible Nachmittagsbetreuung in Anspruch nehmen, die an ihren Arbeitstag angepasst sein kann. Man sagt dann beispielsweise: An manchen Tagen bin ich am Nachmittag als Mutter oder Vater nicht verfügbar, da sind die Kinder in der Schule, aber an anderen Tagen ist es mir lieber, dass die Kinder zu Hause sind. Diese Flexibilität muss gewährleistet sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Kräuter: In Kärnten zum Beispiel!
Das heißt, durch den Fall der Zweidrittelmehrheit ist vieles möglich geworden. Wir freuen uns, dass die Opposition Einsicht zeigt und mitgeht, dass die Sozialdemokratie bereit ist, die Zweidrittelmehrheit mit uns abzuschaffen. Ich sage aber auch: Wir werden genau schauen, inwiefern Sie bereit sind, auch in Zukunft mitzuarbeiten, denn es ist noch viel zu tun. In der Schulorganisation ist noch viel zu tun. Die Entpolitisierung ist auch mit dem Fall der Zweidrittelmehrheit noch auf dem Tisch, und zwar die Entpolitisierung auf allen Ebenen: die Entpolitisierung der Kollegien, die Entpolitisierung in Bezirksschulräten, in Landesschulräten. (Abg. Dr. Kräuter: In Kärnten zum Beispiel!) Wir werden uns das genau anschauen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Wir sind dabei. Wir haben – ich möchte das noch einmal betonen – von Anfang an gesagt: Der Fall der Zweidrittelmehrheit in allen Bereichen im schulischen System war uns immer wichtig. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Frau Bundesministerin, auch ich bedanke mich, und wir freuen uns auf die weiteren großen Vorhaben, die wir gemeinsam beschließen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Neugebauer: Unzulässige Vereinfachung! – Abg. Dr. Brinek: Da machen Sie es sich zu billig!
Es gab zwei Gruppen, die begonnen haben, diese Diskussion über die Zweidrittelmehrheit in der Öffentlichkeit massiv zu bekämpfen oder zu sagen, alles solle so bleiben, wie es ist. Das eine war die Gruppe, bei der sich Herr Kollege Amon vorhin gründlich bedankt hat. Ich würde sagen, das ist die Hardcore-Fraktion der ÖVP. Sie sagt: Das Schulsystem soll in seinen Grundfesten so bestehen bleiben, wie es ist. Die Frau Bildungsministerin hat dann gesagt: Ich werde verhindern, dass das finnische Schulsystem in Österreich eingeführt werden kann. – Das ist ein besonders origineller Ansatz. Es gibt seit Jahren Studien, die ergeben, dass Finnland das erfolgreichste Schulsystem in Europa hat. Und die zentrale Ansage der Frau Bildungsministerin ist: Ich werde dieses Schulsystem verhindern! (Abg. Neugebauer: Unzulässige Vereinfachung! – Abg. Dr. Brinek: Da machen Sie es sich zu billig!) Sie können sich vorstellen, mit welchen Zielvorstellungen auch in anderen Politikbereichen gearbeitet wird. – Auf diese Gruppe möchte ich jetzt nicht mehr eingehen.
Beifall bei den Grünen.
Diese Frage haben Sie in Ihrem Kompromiss gar nicht diskutiert, nämlich was man wieder vergesetzlichen sollte, was man der Bildungsministerin in Ihrer Politik nicht allein überlassen kann. Da wären wirklich Maßnahmen notwendig gewesen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Wollen Sie eine Zweidrittelmehrheit beim Budget, oder was?
Der zweite große Punkt ist natürlich das Budget. Allen, die jetzt aufschreien und sagen, was da Schlimmes kommen kann, muss schon klar sein, dass das Budget immer mit einfacher Mehrheit im Nationalrat beschlossen wird. Die Kürzungen allein von ... (Abg. Dr. Brinek: Wollen Sie eine Zweidrittelmehrheit beim Budget, oder was?) – Ich möchte keine Zweidrittelmehrheit beim Budget, sondern ich sage nur dazu, dass es kein Schutzmechanismus ist, wenn man in die Verfassung schreibt, dass es ein sozial gerechtes Schulsystem geben soll – das ist ja eine gut Formulierung, aber Sie, Frau
Abg. Dr. Brinek: Wenn es weniger Kinder gibt!
Brinek, da Sie so zwischenrufen, haben mit Ihrer Stimme in den letzten beiden Jahren an Österreichs Pflichtschulen 100 Millionen € gekürzt, in absoluten Zahlen. 100 Millionen € im Budget weniger für PflichtschullehrerInnen. Das sind etwa 2 500 bis 3 000 Dienstposten, die es weniger gibt. (Abg. Dr. Brinek: Wenn es weniger Kinder gibt!) Da gibt es keine Schutzmaßnahme durch eine Verfassung. Auch das kann die Regierung mit einfacher Mehrheit von Jahr zu Jahr verändern.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Der Rückgang der Zahl der Schüler, den wir haben und den wir weiter haben werden, wird mit Ihren gesetzlichen Maßnahmen, mit dem Finanzausgleich, den wir haben, dazu führen, dass es zu einem massiven, noch größeren Lehrerabbau in den nächsten Jahren kommen wird. Darüber sollten wir reden! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Es gibt Politiker in Österreich, die für Maßnahmen bekannt geworden sind. Wenn man an Bruno Kreisky denkt, fällt einem wahrscheinlich die Nahostpolitik ein, auch die Chancengleichheit in Österreich, die gesellschaftliche Öffnung. Wenn man an Alois Mock denkt, fällt einem wahrscheinlich der EU-Beitritt ein. Wenn man in zehn Jahren an Elisabeth Gehrer denkt, wird einem einfallen: Das war die Ministerin, der es endlich nach heroischem Kampf gelungen ist, den Unterrichtsgegenstand „Leibesübungen“ in „Bewegung und Sport“ umzubenennen. Wenn Sie es darauf anlegen, wunderbar, aber ich glaube, es gibt wichtigere Dinge, die man in Österreich durchführen könnte. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Prammer.
Aber was haben Sie gemacht? – Es war eine Maßnahme in den Gesetzen, die wir nicht wollten, nämlich dass man die Integration in der neunten Schulstufe ausschließlich an den polytechnischen Schulen durchführen sollte, sodass man die Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen an höheren Schulen nicht durchführen hätte können. Das haben Sie mit hinein verpackt. Statt herzugehen und zu sagen: Okay, stimmen wir das einzeln ab! – dann hätten wir die anderen Dinge schon lange erledigt –, sind Sie hergegangen, haben ein Gesamtpaket hingelegt und gesagt: Friss oder stirb!, entweder alles oder gar nichts. Dann sind Sie drei Jahre lang herumgerannt und haben gesagt: Furchtbar, vor allem die SPÖ, die wollen einfach nicht, dass man in Österreich dazu „Bewegung und Sport“ sagen kann, die wollen unbedingt „Leibesübungen“ haben! – Das ist einfach nicht glaubwürdig, Frau Bildungsministerin! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Prammer.)
Beifall bei den Grünen.
Ich sage Ihnen, das ist das pure Versagen der Politik in diesem Haus. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mein Schlusssatz – ich halte mich auch an Alfred Gusenbauer –: Wir finden, dass die ORF-Berichterstattung in letzter Zeit hinsichtlich des Grundsatzes der Objektivität zu wünschen übrig lässt, und wir erwarten von Bundeskanzler Schüssel, dass er am Samstag auf seine Propagandasendung im ORF verzichtet. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Heute ist ein erfreulicher Tag für das gute österreichische Schulwesen und für das gute österreichische Schulsystem. Ich freue mich darüber, dass es uns mit Zweidrittelmehrheit gelingt, die Blockaden durch die Zweidrittelmehrheit zu beseitigen. Wir können damit dem österreichischen Schulsystem bei wichtigen Eckpunkten mehr Sicherheit geben, denn zum ersten Mal werden die wichtigen Eckpunkte in der Verfassung festgeschrieben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Wir können auf der zweiten Seite 95 Prozent der Schulausführungsgesetze, ob das im Schulorganisationsgesetz, im Schulunterrichtsgesetz, im Schulzeitgesetz ist, von dieser Hürde der Zweidrittelmehrheit befreien. Die einfache Gesetzgebung für die Schulgesetze ist ein Meilenstein in der Bildungspolitik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich habe meinen Vorrednern sehr intensiv zugehört, und ich möchte – im Gegensatz zu Herrn Dr. Gusenbauer – feststellen: Wir haben ein gutes Schulsystem! Ich verstehe nicht, warum von einer großen Partei, die jahrzehntelang das Schulwesen gestaltet hat, die ja noch bis zum Jahre 2000 mitverantwortlich tätig war, plötzlich gesagt wird, wir hätten in Österreich ein schlechtes Schulsystem. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Wir haben ein gutes Schulsystem mit vielen engagierten Lehrern und Lehrerinnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich habe meinen Vorrednern sehr intensiv zugehört, und ich möchte – im Gegensatz zu Herrn Dr. Gusenbauer – feststellen: Wir haben ein gutes Schulsystem! Ich verstehe nicht, warum von einer großen Partei, die jahrzehntelang das Schulwesen gestaltet hat, die ja noch bis zum Jahre 2000 mitverantwortlich tätig war, plötzlich gesagt wird, wir hätten in Österreich ein schlechtes Schulsystem. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Wir haben ein gutes Schulsystem mit vielen engagierten Lehrern und Lehrerinnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Gabriela Moser
Alle, die sich mit Schule beschäftigen, wissen ganz genau, dass gerade im Bildungsbereich Wirkungen von Maßnahmen nur sehr langfristig zu sehen sind und sich Wirkungen nur sehr langfristig voll entfalten. Ich möchte dazu den Bildungsexperten Manfred Prenzel zitieren (Zwischenruf der Abg. Dr. Gabriela Moser), der gesagt hat, dass man im Bildungswesen in einem kurzen Zeitraum keine dramatischen Effekte erzielen kann. Es funktioniert nicht, einfach einen Hebel umzulegen, um dann das bestmögliche Ergebnis zu erzielen; da müssen schon viele kleine Hebel in Bewegung gesetzt werden, so Manfred Prenzel.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Das stimmt nicht ...!
immer wieder zu sagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Das stimmt nicht ...!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Zusammenhang ist es mir nicht ein Anliegen, zu sagen, was ich mir wünsche, sondern ich sage, was wir haben: Wir haben ein Schulsystem, bei dem durch eine hundertprozentige Durchlässigkeit jedem Kind optimale Chancen gegeben werden: 50 Prozent der Maturanten und Maturantinnen kommen über die Hauptschule zur Matura; die Hauptschule ist eine gute Schule. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben die Schulen mit neuesten Technologien ausgestattet: In Österreich gab es zu Ende des vorigen Jahrhunderts 40 Schüler, die an einem Computer arbeiten mussten, heute haben wir für fünf Schüler einen Computer. Das haben wir geschafft, das haben wir investiert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben mehr Lehrer und Lehrerinnen für unsere guten Bundesschulen – und da stehe ich wirklich hier und sage: Mir ist es ein Anliegen, unsere guten Gymnasien auch in Zukunft zu erhalten! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Niederwieser.
Das ist ein schöner Tag für das Schulwesen, das ist ein guter Tag für das Bildungswesen. Das sind gute Gesetze für unsere Jugendlichen, für unsere Kinder. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Niederwieser.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Aber was ist denn das Wesen von Reformen? – Das Wesen von Reformen ist, dass die Lehrer und Lehrerinnen, die Direktoren und Direktorinnen motiviert sind, diese Reformen umzusetzen – von einem Gesetz allein habe ich noch nichts! Und diese Motivation muss von uns ausgehen (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), diese Motivation für die Lehrer und Lehrerinnen, die heute mehr sind als Wissensvermittler, die heute Berater, Begleiter, Erzieher und Krisenmanager sind.
Beifall bei der ÖVP – Ruf bei der ÖVP: So ist es!
Lassen Sie mich da auch ein offenes Wort zur Frage der Ganztagsschule, der Tagesbetreuung sagen: Ich halte es für völlig falsch, Schule vollkommen vom Familienleben, von der Gesellschaft abzutrennen (Beifall bei der ÖVP – Ruf bei der ÖVP: So ist es!) und zu sagen: Die Kinder haben in der Schule alles zu erledigen, und wenn sie nach Hause kommen, interessiert sich niemand mehr für die Schule! – Es muss doch ein ständiges Miteinander sein! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Lassen Sie mich da auch ein offenes Wort zur Frage der Ganztagsschule, der Tagesbetreuung sagen: Ich halte es für völlig falsch, Schule vollkommen vom Familienleben, von der Gesellschaft abzutrennen (Beifall bei der ÖVP – Ruf bei der ÖVP: So ist es!) und zu sagen: Die Kinder haben in der Schule alles zu erledigen, und wenn sie nach Hause kommen, interessiert sich niemand mehr für die Schule! – Es muss doch ein ständiges Miteinander sein! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Das hat aber auch niemand gesagt! Das wurde nicht gesagt! – Abg. Neugebauer: Verschränkter Unterricht!
Meine Damen und Herren! Gerade dann, wenn Kinder den ganzen Tag in der Schule sind, brauchen sie Freizeitangebote, Sportangebote, Erholungsangebote. Man kann doch nicht sagen: In der Schule wird alles Schulische erledigt und danach kommt die Freizeit. (Abg. Silhavy: Das hat aber auch niemand gesagt! Das wurde nicht gesagt! – Abg. Neugebauer: Verschränkter Unterricht!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich halte es für äußerst wichtig, dass wir die Schule den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt anpassen, jene Angebote machen, die die Eltern, die die berufstätigen Mütter brauchen, dass wir aber den Eltern die völlige Wahlfreiheit lassen. Das ist mein Ziel. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Rada: Die Gemeinden dürfen auch zahlen!
Meine Damen und Herren! Was wollen wir noch? – Wir wollen die Fünf-Tage-Woche umsetzen – wir haben bereits ein Gesetz in Begutachtung gegeben. Wir wollen die Frühförderung im Kindergarten einführen – dafür brauchen wir die Gemeinden. Wir brauchen die Länder, wir brauchen die Kommunen, die hier mitmachen. (Abg. Dr. Rada: Die Gemeinden dürfen auch zahlen!) Wir werden gemeinsam einen Plan entwickeln, wir werden Förderungen von Bundesseite geben, wir werden dafür sorgen, dass die Kinder, die in die erste Klasse Volksschule kommen, die Sprache können. – Aber es gibt Quereinsteiger! Es werden daher auch Sprachgruppen als Fördergruppen an den Schulen geführt werden.
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Ich weiß nicht, warum man das so ins Lächerliche zieht, wenn man darüber diskutiert, ob man „Sonderschulen“ nicht in „Förderschulen“ umbenennen soll. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Ich meine, ein Name ist ein Signal, ein Name sagt etwas aus.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist die Durchlässigkeit und das ist das Individualisieren an unseren guten Schulen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Im österreichischen Schulsystem ist diese Chancengleichheit zu hundert Prozent gegeben. Wir haben in der Vergangenheit die Berufsreifeprüfung eingeführt – eine einmalige Möglichkeit für Lehrlinge, zu einer Matura zu kommen und eine Fachhochschule zu besuchen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Diese hundertprozentige Durchlässigkeit ist das große Markenzeichen des guten österreichischen Schulsystems.
Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich danke allen offensiven und zukunftsorientierten Abgeordneten, die mit uns diesen guten Kompromiss erarbeitet haben und die heute mit uns diesen guten Kompromiss beschließen. Ich lade Sie ein: Machen wir weiter auf diesem guten Weg! (Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Viele Lehrerkollegen klagen über die Kontaktarmut zwischen Elternhaus und Schule. Oft wird das Kind abgegeben. Der einzige Kontakt wird am Elternsprechtag nolens volens gepflogen. Aber Schule lebt davon, dass Eltern und Lehrer miteinander in Kontakt bleiben und auch über die Befindlichkeit im Elternhaus sprechen. Ich wünsche mir, dass die Lehrer ihre Freiräume im pädagogischen und erzieherischen Wirken noch mehr nützen als bisher. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Frau Bundesministerin! Gestern hat Dr. Van der Bellen hier die Schwarte der europäischen Verfassung gezeigt. Das ist die Schwarte des Schulunterrichtsgesetzes (der Redner zeigt sie), worin wir den inneren Schulbetrieb in Österreich regeln. Wir haben zugegebenermaßen die Detailverliebtheit überbordet. Vieles davon unterliegt jetzt nicht mehr der Zweidrittelmehrheit, und ich wundere mich, dass Kollege Brosz so locker über die Rechtsstaatlichkeit und die Aufbauprinzipien unserer Verfassung hinweggeht. Wollen Sie denn wirklich hier im Hohen Haus auch Lehrplaninhalte diskutieren? Das ist wohl Sache der Verordnung und einer langen Diskussion von ExpertInnen und SchulpraktikerInnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin genötigt, zu den Äußerungen des Kollegen Gusenbauer etwas zu sagen, weil es auch etwas mit politischer Bildung insgesamt zu tun hat. Ich bedanke mich natürlich für die Werbung dafür, dass der Herr Bundeskanzler am Vorabend des Nationalfeiertages auftreten wird. Ich glaube, dass es ein wichtiger und richtiger Anlass ist, den Spitzenrepräsentanten der Bundesregierung sich an die Bevölkerung wenden zu lassen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie werden ihm hoffentlich nicht verbieten wollen, dass er das nächste Mal in einer „Pressestunde“ auftritt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Er hat nicht einmal gewusst, wann der Nationalfeiertag ist, und jetzt redet er über politische Bildung!
Erinnern Sie sich an Ihre 1. Mai-Reden! Dem politischen Denken anderer aufgeschlossen sein – das wäre ein Beitrag von Erwachsenen und gerade von Politikern zur politischen Bildung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Er hat nicht einmal gewusst, wann der Nationalfeiertag ist, und jetzt redet er über politische Bildung!)
Abg. Scheibner: Das ist schon wieder sehr unpassend, Herr Kollege!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Wir leben schon in etwas eigenartigen Zeiten. Viele Menschen sehnen sich an und für sich nach Harmonie und Frieden. Aber welches Wort auf den Titelseiten fasziniert am meisten? – Es ist die Schlagzeile Krieg. Und daher musste es wohl auch Krieg geben zwischen Opposition und Regierung, es musste Krieg geben zwischen Gusenbauer und Gehrer (Abg. Scheibner: Das ist schon wieder sehr unpassend, Herr Kollege!), es musste eine Zeit lang Krieg geben zwischen Amon und Niederwieser. Wir, die politischen Akteure – und ich bitte Sie, horchen Sie mir bis zum Ende zu! – spielen einerseits bei diesem Spiel mit, sind aber andererseits die Getriebenen.
Abg. Dr. Brinek: Fast alle haben gewonnen!
Es geht dann oft nicht um den Erfolg in der Sache, sondern es geht nur mehr darum, wer gewonnen hat. Und wenn man die Frage so stellt, wer denn gewonnen hat, dann sagt jeder, wir haben gewonnen. (Abg. Dr. Brinek: Fast alle haben gewonnen!) Und „wir haben gewonnen“ stimmt insofern, als „wir“ all jene sind, die heute diesem Gesetz zustimmen, all jene haben in dieser Sache gewonnen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Es geht dann oft nicht um den Erfolg in der Sache, sondern es geht nur mehr darum, wer gewonnen hat. Und wenn man die Frage so stellt, wer denn gewonnen hat, dann sagt jeder, wir haben gewonnen. (Abg. Dr. Brinek: Fast alle haben gewonnen!) Und „wir haben gewonnen“ stimmt insofern, als „wir“ all jene sind, die heute diesem Gesetz zustimmen, all jene haben in dieser Sache gewonnen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Seit 1811 leben unsere Gerichte sehr gut mit dieser Bestimmung und wissen das zu interpretieren und stellen sich nicht so naiv an wie Sie bei Ihrem Beispiel. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Angemessen, frage ich, wofür? – Angemessen kann sich ja nur auf das Kind beziehen. Angemessen kann sich ja nur auf die Schüler beziehen, denn keinen anderen Zweck hat die österreichische Schule. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Und unser Schulsystem differenziert in vielfältiger Weise: Hauptschulen, Sonderschulen, Gymnasien, viele Formen von Gymnasien, innere Differenzierungen in Leistungsgruppen, x verschiedene Formen berufsbildender, mittlerer und höherer Schulen. Also wir haben eine Form der Differenzierung, die mehr als ausgeprägt ist. Und niemand hier in diesem Saal wird ernsthaft behaupten können, dass genau diese vielfältige Differenzierung das ist, was für alle Zeiten festgeschrieben werden muss oder was heute für alle Zeiten festgeschrieben würde. Immer braucht das die Veränderung. Und Sie werden bei den polytechnischen Schulreformen schon die nächste Veränderung brauchen. Und „angemessen“ wird der Gesetzgeber künftig mit einfacher Mehrheit zu definieren haben nach den Richtlinien, die in der Zielbestimmung drinnen stehen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Von den vielen Verfassungsrechtlern möchte ich Professor Raschauer zitieren. Er hat gemeint: „Verfassungsrechtlich bin ich unglücklich damit, politisch ist das glaube ich ein ganz vernünftiger Kompromiss“. – Und wir stehen zu diesem Kompromiss, und ich halte gar nichts davon, wenn wir diesen Kompromiss durch weitere Streitereien geringer machen, als er ist. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Im Unterricht muss auf jedes einzelne Kind eingegangen werden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Die Zukunftskommission hat sehr klar bezeichnet, wie das auszusehen hat.
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben uns, Frau Ministerin, die Zusammenarbeit bei den weiteren Formen angeboten. Wir nehmen dieses Ihr Angebot gerne an – aber nicht zur Mitfahrt in einem gemächlichen Bummelzug. Der Reformzug muss jetzt rasch Fahrt aufnehmen, das nächste Ziel ist PISA – nicht Pisa in der Toskana, sondern ein besseres Ergebnis bei der nächsten PISA-Prüfung 2006. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mir ist schon unerklärlich, warum in Zeiten der großen Koalition, also SPÖ und ÖVP die Möglichkeit gehabt hätten, und zwar vor fünf Jahren noch, die Zweidrittelmehrheit abzuschaffen, dies nicht angegangen wurde. Da war es Ihnen offensichtlich nicht wichtig genug, da gemeinsam einen Kompromiss zu finden, da auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, um diese so unnotwendige Zweidrittelmehrheit abzuschaffen. Das ist etwas, was wir heute hier bei dieser Diskussion auch laut sagen müssen: dass Sie es nämlich verabsäumt haben, rechtzeitig, schnell und rasch zu handeln, und zwar schon vor Jahren, als Sie die Möglichkeit dazu gehabt hätten. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Klubobmann Cap deutet mit einer Handbewegung an: Na jetzt machen wir es halt! Nur: Jetzt es ist spät! PISA hat es gezeigt: Es ist zu spät! – und das auf dem Rücken der Schülerinnen und der Schüler und auf dem Rücken der Eltern. Aber es ist gut, dass Sie nun in der Opposition sehen, dass Sie in der Regierungspolitik Fehler gemacht haben. Jetzt sehen Sie etwas klarer, dass es da einer Veränderung bei der Zweidrittelmehrheit bedarf, dass es da einer einfachen Gesetzgebung bedarf, um in der Schule die Blockadepolitik und den Stillstand, den Sie zu verantwortet haben, zu beenden. Ich finde es gut, dass Sie in der Opposition dieses Einsehen haben. Ich gratuliere Ihnen dazu. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Heinisch-Hosek: Die Kinder!
Wer hat jetzt bei diesem Kompromiss, der hier geschlossen wurde, gewonnen? (Abg. Heinisch-Hosek: Die Kinder!) Weder die ÖVP noch die SPÖ! (Abg. Heinisch-Hosek: Die Kinder!) – Die Kinder. Richtig! Die Schülerinnen und Schüler und die Eltern, denn sie sind diejenigen, die dieses Gesetz so notwendig und dringend brauchen, damit jetzt rasch und schnell Änderungen herbeigeführt werden können, die, wie gesagt, schon etwas früher hätten gemacht werden müssen. Aber es ist wichtig, dass endlich die Blockadepolitik beendet wurde und dass somit auch der Stillstand in der Bildungspolitik heute und jetzt ein Ende findet.
Abg. Heinisch-Hosek: Die Kinder!
Wer hat jetzt bei diesem Kompromiss, der hier geschlossen wurde, gewonnen? (Abg. Heinisch-Hosek: Die Kinder!) Weder die ÖVP noch die SPÖ! (Abg. Heinisch-Hosek: Die Kinder!) – Die Kinder. Richtig! Die Schülerinnen und Schüler und die Eltern, denn sie sind diejenigen, die dieses Gesetz so notwendig und dringend brauchen, damit jetzt rasch und schnell Änderungen herbeigeführt werden können, die, wie gesagt, schon etwas früher hätten gemacht werden müssen. Aber es ist wichtig, dass endlich die Blockadepolitik beendet wurde und dass somit auch der Stillstand in der Bildungspolitik heute und jetzt ein Ende findet.
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Da halte ich es auch nicht für schlecht, wenn man „Leibeserziehung“ in „Sport und Bewegung“ umbenennt. Sich darüber lustig zu machen, das halte ich nicht für richtig, sondern im Gegenteil: Ich halte ein Signal in diese Richtung für ganz notwendig, denn wir alle wissen, dass die Kinder in den Schulen viel zu viel sitzen! Daran etwas zu ändern war schon immer ein freiheitlicher Wunsch, den auch unser Sportstaatssekretär über sehr viele Jahre im Parlament immer wieder verfolgt hat, nämlich, dass es mehr sportliche Betätigung in den Schulen für die Schüler geben muss. Es ist notwendig, in diesem Bereich mehr zu tun. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kräuter: In Kärnten!
Ein wichtiges Anliegen – und zwar für uns alle! – muss die Entpolitisierung und die Vereinfachung der Schulverwaltung sein durch die Abschaffung der parteipolitischen Besetzungen im Landesschulrat und im Bezirksschulrat. (Abg. Dr. Kräuter: In Kärnten!)
Abg. Dr. Kräuter: In Kärnten ist es so! Sagen Sie das dem Dr. Haider!
Ich weiß schon, dass ich dafür von Ihnen keinen Applaus ernte – aber ich werde von vielen Lehrern dafür Applaus ernten, die teilweise heute noch, wenn Sie wirklich Lehrer sein wollen, gezwungen werden, Parteibücher zu nehmen, damit sie fixe Arbeitsplätze bekommen. Es ist heute immer noch so! (Abg. Dr. Kräuter: In Kärnten ist es so! Sagen Sie das dem Dr. Haider!) Ich sage das auch der Frau Minister Gehrer, und ich sage das auch dort, wo ich die Möglichkeit dazu habe, nämlich hier: dass es heute leider immer noch so ist! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich weiß schon, dass ich dafür von Ihnen keinen Applaus ernte – aber ich werde von vielen Lehrern dafür Applaus ernten, die teilweise heute noch, wenn Sie wirklich Lehrer sein wollen, gezwungen werden, Parteibücher zu nehmen, damit sie fixe Arbeitsplätze bekommen. Es ist heute immer noch so! (Abg. Dr. Kräuter: In Kärnten ist es so! Sagen Sie das dem Dr. Haider!) Ich sage das auch der Frau Minister Gehrer, und ich sage das auch dort, wo ich die Möglichkeit dazu habe, nämlich hier: dass es heute leider immer noch so ist! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kräuter: In Kärnten!
Schulverwaltungseinheiten für den Pflichtschulbereich. Diese Behördenstruktur muss vereinfacht werden (Abg. Dr. Kräuter: In Kärnten!), muss abgeschlankt werden und auch effizienter gestaltet werden. Das sind Dinge, die höchst notwendig sind – aber da hat Sie der Mut verlassen, denn das sind die Pfründe, die Sie noch haben, auf die Sie halt nicht verzichten wollen!
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir stimmen diesem Gesetz trotzdem zu, weil es ein erster, wichtiger und notwendiger Schritt ist, um Ihre Blockadepolitik der letzten Jahrzehnte zu beenden und dem Stillstand ein Ende zu setzen. Aber wir erhoffen und erwarten uns einen weiteren Schritt bei der Abschaffung der Zweidrittelmehrheit, und zwar bei der Schulorganisation, und wir erwarten uns aber auch schnell Gespräche, um all die Dinge, die jetzt aufgezählt worden sind, hier in diesem Hohen Haus mit einfacher Mehrheit beschließen zu können. Das wünsche ich mir! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Wittmann – in Richtung der sich zu ihrem Sitzplatz begebenden Abg. Dr. Bleckmann –: Für wen haben Sie gesprochen? – Gegenruf der Abg. Dr. Bleckmann.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächste zu Wort kommt Frau Abgeordnete Mandak. – Bitte. (Abg. Dr. Wittmann – in Richtung der sich zu ihrem Sitzplatz begebenden Abg. Dr. Bleckmann –: Für wen haben Sie gesprochen? – Gegenruf der Abg. Dr. Bleckmann.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann sowie Gegenruf der Abg. Dr. Bleckmann.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann sowie Gegenruf der Abg. Dr. Bleckmann.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Heinzl und Dr. Bleckmann.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer (das Glockenzeichen gebend): Meine Damen und Herren! Am Wort ist Frau Abgeordnete Mandak, und ich ersuche um die entsprechende Aufmerksamkeit! (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Heinzl und Dr. Bleckmann.)
Neuerliche Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Heinzl und Dr. Bleckmann.
Abgeordnete Sabine Mandak (fortsetzend): Offenbar scheint es jetzt zum Teil paradox zu sein, wenn die Grünen, die immer für eine Aufhebung der Zweidrittelmehrheit eingestanden sind, hier stehen ... (Neuerliche Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Heinzl und Dr. Bleckmann.)
Abg. Scheibner: Den Wittmann müssen Sie rügen! Das ist ja ungeheuerlich, was da geredet wird! Wir sind entsetzt!
Am Wort ist jetzt Frau Abgeordnete Mandak! (Abg. Scheibner: Den Wittmann müssen Sie rügen! Das ist ja ungeheuerlich, was da geredet wird! Wir sind entsetzt!)
Abg. Dr. Brinek: Überlegen Sie es sich noch einmal!
Abgeordnete Sabine Mandak (fortsetzend): Danke. – Das vorliegende Gesetz werden wir ablehnen – das hat mein Kollege Brosz schon angekündigt –, wobei das natürlich ein Stück weit paradox deswegen ist, weil gerade wir immer die Aufhebung der Zweidrittelmehrheit eingefordert haben. (Abg. Dr. Brinek: Überlegen Sie es sich noch einmal!) Wir sind aber nicht bereit – und das wollen wir noch einmal ganz klar sagen –, einem Gesetz zuzustimmen, das derartig viel Unklarheit schafft, derartig viel neue Verwirrung bringt und die politische Verantwortung an den Verfassungsgerichtshof abschiebt wie dieses Gesetz, das Sie hier vorgelegt haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Sabine Mandak (fortsetzend): Danke. – Das vorliegende Gesetz werden wir ablehnen – das hat mein Kollege Brosz schon angekündigt –, wobei das natürlich ein Stück weit paradox deswegen ist, weil gerade wir immer die Aufhebung der Zweidrittelmehrheit eingefordert haben. (Abg. Dr. Brinek: Überlegen Sie es sich noch einmal!) Wir sind aber nicht bereit – und das wollen wir noch einmal ganz klar sagen –, einem Gesetz zuzustimmen, das derartig viel Unklarheit schafft, derartig viel neue Verwirrung bringt und die politische Verantwortung an den Verfassungsgerichtshof abschiebt wie dieses Gesetz, das Sie hier vorgelegt haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.
Plötzlich hat es eine „Verbrüderung“ mit der Kirche gegeben, wo sich der Kardinal eingeschaltet hat. Es hat darin gegipfelt, dass der Kardinal zu Gesprächen gekommen ist. Ich wünsche mir nur eines: eine Amtskirche in Österreich, die immer dann bei Gipfeln dabei ist und sich aktiv einschaltet, wenn es um soziale Benachteiligung von Menschen in Österreich geht, wenn es um Menschenrechtsverletzungen geht! Das würde ich mir auch wünschen: dass diese Amtskirche dann genauso aktiv wird! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Rossmann.
Der Vergleich von Kollegem Brosz, den er vorhin gebracht hat, mit dem Kauf eines Autos, wo sich niemand entscheidet, wie dieses Auto eigentlich sein soll, und wo dann plötzlich völlig verschiedene Produkte im Spiel sind, zeigt, wie unterschiedlich da die Standpunkte sind. Es hat sich ja auch an den Reaktionen nach dem Unterrichtsausschuss gezeigt, dass Sie überhaupt nicht wissen, was Sie in diesem Gesetz verabschieden. Leider – wenn ich beispielsweise an die Kollegin Rossmann denke, die danach völlig aufgebracht war. (Zwischenruf der Abg. Rossmann.) Am nächsten Tag hat es dann geheißen: Alles ist ganz anders! Ihr könnt eh machen, was ihr tun wollt, allerdings weiterhin in Form eines Schulversuchs! – Das ist keine Verbesserung für diesen Staat, und das ist auch keine Verbesserung für das Schulsystem! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Der Vergleich von Kollegem Brosz, den er vorhin gebracht hat, mit dem Kauf eines Autos, wo sich niemand entscheidet, wie dieses Auto eigentlich sein soll, und wo dann plötzlich völlig verschiedene Produkte im Spiel sind, zeigt, wie unterschiedlich da die Standpunkte sind. Es hat sich ja auch an den Reaktionen nach dem Unterrichtsausschuss gezeigt, dass Sie überhaupt nicht wissen, was Sie in diesem Gesetz verabschieden. Leider – wenn ich beispielsweise an die Kollegin Rossmann denke, die danach völlig aufgebracht war. (Zwischenruf der Abg. Rossmann.) Am nächsten Tag hat es dann geheißen: Alles ist ganz anders! Ihr könnt eh machen, was ihr tun wollt, allerdings weiterhin in Form eines Schulversuchs! – Das ist keine Verbesserung für diesen Staat, und das ist auch keine Verbesserung für das Schulsystem! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass Se damit genau das Gegenteil von dem tun, was die Zukunftskommission empfiehlt und erarbeitet hat. Die spricht nämlich davon – ich zitiere –, „neue formale Strukturen für schlanke Lehrpläne zu erstellen“. Und diese sagt auch ganz klar, dass es nicht darum geht – und das haben Sie, Herr Kollege Neugebauer, vorhin kritisiert –, Details zu beschließen, sondern dass es darum geht, einen Rahmenplan festzusetzen – ich betone: einen Rahmenplan! –, und das wäre unsere Verantwortung als Politikerinnen und Politiker. Wir sind schon bereit, diese Verantwortung zu übernehmen, Sie allerdings drücken sich um diese Verantwortung. Leider! (Beifall bei den Grünen.)
Staatssekretär Mag. Schweitzer: Was ist das Problem?
Kollege Amon hat gesagt, dass der neue Antrag auch das Ziel beinhaltet, dass die Schülerinnen und Schüler zu leistungsorientierten, musischen und kreativen Menschen werden. – Was er jedoch nicht angeführt hat, ist ein Begriff, der mir persönlich sehr aufgestoßen ist. Sie beschließen nämlich heute ein Gesetz – das sage ich all jenen von Ihnen, die es vielleicht nicht genau durchgelesen haben, was vorkommen kann –, in welchem steht, dass die Schülerinnen und Schüler zur Pflichttreue erzogen werden sollen. Zur Pflichttreue! (Staatssekretär Mag. Schweitzer: Was ist das Problem?)
Abg. Dr. Brinek: Haben Sie sich je mit philosophischen und anthropologischen Fragen beschäftigt?
Ich habe diesen Begriff in die Suchmaschine Google eingegeben, und wissen Sie, was ich da an seitenlangen Antworten erhalten habe? – Da kommt man zu „Archiv der Monarchieliga“, zu „Timotheus“, nämlich zum Neuen Testament, zu „Lehrerkabarett“, zu „Militärische Laufbahnen meiner Vorfahren“, zu „NS-Nachrichten“ der NSDAP, zu „Kolpingwerk Stadtverband Münster“ und dem Zitat „Wer selbst pflichttreu ist, kann auch mit Erfolg andere zur Pflichttreue anhalten“. (Abg. Dr. Brinek: Haben Sie sich je mit philosophischen und anthropologischen Fragen beschäftigt?)
Beifall bei den Grünen.
Das ist eine „zukunftsorientierte“ Bildungspolitik: Pflichttreue? – Unserer Meinung nach nicht! Was Sie nämlich nicht drinnen haben, ist zum Beispiel die Kritikfähigkeit von Schülerinnen und Schülern. Das wäre zukunftsorientiert! Das wäre ein Signal gewesen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie haben in Ihrem Antrag nicht einen schlanken Rahmenlehrplan enthalten, der auch politisch diskutiert und verabschiedet wird. Sie haben darin nicht enthalten die Förderung von Schülerinnen und Schülern, die dringend notwendig ist, damit wir einen stärkeren Ausgleich im Schulsystem bekommen. Sie haben darin nicht enthalten die Unterstützung des Schulsystems durch Außenstehende, wie es etwa in Finnland mit großem Erfolg praktiziert wird, dass zum Beispiel in verstärktem Maß SozialarbeiterInnen, TherapeutInnen und so weiter an die Schulen kommen, die mithelfen, den Schulalltag zu gestalten, und die auch bei Problemen frühzeitig helfen können, ansetzen können, die helfen können, dass sie verhindert werden. All das haben Sie verabsäumt! Sie hätten in diesem Gesetz dazu die Möglichkeit gehabt. Schade darum. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Reheis
Ich habe mir von dieser Diskussion hier eigentlich erwartet, dass es bereits ganz klare Vorschläge von den einzelnen Fraktionen dazu gibt, wie wir diese neuen Möglichkeiten nützen wollen, muss aber leider gestehen, dass ich etwas enttäuscht darüber bin, dass insbesondere die profilierten Bildungspolitiker von der Sozialdemokratie es verabsäumt haben, ihre Redezeit hier dafür zu nützen, endlich einmal Vorschläge auf den Tisch zu bringen (Zwischenruf des Abg. Reheis), wie wir es jetzt besser machen wollen, wie wir die Qualität an unseren Schulen heben wollen. Ich bin der Kollegin Rossmann und der Kollegin Bleckmann dankbar, dass sie hier die Möglichkeit genutzt haben, einige Vorschläge zu machen. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich habe mir von dieser Diskussion hier eigentlich erwartet, dass es bereits ganz klare Vorschläge von den einzelnen Fraktionen dazu gibt, wie wir diese neuen Möglichkeiten nützen wollen, muss aber leider gestehen, dass ich etwas enttäuscht darüber bin, dass insbesondere die profilierten Bildungspolitiker von der Sozialdemokratie es verabsäumt haben, ihre Redezeit hier dafür zu nützen, endlich einmal Vorschläge auf den Tisch zu bringen (Zwischenruf des Abg. Reheis), wie wir es jetzt besser machen wollen, wie wir die Qualität an unseren Schulen heben wollen. Ich bin der Kollegin Rossmann und der Kollegin Bleckmann dankbar, dass sie hier die Möglichkeit genutzt haben, einige Vorschläge zu machen. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Faul: Das muss auch finanziert werden!
Schlussendlich muss die zukünftige Schule vermehrt darauf reagieren können, dass das Wesen der Dinge Verbundenheit und Vernetzung ist. Die Schule der Zukunft, so stelle ich sie mir vor, soll ein Bildungsunternehmen sein. Daher muss Qualität gehoben und muss Qualität gesichert werden. Ich erlaube mir einige Vorschläge dazu zu machen. (Abg. Faul: Das muss auch finanziert werden!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es wird aber auch wichtig sein, dass junge Menschen, die diesen sehr verantwortungsvollen Beruf ergreifen wollen, die Möglichkeit bekommen, gleich zu Beginn zu überprüfen, ob sie wirklich die Voraussetzungen und die Fähigkeiten mitbringen, um diesen Beruf ein Leben lang entsprechend gut auszuüben. Deshalb ist, glaube ich, eine Studieneingangsphase, in welcher junge Menschen die Rückmeldung darüber bekommen, ob sie geeignet sind oder nicht, eine wesentliche Voraussetzung, wenn wir hier einen weiteren Schritt in die richtige Richtung machen wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Gaßner: ... Privatisierung!
Wir müssen hier, glaube ich, einen völlig neuen Leistungsstandard andenken und durch eine völlig neue Form der Leistungsbeurteilung einen wesentlichen Schritt in die richtige Richtung machen. Da wird es auch notwendig sein, dass sich unsere Lehrerfortbildung in diese Richtung entwickelt. Ich glaube, dass die Rolle der PIs eine durchaus hinterfragenswerte ist, und wäre sehr froh darüber, wenn in Hinkunft die Lehrerfortbildung auch an den Pädagogischen Hochschulen stattfindet und von privaten Anbietern gemacht werden kann. (Abg. Mag. Gaßner: ... Privatisierung!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Frau Bundesminister! Mir ist es ganz wichtig, dass wir einen zentralen Punkt gemeinsam angehen. Schule und Sport, Schule und Bewegung, das ist mir ein sehr, sehr großes Anliegen. Bitte stellen wir außer Streit, dass wir alles daransetzen werden, die tägliche Bewegungseinheit anzubieten! Das ist ein Gebot der Stunde. Wenn wir uns die körperliche Entwicklung unserer Jugend anschauen, dann ist diese eine äußerst beklagenswerte! Bitte tun wir alles dafür, dass diese Bewegungseinheit realisiert wird! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir haben zu 24 bis 25 Prozent bereits Fettleibigkeit bei unseren Jugendlichen, wir haben zu 40 bis 50 Prozent Haltungsschäden bei unseren Jugendlichen. Die Gewöhnung ans tägliche Bewegen von Kindheit und Jugend an ist das, was uns weiterhelfen kann. Das goldene motorische Lernalter ist im Kindergarten und in der Schule zu finden, und da ist alles zu tun, um die Möglichkeit zu nutzen, dass wir vom Krankheitssystem zum Gesundheitssystem kommen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
11 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für das Krankheitssystem aufzuwenden, ist viel zu viel. Die tägliche Bewegungseinheit kann hier rasch Abhilfe schaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Staatssekretär Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Waren das genug Vorschläge? Wenn man sie nicht hören will, hört man sie nicht! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Sonnberger. – Bitte. (Staatssekretär Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Waren das genug Vorschläge? Wenn man sie nicht hören will, hört man sie nicht! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Heute ist ein sehr, sehr guter Tag für die österreichische Bildungspolitik! Paktierte Gesetzgebung und Unflexibilität durch Zweidrittelmehrheiten gehören endgültig der Vergangenheit an. 95 Prozent der Schulgesetze können künftig mit einfacher Mehrheit geändert und verbessert werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Lern- und Freizeitbetreuung in Form von Förderunterricht, von Sport und von kreativen Tätigkeiten sollen angeboten werden. Der Förderunterricht wird in Zukunft flexibel und den tatsächlichen Bedürfnissen der Kinder entsprechend durchgeführt. Stark Begabte gehören gefordert, Schwächere gefördert. Fordern und Fördern, das ist in Zukunft die Devise! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dieses Ergebnis ist auch ein sehr guter Beweis für die tolle Arbeit. Wenn ich mir die ehrenamtliche Tätigkeit unserer Pädagoginnen und Pädagogen in ganz Österreich anschaue, dann muss man dieser ehrenamtlichen Tätigkeit auch außerhalb der Schulzeit höchste Anerkennung zugestehen und dafür Respekt zollen. Ich glaube, sie haben sich die Diskussion, wie sie zum Teil geführt wird, nicht verdient. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Schulpolitik werden durch den heutigen Parlamentsbeschluss neue Chancen gegeben. Nutzen wir gemeinsam diese Chancen auf eine noch bessere Ausbildung unserer Kinder! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Überheben Sie sich nicht!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist heute tatsächlich ein außergewöhnlicher Tag, denn es kommt nicht alle Tage vor, dass eine Oppositionspartei den Regierungsparteien anbietet, ihre Sperrmöglichkeit in einer wichtigen Materie aufzugeben, und es ihr dann über Wochen hinweg auch gelingt, die Regierungsparteien dort hinzutragen, dass dieser Beschluss heute fallen kann. (Abg. Mag. Molterer: Überheben Sie sich nicht!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich halte es auch für sehr, sehr gut, dass in einer der umstrittensten Fragen ein Kompromiss gefunden werden konnte, der uns nicht zu einem Schulsystem verpflichtet, das in Schularten differenziert ist, sondern ein Schulsystem ermöglicht, das mit innerer oder mit äußerer Differenzierung konstruiert ist, und damit, sehr geehrte Damen und Herren, auch die gemeinsame Schule nach dem finnischen Modell möglich macht, die Schule, die letztlich die finnischen Kinder zu Weltmeistern gemacht hat! Das ist, glaube ich, ein großes Vorbild. (Beifall bei der SPÖ.)
Die Rednerin überreicht Staatssekretär Mag. Schweitzer eine Broschüre. – Staatssekretär Mag. Schweitzer: Danke!
Aber wir sollten heute tatsächlich über die nächsten Schritte nachdenken, nämlich darüber, was wir gemeinsam mit dieser neuen Bewegungsfreiheit machen. Und da, Herr Staatssekretär Schweitzer, haben die Bildungsexperten und -expertinnen der SPÖ viel nachgedacht und bereits sehr, sehr viele Vorschläge ausgearbeitet, die ich Ihnen gerne überreiche. (Die Rednerin überreicht Staatssekretär Mag. Schweitzer eine Broschüre. – Staatssekretär Mag. Schweitzer: Danke!)
Abg. Mag. Molterer: Das hat sie nicht gesagt!
Es ist wirklich nicht fair, Frau Bundesministerin, wenn Sie beim Thema Ganztagsschule – das wäre ein wichtiges Instrument, um die Kinder besser zu fördern – darauf verweisen, dass sich die Eltern zu wenig um die Kinder kümmern. (Abg. Mag. Molterer: Das hat sie nicht gesagt!) Ganz im Gegenteil: Die Eltern verzichten auf sehr viel Freizeit und kümmern sich sehr um ihre Kinder, weil ihnen die Kinder in der Regel das Wichtigste im Leben sind.
Beifall bei der SPÖ.
Ein weiteres wichtiges Ziel wäre es, die Sorgen der Eltern insofern zu lindern, als die Nachhilfekosten gesenkt werden. Es wird viel zu viel Geld für Nachhilfe hinausgeworfen: 100 Millionen €! Wir sollten uns das Ziel setzen, diesen Aufwand in absehbarer Zeit deutlich zu senken, tatsächlich mehr in der Schule zu erledigen und den Kindern das Sitzenbleiben zu ersparen. Da werden sinnlose Ehrenrunden gedreht, es wird viel Geld und viel Zeit verschwendet. Das sollten wir den Kindern ersparen. Jeder Euro, sehr geehrte Damen und Herren, den wir investieren, um die Kinder möglichst bald dort abzuholen, wo sie stehen und unsere Unterstützung brauchen, jeder solche Euro ist gut investiertes Geld, hilft den Kindern später, Lebenschancen zu bewahren, und hilft den Eltern dabei, ihre Sorgen anzugehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Frau Bundesministerin, Sie haben vor wenigen Tagen Ihr Zehnjahresjubiläum als Ministerin gefeiert. Persönlich möchte ich Ihnen auch dazu gratulieren, weil ich denke, dass zehn Jahre in einem derart exponierten Amt keine leichte Zeit sind. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Aber ich bin sicher, dass Sie sich in einer ruhigen Minute auch überlegt haben: Nach zehn Jahren, was bleibt denn da von meiner Arbeit übrig? (Abg. Mag. Molterer: Sehr, sehr viel!) – Ich muss Ihnen sagen, Frau Bundesministerin, Sie haben vor Jahren einen Wendepunkt in der Bildungspolitik eingeleitet, und es ist leider vieles schlechter geworden. Wir waren schon viel weiter – Stichwort Förderunterricht zum Beispiel. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Mag. Molterer: Da läutet die Frau Präsidentin zu Recht!)
Abg. Mag. Molterer: Sehr, sehr viel!
Frau Bundesministerin, Sie haben vor wenigen Tagen Ihr Zehnjahresjubiläum als Ministerin gefeiert. Persönlich möchte ich Ihnen auch dazu gratulieren, weil ich denke, dass zehn Jahre in einem derart exponierten Amt keine leichte Zeit sind. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Aber ich bin sicher, dass Sie sich in einer ruhigen Minute auch überlegt haben: Nach zehn Jahren, was bleibt denn da von meiner Arbeit übrig? (Abg. Mag. Molterer: Sehr, sehr viel!) – Ich muss Ihnen sagen, Frau Bundesministerin, Sie haben vor Jahren einen Wendepunkt in der Bildungspolitik eingeleitet, und es ist leider vieles schlechter geworden. Wir waren schon viel weiter – Stichwort Förderunterricht zum Beispiel. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Mag. Molterer: Da läutet die Frau Präsidentin zu Recht!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Mag. Molterer: Da läutet die Frau Präsidentin zu Recht!
Frau Bundesministerin, Sie haben vor wenigen Tagen Ihr Zehnjahresjubiläum als Ministerin gefeiert. Persönlich möchte ich Ihnen auch dazu gratulieren, weil ich denke, dass zehn Jahre in einem derart exponierten Amt keine leichte Zeit sind. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Aber ich bin sicher, dass Sie sich in einer ruhigen Minute auch überlegt haben: Nach zehn Jahren, was bleibt denn da von meiner Arbeit übrig? (Abg. Mag. Molterer: Sehr, sehr viel!) – Ich muss Ihnen sagen, Frau Bundesministerin, Sie haben vor Jahren einen Wendepunkt in der Bildungspolitik eingeleitet, und es ist leider vieles schlechter geworden. Wir waren schon viel weiter – Stichwort Förderunterricht zum Beispiel. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Mag. Molterer: Da läutet die Frau Präsidentin zu Recht!)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesministerin, diese Verantwortung bleibt Ihnen! Ich kann zum heutigen Tag nur das Angebot machen: Leiten wir gemeinsam ein Reformzeitalter ein, nehmen Sie unser Angebot an! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Ein bissel Bewegung, dann geht was weiter!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Scheibner zu Wort. – Bitte, Herr Klubobmann. (Abg. Dr. Cap: Ein bissel Bewegung, dann geht was weiter!)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Es ist herrlich, das muss man sagen! Die Kollegen werden es nicht gehört haben – gerade der Kollege Cap sagt: Bewegt euch endlich, dann geht was weiter, und wir kommen zu Reformen. Wunderbar! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kollege Cap, ich möchte ja nicht sagen, dass du 30 Jahre gebraucht hast – nämlich 30 Jahre SPÖ-Regierung –, um zu dem Gedanken zu kommen, dass auch in der Bildungspolitik mit der Aufhebung der Zweidrittelmehrheit endlich etwas in Gang kommen muss. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Folgendes kann ich aber schon sagen: Du, Kollege Cap, hast fünf Jahre lang gebraucht, um endlich einzugestehen, dass mit dieser Regierung jetzt endlich die Blockade und der Stillstand in der Bildungspolitik der Vergangenheit angehören. Das sollte man durchaus auch hier anerkennend bemerken. Wenigstens nach fünf Jahren haben das auch die SPÖ und der Klubobmann eingesehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall der Abg. Rossmann.
Es ist dies richtig, und es ist jetzt zumindest einmal ein Ansatz vorhanden. Hier ist über einen großen Wurf et cetera diskutiert worden; na ja, ich und wir hätten uns gewünscht, dass wir wirklich ganz klar und deutlich gesagt hätten: Die Zweidrittelmehrheit hat im Schulbereich nichts mehr verloren, sie ist antiquiert, wir wollen sie nicht mehr. (Demonstrativer Beifall der Abg. Rossmann.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Keine Frage, wir wollen einige Prinzipien, etwa das Recht auf Bildung, selbstverständlich im Verfassungstext, in der österreichischen Bundesverfassung verankert haben, ja! Aber alles andere – auch die Schulorganisation, meine Damen und Herren – hat im Verfassungsrang nichts zu suchen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
in Richtung des gestikulierenden Abg. Broukal:
Wir werden diesen ersten Schritt selbstverständlich auch als solchen sehen, und wir werden nicht müde werden, darauf hinzuwirken, dass diesem ersten Schritt weitere wichtige Reformschritte folgen werden und folgen müssen. Denn es ist notwendig, meine Damen und Herren, dass wir das Schulsystem auf die Zukunft ausrichten. Nicht für sich selbst ist dieses System da, auch nicht für die Lehrer, die sind ein wichtiger Bestandteil – (in Richtung des gestikulierenden Abg. Broukal:) reden Sie nachher, Herr Kollege, ich habe heute ausnahmsweise nur fünf Minuten Zeit, um meine Ideen vorzubringen –, sondern es geht darum, auch das Bildungssystem so modern zu schaffen, so flexibel zu schaffen, darin so viele Wahlmöglichkeiten zu schaffen, dass unsere Jugend die notwendige Ausbildung für die Zukunft erhält.
Abg. Mag. Gaßner: Was unterscheidet denn in diesem Bereich eine Großstadt vom ländlichen Raum?
Dafür bietet, wie ich meine, diese Vorlage jetzt durchaus eine taugliche Regelung. Im großstädtischen Bereich, meine Damen und Herren, und gerade auch in Wien, kann ich mir keine Form der Gesamtschule oder der gemeinsamen Schule als einzig mögliche Schulform vorstellen. Das wäre sicherlich gerade vor dem Hintergrund, vor dem wir hier stehen, nicht adäquat und vor allem auch nicht leistungsfördernd. (Abg. Mag. Gaßner: Was unterscheidet denn in diesem Bereich eine Großstadt vom ländlichen Raum?)
Abg. Dr. Niederwieser: Das hättet ihr auch nicht zusammengebracht!
Was mir nicht gefällt an diesem Kompromiss: Der Herr Kardinal ist ehrenwert und alles ist in Ordnung. Dass es aber eine Achse zwischen Sozialdemokratie und katholischer Kirche geben muss, um eine Regierungsvorlage zu verhandeln, das verstehe auch ich nicht. (Abg. Dr. Niederwieser: Das hättet ihr auch nicht zusammengebracht!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Mir hätte es besser gefallen, wenn wir den Grundsatz, den wir im Verfassungskonvent erreicht haben, nämlich keine Verfassungsbestimmungen in einfachgesetzlichen Materien vorzusehen, auch hier umgesetzt hätten. Leider gab es jedoch im Verfassungskonvent keinen Konsens, und deshalb ist das jetzt einmal eine Krücke bis dorthin. Ich hoffe, wir schaffen es noch einmal zu sagen: Verfassung ist die österreichische Bundesverfassung, die eine Zweidrittelmehrheit erfordert. Alles andere – auch der Schulbereich – wird einfachgesetzlich geregelt. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Jedenfalls ist wichtig: Die Schule darf kein Spielball sein, weder für irgendeine politische Partei noch für eine Religionsgemeinschaft, sondern sie soll die Bildungsstätte für die Zukunft unserer Jugend sein. Hier werden wir noch viel zu tun haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Was passiert heute? – Es wird die Zweidrittelmehrheit, eine Reformblockade für den Schulbereich, abgeschafft und gleichzeitig auch wieder eingeführt. Ich denke, es gibt kein einziges vernünftiges Argument dafür, im Schulbereich eine so genannte Reformblockade aufrechtzuerhalten. Was unterscheidet den Schulbereich vom Bereich der Universitäten, vom Familienrecht, vom Adoptionsrecht oder von solch sensiblen Bereichen wie dem Strafrecht? Nichts unterscheidet das Schulorganisationsrecht von diesen Fragen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir haben jetzt 18 Monate lang im so genannten Österreich-Konvent über solche Verfassungsfragen diskutiert, und es ist nichts herausgekommen dabei. Es war nicht möglich, in diesem Haus eine Mehrheit für Reformen zu finden, eine neue Verfassung, in der solche Fragen nicht mehr Blockademehrheiten unterliegen, zu erarbeiten. Für die Schulpolitik gibt es jetzt zwar eine kleine Abschaffung, aber gleichzeitig auch wieder eine Einführung. Das ist der völlig falsche Weg, und ich finde es erschreckend, dass die Politik, SPÖ und ÖVP – das BZÖ erwähne ich nicht, weil die nicht einmal bei den Verhandlungen dabei waren, die sind dann zum Schluss irgendwie informiert worden – in einer so wichtigen Frage nicht fähig sind, eine politische Entscheidung zu treffen, sondern diese Entscheidung an den Verfassungsgerichtshof delegieren, sodass es Jahre dauern wird, bis wieder klare Richtlinien für die Schule, für die Schulpolitik vorliegen werden. Ich finde das verantwortungslos! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die Verfassungsrechtler haben das Ergebnis zerfetzt. Sie wissen das. Es ist so formuliert, dass man alles hineininterpretieren kann, dass es absolut unklar bleibt. Professor Funk sagt: völlig offen. Professor Raschauer sagt: Der Verfassungsgerichtshof muss jetzt Klarheit schaffen. Professor Funk spricht von einem erbarmungswürdigen Rest, der in einer Verfassung nichts zu suchen hat. Heinz Mayer sagt: Das sagt überhaupt nichts aus. Das ist so unbestimmt, dass man beinahe jede Meinung vertreten kann. Zu einer solchen Vorgangsweise bleibt nur zu sagen, dass man der österreichischen Bevölkerung etwas anderes schuldig wäre. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Zur Schulpolitik noch zwei, drei Anmerkungen: Der Sportstaatssekretär hat sich heute hingestellt und davon gesprochen, wie wichtig sportliche Erziehung ist und dass das vor allem für Kinder, die bereits im jugendlichen Alter unter Bewegungsmangel leiden, extrem wichtig ist. Ich frage mich, wie das alles mit der Schulpolitik der letzten fünf Jahre und mit den letzten Budgets zusammenpasst. Das hervorstechendste Merkmal Ihrer Schulpolitik war kürzen, kürzen in allen Bereichen und ohne Rücksicht. Und gerade Bereiche, die gesellschaftlich so wichtig sind wie der musische Bereich, die Leibesübungen und alles, was im freien Bereich geschieht, sind radikal gekürzt worden. Das ist ein echter Raub an der Zukunft der jungen Menschen und Kinder! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es liegt in Ihrer Verantwortung, den Kindern und den Jugendlichen die Zukunft zu rauben. Mit dieser de facto Placebo-Verfassungsreform wird das Problem nicht gelöst, sondern einfach nur weiter vertagt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Kuntzl: Das ist eine Frage der Interpretation!
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich bedanke mich für die zumeist sehr sachlichen Beiträge zu dieser wichtigen und zukunftsweisenden Diskussion. Eine Aussage muss ich allerdings zurückweisen: Frau Abgeordnete Kuntzl hat behauptet, dass ich gesagt hätte, die Eltern kümmerten sich nicht um ihre Kinder. Das habe ich nicht gesagt. Das ist falsch. (Abg. Mag. Kuntzl: Das ist eine Frage der Interpretation!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich weiß, dass die Eltern sich sehr stark um ihre Kinder kümmern. Ich habe gesagt, dass Schule und Elternhaus gemeinsam für die Erziehung, die Ausbildung der Jugend verantwortlich sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Das glaube ich, weil er nämlich richtig war!
Etwas traurig macht mich der Beitrag der Abgeordneten Glawischnig. (Abg. Dr. Glawischnig: Das glaube ich, weil er nämlich richtig war!) Ich halte diese Ausführungen für in großem Maße unrealistisch, Sie verursachen damit eine Verunsicherung. Wenn Sie das Verfassungsgesetz wirklich genau lesen: Da steht genau drinnen, dass der Gesetzgeber ein differenziertes Schulsystem vorzusehen hat. Seit den OECD-Studien, den internationalen Beurteilungen und seit Ihrer großen Liebe für Finnland weiß jeder in Österreich, was das differenzierte Schulsystem ist, und das differenzierte Schulsystem wird ganz genau beschrieben. (Abg. Dr. Glawischnig: Meine große Liebe ist nicht Finnland! Es geht um eine Verbesserung unseres Schulsystems!)
Abg. Dr. Glawischnig: Meine große Liebe ist nicht Finnland! Es geht um eine Verbesserung unseres Schulsystems!
Etwas traurig macht mich der Beitrag der Abgeordneten Glawischnig. (Abg. Dr. Glawischnig: Das glaube ich, weil er nämlich richtig war!) Ich halte diese Ausführungen für in großem Maße unrealistisch, Sie verursachen damit eine Verunsicherung. Wenn Sie das Verfassungsgesetz wirklich genau lesen: Da steht genau drinnen, dass der Gesetzgeber ein differenziertes Schulsystem vorzusehen hat. Seit den OECD-Studien, den internationalen Beurteilungen und seit Ihrer großen Liebe für Finnland weiß jeder in Österreich, was das differenzierte Schulsystem ist, und das differenzierte Schulsystem wird ganz genau beschrieben. (Abg. Dr. Glawischnig: Meine große Liebe ist nicht Finnland! Es geht um eine Verbesserung unseres Schulsystems!)
Abg. Sburny: Damit ist ohnehin alles abgesichert! Gott sei Dank!
Es steht weiters drinnen, dass nach Bildungsinhalten zumindest in allgemein bildende und berufsbildende Schulen zu differenzieren ist, also zumindest! Wir haben die guten allgemein bildenden Schulen, die Handelsakademien, die HTLs, den ganzen Bereich der Tourismusschulen und die guten Gymnasien damit abgesichert. (Abg. Sburny: Damit ist ohnehin alles abgesichert! Gott sei Dank!) Das sind nämlich die allgemein bildenden Schulen.
Abg. Mandak: Das ist Ihre Sicht der Dinge!
Dann werden wir auch über die Schulorganisation Gespräche führen. Es gibt ja schon zahlreiche Versuche in der Autonomie. Es gibt die kooperative Mittelschule in Wien. Tun Sie also nicht so, als ob es da nichts gäbe! Die guten Gymnasien, die guten Hauptschulen und unsere guten berufsbildenden Schulen brauchen eine gewisse Sicherheit. Wir schaffen jetzt die Sicherheit, und wir eröffnen die Chance, in allen Schulgliederungen Weiterentwicklungen herbeizuführen. Und das ist gut so. (Abg. Mandak: Das ist Ihre Sicht der Dinge!) Das ist gut für unsere Schulen, das ist gut für die Kinder, das ist gut für die Lehrerinnen und Lehrer. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Dann werden wir auch über die Schulorganisation Gespräche führen. Es gibt ja schon zahlreiche Versuche in der Autonomie. Es gibt die kooperative Mittelschule in Wien. Tun Sie also nicht so, als ob es da nichts gäbe! Die guten Gymnasien, die guten Hauptschulen und unsere guten berufsbildenden Schulen brauchen eine gewisse Sicherheit. Wir schaffen jetzt die Sicherheit, und wir eröffnen die Chance, in allen Schulgliederungen Weiterentwicklungen herbeizuführen. Und das ist gut so. (Abg. Mandak: Das ist Ihre Sicht der Dinge!) Das ist gut für unsere Schulen, das ist gut für die Kinder, das ist gut für die Lehrerinnen und Lehrer. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie des Abg. Broukal.
Das sind ganz große Bereiche, die alle die Qualität an unseren Schulen noch weiter verbessern werden. Ich fordere Sie auf, ich bitte Sie und ich freue mich darauf, wenn wir gemeinsam diese Fortschritte in der Qualität des Schulbereiches umsetzen können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie des Abg. Broukal.)
Abg. Mandak: Es geht nicht um Pflicht, sondern um „Pflichttreue“!
Abgeordneter Mag. Dr. Alfred Brader (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Minister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Mandak, es ist nicht schlecht, wenn im Zielparagraphen von Pflicht die Rede ist. (Abg. Mandak: Es geht nicht um Pflicht, sondern um „Pflichttreue“!) Es ist schon an der Zeit, einmal auch von den Pflichten zu reden und nicht immer nur von den Rechten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mandak: Es geht nicht um Pflicht, sondern um „Pflichttreue“, und das ist ganz etwas anderes!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mandak: Es geht nicht um Pflicht, sondern um „Pflichttreue“, und das ist ganz etwas anderes!
Abgeordneter Mag. Dr. Alfred Brader (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Minister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Mandak, es ist nicht schlecht, wenn im Zielparagraphen von Pflicht die Rede ist. (Abg. Mandak: Es geht nicht um Pflicht, sondern um „Pflichttreue“!) Es ist schon an der Zeit, einmal auch von den Pflichten zu reden und nicht immer nur von den Rechten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mandak: Es geht nicht um Pflicht, sondern um „Pflichttreue“, und das ist ganz etwas anderes!)
Abg. Gaál: In Wien ist es besser!
Ein optimales Modell auf diesem Gebiet hat sich in Niederösterreich unter der Federführung der früheren Soziallandesrätin und späteren Landeshauptmann-Stellvertreterin Liese Prokop etabliert. In Niederösterreich – und das werden auch meine Kollegen aus unserem Bundesland bestätigen – kann jedem Kind mit besonderen Bedürfnissen ein entsprechendes Förderangebot gemacht werden, damit sichergestellt ist, dass der Bildungsprozess nicht schon von Anfang an gefährdet ist. (Abg. Gaál: In Wien ist es besser!)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Ich freue mich auf den Dialog über die vielen spannenden Fragen, Fragen der Integration und der Weiterentwicklung der Schulaufsicht. Ich freue mich auf eine Diskussion auf einem Niveau, das uns zusteht, und nicht auf einem sehr tiefen Niveau. Ganz besonders aber, meine geschätzten Damen und Herren, freue ich mich auf die Rede des Bundeskanzlers am 14. dieses Monats. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist auch keine Belangsendung, sondern eine Rede! – Abg. Neudeck: Bei Ihnen war jede Moderation eine SPÖ-Werbung!
aber ein Rest von Pflichttreue meinem früheren Arbeitgeber gegenüber lässt mich hier lieber schweigen. Nur so viel: Ich war 27 Jahre lang Moderator, aber ich hatte nie eine Belangsendung des Bundeskanzlers anzusagen. Das weiß ich noch. – So. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist auch keine Belangsendung, sondern eine Rede! – Abg. Neudeck: Bei Ihnen war jede Moderation eine SPÖ-Werbung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Und was davon halten Sie dann auch morgen?
Sie haben in den letzten Jahren 4 500 Lehrerinnen und Lehrer in Frühpension gehen lassen: in der irrigen Annahme, sie würden in der Schule nicht mehr gebraucht. Sie haben 10 Prozent der Schulstunden gekürzt in der irrigen Annahme, Österreich brauche diese Schulstunden nicht für seine Kinder. Ich sage, wir von der SPÖ versprechen hier und heute: Wir werden dafür sorgen, dass die Schule wieder das Geld hat, das sie braucht, um bessere Arbeit leisten zu können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Und was davon halten Sie dann auch morgen?)
Abg. Rädler: Wer zahlt das?
Zweitens: Wir werden allen Familien, die es brauchen, einen Ganztagsplatz an der Schule geben. Frau Bundesministerin Gehrer hat ja angekündigt, dass mindestens 15 Kinder Ganztagsbetreuung brauchen müssen, damit es Ganztagsbetreuung an einer Schule gibt. Wir sagen, was kann eine Mutter, was kann eine Familie dafür, dass sich an derselben Schule nicht noch 14 andere Familien finden, die Ganztagsbetreuung brauchen. Wir wollen, dass die Ganztagsbetreuung ein Elternrecht ist, unabhängig davon, wie viele Eltern mit Kindern an einer Schule das brauchen. (Abg. Rädler: Wer zahlt das?) Wer zahlt das? Sie und ich mit unseren Steuergeldern im Interesse der Bildung unserer Kinder. Und die sollte uns alles Geld der Welt wert sein. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Zweitens: Wir werden allen Familien, die es brauchen, einen Ganztagsplatz an der Schule geben. Frau Bundesministerin Gehrer hat ja angekündigt, dass mindestens 15 Kinder Ganztagsbetreuung brauchen müssen, damit es Ganztagsbetreuung an einer Schule gibt. Wir sagen, was kann eine Mutter, was kann eine Familie dafür, dass sich an derselben Schule nicht noch 14 andere Familien finden, die Ganztagsbetreuung brauchen. Wir wollen, dass die Ganztagsbetreuung ein Elternrecht ist, unabhängig davon, wie viele Eltern mit Kindern an einer Schule das brauchen. (Abg. Rädler: Wer zahlt das?) Wer zahlt das? Sie und ich mit unseren Steuergeldern im Interesse der Bildung unserer Kinder. Und die sollte uns alles Geld der Welt wert sein. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Wer sagt das? Wer sagt das?
Da wir gerade beim Geld sind: Sie von der ÖVP sind ja zum Beispiel der Ansicht, dass die Betreuung am Nachmittag für die Lehrer nur den halben Stundenlohn rechtfertigt. Dahinter steht die Meinung, es ginge ja bloß ums Aufpassen, ums Ruhigstellen. (Abg. Dr. Brinek: Wer sagt das? Wer sagt das?) Auch hier wollen wir mehr. Wir wollen, dass die Lehrer und Lehrerinnen auch am Nachmittag voll da sind für die Schüler und Schülerinnen, ihnen helfen, den Lehrstoff durchzugehen, ihnen Angebote für Sport und Kultur machen. (Abg. Neugebauer: Das wird einvernehmlich geregelt!) Das wird vielleicht ein wenig mehr Geld kosten, als Sie bereit sind auszugeben, aber ich glaube, jeder Euro in diesem Bereich wird doppelte und dreifache Zinsen tragen in der Zukunft unseres Staates. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neugebauer: Das wird einvernehmlich geregelt!
Da wir gerade beim Geld sind: Sie von der ÖVP sind ja zum Beispiel der Ansicht, dass die Betreuung am Nachmittag für die Lehrer nur den halben Stundenlohn rechtfertigt. Dahinter steht die Meinung, es ginge ja bloß ums Aufpassen, ums Ruhigstellen. (Abg. Dr. Brinek: Wer sagt das? Wer sagt das?) Auch hier wollen wir mehr. Wir wollen, dass die Lehrer und Lehrerinnen auch am Nachmittag voll da sind für die Schüler und Schülerinnen, ihnen helfen, den Lehrstoff durchzugehen, ihnen Angebote für Sport und Kultur machen. (Abg. Neugebauer: Das wird einvernehmlich geregelt!) Das wird vielleicht ein wenig mehr Geld kosten, als Sie bereit sind auszugeben, aber ich glaube, jeder Euro in diesem Bereich wird doppelte und dreifache Zinsen tragen in der Zukunft unseres Staates. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da wir gerade beim Geld sind: Sie von der ÖVP sind ja zum Beispiel der Ansicht, dass die Betreuung am Nachmittag für die Lehrer nur den halben Stundenlohn rechtfertigt. Dahinter steht die Meinung, es ginge ja bloß ums Aufpassen, ums Ruhigstellen. (Abg. Dr. Brinek: Wer sagt das? Wer sagt das?) Auch hier wollen wir mehr. Wir wollen, dass die Lehrer und Lehrerinnen auch am Nachmittag voll da sind für die Schüler und Schülerinnen, ihnen helfen, den Lehrstoff durchzugehen, ihnen Angebote für Sport und Kultur machen. (Abg. Neugebauer: Das wird einvernehmlich geregelt!) Das wird vielleicht ein wenig mehr Geld kosten, als Sie bereit sind auszugeben, aber ich glaube, jeder Euro in diesem Bereich wird doppelte und dreifache Zinsen tragen in der Zukunft unseres Staates. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Das stimmt nicht!
Ein drittes konkretes Angebot für die Nationalratswahl in Sachen Schulpolitik: Wir werden den Gemeinden helfen, die Schulen für den Nachmittag einzurichten. Sie haben ja hier das Prinzip, dass Sie jetzt den Schulen mit jahrzehntelanger Verspätung erlauben, am Nachmittag generell aufzusperren, geben aber den Volks- und Hauptschulen dafür keinen einzigen Cent an Geld. Keinen einzigen Cent an Geld! (Abg. Dr. Brinek: Das stimmt nicht!) Sie werden mir den Budgetansatz dann zeigen, und ich werde zerknirscht in mich gehen, Frau Kollegin Brinek. (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Ein drittes konkretes Angebot für die Nationalratswahl in Sachen Schulpolitik: Wir werden den Gemeinden helfen, die Schulen für den Nachmittag einzurichten. Sie haben ja hier das Prinzip, dass Sie jetzt den Schulen mit jahrzehntelanger Verspätung erlauben, am Nachmittag generell aufzusperren, geben aber den Volks- und Hauptschulen dafür keinen einzigen Cent an Geld. Keinen einzigen Cent an Geld! (Abg. Dr. Brinek: Das stimmt nicht!) Sie werden mir den Budgetansatz dann zeigen, und ich werde zerknirscht in mich gehen, Frau Kollegin Brinek. (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Reiche Gemeinden werden sich also den Ausbau zur Ganztagsschule leisten können, Gemeinden, die nur das wenige Geld haben, das Sie im Finanzausgleich überweisen, werden es sich nicht leisten können. Diesen Gemeinden wollen wir aber helfen, wollen ihnen billiges Geld geben. Und wir versprechen: Die Ganztagsschule wird es in ganz Österreich geben und nicht nur in reichen Gemeinden dieses Landes. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Träumer!
Sie werden das alles dann von den Oppositionsbänken aus mitverfolgen können. Das wird für Sie kein Problem sein. (Abg. Rädler: Träumer!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte zum Abschluss den beiden Verhandlern gratulieren. Ich weiß aus eigener Anschauung, welche Schwierigkeiten Erwin Niederwieser zu überwinden hatte, und ich kann nur ahnen, welche Schwierigkeiten Sie, Herr Amon, hatten, um hinter den Kulissen bei der ÖVP das Ihre zu tun. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Bei uns haben Sie das Mikrophon sofort abgedreht! – Abg. Neudeck: Jeder SPÖ-Redner redet eine halbe Minute länger!
Ich aber bin stolz darauf, als einer von 183 Abgeordneten heute dieses historische Gesetz mitbeschließen zu können. (Abg. Scheibner – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Bei uns haben Sie das Mikrophon sofort abgedreht! – Abg. Neudeck: Jeder SPÖ-Redner redet eine halbe Minute länger!) – Ihre Aufregung in Ehren: Ich bin schon fertig! – Danke fürs Zuhören. Auf Wiedersehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich aber bin stolz darauf, als einer von 183 Abgeordneten heute dieses historische Gesetz mitbeschließen zu können. (Abg. Scheibner – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Bei uns haben Sie das Mikrophon sofort abgedreht! – Abg. Neudeck: Jeder SPÖ-Redner redet eine halbe Minute länger!) – Ihre Aufregung in Ehren: Ich bin schon fertig! – Danke fürs Zuhören. Auf Wiedersehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Frau Präsidentin! Schauen Sie sich die Zeitaufzeichnungen an! Jeder SPÖ-Redner redet um eine halbe Minute länger! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Scheuch zu Wort. – Bitte. (Abg. Neudeck: Frau Präsidentin! Schauen Sie sich die Zeitaufzeichnungen an! Jeder SPÖ-Redner redet um eine halbe Minute länger! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Frau Ministerin! Meine geschätzten Damen und Herren! Wenn sich die Aufregung gelegt haben wird, dass die Frau Präsidentin bei den SPÖ-Rednern ein bisschen mehr Nachsicht mit der Redezeit hat – das ist eben so, das müssen wir zur Kenntnis nehmen, wir werden etwas früher abgebrochen –, werde ich versuchen, dementsprechend schnell fertig zu sein, damit mir das nicht passiert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Eine gute Methode!
Es war faszinierend mitzuerleben und natürlich auch ziemlich beeindruckend zu sehen – Frau Kollegin Bleckmann hat das angesprochen –, dass es eine Oppositionsphase der SPÖ gebraucht hat, damit man diese Blockade aufgibt, dass es eine rund fünf Jahre dauernde Oppositionsphase der Kollegen Cap, Gusenbauer, Genossen und Genossinnen gebraucht hat, damit man bereit war, diese Blockadepolitik in der Bildung aufzugeben, Zweidrittelmehrheiten aufzugeben. (Abg. Mag. Molterer: Eine gute Methode!)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Man kann in Wirklichkeit nur eines fordern: Man kann die Kollegen vom Bündnis, man kann auch die Kollegen von der ÖVP nur auffordern, möglichst lange dafür zu sorgen, dass Sie in der Opposition sitzen bleiben, denn wir haben noch viele wichtige Materien aufzulösen, wir haben noch in vielen wichtigen Bereichen Zweidrittelmehrheiten abzuschaffen. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin, wenn Sie sich so aufregen: Vielleicht sollten Sie sich im Bereich der ÖBB-Reform auch einmal zusammensetzen und darüber nachdenken, ob Ihre Oppositionshaltung und -rolle nicht auch jetzt in der ÖBB-Reform dafür geeignet wäre, die Zweidrittelmehrheiten für all die Pragmatisierungen und Frühpensionierungen abzuschaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das wäre ein guter Ansatz. Hier könnten Sie wirklich beweisen, wie wichtig Ihnen die Politik ist. In der Bildung ist es gelungen, die ÖBB wäre der nächste Schritt.
Abg. Mandak – Beifall spendend –: Super!
Ich möchte aber meine verbleibende Redezeit auch noch dafür nutzen, auf ein weiteres Problem der Schul- und Bildungspolitik einzugehen, das mir besonders wichtig erscheint. Ich habe selbst zwei Kinder, die sich gerade in dem Alter befinden, dass sie Kindergarten und Volksschule besuchen, und ich denke, dass wir hier wirklich auch sehr intensiv darüber nachdenken und daran arbeiten müssen, wie wir dort weiterkommen, um eine noch engere Bindung des Kindergartens und der Volksschule herbeizuführen. Ich bin davon überzeugt, dass wir hier alle daran arbeiten müssen, dass wir zum Beispiel – in nenne die Stichtagsregelung – vielleicht einmal dazu übergehen sollten, dass nicht mehr nur ein Datum darüber entscheidet, ob ein Kind in der Schule bereits weit genug entwickelt ist oder nicht, sondern dass man die Entwicklung des Kindes als solches ansehen sollte. (Abg. Mandak – Beifall spendend –: Super!) Es wird nicht immer nur der Termin und das Datum sein, es wird oft eine Entwicklungsphase des Kindes sein, die man viel mehr beachten sollte.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es wird auch wichtig sein, noch stärker danach zu trachten, dass es in der Volksschule selbst noch mehr wirklich ganz klare Betreuung der Kinder gibt, dass man in diesen vier Jahren Volksschule vor allen Dingen Schreiben, Lesen und Rechnen lernt, dass man hier wirklich die Grundlage dafür schafft, dass diese Kinder, egal, in welche Schule sie dann gehen, ob in eine gemeinsame Schule oder in eine HTL, in eine HBLA oder in sonst eine, das Rüstzeug bekommen, dass sie eine ordentliche Ausbildung haben, dass sie eine wirklich ordentliche, persönlich motivierte Ausbildung bekommen, damit sie im späteren Leben bestehen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Geschätzte Damen und Herren, vorhin hat Kollege Broukal vom ländlichen Raum gesprochen. Der ländliche Raum ist in diesem Schulbereich besonders wichtig. Das habe ich als Schüler selbst am eigenen Leib erlebt, und ich erlebe es jetzt bei meinem Sohn wieder. Wir werden im Volksschulbereich auch über eine Absenkung der Schülerzahlen für die Lehrer nachdenken müssen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), weil wir hier eine klare Ausbildung brauchen. Ich komme zum Schlusssatz, Frau Präsidentin: Die Schüler der Volksschule von heute sind unsere Bürger von morgen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mandak: Die sind jetzt auch schon Bürger!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mandak: Die sind jetzt auch schon Bürger!
Geschätzte Damen und Herren, vorhin hat Kollege Broukal vom ländlichen Raum gesprochen. Der ländliche Raum ist in diesem Schulbereich besonders wichtig. Das habe ich als Schüler selbst am eigenen Leib erlebt, und ich erlebe es jetzt bei meinem Sohn wieder. Wir werden im Volksschulbereich auch über eine Absenkung der Schülerzahlen für die Lehrer nachdenken müssen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), weil wir hier eine klare Ausbildung brauchen. Ich komme zum Schlusssatz, Frau Präsidentin: Die Schüler der Volksschule von heute sind unsere Bürger von morgen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mandak: Die sind jetzt auch schon Bürger!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Scheuch, ich lege Wert auf die Feststellung, dass die Kinder ja schon vorher Bürger und Bürgerinnen sind und nicht erst morgen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Aber ich nehme an, Ihre verlängerte Redezeit hat Sie da inspiriert. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der Applaus von den Grünen hat mich so verwirrt!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der Applaus von den Grünen hat mich so verwirrt!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Scheuch, ich lege Wert auf die Feststellung, dass die Kinder ja schon vorher Bürger und Bürgerinnen sind und nicht erst morgen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Aber ich nehme an, Ihre verlängerte Redezeit hat Sie da inspiriert. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der Applaus von den Grünen hat mich so verwirrt!)
Beifall bei den Grünen.
Ein Bild davon, wie „klar“ das Gesetz ist, das Sie hier beschließen, und wie „wenig“ Interpretationsspielraum es bietet – im Gegensatz zu dem, was Sie, Frau Ministerin, behaupten –, konnten sich alle machen, die die Fernsehdiskussion zwischen dem Kollegen Amon von der ÖVP und dem Kollegen Niederwieser von der SPÖ gesehen haben, bei der es nämlich darum gegangen ist: Was heißt „angemessene Differenzierung“ jetzt eigentlich? Ist jetzt eine gemeinsame Schule möglich, ja oder nein? – Nein sagt die ÖVP, ja sagt die SPÖ. Na super! Das haben wir vorher auch schon gehabt, nämlich den Wunsch danach, und diese Unsicherheit jetzt in einem Verfassungsgesetz festzuschreiben, das halte ich wirklich für denkbar unsinnig. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die Kommission nämlich hat in ihrem Bericht sehr wohl festgestellt, dass ein echter Fortschritt eine flächendeckende – und der Schwerpunkt liegt auf „flächendeckend“, Herr Kollege Scheibner – Einrichtung einer Gemeinschaftsschule wäre. Allerdings sagt die Kommission in ihrem Bericht auch, dass – ich zitiere – „angesichts der ... historisch-kulturellen Voraussetzungen“ so eine Umgestaltung „ohne realistische Durchsetzungschance“ erscheint. – Das heißt, die Kommission sagt zwar, das wäre super und das wäre ein echter Fortschritt, aber leider, die Parteien sind, wie sie sind, und deswegen wird es nicht dazu kommen. – Und genau das haben wir jetzt: nämlich keinen echten Fortschritt, sondern ein Herumlavieren von beiden Seiten, SPÖ und ÖVP. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich finde es bemerkenswert, dass Sie das nach wie vor hartnäckig ignorieren, dass es hier einfach Ergebnisse gibt, dass das offensichtlich das Bessere für die Leistungen der Schüler und Schülerinnen ist. Und ich finde es schade, dass das in dieser Debatte hier wieder einmal untergeht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich kann mich nur noch einmal an Kollegen Scheibner wenden. Sie haben gesagt, die Zweidrittelmehrheit würde insgesamt abgeschafft gehören. Das freut mich. Wir gehen daher davon aus, dass Sie unserem Antrag, den wir heute einbringen, zustimmen werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Und bitte unterscheiden Sie auch zwischen einer historischen Stunde, einem Gedenktag – etwa sich der Unterzeichnung des Staatsvertrages zu erinnern – und einer Belangsendung. Vermischen Sie das nicht! Das Differenzierungsvermögen ist auch etwas, was wir in Österreichs Schulen schulen sollten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich zitiere Ihnen gleich zu Beginn eine Wortmeldung aus der OECD-Lehrerstudie zum Thema Schulreform und -verbesserung, gerade was multikulturelle Gesellschaften, das heißt städtische, urbane Gesellschaften und Schulsysteme betrifft. Stefan Wolter und Phil McKenzie, die Experten, die sich mit Österreich beschäftigt haben, sagen: Gerade in multikulturellen Gesellschaften sind Einheitsschulsysteme nicht zielführend, da sie die Vielfalt an Bedürfnissen nicht abdecken. Finnland wird, sollte es je in die Situation wie Österreich kommen, hier ebenfalls ein neues System überdenken müssen. – Meine Damen und Herren! Wir denken jetzt schon nach! – Nachzulesen: OECD-Studie. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mandak: Das gilt nicht nur für Wien!
Meine Damen und Herren! Ich bin geschockt gewesen, als ich kürzlich gelesen habe, dass 8 500 Wienerinnen und Wiener ohne Hauptschulabschluss sind. Auch die Repetentenzahlen des vergangenen Jahres zeigen, dass Wien eine überproportional hohe Zahl an Schülerinnen und Schülern aus diesem Bereich aufweist. (Abg. Mandak: Das gilt nicht nur für Wien!) Das sind Bundesländer-Vergleichszahlen. Sie können diese nachlesen.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Das heißt, da sind nicht die Lehrer schlechter oder die Schüler schlechter, sondern man nimmt offenbar die schulischen, die pädagogischen Herausforderungen, die sich auf Grund des urbanen Raums, der Kinder mit Migrationshintergrund, der bildungsfernen Schichten ergeben (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), nicht so ernst, wie sie notwendigerweise zu nehmen wären. (Abg. Broukal: Weil Sie jedes Jahr die Gelder für die Förderung kürzen!) Ich weiß, Herr Kollege Broukal, es sind in Wien Schulmittel ... (Abg. Broukal: Jedes Jahr gibt es weniger Geld!) Nein, es sind zusätzliche Mittel für Lehrer (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen) vorgesehen, Sondermittel für Wien, die man nutzen müsste, ...
Abg. Broukal: Weil Sie jedes Jahr die Gelder für die Förderung kürzen!
Das heißt, da sind nicht die Lehrer schlechter oder die Schüler schlechter, sondern man nimmt offenbar die schulischen, die pädagogischen Herausforderungen, die sich auf Grund des urbanen Raums, der Kinder mit Migrationshintergrund, der bildungsfernen Schichten ergeben (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), nicht so ernst, wie sie notwendigerweise zu nehmen wären. (Abg. Broukal: Weil Sie jedes Jahr die Gelder für die Förderung kürzen!) Ich weiß, Herr Kollege Broukal, es sind in Wien Schulmittel ... (Abg. Broukal: Jedes Jahr gibt es weniger Geld!) Nein, es sind zusätzliche Mittel für Lehrer (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen) vorgesehen, Sondermittel für Wien, die man nutzen müsste, ...
Abg. Broukal: Jedes Jahr gibt es weniger Geld!
Das heißt, da sind nicht die Lehrer schlechter oder die Schüler schlechter, sondern man nimmt offenbar die schulischen, die pädagogischen Herausforderungen, die sich auf Grund des urbanen Raums, der Kinder mit Migrationshintergrund, der bildungsfernen Schichten ergeben (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), nicht so ernst, wie sie notwendigerweise zu nehmen wären. (Abg. Broukal: Weil Sie jedes Jahr die Gelder für die Förderung kürzen!) Ich weiß, Herr Kollege Broukal, es sind in Wien Schulmittel ... (Abg. Broukal: Jedes Jahr gibt es weniger Geld!) Nein, es sind zusätzliche Mittel für Lehrer (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen) vorgesehen, Sondermittel für Wien, die man nutzen müsste, ...
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Das heißt, da sind nicht die Lehrer schlechter oder die Schüler schlechter, sondern man nimmt offenbar die schulischen, die pädagogischen Herausforderungen, die sich auf Grund des urbanen Raums, der Kinder mit Migrationshintergrund, der bildungsfernen Schichten ergeben (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), nicht so ernst, wie sie notwendigerweise zu nehmen wären. (Abg. Broukal: Weil Sie jedes Jahr die Gelder für die Förderung kürzen!) Ich weiß, Herr Kollege Broukal, es sind in Wien Schulmittel ... (Abg. Broukal: Jedes Jahr gibt es weniger Geld!) Nein, es sind zusätzliche Mittel für Lehrer (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen) vorgesehen, Sondermittel für Wien, die man nutzen müsste, ...
Beifall bei der ÖVP für die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Brinek.
(Beifall bei der ÖVP für die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Brinek.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Ich finde es wirklich schade, dass nicht alle Parteien im Hohen Haus heute unsere Freude über die Abschaffung der Zweidrittelmehrheit teilen. Beleidigt zu sein hat meiner Meinung nach nichts verloren in der Politik, sonst hätte Frau Kollegin Glawischnig nicht entrutschen können, dass Schulen „Schutthalden“ sind. Das möge sie bitte zurücknehmen, denn das stimmt sicher nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Die Rednerin überreicht Staatssekretär Mag. Schweitzer eine Broschüre.
Genauso, liebe Kolleginnen und Kollegen, ist Uninformiertsein auch nicht gut in der Politik, und daher schenke ich Herrn Staatssekretär Schweitzer jetzt den Dreistufenplan des Alfred Gusenbauer für eine moderne Schule, den er sicher noch nicht kennt. (Beifall bei der SPÖ. – Die Rednerin überreicht Staatssekretär Mag. Schweitzer eine Broschüre.)
Beifall bei der SPÖ.
Arbeitsplätze in der Schule braucht es allerdings. Das ist eine Forderung von uns. Und die Arbeitsplätze in der Schule gehören verbessert, denn ein Quadratmeter pro Lehrerin und Lehrer ist sicherlich zu wenig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Abschluss, und das ist ganz wichtig: Sie, Frau Bundesministerin, müssten jetzt sofort in die nächsten Finanzausgleichsverhandlungen eintreten und mit den Ländern und Gemeinden und dem Finanzminister Verhandlungen aufnehmen, damit gesichert ist, dass die Gemeinden ihre Schulen umbauen können und diese auch genügend Personal für ganztägige Betreuung haben. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, wird es möglich sein – vom Gesetz her ist es das ab jetzt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Broukal: Ich sicher nicht!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Heinisch-Hosek, Sie glauben wirklich, dass die verschränkte Ganztagsschule das Allheilmittel in der Bildungspolitik ist! Ich möchte Sie und auch den Kollegen Broukal in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass Sie beide so tun, als wären Sie nicht selbst mit Ihrer Partei jahrzehntelang für die Bildungspolitik in diesem Land verantwortlich gewesen. (Abg. Broukal: Ich sicher nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Beseitigung dieser Zweidrittelblockade ist wichtig, aber wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen und sagen: Das war’s!, sondern gerade jetzt sind wir alle miteinander gefordert, dafür zu sorgen, dass die Ergebnisse des Reformdialogs so schnell wie möglich umgesetzt werden. Für mich – und ich bin froh, dass auch Kollege Gusenbauer dieser Meinung ist – sind gute Kenntnisse der deutschen Sprache in der Volksschule eine Grundlage, um für weitere Bildung gut gerüstet zu sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
dass moderne, flexible, aber insbesondere nachhaltige Verbesserungen im Bildungssystem bewirkt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist doch lächerlich!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Frau Bundesministerin, Sie haben heute, wie auch schon in der Vergangenheit üblich, jeden Vorschlag zur Verbesserung des österreichischen Schulsystems mit dem Verweis abgeschmettert: Es ist eh alles gut! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist doch lächerlich!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, für die Politik ist es immer dann fatal, wenn man nicht mehr auf das schaut, was man verbessern kann, sondern nur noch auf das, was man tatsächlich oder vermeintlich erreicht hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Eine falsche Interpretation!
Unter den wenigen Aussagen, die bei Ihnen, Frau Bildungsministerin, irgendwie dingfest zu machen waren, gab es eine klare: Es gab eine klare Absage an die Ganztagsschule, noch dazu mit dem Verweis darauf, dass Sie strikte dagegen sind, dass die Kinder die Aufgaben alle schon in der Schule gemacht haben, weil das dann in der Familie passieren soll. (Ruf bei der ÖVP: Eine falsche Interpretation!)
Beifall bei den Grünen.
Ich frage Sie wirklich: Was für eine verwegene Vorstellung haben Sie davon, was Aufgabe von Eltern und von Familie ist? Glauben Sie tatsächlich, dass sich Eltern nicht mehr für ihre Kinder und für die schulischen Erlebnisse und Leistungen der Kinder interessieren, wenn diese ihre Aufgaben schon in der Schule gemacht haben? (Beifall bei den Grünen.)
Staatssekretär Mag. Schweitzer: Ja und?
Was dabei auch noch auffällt, ist, dass es ja in Wirklichkeit um eine Verlagerung der Verantwortung geht. Wenn Sie von den Eltern und von den Familien reden, können Sie doch ehrlich sein und sagen, zu 80 Prozent heißt das Mütter. Denn wer ist am Nachmittag zu Hause bei den schulpflichtigen Kindern, um sie zu betreuen, wenn es keine andere Betreuungsform gibt? Es sind in der Regel nicht die Väter, sondern die Mütter. (Staatssekretär Mag. Schweitzer: Ja und?) „Ja und?“, sagt der Herr Staatssekretär. Wenn es Ihnen egal ist – ich denke, für die Wahlfreiheit: Berufstätigkeit oder nicht, spielt das sehr wohl eine Rolle für viele Frauen, die gerne arbeiten gehen würden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Was dabei auch noch auffällt, ist, dass es ja in Wirklichkeit um eine Verlagerung der Verantwortung geht. Wenn Sie von den Eltern und von den Familien reden, können Sie doch ehrlich sein und sagen, zu 80 Prozent heißt das Mütter. Denn wer ist am Nachmittag zu Hause bei den schulpflichtigen Kindern, um sie zu betreuen, wenn es keine andere Betreuungsform gibt? Es sind in der Regel nicht die Väter, sondern die Mütter. (Staatssekretär Mag. Schweitzer: Ja und?) „Ja und?“, sagt der Herr Staatssekretär. Wenn es Ihnen egal ist – ich denke, für die Wahlfreiheit: Berufstätigkeit oder nicht, spielt das sehr wohl eine Rolle für viele Frauen, die gerne arbeiten gehen würden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ganztägige Betreuung bringt zwar mehr Qualität, aber das ist Ihnen egal. Wenn wir eine gemeinsame Schule haben, die einen ganzen Tag geöffnet hat, braucht man andere räumliche Einrichtungen, bessere Betreuung und so weiter. Wenn wir, so wie die Grünen das verlangen, eine gemeinsame Schule mit einem Ausbau der individuellen Betreuung haben, wo wirklich jede Schülerin/jeder Schüler das bekommt, was sie/er an Betreuung und Unterstützung braucht, dann kostet das natürlich mehr Geld. Das geht Ihnen von den Koalitionsparteien gegen den Strich. Sie haben zwar Geld für Abfangjäger, jedoch keines für den Ausbau unseres Schulsystems. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Einen Vorwurf kann ich hier jedoch der SPÖ nicht ganz ersparen. Es war ein merkwürdiges Wunder, dass die ÖVP plötzlich ihre jahre-, jahrzehntelange Blockade aufgegeben hat und nicht mehr an einer Zweidrittelmehrheit in diesem Bereich festhält. Was jedoch die SPÖ dann gemacht hat, war ein Sich-selbst-Überdribbeln. Man zaubert ein paar Gespenster aus dem Hut: Schulgeldfreiheit. Naja, nennen wir es halt Kostenbeitrag – und schon muss das Ganze nicht mehr mit Verfassungsmehrheit gemacht werden. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Ziel von uns Grünen ist eine gemeinsame Schule mit guter Qualität, mit individueller Betreuung aller Schülerinnen und Schüler – und das braucht eine glatte Abschaffung der Zweidrittelmehrheit, die Sie jedoch leider nicht zulassen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Wurm: Wäre halt auch günstig, wenn ein paar Männer dabei wären!
Ich kenne sehr, sehr viele Mütter, die das gerne machen! (Abg. Mag. Wurm: Wäre halt auch günstig, wenn ein paar Männer dabei wären!) Ja, ja, das machen auch viele, viele Männer. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kenne sehr, sehr viele Mütter, die das gerne machen! (Abg. Mag. Wurm: Wäre halt auch günstig, wenn ein paar Männer dabei wären!) Ja, ja, das machen auch viele, viele Männer. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Für unsere jungen Menschen ist es von großer Bedeutung, dass die Schultüren geöffnet sind – und nicht, dass vor den Schulen ein unüberwindbarer Hürdenlauf stattfindet, sodass sie nicht hineinkönnen. Das ist ein wichtiger Punkt, und ich möchte Frau Bundesministerin Gehrer dafür danken, dass sie sich immer so sehr für die Durchlässigkeit in unserem Schulsystem eingesetzt hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, ich freue mich darauf. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Grillitsch: Es gibt nur eine!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich habe zwei tatsächliche Berichtigungen: eine auf die Ausführungen der Kollegin Weinzinger und eine auf die des Kollegen Scheuch. (Abg. Grillitsch: Es gibt nur eine!) – Entschuldige, es gibt auch zwei!
Abg. Brosz: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Mag. Weinzinger: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Sie können sich zu Wort melden!
Sie, Frau Kollegin Weinziger, haben gemeint, dass wir von der SPÖ uns mit belanglosen Themen beschäftigt haben, die wir verankert haben wollen – und Sie haben dann als Beispiel die Schulgeldfreiheit genannt. (Abg. Brosz: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Mag. Weinzinger: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Sie können sich zu Wort melden!)
Abg. Grillitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Null Berichtigung!
Ich stelle richtig: Die Schulgeldfreiheit ist kein unbedeutendes Thema, sondern da geht es (Abg. Grillitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Null Berichtigung!) um finanziell wichtige Zugänge zur Bildung. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Ich stelle richtig: Die Schulgeldfreiheit ist kein unbedeutendes Thema, sondern da geht es (Abg. Grillitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Null Berichtigung!) um finanziell wichtige Zugänge zur Bildung. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, das ist eine Wertung!
Zweitens: Kollege Scheuch hat Frau Präsidentin Prammer kritisiert und gemeint, sie würde sozialdemokratische Rednerinnen und Redner bevorzugen. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, das ist eine Wertung!)
Beifall bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Von einer einseitigen Bevorzugung durch Frau Präsidentin Prammer kann daher keine Rede sein. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesministerin, bis heute ist es nicht gelungen, dass dieser Sprachkurs, der an einer österreichischen Schule stattfindet, öffentlich anerkannt wird, und zwar für die Mütter, wenn es darum geht, einen Nachweis für ihren Aufenthalt in Österreich zu erbringen. Das wäre eine ganz wichtige und erste Entscheidung, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Amon: Wie soll das finanziert werden?
Die Kosten dafür trägt die Gemeinde, mit einem kleinen Anteil des Landes Oberösterreich. Und damit sind wir auch schon bei den Kosten. Die Gemeinden Österreichs – ich nehme mir jetzt heraus, das für alle zu sagen – sind absolut auf der Seite derer, die sich dafür einsetzen, dass die Kinder die bestmögliche Förderung und das bestmögliche Schulsystem bekommen. Wir müssen aber gleichzeitig daran denken, Frau Ministerin, dass das auch finanziell möglich sein muss. (Abg. Amon: Wie soll das finanziert werden?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Silhavy: Das ist die richtige Einstellung!
Ich habe einen guten Vorschlag: Hören Sie auf, die Post zum Beispiel zu privatisieren, und nehmen Sie die hochaktive Post mit ihren Dividenden her! Sie muss heuer 40 Millionen € dem Finanzminister geben. Geben Sie diese 40 Millionen € in Zukunft den Schülerinnen und Schülern Österreichs! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Silhavy: Das ist die richtige Einstellung!)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Aber ich rede grundsätzlich zu diesem Gesetz: Ich meine, dass der Begriff „angemessen“ nicht klarlegt, ob damit eine innere oder eine äußere Differenzierung gemeint ist. So wird deswegen also diese Sache irgendwann vor dem Verfassungsgerichtshof landen, und ich meine, dass damit eben keine Lösung eines Problems herbeigeführt wird, sondern vielmehr erst das Problem der Klärung dieses Gesetzes geschaffen worden ist. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Niederwieser: O ja, das steht im Schulorganisationsgesetz drinnen, und das ist jetzt abgesichert!
Da Kollege Niederwieser hoffentlich bei Verfassungsgesetzen ein besseres Fachwissen hat als bei tatsächlichen Berichtigungen – weil seine vorhin nämlich explizit keine war –, möchte ich nur sagen, dass Kollegin Weinzinger nicht darauf abgezielt hat, zu sagen, dass die Frage der Schulgeldfreiheit ein Thema ist, das Gespenster hervorruft, sondern so, wie Sie sie behandelt haben; denn Sie werden in Ihrer Gesetzesvorlage nirgends drinnen stehen haben oder finden, dass in Österreich Schulgeldfreiheit herrscht (Abg. Dr. Niederwieser: O ja, das steht im Schulorganisationsgesetz drinnen, und das ist jetzt abgesichert!), sondern ausschließlich, dass in Fragen der Schulgeldfreiheit Zweidrittelmehrheit herrscht. Und was sie korrekterweise angemerkt hat, ist, dass damit die Kostenbeiträge, die jetzt schon möglich sind, selbstverständlich auch weiterhin möglich sein werden. – Das war der Punkt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Da Kollege Niederwieser hoffentlich bei Verfassungsgesetzen ein besseres Fachwissen hat als bei tatsächlichen Berichtigungen – weil seine vorhin nämlich explizit keine war –, möchte ich nur sagen, dass Kollegin Weinzinger nicht darauf abgezielt hat, zu sagen, dass die Frage der Schulgeldfreiheit ein Thema ist, das Gespenster hervorruft, sondern so, wie Sie sie behandelt haben; denn Sie werden in Ihrer Gesetzesvorlage nirgends drinnen stehen haben oder finden, dass in Österreich Schulgeldfreiheit herrscht (Abg. Dr. Niederwieser: O ja, das steht im Schulorganisationsgesetz drinnen, und das ist jetzt abgesichert!), sondern ausschließlich, dass in Fragen der Schulgeldfreiheit Zweidrittelmehrheit herrscht. Und was sie korrekterweise angemerkt hat, ist, dass damit die Kostenbeiträge, die jetzt schon möglich sind, selbstverständlich auch weiterhin möglich sein werden. – Das war der Punkt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Carina Felzmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Viele Bilder der Vergangenheit in der Schuldebatte, die hier heute ausgetauscht worden sind, teile ich nicht mit Ihnen. Sehr wohl teile ich mit Ihnen das heutige Bild des gemeinsamen Weges, und das ist ein guter Baustein auf dem Weg zu einem sehr effizienten, ausgeklügelten und zukunftsorientierten Bildungssystem. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Gaßner: Der Lada ist aber nicht schlecht!
So einzigartig, wie alle unsere Kinder mit ihren Stärken und ihren Schwächen sind, so individuell soll auch eine Schulbildung angeboten werden. Wir sollten nicht nur zwischen zwei Varianten, einem Lada und einem Porsche, wählen können, Herr Kollege Brosz (Abg. Mag. Gaßner: Der Lada ist aber nicht schlecht!), sondern hier auf ein differenziertes Angebot zurückgreifen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
So einzigartig, wie alle unsere Kinder mit ihren Stärken und ihren Schwächen sind, so individuell soll auch eine Schulbildung angeboten werden. Wir sollten nicht nur zwischen zwei Varianten, einem Lada und einem Porsche, wählen können, Herr Kollege Brosz (Abg. Mag. Gaßner: Der Lada ist aber nicht schlecht!), sondern hier auf ein differenziertes Angebot zurückgreifen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch ein herzliches Dankeschön an Alfred Gusenbauer und Erwin Niederwieser möchte ich von dieser Stelle aus aussprechen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Andrea Wolfmayr (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! In der heutigen Debatte stelle ich ein gewisses Paradoxon fest: Die Einzigen, die dem historischen Gesetzesantrag, den wir heute vorliegen haben, kein grünes Licht geben wollen, sind die Grünen. Aber ich denke, die gefühlsmäßige Befindlichkeit der großen Mehrheit hier im Hohen Haus ist Erleichterung: Endlich Bewegung! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Niederwieser.
Der Dialog ist noch lange nicht beendet, wir sind gerade mittendrin, und ich denke, wir tun gut daran, wenn wir ihn weiterhin nach dem bewährten Motto führen: So viel Stabilität wie nötig, so viel Bewegungsfreiheit wie möglich. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Niederwieser.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir, die SPÖ, haben jedenfalls Vorschläge dazu, ein Bildungsprogramm dazu, und wir werden es auch umsetzen. Und wir hoffen, dass wir dafür in der Zukunft auch die entsprechenden Mehrheiten bekommen werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
des differenzierten Schulsystems können und dürfen nicht ohne breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens verändert werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte noch auf einen anderen Aspekt in dieser Debatte hinweisen: Obgleich wir heute einen gemeinsamen und mehrheitlich gemeinsamen Weg finden, ärgert es mich doch, dass immer wieder einige hier in diesem Hohen Haus unser Schulsystem, unsere Schulen schlechtreden. Die Realität im österreichischen Schulwesen ist eine andere. Und damit das so bleibt, sind immer wieder Veränderungen mit Augenmaß notwendig. Vieles kann künftig mit einfacher Mehrheit im Parlament beschlossen werden. Bei großen schulischen Entscheidungen ist es aber gut, dass eine breite parlamentarische Mehrheit notwendig ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
tun, ob Sie tatsächlich Reformen, die dringend notwendig sind, endlich angehen, ob Sie die Vorschläge der Zukunftskommission ernst nehmen und umsetzen, und wir werden Sie selbstverständlich auch im Sinne unserer Kinder daran messen, und ich hoffe, auch die Eltern tun dies. Die Vorschläge der SPÖ, das SPÖ-Bildungsprogramm liegt nämlich vor, und wir wissen ganz genau, wie wir diese neue Schule umsetzen werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich würde Sie wirklich auffordern: Halten wir uns an das, was wir hier gemeinsam formulieren, und seien wir auch selbst Vorbild in Richtung Selbstbewusstsein, was die österreichische Bildungspolitik betrifft! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich darf Sie hier noch einmal auffordern, auch über andere Punkte, die in der Vergangenheit auf Grund der notwendigen Zweidrittelmehrheit nicht umsetzbar waren, noch einmal nachzudenken, und lade die Opposition noch einmal ein, wenn es schon so oft heißt, dass die Schulpartnerschaft gestärkt werden soll, sich erneut einer Diskussion über die Verhaltensvereinbarungen zu stellen, denn da werden noch immer die Schüler als die kleinste Kurie oft überstimmt. Sie wollten damals nicht mitstimmen, heute haben wir andere Voraussetzungen, aber ich lade Sie trotzdem ein, hier noch einmal die Diskussion mit uns gemeinsam zu begehen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesministerin! Es kann nicht so sein, dass alles auf die Länder und in weiterer Folge auf die Gemeinden und dann auf die Eltern von solchen Kindern abgewälzt wird. Diese ganztägigen Schulformen bringen genau das, was wir zur Qualitätssicherung, zur Lernentlastung brauchen, nämlich dass Kinder, wenn sie die Schule verlassen, mit den Eltern nicht mehr weiterlernen und üben müssen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese breite gemeinsame Ausbildung ist eine hervorragende Voraussetzung für die Fähigkeit zur Entwicklung von Kreativität, eine Voraussetzung für die Freude an Innovation, Experimenten und Leistungen. Jetzt endlich sind wir in Österreich auch so weit, dass wir tatsächlich aufholen können, wenn Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, das auch wollen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: BA! Bank Austria!
Wichtig ist meiner Ansicht nach auch, dass in Bezug auf diese Zweidrittelmehrheit die Verhältnismäßigkeit hergestellt wird. Ich habe das nie verstanden, und viele Österreicher haben es auch nicht verstanden, dass man, wenn in Österreich große Industrien und Staatsvermögen verschleudert werden, dazu eine einfache Mehrheit braucht (Rufe bei der ÖVP: BA! Bank Austria!) und dass man, wenn es um einen „Rohrstaberl-Antrag“ vom Kollegen Amon geht, eine Zweidrittelmehrheit dafür braucht.
Beifall bei der SPÖ.
Kurz und gut, Gewinner werden die Schülerinnen und Schüler sein, und ich glaube, das ist das Wichtigste dieses neuen Gesetzes, das wir heute beschließen werden. Aber eines noch zum Schluss, liebe Kolleginnen und Kollegen von der Regierungspartei: Schule und Schulentwicklung werden immer Geld kosten, und die Auseinandersetzung mit der Frage, ob man sie totspart, wird uns auch in Zukunft nicht erspart bleiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Mit dieser Entschließung ermöglichen wir, dass dieses uns sehr, sehr wichtige Anliegen im Besonderen Ausschuss des Konvents weiter intensiv beraten wird, und wir freuen uns, wenn die Sozialdemokratie dann auch wie jetzt bei der Abschaffung der Zweidrittelmehrheit eifrig mitarbeiten wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Wir freuen uns auch sehr über die einfachere und schlankere Schulverwaltung und Schulaufsicht und ganz besonders über die Entpolitisierung der Schulverwaltung. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Das ist heute eigentlich eine Sternstunde! Wir freuen uns sehr darüber und werden dem natürlich zustimmen, denn das ist eine Forderung, die wir schon erheben, seit es die Grünen überhaupt gibt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir freuen uns auch sehr über die einfachere und schlankere Schulverwaltung und Schulaufsicht und ganz besonders über die Entpolitisierung der Schulverwaltung. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Das ist heute eigentlich eine Sternstunde! Wir freuen uns sehr darüber und werden dem natürlich zustimmen, denn das ist eine Forderung, die wir schon erheben, seit es die Grünen überhaupt gibt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Sinne der Sicherheit bitte ich um eine allgemeine Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe den Herrn Staatssekretär persönlich nach der Ausschusssitzung damals ersucht, mitzuhelfen, ob man dieses Wochenendfahrverbot nicht wieder darauf beschränken könnte, dass nur Lebendtiere und verderbliche Lebensmittel transportiert werden, aber alle anderen Lkw-Fahrten hintangestellt werden. Dem ist nun von den Regierungsparteien in einem gemeinsamen Abänderungsantrag die Zustimmung gegeben worden. Daher werden wir heute beim übernächsten Tagesordnungspunkt, nämlich bei der Straßenverkehrsordnung, eine gemeinsame Beschlussfassung haben, worüber ich auch sehr froh bin, weil eine Reihe von Verbesserungen, vor allem was die Verkehrssicherheit anlangt, in diesen Punkten beinhaltet sind, denen wir als Sozialdemokraten selbstverständlich auch gerne die Zustimmung geben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir in Österreich können eine sehr innovative Technologie vorweisen, bei der wir in Europa führend sind. Ich möchte ganz besonders darauf hinweisen, dass wir auch im Bereich der Technologie europaweit sehr gut zusammenarbeiten. Dieses System wird Ende Oktober oder Ende Herbst eingeführt werden und soll mit 1. Jänner 2006 in Betrieb gehen. Wir können stolz darauf sein, sehr geehrte Damen und Herren, dass wir da in Europa führend sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Genauso wie meine Vorredner finde ich es sehr gut und sehr positiv, dass wir gerade im Bereich des Verkehrs, sei es das Schifffahrtsgesetz oder die kommenden zwei Novellen betreffend die Straßenverkehrsordnung, einen breiten Konsens finden und dass insbesondere diese wichtige Schifffahrtsrechtsnovelle gemeinsam hier im Hohen Haus beschlossen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Eingangs darf ich gleich vorausschicken, dass ich meine Ausführungen zu allen Verkehrspunkten wegen der umfangreichen Tagesordnung auf zwei Minuten beschränken werde. Dies ist ein Entgegenkommen meinerseits Ihnen gegenüber. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Die Zustimmung zum Schifffahrtsgesetz ist auch von unserer Seite her gegeben. Als positiv zu erwähnen sind: die Senkung auf 0,5 Promille und die reguläre Entsorgung der Ölabfälle. Wir haben allerdings Bedenken – und das ist schon mein Schlusssatz – wegen der Verbesserung der Zulassungsvoraussetzungen für Waterbikes. Bitte passen Sie auf, dass das Fahrverbot nach wie vor gültig bleibt! Und mit diesem Appell möchte ich unsere Zustimmung noch einmal bekräftigen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es wird damit ein richtiger Schritt in der Verkehrspolitik gesetzt, weil die Schifffahrten und der Transport auf dem Wasser eine stärkere Bedeutung gewinnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass es uns die Umwelt wert sein sollte, nicht nur Probleme an der Wurzel zu packen, sondern sich ernsthaft mit solchen Dingen auseinander zu setzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist klar, dass wir für mehr Lärmschutz für AnrainerInnen sind. Nach wie vor gibt es in Österreich kein Lärmschutzgesetz, und nach wie vor liegt das Umgebungslärmgesetz im Umweltausschuss. Das ist für uns – auch in der Perspektive, wie es dort angelegt ist – bei weitem zu wenig, und darum fordern wir jetzt eindeutige Maßnahmen ein! Wir müssen, da wir heute in der Früh vom Herrn Minister gehört haben, dass Lärmschutz im Verkehrsbereich für ihn ein Schwerpunkt sei, bei diesem Gesetz nein sagen und werden das auch tun. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne bitte ich um die Zustimmung zur Umsetzung der EU-Richtlinie und auch unsere Kolleginnen und Kollegen von den Grünen um eine etwas realistischere Sicht des Flugwesens. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
ten wird, der notwendige Input, der Anstoß kommt. Ich hoffe, dass das auch gelingt. Wir werden dem Abkommen zustimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Man sieht, dass dieses Thema über alle Parteien hinweg prioritär ist und daher auch gemeinsam beschlossen wird. Der Inhalt ist immer gleich: Menschen retten, Menschen helfen, Gesundheit, Gesundheitsvorsorge, Heimkehr von Verletzten. Ich glaube, gerade für ein touristisches Land ist das wichtig. Wir werden das Abkommen – das haben wir auch vorher gesagt – gemeinsam mit Ihnen unterstützen. Wir begrüßen solche Maßnahmen, hoffentlich gibt es weitere, und auch diese werden wir dann, sage ich einmal, gemeinsam beschließen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im Sinne der Sicherheit ist dieses Abkommen notwendig, nachdem es bereits mit mehreren Nachbarstaaten vereinbart wurde. Es ist eine echte Lücke, die wir heute schließen, und es freut mich, dass alle Parteien dieser Vorlage zustimmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Um der Forderung nach einer Limitierung von Flugbewegungen vorzubeugen, ist es höchste Zeit, tatsächlich eine Lösung betreffend Fluglärm zu finden: eine Lösung, die tragfähig ist und keine Alibiaktion darstellt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auch die Länder haben ihren Anteil: Die Bundesländer finanzieren nicht nur das Notarztsystem, sondern auch die dazugehörige Infrastruktur. Durch den heutigen Beschluss, so denke ich, können wir feststellen, dass der österreichische Flugrettungsdienst seiner europäischen Aufgabe gerecht wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Ich möchte abschließend allen Personen, die in diesem Bereich lebensrettend tätig sind, ein herzliches Danke sagen. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Abg. Sburny: Nein!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist einstimmig angenommen. (Abg. Sburny: Nein!) – Das kommt davon, weil während der Abstimmung immer zwischen den Sitzen spazieren gegangen wird. Und daher sage ich immer vor der Abstimmung: Bitte die Plätze einzunehmen! Wenn alle zwischen den Sitzen herumgehen, dann hat man keinen Überblick. – Es ist dies mehrheitlich angenommen.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja keine Niederung, die Kommunalpolitik! Das ist ja ungeheuerlich!
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte mich zu Beginn meiner Ausführungen kurz in die Niederungen der Wiener Kommunalpolitik begeben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja keine Niederung, die Kommunalpolitik! Das ist ja ungeheuerlich!) Es gibt den Spitzenkandidaten der ÖVP-Wien, Herrn „Gio“ Hahn. – Für diejenigen, die ihn nicht kennen (Abg. Mag. Regler: Ein guter Mann!), was offensichtlich der Fall ist: Das ist derjenige, der im letzten Sommer eine Image-Kampagne für sich selbst gestartet hat und im neckischen Rollkragenpullover aufgetreten ist, während ganz Wien bei 30 Grad im Schatten geschwitzt hat. – Dieser Herr Hahn jedenfalls (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was für ein Hahn?) wendet sich in einem Brief an die „Lieben Motorradfans!“ – wobei hintangestellt bleibt, woher er denn die Adressen der lieben Motorradfans hat – und schreibt:
Abg. Mag. Regler: Ein guter Mann!
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte mich zu Beginn meiner Ausführungen kurz in die Niederungen der Wiener Kommunalpolitik begeben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja keine Niederung, die Kommunalpolitik! Das ist ja ungeheuerlich!) Es gibt den Spitzenkandidaten der ÖVP-Wien, Herrn „Gio“ Hahn. – Für diejenigen, die ihn nicht kennen (Abg. Mag. Regler: Ein guter Mann!), was offensichtlich der Fall ist: Das ist derjenige, der im letzten Sommer eine Image-Kampagne für sich selbst gestartet hat und im neckischen Rollkragenpullover aufgetreten ist, während ganz Wien bei 30 Grad im Schatten geschwitzt hat. – Dieser Herr Hahn jedenfalls (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was für ein Hahn?) wendet sich in einem Brief an die „Lieben Motorradfans!“ – wobei hintangestellt bleibt, woher er denn die Adressen der lieben Motorradfans hat – und schreibt:
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was für ein Hahn?
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte mich zu Beginn meiner Ausführungen kurz in die Niederungen der Wiener Kommunalpolitik begeben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja keine Niederung, die Kommunalpolitik! Das ist ja ungeheuerlich!) Es gibt den Spitzenkandidaten der ÖVP-Wien, Herrn „Gio“ Hahn. – Für diejenigen, die ihn nicht kennen (Abg. Mag. Regler: Ein guter Mann!), was offensichtlich der Fall ist: Das ist derjenige, der im letzten Sommer eine Image-Kampagne für sich selbst gestartet hat und im neckischen Rollkragenpullover aufgetreten ist, während ganz Wien bei 30 Grad im Schatten geschwitzt hat. – Dieser Herr Hahn jedenfalls (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was für ein Hahn?) wendet sich in einem Brief an die „Lieben Motorradfans!“ – wobei hintangestellt bleibt, woher er denn die Adressen der lieben Motorradfans hat – und schreibt:
Abg. Mag. Regler: Gar keiner!
Genau das werden Sie jetzt gleich ablehnen. Ich frage mich wirklich, welcher bislang überdeckter Konflikt das zwischen der Wiener ÖVP und der Bundes-ÖVP ist (Abg. Mag. Regler: Gar keiner!), dass die Bundespartei dem Wiener Spitzenkandidaten so in den Rücken fällt, und genau das, was er fordert, heute ablehnen wird. – Das ist ja eigentlich allerhand! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.
Genau das werden Sie jetzt gleich ablehnen. Ich frage mich wirklich, welcher bislang überdeckter Konflikt das zwischen der Wiener ÖVP und der Bundes-ÖVP ist (Abg. Mag. Regler: Gar keiner!), dass die Bundespartei dem Wiener Spitzenkandidaten so in den Rücken fällt, und genau das, was er fordert, heute ablehnen wird. – Das ist ja eigentlich allerhand! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.)
Abg. Mag. Regler: Da ist keine Kluft!
Das Arge ist: Diese tiefe Kluft zwischen Wiener ÖVP und Bundes-ÖVP geht noch weiter. (Abg. Mag. Regler: Da ist keine Kluft!) Da gibt es Herrn Gemeinderat Gerstl und Herrn Gemeinderat Neuhuber, die am 1. April dieses Jahres einen Antrag an den Wiener Gemeinderat stellten, um die Verkehrssicherheit für den Motorradverkehr zu
Beifall bei der SPÖ
Ich bin mir nicht sicher, ob bei Ihnen die linke Hand weiß, was die rechte macht (Beifall bei der SPÖ), ob das Ihr Verständnis von stringenter Politik ist oder ob das nur ein Versuch ist, die Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen zu foppen. Das erscheint mir am ehesten als wahrscheinlich.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das erklärt vieles, aber nicht alles!
Es ist sehr bedauerlich, dass sich auch in dieser StVO-Novelle keinerlei Verbesserungen für die Lenker und Lenkerinnen von einspurigen Fahrzeugen finden. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das erklärt vieles, aber nicht alles!) Aus meiner Sicht ist diese StVO wahrlich kein Fortschritt. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist sehr bedauerlich, dass sich auch in dieser StVO-Novelle keinerlei Verbesserungen für die Lenker und Lenkerinnen von einspurigen Fahrzeugen finden. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das erklärt vieles, aber nicht alles!) Aus meiner Sicht ist diese StVO wahrlich kein Fortschritt. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Bayr: Bundesgesetz!
Abgeordneter Werner Miedl (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Herren Staatssekretäre! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Bayr, es ehrt uns sehr, dass Sie uns als ÖVP-Mandatare für etwas brauchen, was der Herr Bürgermeister im eigenen Wirkungsbereich auf Grund einer ortspolizeilichen Verordnung längst alleine machen könnte. (Abg. Bayr: Bundesgesetz!) Bitten Sie ihn, das umzusetzen, und die Sache ist in Ordnung! (Beifall des Abg. Mag. Regler.) Der Gesetzgeber ist da nicht gefragt, der Gesetzgeber gibt die Möglichkeit hiefür. (Abg. Parnigoni: Das ist ja ein glatter Schmäh!)
Beifall des Abg. Mag. Regler.
Abgeordneter Werner Miedl (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Herren Staatssekretäre! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Bayr, es ehrt uns sehr, dass Sie uns als ÖVP-Mandatare für etwas brauchen, was der Herr Bürgermeister im eigenen Wirkungsbereich auf Grund einer ortspolizeilichen Verordnung längst alleine machen könnte. (Abg. Bayr: Bundesgesetz!) Bitten Sie ihn, das umzusetzen, und die Sache ist in Ordnung! (Beifall des Abg. Mag. Regler.) Der Gesetzgeber ist da nicht gefragt, der Gesetzgeber gibt die Möglichkeit hiefür. (Abg. Parnigoni: Das ist ja ein glatter Schmäh!)
Abg. Parnigoni: Das ist ja ein glatter Schmäh!
Abgeordneter Werner Miedl (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Herren Staatssekretäre! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Bayr, es ehrt uns sehr, dass Sie uns als ÖVP-Mandatare für etwas brauchen, was der Herr Bürgermeister im eigenen Wirkungsbereich auf Grund einer ortspolizeilichen Verordnung längst alleine machen könnte. (Abg. Bayr: Bundesgesetz!) Bitten Sie ihn, das umzusetzen, und die Sache ist in Ordnung! (Beifall des Abg. Mag. Regler.) Der Gesetzgeber ist da nicht gefragt, der Gesetzgeber gibt die Möglichkeit hiefür. (Abg. Parnigoni: Das ist ja ein glatter Schmäh!)
Abg. Bayr: Sie wollen den Schilderwald vermehren?!
Herr Kollege! Wissen Sie, reden Sie zu den Bereichen, bei denen Sie sich auskennen, und die anderen Geschichten lassen Sie bleiben! Eine ortspolizeiliche Verordnung genügt! (Abg. Bayr: Sie wollen den Schilderwald vermehren?!) Es gibt ausreichend Ausnahmen auf Busspuren für bestimmte Gruppen von Straßenbenützern. Er könnte das auch tun, wenn er es wollte und die Courage dazu hätte.
Beifall des Abg. Mag. Regler.
Ich sage Ihnen: Er wird es deswegen nicht machen, weil der Berufspendlerverkehr, der Arbeiterverkehr, der Schülerverkehr und so weiter den Interessen diametral entgegenstehen. Das ist das wirkliche Problem. Wenn Sie es wollen, machen Sie es! Aber schieben Sie nicht die Schuld auf ÖVP-Mandatare! (Beifall des Abg. Mag. Regler.) Ich bitte, das zu beherzigen und zu berücksichtigen.
Abg. Bayr: Eine blöde Geschichte!
Meine Damen und Herren! Wir haben viel Wichtigeres: Wir haben ... (Abg. Bayr: Eine blöde Geschichte!) – Das ist überhaupt keine blöde Geschichte! Herr Häupl soll das machen, wenn er glaubt, dass es notwendig ist. Was braucht er uns dazu? – Der Gesetzgeber gibt ihm die Möglichkeit. Dann soll er es machen, so wie andere Bürgermeister das in ihren Gemeinden auch machen, und nicht andere Mandatare vorschieben! Das ist doch eine Spielerei, Frau Kollegin! Das haben wir doch gar nicht notwendig! Entschuldigung bitte! (Abg. Gaál: Verstehst du nicht, was sie sagt?)
Abg. Gaál: Verstehst du nicht, was sie sagt?
Meine Damen und Herren! Wir haben viel Wichtigeres: Wir haben ... (Abg. Bayr: Eine blöde Geschichte!) – Das ist überhaupt keine blöde Geschichte! Herr Häupl soll das machen, wenn er glaubt, dass es notwendig ist. Was braucht er uns dazu? – Der Gesetzgeber gibt ihm die Möglichkeit. Dann soll er es machen, so wie andere Bürgermeister das in ihren Gemeinden auch machen, und nicht andere Mandatare vorschieben! Das ist doch eine Spielerei, Frau Kollegin! Das haben wir doch gar nicht notwendig! Entschuldigung bitte! (Abg. Gaál: Verstehst du nicht, was sie sagt?)
Abg. Bayr: Das ist aber ein Armutszeugnis!
Ich habe es Ihnen schon im Ausschuss gesagt: Herr Bürgermeister Häupl kann das machen, wenn er es will. – Also soll er es tun, wenn Sie es für notwendig erachten! (Abg. Bayr: Das ist aber ein Armutszeugnis!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bedanke mich wirklich ausdrücklich bei all jenen, die mitgearbeitet haben, und denke, es ist auch Zeit, der Exekutive für das Umsetzen der Maßnahmen zu danken, die wir ihr als Gesetzgeber vorgeben. Das ist unabdingbar wichtig: Wir brauchen die Exekutive zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit und zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. – In diesem Sinne werden wir dem Gesetz gerne zustimmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Regler ist immer fachlich!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Vielleicht noch eine kurze Replik: Herr Kollege Regler, wir diskutieren ja gerne fachlich. (Abg. Dr. Stummvoll: Regler ist immer fachlich!) In der Sache Lärmschutz vor Fluglärm sind wir wirklich unterschiedlichster Meinung. Sie beziehen sich immer auf die Realitäten, den Wirtschaftsstandort. (Abg. Mag. Regler: So ist es!) Wir sagen immer: Priorität haben die Menschen, die dort ein Recht auf Ruhe während des Schlafes haben. (Abg. Dr. Brinek: Die werden auch wegfliegen wollen!) – Bitte!
Abg. Mag. Regler: So ist es!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Vielleicht noch eine kurze Replik: Herr Kollege Regler, wir diskutieren ja gerne fachlich. (Abg. Dr. Stummvoll: Regler ist immer fachlich!) In der Sache Lärmschutz vor Fluglärm sind wir wirklich unterschiedlichster Meinung. Sie beziehen sich immer auf die Realitäten, den Wirtschaftsstandort. (Abg. Mag. Regler: So ist es!) Wir sagen immer: Priorität haben die Menschen, die dort ein Recht auf Ruhe während des Schlafes haben. (Abg. Dr. Brinek: Die werden auch wegfliegen wollen!) – Bitte!
Abg. Dr. Brinek: Die werden auch wegfliegen wollen!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Vielleicht noch eine kurze Replik: Herr Kollege Regler, wir diskutieren ja gerne fachlich. (Abg. Dr. Stummvoll: Regler ist immer fachlich!) In der Sache Lärmschutz vor Fluglärm sind wir wirklich unterschiedlichster Meinung. Sie beziehen sich immer auf die Realitäten, den Wirtschaftsstandort. (Abg. Mag. Regler: So ist es!) Wir sagen immer: Priorität haben die Menschen, die dort ein Recht auf Ruhe während des Schlafes haben. (Abg. Dr. Brinek: Die werden auch wegfliegen wollen!) – Bitte!
Abg. Mag. Regler: O ja!
Ja, es geht auch um Ruhe in der Nacht. Diese ist nicht gewährleistet, auch nicht mit dem Ergebnis der Mediation. (Abg. Mag. Regler: O ja!) Es geht um sechs Stunden, aber in diesen sechs Stunden dürfen im Jahr 3 000 Nachtflüge stattfinden. Das ist ja das Problem! Es ist nicht die Zahl der Nachtflüge, sondern dass ein Startknall einen Anrainer aus dem Schlaf reißt. Das ist extrem gesundheitsgefährdend! Daher sagen wir: Es muss eine Regelung geben, die den Flugverkehr erlaubt – das ist jetzt vorhanden –, nur darf es nicht zu diesen Steigerungen kommen. Das ist der Unterschied! Das gestehen Sie mir zu. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Regler: Die passieren aber!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Regler: Die passieren aber!
Ja, es geht auch um Ruhe in der Nacht. Diese ist nicht gewährleistet, auch nicht mit dem Ergebnis der Mediation. (Abg. Mag. Regler: O ja!) Es geht um sechs Stunden, aber in diesen sechs Stunden dürfen im Jahr 3 000 Nachtflüge stattfinden. Das ist ja das Problem! Es ist nicht die Zahl der Nachtflüge, sondern dass ein Startknall einen Anrainer aus dem Schlaf reißt. Das ist extrem gesundheitsgefährdend! Daher sagen wir: Es muss eine Regelung geben, die den Flugverkehr erlaubt – das ist jetzt vorhanden –, nur darf es nicht zu diesen Steigerungen kommen. Das ist der Unterschied! Das gestehen Sie mir zu. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Regler: Die passieren aber!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sind aber nicht die Schwächsten! Die sind sehr stark! Die Radfahrer fahren auf den Gehsteigen!
Jetzt komme ich zu den insgesamt neun Tagesordnungspunkten, die unter einem verhandelt werden. Ich konzentriere mich wieder auf den einen Bereich der StVO-Verordnung. Herr Kollege Miedl, Sie haben durchaus Recht, es wird hier einiges beschlossen, was der Verkehrssicherheit gut tut, was für die Verkehrssicherheit wichtig ist, was die Kontrollen erleichtert, was die Effizienz erhöht. Diesbezüglich stehen wir völlig auf Ihrer Seite. Das unterstützen wir auch. Aber da diese StVO-Reform als eine relativ große angekündigt worden ist und nichts für eine Verbesserung der Situation der FußgeherInnen und der RadfahrerInnen – nämlich der schwächsten VerkehrsteilnehmerInnen – in der StVO-Verordnung vorliegt, ist es für uns zu wenig! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sind aber nicht die Schwächsten! Die sind sehr stark! Die Radfahrer fahren auf den Gehsteigen!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Wir sind auch mit dem Abänderungsantrag nicht einverstanden, den Sie uns präsentiert haben. Demnach sind Tiertransporte am Wochenende nach wie vor möglich, und Transporte von verderblichen Lebensmitteln werden auf Anhänger ausgedehnt – also nicht nur auf LKW-Züge, sondern auch auf Anhänger. Das ist für uns zwar besser als die Regelung, die Sie ursprünglich vorhatten. Die derzeitig gültige sieht ja noch ein Verbot vor, und wir wollen lieber bei diesem klaren Wochenend-Fahrverbot bleiben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) Deswegen werden wir diesem Abänderungsantrag nicht zustimmen und die StVO-Verordnung ablehnen.
Beifall bei den Grünen.
rung im Vorfeld schon angedeutet. Wir wollen eine gesamte StVO-Reform, und das ist uns leider zu wenig. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Gabriela Moser.
Das ist auch eine Priorität: Der Mensch soll schlafen können, er muss aber auch arbeiten können, er muss genug zu essen haben, und es muss auch soziale Sicherheit gegeben sein. (Zwischenruf der Abg. Dr. Gabriela Moser.)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen.
Die Sozialdemokraten stimmen dieser Novellierung der Straßenverkehrsordnung zu, und zwar deshalb, weil sie gut ist. Sie von den Grünen aber stimmen nicht zu, weil sie einfach nicht zustimmen können, weil sie in diesem Fall kleinbürgerlich denken. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Wir versuchen, die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. (Zwischenrufe bei den Grünen.) – Ja, die Viehtransporte, das ist mir direkt unter die Haut gegangen, nicht nur als Bauer, sondern auch als Tierschutzsprecher. Ich bin gegen Tiertransporte, aber wenn man am Wochenende die Großviehtransporte vor der Grenze abstellen muss oder, so wie Sie den Tieren zumuten möchten, dass sie 300, 400 Kilometer um Österreich herumgefahren werden müssen, dann ist das eine Schande, das sage ich Ihnen. Ich als Bauer weiß, wovon ich rede. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir versuchen, die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. (Zwischenrufe bei den Grünen.) – Ja, die Viehtransporte, das ist mir direkt unter die Haut gegangen, nicht nur als Bauer, sondern auch als Tierschutzsprecher. Ich bin gegen Tiertransporte, aber wenn man am Wochenende die Großviehtransporte vor der Grenze abstellen muss oder, so wie Sie den Tieren zumuten möchten, dass sie 300, 400 Kilometer um Österreich herumgefahren werden müssen, dann ist das eine Schande, das sage ich Ihnen. Ich als Bauer weiß, wovon ich rede. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Da Sie die leicht verderblichen Lebensmittel angesprochen haben: Das Einzige, was wir gemacht haben, ist, dass wir den Hängerzug mit dem normalen LKW gleichgestellt haben. Sie sagen, auch das sei Ihnen zu viel. Es sind die gleichen Verbote gegeben wie vorher, wir haben lediglich eine Gleichstellung vorgenommen und die Viehtransporte mit hineingenommen. Dafür stehe ich, und das unterstütze ich auch. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Macht viel mehr Lärm!
Frau Abgeordneter Bayr möchte ich Folgendes sagen: Ich bin auch ein Motorradfahrer. Wir reden hier herinnen immer wieder von der Stützung des Nahverkehrs, vom freien Verkehr, Personenverkehr, Bussen et cetera. Wenn wir heute die Motorradfahrer dazunehmen, dann kommt der Nächste und sagt: Ich möchte auch diese Freizügigkeit haben. – Ich bin dagegen, weil ein Motorradfahrer genauso ein Hindernis darstellt wie jedes andere Fahrzeug auch. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Macht viel mehr Lärm!) Der Bus wird nicht darum herum fahren können. Deshalb sind wir dagegen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Natürlich würde es mich als Motorradfahrer freuen, wenn ich das auch benützen könnte, aber im Hinblick auf die Verkehrssicherheit und die Förderung des Nahverkehrs sind wir dagegen, bleiben wir dagegen und werden diese Maßnahmen nicht unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Miedl.
Abgeordnete Gabriele Binder (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Wittauer, Argumente sind das eine, das Spannende an dieser Debatte ist aber, dass das, was Kollegin Bayr vorgetragen hat, nämlich Wünsche auch von der ÖVP Wien, von Ihnen hier negiert wird. Dem, was die Basis wünscht, schließen Sie sich nicht an! (Zwischenruf des Abg. Miedl.)
Abg. Miedl: Sie haben ja die Möglichkeit! Sie scheuen die Verantwortung!
Herr Kollege Miedl, ich habe mich erkundigt: Es würde einen Schilderwald nach sich ziehen, wenn der Herr Bürgermeister einen Alleingang (Abg. Miedl: Sie haben ja die Möglichkeit! Sie scheuen die Verantwortung!) – nicht auf den Boden hauen, ganz ruhig bleiben! – in Wien machen würde. Das wäre nicht im Sinne der Verkehrssicherheit. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Sie wollen sich vor der Verantwortung drücken!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Sie wollen sich vor der Verantwortung drücken!
Herr Kollege Miedl, ich habe mich erkundigt: Es würde einen Schilderwald nach sich ziehen, wenn der Herr Bürgermeister einen Alleingang (Abg. Miedl: Sie haben ja die Möglichkeit! Sie scheuen die Verantwortung!) – nicht auf den Boden hauen, ganz ruhig bleiben! – in Wien machen würde. Das wäre nicht im Sinne der Verkehrssicherheit. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Sie wollen sich vor der Verantwortung drücken!)
Abg. Miedl: Sie kennen sich überhaupt nicht aus! Keine Ahnung!
Wir bedauern auch sehr, dass nur eine sehr eingeschränkte Ferienverkehrsordnung erlassen wird. (Abg. Miedl: Sie kennen sich überhaupt nicht aus! Keine Ahnung!) Es wird, wie im gestrigen oder im heutigen „Kurier“ zu lesen ist, das programmierte Chaos im Sommer kommen.
Beifall bei der SPÖ.
Generalsekretär Heller meint, der so genannte Fahrverbotskalender sei ein Flickwerk mit argen Mängeln. Ich denke, das ist nicht im Sinne der Benützerinnen und Benützer von Straßen, der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bin sehr dankbar dafür, dass es letztlich doch gelungen ist, zumindest dieses Schild zu machen, hoffe aber, dass auch weitere Forderungen, auch des Taxigewerbes, umgesetzt werden, da das wichtig ist, wenn wir unsere Innenstädte neben dem öffentlichen Verkehr auch für Touristen attraktiv halten wollen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Regler: Zwei Staatssekretäre sind ja hier!
Abgeordnete Heidemarie Rest-Hinterseer (Grüne): Herr Präsident! Die Herren Staatssekretäre! – Der Herr Minister fehlt wieder. (Abg. Mag. Regler: Zwei Staatssekretäre sind ja hier!)
Beifall bei den Grünen.
Also insgesamt kein großer Wurf, sondern ein Bumerang für viele Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Nein, nein, ...!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Sehr geehrte Frau Moser und Frau Rest-Hinterseer, ich finde es wirklich sehr unverständlich, dass Sie von den Grünen gegen die Straßenverkehrsordnung stimmen, da Sie sich damit eindeutig gegen Verkehrssicherheit aussprechen. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Nein, nein, ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Der zweite Punkt ist die heute schon mehrfach angesprochene Rücknahme des Ausnahmekatalogs von Wochenendfahrverboten, wobei lediglich die zuerst schon von meinem Kollegen Wittauer angesprochene Tierschutzmaßnahme bestehen bleibt. Ich sage wirklich ausdrücklich: Tierschutzmaßnahme, da Großviehtransporte nicht an den Grenzen stehen bleiben sollen und die Tiere dann dort über das Wochenende „vor sich hin darben“, sage ich jetzt einmal unter Anführungszeichen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die vorliegende Novelle der Straßenverkehrsordnung ist sehr umfassend, sie berücksichtigt technische Weiterentwicklungen und geänderte Rahmenbedingungen, aber in erster Linie – das möchte ich noch einmal ganz besonders betonen – stellt die vorliegende Novellierung der Straßenverkehrsordnung einen weiteren Beitrag zur Verkehrssicherheit dar, ein Punkt, den sich Bundesminister Gorbach für seine Verkehrspolitik ganz besonders vorgenommen hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
haben, insbesondere bei den Mitgliedern meiner Fraktion, bei Kurt Eder, unserem Verkehrssprecher, dass dieses Wochenendfahrverbot erhalten bleiben konnte. Danke schön dafür! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was die letzten Meldungen zum Transitbereich betrifft, meine Damen und Herren: Vielfahrerbonus statt Transitbremse – es ist ja unglaublich, in welche Richtung sich das entwickelt! Dass man jetzt bereit ist, für Vielfahrer einen Bonus auszubezahlen, das kann und darf nicht wahr sein, dass die EU jetzt in diese Richtung geht, statt den Transit auf die Schiene zu verlagern oder zu verhindern. Jetzt soll ein Vielfahrerbonus ausbezahlt werden, der, so lese ich, bis zu 13 Prozent ausmachen soll! Das ist ein völlig untauglicher und kontraproduktiver Ansatz zur Vermeidung des Transitverkehrs, meine Damen und Herren, und dagegen muss man sich wehren! Ich bitte darum. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Reheis
Gerade deshalb – wir haben das heute Vormittag in der Fragestunde gehört – hat Österreich entsprechend in den Lärmschutz investiert, und wir haben auch versucht, die Schadstoffe zu minimieren. Herr Kollege Reheis, Sie wissen, dass die Partikelfilter eingeführt werden, um hier einen Schritt in diese Richtung zu gehen (Zwischenruf des Abg. Reheis), und zwar mit einem Bonus/Malus-System, und dass mit der Biokraftstoffverordnung auch im Bereich der Schadstoffentlastung etwas getan werden wird.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! In Zukunft sollten Alkohollenker in Österreich nur unter 0,5 Promille Alkohol im Blut haben, aber dafür über 5 Prozent Alkohol im Tank. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, diese Maßnahmen, meine Damen und Herren, zeigen: Wir sind auf dem richtigen Weg, wir betreiben eine strategische Verkehrssicherheitspolitik, die tatsächlich mehr Sicherheit im Verkehr, mehr Sicherheit für die Menschen bringen wird, und das ist das, was wir anstreben! Ich danke allen hier im Hohen Haus, die diese Politik unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Verkehrssicherheitsprogramm für 2010 ist zweifellos ambitioniert, und wir werden gemeinsam – ich betone: gemeinsam – gefordert sein, es im Interesse unserer Jugend auch rasch umzusetzen. Meine Damen und Herren, ich hoffe, es gelingt uns. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zusammenfassend: Es liegt mit dieser Regierungsvorlage eine moderne, auf die neuen technischen Rahmenbedingungen angepasste und vor allem auf Sicherheit bedachte Novelle der Straßenverkehrsordnung vor. Die Richtung des Weges stimmt. Stimmen Sie zu! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher ist es, glaube ich, notwendig und wichtig, dass wir schärfere Kontrollen durchführen, vor allem bei den Lkws, um damit den Schutz von Leben zu forcieren und um damit auch den Schutz der Arbeitnehmer und auch den Schutz unserer österreichischen Transportunternehmer zu garantieren. Das muss Priorität haben. Das ist uns Sozialdemokraten wichtig, und daher geben wir dieser Novelle gerne unsere Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Weiters wird auch der Kreis der Ärzte durch eine spezielle Fortbildung und Ermächtigung der Landesregierung erweitert, und somit werden jene, bei denen sich der Verdacht eines Alkohol- beziehungsweise Suchtgiftkonsums durch die Vortests bestätigt, rascher einer Untersuchung zugeführt. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Letztlich trägt das zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr bei und somit auch zu mehr Sicherheit in meinem Bundesland Steiermark. Sichere Heimat ist ja schon lange das Thema unserer Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Ich fordere trotzdem dringend die Anwesenheit des Herrn Bundeskanzlers hier. Wir haben gestern bereits versucht, diese Dringliche Anfrage einzubringen, jedoch wurde uns das verunmöglicht durch einen Dringlichen Antrag der ÖVP, und zwar zu einem Thema, das mehr als unaktuell war, nämlich zum Beschäftigungsgipfel vom 1. Mai (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP), wobei es dazu keinen einzigen neuen Inhalt und keine einzige neue Maßnahme gibt, die nicht schon vorher im Ministerratsvortrag vom Dienstag veröffentlicht worden wäre.
Beifall bei den Grünen.
Ich beantrage daher gemäß § 18 Abs. 3 der Geschäftsordnung, der Nationalrat möge beschließen, dass der Herr Bundeskanzler dieser Debatte beigezogen wird, und ich beantrage weiters eine Sitzungsunterbrechung, bis der Herr Bundeskanzler dieser Debatte beiwohnt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Die Maßnahmen dieser Regierung sind nicht aktuell!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich halte hiermit fest, dass nach dieser Wortmeldung der Kollegin Glawischnig klar ist: Für die Grünen ist die Frage der Arbeitsmarktsituation nicht aktuell, nicht dringlich. (Abg. Dr. Glawischnig: Die Maßnahmen dieser Regierung sind nicht aktuell!) Und das ist schon eine politische Äußerung, die mir Sorge macht, denn wer mit Menschen, die keine Arbeit haben, redet, weiß, dass das wohl eines der aktuellsten Themen ist, das es überhaupt gibt. – Erstens. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich halte hiermit fest, dass nach dieser Wortmeldung der Kollegin Glawischnig klar ist: Für die Grünen ist die Frage der Arbeitsmarktsituation nicht aktuell, nicht dringlich. (Abg. Dr. Glawischnig: Die Maßnahmen dieser Regierung sind nicht aktuell!) Und das ist schon eine politische Äußerung, die mir Sorge macht, denn wer mit Menschen, die keine Arbeit haben, redet, weiß, dass das wohl eines der aktuellsten Themen ist, das es überhaupt gibt. – Erstens. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Sehr dringlich!
macht in der Ausübung der Rechte keinen Unterschied zwischen Oppositions- und Regierungspartei. Es war daher selbstverständlich das geschäftsordnungsgemäß verbriefte Recht der Österreichischen Volkspartei, gestern einen Dringlichen Antrag einzubringen, und zwar zu einem sehr wohl dringlichen Thema, nämlich zur Arbeitsmarktsituation in Österreich. (Abg. Dr. Glawischnig: Sehr dringlich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich denke, dass es gut ist, dass Franz Morak hier im Parlament ist und der Herr Bundeskanzler bei diesem Festakt des Burgenländischen Landtages und damit würdig die Republik Österreich vertritt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Deshalb ist klar, dass auch meine Fraktion diesem Antrag der Grünen nicht zustimmen wird, sondern geschäftsordnungsmäßig korrekt wird Herr Staatssekretär Morak Herrn Bundeskanzler Schüssel hier vertreten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Meine Fraktion wird dem Antrag der Grünen zustimmen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Selbstverständlich ist es das Recht des Bundeskanzlers, sich vertreten zu lassen, allerdings würden wir uns einen Bundeskanzler wünschen, der sich beim Thema Rehabilitierung der Opfer der NS-Militärjustiz nicht vertreten lässt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Wer diesem Antrag beitritt, den bitte ich um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Wir kommen nunmehr zur Behandlung der Dringlichen Anfrage. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Ich darf die Damen und Herren um Ruhe bitten!
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Klubobmann Molterer, ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, in denen es so war, dass Dringliche Anfragen im Nationalrat um 10 Uhr früh, wenn die Sitzung begonnen hat, eingebracht wurden. Große Überraschung. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Daran kann ich mich noch gut erinnern.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
um eine „Antwort“ in dieser Form zu geben, wie Sie das tun, nämlich mit einem einfachen und schlichten Verweis auf die Geschäftsordnung des Nationalrates. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Dringliche Anfragen und Diskussionen im Plenum des Nationalrats bieten die Möglichkeit, Argumente auszutauschen und auch die unterschiedlichen Standpunkte, die die einzelnen Fraktionen haben, herauszuarbeiten. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Heute ist der 12. Mai!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte mich heute am 13. Mai des Jubiläumsgedenkjahres zwei offenen Bereichen dieser 60-jährigen Auseinandersetzung widmen. (Ruf bei der ÖVP: Heute ist der 12. Mai!) Entschuldigung! 12. Mai. Morgen sind es noch zwei Tage bis zum 15. Mai, bis „50 Jahre Staatsvertrag“. – Wie gesagt, ich widme mich heute zwei offenen Bereichen.
Beifall bei den Grünen.
Ich halte es für ein Gebot der Stunde, jene Punkte – ich will es nicht „schwarze Flecken“ nennen, sondern unaufgearbeitete Dinge –, wo es noch nichts dazu gibt, wo bisher die politische Verantwortung versagt hat, wo sie nicht wahrgenommen wurde, aufzuarbeiten. Das ist Gegenstand meiner Sorge in diesem Jubiläumsjahr, in diesem Gedankenjahr 2005. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es hat der Herr Bundesrat Kampl, der im Bundesrat aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht hat, sondern das einfach – wie soll ich das nennen? – herausgelassen hat, was in seinem Kopf war, die Diskussion darüber in Österreich maßgeblich weiterbewegt. Und was sagte der Herr Bundeskanzler dazu? –Bisher nichts. Zur Tatsache, dass hohe Repräsentanten der Republik im Jahr 2005 Deserteure aus der Wehrmacht als „Kameradenmörder“ und als „feig“ bezeichnen können, schweigt Bundeskanzler Schüssel bis heute. Deshalb wollten wir diese Auseinandersetzung heute mit ihm führen, um ihm die Möglichkeit zu geben, hier ganz eindeutig dazu Stellung zu nehmen und jene Klärungen, die ausständig sind, hier heute auch vorzunehmen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Es hat aber der gesamte Bundesrat damals zugestimmt!
Meine Damen und Herren! Da geht es um Grundwerte der Demokratie und um Grundwerte des Verständnisses von Freiheit und Demokratie. Und da ist es wirklich nicht verfehlt, zu sagen: Wer zu solchen Aussagen schweigt, der stimmt zu! Das ist kein Sprichwort, sondern eine Tatsache: Wer schweigt, der stimmt zu! (Abg. Scheibner: Es hat aber der gesamte Bundesrat damals zugestimmt!) Diese Gelegenheit nimmt Bundeskanzler Schüssel heute nicht wahr! (Abg. Scheibner: Es stimmte der gesamte Bundesrat diesen Aussagen zu!)
Abg. Scheibner: Es stimmte der gesamte Bundesrat diesen Aussagen zu!
Meine Damen und Herren! Da geht es um Grundwerte der Demokratie und um Grundwerte des Verständnisses von Freiheit und Demokratie. Und da ist es wirklich nicht verfehlt, zu sagen: Wer zu solchen Aussagen schweigt, der stimmt zu! Das ist kein Sprichwort, sondern eine Tatsache: Wer schweigt, der stimmt zu! (Abg. Scheibner: Es hat aber der gesamte Bundesrat damals zugestimmt!) Diese Gelegenheit nimmt Bundeskanzler Schüssel heute nicht wahr! (Abg. Scheibner: Es stimmte der gesamte Bundesrat diesen Aussagen zu!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum schreien Sie eigentlich so? Das ist unerträglich!
Ich komme jetzt zur Geschichte dieser Frage der Anerkennung der Opfer der NS-Militärjustiz. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum schreien Sie eigentlich so? Das ist unerträglich!) 1999 gab es hier im Nationalrat den ersten Schritt bei der Beschäftigung der Politik und bei der demokratischen Auseinandersetzung mit diesem Thema. Es hat damals eine Initiative gegeben, die von vier Parteien mitgetragen wurde – damals waren die Liberalen noch im Nationalrat; wie gesagt, von vier Parteien, es waren damals fünf, die Freiheitlichen waren damals nicht dabei, sie sind es bis heute nicht –, und diese Initiative, die sich damit beschäftigt hat, dass endlich Forschungstätigkeit zu diesem Thema in Österreich Platz greift, ist dann auch aufgegriffen worden.
Präsident Dr. Khol: Ja!
Wir haben es zwar jetzt erst, vor zwei Monaten, entdeckt, dass dieses Gesetz gilt, aber es gilt seit 1946. Kein Richter, kein Staatsanwalt, kein Justizbeamter in dieser Republik hat bis zu diesem Tag gewusst, dass dieses Gesetz auch auf diese Opfergruppen vermeintlich anzuwenden ist. Aber wir sagen: Jetzt gilt es! Erinnern Sie sich an damals, Herr Präsident? (Präsident Dr. Khol: Ja!) Sie haben auch, wenn ich das jetzt so salopp sagen darf, große Augen gemacht, weil das nicht der Erwartung entsprochen hat.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Da kann ich nur sagen: Das ist eine Art von Kaltschnäuzigkeit bei einer juristisch spitzfindigen Argumentation, wo es mir als Juristin kalt über den Rücken läuft, wenn ich so etwas höre. Aber das war so! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Warten Sie einmal ab!
Die Initiative der Grünen war damals, sofort einen Gesetzesantrag einzubringen, in dem gefordert wird, dass das geklärt werden muss. Das Beispiel, Herr Klubobmann Molterer, ... (Abg. Mag. Molterer: Warten Sie einmal ab!) Ich warte schon so lange, Herr Mag. Molterer! (Abg. Mag. Molterer: Warten Sie 5 Minuten!) Ich warte seit Jahren darauf, dass etwas passiert. Ich kann noch warten, aber ich möchte Ihnen sagen, was hier notwendig ist. Das ist mein Punkt, Herr Mag. Molterer, weil ich mich schon so lange damit beschäftige.
Abg. Mag. Molterer: Warten Sie 5 Minuten!
Die Initiative der Grünen war damals, sofort einen Gesetzesantrag einzubringen, in dem gefordert wird, dass das geklärt werden muss. Das Beispiel, Herr Klubobmann Molterer, ... (Abg. Mag. Molterer: Warten Sie einmal ab!) Ich warte schon so lange, Herr Mag. Molterer! (Abg. Mag. Molterer: Warten Sie 5 Minuten!) Ich warte seit Jahren darauf, dass etwas passiert. Ich kann noch warten, aber ich möchte Ihnen sagen, was hier notwendig ist. Das ist mein Punkt, Herr Mag. Molterer, weil ich mich schon so lange damit beschäftige.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber nicht ich allein beschäftige mich damit, da gibt es Forscher, Forscherinnen, große Gruppen, da gibt es ein Personenkomitee, da gibt es die Betroffenen selbst, die sich organisiert haben und die seit drei Jahren zu den Institutionen betteln gehen, um zu ihrem Recht zu kommen, nämlich dazu zu kommen, dass es in diesem Land Recht und nicht Gnade für Opfer der NS-Militärjustiz und Deserteure gibt. Das ist der Punkt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Das stimmt nicht!
Obwohl es darüber jetzt schon eine fast dreijährige Auseinandersetzung im Justizausschuss gibt – diese Anträge sind wie Wanderpokale: vertagt, das nächste Mal wieder auf der Tagesordnung, nichts passiert, zig Gespräche mit dem damaligen Minister Haupt, mit dem Justizministerium, mit den Fraktionssprechern, aber alles vergeblich –, gibt es noch immer keinen Akt, der dieses Unrecht auch nur in Ansätzen zu benennen versucht, geschweige denn, es wieder gutzumachen. (Abg. Dr. Fekter: Das stimmt nicht!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Inzwischen ist 60 Jahre Republik gefeiert worden, inzwischen ist die Befreiung des KZ Mauthausen gefeiert worden, inzwischen ist der 8. Mai, nämlich der Tag der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht und damit das Kriegsende in Europa gefeiert und gewürdigt worden – aber die Opfer der NS-Militärjustiz, die warten immer noch auf Schritte der Politik, Herr Mag. Molterer! Deshalb ist die Behandlung dieser Fragen so dringlich! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Murauer: Er ist im Burgenland!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir werden in dieser Debatte noch vielfach darauf zurückkommen, dass genau an diesem Tag, an dem der Herr Bundeskanzler nicht hier im Parlament beziehungsweise hier im Nationalrat erscheint, sondern bei einem zugegebenermaßen verunglückten Festakt Ortstafeln enthüllt (Abg. Murauer: Er ist im Burgenland!) und damit geradezu zeigt, dass diese Missachtung von Verfassungsrecht in Österreich in Permanenz anhält. Es sind nämlich nur drei oder vier Tafeln (Abg. Dr. Fekter: 20!) heute in Kärnten aufgestellt und enthüllt worden. Es sind vier von 20 Tafeln, Frau Dr. Fekter, die seit 1977 in der Verordnung bezeichnet sind und seit 1977 nicht stehen – gar nicht zu reden von den restlichen über 300, die auf Grund des Artikels 7 des Staatsvertrages von Wien erfasst wären und wo keine Rede davon ist, sie aufzustellen.
Abg. Dr. Fekter: 20!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir werden in dieser Debatte noch vielfach darauf zurückkommen, dass genau an diesem Tag, an dem der Herr Bundeskanzler nicht hier im Parlament beziehungsweise hier im Nationalrat erscheint, sondern bei einem zugegebenermaßen verunglückten Festakt Ortstafeln enthüllt (Abg. Murauer: Er ist im Burgenland!) und damit geradezu zeigt, dass diese Missachtung von Verfassungsrecht in Österreich in Permanenz anhält. Es sind nämlich nur drei oder vier Tafeln (Abg. Dr. Fekter: 20!) heute in Kärnten aufgestellt und enthüllt worden. Es sind vier von 20 Tafeln, Frau Dr. Fekter, die seit 1977 in der Verordnung bezeichnet sind und seit 1977 nicht stehen – gar nicht zu reden von den restlichen über 300, die auf Grund des Artikels 7 des Staatsvertrages von Wien erfasst wären und wo keine Rede davon ist, sie aufzustellen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Damals war er noch nicht in der Regierung!
Regierung vertritt, die 21 813 Tage die Verfassung bricht? Ist das ein gutes Gefühl? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Damals war er noch nicht in der Regierung!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Wo bleibt Ihre Verantwortung? All das steht auf Ihrem Zettel! Sie lesen ja vor!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im Hinblick darauf darf ich, bevor ich auf die Fragen im Detail eingehe, folgenden Appell an Sie richten: Lassen Sie uns die im Zusammenhang mit unserer jüngeren Geschichte stehenden politischen Fragestellungen nicht im Geiste parteipolitischer Polemik, sondern staatspolitischer Verantwortung diskutieren und gemeinsame Lösungsansätze finden! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Wo bleibt Ihre Verantwortung? All das steht auf Ihrem Zettel! Sie lesen ja vor!)
Abg. Dr. Grünewald: Aber nicht wegen Ihnen!
Bundesrat Kampl ist von seiner Funktion zurückgetreten. (Abg. Dr. Grünewald: Aber nicht wegen Ihnen!) Ich meine, das war die richtige Konsequenz.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
„Und daher ist für mich und hoffentlich für uns alle klar, dass, wer die Gräuel des nationalsozialistischen Regimes verharmlost und die Existenz von Lagern, von Gaskammern relativiert, nicht in unsere Institutionslandschaft passt.“ – Zitatende. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Könnte man nicht Ihr Manuskript verteilen? Dann müssten Sie das nicht vorlesen!
Dass dies zum Grundkonsens der Zweiten Republik zählt, zeigen auch die in der unmittelbaren Nachkriegszeit erlassenen gesetzlichen Maßnahmen, nämlich das so genannte Aufhebungs- und Einstellungsgesetz: Ich meine damit das Gesetz vom 3. Juli 1945 über die Aufhebung von Strafurteilen und die Einstellung von Strafverfahren, Strafgesetzblatt Nr. 48/1945, die darauf basierende Verordnung vom 5. September 1945 sowie schließlich die so genannte Befreiungsamnestie, Bundesgesetz vom 6. März 1946 über die Einstellung von Strafverfahren, die Nachsicht von Strafen und die Tilgung von Verurteilungen aus Anlass der Befreiung Österreichs, Bundesgesetzblatt Nr. 79/1946 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 192/47. (Abg. Dr. Glawischnig: Könnte man nicht Ihr Manuskript verteilen? Dann müssten Sie das nicht vorlesen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich glaube in diesem Sinn, dass man gerade im Gedankenjahr 2005 diese Problematik nicht auf eine rechtliche Fragestellung reduzieren darf. Der Herr Bundeskanzler ist daher auch, um allfällige Zweifel an der Richtigkeit der geschilderten Rechtsauffassung zu beseitigen, mit dem Herrn Bundespräsidenten einer Meinung, dass es angezeigt wäre, Urteile der deutschen Kriegsgerichte gegen Deserteure durch einen symbolischen Akt des Gesetzgebers im Sinne einer authentischen Interpretation außer Kraft zu setzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.
Ja. Ich werde für eine Anerkennung der Homosexuellen und der so genannten asozialen NS-Opfer und darüber hinaus auch der von Ihnen nicht erwähnten „Zwangssterilisierten“ im Opferfürsorgegesetz eintreten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mitwirkung in Kärnten von allen hier im Hause vertretenen Parteien unterstützt wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nach den erkennbaren Bemühungen aller an der Konsenskonferenz Beteiligten besteht die Absicht und auch die Hoffnung für eine baldige Umsetzung des VfGH-Erkenntnisses. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zunächst kurz zum abwesenden Bundeskanzler: Natürlich ist es sein formales Recht, jeder Anfragebeantwortung, jeder Dringlichen Anfrage und jedem Dringlichen Antrag fern zu bleiben. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) Der Nationalrat und das österreichische Parlament haben aber mehr als nur formale Rechte! Wir haben alle gemeinsam das Recht, politische Antworten vom Regierungschef und nicht immer von seinen Vertretungen zu bekommen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Freuen Sie sich doch! Er ist ohnedies Tafeln aufstellen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Freuen Sie sich doch! Er ist ohnedies Tafeln aufstellen!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zunächst kurz zum abwesenden Bundeskanzler: Natürlich ist es sein formales Recht, jeder Anfragebeantwortung, jeder Dringlichen Anfrage und jedem Dringlichen Antrag fern zu bleiben. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) Der Nationalrat und das österreichische Parlament haben aber mehr als nur formale Rechte! Wir haben alle gemeinsam das Recht, politische Antworten vom Regierungschef und nicht immer von seinen Vertretungen zu bekommen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Freuen Sie sich doch! Er ist ohnedies Tafeln aufstellen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Der Bundeskanzler hat sich beim Klubobmann der Österreichischen Volkspartei einen Dringlichen Antrag zur Wiederholung einer Kanzlerpressekonferenz bestellt. Das ist gestern durchgeführt worden. Auch das ist formal durch die Geschäftsordnung gedeckt. Und ich verstehe die Menschen im Burgenland, die heute zu Recht das 60-Jahre-Jubiläum feiern wollen. Aber ich habe kein Verständnis für einen Bundeskanzler, der sagt: Ich gehe lieber feiern in Eisenstadt, als im Nationalrat in Wien Fragen zu beantworten. Der Platz von Bundeskanzler Schüssel wäre heute hier im Nationalrat! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Staatssekretär, erklären Sie mir einmal die Rätsel der kanzlerischen Mobilität! Er ist Ihrer Ansicht nach zwar in der Lage, um 15 Uhr von Kärnten aus Eisenstadt zu erreichen, aber offensichtlich nicht in der Lage, Wien zu erreichen! Da muss in der Verkehrspolitik der Bundesregierung etwas uns bisher völlig Unbekanntes schief gegangen sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Bei Ihren Dringlichen Anfragen ist nicht einmal der Klubobmann dabei! – Weitere Zwischenrufe.
Wie viel Anstand als Abgeordneter, Herr Mag. Molterer, wie viel Restanstand ist Ihnen noch verblieben, dass Sie auf jede Bestellung des Kanzlers losrennen und sagen: Dringliche Anfrage – Anruf bei Mück – dringende Rede an die Nation? (Ruf bei der ÖVP: Bei Ihren Dringlichen Anfragen ist nicht einmal der Klubobmann dabei! – Weitere Zwischenrufe.) – So, und jetzt Schluss: Wenn Wolfgang Schüssel es vorzieht, dem Nationalrat fernzubleiben, dann soll er daraus gefälligst einen Dauerzustand machen, indem er diese Regierung zum längst fälligen Rücktritt bringt und den Platz freimacht, nicht nur für heute, sondern für alle Zukunft! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wie viel Anstand als Abgeordneter, Herr Mag. Molterer, wie viel Restanstand ist Ihnen noch verblieben, dass Sie auf jede Bestellung des Kanzlers losrennen und sagen: Dringliche Anfrage – Anruf bei Mück – dringende Rede an die Nation? (Ruf bei der ÖVP: Bei Ihren Dringlichen Anfragen ist nicht einmal der Klubobmann dabei! – Weitere Zwischenrufe.) – So, und jetzt Schluss: Wenn Wolfgang Schüssel es vorzieht, dem Nationalrat fernzubleiben, dann soll er daraus gefälligst einen Dauerzustand machen, indem er diese Regierung zum längst fälligen Rücktritt bringt und den Platz freimacht, nicht nur für heute, sondern für alle Zukunft! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da haben Sie dem Herrn Staatssekretär nicht zugehört!
Bis heute wird ihnen nur Amnestie geboten. Amnestie ist nicht Anerkennung, Amnestie ist die Vergebung eines Verbrechens. (Abg. Scheibner: Da haben Sie dem Herrn Staatssekretär nicht zugehört!) Die Republik Österreich signalisiert mit dem Wort „Amnestiegesetz“ nach wie vor an die Deserteure und an viele andere: Wir vergeben euch eure Schuld (Staatssekretär Morak: Das stimmt nicht! – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter), aber nicht: Wir erkennen an, dass ihr einen Beitrag zur Schwächung der verbrecherischen Wehrmacht und des verbrecherischen Nazi-Regimes geleistet habt! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Staatssekretär Morak: Das stimmt nicht! – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter
Bis heute wird ihnen nur Amnestie geboten. Amnestie ist nicht Anerkennung, Amnestie ist die Vergebung eines Verbrechens. (Abg. Scheibner: Da haben Sie dem Herrn Staatssekretär nicht zugehört!) Die Republik Österreich signalisiert mit dem Wort „Amnestiegesetz“ nach wie vor an die Deserteure und an viele andere: Wir vergeben euch eure Schuld (Staatssekretär Morak: Das stimmt nicht! – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter), aber nicht: Wir erkennen an, dass ihr einen Beitrag zur Schwächung der verbrecherischen Wehrmacht und des verbrecherischen Nazi-Regimes geleistet habt! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Bis heute wird ihnen nur Amnestie geboten. Amnestie ist nicht Anerkennung, Amnestie ist die Vergebung eines Verbrechens. (Abg. Scheibner: Da haben Sie dem Herrn Staatssekretär nicht zugehört!) Die Republik Österreich signalisiert mit dem Wort „Amnestiegesetz“ nach wie vor an die Deserteure und an viele andere: Wir vergeben euch eure Schuld (Staatssekretär Morak: Das stimmt nicht! – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter), aber nicht: Wir erkennen an, dass ihr einen Beitrag zur Schwächung der verbrecherischen Wehrmacht und des verbrecherischen Nazi-Regimes geleistet habt! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Brosz – in Richtung ÖVP und Freiheitliche –: Da hätten Sie auch klatschen können!
Meine Damen und Herren! Bei anderen haben sich frühere Bundesregierungen leichter getan. (Abg. Brosz – in Richtung ÖVP und Freiheitliche –: Da hätten Sie auch klatschen können!) So hat etwa während seiner Haft in Italien Walter Reder eine Rente als Kriegsopfer von der Republik Österreich bezogen. Über diesen Walter Reder hat 1985 der Kärntner Landeshauptmann – immer noch derselbe Kärntner Landeshauptmann – wörtlich erklärt:
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Da gibt es Anerkennung, da gibt es eine Rente, da gibt es Geld – für einen Massenmörder! Für einen Massenmörder, der für den Mord an tausend Widerstandskämpfern und Zivilisten und Zivilistinnen in der italienischen Ortschaft Marzabotto verantwortlich ist! Das wissen die Opfer des Nationalsozialismus, die wirklichen Opfer des Nationalsozialismus: wer geehrt worden ist, wer eine Rente bekommen hat, für wen gesorgt worden ist und auf wen vergessen worden ist. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Sie kennen die geltende Rechtslage nicht!
Das ist genau der Punkt, an dem längst eine Rehabilitierung, längst eine Entschuldigung, längst für die wenigen, die noch einen Anspruch selbst formulieren können, eine finanzielle – es ist ja nicht Wiedergutmachung –, eine kleine finanzielle Leistung der Republik nötig wäre. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Sie kennen die geltende Rechtslage nicht!)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Jetzt ganz kurz noch zu den Ortstafeln. – Heute wurde von Bundeskanzler Schüssel der Versuch unternommen, den Anteil der Ortstafeln, die der Verfassungsgerichtshof vorschreibt, um 0,8 Prozent zu erhöhen. Das ist die Gesamtleistung der österreichischen Bundesregierung zur Erfüllung des Staatsvertrages nach 50 Jahren Verfassungsbruch: 0,8 Prozent mehr! Ein Drittel dieser 0,8 Prozent wurde falsch geschrieben. Heute in der Früh, als bereits der Bundeskanzler dort war, mussten Beamte mit Klebebändern anrücken, um das Z mit einem Hatschek zu versehen. Das ist Staatsvertragspolitik im Jahr 2005! So ernst nehmen Sie es! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Wissen Sie, wer die Ewiggestrigen sind, die die Konsenskonferenz blockieren? – Nicht einmal mehr der Kärntner Heimatdienst, der Abwehrkämpferbund und die Ulrichsberggemeinschaft. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Molterer: Wem gehört der an?
lob, war Landeshauptmann-Stellvertreter (Abg. Mag. Molterer: Wem gehört der an?), Landesrat und ein führender Funktionär der Kärntner SPÖ.
Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Pilz.
(Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Pilz.)
Abg. Mag. Stoisits: Er stellt nicht auf ...! – Abg. Dr. Glawischnig: Er ist im Burgenland! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen
Abgeordneter Dr. Werner Fasslabend (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen! Hohes Haus! Diese Dringliche Anfrage hat damit begonnen, dass Frau Abgeordnete Glawischnig es zum Thema gemacht hat, dass der Herr Bundeskanzler sich heute in Kärnten befindet und dort Ortstafeln aufstellt, um damit ein Symbol für etwas längst Überfälliges zu setzen (Abg. Mag. Stoisits: Er stellt nicht auf ...! – Abg. Dr. Glawischnig: Er ist im Burgenland! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen), und dass er darüber hinaus am Nachmittag einen lange vereinbarten Termin im Burgenland wahrnimmt, dem jüngsten Bundesland Österreichs, das vor 60 Jahren als Erstes auch von den Kriegsereignissen überzogen worden ist und das am längsten und stärksten unter der Nachkriegssituation gelitten hat, weil am Eisernen Vorhang gelegen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist befreit worden! – Abg. Dr. Pilz: Es ist befreit worden und nicht „überzogen worden“!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist befreit worden! – Abg. Dr. Pilz: Es ist befreit worden und nicht „überzogen worden“!
Abgeordneter Dr. Werner Fasslabend (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen! Hohes Haus! Diese Dringliche Anfrage hat damit begonnen, dass Frau Abgeordnete Glawischnig es zum Thema gemacht hat, dass der Herr Bundeskanzler sich heute in Kärnten befindet und dort Ortstafeln aufstellt, um damit ein Symbol für etwas längst Überfälliges zu setzen (Abg. Mag. Stoisits: Er stellt nicht auf ...! – Abg. Dr. Glawischnig: Er ist im Burgenland! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen), und dass er darüber hinaus am Nachmittag einen lange vereinbarten Termin im Burgenland wahrnimmt, dem jüngsten Bundesland Österreichs, das vor 60 Jahren als Erstes auch von den Kriegsereignissen überzogen worden ist und das am längsten und stärksten unter der Nachkriegssituation gelitten hat, weil am Eisernen Vorhang gelegen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist befreit worden! – Abg. Dr. Pilz: Es ist befreit worden und nicht „überzogen worden“!)
Abg. Dr. Pilz: Der einzige Arbeitsplatz, der hier interessiert, ist: Wo ist der Bundeskanzler?
Sie haben weiters beklagt, dass das offensichtlich nicht so dringlich ist und dass andere Fragen, wie etwa die Arbeitsmarktsituation, dringlicher seien. Da muss ich wirklich fragen (Abg. Dr. Pilz: Der einzige Arbeitsplatz, der hier interessiert, ist: Wo ist der Bundeskanzler?): Auf der einen Seite stehen Sie immer wieder auf und sagen Sie, es muss alles, was nur irgendwie möglich ist, getan werden; und wenn der Bundeskanzler, wenn unsere beiden Fraktionen den gestrigen Tag zu einem Diskussionstag über das eminent wichtige Thema gemacht haben, dass alles getan wird, um jungen Menschen zur Arbeit zu verhelfen, dann sagen Sie: Das ist nicht dringlich!? (Abg. Dr. Glawischnig: Warum nicht heute?) – Beide Fragen sind wichtig, aber die Dringlichkeit, die ganz unmittelbare Dringlichkeit liegt zweifelsohne bei der Beantwortung der Frage (Abg. Dr. Glawischnig: Warum war es nicht möglich, gestern mit dem Bundeskanzler zu diskutieren und heute ...?), wie man jungen Menschen Arbeit geben kann. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Dazu stehen wir auch. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Warum war es nicht möglich ...?)
Abg. Dr. Glawischnig: Warum nicht heute?
Sie haben weiters beklagt, dass das offensichtlich nicht so dringlich ist und dass andere Fragen, wie etwa die Arbeitsmarktsituation, dringlicher seien. Da muss ich wirklich fragen (Abg. Dr. Pilz: Der einzige Arbeitsplatz, der hier interessiert, ist: Wo ist der Bundeskanzler?): Auf der einen Seite stehen Sie immer wieder auf und sagen Sie, es muss alles, was nur irgendwie möglich ist, getan werden; und wenn der Bundeskanzler, wenn unsere beiden Fraktionen den gestrigen Tag zu einem Diskussionstag über das eminent wichtige Thema gemacht haben, dass alles getan wird, um jungen Menschen zur Arbeit zu verhelfen, dann sagen Sie: Das ist nicht dringlich!? (Abg. Dr. Glawischnig: Warum nicht heute?) – Beide Fragen sind wichtig, aber die Dringlichkeit, die ganz unmittelbare Dringlichkeit liegt zweifelsohne bei der Beantwortung der Frage (Abg. Dr. Glawischnig: Warum war es nicht möglich, gestern mit dem Bundeskanzler zu diskutieren und heute ...?), wie man jungen Menschen Arbeit geben kann. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Dazu stehen wir auch. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Warum war es nicht möglich ...?)
Abg. Dr. Glawischnig: Warum war es nicht möglich, gestern mit dem Bundeskanzler zu diskutieren und heute ...?
Sie haben weiters beklagt, dass das offensichtlich nicht so dringlich ist und dass andere Fragen, wie etwa die Arbeitsmarktsituation, dringlicher seien. Da muss ich wirklich fragen (Abg. Dr. Pilz: Der einzige Arbeitsplatz, der hier interessiert, ist: Wo ist der Bundeskanzler?): Auf der einen Seite stehen Sie immer wieder auf und sagen Sie, es muss alles, was nur irgendwie möglich ist, getan werden; und wenn der Bundeskanzler, wenn unsere beiden Fraktionen den gestrigen Tag zu einem Diskussionstag über das eminent wichtige Thema gemacht haben, dass alles getan wird, um jungen Menschen zur Arbeit zu verhelfen, dann sagen Sie: Das ist nicht dringlich!? (Abg. Dr. Glawischnig: Warum nicht heute?) – Beide Fragen sind wichtig, aber die Dringlichkeit, die ganz unmittelbare Dringlichkeit liegt zweifelsohne bei der Beantwortung der Frage (Abg. Dr. Glawischnig: Warum war es nicht möglich, gestern mit dem Bundeskanzler zu diskutieren und heute ...?), wie man jungen Menschen Arbeit geben kann. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Dazu stehen wir auch. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Warum war es nicht möglich ...?)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Sie haben weiters beklagt, dass das offensichtlich nicht so dringlich ist und dass andere Fragen, wie etwa die Arbeitsmarktsituation, dringlicher seien. Da muss ich wirklich fragen (Abg. Dr. Pilz: Der einzige Arbeitsplatz, der hier interessiert, ist: Wo ist der Bundeskanzler?): Auf der einen Seite stehen Sie immer wieder auf und sagen Sie, es muss alles, was nur irgendwie möglich ist, getan werden; und wenn der Bundeskanzler, wenn unsere beiden Fraktionen den gestrigen Tag zu einem Diskussionstag über das eminent wichtige Thema gemacht haben, dass alles getan wird, um jungen Menschen zur Arbeit zu verhelfen, dann sagen Sie: Das ist nicht dringlich!? (Abg. Dr. Glawischnig: Warum nicht heute?) – Beide Fragen sind wichtig, aber die Dringlichkeit, die ganz unmittelbare Dringlichkeit liegt zweifelsohne bei der Beantwortung der Frage (Abg. Dr. Glawischnig: Warum war es nicht möglich, gestern mit dem Bundeskanzler zu diskutieren und heute ...?), wie man jungen Menschen Arbeit geben kann. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Dazu stehen wir auch. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Warum war es nicht möglich ...?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Warum war es nicht möglich ...?
Sie haben weiters beklagt, dass das offensichtlich nicht so dringlich ist und dass andere Fragen, wie etwa die Arbeitsmarktsituation, dringlicher seien. Da muss ich wirklich fragen (Abg. Dr. Pilz: Der einzige Arbeitsplatz, der hier interessiert, ist: Wo ist der Bundeskanzler?): Auf der einen Seite stehen Sie immer wieder auf und sagen Sie, es muss alles, was nur irgendwie möglich ist, getan werden; und wenn der Bundeskanzler, wenn unsere beiden Fraktionen den gestrigen Tag zu einem Diskussionstag über das eminent wichtige Thema gemacht haben, dass alles getan wird, um jungen Menschen zur Arbeit zu verhelfen, dann sagen Sie: Das ist nicht dringlich!? (Abg. Dr. Glawischnig: Warum nicht heute?) – Beide Fragen sind wichtig, aber die Dringlichkeit, die ganz unmittelbare Dringlichkeit liegt zweifelsohne bei der Beantwortung der Frage (Abg. Dr. Glawischnig: Warum war es nicht möglich, gestern mit dem Bundeskanzler zu diskutieren und heute ...?), wie man jungen Menschen Arbeit geben kann. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Dazu stehen wir auch. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Warum war es nicht möglich ...?)
Abg. Dr. Grünewald: Dann tun Sie was!
Herr Staatssekretär Morak, ich bedanke mich bei Ihnen für die Worte, die Sie bei der Beantwortung dieser Anfrage gefunden haben. Mich hat das persönlich berührt. Das war klar und eindeutig und hat auch eine innere Überzeugung zum Ausdruck gebracht, die keinen Zweifel daran lässt, worum es uns geht (Abg. Dr. Grünewald: Dann tun Sie was!): dass wir all den Opfern des Nationalsozialismus unbedingten Respekt schulden, dass wir nicht nur an das, was in der Vergangenheit geschehen ist, denken müssen, sondern auch daran denken müssen, wie wir es verhindern können, dass Ähnliches – auch nur im Ansatz Ähnliches – in Zukunft jemals wieder passiert. Ich glaube, Sie haben das mehr als klar und deutlich zum Ausdruck gebracht. Daher möchte ich mich in weiterer Folge insbesondere mit dem ersten Punkt Ihrer Dringlichen Anfrage, die Ortstafeln betreffend, beschäftigen und dann selbstverständlich auch einige Worte zu den Opfern des Zweiten Weltkrieges sagen.
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Natürlich muss man sich die Frage stellen: Hat Kreisky versagt? War er ein unfähiger Politiker? Hat er das böswillig getan? Hat Sinowatz, hat Vranitzky, hat Klima nicht den Weg dazu gefunden, in dieser Frage Lösungen herbeizuführen? (Zwischenruf des Abg. Krainer.) – Ich glaube, man würde es sich da zu einfach machen. Ich glaube, dass sie alle den Willen hatten, eine Lösung herbeizuführen, und dass es offensichtlich ungeheuer schwierig ist, in dieser Frage einen Konsens herbeizuführen, der notwendig ist, wenn diese Lösung auch eine Verbesserung im Zusammenleben der unterschiedlichen ethnischen Gruppen mit sich bringen soll. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Natürlich muss man sich die Frage stellen: Hat Kreisky versagt? War er ein unfähiger Politiker? Hat er das böswillig getan? Hat Sinowatz, hat Vranitzky, hat Klima nicht den Weg dazu gefunden, in dieser Frage Lösungen herbeizuführen? (Zwischenruf des Abg. Krainer.) – Ich glaube, man würde es sich da zu einfach machen. Ich glaube, dass sie alle den Willen hatten, eine Lösung herbeizuführen, und dass es offensichtlich ungeheuer schwierig ist, in dieser Frage einen Konsens herbeizuführen, der notwendig ist, wenn diese Lösung auch eine Verbesserung im Zusammenleben der unterschiedlichen ethnischen Gruppen mit sich bringen soll. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wo leben sie heute?
Natürlich geht es auch um die Frage, wie diese Urangst – wie sie selbst Kreisky bezeichnet hat – entstanden ist. Das war offensichtlich immer wieder der Gedanke in Kärnten: Wenn man das Gebiet großflächig und großräumig, in sehr vielen Ortschaften, mit slowenisch klingenden Ortstafeln versieht, könnte im Ausland der Eindruck entstehen, dass es dort eine slowenische Mehrheitsbevölkerung gibt (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo leben sie heute?), und das könnte von Jugoslawien dazu genutzt werden (Zwischenrufe bei den Grünen), territoriale Ansprüche zu stellen, nachdem das im 20. Jahrhundert schon zwei Mal passiert ist. Egal, wie man dazu stehen mag, ob das wahrscheinlich ist oder nicht, offensichtlich stand das dahinter.
Zwischenrufe bei den Grünen
Natürlich geht es auch um die Frage, wie diese Urangst – wie sie selbst Kreisky bezeichnet hat – entstanden ist. Das war offensichtlich immer wieder der Gedanke in Kärnten: Wenn man das Gebiet großflächig und großräumig, in sehr vielen Ortschaften, mit slowenisch klingenden Ortstafeln versieht, könnte im Ausland der Eindruck entstehen, dass es dort eine slowenische Mehrheitsbevölkerung gibt (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo leben sie heute?), und das könnte von Jugoslawien dazu genutzt werden (Zwischenrufe bei den Grünen), territoriale Ansprüche zu stellen, nachdem das im 20. Jahrhundert schon zwei Mal passiert ist. Egal, wie man dazu stehen mag, ob das wahrscheinlich ist oder nicht, offensichtlich stand das dahinter.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber das hat sich in der Zwischenzeit fundamental verändert! Spätestens seit 1991, spätestens seit dem Zerfall der jugoslawischen Republik und der Selbstständigkeit Sloweniens stehen sich da zwei ungefähr gleich große Staaten gegenüber. Und spätestens seit dem Augenblick, in dem Slowenien Mitglied der Europäischen Union geworden ist, sodass es sich mit uns in einer politischen Union befindet, braucht in Kärnten und nirgendwo eine Person zu fürchten, dass es zu Ansprüchen territorialer Natur kommen könnte, die nicht berechtigt sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Wir müssen den Blick nach vorne richten. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Wir müssen alles dazu tun, die Menschen nicht nur zu versöhnen, sondern sie dazu zu bringen, dass wir ein gemeinsames Europa aufbauen und dass wir aus der Geschichte für die Zukunft lernen. (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Dann haben wir die richtige Lehre gezogen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Wir müssen den Blick nach vorne richten. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Wir müssen alles dazu tun, die Menschen nicht nur zu versöhnen, sondern sie dazu zu bringen, dass wir ein gemeinsames Europa aufbauen und dass wir aus der Geschichte für die Zukunft lernen. (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Dann haben wir die richtige Lehre gezogen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir müssen den Blick nach vorne richten. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Wir müssen alles dazu tun, die Menschen nicht nur zu versöhnen, sondern sie dazu zu bringen, dass wir ein gemeinsames Europa aufbauen und dass wir aus der Geschichte für die Zukunft lernen. (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Dann haben wir die richtige Lehre gezogen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Allgemeiner Beifall.
Dazu gibt es noch Kampl und Gudenus, die den Widerstand diffamieren und von denen einer wissenschaftlich erforschen lassen will, ob es überhaupt Gaskammern gegeben hat. Ich glaube, dieses Parlament ist es sich, der Republik und der Welt in diesem Jubiläumsjahr schuldig, in all diesen Fragen klar Stellung zu beziehen! (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Mag. Molterer: Da sind wir schneller!
Ich hoffe, dass es nicht der Fall ist – und ich nehme es auch nicht an –, dass der Herr Staatssekretär, indem er hier gesagt hat, dass er sich dafür einsetzen wird, nur eine persönliche Verwendungszusage gegeben hat, sondern dass er hier für den Bundeskanzler geantwortet hat. Ich nehme also an, hier wird es ein Einsetzen in der Regierung geben, hier wird es eine Regierungsvorlage geben. Da die Materie nicht schwierig ist, freuen wir uns darüber und würden Sie bitten – da das in einem gewissen Zusammenhang mit den Feiern steht –, sie, wenn möglich, noch vor dem Sommer dem Hause zuzuleiten. (Abg. Mag. Molterer: Da sind wir schneller!) Dann ist es gut, dann ist es umso besser. Wir werden ja sehen.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das soll nicht die Millionen abwerten, die einfach dabeigeblieben sind, weil sie es für ihre Pflicht hielten oder weil sie einen so radikalen und lebensgefährlichen Schritt nicht wagen wollten. Aber die Missachtung, ja der Hass, der den Deserteuren lange entgegengebracht wurde, war immer falsch! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Der Standpunkt des Bundesministeriums für Justiz und der Bundesministerin zu dieser Frage – und der heute größtenteils auch von Ihnen, Herr Staatssekretär, eingenommen wurde –, nämlich dass eine Rehabilitierung aus rechtlichen und tatsächlichen Gründen gar nicht mehr notwendig ist, da sie bereits im Jahre 1946 erfolgt sei, ist meines Erachtens inhaltlich nicht haltbar, den noch lebenden Opfern nicht zumutbar und politisch nach den Äußerungen der beiden Bundesräte aus dem freiheitlichen Parteienspektrum nicht einmal mehr vertretbar. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Böhmdorfer ist tätig geworden! Er hat einen ...!
Im Übrigen wäre die Frau Justizministerin, wenn Sie bei Ihrer Haltung bleibt, zu fragen, warum sie denn dann – so wie auch ihre Vorgänger, und dazu zählen auch die meiner Fraktion – seit dem Jahre 1946 nicht tätig wurde und ihrer Verpflichtung zur amtswegigen Aufhebung nicht nachgekommen ist. (Abg. Dr. Fekter: Böhmdorfer ist tätig geworden! Er hat einen ...!)
Abg. Scheibner: Von was reden Sie überhaupt, Herr Kollege?
Meine Damen und Herren! Es ist höchste Zeit für einen Vier-Parteien-Antrag in dieser Sache. Wenn eine dieser vier Parteien – eigentlich müsste man jetzt sagen: vier Klubs; Parteien sind es ja wahrscheinlich mehr –, wenn einer dieser Klubs aus welchen Gründen auch immer nicht wollte, dann ist die Sache zu ernst, als dass darauf Rücksicht genommen werden könnte. (Abg. Scheibner: Von was reden Sie überhaupt, Herr Kollege?)
Abg. Rossmann: In vielen Fragen sollte man staatspolitisch handeln!
In dieser Situation sollte es aber meiner Meinung nach keine Koalitionserhaltungsrücksicht mehr geben. So wie Sie es richtig gesagt haben: In dieser Frage darf man nicht parteipolitisch, sondern muss man staatspolitisch handeln. (Abg. Rossmann: In vielen Fragen sollte man staatspolitisch handeln!)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ihre österreichischen Kollegen haben beides nicht: weder das Grabmal des unbekannten Deserteurs noch die Ehrenrettung. Der normale Staatsbürger würde sagen, dass es zum Schämen ist oder zum laut Schreien. Für die Regierung, Herr Staatssekretär, und für uns Parlamentarier besteht eine weitere Möglichkeit: Handeln wir! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Darauf lege ich als frei gewählter Abgeordneter in diesem Hohen Hause großen Wert. In der Demokratie macht nicht die Wissenschaft die Gesetze, sondern die gewählten Abgeordneten, und so soll es auch aus gutem Grund bleiben, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es gibt gar nichts daran zu deuteln, dass nicht nur in den letzten Tagen, sondern auch in den vergangenen Jahren Äußerungen von manchen Amtsträgern in dieser Republik getätigt wurden, die inakzeptabel und für einen Demokraten nicht adäquat waren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
unter Umständen auch 1938 am Heldenplatz gestanden sind, und jenen, die heute – 60 Jahre nach Kriegsende – noch immer nicht gelernt haben, was Demokratie und demokratische Gesinnung ist. Dieser Unterschied ist wichtig, dieser Unterschied ist entscheidend, und dieser Unterschied sollte auch der Grundkonsens für alle politischen Handlungen des österreichischen Parlaments heute und in Zukunft sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Posch: In welchen Punkten?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube daher, dass wir heute tatsächlich ein ernstes Thema behandeln, das – wenn ich auch die Kärntner Volksabstimmung und den Staatsvertrag mitbetrachte – in vielen Punkten übererfüllt ist. (Abg. Mag. Posch: In welchen Punkten?) Es ist eigentlich schade, dass die grüne Fraktion in ihrer Anfrage nicht auch die Übererfüllung des Staatsvertrages mit in die Waagschale der Diskussion geworfen hat.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich habe mit meinem Ministerium – im Unterschied zu meinen Vorgängern – für die zweisprachigen Schulen mit der Bedingung, dass beide – die slowenischsprachige und die deutschsprachige Kindergartenhelferin beziehungsweise Kindergärtnerin – angestellt sein müssen, einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, eine Befriedung in das System zu bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich glaube weiters, dass wir als demokratisch gewähltes Parlament auch in der Lage sein werden, die eine oder andere nicht akzeptable Leistung gemeinsam zu bewerten und auch gemeinsam so abzuhandeln, wie die Meinungsumfragen in unserer Gesellschaft es zeigen: 92 Prozent der Österreicher sind befreit worden, und 8 Prozent meinen noch immer, dass sie beim Ende des Zweiten Weltkrieges eine Niederlage erlitten haben. Ringen wir darum, dass die 8 Prozent auch endlich befreit werden! (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das sind Tatsachen, Herr Kollege, und das ist auch ein Grund, warum wir heute hier und jetzt leider noch immer zwei unaufgearbeitete Kapitel dieser Republik diskutieren müssen – heute, am 12. Mai, heute im Jahr 2005! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Staatssekretär Morak, Sie haben einiges in Aussicht gestellt, aber die politische Antwort sind Sie uns schuldig geblieben, denn die politische Antwort heißt eine Rehabilitierung und heißt weg von Amnestie, vom Gnadengedanken hin zum Rechtsanspruch, hin zum Rechtsgedanken. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Staatssekretär, darum lasse ich die Verlesung der Meinung des Herrn Bundeskanzlers nicht unwidersprochen im Raum stehen. Darum fordere ich wieder und nochmals: Lassen Sie wirklich Recht ergehen – Recht vor Gnade und nicht umgekehrt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wieso soll ich dann der künftigen Generation, Schülerinnen und Schülern immer wieder Pflichttreue vermitteln? Heute Vormittag war es ja klar, dass Sie zum Beispiel, genauso wie Sie (in Richtung SPÖ), den Schülern eine Werthaltung abverlangen, die da heißt: Pflichttreue. Ich sage Ihnen: Es ist Pflicht hier und heute, jetzt endlich ein politisches Zeichen zu setzen und endlich eine Rehabilitierung von Deserteuren, von Homosexuellen und von anderweitig Verfolgten vorzunehmen. Es ist unsere Pflicht – und das verstehe ich unter Pflichttreue – und es ist eine Frage der Ehre und es ist eine Frage der Redlichkeit. Bitte, stellen Sie sich dieser Frage und machen Sie das nicht zu einer Koalitionsfrage. Drei sind genug! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Trotz der unterschiedlichen Tonlage kann ich doch erkennen, dass diese Dringliche Anfrage der Grünen beweist, dass Oppositions- und Regierungsfraktionen darin weitgehend übereinstimmen, dass politische Anliegen, die geschichtlich geprägt sind, im Gedankenjahr einer Lösung zugeführt werden sollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mandak: Sind Sie zufrieden mit drei Ortstafeln?
Ich gehe davon aus, dass – so wie die Mehrheit in diesem Hause – auch die Opposition an Lösungen und Ergebnissen orientiert ist. Daher habe ich mich persönlich auch über die zusätzlichen zweisprachigen Ortstafeln gefreut, und mir war es allemal recht, dass der Herr Bundeskanzler dort dabei war, um zu signalisieren, dass es der Bundesregierung ein Anliegen ist, hier etwas weiterzubringen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mandak: Sind Sie zufrieden mit drei Ortstafeln?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die sind zum Teil ja dagegen!
Nein, Frau Kollegin, ich bin selbstverständlich noch nicht zufrieden, es ist erst einmal der erste Schritt. Begrüßenswert ist aber, dass diese neuen Tafeln in Gemeinden aufgestellt wurden, wo SPÖ-Bürgermeister regieren. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die sind zum Teil ja dagegen!) Das heißt, hier ist sehr wohl ein Konsens erkennbar, und genau um diesen Konsens haben wir uns immer bemüht, und solange er nicht vorhanden ist, soll man nichts vom Zaun brechen. Wir haben in den siebziger Jahren erlebt, dass das dem Land nicht gut tut.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich habe den Oppositionsjustizsprechern unseren Antrag bereits übergeben. Wir haben Zeit bis zum 1. Juni, an dem ein Justizausschuss stattfinden wird. Ich bitte um einen ehestmöglichen Gesprächstermin, und ich meine, wir sollen den Konsenspfad, den wir in der Aufarbeitung der Geschichte immer beschritten haben, nicht verlassen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Kärnten. Man sollte klar sagen: Es ist natürlich in höchstem Maße wünschenswert, die Rechtsunterworfenen oder die Beteiligten, im Fall Kärnten alle Beteiligten, an einen Tisch zu bekommen, um eine Lösung zustande zu bringen. Das bestreiten wir nicht. Wir müssen aber auch sehen, dass wir Recht nicht ausschließlich davon abhängig machen können, ob diejenigen, die es nicht wollen, vielleicht doch bereit sind, es zu akzeptieren. Es gibt dann irgendwann einmal einen Punkt, an dem man beginnt, den Rechtsstaat als solchen in Frage zu stellen, und dieser Punkt ist nahe. Daher sollten wir hier zu einer Lösung kommen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
notwendigen Respekt erweisen. In diesem Sinne bin ich sehr für eine Lösung, auch wenn sie jetzt spät zustande kommt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das stimmt nicht im juristischen Sinn, das stimmt aber sicherlich im politischen Sinn: Es gibt Situationen, in denen man entsprechend reagieren muss. Und ich denke, dass man dem, was Sie, Frau Abgeordnete, gesagt haben, grundsätzlich entgegenhalten kann und auch muss, dass sich die Republik Österreich, die Zweite Republik, nicht verschwiegen hat in Bezug auf die Gräuel des Nationalsozialismus, sondern dass sie alles in ihrer Macht Stehende getan hat, um diese Verbrechen vergessen zu machen, zu bekämpfen, wieder gutzumachen, was nicht bedeutet, dass nicht noch einiges, das eine oder andere, weiterhin zu tun wäre. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es gibt jedoch einen Grundkonsens in diesem Land, und der lautet, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus einhellig und ohne jeden Abstrich abgelehnt werden, dass sie verabscheut werden und dass man sich gemeinsam bemüht, Wiedergutmachung zu leisten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
stattfindet. Im vorliegenden Fall ist aber auch eine politische und rechtliche Rehabilitierung in diesem Befreiungsamnestiegesetz 1946 enthalten, und das mögen Sie bitte endlich zur Kenntnis nehmen. Sie sind hier im Unrecht, wenn Sie so tun, als ob der Gesetzgeber hier einen Fehler gemacht hätte. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Nun zur Abwesenheit des Herrn Bundeskanzlers: Ich kann einfach nicht glauben, dass Sie meinen, dass er hier absichtlich fernbleibt, denn er hätte allen Grund gehabt, hierher zu kommen, wenn er die Zeit gehabt hätte, denn er hat allen Grund, stolz zu sein auf diese Republik und diese Regierung, die alles in ihrer Macht Stehende tat und tut, um jedes Unrecht zu beseitigen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Aber?
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Es ist nicht leicht, über dieses Thema zu sprechen, weil es einfach Dinge gibt, die man außerordentlich schwer verstehen kann, und darunter fällt für mich auch diese Debatte. (Abg. Dr. Mitterlehner: Aber?) Nicht aber, sondern genau deswegen.
Abg. Scheibner: Wenn etwas schon getan ist, ist es gar nicht möglich, es noch einmal zu tun!
Es gibt auch Argumente, etwas nicht zu tun, die langsam ermüdend sind, die teilweise fadenscheinig sind und auch nicht sehr glaubwürdig sind. (Abg. Scheibner: Wenn etwas schon getan ist, ist es gar nicht möglich, es noch einmal zu tun!) Ich möchte jetzt auch nicht den Herrn Staatssekretär angreifen, das wäre kein Zeichen besonderen Mutes, aber was schon etwas nervt, ist, wenn man meint, man könne jetzt Moral in
Beifall bei den Grünen.
Wichtig ist mir auch noch: Natürlich kann man sagen, 1945 hat man Gesetze geschrieben, die per se ein neues, wie es die Betroffenen wollen, nicht nötig machen. Aber glauben Sie mir, es gibt Dinge, die lassen sich nicht nur juridisch begreifen und nicht nur juridisch begründen, sondern es gibt Dinge, die muss man anders begründen. Ich kann ja einem Patienten Krankheit und Tod auch nicht in mathematischen und biochemischen Formeln nahe bringen. Es bedürfte vielleicht nur des einen Satzes: Es tut mir Leid. Ist es so schwierig, das zu sagen? Ich finde nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Da muss man aber selbst diese Entscheidung treffen!
Nochmals: Vermeiden Sie dieses wirklich unsägliche Wort „Feigling“. Ich glaube, dass damals alle Angst gehabt haben. Das Wort „Held“ ist auch so ein zweischneidiges. Ich glaube, als Helden sollte man jene bezeichnen, die sich irgendwo für eine gute Sache aufgeopfert haben. Die anderen mögen tapfer, sehr tapfer gewesen sein, aber Helden? Seien Sie damit vorsichtig! Die einen hatten Angst vor dem so genannten Feind, die anderen vor der Feldgendarmerie und der Nazijustiz dann. Wenn ich irgendwo draußen liege, weiß ich, da gibt es niemanden von dem so genannten Feind, der aufgeschrieben hat, ich muss jetzt dem Kurt Grünewald das Bajonett ins Herz stoßen oder ihn erschießen, die Justiz aber hat den Namen des Deserteurs gehabt, und da – da hat Schieder völlig Recht – muss man vielleicht sogar mutig sein, zu sagen: Nein, da kämpfe ich nicht mit! – Erkennen Sie das einfach an! Das wäre gut. (Abg. Scheibner: Da muss man aber selbst diese Entscheidung treffen!)
Abg. Scheibner: In der Historie ist das immer leichter!
Man muss selber Entscheidungen treffen. Zu denen sind sie gestanden, und sie haben den Tod riskiert. (Abg. Scheibner: In der Historie ist das immer leichter!)
Abg. Scheibner: Haben Sie nicht zugehört heute? Hören Sie irgendwann einmal zu, wenn wer anderer etwas sagt!
Mut, sich von jenen zu distanzieren, die Ihnen sagen, Sie sind ein Deserteur, wenn Sie mit uns stimmen, die Ihnen sagen, Sie haben die Ideologie verraten? Trauen Sie sich das doch endlich! (Abg. Scheibner: Haben Sie nicht zugehört heute? Hören Sie irgendwann einmal zu, wenn wer anderer etwas sagt!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, man kann noch mehr verraten, man kann auch Anstand, Mitgefühl und Moral verraten. Und was sagen Sie dann dazu? Ist das nicht feig? Ich glaube, es wäre nicht notwendig nach dem, was Fekter gesagt hat, und ich habe auch von Haupt heute etwas wirklich Schönes gehört. Warum gehen Sie diesen Schritt nicht mit uns? Ich kann es nicht verstehen und die Betroffenen auch nicht. Und mit einigen Paragraphen werden Sie denen die Welt nicht mehr erklären können. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Und genau er kündigt in der Vorwoche plötzlich gemeinsam mit dem Bundeskanzler überfallsartig einen Festakt in diesem Neuhaus an. Der Bürgermeister hat vorigen Freitag, als der Landeshauptmann zu einem Gespräch gebeten hat, ersucht, davon Abstand zu nehmen, weil es nichts zu feiern gibt, wenn um Jahrzehnte verspätet zweisprachige Ortstafeln aufgestellt werden. Diese Sensibilität des Bürgermeisters und der Bevölkerung in Neuhaus wurde vom Tisch gewischt, weil ganz offensichtlich der Herr Landeshauptmann wie auch der Herr Bundeskanzler nach jahrelanger effektiver Untätigkeit einfach eine Inszenierung wollten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Meinen Sie den Peter Ambrozy? Sagen Sie das dem Landeshauptmann-Stellvertreter!
ner Geschichte endlich aufzuarbeiten. (Abg. Scheibner: Meinen Sie den Peter Ambrozy? Sagen Sie das dem Landeshauptmann-Stellvertreter!) Diese historische Schuld, Kollegen aller Parteien, trifft in Kärnten Repräsentanten und Repräsentantinnen aller Parteien – mit Ausnahme der Grünen, die Gott sei Dank einfach noch zu jung sind.
Abg. Murauer: Das hat mehrere Ursachen!
Aber die Verschleppung der Umsetzung der Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes hat einen Verursacher, und der heißt Bundeskanzler Schüssel. (Abg. Murauer: Das hat mehrere Ursachen!) Denn Dialog ist gefragt und erforderlich, Konsens ist gewünscht, aber das kann nicht bedeuten, dass man Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes wegdiskutiert und ignoriert.
Abg. Murauer: Und was ist mit dem Ambrozy?
Es gab auch andere in Kärnten, und ich denke, an denen könnten sich der Bundeskanzler und auch der Landeshauptmann ein Beispiel nehmen (Abg. Murauer: Und was ist mit dem Ambrozy?) nach dem Motto: Kulturelle Vielfalt ist Reichtum, Einfalt das Gegenteil. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es gab auch andere in Kärnten, und ich denke, an denen könnten sich der Bundeskanzler und auch der Landeshauptmann ein Beispiel nehmen (Abg. Murauer: Und was ist mit dem Ambrozy?) nach dem Motto: Kulturelle Vielfalt ist Reichtum, Einfalt das Gegenteil. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Bei den Gedenkfeiern und im Ton der Gedenkfeiern und auch heute, da mit einem Übermaß an Selbstlob sowohl Republik als auch die eigene Politik gelobt wurden, habe ich immer mitgehört, wie viel leichter es ist, aus der Sicht des Jahres 2005 über Menschen und Dinge zu urteilen, als damals in der Situation drinnen gewesen zu sein. Das möchte ich hier gesagt haben. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Khol – von seinem Abgeordnetenplatz aus –: Hier!
Oder ich denke daran, dass derselbe Landeshauptmann dort gesagt hat: Schließlich sei Khol – der da oben (Abg. Dr. Khol – von seinem Abgeordnetenplatz aus –: Hier!); ach, jetzt ist er nicht mehr da oben, sondern da unten – in dieser Frage sehr nützlich, weil er aufzeige, wer für die friedliche Entwicklung der Minderheitenpolitik in Kärnten sei, und wer hier dauernd zündelt. – Der „Zündler“ Khol, der die Sache des Verfassungsgerichtshofes ins Gespräch gebracht hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Herr Haider, der Herr Landeshauptmann hat Professor Khol als „Zündler“ bezeichnet, weil dieser damals in der Sache des VfGH-Erkenntnisses die Initiative ergriffen hat. (Abg. Scheibner: Wieder einmal nicht zugehört!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Oder ich denke daran, dass derselbe Landeshauptmann dort gesagt hat: Schließlich sei Khol – der da oben (Abg. Dr. Khol – von seinem Abgeordnetenplatz aus –: Hier!); ach, jetzt ist er nicht mehr da oben, sondern da unten – in dieser Frage sehr nützlich, weil er aufzeige, wer für die friedliche Entwicklung der Minderheitenpolitik in Kärnten sei, und wer hier dauernd zündelt. – Der „Zündler“ Khol, der die Sache des Verfassungsgerichtshofes ins Gespräch gebracht hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Herr Haider, der Herr Landeshauptmann hat Professor Khol als „Zündler“ bezeichnet, weil dieser damals in der Sache des VfGH-Erkenntnisses die Initiative ergriffen hat. (Abg. Scheibner: Wieder einmal nicht zugehört!)
Abg. Scheibner: Wieder einmal nicht zugehört!
Oder ich denke daran, dass derselbe Landeshauptmann dort gesagt hat: Schließlich sei Khol – der da oben (Abg. Dr. Khol – von seinem Abgeordnetenplatz aus –: Hier!); ach, jetzt ist er nicht mehr da oben, sondern da unten – in dieser Frage sehr nützlich, weil er aufzeige, wer für die friedliche Entwicklung der Minderheitenpolitik in Kärnten sei, und wer hier dauernd zündelt. – Der „Zündler“ Khol, der die Sache des Verfassungsgerichtshofes ins Gespräch gebracht hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Herr Haider, der Herr Landeshauptmann hat Professor Khol als „Zündler“ bezeichnet, weil dieser damals in der Sache des VfGH-Erkenntnisses die Initiative ergriffen hat. (Abg. Scheibner: Wieder einmal nicht zugehört!)
Abg. Scheibner: Na und?
Auch die ständigen Pressionen mit geheimer Minderheitenfeststellung zum Beispiel, unausgesprochen vor drei, vier Wochen vom Landeshauptmann: Solange ich Landeshauptmann bin, wird es keine zweisprachigen Ortstafeln geben!, denn eine vernünftige Volksgruppenpolitik habe nichts mit Ortstafeln zu tun. – So Haider. (Abg. Scheibner: Na und?) Da darf man sich nicht wundern, wenn ihn die eigene Gefolgschaft nicht mehr versteht (Abg. Scheibner: War ja auch nicht wirklich gescheit, diese Geschichte!) und wenn der jetzige FPÖ-Obmann von Kärnten, Karlheinz Klement, Haider in der Frage der Ortstafeln Verrat an Kärnten vorwirft. (Abg. Scheibner: Da müssten Sie den Haider einmal in Schutz nehmen!) Da muss man sich schon wundern in der ganzen Sache, denn das klärt einiges auf. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist mit dem Peter Ambrozy?)
Abg. Scheibner: War ja auch nicht wirklich gescheit, diese Geschichte!
Auch die ständigen Pressionen mit geheimer Minderheitenfeststellung zum Beispiel, unausgesprochen vor drei, vier Wochen vom Landeshauptmann: Solange ich Landeshauptmann bin, wird es keine zweisprachigen Ortstafeln geben!, denn eine vernünftige Volksgruppenpolitik habe nichts mit Ortstafeln zu tun. – So Haider. (Abg. Scheibner: Na und?) Da darf man sich nicht wundern, wenn ihn die eigene Gefolgschaft nicht mehr versteht (Abg. Scheibner: War ja auch nicht wirklich gescheit, diese Geschichte!) und wenn der jetzige FPÖ-Obmann von Kärnten, Karlheinz Klement, Haider in der Frage der Ortstafeln Verrat an Kärnten vorwirft. (Abg. Scheibner: Da müssten Sie den Haider einmal in Schutz nehmen!) Da muss man sich schon wundern in der ganzen Sache, denn das klärt einiges auf. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist mit dem Peter Ambrozy?)
Abg. Scheibner: Da müssten Sie den Haider einmal in Schutz nehmen!
Auch die ständigen Pressionen mit geheimer Minderheitenfeststellung zum Beispiel, unausgesprochen vor drei, vier Wochen vom Landeshauptmann: Solange ich Landeshauptmann bin, wird es keine zweisprachigen Ortstafeln geben!, denn eine vernünftige Volksgruppenpolitik habe nichts mit Ortstafeln zu tun. – So Haider. (Abg. Scheibner: Na und?) Da darf man sich nicht wundern, wenn ihn die eigene Gefolgschaft nicht mehr versteht (Abg. Scheibner: War ja auch nicht wirklich gescheit, diese Geschichte!) und wenn der jetzige FPÖ-Obmann von Kärnten, Karlheinz Klement, Haider in der Frage der Ortstafeln Verrat an Kärnten vorwirft. (Abg. Scheibner: Da müssten Sie den Haider einmal in Schutz nehmen!) Da muss man sich schon wundern in der ganzen Sache, denn das klärt einiges auf. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist mit dem Peter Ambrozy?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist mit dem Peter Ambrozy?
Auch die ständigen Pressionen mit geheimer Minderheitenfeststellung zum Beispiel, unausgesprochen vor drei, vier Wochen vom Landeshauptmann: Solange ich Landeshauptmann bin, wird es keine zweisprachigen Ortstafeln geben!, denn eine vernünftige Volksgruppenpolitik habe nichts mit Ortstafeln zu tun. – So Haider. (Abg. Scheibner: Na und?) Da darf man sich nicht wundern, wenn ihn die eigene Gefolgschaft nicht mehr versteht (Abg. Scheibner: War ja auch nicht wirklich gescheit, diese Geschichte!) und wenn der jetzige FPÖ-Obmann von Kärnten, Karlheinz Klement, Haider in der Frage der Ortstafeln Verrat an Kärnten vorwirft. (Abg. Scheibner: Da müssten Sie den Haider einmal in Schutz nehmen!) Da muss man sich schon wundern in der ganzen Sache, denn das klärt einiges auf. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist mit dem Peter Ambrozy?)
Abg. Scheibner: Der Ambrozy hat gesagt, wenn der Abwehrkämpferbund nicht zustimmt, kann er auch nicht zustimmen! Ihr Landeshauptmann-Stellvertreter Ambrozy! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Fragen Sie lieber Ihre SPÖ-Bundesrätin, warum sie den Gudenus geküsst hat!
Auch wenn eine geheime Minderheitenfeststellung, wie sie der Herr Landeshauptmann, wie gesagt, angekündigt hat, ex lege gar nicht mehr möglich ist und durch das Volkszählungsgesetz 1980 schon beseitigt ist, aber für die Drohung reicht es allemal. (Abg. Scheibner: Der Ambrozy hat gesagt, wenn der Abwehrkämpferbund nicht zustimmt, kann er auch nicht zustimmen! Ihr Landeshauptmann-Stellvertreter Ambrozy! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Fragen Sie lieber Ihre SPÖ-Bundesrätin, warum sie den Gudenus geküsst hat!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sag das dem Peter Ambrozy!
Denn da bin ich ganz bei Heinz Fischer, der vor 14 Tagen in Tainach gesagt hat: „Österreich muss sich vor Slowenien nicht fürchten, und Slowenien muss sich vor Österreich nicht fürchten.“ – Damit ist alles gesagt. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sag das dem Peter Ambrozy!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein Prototyp ist das nicht mehr! Er ist schon ein älteres Modell!
Für alle, die es auch verstehen und die ein bisschen populär denken, zitiere ich noch den Franz Klammer als den Prototyp eines Kärntners, als den Prototyp eines „unpolitischen“ Kärntners, der sagt ... (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein Prototyp ist das nicht mehr! Er ist schon ein älteres Modell!) Bitte? Was ist er? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein älteres Modell!) Ein „älteres Modell“ ist der Franz Klammer!; wir werden es ihm ausrichten. Herr Scheuch sagt, der Franz Klammer ist ein älteres Modell. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wo wirst du ihm das ausrichten?) Da werden sich alle, die über 50 sind in unserem Lande, freuen, als „ältere Modelle“ bezeichnet zu werden.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein älteres Modell!
Für alle, die es auch verstehen und die ein bisschen populär denken, zitiere ich noch den Franz Klammer als den Prototyp eines Kärntners, als den Prototyp eines „unpolitischen“ Kärntners, der sagt ... (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein Prototyp ist das nicht mehr! Er ist schon ein älteres Modell!) Bitte? Was ist er? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein älteres Modell!) Ein „älteres Modell“ ist der Franz Klammer!; wir werden es ihm ausrichten. Herr Scheuch sagt, der Franz Klammer ist ein älteres Modell. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wo wirst du ihm das ausrichten?) Da werden sich alle, die über 50 sind in unserem Lande, freuen, als „ältere Modelle“ bezeichnet zu werden.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wo wirst du ihm das ausrichten?
Für alle, die es auch verstehen und die ein bisschen populär denken, zitiere ich noch den Franz Klammer als den Prototyp eines Kärntners, als den Prototyp eines „unpolitischen“ Kärntners, der sagt ... (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein Prototyp ist das nicht mehr! Er ist schon ein älteres Modell!) Bitte? Was ist er? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein älteres Modell!) Ein „älteres Modell“ ist der Franz Klammer!; wir werden es ihm ausrichten. Herr Scheuch sagt, der Franz Klammer ist ein älteres Modell. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wo wirst du ihm das ausrichten?) Da werden sich alle, die über 50 sind in unserem Lande, freuen, als „ältere Modelle“ bezeichnet zu werden.
Abg. Scheibner: Das sind eure Bürgermeister!
Jenes „ältere Modell“ Franz Klammer sagt also: „Ich verstehe das auch nicht ganz, dass es nicht möglich sein soll, zweisprachige Ortstafeln dort aufzustellen, wo es vorgesehen ist. Es wundert mich, dass es in der heutigen Zeit noch Leute gibt, die nicht in der Lage sind, zu akzeptieren, dass zwei Sprachen gesprochen werden.“ (Abg. Scheibner: Das sind eure Bürgermeister!) – Und dass es Leute gibt, die von Menschen über 50 Jahren als „ältere Modelle“ sprechen. Posch! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die SPÖ-Bürgermeister sind das!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die SPÖ-Bürgermeister sind das!
Jenes „ältere Modell“ Franz Klammer sagt also: „Ich verstehe das auch nicht ganz, dass es nicht möglich sein soll, zweisprachige Ortstafeln dort aufzustellen, wo es vorgesehen ist. Es wundert mich, dass es in der heutigen Zeit noch Leute gibt, die nicht in der Lage sind, zu akzeptieren, dass zwei Sprachen gesprochen werden.“ (Abg. Scheibner: Das sind eure Bürgermeister!) – Und dass es Leute gibt, die von Menschen über 50 Jahren als „ältere Modelle“ sprechen. Posch! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die SPÖ-Bürgermeister sind das!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Die Feststellung, dass die alten Gesetze etwas erreicht haben sollen, was sie nicht erreichen, die nützt nichts. Es gibt hier ganz konkret 50 weitere Gesetze und Rechtsvorschriften, die nicht unter diese Bestimmung fallen. Ich lade Sie wirklich ein, lesen Sie das durch. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Wir sollten das weitestgehend – die Redezeit ist vorbei (Abg. Scheibner: Eine Minute ist nicht länger!) – durchlesen und hier gemeinsam eine verantwortungsvolle Lösung suchen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Eine Minute ist nicht länger!
Die Feststellung, dass die alten Gesetze etwas erreicht haben sollen, was sie nicht erreichen, die nützt nichts. Es gibt hier ganz konkret 50 weitere Gesetze und Rechtsvorschriften, die nicht unter diese Bestimmung fallen. Ich lade Sie wirklich ein, lesen Sie das durch. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Wir sollten das weitestgehend – die Redezeit ist vorbei (Abg. Scheibner: Eine Minute ist nicht länger!) – durchlesen und hier gemeinsam eine verantwortungsvolle Lösung suchen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Feststellung, dass die alten Gesetze etwas erreicht haben sollen, was sie nicht erreichen, die nützt nichts. Es gibt hier ganz konkret 50 weitere Gesetze und Rechtsvorschriften, die nicht unter diese Bestimmung fallen. Ich lade Sie wirklich ein, lesen Sie das durch. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Wir sollten das weitestgehend – die Redezeit ist vorbei (Abg. Scheibner: Eine Minute ist nicht länger!) – durchlesen und hier gemeinsam eine verantwortungsvolle Lösung suchen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Habe ich irgendetwas gesagt?
Scheibner: Aber beschimpfen muss man sich auch nicht lassen!) Nein. (Abg. Mag. Molterer: Habe ich irgendetwas gesagt?) – Herr Klubobmann, Sie sitzen in der ersten Reihe. Das ist Ihr Schicksal. (Abg. Mag. Molterer: Ich habe mich selbst gelobt?)
Abg. Mag. Molterer: Ich habe mich selbst gelobt?
Scheibner: Aber beschimpfen muss man sich auch nicht lassen!) Nein. (Abg. Mag. Molterer: Habe ich irgendetwas gesagt?) – Herr Klubobmann, Sie sitzen in der ersten Reihe. Das ist Ihr Schicksal. (Abg. Mag. Molterer: Ich habe mich selbst gelobt?)
Abg. Scheibner: Dann diskutieren wir sie im Ausschuss! Böhmdorfer hat es Ihnen doch erklärt!
Herr Klubobmann, vor allem in der Frage der Rehabilitierung der Opfer der NS-Militärjustiz gibt es auch andere Meinungen von hochrangigen Verfassungsjuristen. (Abg. Scheibner: Dann diskutieren wir sie im Ausschuss! Böhmdorfer hat es Ihnen doch erklärt!) Einer davon schreibt: Alle Urteile wurden aufgehoben, allerdings per Amnestie unmittelbar nach Kriegsende. Das ist ein Gnadenakt und setzt Schuld beziehungsweise rechtmäßige Verurteilung voraus. Ergebnis richtig, Begründung falsch. Dies muss man ändern. Die Urteile sind als Urteile der nationalsozialistischen Verbrecherjustiz von Anfang an nichtig. (Abg. Scheibner: Haben Sie Böhmdorfer nicht zugehört?) – Das schreibt Herr Universitätsprofessor Dr. Andreas Khol – und das ist genau das Gegenteil dessen, was Sie in Ihrem Gesetzesantrag tun. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Haben Sie Böhmdorfer nicht zugehört?
Herr Klubobmann, vor allem in der Frage der Rehabilitierung der Opfer der NS-Militärjustiz gibt es auch andere Meinungen von hochrangigen Verfassungsjuristen. (Abg. Scheibner: Dann diskutieren wir sie im Ausschuss! Böhmdorfer hat es Ihnen doch erklärt!) Einer davon schreibt: Alle Urteile wurden aufgehoben, allerdings per Amnestie unmittelbar nach Kriegsende. Das ist ein Gnadenakt und setzt Schuld beziehungsweise rechtmäßige Verurteilung voraus. Ergebnis richtig, Begründung falsch. Dies muss man ändern. Die Urteile sind als Urteile der nationalsozialistischen Verbrecherjustiz von Anfang an nichtig. (Abg. Scheibner: Haben Sie Böhmdorfer nicht zugehört?) – Das schreibt Herr Universitätsprofessor Dr. Andreas Khol – und das ist genau das Gegenteil dessen, was Sie in Ihrem Gesetzesantrag tun. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Klubobmann, vor allem in der Frage der Rehabilitierung der Opfer der NS-Militärjustiz gibt es auch andere Meinungen von hochrangigen Verfassungsjuristen. (Abg. Scheibner: Dann diskutieren wir sie im Ausschuss! Böhmdorfer hat es Ihnen doch erklärt!) Einer davon schreibt: Alle Urteile wurden aufgehoben, allerdings per Amnestie unmittelbar nach Kriegsende. Das ist ein Gnadenakt und setzt Schuld beziehungsweise rechtmäßige Verurteilung voraus. Ergebnis richtig, Begründung falsch. Dies muss man ändern. Die Urteile sind als Urteile der nationalsozialistischen Verbrecherjustiz von Anfang an nichtig. (Abg. Scheibner: Haben Sie Böhmdorfer nicht zugehört?) – Das schreibt Herr Universitätsprofessor Dr. Andreas Khol – und das ist genau das Gegenteil dessen, was Sie in Ihrem Gesetzesantrag tun. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie werden nie zufrieden sein!
Wissen Sie, was das heißt? – Angehörige der Waffen-SS bekommen Ersatzzeiten für die Pension angerechnet, Opfer der NS-Militärjustiz nicht! Und das fehlt ihn Ihrem Antrag. Herr Klubobmann! Ich sage das jetzt zwar empört, aber immer in der Hoffnung, dass Sie das als Anregung verstehen, dass das mit aufgenommen wird. (Abg. Scheibner: Sie werden nie zufrieden sein!) Der jetzt schon vielfach zitierte Universitätsprofessor Dr. Khol schreibt nämlich in einem Brief, die Zeit der Desertion sei in der Sozialversicherung wie Wehrdienst anzurechnen. Dazu bedarf es eines Gesetzes. – Dem ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wissen Sie, was das heißt? – Angehörige der Waffen-SS bekommen Ersatzzeiten für die Pension angerechnet, Opfer der NS-Militärjustiz nicht! Und das fehlt ihn Ihrem Antrag. Herr Klubobmann! Ich sage das jetzt zwar empört, aber immer in der Hoffnung, dass Sie das als Anregung verstehen, dass das mit aufgenommen wird. (Abg. Scheibner: Sie werden nie zufrieden sein!) Der jetzt schon vielfach zitierte Universitätsprofessor Dr. Khol schreibt nämlich in einem Brief, die Zeit der Desertion sei in der Sozialversicherung wie Wehrdienst anzurechnen. Dazu bedarf es eines Gesetzes. – Dem ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Hitlers, zu kämpfen. Das war meine persönliche Form des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus, ich habe meinen Teil für ein freies unabhängiges Österreich damit geleistet. Sorgen Sie jetzt dafür, dass uns endlich Gerechtigkeit widerfährt.“ (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) „Für einen Akt der Gerechtigkeit werden wir auf jeden Fall weiter eintreten. Wir betrachten die Rehabilitierung gewiss nicht als abgeschlossen.“
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dem ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Broukal: Ein Höhepunkt des Nachmittags!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Scheuch. Wunschredezeit: 5 Minuten, Gesamtrestredezeit: 9 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Broukal: Ein Höhepunkt des Nachmittags!)
Abg. Mandak: Das sind drei Bundesrätinnen und ein Bundesrat!
Ich möchte jetzt nur vier Namen vorlesen: Elisabeth Kerschbaum, Eva Konrad, Dr. Ruperta Lichtenecker und Stefan Schennach. Das sind vier Bundesräte der Grünen Fraktion. (Abg. Mandak: Das sind drei Bundesrätinnen und ein Bundesrat!) Drei Bundesrätinnen und ein Bundesrat. Aber sie sind alle vier drinnen gesessen, haben die Rede gehört und haben geschwiegen. Wer schweigt, stimmt zu. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich möchte jetzt nur vier Namen vorlesen: Elisabeth Kerschbaum, Eva Konrad, Dr. Ruperta Lichtenecker und Stefan Schennach. Das sind vier Bundesräte der Grünen Fraktion. (Abg. Mandak: Das sind drei Bundesrätinnen und ein Bundesrat!) Drei Bundesrätinnen und ein Bundesrat. Aber sie sind alle vier drinnen gesessen, haben die Rede gehört und haben geschwiegen. Wer schweigt, stimmt zu. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pilz: Kamerad Scheuch, abtreten!
Wer schweigt, stimmt zu, und diese vier, die geschwiegen haben, dürfen zugestimmt haben. Das nur zur Relativierung dessen, was damals im Bundesrat passiert ist. (Abg. Dr. Pilz: Kamerad Scheuch, abtreten!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pilz.
Meine geschätzten Damen und Herren! Ich möchte hier als Vertreter des Bündnisses noch einmal ganz klar feststellen, dass wir alle uns klar von diesen Aussagen distanziert haben, dass wir alle diese Dinge entschieden abgelehnt haben und auch verurteilen. Das Nazi-Regime, die Taten Hitlers, all das wird von uns klar abgelehnt und zurückgewiesen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pilz.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Herr Dr. Pilz, ob Sie das glauben oder nicht, ist mir ungefähr so egal wie ob es draußen regnet oder die Sonne scheint. Das sage ich Ihnen ganz ehrlich. Sie können in Ihr Tagebuch heute am Abend hineinschreiben, ob Sie das geglaubt haben oder nicht! Ihre vier Bundesräte haben geschwiegen und haben zugestimmt. Das müssen Sie einfach so zur Kenntnis nehmen! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Eder: Und Bürgermeister bleibt er?
Herr Kollege Schieder, und wenn das noch nicht im Parlament gemeldet ist, er hat es klar gesagt: Er wird den Bundesrat verlassen! (Abg. Eder: Und Bürgermeister bleibt er?) Er wird sich vom Bundesrat zurückziehen und wird damit die Konsequenz daraus ziehen, dass es anscheinend zu gravierend war, was er gesagt hat. Ich bitte aber, dass man doch anerkennt, dass das seine persönlichen Interpretationen waren, dass man
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk
Es ist hier vielleicht von den politischen Parteien etwas falsch gemacht worden, es hat vielleicht zu lange gedauert, bis diese Ortstafeln kommen. Aber es ist mir ein bisschen zu wenig herausgekommen, dass (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk) – ja, in einem Nebensatz erwähnt, aber 5 Minuten Haider und Schüssel beschuldigt! – von 1977 bis 2005 viel mehr Verantwortung bei anderen politischen Parteien lag als bei den momentan in der politischen Verantwortung stehenden Parteien. Ich bin davon überzeugt, und sogar der Weisenrat, den die Europäische Union geschickt hat, hat klar festgestellt, dass Kärnten eine vorbildliche Minderheitenpolitik macht. Es geschieht sehr viel Gutes in der Minderheitenpolitik; ich denke nur an Kindergärten, an Sportförderungen, an Volkskultur et cetera. Es gibt sehr viele Bereiche, in denen viel Positives geschieht.
Abg. Dr. Grünewald: Noch gescheiter?
Wir alle sind gefordert, die negativen Dinge auszuräumen. Da passiert jetzt einiges, da werden Ortstafeln aufgestellt, und es fasziniert mich nur die Kritik von Herrn Mag. Posch, der jetzt kritisiert, dass Jörg Haider sagt, er stellt keine auf, und jetzt stellt er doch welche auf. Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Man könnte ja sagen: Danke, Jörg Haider, dass du jetzt welche aufstellst und gescheiter geworden bist! Es ist ja jedem unbenommen, sich auch weiterzuentwickeln und gescheiter zu werden. (Abg. Dr. Grünewald: Noch gescheiter?) Vielleicht noch viel gescheiter, wir werden ja sehen. Er wird noch lange Kärntner Landeshauptmann sein.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren, ich glaube, wir sollten bei einem so sensiblen Thema versuchen, die Scharfmacher auf beiden Seiten zu beruhigen. Die gibt es auf beiden Seiten. Es gibt solche auf Seiten der slowenischen Minderheit und auf Seiten der rein deutschsprachigen Kärntner. Sie sind in beiden Bereichen in der Minderheit, und beide Seiten sollten aufgefordert werden, einen Beitrag dazu zu leisten, dass solche Dringliche Anfragen in Zukunft nicht mehr nötig sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Das ist ja eine Rede! – Abg. Scheibner: Das ist ein Debattenbeitrag!
Erstens hat es sofort dazu nicht nur im Bundesrat, sondern auch in der APA am 20. April eine Erklärung unseres Fraktionsführers Stefan Schennach gegeben, in der es heißt, dass Kampl als Bundesrat und als Politiker untragbar ist. Das ist jederzeit nachzulesen. Eine derartige Erklärung steht vom Bundeskanzler nach wie vor aus. (Abg. Dr. Khol: Das ist ja eine Rede! – Abg. Scheibner: Das ist ein Debattenbeitrag!)
Beifall bei den Grünen.
Zweitens habe ich hier das Protokoll der Rede des Bundesrates Kampl, und hier ist nach seinem Dank in Klammern unten festgehalten: „Beifall bei den Freiheitlichen und bei Bundesräten der ÖVP.“ – Das war der Beifall, den es für Kampl gegeben hat, und dafür steht die Entschuldigung des Bundeskanzlers nach wie vor aus. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das habe ich nicht gesagt!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Frau Präsidentin! Kollege Uwe Scheuch hat eben in seiner Rede gesagt, er hätte sich mit mir gemeinsam die Rede von Bundesrat Kampl durchgelesen, und Kollege Scheuch behauptete, ich hätte nichts daran auszusetzen gehabt. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das habe ich nicht gesagt!)
Beifall bei den Grünen für die das Rednerpult verlassende Abg. Mag. Stoisits.
(Beifall bei den Grünen für die das Rednerpult verlassende Abg. Mag. Stoisits.)
Beifall bei den Grünen.
Das alles ist für mich Anlass, den ganzen Fall jetzt noch einmal im Parlament zur Sprache zu bringen, damit die Justiz diesen Selbstreinigungsprozess in Gang setzt – mit Ihrer Hilfe und vielleicht auch mit Ihrem Nachdruck. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir brauchen, Frau Ministerin, wirklich das Vertrauen, das ich eingangs erwähnt habe. Und es ist größtenteils da, nur in diesem einen Fall gibt es nach wie vor dunkle Flecken, schwarze Flecken, weiße Flecken, weil nicht korrekt ermittelt wurde. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es sind Beweisstücke einfach verschwunden. Es sind Gutachten nicht korrekt gewesen. ZeugInnen haben sich auf einmal endlich ohne Druck von Seiten der Untersuchungsbehörde äußern können und ganz andere Aussagen getroffen. Das alles gehört neu auf den Tisch, gehört in ein neues Verfahren – und dazu, Frau Ministerin, sollen Sie heute persönlich auch etwas beitragen können. Ergreifen Sie das als Chance, wirklich als Justizministerin tätig zu werden und nicht die Handlangerin bei der Aufrechterhaltung von vergangenen Fehlern, von vielleicht bereits verfahrenen Situationen zu sein. Frau Ministerin, ein aufrechter Appell! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Dieser Fall steht zur Beurteilung durch ein unabhängiges Gericht an. Es ist einfach notwendig, dass sich der Angeklagte diesem Verfahren auch stellt. Das hat er bisher nicht getan. Ich glaube aber, dass weder die Frau Justizministerin noch ihre Vorgänger oder Nachfolger in irgendeiner Weise geeignet sind beziehungsweise die Möglichkeiten und Kompetenzen haben, diesen auf der Flucht befindlichen Tibor Foco zurück nach Österreich zu bringen, sondern es wird an ihm liegen, sich diesem unabhängigen Gericht in Österreich zu stellen und auch das Vertrauen in die grundsätzlich gut funktionierende Gerichtsbarkeit in Österreich aufzubringen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich darf Sie daher ersuchen, im Sinne der allgemeinen Gerechtigkeit und des Anspruchs auf Gerechtigkeit in Österreich jedenfalls aktiv zu werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Leider oft unzureichend!
Bundesministerin für Justiz Mag. Karin Miklautsch: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Die behaupteten Vorwürfe im Strafverfahren gegen Tibor Foco waren – das hat auch Frau Abgeordnete Moser bereits ausgeführt – schon mehrfach Gegenstand von Anfragen an das Justizministerium, und diese wurden auch bereits mehrfach durch Antworten an das Hohe Haus beantwortet. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Leider oft unzureichend!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Ja, ja, bitte ...!
Die gegen die Anklage eingewendeten entlastenden Umstände erfordern sicherlich einen diffizilen und umfassenden, profunden Akt der Beweiswürdigung – das ist sicher der Fall –, an dessen Ende aber nicht der Spruch einer Justizministerin, sondern an dessen Ende für mich dann der Wahrspruch der Geschworenen stehen muss. – Ich glaube, darin sind wir uns ja einig. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Ja, ja, bitte ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ein solches – es ist auch schon mehrfach von meinen Vorrednern angesprochen worden – wirklich sehr diffiziles Verfahren durch eine Weisung meinerseits vom Schreibtisch aus zu beenden, wäre aus meiner Sicht rechtsstaatlich mehr als bedenklich und ist für mich als Justizministerin dieser Republik in keinem Fall zu verantworten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich betone an dieser Stelle nochmals, dass ich nach wie vor zu meinem Angebot stehe und bereit bin, Herrn Tibor Foco freies Geleit für dieses Verfahren zu gewähren. Was noch fehlt, ist der entsprechende Antrag des Herrn Tibor Foco. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Bitte, Frau Abgeordnete, wenn Sie so versuchen, eine Justizministerin zu beeinflussen, dann haben Sie, muss ich sagen, wirklich ein gestörtes Verhältnis zu unseren rechtsstaatlichen Einrichtungen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich schlage Ihnen vor, dass Sie sich das Grundkonzept unserer Rechtsordnung – wir haben das im Bereich der StPO verbessert, das stimmt schon – einmal anschauen. Schauen Sie sich an, wie in Österreich Entscheidungen der Staatsanwälte, der Richter und der Gerichte überprüft werden! Wenn Sie eines Besseren belehrt sind, wenn Sie über einen verbesserten Wissensstand verfügen, dann werden Sie möglicherweise über diese Anfrage und ihre Begründung anders denken. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Das ist ja paradox, was Sie da sagen! Das ist ja lächerlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Dr. Böhmdorfer, ein „gestörtes Verhältnis“ zur österreichischen Rechtsordnung unterstellen wir in diesem Haus niemandem, würde ich vorschlagen. (Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Das ist ja paradox, was Sie da sagen! Das ist ja lächerlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Was wollen Sie denn?
Frau Ministerin! Nachdem Herr Bundesminister außer Dienst Böhmdorfer jetzt noch einmal die Abfolge dieser ganzen Causa dargestellt hat, die seit 1987 eine bald 20-jährige Geschichte hat, möchte ich hier zum Abschluss nach dieser Diskussion eines sagen: Es ist das für mich eine Frage, die ich unter den Kontext „Zugang zu einem fairen Verfahren“, „menschenrechtlich relevant“ reihen würde, weil es hier nicht darum geht, dass irgendjemand von Ihnen fordern würde, Sie sollen hier Weisungen geben. Ganz im Gegenteil! Das ist genau das, Herr Minister Böhmdorfer außer Dienst, zu dem Frau Dr. Moser in ihrem Redebeitrag die Frau Ministerin nicht aufgefordert hat. (Abg. Dr. Mitterlehner: Was wollen Sie denn?)
Abg. Dr. Mitterlehner: Was wollen Sie?
Die Grünen haben wiederholt Anfragen zu diesem Thema gestellt. Das ist vielleicht in Ihrer Ministerinnenschaft jetzt die erste, aber diese Causa hat ja schon Herr Kollege Rudi Anschober, als er hier Abgeordneter war, heftigst verfolgt, und zwar so, dass ich sagen muss: Dass der Herr Löffler letztendlich auch Entschädigungen bekommen hat, hat etwas damit zu tun, dass Abgeordnete dieses Nationalrates ihrem Interpellationsrecht nachkommen (Abg. Dr. Mitterlehner: Was wollen Sie?), weil das auch eine gewisse Öffentlichkeit schafft, weil das auch, Herr Minister Böhmdorfer, positiven Druck erzeugen kann – nicht nur den Druck, den Sie uns immer unterstellen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die Grünen haben wiederholt Anfragen zu diesem Thema gestellt. Das ist vielleicht in Ihrer Ministerinnenschaft jetzt die erste, aber diese Causa hat ja schon Herr Kollege Rudi Anschober, als er hier Abgeordneter war, heftigst verfolgt, und zwar so, dass ich sagen muss: Dass der Herr Löffler letztendlich auch Entschädigungen bekommen hat, hat etwas damit zu tun, dass Abgeordnete dieses Nationalrates ihrem Interpellationsrecht nachkommen (Abg. Dr. Mitterlehner: Was wollen Sie?), weil das auch eine gewisse Öffentlichkeit schafft, weil das auch, Herr Minister Böhmdorfer, positiven Druck erzeugen kann – nicht nur den Druck, den Sie uns immer unterstellen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neudeck: Kriegen Sie eine Provision vom „Falter“?
Weil sich heute die Gelegenheit so günstig bietet und wir die Frau Ministerin hier haben, möchte ich noch Folgendes ansprechen: Frau Ministerin! Sie haben sicher den „Falter“-Artikel gelesen. (Die Rednerin hält einen Zeitungsartikel in die Höhe.) Ich will ihn jetzt nicht vorlesen, aber, Kolleginnen und Kollegen, lesen Sie auf Seite 18 den Artikel mit dem Titel „GV mit einer Negerin“ in der neuesten Ausgabe des „Falter“! (Abg. Neudeck: Kriegen Sie eine Provision vom „Falter“?) Lesen Sie das! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich lese den „Falter“ nicht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich lese den „Falter“ nicht!
Weil sich heute die Gelegenheit so günstig bietet und wir die Frau Ministerin hier haben, möchte ich noch Folgendes ansprechen: Frau Ministerin! Sie haben sicher den „Falter“-Artikel gelesen. (Die Rednerin hält einen Zeitungsartikel in die Höhe.) Ich will ihn jetzt nicht vorlesen, aber, Kolleginnen und Kollegen, lesen Sie auf Seite 18 den Artikel mit dem Titel „GV mit einer Negerin“ in der neuesten Ausgabe des „Falter“! (Abg. Neudeck: Kriegen Sie eine Provision vom „Falter“?) Lesen Sie das! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich lese den „Falter“ nicht!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihre Reden werden immer skurriler!
Ich habe den Verdacht, ich hoffe, den unbegründeten Verdacht, dass es zahlreiche parlamentarische Anfragen geben könnte, wenn sich diese Dinge als richtig herausstellen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihre Reden werden immer skurriler!) Ich sage das jetzt nicht zufällig in der Debatte um die Causa Tibor Foco. Wir werden Sie damit beschäfti-
Beifall bei den Grünen.
gen müssen – außer Sie handeln schnell, denn hier können Sie es nämlich. Hier könnten Sie Ihre Möglichkeiten nutzen – zum Positiven für Frauen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ziel muss es sein, den Schwerverkehr zu Zeiten der wesentlichen Ferienwochenenden sowohl von den Autobahnen als auch den Bundes- und Landesstraßen fernzuhalten. Erforderlich ist daher ein Maßnahmenpaket bestehend aus der bisherigen Ferienreisezeitverordnung sowie flankierenden Verboten im übrigen Straßennetz. Die Nichterlassung der bisherigen Ferienreiseverordnung beweist indessen einmal mehr, dass die Tourismus- und Freizeitwirtschaft dieser Bundesregierung vollkommen gleichgültig ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein lachendes und ein weinendes Auge schaut auf diese Novelle, denn ein verkehrspolitischer Fortschritt ist sie mit Sicherheit nicht. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was ich Ihnen aber vorwerfen muss, ist, dass Sie vor einem Jahr im Ausschuss gesagt haben – ich glaube, Verkehrssprecher Miedl war es, aber auch der Herr Staatssekretär hat das gesagt –, dass behinderte und betroffene Menschen bei dieser Straßenverkehrs-Novelle mitarbeiten können, das war aber nicht der Fall. Ich denke, es wäre wichtig, dass Sie betroffene Menschen einbeziehen und nicht draußen stehen lassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Wesentlichen entspricht. Daher werden wir heute auch zustimmen können. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die Begründung dafür ist, weil aus unserer Sicht dieser Gesetzentwurf den Bedenken, die ich vorher geäußert habe, nicht ausreichend Rechnung trägt. Ich ersuche um Zustimmung der Rückverweisung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt hätte ich geglaubt, es kommt eine Überraschung!
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir unterstützen diesen Rückverweisungsantrag selbstverständlich nicht (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt hätte ich geglaubt, es kommt eine Überraschung!), weil es höchste Zeit ist, dass Österreich diese Richtlinie endlich umsetzt. Es ist Ihnen wahrscheinlich auch bekannt, dass mittlerweile von 25 EU-Staaten 19 diese Richtlinie in nationales Recht umgesetzt haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber anders als wir!) Würden wir diese Richtlinie nicht bald umsetzen, würde uns pro Tag eine Strafe in der Höhe von 150 000 € drohen, und ich würde sagen, das ist nicht wenig. Das ist aber nicht entscheidend, sondern wesentlich ist, wenn wir die Richtlinie nicht umsetzen, hätte das einen Wettbewerbsnachteil für die heimische Wirtschaft. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch absurd!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber anders als wir!
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir unterstützen diesen Rückverweisungsantrag selbstverständlich nicht (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt hätte ich geglaubt, es kommt eine Überraschung!), weil es höchste Zeit ist, dass Österreich diese Richtlinie endlich umsetzt. Es ist Ihnen wahrscheinlich auch bekannt, dass mittlerweile von 25 EU-Staaten 19 diese Richtlinie in nationales Recht umgesetzt haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber anders als wir!) Würden wir diese Richtlinie nicht bald umsetzen, würde uns pro Tag eine Strafe in der Höhe von 150 000 € drohen, und ich würde sagen, das ist nicht wenig. Das ist aber nicht entscheidend, sondern wesentlich ist, wenn wir die Richtlinie nicht umsetzen, hätte das einen Wettbewerbsnachteil für die heimische Wirtschaft. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch absurd!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch absurd!
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir unterstützen diesen Rückverweisungsantrag selbstverständlich nicht (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt hätte ich geglaubt, es kommt eine Überraschung!), weil es höchste Zeit ist, dass Österreich diese Richtlinie endlich umsetzt. Es ist Ihnen wahrscheinlich auch bekannt, dass mittlerweile von 25 EU-Staaten 19 diese Richtlinie in nationales Recht umgesetzt haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber anders als wir!) Würden wir diese Richtlinie nicht bald umsetzen, würde uns pro Tag eine Strafe in der Höhe von 150 000 € drohen, und ich würde sagen, das ist nicht wenig. Das ist aber nicht entscheidend, sondern wesentlich ist, wenn wir die Richtlinie nicht umsetzen, hätte das einen Wettbewerbsnachteil für die heimische Wirtschaft. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch absurd!)
Abg. Krainer: Es gibt auch andere Länder wie Italien!
Zu der Einschränkung in zwei Ländern, die Sie, Herr Kollege Krainer, angesprochen haben: Sie müssen einmal festhalten, dass es nur zwei Länder sind. In zwei Ländern wurde dieser funktionsbezogene Stoffschutz umgesetzt, aber dieser führt eher zu Unsicherheiten als zu Klarstellungen. (Abg. Krainer: Es gibt auch andere Länder wie Italien!) Daher sind wir der Meinung, dass die österreichische Umsetzung, weil es eben eine Klarstellung bringt, der richtige Weg ist. (Abg. Krainer: Das stimmt nicht!)
Abg. Krainer: Das stimmt nicht!
Zu der Einschränkung in zwei Ländern, die Sie, Herr Kollege Krainer, angesprochen haben: Sie müssen einmal festhalten, dass es nur zwei Länder sind. In zwei Ländern wurde dieser funktionsbezogene Stoffschutz umgesetzt, aber dieser führt eher zu Unsicherheiten als zu Klarstellungen. (Abg. Krainer: Es gibt auch andere Länder wie Italien!) Daher sind wir der Meinung, dass die österreichische Umsetzung, weil es eben eine Klarstellung bringt, der richtige Weg ist. (Abg. Krainer: Das stimmt nicht!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das, was Sie und auch die grüne Kollegin, die jetzt nicht da ist, Frau Glawischnig, in noch stärkerem Umfang meines Erachtens falsch machen, ist, dass Sie einfach nicht unterscheiden können, was ist eine Patentierung und was sind die Zielsetzungen beispielsweise des Gentechnik-Volksbegehrens. Dass Sie das in Zusammenhang bringen, finde ich fast grob fahrlässig. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Krainer: In der Praxis schon!
Die Patentierbarkeit von Leben ist eben nicht gegeben (Abg. Krainer: In der Praxis schon!), und Sie sollten das auseinander halten. Patente können unter den generellen Voraussetzungen auch für Erfindungen erteilt werden, deren Gegenstand Mikroorganismen, Zelllinien, Pflanzen oder Tiere sind (Abg. Dr. Pirklhuber: Was heißt das praktisch?), aber das ist genau der Unterschied. Dabei ist nicht die Schöpfung Gegenstand des Patentes, sondern die technische Lehre, nach der man bestimmte Merkmale eines Organismus verändern oder dem Organismus eine neue Eigenschaft geben kann.
Abg. Dr. Pirklhuber: Was heißt das praktisch?
Die Patentierbarkeit von Leben ist eben nicht gegeben (Abg. Krainer: In der Praxis schon!), und Sie sollten das auseinander halten. Patente können unter den generellen Voraussetzungen auch für Erfindungen erteilt werden, deren Gegenstand Mikroorganismen, Zelllinien, Pflanzen oder Tiere sind (Abg. Dr. Pirklhuber: Was heißt das praktisch?), aber das ist genau der Unterschied. Dabei ist nicht die Schöpfung Gegenstand des Patentes, sondern die technische Lehre, nach der man bestimmte Merkmale eines Organismus verändern oder dem Organismus eine neue Eigenschaft geben kann.
Abg. Krainer: Absatz 2 Ziffer 4 der Richtlinie sagt, dass es doch geht!
Auch gewährt ein Patent keine Eigentumsrechte an biologischem Material, Pflanzen und Tieren. Patente geben insbesondere keine unmittelbare Verfügungsgewalt über die patentierten Gegenstände. Vielmehr beschränkt sich das Patent auf das Recht, anderen bestimmte Verwertungshandlungen zu verbieten. – Ihr Argument, Herr Krainer, ist eigentlich genau der Ausschluss dessen. (Abg. Krainer: Absatz 2 Ziffer 4 der Richtlinie sagt, dass es doch geht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Gegen das Bioethikprotokoll!
Ich möchte jetzt ganz kurz in der verbleibenden Zeit auch noch darauf eingehen, was Frau Glawischnig in einer gestrigen Presseaussendung gesagt hat. Sie meinte, die Umsetzung der Richtlinie würde auch einen Verstoß gegen die Biomedizinkonvention und die Konvention über den Schutz der Artenvielfalt darstellen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Gegen das Bioethikprotokoll!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Schutzbestimmungen!
Zum Vorwurf, die Richtlinie würde gegen die Biodiversitätskonvention verstoßen: Lesen Sie, Herr Kollege, Artikel 16, in dem ganz detailliert festgehalten ist, dass diese Konvention die Existenz von geistigen Schutzrechten auf dem Gebiet der Biotechnologie als eine wichtige Voraussetzung insbesondere für den Technologietransfer und für gemeinsame Investitionen anerkennt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Schutzbestimmungen!) – Es gibt noch ein paar weitere Punkte, die das bestätigen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, wir reden immer von Arbeitsplätzen, davon, dass wir die Lissabon-Ziele einhalten und erreichen sollen. Wenn Sie sehen, dass wir im Biomedizinbereich als europäischer Standort gegenüber Amerika im Nachteil sind – die haben die vierfachen Anmeldungen –, dann werden Sie endlich erkennen, dass dieser Weg der letztlich eindeutig richtige ist, weil einerseits der Wirtschaftsstandort entsprechend abgesichert wird und Möglichkeiten geschaffen werden und andererseits die berechtigten Anliegen betreffend Lebenspatentierbarkeit, die Sie angesprochen haben und die wir auch teilen, eben berücksichtigt werden. Daher ist das der richtige Weg, und wir geben diesem Weg die entsprechende Unterstützung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Und jetzt, nur weil Sie meinen, das müsse sofort oder nächste Woche oder nächstes Monat beschlossen werden, würde ich Sie wirklich ersuchen, hier mit uns einen Konsens zu finden. Ich halte ihn nicht für ausgeschlossen. Allerdings gebe ich zu, dass sich sozusagen beide Teile ein bisschen werden bewegen müssen. Was dabei herauskommen kann, kann nur etwas Besseres sein. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die Stadt Wien ist vom 23. Platz in Europa auf den 28. Platz im Bereich dieser Forschungstätigkeiten abgeglitten. Manche der neuen Forschungsentwicklungen zwischen Tulln und dem 3. Wiener Gemeindebezirk bereiten mir sehr große Sorgen, nämlich dass man potente und lange Jahre am Standort Wien befindliche Forschungseinrichtungen vorsätzlich vertrieben hat. Ich hoffe daher, dass wir damit die Rahmenbedingungen in diesem Zukunftsbereich geschaffen haben, um in Österreich wieder Qualität, Heilung und Arbeitsplätze zu schaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Sburny.
Grundsätzlich möchte ich anmerken, dass diese Biopatent... (Zwischenruf der Abg. Sburny.) – Ja, es war im Ausschuss auch so. Man kennt sich nicht mehr aus, wer wofür zuständig ist. Das liegt möglicherweise in der Fortsetzung der „neuen“ Parteistruktur, der Klubs und so weiter. Man müsste das vielleicht einmal in der Zwischenzeit klären. (Abg. Sburny: Er hat uns auch keine Antwort geben können, warum ... nicht nützen!) – Möglicherweise wegen der Kompetenzfrage.
Abg. Sburny: Er hat uns auch keine Antwort geben können, warum ... nicht nützen!
Grundsätzlich möchte ich anmerken, dass diese Biopatent... (Zwischenruf der Abg. Sburny.) – Ja, es war im Ausschuss auch so. Man kennt sich nicht mehr aus, wer wofür zuständig ist. Das liegt möglicherweise in der Fortsetzung der „neuen“ Parteistruktur, der Klubs und so weiter. Man müsste das vielleicht einmal in der Zwischenzeit klären. (Abg. Sburny: Er hat uns auch keine Antwort geben können, warum ... nicht nützen!) – Möglicherweise wegen der Kompetenzfrage.
Beifall bei der SPÖ.
Der zweite Punkt ist, dass diese wissenschaftliche und medizinische Forschung den Menschen zu Gute kommen muss, dass sie also nicht von bestimmten Therapien ausgeschlossen werden. Wir von der SPÖ werden nicht zustimmen, dass der medizinische und wissenschaftliche Fortschritt zu einem Privileg der Reichen wird. Wir wollen, dass alle diesen Zugang haben. Und daher lehnen wir diese Novelle ab. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Krainer: Da sagen aber medizinische Forscher das Gegenteil!
Wovon haben die Bürger einen Nutzen? – Vor allem von der biotechnologischen Medizinforschung. In den nächsten zehn Jahren wird die Hälfte aller Arzneimittel biotechnologisch, also auf der Basis „roter Biotechnologie“ sein. Wir alle werden davon profitieren. (Abg. Krainer: Da sagen aber medizinische Forscher das Gegenteil!) Es wird Sicherheit und Klarheit für die Nutzer gegeben sein. Es wird als Gegenleistung für das Patentieren Sicherheit für die Forscher geben. Übrigens: Patente gibt es seit über 500 Jahren. Das ist nichts Neues, sondern schafft Klarheit und Transparenz – für Ergebnisse in der sequenzierten Form. (Abg. Krainer: Die Forscher selber sehen das aber ganz umgekehrt!) – Die Forscherinnen und Forscher sehen das ähnlich.
Abg. Krainer: Die Forscher selber sehen das aber ganz umgekehrt!
Wovon haben die Bürger einen Nutzen? – Vor allem von der biotechnologischen Medizinforschung. In den nächsten zehn Jahren wird die Hälfte aller Arzneimittel biotechnologisch, also auf der Basis „roter Biotechnologie“ sein. Wir alle werden davon profitieren. (Abg. Krainer: Da sagen aber medizinische Forscher das Gegenteil!) Es wird Sicherheit und Klarheit für die Nutzer gegeben sein. Es wird als Gegenleistung für das Patentieren Sicherheit für die Forscher geben. Übrigens: Patente gibt es seit über 500 Jahren. Das ist nichts Neues, sondern schafft Klarheit und Transparenz – für Ergebnisse in der sequenzierten Form. (Abg. Krainer: Die Forscher selber sehen das aber ganz umgekehrt!) – Die Forscherinnen und Forscher sehen das ähnlich.
Abg. Krainer: Da war ich natürlich schon im Parlament, 2003! 2002 bin ich ins Parlament gekommen!
Wir hatten im Jahr 2003 – da waren Sie noch nicht hier im Parlament, Herr Kollege – eine Enquete ... (Abg. Krainer: Da war ich natürlich schon im Parlament, 2003! 2002 bin ich ins Parlament gekommen!) – Okay, Sie waren schon hier. Dann haben Sie es offenbar versäumt, an der Enquete teilzunehmen. (Abg. Krainer: Ich habe nichts versäumt! – Abg. Dr. Cap: Hat er nicht versäumt!) Dort gab es eine sehr ernsthafte Auseinandersetzung, die sich im Wesentlichen auf die Einwände bezogen hat, die Herr Magister außer Dienst Haupt heute ausgeräumt hat. (Abg. Dr. Cap: „Magister außer Dienst“ ist er nicht! Minister außer Dienst!) Mit dem §-27-Antrag, mit dem Schutz von nicht einwilligungsfähigen Personen – hier heute mit zur Debatte –, ist der Einwand behoben.
Abg. Krainer: Ich habe nichts versäumt! – Abg. Dr. Cap: Hat er nicht versäumt!
Wir hatten im Jahr 2003 – da waren Sie noch nicht hier im Parlament, Herr Kollege – eine Enquete ... (Abg. Krainer: Da war ich natürlich schon im Parlament, 2003! 2002 bin ich ins Parlament gekommen!) – Okay, Sie waren schon hier. Dann haben Sie es offenbar versäumt, an der Enquete teilzunehmen. (Abg. Krainer: Ich habe nichts versäumt! – Abg. Dr. Cap: Hat er nicht versäumt!) Dort gab es eine sehr ernsthafte Auseinandersetzung, die sich im Wesentlichen auf die Einwände bezogen hat, die Herr Magister außer Dienst Haupt heute ausgeräumt hat. (Abg. Dr. Cap: „Magister außer Dienst“ ist er nicht! Minister außer Dienst!) Mit dem §-27-Antrag, mit dem Schutz von nicht einwilligungsfähigen Personen – hier heute mit zur Debatte –, ist der Einwand behoben.
Abg. Dr. Cap: „Magister außer Dienst“ ist er nicht! Minister außer Dienst!
Wir hatten im Jahr 2003 – da waren Sie noch nicht hier im Parlament, Herr Kollege – eine Enquete ... (Abg. Krainer: Da war ich natürlich schon im Parlament, 2003! 2002 bin ich ins Parlament gekommen!) – Okay, Sie waren schon hier. Dann haben Sie es offenbar versäumt, an der Enquete teilzunehmen. (Abg. Krainer: Ich habe nichts versäumt! – Abg. Dr. Cap: Hat er nicht versäumt!) Dort gab es eine sehr ernsthafte Auseinandersetzung, die sich im Wesentlichen auf die Einwände bezogen hat, die Herr Magister außer Dienst Haupt heute ausgeräumt hat. (Abg. Dr. Cap: „Magister außer Dienst“ ist er nicht! Minister außer Dienst!) Mit dem §-27-Antrag, mit dem Schutz von nicht einwilligungsfähigen Personen – hier heute mit zur Debatte –, ist der Einwand behoben.
Abg. Dr. Cap: Das stimmt ja nicht!
Wir können sagen: Mehr Sicherheit für die Konsumentinnen und Konsumenten, mehr Sicherheit für die Forschung, mehr Sicherheit für die Wirtschaft. (Abg. Dr. Cap: Das stimmt ja nicht!) Wien muss sich anstrengen, dass wir den verlorenen Platz in der Biotechnologie wieder aufholen. Die heute vom Vizekanzler und gestern vom Bundeskanzler angesprochene Forschungsoffensive braucht auch diese Klarstellung. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Dr. Brinek – das Rednerpult verlassend –: Stimmt schon!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Dr. Brinek – das Rednerpult verlassend –: Stimmt schon!
Wir können sagen: Mehr Sicherheit für die Konsumentinnen und Konsumenten, mehr Sicherheit für die Forschung, mehr Sicherheit für die Wirtschaft. (Abg. Dr. Cap: Das stimmt ja nicht!) Wien muss sich anstrengen, dass wir den verlorenen Platz in der Biotechnologie wieder aufholen. Die heute vom Vizekanzler und gestern vom Bundeskanzler angesprochene Forschungsoffensive braucht auch diese Klarstellung. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Dr. Brinek – das Rednerpult verlassend –: Stimmt schon!)
Abg. Dr. Brinek: Als die Richtlinie verlangt!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Brinek, Sie haben es sehr klar zum Ausdruck gebracht: Es ist nicht mehr umgesetzt worden, als notwendig ist. Das haben Sie gesagt. (Abg. Dr. Brinek: Als die Richtlinie verlangt!) Genau damit haben Sie unserer Kritik Recht gegeben. Genau dort, wo die Richtlinie Schwächen und Unausgegorenheiten hat, setzt unsere Kritik an.
Abg. Dr. Brinek: Sie zitieren hier immer amerikanische Beispiele!
Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an die Millionen an Lizenzgebühren, die Monsanto jetzt bereits in der amerikanischen Landwirtschaft, also in der Praxis, einklagt. (Abg. Dr. Brinek: Sie zitieren hier immer amerikanische Beispiele!) – Warum? – Weil die Themenführerschaft in diesem Bereich – und das haben Sie ja zu Recht gesagt – in der Regel bei amerikanischen Konzernen liegt. Natürlich haben wir eine europäische Forschung, und in den medizinischen Spezialbereichen und in der Medikamentenentwicklung ist die Gentechnik nicht wegzudenken, keine Frage. (Abg. Dr. Brinek: Ja eben!) Das sehen wir Grünen auch ganz klar, und dafür braucht es klare Regelungen.
Abg. Dr. Brinek: Ja eben!
Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an die Millionen an Lizenzgebühren, die Monsanto jetzt bereits in der amerikanischen Landwirtschaft, also in der Praxis, einklagt. (Abg. Dr. Brinek: Sie zitieren hier immer amerikanische Beispiele!) – Warum? – Weil die Themenführerschaft in diesem Bereich – und das haben Sie ja zu Recht gesagt – in der Regel bei amerikanischen Konzernen liegt. Natürlich haben wir eine europäische Forschung, und in den medizinischen Spezialbereichen und in der Medikamentenentwicklung ist die Gentechnik nicht wegzudenken, keine Frage. (Abg. Dr. Brinek: Ja eben!) Das sehen wir Grünen auch ganz klar, und dafür braucht es klare Regelungen.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek. – Abg. Dr. Mitterlehner: Das hat ja mit dem nichts zu tun!
Aber, meine Damen und Herren, das, was das Gentechnik-Volksbegehren mit dem Slogan „Kein Patent auf Leben“ intendiert hat, ist ein Anspruch, der völlig berechtigt ist und der nach wie vor in der europäischen Diskussion zu führen ist. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek. – Abg. Dr. Mitterlehner: Das hat ja mit dem nichts zu tun!) – Das hat sehr viel damit zu tun, Herr Kollege Mitterlehner! Es wäre notwendig, dass die Bundesregierung zum Beispiel eine Initiative startet, um die EU-Richtlinie auch zu reparieren. Das gehört so wie hier im Nationalrat wieder zurück an die Adresse der Europäischen Kommission beziehungsweise des Europäischen Parlaments verwiesen. Diese Richtlinie fällt zurück hinter aktuelle ... (Abg. Dr. Mitterlehner:
Abg. Dr. Brinek: Zwei!
Herr Kollege Mitterlehner, Sie haben aber in der Art, wie es umgesetzt wurde, die Möglichkeit des eingeschränkten, funktionsgebundenen Stoffschutzes nicht so genutzt, wie das andere Länder gemacht haben. (Abg. Dr. Brinek: Zwei!) Das wäre das Mindeste gewesen, was Sie hätten tun können. Ich erinnere daran, dass Bundesminister Pröll in der Enquete damals klar gesagt hat, dass man sich überlegen müsse, ob man Pflanzen und Tiere in derselben Form regelt oder nicht. Das ist, so denke ich, der Kern der Frage.
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Im Bereich pflanzlicher und tierischer Lebensmittel beziehungsweise Produkte besteht aus unserer Sicht die Notwendigkeit zum Schutz der Biodiversität, auch im Sinne einer sozialen, globalen Sichtweise bezüglich der Rechte der indigenen Völker, die zu schützen sind. Ich erinnere daran, dass das Münchner Patentamt vor kurzem ein Patent auf eine indische Pflanze zurücknehmen musste, weil es unberechtigt erteilt wurde. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) – Na ja. Sie sehen, dass das ein Grenzbereich ist, wo wir gezwungen sind, den Dingen ernsthaft in die Augen zu sehen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner
Daher werden wir den Rückverweisungsantrag des Herrn Kollegen Krainer natürlich unterstützen und gemeinsam tragen (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner) und hoffen, dass Sie, Herr Kollege Mitterlehner, in diesem Punkt auch mitgehen, das wäre richtig, damit in ein paar Monaten eine wirklich brauchbare Lösung auf den Tisch kommt. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Daher werden wir den Rückverweisungsantrag des Herrn Kollegen Krainer natürlich unterstützen und gemeinsam tragen (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner) und hoffen, dass Sie, Herr Kollege Mitterlehner, in diesem Punkt auch mitgehen, das wäre richtig, damit in ein paar Monaten eine wirklich brauchbare Lösung auf den Tisch kommt. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: In anderen Ländern auch andere Richtlinien!
Es war nämlich bereits im Jahr 2000, meine sehr geehrten Damen und Herren, als die Biotechnologie-Richtlinien – um genau zu sein: bis zum 30. Juli 2000 – innerstaatlich umgesetzt werden hätten sollen. – Das ist Faktum eins. (Abg. Dr. Pirklhuber: In anderen Ländern auch andere Richtlinien!)
Abg. Krainer: Das haben Sie schon im Ausschuss vorgelesen!
Faktum zwei, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist, dass der Europäische Gerichtshof am 28. Oktober 2004 mit Urteil festgestellt hat, dass die Republik Österreich gegen ihre Verpflichtungen aus der Biotechnologie-Richtlinie verstoßen habe. (Abg. Krainer: Das haben Sie schon im Ausschuss vorgelesen!) – Aber es ist ganz gut, wenn Sie es hören, weil eine Rückverweisung auch aus zeitlichen Gründen fahrlässig ist, sehr geehrter Herr Kollege. (Abg. Krainer: Das kennen wir schon!)
Abg. Krainer: Das kennen wir schon!
Faktum zwei, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist, dass der Europäische Gerichtshof am 28. Oktober 2004 mit Urteil festgestellt hat, dass die Republik Österreich gegen ihre Verpflichtungen aus der Biotechnologie-Richtlinie verstoßen habe. (Abg. Krainer: Das haben Sie schon im Ausschuss vorgelesen!) – Aber es ist ganz gut, wenn Sie es hören, weil eine Rückverweisung auch aus zeitlichen Gründen fahrlässig ist, sehr geehrter Herr Kollege. (Abg. Krainer: Das kennen wir schon!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Portugal, Italien! – Abg. Krainer: Italien!
Ich darf auch auf Ihre Kritik, sehr geehrter Herr Kollege, betreffend die Thematik absoluter Stoffschutz oder eingeschränkter, funktionsgebundener Stoffschutz eingehen. Faktum ist, dass lediglich Deutschland und Frankreich den eingeschränkten beziehungsweise funktionsgebundenen Stoffschutz angewandt haben (Abg. Dr. Pirklhuber: Portugal, Italien! – Abg. Krainer: Italien!), während der absolute Stoffschutz, an dem auch wir uns orientieren, von Schweden, Dänemark, Großbritannien, Spanien, Portugal und (Abg. Krainer: Tschechien!) unter anderem auch Tschechien angewendet wird. (Abg. Krainer: Ich habe die gleichen Unterlagen wie Sie!) – Die haben Sie von mir bekommen, vollkommen richtig. Ich hoffe, Sie haben sie auch gelesen.
Abg. Krainer: Tschechien!
Ich darf auch auf Ihre Kritik, sehr geehrter Herr Kollege, betreffend die Thematik absoluter Stoffschutz oder eingeschränkter, funktionsgebundener Stoffschutz eingehen. Faktum ist, dass lediglich Deutschland und Frankreich den eingeschränkten beziehungsweise funktionsgebundenen Stoffschutz angewandt haben (Abg. Dr. Pirklhuber: Portugal, Italien! – Abg. Krainer: Italien!), während der absolute Stoffschutz, an dem auch wir uns orientieren, von Schweden, Dänemark, Großbritannien, Spanien, Portugal und (Abg. Krainer: Tschechien!) unter anderem auch Tschechien angewendet wird. (Abg. Krainer: Ich habe die gleichen Unterlagen wie Sie!) – Die haben Sie von mir bekommen, vollkommen richtig. Ich hoffe, Sie haben sie auch gelesen.
Abg. Krainer: Ich habe die gleichen Unterlagen wie Sie!
Ich darf auch auf Ihre Kritik, sehr geehrter Herr Kollege, betreffend die Thematik absoluter Stoffschutz oder eingeschränkter, funktionsgebundener Stoffschutz eingehen. Faktum ist, dass lediglich Deutschland und Frankreich den eingeschränkten beziehungsweise funktionsgebundenen Stoffschutz angewandt haben (Abg. Dr. Pirklhuber: Portugal, Italien! – Abg. Krainer: Italien!), während der absolute Stoffschutz, an dem auch wir uns orientieren, von Schweden, Dänemark, Großbritannien, Spanien, Portugal und (Abg. Krainer: Tschechien!) unter anderem auch Tschechien angewendet wird. (Abg. Krainer: Ich habe die gleichen Unterlagen wie Sie!) – Die haben Sie von mir bekommen, vollkommen richtig. Ich hoffe, Sie haben sie auch gelesen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Fall geht es darum, dass wir EU-Richtlinien schon sehr spät, aber gerade noch rechtzeitig umsetzen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Gott sei Dank! Aber warum?
Kollege Pirklhuber, ich meine, dass Sie verunsichern. Es ist wohl richtig, dass eine Entscheidung des Patentamtes zurückgenommen wurde, revidiert wurde. Gott sei Dank gibt es die entsprechenden Kontrollmechanismen (Abg. Dr. Pirklhuber: Gott sei Dank! Aber warum?), die gerade das möglich machen. Auf mich jedenfalls wirkt das beruhigend. Und dass da und dort Fehlentscheidungen getroffen werden können, wird sich auch durch entsprechende gesetzliche Regelungen nicht verhindern lassen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Inhaltlich wurde schon ausgeführt, dass die Bedenken, die geäußert wurden, unserer Meinung nach nicht zutreffend sind. Daher ist es selbstverständlich, dass wir den Rückverweisungsantrag nicht unterstützen und heute zu einer entsprechenden Beschlussfassung kommen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Was die Pflanzen betrifft – Herr Kollege Auer, wir haben es erlebt beim Saatgut: Da gibt man einmal eine Zustimmung, und das Ende ist, dass plötzlich niemand mehr das Saatgut, das er in früheren Zeiten einfach von der Ernte zurückgehalten hat, so einfach wieder verwenden kann – heute darf er nur mehr gegen hohe Bezahlung diese Möglichkeit nutzen. Das ist das, was wir zu diskutieren haben, und daher sind wir mit dieser weit reichenden Fassung nicht einverstanden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher glauben wir, dass es gilt, das Prinzip des eingeschränkten Stoffschutzes hier stärker zu verankern. Das wurde aber leider mit dieser Richtlinie verabsäumt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Es besteht für mich der zwingende Verdacht, dass die Regierungsparteien gegen unseren Willen diese Biopatentrichtlinie beschließen werden. Sie haben aber doch erkannt, dass Missbrauch möglich ist. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Daher ist es besonders wichtig, Menschen, die eines Sachwalters bedürfen, besonders zu schützen. Das haben sie schon erkannt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) Daher wird das ABGB in diesem Zusammenhang geändert, um einen besonderen Schutz für Personen, die unter Sachwalterschaft stehen, zu gewährleisten.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es gibt eine ganze Reihe von offenen Fragen, und daher wäre es gut, darüber noch länger nachzudenken. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Fünf Grüne! – Ruf: Vier!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Antrag zustimmen, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist die Minderheit, und dieser Antrag ist somit abgelehnt. (Ruf bei der ÖVP: Fünf Grüne! – Ruf: Vier!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es galt damals, im Zuge der Liberalisierung des Strommarktes auch einen Markt zu schaffen für die so genannte Ausgleichsenergie. Zur Gewährleistung des Wettbewerbs bei der Beschaffung dieser Ausgleichsenergie waren die so genannten Regelzonenführer berufen. Die Administration dieses Systems wurde so genannten Verrechnungsstellen übertragen, die für diese Ausgleichsenergie auch marktkonforme Preise zu ermitteln hatten. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Vorlage ist im Konsens mit allen Fraktionen erstellt worden, und ich denke, sie wird auch einstimmig beschlossen werden. Ich bedanke mich für die Kooperation bei dieser Gesetzesmaterie auch bei den anderen Fraktionen, bedanke mich aber auch bei den Beamten des Ministeriums, bei der Sektion Energie, die dafür die Vorarbeiten geleistet haben, und bitte um Ihre Zustimmung. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Bundesländern auszuverhandeln, für nicht mehr relevant, weil es sich zeitlich kaum noch ausgehen wird. Das wollte ich noch kritisch anmerken, aber wir stimmen zu. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir werden dieser Novelle selbstverständlich zustimmen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rest-Hinterseer: Umgemeldet!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig. – Ist sie nicht im Saal? (Abg. Rest-Hinterseer: Umgemeldet!) – Frau Abgeordnete, Sie sind am Wort.
Beifall bei den Grünen.
Es ist so, dass bereits alles gesagt ist, was zu sagen ist. Wir stimmen natürlich im Großen und Ganzen dieser Anpassung, die ein technisches Erfordernis ist, zu und würden in diesem Falle auch, da es auch die Länder betrifft, für eine rasche und einheitliche Umsetzung plädieren. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich danke auch für den breiten Konsens. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zur Anmerkung des Abgeordneten Oberhaidinger: Ich sehe in Sachen Energieausweis keinen Streit. Wir sind der Auffassung, dass die Ausweisgestaltung Aufgabe der Länder im Rahmen deren Baukompetenz ist. Zum zivilrechtlichen Teil hat das BMJ einen Entwurf erstellt betreffend die Vorlage beim Abschluss von Miet- und Kaufverträgen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Da auch der von den Regierungsparteien eingebrachte Abänderungsantrag an diesen Kritikpunkten nicht wirklich Grundsätzliches ändert, lehnen wir die Novelle ab. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben dem Abänderungsantrag der Grünen im Ausschuss nicht zugestimmt, weil dieser zu viel zu großen Verkomplizierungen geführt hätte. Die von Ihnen, Herr Kollege Hoscher, befürchtete Lücke zwischen Außenhandelsgesetz und Kriegsmaterialgesetz im Bereich der Technologie und technischen Unterstützung besteht unserer Meinung nach nicht. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann vielleicht noch einige Erklärungen ergänzend zu den Ausführungen meines Kollegen hinzufügen. Es gibt zwar grundsätzliche Verbesserungen gegenüber der Regelung aus 1995, weil der Verhaltenskodex der Europäischen Union integriert ist, weil auch Exporte auf telefonischem und elektronischem Wege integriert sind. Aber es gibt sehr viele Mängel, unter anderem auch eine Mängelliste von Amnesty International, die hier nicht abgearbeitet und berücksichtigt wurde. Und daher glauben wir, dass auf Grund von Absurditäten, dass also im Außenhandelsgesetz etwas strenger geregelt ist als im Kriegsmaterialgesetz, diese beiden Novellen nicht wirklich konsistent sind. Daher werden wir diese Maßnahme ablehnen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir werden diesem Gesetz zustimmen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Wir werden nichtsdestotrotz dem jetzigen Gesetz zustimmen, weil wir glauben, dass es wesentliche Verbesserungen beinhaltet. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Gleichzeitig, Hohes Haus, haben wir den Versuch unternommen, das Ganze wirtschafts- und administrationsfreundlich zu gestalten, Doppelbewilligungen entsprechend Außenhandelsgesetz und Chemiewaffenkonventionsgesetz entfallen zu lassen, die Regelungen für den innergemeinschaftlichen Verkehr auf das absolute Mindestmaß zu beschränken, dort, wo möglich, zu entkriminalisieren, die Möglichkeit zur Festlegung von Bagatellgrenzen zu schaffen und insgesamt Kostenbelastungen für Unternehmungen zu vermeiden oder zu reduzieren. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Irrtum, das ist ein Selbständiger Antrag!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Der Entschließungsantrag der Vorrednerin, der Abgeordneten Sburny, Pilz, Kolleginnen und Kollegen ist ausreichend unterstützt und steht mit in Verhandlung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Irrtum, das ist ein Selbständiger Antrag!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Ferdinand Maier (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte an sich – die Diskussion zusammenfassend – auch gleich zum Schluss kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher werden Sie sich ja nicht wundern, dass ich nur empfehlen kann, diesem Gesetz zuzustimmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bedanke mich bei Herrn Bundesminister Bartenstein dafür, dass die Evaluierung des Betrieblichen Mitarbeitervorsorgegesetzes so schnell geklappt hat und damit eben ein bereits erfolgreiches Konzept nunmehr wahrlich ein sozialpolitischer Meilenstein wird, ein Zukunftsmodell – sozial, fair und sicher, ein Gewinn für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und für unseren Wirtschaftsstandort Österreich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Rahmen dieser Novelle stellt sich natürlich auch im Besonderen die Frage einer Erhöhung des Beitrages von 1,53 Prozentpunkten. Ich plädiere daher dafür, die Umsetzung dieses Gesetzes weiterhin sehr gut zu beobachten, es zu evaluieren und zeitgerecht über eine Erhöhung dieses Beitrages das Gespräch zu suchen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Kollege Riepl, wenn Sie bei diesem Jahrhundertprojekt und bei dieser Einzigartigkeit der Abfertigung für alle sagen, es sei ein Kind der Sozialpartner, dann kann ich nur sagen: Es ist ein Kind von unserem Sozialstaatssekretär Sigisbert Dolinschek! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das ist leicht nachzuverfolgen an den Debatten hier in diesem Hohen Haus. Die Sozialpartner waren höchstens die Geburtshelfer bei diesem Kind. Das gestehe ich Ihnen zu.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir sind froh darüber, dass die Evaluierung damals festgelegt wurde. Es kann sein, dass es noch einmal eine Evaluierung und noch einmal eine Anpassung wird geben müssen, aber jetzt sind einmal die ersten Lücken geschlossen, und wir sind froh darüber. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Evaluierung finde ich gut, hat sich offensichtlich bewährt. Vielleicht sollten wir aber auch einmal evaluieren, was tatsächlich an Beiträgen hier herauskommen wird. Es ist nämlich, wie es Kollege Riepl schon angesprochen hat, bei weitem nicht das, was bei den Verhandlungen versprochen wurde oder auch geplant war, nämlich dass nach einem langen Arbeitsleben so etwas wie das Verdienst von einem Jahr als Abfertigung herauskommen soll. Davon sind wir weit entfernt, und das liegt daran, dass die Verzinsung viel zu hoch angesetzt war, was damals eigentlich schon alle gewusst haben, einschließlich des Herrn Finanzministers, der das damals behauptet hat, aber Sie haben es trotzdem so beschlossen. Also es wird gut sein, wenn man sich das tatsächlich einmal anschaut, und ich sehe das durchaus so wie Kollege Riepl, dass man wahrscheinlich über eine Beitragserhöhung irgendwann einmal wird sprechen müssen. Trotzdem finden wir jetzt einmal diese Maßnahme gut und werden ihr zustimmen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
So gesehen, in beiderlei Beziehung, möchte ich sagen: Ich meine, wir sollten bei dem bleiben, was die Sozialpartner vereinbart haben respektive was sie an Rendite-Erwartungen formuliert haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie Menschen nicht durchgehende Beschäftigungen ermöglichen und weil Sie Menschen aus ihren arbeitsrechtlichen Ansprüchen drängen. Daher lehnen wir diesen Gesetzentwurf ab. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Dienstag, 17. Februar 2004, SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Bures: „Dienstleistungsscheck ist langjährige SPÖ-Forderung. Regierung hat sich sehr lange Zeit gelassen.“ (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Bures und Silhavy.
„SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer hat dieses Konzept bereits im Jahr 2002 vorgeschlagen, um einen legalen Arbeitsmarkt für Haushaltshilfen und ähnliche Dienstleistungen zu schaffen, und das ohne bürokratische Hindernisse.“ (Zwischenrufe der Abgeordneten Bures und Silhavy.)
Abg. Silhavy: Stimmt ja eh, aber der Minister hat ...!
„Die SPÖ hat schon seit 2002 den Dienstleistungsscheck gefordert. Ein legaler Arbeitsmarkt ohne bürokratische Hürden für Haushaltshilfen ... Geringfügig und atypische Beschäftigte – zum allergrößten Teil Frauen – sollten damit zu Krankenversicherung und Pension kommen.“ (Abg. Silhavy: Stimmt ja eh, aber der Minister hat ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Man soll nie von sich selbst laut denken!
Ich würde Ihnen vorschlagen, die Regierungsvorlage zu lesen, denn Sie haben sie anscheinend nicht gelesen, Sie haben nur davon gesprochen und haben nicht nachgedacht, was deren Inhalt ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Man soll nie von sich selbst laut denken!)
Oh-Ruf des Abg. Dr. Cap.
Ich möchte Ihnen nur noch mit auf den Weg geben – leider haben wir bei dieser sehr wichtigen Materie nur eine ganz kurze Redezeit zur Verfügung –, dass ich Ihnen gerne Nachhilfeunterricht gebe. (Oh-Ruf des Abg. Dr. Cap.) Auch die Information, die wir aufbereitet haben, um den Menschen draußen tatsächlich Hilfe anzubieten und nicht Angst zu machen, würde ich Ihnen gerne zur Kenntnis bringen. In diesem Sinne sage ich an den Herrn Bundesminister Bartenstein ein Danke dafür, dass er diesen Schritt gewagt hat. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Nicht genügend! Setzen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Nicht genügend! Setzen!
Ich möchte Ihnen nur noch mit auf den Weg geben – leider haben wir bei dieser sehr wichtigen Materie nur eine ganz kurze Redezeit zur Verfügung –, dass ich Ihnen gerne Nachhilfeunterricht gebe. (Oh-Ruf des Abg. Dr. Cap.) Auch die Information, die wir aufbereitet haben, um den Menschen draußen tatsächlich Hilfe anzubieten und nicht Angst zu machen, würde ich Ihnen gerne zur Kenntnis bringen. In diesem Sinne sage ich an den Herrn Bundesminister Bartenstein ein Danke dafür, dass er diesen Schritt gewagt hat. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Nicht genügend! Setzen!)
Abg. Dr. Cap – in Richtung der Abg. Steibl –: Den brauchen Sie!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Werte Damen und Herren! Ganz so kurz wird es nicht gehen. Frau Kollegin Steibl, den Nachhilfeunterricht könnten Sie vielleicht auch dem Hilfswerk geben. (Abg. Dr. Cap – in Richtung der Abg. Steibl –: Den brauchen Sie!) Das Hilfswerk ist nämlich eine Institution, die sich bemüht. Ich finde den Ansatz völlig richtig, in dieser Sache dieses Problem zu regeln, und die Regeln sind vom System her in einer korrekten Form, nämlich: Die Leute,
Abg. Dr. Fekter: Nein! – Abg. Steibl: Stimmt nicht!
Genau solche Institutionen wie dieses Hilfswerk und auch die Volkshilfe, die das anbieten, untergraben Sie mit diesem Modell des Dienstleistungsschecks (Abg. Dr. Fekter: Nein! – Abg. Steibl: Stimmt nicht!), indem Sie eine völlige Segregation des Arbeitsmarktes vornehmen und die geregelten Arbeitsverhältnisse komplett untergraben. Das ist das, was wir an diesem Gesetz kritisieren und wozu wir ganz sicher nicht zustimmen werden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Genau solche Institutionen wie dieses Hilfswerk und auch die Volkshilfe, die das anbieten, untergraben Sie mit diesem Modell des Dienstleistungsschecks (Abg. Dr. Fekter: Nein! – Abg. Steibl: Stimmt nicht!), indem Sie eine völlige Segregation des Arbeitsmarktes vornehmen und die geregelten Arbeitsverhältnisse komplett untergraben. Das ist das, was wir an diesem Gesetz kritisieren und wozu wir ganz sicher nicht zustimmen werden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Steibl: Aber geh!
Ich wollte eigentlich mit dem Positiven anfangen, aber Sie haben mir das leider verunmöglicht, denn ich habe das wirklich als extreme Provokation empfunden. (Abg. Steibl: Aber geh!) Es gibt nämlich zwei positive Punkte gegenüber der Erstvorlage.
Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Wieso ist das unkontrollierbar?
Dennoch: Dieses Gesetz ist in der Praxis unkontrollierbar (Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Wieso ist das unkontrollierbar?), und vom System her geht es in eine völlig falsche Richtung.
Beifall bei den Grünen.
Beispiel dem Hilfswerk, dieses Problem tatsächlich sinnvoll zu lösen, und daher werden wir dem unsere Zustimmung nicht geben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Silhavy: Das ist ein Irrtum!
„Als weiteren Punkt des SPÖ-Wirtschaftsprogramms nannte Gusenbauer die Bekämpfung der organisierten illegalen Beschäftigung.“ – Das machen wir hiermit! (Abg. Silhavy: Das ist ein Irrtum!)
Abg. Silhavy: Eben nicht!
Am 18. September 2002 meldet die APA: „Spätestens Ende Oktober will Gusenbauer ein Modell für einen Dienstleistungsscheck gegen den Pfusch vorstellen. Es gehe dabei darum, einen legalen Arbeitsmarkt für Haushaltshilfen und andere Dienstleistungen zu schaffen, ohne bürokratische Hindernisse.“ – Auch das machen wir! (Abg. Silhavy: Eben nicht!)
Abg. Silhavy: Sie verstehen das nicht! Wir sind nicht grundsätzlich gegen einen Dienstleistungsscheck, sondern gegen diese Form!
Laut APA vom 17. Februar 2004 gibt es sogar einen so genannten Entstehungsstreit hinsichtlich des Dienstleistungsschecks. Da heißt es: „SPÖ reklamiert Idee für sich.“ (Abg. Silhavy: Sie verstehen das nicht! Wir sind nicht grundsätzlich gegen einen Dienstleistungsscheck, sondern gegen diese Form!)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
In diesem Sinn begrüßen wir dieses Dienstleistungsscheckgesetz. Es ist wirklich ein Weg in die Legalität, und wir hoffen, dass der Dienstleistungsscheck auch dementsprechend breit angenommen wird und entsprechend dem Grundgedanken, die Leute im kleinen Dienstleistungsbereich aus der Illegalität herauszuholen, hilft. – Danke. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Es ist schon manches von dem vereinfacht und reduziert, was geringfügige Beschäftigungen anbelangt. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Ich habe von Ihrer Seite noch kein einziges Argument gehört, wie Sie es denn anders machen würden, damit Ihr Dienstleistungsscheckmodell der Idee des Dr. Gusenbauer entsprechen würde – weder von Ihnen noch von Ihren MitstreiterInnen. Ich wäre dankbar für solche Vorschläge. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist schon manches von dem vereinfacht und reduziert, was geringfügige Beschäftigungen anbelangt. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Ich habe von Ihrer Seite noch kein einziges Argument gehört, wie Sie es denn anders machen würden, damit Ihr Dienstleistungsscheckmodell der Idee des Dr. Gusenbauer entsprechen würde – weder von Ihnen noch von Ihren MitstreiterInnen. Ich wäre dankbar für solche Vorschläge. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Worüber man mittelfristig diskutieren kann und soll, ist, dass man haushaltsnahe Dienstleistungen insbesondere dann, wenn sie im Zusammenhang mit Kinderbetreuung stehen, steuerlich geltend machen kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das ist heute noch nicht möglich, aber ich meine, dass das im Rahmen einer nächsten Steuerreform beziehungsweise einer nächsten steuerlichen Entlastung ein Thema sein muss, und dann wird man auch darüber reden, inwieweit man den Dienstleistungsscheck steuerlich absetzbar machen kann, vielleicht innerhalb gewisser Grenzen. Aber das ist Zukunftsmusik, das steht jetzt überhaupt nicht zur Debatte, also sind die von Ihnen angezogenen Missbrauchsmöglichkeiten für mich auch nicht nachvollziehbar. – Herzlichen Dank, Herr Präsident. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Kettendienstverträge und das Ausklammern von Sozialversicherungsbereichen sind sicherlich Maßnahmen, denen ich als Gewerkschafterin nicht die Zustimmung geben kann. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Ein guter Schritt in die richtige Richtung ist der Dienstleistungsscheck, den wir hier heute vorstellen und beschließen. Der Dienstleistungsscheck, der es künftig leichter macht, legal – ich betone: legal! – in privaten Haushalten Pflege- und Reinigungsarbeiten zu verrichten, aber auch in Anspruch zu nehmen, dient hauptsächlich zur Förderung des privaten Unternehmens Haushalt. Dieser Dienstleistungsscheck soll dazu dienen, dass Haushaltshilfen künftig nicht mehr überwiegend illegal beschäftigt werden, sondern legal beschäftigt werden können. Mit diesem Scheck will man auch den Anreiz schaffen, Haushaltshilfen mit gutem Gewissen zu beschäftigen. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Erlauben Sie mir abschließend, als verantwortlicher Spartenobmann noch festzustellen, dass natürlich für manche Tätigkeiten Gewerbeberechtigungen notwendig sind und der Dienstleistungsscheck diese nicht ersetzen kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Nehmen Sie Anleihe bei Ihrem Kollegen Walch! Lesen, denken, sprechen!, das sagt er doch immer!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Csörgits, Sie haben gesagt: Zurück an den Start! – Was würde denn da herauskommen? Wo sind denn tatsächlich die Vorschläge? (Abg. Gradwohl: Nehmen Sie Anleihe bei Ihrem Kollegen Walch! Lesen, denken, sprechen!, das sagt er doch immer!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Grundsätzlich kann ich sagen, dass es sich bei dieser Lösung um eine einfache Art handelt, einen Teil der schwarz Beschäftigten in den legalen Bereich überzuführen. Ich bin über die Lösung, die hier angeboten wird, sehr froh! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das ist etwas, was ich Frau Kollegin Sburny gerne mitgeben möchte: Sie sagt nämlich in einem „Standard“-Interview – nachzulesen auf „diestandard.at“ –, dass mit dem Dienstleistungsscheck Menschen in stundenweise Beschäftigung gedrängt werden, während sie bisher angestellt oder zumindest geringfügig angestellt werden mussten. – Das ist aber genau der Trugschluss, Frau Kollegin, genau das wurde und wird eben nicht gemacht! Und genau deshalb begrüße ich den Dienstleistungsscheck als ersten Schritt in die richtige Richtung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Durch Prolongieren?
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): So viel Verwirrung wollte ich zu später Stunde gar nicht anrichten! Also muss ich nun Aufklärung in diese Verwirrung bringen. (Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Durch Prolongieren?) Nein! Das ist mir wirklich ein Anliegen!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was aber unkontrollierbar ist, und zwar jetzt schon, ist, dass Sie überhaupt nie werden kontrollieren können, wie viele Stunden jemand für einen Dienstleistungsscheck arbeitet. Und die Leute, die so sehr unter Druck sind, dass sie solche Arbeiten annehmen müssen, werden sich darüber ganz sicher nicht beklagen, und so sind diesem Missbrauch und dieser Unkontrollierbarkeit ganz gewiss Tür und Tor geöffnet! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich darf heute aber auch die Gelegenheit wahrnehmen, mich bei allen hier, insbesondere beim Herrn Bundesminister, aber auch bei allen Sozialpartnern sehr, sehr herzlich zu bedanken, dass es zu diesem Gesetzeswerk gekommen ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Ich lade Sie heute zunächst einmal dazu ein, dem vorliegenden, sehr wichtigen Gesetz Ihre Zustimmung zu geben. Darüber hinaus ersuche ich Sie aber auch dringend, mitzuhelfen, dass die sich im Zuge der strukturellen Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft ergebenden neuen Berufe in das moderne Arbeits- und Sozialrecht eingegliedert werden, denn nur so hat die Landarbeit für die Menschen, die in diesen Berufen tätig sind, auch Zukunft! – Ich danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Geben wir denen, die es ohnehin schon schwer haben, noch einige zusätzliche wichtige Möglichkeiten mit auf den Weg! Vielleicht stimmen Sie doch unserem Abänderungsantrag zu. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir alle lieben die Landwirtschaft, und wir müssen uns bei jenen bedanken, die uns tagtäglich etwas Frisches und Gutes auf den Tisch bringen und außerdem die Landschaft pflegen. Speziell für Jugendliche mit Handicaps werden in der Landwirtschaft nun Jobs geschaffen, und ich glaube, das ist ganz wichtig. Ich hoffe, dass viele Jugendliche dieses Angebot annehmen, und ich ersuche um Zustimmung zu diesem Antrag. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das heißt: Nur dort, wo es notwendig ist, eine Teilqualifizierung, aber dort, wo es möglich ist, natürlich eine Vollqualifizierung, so wie es auch nicht behinderte Lehrlinge für sich in Anspruch nehmen können. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Liebe Opposition!
Abgeordneter Georg Keuschnigg (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! (Abg. Dr. Cap: Liebe Opposition!) Liebe Opposition! (Heiterkeit.) Geschätzter Herr stellvertretender Klubobmann! Dieses Gesetz verfolgt mehrere Zielsetzungen. Die Einwände oder kritischen Ansätze der VorrednerInnen sollen auch, glaube ich, so bestehen. Wir sagen uneingeschränkt ja zu einer Evaluierung, und wir werden auf diese Dinge sehr genau eingehen.
Heiterkeit.
Abgeordneter Georg Keuschnigg (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! (Abg. Dr. Cap: Liebe Opposition!) Liebe Opposition! (Heiterkeit.) Geschätzter Herr stellvertretender Klubobmann! Dieses Gesetz verfolgt mehrere Zielsetzungen. Die Einwände oder kritischen Ansätze der VorrednerInnen sollen auch, glaube ich, so bestehen. Wir sagen uneingeschränkt ja zu einer Evaluierung, und wir werden auf diese Dinge sehr genau eingehen.
Abg. Broukal: Nein, nein, immer wieder!
In diesem Gesetz werden auch die Ausbildungsversuche der Land- und Forstwirtschaft geregelt, es ist also ein extrem wichtiger Beitrag. Der Veränderungsdruck, der in der Land- und Forstwirtschaft vor allem seit dem EU-Beitritt herrscht, ist ungeheuer groß. Ich weiß nicht, wann Sie zum letzten Mal auf einem Bauernhof waren, vielleicht vor zehn, fünfzehn Jahren. (Abg. Broukal: Nein, nein, immer wieder!) Ich würde Ihnen wirklich raten, besuchen Sie einen Bauernhof – oder mehrere, das ist noch besser –, nicht nur einen Heurigen in Wien, und schauen Sie, welche modernen, schlagkräftigen, aber auch hart arbeitenden Betriebe Sie dort finden und was diese Betriebe in den letzten zehn Jahren an Veränderung durchgemacht haben. Das würde ich Ihnen wirklich dringend empfehlen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In diesem Gesetz werden auch die Ausbildungsversuche der Land- und Forstwirtschaft geregelt, es ist also ein extrem wichtiger Beitrag. Der Veränderungsdruck, der in der Land- und Forstwirtschaft vor allem seit dem EU-Beitritt herrscht, ist ungeheuer groß. Ich weiß nicht, wann Sie zum letzten Mal auf einem Bauernhof waren, vielleicht vor zehn, fünfzehn Jahren. (Abg. Broukal: Nein, nein, immer wieder!) Ich würde Ihnen wirklich raten, besuchen Sie einen Bauernhof – oder mehrere, das ist noch besser –, nicht nur einen Heurigen in Wien, und schauen Sie, welche modernen, schlagkräftigen, aber auch hart arbeitenden Betriebe Sie dort finden und was diese Betriebe in den letzten zehn Jahren an Veränderung durchgemacht haben. Das würde ich Ihnen wirklich dringend empfehlen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich ersuche die Damen und Herren von den Regierungsparteien, unseren Abänderungsantrag zu unterstützen, vor allem zum Wohle der Jugendlichen, für die wir dieses Gesetz beschließen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Frau Abgeordnete Haidlmayr, ich nehme das sehr gerne zur Kenntnis: „Menschen mit Behinderung“. Die von Ihnen heute und vor allem im Ausschuss geäußerten Befürchtungen, dass gerade auf Bauernhöfen dieses oder jenes passiere, teile ich nicht. Wenn es so ist, dass es im land- und forstwirtschaftlichen Bereich mehr an Möglichkeiten für solche jungen Menschen gibt, so ist es umso wichtiger, dass wir jetzt die integrative Berufsausbildung auch für den land- und forstwirtschaftlichen Bereich nachvollziehen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Herr Abgeordneter Dr. Fasslabend bis zu 2 Minuten zu uns. (Heiterkeit.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, dass es die Zeit wert ist, sich mit diesem Thema eingehend auseinander zu setzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Herta Mikesch ebenso kurz wie Werner Fasslabend. (Heiterkeit.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
gratuliere den jungen Menschen ganz besonders dazu und bitte ganz einfach auch Sie, ihnen allen für diese tollen Leistungen zu danken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das Wichtigste ist auch, wir haben die Schulen vergessen, die Schulen, in die jetzt diese jungen Leute gehen sollen. Ich glaube, wir müssen sie alle dabei unterstützen, dass sie die nötigen Grundlagen haben, die Plätze und auch die Unterstützung der Länder, dass das möglich wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich freue mich sehr darüber, dass dieses Gesetz vom Hohen Haus einstimmig beschlossen wird, weil dies auch ein wichtiges Zeichen an die so schlimm betroffenen Menschen ist, und ich danke Ihnen allen dafür. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Am heutigen Tage können wir sagen: Das neue Gesetz erfüllt berechtigte Anliegen der Betroffenen. – Nehmen wir es an! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Mit eurem Zug fahren wir nicht mit!
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Es freut mich natürlich ganz besonders, dass heute die Opposition mit unserem Zug mitfährt und auch einsieht, dass die Regierung für jene Leute, die besonders benachteiligt waren, wieder etwas getan hat. (Abg. Silhavy: Mit eurem Zug fahren wir nicht mit!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es freut mich natürlich besonders, dass damit auch die Leistungen erhöht werden und dass alle zustimmen. – Ich bedanke mich recht herzlich. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte allerdings schon dazusagen, dass es natürlich noch sehr großen Handlungsbedarf in diesem Bereich gibt, wenn ich zum Beispiel an die NS-Opfer und Homosexuelle in der NS-Zeit denke, wo es noch keine Regelungen gibt. Diese Probleme – wir haben ja heute in der Dringlichen Anfrage schon darüber gesprochen – müssen in nächster Zeit auch geklärt werden, damit wirklich alle, die ein Recht haben, Leistungen zu bekommen, und die nicht mehr als Täter, sondern als Opfer gesehen werden, wirklich auch als Opfer anerkannt und endlich rehabilitiert werden. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Schritt für eine Gesellschaft: dass wir uns, wenn wir uns zu Impfungen bekennen, die durchaus auch ihre Berechtigung haben, auch zu den Impfopfern bekennen und ihnen auch helfen. – Danke. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Bundesministerin für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Ursula Haubner: Sehr geehrter Herr Präsident! Lieber Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich möchte mich beim Herrn Kollegen Huainigg für seine Worte bedanken, denn diese persönliche Betroffenheit im Zusammenhang mit Verbesserungen bei Impfschäden, aber auch bei Verbrechensopfern ist etwas, wo wir gefordert sind und wo wir auch nicht nur nachdenken sollen, sondern – wenn wir können – auch handeln müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Ich glaube, es ist das ein wichtiges und gutes Gesetz, das zu einem Zeitpunkt entstanden ist, zu dem es höchst notwendig war. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Schade, dass hier nicht die Bereitschaft bestanden hat, als Bund in Vorlage zu treten und sich dann das Geld von den Tätern zurückzuholen, denn nicht die Höhe des Schmerzensgeldes wäre ausschlaggebend gewesen, sondern es hätte eine Anerkennung der psychischen Situation der Opfer geben sollen, um diesen Menschen die Mühsal über den privatrechtlichen Klageweg zu ersparen. Schade, dass dieser kleine Schritt nicht auch noch erfolgen hat können, um dieses Gesetz perfekt zu machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Nach sorgfältiger Prüfung!
Das hebt sich sehr wohltuend von der sonstigen Praxis der derzeitigen Regierungsparteien ab, Vorschläge der Opposition reflexartig abzulehnen. Ich würde mir mehr solcher Beispiele wünschen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Nach sorgfältiger Prüfung!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ein wichtiger Beschluss, um die Betreuung, die Qualität in der Betreuung zu sichern, aber auch, um die Mobilität im Arbeitsbereich zu verbessern. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meiner Ansicht nach zeigt das wieder einmal deutlich, wie unbeirrbar Sie Ihren neoliberalen Kurs fortsetzen – und das, obwohl wir in Österreich 246 000 Arbeitslose zu verzeichnen haben, darunter viele ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Es ist für mich beschämend, dass dies nicht berücksichtigt wurde. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Frau Bundesminister! Es ist wieder ein Gesetz in die richtige Richtung, der Jugend mehr Chancen zu geben, einen Lehrplatz zu bekommen, Frauen, Wiedereinsteigern eine Ausbildung zukommen zu lassen. Das ist in den Sozialberufen sehr wichtig. Mit dieser Artikel-15a-Vereinbarung wird diese Berufsgruppe auch von den einzelnen Bundesländern anerkannt. Die Vereinheitlichung, die Regelung ist ganz wichtig, speziell die Berufsanerkennung, die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Berufsgruppen gewährleisten und Doppelgleisigkeiten beseitigen wird. Das ist wieder etwas in die richtige Richtung. Danke für die Zustimmung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist jetzt ein erster Schritt. Frau Ministerin, Sie sind gefordert, darauf zu schauen, dass die Länder die 15a-Verträge auch umsetzen, und die Personalvertreter sind gefordert, die Gewerkschaften sind gefordert, darauf zu schauen, dass es endlich einen Kollektivvertrag auch für diese Berufsgruppen gibt. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
dringend benötigten Sozial- und Pflegeberufen zu ermöglichen. Das wäre meiner Meinung nach eine richtige Investition für die sozialen Herausforderungen der Zukunft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich möchte hier meinem Vorgänger als Sozialminister, Herbert Haupt, ein herzliches Danke sagen, denn er hat hier den größten Anteil, auch was die Vorbereitungen dieser Artikel-15a-Vereinbarung anlangt, erbracht. Ich freue mich, dass ich heute hier gemeinsam mit Ihnen diesen Beschluss mittragen kann. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Da wird der sich aber fürchten!
Dies sind mindestens fünf gute Gründe, dieser Vorlage zuzustimmen. Es liegt nun an den Ländern, diese Harmonisierung so rasch wie möglich umzusetzen, und in der Steiermark werde ich den SPÖ-Sozial-Landesrat Flecker sehr genau beobachten, wie rasch er imstande ist, diese Ausbildungen gesetzlich zu regeln. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Da wird der sich aber fürchten!)
Beifall bei der SPÖ.
Werte Kolleginnen und Kollegen der Regierungsparteien! Beenden Sie Ihre unsoziale Politik und unterstützen Sie diese Forderung, damit den Ärmsten in unserem Land endlich wirklich geholfen werden kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Kollege Dobnigg! Dieses Parlament verdient einen besseren Beitrag, als Sie jetzt geleistet haben! Das ist ungeheuerlich, was Sie hier feststellen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dobnigg: So ist es aber! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich! – Abg. Scheibner: Ein Skandal! – Abg. Silhavy: Ein Skandal ist das, was Sie sagen, Kollege Donabauer!
Sie brauchen nur eines zu tun: Lesen Sie bitte diesen Antrag durch! Es geht darum, dass bei Wechsel des Wohnsitzes oder bei Wechsel der Zuständigkeit ein eigenes Begutachtungsverfahren stattzufinden hat. Dazu gibt es auch obergerichtliche Entscheidungen. Und Sie können nicht hier herausgehen und die Bundesregierung beschuldigen, dass sie unbarmherzig gegenüber denen ist, die Pflegegeld beziehen. Das ist nicht in Ordnung! Das muss Ihnen einmal gesagt werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dobnigg: So ist es aber! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich! – Abg. Scheibner: Ein Skandal! – Abg. Silhavy: Ein Skandal ist das, was Sie sagen, Kollege Donabauer!)
Abg. Haidlmayr: Bei 20 Prozent! 20 Prozent!
Zum Zweiten: Lesen Sie den Bericht des Bundesministeriums vom 23. Mai des Jahres 2003. Dort steht ganz genau drinnen, dass es bei Wechsel der Zuständigkeit in 62 Prozent der Fälle zu einer gleichen Beurteilung, in 22 Prozent zu einer besseren Beurteilung und bloß in 15 Prozent zu einer Korrekturbeurteilung nach unten kommt. (Abg. Haidlmayr: Bei 20 Prozent! 20 Prozent!) Da drinnen steht es bitte! Das können Sie alles selbst nachlesen. (Zwischenrufe bei der SPÖ und der Abg. Haidlmayr.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und der Abg. Haidlmayr.
Zum Zweiten: Lesen Sie den Bericht des Bundesministeriums vom 23. Mai des Jahres 2003. Dort steht ganz genau drinnen, dass es bei Wechsel der Zuständigkeit in 62 Prozent der Fälle zu einer gleichen Beurteilung, in 22 Prozent zu einer besseren Beurteilung und bloß in 15 Prozent zu einer Korrekturbeurteilung nach unten kommt. (Abg. Haidlmayr: Bei 20 Prozent! 20 Prozent!) Da drinnen steht es bitte! Das können Sie alles selbst nachlesen. (Zwischenrufe bei der SPÖ und der Abg. Haidlmayr.)
Lebhafter Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte an dieser Stelle dem Bundesministerium und vor allem Herrn Sektionschef Dr. Gruber und der ganzen Gruppe herzlich danken für die großartige Arbeit. Diese Bundesregierung braucht sich in keinster Weise bei Ihnen zu entschuldigen, dass sie in irgendeiner Weise unsachlich oder unkorrekt gehandelt habe. Sie hat bis heute Aufgaben erfüllt, die Sie in den letzten 50 Jahren nicht erfüllen haben können, weil Sie sich dazu nicht entschlossen haben. (Lebhafter Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Sie drückt das schlechte Gewissen, Kollege Donabauer!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Frau Abgeordnete Haidlmayr. 4 Minuten Wunschredezeit. (Abg. Silhavy: Sie drückt das schlechte Gewissen, Kollege Donabauer!)
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Donabauer, ich weiß nicht, warum Sie sich so furchtbar aufregen. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das muss ein riesiges schlechtes Gewissen sein. Da habe ich Sie wahrscheinlich auf dem richtigen Fuß erwischt. (Abg. Scheibner: Den Donabauer auf dem linken Fuß erwischen, das ist auch nicht schlecht!)
Abg. Scheibner: Den Donabauer auf dem linken Fuß erwischen, das ist auch nicht schlecht!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Donabauer, ich weiß nicht, warum Sie sich so furchtbar aufregen. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das muss ein riesiges schlechtes Gewissen sein. Da habe ich Sie wahrscheinlich auf dem richtigen Fuß erwischt. (Abg. Scheibner: Den Donabauer auf dem linken Fuß erwischen, das ist auch nicht schlecht!)
Abg. Gradwohl: Aber der Donabauer will davon nichts wissen!
Diese Fälle, meine Damen und Herren, kennen wir zur Genüge. Nicht nur ich kenne sie, auch der Herr Donabauer kennt sie (Abg. Gradwohl: Aber der Donabauer will davon nichts wissen!), weil nämlich die Pensionsversicherungsanstalten immer versuchen wollen, sich auf Kosten der betroffenen Menschen Pflegegelder zu ersparen. Und zu einem Großteil gelingt es ihnen auch, das muss ich auch dazusagen, weil nicht alle die Nerven haben, so lange Prozesse, die zwar nichts kosten, aber trotzdem sehr viel Zeit und Energie brauchen, durchzumachen.
Abg. Dobnigg: Es sind sogar noch mehr!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Herr Staatssekretär hat es uns ja im letzten Ausschuss gesagt: 20 Prozent jener, die vom Landes- ins Bundespflegegeld überwechseln, werden schlechter eingestuft. (Abg. Dobnigg: Es sind sogar noch mehr!) Es kann schon sein, dass 25 Prozent besser eingestuft werden gegenüber dem Land, aber das bringt den 20 Prozent, die schlechter eingestuft werden, reichlich wenig.
Abg. Hagenhofer: Das ist eine Vereinbarung!
Ich sehe absolut keine Notwendigkeit, dass dann, wenn das Land eingestuft hat und man in Pension geht, der Bund noch einmal einstuft. Dafür gibt es überhaupt keine logische Notwendigkeit. (Abg. Hagenhofer: Das ist eine Vereinbarung!) Oder misstraut man den einstufenden Ärzten der Länder und sagt: Die haben sicher irgendwie gemauschelt mit jemandem, wir schauen uns das jetzt an!? – Und zack geht das Pflegegeld nach unten. Das kann es nicht sein.
Abg. Silhavy: Das ist dem Donabauer aber Wurscht!
Abgesehen davon dürfen Sie eines nicht vergessen: Das kostet einen Haufen Euro, jede Menge Euro. (Abg. Silhavy: Das ist dem Donabauer aber Wurscht!) Der Arzt von der Pensionsversicherungsanstalt, der dann zur Untersuchung kommt, macht das natürlich auch nicht um einen schönen Dank, sondern kriegt auch sein Geld dafür, und dafür kriegt er nicht wenig. Ich habe das auch schon im Ausschuss gesagt, und der Herr Donabauer ist fast bis zur Decke gehupft. Aber es ist halt so.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Innerhalb der Länder funktioniert es schon halbwegs, nur zwischen Bund und Ländern funktioniert gar nichts. Und das muss funktionieren, denn da geht es um das Pflegegeld, und da haben wir nichts zu verschenken, am allerwenigsten an die untersuchenden Ärzte. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Haidlmayr: Viele sind dann schlechter gestellt als vorher!
Dazu ist auch festzustellen, Frau Kollegin Haidlmayr, dass diese Veränderungen durch den Lauf der Zeit bedingt sind und eben Verschlechterungen, aber auch Verbesserungen im Gesundheitszustand und damit im Pflegebedarf eintreten können. Entweder verbessert sich der Gesundheitszustand oder er verschlechtert sich eben. (Abg. Haidlmayr: Viele sind dann schlechter gestellt als vorher!) Zu Beginn des Systems des Pflegegeldes waren derartige Unterschiede häufiger und von der Dimension her auch viel relevanter, da haben Sie schon Recht, aber durch die umfangreiche Judikatur des Obersten Gerichtshofes und bedingt auch durch klare Richtlinien und Erlässe kam es aber zu einer Vereinheitlichung des ganzen Systems.
Abg. Haidlmayr: Das wird nicht angekündigt!
Wesentlich für diese Entwicklung war auch eine Bund-Länder-Sitzung im April des vorletzten Jahres, im April 2003. Dabei wurde vereinbart, dass die Sozialversicherungsträger die seitens des Landes vorgenommene Einstufung übernehmen und, wenn das Gutachten als schlüssig und nachvollziehbar zu betrachten ist, keine eigene Begutachtung durchzuführen ist. Nur dann, wenn sich aus den Umständen des Einzelfalles, insbesondere aus dem Akteninhalt, Anhaltspunkte ergeben, dass sich die Einstufung ändern wird, ist der Sachverhalt von Amts wegen zu erheben. Dabei steht dem Pflegebedürftigen kein Leidensweg bevor, so wie Sie das erwähnt haben, vielmehr erfolgt die Untersuchung im Rahmen eines rechtzeitig angekündigten Hausbesuches durch den Amtsarzt. (Abg. Haidlmayr: Das wird nicht angekündigt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Frau Kollegin Haidlmayr, ich kann Ihnen hier auch noch einen Brief geben, der vor zwei Jahren seitens unseres Ministeriums an den Hauptverband gesandt worden ist, in dem darauf hingewiesen wird, und soviel ich weiß, halten sich die Sozialversicherungsanstalten auch daran. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Haidlmayr: Die entstehen auch!
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Es wäre gerechtfertigt, wenn den Behinderten gravierende Nachteile entstehen würden. (Abg. Haidlmayr: Die entstehen auch!) Aber es ist so, wie es der Herr Staatssekretär ausgeführt hat, Frau Kollegin Haidlmayr. Die Untersuchungen führt nicht der Herr Staatssekretär oder die Frau Bundesminister oder der Max Walch durch, sondern die Untersuchungen führen Ärzte durch. Und ich habe großes Vertrauen zu Ärzten.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher können wir diesem Antrag nicht zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, denke ich, es wäre an der Zeit, und es ist unsere Aufgabe, auch für diese Gruppe diesen Antrag heute zu beschließen, damit wir in Zukunft derartige Schwierigkeiten nicht mehr haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: 3 Minuten oder bis zu 3 Minuten?
Die Debatte wird vom Abgeordneten Peter Haubner eingeleitet, der 3 Minuten zu uns sprechen wird. (Abg. Silhavy: 3 Minuten oder bis zu 3 Minuten?)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Bis zu 3 Minuten, Frau Kollegin. – Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Der Ball ist im Spiel. Mit dem Startsignal für den Bau des vierten Stadions in Klagenfurt ist nun das Österreich-Quartett für die Fußball-Euro 2008 komplett. Als Salzburger freut es mich natürlich auch, dass drei Spiele in Salzburg stattfinden, und es wird sicher in Salzburg so sein, dass der neue Rasen im Stadion besser sein wird für die Fußballer als das Eis bei der Eishockey-WM in der Wiener Stadthalle. Das kann ich Ihnen heute schon versprechen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In dieser Hinsicht freuen wir uns, dass wir Gastgeber dieses drittgrößten Sportereignisses sein können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Staatssekretär Mag. Schweitzer: Du weißt ja eh, dass wir das tun!
Da wäre es eine Möglichkeit für die Sportverbände, das mit ihren gut ausgebildeten Trainerstäben oder mit anderen ... (Staatssekretär Mag. Schweitzer: Du weißt ja eh, dass wir das tun!) Das weiß ich, dass wir da in einem Boot sitzen, aber in der Diskussion um die Neuregelung der Schulen wäre es notwendig, dass das auch von jenen, die die Schulreform behandeln, berücksichtigt wird.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Da wäre die Chance für die Fachverbände gegeben, dass sie eben die Trainer zur Verfügung stellen, dass eine polysportive Ausbildung in diesen Bewegungseinheiten stattfindet, wenn man da mehrere Sparten natürlich wöchentlich abwechselnd einbringen könnte. Ich weiß, dass Sie da im Boot sitzen, Herr Staatssekretär. Sie müssen sich nur der Frau Minister gegenüber durchsetzen; das letzte Mal ist es Ihnen nicht gelungen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich glaube, es wäre sinnvoll, das auch in Österreich zu diskutieren, diese Diskussion zu übernehmen und entsprechend zu handeln, also nur Fußbälle zu verwenden, die unter sozial gerechten Bedingungen hergestellt werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Bewegungsmangel und dabei vor allem der Mangel der täglichen Bewegung führt zu diesen Gesundheitsproblemen. Schülertransport statt Schulwege zu Fuß, Computer und Fernseher statt Bewegung im Freien – wir kennen sie alle, die Verursacher dieser gesundheitlichen Defizite. Trotz der sehr positiven OECD-Studie, die den österreichischen Schulen einen hohen Anteil an Bewegung und Sport am Gesamtunterricht bescheinigt, wissen wir, dass wir hier Handlungsbedarf haben. Nur ein vermehrtes Bewegungsangebot im Kindesalter kann zu einer Verbesserung dieser Situation führen. Kooperationsmodelle zwischen Schulen und Sportvereinen eignen sich bestens, um Kindern den Zugang zu verschiedensten Sportarten zu ermöglichen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher wird dieser einstimmige Antrag des Sportausschusses hier ganz sicher breite Zustimmung finden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Zu den beiden in Verhandlung stehenden Anträgen hinsichtlich der Unterstützung oder der Angebotsausweitung in den Schulen ist festzustellen, dass wieder das übliche Spiel gespielt worden ist. Es gibt einen Antrag der Opposition – in diesem Fall brauche ich nicht selber mein Licht irgendwo hinstellen (Heiterkeit) –, der Kollegin Schasching. Inhaltlich haben wir dann genau das Gleiche beschlossen, aber der Antrag der Kollegin Schasching durfte offenbar nicht beschlossen werden, sondern es musste dann einer werden, den die Regierung extra beschließt. Demokratiepolitisch das übliche Spiel, aber immerhin inhaltlich positiv.
Beifall bei den Grünen
Ich kann mich gut daran erinnern, wie wir in etwa vor einem halben Jahr – vielleicht ist es ein bisschen länger her – bei Ihnen im Büro gesessen sind und genau die Frage nach effektiver Unterstützung gestellt haben, nämlich ob es wirklich auch Geld gibt für diese Kooperationsangebote (Beifall bei den Grünen), ob es möglicherweise Personen gibt, die im Bezirk Angebote auch unterstützen können, und da war die Antwort des Bildungsministeriums: Na, so können wir es nicht machen! Das heißt, ob wir jetzt wirklich Geld zur Verfügung haben und ob das Ganze mit Leben erfüllt wird, ist ein anderes Kapitel.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir erkennen auch an, dass es Sinn macht, wenn in diesem Zusammenhang keine Paläste errichtet werden, die wir dreimal brauchen und dann nicht mehr. Auf der anderen Seite hat Nachhaltigkeit damit zu tun, dass, wie schon angeführt worden ist, auch Verkehrsprojekte errichtet werden, die dann zur Verfügung stehen sollen, dass der öffentliche Verkehr gefördert wird. Diesbezüglich haben wir bislang noch etwas wenig gehört, aber den Antrag kann man durchaus mit Leben erfüllen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Wird aber weniger!
Zum zweiten Punkt ganz kurz: Laut OECD-Studie liegt Österreich im internationalen Spitzenfeld, was den Anteil an Bewegung und Sport im Gesamtunterricht betrifft. (Ruf bei der SPÖ: Wird aber weniger!) Aber eines muss man sagen: Man kann noch so tolle Förderungen machen, noch so tollen Unterricht gestalten, das Wichtigste bei sportlicher Bewegung ist, dass die Einstellung passt und dass die Vorbilder vorhanden sind. Und wenn wir diese Initiative starten, die sich ja auch auf die Familien ausdehnen soll, muss man sagen: Diese Initiative setzt richtig an!, denn die Familie ist ein gutes Vorbild, und sie kann vor allem die Einstellung zur Nachhaltigkeit zum Sport ändern und positiv ändern. Also seien auch Sie Vorbilder! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zum zweiten Punkt ganz kurz: Laut OECD-Studie liegt Österreich im internationalen Spitzenfeld, was den Anteil an Bewegung und Sport im Gesamtunterricht betrifft. (Ruf bei der SPÖ: Wird aber weniger!) Aber eines muss man sagen: Man kann noch so tolle Förderungen machen, noch so tollen Unterricht gestalten, das Wichtigste bei sportlicher Bewegung ist, dass die Einstellung passt und dass die Vorbilder vorhanden sind. Und wenn wir diese Initiative starten, die sich ja auch auf die Familien ausdehnen soll, muss man sagen: Diese Initiative setzt richtig an!, denn die Familie ist ein gutes Vorbild, und sie kann vor allem die Einstellung zur Nachhaltigkeit zum Sport ändern und positiv ändern. Also seien auch Sie Vorbilder! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Aber das Zither-Spielen der Frau Gehrer ist keine Sportart!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr wird Frau Abgeordnete Schasching 2 Minuten zu uns sprechen. (Abg. Dr. Jarolim: Aber das Zither-Spielen der Frau Gehrer ist keine Sportart!) – Die Frau Gehrer spielt Flöte und nicht Zither. (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr wird Frau Abgeordnete Schasching 2 Minuten zu uns sprechen. (Abg. Dr. Jarolim: Aber das Zither-Spielen der Frau Gehrer ist keine Sportart!) – Die Frau Gehrer spielt Flöte und nicht Zither. (Heiterkeit.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Ich Klavier und Gitarre, aber darum soll es heute nicht gehen. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch da besteht also Handlungsbedarf seitens der Bundesministerin, um hier Kooperationen seitens der Schule auch durchführen zu können. Die Verbände und die Vereine warten dringend darauf. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Etwas, worüber ich verwundert und auch positiv überrascht bin, ist, dass das Stadion Klagenfurt heute kein Thema mehr ist, da es auch von der Opposition zur Kenntnis genommen worden ist, dass dieses Stadion rechtzeitig realisiert wird. Was aber nicht einen kleinen Seitenhieb meinerseits verhindert, indem ich sage, dass ich doch hoffe, dass es, nachdem ja die Kühlung in Wien nicht besonders gut funktioniert hat, dann zumindest mit der Heizung funktionieren möge. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Nicht schon wieder! – Heiterkeit
Ich freue mich, dass es nun vermehrt ein gezieltes sportliches Angebot gibt. Was bringt uns dieser Ausbau des sportlichen Angebotes? – Es ist ein Beitrag zur Gemeinschaftsförderung. Was den Mannschaftssport betrifft, ist es ein Beitrag zur Charakterbildung. Ich denke da an Zielstrebigkeit, an Leistung, an Durchhaltevermögen, an Teamgeist. Ich denke aber auch an die Gesundheit. Wir hören immer häufiger von zunehmender Fettleibigkeit (Abg. Neudeck: Nicht schon wieder! – Heiterkeit) – bitte um Entschuldigung, ich habe nicht Sie gemeint, sondern unsere Kinder –, und ich muss sagen: Da kann eine Stunde Sport sehr viel bewirken. – Ich bin froh, denn das ist ein Weg zu einem gesunden Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich, dass es nun vermehrt ein gezieltes sportliches Angebot gibt. Was bringt uns dieser Ausbau des sportlichen Angebotes? – Es ist ein Beitrag zur Gemeinschaftsförderung. Was den Mannschaftssport betrifft, ist es ein Beitrag zur Charakterbildung. Ich denke da an Zielstrebigkeit, an Leistung, an Durchhaltevermögen, an Teamgeist. Ich denke aber auch an die Gesundheit. Wir hören immer häufiger von zunehmender Fettleibigkeit (Abg. Neudeck: Nicht schon wieder! – Heiterkeit) – bitte um Entschuldigung, ich habe nicht Sie gemeint, sondern unsere Kinder –, und ich muss sagen: Da kann eine Stunde Sport sehr viel bewirken. – Ich bin froh, denn das ist ein Weg zu einem gesunden Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, wir haben dort zurzeit einen Kunstrasen, eine riesige Betondecke, und darauf werden wir einen ordentlichen Rasen machen, um wettbewerbsfähig zu sein. Da müssen wir aufpassen, ob der dann auch entsprechend gut hält. – Und wenn der hält, lachen wir nachträglich über Wien. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zweites Ziel soll sein, dass Kinder und Jugendliche dann auch eventuell bei Sportvereinen in ihrer Freizeit aktiv Sport ausüben. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es gibt aber auch noch einen anderen Grund, warum Bewegung in jedem Alter wichtig und eigentlich selbstverständlich sein soll: unsere eigene Gesundheit, für die wir verantwortlich sind. Dies allein sollte uns Anlass genug sein, dem Schulsport einen wichtigen Stellenwert einzuräumen und nicht Stunden zu kürzen, wie das die Frau Bundesministerin vor zwei Jahren getan hat. Denken wir darüber nach! Unsere Gesundheit und die unserer Kinder sind das Wichtigste. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Wie wahr!
mehr nicht Recht behalten hat (Abg. Dr. Fekter: Wie wahr!) und der Auftrag für das Stadion Klagenfurt ordentlich vergeben wurde und auch klargemacht wurde, wer Auftraggeber ist, nämlich die Stadt Klagenfurt. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll.
mehr nicht Recht behalten hat (Abg. Dr. Fekter: Wie wahr!) und der Auftrag für das Stadion Klagenfurt ordentlich vergeben wurde und auch klargemacht wurde, wer Auftraggeber ist, nämlich die Stadt Klagenfurt. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll.)
Hallo-Rufe bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Gaál: Keine politischen ...!
Er hätte ruhig herkommen und sich dieser Debatte stellen sollen! Aber das ist typisch für das Verhalten eines grünen Peter Pilz, der überall die Leute anschüttet! (Hallo-Rufe bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Gaál: Keine politischen ...!) Wenn es darum geht, dann geradezustehen für eine Meinung, die nicht gehalten hat, weil sich die des Staatssekretärs als die richtige herausgestellt hat, dann soll er Manns genug sein und hier herkommen und darüber diskutieren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Sburny: ...! Hauptsache, Sie!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Sburny: ...! Hauptsache, Sie!
Er hätte ruhig herkommen und sich dieser Debatte stellen sollen! Aber das ist typisch für das Verhalten eines grünen Peter Pilz, der überall die Leute anschüttet! (Hallo-Rufe bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Gaál: Keine politischen ...!) Wenn es darum geht, dann geradezustehen für eine Meinung, die nicht gehalten hat, weil sich die des Staatssekretärs als die richtige herausgestellt hat, dann soll er Manns genug sein und hier herkommen und darüber diskutieren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Sburny: ...! Hauptsache, Sie!)
Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Krainer: Herr Präsident, bitte! Diese Polemik muss man sich nicht gefallen lassen!
Aber so kennen wir den Pilz: Einer, der sich selbst nicht mag, der kommt auch hier nicht her. (Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Krainer: Herr Präsident, bitte! Diese Polemik muss man sich nicht gefallen lassen!)
Abg. Sburny: ... präpotent! – ... ein Regierungsmitglied!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe mir den Kollegen Pilz im letzten Sportausschuss stundenlang mit haltlosen Vorwürfen anhören müssen, und ich hätte jetzt gerne die Debatte mit ihm geführt. (Abg. Sburny: ... präpotent! – ... ein Regierungsmitglied!) Er entzieht sich dieser Debatte, also sei es mir gestattet, einige Bemerkungen dazu zu machen. – Danke schön! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Sburny: Sie sind absolut präpotent!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Sburny: Sie sind absolut präpotent!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe mir den Kollegen Pilz im letzten Sportausschuss stundenlang mit haltlosen Vorwürfen anhören müssen, und ich hätte jetzt gerne die Debatte mit ihm geführt. (Abg. Sburny: ... präpotent! – ... ein Regierungsmitglied!) Er entzieht sich dieser Debatte, also sei es mir gestattet, einige Bemerkungen dazu zu machen. – Danke schön! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Sburny: Sie sind absolut präpotent!)
Abg. Scheibner: Was hat das gekostet?
Zweite Bemerkung: Die Forderung nach einer nachhaltigen Fußball-Europameisterschaft 2008 wird von uns natürlich erfüllt. Und jetzt kommt die positive Nachricht für die Grünen: Wir arbeiten da zusammen mit den Brainbows – das dürfte Ihnen sehr gut bekannt sein. Kollegin Langthaler und Christian Nohel haben da ein hervorragendes Konzept vorgelegt, das wir gemeinsam mit dem Umweltministerium umsetzen werden. (Abg. Scheibner: Was hat das gekostet?) Wir werden eine vorbildlich nachhaltige Europameisterschaft organisieren.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Sburny. – Gegenruf des Staatssekretärs Mag. Schweitzer. – Abg. Sburny: Bitte? Ich hab’ es nicht gehört! – Staatssekretär Mag. Schweitzer: Dem, der sich selbst nicht mag!
Sie wissen, dass wir auch entsprechende Finanzierungen aufgestellt haben. Als Vertreter im Fonds „Gesundes Österreich“ könnten Sie dafür sorgen, dass diese Mittel noch mehr diesen Zielsetzungen zugute kommen. Dann könnten wir auch gemeinsam für die Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und Sportunion mehr tun. Aber ich bin überzeugt davon, dass wir einiges weitergebracht haben und auch in Zukunft noch einiges weiterbringen werden. – Danke für die Unterstützung, ASKÖ-Präsident Dr. Wittmann! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Sburny. – Gegenruf des Staatssekretärs Mag. Schweitzer. – Abg. Sburny: Bitte? Ich hab’ es nicht gehört! – Staatssekretär Mag. Schweitzer: Dem, der sich selbst nicht mag!)
Beifall bei der SPÖ.
Zweitens ist richtig, dass die Frage der Parteienfinanzierung noch nicht geklärt ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren! Der Erfolg der Initiative für Bewegung und Sport wird von einzelnen Maßnahmen abhängen und an Maßnahmen zu messen sein. Letztendlich wird sich daran entscheiden, ob die angebotenen Initiativen innovativ genug und cool genug sind, um von den Kindern und Jugendlichen angenommen und weiter betrieben zu werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Broukal: ... 25 Prozent der Erwachsenen, leider!
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Es ist alarmierend, was wir unlängst über die Medien erfahren mussten. Ich habe hier den Artikel von „NEWS“: „XXL-Kinder“. In diesem Zusammenhang sagen uns Experten: „25 Prozent der heimischen Kinder und Jugendlichen sind zu dick.“ (Abg. Broukal: ... 25 Prozent der Erwachsenen, leider!) Und beinahe „die Hälfte davon“ – und das muss man sich ja wirklich geben, das ist immerhin noch jedes achte Kind! – „leidet sogar an Fettsucht“. In absoluten Zahlen ausgedrückt sind es heute mehr als 400 000 Jugendliche und Kinder, die ein sehr viel höheres Gewicht aufweisen, als dies ihrem Körper gut tut. Man bedenke: Vor zehn Jahren waren es nur halb so viele. Wenn es um das Gewicht beziehungsweise die Fettleibigkeit unserer Kinder geht, dann liegen wir heute gleichauf mit den USA. Nur Italien oder Griechenland können uns in diesem traurigen weltweiten Wettbewerb noch schlagen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann nur sagen: Meine Damen und Herren, unterstützen auch Sie die tägliche verpflichtende Bewegungsstunde an Österreichs Schulen! Unsere Kinder werden uns das in der Zukunft danken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Ja, wenn der Herr Staatssekretär ausfällig wird, dann muss der Rest des Hauses leiden! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Mäßigen Sie sich!
Jetzt werden wir einmal schauen, was wir im Ausschuss für eine Diskussion hatten, Herr Staatssekretär. Es ist offenbar Ihre Art, ausfällig zu werden. Sie haben im Ausschuss schon einen Ordnungsruf kassiert (Abg. Dr. Fekter: Mäßigen Sie sich!) für eine Beleidigung, die Sie gegenüber dem Abgeordneten Pilz geäußert haben. (Abg. Neudeck: Im Ausschuss gibt es keinen Ordnungsruf!)
Abg. Neudeck: Im Ausschuss gibt es keinen Ordnungsruf!
Jetzt werden wir einmal schauen, was wir im Ausschuss für eine Diskussion hatten, Herr Staatssekretär. Es ist offenbar Ihre Art, ausfällig zu werden. Sie haben im Ausschuss schon einen Ordnungsruf kassiert (Abg. Dr. Fekter: Mäßigen Sie sich!) für eine Beleidigung, die Sie gegenüber dem Abgeordneten Pilz geäußert haben. (Abg. Neudeck: Im Ausschuss gibt es keinen Ordnungsruf!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich weiß nicht, Herr Staatssekretär: Faktum war, dass wir in fünf Fragerunden von Ihnen die Antwort haben wollten, wer denn für Ihre dilettantische Vorgangsweise rund um den Bau des Stadions Klagenfurt schadenersatzpflichtig sein könnte. Und ich sage Ihnen noch etwas: Das Stadion Klagenfurt ist nicht wegen Ihrer Vorgangsweise jetzt im Bau, sondern trotz Ihrer Vorgangsweise! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
im Sportausschuss diskutiert haben – wo Sie eindeutig überfordert und inhaltlich nicht kompetent genug waren, Antworten zu geben –, über Abgeordnete dieses Hauses herzuziehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Es schützt leider nicht vor dem Schüssel-Bildschirm!
Das Mediengesetz schützt vor Verletzung des höchst persönlichen Lebensbereiches, vor Verletzung der Unschuldsvermutung und gewährt Schutz vor verbotener Berichterstattung. (Abg. Parnigoni: Es schützt leider nicht vor dem Schüssel-Bildschirm!) Mit der heutigen Novelle gilt dieser Schutz jetzt auch für Inhalte, die elektronisch übermittelt werden. Elektronische Inhalte, ausgestrahlt durch Rundfunk, abrufbar beispielsweise über Websites, sind jetzt auch dem Medienrecht unterworfen, und wir haben die Instrumente diesen elektronischen Medien angepasst. Wenn beispielsweise im Internet die Unschuldsvermutung verletzt wird, dann ist Ziel der neuen Regelung, die inkriminierenden Äußerungen Dritter, etwa in Chats, so rasch wie möglich aus der Website zu entfernen.
Beifall bei der ÖVP.
Dieser Schutz ist notwendig und gilt auch international, wobei wir natürlich bei den internationalen Verlautbarungen nur auf die Provider im Inland zugreifen können. Rechtsschutz ist etwas, was umfassend sein soll und nicht nur in Printmedien vorhanden ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: „Bis zu“? – Ab drei!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Jarolim. Auch er spricht bis zu 3 Minuten zu uns. (Ruf bei der SPÖ: „Bis zu“? – Ab drei!)
Abg. Dr. Fekter: ... Sendung über den Staatsvertrag!
die Frage stellt, inwiefern man Maßnahmen schaffen sollte, die etwa das verhindern, was wir in letzter Zeit im ORF erleben, im Zusammenhang insbesondere mit Einzelpersonen wie Herrn Mück und Darstellungen einer politischen Partei, wie etwa die Sendung über den Herrn Bundeskanzler am Samstag, und was man schlicht und einfach nicht akzeptieren kann. (Abg. Dr. Fekter: ... Sendung über den Staatsvertrag!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich meine, hier wird das Objektivitätsgebot in einer Art und Weise verletzt, die schlicht und einfach unbegreiflich ist, und ich verstehe schon lange nicht mehr, wie Personen wie ein Herr Mück in einer Form agieren können, wie sie in einem entwickelten mitteleuropäischen Staat an sich eigentlich nicht üblich sein dürften. Ich meine daher, dass wir einmal alle gemeinsam – ich denke, das müsste eigentlich auch Ihnen ein Anliegen sein – gegen derartige Missbräuche von Medien, die wirklich teilweise an Zustände erinnern, die man irgendwo weit, weit über der Grenze vor geraumer Zeit noch hatte, vorgehen sollten. Wir sollten damit verantwortungsvoll umgehen und eine passende Antwort auf Mück und alle, die so um ihn herum sind, finden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist mir ganz wichtig gewesen, das auch einmal zu sagen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
konstruktiven Diskussion zur Mediengesetz-Novelle sicher eine sinnvolle Anregung. Danke, Frau Ministerin! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stoisits steht an der Regierungsbank und spricht mit Bundesministerin Mag. Miklautsch. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nur noch ein Nachtrag zu Kollegen Jarolim. (Abg. Mag. Stoisits steht an der Regierungsbank und spricht mit Bundesministerin Mag. Miklautsch. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Und auch, weil es heute von Herrn Klubobmann Gusenbauer schon einmal kritisiert worden ist: Was diesen Fernsehauftritt betrifft, wenn der Bundeskanzler im ORF zur österreichischen Bevölkerung spricht, meine ich, dass wir nichts gegen einen offenen Wettbewerb hätten. Ich glaube nicht, dass wir verlieren würden, wenn auch Herr Gusenbauer in gleicher Weise dort spräche, das wäre grundsätzlich sicherlich kein Problem. Er ist eben nicht Bundeskanzler, und er wird es wahrscheinlich noch lange nicht werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nur noch ein Nachtrag zu Kollegen Jarolim. (Abg. Mag. Stoisits steht an der Regierungsbank und spricht mit Bundesministerin Mag. Miklautsch. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Und auch, weil es heute von Herrn Klubobmann Gusenbauer schon einmal kritisiert worden ist: Was diesen Fernsehauftritt betrifft, wenn der Bundeskanzler im ORF zur österreichischen Bevölkerung spricht, meine ich, dass wir nichts gegen einen offenen Wettbewerb hätten. Ich glaube nicht, dass wir verlieren würden, wenn auch Herr Gusenbauer in gleicher Weise dort spräche, das wäre grundsätzlich sicherlich kein Problem. Er ist eben nicht Bundeskanzler, und er wird es wahrscheinlich noch lange nicht werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Warum lassen Sie das nicht an den Bundespräsidenten ...?
Warten wir ab; aber eines möchte ich jedenfalls sagen: An der Objektivität des ORF sind wir alle interessiert, das ist überhaupt keine Frage. (Abg. Dr. Matznetter: Warum lassen Sie das nicht an den Bundespräsidenten ...?) Da ist auch noch einiges aufzuarbeiten, das ist ebenfalls keine Frage. Ich erinnere nur daran, wenn Sie sich jetzt darüber beklagen: Herr Kollege Broukal, der jetzt für Ihre Partei im Parlament sitzt und sich damit geoutet hat, wem seine Affinität gehört, hat ja jeden Tag seinen Sendeplatz im ORF gehabt, und es war auch allen schon damals klar, wohin er gehört. (Abg. Neudeck: Das war keine Überraschung! – Abg. Broukal: Was wollen Sie damit sagen?)
Abg. Neudeck: Das war keine Überraschung! – Abg. Broukal: Was wollen Sie damit sagen?
Warten wir ab; aber eines möchte ich jedenfalls sagen: An der Objektivität des ORF sind wir alle interessiert, das ist überhaupt keine Frage. (Abg. Dr. Matznetter: Warum lassen Sie das nicht an den Bundespräsidenten ...?) Da ist auch noch einiges aufzuarbeiten, das ist ebenfalls keine Frage. Ich erinnere nur daran, wenn Sie sich jetzt darüber beklagen: Herr Kollege Broukal, der jetzt für Ihre Partei im Parlament sitzt und sich damit geoutet hat, wem seine Affinität gehört, hat ja jeden Tag seinen Sendeplatz im ORF gehabt, und es war auch allen schon damals klar, wohin er gehört. (Abg. Neudeck: Das war keine Überraschung! – Abg. Broukal: Was wollen Sie damit sagen?)
Abg. Broukal: Was wollen Sie damit sagen? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es geht hier heute auch um das Bauträgervertragsgesetz, das seit 1997 in Kraft ist und sich in dieser Zeit durchaus bewährt hat. (Abg. Broukal: Was wollen Sie damit sagen? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das möchte ich auch sagen. Dass sich dieses Bauträgervertragsgesetz bewährt hat, zeigt sich daran, dass erst in den letzten ein, zwei Jahren das eine oder andere Problem aufgetaucht ist. (Abg. Broukal: Was wollen Sie damit sagen, Herr Donnerbauer? – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Broukal: Was wollen Sie damit sagen, Herr Donnerbauer? – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es geht hier heute auch um das Bauträgervertragsgesetz, das seit 1997 in Kraft ist und sich in dieser Zeit durchaus bewährt hat. (Abg. Broukal: Was wollen Sie damit sagen? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das möchte ich auch sagen. Dass sich dieses Bauträgervertragsgesetz bewährt hat, zeigt sich daran, dass erst in den letzten ein, zwei Jahren das eine oder andere Problem aufgetaucht ist. (Abg. Broukal: Was wollen Sie damit sagen, Herr Donnerbauer? – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Broukal: Was wollen Sie damit sagen? Ich habe meine Arbeit objektiv erledigt!
Da möchte ich der Arbeiterkammer für Tirol ... (Abg. Broukal: Was wollen Sie damit sagen? Ich habe meine Arbeit objektiv erledigt!)
Abg. Broukal: Was polemisieren Sie hier dagegen?
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (fortsetzend): Herr Abgeordneter Broukal, ich verstehe Ihre Aufregung aus Ihrer Sicht, aber es gibt keinen Grund dafür. (Abg. Broukal: Was polemisieren Sie hier dagegen?)
Abg. Dr. Matznetter: ... nicht unterscheiden!
Wir reden jetzt vom Bauträgervertragsgesetz, und wenn Sie mich ausreden lassen, werde ich das noch machen. (Abg. Dr. Matznetter: ... nicht unterscheiden!) Ich danke der Arbeiterkammer für Tirol, die sich dieses Themas angenommen hat, damit man jetzt auch die Lücken, die es vielleicht da und dort geben kann, aufdeckt. Wir sind daher gerne bereit, diesen Entschließungsantrag heute zu unterstützen, und ich bin auch sehr positiv eingestimmt, weil das ein gemeinsamer Entschließungsantrag ist. Wenn es da und dort solche Lücken gibt, dann soll man das überprüfen, und dann werden wir
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
uns sicherlich auch finden, diese zu schließen. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Das gilt wie beim E-Commerce-Gesetz!
Ganz kurz noch zwei Punkte. – Eine Sache ist mir nicht ganz klar: ob die so genannten Weblogs nach Definition der Regierungsvorlage auch unter das Mediengesetz fallen. Die zweite Sache ist, dass in einer Stellungnahme der Einwand vorgebracht wurde, dass im § 24 eine Bestimmung darüber fehlt, an welcher Stelle in elektronischen Medien das Impressum zu veröffentlichen ist. Ich habe das jetzt auch nicht darin gefunden. (Abg. Dr. Fekter: Das gilt wie beim E-Commerce-Gesetz!) – Danke.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Abschließend möchte ich nochmals kurz hinterfragen, welchen Sinn es macht, dass das Mediengesetz im Strafrecht zu verankern ist, denn es ist ja – Kollegin Stoisits hat es auch gesagt – in einem so grundrechtsrelevanten Medienbereich somit auch kein Rechtszugang zum VfGH vorhanden. Ich denke, dieser Diskussion sollte man sich sehr rasch stellen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Abg. Dr. Gabriela Moser – auf dem Weg zum Rednerpult –: 1 Minute! Eineinhalb!
Präsident Dr. Andreas Khol: Da sich Frau Abgeordnete Partik-Pablé von der Rednerliste hat streichen lassen, spricht nunmehr Frau Abgeordnete Dr. Moser. Wunschredezeit: 3 Minuten. (Abg. Dr. Gabriela Moser – auf dem Weg zum Rednerpult –: 1 Minute! Eineinhalb!) 1 Minute. – Bitte.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Auf der zweiten Seite spreche ich noch über die Bauträgervereinigung beziehungsweise über die rechtliche Änderung im Sinne der Wohnungswerber. Auch da gibt es einen Konsens, weil ja der Antrag von Kollegen Maier und auch von mir initiiert wurde. Sie zeigten durchaus Verständnis, deswegen unsere Zustimmung und, Herr Präsident, eine knappe Redezeit. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das alles dient einer höheren Rechtssicherheit und ist ein zukunftsweisendes Gesetz. Ich freue mich, dass wir das endlich beschließen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Mag. Maier ist der nächste Redner. 2 Minuten Redezeit; absolute Obergrenze. (Heiterkeit.) – Bitte, Sie sind am Wort, Herr Kollege.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gabriela Moser.
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich bedanke mich namens meiner Fraktion für die Bereitschaft der Regierungsparteien, hiezu ein neues Gesetz zu machen. Es geht um den Schutz der Wohnungswerber einerseits, aber auch um den Schutz unbesicherter Professionisten andererseits, die ebenfalls auf ihren Kosten sitzen bleiben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gabriela Moser.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herzlichen Dank für diese Gesetzesvorlage! Ich danke auch – und bin davon überzeugt – für Ihre werte Zustimmung zu dieser Gesetzesänderung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dafür danke ich auch der Frau Justizministerin, die besondere Bereitschaft zeigt, den Erfordernissen der Wirtschaft Rechnung zu tragen. Ich freue mich, dass wir dieses wichtige Gesetz heute gemeinsam mit der Opposition beschließen können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Donnerbauer, gerade wenn wir wollen, dass der ORF das bleibt, was er ist (Zwischenrufe bei der ÖVP), ist es, wie ich meine, zu billig, zu unterstellen, dass alle Mitarbeiter des ORF oder einige von ihnen ihre Arbeit dort nicht objektiv und nach bestem Wissen und Gewissen erledigen. (Abg. Scheibner: Das behaupten ja Sie die ganze Zeit! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das behaupten ja Sie die ganze Zeit! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Donnerbauer, gerade wenn wir wollen, dass der ORF das bleibt, was er ist (Zwischenrufe bei der ÖVP), ist es, wie ich meine, zu billig, zu unterstellen, dass alle Mitarbeiter des ORF oder einige von ihnen ihre Arbeit dort nicht objektiv und nach bestem Wissen und Gewissen erledigen. (Abg. Scheibner: Das behaupten ja Sie die ganze Zeit! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was in der Geschichte des ORF unvergleichlich ist, ist die einmalige Einräumung von 4 Minuten Sendezeit an einem Tag der nationalen Erinnerung an den Obmann einer Partei, die 42 Prozent der Wähler repräsentiert, aber nicht das österreichische Volk! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das sei Ihnen einmal gesagt, falls Sie den Unterschied nicht begreifen! (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was in der Geschichte des ORF unvergleichlich ist, ist die einmalige Einräumung von 4 Minuten Sendezeit an einem Tag der nationalen Erinnerung an den Obmann einer Partei, die 42 Prozent der Wähler repräsentiert, aber nicht das österreichische Volk! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das sei Ihnen einmal gesagt, falls Sie den Unterschied nicht begreifen! (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Ihre Unterstellung, ich hätte meine Arbeit beim ORF parteipolitisch erledigt (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), richtet sich gleichzeitig, nehme ich an, an
Ruf bei der ÖVP: Nur an Sie!
Ursula Stenzel, an Frau Wendl-Turkovic, an Frau Zierler, an Herrn Schimanek, an Herrn Kronberger, an Frau Resetarits, an Franz Kreuzer und vielleicht auch noch an Robert Hochner. (Ruf bei der ÖVP: Nur an Sie!) – Nur an mich, okay. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ursula Stenzel, an Frau Wendl-Turkovic, an Frau Zierler, an Herrn Schimanek, an Herrn Kronberger, an Frau Resetarits, an Franz Kreuzer und vielleicht auch noch an Robert Hochner. (Ruf bei der ÖVP: Nur an Sie!) – Nur an mich, okay. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Ich möchte Ihnen jedenfalls sagen, dass ich mich in meiner Zeit beim ORF (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) vor Angeboten der ÖVP und ÖVP-naher Organisationen nicht erwehren konnte, ihre Veranstaltungen zu moderieren, bis hin zum Zukunftskongress der ÖVP Oberösterreich. – Vielen Dank. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen.
Ich möchte Ihnen jedenfalls sagen, dass ich mich in meiner Zeit beim ORF (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) vor Angeboten der ÖVP und ÖVP-naher Organisationen nicht erwehren konnte, ihre Veranstaltungen zu moderieren, bis hin zum Zukunftskongress der ÖVP Oberösterreich. – Vielen Dank. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nach diesem Höhepunkt ist niemand mehr zu Wort gemeldet. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die Debatte ist geschlossen.
Abg. Gradwohl: Zur Geschäftsbehandlung! – Weitere Rufe „Zur Geschäftsbehandlung!“ bei der SPÖ.
Die Berichterstatterinnen wünschen kein Schlusswort. (Abg. Gradwohl: Zur Geschäftsbehandlung! – Weitere Rufe „Zur Geschäftsbehandlung!“ bei der SPÖ.)
Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir gelangen zur Abstimmung, die ich über jeden Ausschussantrag getrennt vornehme. (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Das darf ja nicht wahr sein! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Während ich enunziere, gibt es keine Geschäftsbehandlung! (Abg. Silhavy: Das darf ja nicht wahr sein! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Nach der Abstimmung.
Abg. Neudeck: Nein, Gradwohl! – Abg. Scheibner: Bitte, Gradwohl hat sich gemeldet! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zur Geschäftsbehandlung hat sich Herr Abgeordneter Cap zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Neudeck: Nein, Gradwohl! – Abg. Scheibner: Bitte, Gradwohl hat sich gemeldet! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Gemeldet hat sich Gradwohl!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Zu Ihrer Bemerkung nach der Rede des Abgeordneten Broukal (Abg. Neudeck: Gemeldet hat sich Gradwohl!) möchte ich doch auf Folgendes hinweisen: Es ist die Aufgabe des Präsidenten, die Sitzung zu leiten, es ist aber nicht die Aufgabe des Präsidenten, die Wortmeldung eines Vertreters einer Fraktion zu kommentieren oder gar ironisch zu bewerten! (Abg. Dr. Fekter: Aha! Geschäftsordnungsantrag?) Ich möchte daher zu dieser Ihrer Bemerkung, Herr Präsident – „nach diesem Höhepunkt“ –, den Protest meiner Fraktion hiemit zum Ausdruck bringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Aha! Geschäftsordnungsantrag?
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Zu Ihrer Bemerkung nach der Rede des Abgeordneten Broukal (Abg. Neudeck: Gemeldet hat sich Gradwohl!) möchte ich doch auf Folgendes hinweisen: Es ist die Aufgabe des Präsidenten, die Sitzung zu leiten, es ist aber nicht die Aufgabe des Präsidenten, die Wortmeldung eines Vertreters einer Fraktion zu kommentieren oder gar ironisch zu bewerten! (Abg. Dr. Fekter: Aha! Geschäftsordnungsantrag?) Ich möchte daher zu dieser Ihrer Bemerkung, Herr Präsident – „nach diesem Höhepunkt“ –, den Protest meiner Fraktion hiemit zum Ausdruck bringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Zu Ihrer Bemerkung nach der Rede des Abgeordneten Broukal (Abg. Neudeck: Gemeldet hat sich Gradwohl!) möchte ich doch auf Folgendes hinweisen: Es ist die Aufgabe des Präsidenten, die Sitzung zu leiten, es ist aber nicht die Aufgabe des Präsidenten, die Wortmeldung eines Vertreters einer Fraktion zu kommentieren oder gar ironisch zu bewerten! (Abg. Dr. Fekter: Aha! Geschäftsordnungsantrag?) Ich möchte daher zu dieser Ihrer Bemerkung, Herr Präsident – „nach diesem Höhepunkt“ –, den Protest meiner Fraktion hiemit zum Ausdruck bringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Das ist aber unser Problem!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Meine Damen und Herren! Erstens hatte sich eigentlich Kollege Gradwohl zu Wort gemeldet. (Abg. Silhavy: Das ist aber unser Problem!) Aber das ist nicht meine Angelegenheit.
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Ich verstehe den Protest nicht! Ich finde, das ist doch eine tatsächliche Auszeichnung und ein Höhepunkt: Ich meine, Kollegen Broukal über Objektivität im Journalismus zu hören, ist wirklich ein Höhepunkt! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Und ich meine auch, dass dazu eine zynische Bemerkung von Ihnen nicht angebracht war! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Riepl.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich bin etwas verwundert, dass man hier eine politische Debatte durch Geschäftsordnungs-Wortmeldungen fortzuführen versucht. (Zwischenruf des Abg. Riepl.) – Man hätte sich ja melden können!
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
ren Abgeordneten und ganzen Fraktionen gemacht haben, ist diese Aufregung besonders verwunderlich. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Vielleicht ist es jedoch weniger verwunderlich, wenn man weiß, dass viele der Abgeordneten, die sich jetzt besonders aufregen, dieser Debatte heute über weite Strecken gar nicht gefolgt sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
ren Abgeordneten und ganzen Fraktionen gemacht haben, ist diese Aufregung besonders verwunderlich. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Vielleicht ist es jedoch weniger verwunderlich, wenn man weiß, dass viele der Abgeordneten, die sich jetzt besonders aufregen, dieser Debatte heute über weite Strecken gar nicht gefolgt sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Dieser Antrag ist im Ausschuss ausreichend debattiert worden. Der Ausschuss hat die Annahme empfohlen, ich tue das auch und bitte um eine solche. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Diese gegenseitige Geringschätzung erschüttert mich zutiefst! Und Kollege Miedl setzt das jetzt auch noch fort: Schämen Sie sich dafür, Herr Kollege! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Ich möchte ganz kurz zum Thema Stalking Bezug nehmen. Ein Anti-Stalking-Gesetz ist in Vorbereitung. Das begrüßen wir sehr. Leider hat dieser heutige Vier-Parteien-Antrag heute eine lange beziehungsweise eine fast zu lange Geschichte. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Fekter: Kein Mensch ist „abgesprungen“!
Die SPÖ-Frauen in Wien haben einen Vier-Parteien-Antrag im Wiener Landtag durchgesetzt. Fast gleich lautend haben wir dann einen Antrag eingebracht, mit welchem ich am Internationalen Frauentag ein gemeinsames frauenpolitisches Zeichen setzen zu können gehofft hätte. Das ist jedoch nicht erfolgt, die Regierungsparteien sind abgesprungen, und nur Rot-Grün hat dann diesen Antrag eingebracht. (Abg. Dr. Fekter: Kein Mensch ist „abgesprungen“!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben uns aber in der letzten Sitzung des Justizausschusses – und das begrüße ich – gemeinsam auf einen Vier-Parteien-Antrag verständigen können. Ich denke, dass es jetzt wichtig ist, dass wir darauf achten, dass die Frau Bundesministerin ihr Versprechen hält, dass es Ende Mai Ergebnisse der Arbeitsgruppe geben wird – ich konnte das in mehreren Aussendungen lesen – und dass wir im Herbst zu einem Gesetz kommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Ich habe nicht wegen Ihnen gelacht, wirklich nicht!
Abgeordneter Dr. Dieter Böhmdorfer (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Justizministerin! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich habe mich schon im Justizausschuss zu dieser Materie etwas kritisch und zurückhaltend geäußert und möchte das begründen. – Wenn Sie lachen, Frau Kollegin, erkläre ich Ihnen das genauer! (Abg. Heinisch-Hosek: Ich habe nicht wegen Ihnen gelacht, wirklich nicht!) Gut, dann habe ich nicht gewusst, dass Sie zum Lachen ins Plenum gekommen sind und nicht zum Zuhören! Das habe ich nicht gewusst! (Abg. Heinisch-Hosek: Muss ich jetzt weinen, wenn Sie reden?)
Abg. Heinisch-Hosek: Muss ich jetzt weinen, wenn Sie reden?
Abgeordneter Dr. Dieter Böhmdorfer (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Justizministerin! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich habe mich schon im Justizausschuss zu dieser Materie etwas kritisch und zurückhaltend geäußert und möchte das begründen. – Wenn Sie lachen, Frau Kollegin, erkläre ich Ihnen das genauer! (Abg. Heinisch-Hosek: Ich habe nicht wegen Ihnen gelacht, wirklich nicht!) Gut, dann habe ich nicht gewusst, dass Sie zum Lachen ins Plenum gekommen sind und nicht zum Zuhören! Das habe ich nicht gewusst! (Abg. Heinisch-Hosek: Muss ich jetzt weinen, wenn Sie reden?)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Ich werde es trotzdem noch einmal zum Verständnis erklären, warum ich in dieser Frage eine eher kritische Haltung habe. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Für mich heraußen ist nicht erkennbar, warum Sie lachen, nur dass Sie lachen, entschuldigen Sie! Und darauf darf ich wohl reagieren! Okay?
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich kann nur hoffen, dass eine Prüfung dieser Materie – und das meine ich ganz ernst – eher zu dem Ergebnis kommt, dass wir im verwaltungsstrafrechtlichen Bereich Maßnahmen zu setzen haben. Dafür ist aber nicht die Justizministerin zuständig, sondern voraussichtlich der Innenminister, und auch die Landesgesetze, wo man ja schon tätig geworden ist. Aber hier ist das keine wirklich runde Sache. Deswegen meine ich: Das Begehren ist verständlich, der Weg, den Sie aufzeigen, ist aber nicht praktikabel. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Zur Sache bitte!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Hohes Haus! Herr Nationalratspräsident Khol, eine Vorbemerkung zu Ihren Schlussbemerkungen nach der Rede des Abgeordneten Broukal. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Zur Sache bitte!) Ich werde mich jetzt hüten, das als Höhepunkt einer seriösen, unparteiischen Vorsitzführung zu bezeichnen, sonst glaubt der Abgeordnete Molterer noch tatsächlich, dass es das war.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, es müsste ein Präsident, der sich selbst ernst nimmt, auch einmal darüber nachdenken, sich selbst einen Ordnungsruf – zumindest im stillen Kämmerlein – zu geben. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Im Austeilen seid ihr nicht so wehleidig!
Herr Klubobmann Scheibner, ein Präsident, der in seiner Vorsitzführung so streng ist, dass nicht einmal das Wort „Arroganz“ ohne Ordnungsruf durchgeht, sollte sich selbst engere Spielregeln vorlegen. Das hat nichts damit zu tun, was Sie hier an Zwischenrufen oder Wortmeldungen abgeben. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Im Austeilen seid ihr nicht so wehleidig!)
Ruf bei der ÖVP: Es ist schlimm, wenn Sie denken!
Faktum ist, und da hatte ich eigentlich gedacht ... (Ruf bei der ÖVP: Es ist schlimm, wenn Sie denken!) Wie war das: Der Schelm redet ... (Ruf bei der ÖVP: So wie der Schelm denkt, redet er!) Ich schätze einmal, dass für so etwas, wenn es am Rednerpult gesagt wird, von Präsident Khol ein Ordnungsruf gegeben wird. Ich bin da großzügiger: Sie dürfen das gerne von sich und von anderen behaupten. (Abg. Neudeck: Sie sind nicht großzügig, denn Sie können gar keinen Ordnungsruf geben!) Ich habe das leider jetzt akustisch nicht ganz verstanden, aber wenn Sie möchten, dass ich zum Thema rede, müssen Sie mir einmal die Chance dazu geben! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Ruf bei der ÖVP: So wie der Schelm denkt, redet er!
Faktum ist, und da hatte ich eigentlich gedacht ... (Ruf bei der ÖVP: Es ist schlimm, wenn Sie denken!) Wie war das: Der Schelm redet ... (Ruf bei der ÖVP: So wie der Schelm denkt, redet er!) Ich schätze einmal, dass für so etwas, wenn es am Rednerpult gesagt wird, von Präsident Khol ein Ordnungsruf gegeben wird. Ich bin da großzügiger: Sie dürfen das gerne von sich und von anderen behaupten. (Abg. Neudeck: Sie sind nicht großzügig, denn Sie können gar keinen Ordnungsruf geben!) Ich habe das leider jetzt akustisch nicht ganz verstanden, aber wenn Sie möchten, dass ich zum Thema rede, müssen Sie mir einmal die Chance dazu geben! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Neudeck: Sie sind nicht großzügig, denn Sie können gar keinen Ordnungsruf geben!
Faktum ist, und da hatte ich eigentlich gedacht ... (Ruf bei der ÖVP: Es ist schlimm, wenn Sie denken!) Wie war das: Der Schelm redet ... (Ruf bei der ÖVP: So wie der Schelm denkt, redet er!) Ich schätze einmal, dass für so etwas, wenn es am Rednerpult gesagt wird, von Präsident Khol ein Ordnungsruf gegeben wird. Ich bin da großzügiger: Sie dürfen das gerne von sich und von anderen behaupten. (Abg. Neudeck: Sie sind nicht großzügig, denn Sie können gar keinen Ordnungsruf geben!) Ich habe das leider jetzt akustisch nicht ganz verstanden, aber wenn Sie möchten, dass ich zum Thema rede, müssen Sie mir einmal die Chance dazu geben! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Faktum ist, und da hatte ich eigentlich gedacht ... (Ruf bei der ÖVP: Es ist schlimm, wenn Sie denken!) Wie war das: Der Schelm redet ... (Ruf bei der ÖVP: So wie der Schelm denkt, redet er!) Ich schätze einmal, dass für so etwas, wenn es am Rednerpult gesagt wird, von Präsident Khol ein Ordnungsruf gegeben wird. Ich bin da großzügiger: Sie dürfen das gerne von sich und von anderen behaupten. (Abg. Neudeck: Sie sind nicht großzügig, denn Sie können gar keinen Ordnungsruf geben!) Ich habe das leider jetzt akustisch nicht ganz verstanden, aber wenn Sie möchten, dass ich zum Thema rede, müssen Sie mir einmal die Chance dazu geben! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich hoffe, Sie besinnen sich noch eines anderen! Ich hoffe, dass es sehr rasch, spätestens bis zum Herbst, zu einem solchen Gesetz kommt, das wir dann hoffentlich einstimmig beschließen können. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Sburny.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Günther Hütl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich werde zur Abwechslung jetzt wieder einmal auf das Thema eingehen. (Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Noch ein Wort zu den DNA-Untersuchungen: Österreich ist vor kurzem als erstes Land der Interpol-DNA-Datenbank beigetreten, das heißt, österreichische Kriminalfälle werden bei Interpol eingespeist. Österreichs Polizei ist ja führend in der DNA-Analyse, die österreichische DNA-Datenbank zählt zu den größten und erfolgreichsten der Welt. Mit mehr als 100 000 DNA-Spuren unterhält unsere Polizei die viertgrößte DNA-Datenbank der Welt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte gleich enden, und zwar mit einer Schlagzeile der morgigen Ausgabe der „Kronen Zeitung“, in welcher steht: „DNA-Test als Geschichtenerzähler“. – Ich würde sagen: Der DNA-Test ist weit mehr als ein Geschichtenerzähler, denn er trägt zur besseren und effizienteren Bekämpfung der Kriminalität bei. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Frau Präsidentin! Ich beginne gleich mit einer Bitte an Sie, Frau Präsidentin: Ich ersuche Sie, dass Sie Einsicht ins Protokoll betreffend die Rede meiner Vorvorrednerin nehmen! Wir haben einen Zwischenruf von ÖVP-Seite gehört, wonach es geheißen hat: „Es ist schlimm, wenn Sie denken!“ (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Das ist ein derart frauenfeindlicher und menschenfeindlicher Sager, für den sich jener, wer immer das gesagt hat, wirklich entschuldigen muss! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.) Es geht einfach nicht an, dass das in diesem Hohen Haus so gesagt wird! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Frau Präsidentin! Ich beginne gleich mit einer Bitte an Sie, Frau Präsidentin: Ich ersuche Sie, dass Sie Einsicht ins Protokoll betreffend die Rede meiner Vorvorrednerin nehmen! Wir haben einen Zwischenruf von ÖVP-Seite gehört, wonach es geheißen hat: „Es ist schlimm, wenn Sie denken!“ (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Das ist ein derart frauenfeindlicher und menschenfeindlicher Sager, für den sich jener, wer immer das gesagt hat, wirklich entschuldigen muss! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.) Es geht einfach nicht an, dass das in diesem Hohen Haus so gesagt wird! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Frau Präsidentin! Ich beginne gleich mit einer Bitte an Sie, Frau Präsidentin: Ich ersuche Sie, dass Sie Einsicht ins Protokoll betreffend die Rede meiner Vorvorrednerin nehmen! Wir haben einen Zwischenruf von ÖVP-Seite gehört, wonach es geheißen hat: „Es ist schlimm, wenn Sie denken!“ (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Das ist ein derart frauenfeindlicher und menschenfeindlicher Sager, für den sich jener, wer immer das gesagt hat, wirklich entschuldigen muss! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.) Es geht einfach nicht an, dass das in diesem Hohen Haus so gesagt wird! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Vier Punkte sind mir noch wichtig zu betonen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne: Danke schön für den gemeinsamen Beschluss! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich wollte nur fragen, ob ich richtig gehört habe, dass Herr Abgeordneter Wittauer auf diese Feststellung von Frau Stadlbauer gemeint hat: Das ist richtig! Oder: Das ist die Wahrheit! – Wenn Sie das gesagt haben – und Sie bestätigen mir das, Herr Wittauer! –dann erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mit diesem Beschluss, meine Damen und Herren, beugen wir der Kriminalität vor, und wir helfen beiden Ländern. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Dank, liebe Kolleginnen und Kollegen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Allgemeiner Beifall.
Ich bitte, mich mit einem Satz – und ich bin sicher: in aller Interesse und in aller Namen hier – auch bei den Kolleginnen und Kollegen der Parlamentsdirektion bedanken zu dürfen. Ich glaube, sie haben es nicht immer leicht an zwei solch langen Plenartagen, Herr Präsident, und ich glaube, unser gemeinsamer Dank ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sicher! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen sicheren Nachhauseweg und eine gute Nacht! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
An Herrn Abgeordneten Pendl: Herzlichen Dank für das Lob an meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Ich reiche das gerne weiter und werde das natürlich auch unterstützen. Ich teile auch Ihre Ansicht, dass es notwendig ist, in der Europäischen Union, aber auch mit den anderen Ländern gerade im Bereich des Strafvollzuges zusammenzuarbeiten. Da ist es mir auch besonders wichtig, dass wir unser Modell des Strafvollzuges im Heimatstaat, das auch auf europäischer Ebene angedacht ist, gemeinsam weiter forcieren werden. – Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir sind gewappnet. Ich bin sehr froh darüber, dass es diese Vier-Parteien-Entschließung gibt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Rede des Kollegen Miedl war alles andere als ein Höhepunkt. Meine Damen und Herren von der ÖVP, dem BZÖ und den Blauen: Hochmut kommt vor dem Fall! Das schreiben Sie sich hinter die Ohren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gabriela Moser.
Ich möchte Ihnen noch einen angenehmen Sitzungsausklang wünschen. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gabriela Moser.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin froh darüber – die Frau Justizministerin hat gerade gesagt, dass sie dieses Thema ernst nimmt –, dass Arbeitsgruppen hiezu tagen, damit das auch wirklich ein gutes Gesetz wird, mit dem effektiv dem Psychoterror gegen Frauen entgegengewirkt werden kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)