Eckdaten:
Für die 43. Sitzung der 21. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 662 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Ich begrüße die neuen Abgeordneten herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Bevor wir in die Debatte eintreten, begrüße ich eine Delegation des Deutschen Bundestages unter der Führung des Mitgliedes des Bundestages Abgeordneten Brunnhuber sehr herzlich. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Damit haben wir die Pensionen für die ältere Generation für diese Legislaturperiode gesichert. Wir haben der Jugend nicht untragbare Lasten aufgebürdet und die Chance auf eine eigene Pension erhalten. Und wir haben den ohne die Reform eingetretenen Zuwachs des Bundeszuschusses zur Pensionsversicherung immerhin halbiert. Ein erster wichtiger Schritt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Neu ist auch das Bekenntnis zur Systempflege. Meine Damen und Herren! Wer der heutigen Generation vorgaukelt, die Pensionen seien in jedem Fall sicher und es bedürfe auch in Zukunft langfristig keiner Anpassung des Systems an geänderte Fragen wie Lebenserwartung, Beschäftigtenzahl oder Finanzierbarkeit, sagt nicht die Wahrheit! Das muss heute so ausgesprochen werden, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie alle kennen die Daten: Die Beschäftigung nimmt heuer zu, und sie wird auch im nächsten Jahr um fast 1 Prozent zunehmen. Wir werden eine Rekordbeschäftigung von immerhin 3,1 Millionen unselbständigen Arbeitnehmern haben, und – das ist wichtig – gerade die Arbeitslosigkeit bei älteren Mitarbeitern geht tendenziell noch stärker zurück als die Gesamtarbeitslosigkeit. Ende September waren nur noch 35 000 Arbeitslose, die über 50 Jahre alt sind, gemeldet. Das sind gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um fast 22 Prozent weniger, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Bundesregierung hat auf Grund dieser Expertise dann sehr rasch – wir waren ja parallel in den Meinungsbildungsprozess auch eingeschaltet und darüber informiert – ein Gesamtvolumen von etwa 5 Milliarden Schilling als mögliches Einsparungspotential identifiziert; es geht dabei immerhin um ein Volumen von 0,7 Prozent der gesamten Sozialausgaben oder -aufwendungen. Ich halte das für absolut in Ordnung. Ich glaube, dass wir jetzt vor allem auch mit den kommenden Gesprächen auf parlamentarischer Ebene gut liegen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei der SPÖ
Erlauben Sie, dass ich an dieser Stelle der ausgeschiedenen Sozialministerin Elisabeth Sickl meinen herzlichen Dank sage. Sie hat gemeinsam mit den anderen Regierungskollegen sehr schwierige Aufgaben bewältigt, ohne (Zwischenruf bei der SPÖ) – und dafür ist ihr sehr zu danken, Herr Kollege – dass die Republik gebrannt hätte, wie dies von manchen Leuten behauptet wurde. Ich danke ihr ausdrücklich für diese Arbeit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Erlauben Sie, dass ich an dieser Stelle der ausgeschiedenen Sozialministerin Elisabeth Sickl meinen herzlichen Dank sage. Sie hat gemeinsam mit den anderen Regierungskollegen sehr schwierige Aufgaben bewältigt, ohne (Zwischenruf bei der SPÖ) – und dafür ist ihr sehr zu danken, Herr Kollege – dass die Republik gebrannt hätte, wie dies von manchen Leuten behauptet wurde. Ich danke ihr ausdrücklich für diese Arbeit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herbert Haupt hat sich eine Reihe von sehr wichtigen Themen vorgenommen. Nehmen Sie einmal die gesamte Frage der Gesundheitspolitik – die Gesundheitspolitik wird in den nächsten Monaten und Jahren ganz besondere Bedeutung haben. Es geht um die Fragen: Wie kann man innerhalb der Gesundheitsverwaltung optimieren? Ist es wirklich klug, dass es unterschiedliche EDV-Systeme gibt? Was kann man tun, um eine Art Gesundheitskarte zu entwickeln, die letztlich für die Patienten, für die Versicherten tatsächlich sehr viel bedeutet? – Ich glaube, dass in diesem Bereich unglaublich viel zur Reform ansteht, und ich traue es Herbert Haupt zu, dass er auch die notwendigen Strukturreformen, die notwendigen Tabus zur Diskussion stellt, nämlich ob man nicht mit einer mutigen Zusammenlegung von Sozialversicherungsanstalten hier weiter geht, als es frühere Sozialminister auch nur gedacht haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Noch ein Thema: Wir haben zum ersten Mal für Behinderte eine wirkliche Offensive vorgestellt. Wir wissen genau, dass im Bereich der Behindertenarbeit viele Themen diskutiert und gelöst werden müssen. Wir wissen, dass es viele tausend Behinderte gibt, die heute keinen Arbeitsplatz haben. Ich traue Herbert Haupt zu, dass er mit dem Offensivprogramm in der Höhe von 1 Milliarde Schilling für die behinderten Menschen in der Sozialpolitik neue Maßstäbe setzen wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Letzter Punkt dazu: Herbert Haupt ist natürlich auch für Frauenangelegenheiten zuständig. Ich habe registriert, dass einige weibliche Abgeordnete heute Krawatten tragen, und ich finde es sehr gut, dass man hier nicht mehr ausschließlich nach dem Geschlecht vorgeht: Jeder kann eine Krawatte oder ein Mascherl tragen, und es kann auch jeder Männer- oder Frauenpolitik professionell machen. Mann zu sein, kann doch kein Diskriminierungsgrund sein. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Bundesregierung wird bis zum Jahr 2006 immerhin 17 Milliarden Schilling für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zur Verfügung stellen, und davon werden 50 Prozent, also über 8,5 Milliarden Schilling, für Frauen zur Verfügung gestellt. Fast 2 Milliarden Schilling sind für die Förderung von Frauen in nicht traditionellen und zukunftsträchtigen Berufsfeldern vorgesehen. Ich meine, das ist ein Programm, das sich sehen lassen kann. Herbert Haupt wird es gemeinsam mit unserem Minister Bartenstein verwalten. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Edler
Meine Damen und Herren! Um wieviel mehr gilt das erst für Menschen, gegen die Vorerhebungen – keineswegs eine Anklage; Vorerhebungen (Zwischenruf des Abg. Edler ) – in die Wege geleitet worden sind! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Untersuchungsausschuss!) Daher: ja zur Untersuchung, nein zu einer Vorverurteilung.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Untersuchungsausschuss!
Meine Damen und Herren! Um wieviel mehr gilt das erst für Menschen, gegen die Vorerhebungen – keineswegs eine Anklage; Vorerhebungen (Zwischenruf des Abg. Edler ) – in die Wege geleitet worden sind! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Untersuchungsausschuss!) Daher: ja zur Untersuchung, nein zu einer Vorverurteilung.
Abg. Öllinger: Das Handbuch für die Bundesregierung!
Ich gebe Ihnen Folgendes zu bedenken, meine Damen und Herren: In Österreich sind die Lasserschen Artikel abgeschafft – richtigerweise abgeschafft –, daher ist aber die Frage der journalistischen Sorgfaltspflicht umso stärker in den Vordergrund zu rücken. Ich verweise hier insbesondere auf Professor Ermacora und sein "Handbuch zum Völkerrecht und zur Europäischen Menschenrechtskonvention". (Abg. Öllinger: Das Handbuch für die Bundesregierung!) Geben Sie sich einen Moment der Prüfung hin, ob die Magazine, die heute erschienen sind, in der Art und Weise der Aufmachung genau diese Unschuldsvermutung widerspiegeln! Ich glaube, die Sensibilität im Umgang mit der Sprache, mit Bild und Ton ist für jedermann klar, aber dann sollte dies auch hier gelten, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich gebe Ihnen Folgendes zu bedenken, meine Damen und Herren: In Österreich sind die Lasserschen Artikel abgeschafft – richtigerweise abgeschafft –, daher ist aber die Frage der journalistischen Sorgfaltspflicht umso stärker in den Vordergrund zu rücken. Ich verweise hier insbesondere auf Professor Ermacora und sein "Handbuch zum Völkerrecht und zur Europäischen Menschenrechtskonvention". (Abg. Öllinger: Das Handbuch für die Bundesregierung!) Geben Sie sich einen Moment der Prüfung hin, ob die Magazine, die heute erschienen sind, in der Art und Weise der Aufmachung genau diese Unschuldsvermutung widerspiegeln! Ich glaube, die Sensibilität im Umgang mit der Sprache, mit Bild und Ton ist für jedermann klar, aber dann sollte dies auch hier gelten, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Ich sage Ihnen namens dieser Bundesregierung: Der Umgang mit dem Bürger, der Umgang mit den Daten der Bürger ist höchst sensibel. Wir sind uns dessen bewusst. Das heißt, der Umgang mit Akten, der Umgang mit Polizeidaten aus dem Computer, der Umgang mit vertraulichen Rechnungshofberichten ist sehr wohl ein Thema (Zwischenrufe bei der SPÖ), und ich fordere das Hohe Haus auf, sich die Frage zu stellen: Was soll vertraulich sein? Wie kann man dem berechtigten Anliegen des öffentlichen Interesses und dem individuellen Vertrauensschutz wirklich Rechnung tragen?
ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen
Ich habe dieses Thema am Nationalfeiertag in meiner Rede auch offen angesprochen und wiederhole hier: Meine Damen und Herren der Opposition! Ich traue dem unabhängigen Justizminister Dieter Böhmdorfer, der kein Parteimitglied ist (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen), zu, dass er unbeeinflusst und ohne Weisung die Justizbehörden untersuchen lässt – weil das selbstverständlich sein muss, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich habe dieses Thema am Nationalfeiertag in meiner Rede auch offen angesprochen und wiederhole hier: Meine Damen und Herren der Opposition! Ich traue dem unabhängigen Justizminister Dieter Böhmdorfer, der kein Parteimitglied ist (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen), zu, dass er unbeeinflusst und ohne Weisung die Justizbehörden untersuchen lässt – weil das selbstverständlich sein muss, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und ich traue dem österreichischen Innenminister, Ernst Strasser, zu, dass er die Polizei- und Sicherheitsbehörden im Auftrag der Justiz unbeeinflusst erheben lässt, aber dann auch die notwendigen Konsequenzen zieht und den gleichen Reformeifer dort einkehren lässt, wie es in allen anderen Bereichen selbstverständlich geworden ist. Ich traue das Ernst Strasser zu. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ein Letztes: Der Oppositionsführer Alfred Gusenbauer hat in einem Interview gegenüber dem "FORMAT" erklärt: Es zeigt, dass der Bundeskanzler völlig von Sinnen ist, wenn er die politische Verantwortung früherer Innenminister releviert. – Meine Damen und Herren! So viel einmal zur Sensibilität und zum Umgang mit der Sprache. Aber das ist Ihr Thema, nicht meines. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn es möglich ist, Herr Abgeordneter Gusenbauer, dass Polizeigewerkschafter behaupten, dass unter ihrer Dienstnummer Abfragen im EKIS erfolgt sind, dann ist dies ein Thema, das geklärt werden muss, und zwar so rasch wie möglich, Herr Abgeordneter Gusenbauer. Da ist niemand von Sinnen, der dies verlangt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn es wahr ist, dass, obwohl der Nationalrat beschlossen hat, dass die Kartei über Geisteskrankheiten gelöscht werden muss, angeblich, Medienberichten zufolge – ich betone: Medienberichten zufolge; ich identifiziere mich nicht damit –, solche Daten noch immer existieren, dann ist das sehr wohl ein Grund zur Überprüfung. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und, Herr Abgeordneter Gusenbauer, wenn im EKIS-System Vorstrafen, auch solche, die schon getilgt worden sind, noch immer enthalten sind, dann ist auch das, wie ich meine, sehr wohl ein Thema. Und niemand ist von Sinnen, der derartige Fragen stellt, Herr Abgeordneter Gusenbauer! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und wenn es wahr ist, dass der frühere Innenminister Schlögl in einem Interview erklärt hat – ich zitiere es; ich kann es ja nicht überprüfen –, ihm sei aus seiner Amtszeit eine größere Anzahl von derartigen Vorfällen, von Beschuldigungen bekannt, wenn diese Gefahr also seit dem Jahre 1997 bekannt war, dann ist zu klären: Was ist geschehen? Welche politischen Konsequenzen sind dann gezogen worden? Wie ist hier vorzugehen? – Dies alles hat zuerst die unabhängige Justiz aufzuklären, wenn es um das Strafrecht geht, und der Innenminister hat zu klären, wenn es um die Konsequenzen geht. – Dazu stehen wir. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Ich gebe bekannt, Herr Abgeordneter Dr. Pilz hat gemäß § 33 Abs. 1 der Geschäftsordnung beantragt, einen Untersuchungsausschuss zur Untersuchung über die Verantwortlichkeit des Bundesministers für Inneres für die illegale Weitergabe von Daten aus seinem Ressortbereich und Organisationsmängel im Bereich der Sicherheitsbehörden, die dazu geführt haben, dass jahrelang unbemerkt personenbezogene Daten an dazu nicht Berechtigte weitergegeben wurden, einzusetzen. (Beifall bei den Grünen.)
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Vor einem Jahr haben in Österreich Nationalratswahlen stattgefunden, was einige Kommentatoren dazu veranlasst hat, das letzte Jahr zu bewerten. In einem Kommentar eines Spitzenjournalisten im "Standard" (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP) wird Folgendes festgehalten – ich zitiere –:
Beifall bei der SPÖ.
Sicher, auch früher wurde in der Politik gemogelt und nicht jedes Versprechen gehalten. Aber mit der Täuschung der Wähler, mit der sich Schüssel im Februar 2000 zum Regierungschef machte, hat er eine Ära des politischen Falschspiels eröffnet, wie sie die Zweite Republik nie zuvor durchschritten hat, mit zarten Anklägen an die Erste. – Zitatende. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: "Ungestraft"?
Das, was hier beschrieben wird, wird eindrucksvoll bestätigt: nicht nur durch die heutige Rede des Bundeskanzlers, sondern auch durch das politische Klima, das in Österreich geschaffen wurde – ein politisches Klima, in dem der Finanzminister ungestraft behaupten kann (Abg. Haigermoser: "Ungestraft"?), dass zwei Drittel der Bevölkerung von seinen Belastungsbudgets nicht betroffen sind, obwohl er gerade mit über 20 verschiedenen steuerlichen Maßnahmen eben diese zwei Drittel ganz massiv belastet! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Was soll das heißen: "ungestraft"?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Was soll das heißen: "ungestraft"?
Das, was hier beschrieben wird, wird eindrucksvoll bestätigt: nicht nur durch die heutige Rede des Bundeskanzlers, sondern auch durch das politische Klima, das in Österreich geschaffen wurde – ein politisches Klima, in dem der Finanzminister ungestraft behaupten kann (Abg. Haigermoser: "Ungestraft"?), dass zwei Drittel der Bevölkerung von seinen Belastungsbudgets nicht betroffen sind, obwohl er gerade mit über 20 verschiedenen steuerlichen Maßnahmen eben diese zwei Drittel ganz massiv belastet! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Was soll das heißen: "ungestraft"?)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Klima ist es offensichtlich auch möglich, dass der Kanzler und der Finanzminister noch immer steif und fest behaupten, es werde gespart, obwohl der Staat noch nie so viel Geld ausgegeben hat wie heute, weitere Ausgaben in Milliardenhöhe geplant sind und wir die höchste Steuer- und Abgabenquote in der Geschichte der Zweiten Republik haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist ungeheuerlich! Hören Sie doch auf mit den Schauermärchen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! In diesem Klima getrauen sich einzelne Regierungsvertreter noch immer, das Wort "Gerechtigkeit" in den Mund zu nehmen, obwohl die am stärksten betroffenen Opfer ihrer Politik die sozial Schwachen, die Arbeitslosen und die Unfallrentner sind. Das ist eine Verhöhnung der Betroffenen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist ungeheuerlich! Hören Sie doch auf mit den Schauermärchen!)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist auch blanker Hohn, wenn zum Beispiel Herr Klubobmann Khol sein Verhältnis zur Wahrheit wie folgt definiert: "Wahrheit ist eine Tochter der Zeit." – Das wurde für jene, die dem nicht ganz zustimmen, von einem Spitzenjournalisten im "Kurier" wie folgt übersetzt: "Was interessiert mich morgen, was ich gestern gesagt habe?" – Das kennzeichnet Ihr Verhältnis zur Wahrheit, Herr Abgeordneter Khol! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Veränderungen im Sozialministerium finden nicht deswegen statt, weil die bisherige Ministerin völlig überfordert und unqualifiziert war. Wenn das der Grund dafür gewesen wäre, dann hätte sie bereits vor Monaten zurücktreten müssen. (Beifall bei der SPÖ.) Was hier stattfindet, ist ganz offensichtlich ein Ablenkungsmanöver von dem, was die FPÖ so schmerzlich hat erfahren müssen, nämlich die Rechnung der Wählerinnen und Wähler dafür, dass sie all ihre Wahrversprechen in den letzten acht Monaten gebrochen hat. Aber der neue Sozialminister ist hier keine Alternative, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Veränderungen im Sozialministerium finden nicht deswegen statt, weil die bisherige Ministerin völlig überfordert und unqualifiziert war. Wenn das der Grund dafür gewesen wäre, dann hätte sie bereits vor Monaten zurücktreten müssen. (Beifall bei der SPÖ.) Was hier stattfindet, ist ganz offensichtlich ein Ablenkungsmanöver von dem, was die FPÖ so schmerzlich hat erfahren müssen, nämlich die Rechnung der Wählerinnen und Wähler dafür, dass sie all ihre Wahrversprechen in den letzten acht Monaten gebrochen hat. Aber der neue Sozialminister ist hier keine Alternative, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit euch gewesen? Habt ihr gewonnen?
Aber die FPÖ schafft es offensichtlich nicht, damit zu leben, dass sie vom Wähler bei der letzten steirischen Landtagswahl halbiert wurde, was die Stimmen betrifft. (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit euch gewesen? Habt ihr gewonnen?) – Herr Westenthaler, zu Ihnen komme ich später noch, Sie geben genügend Belustigendes her in diesen Tagen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: Heute bist du nicht gut drauf!) Aber als bisheriger Höhepunkt dieses blau-schwarzen Experimentes ist jetzt noch der FPÖ-Spitzelskandal hinzugekommen, und dieser Skandal hat ganz offensichtlich die Dämmerstunde dieser Bundesregierung eingeläutet. (Ruf bei den Freiheitlichen: Oje!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: Heute bist du nicht gut drauf!
Aber die FPÖ schafft es offensichtlich nicht, damit zu leben, dass sie vom Wähler bei der letzten steirischen Landtagswahl halbiert wurde, was die Stimmen betrifft. (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit euch gewesen? Habt ihr gewonnen?) – Herr Westenthaler, zu Ihnen komme ich später noch, Sie geben genügend Belustigendes her in diesen Tagen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: Heute bist du nicht gut drauf!) Aber als bisheriger Höhepunkt dieses blau-schwarzen Experimentes ist jetzt noch der FPÖ-Spitzelskandal hinzugekommen, und dieser Skandal hat ganz offensichtlich die Dämmerstunde dieser Bundesregierung eingeläutet. (Ruf bei den Freiheitlichen: Oje!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Oje!
Aber die FPÖ schafft es offensichtlich nicht, damit zu leben, dass sie vom Wähler bei der letzten steirischen Landtagswahl halbiert wurde, was die Stimmen betrifft. (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit euch gewesen? Habt ihr gewonnen?) – Herr Westenthaler, zu Ihnen komme ich später noch, Sie geben genügend Belustigendes her in diesen Tagen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: Heute bist du nicht gut drauf!) Aber als bisheriger Höhepunkt dieses blau-schwarzen Experimentes ist jetzt noch der FPÖ-Spitzelskandal hinzugekommen, und dieser Skandal hat ganz offensichtlich die Dämmerstunde dieser Bundesregierung eingeläutet. (Ruf bei den Freiheitlichen: Oje!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Bleiben wir doch bei den Fakten, Herr Bundeskanzler, bei den Fakten, die Sie in Ihrer Rede mit keinem Wort erwähnt haben: Es gibt ganz offensichtlich eine Partei, nämlich die FPÖ, oder einzelne Repräsentanten dieser Partei, die hergehen und Exekutivbeamte bezahlen, damit die Kritiker der FPÖ bespitzelt werden. Das passt so richtig in das Bild der Schamlosigkeit und in ein Politikverständnis, in dem es offensichtlich keine Regeln und keine Verbote mehr gibt, und das zeichnet Ihre Partei aus, meine sehr verehrten Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Statt sich dem wirklich politischen Kern dieses Skandals zu widmen, nämlich dass Künstler, Journalisten, Intellektuelle, bis hin zur Caritas, offensichtlich bespitzelt wurden und es absolut kein Unrechtsbewusstsein in dieser Angelegenheit gibt, wird jetzt offensichtlich versucht, eine Verschwörungstheorie zu stricken. Bei den Worten des Herrn Bundeskanzlers sind kein einziges Mal die Worte "FPÖ", "Alt-Parteiobmann Haider", "Kabas", "Kreißl" gefallen, und kein einziges Mal gab es auch nur den Hinweis auf ein vermutetes Unrecht in diesem Zusammenhang. Es gab ausschließlich Attacken gegen die früheren Ressortminister: aufgrund dessen, dass es da ganz offensichtlich zu Machinationen der FPÖ gekommen ist. Und das ist ein demokratiepolitischer Skandal, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es gibt kein böses Komplott irgendwelcher Menschen in den Medien oder hier im Parlament. Es gibt keine finstere Macht, die das alles erfunden hat. Es geht schlicht und einfach darum, dass der Staatsanwaltschaft genügend Unterlagen vorliegen, Unterlagen, die dafür ausreichen, dass die Staatsanwaltschaft es gerechtfertigt findet, Vorerhebungen gegen einzelne Spitzenpolitiker der FPÖ einzuleiten. Und das Skandalöse daran ist, dass eine Partei, die in einen solchen Geruch gekommen ist, dieser österreichischen Bundesregierung angehört. Das ist ein Faktum, Herr Bundeskanzler, das Sie bisher verleugnet haben und dem Sie sich nicht gewidmet haben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir sehen!
Und der so genannte ultimative Gegenangriff, den Herr Klubobmann Westenthaler vergangene Woche angekündigt hat, wird wahrscheinlich als der größte Wochenend-Rohrkrepierer in die Geschichte der österreichischen Medien eingehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir sehen!)
Beifall bei der SPÖ.
Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt: Warum sind es nur FPÖ-Funktionäre, die im Zwielicht stehen? Warum ist es der Alt-Parteiobmann der FPÖ, der im Zentrum der Affäre steht? Warum werden immer nur Vertreter der Freiheitlichen Partei beschuldigt? – Ganz offensichtlich: Es ist eine blaue Affäre, ein blauer Skandal und unter Umständen auch einmal ein blaues Kriminal. Das ist die Wahrheit, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das wäre dringend angebracht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das ist ein Musterbeispiel dafür, dass es bei Ihnen absolut kein Unrechtsbewusstsein gibt und die politischen Prioritäten völlig falsch gesetzt werden. Und das ist in einem Rechtsstaat keine gute Art, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ
Herr Bundeskanzler, Sie sind in dieser Frage nicht der Zuschauer, Sie sind nicht der Frühstücksdirektor, bei all Ihrer Erfahrung mit Frühstücksangelegenheiten (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ), Sie sind als Bundeskanzler für die Gesamtheit der Bundesregierung verantwortlich. Und wenn es einen Fall gibt, der die Grundfesten erschüttert, der das Vertrauen der Österreicherinnen und Österreicher in die Justiz erschüttert, auch in Teile der Exekutive, dann ist es für einen Bundeskanzler angebracht, über die Koalitionstreue das Staatsbewusstsein und das Grundrechtsbewusstsein zu stellen. Und das haben Sie bis zum heutigen Tag, auch in Ihrer heutigen Rede, unterlassen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Bundeskanzler, Sie sind in dieser Frage nicht der Zuschauer, Sie sind nicht der Frühstücksdirektor, bei all Ihrer Erfahrung mit Frühstücksangelegenheiten (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ), Sie sind als Bundeskanzler für die Gesamtheit der Bundesregierung verantwortlich. Und wenn es einen Fall gibt, der die Grundfesten erschüttert, der das Vertrauen der Österreicherinnen und Österreicher in die Justiz erschüttert, auch in Teile der Exekutive, dann ist es für einen Bundeskanzler angebracht, über die Koalitionstreue das Staatsbewusstsein und das Grundrechtsbewusstsein zu stellen. Und das haben Sie bis zum heutigen Tag, auch in Ihrer heutigen Rede, unterlassen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Drei Tage danach sagt sein Alt-Parteiobmann wieder: Untersuchungsausschuss? Kein Problem! – Und heute stellt sich der Bundeskanzler hierher und listet eine Reihe von Fragen auf, die geklärt werden sollen. Und was ist die Konsequenz? Die beiden Koalitionsparteien werden wieder einen Untersuchungsausschuss niederstimmen, weil sie an der Aufklärung nicht interessiert sind und Einzelne ganz offensichtlich etwas zu verbergen haben, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das, meine sehr verehrten Damen und Herren, erzeugt ein Klima, das für eine entwickelte westliche Demokratie unangebracht und inakzeptabel ist. Und die Konsequenzen, die daraus zu ziehen sind, wären zumindest eine konsequente Aufklärung durch den Innenminister, ein Untersuchungsausschuss des Parlamentes und das Versagen des Vertrauens gegenüber dem Justizminister, der offensichtlich sehr tief drinnen steckt. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Gusenbauer! Welche Strafe hätten Sie denn gerne, wenn ein Minister nicht die Meinung sagt, die Sie gerne hätten? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich sage Ihnen etwas: Oft entlarvt Sie Ihre Sprache, und heute sind Sie wieder entlarvt worden. Wir lehnen einen solchen Jargon ganz entschieden ab, Herr Kollege Gusenbauer! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Reden wir von etwas anderem! Spitzelaffäre!) – Sie werden hier keinen Minister strafen. Ganz im Gegenteil!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Reden wir von etwas anderem! Spitzelaffäre!
Herr Kollege Gusenbauer! Welche Strafe hätten Sie denn gerne, wenn ein Minister nicht die Meinung sagt, die Sie gerne hätten? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich sage Ihnen etwas: Oft entlarvt Sie Ihre Sprache, und heute sind Sie wieder entlarvt worden. Wir lehnen einen solchen Jargon ganz entschieden ab, Herr Kollege Gusenbauer! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Reden wir von etwas anderem! Spitzelaffäre!) – Sie werden hier keinen Minister strafen. Ganz im Gegenteil!
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie sprechen von Krise, von Staatskrise, Sie sprechen von einer Krise der Parteien, einer Krise des Parlaments. – In Wirklichkeit gibt es nur eine Krise, eine einzige Krise, und diese Krise befindet sich in Ihrem eigenen Haus. Diese Krise befindet sich in Ihrer Partei. Der Pleitegeier kreist um das Haus in der Löwelstraße: 350 Millionen Schilling Schulden haben Sie von der SPÖ in der Parteikassa! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dietachmayr: Peinlich!
Da hat Hannes Androsch schon Recht, wenn er sagt – ich zitiere wörtlich –: "Der Zustand der SPÖ ist erbärmlich." – Und Johann Hatzl, SP-Klubchef in Wien, sagt: Wir sind zu einer Verliererpartei geworden! – Ich könnte Ihnen noch vieles hier zitieren. (Abg. Dietachmayr: Peinlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Gratuliere! Heute wieder vorbeigeredet, es hat Sie in Wirklichkeit niemand verstanden, Herr Kollege Gusenbauer. Wieder Thema verfehlt, wieder daneben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edlinger: Peinlich!
Diese Regierung hat in Wahrheit die Wende geschafft: die Wende weg von Ihrem Schuldenberg – 2 200 Milliarden Schilling Schulden haben Sie hinterlassen –, die Wende weg von Ihrer Steuerbelastungspolitik (Abg. Edlinger: Peinlich!), die Wende weg von Ihrer sozialen Umverteilungspolitik von oben nach unten, die Wende weg von der Kürzung des Karenzgeldes, von der Kürzung des Pflegegeldes, von der Streichung des Pflegetaschengeldes. All Ihre unsozialen Maßnahmen hat diese Regierung abgeschafft, das kommt nicht mehr. Das ist die Wende! Das ist die Leistung dieser Regierung: eine sozial gerechte, eine gute Politik, eine, die man ohne Zweifel mitgehen kann. Herr Kollege Gusenbauer, davon können Sie nicht ablenken! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Diese Regierung hat in Wahrheit die Wende geschafft: die Wende weg von Ihrem Schuldenberg – 2 200 Milliarden Schilling Schulden haben Sie hinterlassen –, die Wende weg von Ihrer Steuerbelastungspolitik (Abg. Edlinger: Peinlich!), die Wende weg von Ihrer sozialen Umverteilungspolitik von oben nach unten, die Wende weg von der Kürzung des Karenzgeldes, von der Kürzung des Pflegegeldes, von der Streichung des Pflegetaschengeldes. All Ihre unsozialen Maßnahmen hat diese Regierung abgeschafft, das kommt nicht mehr. Das ist die Wende! Das ist die Leistung dieser Regierung: eine sozial gerechte, eine gute Politik, eine, die man ohne Zweifel mitgehen kann. Herr Kollege Gusenbauer, davon können Sie nicht ablenken! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn Sie zitieren, dann zitiere ich Ihnen auch einen Wirtschaftsjournalisten, Roland Barazon, in den "Salzburger Nachrichten" vom 24. September. Darin heißt es: Die bisherige Praxis, möglichst alle in der Sozialpolitik zu beglücken, ist nicht nur unsinnig, sie hat auch höchst unsoziale Folgen. Die Verteilung von Geldern an alle bewirkt, dass die tatsächlich Bedürftigen nicht ausreichend unterstützt werden. – Und er sagt, dieser Regierung gehört in der Sozialpolitik auch Applaus gezollt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edler: Verunsicherung!
Ich sage, Haupt ist mit der Garant, dass es zu einer modernen, effizienten Verwaltung in der Sozialpolitik kommt (Abg. Edler: Verunsicherung!), zu einer höheren Lebensqualität in Österreich und auch zu einer sozial gerechten Politik. Und dafür, lieber Herbert Haupt, lieber neuer Minister, wünsche ich dir eine glückliche Hand und viel Erfolg bei deiner neuen Tätigkeit! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Bures: Jetzt sagen Sie etwas zum Frauenminister!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Bures: Jetzt sagen Sie etwas zum Frauenminister!
Ich sage, Haupt ist mit der Garant, dass es zu einer modernen, effizienten Verwaltung in der Sozialpolitik kommt (Abg. Edler: Verunsicherung!), zu einer höheren Lebensqualität in Österreich und auch zu einer sozial gerechten Politik. Und dafür, lieber Herbert Haupt, lieber neuer Minister, wünsche ich dir eine glückliche Hand und viel Erfolg bei deiner neuen Tätigkeit! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Bures: Jetzt sagen Sie etwas zum Frauenminister!)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Bures: Das glaube ich!
Ein Satz auch, weil hier viel gezweifelt wird an der Qualität eines Mannes, was die Frauenpolitik betrifft. Ich habe auch da vollstes Vertrauen zu Herbert Haupt (ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Bures: Das glaube ich!), und ich sage Ihnen ganz klar: Es gibt in Österreich eine sehr erfolgreiche Frau Landeshauptmann. Ich bin davon überzeugt, dass wir in Österreich mit Herbert Haupt einen sehr erfolgreichen Herrn Frauenminister haben werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ein Satz auch, weil hier viel gezweifelt wird an der Qualität eines Mannes, was die Frauenpolitik betrifft. Ich habe auch da vollstes Vertrauen zu Herbert Haupt (ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Bures: Das glaube ich!), und ich sage Ihnen ganz klar: Es gibt in Österreich eine sehr erfolgreiche Frau Landeshauptmann. Ich bin davon überzeugt, dass wir in Österreich mit Herbert Haupt einen sehr erfolgreichen Herrn Frauenminister haben werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edlinger: Peinlich!
Aber schön langsam wird es ja fast amüsant: der Herr Gusenbauer plötzlich in der Opferrolle. (Abg. Edlinger: Peinlich!) Der Herr Gusenbauer ist in der vergangenen Woche von einem dieser dubiosen Magazine ganz groß geoutet worden: Gusenbauer wurde bespitzelt!, wurde im "profil" groß geschrieben. Er wurde abgefragt. Auch Gusenbauer Opfer von illegalen Abfragen!, ist geschrieben worden.
Abg. Bures: Sie sind peinlich!
Heute musste allerdings – ganz klein, in einem kleinen Kästchen – kleinlaut zugegeben werden, dass es sich dabei um einen peinlichen Fauxpas gehandelt hat. (Abg. Bures: Sie sind peinlich!) Was ist passiert? – Niemand hat den Herrn Gusenbauer illegal abgefragt. Es gibt eine einzige Abfrage über den Herrn Gusenbauer, und das war ein Schulkollege von ihm, der wissen wollte, ob der Herr Gusenbauer tatsächlich so alt ist, wie er ausschaut. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Er wollte das Geburtsdatum wissen und hat daher einen Polizisten ersucht, diese Abfrage zu machen. Das war das Ergebnis – sonst hat es nichts gegeben.
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Heute musste allerdings – ganz klein, in einem kleinen Kästchen – kleinlaut zugegeben werden, dass es sich dabei um einen peinlichen Fauxpas gehandelt hat. (Abg. Bures: Sie sind peinlich!) Was ist passiert? – Niemand hat den Herrn Gusenbauer illegal abgefragt. Es gibt eine einzige Abfrage über den Herrn Gusenbauer, und das war ein Schulkollege von ihm, der wissen wollte, ob der Herr Gusenbauer tatsächlich so alt ist, wie er ausschaut. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Er wollte das Geburtsdatum wissen und hat daher einen Polizisten ersucht, diese Abfrage zu machen. Das war das Ergebnis – sonst hat es nichts gegeben.
Abg. Edlinger: Wieso weiß er das eigentlich? Wieso wissen Sie das?
Ähnlich bei der Frau Stadträtin Ederer aus Wien. Ganz groß wurde in dieser dubiosen Zeitschrift "NEWS", die ja für Richtigkeit noch nie berühmt war, mit einem Foto von ihr geschrieben: Frau Ederer wurde abgefragt! Skandal! Wieder ein Prominenter geoutet. (Abg. Edlinger: Wieso weiß er das eigentlich? Wieso wissen Sie das?) – Was ist herausgekommen? Es hat eine Abfrage im EKIS-System deshalb gegeben, weil sich die Frau Ederer einen neuen Pass zugelegt hat. Nachzulesen in der heutigen Ausgabe des "FORMAT", und zwar auf Seite 40.
Abg. Edlinger: Die Staatsanwaltschaft ermittelt!
Es gibt überhaupt keine Ergebnisse. Es gibt überhaupt keine Beweise für Anschuldigungen. (Abg. Edlinger: Die Staatsanwaltschaft ermittelt!) Das ist Ihr Muster, aber das lehnen wir entschieden ab, wie Sie hier agieren, auch in diesem Hohen Haus. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Was fällt Ihnen zur Staatsanwaltschaft ein?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Was fällt Ihnen zur Staatsanwaltschaft ein?
Es gibt überhaupt keine Ergebnisse. Es gibt überhaupt keine Beweise für Anschuldigungen. (Abg. Edlinger: Die Staatsanwaltschaft ermittelt!) Das ist Ihr Muster, aber das lehnen wir entschieden ab, wie Sie hier agieren, auch in diesem Hohen Haus. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Was fällt Ihnen zur Staatsanwaltschaft ein?)
Abg. Dr. Gusenbauer: Was fällt Ihnen zur Staatsanwaltschaft ein? Staatsanwaltschaft!
Aber es geht weiter. Die Diffamierungsmaschinerie läuft auf Hochtouren. Die Verleumdungs- und Diffamierungsmethoden der Linken sind ja Legion. Sie gliedern sich in drei Bereiche: Man beginnt einmal mit der Falschbehauptung. Zuerst wird einmal die Unwahrheit in die Welt gesetzt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Was fällt Ihnen zur Staatsanwaltschaft ein? Staatsanwaltschaft!) Beispiel: Kollege Kostelka am 18. September. Also fast zwei Monate ist es her, dass Herr Kollege Kostelka dem Justizminister in einer Pressekonferenz vorwarf – das muss man sich einmal vorstellen! –, dass im Justizministerium Telefongespräche, wenn bestimmte Schlüsselwörter fallen, aufgezeichnet würden. Einen derart ungeheuerlichen Vorwurf einer strafbaren Handlung legt Herr Kostelka am 18. September auf den Tisch.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Aber auch keine Klage!
Bis heute gibt es keinen Jota an Beweis, bis heute gibt es keine einzige Beweislage, die stimmt, aber bis heute keine Entschuldigung! Genieren Sie sich, Herr Kollege Kostelka, für diese unfassbare Behauptung, die Sie da auf den Tisch gelegt haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Aber auch keine Klage!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist Ihre Methode: Sie stellen Falschbehauptungen auf, können diese nicht belegen – und dann schweigen Sie dazu, ohne sich zu entschuldigen! Das ist schäbig! Das sage ich Ihnen auch einmal ganz offen, Herr Kollege Kostelka und Herr Kollege Gusenbauer. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Alle diese Vorwürfe haben sich in Luft aufgelöst, und ich garantiere Ihnen – die Wette gilt! –, auch der jetzige Vorwurf wird sich in Luft auflösen, und Sie stehen dann ziemlich belämmert da. Das sage ich Ihnen ganz offen. Das wird das Ergebnis der Verfahren sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
In Wahrheit ist das, was sich hier abspielt, nichts anderes als ein journalistischer Rachefeldzug von so manchen Magazinen. Da werden frühere Leibwächter von Jörg Haider von Journalisten angerufen – die Beweise dafür habe ich, und die werde ich heute der Staatsanwaltschaft übergeben –, die ihnen einen Geldbetrag dafür anbieten, dass sie gegen Jörg Haider aussagen, dass sie eine Aussage gegen Jörg Haider machen. Wenn sie das tun, dann bekommen sie von diesem Magazin Geld. Auch das ist ab heute bei der Staatsanwaltschaft anhängig. Wir werden solche Methoden nicht einreißen lassen. Das, was von diesen Magazinen mit Ihrer Unterstützung, unter Ihrer Federführung erzeugt wird, ist doch nichts anderes als pure Hetze gegen erfolgreiche Politiker, die Sie in Wahrheit mit Neid beobachten. Das ist in Wahrheit Ihre Motivation, die dahintersteckt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Der dritte Punkt nach der Falschbehauptung und nach der Kriminalisierung ist dann die persönliche Ehrabschneidung. Da werden Politiker einfach hingestellt. Der Herr Einem sagt: Ich mache mir Sorgen um das Gedächtnis des Bundeskanzlers. Der Herr Gusenbauer sagt: Schüssel ist von Sinnen. Jörg Haider wird in einem Magazin dargestellt, als würde er durchdrehen. Das ist dann Ihre Methode: Ganz zum Schluss, wenn Sie überhaupt nichts mehr haben, dann gehen Sie in die Menschenverachtung hinein. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zuerst werden Falschbehauptungen aufgestellt, die Sie über Ihre Schmierblätter lancieren, dann kriminalisieren Sie, und wenn gar nix mehr geht, dann gehen Sie her und erklären Menschen, Politiker, vom Bundeskanzler abwärts, für geistig minderbemittelt. Das ist eine ganz, ganz miese, schäbige Schmutzkübelpolitik, von der sich die Jugend und die Menschen in diesem Land abwenden werden. Das verrate ich Ihnen. Das ist in Wahrheit das Ergebnis. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edlinger: Wieso wissen Sie das?
Da wurde ein terroristisches Bedrohungsbild gegen Jörg Haider und seine Familie geschaffen, damit die sozialistische Nomenklatura des Innenministeriums Beamte zur Bespitzelung Jörg Haiders aussenden kann. Das ist der eigentliche Skandal, und der wird – das verspreche ich Ihnen! – Gegenstand von Vorerhebungen und Voruntersuchungen auch der Staatsanwaltschaft sein. Das ist Ihre Causa! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edlinger: Wieso wissen Sie das?)
Abg. Dr. Gusenbauer: Meine Rechte sind durch das Gesetz definiert – und nicht durch den Herrn Westenthaler! – Abg. Parnigoni: Machen Sie einen Untersuchungsausschuss!
Meine Damen und Herren! Ich sage Ihnen noch einmal, und ich habe das schon öfters gesagt: Sie haben hier nicht das Recht – noch dazu in dem Stadium, in dem wir uns jetzt befinden, wo Sie selbst Butter am Kopf haben und damit jeden Tag in die Sonne gehen –, Sie haben nicht das Recht, anständige, demokratisch gewählte Politiker, ob im Parlament, in den Landtagen, in den Regierungen, derart mit Schmutzkübeln zu übergießen, wie Sie das immer tun. (Abg. Dr. Gusenbauer: Meine Rechte sind durch das Gesetz definiert – und nicht durch den Herrn Westenthaler! – Abg. Parnigoni: Machen Sie einen Untersuchungsausschuss!)
Abg. Parnigoni: Für Sie im Besonderen gilt das alles, was Sie da sagen!
Sie haben nicht das Recht, Menschen, nur weil sie anderer politischer Überzeugung sind, die Lebensberechtigung, nämlich die politische Lebensberechtigung, abzusprechen. Das gilt für jeden Mandatar hier im Haus vice versa. Das gilt aber auch für jeden Mandatar in den Landtagen. (Abg. Parnigoni: Für Sie im Besonderen gilt das alles, was Sie da sagen!) Das gilt für Regierungsmitglieder, und das gilt auch – merken Sie sich das bei Ihren Formulierungen, mit denen Sie den Menschen die politische Lebensberechtigung absprechen wollen! – für den Bundeskanzler der Republik Österreich und auch für den Landeshauptmann von Kärnten, Jörg Haider. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Machen Sie doch endlich einen Untersuchungsausschuss!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Machen Sie doch endlich einen Untersuchungsausschuss!
Sie haben nicht das Recht, Menschen, nur weil sie anderer politischer Überzeugung sind, die Lebensberechtigung, nämlich die politische Lebensberechtigung, abzusprechen. Das gilt für jeden Mandatar hier im Haus vice versa. Das gilt aber auch für jeden Mandatar in den Landtagen. (Abg. Parnigoni: Für Sie im Besonderen gilt das alles, was Sie da sagen!) Das gilt für Regierungsmitglieder, und das gilt auch – merken Sie sich das bei Ihren Formulierungen, mit denen Sie den Menschen die politische Lebensberechtigung absprechen wollen! – für den Bundeskanzler der Republik Österreich und auch für den Landeshauptmann von Kärnten, Jörg Haider. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Machen Sie doch endlich einen Untersuchungsausschuss!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich werde dem Wunsch des Herrn Präsidenten gerne nachkommen und finde, dass das nach den Ausführungen des Herrn Abgeordneten Westenthaler ein durchaus sinnvoller und produktiver Hinweis war. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Frauenministerin! Das Frauenministerium ist abgeschafft worden. Das war eine der ersten Taten dieser Bundesregierung, der Sie jetzt angehören. Der nächste Schritt war die Abschaffung der Frauenministerin selbst. Sie ist ersetzt worden durch einen fachlich, nehme ich an, durchaus diskussionswürdigen Kollegen, den ich in vielen Ausschüssen auch persönlich schätzen gelernt habe. Aber ob es das richtige Signal ist, den Herrn Tierarzt aus Spittal an der Drau zum Nachlassverwalter der Frauenpolitik dieser Bundesregierung zu machen, das bezweifle ich zumindest persönlich und im Namen meiner Fraktion. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker: Sie werden uns nicht auseinander dividieren! Spaltpilz!
Herr Mag. Haupt! Ich erwarte namens meiner Fraktion klare Antworten auf diese Fragen, und zwar klare Antworten, die sich deutlich von denen Ihres Finanzministers unterscheiden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker: Sie werden uns nicht auseinander dividieren! Spaltpilz!)
Abg. Murauer: "Ohne Begründung" – das stimmt nicht! – Weiterer Widerspruch bei der ÖVP
Herr Mag. Haupt! Auch in anderer Hinsicht haben Sie ein sensibles Ressort übernommen: Sie sind Chef der Aufsichtsbehörde über einen der sensibelsten Datenbereiche dieser Republik, nämlich die Sozialversicherungsdaten. Ich frage mich wirklich: Was gedenken Sie im Bereich Sozialversicherungsdaten und was gedenkt der Herr Verteidigungsminister im Bereich der gesamten Bundesdaten in Zukunft zu unternehmen? – Der Verteidigungsminister ist auf Grund der beiden neuen Überwachungsstaat-Gesetze befugt, von den Gemeinden über die Kammern, über die Krankenhäuser, über die Sozialversicherungsanstalten, über die Finanzämter ohne jede Begründung über jeden Menschen in dieser Republik alle persönlich sensiblen Daten einholen zu lassen. (Abg. Murauer: "Ohne Begründung" – das stimmt nicht! – Weiterer Widerspruch bei der ÖVP), und das sind zwei Minister – der Sozialminister und der Verteidigungsminister –, die nichts dabei finden, wenn die Freunde ihrer Partei illegale Einbrüche in genau diese Datenbestände organisieren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Mag. Haupt! Auch in anderer Hinsicht haben Sie ein sensibles Ressort übernommen: Sie sind Chef der Aufsichtsbehörde über einen der sensibelsten Datenbereiche dieser Republik, nämlich die Sozialversicherungsdaten. Ich frage mich wirklich: Was gedenken Sie im Bereich Sozialversicherungsdaten und was gedenkt der Herr Verteidigungsminister im Bereich der gesamten Bundesdaten in Zukunft zu unternehmen? – Der Verteidigungsminister ist auf Grund der beiden neuen Überwachungsstaat-Gesetze befugt, von den Gemeinden über die Kammern, über die Krankenhäuser, über die Sozialversicherungsanstalten, über die Finanzämter ohne jede Begründung über jeden Menschen in dieser Republik alle persönlich sensiblen Daten einholen zu lassen. (Abg. Murauer: "Ohne Begründung" – das stimmt nicht! – Weiterer Widerspruch bei der ÖVP), und das sind zwei Minister – der Sozialminister und der Verteidigungsminister –, die nichts dabei finden, wenn die Freunde ihrer Partei illegale Einbrüche in genau diese Datenbestände organisieren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Hohn und Spott ist alles, was Sie zu bieten haben!
Aber bei Frau Sickl ist doch noch etwas dazugekommen, und Sie konnten oder wollten es nicht sagen: Die Frau Sozialministerin ist gescheitert, ist politisch und sachlich gescheitert. Sie konnten nicht angeben, was sich jetzt ändern wird. Sie haben eine gefährliche Drohung ausgestoßen: Alles wird so weitergehen wie unter Sickl. – Bitte nehmen Sie das zurück! Bitte versprechen Sie diesem Haus und allen betroffenen Menschen in der Republik Österreich: Nein, es wird ganz anders, nein, wir hören auf mit der Sickl-Politik! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Hohn und Spott ist alles, was Sie zu bieten haben!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn es der Freiheitlichen Partei um Rufmord gegangen ist – und das war ihr Mittel der politischen Auseinandersetzung –, dann war Rechtsanwalt Dr. Böhmdorfer der gerichtliche Exekutor dieser Politik. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Der Redner hält Vergrößerungskopien von Fotos in die Höhe, auf denen die Augen der Abgebildeten mit schwarzen Querbalken versehen wurden. – Ironische Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Justizminister Böhmdorfer! Sehen so Passfotos aus? (Der Redner hält Vergrößerungskopien von Fotos in die Höhe, auf denen die Augen der Abgebildeten mit schwarzen Querbalken versehen wurden. – Ironische Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) Ich frage Sie: Wie sieht das neue freiheitliche Passwesen unter Dr. Böhmdorfer aus? Schaut das so aus, dass ein Antragsteller für einen neuen Reisepass erst einmal festgenommen wird, dann frontal und von der Seite fotografiert, erkennungsdienstlich behandelt, dann auf freien Fuß gesetzt wird und dann mit der Unterschrift "Dr. Böhmdorfer" oder "Dr. Haider" – wenn es gerade gefällt – einen Reisepass bekommt? Ich bin froh, dass Sie als Justizminister zumindest nicht für das Passwesen zuständig sind. Es ist schon schlimm genug, dass Sie für die Justiz dieser Republik verantwortlich sind! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Justizminister Böhmdorfer! Sehen so Passfotos aus? (Der Redner hält Vergrößerungskopien von Fotos in die Höhe, auf denen die Augen der Abgebildeten mit schwarzen Querbalken versehen wurden. – Ironische Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) Ich frage Sie: Wie sieht das neue freiheitliche Passwesen unter Dr. Böhmdorfer aus? Schaut das so aus, dass ein Antragsteller für einen neuen Reisepass erst einmal festgenommen wird, dann frontal und von der Seite fotografiert, erkennungsdienstlich behandelt, dann auf freien Fuß gesetzt wird und dann mit der Unterschrift "Dr. Böhmdorfer" oder "Dr. Haider" – wenn es gerade gefällt – einen Reisepass bekommt? Ich bin froh, dass Sie als Justizminister zumindest nicht für das Passwesen zuständig sind. Es ist schon schlimm genug, dass Sie für die Justiz dieser Republik verantwortlich sind! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das, Herr Dr. Böhmdorfer, ist politische Freunderlwirtschaft an der Spitze des Ressorts! Und das ist wohl das Schlechteste, was man über einen Justizminister sagen kann. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das ist der Grund, Herr Dr. Böhmdorfer, warum nicht nur wir Grünen und nicht nur Sozialdemokraten, sondern führende Vertreter und Vertreterinnen der unabhängigen Justiz heute sagen, dass es einerseits möglich ist, dass es bereits demnächst Strafverfahren gegen Sie geben wird, aber Sie andererseits zumindest dem zuvorkommen sollten. Herr Dr. Böhmdorfer! Nicht die Justiz steht im Zwielicht, nicht die Staatsanwälte, die Richterinnen und die Richter stehen im Zwielicht, sondern im Zwielicht stehen einzig und allein Sie als Bundesminister für Justiz! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Es gibt aber noch viel mehr als die Spitzelaffäre! Was sagen Sie denn dazu, dass freiheitliche Politiker heute bereits das Regierungsübereinkommen brechen und sagen: Wir machen die Osterweiterung zum Gegenstand einer Volksbefragung oder Volksabstimmung!? Ja gelten Ihre Versprechen gegenüber Europa nicht mehr? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Ist Koalitionsbruch, ist Bruch des Regierungübereinkommens plötzlich ein Kavaliersdelikt? Sind Sie bereit, die Osterweiterung aufs Spiel zu setzen, nur damit Sie von Haiders Gnaden weiterhin Bundeskanzler sein können? Sind Sie bereit, das alles zu riskieren und aufs Spiel zu setzen?!
Abg. Haller: Träumer!
Ich sage Ihnen Folgendes, Herr Dr. Schüssel: Es wäre höchst an der Zeit, dass Sie zur Kenntnis nehmen, dass die Freiheitliche Partei nicht in Schwierigkeiten ist, sondern am Rande eines politischen Konkurses steht (Abg. Haller: Träumer!), und zwar deshalb, weil sie die "kleinen Menschen" – die so genannten kleinen Menschen – mit ihren Angriffen auf die soziale Sicherheit im Stich gelassen hat und damit ihr erstes wichtiges Versprechen gebrochen hat, das da lautete: Wir sind für euch da!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Dr. Schüssel! Sie werden sich entscheiden müssen, ob Sie der Konkursverwalter der Freiheitlichen Partei werden – oder noch einmal ernsthaft versuchen, als Bundeskanzler der Republik diesen Kurs zu ändern! – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Der Bundeskanzler hat damit angefangen!
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Vizekanzlerin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Herr Dr. Gusenbauer, es geht heute, jetzt, in dieser Debatte, nicht um den Missbrauch von geschützten Daten. (Abg. Dr. Gusenbauer: Der Bundeskanzler hat damit angefangen!) Wir diskutieren jetzt darüber, was wir in der Wirtschafts- und Sozialpolitik verändern wollen, und ich bin der Meinung – und ich bedauere das –, dass Sie, Herr Dr. Gusenbauer, dazu nichts zu sagen hatten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Ist Ihnen aufgefallen, dass der Herr Bundeskanzler dieses Thema eingebracht hat?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Ist Ihnen aufgefallen, dass der Herr Bundeskanzler dieses Thema eingebracht hat?
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Vizekanzlerin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Herr Dr. Gusenbauer, es geht heute, jetzt, in dieser Debatte, nicht um den Missbrauch von geschützten Daten. (Abg. Dr. Gusenbauer: Der Bundeskanzler hat damit angefangen!) Wir diskutieren jetzt darüber, was wir in der Wirtschafts- und Sozialpolitik verändern wollen, und ich bin der Meinung – und ich bedauere das –, dass Sie, Herr Dr. Gusenbauer, dazu nichts zu sagen hatten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Ist Ihnen aufgefallen, dass der Herr Bundeskanzler dieses Thema eingebracht hat?)
Abg. Dr. Gusenbauer: Haben Sie dem Bundeskanzler auch zugehört?
Sie haben sich in keinem einzigen Punkt mit dem Programm des neuen Sozialministers auseinander gesetzt. Sie haben – ich habe Ihnen aufmerksam zugehört, Herr Dr. Gusenbauer (Abg. Dr. Gusenbauer: Haben Sie dem Bundeskanzler auch zugehört?) – über die Vergangenheit geredet, aber nicht über die Zukunft. Doch uns, Herr Dr. Gusenbauer, geht es heute um die Zukunft der Sozialpolitik in Österreich. Eine Stellungnahme Ihrerseits dazu hätte ich mir schon erwartet. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie haben sich in keinem einzigen Punkt mit dem Programm des neuen Sozialministers auseinander gesetzt. Sie haben – ich habe Ihnen aufmerksam zugehört, Herr Dr. Gusenbauer (Abg. Dr. Gusenbauer: Haben Sie dem Bundeskanzler auch zugehört?) – über die Vergangenheit geredet, aber nicht über die Zukunft. Doch uns, Herr Dr. Gusenbauer, geht es heute um die Zukunft der Sozialpolitik in Österreich. Eine Stellungnahme Ihrerseits dazu hätte ich mir schon erwartet. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Haben Sie dem Bundeskanzler zugehört?
Aber wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass Sie dazu eben nichts sagen können oder nichts sagen wollen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Haben Sie dem Bundeskanzler zugehört?) Ich komme dann noch zu einem anderen wichtigen Punkt, den Sie erwähnt haben.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es gibt keinen Computer in den Ministerien, der diesen Zugang ermöglichen würde. Wenn ich Ihnen auch nicht unterstelle, dass Sie keine weiße Weste haben, so muss ich doch sagen, dass das, was Sie hier gesagt haben, den Verdacht erhärtet, dass auch Sie eben keine weiße Weste in dieser ganzen Sache haben. Ich möchte Ihnen nicht das wünschen, was Sie anderen Politikern gewünscht haben, aber Sie sollten in sich gehen und nicht Unwahrheiten verbreiten und die Menschen in der Öffentlichkeit verunsichern, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Regierungsarbeit der vergangenen neun Monate, Herr Dr. Gusenbauer, ist von der österreichischen Bevölkerung positiv bewertet worden. Umfragen beweisen dies sehr eindeutig: Die überwiegende Mehrheit ist mit dem Abbau der Verschuldung, den diese österreichische Bundesregierung in Angriff genommen hat, einverstanden, ja sie wünscht das sogar, meine Damen und Herren. Wir stehen dazu, und wir begrüßen es, dass das Budgetdefizit im kommenden Jahr mehr als halbiert wird und dass wir in zwei Jahren ein Nulldefizit – also keine Neuverschuldung! – in Österreich haben werden, sodass die österreichische Jugend, die österreichische Bevölkerung nicht mit neuen Schulden durch den Staat belastet wird. Das ist ein ganz wichtiger Fortschritt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wittmann: Die Wende rückwärts!
Herr Dr. Gusenbauer! Sie haben einen wichtigen Satz geprägt, den ich unterstreichen möchte. Sie haben gesagt: Wir brauchen eine Wende in Österreich! – Jawohl, wir brauchten eine Wende, und diese Wende in der Wirtschafts- und Sozialpolitik ist im Februar dieses Jahres eingetreten. Sie ist schon eingetreten, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wittmann: Die Wende rückwärts!)
Abg. Sophie Bauer: Sie waren mit in der Regierung!
Es ist eine grundsätzliche Wende bei der Sicherung der Pensionen eingetreten. Erinnern Sie sich daran, was bisher im Rahmen von Pensionsreformen gemacht worden ist? Beinahe alle Pensionsreformen haben eine Kürzung der Pensionen für Neuanträge zur Folge gehabt. Sie haben Abschläge für die Pensionen eingeführt. (Abg. Sophie Bauer: Sie waren mit in der Regierung!) – Wir waren mit dabei, aber die Vorschläge bezüglich der Abschläge kamen von Ihnen. (Abg. Dr. Mertel: Feurstein, der Schläfer! 14 Jahre geschlafen!)
Abg. Dr. Mertel: Feurstein, der Schläfer! 14 Jahre geschlafen!
Es ist eine grundsätzliche Wende bei der Sicherung der Pensionen eingetreten. Erinnern Sie sich daran, was bisher im Rahmen von Pensionsreformen gemacht worden ist? Beinahe alle Pensionsreformen haben eine Kürzung der Pensionen für Neuanträge zur Folge gehabt. Sie haben Abschläge für die Pensionen eingeführt. (Abg. Sophie Bauer: Sie waren mit in der Regierung!) – Wir waren mit dabei, aber die Vorschläge bezüglich der Abschläge kamen von Ihnen. (Abg. Dr. Mertel: Feurstein, der Schläfer! 14 Jahre geschlafen!)
Abg. Sophie Bauer: 14 Jahre lang sind Sie schon mitverantwortlich!
Meine Damen und Herren! Wir haben jetzt eine Pensionsreform ohne Abschläge, ohne neue Abschläge bei der Pensionsgewährung. Für denjenigen, der in die Pension eintritt, gelten die bisherigen Abschläge, aber es kommen keine neuen Abschläge hinzu (Abg. Sophie Bauer: 14 Jahre lang sind Sie schon mitverantwortlich!), und das müssen auch Sie von der SPÖ zur Kenntnis nehmen. (Abg. Sophie Bauer: Wir hatten ja keine Alleinregierung, oder?) – Ja, Sie haben lange Zeit eine Alleinregierung geführt, und es kam zur Erhöhung von Pensionsbeiträgen, und Sie waren allein verantwortlich, als verschiedene Verschlechterungen – und Sie wissen das ganz genau – vorgenommen worden sind.
Abg. Sophie Bauer: Wir hatten ja keine Alleinregierung, oder?
Meine Damen und Herren! Wir haben jetzt eine Pensionsreform ohne Abschläge, ohne neue Abschläge bei der Pensionsgewährung. Für denjenigen, der in die Pension eintritt, gelten die bisherigen Abschläge, aber es kommen keine neuen Abschläge hinzu (Abg. Sophie Bauer: 14 Jahre lang sind Sie schon mitverantwortlich!), und das müssen auch Sie von der SPÖ zur Kenntnis nehmen. (Abg. Sophie Bauer: Wir hatten ja keine Alleinregierung, oder?) – Ja, Sie haben lange Zeit eine Alleinregierung geführt, und es kam zur Erhöhung von Pensionsbeiträgen, und Sie waren allein verantwortlich, als verschiedene Verschlechterungen – und Sie wissen das ganz genau – vorgenommen worden sind.
Abg. Reitsamer: Wir haben nichts mehr, aber das haben wir dafür sicher!
Meine Damen und Herren! Ich zitiere jetzt aus dem Gutachten der Pensionskommission, die vor einer Woche Folgendes festgestellt hat: Für die Jahre bis 2005 wird eine deutliche Abschwächung der Zuwachsrate bei allen Pensionen erwartet. Es wird darin weiter ausgeführt, dass der Anteil, der aus Bundesmitteln zugeschossen wird, sinken wird, und das bedeutet, dass die Pensionsfinanzierung durch die beschlossene Pensionsreform 2000 sicherer geworden ist. Die Pensionsfinanzierung ist sicherer geworden (Abg. Reitsamer: Wir haben nichts mehr, aber das haben wir dafür sicher!), und zwar in einem Ausmaß, wie man sich das ursprünglich hätte gar nicht vorstellen können, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich zitiere jetzt aus dem Gutachten der Pensionskommission, die vor einer Woche Folgendes festgestellt hat: Für die Jahre bis 2005 wird eine deutliche Abschwächung der Zuwachsrate bei allen Pensionen erwartet. Es wird darin weiter ausgeführt, dass der Anteil, der aus Bundesmitteln zugeschossen wird, sinken wird, und das bedeutet, dass die Pensionsfinanzierung durch die beschlossene Pensionsreform 2000 sicherer geworden ist. Die Pensionsfinanzierung ist sicherer geworden (Abg. Reitsamer: Wir haben nichts mehr, aber das haben wir dafür sicher!), und zwar in einem Ausmaß, wie man sich das ursprünglich hätte gar nicht vorstellen können, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Arbeitslosenrate hat einen Tiefstand erreicht; das ist bereits erwähnt worden. Wenn heute ein junger Mensch sagt, er brauche einen Arbeitsplatz, dann können wir ihm zwar keinen "Wunscharbeitsplatz" anbieten, aber wir können ihm sagen: Jawohl, es gibt eine Beschäftigung, du kannst arbeiten! Und das ist entscheidend, meine Damen und Herren: dass man jungen Menschen sagen kann, dass sie nicht arbeitslos bleiben müssen, sondern die Chance haben, zu arbeiten. Die Situation hat sich in dieser Hinsicht deutlich verbessert, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Bei den Ärmsten!
Natürlich ist es für eine Sozialministerin nicht angenehm – wie das in den vergangenen Monaten nun einmal der Fall war –, eben auch zur Konsolidierung des Budgetdefizits, zum Abbau der Schulden beitragen zu müssen. Aber bei einem Volumen von 600 Milliarden Schilling, die wir für Pensionen, für Pflegegeld, für Arbeitslosenzahlungen, für Kranken- und Unfallversicherung, für Familienunterstützungen ausgeben, besteht auch die Notwendigkeit, zu überprüfen, wo man im Bereich der Sozialpolitik etwas verändern kann. (Abg. Bures: Bei den Ärmsten!) – Ich komme gleich zu Ihrem Argument, dass es die Ärmsten treffen würde.
Abg. Sophie Bauer: Sie waren ja selbst 14 Jahre lang in der Regierung!
Meine Damen und Herren! Die soziale Treffsicherheit ist ein Thema, das wir diskutieren müssen. An diesem Thema kommen wir nicht vorbei, und ich bin froh darüber, dass sich frühere Sozialminister diesem Thema nie verschlossen haben, aber Sie von der SPÖ verschließen sich momentan diesem Thema ganz grundsätzlich. (Abg. Sophie Bauer: Sie waren ja selbst 14 Jahre lang in der Regierung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was geschieht? – Ich nenne Ihnen zwei Beispiele. Erstes Beispiel: Arbeitslosengeld. Das Arbeitslosengeld für Personen, die weniger als 8 300 S Arbeitslosengeld haben – das sind Personen, die in der Erwerbstätigkeit rund 10 000 S und weniger verdient haben – wird erhöht, meine Damen und Herren. Doch Sie sagen, dass man für die Ärmsten nichts tut. Wahr ist: Das Arbeitslosengeld für Bezieher niedriger Einkommen wird angehoben. Das ist unbestritten, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Das ist richtig! – Abg. Reitsamer: Von ihrer eigenen Partei!
Die scheidende Sozialministerin ist von Ihnen nicht sehr vornehm behandelt worden; das muss einmal gesagt werden. (Abg. Dr. Khol: Das ist richtig! – Abg. Reitsamer: Von ihrer eigenen Partei!) Sie haben sie nicht sehr vornehm behandelt. (Abg. Dr. Wittmann: Sie wurde von der eigenen Partei geopfert!) Sie haben sie am ersten Tag, als sie sich hier vorgestellt hat, mit einer Dringlichen Anfrage konfrontiert. Sie haben sie, wenn ich mich richtig erinnere, mit 70 bis 80 Anfragen bombardiert.
Abg. Dr. Wittmann: Sie wurde von der eigenen Partei geopfert!
Die scheidende Sozialministerin ist von Ihnen nicht sehr vornehm behandelt worden; das muss einmal gesagt werden. (Abg. Dr. Khol: Das ist richtig! – Abg. Reitsamer: Von ihrer eigenen Partei!) Sie haben sie nicht sehr vornehm behandelt. (Abg. Dr. Wittmann: Sie wurde von der eigenen Partei geopfert!) Sie haben sie am ersten Tag, als sie sich hier vorgestellt hat, mit einer Dringlichen Anfrage konfrontiert. Sie haben sie, wenn ich mich richtig erinnere, mit 70 bis 80 Anfragen bombardiert.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.
Meine Damen und Herren! Ich bin überzeugt davon, dass in einigen Monaten das Werk der Frau Sozialministerin anders beurteilt wird, als das in den vergangenen Wochen seitens der Medien geschehen ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann. ) – Ja, wir haben die Wende eingeleitet, Herr Dr. Wittmann, gemeinsam mit der Frau Sozialministerin, und wir sind stolz darauf, dass uns das gelungen ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich bin überzeugt davon, dass in einigen Monaten das Werk der Frau Sozialministerin anders beurteilt wird, als das in den vergangenen Wochen seitens der Medien geschehen ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann. ) – Ja, wir haben die Wende eingeleitet, Herr Dr. Wittmann, gemeinsam mit der Frau Sozialministerin, und wir sind stolz darauf, dass uns das gelungen ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Auf den neuen Sozialminister wartet zweifellos eine Reihe wichtiger Aufgaben, wie zum Beispiel im Bereich der Gesundheitspolitik, die bereits genannt worden ist. Wir haben im Bereich der Gesundheitspolitik zweifellos wichtige Entscheidungen zu fällen, die auch eine Wende herbeiführen müssen, eine Wende dahin gehend, dass – ähnlich wie bei den Pensionen – auch das Krank-Sein für niemanden eine Gefahr sein muss, dass wir der Zwei-Klassen-Medizin, wie sie in anderen Ländern bereits praktiziert wird, eindeutig entgegentreten. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Anliegen der Behinderten sind ein Thema, dem sich unser Sozialminister in besonderer Weise schon in der Vergangenheit verschrieben hat. Er ist immer wieder für die Behinderten eingetreten. Ich bin überzeugt davon, dass Lösungen gefunden werden und dass diese "Behinderten-Milliarde", die die Bundesregierung für die Behindertenpolitik zur Verfügung stellt, sinnvoll eingesetzt wird, damit behinderte Menschen, die arbeiten wollen, auch die Möglichkeit erhalten, zu arbeiten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
So schätzen wir Mag. Herbert Haupt als neuen Sozialminister und wünschen ihm gutes Gelingen bei der Durchführung seiner Vorhaben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Das hat er nicht gesagt!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mein Vorredner, Kollege Feurstein hat erklärt, der Bundesminister für Landesverteidigung habe keinen Zugriff auf sensible persönliche Daten, insbesondere im Bereich der Sozialversicherung. (Abg. Böhacker: Das hat er nicht gesagt!) – Das ist sachlich unrichtig!
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Ich habe den Bundesminister für Landesverteidigung in der diesbezüglichen Ausschusssitzung gefragt: Handelt es sich dabei um Gemeinden, um Finanzämter, um die Körperschaften der Sozialversicherung, um Krankenhäuser, um Stiftungen, um alle Ministerien, um Sozialämter, um Jugendämter und um Arbeiterkammern und Bundeswirtschaftskammern? (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) – Der Bundesminister für Landesverteidigung hat erklärt: Ja genau darum handelt es sich. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debattenbeitrag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debattenbeitrag!
Ich habe den Bundesminister für Landesverteidigung in der diesbezüglichen Ausschusssitzung gefragt: Handelt es sich dabei um Gemeinden, um Finanzämter, um die Körperschaften der Sozialversicherung, um Krankenhäuser, um Stiftungen, um alle Ministerien, um Sozialämter, um Jugendämter und um Arbeiterkammern und Bundeswirtschaftskammern? (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) – Der Bundesminister für Landesverteidigung hat erklärt: Ja genau darum handelt es sich. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debattenbeitrag!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Kollege Feurstein! Ich vertraue, obwohl ich gegen den Inhalt bin, dem Text des Gesetzes und der Auskunft des Bundesministers für Landesverteidigung. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Nein!
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Dr. Pilz! Sie haben mich persönlich angesprochen. (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Nein!) – Sie haben mich persönlich angesprochen. Ich bin persönlich betroffen, weil Sie behauptet haben, ich hätte hier etwas Unrichtiges, etwas Unwahres gesagt. (Abg. Schieder: Das ist keine persönliche Erwiderung!) Das hat mich schwer betroffen gemacht. Ich stelle fest: Es gibt keinen direkten Zugriff! Das habe ich behauptet! Es gibt keinen direkten Zugriff auf Daten der Sozialversicherung von Seiten eines Ministeriums. (Abg. Dr. Petrovic: Zur Geschäftsbehandlung! – Abg. Schieder: Das ist keine persönliche Erwiderung!)
Abg. Schieder: Das ist keine persönliche Erwiderung!
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Dr. Pilz! Sie haben mich persönlich angesprochen. (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Nein!) – Sie haben mich persönlich angesprochen. Ich bin persönlich betroffen, weil Sie behauptet haben, ich hätte hier etwas Unrichtiges, etwas Unwahres gesagt. (Abg. Schieder: Das ist keine persönliche Erwiderung!) Das hat mich schwer betroffen gemacht. Ich stelle fest: Es gibt keinen direkten Zugriff! Das habe ich behauptet! Es gibt keinen direkten Zugriff auf Daten der Sozialversicherung von Seiten eines Ministeriums. (Abg. Dr. Petrovic: Zur Geschäftsbehandlung! – Abg. Schieder: Das ist keine persönliche Erwiderung!)
Abg. Dr. Petrovic: Zur Geschäftsbehandlung! – Abg. Schieder: Das ist keine persönliche Erwiderung!
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Dr. Pilz! Sie haben mich persönlich angesprochen. (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Nein!) – Sie haben mich persönlich angesprochen. Ich bin persönlich betroffen, weil Sie behauptet haben, ich hätte hier etwas Unrichtiges, etwas Unwahres gesagt. (Abg. Schieder: Das ist keine persönliche Erwiderung!) Das hat mich schwer betroffen gemacht. Ich stelle fest: Es gibt keinen direkten Zugriff! Das habe ich behauptet! Es gibt keinen direkten Zugriff auf Daten der Sozialversicherung von Seiten eines Ministeriums. (Abg. Dr. Petrovic: Zur Geschäftsbehandlung! – Abg. Schieder: Das ist keine persönliche Erwiderung!)
Abg. Mag. Stoisits: Dazu muss er persönlich betroffen sein, Herr Präsident!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Herr Abgeordneter! Sie sind zu einer Erwiderung zu Wort gemeldet! (Abg. Mag. Stoisits: Dazu muss er persönlich betroffen sein, Herr Präsident!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (fortsetzend): Das ist richtig, und dabei bleibe ich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Direkten!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren von der Bundesregierung! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mein Vorredner hat behauptet, das Bundesministerium für Inneres und das Bundesministerium für Landesverteidigung hätten keinen Zugriff auf Sozialversicherungsdaten. (Rufe bei den Freiheitlichen: Direkten!) – Das ist nicht richtig, meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist schlichtweg falsch!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Richtig ist vielmehr, dass in Österreich mehrere tausend Personen Zugriff auf die über 90 Millionen Daten der Sozialversicherung haben. Richtig ist vielmehr, dass auf Grund eines Vertrages des Hauptverbandes mit dem BMI einzelne Beamte im Bereich der organisierten Kriminalität oder wo auch immer einen direkten Zugriff auf Sozialversicherungsdaten haben. Dies, meine sehr verehrten Damen und Herren, wurde in der Sitzung des Datenschutzrates bestätigt. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Frauen hier im Hohen Hause! Liebe Kolleginnen und Kollegen des Nationalrates! Wir sollten den Grundkonsens darüber finden, dass in unserer Republik, in unserem Land die Sozialpolitik und die Sicherheitspolitik die Grundfundamente sind, dass sich die Zukunft der Österreicherinnen und Österreicher aller Generationen gut und positiv entwickelt. Daher ist für mich die Sozialpolitik das wichtigste Fundament meines Ministeriums, weil nur eine gesunde Sozialpolitik, die alle Interessen der Menschen, angefangen vom Kleinkind bis zum Großpapa und von der Schülerin bis zur Oma, berücksichtigt, auf die sozialen Bedürfnisse dieser Menschen Bedacht nimmt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wer die Vergangenheit unserer Ersten Republik und unserer Zweiten Republik genau studiert hat, wird festgestellt haben, dass dann, wenn der soziale Frieden in Gefahr war, zuerst die Frauen dieses Landes die Notleidenden waren. Daher ist für mich und für diese Bundesregierung das Fundament eine ausgewogene Sozialpolitik. In Zukunft sollen in diesem Lande die Frauen die gleiche Stellung und damit mehr Anspruch auf Beteiligung in unserer Gesellschaft haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Bures: Bei Ihnen gibt es ein Zurück in die Sechziger!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin seit mehr als einem Jahrzehnt Angehöriger dieses Nationalrates, und ich weiß daher, welche Symbolkraft die Funktion einer Frauenministerin für die Frauen in Österreich und im Hinblick auf ihre Bemühungen in Richtung Gleichbehandlung und Gleichstellung in unserer Gesellschaft hat. Aber es ist mir auch bewusst, dass die Frauenpolitik der letzten Jahrzehnte eigentlich nur in einer kurzen Phase, nämlich von 1990 bis 1994, tatsächlich etwas erreichen konnte, was für mich immer das Wichtigste war: eine Verbesserung der Einkünfte der Frauen, eine Angleichung der Einkünfte der Frauen an jene der Männer und eine Verbesserung der Situationen der Frauen in der Pension. (Abg. Bures: Bei Ihnen gibt es ein Zurück in die Sechziger!) Das ist die Tatsache.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir sollten vielleicht zwei Lehren daraus ziehen: Die Frauen werden in diesem Lande erst dann vollständig in die Gesellschaft integriert sein und ihre beiden Wege, Karriereplanung ohne Partnerschaft oder Karriereplanung innerhalb der Familie, umsetzen können, wenn sie auch über die nötigen finanziellen Ressourcen verfügen. Erst dann werden sie die Lebensplanung für sich und für ihre Angehörigen in vollem Umfang umsetzen und bestimmen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die Problematik des Datenschutzes in Österreich, der seit der so genannten Spitzelaffäre nunmehr in der öffentlichen Diskussion steht, ist auch für mich als Sozialminister beunruhigend. Ich bin genauso wie alle Mitglieder dieser Bundesregierung daran interessiert, dass das, was derzeit in der österreichischen Öffentlichkeit diskutiert wird, umfassend, genau und rechtsstaatlich überprüft wird. Die Konsequenzen, die sich aus dieser Überprüfung für alle Ressorts dieser Bundesregierung ergeben, sind innerhalb dieser Bundesregierung unbestritten, und es wird ihnen Rechnung getragen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie alle, die mich in den letzten 14 Jahren im Parlament kennen gelernt haben, haben mir in Ihren Antworten auf meine Bestellung auch durchaus attestiert, dass ich immer für Rechtsstaatlichkeit und Fairness eingetreten bin. Diese meine Haltung wird sich auch in meiner neuen Position nicht ändern. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Sozialdemokratisch !
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Herr Minister, Verzeihung! Darf ich die Damen der sozialistischen Fraktion nach nunmehr sechs Minuten bitten, ihre Tafeln zu entfernen. – Der Herr Minister ist am Wort! (Ruf bei der SPÖ: Sozialdemokratisch !)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Aber bei der jetzigen Diskussion um den so genannten Datenklau wird offensichtlich sowohl von den Medien als auch von der Politik vergessen, dass alle, die in der Öffentlichkeit stehen, auch Familien haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Es ist für mich als Angehöriger dieser Bundesregierung, der für die Fragen der Familien zuständig ist, auch unerträglich, feststellen zu müssen, dass Menschen aus Übereifer oder aus sonstigen Beweggründen gegenüber Familienangehörigen auch prominenter Politiker, wie etwa des Landeshauptmannes von Kärnten, Pressionen ausüben. (Abg. Dr. Mertel: Eher umgekehrt!)
Abg. Dr. Mertel: Eher umgekehrt!
Sehr geehrte Damen und Herren! Aber bei der jetzigen Diskussion um den so genannten Datenklau wird offensichtlich sowohl von den Medien als auch von der Politik vergessen, dass alle, die in der Öffentlichkeit stehen, auch Familien haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Es ist für mich als Angehöriger dieser Bundesregierung, der für die Fragen der Familien zuständig ist, auch unerträglich, feststellen zu müssen, dass Menschen aus Übereifer oder aus sonstigen Beweggründen gegenüber Familienangehörigen auch prominenter Politiker, wie etwa des Landeshauptmannes von Kärnten, Pressionen ausüben. (Abg. Dr. Mertel: Eher umgekehrt!)
Abg. Dr. Mertel: Wie hat er die Familien angepatzt!
Herr Dr. Haider hat so wie jeder andere und auch so wie die beiden von Herrn Kollegen Gusenbauer in seiner Rede genannten sozialdemokratischen Innenminister das Recht auf Unschuldsvermutung. (Abg. Dr. Mertel: Wie hat er die Familien angepatzt!) Sehr geehrte Damen und Herren! Solange das Recht der Unschuldsvermutung für Dr. Haider gilt – ich habe keinen Zweifel daran, dass es zu Recht für ihn gilt –, so lange hat auch seine Familie den Schutz der Institutionen dieser Republik zu bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Dr. Haider hat so wie jeder andere und auch so wie die beiden von Herrn Kollegen Gusenbauer in seiner Rede genannten sozialdemokratischen Innenminister das Recht auf Unschuldsvermutung. (Abg. Dr. Mertel: Wie hat er die Familien angepatzt!) Sehr geehrte Damen und Herren! Solange das Recht der Unschuldsvermutung für Dr. Haider gilt – ich habe keinen Zweifel daran, dass es zu Recht für ihn gilt –, so lange hat auch seine Familie den Schutz der Institutionen dieser Republik zu bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Schieder: Sind Sie Innenminister?
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich appelliere an die auf die Verfassung dieses Staates vereidigten Bundesminister und Sie, werte Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat, mit denen ich 14 Jahre lang so manche auch harte Auseinandersetzung bestehen durfte (Abg. Schieder: Sind Sie Innenminister?): Vergessen wir nie, dass die Instrumente der Rechtsstaatlichkeit
Abg. Schieder: Jetzt ist Haupt Justizminister !
In diesem Sinne sollten wir, glaube ich, alle daran interessiert sein, den Datenschutz in dieser Republik zu verbessern. (Abg. Schieder: Jetzt ist Haupt Justizminister !) Es gibt für mich, Herr Kollege Schieder, keinen Zweifel daran, dass diese Bemühungen von allen, vom österreichischen Parlament, aber auch von allen Mitgliedern der Bundesregierung ernst genommen werden. (Abg. Schieder: Zur Landwirtschaft sagen Sie nichts?)
Abg. Schieder: Zur Landwirtschaft sagen Sie nichts?
In diesem Sinne sollten wir, glaube ich, alle daran interessiert sein, den Datenschutz in dieser Republik zu verbessern. (Abg. Schieder: Jetzt ist Haupt Justizminister !) Es gibt für mich, Herr Kollege Schieder, keinen Zweifel daran, dass diese Bemühungen von allen, vom österreichischen Parlament, aber auch von allen Mitgliedern der Bundesregierung ernst genommen werden. (Abg. Schieder: Zur Landwirtschaft sagen Sie nichts?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich darf mich nunmehr aber wieder jenen Bereichen zuwenden, die der eigentliche Diskussionsgrund dieser heutigen Sitzung sind. Ich darf mich zunächst bei Frau Bundesministerin Sickl herzlichst dafür bedanken, dass sie in ihrer Amtszeit die Pensionsreform umgesetzt hat. Es war dies ein schwieriges Thema, es war dies für viele in der österreichischen Bevölkerung ein Thema, das für sie schmerzlich war, weil damit in ihre direkte und umfassende Lebensplanung eingegriffen wurde und dort Veränderungen eingetreten sind. Ich glaube aber – die Bemerkung des Herrn Bundeskanzlers ist da voll zu unterstreichen –, dass diese Bundesregierung damit erreicht hat, dass die notwendigen Reformen der Jahre 1995 und 1997, die damals unterblieben sind, endlich implementiert worden sind und dass damit die Pensionen für diese Legislaturperiode – ich gehe in Kenntnis der Zahlen, die mir als Parlamentarier zugekommen sind, davon aus –, aber auch über diese Legislaturperiode hinaus gesichert sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Kollege Feurstein hat hier vom Rednerpult aus anklingen lassen, dass es im Bereiche des Arbeitsrechtes und im Bereiche der Arbeitslosenunterstützung für Saisonarbeiter eine deutliche Verbesserung geben soll und muss. Als Sozialminister schließe ich mich dieser Meinung an, Herr Kollege Feurstein! Wir alle wissen, dass wir heute Nachmittag um 17 Uhr die nächste Verhandlungsrunde – unter Einbeziehung der Sozialpartner – haben, und ich bin guten Mutes, dass schlussendlich gemeinsam mit Herrn Kollegen Dr. Bartenstein eine Lösung auf den Tisch kommen wird, die die Interessen der gesamten Bevölkerung in diesem Staat so berücksichtigen wird, dass wir von sozial ausgewogenen Regelungen in diesem Bereiche reden können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Taferl hat man auch nicht vereinbart!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Herr Bundesminister! Wir haben in der Präsidiale eine Redezeit von 15 Minuten vereinbart. Ich bitte Sie, zum Schluss Ihrer Ausführung zu kommen. – Danke sehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Taferl hat man auch nicht vereinbart!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich biete Ihnen für die Legislaturperiode ein faire, umfassende Information und eine faire und umfassende Zusammenarbeit meines Ressorts an, so wie wir es in der Vergangenheit gewohnt waren. Ich ersuche Sie im Interesse des sozialen Friedens in diesem Staat, dieses faire Angebot zu nutzen, denn – und ich bin überzeugt davon – nur in einem sozial friedlichen Österreich werden wir alle unsere Vorstellungen zur Verbesserung der Welt für morgen und übermorgen umsetzen können. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Alle weiblichen Abgeordneten der SPÖ tragen Hosenanzug und Krawatte. – Abg. Haigermoser: Sind die Krawatten auch aus dem Fundus von Edlinger? – Abg. Ing. Westenthaler: Der Pleitegeier ist auf den Krawatten!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Edlinger. Redezeitbeschränkung: 10 Minuten. – Bitte. (Alle weiblichen Abgeordneten der SPÖ tragen Hosenanzug und Krawatte. – Abg. Haigermoser: Sind die Krawatten auch aus dem Fundus von Edlinger? – Abg. Ing. Westenthaler: Der Pleitegeier ist auf den Krawatten!)
Abg. Gaugg spricht mit dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Mag. Haupt. – Abg. Sophie Bauer: Hören Sie ihm wenigstens ein bisschen zu!
Ich glaube, dass die Sozialpolitik in der Tat die meisten Menschen interessiert. Ich habe darauf hingewiesen, und zwar erst vorige Woche, dass nicht nur die höchste Steuerquote eine sehr unsoziale Angelegenheit ist (Abg. Gaugg spricht mit dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Mag. Haupt. – Abg. Sophie Bauer: Hören Sie ihm wenigstens ein bisschen zu!), sondern dass auch das Prinzip der sozialen Treffsicherheit von dieser Bundesregierung missverstanden wird, denn es geht aus Sicht der Regierung offensichtlich nicht darum, sozial gerecht
Abg. Huber: Der Minister hört nicht einmal zu! Es interessiert ihn nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Piep, piep, piep, piep, piep!
Sehr geehrter Herr Sozialminister! (Abg. Huber: Der Minister hört nicht einmal zu! Es interessiert ihn nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Piep, piep, piep, piep, piep!) Sie haben gesagt, der Dialog ist wichtig. Im Bereich des Dialoges hat die österreichische Sozialpartnerschaft eine große Tradition. Es wäre nützlich gewesen, von Ihnen zu erfahren, ob auch Sie der Sozialpartnerschaft jenen Stellenwert beimessen, der ihr gebührt.
Abg. Dietachmayr: Uns auch! – Beifall bei der SPÖ.
Herr Sozialminister! Wie halten Sie es mit den Arbeiterkammern, mit den Gewerkschaften und mit den Sozialversicherungen? Ist es in der Tat so, dass Sie deshalb die Beiträge zur Kammer kürzen, weil Sie ohnehin besser wissen, was Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wollen? Heißt das Motto: Weg mit der überbetrieblichen Mitbestimmung, weg mit der Pflichtversicherung!, wenn es nach ÖVP und FPÖ geht? – Die Antworten auf diese Fragen hätten mich, sehr geehrter Herr Sozialminister, sehr interessiert. (Abg. Dietachmayr: Uns auch! – Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Dr. Feurstein! An Abschläge kann überhaupt nur jemand denken, der sich nicht vorstellen kann, wie man mit einer Pension von 12 000 S bis 13 000 S auskommen muss! (Beifall bei der SPÖ.) Diesen Pensionisten wollen Sie 15 Prozent wegnehmen!? Das ist sozial schändlich und wäre von mir sicherlich nicht mitgetragen worden! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension? Wie hoch ist Ihre Pension? Herr Kollege Edlinger, wie hoch ist Ihre Pension? Haben Sie 12 000 S? – Abg. Mag. Trattner: Wie hoch ist Ihre Pension?)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension? Wie hoch ist Ihre Pension? Herr Kollege Edlinger, wie hoch ist Ihre Pension? Haben Sie 12 000 S? – Abg. Mag. Trattner: Wie hoch ist Ihre Pension?
Sehr geehrter Herr Dr. Feurstein! An Abschläge kann überhaupt nur jemand denken, der sich nicht vorstellen kann, wie man mit einer Pension von 12 000 S bis 13 000 S auskommen muss! (Beifall bei der SPÖ.) Diesen Pensionisten wollen Sie 15 Prozent wegnehmen!? Das ist sozial schändlich und wäre von mir sicherlich nicht mitgetragen worden! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension? Wie hoch ist Ihre Pension? Herr Kollege Edlinger, wie hoch ist Ihre Pension? Haben Sie 12 000 S? – Abg. Mag. Trattner: Wie hoch ist Ihre Pension?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension? 200 000, Herr Edlinger? Haben Sie 200 000 S Pension?
Herr Sozialminister! Wie halten Sie es mit der Kürzung der Unfallpensionen durch die Einbeziehung in das Steuersystem? – Ich hoffe, dass Sie heute Nachmittag auf das Vorhaben verzichten werden (Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension? 200 000, Herr Edlinger? Haben Sie 200 000 S Pension?), dass ein arbeitslos gewordener Bauarbeiter vier Wochen kein Geld bekommt und dann seinen Kindern sagen muss: Ihr müsst bis am nächsten Ersten warten, bis ich diese oder jene Anschaffung machen kann! (Abg. Mag. Trattner: Kommen Sie aus mit 200 000 S? – Abg. Ing. Westenthaler: 200 000 S Pension!) Ich bin neugierig, ob Sie jenes soziale Gewissen an den Tag legen, das Sie hier zumindest angedeutet haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Petrovic: Wir haben es schon gehört! Sie brauchen es nicht zu wiederholen!)
Abg. Mag. Trattner: Kommen Sie aus mit 200 000 S? – Abg. Ing. Westenthaler: 200 000 S Pension!
Herr Sozialminister! Wie halten Sie es mit der Kürzung der Unfallpensionen durch die Einbeziehung in das Steuersystem? – Ich hoffe, dass Sie heute Nachmittag auf das Vorhaben verzichten werden (Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension? 200 000, Herr Edlinger? Haben Sie 200 000 S Pension?), dass ein arbeitslos gewordener Bauarbeiter vier Wochen kein Geld bekommt und dann seinen Kindern sagen muss: Ihr müsst bis am nächsten Ersten warten, bis ich diese oder jene Anschaffung machen kann! (Abg. Mag. Trattner: Kommen Sie aus mit 200 000 S? – Abg. Ing. Westenthaler: 200 000 S Pension!) Ich bin neugierig, ob Sie jenes soziale Gewissen an den Tag legen, das Sie hier zumindest angedeutet haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Petrovic: Wir haben es schon gehört! Sie brauchen es nicht zu wiederholen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Petrovic: Wir haben es schon gehört! Sie brauchen es nicht zu wiederholen!
Herr Sozialminister! Wie halten Sie es mit der Kürzung der Unfallpensionen durch die Einbeziehung in das Steuersystem? – Ich hoffe, dass Sie heute Nachmittag auf das Vorhaben verzichten werden (Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension? 200 000, Herr Edlinger? Haben Sie 200 000 S Pension?), dass ein arbeitslos gewordener Bauarbeiter vier Wochen kein Geld bekommt und dann seinen Kindern sagen muss: Ihr müsst bis am nächsten Ersten warten, bis ich diese oder jene Anschaffung machen kann! (Abg. Mag. Trattner: Kommen Sie aus mit 200 000 S? – Abg. Ing. Westenthaler: 200 000 S Pension!) Ich bin neugierig, ob Sie jenes soziale Gewissen an den Tag legen, das Sie hier zumindest angedeutet haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Petrovic: Wir haben es schon gehört! Sie brauchen es nicht zu wiederholen!)
Abg. Ing. Westenthaler: 200 000 S Pension! 200 000 S kassiert er! Abkassierer!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Interessant war, dass der Herr Minister seiner Funktion als Frauenministerin einen viel breiteren Raum gewidmet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: 200 000 S Pension! 200 000 S kassiert er! Abkassierer!) Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie in diesem Lande Frauenministerin sind, und es ist in der Tat so, dass manche in der überkommenen Form meinen, der Mann sei das Oberhaupt der Familie.
Abg. Ing. Westenthaler: Pensionsmillionär!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte mir als Mann kein Urteil anmaßen, das werden die Frauen in unserem Staate zu beurteilen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Pensionsmillionär!)
Zwischenruf des Abg. Jung.
Meine Damen und Herren! Es ist interessant, dass auch von Ihnen im Rahmen dieser Debatte ganz besonderes Augenmerk auf die Spitzelaffäre gerichtet worden ist. Es ist auch interessant, dass Herr Westenthaler – ich habe notiert, was er gesagt hat – in militärischer Form in den Medien gemeint hat, er hole zu einem "ultimativen Gegenschlag" aus. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Das war ein Rundumschlag mit unsachlichen und in keiner Weise mit der Sache im Zusammenhang stehenden Argumenten, der dazu diente, von der Hauptsache abzulenken. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat euch nicht gefallen! Das war ein Volltreffer! Volltreffer!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat euch nicht gefallen! Das war ein Volltreffer! Volltreffer!
Meine Damen und Herren! Es ist interessant, dass auch von Ihnen im Rahmen dieser Debatte ganz besonderes Augenmerk auf die Spitzelaffäre gerichtet worden ist. Es ist auch interessant, dass Herr Westenthaler – ich habe notiert, was er gesagt hat – in militärischer Form in den Medien gemeint hat, er hole zu einem "ultimativen Gegenschlag" aus. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Das war ein Rundumschlag mit unsachlichen und in keiner Weise mit der Sache im Zusammenhang stehenden Argumenten, der dazu diente, von der Hauptsache abzulenken. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat euch nicht gefallen! Das war ein Volltreffer! Volltreffer!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sozialistische Innenministerium!
Tagtäglich, meine sehr verehrten Damen und Herren, tauchen neue Hinweise auf, dass die FPÖ innerhalb der österreichischen Polizei ein Spitzelnetz aufgebaut hat, um damit politische Gegner, aber auch unbescholtene Bürger zu überwachen. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sozialistische Innenministerium!) Tag für Tag verdichten sich die Hinweise, dass die FPÖ damit den schwersten politischen Anschlag auf unsere Demokratie, ihr Recht und ihre Grundwerte verübt hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben? Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben? Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?
Tagtäglich, meine sehr verehrten Damen und Herren, tauchen neue Hinweise auf, dass die FPÖ innerhalb der österreichischen Polizei ein Spitzelnetz aufgebaut hat, um damit politische Gegner, aber auch unbescholtene Bürger zu überwachen. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sozialistische Innenministerium!) Tag für Tag verdichten sich die Hinweise, dass die FPÖ damit den schwersten politischen Anschlag auf unsere Demokratie, ihr Recht und ihre Grundwerte verübt hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben? Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen den Satz aufgeschrieben? – Abkassierer! Pleitegeier! Sozialistischer Pleitegeier! Pleitegeier!
Es verdichten sich tagtäglich die Hinweise, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass das systematische Bespitzeln politischer Gegner und anderer Staatsbürger nicht nur mit dem Wissen, sondern – das ist besonders verwerflich – im Auftrag der Spitze der Freiheitlichen Partei getätigt worden ist. Das muss man der Öffentlichkeit in aller Deutlichkeit sagen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen den Satz aufgeschrieben? – Abkassierer! Pleitegeier! Sozialistischer Pleitegeier! Pleitegeier!)
Abg. Ing. Westenthaler: Einem! Löschnak! Kessler! Schlögl!
Nicht gegen sozialdemokratische Innenminister wird vorerhoben, sondern gegen einen Herrn Haider, gegen einen Herrn Kabas, gegen einen Herrn Kreißl. Spitzenfunktionäre Ihrer Partei sind in eine Angelegenheit verwickelt, die in höchstem Maße aufklärungsbedürftig ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Einem! Löschnak! Kessler! Schlögl!)
Abg. Ing. Westenthaler: Einem!
Der Bundeskanzler weiß dazu nichts anderes zu sagen als die Bemerkung, dass es 30 Jahre lang sozialdemokratische Innenminister gab. Diese Affäre kann nur dann bekannt werden, wenn einer aus dem Netz plaudert (Abg. Ing. Westenthaler: Einem!), und dieser Plauderer heißt Kleindienst. Dieser Herr Kleindienst hat diese Sache ins Rollen gebracht (Abg. Ing. Westenthaler: Den ihr gekauft habt! Den ihr gekauft habt!), weil er offenbar mit dieser Art der Politik, mit dieser Schändlichkeit, mit dieser Bespitzelung, die Ihre Politik auszeichnet und die die Menschen faktisch letztendlich zu Hampelmännern in diesem Lande macht, nicht mittun kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Sozialistisch käuflich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Den ihr gekauft habt! Den ihr gekauft habt!
Der Bundeskanzler weiß dazu nichts anderes zu sagen als die Bemerkung, dass es 30 Jahre lang sozialdemokratische Innenminister gab. Diese Affäre kann nur dann bekannt werden, wenn einer aus dem Netz plaudert (Abg. Ing. Westenthaler: Einem!), und dieser Plauderer heißt Kleindienst. Dieser Herr Kleindienst hat diese Sache ins Rollen gebracht (Abg. Ing. Westenthaler: Den ihr gekauft habt! Den ihr gekauft habt!), weil er offenbar mit dieser Art der Politik, mit dieser Schändlichkeit, mit dieser Bespitzelung, die Ihre Politik auszeichnet und die die Menschen faktisch letztendlich zu Hampelmännern in diesem Lande macht, nicht mittun kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Sozialistisch käuflich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sozialistisch käuflich!
Der Bundeskanzler weiß dazu nichts anderes zu sagen als die Bemerkung, dass es 30 Jahre lang sozialdemokratische Innenminister gab. Diese Affäre kann nur dann bekannt werden, wenn einer aus dem Netz plaudert (Abg. Ing. Westenthaler: Einem!), und dieser Plauderer heißt Kleindienst. Dieser Herr Kleindienst hat diese Sache ins Rollen gebracht (Abg. Ing. Westenthaler: Den ihr gekauft habt! Den ihr gekauft habt!), weil er offenbar mit dieser Art der Politik, mit dieser Schändlichkeit, mit dieser Bespitzelung, die Ihre Politik auszeichnet und die die Menschen faktisch letztendlich zu Hampelmännern in diesem Lande macht, nicht mittun kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Sozialistisch käuflich!)
Abg. Mag. Trattner: Das war eine gute Entscheidung, dass Sie nicht mehr Minister sind! Abgedankter Finanzminister!
Daher meine ich, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass ein Untersuchungsausschuss gerade jenes Mittel wäre, all Ihre Unterstellungen, auch gegen andere politische Parteien, aufklären zu können. (Abg. Mag. Trattner: Das war eine gute Entscheidung, dass Sie nicht mehr Minister sind! Abgedankter Finanzminister!) Aber Sie wissen ganz genau, warum Sie das nicht zulassen – weil Sie hier mit einem sehr, sehr schlechtes Gewissen sitzen. Die Zeit wird die Täter an das Tageslicht befördern, dessen bin ich mir sicher. (Abg. Ing. Westenthaler: Gescheiterter Finanzminister! Sie sind ein gescheiterter Finanzminister!) Die Uhr der Gerechtigkeit geht zwar manchmal langsam, aber sehr präzise. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gescheiterter Finanzminister! Sie sind ein gescheiterter Finanzminister!
Daher meine ich, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass ein Untersuchungsausschuss gerade jenes Mittel wäre, all Ihre Unterstellungen, auch gegen andere politische Parteien, aufklären zu können. (Abg. Mag. Trattner: Das war eine gute Entscheidung, dass Sie nicht mehr Minister sind! Abgedankter Finanzminister!) Aber Sie wissen ganz genau, warum Sie das nicht zulassen – weil Sie hier mit einem sehr, sehr schlechtes Gewissen sitzen. Die Zeit wird die Täter an das Tageslicht befördern, dessen bin ich mir sicher. (Abg. Ing. Westenthaler: Gescheiterter Finanzminister! Sie sind ein gescheiterter Finanzminister!) Die Uhr der Gerechtigkeit geht zwar manchmal langsam, aber sehr präzise. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Daher meine ich, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass ein Untersuchungsausschuss gerade jenes Mittel wäre, all Ihre Unterstellungen, auch gegen andere politische Parteien, aufklären zu können. (Abg. Mag. Trattner: Das war eine gute Entscheidung, dass Sie nicht mehr Minister sind! Abgedankter Finanzminister!) Aber Sie wissen ganz genau, warum Sie das nicht zulassen – weil Sie hier mit einem sehr, sehr schlechtes Gewissen sitzen. Die Zeit wird die Täter an das Tageslicht befördern, dessen bin ich mir sicher. (Abg. Ing. Westenthaler: Gescheiterter Finanzminister! Sie sind ein gescheiterter Finanzminister!) Die Uhr der Gerechtigkeit geht zwar manchmal langsam, aber sehr präzise. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Angefangen hat der Bundeskanzler! – Abg. Gradwohl: Von wem, Herr Gaugg? – Von Ihnen!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Ministerbank! Hohes Haus! Ich bedauere außerordentlich, dass die heutige Vorstellung des neuen Bundesministers für Soziales und Frauen vom Datenklau-Missbrauch überschattet wird, der gänzlich in der Ära von sozialistischen Innenministern stattgefunden hat. (Abg. Dr. Gusenbauer: Angefangen hat der Bundeskanzler! – Abg. Gradwohl: Von wem, Herr Gaugg? – Von Ihnen!)
Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.
Gerade Sie, meine Damen und Herren der Sozialdemokratie, führen immer wieder Hetzkampagnen gegen freiheitliche Spitzenfunktionäre, an erster Stelle Landeshauptmann Dr. Haider, und vergessen dabei einen Herrn Praschak, Vorstandsmitglied der Kontrollbank in Österreich, der einem gewissen Herrn Exminister Scholten weichen musste und auf Grund Ihres politischen Systems Selbstmord beging. Aber Sie glauben, Sie können weiterhin Hetzkampagnen ohne Rücksicht auf Verluste durchführen. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie vergessen auch "Lucona", den "Club 45" – all Ihre Spitzen sind dort ein und aus gegangen. Diese Causa hat zu reihenweisen Rücktritten geführt. All das vergessen Sie, aber Sie schicken sogar Ihren Expleitier-Chef Edlinger heraus und schreiben ihm einen Satz auf, wie man mit Spitzel- oder sonstigen Affären umzugehen hätte. Das ist in hohem Maße unglaubwürdig. Sie haben in dieser Frage keine Glaubwürdigkeit, gerade auch Sie, Herr Ex-Staatssekretär Wittmann! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Wie in der Steiermark! Wie in der Steiermark! – Abg. Haigermoser: Da habt ihr verloren, ja!
Der Umgang mit Menschen scheint Ihnen dann egal zu sein, wenn es sich um Freiheitliche handelt, insbesondere um Landeshauptmann Dr. Jörg Haider, weil er Ihnen an meisten wehtut, nämlich in der Form, dass Sie massenhaft Wähler verlieren. Gott sei Dank ist es in dieser Republik zu einer Veränderung gekommen. (Abg. Gradwohl: Wie in der Steiermark! Wie in der Steiermark! – Abg. Haigermoser: Da habt ihr verloren, ja!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mit der Vorstellung und Installierung des neuen Bundesministers Herbert Haupt beginnt eine neue Zeitrechnung in der österreichischen Sozialpolitik. Die SPÖ ist gemeinsam mit der ÖVP einer Fehlentwicklung unterlegen – bis zum 4. Februar dieses Jahres; bei immer höheren Schulden, immer weniger Leistungen, bis letztlich der "Konsum" als Mahnmal für die Republik statuiert wurde. Das ist Ihre Form der Beiträge für die Republik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Tatsache ist, dass Sie auch in diesem Bereich gar nichts zusammengebracht haben. Frau Dohnal war noch bemüht. Über das, was danach gekommen ist, hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man muss Ihnen ständig den Spiegel vor Augen halten, denn während – das ist für mich staatspolitisch bedenklich – die neue Bundesregierung an der Sanierung des österreichischen Haushaltes arbeitet, sind Sie und Ihre Parteispitzen bei den Donnerstag-Demonstrationen an der Spitze gestanden. Ihnen ist es nicht um die Republik gegangen, sondern ausschließlich um die Besetzung Ihrer Posten. Das ist in sich zusammengebrochen. Es sind die Demonstrationen im Sande verlaufen, und die von Ihnen herbeigesehnten Sanktionen sind auch verpufft. Letztlich bleibt es dabei, dass die SPÖ die Niederlage, aus den Ämtern nicht mehr jenes Kapital schlagen zu können, wie sie es gerne hätte, nicht verkraftet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Habe ich immer!
Dass die Sanierung dieses Haushaltes nicht einfach ist, weiß auch Herr Exminister Edlinger, denn jetzt ist er schon so weit, denkt um und sagt, es könnte tatsächlich das Nulldefizit erreicht werden. – Mit Finanzminister Grasser schon! Mit Ihnen bezweifle ich es außerordentlich, denn Sie haben uns auch vorher bei den Budgets nicht die Wahrheit gesagt. (Abg. Edlinger: Habe ich immer!) Sie haben immer gesagt, punktgenau würden Sie es treffen. – Es ist voll daneben gegangen. 100 Milliarden Schilling sind einzusparen. Das ist kein Pappenstiel, Herr Exminister Edlinger! Wären Sie in der Vergangenheit sorgsamer mit den Mitteln und Ressourcen umgegangen, dann hätten wir diese massiven Eingriffe in die Budgets nicht notwendig. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Es wird nicht richtiger, wenn Sie es immer wieder sagen! Falsch!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Es wird nicht richtiger, wenn Sie es immer wieder sagen! Falsch!
Dass die Sanierung dieses Haushaltes nicht einfach ist, weiß auch Herr Exminister Edlinger, denn jetzt ist er schon so weit, denkt um und sagt, es könnte tatsächlich das Nulldefizit erreicht werden. – Mit Finanzminister Grasser schon! Mit Ihnen bezweifle ich es außerordentlich, denn Sie haben uns auch vorher bei den Budgets nicht die Wahrheit gesagt. (Abg. Edlinger: Habe ich immer!) Sie haben immer gesagt, punktgenau würden Sie es treffen. – Es ist voll daneben gegangen. 100 Milliarden Schilling sind einzusparen. Das ist kein Pappenstiel, Herr Exminister Edlinger! Wären Sie in der Vergangenheit sorgsamer mit den Mitteln und Ressourcen umgegangen, dann hätten wir diese massiven Eingriffe in die Budgets nicht notwendig. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Es wird nicht richtiger, wenn Sie es immer wieder sagen! Falsch!)
Abg. Mag. Kogler: Das ist Holler! Das ist Holler!
Es ist nicht einfach, in einer Zeit explodierender Benzinpreise, in einer Zeit mit einem an Schwindsucht leidenden Euro zu leben, den in erster Linie Sie uns eingebrockt haben. Sie waren es, der champagnisierend in Brüssel oder wo immer den Euro eingeführt hat. Damals ist er bei 1,13 gelegen, jetzt sind wir bei 0,8 angelangt, und die größten Sorgen sind, dass er einmal bei 0,7 liegt. Das ist Ihre Finanzpolitik, das sind die Ergebnisse und Auswirkungen! (Abg. Mag. Kogler: Das ist Holler! Das ist Holler!)
Abg. Dr. Wittmann: Sind Sie gegen die Währungsunion auch noch? – Sie verkaufen unser Wasser! – Abg. Mag. Kogler: Wollen Sie einen Austritt aus der Währungsunion?
Herr Duisenberg sagt, am besten wäre, wenn die Politiker überhaupt nichts mehr dazu sagen. Da muss ich schon sagen, meine lieben Freunde, man sollte ihnen schon vor Augen führen, dass auch wir Ressourcen haben, die unter Umständen auch jene, die heute glauben, uns mit Öl erpressen zu können, benötigen. Das ist Wasser. Das sage ich in aller Deutlichkeit, und darum lade ich Sie ein, uns hier mit zu unterstützen. (Abg. Dr. Wittmann: Sind Sie gegen die Währungsunion auch noch? – Sie verkaufen unser Wasser! – Abg. Mag. Kogler: Wollen Sie einen Austritt aus der Währungsunion?)
Zwischenruf des Abg. Edler.
Die Zusammenlegung der Sozialversicherungsanstalten ist eine Maßnahme, die eine effiziente Verwaltung erkennen lässt. Die Einführung eines Drei-Säulen-Modells wird eigenartigerweise von der SPÖ immer torpediert. Aber in den Arbeiterkammern haben wir schon dieses Drei-Säulen-Modell, dort wurde es mit viel Freude installiert. Also kann ich den Protest nicht ganz verstehen. (Zwischenruf des Abg. Edler. )
Abg. Dr. Mertel: Schwach sind Sie!
Natürlich hat dieser Regierungswechsel Irritationen hervorgerufen, insbesondere unter tatkräftiger Mithilfe der SPÖ. Warum waren Sie eigentlich so massiv dagegen? Warum haben Sie bei diesem Machtverlust so laut geschrien? – Weil er auch – und das ist bedauerlich – mit dem Aufdecken des Missbrauchs von Steuergeldern der österreichischen Bevölkerung einhergeht! Sie haben diese Republik und ihre Bürger für den eigenen Selbstbedienungsladen missbraucht. (Abg. Dr. Mertel: Schwach sind Sie!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ein kleines Beispiel – ich nenne nur das Wort "Euroteam": Auf einmal kennt da überhaupt niemand mehr irgendjemanden. Der Herr Klima weiß nicht mehr, dass er einen Sohn hat. Der Pressesprecher David Mock weiß nicht, dass er irgendwo bei einem Verein Mitglied ist. Aber der Herr Stuhlpfarrer, der beste Freund Ihres Vorsitzenden Gusenbauer, der sich den Zugang erschlichen hat, ist derjenige, der 118 Millionen Schilling ungeprüft verludern kann. Ungeprüft – 118 Millionen Schilling an Steuergeldern! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Selbstverständlich!
Wir werden trotz der Widerstände der SPÖ (Abg. Dr. Mertel: Selbstverständlich!) die Effizienz des Arbeitsmarktservice und andere Bereiche im Sozialen verbessern. (Abg. Ing. Westenthaler: "Das wäre auch eine Möglichkeit", Frau Mertel ...!) Davon bin ich überzeugt. Es ist uns schon gelungen, die Aufhebung der Zuverdienstgrenze für Pensionisten zu erreichen (Zwischenruf der Abg. Bures ), die Gleichstellung der Arbeiter und Angestellten – das tut Ihnen weh! (Abg. Dr. Mertel: Nein! Sie sind schwach!) Jahrelang haben Sie davon gesprochen; es tut Ihnen weh, dass Sie keinen Schritt weitergekommen sind. Wir sind in der Lage, das jetzt vorzuzeigen.
Abg. Ing. Westenthaler: "Das wäre auch eine Möglichkeit", Frau Mertel ...!
Wir werden trotz der Widerstände der SPÖ (Abg. Dr. Mertel: Selbstverständlich!) die Effizienz des Arbeitsmarktservice und andere Bereiche im Sozialen verbessern. (Abg. Ing. Westenthaler: "Das wäre auch eine Möglichkeit", Frau Mertel ...!) Davon bin ich überzeugt. Es ist uns schon gelungen, die Aufhebung der Zuverdienstgrenze für Pensionisten zu erreichen (Zwischenruf der Abg. Bures ), die Gleichstellung der Arbeiter und Angestellten – das tut Ihnen weh! (Abg. Dr. Mertel: Nein! Sie sind schwach!) Jahrelang haben Sie davon gesprochen; es tut Ihnen weh, dass Sie keinen Schritt weitergekommen sind. Wir sind in der Lage, das jetzt vorzuzeigen.
Zwischenruf der Abg. Bures
Wir werden trotz der Widerstände der SPÖ (Abg. Dr. Mertel: Selbstverständlich!) die Effizienz des Arbeitsmarktservice und andere Bereiche im Sozialen verbessern. (Abg. Ing. Westenthaler: "Das wäre auch eine Möglichkeit", Frau Mertel ...!) Davon bin ich überzeugt. Es ist uns schon gelungen, die Aufhebung der Zuverdienstgrenze für Pensionisten zu erreichen (Zwischenruf der Abg. Bures ), die Gleichstellung der Arbeiter und Angestellten – das tut Ihnen weh! (Abg. Dr. Mertel: Nein! Sie sind schwach!) Jahrelang haben Sie davon gesprochen; es tut Ihnen weh, dass Sie keinen Schritt weitergekommen sind. Wir sind in der Lage, das jetzt vorzuzeigen.
Abg. Dr. Mertel: Nein! Sie sind schwach!
Wir werden trotz der Widerstände der SPÖ (Abg. Dr. Mertel: Selbstverständlich!) die Effizienz des Arbeitsmarktservice und andere Bereiche im Sozialen verbessern. (Abg. Ing. Westenthaler: "Das wäre auch eine Möglichkeit", Frau Mertel ...!) Davon bin ich überzeugt. Es ist uns schon gelungen, die Aufhebung der Zuverdienstgrenze für Pensionisten zu erreichen (Zwischenruf der Abg. Bures ), die Gleichstellung der Arbeiter und Angestellten – das tut Ihnen weh! (Abg. Dr. Mertel: Nein! Sie sind schwach!) Jahrelang haben Sie davon gesprochen; es tut Ihnen weh, dass Sie keinen Schritt weitergekommen sind. Wir sind in der Lage, das jetzt vorzuzeigen.
Abg. Dr. Mertel: Das ist schon der 50. Aufguss Ihrer alten ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Es gibt viel zu tun ... (Abg. Dr. Mertel: Das ist schon der 50. Aufguss Ihrer alten ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler. ) Es gibt viel zu tun, Kollege Kogler. Einmal bitte nicht den Mund, sondern das Hirn verwenden – das würde mir wirklich gefallen! Es gibt viel zu tun und viel zu schaffen in dieser Republik. Ich lade Sie von der SPÖ ein: Geben Sie Ihren Widerstand auf, und arbeiten Sie zum Wohle dieser Republik weiter! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es gibt viel zu tun ... (Abg. Dr. Mertel: Das ist schon der 50. Aufguss Ihrer alten ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler. ) Es gibt viel zu tun, Kollege Kogler. Einmal bitte nicht den Mund, sondern das Hirn verwenden – das würde mir wirklich gefallen! Es gibt viel zu tun und viel zu schaffen in dieser Republik. Ich lade Sie von der SPÖ ein: Geben Sie Ihren Widerstand auf, und arbeiten Sie zum Wohle dieser Republik weiter! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Keine Krawatte?
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Petrovic. – Bitte. (Abg. Haigermoser: Keine Krawatte?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Sie wissen, dass Österreich in Sachen Frauenpolitik seitens der EU mindestens genauso oft gerügt wurde wie in Sachen Budgetpolitik. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern in ökonomischer Hinsicht, der so genannte "Gender Gap", ist viel zu groß für einen entwickelten Industriestaat. Und Sie wissen es, das so genannte Beschäftigungswunder geht zu Lasten der Frauen. Die atypischen Beschäftigungsverhältnisse werden mehr, die befristeten, die Leiharbeitsverhältnisse, die nicht existenzsichernde Teilzeit. Das alles wissen Sie, und trotzdem sagen Sie: "Mann sein kann doch kein Diskriminierungsgrund sein." Die österreichischen Frauen werden diese Ansage gebührend zu beantworten wissen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Sie aber auch!
Herr Frauenministerin – denn das war der einzige weibliche Titel für ein Regierungsmitglied, den wir hatten, und Frau Sickl hat ihn in einer Anfragebeantwortung übernommen –, Sie sprechen wider besseres Wissen! (Ruf bei der ÖVP: Sie aber auch!) Ihnen kann ja das entsprechende Fachwissen in der Sozialpolitik nicht abgesprochen werden. Sie wissen genau, dass das, was Sie hier als Ihren Wunsch ausgedrückt haben, nämlich die Verringerung dieser ökonomischen Lücke, von der Politik der Bundesregierung konterkariert wird.
Abg. Steibl: Stimmt ja nicht!
Die Zahlen im Budget sind andere, und Sie haben nicht widersprochen, Herr Mag. Haupt! Sie wissen, dass die Pensionsreform – heute so gerühmt – sehr einseitig zu Lasten der Frauen wirkt, um mehrere Prozentpunkte stärker auf Grund ihrer Berufsunterbrechungen. Sie wissen, dass das Geld für Kinderbetreuungseinrichtungen auf Bundesebene gestrichen, auf null gesetzt wurde. Sie wissen, dass nur in die häusliche Kinderbetreuung investiert wird und dass das Weiterbildungsgeld nach der Karenzphase, in der es besonders wichtig wäre, gestrichen worden ist. (Abg. Steibl: Stimmt ja nicht!)
Beifall bei den Grünen.
Einen besonders beschämenden Umstand haben Sie in der Form nicht angesprochen, nämlich dass in Zukunft für die soziale Sicherheit einer Frau ein ganzes Leben lang das Kriterium, ob sie einmal ein Kind geboren hat oder nicht, maßgeblich sein wird. Das ist ein anachronistisches Kriterium, das unterstreicht aber die Intentionen, die diese Bundesregierung verfolgt. (Beifall bei den Grünen.) Einmal ein Kind gehabt, sind die Chancen für Mitversicherung ohne zusätzliche Kosten gewahrt. Aus welchen Gründen auch immer – ich dachte, das solle doch Privatsache sein – kein Kind gehabt: Pech gehabt, wenn das Haushaltseinkommen nicht stimmt!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Insgesamt hätte ich mir doch auch Wort von Ihnen zur Umverteilung erwartet. Der Zweite Nationalratspräsident hat ja die Privilegien für die Milliardäre, die Stiftungsgründer mit starken Worten verteidigt, indem er gesagt hat: Man kann nicht etwas einführen und dann hopp oder tropp wieder abschaffen. – Daher frage ich Sie: Was ist denn – hopp oder tropp – den Frauen passiert, als Sie zum Beispiel das Weiterbildungsgeld gestrichen haben? Das ist sehr einseitig, und das wird von Ihnen nicht einmal mehr erwähnt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ für die auf der Galerie sitzende ehemalige Bundesministerin für Frauenangelegenheiten Johanna Dohnal. – Abg. Jung: Dass Sie jetzt noch klatschen, ist schon erstaunlich ...!
Die Frauen haben eine eigenständige Stimme in der Regierung schon seit längerer Zeit verloren. Es gab diese Stimme einmal – ich möchte Frau Dohnal auch herzlich begrüßen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ für die auf der Galerie sitzende ehemalige Bundesministerin für Frauenangelegenheiten Johanna Dohnal. – Abg. Jung: Dass Sie jetzt noch klatschen, ist schon erstaunlich ...!) Nun möchte ich Ihnen einige Stimmen von Frauen zur Kenntnis bringen. (Die Rednerin hält mehrere Schriftstücke in die Höhe.) Das alles sind Originalschreiben, die uns erreicht haben.
Abg. Böhacker: Wie heißt die? – Abg. Jung: Verkauft vier bis fünf Stück im Monat!
Oder die Zeitschrift "An.schläge" (Abg. Böhacker: Wie heißt die? – Abg. Jung: Verkauft vier bis fünf Stück im Monat!): "Daß nun auch noch ein Mann die im Sozialministerium angesiedelten Frauenagenden vertritt, ist aus der Sicht der FPÖ nur konsequent, weil die FPÖ eine Anti-Frauenpolitik betreibt. – Und wer könnte das besser als ein Mann?"
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Es werden die Umsetzung der UN-Frauenkonvention und Förderungsrahmenverträge verlangt. Nichts von alldem! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) – Ja, er soll nur vor dem Fernsehpublikum zeigen, wie sehr ihn die Frauenpolitik interessiert. Das ist ja ein gutes Beispiel dafür. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Jung: Die Zeitschrift "An.schläge" ist wirklich nicht so wichtig!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Jung: Die Zeitschrift "An.schläge" ist wirklich nicht so wichtig!
Es werden die Umsetzung der UN-Frauenkonvention und Förderungsrahmenverträge verlangt. Nichts von alldem! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) – Ja, er soll nur vor dem Fernsehpublikum zeigen, wie sehr ihn die Frauenpolitik interessiert. Das ist ja ein gutes Beispiel dafür. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Jung: Die Zeitschrift "An.schläge" ist wirklich nicht so wichtig!)
Abg. Steibl: Das interessiert die Frauen überhaupt nicht!
Oder die "Oberösterreichische Vernetzungsgruppe" ... (Abg. Steibl: Das interessiert die Frauen überhaupt nicht!) Wenn Sie meinen, das interessiert die Frauen nicht, dann geben auch Sie ein beredtes Beispiel, wie viel Ihnen die Stimmen aus dem Volk, aus der Bevölkerung, Frauenstimmen, wert sind. Uns sind sie sehr viel wert, und sie sind es wert, in dieses Haus zu kommen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Jung: Besonders, wenn sie in der Zeitschrift "An.schläge" ...!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Jung: Besonders, wenn sie in der Zeitschrift "An.schläge" ...!
Oder die "Oberösterreichische Vernetzungsgruppe" ... (Abg. Steibl: Das interessiert die Frauen überhaupt nicht!) Wenn Sie meinen, das interessiert die Frauen nicht, dann geben auch Sie ein beredtes Beispiel, wie viel Ihnen die Stimmen aus dem Volk, aus der Bevölkerung, Frauenstimmen, wert sind. Uns sind sie sehr viel wert, und sie sind es wert, in dieses Haus zu kommen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Jung: Besonders, wenn sie in der Zeitschrift "An.schläge" ...!)
Abg. Jung: ... Schimmelbriefe!
Dann noch zwei individuelle Schreiben von Bürgerinnen (Abg. Jung: ... Schimmelbriefe!); die eine schreibt in Sachen Studiengebühren, Steuer für Studierende:
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Oder: Auch Sie, Herr Mag. Haupt, haben in Ihrer "Pressestunde" gesagt, es gebe keine Schuld bei der FPÖ. – Unschuldsvermutung gut und schön, aber erstens ist politische Verantwortung etwas anderes als strafrechtliche Verantwortung, und zweitens geht es bei Ihnen nicht mehr um Unschuldsvermutung – ebenso nicht wie bei Böhmdorfer –, sondern es geht um eine Unschuldsfestlegung, und die scheint nur bei eigenen Parteifreunden zu gelten. Das ist klassische Parteilichkeit! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Jung: Die Redezeit ist abgelaufen!
Ein Allerletztes: Sie haben hier Sorgen um die Familie von Herrn Dr. Haider geäußert. (Abg. Jung: Die Redezeit ist abgelaufen!) Wir alle lehnen Sippenhaftung und Ähnliches ab. (Abg. Dr. Ofner: Wie lange ist die Redezeit eigentlich?) Aber was sagen Sie den Familien der Jour
Abg. Dr. Ofner: Wie lange ist die Redezeit eigentlich?
Ein Allerletztes: Sie haben hier Sorgen um die Familie von Herrn Dr. Haider geäußert. (Abg. Jung: Die Redezeit ist abgelaufen!) Wir alle lehnen Sippenhaftung und Ähnliches ab. (Abg. Dr. Ofner: Wie lange ist die Redezeit eigentlich?) Aber was sagen Sie den Familien der Jour
Abg. Dr. Mertel: Ach so! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meiner Vorrednerin möchte ich sagen: Wichtig sind nur die Taten und nicht die Worte! (Abg. Dr. Mertel: Ach so! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Wichtig ist, dass eine gute Frauenpolitik gemacht wird; was zählt, ist die Politik. Hier hat die Volkspartei volles Vertrauen zu Herbert Haupt, dass er eine gute Frauenpolitik machen wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meiner Vorrednerin möchte ich sagen: Wichtig sind nur die Taten und nicht die Worte! (Abg. Dr. Mertel: Ach so! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Wichtig ist, dass eine gute Frauenpolitik gemacht wird; was zählt, ist die Politik. Hier hat die Volkspartei volles Vertrauen zu Herbert Haupt, dass er eine gute Frauenpolitik machen wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Völlig falsch! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wichtig sind die Taten. Ich habe mit großem Interesse gesehen, meine Damen und Herren von der sozialdemokratischen Fraktion, Sie haben ja auf Ihren Taferln "Alle Macht den Männern!" gefordert und haben das sofort ... (Abg. Bures: Völlig falsch! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ah nicht? – Aber Sie haben es dann gleich in die Tat umgesetzt. Sie haben die Frauenministerin außer Dienst Prammer, die zu Wort gemeldet war, gestrichen und durch einen Mann ersetzt. Alle Macht den Männern! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wichtig sind die Taten. Ich habe mit großem Interesse gesehen, meine Damen und Herren von der sozialdemokratischen Fraktion, Sie haben ja auf Ihren Taferln "Alle Macht den Männern!" gefordert und haben das sofort ... (Abg. Bures: Völlig falsch! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ah nicht? – Aber Sie haben es dann gleich in die Tat umgesetzt. Sie haben die Frauenministerin außer Dienst Prammer, die zu Wort gemeldet war, gestrichen und durch einen Mann ersetzt. Alle Macht den Männern! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Den Herrn Bundesminister für Finanzen außer Dienst, Edlinger, möchte ich daran erinnern, dass es seine Schuldenpolitik war, die das Budgetloch von mehr als 100 Milliarden Schilling verursacht hat, dass es seine Schuldenpolitik war, ob deren wir jetzt in einem Reformdialog sanieren müssen, und dass es seine Schuldenpolitik war, ob deren wir jetzt in einem Paket der sozialen Treffsicherheit die Dinge wieder ins Lot bringen müssen. Erinnern Sie sich daran! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Sophie Bauer: Sie waren auch dabei? Na schau!
Weil ich Herrn Minister außer Dienst Edlinger hier sprechen und seinen wirklich emphatischen Appell in Bezug auf 15 Prozent Kürzung bei Pensionen gehört habe: Herr Edlinger, erinnern Sie sich doch: Wer hat denn die Abschläge bei Frühpensionen eingeführt, und wann?! – Eingeführt hat das eine Koalitionsregierung, der Minister Hums von den Sozialdemokraten angehört hat. (Abg. Sophie Bauer: Sie waren auch dabei? Na schau!) In dieser Koalitionsregierung wurde die 15-Prozent-Maximalgrenze für Abschläge bei Pensionen aus vorzeitiger Alterspension eingeführt.
Zwischenruf des Abg. Edlinger.
Es gilt also immer das: Wenn man mit einem Finger auf jemanden zeigt, zeigen drei Finger auf einen zurück. (Zwischenruf des Abg. Edlinger. ) Diese drei Finger haben auf Sie gezeigt, Herr Edlinger! Es waren doch Sie, die diese Abschläge eingeführt haben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es gilt also immer das: Wenn man mit einem Finger auf jemanden zeigt, zeigen drei Finger auf einen zurück. (Zwischenruf des Abg. Edlinger. ) Diese drei Finger haben auf Sie gezeigt, Herr Edlinger! Es waren doch Sie, die diese Abschläge eingeführt haben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte aber dazu sagen: Ich bin schon lange genug in diesem Haus, um die Hydra Datenmissbrauch zu kennen. Sie hat sieben Köpfe, und schlägt man ihr einen Kopf ab, so wachsen immer weitere nach. Der Erste, der der Hydra Datenmissbrauch den Kopf abschlagen wollte, war Minister Olah – damals ein Sozialist. Es hat dann weitere gegeben. Es hat Minister Löschnak gegeben – ich erinnere mich genau –, und es war Ihr Parteifreund Bürgermeister Zilk, der in einem hervorragenden Diskussionsbeitrag darauf hingewiesen hat, dass die Frage des Datenmissbrauchs immer wieder unter sozialistischen Innenministern ein wichtiges Problem war, das bis jetzt offensichtlich nicht gelöst werden konnte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Ein Träumer! – Abg. Haigermoser: So schaut es aus! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ein Minister, der eine zweistellige Zahl von Untersuchungen wegen Datenmissbrauchs durchzuführen hat und das System nicht ändert, der hat die politische Verantwortung dafür zu tragen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Ein Träumer! – Abg. Haigermoser: So schaut es aus! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Sophie Bauer: Warum stimmen Sie dann nicht einem Untersuchungsausschuss zu? – Abg. Dr. Wittmann: Stimmen Sie dem Untersuchungsausschuss zu!
Meine Damen und Herren! Bis jetzt liegt noch kein gerichtliches Verfahren vor. (Abg. Sophie Bauer: Warum stimmen Sie dann nicht einem Untersuchungsausschuss zu? – Abg. Dr. Wittmann: Stimmen Sie dem Untersuchungsausschuss zu!) Auf den Untersuchungsausschuss komme ich schon noch zu sprechen. Ich kenne Ihre Strategie, Herr Kollege Wittmann: Sie waren ja in der Bundesregierung schon immer so erfolgreich, die falschen Probleme mit falschen Antworten zu bedenken. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Bis jetzt liegt noch kein gerichtliches Verfahren vor. (Abg. Sophie Bauer: Warum stimmen Sie dann nicht einem Untersuchungsausschuss zu? – Abg. Dr. Wittmann: Stimmen Sie dem Untersuchungsausschuss zu!) Auf den Untersuchungsausschuss komme ich schon noch zu sprechen. Ich kenne Ihre Strategie, Herr Kollege Wittmann: Sie waren ja in der Bundesregierung schon immer so erfolgreich, die falschen Probleme mit falschen Antworten zu bedenken. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bis jetzt gibt es Verdächtigungen, es gibt schwerwiegenden Verdacht. Wir haben jedoch Vertrauen in die Beamten der Exekutive in der Sonderkommission, und wir haben Vertrauen in Bundesminister Ernst Strasser, dass diese Untersuchungen – unbeeinflusst von der Politik, nur dem Gesetz verpflichtet – ordnungsgemäß durchgeführt werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Was soll der Böhmdorfer tun?
Wir haben aber auch Vertrauen in die Justiz und Vertrauen in Minister Böhmdorfer, dass er seine gesamte juristische Fähigkeit – und die hat er – dafür einsetzt, dass diese Verfahren sehr rasch durchgezogen werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Was soll der Böhmdorfer tun?) In diesem Vertrauen werde ich – wenn ich es nicht ohnehin schon gewusst hätte – bestätigt durch den Leitenden Oberstaatsanwalt Schindler, der heute in einer Presseaussendung gesagt hat – ich zitiere eine APA-Meldung –:
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Danke, Herr Bundesminister! Und so soll es auch bleiben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Diesbezüglich, meine Damen und Herren, habe ich mehr Vertrauen in die Justiz als in Abgeordnete, die heute schon klar alles gewusst haben. Herr Pilz hat doch genau gewusst: Die Freiheitlichen waren es! Herr Gusenbauer hat von einem blauen, von einem FPÖ-Skandal gesprochen. Ja, was wollen Sie noch untersuchen? Sie wissen ja schon alles! Sie sind Meister der Vorverurteilung ! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Daher bin ich für eine Justiz, wo weisungsungebundene, richterlich denkende Beamte alles untersuchen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn die Fakten auf dem Tisch sind, dann kommt die Stunde der Politik. Dann kommt die Stunde, in der man die politische Verantwortung zu klären hat, und dann kommt die Stunde, in der man den Augias-Stall, falls es ihn gibt, durch einen Herkules ausmisten lässt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren Regierungskollegen! Hohes Haus! Ich freue mich, eingangs zunächst feststellen zu können, dass über alle Parteigrenzen hinweg und quer durch die Medienlandschaft der neue Sozialminister Herbert Haupt als Experte, als Fachmann anerkannt und respektiert wird. Das ist auch heute im Zuge dieser Debatte hier klar und deutlich zum Ausdruck gekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
ironische Heiterkeit und Oh-Rufe bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber peinlich!
Das Einzige, was man ihm offensichtlich vorwirft, ist die Tatsache, dass er ein Mann ist. Besonders bemerkenswert finde ich, dass dieser Vorwurf von zwei Parteien kommt, in denen "alle Macht den Männern" gehört, nämlich zum einen von den Grünen, bei denen eine Frau als Parteichefin und Klubobfrau ratzeputz abgesetzt wurde, um einem Mann Platz zu machen (ironische Heiterkeit und Oh-Rufe bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber peinlich!), und zum Zweiten von einer Partei wie der SPÖ, in der eine Frau erst gar nicht die Chance gehabt hat, sich um den Parteivorsitz zu bewerben, denn ich habe noch sehr gut die Aussage der Wiener Stadträtin Brigitte Ederer im Ohr, die auf die Frage, warum sie sich nicht um den Parteivorsitz in der SPÖ bewerbe, gesagt hat: "Die SPÖ ist noch nicht reif dafür, eine Frau als Vorsitzende zu akzeptieren." – (Neuerliche ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Ich darf Ihnen sagen: Andere Parteien sind da schon sehr viel weiter als Sie. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Binder – eine entsprechende Geste mit den Fingern vollführend –: Ja, die haben Marionetten!)
Neuerliche ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Das Einzige, was man ihm offensichtlich vorwirft, ist die Tatsache, dass er ein Mann ist. Besonders bemerkenswert finde ich, dass dieser Vorwurf von zwei Parteien kommt, in denen "alle Macht den Männern" gehört, nämlich zum einen von den Grünen, bei denen eine Frau als Parteichefin und Klubobfrau ratzeputz abgesetzt wurde, um einem Mann Platz zu machen (ironische Heiterkeit und Oh-Rufe bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber peinlich!), und zum Zweiten von einer Partei wie der SPÖ, in der eine Frau erst gar nicht die Chance gehabt hat, sich um den Parteivorsitz zu bewerben, denn ich habe noch sehr gut die Aussage der Wiener Stadträtin Brigitte Ederer im Ohr, die auf die Frage, warum sie sich nicht um den Parteivorsitz in der SPÖ bewerbe, gesagt hat: "Die SPÖ ist noch nicht reif dafür, eine Frau als Vorsitzende zu akzeptieren." – (Neuerliche ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Ich darf Ihnen sagen: Andere Parteien sind da schon sehr viel weiter als Sie. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Binder – eine entsprechende Geste mit den Fingern vollführend –: Ja, die haben Marionetten!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Binder – eine entsprechende Geste mit den Fingern vollführend –: Ja, die haben Marionetten!
Das Einzige, was man ihm offensichtlich vorwirft, ist die Tatsache, dass er ein Mann ist. Besonders bemerkenswert finde ich, dass dieser Vorwurf von zwei Parteien kommt, in denen "alle Macht den Männern" gehört, nämlich zum einen von den Grünen, bei denen eine Frau als Parteichefin und Klubobfrau ratzeputz abgesetzt wurde, um einem Mann Platz zu machen (ironische Heiterkeit und Oh-Rufe bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber peinlich!), und zum Zweiten von einer Partei wie der SPÖ, in der eine Frau erst gar nicht die Chance gehabt hat, sich um den Parteivorsitz zu bewerben, denn ich habe noch sehr gut die Aussage der Wiener Stadträtin Brigitte Ederer im Ohr, die auf die Frage, warum sie sich nicht um den Parteivorsitz in der SPÖ bewerbe, gesagt hat: "Die SPÖ ist noch nicht reif dafür, eine Frau als Vorsitzende zu akzeptieren." – (Neuerliche ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Ich darf Ihnen sagen: Andere Parteien sind da schon sehr viel weiter als Sie. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Binder – eine entsprechende Geste mit den Fingern vollführend –: Ja, die haben Marionetten!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Verantwortungsvolle Frauenpolitik, meine sehr geehrten Damen und Herren, hängt nicht davon ab, wer sie macht, sondern davon, wie sie gemacht wird. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Frauenpolitik besteht auch nicht aus Sonntagsreden und Symbolen, und die Tatsache, dass die Frau Kollegin Prammer heute Krawatte trägt und der Herr Kollege Cap nicht, macht ihn noch nicht zu einem besonders guten Frauenvertreter; genauso wenig wie den Herrn Kollegen Pilz, der auch noch nie Krawatte getragen hat, der aber auch noch nie etwas für die Frauen getan hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Sehr gut!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Sehr gut!
Verantwortungsvolle Frauenpolitik, meine sehr geehrten Damen und Herren, hängt nicht davon ab, wer sie macht, sondern davon, wie sie gemacht wird. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Frauenpolitik besteht auch nicht aus Sonntagsreden und Symbolen, und die Tatsache, dass die Frau Kollegin Prammer heute Krawatte trägt und der Herr Kollege Cap nicht, macht ihn noch nicht zu einem besonders guten Frauenvertreter; genauso wenig wie den Herrn Kollegen Pilz, der auch noch nie Krawatte getragen hat, der aber auch noch nie etwas für die Frauen getan hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Sehr gut!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Ja, das merkt man, die konkreten Taten!
Frauenpolitik, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ, erschöpft sich nicht in Symbolen, sondern muss konkrete Taten setzen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Ja, das merkt man, die konkreten Taten!) Die Bilanz von 30 Jahren sozialistischer Frauenpolitik ist, dass Frauen immer noch um 30 Prozent weniger verdienen als Männer und die Tendenz unter Ihren Regierungen steigend war. 30 Jahre Frauenpolitik unter sozialistischen Ministern haben bedeutet (Abg.
Abg. Bures: Durch die Abschaffung der "Kindergarten-Milliarde"?!
Wir wollen Chancengleichheit für Frauen in Karriere und Beruf. Wir wollen gleiches Entgelt für gleiche Leistung. Wir wollen Kindergärten mit Öffnungszeiten, die kompatibel sind mit Arbeitszeiten für Frauen – ein Faktum, das Sie nie zustande gebracht haben. (Abg. Bures: Durch die Abschaffung der "Kindergarten-Milliarde"?!) Wir wollen mit der Einführung des Kindergeldes sicherstellen, dass Frauen ohne finanziellen Druck die Wahlmöglichkeit haben. (Abg. Huber: Schneller! Schneller!) Und wir wollen sicherstellen, dass es eine eigenständige pensionsrechtliche Absicherung für Frauen gibt und pensionsbegründende Anrechnung von Kindererziehungszeiten, weil Frauenpolitik für diese Bundesregierung und für diesen Sozialminister nicht reden, sondern handeln heißt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Huber: Schneller! Schneller!
Wir wollen Chancengleichheit für Frauen in Karriere und Beruf. Wir wollen gleiches Entgelt für gleiche Leistung. Wir wollen Kindergärten mit Öffnungszeiten, die kompatibel sind mit Arbeitszeiten für Frauen – ein Faktum, das Sie nie zustande gebracht haben. (Abg. Bures: Durch die Abschaffung der "Kindergarten-Milliarde"?!) Wir wollen mit der Einführung des Kindergeldes sicherstellen, dass Frauen ohne finanziellen Druck die Wahlmöglichkeit haben. (Abg. Huber: Schneller! Schneller!) Und wir wollen sicherstellen, dass es eine eigenständige pensionsrechtliche Absicherung für Frauen gibt und pensionsbegründende Anrechnung von Kindererziehungszeiten, weil Frauenpolitik für diese Bundesregierung und für diesen Sozialminister nicht reden, sondern handeln heißt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir wollen Chancengleichheit für Frauen in Karriere und Beruf. Wir wollen gleiches Entgelt für gleiche Leistung. Wir wollen Kindergärten mit Öffnungszeiten, die kompatibel sind mit Arbeitszeiten für Frauen – ein Faktum, das Sie nie zustande gebracht haben. (Abg. Bures: Durch die Abschaffung der "Kindergarten-Milliarde"?!) Wir wollen mit der Einführung des Kindergeldes sicherstellen, dass Frauen ohne finanziellen Druck die Wahlmöglichkeit haben. (Abg. Huber: Schneller! Schneller!) Und wir wollen sicherstellen, dass es eine eigenständige pensionsrechtliche Absicherung für Frauen gibt und pensionsbegründende Anrechnung von Kindererziehungszeiten, weil Frauenpolitik für diese Bundesregierung und für diesen Sozialminister nicht reden, sondern handeln heißt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich möchte aber aus aktuellem Anlass und auf Grund der Tatsache, dass heute in dieser Debatte, die sich eigentlich um die Sozialpolitik und den neuen Sozialminister hätte drehen sollen, wieder ganz massive Vorwürfe gegen die FPÖ, gegen ihren ehemaligen Parteiobmann und gegen den Justizminister erhoben wurden, auch sagen, dass ich diese Vorwürfe mit allem Nachdruck zurückweise. Ich weise diese Vorwürfe zurück, weil sie falsch sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dobnigg: Bei Ihnen werden die Leute gleich abserviert!
Ich möchte aus meiner Erfahrung aus den letzten 15 Jahren sagen, dass ich vor wichtigen Wahlen die immer wiederkehrenden Versuche erlebt habe, die FPÖ und ihre führenden Repräsentanten zu diffamieren und zu kriminalisieren. Diese Versuche laufen immer nach ein und demselben Muster ab (Abg. Dobnigg: Bei Ihnen werden die Leute gleich abserviert!): Beschuldigungen und Behauptungen werden ohne die geringsten Beweise in den Raum gestellt, dann wird ein entsprechendes mediales Trommelfeuer entfacht, und die mediale Berichterstattung wiederum wird taxfrei als Schuldbeweis gewertet, so nach dem Motto: Irgendetwas wird schon hängen bleiben! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich möchte aus meiner Erfahrung aus den letzten 15 Jahren sagen, dass ich vor wichtigen Wahlen die immer wiederkehrenden Versuche erlebt habe, die FPÖ und ihre führenden Repräsentanten zu diffamieren und zu kriminalisieren. Diese Versuche laufen immer nach ein und demselben Muster ab (Abg. Dobnigg: Bei Ihnen werden die Leute gleich abserviert!): Beschuldigungen und Behauptungen werden ohne die geringsten Beweise in den Raum gestellt, dann wird ein entsprechendes mediales Trommelfeuer entfacht, und die mediale Berichterstattung wiederum wird taxfrei als Schuldbeweis gewertet, so nach dem Motto: Irgendetwas wird schon hängen bleiben! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Bures: Sie sprechen von Ihren eigenen Methoden! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Vordringlichstes Ziel all dieser Attacken in den letzten Jahren war und ist Jörg Haider. Nachdem es Ihnen fast zwei Jahrzehnte lang nicht gelungen ist, ihm politisch an der Wahlurne beizukommen, hat man vor jeder wichtigen Wahl zur Methode der persönlichen Ehrabschneidung gegriffen. (Abg. Bures: Sie sprechen von Ihren eigenen Methoden! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist für einen demokratischen Rechtsstaat eigentlich unfassbar, dass es kaum ein kriminelles Delikt gibt, das man Jörg Haider noch nicht unterstellt hat: Er habe sein Haus auf illegale Weise erworben, er habe illegal Ausländer im Bärental beschäftigt, er habe Kokain konsumiert und sei drogensüchtig, er habe einen Erpressungsversuch unternommen, er sei der "Ziehvater des rechtsextremen Terrors", die Blutspur der Briefbomben führe direkt in die FPÖ und damit zu ihm, und so weiter und so fort. – All diese Vorwürfe, all diese Anschuldigungen haben sich samt und sonders als falsch erwiesen, und so wird es auch dieses Mal sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Mertel: Wovon sprechen Sie?
Aber man ist sogar noch weiter gegangen. Nachdem verschiedene Telefonabhöraktionen und Beobachtungsaktionen durch Privatdetektive nicht das gewünschte Belastungsmaterial gegen Jörg Haider produzieren konnten, ist man nicht davor zurückgeschreckt – der frühere Sicherheitsdirektor Sika hat das in seinem Buch geschrieben –, Bedrohungslagen zu konstruieren (Abg. Dr. Mertel: Wovon sprechen Sie?), um Sicherheitsbeamte in seine Umgebung einzuschleusen mit dem Ziel, Informationen aus erster Hand zu bekommen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das, meine Damen und Herren, ist eine Vorgangsweise, die jedem Rechtsstaat Hohn spricht, und es ist vor allem eine Vorgangsweise, die auch von einer einzigartigen menschlichen Niederträchtigkeit zeugt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Hier – das möchte ich auch einmal ganz klar sagen! – geht es nicht nur um den Politiker Jörg Haider (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie verwechseln das Parlament mit einem Bierzelt! – Abg. Dr. Mertel: Oder mit einer FPÖ-Vorstandssitzung!), sondern hier geht es auch um einen Familienvater mit einer Frau und Kindern. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist keine Vorstandssitzung der FPÖ!) Ich weiß nicht, ob
Abg. Dr. Gusenbauer: Sie verwechseln das Parlament mit einem Bierzelt! – Abg. Dr. Mertel: Oder mit einer FPÖ-Vorstandssitzung!
Das, meine Damen und Herren, ist eine Vorgangsweise, die jedem Rechtsstaat Hohn spricht, und es ist vor allem eine Vorgangsweise, die auch von einer einzigartigen menschlichen Niederträchtigkeit zeugt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Hier – das möchte ich auch einmal ganz klar sagen! – geht es nicht nur um den Politiker Jörg Haider (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie verwechseln das Parlament mit einem Bierzelt! – Abg. Dr. Mertel: Oder mit einer FPÖ-Vorstandssitzung!), sondern hier geht es auch um einen Familienvater mit einer Frau und Kindern. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist keine Vorstandssitzung der FPÖ!) Ich weiß nicht, ob
Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist keine Vorstandssitzung der FPÖ!
Das, meine Damen und Herren, ist eine Vorgangsweise, die jedem Rechtsstaat Hohn spricht, und es ist vor allem eine Vorgangsweise, die auch von einer einzigartigen menschlichen Niederträchtigkeit zeugt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Hier – das möchte ich auch einmal ganz klar sagen! – geht es nicht nur um den Politiker Jörg Haider (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie verwechseln das Parlament mit einem Bierzelt! – Abg. Dr. Mertel: Oder mit einer FPÖ-Vorstandssitzung!), sondern hier geht es auch um einen Familienvater mit einer Frau und Kindern. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist keine Vorstandssitzung der FPÖ!) Ich weiß nicht, ob
Abg. Schieder: Vielleicht könnte sie zur Sache zurückkehren!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Frau Vizekanzlerin hat durchaus die Fähigkeit, sich durchzusetzen. Ich würde aber trotzdem glauben, dass man nicht mit dauernden Zwischenrufen ihre Rede stören sollte. (Abg. Schieder: Vielleicht könnte sie zur Sache zurückkehren!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist Polemik von der Regierungsbank, ohne zur Sache zu sprechen! Kommen Sie zur Sache!
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer (fortsetzend): Ich bin bei der Sache! – Fotos, Herr Kollege Schieder, von Jörg Haider im Fadenkreuz, sozusagen zum Abschuss freigegeben, die Veröffentlichung seiner Wohnadresse und seiner Telefonnummern auf Flugblättern, begleitet von unzweideutigen Aufforderungen – das alles sind keine Einzelfälle! (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist Polemik von der Regierungsbank, ohne zur Sache zu sprechen! Kommen Sie zur Sache!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Und wo, bitte schön, blieb denn da die Empörung und Entrüstung aller moralischen Wächter dieser Nation? Rechtfertigt Ihr "heiliger Krieg" gegen Jörg Haider wirklich jedes Mittel, meine Damen und Herren von der Sozialistischen Partei? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ist es mit den Prinzipien des Rechtsstaates und der Demokratie zu vereinbaren, einen Mann, der alle seine Funktionen auf demokratische Weise errungen hat, der auf Grund des klaren Wählervotums Landeshauptmann von Kärnten ist, in diesem Land und weit darüber hinaus für vogelfrei zu erklären? (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist die falsche Rede! Sie sind nicht im steirischen Parteivorstand!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist die falsche Rede! Sie sind nicht im steirischen Parteivorstand!
Und wo, bitte schön, blieb denn da die Empörung und Entrüstung aller moralischen Wächter dieser Nation? Rechtfertigt Ihr "heiliger Krieg" gegen Jörg Haider wirklich jedes Mittel, meine Damen und Herren von der Sozialistischen Partei? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ist es mit den Prinzipien des Rechtsstaates und der Demokratie zu vereinbaren, einen Mann, der alle seine Funktionen auf demokratische Weise errungen hat, der auf Grund des klaren Wählervotums Landeshauptmann von Kärnten ist, in diesem Land und weit darüber hinaus für vogelfrei zu erklären? (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist die falsche Rede! Sie sind nicht im steirischen Parteivorstand!)
Abg. Dr. Wittmann: Sie sind nicht bei einer Parteiveranstaltung!
Das Ziel, das hinter diesen neuerlichen Attacken steht, ist klar erkennbar, und es ist durchsichtig. Das Ziel lautet, Jörg Haider und mit ihm die FPÖ zu vernichten und damit diese Koalition zu sprengen. (Abg. Dr. Wittmann: Sie sind nicht bei einer Parteiveranstaltung!) Und ich sage Ihnen hier und heute und in aller Deutlichkeit: Das wird Ihnen nicht gelingen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das Ziel, das hinter diesen neuerlichen Attacken steht, ist klar erkennbar, und es ist durchsichtig. Das Ziel lautet, Jörg Haider und mit ihm die FPÖ zu vernichten und damit diese Koalition zu sprengen. (Abg. Dr. Wittmann: Sie sind nicht bei einer Parteiveranstaltung!) Und ich sage Ihnen hier und heute und in aller Deutlichkeit: Das wird Ihnen nicht gelingen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Halten Sie Ihre heutige Parlamentsrede vor Ihrem Parteivorstand!
Das ist Ihnen nicht gelungen mit den von Ihnen bestellten Sanktionen, das ist Ihnen nicht gelungen mit Ihren Gräuelmärchen über die Budgetpolitik dieser Regierung (Abg. Dr. Gusenbauer: Halten Sie Ihre heutige Parlamentsrede vor Ihrem Parteivorstand!), und es wird ihnen schon gar nicht gelingen mit einem Sammelsurium nebuloser Vorwürfe, für die es keinen einzigen Beweis gibt. (Abg. Dr. Hannes Bauer: Das ist unerhört, was Sie uns da alles unterstellen!) Aufklärungsbedürftig ist die politische Verantwortung sozialistischer Innenminister, in deren alleinige Verantwortung diese ganze Causa fällt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie sind nicht im Parteivorstand!) Alle Ablenkungsmanöver, sei es gegen Jörg Haider oder gegen Justizminister Böhmdorfer, werden daran nichts ändern. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Hannes Bauer: Das ist unerhört, was Sie uns da alles unterstellen!
Das ist Ihnen nicht gelungen mit den von Ihnen bestellten Sanktionen, das ist Ihnen nicht gelungen mit Ihren Gräuelmärchen über die Budgetpolitik dieser Regierung (Abg. Dr. Gusenbauer: Halten Sie Ihre heutige Parlamentsrede vor Ihrem Parteivorstand!), und es wird ihnen schon gar nicht gelingen mit einem Sammelsurium nebuloser Vorwürfe, für die es keinen einzigen Beweis gibt. (Abg. Dr. Hannes Bauer: Das ist unerhört, was Sie uns da alles unterstellen!) Aufklärungsbedürftig ist die politische Verantwortung sozialistischer Innenminister, in deren alleinige Verantwortung diese ganze Causa fällt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie sind nicht im Parteivorstand!) Alle Ablenkungsmanöver, sei es gegen Jörg Haider oder gegen Justizminister Böhmdorfer, werden daran nichts ändern. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Sie sind nicht im Parteivorstand!
Das ist Ihnen nicht gelungen mit den von Ihnen bestellten Sanktionen, das ist Ihnen nicht gelungen mit Ihren Gräuelmärchen über die Budgetpolitik dieser Regierung (Abg. Dr. Gusenbauer: Halten Sie Ihre heutige Parlamentsrede vor Ihrem Parteivorstand!), und es wird ihnen schon gar nicht gelingen mit einem Sammelsurium nebuloser Vorwürfe, für die es keinen einzigen Beweis gibt. (Abg. Dr. Hannes Bauer: Das ist unerhört, was Sie uns da alles unterstellen!) Aufklärungsbedürftig ist die politische Verantwortung sozialistischer Innenminister, in deren alleinige Verantwortung diese ganze Causa fällt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie sind nicht im Parteivorstand!) Alle Ablenkungsmanöver, sei es gegen Jörg Haider oder gegen Justizminister Böhmdorfer, werden daran nichts ändern. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das ist Ihnen nicht gelungen mit den von Ihnen bestellten Sanktionen, das ist Ihnen nicht gelungen mit Ihren Gräuelmärchen über die Budgetpolitik dieser Regierung (Abg. Dr. Gusenbauer: Halten Sie Ihre heutige Parlamentsrede vor Ihrem Parteivorstand!), und es wird ihnen schon gar nicht gelingen mit einem Sammelsurium nebuloser Vorwürfe, für die es keinen einzigen Beweis gibt. (Abg. Dr. Hannes Bauer: Das ist unerhört, was Sie uns da alles unterstellen!) Aufklärungsbedürftig ist die politische Verantwortung sozialistischer Innenminister, in deren alleinige Verantwortung diese ganze Causa fällt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie sind nicht im Parteivorstand!) Alle Ablenkungsmanöver, sei es gegen Jörg Haider oder gegen Justizminister Böhmdorfer, werden daran nichts ändern. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Huber: Es ist unerträglich, sich das anhören zu müssen! – Abg. Edler: Wir sind nicht im Bärental! – Weitere lautstarke, empörte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Meine Damen und Herren! Darf ich nochmals darauf hinweisen: Diese Sitzung wird im Fernsehen übertragen. (Abg. Huber: Es ist unerträglich, sich das anhören zu müssen! – Abg. Edler: Wir sind nicht im Bärental! – Weitere lautstarke, empörte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Hunderttausende Menschen in Österreich können sich ein Bild über die Verhältnisse hier im Hohen Hause machen. Ich glaube, es dient nicht dem Ansehen und der Würde dieses Hauses, wenn man die Rednerin mit andauernden Zwischenrufen am Reden behindert!
lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer (fortsetzend): Es ist mir schon klar, meine Damen und Herren von der Sozialistischen Partei, dass das schlechte Gewissen zur Nervosität auf Ihrer Seite führt (lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ), aber nichtsdestotrotz steht fest, dass die Vorwürfe gegen die FPÖ geradezu absurd sind, wenn man weiß, dass der meistabgefragte Politiker Jörg Haider ist. (Abg. Öllinger: Wegen Schnellfahrens!) Glauben Sie denn wirklich im Ernst, dass die FPÖ sich des Polizeiapparates bedient, um ihren eigenen Obmann zu bespitzeln? (Abg. Schieder: Herr Präsident! Hunderttausende Leute hören, dass sie nicht zur Sache spricht!) Glaubt irgendjemand im Ernst,
Abg. Öllinger: Wegen Schnellfahrens!
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer (fortsetzend): Es ist mir schon klar, meine Damen und Herren von der Sozialistischen Partei, dass das schlechte Gewissen zur Nervosität auf Ihrer Seite führt (lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ), aber nichtsdestotrotz steht fest, dass die Vorwürfe gegen die FPÖ geradezu absurd sind, wenn man weiß, dass der meistabgefragte Politiker Jörg Haider ist. (Abg. Öllinger: Wegen Schnellfahrens!) Glauben Sie denn wirklich im Ernst, dass die FPÖ sich des Polizeiapparates bedient, um ihren eigenen Obmann zu bespitzeln? (Abg. Schieder: Herr Präsident! Hunderttausende Leute hören, dass sie nicht zur Sache spricht!) Glaubt irgendjemand im Ernst,
Abg. Schieder: Herr Präsident! Hunderttausende Leute hören, dass sie nicht zur Sache spricht!
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer (fortsetzend): Es ist mir schon klar, meine Damen und Herren von der Sozialistischen Partei, dass das schlechte Gewissen zur Nervosität auf Ihrer Seite führt (lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ), aber nichtsdestotrotz steht fest, dass die Vorwürfe gegen die FPÖ geradezu absurd sind, wenn man weiß, dass der meistabgefragte Politiker Jörg Haider ist. (Abg. Öllinger: Wegen Schnellfahrens!) Glauben Sie denn wirklich im Ernst, dass die FPÖ sich des Polizeiapparates bedient, um ihren eigenen Obmann zu bespitzeln? (Abg. Schieder: Herr Präsident! Hunderttausende Leute hören, dass sie nicht zur Sache spricht!) Glaubt irgendjemand im Ernst,
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Ach so! – Abg. Edlinger: Jetzt soll der Staatsanwalt gegen die SPÖ ermitteln!
30 Jahre sozialistische Innenminister – das ist doch der Kern der Sache, meine sehr geehrten Damen und Herren! Dorthin müssen wir schauen, wenn wir über politische Verantwortung reden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Ach so! – Abg. Edlinger: Jetzt soll der Staatsanwalt gegen die SPÖ ermitteln!)
Abg. Schieder: Herr Präsident!
Es ist auch kein Zufall, dass sich alle wirklichen Skandale der letzten Jahre im Dunstkreis einer einzigen Partei abgespielt haben. (Abg. Schieder: Herr Präsident!) Egal, ob "Lucona", "Noricum", "Euroteam" oder Bank Burgenland – allesamt fallen sie in den Verantwortungsbereich der Sozialistischen Partei! (Abg. Schieder: Herr Präsident!) Und auch wenn Sie jeden Monat wieder routinemäßig einen Misstrauensantrag gegen den Justizminister stellen, werden Sie davon nicht ablenken können. (Abg. Schasching: Das ist pure Polemik!)
Abg. Schieder: Herr Präsident!
Es ist auch kein Zufall, dass sich alle wirklichen Skandale der letzten Jahre im Dunstkreis einer einzigen Partei abgespielt haben. (Abg. Schieder: Herr Präsident!) Egal, ob "Lucona", "Noricum", "Euroteam" oder Bank Burgenland – allesamt fallen sie in den Verantwortungsbereich der Sozialistischen Partei! (Abg. Schieder: Herr Präsident!) Und auch wenn Sie jeden Monat wieder routinemäßig einen Misstrauensantrag gegen den Justizminister stellen, werden Sie davon nicht ablenken können. (Abg. Schasching: Das ist pure Polemik!)
Abg. Schasching: Das ist pure Polemik!
Es ist auch kein Zufall, dass sich alle wirklichen Skandale der letzten Jahre im Dunstkreis einer einzigen Partei abgespielt haben. (Abg. Schieder: Herr Präsident!) Egal, ob "Lucona", "Noricum", "Euroteam" oder Bank Burgenland – allesamt fallen sie in den Verantwortungsbereich der Sozialistischen Partei! (Abg. Schieder: Herr Präsident!) Und auch wenn Sie jeden Monat wieder routinemäßig einen Misstrauensantrag gegen den Justizminister stellen, werden Sie davon nicht ablenken können. (Abg. Schasching: Das ist pure Polemik!)
Abg. Reitsamer: Ja, Ihr Vorgehen ist ungeheuerlich!
Ich finde es geradezu ungeheuerlich, dass sich der SPÖ-Vorsitzende Gusenbauer hier herstellt und unter dem Schutz der Immunität weitere Vorwürfe in den Raum stellt, ohne die geringsten Beweise dafür vorgelegt zu haben. (Abg. Reitsamer: Ja, Ihr Vorgehen ist ungeheuerlich!) In Ihrem Übereifer im Kampf gegen diese Bundesregierung schrecken Sie ja nicht davor zurück, den gesamten Sicherheitsapparat und die Justiz anzupatzen (Abg. Edlinger: Das stimmt überhaupt nicht!), einen Sicherheitsapparat, der 30 Jahre lang in Ihrer politischen Verantwortung gestanden ist, und dies, obwohl alle Fälle, von denen hier die Rede ist, in die Verantwortung sozialistischer Innenminister fallen und kein einziger in die Verantwortung dieser Bundesregierung. (Abg. Schasching: Zur Sache! Zur Sache! – Abg. Dr. Wittmann: Das ist Ihre Wortmeldung zur Sozialpolitik?)
Abg. Edlinger: Das stimmt überhaupt nicht!
Ich finde es geradezu ungeheuerlich, dass sich der SPÖ-Vorsitzende Gusenbauer hier herstellt und unter dem Schutz der Immunität weitere Vorwürfe in den Raum stellt, ohne die geringsten Beweise dafür vorgelegt zu haben. (Abg. Reitsamer: Ja, Ihr Vorgehen ist ungeheuerlich!) In Ihrem Übereifer im Kampf gegen diese Bundesregierung schrecken Sie ja nicht davor zurück, den gesamten Sicherheitsapparat und die Justiz anzupatzen (Abg. Edlinger: Das stimmt überhaupt nicht!), einen Sicherheitsapparat, der 30 Jahre lang in Ihrer politischen Verantwortung gestanden ist, und dies, obwohl alle Fälle, von denen hier die Rede ist, in die Verantwortung sozialistischer Innenminister fallen und kein einziger in die Verantwortung dieser Bundesregierung. (Abg. Schasching: Zur Sache! Zur Sache! – Abg. Dr. Wittmann: Das ist Ihre Wortmeldung zur Sozialpolitik?)
Abg. Schasching: Zur Sache! Zur Sache! – Abg. Dr. Wittmann: Das ist Ihre Wortmeldung zur Sozialpolitik?
Ich finde es geradezu ungeheuerlich, dass sich der SPÖ-Vorsitzende Gusenbauer hier herstellt und unter dem Schutz der Immunität weitere Vorwürfe in den Raum stellt, ohne die geringsten Beweise dafür vorgelegt zu haben. (Abg. Reitsamer: Ja, Ihr Vorgehen ist ungeheuerlich!) In Ihrem Übereifer im Kampf gegen diese Bundesregierung schrecken Sie ja nicht davor zurück, den gesamten Sicherheitsapparat und die Justiz anzupatzen (Abg. Edlinger: Das stimmt überhaupt nicht!), einen Sicherheitsapparat, der 30 Jahre lang in Ihrer politischen Verantwortung gestanden ist, und dies, obwohl alle Fälle, von denen hier die Rede ist, in die Verantwortung sozialistischer Innenminister fallen und kein einziger in die Verantwortung dieser Bundesregierung. (Abg. Schasching: Zur Sache! Zur Sache! – Abg. Dr. Wittmann: Das ist Ihre Wortmeldung zur Sozialpolitik?)
Abg. Dr. Wittmann: Ist das Ihre Sozialpolitik?
Ihre permanenten Angriffe gegen den Justizminister, dessen Amtsführung absolut untadelig und unangreifbar ist, sind nichts anderes als die Infragestellung der Unabhängigkeit der Justiz. (Abg. Dr. Wittmann: Ist das Ihre Sozialpolitik?) Ihr absurder Vorwurf, der Justizminister würde Ermittlungen und Verfahren beeinflussen, ist nichts anderes als gleichzeitig die Unterstellung, dass die Vertreter der Justiz in diesem Lande nicht unabhängig seien. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ihre permanenten Angriffe gegen den Justizminister, dessen Amtsführung absolut untadelig und unangreifbar ist, sind nichts anderes als die Infragestellung der Unabhängigkeit der Justiz. (Abg. Dr. Wittmann: Ist das Ihre Sozialpolitik?) Ihr absurder Vorwurf, der Justizminister würde Ermittlungen und Verfahren beeinflussen, ist nichts anderes als gleichzeitig die Unterstellung, dass die Vertreter der Justiz in diesem Lande nicht unabhängig seien. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Im Gegensatz zu Ihnen bin ich nicht der Meinung, dass es hier darum geht, ob die Opposition oder die Regierung gewinnt, sondern mir geht es darum, dass der Rechtsstaat in diesem Lande siegt. Und zu diesem Rechtsstaat habe ich volles Vertrauen! (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Schieder: Herr Präsident! Zur Geschäftsordnung! Das dürfen Sie nicht sagen! – Abg. Ing. Westenthaler: Am Wort ist die Rednerin! Da gibt es keine Geschäftsbehandlung! – Abg. Schieder: Dann kann er nicht enunzieren! Wenn er ihr das Wort erteilt, darf er nicht selber noch etwas sagen!
Ich ersuche nochmals, auch wenn man mit der Meinung einer Rednerin nicht einverstanden ist, sie so weit zu Wort kommen zu lassen, dass sie sich ausreichend artikulieren kann! (Abg. Schieder: Herr Präsident! Zur Geschäftsordnung! Das dürfen Sie nicht sagen! – Abg. Ing. Westenthaler: Am Wort ist die Rednerin! Da gibt es keine Geschäftsbehandlung! – Abg. Schieder: Dann kann er nicht enunzieren! Wenn er ihr das Wort erteilt, darf er nicht selber noch etwas sagen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Huber: So ist es! – Abg. Haigermoser: Hat sie auch! – Abg. Ing. Westenthaler: Wahrheit tut weh!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Es gibt genau zwei Möglichkeiten: Entweder es ist eine Rednerin bereits am Wort, dann kann keine zusätzliche Enunziation mehr stattfinden. Zweite Möglichkeit: Wenn Sie für die Frau Vizekanzlerin die nötige Aufmerksamkeit herstellen wollen, dann wäre es auch angebracht gewesen, darauf hinzuweisen, dass sie zur Sache reden soll. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Huber: So ist es! – Abg. Haigermoser: Hat sie auch! – Abg. Ing. Westenthaler: Wahrheit tut weh!)
Abg. Reitsamer: Aber nicht so weit!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter Gusenbauer! Ich bin gerne bereit, über die Frage, was zur Sache eines Tagesordnungspunktes gehört, in der nächsten Präsidiale einen Exkurs zu liefern. Ich möchte dazu nur sagen: Methode dieses Hauses war es, diesen Begriff bisher relativ weit zu fassen. (Abg. Reitsamer: Aber nicht so weit!) Ich möchte nicht dann, wenn eine Frau am Wort ist, insbesondere dann, wenn es die Frau Vizekanzlerin ist, plötzlich einen anderen Maßstab anlegen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist zurückgereiht worden!
Jetzt ist am Wort Frau Abgeordnete Mag. Prammer. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist zurückgereiht worden!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Frau Vizekanzlerin! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Was mir bei Ihrer Rede aufgefallen ist: Sie sind die Pressesprecherin des "einfachen Parteimitgliedes" in Kärnten geblieben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Frau Vizekanzlerin! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Was mir bei Ihrer Rede aufgefallen ist: Sie sind die Pressesprecherin des "einfachen Parteimitgliedes" in Kärnten geblieben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie denn zurückgereiht worden? Warum hat man Ihnen Edlinger vorgesetzt?
Ich nehme zur Kenntnis, dass es einen guten Brauch, den es früher in diesem Hause gegeben hat, nicht mehr gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie denn zurückgereiht worden? Warum hat man Ihnen Edlinger vorgesetzt?), wie es vieles nicht mehr gibt in diesem Land und in diesem Haus, nämlich dass von der Regierungsbank keine Polemik auszugehen hat, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen die Krawatte gebunden? – Abg. Haigermoser: Das ist eine Verlierer-Krawatte!)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen die Krawatte gebunden? – Abg. Haigermoser: Das ist eine Verlierer-Krawatte!
Ich nehme zur Kenntnis, dass es einen guten Brauch, den es früher in diesem Hause gegeben hat, nicht mehr gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie denn zurückgereiht worden? Warum hat man Ihnen Edlinger vorgesetzt?), wie es vieles nicht mehr gibt in diesem Land und in diesem Haus, nämlich dass von der Regierungsbank keine Polemik auszugehen hat, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen die Krawatte gebunden? – Abg. Haigermoser: Das ist eine Verlierer-Krawatte!)
Abg. Haigermoser: Was haben Sie gegen uns? Was haben wir Ihnen getan?
Es war schon bezeichnend, dass die Frau Ministerin Sickl das Wort "Frauen" sehr schamvoll benutzt hat. Herr Ministerin Haupt hingegen sagt es im Brustton seiner Überzeugung. Aber Sie haben schon Recht, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei: So weit brauche ich gar nicht zu gehen. Es ist ja nicht mehr vonnöten, über eine fortschrittliche Frauenpolitik in diesem Hause zu diskutieren. (Abg. Haigermoser: Was haben Sie gegen uns? Was haben wir Ihnen getan?)
Abg. Haigermoser: Was haben Sie gegen uns, Frau Kollegin?
Der Herr Minister stellt klar, dass es in der heutigen Europäischen Union die Gleichbehandlung so lange zu geben hat, bis die Frauen in den entsprechenden Positionen sind. Wir nehmen zur Kenntnis, dass es einen Mann gebraucht hat, damit klar wurde, dass Gleichbehandlung zeitlich begrenzt aufzufassen ist. (Abg. Haigermoser: Was haben Sie gegen uns, Frau Kollegin?) Es ist gar nicht notwendig, nachzufragen, was nun die entsprechenden Frauenpositionen sein sollen. Wir freuen uns, endlich erkennen zu dürfen, dass Gleichbehandlung eine Übergangserscheinung ist. Irgendwann, meine Damen, dürfen wir uns also wieder ganz flott ungleich behandeln lassen – wie in den guten alten Zeiten.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Warum ist Gusenbauer keine Frau?
Herr Minister! Wenn die Vorherrschaft der Männer als radikal eingestuft werden darf – und sie darf, wie ich glaube –, dann darf Feminismus auch ein Stück weit radikal sein, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Warum ist Gusenbauer keine Frau?)
Beifall bei der SPÖ.
Ab dem Jahre 2000, meine Damen und Herren, wird die Frage neu beantwortet, und zwar folgendermaßen: Frauen zurück an den Herd und Kinderbetreuungsgeld. Das ist die neue Antwort, das ist die Wende, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Frau Kollegin! Auf diese Seite auch, ich möchte das auch lesen!
Meine Damen und Herren! Ein weiteres Taferl. (Abg. Haigermoser: Frau Kollegin! Auf diese Seite auch, ich möchte das auch lesen!) Ich weiß, Herr Haigermoser, bei Ihnen ist Hopfen und Malz verloren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ein weiteres Taferl. (Abg. Haigermoser: Frau Kollegin! Auf diese Seite auch, ich möchte das auch lesen!) Ich weiß, Herr Haigermoser, bei Ihnen ist Hopfen und Malz verloren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Wie viele haben Sie denn?
Noch ein Taferl. (Abg. Haigermoser: Wie viele haben Sie denn?) Vor 1970: drei Wochen Mindesturlaub, rechtlose Frauen, wenn sie auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert werden. Frauen im öffentlichen Dienst zählen nicht. – Heute gibt es Gleichbehandlungsgesetze, fünf Wochen Mindesturlaub, Frauenförderungsprogramme. Aber ein Objektivierungsgesetz wird alles kippen, und die asoziale Treffsicherheit trifft besonders Frauen. (Abg. Dr. Pumberger: Niemand weiß, was Sie getan haben!)
Abg. Dr. Pumberger: Niemand weiß, was Sie getan haben!
Noch ein Taferl. (Abg. Haigermoser: Wie viele haben Sie denn?) Vor 1970: drei Wochen Mindesturlaub, rechtlose Frauen, wenn sie auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert werden. Frauen im öffentlichen Dienst zählen nicht. – Heute gibt es Gleichbehandlungsgesetze, fünf Wochen Mindesturlaub, Frauenförderungsprogramme. Aber ein Objektivierungsgesetz wird alles kippen, und die asoziale Treffsicherheit trifft besonders Frauen. (Abg. Dr. Pumberger: Niemand weiß, was Sie getan haben!)
Abg. Haigermoser: Das Taferl ist umgefallen!
Der Herr Bundeskanzler spricht vom Bericht der Experten, dem so genannten Mazal-Bericht. (Abg. Haigermoser: Das Taferl ist umgefallen!) Wenn man Ihnen zuhört, Herr Bundeskanzler, gewinnt man den Eindruck, dass Sie diesen Expertenbericht nie gelesen haben! Meine Damen und Herren, welche Wahrheit verbreiten Sie hier in diesem Land?
Beifall bei der SPÖ.
Noch einmal zurückkommend auf den Herrn Frauenministerin : Wie halten Sie es denn mit dem Umstand, dass es bis heute Burschenschaften gibt? Nicht dass ich der Meinung wäre, dass wir darum kämpfen sollten, dass Frauen dort aufgenommen werden sollen, aber wie wird denn Ihr Engagement diesbezüglich ausschauen? – Ich hörte, Sie seien selber Mitglied einer dieser Vereinigungen. – Dieses Relikt irgendwann einmal zu beseitigen, meine Damen und Herren, das wäre der richtige Weg! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Sie braucht es nicht zu bezahlen, sie kriegt ein Stipendium!
Herr Minister! Wie werden Sie es mit der asozialen Treffsicherheit bei den Studiengebühren halten? – Ich habe vorige Woche eine junge Frau getroffen beziehungsweise kennen gelernt, die eine Alleinerzieherin ist. Sie ist gerade geschieden worden und hat drei Kinder. Sie ist mit 30 Stunden beschäftigt, und damit sie und ihre Kinder eine Zukunft haben, will sie nun ihr Studium abschließen, und das macht sie nebenbei. Das ist eine Frau, die die Vielfachbetroffenheit, die Bedeutung dieser asozialen Treffsicherheit am eigenen Leib zu spüren bekommen wird. Sie wird für das Studium zahlen müssen (Abg. Steibl: Sie braucht es nicht zu bezahlen, sie kriegt ein Stipendium!), sie wird sich, was die gemeinsame Obsorge ihrer drei Kinder betrifft, fürchten müssen, und sie hat natürlich keine Chance, auch nur ansatzweise irgendeine Unterstützung von Seiten der Regierungsparteien zu erhalten.
Beifall bei der SPÖ.
Das sind vier Diskriminierungstatbestände, meine Damen und Herren! Wir werden alle rechtlichen Schritte unternehmen, die zu unternehmen sind, auch wenn es auf europäischer oder auf internationaler Ebene ist, aber diese vier Diskriminierungstatbestände werden wir so nicht zur Kenntnis nehmen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Redezeit! 8 Minuten wurden vereinbart! 8 Minuten wurden in der Präsidiale vereinbart, Herr Klubobmann Kostelka!
Noch ein letztes Wort: Österreich hat schon einmal eine Zeit erlebt, in der die Zerschlagung der Gewerkschaften, die Totalprivatisierung ohne Rücksicht auf soziale Folgen und die Missachtung eines drohenden wirtschaftlichen Desasters Inhalte eines politischen Programms waren. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Redezeit! 8 Minuten wurden vereinbart! 8 Minuten wurden in der Präsidiale vereinbart, Herr Klubobmann Kostelka!) Es ist eine Irrmeinung, meine Damen und Herren, dass Vermehrung von Kapital um jeden Preis automatisch Reichtum bedeute. Den sozialen Frieden bekommt man nicht umsonst, und schon gar nicht die Gleichstellung der Geschlechter. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Es hat Vereinbarungen gegeben: 8 Minuten Redezeit! Sie spricht 10 Minuten!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Es hat Vereinbarungen gegeben: 8 Minuten Redezeit! Sie spricht 10 Minuten!
Noch ein letztes Wort: Österreich hat schon einmal eine Zeit erlebt, in der die Zerschlagung der Gewerkschaften, die Totalprivatisierung ohne Rücksicht auf soziale Folgen und die Missachtung eines drohenden wirtschaftlichen Desasters Inhalte eines politischen Programms waren. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Redezeit! 8 Minuten wurden vereinbart! 8 Minuten wurden in der Präsidiale vereinbart, Herr Klubobmann Kostelka!) Es ist eine Irrmeinung, meine Damen und Herren, dass Vermehrung von Kapital um jeden Preis automatisch Reichtum bedeute. Den sozialen Frieden bekommt man nicht umsonst, und schon gar nicht die Gleichstellung der Geschlechter. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Es hat Vereinbarungen gegeben: 8 Minuten Redezeit! Sie spricht 10 Minuten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich! Es hat in der Präsidiale Vereinbarungen wegen der Redezeit gegeben!
Die Absurdität eines Herrn Frauenministers und das Nichtvorhandensein einer Frauenpolitik sind die eine Sache (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich! Es hat in der Präsidiale Vereinbarungen wegen der Redezeit gegeben!), aber das verblasst nahezu in Anbetracht dessen,
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Harald Ofner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Dame, meine Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Nur keine Aufregung, ich weiß schon, dass die Direktübertragung des Fernsehens in einer Minute zu Ende geht, aber das Hohe Haus ist sich auch ohne Fernsehen gut genug, und jede Rede, die anschließend gehalten wird, ist genauso wichtig für die Materie wie jene Debattenbeiträge, die noch ins Fernsehen gekommen sind. Also keine Aufregung, alles geht so weiter wie bisher. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Povysil ist dem Redner beim Ablegen seiner Krücken behilflich.
Zunächst einmal darf ich mich als aufmerksamer Zeitungsleser damit auseinander setzen, dass ... (Abg. Dr. Povysil ist dem Redner beim Ablegen seiner Krücken behilflich.) Danke, das ist ganz lieb, Frau Primaria. Ich halte mir eine Primaria für das Aufheben der Krücken, das ist auch nicht schlecht. Das ist ganz lieb. (Rufe der Empörung bei der SPÖ. – Abg. Dr. Povysil: Ich habe kein Problem damit! – Zwischenruf der Abg. Huber. )
Rufe der Empörung bei der SPÖ. – Abg. Dr. Povysil: Ich habe kein Problem damit! – Zwischenruf der Abg. Huber.
Zunächst einmal darf ich mich als aufmerksamer Zeitungsleser damit auseinander setzen, dass ... (Abg. Dr. Povysil ist dem Redner beim Ablegen seiner Krücken behilflich.) Danke, das ist ganz lieb, Frau Primaria. Ich halte mir eine Primaria für das Aufheben der Krücken, das ist auch nicht schlecht. Das ist ganz lieb. (Rufe der Empörung bei der SPÖ. – Abg. Dr. Povysil: Ich habe kein Problem damit! – Zwischenruf der Abg. Huber. )
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Frau Kollegin! Ich bin ein bisschen schwerhörig, ich verstehe Sie nicht. Kommen Sie bitte nachher zu mir, und sagen Sie es mir dann! Ein bisschen mehr Respekt vor älteren Menschen, denn ältere Menschen gehen nicht mehr so leicht, ältere Menschen hören auch nicht mehr so gut! Aber Sie können nachher zu mir kommen und können mir das alles erzählen. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Mertel: Sie haben "gewonnen"! Die FPÖ hat "gewonnen"!
Das ist die strategische Perspektive des Ausganges der steirischen Landtagswahl. Sie sind diejenigen, die verloren haben (Abg. Dr. Mertel: Sie haben "gewonnen"! Die FPÖ hat "gewonnen"!), und Sie sind diejenigen, die die Zukunftsperspektiven verloren haben, denn Sie haben erkannt, dass wir, Schwarz und Blau, miteinander die Zukunft – und das hat sich in der Steiermark abgezeichnet – vor uns und in Händen haben, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist die strategische Perspektive des Ausganges der steirischen Landtagswahl. Sie sind diejenigen, die verloren haben (Abg. Dr. Mertel: Sie haben "gewonnen"! Die FPÖ hat "gewonnen"!), und Sie sind diejenigen, die die Zukunftsperspektiven verloren haben, denn Sie haben erkannt, dass wir, Schwarz und Blau, miteinander die Zukunft – und das hat sich in der Steiermark abgezeichnet – vor uns und in Händen haben, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger. – Abg. Haigermoser: Stalinist Öllinger!
So weit sind wir! Kommunisten, alte und neue, kommen nach Österreich aus dem Ausland, aus Triest und Friaul, und nehmen an Widerstandstagen – das Wort "Widerstand" wird ja in einer Weise missbraucht, die die Widerstandsbewegung längst auf die Palme gebracht hat – gegen einen ordnungsgemäß bestellten österreichischen Landeshauptmann teil. (Zwischenruf des Abg. Öllinger. – Abg. Haigermoser: Stalinist Öllinger!)
Abg. Haigermoser: Stalinist Öllinger!
Ich wundere mich nicht darüber, dass die Kommunisten das machen, ich wundere mich nicht darüber, dass Sie das nicht erwähnen, sondern ich wundere mich nur über die Zeitungen, denn wo ist das Aufheulen, wo ist der Protest, wo ist zumindest die Glosse. (Abg. Haigermoser: Stalinist Öllinger!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Sind Sie sich dessen klar, was Sie jetzt gesagt haben?
Der Anwalt ist sozusagen der Fremdenlegionär des Klienten, der Legionär bekommt seinen Auftrag, und er hat ihn zu erfüllen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Sind Sie sich dessen klar, was Sie jetzt gesagt haben?) – Frau Kollegin, so ist das Leben! "Für seine Klienten kann niemand etwas", heißt ein altes Sprichwort. Es stammt von Michael Stern. (Abg. Öllinger: "Unsere Ehre heißt Treue"!) Das ist eine Äußerung, für die andere vor Gericht gestellt worden sind. Herr Kollege, seien Sie vorsichtig! Solche Äußerungen würde ich nicht verwenden! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Khol. )
Abg. Öllinger: "Unsere Ehre heißt Treue"!
Der Anwalt ist sozusagen der Fremdenlegionär des Klienten, der Legionär bekommt seinen Auftrag, und er hat ihn zu erfüllen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Sind Sie sich dessen klar, was Sie jetzt gesagt haben?) – Frau Kollegin, so ist das Leben! "Für seine Klienten kann niemand etwas", heißt ein altes Sprichwort. Es stammt von Michael Stern. (Abg. Öllinger: "Unsere Ehre heißt Treue"!) Das ist eine Äußerung, für die andere vor Gericht gestellt worden sind. Herr Kollege, seien Sie vorsichtig! Solche Äußerungen würde ich nicht verwenden! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Khol. )
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Khol.
Der Anwalt ist sozusagen der Fremdenlegionär des Klienten, der Legionär bekommt seinen Auftrag, und er hat ihn zu erfüllen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Sind Sie sich dessen klar, was Sie jetzt gesagt haben?) – Frau Kollegin, so ist das Leben! "Für seine Klienten kann niemand etwas", heißt ein altes Sprichwort. Es stammt von Michael Stern. (Abg. Öllinger: "Unsere Ehre heißt Treue"!) Das ist eine Äußerung, für die andere vor Gericht gestellt worden sind. Herr Kollege, seien Sie vorsichtig! Solche Äußerungen würde ich nicht verwenden! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Khol. )
Abg. Dr. Lichtenberger: Ich habe Sie gefragt, ob Sie sich dessen klar sind, was Sie jetzt gesagt haben!
Die Maßstäbe, die man an einen Verteidiger anzulegen hat, sind so, dass er immer ... (Abg. Dr. Lichtenberger: Ich habe Sie gefragt, ob Sie sich dessen klar sind, was Sie jetzt gesagt haben!) Jetzt ist es Ihnen wieder eingefallen, aber jetzt will ich nicht mehr zuhören. – Das heißt: Legen Sie die Maßstäbe an Ihre Anwälte so an, wie Sie sie an andere anlegen! Und dann werden Sie sehen, wie sehr Sie mit Ihren Vorstellungen daneben sind. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser, der dem Redner beim Nehmen der Krücken behilflich sein will: Ich bin zwar keine Primaria, aber ich hätte dir auch geholfen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser, der dem Redner beim Nehmen der Krücken behilflich sein will: Ich bin zwar keine Primaria, aber ich hätte dir auch geholfen!
Die Maßstäbe, die man an einen Verteidiger anzulegen hat, sind so, dass er immer ... (Abg. Dr. Lichtenberger: Ich habe Sie gefragt, ob Sie sich dessen klar sind, was Sie jetzt gesagt haben!) Jetzt ist es Ihnen wieder eingefallen, aber jetzt will ich nicht mehr zuhören. – Das heißt: Legen Sie die Maßstäbe an Ihre Anwälte so an, wie Sie sie an andere anlegen! Und dann werden Sie sehen, wie sehr Sie mit Ihren Vorstellungen daneben sind. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser, der dem Redner beim Nehmen der Krücken behilflich sein will: Ich bin zwar keine Primaria, aber ich hätte dir auch geholfen!)
Abg. Dr. Ofner: Wie Sie wollen!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Ofner, ich weiß nicht, soll ich das als Drohung verstehen oder ...? (Abg. Dr. Ofner: Wie Sie wollen!) Wie ich will! Danke schön. Das ist sehr großzügig von Ihnen. Jetzt weiß ich wenigstens, was der frühere Justizminister der FPÖ gegen Abgeordnete der Oppositionsparteien noch in petto hat. (Abg. Haigermoser: Was haben Sie mit der Petrovic gemacht? Warum haben Sie Frau Petrovic abgesetzt?) Dass in diesem Haus offene Drohungen gegen Abgeordnete der Oppositionsparteien ausgesprochen werden, ist auch etwas Neues, Herr Kollege Ofner. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie Frau Petrovic kalt abgesetzt?)
Abg. Haigermoser: Was haben Sie mit der Petrovic gemacht? Warum haben Sie Frau Petrovic abgesetzt?
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Ofner, ich weiß nicht, soll ich das als Drohung verstehen oder ...? (Abg. Dr. Ofner: Wie Sie wollen!) Wie ich will! Danke schön. Das ist sehr großzügig von Ihnen. Jetzt weiß ich wenigstens, was der frühere Justizminister der FPÖ gegen Abgeordnete der Oppositionsparteien noch in petto hat. (Abg. Haigermoser: Was haben Sie mit der Petrovic gemacht? Warum haben Sie Frau Petrovic abgesetzt?) Dass in diesem Haus offene Drohungen gegen Abgeordnete der Oppositionsparteien ausgesprochen werden, ist auch etwas Neues, Herr Kollege Ofner. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie Frau Petrovic kalt abgesetzt?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie Frau Petrovic kalt abgesetzt?
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Ofner, ich weiß nicht, soll ich das als Drohung verstehen oder ...? (Abg. Dr. Ofner: Wie Sie wollen!) Wie ich will! Danke schön. Das ist sehr großzügig von Ihnen. Jetzt weiß ich wenigstens, was der frühere Justizminister der FPÖ gegen Abgeordnete der Oppositionsparteien noch in petto hat. (Abg. Haigermoser: Was haben Sie mit der Petrovic gemacht? Warum haben Sie Frau Petrovic abgesetzt?) Dass in diesem Haus offene Drohungen gegen Abgeordnete der Oppositionsparteien ausgesprochen werden, ist auch etwas Neues, Herr Kollege Ofner. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie Frau Petrovic kalt abgesetzt?)
Beifall bei den Grünen. – Der Redner hebt ein Buch mit dem Titel "Haider" in die Höhe.
Zur Vizekanzlerin möchte ich nur Folgendes sagen: Frau Vizekanzlerin Riess-Passer, Sie haben hier einige Tränen über den "armen", "armen" Landeshauptmann von Kärnten vergossen. – Ich werde hier an diesem Rednerpult heute keine Haider-Debatte führen. Ich sage nur: Wenn einer in diesem Land, in dieser Republik Österreich, über Jahre hinweg systematisch die Verleumdung als politische Waffe eingesetzt hat, dann war es dieser Politiker: Jörg Haider! (Beifall bei den Grünen. – Der Redner hebt ein Buch mit dem Titel "Haider" in die Höhe.) – Und wenn Sie
Abg. Öllinger: "Über jeden Verdacht erhaben"!
Mit anderen Worten: Jeder, der von einer Spitzelaffäre redet, ist für ihn ein Geisteskranker, und dieser Mensch sitzt im Koalitionsausschuss mit der ÖVP! – Kein Problem für Herrn Bundeskanzler Schüssel, und kein Problem natürlich für die Abgeordneten der FPÖ, mit ihrem Ex-Parteiobmann zurechtzukommen. (Abg. Öllinger: "Über jeden Verdacht erhaben"!)
Abg. Haigermoser: Was haben Sie mit Petrovic gemacht, Herr Planwirtschaftsminister?
Haider wird vielleicht sagen: Das habe ich ja nicht gesagt, oder wenn ich es gesagt habe, dann habe ich es nicht so gemeint, und meinetwegen, dann entschuldige ich mich halt, wenn es jemand falsch verstanden haben sollte. – Auch das kennen wir. (Abg. Haigermoser: Was haben Sie mit Petrovic gemacht, Herr Planwirtschaftsminister?)
Abg. Haigermoser: Lassen Sie Frau Dr. Sickl in Ruhe! – Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Haigermoser –: Lassen Sie uns in Ruhe! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Das ist Frauenfeindlichkeit ...!
Herr Bundeskanzler! "Regierungsumbildung" hatten Sie heute auf die Tagesordnung gesetzt. Die von Anfang an überforderte Sozialministerin Sickl wird ersetzt durch Frauenminister Haupt. (Abg. Haigermoser: Lassen Sie Frau Dr. Sickl in Ruhe! – Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Haigermoser –: Lassen Sie uns in Ruhe! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Das ist Frauenfeindlichkeit ...!)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schieder.
Ich glaube, dass es immer noch ein Unterschied ist, ob ich Bundeskanzler Schüssel anspreche oder Abgeordneten Haigermoser von der FPÖ! (Neuerlicher Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schieder. )
Abg. Großruck: Er will im Gegensatz zu Ihnen ein Philosoph bleiben!
Der zweite Misstrauensantrag erfolgte nach dem "Weisen"-Bericht. Schüssel schwieg auch dazu. (Abg. Großruck: Er will im Gegensatz zu Ihnen ein Philosoph bleiben!) Später hat sich Schüssel in dem Sinne geäußert: Na ja, der Justizminister lernt noch. – Ja, der Minister lernt vielleicht noch, aber bitte nicht auf unsere Kosten, Herr Bundeskanzler Schüssel!
Heiterkeit bei den Grünen.
Jetzt muss man sich einmal vorstellen, was das für eine Situation in der Justiz herbeiführt, die der Bundeskanzler da zulässt! Das sieht dann etwa so aus: Der berichtspflichtige Staatsanwalt kommt also zu Justizminister Böhmdorfer und sagt: Ich würde gern Rechtsanwalt Böhmdorfer einvernehmen, weil der doch offenbar diese illegal beschafften Unterlagen verwendet hat. – Justizminister Böhmdorfer sagt: Ja, sicher, eine verfolgenswerte Idee. – Der Staatsanwalt fragt Anwalt Böhmdorfer: Na, was haben Sie sich denn damals gedacht? – Rechtsanwalt Böhmdorfer sagt: Dazu sage ich nichts. Ich berufe mich auf meine Verschwiegenheitspflicht. – Der Staatsanwalt kommt zurück und sagt: Herr Justizminister Böhmdorfer, der Rechtsanwalt Böhmdorfer sagt nichts. (Heiterkeit bei den Grünen.) – Ich meine, das ist herzmanovskysch (Abg. Dr. Kostelka: Das ist real!), aber es ist die voraussehbare Realität!
Abg. Dr. Kostelka: Das ist real!
Jetzt muss man sich einmal vorstellen, was das für eine Situation in der Justiz herbeiführt, die der Bundeskanzler da zulässt! Das sieht dann etwa so aus: Der berichtspflichtige Staatsanwalt kommt also zu Justizminister Böhmdorfer und sagt: Ich würde gern Rechtsanwalt Böhmdorfer einvernehmen, weil der doch offenbar diese illegal beschafften Unterlagen verwendet hat. – Justizminister Böhmdorfer sagt: Ja, sicher, eine verfolgenswerte Idee. – Der Staatsanwalt fragt Anwalt Böhmdorfer: Na, was haben Sie sich denn damals gedacht? – Rechtsanwalt Böhmdorfer sagt: Dazu sage ich nichts. Ich berufe mich auf meine Verschwiegenheitspflicht. – Der Staatsanwalt kommt zurück und sagt: Herr Justizminister Böhmdorfer, der Rechtsanwalt Böhmdorfer sagt nichts. (Heiterkeit bei den Grünen.) – Ich meine, das ist herzmanovskysch (Abg. Dr. Kostelka: Das ist real!), aber es ist die voraussehbare Realität!
Abg. Öllinger: Der ist "über jeden Verdacht erhaben"!
Daraufhin, so kann ich mir vorstellen, sagt Justizminister Böhmdorfer: Na ja, aber der Anwalt Böhmdorfer hat doch gesagt, das habe er von seinen Klienten. Fragen Sie, Herr Staatsanwalt, doch den Klienten Haider, wo er die Unterlagen her hat. (Abg. Öllinger: Der ist "über jeden Verdacht erhaben"!) – Der arme Staatsanwalt muss jetzt einerseits den Klienten Haider befragen, andererseits weiß er, dass derselbe Justizminister, der ihm diesen Rat erteilt hat (Abg. Dr. Krüger: Was Sie da machen, ist zutiefst unseriös! Sie wissen genau, dass er weisungsfrei gestellt wurde!), dass der Justizminister soeben erklärt hat, dass der Landeshauptmann von Kärnten über jeden Verdacht erhaben sei. (Abg. Dr. Krüger: Sie wissen ganz genau, dass der Staatsanwalt weisungsfrei gestellt wurde! Das ist unglaublich!)
Abg. Dr. Krüger: Was Sie da machen, ist zutiefst unseriös! Sie wissen genau, dass er weisungsfrei gestellt wurde!
Daraufhin, so kann ich mir vorstellen, sagt Justizminister Böhmdorfer: Na ja, aber der Anwalt Böhmdorfer hat doch gesagt, das habe er von seinen Klienten. Fragen Sie, Herr Staatsanwalt, doch den Klienten Haider, wo er die Unterlagen her hat. (Abg. Öllinger: Der ist "über jeden Verdacht erhaben"!) – Der arme Staatsanwalt muss jetzt einerseits den Klienten Haider befragen, andererseits weiß er, dass derselbe Justizminister, der ihm diesen Rat erteilt hat (Abg. Dr. Krüger: Was Sie da machen, ist zutiefst unseriös! Sie wissen genau, dass er weisungsfrei gestellt wurde!), dass der Justizminister soeben erklärt hat, dass der Landeshauptmann von Kärnten über jeden Verdacht erhaben sei. (Abg. Dr. Krüger: Sie wissen ganz genau, dass der Staatsanwalt weisungsfrei gestellt wurde! Das ist unglaublich!)
Abg. Dr. Krüger: Sie wissen ganz genau, dass der Staatsanwalt weisungsfrei gestellt wurde! Das ist unglaublich!
Daraufhin, so kann ich mir vorstellen, sagt Justizminister Böhmdorfer: Na ja, aber der Anwalt Böhmdorfer hat doch gesagt, das habe er von seinen Klienten. Fragen Sie, Herr Staatsanwalt, doch den Klienten Haider, wo er die Unterlagen her hat. (Abg. Öllinger: Der ist "über jeden Verdacht erhaben"!) – Der arme Staatsanwalt muss jetzt einerseits den Klienten Haider befragen, andererseits weiß er, dass derselbe Justizminister, der ihm diesen Rat erteilt hat (Abg. Dr. Krüger: Was Sie da machen, ist zutiefst unseriös! Sie wissen genau, dass er weisungsfrei gestellt wurde!), dass der Justizminister soeben erklärt hat, dass der Landeshauptmann von Kärnten über jeden Verdacht erhaben sei. (Abg. Dr. Krüger: Sie wissen ganz genau, dass der Staatsanwalt weisungsfrei gestellt wurde! Das ist unglaublich!)
Rufe bei den Freiheitlichen: "der" Haider!
Wenn etwas zutiefst unseriös ist, Herr Krüger und Ex-Justizminister, dann das, dass der Justizminister, der amtierende Justizminister dieser Republik, über jemanden – und sei es der Haider (Rufe bei den Freiheitlichen: "der" Haider!) – in einem bevorstehenden Verfahren sagt, er ist über jeden Verdacht erhaben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Lesen Sie dazu die Aussendung des Verfassungsrechtlers Heinz Mayer von heute! (Abg. Dr. Krüger: Ich habe bisher geglaubt, dass Sie seriös sind, Herr Klubobmann!) – Das habe ich von Ihnen nie angenommen, Herr Ex-Justizminister Krüger. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.
Wenn etwas zutiefst unseriös ist, Herr Krüger und Ex-Justizminister, dann das, dass der Justizminister, der amtierende Justizminister dieser Republik, über jemanden – und sei es der Haider (Rufe bei den Freiheitlichen: "der" Haider!) – in einem bevorstehenden Verfahren sagt, er ist über jeden Verdacht erhaben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Lesen Sie dazu die Aussendung des Verfassungsrechtlers Heinz Mayer von heute! (Abg. Dr. Krüger: Ich habe bisher geglaubt, dass Sie seriös sind, Herr Klubobmann!) – Das habe ich von Ihnen nie angenommen, Herr Ex-Justizminister Krüger. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Krüger: Ich habe bisher geglaubt, dass Sie seriös sind, Herr Klubobmann!
Wenn etwas zutiefst unseriös ist, Herr Krüger und Ex-Justizminister, dann das, dass der Justizminister, der amtierende Justizminister dieser Republik, über jemanden – und sei es der Haider (Rufe bei den Freiheitlichen: "der" Haider!) – in einem bevorstehenden Verfahren sagt, er ist über jeden Verdacht erhaben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Lesen Sie dazu die Aussendung des Verfassungsrechtlers Heinz Mayer von heute! (Abg. Dr. Krüger: Ich habe bisher geglaubt, dass Sie seriös sind, Herr Klubobmann!) – Das habe ich von Ihnen nie angenommen, Herr Ex-Justizminister Krüger. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn etwas zutiefst unseriös ist, Herr Krüger und Ex-Justizminister, dann das, dass der Justizminister, der amtierende Justizminister dieser Republik, über jemanden – und sei es der Haider (Rufe bei den Freiheitlichen: "der" Haider!) – in einem bevorstehenden Verfahren sagt, er ist über jeden Verdacht erhaben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Lesen Sie dazu die Aussendung des Verfassungsrechtlers Heinz Mayer von heute! (Abg. Dr. Krüger: Ich habe bisher geglaubt, dass Sie seriös sind, Herr Klubobmann!) – Das habe ich von Ihnen nie angenommen, Herr Ex-Justizminister Krüger. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Sie decken diese Zustände! Sie machen der FPÖ und dem Justizminister Böhmdorfer die Mauer! Das ist die ÖVP! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein Zweites: Sie von der SPÖ tun so, als ob, seit Sie nicht mehr in der Regierung sind, die Vertreibung aus dem Paradies geschehen wäre! – Ich persönlich glaube, dass das Paradies noch nie stattgefunden hat und auch in Zukunft nicht stattfinden wird. Vielmehr haben wir uns den realen Themen zuzuwenden und sollten aufhören, hier Vorurteile vorzutragen und Vorwürfe gegen die Regierungsarbeit zu erheben, die insgesamt – und das können Sie überall nachlesen – von den Bürgern und auch von vielen Kommentatoren als erfolgreich und positiv gewertet wird! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: ... gestörte Wahrnehmung!
Ich frage Sie von der SPÖ: Wo ist Ihre soziale Kompetenz, die Sie immer wieder einfordern? – Ich habe sie heute überhaupt nicht wahrgenommen, schon gar nicht in beeindruckender Weise. (Abg. Dr. Mertel: ... gestörte Wahrnehmung!)
Beifall bei der ÖVP.
Da heute von Herrn Minister außer Dienst Edlinger wehleidig bemerkt wurde, dass die Abschläge im Pensionssystem unerhört und unzumutbar sind, muss ich schon eines sagen: Herr Minister außer Dienst Edlinger! Wo waren Sie bei der Pensionsreform 1997? Damals haben wir das alles im Grundsatz beraten und mit der Zustimmung Ihrer Partei und Ihrer Person auch beschlossen! Das brauchen Sie heute hier nicht zu bedauern! Da sind Sie mit dabei gewesen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Prammer: Alleinerzieherinnen in erster Linie!
Da haben wir soziale Kompetenz zu zeigen, vor allem auch dort, wo es um die Familien geht. Es kann doch nicht so sein, dass eine Familie mit zwei Kindern – das können Sie überall nachlesen; und das war schon so, als Sie in der Regierung waren, liebe Frau Mag. Prammer! – heute bereits an der Armutsgrenze angelangt ist. Diesbezüglich ist eine Veränderung ganz, ganz wichtig! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Prammer: Alleinerzieherinnen in erster Linie!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Soziale Sicherheit gehört zu den Grundfesten des Staates – das hat einmal ein sehr prominenter Staatspolitiker gesagt. Diese Regierung wird sich diesem Grundsatz und diesem Ziel verschreiben und wird mit aller Kraft und aller Entschlossenheit daran arbeiten, die Sozialpolitik in Österreich auch weiterhin in guter und bürgernaher Form zu betreiben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Das ist bei uns kein Problem!
Anscheinend haben Sie das noch nicht mitbekommen. Aber Hut ab vor Ihrer Meldung bezüglich der Pflichtversicherung. Das wird sich vor allem in Ihrer eigenen Partei noch durchsetzen müssen, wenn Sie diese Haltung ... (Abg. Dr. Khol: Das ist bei uns kein Problem!) – Na, da sehen wir die Realitäten ein bisschen anders.
Abg. Dr. Khol: So ist es! Sie sind ja beide Gewerkschafter!
Herr Kollege Khol! Sie haben gesagt, wichtig sind die Taten. – Da stimme ich Ihnen sogar zu. (Abg. Dr. Khol: So ist es! Sie sind ja beide Gewerkschafter!) Und Herr Bundesminister Haupt hat – soferne die Zeitung das richtig zitiert hat – gesagt, sein Lebensmotto lautet: "Leben und leben lassen!". Wie gesagt, wenn die Zeitung das richtig zitiert hat. Ich wiederhole: Leben und leben lassen! und: Taten sind wichtig!
Beifall bei der SPÖ.
Das Gleiche gilt bei der Reduzierung des Familienzuschlages bei den Arbeitslosen. Messt sie an ihren Taten! Auf der einen Seite rühmt sich die neue Koalition der Familienleistungen, aber auf der anderen Seite kürzt sie den Familienzuschlag bei den Arbeitslosen. – Die Taten sind entscheidend, Herr Abgeordneter Feurstein, nicht die Worte! Die Taten sind entscheidend, die die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes erleben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dolinschek: Das ist die Wahlmöglichkeit!
Ich bin sicher, dass es wert wäre, auch über Ihre Ideen zum Karenzgeld zu diskutieren. Die Zuverdienstgrenze anzuheben löst meiner Meinung nach nicht das Problem. Worum geht es denn in Wirklichkeit? – Es geht darum, dass die Pflichten partnerschaftlich durch Männer und Frauen wahrgenommen werden können, um die Karenzzeit auch tatsächlich in Anspruch nehmen zu können. Die Zuverdienstgrenze löst das nicht. Meiner Meinung nach ist das nur lösbar, wenn es uns gelingt, ein einkommensbezogenes Karenzgeld zu entwerfen und nicht die Möglichkeit der Beschäftigung für Männer und Frauen mit einer höheren Zuverdienstgrenze aufrechtzuerhalten, denn dann sind diese ja wieder nicht beim Kind. Ich glaube, das sollten wir auch gemeinsam ausdiskutieren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dolinschek: Das ist die Wahlmöglichkeit!)
Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich erwarte mir auch von Ihnen, Herr Bundesminister, dass mit der Politik Schluss gemacht wird, dass die Begutachtungsfristen zwar parlamentarisch akzeptiert sind, aber in Wirklichkeit immer weiter verkürzt werden – auch von Ihrem Haus unter Ihrer Vorgängerin. Drei Tage hat es bei der alten Koalition ... (Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) Nur drei Tage hat es bei der alten Koalition nicht gegeben, oder den Hinweis: Wir sind ja zusammengesessen, wir brauchen überhaupt keine Begutachtung. – Mindestens 14 Tage oder sogar noch längere Begutachtungszeiten waren die Regel. Erinnern Sie sich daran und sagen Sie hier nicht die Unwahrheit! Eine Begutachtungsfrist von nur drei Tagen hat es in der früheren Koalition nicht gegeben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich erwarte mir auch von Ihnen, Herr Bundesminister, dass mit der Politik Schluss gemacht wird, dass die Begutachtungsfristen zwar parlamentarisch akzeptiert sind, aber in Wirklichkeit immer weiter verkürzt werden – auch von Ihrem Haus unter Ihrer Vorgängerin. Drei Tage hat es bei der alten Koalition ... (Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) Nur drei Tage hat es bei der alten Koalition nicht gegeben, oder den Hinweis: Wir sind ja zusammengesessen, wir brauchen überhaupt keine Begutachtung. – Mindestens 14 Tage oder sogar noch längere Begutachtungszeiten waren die Regel. Erinnern Sie sich daran und sagen Sie hier nicht die Unwahrheit! Eine Begutachtungsfrist von nur drei Tagen hat es in der früheren Koalition nicht gegeben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Edlinger!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist heute angesprochen worden, und Sie haben gesagt, Sie wollen Härten vermeiden beziehungsweise Härten wegverhandeln. – Man stellt sich doch die Frage: Wer ist denn der Verursacher dieser Härten? (Abg. Böhacker: Edlinger!) – Die
Beifall bei der SPÖ.
Sie können sicher sein, Herr Bundesminister, dass wir Sie an Ihren Taten und nicht an Ihren Reden messen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich sage Ihnen als freiheitlichen Frau und als Frau, die sehr lange die Frauenpolitik unserer Partei zumindest mitbestimmt hat: Wir freiheitlichen Frauen sehen das anders, weil wir immer andere Ansätze im Bereich der Frauenpolitik gehabt haben – andere, offenere Ansätze. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Für die Männer!
Wir freiheitlichen Frauen wollten immer Frauenpolitik gemeinsam mit den Männern machen und nie gegen die Männer. (Abg. Dr. Lichtenberger: Für die Männer!) Und ich glaube, dass das einer der Gründe ist, warum die SPÖ-Frauenpolitik bisher so erfolglos war.
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel
Wenn man der ersten SPÖ-Frauenministerin Johanna Dohnal auch zugestehen muss – sie ist jetzt nicht mehr auf der Zuschauergalerie –, dass sie zumindest noch eine aufrichtige, echte Kämpferin für die Frauen vor allem in den Reihen der eigenen SPÖ-Männer gewesen ist, so sind ihre Nachfolgerinnen (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel ), Frau Kollegin Mertel, sowohl in der Außenwirkung, aber insbesondere natürlich innenpolitisch und innerparteilich wirklich untergegangen. Das muss man einfach laut sagen. Der beste Beweis ist das Frauen-Volksbegehren.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da nützen Ihnen die heutige komische Verkleidung und die ganzen Taferln auch nichts, es ist nämlich heute auch etwas ganz Spezielles passiert und etwas, was eigentlich die ganze SPÖ-Frauenpolitik ad absurdum führt. Wenn Sie mit Taferln herumlaufen "Alle Macht den Männern", dann frage ich mich: Welche Macht meinen Sie? Meinen Sie die Macht der SPÖ-Frauen, wie zum Beispiel der früheren Frauenministerin Prammer, für die es anscheinend wichtig ist, ganz vorne auf der Rednerliste zu stehen, die dann aber, wenn es darauf ankommt, von einem ehemaligen Herrn Minister – und zwar von Herrn Ex-Finanzminister Edlinger – einfach nach hinten geschoben wird? – Wir haben ja heute ein treffliches Beispiel für die "erfolgreiche" – unter Anführungszeichen – SPÖ-Frauenpolitik in den ihren eigenen Reihen geliefert bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin aber auch überzeugt davon, dass Herbert Haupt die freiheitliche Sozialpolitik weiterführen wird: konsequent, gerecht und sozial verträglich, und zwar für Männer, Frauen und für Kinder, denn er ist ja auch Familienminister. Ich weiß aus jahrelanger Zusammenarbeit mit ihm, dass er einerseits für diese Agenden die notwendige Sensibilität, aber andererseits auch wieder das notwendige Stehvermögen hat, um sich gegen den Wirtschaftsminister und den Finanzminister durchzusetzen. Und es wird einem Herrn Peter Pilz nicht gelingen, in dieser Frage einen Keil in unsere Reihen zu treiben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben sie schon!
Kurz noch zur Spitzelaffäre, die man anscheinend nur zu einer Causa FPÖ und noch lieber zu einem "Kriminalfall Jörg Haider" machen möchte. Das wird von Leuten wie einem Peter Pilz betrieben, der selbst tief in diesem Skandal steckt. Das wird von Leuten der SPÖ betrieben, obwohl diese Vorfälle in einer Zeit passiert sind, als die SPÖ für dieses Ministerium die Verantwortung trug. Wenn Herr Klubobmann Gusenbauer und auch andere meiner Vorredner bestreiten, dass die SPÖ etwas damit zu tun hätte, dann kann ich nur sagen: Ich hoffe, dass die Vorerhebungen gegen die SPÖ auch demnächst beginnen werden (Abg. Ing. Westenthaler: Haben sie schon!), denn es wird Ihnen von der SPÖ nicht gelingen, hier Kindesweglegung zu betreiben.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Deshalb sehe ich als freiheitliche Abgeordnete und Abgeordnete einer Regierungspartei in beiden Dingen der kommenden Entwicklung mit großer Zuversicht und Gelassenheit entgegen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dolinschek: Meines auch nicht!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar dan! Poštovane dame i gospodo! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Bundesminister für Justiz! Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Soll ich Ihnen ehrlich etwas sagen? – Dass Herr – bis jetzt Abgeordnetenkollege – Haupt Frauenministerin geworden ist, ist nicht mein Hauptproblem. (Abg. Dolinschek: Meines auch nicht!) Ich habe nämlich die Politik dieser Bundesregierung in Sachen Frauenangelegenheiten, Frauenpolitik in den letzten neun Monate beobachtet, und ich sage Ihnen, mein Hauptproblem ist (Abg. Dr. Pumberger: Dass die Prammer ihre Zeit verschlafen hat als Frauenministerin!) das, was die Frauenpolitik dieser Bundesregierung darstellt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pumberger: Dass die Prammer ihre Zeit verschlafen hat als Frauenministerin!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar dan! Poštovane dame i gospodo! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Bundesminister für Justiz! Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Soll ich Ihnen ehrlich etwas sagen? – Dass Herr – bis jetzt Abgeordnetenkollege – Haupt Frauenministerin geworden ist, ist nicht mein Hauptproblem. (Abg. Dolinschek: Meines auch nicht!) Ich habe nämlich die Politik dieser Bundesregierung in Sachen Frauenangelegenheiten, Frauenpolitik in den letzten neun Monate beobachtet, und ich sage Ihnen, mein Hauptproblem ist (Abg. Dr. Pumberger: Dass die Prammer ihre Zeit verschlafen hat als Frauenministerin!) das, was die Frauenpolitik dieser Bundesregierung darstellt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar dan! Poštovane dame i gospodo! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Bundesminister für Justiz! Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Soll ich Ihnen ehrlich etwas sagen? – Dass Herr – bis jetzt Abgeordnetenkollege – Haupt Frauenministerin geworden ist, ist nicht mein Hauptproblem. (Abg. Dolinschek: Meines auch nicht!) Ich habe nämlich die Politik dieser Bundesregierung in Sachen Frauenangelegenheiten, Frauenpolitik in den letzten neun Monate beobachtet, und ich sage Ihnen, mein Hauptproblem ist (Abg. Dr. Pumberger: Dass die Prammer ihre Zeit verschlafen hat als Frauenministerin!) das, was die Frauenpolitik dieser Bundesregierung darstellt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Krüger: Bitte keine geschlechtsspezifische Abwertung!
Sie haben sich heute bei dem, was Sie hier gesagt haben, gänzlich zu den Dingen verschwiegen, die in den letzten Monaten passiert sind. Deshalb ist es für mich nicht das Problem, dass Ihre Person ... Jetzt ist er nicht da, der Herr Frauenministerin. Schade, ich hätte ihn gerne gesehen. (Abg. Dr. Krüger: Bitte keine geschlechtsspezifische Abwertung!) In fast zehn Jahren haben wir uns immer ausschließlich in der Opposition Wortgefechte geliefert oder auch Zustimmung gegeben, jetzt erstmals hätte ich Gelegenheit dazu, ihn in meinem Rücken zu haben, und jetzt ist er leider nicht da. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger in Richtung des Abg. Dr. Krüger.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger in Richtung des Abg. Dr. Krüger.
Sie haben sich heute bei dem, was Sie hier gesagt haben, gänzlich zu den Dingen verschwiegen, die in den letzten Monaten passiert sind. Deshalb ist es für mich nicht das Problem, dass Ihre Person ... Jetzt ist er nicht da, der Herr Frauenministerin. Schade, ich hätte ihn gerne gesehen. (Abg. Dr. Krüger: Bitte keine geschlechtsspezifische Abwertung!) In fast zehn Jahren haben wir uns immer ausschließlich in der Opposition Wortgefechte geliefert oder auch Zustimmung gegeben, jetzt erstmals hätte ich Gelegenheit dazu, ihn in meinem Rücken zu haben, und jetzt ist er leider nicht da. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger in Richtung des Abg. Dr. Krüger.)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Mag. Haupt kehrt auf die Regierungsbank zurück.
Frau Ministerin a. D. Sickl – ich bin wirklich weit davon entfernt, in den Geruch zu kommen, frauenfeindlich zu sein, weil ich ja selbst schon genug unter Frauenfeindlichkeit und Sexismus gelitten habe – hat in den letzten Monaten meiner Meinung nach ausschließlich den Eindruck erweckt, dass sie das Sprachrohr jener in der Bundesregierung war, die diese Linie bestimmt haben; eine Linie, mit der nichts anderes verfolgt wird, als die Abhängigkeit von Frauen weiter zu verstärken oder diese in Bereichen, wo sie schon abgebaut war, überhaupt wieder neu zu begründen. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Mag. Haupt kehrt auf die Regierungsbank zurück.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundesministerin! Ihre erste Tat wird wohl jetzt sein, dass Sie in Ihrer Verantwortung, die Sie sehen, nämlich die Eigenständigkeit von Frauen zu fördern, versuchen, diese Regierungsvorlage entsprechend abzuändern, sodass die Vorschläge, die die bisherige Bundesregierung gemacht hat, nicht umgesetzt werden. Das, Herr Frauenministerin, wäre eine konsequente Fortsetzung dessen, was Sie gesagt haben, und zwar dass Ihnen die Eigenständigkeit von Frauen ein Anliegen ist. Taten statt Worte! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pumberger: Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär’!
Das ist eine schlüssige Fortsetzung Ihrer Auffassung von Frauenpolitik, wenn jetzt ein Mann Frauenpolitik macht. (Abg. Dr. Pumberger: Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär’!) Das ist es – jetzt inhaltlich –, was wir nicht nur beobachten werden, sondern wobei wir Sie auch ermahnen werden. Man darf nicht vergessen, aus welcher Partei Herr Mag. Haupt kommt. Er kommt nämlich aus jener Riege hier im Haus, in der der Frauenanteil bei den Parlamentariern nur glatt ein Fünftel der Fraktion beträgt.
Abg. Dolinschek: Das sind die Ziele!
Wo sind denn die Frauen, die hier das Sagen haben? – Es sind ungefähr zehn von 52 FPÖ-Abgeordneten. Ist das das Verständnis, das Sie haben, wie Sie Frauen präsentieren, wie Sie Frauen Chancen geben werden, wie Sie, wie Sie gestern in der "Pressestunde" gesagt haben, die Vereinbarkeit von Karriere, Beruf, Kindern und Familie, wie Sie all das praktizieren wollen? (Abg. Dolinschek: Das sind die Ziele!)
Beifall bei den Grünen.
Warum tun Sie das nicht, Herr Bundeskanzler?! (Beifall bei den Grünen.) Warum tun Sie das Logische nicht, vor allem, da die ÖVP ja, wie ich glaube, am allerwenigsten dabei zu befürchten hat? Oder ist es vielleicht doch nicht so, dass sie sich am allerwenigsten zu fürchten hat, Herr Bundeskanzler? (Abg. Dr. Krüger: Der Bundeskanzler ist ja nicht Abgeordneter!) Fürchten Sie sich so sehr davor, dass Ihre Perspektiven und Ihre Abhängigkeit von der Freiheitlichen Partei beeinträchtigt werden können, dass das der Grund dafür ist, dass Sie Ihrer Fraktion beziehungsweise Ihren Parteimitgliedern untersagen, diesem Anliegen auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zuzustimmen?
Abg. Dr. Krüger: Der Bundeskanzler ist ja nicht Abgeordneter!
Warum tun Sie das nicht, Herr Bundeskanzler?! (Beifall bei den Grünen.) Warum tun Sie das Logische nicht, vor allem, da die ÖVP ja, wie ich glaube, am allerwenigsten dabei zu befürchten hat? Oder ist es vielleicht doch nicht so, dass sie sich am allerwenigsten zu fürchten hat, Herr Bundeskanzler? (Abg. Dr. Krüger: Der Bundeskanzler ist ja nicht Abgeordneter!) Fürchten Sie sich so sehr davor, dass Ihre Perspektiven und Ihre Abhängigkeit von der Freiheitlichen Partei beeinträchtigt werden können, dass das der Grund dafür ist, dass Sie Ihrer Fraktion beziehungsweise Ihren Parteimitgliedern untersagen, diesem Anliegen auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zuzustimmen?
Abg. Dr. Pumberger: Redezeit!
Das sind jene Taten, Herr Bundeskanzler, die Sie setzen können, anstatt uns mit Worten zuzureden, ja zuzuschütten mit einem Tempo wie die Frau Vizekanzlerin! Aber deren Verhalten will ich jetzt nicht kommentieren, denn das, was sie heute hier getan hat, war für mich das Negativbild von Frauen in der Politik schlechthin! Diese Art – so empfinde ich es, deshalb ist es keine Bewertung, sondern die Wiedergabe meines Empfindens –, das, was sie heute getan hat, zeigt genau eben jenes Verständnis von Frauenpolitik, das die ÖVP, aber vor allem die FPÖ hat: Es braucht keinen Auftrag, keinen Zwang, damit die Frau Vizekanzlerin das "einfache Parteimitglied" Haider verteidigt – sie tut das vollkommen freiwillig! All das ist ihr schon so in Fleisch und Blut übergegangen, dass es vollkommen freiwillig geschieht! (Abg. Dr. Pumberger: Redezeit!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Damit wäre ich schon sehr zufrieden, aber mit dem Bundeskanzler, mit der Frauenministerin, mit dieser Vizekanzlerin sehe ich dafür ziemlich schwarz. Aber Sie wissen, Frauen sind bekanntlich geduldig. Wir werden auch diesen Bundeskanzler, diese Frauenministerin und diesen Justizminister, der zweifelsfrei das kürzeste politische Leben in dieser Bundesregierung hat, überstehen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Vizekanzler! Meine sehr geehrten Herren Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe die Debatte von heute Vormittag mitverfolgt, kann aber bei aller Wichtigkeit von Frauenthemen und bei aller Bedeutung, die einer gewissen Symbolik zukommt, nicht erkennen, wo da die Logik ist, wenn man behauptet, dass Frauenthemen nur von Frauen vertreten werden können. Führt man diese Logik weiter, dann könnte Jugendthemen nur ein Jugendlicher vertreten und Seniorenthemen nur ein Senior! Entscheidend, meine Damen und Herren, ist aber die Kompetenz dessen, der umsetzt, sowie sein Wille zur Umsetzung. Daher glaube ich, dass der neue Herr Sozialminister klar eine Chance in diesem Bereich verdient hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Sie haben aber behauptet, wir seien Spitzenreiter!
Meine Damen und Herren! Richtig ist – und man braucht nur im Wifo-Monatsbericht 10 dieses Jahres nachzulesen –, dass die Quote tatsächlich stagniert. Es ist aber auch nachzulesen, warum sie stagniert, nämlich erstens deswegen, weil das Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren beträchtlich zugenommen hat, und zweitens, weil auch in allen anderen europäischen Staaten zu bemerken war, dass Konsolidierungsmaßnahmen dazu führen, dass die Sozialquote gleich bleibt beziehungsweise nicht sehr stark steigt. Daher haben wir diese Konsequenz zu verzeichnen. Wie liegen im internationalen Feld durchaus gut und haben ganz klar zu sehen: Ein Sozialsystem muss nicht nur zukunftssicher sein und natürlich sozial (Abg. Öllinger: Sie haben aber behauptet, wir seien Spitzenreiter!), sondern auch, Herr Öllinger, bezahlbar sein! Und diese Komponente wird von dieser Regierung stärker wahrgenommen als in den 30 Jahren zuvor.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Minister, wir erwarten gerade heute Ihre Unterstützung, und wir erwarten sie auch im Bereich der Lohnnebenkosten. Es gibt dazu eine wunderbare Regierungsvereinbarung, auch Umsetzungen für 2001. Ich bitte Sie, dass Sie sich dieser Sache annehmen. Es geht um die Konkurrenzfähigkeit der Betriebe! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die neue Regierung hat die Wende eingeleitet. Wollen wir das Sozialsystem in der bisherigen Qualität sichern, dann müssen wir den notwendigen Umbau vorantreiben und fortsetzen. In diesem Sinne wünsche ich dem neuen Sozialminister alles Gute. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Haupt spricht hinter dem Präsidium mit Abg. Dr. Bruckmann. – Abg. Dr. Khol: Er ist schon da! – Ruf: Bitte schauen! – Bundesminister Mag. Haupt: Entschuldigung! – Abg. Dr. Einem – in Richtung des Bundesministers Mag. Haupt –: Sie hat Sie nicht gesehen!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Herr Frauenministerin hat – und wie ich glaube zu Recht – im Zusammenhang mit seiner Nominierung zur Frauenministerin von einer Frage von hoher Symbolkraft gesprochen. Diese Einschätzung teile ich. Er ist jetzt gerade nicht da. (Bundesminister Mag. Haupt spricht hinter dem Präsidium mit Abg. Dr. Bruckmann. – Abg. Dr. Khol: Er ist schon da! – Ruf: Bitte schauen! – Bundesminister Mag. Haupt: Entschuldigung! – Abg. Dr. Einem – in Richtung des Bundesministers Mag. Haupt –: Sie hat Sie nicht gesehen!) Aber es macht nichts, es geht ja "nur" um sein Ressort.
Abg. Dr. Lichtenberger: Hat es gegeben!
Wie Sie wissen, gibt es nicht nur die sozialdemokratische Frauenbewegung, sondern es gibt auch die autonome Frauenbewegung und es gibt auch eine bürgerliche Frauenbewegung. (Abg. Dr. Lichtenberger: Hat es gegeben!) – Hat es offensichtlich gegeben, richtig! (Abg. Rosemarie Bauer: ... wider die Realität!)
Abg. Rosemarie Bauer: ... wider die Realität!
Wie Sie wissen, gibt es nicht nur die sozialdemokratische Frauenbewegung, sondern es gibt auch die autonome Frauenbewegung und es gibt auch eine bürgerliche Frauenbewegung. (Abg. Dr. Lichtenberger: Hat es gegeben!) – Hat es offensichtlich gegeben, richtig! (Abg. Rosemarie Bauer: ... wider die Realität!)
Abg. Dr. Stummvoll: So ein Unsinn!
Diese unterschiedlichen Teile der Frauenbewegung sind immer in einem sehr fruchtbaren Diskussionsprozess miteinander gestanden, und sie haben, wenn auch mit unterschiedlichen Ansätzen und unterschiedlichen Schritten, in die gleiche Richtung gezogen. Es wäre durchaus möglich gewesen, eine Frau aus der bürgerlichen Frauenbewegung – wenn es sie noch gäbe – zur Frauenministerin in Ihrer Regierung zu machen. Sie haben sich aber, da Sie nicht eine Frauenpolitik der Eigenständigkeit, sondern die Abschaffung der Frauenpolitik vorantreiben, zum richtigen symbolischen Schritt entschieden, nämlich einen Mann zum Vollzugsorgan der Abschaffung der Frauenpolitik zu ernennen. (Abg. Dr. Stummvoll: So ein Unsinn!)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben sich von diesem Weg der letzten 30 Jahre verabschiedet. Sie gehen den Weg, neue Abhängigkeiten für Frauen zu schaffen. Wenn aus Ihren Reihen der Vorwurf kommt, dass in den letzten 30 Jahren der Fortschritt in der Frauenpolitik zu langsam war, dann sind das, das muss ich schon sagen, scheinheilige Krokodilstränen, die Sie da weinen, da der Weg nicht zuletzt deshalb so zäh war, weil er gegen Ihren erbitterten Widerstand gegangen werden musste! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Das ist nicht logisch, was Sie da sagen!
Sie diskutieren das Kinderbetreuungsgeld, also einen Anreiz für eine längere Berufsunterbrechung – ganz klar ein Schritt, der laut diesem Bericht zu einer Vergrößerung der Einkommensunterschiede führt, das wissen Sie! (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist nicht logisch, was Sie da sagen!) – Das ist sehr logisch. Vielleicht übersteigt es Ihr Vermögen, das nachzuvollziehen, aber es ist überaus logisch, dass eine längere Berufsunterbrechung zu einem geringeren Einkommen führt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Erklären Sie mir das! Ich kann es nicht verstehen! – Ruf bei der SPÖ: Das ist nachweisbar!) – Ich erkläre es Ihnen nachher gerne. (Abg. Mag. Schweitzer: Nein! Jetzt! Sie können nicht etwas behaupten, was unlogisch ist!) – Ich rede über das, was ich mir vorgenommen habe. Die Liste ist nämlich lang, und ich habe nicht so viel Zeit.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Erklären Sie mir das! Ich kann es nicht verstehen! – Ruf bei der SPÖ: Das ist nachweisbar!
Sie diskutieren das Kinderbetreuungsgeld, also einen Anreiz für eine längere Berufsunterbrechung – ganz klar ein Schritt, der laut diesem Bericht zu einer Vergrößerung der Einkommensunterschiede führt, das wissen Sie! (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist nicht logisch, was Sie da sagen!) – Das ist sehr logisch. Vielleicht übersteigt es Ihr Vermögen, das nachzuvollziehen, aber es ist überaus logisch, dass eine längere Berufsunterbrechung zu einem geringeren Einkommen führt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Erklären Sie mir das! Ich kann es nicht verstehen! – Ruf bei der SPÖ: Das ist nachweisbar!) – Ich erkläre es Ihnen nachher gerne. (Abg. Mag. Schweitzer: Nein! Jetzt! Sie können nicht etwas behaupten, was unlogisch ist!) – Ich rede über das, was ich mir vorgenommen habe. Die Liste ist nämlich lang, und ich habe nicht so viel Zeit.
Abg. Mag. Schweitzer: Nein! Jetzt! Sie können nicht etwas behaupten, was unlogisch ist!
Sie diskutieren das Kinderbetreuungsgeld, also einen Anreiz für eine längere Berufsunterbrechung – ganz klar ein Schritt, der laut diesem Bericht zu einer Vergrößerung der Einkommensunterschiede führt, das wissen Sie! (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist nicht logisch, was Sie da sagen!) – Das ist sehr logisch. Vielleicht übersteigt es Ihr Vermögen, das nachzuvollziehen, aber es ist überaus logisch, dass eine längere Berufsunterbrechung zu einem geringeren Einkommen führt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Erklären Sie mir das! Ich kann es nicht verstehen! – Ruf bei der SPÖ: Das ist nachweisbar!) – Ich erkläre es Ihnen nachher gerne. (Abg. Mag. Schweitzer: Nein! Jetzt! Sie können nicht etwas behaupten, was unlogisch ist!) – Ich rede über das, was ich mir vorgenommen habe. Die Liste ist nämlich lang, und ich habe nicht so viel Zeit.
Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Frau Vizekanzlerin Riess-Passer hat heute eine für dieses Haus bemerkenswert befremdende Bierzeltrede gehalten (Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen), in der sie es peinlich genau vermieden hat, zu jenen Vorwürfen Stellung zu nehmen, zu denen wir gerne ihre Stellungnahme gehört hätten, nämlich zu den schweren Vorwürfen, dass Spitzen der FPÖ in diesen Spitzelskandal, über den das ganze Land diskutiert, verwickelt seien. (Ruf bei den Freiheitlichen: Fakten auf den Tisch!) Aber – Fakten auf den Tisch – wir haben in ihrer Rede und auch in der Rede des Herrn Klubobmannes Westenthaler etwas sehr Interessantes gehört, sie haben nämlich aus der Schule der Rufmord-Strategie der FPÖ geplaudert; gemäß den Worten des Herrn Klubobmannes Westenthaler ein Dreischritteprogramm: Falschbehauptungen, Kriminalisieren, Ehrabschneidung – Rufmord würde ich sagen. Diese Strategie haben Sie wirklich seit Jahren betrieben. Es ist Ihre Strategie! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Fakten auf den Tisch!
Frau Vizekanzlerin Riess-Passer hat heute eine für dieses Haus bemerkenswert befremdende Bierzeltrede gehalten (Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen), in der sie es peinlich genau vermieden hat, zu jenen Vorwürfen Stellung zu nehmen, zu denen wir gerne ihre Stellungnahme gehört hätten, nämlich zu den schweren Vorwürfen, dass Spitzen der FPÖ in diesen Spitzelskandal, über den das ganze Land diskutiert, verwickelt seien. (Ruf bei den Freiheitlichen: Fakten auf den Tisch!) Aber – Fakten auf den Tisch – wir haben in ihrer Rede und auch in der Rede des Herrn Klubobmannes Westenthaler etwas sehr Interessantes gehört, sie haben nämlich aus der Schule der Rufmord-Strategie der FPÖ geplaudert; gemäß den Worten des Herrn Klubobmannes Westenthaler ein Dreischritteprogramm: Falschbehauptungen, Kriminalisieren, Ehrabschneidung – Rufmord würde ich sagen. Diese Strategie haben Sie wirklich seit Jahren betrieben. Es ist Ihre Strategie! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Frau Vizekanzlerin Riess-Passer hat heute eine für dieses Haus bemerkenswert befremdende Bierzeltrede gehalten (Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen), in der sie es peinlich genau vermieden hat, zu jenen Vorwürfen Stellung zu nehmen, zu denen wir gerne ihre Stellungnahme gehört hätten, nämlich zu den schweren Vorwürfen, dass Spitzen der FPÖ in diesen Spitzelskandal, über den das ganze Land diskutiert, verwickelt seien. (Ruf bei den Freiheitlichen: Fakten auf den Tisch!) Aber – Fakten auf den Tisch – wir haben in ihrer Rede und auch in der Rede des Herrn Klubobmannes Westenthaler etwas sehr Interessantes gehört, sie haben nämlich aus der Schule der Rufmord-Strategie der FPÖ geplaudert; gemäß den Worten des Herrn Klubobmannes Westenthaler ein Dreischritteprogramm: Falschbehauptungen, Kriminalisieren, Ehrabschneidung – Rufmord würde ich sagen. Diese Strategie haben Sie wirklich seit Jahren betrieben. Es ist Ihre Strategie! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Und verwechseln Sie das bitte nicht mit dem, was nun passiert. Jetzt schüttet Sie nicht der politische Gegner mit irgendetwas an, sondern Leute aus Ihren Reihen haben angefangen, zu reden, weil sie nicht mehr bereit waren, dieses System mitzutragen. Das ist der Punkt! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Vizekanzlerin! Meine beiden Herren Bundesminister! Eine Regierungsumbildung ist an sich nichts Außergewöhnliches, außer man interpretiert sie so wie die Oppositionsparteien in der heutigen Debatte. Man debattiert über einen Ministerwechsel im Frauenministerium – es gibt jedoch keinen Ministerwechsel im Frauenministerium, sondern einen Ministerwechsel im Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen, und dieses umfasst vom Säugling bis zur Großmutter, vom Kleinkind bis zum Großpapa alle Bevölkerungsschichten Österreichs. Der Bundesminister ist für die Jugend, Familien, Pensionisten und Frauen gleich verantwortlich, und daher verstehe ich diese Forderung und die geführte Debatte überhaupt nicht. Der Nächste könnte einen Jugendlichen als Jugendminister fordern. Wer dann die Familien vertreten sollte, darüber ließe sich streiten – ein Mann, eine Frau, ein Jugendlicher oder ein Pensionist? Einen Seniorenvertreter bräuchten wir auch noch. (Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer. ) Sollen wir die Zahl der Ministerien ausufern lassen? Von einem Einsparungseffekt könnte man bei so vielen Ministerien sicher nicht sprechen. Diese Debatte geht daher total ins Leere.
Abg. Öllinger: Super!
Vor einiger Zeit hat man ein Frauenministerium geschaffen. Die erste Ministerin in diesem Bereich war Frau Dohnal, die eigentlich kein eigenes Portefeuille hatte. Danach kam Frau Konrad – jene Frau mit Halbe-Halbe, als der Staat von oben verordnen sollte, wie viele Teller ein Mann pro Tag abzuwaschen hat, da es anscheinend nicht mehr möglich ist, das in der Familie selbst zu regeln, oder? In einer Familie, die funktioniert, regelt sich das von selbst. (Abg. Öllinger: Super!) Und die letzte Frauenministerin war die unglückliche Ministerin Prammer. (Abg. Dietachmayr: Halbe-Halbe, das hast du dir gemerkt, das war einprägsam!) Ich praktiziere das schon, Herr Kollege.
Abg. Dietachmayr: Halbe-Halbe, das hast du dir gemerkt, das war einprägsam!
Vor einiger Zeit hat man ein Frauenministerium geschaffen. Die erste Ministerin in diesem Bereich war Frau Dohnal, die eigentlich kein eigenes Portefeuille hatte. Danach kam Frau Konrad – jene Frau mit Halbe-Halbe, als der Staat von oben verordnen sollte, wie viele Teller ein Mann pro Tag abzuwaschen hat, da es anscheinend nicht mehr möglich ist, das in der Familie selbst zu regeln, oder? In einer Familie, die funktioniert, regelt sich das von selbst. (Abg. Öllinger: Super!) Und die letzte Frauenministerin war die unglückliche Ministerin Prammer. (Abg. Dietachmayr: Halbe-Halbe, das hast du dir gemerkt, das war einprägsam!) Ich praktiziere das schon, Herr Kollege.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Der neue Sozialminister wird an seinen Taten gemessen werden, wie es der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes auch gesagt hat. Und so soll es auch sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Doktor Haider!
Die zweite Erkenntnis, die ich aus dieser Debatte mit nach Hause nehme, ist: Vorverurteilungen und Vorfreisprüche sind nur bestimmten Personen gestattet. Herr Bundeskanzler, Sie haben sich mit Entschiedenheit gegen Vorverurteilungen gewandt. Mir hätte ein Wort von Ihnen an die Adresse des Herrn Justizministers genügt, der sich ja auch eine Vorverurteilung besonderer Art geleistet hat, indem er in Richtung Herrn Haider gemeint hat (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Doktor Haider!): Diese Person ist über jeden Verdacht erhaben! – Ist das keine vorurteilsbehaftete Aussage, oder darf das der Herr Justizminister deswegen sagen, weil er Justizminister ist? Kann es so sein, dass Vorverurteilungen nur dann statthaft sind, wenn sie von Seiten eines Justizministers und Parteianwaltes gemacht werden, oder gilt das auch für andere Personen? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die zweite Erkenntnis, die ich aus dieser Debatte mit nach Hause nehme, ist: Vorverurteilungen und Vorfreisprüche sind nur bestimmten Personen gestattet. Herr Bundeskanzler, Sie haben sich mit Entschiedenheit gegen Vorverurteilungen gewandt. Mir hätte ein Wort von Ihnen an die Adresse des Herrn Justizministers genügt, der sich ja auch eine Vorverurteilung besonderer Art geleistet hat, indem er in Richtung Herrn Haider gemeint hat (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Doktor Haider!): Diese Person ist über jeden Verdacht erhaben! – Ist das keine vorurteilsbehaftete Aussage, oder darf das der Herr Justizminister deswegen sagen, weil er Justizminister ist? Kann es so sein, dass Vorverurteilungen nur dann statthaft sind, wenn sie von Seiten eines Justizministers und Parteianwaltes gemacht werden, oder gilt das auch für andere Personen? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Du bist der Einzige!
Dritter Punkt: Ich habe gehört, ein Untersuchungsausschuss sei deswegen nicht angesagt, weil wir uns ja noch im Stadium von gerichtlichen Ermittlungen befinden, und ein Untersuchungsausschuss wäre ja auch schon so etwas wie eine Vorverurteilung. Meine Damen und Herren! Herr Bundeskanzler! Ich möchte Sie schon daran erinnern – ich kann mich noch ganz gut an meine Rede hier zum Thema "Euroteam" erinnern (Abg. Großruck: Du bist der Einzige!) –: Wir haben die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses beschlossen, wobei das Thema "Euroteam" als Schlüssel für die Vorverurteilung eines ganzen Ministeriums genommen wurde, nämlich des Sozialministeriums. An Befunden, dass hier tatsächlich irgendetwas politisch Relevantes geschehen ist, Missbrauch getrieben worden ist, ist kein einziger vorhanden, mit Ausnahme der Causa "Euroteam". (Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni. )
Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni.
Dritter Punkt: Ich habe gehört, ein Untersuchungsausschuss sei deswegen nicht angesagt, weil wir uns ja noch im Stadium von gerichtlichen Ermittlungen befinden, und ein Untersuchungsausschuss wäre ja auch schon so etwas wie eine Vorverurteilung. Meine Damen und Herren! Herr Bundeskanzler! Ich möchte Sie schon daran erinnern – ich kann mich noch ganz gut an meine Rede hier zum Thema "Euroteam" erinnern (Abg. Großruck: Du bist der Einzige!) –: Wir haben die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses beschlossen, wobei das Thema "Euroteam" als Schlüssel für die Vorverurteilung eines ganzen Ministeriums genommen wurde, nämlich des Sozialministeriums. An Befunden, dass hier tatsächlich irgendetwas politisch Relevantes geschehen ist, Missbrauch getrieben worden ist, ist kein einziger vorhanden, mit Ausnahme der Causa "Euroteam". (Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni. )
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie haben gesagt: Wir wollen untersuchen, denn vielleicht kommen wir drauf, dass im Sozialministerium doch irgendwo etwas problematisch ist! – Da haben Sie die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses für richtig, wichtig und unbedingt notwendig gehalten, noch bevor es einen entsprechenden gerichtlichen Befund gibt, noch bevor der Rechnungshof seinen abschließenden Bericht verfasst hat. Aber in dieser Causa müssen wir erst die Sprüche des Gerichts abwarten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das ist Familienpolitik nach freiheitlicher Art! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Wo ist er? – Abg. Platter: Er ist nicht da!
Ich habe heute hier im Saal aufmerksam zugehört, vor allem als Kollege Gusenbauer das Wort ergriffen hat. Er hat übrigens kein einziges Wort zur Thematik soziale Fragen gesagt, was dem Chef der Sozialdemokratie jedoch gut angestanden wäre, da es doch um die Ernennung des neuen Sozialministers geht. Er hat ausschließlich über die Weitergabe personenbezogener Daten, über die behauptete Datenmissbrauchsaffäre geredet. Gusenbauer war es, der sich hier gleichsam zum Großmeister der Vorverurteilung aufgespielt hat. (Abg. Haigermoser: Wo ist er? – Abg. Platter: Er ist nicht da!) Gusenbauer als Großmeister der Inquisition. Gusenbauer als Großmeister derjenigen, die Verdächtigungen in den Raum stellen und nie von Fakten sprechen. Er ist außerdem einmal mehr nach seiner Wortspende wieder nicht im Plenarsaal anwesend, aber das sind wir ohnehin gewöhnt. Jetzt könnte ich schon wieder sagen: Wahrscheinlich "champagnerisiert" er schon wieder irgendwo. (Abg. Dietachmayr: Dort hinten sitzt er! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich nehme das zurück, er tut es nicht. Er hört in der letzten Bank zu.
Abg. Dietachmayr: Dort hinten sitzt er! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich habe heute hier im Saal aufmerksam zugehört, vor allem als Kollege Gusenbauer das Wort ergriffen hat. Er hat übrigens kein einziges Wort zur Thematik soziale Fragen gesagt, was dem Chef der Sozialdemokratie jedoch gut angestanden wäre, da es doch um die Ernennung des neuen Sozialministers geht. Er hat ausschließlich über die Weitergabe personenbezogener Daten, über die behauptete Datenmissbrauchsaffäre geredet. Gusenbauer war es, der sich hier gleichsam zum Großmeister der Vorverurteilung aufgespielt hat. (Abg. Haigermoser: Wo ist er? – Abg. Platter: Er ist nicht da!) Gusenbauer als Großmeister der Inquisition. Gusenbauer als Großmeister derjenigen, die Verdächtigungen in den Raum stellen und nie von Fakten sprechen. Er ist außerdem einmal mehr nach seiner Wortspende wieder nicht im Plenarsaal anwesend, aber das sind wir ohnehin gewöhnt. Jetzt könnte ich schon wieder sagen: Wahrscheinlich "champagnerisiert" er schon wieder irgendwo. (Abg. Dietachmayr: Dort hinten sitzt er! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich nehme das zurück, er tut es nicht. Er hört in der letzten Bank zu.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Grabner: Der Staatsanwalt wird erheben!
Ich stehe nicht an, in meiner Funktion als Vorsitzender des "Stapo-Ausschusses" zu sagen, dass keine wie immer gearteten Informationen aus diesem Ausschuss an die Öffentlichkeit gelangt sind. Darum ist es folgerichtig auch so, dass Gusenbauer nichts sagen konnte. Er hat aber 15 Minuten lang über nichts, nämlich über heiße Luft geredet. – Das ist Gusenbauer! Das ist Marke Sozialdemokratie! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Grabner: Der Staatsanwalt wird erheben!) – Nein, Sie wollen ablenken vom Elend Ihrer politischen Verantwortung in dieser Sache.
Abg. Reheis: Warum wehren Sie sich dann gegen den Untersuchungsausschuss? – Abg. Jäger: ... Untersuchungsausschuss!
Sie wollen Ablenken vom Elend Ihrer politischen Verantwortung – wenn ich allein jene Jahre hernehme, von 1993 bis 1999, in denen die SPÖ-Innenminister Löschnak, Einem und Schlögl geheißen haben. (Abg. Reheis: Warum wehren Sie sich dann gegen den Untersuchungsausschuss? – Abg. Jäger: ... Untersuchungsausschuss!) Es ist schon so, wie unser Herr Klubobmann Dr. Khol gesagt hat: Mit seiner Zitierung dessen, was Karl Schlögl gegenüber der APA behauptet hat, hat er den Beweis dafür geführt, dass Schlögl in der Sache nichts getan hat, Einem nichts getan hat, Löschnak nichts getan hat, sondern dass es nicht mehr und nicht weniger darum gegangen ist, dass unter der Sozialdemokratie Dinge eingerissen sind, die eines Rechtsstaates unwürdig sind, werte Kolleginnen und Kollegen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Untersuchungsausschuss, klarer Fall!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Untersuchungsausschuss, klarer Fall!
Sie wollen Ablenken vom Elend Ihrer politischen Verantwortung – wenn ich allein jene Jahre hernehme, von 1993 bis 1999, in denen die SPÖ-Innenminister Löschnak, Einem und Schlögl geheißen haben. (Abg. Reheis: Warum wehren Sie sich dann gegen den Untersuchungsausschuss? – Abg. Jäger: ... Untersuchungsausschuss!) Es ist schon so, wie unser Herr Klubobmann Dr. Khol gesagt hat: Mit seiner Zitierung dessen, was Karl Schlögl gegenüber der APA behauptet hat, hat er den Beweis dafür geführt, dass Schlögl in der Sache nichts getan hat, Einem nichts getan hat, Löschnak nichts getan hat, sondern dass es nicht mehr und nicht weniger darum gegangen ist, dass unter der Sozialdemokratie Dinge eingerissen sind, die eines Rechtsstaates unwürdig sind, werte Kolleginnen und Kollegen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Untersuchungsausschuss, klarer Fall!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Aus diesen beiden Tatsachen, nämlich hier der Innenminister, der seit 4. Februar im Amt ist, hier der Justizminister, der ebenfalls seine Tätigkeit in einer Art und Weise ausübt, wie es rechtsstaatlich konform ist, kann ich nur einen Schluss ziehen: Die SPÖ hat viel zu verbergen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Die SPÖ ist es, die mit ihren Innenministern in der Vergangenheit genau das System verursacht hat, das heute hier anzuprangern ist, und wir werden dafür kämpfen, dass dieses System bekämpft werden wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aus diesen beiden Tatsachen, nämlich hier der Innenminister, der seit 4. Februar im Amt ist, hier der Justizminister, der ebenfalls seine Tätigkeit in einer Art und Weise ausübt, wie es rechtsstaatlich konform ist, kann ich nur einen Schluss ziehen: Die SPÖ hat viel zu verbergen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Die SPÖ ist es, die mit ihren Innenministern in der Vergangenheit genau das System verursacht hat, das heute hier anzuprangern ist, und wir werden dafür kämpfen, dass dieses System bekämpft werden wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Strasser hat unter anderem mit der Einberufung eines Expertenteams, einer Expertenkommission bereits gehandelt. Sie wird sich unter anderem mit den Fragen beschäftigen: Wie machen wir das mit den EKIS-Abfragen dingfest? Wie schaut es aus mit dem Zugriff auf Daten und mit der Sicherung von Daten? – Wir werden mit dieser Expertenkommission genau das tun, was die Bürger dieses Landes von uns erwarten, von der Bundesregierung, von den beiden Parlamentsparteien, die die Regierung bilden: Sicherheit für den Einzelnen, Schutz vor Missgriffen. Diese Missgriffe sind zweifelsfrei in der Vergangenheit von Sozialisten verübt worden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Trattner: Jetzt kommt so ein Innenminister! – Abg. Haigermoser: Ich glaube, ich muss mir doch das Sika-Buch kaufen!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Caspar Einem. (Abg. Mag. Trattner: Jetzt kommt so ein Innenminister! – Abg. Haigermoser: Ich glaube, ich muss mir doch das Sika-Buch kaufen!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Ich glaube, bei Ihrer Fraktion braucht man keine Bücher zu kaufen, Sie können ohnehin nicht lesen. – Aber ich komme darauf noch zurück. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kiss: An die Staatsanwaltschaft weitergeleitet!
Ich finde es bemerkenswert, dass gerade Sie sagen, unter den sozialistischen Innenministern seien Dinge eingerissen, die es jetzt zu beheben gelte. Können Sie, Herr Abgeordneter, sich noch erinnern, was Sie mit dem Kurden-Akt gemacht haben, als Sie ihn bekommen haben? (Abg. Kiss: An die Staatsanwaltschaft weitergeleitet!) Können Sie sich noch erinnern, von wem Sie ihn bekommen haben und warum Sie ihn bekommen haben?
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann mich erinnern, warum Sie ihn bekommen haben: Weil er illegal von einem Beamten des Innenministeriums an Sie herausgespielt worden ist, und Sie haben wochenlang davon politisch Gebrauch gemacht. Aber jetzt stellen Sie sich hier als großer Moralist hin. Schämen Sie sich, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Das werden wir aushalten!
Die Nennung des Namens von Mag. Haupt hat bei mir nicht nur negative Assoziationen ausgelöst. Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, was er seither gesagt hat, ist geeignet, ernste Zweifel darüber zu nähren, ob Mag. Haupt der Richtige für dieses Ressort (Abg. Haigermoser: Das werden wir aushalten!), der Richtige für diese Aufgabe, der Richtige für die Menschen und insbesondere für die Frauen in diesem Lande ist.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Eine Frau in Spitzenfunktionen der Politik können Sie sich, kann sich die FPÖ offenbar nur vorstellen, wenn es darum geht, den Platz für Ihren "Führer" frei zu halten oder warm zu halten. Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist die Methode, die an sich schon während des Ersten Weltkriegs praktiziert worden ist. Das war die erste Chance für Frauen, Führungsverantwortung übernehmen zu können, während ihre Männer, wie es damals hieß, im Felde standen. Heute steht Jörg Haider in Kärnten, und eine Frau darf seine Position in Wien warm halten. Das ist die Sicht Ihrer Partei, wie Frauen Spitzenfunktionen einnehmen können. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Die FPÖ bringt als Sozialministerin Frau Sickl. Der Bundeskanzler behauptet auch heute noch von der Regierungsbank aus, wie erfolgreich sie gewesen sei. – Und dann lassen Sie sie fallen. Dann demontieren Sie sie, schicken sie heim: Demontage der einzigen Frau in der Bundesregierung mit einer großen Sachaufgabe. – Das ist Ihr Verhältnis zur Frauenpolitik, zu Frauen in Spitzenfunktionen der Politik! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, insbesondere von den Freiheitlichen! In der Steiermark demontieren Sie mitten im Wahlkampf die Landesrätin Bleckmann, die nicht nur schwanger ist, sondern auch gerade Witwe geworden ist – und denken sich überhaupt nichts dabei! Das ist Ihr Umgang mit Frauen in der Politik in Spitzenfunktionen! Und hier treten Sie heraus und wollen Vorbild sein. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Und dann schicken Sie auch noch Frau Zierler in die Steiermark, und in Wirklichkeit verheizen Sie auch sie, da es ja offensichtlich ist, dass sie in der steirischen Freiheitlichen Partei keinen besonderen Rückhalt hat. Das ist Politik für Frauen, wie Sie sie verstehen, und das ist nicht die Politik, wie wir sie verstehen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Frauen, Herr Ministerin, sind keine Blumen, die die Politik etwas freundlicher aussehen lassen können. Frauen haben einen eigenständigen Anspruch, und sie haben Anspruch darauf, dass sie von den Männern in dieser Hinsicht ernst genommen werden. Und das ist das Mindeste, was ich von Ihnen verlangen möchte. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister, bitte ersparen Sie uns diesen Schaukampf! Wenn Sie das Problem lösen wollen, das darin besteht, dass Sie Arbeitnehmern mit befristeten Dienstverhältnissen vier Wochen lang kein Geld zahlen wollen, wenn sie arbeitslos sind, dann lösen Sie es und reden Sie nachher darüber. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Genau!
Auch die Diskussion um die von Ihnen gewünschte Zuverdienstgrenze von karenzierten Eltern ist ein Spiel mit den Hoffnungen der Betroffenen. Was nützt es einer Arbeiterfamilie, wenn die Einkommensgrenze für Zuverdienst besonders hoch ist? – Das ist ein Entgegenkommen, das ausschließlich jenen hilft, die über gute Einkommen verfügen. (Rufe bei der SPÖ: Genau!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Minister! Kümmern Sie sich darum, dass es einen Rechtsanspruch auf Teilzeitkarenz gibt! Davon haben die Frauen etwas, davon haben die Familien etwas. Das wäre ein Ziel, das Sie sich an die Fahnen heften können. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Trattner: Sie reden, als wären Sie seit 30 Jahren in der Opposition, nicht in der Regierung gewesen!
Hohes Haus! Der Herr Bundeskanzler hat in seiner Erklärung auch die FPÖ-Spitzelaktion angesprochen. Er hat unter anderem erklärt, er traue dem unabhängigen Justizminister Böhmdorfer eine unabhängige Untersuchung durch die Justiz zu, und zwar mit der Begründung, dass das selbstverständlich sei. (Abg. Mag. Trattner: Sie reden, als wären Sie seit 30 Jahren in der Opposition, nicht in der Regierung gewesen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich komme zum Schluss. Herr Klubobmann Westenthaler, der auch nicht da ist, hat sich als "ultimativer Gegenschläger" bemüht. Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Freiheitlichen! Sie sollten sich wirklich wünschen, dass das der letzte Schlag war, denn es war ein voller Schlag ins Wasser. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Öllinger hat den Gebietskrankenkassen-Angestellten N. heute schon angesprochen. Das war ein Fall, bei dem Sie monatelang auf dem Buckel eines Schwerkranken Politik gemacht – und sich nie dafür entschuldigt haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Und das Gleiche lässt sich in einer ganzen Reihe von anderen Fällen auch behaupten.
Heiterkeit bei der SPÖ.
Ich war durchaus einer, der immer wieder aus der ersten Reihe von Herrn Stadler oder auch von Herrn Haider mit Vorwürfen konfrontiert worden ist, die zum Teil zwar auch an Lächerlichkeit nicht zu überbieten waren, aber natürlich dazu angetan waren, mir die Ehre abzuschneiden. Die Behauptung, ich sei in Zwettl wegen eines Drogendelikts im Häfen gesessen: War das vielleicht etwas, was Sie mir sozusagen, um meinen Erfahrungsschatz abzurunden, zutrauen wollten, oder war das ein Vorwurf, der mich verächtlich machen sollte in der Öffentlichkeit? – Es war ein "Schmarr’n", genauso ein "Schmarr’n" wie der Vorwurf von Herrn Westenthaler jetzt. Das Gefängnis, in dem ich angeblich gesessen sein soll, ist zugesperrt worden, und zwar endgültig, bevor ich strafmündig geworden bin. (Heiterkeit bei der SPÖ.) – Schlechte Recherche wie bei vielen freiheitlichen Vorwürfen – aber haben Sie sich je dafür entschuldigt? (Abg. Öllinger: Aber nein! Über jeden Verdacht erhaben!)
Abg. Öllinger: Aber nein! Über jeden Verdacht erhaben!
Ich war durchaus einer, der immer wieder aus der ersten Reihe von Herrn Stadler oder auch von Herrn Haider mit Vorwürfen konfrontiert worden ist, die zum Teil zwar auch an Lächerlichkeit nicht zu überbieten waren, aber natürlich dazu angetan waren, mir die Ehre abzuschneiden. Die Behauptung, ich sei in Zwettl wegen eines Drogendelikts im Häfen gesessen: War das vielleicht etwas, was Sie mir sozusagen, um meinen Erfahrungsschatz abzurunden, zutrauen wollten, oder war das ein Vorwurf, der mich verächtlich machen sollte in der Öffentlichkeit? – Es war ein "Schmarr’n", genauso ein "Schmarr’n" wie der Vorwurf von Herrn Westenthaler jetzt. Das Gefängnis, in dem ich angeblich gesessen sein soll, ist zugesperrt worden, und zwar endgültig, bevor ich strafmündig geworden bin. (Heiterkeit bei der SPÖ.) – Schlechte Recherche wie bei vielen freiheitlichen Vorwürfen – aber haben Sie sich je dafür entschuldigt? (Abg. Öllinger: Aber nein! Über jeden Verdacht erhaben!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich will dieses Thema nicht weiter auswalzen; mir fiele noch eine ganze Reihe von Beispielen ein. Aber Sie haben keinen Anlass – Sie auf Seiten der Freiheitlichen, und in manchen Punkten auch Sie auf Seiten der ÖVP –, hier besonders moralinsauer zu sprechen. (Beifall bei der SPÖ.) Sie haben sich zu entschuldigen für die Dinge, die Sie uns hier vorgeworfen haben, für Vorwürfe, die ohne Grund und ohne Grundlage erfolgt sind. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich will dieses Thema nicht weiter auswalzen; mir fiele noch eine ganze Reihe von Beispielen ein. Aber Sie haben keinen Anlass – Sie auf Seiten der Freiheitlichen, und in manchen Punkten auch Sie auf Seiten der ÖVP –, hier besonders moralinsauer zu sprechen. (Beifall bei der SPÖ.) Sie haben sich zu entschuldigen für die Dinge, die Sie uns hier vorgeworfen haben, für Vorwürfe, die ohne Grund und ohne Grundlage erfolgt sind. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer: Sehr geehrter Herr Präsident! Lieber Kollege Minister Mag. Haupt! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Es ist zwar der Tag des Herrn Minister Mag. Haupt – und ich gratuliere dir, dass dir, wenn man genau hinhört, so viele Komplimente von allen Parteien gemacht wurden, die dir deine Kompetenz bestätigen –, aber ich möchte doch auf einige Themen eingehen, die auch mich betreffen und in einer Art und Weise dargestellt werden, dass ich ganz eindeutig meine Empörung darüber zum Ausdruck bringen möchte. Ich meine, dass man sich doch mehr mit Fakten beschäftigen sollte, wenn man Vorwürfe oder Verdächtigungen erhebt, und sich nicht mit bloßen Verdächtigungen begnügen sollte, die überhaupt keinen Hintergrund und keine Substanz haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Diese Datenmissbrauch-Affäre ist sicher ein schwieriges und ein heikles Thema. Sie hat einen verfassungsrechtlichen Aspekt, sie hat einen datenschutzrechtlichen Aspekt, sie hat einen strafrechtlichen Aspekt und sie hat andere Aspekte, auch rechtspolitische Aspekte. Sie, sehr geehrte Damen und Herren von der sozialdemokratischen Fraktion und von der grünen Fraktion, haben hier eindeutig die Chance verpasst, in einer niveauvollen, konstruktiven Diskussion eine Bestandsanalyse zu machen und Vorschläge zu unterbreiten. Was Sie gemacht haben, war, Vorwürfe zu erheben, die haltlos sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Reheis: Das ist ungeheuerlich, Herr Minister! Schämen Sie sich!
Nennen Sie bitte einen illegalen Akt, den ich vorgelegt habe! (Abg. Reheis: Das ist ungeheuerlich, Herr Minister! Schämen Sie sich!) Es ist ungeheuerlich, hier zu sagen, ich habe illegale Akten vorgelegt! – Ich habe das nicht getan! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Nennen Sie bitte einen illegalen Akt, den ich vorgelegt habe! (Abg. Reheis: Das ist ungeheuerlich, Herr Minister! Schämen Sie sich!) Es ist ungeheuerlich, hier zu sagen, ich habe illegale Akten vorgelegt! – Ich habe das nicht getan! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edlinger: Ohne sie zu überprüfen?
Sie haben hier eine korrekte Berufsausübung, die durch mich vor fünf Jahren erfolgt ist, kriminalisiert. Ein Anwalt hat die Pflicht, alle Beweismittel, die er bekommt, bei Gericht vorzulegen. Das – und nur das! – habe ich getan. (Abg. Edlinger: Ohne sie zu überprüfen?) Nur dann, wenn ich an der Beschaffung von Beweismitteln, die suspekt sind, beteiligt gewesen wäre, könnten Sie mir einen disziplinarrechtlichen Vorwurf machen. – Aber auch das ist mittlerweile klargestellt durch eine Aussendung der Rechtsanwaltskammer, dass mir dieser Vorwurf nicht gemacht werden kann. (Abg. Dr. Petrovic: Wer hat denn die Akten beschafft?) – Frau Dr. Petrovic, gleich komme ich dazu. – Und Sie wissen mittlerweile, dass der Klient in diesem Verfahren erklärt hat, er hat die Beweismittel von einem Journalisten bekommen. Also auch ... (Abg. Dr. Gusenbauer: Von welchem?) – Das fragen Sie ihn selbst. (Abg. Dr. Gusenbauer: A ja! Er gibt aber keine Antwort!) Also war ich auch an der Beschaffung selbstverständlich nicht beteiligt.
Abg. Dr. Petrovic: Wer hat denn die Akten beschafft?
Sie haben hier eine korrekte Berufsausübung, die durch mich vor fünf Jahren erfolgt ist, kriminalisiert. Ein Anwalt hat die Pflicht, alle Beweismittel, die er bekommt, bei Gericht vorzulegen. Das – und nur das! – habe ich getan. (Abg. Edlinger: Ohne sie zu überprüfen?) Nur dann, wenn ich an der Beschaffung von Beweismitteln, die suspekt sind, beteiligt gewesen wäre, könnten Sie mir einen disziplinarrechtlichen Vorwurf machen. – Aber auch das ist mittlerweile klargestellt durch eine Aussendung der Rechtsanwaltskammer, dass mir dieser Vorwurf nicht gemacht werden kann. (Abg. Dr. Petrovic: Wer hat denn die Akten beschafft?) – Frau Dr. Petrovic, gleich komme ich dazu. – Und Sie wissen mittlerweile, dass der Klient in diesem Verfahren erklärt hat, er hat die Beweismittel von einem Journalisten bekommen. Also auch ... (Abg. Dr. Gusenbauer: Von welchem?) – Das fragen Sie ihn selbst. (Abg. Dr. Gusenbauer: A ja! Er gibt aber keine Antwort!) Also war ich auch an der Beschaffung selbstverständlich nicht beteiligt.
Abg. Dr. Gusenbauer: Von welchem?
Sie haben hier eine korrekte Berufsausübung, die durch mich vor fünf Jahren erfolgt ist, kriminalisiert. Ein Anwalt hat die Pflicht, alle Beweismittel, die er bekommt, bei Gericht vorzulegen. Das – und nur das! – habe ich getan. (Abg. Edlinger: Ohne sie zu überprüfen?) Nur dann, wenn ich an der Beschaffung von Beweismitteln, die suspekt sind, beteiligt gewesen wäre, könnten Sie mir einen disziplinarrechtlichen Vorwurf machen. – Aber auch das ist mittlerweile klargestellt durch eine Aussendung der Rechtsanwaltskammer, dass mir dieser Vorwurf nicht gemacht werden kann. (Abg. Dr. Petrovic: Wer hat denn die Akten beschafft?) – Frau Dr. Petrovic, gleich komme ich dazu. – Und Sie wissen mittlerweile, dass der Klient in diesem Verfahren erklärt hat, er hat die Beweismittel von einem Journalisten bekommen. Also auch ... (Abg. Dr. Gusenbauer: Von welchem?) – Das fragen Sie ihn selbst. (Abg. Dr. Gusenbauer: A ja! Er gibt aber keine Antwort!) Also war ich auch an der Beschaffung selbstverständlich nicht beteiligt.
Abg. Dr. Gusenbauer: A ja! Er gibt aber keine Antwort!
Sie haben hier eine korrekte Berufsausübung, die durch mich vor fünf Jahren erfolgt ist, kriminalisiert. Ein Anwalt hat die Pflicht, alle Beweismittel, die er bekommt, bei Gericht vorzulegen. Das – und nur das! – habe ich getan. (Abg. Edlinger: Ohne sie zu überprüfen?) Nur dann, wenn ich an der Beschaffung von Beweismitteln, die suspekt sind, beteiligt gewesen wäre, könnten Sie mir einen disziplinarrechtlichen Vorwurf machen. – Aber auch das ist mittlerweile klargestellt durch eine Aussendung der Rechtsanwaltskammer, dass mir dieser Vorwurf nicht gemacht werden kann. (Abg. Dr. Petrovic: Wer hat denn die Akten beschafft?) – Frau Dr. Petrovic, gleich komme ich dazu. – Und Sie wissen mittlerweile, dass der Klient in diesem Verfahren erklärt hat, er hat die Beweismittel von einem Journalisten bekommen. Also auch ... (Abg. Dr. Gusenbauer: Von welchem?) – Das fragen Sie ihn selbst. (Abg. Dr. Gusenbauer: A ja! Er gibt aber keine Antwort!) Also war ich auch an der Beschaffung selbstverständlich nicht beteiligt.
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht Manns genug, das klarzustellen!
Ich möchte auch zu der Behauptung, dass ich in irgendeiner Weise ein Präjudiz geschaffen habe (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht Manns genug, das klarzustellen!), Stellung beziehen. Ich zitiere, weil das gestern im ORF in der Sendung "Betrifft" nicht vollständig geschehen ist, die gesamte Interview-Passage.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich antworte: Aus meiner Sicht – also, soweit ich das beobachten konnte, das, was ich glaube – ist er über jeden Verdacht erhaben. Das bedeutet aber nicht, dass ich in irgendeiner Form in die Untersuchungen eingreifen werde oder sie beeinflussen möchte. Tatsache ist, dass ich ihn 15 Jahre als Rechtsanwalt vertreten habe und Zeuge des Umstandes war, dass ihm die Bevölkerung wie keinem anderen abgenommen hat, dass er wirklich bereit ist, in diesem Land die Strukturen aufzubrechen, Verbesserungen einzuführen und vieles andere mehr. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Woher wissen Sie das?
Und dies war für viele der Punkt, ihm unaufgefordert Informationen zur Verfügung zu stellen. Ich jedenfalls habe nicht den geringsten Hinweis gehabt, dass er es notwendig gehabt hätte, sich durch irgendwelche aktiven Bemerkungen oder Handlungen Daten zu besorgen. (Abg. Öllinger: Woher wissen Sie das?) – Das ist der volle Text.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Zur Geschäftsordnung!
Jetzt sagen Sie mir den Unterschied, wenn der Staatsanwalt weisungsfrei ist, wenn ich etwas anderes gesagt hätte! Sie können von mir nicht verlangen, dass ich jede Zivilcourage über Bord werfe. Ich weiß, dass jedermann hier weiß, dass ich mit Haider befreundet bin. Und ich habe trotzdem erklärt, ich bin erstens mit ihm befreundet, und zweitens soll man gegen ihn ermitteln, wie man will. Da macht es überhaupt keinen Unterschied mehr, ob ich mit ihm befreundet bin oder nicht. Aber ich habe diese Freundschaft nicht einfach über Bord geworfen, nur weil es Vorerhebungen gegen ihn gibt. Das können Sie mir, glaube ich, nicht wirklich vorwerfen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Zur Geschäftsordnung!)
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich rege an, die für 15.30 Uhr ins Auge gefasste Kurzpräsidiale gleich jetzt abzuhalten, denn ich finde es ehrlich gesagt in höchstem Maße empörend, wenn der amtierende Justizminister dem Klubvorsitzenden der sozialdemokratischen Fraktion vorwirft (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), er sei psychisch und mental – auch wenn Sie das sehr lustig finden – nicht in der Lage, bestimmte Handlungen zu setzen, nachdem uns gerade eben aus Kärnten die Ferndiagnose von den "kranken Gehirnen" einiger Journalisten und Journalistinnen erreicht hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Pflichtverteidigerin! Petrovic auf dem Sprung zur SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Pflichtverteidigerin! Petrovic auf dem Sprung zur SPÖ!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich rege an, die für 15.30 Uhr ins Auge gefasste Kurzpräsidiale gleich jetzt abzuhalten, denn ich finde es ehrlich gesagt in höchstem Maße empörend, wenn der amtierende Justizminister dem Klubvorsitzenden der sozialdemokratischen Fraktion vorwirft (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), er sei psychisch und mental – auch wenn Sie das sehr lustig finden – nicht in der Lage, bestimmte Handlungen zu setzen, nachdem uns gerade eben aus Kärnten die Ferndiagnose von den "kranken Gehirnen" einiger Journalisten und Journalistinnen erreicht hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Pflichtverteidigerin! Petrovic auf dem Sprung zur SPÖ!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Bevor diese Praxis, Oppositionsabgeordneten oder JournalistInnen die geistige Gesundheit abzusprechen, jetzt Schule macht, ersuche ich, dass wir das schnell in aller Form besprechen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Rufe bei den Grünen: Nicht dieses Haus!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich sehe überhaupt keine Veranlassung, von dem Plan abzurücken, dem auch von den anderen Klubchefs zugestimmt worden ist, nämlich um 15.30 Uhr eine kurze Präsidialsitzung wegen anderer Dinge durchzuführen, schon gar nicht deswegen, weil eine Vertreterin eines Klubs hier auf Hausordnungen und auf Zitate verweist, noch dazu, wenn sie in ihren eigenen Reihen jemanden hat, der dieses Haus vor wenigen Tagen mit dem Miloševic-Regime verglichen hat. (Rufe bei den Grünen: Nicht dieses Haus!)
Abg. Mag. Stoisits: Nein, das ist falsch!
Daher ist das für mich völlig egal, denn solange Sie das nicht richtig gestellt haben, dass Sie dieses Haus mit Miloševic-Methoden verglichen haben (Abg. Mag. Stoisits: Nein, das ist falsch!), steht es Ihnen überhaupt nicht zu, hier noch weitere Urgenzen durchzuführen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist die Unwahrheit! Eine Unwahrheit nach der anderen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist die Unwahrheit! Eine Unwahrheit nach der anderen!
Daher ist das für mich völlig egal, denn solange Sie das nicht richtig gestellt haben, dass Sie dieses Haus mit Miloševic-Methoden verglichen haben (Abg. Mag. Stoisits: Nein, das ist falsch!), steht es Ihnen überhaupt nicht zu, hier noch weitere Urgenzen durchzuführen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist die Unwahrheit! Eine Unwahrheit nach der anderen!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Seit wann gibt es das?
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Es gibt den Übungen dieses Hauses entsprechend das Verbot der Polemik von der Regierungsbank. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Seit wann gibt es das?) Aber abgesehen davon unterliegt auch ein Minister der Geschäftsordnung und der Möglichkeit eines Ordnungsrufes. Ich verlange in aller formellen Offenheit einen Ordnungsruf für Herrn Dr. Böhmdorfer, der sich in beleidigender Weise dem Klubvorsitzenden der SPÖ gegenüber geäußert hat. Das ist ungeheuerlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Nur weil Sie dauernd die Unwahrheit sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Nur weil Sie dauernd die Unwahrheit sagen!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Es gibt den Übungen dieses Hauses entsprechend das Verbot der Polemik von der Regierungsbank. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Seit wann gibt es das?) Aber abgesehen davon unterliegt auch ein Minister der Geschäftsordnung und der Möglichkeit eines Ordnungsrufes. Ich verlange in aller formellen Offenheit einen Ordnungsruf für Herrn Dr. Böhmdorfer, der sich in beleidigender Weise dem Klubvorsitzenden der SPÖ gegenüber geäußert hat. Das ist ungeheuerlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Nur weil Sie dauernd die Unwahrheit sagen!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich ersuche darüber hinaus auch, unverzüglich die Präsidiale abzuhalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Und die Unwahrheiten des sozialistischen Klubobmannes! – Abg. Dr. Kostelka: Herr Präsident! Ich habe einen Antrag zur Geschäftsordnung gestellt! Darüber können Sie nicht hinweggehen! – Abg. Dr. Krüger: Dieser Antrag ist erledigt!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Meine Damen und Herren! Ich habe jetzt eine ganze Reihe von Anregungen bekommen. Ich kann nur sagen, in Bezug auf die heutige Sitzung gibt es für mich auch noch einige andere Themen, die durchaus wert sind, in der nächsten Präsidiale, allerdings in der ordentlichen – damit wäre eine Kurzpräsidiale heute sicherlich überfordert –, behandelt zu werden, etwa die Frage des Befolgens von Anordnungen durch den Präsidenten während der Vorsitzführung des Zweiten Präsidenten heute, die Frage des Dauerzwischenrufens, die Frage der richtigen Anwendung des Prinzips "zur Sache" und durchaus auch die Frage der Polemik von der Regierungsbank aus. Ich werde gerne diese vier Themen bei der nächsten Präsidialsitzung als Themenstellung mit einbringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und die Unwahrheiten des sozialistischen Klubobmannes! – Abg. Dr. Kostelka: Herr Präsident! Ich habe einen Antrag zur Geschäftsordnung gestellt! Darüber können Sie nicht hinweggehen! – Abg. Dr. Krüger: Dieser Antrag ist erledigt!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Am besten schriftlich!
Ich habe diesen Antrag nicht als Antrag verstanden. Wenn Sie ihn bitte noch einmal formulieren würden, Herr Klubobmann. (Ruf bei den Freiheitlichen: Am besten schriftlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie müssen formulieren können!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr verehrter Herr Präsident! Anscheinend sind manche der freiheitlichen Abgeordneten der Geschäftsordnung nicht so mächtig, um zu wissen, dass Geschäftsordnungsanträge nicht schriftlich überreicht werden müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie müssen formulieren können!) Aber ich wiederhole gerne, was ich gesagt habe.
Abg. Ing. Westenthaler: Kostelka ist als Klubobmann abgesetzt und kennt sich noch immer nicht aus!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Jetzt ist mir klar, worauf Sie hinauswollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Kostelka ist als Klubobmann abgesetzt und kennt sich noch immer nicht aus!) Herr Klubobmann Kostelka! Sie wissen, dass es in den letzten Sitzungen Praxis war, auch bei Angelegenheiten und Äußerungen, die in früheren Tagungen durchaus als ordnungsrufwürdig angesehen worden sind, Ordnungsrufe nicht zu erteilen, und dass wir übereingekommen sind, in der Präsidiale Vorgangsweisen zu besprechen und darauf hinzuwirken, dass derartige Äußerungen nicht passieren. In diesem Sinne fasse ich als Präsident Ihre Anregung beziehungsweise Ihre Aufforderung auf und werde dieses Thema bei der nächsten Präsidiale mit einbringen. (Abg. Dr. Kostelka: Ich bitte um eine Entscheidung, Herr Präsident!)
Abg. Dr. Kostelka: Ich bitte um eine Entscheidung, Herr Präsident!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Jetzt ist mir klar, worauf Sie hinauswollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Kostelka ist als Klubobmann abgesetzt und kennt sich noch immer nicht aus!) Herr Klubobmann Kostelka! Sie wissen, dass es in den letzten Sitzungen Praxis war, auch bei Angelegenheiten und Äußerungen, die in früheren Tagungen durchaus als ordnungsrufwürdig angesehen worden sind, Ordnungsrufe nicht zu erteilen, und dass wir übereingekommen sind, in der Präsidiale Vorgangsweisen zu besprechen und darauf hinzuwirken, dass derartige Äußerungen nicht passieren. In diesem Sinne fasse ich als Präsident Ihre Anregung beziehungsweise Ihre Aufforderung auf und werde dieses Thema bei der nächsten Präsidiale mit einbringen. (Abg. Dr. Kostelka: Ich bitte um eine Entscheidung, Herr Präsident!)
Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsordnung!
Das ist alles, was dazu zu sagen ist. (Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum ihr den Kostelka abgesetzt habt! Keine Ahnung!
Zur Geschäftsordnung hat sich Herr Abgeordneter Khol gemeldet, und dann Herr Abgeordneter Kostelka. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum ihr den Kostelka abgesetzt habt! Keine Ahnung!)
Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich verweise auf § 103 GOG und die dazu figurierenden Anmerkungen. Verlangen auf Erteilung eines Rufs zur Sache beziehungsweise zur Ordnung sind demnach keine Geschäftsbehandlungsanträge im Sinne des § 59, und die Entscheidung über ein solches Verlangen obliegt ausschließlich dem Präsidenten. Ein Beschluss des Nationalrates darüber ist unzulässig. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Nein, nein!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass mir gemäß § 103 Abs. 1 der Geschäftsordnung sehr wohl zusteht, einen solchen Ordnungsruf zu verlangen. (Rufe bei der ÖVP: Nein, nein!) Ich habe das auch tatsächlich getan. Und die Frage, die ich Ihnen stellen muss, Herr Präsident, ist Folgende: Wollen Sie tatsächlich nach Beratungen in der Präsidiale die Entscheidung über einen Ordnungsruf so lange hinauszögern, bis er nach der Geschäftsordnung nicht mehr erteilt werden kann? Ist das Ihre Absicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann er immer! Jetzt ist er wieder der begossene Pudel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kann er immer! Jetzt ist er wieder der begossene Pudel!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass mir gemäß § 103 Abs. 1 der Geschäftsordnung sehr wohl zusteht, einen solchen Ordnungsruf zu verlangen. (Rufe bei der ÖVP: Nein, nein!) Ich habe das auch tatsächlich getan. Und die Frage, die ich Ihnen stellen muss, Herr Präsident, ist Folgende: Wollen Sie tatsächlich nach Beratungen in der Präsidiale die Entscheidung über einen Ordnungsruf so lange hinauszögern, bis er nach der Geschäftsordnung nicht mehr erteilt werden kann? Ist das Ihre Absicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann er immer! Jetzt ist er wieder der begossene Pudel!)
Abg. Dr. Kostelka: Verlangen!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter Kostelka! Ich gehe davon aus, dass Sie die Geschäftsordnung gut beherrschen, dass daher auch die Rechtslage für Sie nichts Neues ist und dass Sie auch keiner Extraaufklärung durch Herrn Abgeordneten Khol bedurft haben. Daher habe ich auch Ihre Antragstellung oder Ihr Ersuchen (Abg. Dr. Kostelka: Verlangen!) als das aufgefasst, was es ist, als Ihr Recht, eine derartige Anregung vorzunehmen. Ihnen ist genauso bekannt, dass es das Recht oder die Pflicht des Präsidenten ist, für die Ordnung in der Sitzung zu sorgen, und dass wir im Einvernehmen der Präsidenten, insbesondere zwischen dem Präsi
Abg. Dr. Kostelka: Das heißt zu einem Zeitpunkt, wo ein Ordnungsruf nicht mehr möglich ist!
Das heißt, ich werde das Thema zur Sprache bringen. Mehr ist im gegenständlichen Fall von meiner Warte aus nicht zu sagen. (Abg. Dr. Kostelka: Das heißt zu einem Zeitpunkt, wo ein Ordnungsruf nicht mehr möglich ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass Kostelka die Geschäftsordnung dreimal abschreibt! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Er muss sie dann auch aufsagen! – Abg. Dr. Kostelka: Sie können Sie nicht einmal lesen!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Schender. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass Kostelka die Geschäftsordnung dreimal abschreibt! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Er muss sie dann auch aufsagen! – Abg. Dr. Kostelka: Sie können Sie nicht einmal lesen!)
Abg. Dr. Kostelka: Keine Ahnung! – Abg. Dr. Gusenbauer: Wissen Sie denn überhaupt, was Sie da reden?
Abgeordneter Mag. Rüdiger Schender (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Kostelka, es war ein sehr bezeichnender peinlicher Auftritt, den Sie hier gerade gegeben haben. Zuerst muss Ihnen Frau Kollegin Petrovic sagen, wann Sie sich als Klubobmann aufzuregen haben. (Abg. Dr. Kostelka: Keine Ahnung! – Abg. Dr. Gusenbauer: Wissen Sie denn überhaupt, was Sie da reden?) In weiterer Folge passiert Ihnen dann als Klubobmann ein peinlicher Fauxpas in Anwendung der Geschäftsordnung. Darüber klärt Sie Gott sei Dank Herr Klubobmann Khol auf. Er wird Ihnen selbstverständlich die Geschäftsordnung auch zum Studium zur Verfügung stellen, damit Sie das nachlesen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Begossener Pudel!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Begossener Pudel!
Abgeordneter Mag. Rüdiger Schender (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Kostelka, es war ein sehr bezeichnender peinlicher Auftritt, den Sie hier gerade gegeben haben. Zuerst muss Ihnen Frau Kollegin Petrovic sagen, wann Sie sich als Klubobmann aufzuregen haben. (Abg. Dr. Kostelka: Keine Ahnung! – Abg. Dr. Gusenbauer: Wissen Sie denn überhaupt, was Sie da reden?) In weiterer Folge passiert Ihnen dann als Klubobmann ein peinlicher Fauxpas in Anwendung der Geschäftsordnung. Darüber klärt Sie Gott sei Dank Herr Klubobmann Khol auf. Er wird Ihnen selbstverständlich die Geschäftsordnung auch zum Studium zur Verfügung stellen, damit Sie das nachlesen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Begossener Pudel!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Ich habe keine Wertschätzung für diesen Justizminister! Und das werde ich doch noch sagen dürfen!
Meine Damen und Herren von der sozialistischen Fraktion! Im Übrigen ist es wohl das gute Recht des Herrn Ministers Böhmdorfer, der tage- und wochenlang von Ihnen beschimpft und durch den Schmutz gezogen wird, dem hier die Ehre abzuschneiden versucht wird, dass er eine Entschuldigung für unrichtige Behauptungen und Tatsachen verlangt. Und wenn Sie dazu nicht in der Lage sind, dann können Sie nicht uns einen Vorwurf machen, sondern dann sollten Sie über Ihr Verständnis von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nachdenken. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Ich habe keine Wertschätzung für diesen Justizminister! Und das werde ich doch noch sagen dürfen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP
Meine Damen und Herren! Ich möchte nun aber wieder zurück zum eigentlichen Thema der heutigen Debatte kommen. Ich möchte mich als Jugendsprecher zunächst bei Ministerin Dr. Elisabeth Sickl bedanken. Sie hat sehr viele wichtige Reformen ermöglicht, umgesetzt, Reformen vor allem für die Jugend, Reformen vor allem für die Zukunft unseres Landes. Wir werden erstmals eine gesetzliche Jugendvertretung haben, eine gesetzliche Jugendvertretung als Interessenvertretung der Jugend (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP), die gleichberechtigt neben den Interessenvertretungen der Arbeitnehmer, der Arbeitgeber, der Pensionisten und anderer steht und der Jugend wirklich als Sprachrohr dienen kann.
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Warum ist sie abgesetzt worden?
Sie hat eine Pensionsreform umgesetzt, die längst notwendige Maßnahmen vorsieht, die die Versäumnisse der SPÖ-Minister der letzten Jahrzehnte bereinigt und sicherstellt, dass auch in Zukunft die Pensionen gesichert sind und dass auch in Zukunft für die jungen Menschen eine Aussicht auf eine Altersvorsorge besteht. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Warum ist sie abgesetzt worden?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Warum wurde sie ausgetauscht?
Meine Damen und Herren! Diese gute Politik wird Herbert Haupt nun weiterführen. Er ist kompetent, er ist umsichtig, er ist ein Mann mit echtem sozialem Gewissen. Es hat mich gefreut, dass er hier heute zu einem Grundkonsens über die Sozialpolitik aufgerufen hat, denn ich glaube in der Tat, dass Sozialpolitik ein Bereich der Politik sein sollte, den man über Parteigrenzen hinweg führen soll. Er wird das machen, und er wird dafür gerade stehen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Warum wurde sie ausgetauscht?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn man sich die Situation der Frauen heute anschaut, dann stellt man fest, dass tatsächlich ein Verbesserungsbedarf besteht, und zwar deshalb, weil die Frauenministerinnen der Sozialistischen Partei über Jahre hinweg nicht in der Lage waren, notwendige Reformen in diesem Bereich umzusetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Minister Haupt wird ein guter Minister sein. Er wird ein Generationenminister sein, und zwar für alle Menschen: vom Säugling bis zum Greis, egal, ob Mann oder Frau. Er wird seine Sache gut machen. Ich wünsche ihm viel Glück! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Aber wer ist jetzt besser: Sickl oder Haupt? – Abg. Mag. Schweitzer: Beide hervorragend!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Haidlmayr. – Bitte. (Abg. Dr. Cap: Aber wer ist jetzt besser: Sickl oder Haupt? – Abg. Mag. Schweitzer: Beide hervorragend!)
Abg. Achatz: Er war jetzt die ganze Zeit da!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Heute sollte eigentlich der neue Herr Sozialminister vorgestellt werden. So war es jedenfalls ausgemacht. Es ist mir nicht möglich, meinen Beitrag hier zu leisten, wenn der Herr Minister nicht einmal im Raum ist. Und ich denke, wenn er ab heute schon neuer Sozialminister ist, dann hätte er sich zumindest ... (Abg. Achatz: Er war jetzt die ganze Zeit da!) – Ob er die ganze Zeit da war oder nicht, ist nicht die Frage. Auch ich bin die ganze Zeit hier gewesen und bin nicht Sozialministerin. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Heute sollte eigentlich der neue Herr Sozialminister vorgestellt werden. So war es jedenfalls ausgemacht. Es ist mir nicht möglich, meinen Beitrag hier zu leisten, wenn der Herr Minister nicht einmal im Raum ist. Und ich denke, wenn er ab heute schon neuer Sozialminister ist, dann hätte er sich zumindest ... (Abg. Achatz: Er war jetzt die ganze Zeit da!) – Ob er die ganze Zeit da war oder nicht, ist nicht die Frage. Auch ich bin die ganze Zeit hier gewesen und bin nicht Sozialministerin. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die halbe grüne Fraktion ist nicht da! – Abg. Schieder: Die ist aber nicht in der Regierung!
Herr Vorsitzender! Ich stelle den Antrag, dass der Herr Minister wieder in den Saal kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Die halbe grüne Fraktion ist nicht da! – Abg. Schieder: Die ist aber nicht in der Regierung!) Wir Grünen wissen, was wir von unserem Herrn Sozialminister erwarten – und er soll es auch wissen! (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ, den Freiheitlichen, der ÖVP und den Grünen.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ, den Freiheitlichen, der ÖVP und den Grünen.
Herr Vorsitzender! Ich stelle den Antrag, dass der Herr Minister wieder in den Saal kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Die halbe grüne Fraktion ist nicht da! – Abg. Schieder: Die ist aber nicht in der Regierung!) Wir Grünen wissen, was wir von unserem Herrn Sozialminister erwarten – und er soll es auch wissen! (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ, den Freiheitlichen, der ÖVP und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie im Kindergarten sind Sie! Es ist wirklich unglaublich!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Frau Abgeordnete! Der Herr Bundesminister hat nur ganz kurzfristig den Saal verlassen und sitzt bereits wieder auf der Regierungsbank. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie im Kindergarten sind Sie! Es ist wirklich unglaublich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Reihen!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (fortsetzend): Herr Westenthaler! Über den "Kindergarten" diskutiere ich mit Ihnen nicht. Das mache ich ganz einfach nicht, und ich habe meinen guten Grund dafür. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Reihen!) Seien Sie froh, dass ich es nicht tue, denn diese Blamage möchte ich Ihnen hier ersparen!
Abg. Dr. Khol: Heute, Frau Haidlmayr! Heute!
Herr Minister! Ich möchte nunmehr zu einem Bereich kommen, den Sie in Zukunft vertreten werden, nämlich: die Politik für behinderte Menschen in Österreich. Herr Minister, ich bin überrascht, dass Sie sich seit Amtsantritt zu dieser Gruppe von Menschen noch nie artikuliert haben, außer wenn es um die so genannte Behinderten-Milliarde geht. (Abg. Dr. Khol: Heute, Frau Haidlmayr! Heute!)
Abg. Dr. Feurstein: Geschützte Arbeitsplätze, Frau Haidlmayr! – Abg. Dr. Puttinger: Geschützte Arbeitsplätze, nicht geschützte Werkstätten! Das ist ein Unterschied!
Ich habe es befürchtet, und Herr Feurstein hat es in der Presse bestätigt – zum ersten Mal haben wir das schwarz auf weiß –, dass Sie mit diesen Geldern genau das machen wollen, was wir behinderte Menschen in Österreich befürchtet haben. Das bewahrheitet sich jetzt, weil Sie dieses Geld in geschützte Werkstätten stecken wollen, obwohl Sie ganz genau wissen, dass die Menschen in diesen Arbeitsverhältnissen weder pensionsversichert noch krankenversichert noch arbeitslosenversichert sind, das heißt, keinen Anspruch auf sozialversicherungsrechtliche Absicherung haben und um ein paar tausend Schilling oder manche sogar nur um ein paar hundert Schilling im Monat arbeiten müssen. (Abg. Dr. Feurstein: Geschützte Arbeitsplätze, Frau Haidlmayr! – Abg. Dr. Puttinger: Geschützte Arbeitsplätze, nicht geschützte Werkstätten! Das ist ein Unterschied!)
Beifall bei den Grünen.
Das, Herr Minister, ist Ihr eigener Antrag, den ich heute einbringe, weil ich ihn auch damals unterstützt habe. Ich ersuche Sie, dass Sie mit Ihrer Partei, mit Ihrer Bundesregierung die Interessen der behinderten Menschen wahren und diese Forderungen weiterhin vertreten. Sie können heute bei dieser Abstimmung unter Beweis stellen, ob Sie noch dazu stehen oder ob Sie sich von der Politik für behinderte Menschen inzwischen auch verabschiedet haben. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich erwarte mir vom heute dem Nationalrat vorgestellten Sozialminister Herbert Haupt eine Fortsetzung jener Sozialpolitik, die wir im Regierungsübereinkommen, im Koalitionsübereinkommen vom Jänner dieses Jahres formuliert haben (Zwischenruf der Abg. Silhavy ): eine Sozialpolitik, die bedarfsorientiert ist, effizienzorientiert ist und Menschen aus der Abhängigkeit herausführen will, wo immer das möglich ist, und deren eigene Leistungsfähigkeit unterstützen will.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Als Mitglied des Justizausschusses möchte ich aber auch noch die Gelegenheit ergreifen, ein, zwei Sätze über Justizminister Böhmdorfer zu sagen. Nach meiner Auffassung von Rechtsstaatlichkeit bleibt es mir unverständlich, dass man einem Rechtsanwalt, der seine anwaltliche Vertretung ernst nimmt, dieses dann zum Vorwurf macht und ihn deswegen nicht zum Justizminister qualifizieren will. Ein guter Anwalt zu sein kann in einem zivilisierten Rechtsstaat doch kein Ausschließungsgrund dafür sein, Justizminister zu werden! Nach meiner Auffassung von Rechtsstaat ist das sogar eine hervorragende Voraussetzung dafür. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Ihre Einfälle kennen wir!
Noch einen Satz dazu, meine Damen und Herren, was in der letzten Woche von Seiten der Richterschaft in der Öffentlichkeit diskutiert wurde. Ich für meine Person nehme die Gewaltentrennung so ernst, dass es mir nie einfallen würde – und auch von einem Minister würde ich das nicht erwarten –, als Gesetzgeber Überlegungen zu treffen, wer etwa Vorsitzender der Richterschaft sein soll. (Abg. Silhavy: Ihre Einfälle kennen wir!) Aber Gewaltenteilung und Respekt vor dieser ist keine Einbahnstraße. Ich glaube, dass es Aufgabe dieses Hauses und nur dieses Hauses ist, zu entscheiden, wer sein Vertrauen genießt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Noch einen Satz dazu, meine Damen und Herren, was in der letzten Woche von Seiten der Richterschaft in der Öffentlichkeit diskutiert wurde. Ich für meine Person nehme die Gewaltentrennung so ernst, dass es mir nie einfallen würde – und auch von einem Minister würde ich das nicht erwarten –, als Gesetzgeber Überlegungen zu treffen, wer etwa Vorsitzender der Richterschaft sein soll. (Abg. Silhavy: Ihre Einfälle kennen wir!) Aber Gewaltenteilung und Respekt vor dieser ist keine Einbahnstraße. Ich glaube, dass es Aufgabe dieses Hauses und nur dieses Hauses ist, zu entscheiden, wer sein Vertrauen genießt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Meine Damen und Herren! Der Herr Justizminister – ich sehe ihn zwar nicht mehr, aber er wird schon irgendwo eine Möglichkeit haben, zuzuhören (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger ); selbstverständlich, eine Möglichkeit ist es, per Lautsprecher zuzuhören –, der Justizminister hat gemeint, dass er das Recht hat, von der Regierungsbank aus in polemischer Art und Weise, wie es auch die Frau Vizekanzlerin in einer längeren Parteitagsrede heute getan hat, seiner Empörung Ausdruck zu verleihen. (Abg. Mag. Schweitzer: Zu Recht!)
Abg. Mag. Schweitzer: Zu Recht!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Meine Damen und Herren! Der Herr Justizminister – ich sehe ihn zwar nicht mehr, aber er wird schon irgendwo eine Möglichkeit haben, zuzuhören (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger ); selbstverständlich, eine Möglichkeit ist es, per Lautsprecher zuzuhören –, der Justizminister hat gemeint, dass er das Recht hat, von der Regierungsbank aus in polemischer Art und Weise, wie es auch die Frau Vizekanzlerin in einer längeren Parteitagsrede heute getan hat, seiner Empörung Ausdruck zu verleihen. (Abg. Mag. Schweitzer: Zu Recht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Vorerhebung – das ist ein Unterschied!
Meine Damen und Herren! Ich darf Ihnen mitteilen, auch wir haben das Recht, unserer Empörung Ausdruck zu verleihen, wenn wir ständig hören, fundiert hören, dass gegen 21 Freiheitliche bereits eine Voruntersuchung (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Vorerhebung – das ist ein Unterschied!), eine Vorerhebung eingeleitet worden ist. Wir haben es also schlichtweg mit einem Justizminister zu tun, gegen den jede Minute Vorerhebungen durch den Staatsanwalt, durch den Untersuchungsrichter eingeleitet werden können. Dem gegenüber steht das Weisungsrecht des Justizministers an die Staatsanwälte, Erhebungen zurückzulegen.
Abg. Schwarzenberger: Er muss es nicht tun!
Meine Damen und Herren! Das, was hier unter der Vorsitzführung des Zweiten und Dritten Präsidenten geschieht, wird nicht zur Beruhigung hier im Hohen Hause beitragen. Herr Präsident! Wenn ein Antrag auf Erteilung eines Ordnungsrufes nach § 103 Abs. 2 der Geschäftsordnung gestellt wird, dann ist dieser "am Schluss derselben Sitzung oder am Beginn der nächsten Sitzung nachträglich" auszusprechen. (Abg. Schwarzenberger: Er muss es nicht tun!) Das steht in § 103 Abs. 2 GOG! Unterstellen Sie mir, dass ich nicht lesen kann? Ich lese es Ihnen noch einmal vor, vielleicht brauchen Sie länger, um einen Paragraphen, einen Absatz zu verstehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Aber die Entscheidung bleibt dem Präsidenten vorbehalten!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Aber die Entscheidung bleibt dem Präsidenten vorbehalten!
Meine Damen und Herren! Das, was hier unter der Vorsitzführung des Zweiten und Dritten Präsidenten geschieht, wird nicht zur Beruhigung hier im Hohen Hause beitragen. Herr Präsident! Wenn ein Antrag auf Erteilung eines Ordnungsrufes nach § 103 Abs. 2 der Geschäftsordnung gestellt wird, dann ist dieser "am Schluss derselben Sitzung oder am Beginn der nächsten Sitzung nachträglich" auszusprechen. (Abg. Schwarzenberger: Er muss es nicht tun!) Das steht in § 103 Abs. 2 GOG! Unterstellen Sie mir, dass ich nicht lesen kann? Ich lese es Ihnen noch einmal vor, vielleicht brauchen Sie länger, um einen Paragraphen, einen Absatz zu verstehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Aber die Entscheidung bleibt dem Präsidenten vorbehalten!)
Abg. Mag. Kukacka: Und was haben Sie Konstruktives gesagt?
Eine inhaltliche Anmerkung noch: Herr Minister Haupt! Sie haben in Ihren Ausführungen als erstes die Familienpolitik angesprochen. Ich habe mich schon seit einiger Zeit gefragt, ob es überhaupt noch einen Familienminister gibt. Die Familienpolitik war der Sozialpolitik untergeordnet, war ein Teilbereich der Sozialpolitik, gut; davor haben allerdings gerade Ihre Partei, die FPÖ, und auch die ÖVP immer am lautesten gewarnt. 32 Redner hat es gebraucht, bis Herr Tancsits etwas zur Familienpolitik gesagt hat. Ihre Anmerkungen zur Familienpolitik beschränkten sich auf zwei Punkte: Sie haben gesagt, das Kinderbetreuungsgeld für alle werde kommen. (Abg. Mag. Kukacka: Und was haben Sie Konstruktives gesagt?) Und Sie haben Ihre Sorge um Haider und seine Familie geäußert. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Gegenrufe bei der ÖVP.) – Das waren Ihre Beiträge zur Familienpolitik!
Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Gegenrufe bei der ÖVP.
Eine inhaltliche Anmerkung noch: Herr Minister Haupt! Sie haben in Ihren Ausführungen als erstes die Familienpolitik angesprochen. Ich habe mich schon seit einiger Zeit gefragt, ob es überhaupt noch einen Familienminister gibt. Die Familienpolitik war der Sozialpolitik untergeordnet, war ein Teilbereich der Sozialpolitik, gut; davor haben allerdings gerade Ihre Partei, die FPÖ, und auch die ÖVP immer am lautesten gewarnt. 32 Redner hat es gebraucht, bis Herr Tancsits etwas zur Familienpolitik gesagt hat. Ihre Anmerkungen zur Familienpolitik beschränkten sich auf zwei Punkte: Sie haben gesagt, das Kinderbetreuungsgeld für alle werde kommen. (Abg. Mag. Kukacka: Und was haben Sie Konstruktives gesagt?) Und Sie haben Ihre Sorge um Haider und seine Familie geäußert. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Gegenrufe bei der ÖVP.) – Das waren Ihre Beiträge zur Familienpolitik!
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Sozialminister! Ich gestehe Ihnen zu, dass Sie soziale Kompetenz haben; Sie sind ja lange genug Sozialsprecher der FPÖ. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Ich weiß nicht, ob Sie Frauenkompetenz haben, ich weiß nicht, ob Sie Gesundheitskompetenz haben, und ich weiß nicht, ob Sie Familienkompetenz haben, denn das, was Sie zum Thema "Familie" gesagt haben, ist zu wenig, um von Familienkompetenz sprechen zu können.
Beifall bei der SPÖ.
Ich frage mich angesichts Ihrer Antrittsträumereien, ob die Vorschläge durchdacht sind oder ob System dahinter steckt. Ich sage Ihnen: Es steckt System dahinter, denn merkwürdigerweise bleiben immer die Interessen der Frauen und einer modernen Familienpolitik auf der Strecke! Da heißt es in einem Spruch: Die eine Hand gibt, und die andere Hand nimmt. Aber bei dieser Bundesregierung gibt die eine Hand nicht, sie winkt nur mit irgendwelchen Versprechungen, nämlich beispielsweise mit dem Kinderbetreuungsgeld für das Jahr 2002 oder noch später. Aber abkassiert wird heute! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Was wir von diesem Paket zu erwarten haben, können wir an der Entwicklung in Kärnten ablesen. Von einem Kinderscheck über 6 000 S monatlich für jedes Kind ist übrig geblieben: Innerhalb einer Familie wird nur für ein Kind bezahlt. Das sagt Ihr Kollege Reichhold. Möchten Sie die Aussendung haben? Das ist in Kärnten vom Kinderscheck übrig geblieben! (Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich noch um eines bitten: Spekulieren Sie nicht über die Treffsicherheit, wenn Sie ein guter Sozial- und Familienminister sein wollen. Ihre Bemerkung, über die Treffsicherheit bei PflegegeldbezieherInnen nachdenken zu wollen, hat Tausende von Menschen, kaum dass Sie es gesagt haben, schon zusammenzucken lassen. Um Treffsicherheit zu erlangen, muss man nämlich alle – aber das liegt euch ja – ausforschen, beobachten, durchleuchten, bespitzeln, um zielgenau treffen zu können. Treffsicherheit ist nur eine Vortäuschung von Gerechtigkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Mertel: Die eine Seite nie! Es war immer nur die andere Seite!
Frau Abgeordnete! Es ist sicherlich nicht immer ganz einfach und leicht, auf der einen Seite für entsprechende Ordnung in diesem Hause zu sorgen und auf der anderen Seite aber doch auch einer freien Debatte vollen Lauf zu lassen. Und sicherlich ergibt es sich dabei, dass einmal die eine Seite und einmal die andere Seite das Gefühl hat, dass sie vielleicht zu kurz kommt. (Abg. Dr. Mertel: Die eine Seite nie! Es war immer nur die andere Seite!) Das mag heute bei Ihnen der Fall sein. In der letzten Sitzung war es eine Regierungspartei, die, als Frau Abgeordnete Petrovic hier am Rednerpult gestanden ist, heftig einen Ordnungsruf reklamiert hat.
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Vorweg aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, muss ich sagen: Datensicherheit, Datenschutz geht uns alle an, und wenn es diesbezüglich Missbrauch gibt, dann muss das unverzüglich aufgeklärt werden – nicht nur von heute oder morgen, sondern auch zurückgehend auf die letzten 30 Jahre! (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Rufe bei der SPÖ: Haupt! Haupt!
Abgeordneter Pilz – gerade nicht im Saal – stellt überhaupt einen Konnex her und sagt: Der Tierarzt Gaugg wird Frauenminister! (Rufe bei der SPÖ: Haupt! Haupt!) – Entschuldigung! Der Tierarzt Haupt wird Frauenminister. Herr Kollege Pilz! Wissen Sie, welchen Konnex Sie hier herstellen? – Sie nehmen in Kauf, dass Frauen auf eine Ebene mit Tieren gestellt werden. Herr Abgeordneter Pilz! Es ist höchst an der Zeit, dass Sie sich bei den Frauen sowohl in diesem Saal als auch in ganz Österreich entschuldigen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Pilz – gerade nicht im Saal – stellt überhaupt einen Konnex her und sagt: Der Tierarzt Gaugg wird Frauenminister! (Rufe bei der SPÖ: Haupt! Haupt!) – Entschuldigung! Der Tierarzt Haupt wird Frauenminister. Herr Kollege Pilz! Wissen Sie, welchen Konnex Sie hier herstellen? – Sie nehmen in Kauf, dass Frauen auf eine Ebene mit Tieren gestellt werden. Herr Abgeordneter Pilz! Es ist höchst an der Zeit, dass Sie sich bei den Frauen sowohl in diesem Saal als auch in ganz Österreich entschuldigen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Das wissen Sie als Mann!
Es gibt so viele Fragen und so viele positive Ansätze, die der Herr Sozialminister schon kundgetan hat. Er hat den Frauen ein Angebot für eine faire und umfassende Zusammenarbeit gemacht. Von diesem Angebot würde ich an Ihrer Stelle Gebrauch machen, denn die sozialistische Ex-Frauenministerin – sie ist aus Oberösterreich, genau wie ich, und wenn ich heute jemanden frage: Na was wissen Sie von der Prammer?, dann heißt es: Ja, die war Ministerin, aber welche, das weiß ich leider nicht mehr! – hat bei den österreichischen Frauen keine Eindrücke hinterlassen. Sie hat ihr Amt jahrelang verschlafen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Das wissen Sie als Mann!) – Ja, das weiß ich als Mann genauso.
Abg. Dr. Lichtenberger: Das glaube ich!
Apropos Mann. Herr Bundesministerin, Herr Bundessozialministerin, Herr Frauenministerin – derart komische Äußerungen würden mir nie im Schlaf einfallen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das glaube ich!) Ich würde nie "Frau Wittfrau" sagen oder zur Frau Kollegin Pittermann, würde sie Sozialministerin werden, "Herr Pitterfrau". Niemals würde ich so etwas sagen! Ihre komischen Konnexe können Sie bleiben lassen. Wenn Sie keine konstruktiveren Debattenbeiträge vorbringen können, dann ist es besser, wenn Sie schweigen: Si tacuisses, philosophus mansisses! – Ein weiser Spruch!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Der Herr Minister wird an seinen Taten gemessen werden. Die Worte sind viel versprechend, aber ich kann mir nicht vorstellen, wie er deren Umsetzung schafft. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben heute gesagt, wir seien mit der Frau Ex-Ministerin böse umgegangen. Es sollte sich einmal Ihre eigene Partei in den Spiegel schauen: zuerst noch eine millionenteure Image-Kampagne, dann die Ablöse – das passt ja auch wunderbar mit dem Sparkurs zusammen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie all die Härten zurückverhandeln möchten, wird Ihnen für neue Aufgaben keine Zeit bleiben, Herr Bundesminister. Und wenn heute Herr Kollege Feurstein gesagt hat, Sie wüssten, was Sie wollen, dann kann ich nur sagen: Das stimmt, es wird Ihnen nur nichts nützen! Anstatt einen sozial kompetenten Menschen zum Bundesminister für Soziales zu machen, wäre es besser, den Weltmeister im Turnen zu nehmen, denn der wird vielleicht diesen Riesenspagat schaffen. Sie können einem nur Leid tun! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
So etwas ist Polemik vom Rednerpult aus, und so etwas zielt natürlich ausschließlich darauf ab – das Fernsehen hat ja noch übertragen, es war kurz vor 13 Uhr, ich habe genau auf die Uhr geschaut –, dass die Frauen, die bei dieser Sendung zugesehen haben, das Gefühl haben, dass diese Regierung völlig ungerechte Maßnahmen setzt, die die Frauen belasten, völlig zu Unrecht belasten, die unsozial sind oder ich weiß nicht was. Das Gegenteil ist der Fall! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Der zweite Marketing-Gag in der Vergangenheit, der mir einfällt, war für mich das Frauen-Volksbegehren. Wie einfach ist es doch, 600 000 Stimmen zu bekommen, wenn ich "Wünsch dir was!" spiele und Zuckerl verteile. Ich denke an die Forderung nach 15 000 S Mindesteinkommen, ich denke an die Forderung nach längerer Behaltefrist für die Unternehmen, und ich denke an die Forderung nach Rechtsanspruch auf Teilzeit. All das sind Dinge, die die Unternehmen, aber auch das Budget belasten – und das in einer Situation, in der wir 2 200 Milliarden Schilling Schulden haben. Ich finde solch eine Volksbefragung für unseriös. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.
Wenn ich mir den Budgetvoranschlag von Frau Ministerin Prammer für 1999 anschaue, dann muss ich sagen, es steht nicht nur nichts von Frauen darin, sondern man muss auch lange suchen, bis man das kleine Budget findet. 37 Millionen Schilling findet man zum Thema "Frauen", mehr war es im Endeffekt nicht. Das Bundeskanzleramt war meiner Meinung nach auch nicht der richtige Ort, um Fraueninteressen zu vertreten. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer. )
Abg. Dr. Stummvoll: Ein schlechter!
Schlussendlich: Das Tragen von Krawatten ist auch nichts anderes als ein Marketing-Gag. (Abg. Dr. Stummvoll: Ein schlechter!) – Ein schlechter. Alle waren schlecht. Diese Regierung macht keine Marketing-Gags. Diese Regierung setzt Maßnahmen, die die Zukunft unseres Landes sichern sollen. Viel einfacher wäre es, Marketing-Gags zu setzen! Es ist praktisch, "Wünsch dir was!" zu spielen! Der Bevölkerung macht man sicherlich Freude damit.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Wir schon!
Abgeordnete Dr. Elisabeth Pittermann (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Meine Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich verstehe Ihre Aufregung über den Titel "Herr Frauenministerin" nicht, denn seit Jahrhunderten hat man die Frau zwar immer mit "Frau", aber mit der männlichen Form des Titels angesprochen. Als man dann zur weiblichen Form übergegangen ist, hat es geheißen, das sei eine doppelte Verweiblichung. Ich habe immer die Frauen mit der weiblichen und die Männer mit der männlichen Form angesprochen, und das gedenke ich auch beizubehalten. Aber eine Beleidigung sehe ich darin an sich wirklich nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Wir schon!)
Abg. Haigermoser: Wenn ich sagen würde, Frau Pittermann, was würden Sie dann sagen?
Es mag sein, dass Sie Frauen für minderwertige Wesen halten, das traue ich Ihnen schon zu. (Abg. Haigermoser: Wenn ich sagen würde, Frau Pittermann, was würden Sie dann sagen?) Ich kann Ihnen in diesem Zusammenhang nur einen Artikel aus dem "Standard" zitieren: Die Frauen sind das Natürliche, die Männer sind nur ein Gendefekt, weil das Y-Chromosom weniger genetische Information bringt als das X-Chromosom. – Daher sind wir mit zwei X-Chromosomen den Männern durchaus überlegen. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist Sexismus!) – Das ist kein Sexismus. (Abg. Haigermoser: Das ist Sexismus!) – Herrgott noch einmal, Sie haben aber wenig Selbstvertrauen in Ihre Männlichkeit, dass Sie gar so gereizt reagieren. Na so etwas! Sie müssen aber als Mann unsicher sein! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Was wollen Sie mir noch alles antun? Ich beginne mich zu fürchten!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist Sexismus!
Es mag sein, dass Sie Frauen für minderwertige Wesen halten, das traue ich Ihnen schon zu. (Abg. Haigermoser: Wenn ich sagen würde, Frau Pittermann, was würden Sie dann sagen?) Ich kann Ihnen in diesem Zusammenhang nur einen Artikel aus dem "Standard" zitieren: Die Frauen sind das Natürliche, die Männer sind nur ein Gendefekt, weil das Y-Chromosom weniger genetische Information bringt als das X-Chromosom. – Daher sind wir mit zwei X-Chromosomen den Männern durchaus überlegen. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist Sexismus!) – Das ist kein Sexismus. (Abg. Haigermoser: Das ist Sexismus!) – Herrgott noch einmal, Sie haben aber wenig Selbstvertrauen in Ihre Männlichkeit, dass Sie gar so gereizt reagieren. Na so etwas! Sie müssen aber als Mann unsicher sein! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Was wollen Sie mir noch alles antun? Ich beginne mich zu fürchten!)
Abg. Haigermoser: Das ist Sexismus!
Es mag sein, dass Sie Frauen für minderwertige Wesen halten, das traue ich Ihnen schon zu. (Abg. Haigermoser: Wenn ich sagen würde, Frau Pittermann, was würden Sie dann sagen?) Ich kann Ihnen in diesem Zusammenhang nur einen Artikel aus dem "Standard" zitieren: Die Frauen sind das Natürliche, die Männer sind nur ein Gendefekt, weil das Y-Chromosom weniger genetische Information bringt als das X-Chromosom. – Daher sind wir mit zwei X-Chromosomen den Männern durchaus überlegen. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist Sexismus!) – Das ist kein Sexismus. (Abg. Haigermoser: Das ist Sexismus!) – Herrgott noch einmal, Sie haben aber wenig Selbstvertrauen in Ihre Männlichkeit, dass Sie gar so gereizt reagieren. Na so etwas! Sie müssen aber als Mann unsicher sein! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Was wollen Sie mir noch alles antun? Ich beginne mich zu fürchten!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Was wollen Sie mir noch alles antun? Ich beginne mich zu fürchten!
Es mag sein, dass Sie Frauen für minderwertige Wesen halten, das traue ich Ihnen schon zu. (Abg. Haigermoser: Wenn ich sagen würde, Frau Pittermann, was würden Sie dann sagen?) Ich kann Ihnen in diesem Zusammenhang nur einen Artikel aus dem "Standard" zitieren: Die Frauen sind das Natürliche, die Männer sind nur ein Gendefekt, weil das Y-Chromosom weniger genetische Information bringt als das X-Chromosom. – Daher sind wir mit zwei X-Chromosomen den Männern durchaus überlegen. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist Sexismus!) – Das ist kein Sexismus. (Abg. Haigermoser: Das ist Sexismus!) – Herrgott noch einmal, Sie haben aber wenig Selbstvertrauen in Ihre Männlichkeit, dass Sie gar so gereizt reagieren. Na so etwas! Sie müssen aber als Mann unsicher sein! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Was wollen Sie mir noch alles antun? Ich beginne mich zu fürchten!)
Ruf bei der ÖVP: Geh bitte!
Herr Minister! Sie bestehen auf Kinderbetreuungsgeld. Bekommt eine Landesrätin ein Kind, dann wird sie gemobbt. Kinder erfordern Einsatz und sind eine Sparkasse – nicht nur in dem Alter, in dem man mit ihren Nacktplakaten Pädophile auf Touren bringt. (Ruf bei der ÖVP: Geh bitte!) Diese Großzügigkeit für Kinder vermisse ich bei Ambulanzgebühren und der stark erhöhten Rezeptgebühr, die besonders AlleinerzieherInnen und Ärmere treffen. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Diese Rede haben Sie nicht selbst geschrieben, denn in Wirklichkeit sind Sie nicht so polemisch!)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Diese Rede haben Sie nicht selbst geschrieben, denn in Wirklichkeit sind Sie nicht so polemisch!
Herr Minister! Sie bestehen auf Kinderbetreuungsgeld. Bekommt eine Landesrätin ein Kind, dann wird sie gemobbt. Kinder erfordern Einsatz und sind eine Sparkasse – nicht nur in dem Alter, in dem man mit ihren Nacktplakaten Pädophile auf Touren bringt. (Ruf bei der ÖVP: Geh bitte!) Diese Großzügigkeit für Kinder vermisse ich bei Ambulanzgebühren und der stark erhöhten Rezeptgebühr, die besonders AlleinerzieherInnen und Ärmere treffen. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Diese Rede haben Sie nicht selbst geschrieben, denn in Wirklichkeit sind Sie nicht so polemisch!)
Abg. Haigermoser: Das kann nicht von Ihnen sein!
Der Lehrlingsschutz wurde verschlechtert, Jugendliche müssen bis 23 Uhr arbeiten, Strafbestimmungen werden verschärft, Studiengebühren eingeführt, die soziale Sicherheit abgeschafft (Abg. Haigermoser: Das kann nicht von Ihnen sein!), und Sie versuchen, mit Kinderbetreuungs
Beifall bei der SPÖ.
Laut Ärztekammer stehen eine umfangreiche Ärztegesetz- und ASVG-Novelle an. Nützen Sie diese, um die Krankenstrafsteuern zu entfernen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch wenn wir einander weltanschaulich fern sind, schätze ich Ihr Wissen und Ihr Engagement. Vorurteilsfrei werden wir Sie an Ihren Taten als Minister messen. Sie haben das Fachwissen, einen sozialen Weg zu gehen: treffsicher die Schwächeren zu schützen, die Zerschlagung der Sozialversicherung sowie die Entsolidarisierung und Umverteilung von unten nach oben zu verhindern. Zu Reformen gegen diese Regierungsgrausamkeiten wünsche ich Ihnen viel Erfolg, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Reitsamer: Wer hat sie hinausgeschmissen: wir oder Sie?
Das Sozialministerium war bis auf eine kurze Unterbrechung fix in der Hand der Sozialdemokratischen Partei. Es war praktisch eine Erbpacht gegeben, wobei immer die Fraktion der sozialistischen Gewerkschafter den Sozialminister gestellt hat. Eine freiheitliche Sozialministerin darf es einfach nicht geben, das kann doch nicht sein. Eine 100-prozentige Einflussnahme im Sozialressort abzugeben war unvorstellbar, genauso wie die 100-prozentige Einflussnahme im Frauenressort. (Abg. Reitsamer: Wer hat sie hinausgeschmissen: wir oder Sie?)
Abg. Reitsamer: Wer hat sie hinausgeschossen?
Sie haben Frau Ministerin Sickl von Anfang an mit unfairen Mitteln bekämpft. Sie haben ihr nicht einmal die Möglichkeit der Einarbeitung gegeben. Frau Ministerin Sickl hat sich trotzdem sehr gut geschlagen. (Abg. Reitsamer: Wer hat sie hinausgeschossen?) Sie konnte Erfolge aufweisen, wie zum Beispiel die Pensionsreform, die Gleichstellung der Arbeiter und Angestellten im Krankheitsfall und vieles andere mehr; all das ist Ihnen bekannt. Nun versuchen Sie dasselbe Spiel mit Herrn Mag. Haupt, mit dem neuen Minister für soziale Sicherheit und Generationen, und reduzieren das ganze Problem auf die Frauen. Sie wollen sich festnageln. Der einzige Vorwurf, den Sie Herrn Mag. Haupt schon jetzt machen können, ist, dass er keine Frau ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dass diese "Behinderten-Milliarde" in Zukunft sinnvoll eingesetzt wird, dafür wird Herr Minister Haupt sorgen. Es wird auch eine entsprechende Evaluierung der Maßnahmen geben, und es wird auch ein entsprechendes Controlling geben. – Ich wünsche dem Herrn Minister für seine Amtstätigkeit alles erdenklich Gute. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Gut nachgelesen! Da warst du noch gar nicht da!
Doch kommen wir zur Person von Minister Mag. Haupt, und messen wir den neuen Minister nicht an den eher inhaltslosen Phrasen seiner ersten Erklärungen, sondern an den Taten seiner bisherigen politischen Funktionen. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Gut nachgelesen! Da warst du noch gar nicht da!) Unbestritten ist, dass Sie, Herr Minister, den gesamten Sozialabbau dieser blau-schwarzen Koalition mitgetragen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Doch kommen wir zur Person von Minister Mag. Haupt, und messen wir den neuen Minister nicht an den eher inhaltslosen Phrasen seiner ersten Erklärungen, sondern an den Taten seiner bisherigen politischen Funktionen. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Gut nachgelesen! Da warst du noch gar nicht da!) Unbestritten ist, dass Sie, Herr Minister, den gesamten Sozialabbau dieser blau-schwarzen Koalition mitgetragen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie in der gestrigen "Pressestunde" von notwendigen Nachverhandlungen mit Wirtschaftsminister Bartenstein gesprochen haben, der Ihre Vorgängerin Frau Ministerin Sickl auf Grund seiner Regierungserfahrung bei den Verhandlungen in entscheidenden Fragen über den Tisch gezogen hat, dann müssen Sie uns schon erklären, warum Sie, Herr Bundesminister, als Sozialsprecher der FPÖ gegen diese unsozialen Maßnahmen nicht vehementer aufgetreten sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dann ist aus Kärnten noch die Aussage gekommen: Mit dem neuen Mann im Sozialministerium werde man in der Sozialpolitik jetzt Nägel mit Köpfen machen. – Ich sehe darin, wenn man die bisherige blau-schwarze Sozialpolitik analysiert, eine mehr als gefährliche Drohung. Wo immer es nur möglich war, hat diese Regierung soziale Errungenschaften, die in den letzten Jahrzehnten mühsam erworben wurden, rücksichtslos zerstört – mit einem Belastungspaket, wie es die österreichische Bevölkerung in der Zweiten Republik noch nie erlebt hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie als Regierungskoalition haben die Unverfrorenheit zu erklären, dass diese Maßnahmen die Bezieher kleiner und mittlerer Gehälter nicht treffen. Ihre Erklärungen, in denen Sie monoton herunterleiern, dass zwei Drittel der Bevölkerung von diesem Belastungspaket nicht betroffen seien, können wohl nur als purer Hohn bezeichnet werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dazu gehört beispielsweise die Absicht, die österreichischen Sozialversicherungsträger zusammenzulegen. Ein System, das ausgezeichnet funktioniert, besonders kundenfreundlich ist, soll nur deshalb, weil es einigen Damen und Herren in dieser Bundesregierung ein Dorn im Auge ist, mutwillig zerschlagen werden. Dabei werden wir Sozialdemokraten sicher nicht tatenlos zusehen! (Beifall bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Herr Minister Haupt! Sie werden ab heute nicht mehr an schönen, eingelernten und ja nicht von der Parteilinie abweichenden Reden gemessen, sondern an Ihren Taten. Ohne Ihre Euphorie der ersten Tage bremsen zu wollen, darf ich Ihnen schon jetzt garantieren, dass Sie vermutlich an dieser Aufgabe scheitern werden, ja geradezu scheitern müssen (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), denn mit den von den übrigen Mitgliedern der Koalitionsregierung geschaffe
Beifall bei der SPÖ.
Für diese Bundesregierung wäre es auf Grund ihrer bisherigen Vorgangsweise überhaupt besser, das Sozialministerium abzuschaffen und das Wort "sozial" aus ihrem Wortschatz zu streichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Weil der Justizminister gerade anwesend ist, eine Frage an Sie, Herr Justizminister: Sie haben am 16. März 1998 in Leoben den damaligen ÖVP-Vizebürgermeister Mag. Christian Jöllinger verteidigt. Auf Grund ungebührlichen Verhaltens wurde Ihnen das Wort entzogen. Sie hielten sich nicht daran und wurden des Saales verwiesen. Dabei wurde Ihnen auch gleichzeitig die Verteidigung entzogen. Daraufhin – so wurde mir vor kurzem die Mitteilung gemacht – haben Sie die Republik Österreich auf Schadenersatz in Höhe von 1 Million Schilling geklagt. Stimmt das, oder stimmt das nicht? (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist ein Netz aus gegenseitiger Beachtung und Hilfe, es ist gelebte Solidarität und sehr oft auch ein Netz, das davon lebt, dass wir wissen, was Menschenwürde ist. Davon könnten Sie vieles lernen, meine Damen und Herren! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Edler: Ihr seid für den freien Markt! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich muss schon wieder darauf zu sprechen kommen; die Zuckermarktordnung ist in Diskussion. Sie ist ein gefährliches Thema, weil sie ein Eckpfeiler des Lebens auf dem Land ist, weil sie ein Eckpfeiler der Agrarmarktordnung ist. (Abg. Edler: Ihr seid für den freien Markt! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wer die Zuckermarktordnung andiskutiert, will verhindern, dass die Milchquoten weiter bestehen. Wer das andiskutiert, will die Agrarreform gesamthaft in Frage stellen und letztendlich den Zuckerpreis in die Hände weniger multinationaler Spekulanten legen.
Beifall bei der ÖVP.
Es geht in der Frage des Überlebens der ländlichen Räume nicht nur um Sozialpolitik, sie ist aber wichtig. Wir sind froh, dass wir einen Sozialminister haben, der kompetent ist, aber ich möchte das Hohe Haus darauf aufmerksam machen: Wir brauchen sehr viel mehr, damit wir unsere Funktionen dauerhaft erfüllen, unser Leben kreativ gestalten und unsere Kinder bei uns und wir bei unseren Alten bleiben können, um das soziale System der ländlichen Regionen, das anders ist als in der Stadt, aufrechterhalten zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Verzetnitsch: Wer hat, der hat! – Abg. Dr. Khol: Tatsächliche Berichtigung! Tatsächliche Berichtigung: Das sind alles neue Krawatten!
Erlauben Sie mir noch eine Bemerkung: Der heutige Tag neigt sich schon wieder dem Ende zu. Es war ein schöner Tag, zumindest was den Anblick der Damen betroffen hat. Ich habe mich heute in der Früh sehr gefreut über die Krawatten, die zu sehen waren. Einigen Damen ist das sehr gut gestanden, es war wirklich charmant, und es war schön zu sehen, wie zufrieden Herr Kollege Edlinger den ganzen Tag "seine" Damen angeschaut hat. Er hat offensichtlich all seine alten Krawatten angebracht. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Verzetnitsch: Wer hat, der hat! – Abg. Dr. Khol: Tatsächliche Berichtigung! Tatsächliche Berichtigung: Das sind alles neue Krawatten!)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Ich denke auch daran, die Gleichrangigkeit von Mann und Frau auf allen Ebenen zu unterstützen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) – Irgendetwas muss ich in meiner Rede immer sagen, dass ich dich so nervös mache. Aber wahrscheinlich sind das genau die Punkte, in denen wir erfolgreich sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Ich denke auch daran, die Gleichrangigkeit von Mann und Frau auf allen Ebenen zu unterstützen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) – Irgendetwas muss ich in meiner Rede immer sagen, dass ich dich so nervös mache. Aber wahrscheinlich sind das genau die Punkte, in denen wir erfolgreich sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Zwischenruf der Abg. Silhavy
Sehr geehrte Damen und Herren! Zusammenfassend noch ein Wunsch von unserer, von meiner Seite. Ich wünsche mir eine gute Zusammenarbeit der zuständigen Bundesministerien, vielleicht sogar die Zusammenstellung einer Expertenkommission insbesondere des Sozial-, Generationen- und Arbeitsministeriums, damit die Umsetzung der Anliegen der Frauen- und Familienpolitik effizient und konsequent erfolgt (Zwischenruf der Abg. Silhavy ), um keine Lücken entstehen zu lassen. Wir distanzieren uns ausdrücklich von einer Politik der Schwarzmalerei und der Panikmache, wie sie seitens der Opposition ständig betrieben wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Zusammenfassend noch ein Wunsch von unserer, von meiner Seite. Ich wünsche mir eine gute Zusammenarbeit der zuständigen Bundesministerien, vielleicht sogar die Zusammenstellung einer Expertenkommission insbesondere des Sozial-, Generationen- und Arbeitsministeriums, damit die Umsetzung der Anliegen der Frauen- und Familienpolitik effizient und konsequent erfolgt (Zwischenruf der Abg. Silhavy ), um keine Lücken entstehen zu lassen. Wir distanzieren uns ausdrücklich von einer Politik der Schwarzmalerei und der Panikmache, wie sie seitens der Opposition ständig betrieben wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Dies gilt besonders für den Bereich der Sozialpolitik. Uns geht es im Bereich der Sozialpolitik vor allem darum, die Systeme abzusichern und die Tragfähigkeit der Systeme zu erhalten. Ihnen ist es, wenn Probleme im Raum gestanden sind, immer darum gegangen, die Beiträge zu erhöhen. Uns geht es darum, die Treffsicherheit des Systems zu erhöhen. Das ist der kleine Unterschied! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Frau Silhavy! Keine neuen Schulden mehr! Das ist die Devise dieser Bundesregierung, und die Bevölkerung gibt uns Recht. Ihr Herr Obmann DDr. Schachner-Blazizek hat den Wählern die rote Karte gezeigt. Ich habe es Ihnen schon einmal gesagt: Er hat am vorvergangenen Sonntag seinen "Lohn" dafür erhalten. Wenn Sie so weitertun, wird Ihnen bei der nächsten Nationalratswahl das Gleiche widerfahren. Bitte nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Abg. Silhavy: Aber die Entscheidung auszutauschen haben nicht wir getroffen!
Sie haben Frau Bundesministerin Sickl keine Schonzeit gegönnt. Ich kann mich noch an die erste Parlamentssitzung erinnern, als Sie die vormalige Frau Bundesministerin Hostasch gedrängt haben, eine Dringliche Anfrage gegen eine Nachfolgerin einzubringen, bis sie Tränen in den Augen hatte, denn sie hat gewusst, dass das unfair war. (Abg. Silhavy: Aber die Entscheidung auszutauschen haben nicht wir getroffen!)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Aber ich gebe zu, Sie haben sich als Opposition auch selbst keine Schonzeit gegönnt. Es wäre vielleicht klüger gewesen; Sie hätten sich wahrscheinlich manche Peinlichkeit erspart. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Abg. Silhavy: Frau Klasnic wird auch mit "Frau Landeshauptmann" angesprochen!
So wie das dauernde Anreden mit "Herr Sozialministerin" : Glauben Sie, dass das besonders originell ist? Was wollen Sie denn damit bezwecken? (Abg. Silhavy: Frau Klasnic wird auch mit "Frau Landeshauptmann" angesprochen!) – Darauf komme ich noch zurück. – Glauben Sie, dass das bei den Wählern ankommt? Wenn ja, dann tun Sie bitte auf diesem Weg weiter! (Abg. Dr. Lichtenberger: Bei den Wählern vielleicht schon!) – Bei den "WählerInnen" muss man heute sagen, Frau Dr. Lichtenberger, ich weiß das. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Bei den Wählern vielleicht schon!
So wie das dauernde Anreden mit "Herr Sozialministerin" : Glauben Sie, dass das besonders originell ist? Was wollen Sie denn damit bezwecken? (Abg. Silhavy: Frau Klasnic wird auch mit "Frau Landeshauptmann" angesprochen!) – Darauf komme ich noch zurück. – Glauben Sie, dass das bei den Wählern ankommt? Wenn ja, dann tun Sie bitte auf diesem Weg weiter! (Abg. Dr. Lichtenberger: Bei den Wählern vielleicht schon!) – Bei den "WählerInnen" muss man heute sagen, Frau Dr. Lichtenberger, ich weiß das. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
So wie das dauernde Anreden mit "Herr Sozialministerin" : Glauben Sie, dass das besonders originell ist? Was wollen Sie denn damit bezwecken? (Abg. Silhavy: Frau Klasnic wird auch mit "Frau Landeshauptmann" angesprochen!) – Darauf komme ich noch zurück. – Glauben Sie, dass das bei den Wählern ankommt? Wenn ja, dann tun Sie bitte auf diesem Weg weiter! (Abg. Dr. Lichtenberger: Bei den Wählern vielleicht schon!) – Bei den "WählerInnen" muss man heute sagen, Frau Dr. Lichtenberger, ich weiß das. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kiss: 27 Mal war es Edlinger! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die SPÖ-Frauen geben sich heute besonders männlich. Ich möchte dazu nur sagen, bei unseren Damen im Klub gibt es einen Wettbewerb. Bei jeder Parlamentssitzung wird der Abgeordnete mit der geschmacklosesten Krawatte gekürt. Ich darf nur sagen: Willkommen im Klub, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kiss: 27 Mal war es Edlinger! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir in der Steiermark sind mit dieser Lösung sehr zufrieden und sehr, sehr stolz darauf, dass bei uns in der Steiermark eine Frau "Landeshauptmann" ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herbert Haupt übernimmt ein schwieriges Amt, ein schwieriges Ressort. Ich bin überzeugt davon, dass wir gemeinsam mit ihm – im Interesse der Menschen dieses Landes – jene Ziele, die er sich gesetzt hat, erfolgreich werden umsetzen können. Ich wünsche ihm dazu alles Gute! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen! Sie bringen heute offen zum Ausdruck, dass Sie die Ansicht vertreten, ein Mann als Frauenminister sei per se nicht in der Lage, Frauenangelegenheiten wahrzunehmen. Ich glaube, dass Sie sich damit keinen guten Dienst erweisen – für eine Sache, für die Sie zu Recht eintreten. Sie vertreten abstrakt gesehen die Meinung, dass ein Mensch aufgrund seines Geschlechtes für eine bestimmte Funktion in diesem Land nicht geeignet ist. Soweit ich informiert bin, gibt es ein Gleichbehandlungsgesetz, und dieses Gleichbehandlungsgesetz erlaubt selbstverständlich beziehungsweise schreibt sogar vor, dass für jede Position in diesem Land jeder – egal, welchen Geschlechts! – in Frage kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Kostelka: Ja und?
Das zweite Unredliche ist, dass Sie kritisieren, dass er als Zeuge einvernommen wird. Herr Kollege Van der Bellen! Dazu möchte ich Ihnen schon sagen: Wenn das unvereinbar sein soll – dass jemand Justizminister ist und deshalb nicht in der Lage sein soll, in einem Vorverfahren, in einer Vorerhebung als Zeuge auszusagen –, dann kann man jeden Justizminister, der in Österreich amtiert, abschießen. Da braucht nur der Anzeigende die zeugenschaftliche Einvernahme das amtierenden Ministers zu beantragen, der Staatsanwalt schickt dem Minister eine Ladung, dann wäre schon per se seine Stellung als Zeuge nicht mehr vereinbar mit seiner Stellung als Justizminister. – So kann es doch nicht gehen! Da könnte man jeden Minister beliebig hinausschießen. (Abg. Dr. Kostelka: Ja und?)
Rufe bei den Grünen: Des Ministers!
Noch etwas – Sie sagen: Na ja, der Staatsanwalt wird jetzt die Einvernahmen durchführen, und der Minister hat eine positive Einschätzung zu Gunsten eines Freundes gemacht. – Welches Verständnis haben Sie denn von der Tätigkeit eines Anwaltes? Welches Verständnis haben Sie denn von der Funktion, von der Persönlichkeit der österreichischen Staatsanwälte? (Rufe bei den Grünen: Des Ministers!)
Abg. Schieder: So privat!
Glauben Sie wirklich allen Ernstes, dass, wenn ein Minister privat (Abg. Schieder: So privat!) – und das sei ihm auch wirklich zugestanden, das zeichnet ihn auch aus – zu einem Freund steht und der Auffassung ist (Abg. Schieder: Das war nicht privat!), dass dieser über alle Maßen darüber erhaben ist, sich ein Staatsanwalt in Österreich beeinflussen lässt, die Einvernahme oder die Vorerhebung in der einen oder anderen Richtung durchzuführen? – Das ist doch lächerlich, Herr Kollege! Das wissen wir doch. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Schieder: Das war nicht privat!
Glauben Sie wirklich allen Ernstes, dass, wenn ein Minister privat (Abg. Schieder: So privat!) – und das sei ihm auch wirklich zugestanden, das zeichnet ihn auch aus – zu einem Freund steht und der Auffassung ist (Abg. Schieder: Das war nicht privat!), dass dieser über alle Maßen darüber erhaben ist, sich ein Staatsanwalt in Österreich beeinflussen lässt, die Einvernahme oder die Vorerhebung in der einen oder anderen Richtung durchzuführen? – Das ist doch lächerlich, Herr Kollege! Das wissen wir doch. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Glauben Sie wirklich allen Ernstes, dass, wenn ein Minister privat (Abg. Schieder: So privat!) – und das sei ihm auch wirklich zugestanden, das zeichnet ihn auch aus – zu einem Freund steht und der Auffassung ist (Abg. Schieder: Das war nicht privat!), dass dieser über alle Maßen darüber erhaben ist, sich ein Staatsanwalt in Österreich beeinflussen lässt, die Einvernahme oder die Vorerhebung in der einen oder anderen Richtung durchzuführen? – Das ist doch lächerlich, Herr Kollege! Das wissen wir doch. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenberger: Ihr Beispiel ist ein bisschen seltsam gewesen!
Frau Kollegin Lichtenberger! Wenn Sie hier den Kopf schütteln, dann zeigt das eine eigenartige Gesinnung gegenüber den Instrumentarien dieses Rechtsstaates. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenberger: Ihr Beispiel ist ein bisschen seltsam gewesen!) Wir sind uns hoffentlich in einer Frage einig: dass nämlich eine unabhängige, selbstbewusste Anwaltschaft als tragende Säule unserer Demokratie notwendig ist. – Darin sollten wir uns einig sein.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Eine Seifenblase!
Ich komme zum Schluss. – Das, was Sie hier heute versucht haben – auch mit Hilfe der Medien – zu konstruieren, ist nicht mehr als ein Sturm im Wasserglas. Ihr Misstrauensantrag hat sich als völlig substanzlos erwiesen und in sich selbst aufgelöst. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Eine Seifenblase!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Jakob Pistotnig (Freiheitliche): Sehr verehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Debatte heute ist Ausdruck von Neid. Ich gestehe Ihnen von den Oppositionsparteien zu, dass Sie neidisch sind auf das, was diese neue Regierung in acht Monaten auf die Füße gestellt hat. Neid tut weh, das weiß ich. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Haben Sie sich schon einmal zugehört? Was wollen Sie uns "zugestehen"?
Warum soll eigentlich ein Mann – das frage ich mich den ganzen Nachmittag – nicht die Interessen einer Frau vertreten können, meine Damen? Wenn wir Ihnen zugestehen, dass Sie mit den Männern gleichgestellt sein können (Abg. Dr. Lichtenberger: Haben Sie sich schon einmal zugehört? Was wollen Sie uns "zugestehen"?), dann werden Sie auch einem Mann zugestehen, dass er Ihre Interessen vertreten kann. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wie weit sind Sie denn weg von der Wirklichkeit?)
Abg. Dr. Lichtenberger: Wie weit sind Sie denn weg von der Wirklichkeit?
Warum soll eigentlich ein Mann – das frage ich mich den ganzen Nachmittag – nicht die Interessen einer Frau vertreten können, meine Damen? Wenn wir Ihnen zugestehen, dass Sie mit den Männern gleichgestellt sein können (Abg. Dr. Lichtenberger: Haben Sie sich schon einmal zugehört? Was wollen Sie uns "zugestehen"?), dann werden Sie auch einem Mann zugestehen, dass er Ihre Interessen vertreten kann. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wie weit sind Sie denn weg von der Wirklichkeit?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Es ist nicht zu fassen! Die Männer gestehen den Frauen etwas zu!
Herr Mag. Haupt als Sozialminister ist ein Top-Mann, und er wird es schaffen. Er wird das schaffen, was viele Frauen als Ministerinnen nicht geschafft haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Es ist nicht zu fassen! Die Männer gestehen den Frauen etwas zu!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Das sollten Sie sich aber in Ihr Stammbuch schreiben!
Ich sage Ihnen noch etwas: Hass war immer schon ein schlechter Ratgeber. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das sollten Sie sich aber in Ihr Stammbuch schreiben!) Vergessen Sie doch den Hass und vergessen Sie bitte auch den Neid – das gilt sowohl für Grün als auch für Rot. (Abg. Dr. Lichtenberger: Schreiben Sie sich das in Ihr Stammbuch!) Werden Sie konstruktiver, auch in Ihrer Oppositionsarbeit. Das ist eine schwierige Arbeit. Man kann vieles einbringen – vor allem Sachlichkeit –, und man kann auch der Regierung zugestehen, was sie wirklich leistet. Wenn Sie das zusammenbringen, dann werden Sie vom Volk wieder gewählt werden, und dann können Sie auch wieder regieren – auch wenn es erst in 30 Jahren sein soll. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Schreiben Sie sich das in Ihr Stammbuch!
Ich sage Ihnen noch etwas: Hass war immer schon ein schlechter Ratgeber. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das sollten Sie sich aber in Ihr Stammbuch schreiben!) Vergessen Sie doch den Hass und vergessen Sie bitte auch den Neid – das gilt sowohl für Grün als auch für Rot. (Abg. Dr. Lichtenberger: Schreiben Sie sich das in Ihr Stammbuch!) Werden Sie konstruktiver, auch in Ihrer Oppositionsarbeit. Das ist eine schwierige Arbeit. Man kann vieles einbringen – vor allem Sachlichkeit –, und man kann auch der Regierung zugestehen, was sie wirklich leistet. Wenn Sie das zusammenbringen, dann werden Sie vom Volk wieder gewählt werden, und dann können Sie auch wieder regieren – auch wenn es erst in 30 Jahren sein soll. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich sage Ihnen noch etwas: Hass war immer schon ein schlechter Ratgeber. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das sollten Sie sich aber in Ihr Stammbuch schreiben!) Vergessen Sie doch den Hass und vergessen Sie bitte auch den Neid – das gilt sowohl für Grün als auch für Rot. (Abg. Dr. Lichtenberger: Schreiben Sie sich das in Ihr Stammbuch!) Werden Sie konstruktiver, auch in Ihrer Oppositionsarbeit. Das ist eine schwierige Arbeit. Man kann vieles einbringen – vor allem Sachlichkeit –, und man kann auch der Regierung zugestehen, was sie wirklich leistet. Wenn Sie das zusammenbringen, dann werden Sie vom Volk wieder gewählt werden, und dann können Sie auch wieder regieren – auch wenn es erst in 30 Jahren sein soll. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ziel der Oppositionspolitik ist es offenbar auch, Demokratie und Rechtsstaat zu unterwandern. Unser Bundesminister Haupt hat schon auf die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit und Fairness hingewiesen. Die Verfassung und die Rechtsordnung sind fundamentale Werte, die es im Sinne Österreichs zu verteidigen gilt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Na so was!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin erschüttert darüber, dass viele Damen und Herren der Opposition und manche Medien mit haltlosen Anwürfen versuchen, unseren Justizminister an der Arbeit zu hindern. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Na so was!) Ziel ist es offenbar, in einer funktionierenden Demokratie über den Umweg einer Diktatur des Anschwärzens Anarchie zu etablieren. (Rufe bei den Grünen: Bau!) Aber seien Sie getrost: Das wird Ihnen nicht gelingen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei den Grünen: Bau!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin erschüttert darüber, dass viele Damen und Herren der Opposition und manche Medien mit haltlosen Anwürfen versuchen, unseren Justizminister an der Arbeit zu hindern. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Na so was!) Ziel ist es offenbar, in einer funktionierenden Demokratie über den Umweg einer Diktatur des Anschwärzens Anarchie zu etablieren. (Rufe bei den Grünen: Bau!) Aber seien Sie getrost: Das wird Ihnen nicht gelingen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin erschüttert darüber, dass viele Damen und Herren der Opposition und manche Medien mit haltlosen Anwürfen versuchen, unseren Justizminister an der Arbeit zu hindern. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Na so was!) Ziel ist es offenbar, in einer funktionierenden Demokratie über den Umweg einer Diktatur des Anschwärzens Anarchie zu etablieren. (Rufe bei den Grünen: Bau!) Aber seien Sie getrost: Das wird Ihnen nicht gelingen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Vizekanzlerin! -in!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Meine Herren auf der Regierungsbank! Frau Vizekanzler! Hohes Haus! (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Vizekanzlerin! -in!)
Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie herausschießen?
Herr Kollege Krüger! Wir haben heute einen Antrag auf eine Staatsanwaltschaftsgesetz-Novelle eingebracht, durch die der Justizminister nicht aus der Regierung herausgeschossen werden soll – schön wäre es! –, sondern was wir verlangt haben, ist (Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie herausschießen?), dass das Weisungsrecht, die Berichtspflicht gegenüber dem Justizminister auf den Generalprokurator – den Chef der Staatsanwaltschaft beim Obersten Gerichtshof – dann übergeht (Abg. Haigermoser: Das ist ja keine Schießbude!), wenn der Justizminister selbst Gegenstand von entsprechenden Untersuchungen seiner eigenen Behörde, seiner eigenen Staatsanwaltschaft ist. (Abg. Haigermoser: Kollege Kostelka! Wen wollen Sie herausschießen? – Abg. Ing. Westenthaler: Wen möchten Sie erschießen?)
Abg. Haigermoser: Das ist ja keine Schießbude!
Herr Kollege Krüger! Wir haben heute einen Antrag auf eine Staatsanwaltschaftsgesetz-Novelle eingebracht, durch die der Justizminister nicht aus der Regierung herausgeschossen werden soll – schön wäre es! –, sondern was wir verlangt haben, ist (Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie herausschießen?), dass das Weisungsrecht, die Berichtspflicht gegenüber dem Justizminister auf den Generalprokurator – den Chef der Staatsanwaltschaft beim Obersten Gerichtshof – dann übergeht (Abg. Haigermoser: Das ist ja keine Schießbude!), wenn der Justizminister selbst Gegenstand von entsprechenden Untersuchungen seiner eigenen Behörde, seiner eigenen Staatsanwaltschaft ist. (Abg. Haigermoser: Kollege Kostelka! Wen wollen Sie herausschießen? – Abg. Ing. Westenthaler: Wen möchten Sie erschießen?)
Abg. Haigermoser: Kollege Kostelka! Wen wollen Sie herausschießen? – Abg. Ing. Westenthaler: Wen möchten Sie erschießen?
Herr Kollege Krüger! Wir haben heute einen Antrag auf eine Staatsanwaltschaftsgesetz-Novelle eingebracht, durch die der Justizminister nicht aus der Regierung herausgeschossen werden soll – schön wäre es! –, sondern was wir verlangt haben, ist (Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie herausschießen?), dass das Weisungsrecht, die Berichtspflicht gegenüber dem Justizminister auf den Generalprokurator – den Chef der Staatsanwaltschaft beim Obersten Gerichtshof – dann übergeht (Abg. Haigermoser: Das ist ja keine Schießbude!), wenn der Justizminister selbst Gegenstand von entsprechenden Untersuchungen seiner eigenen Behörde, seiner eigenen Staatsanwaltschaft ist. (Abg. Haigermoser: Kollege Kostelka! Wen wollen Sie herausschießen? – Abg. Ing. Westenthaler: Wen möchten Sie erschießen?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Was wir verhindern wollen – und ich glaube, das ist durchaus legitim –, ist, dass der Anwalt der Verdächtigen zum Chef der Untersucher wird. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Martin Graf: Sie spielen Ankläger und Richter! Ankläger und Richter! Das ist Ihres! Ankläger und Vollstrecker!
Was wir wollen, ist, dass Sie nicht Chef der Ermittler sind, wenn gegen Sie ermittelt wird. Das ist in jedem Rechtsstaat eine absolute Selbstverständlichkeit! Ich mache mir langsam meine Gedanken darüber, warum Sie sich dagegen zur Wehr setzen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Martin Graf: Sie spielen Ankläger und Richter! Ankläger und Richter! Das ist Ihres! Ankläger und Vollstrecker!)
Abg. Haigermoser: Gestürzt?
Aber damit nicht genug, meine Damen und Herren! Eine Seite weiter heißt es in Ihrem Schriftsatz: "Beweis: beizuschaffender Akt KR 4328-F-89 des Koat Favoriten". – Sie haben sich nie auf einen Akt der Sicherheitsverwaltung gestürzt? (Abg. Haigermoser: Gestürzt?) In diesem Zusammenhang heißt es weiter in Ihrem Schriftsatz: Beweis: Erhebungen des Landesgendarmeriekommandos für Niederösterreich. Einen Absatz weiter: Darüber hinaus existiert "umfangreiches Bildmaterial" in der Staatspolizei.
Abg. Haigermoser: In welcher "Bundesrepublik"?
Das Allerbeste, meine Damen und Herren: In einem Schriftsatz vom 9. Juli 1997 verweisen Sie sogar auf einen bundesrepublikanischen Akt, einen Akt, den es zu diesem Zeitpunkt in der Bundesrepublik überhaupt nicht mehr gegeben hat, weil er auf Grund der Verjährung bereits skartiert wurde. (Abg. Haigermoser: In welcher "Bundesrepublik"?) Er hat nicht mehr in der Bundesrepublik Deutschland existiert, sondern nur noch im EKIS, weil es sich in diesem Zusammenhang um eine Österreicherin gehandelt hat. (Abg. Dr. Puttinger: Woher wissen Sie das?) Sie zitieren in diesem Schriftsatz einen Strafakt des Amtsgerichtes Berlin Tiergarten, Aktenzeichen 1-TLS-4/81 und 249CS-L-145/80. (Abg. Dr. Puttinger: Woher wissen Sie das?)
Abg. Dr. Puttinger: Woher wissen Sie das?
Das Allerbeste, meine Damen und Herren: In einem Schriftsatz vom 9. Juli 1997 verweisen Sie sogar auf einen bundesrepublikanischen Akt, einen Akt, den es zu diesem Zeitpunkt in der Bundesrepublik überhaupt nicht mehr gegeben hat, weil er auf Grund der Verjährung bereits skartiert wurde. (Abg. Haigermoser: In welcher "Bundesrepublik"?) Er hat nicht mehr in der Bundesrepublik Deutschland existiert, sondern nur noch im EKIS, weil es sich in diesem Zusammenhang um eine Österreicherin gehandelt hat. (Abg. Dr. Puttinger: Woher wissen Sie das?) Sie zitieren in diesem Schriftsatz einen Strafakt des Amtsgerichtes Berlin Tiergarten, Aktenzeichen 1-TLS-4/81 und 249CS-L-145/80. (Abg. Dr. Puttinger: Woher wissen Sie das?)
Abg. Dr. Puttinger: Woher wissen Sie das?
Das Allerbeste, meine Damen und Herren: In einem Schriftsatz vom 9. Juli 1997 verweisen Sie sogar auf einen bundesrepublikanischen Akt, einen Akt, den es zu diesem Zeitpunkt in der Bundesrepublik überhaupt nicht mehr gegeben hat, weil er auf Grund der Verjährung bereits skartiert wurde. (Abg. Haigermoser: In welcher "Bundesrepublik"?) Er hat nicht mehr in der Bundesrepublik Deutschland existiert, sondern nur noch im EKIS, weil es sich in diesem Zusammenhang um eine Österreicherin gehandelt hat. (Abg. Dr. Puttinger: Woher wissen Sie das?) Sie zitieren in diesem Schriftsatz einen Strafakt des Amtsgerichtes Berlin Tiergarten, Aktenzeichen 1-TLS-4/81 und 249CS-L-145/80. (Abg. Dr. Puttinger: Woher wissen Sie das?)
Abg. Rosemarie Bauer: Woher haben Sie die Unterlagen?
So viel dazu, meine Damen und Herren, dass der Herr Bundesminister hier vor diesem Haus vor wenigen Stunden behauptet hat, sich in Schriftsätzen als Anwalt nie auf Akten bezogen zu haben, die aus der Sicherheitsverwaltung stammen. (Abg. Rosemarie Bauer: Woher haben Sie die Unterlagen?) Hier ist der Gegenbeweis, meine Damen und Herren! Wenn Sie mich fragen, woher ich das habe: sehr einfach, nämlich mit Zustimmung des Betroffenen, gegen den dieses Verfahren geführt wurde, von der die Veröffentlichung führenden Zeitschrift. (Ah-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ah-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
So viel dazu, meine Damen und Herren, dass der Herr Bundesminister hier vor diesem Haus vor wenigen Stunden behauptet hat, sich in Schriftsätzen als Anwalt nie auf Akten bezogen zu haben, die aus der Sicherheitsverwaltung stammen. (Abg. Rosemarie Bauer: Woher haben Sie die Unterlagen?) Hier ist der Gegenbeweis, meine Damen und Herren! Wenn Sie mich fragen, woher ich das habe: sehr einfach, nämlich mit Zustimmung des Betroffenen, gegen den dieses Verfahren geführt wurde, von der die Veröffentlichung führenden Zeitschrift. (Ah-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Haigermoser: Den Teufel werden wir uns scheren um das, was Sie verzapfen! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Der Herr Bundesminister hat hier schlicht und einfach die Unwahrheit gesagt! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Haigermoser: Den Teufel werden wir uns scheren um das, was Sie verzapfen! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Wenn wir uns die heutige Debatte ansehen, so ist eines klar: dass für Sie die Unschuldsvermutung jene Krücke ist, auf der Sie sich humpelnd durch diese heutige Debatte bewegt haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! Herr Justizminister! Wenn Sie nicht Manns genug sind – wie das so oft Ihre Formulierung ist –, die Konsequenz zu ziehen, die Ihr eigener Justizapparat, die die Richter und Richterinnen dieses Landes von Ihnen verlangen, dann werden wir die entsprechenden Anträge stellen, dass Sie der Justiz dieses Landes keinen Schaden mehr zufügen können. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir ja sehen!
Der "ultimative Gegenschlag" des Kollegen Westenthaler ist im Grunde genommen eine Sammlung von Zitaten, die sich selbst relativieren und dort, wo das nicht der Fall war (Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir ja sehen!), in einem Fernsehinterview vom Verfasser selbst relativiert wurden.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Westenthaler! Was aber wirkliche Vorverurteilung war, ist, dass Sie den Staatsanwälten dieses Landes parteipolitische Spielchen vorgeworfen haben. Meine Damen und Herren, das ist eine Ungeheuerlichkeit gegenüber der Justiz! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn es in diesem Land eine Partei gibt, die Vorverurteilung zu einem Element ihrer Politik gemacht hat, dann sind es mit absoluter Sicherheit die Freiheitlichen. Ich darf Sie in diesem Zusammenhang an Professor Doralt erinnern, dem Sie eine Verwicklung in einen Bauskandal, den es so nie gegeben hat, vorgeworfen haben. Ich darf Sie erinnern an beleidigende und wahrheitswidrige Äußerungen über einen Direktor der Salzburger Gebietskrankenkasse. Ich darf Sie daran erinnern, dass Sie aus parteipolitischer Opportunität einen Schuldirektor des Alkoholismus geziehen haben. Das ist die Marke Ihrer Politik! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Ofner: Ich will es nicht wissen! Lege keinen Wert darauf!
Herr Kollege Ofner, Herr Kollege Krüger, aber auch Herr Bundesminister! Herr Kollege Ofner hat gemeint, der Rechtsanwalt sei der "Fremdenlegionär" seines Mandanten. – Ich muss zugeben, dass das ein Selbstverständnis des anwaltschaftlichen Berufes ist, wie es mir, aber auch den meisten Anwälten dieses Landes fremd ist. Wissen Sie, warum, Herr Kollege Ofner? (Abg. Dr. Ofner: Ich will es nicht wissen! Lege keinen Wert darauf!) Weil nämlich die Fremdenlegion zur Voraussetzung hat, dass es keine Nachprüfung des Vorlebens und auch der Vorstrafen gibt (Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie einmal herausschießen, Herr Kollege?), dass jeder Fremdenlegionär letztendlich eine neue Identität bekommt (Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie herausschießen, und wo?) und dass ausschließlich nach den Regeln des Kriegsrechtes gehandelt wird. (Abg. Haigermoser: Wie und wo wollen Sie jemanden herausschießen? Mit welchen Mitteln?)
Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie einmal herausschießen, Herr Kollege?
Herr Kollege Ofner, Herr Kollege Krüger, aber auch Herr Bundesminister! Herr Kollege Ofner hat gemeint, der Rechtsanwalt sei der "Fremdenlegionär" seines Mandanten. – Ich muss zugeben, dass das ein Selbstverständnis des anwaltschaftlichen Berufes ist, wie es mir, aber auch den meisten Anwälten dieses Landes fremd ist. Wissen Sie, warum, Herr Kollege Ofner? (Abg. Dr. Ofner: Ich will es nicht wissen! Lege keinen Wert darauf!) Weil nämlich die Fremdenlegion zur Voraussetzung hat, dass es keine Nachprüfung des Vorlebens und auch der Vorstrafen gibt (Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie einmal herausschießen, Herr Kollege?), dass jeder Fremdenlegionär letztendlich eine neue Identität bekommt (Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie herausschießen, und wo?) und dass ausschließlich nach den Regeln des Kriegsrechtes gehandelt wird. (Abg. Haigermoser: Wie und wo wollen Sie jemanden herausschießen? Mit welchen Mitteln?)
Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie herausschießen, und wo?
Herr Kollege Ofner, Herr Kollege Krüger, aber auch Herr Bundesminister! Herr Kollege Ofner hat gemeint, der Rechtsanwalt sei der "Fremdenlegionär" seines Mandanten. – Ich muss zugeben, dass das ein Selbstverständnis des anwaltschaftlichen Berufes ist, wie es mir, aber auch den meisten Anwälten dieses Landes fremd ist. Wissen Sie, warum, Herr Kollege Ofner? (Abg. Dr. Ofner: Ich will es nicht wissen! Lege keinen Wert darauf!) Weil nämlich die Fremdenlegion zur Voraussetzung hat, dass es keine Nachprüfung des Vorlebens und auch der Vorstrafen gibt (Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie einmal herausschießen, Herr Kollege?), dass jeder Fremdenlegionär letztendlich eine neue Identität bekommt (Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie herausschießen, und wo?) und dass ausschließlich nach den Regeln des Kriegsrechtes gehandelt wird. (Abg. Haigermoser: Wie und wo wollen Sie jemanden herausschießen? Mit welchen Mitteln?)
Abg. Haigermoser: Wie und wo wollen Sie jemanden herausschießen? Mit welchen Mitteln?
Herr Kollege Ofner, Herr Kollege Krüger, aber auch Herr Bundesminister! Herr Kollege Ofner hat gemeint, der Rechtsanwalt sei der "Fremdenlegionär" seines Mandanten. – Ich muss zugeben, dass das ein Selbstverständnis des anwaltschaftlichen Berufes ist, wie es mir, aber auch den meisten Anwälten dieses Landes fremd ist. Wissen Sie, warum, Herr Kollege Ofner? (Abg. Dr. Ofner: Ich will es nicht wissen! Lege keinen Wert darauf!) Weil nämlich die Fremdenlegion zur Voraussetzung hat, dass es keine Nachprüfung des Vorlebens und auch der Vorstrafen gibt (Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie einmal herausschießen, Herr Kollege?), dass jeder Fremdenlegionär letztendlich eine neue Identität bekommt (Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie herausschießen, und wo?) und dass ausschließlich nach den Regeln des Kriegsrechtes gehandelt wird. (Abg. Haigermoser: Wie und wo wollen Sie jemanden herausschießen? Mit welchen Mitteln?)
Abg. Haigermoser: Das sollten Sie einmal beantworten! Wen wollen Sie herausschießen?
Meine Damen und Herren! Ich darf Sie, Herr Kollege Ofner (Abg. Haigermoser: Das sollten Sie einmal beantworten! Wen wollen Sie herausschießen?), ich darf Sie, Herr Kollege Krüger, daran erinnern, dass es auch einen § 9 der Rechtsanwaltsordnung gibt (Abg. Haigermoser: Da kommen Sie nicht mehr heraus!), der Sie zur Wahrung aller Gesetze, auch des Datenschutzgesetzes, verpflichtet. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Haigermoser: Da kommen Sie nicht mehr heraus! Wen wollen Sie herausschießen?)
Abg. Haigermoser: Da kommen Sie nicht mehr heraus!
Meine Damen und Herren! Ich darf Sie, Herr Kollege Ofner (Abg. Haigermoser: Das sollten Sie einmal beantworten! Wen wollen Sie herausschießen?), ich darf Sie, Herr Kollege Krüger, daran erinnern, dass es auch einen § 9 der Rechtsanwaltsordnung gibt (Abg. Haigermoser: Da kommen Sie nicht mehr heraus!), der Sie zur Wahrung aller Gesetze, auch des Datenschutzgesetzes, verpflichtet. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Haigermoser: Da kommen Sie nicht mehr heraus! Wen wollen Sie herausschießen?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Haigermoser: Da kommen Sie nicht mehr heraus! Wen wollen Sie herausschießen?
Meine Damen und Herren! Ich darf Sie, Herr Kollege Ofner (Abg. Haigermoser: Das sollten Sie einmal beantworten! Wen wollen Sie herausschießen?), ich darf Sie, Herr Kollege Krüger, daran erinnern, dass es auch einen § 9 der Rechtsanwaltsordnung gibt (Abg. Haigermoser: Da kommen Sie nicht mehr heraus!), der Sie zur Wahrung aller Gesetze, auch des Datenschutzgesetzes, verpflichtet. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Haigermoser: Da kommen Sie nicht mehr heraus! Wen wollen Sie herausschießen?)
Abg. Haigermoser: Den haben Sie!
Meine Damen und Herren! In diesem Zusammenhang ist es bezeichnend, dass Sie von Kommentatoren vorgeworfen bekommen, dass Sie einen totalitären Geist in der Politik, die Sie machen, umsetzen. (Abg. Haigermoser: Den haben Sie!) Ihre einzige Antwort in diesem Zusammenhang ist, dass Sie von kranken Gehirnen einiger Journalisten sprechen.
Abg. Haigermoser: Sie haben das nicht gesagt! Das war Herr Gusenbauer!
Meine Damen und Herren! Die Verdachtslage ist dicht (Abg. Haigermoser: Sie haben das nicht gesagt! Das war Herr Gusenbauer!), und sie wird immer dichter. Nicht ist mehr die Rede davon, dass aus einem Spitzelskandal die Luft heraußen ist. In drei Landesregierungen werden gegen freiheitliche Landesregierungsmitglieder Vorerhebungen geführt. Heute sind insgesamt elf Mitglieder der Sicherheitsverwaltung auf Grund des von Ihnen zu verantwortenden Skandals suspendiert worden. Im Grunde genommen werfen Ihnen Ihre eigenen Kronzeugen der Vergangenheit, Aufdeckungsjournalisten und entsprechende Magazine vor, dass Sie eine Politik gemacht haben, die eine Demokratieverachtung verwirklicht.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Jung: Haben Sie sich wieder profilieren müssen, Herr Kollege Kostelka?
Meine Damen und Herren! Stellen Sie sich endlich Ihrer Verantwortung! Stellen Sie sich endlich der Auseinandersetzung um diese Behauptungen, und entziehen Sie sich nicht mit nebulosen Feststellungen der Verantwortung! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Jung: Haben Sie sich wieder profilieren müssen, Herr Kollege Kostelka?)
Abg. Mag. Kukacka: Was anderes fällt Ihnen nicht ein?
"Wir sind der Auffassung, dass eine solche Position eines Ministers in der Bundesregierung nicht mit den Verpflichtungen eines Staatsorgans vereinbar ist". – Zitatende. (Abg. Mag. Kukacka: Was anderes fällt Ihnen nicht ein?)
Beifall bei den Grünen.
Das ist eine klare und eindeutige Feststellung. Nur konnten die Verantwortlichen der Europäischen Union damals noch nicht wissen, dass es sich beim gegenwärtigen Justizminister um den Vertrauensanwalt und juristischen Exekutor des illegalen freiheitlichen Spitzelringes handelt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Jung: Das sagt der revolutionäre Marxist!
Justizminister Böhmdorfer ist im freiheitlichen Spitzel- und Rufmordsystem nicht irgendwer. Er ist eine Schlüsselperson. Irgendwer musste ja die Instrumente des Rufmordes, die andere illegal aus den Polizeicomputern beschafft hatten, auch vor Gericht einsetzen. (Abg. Jung: Das sagt der revolutionäre Marxist!) Es war nur logisch – aus der freiheitlichen Parteilogik heraus –, dass man denjenigen, dem man parteiintern zu Recht alles vor Gericht zugetraut hat, dann auch zum Justizminister macht, weil nur ein Justizminister Böhmdorfer der Freiheitlichen Partei und ihren schwerst belasteten Funktionären diesen Rest an politischer Sicherheit bieten kann, den kein anderer Jurist und Minister dieses Landes bieten könnte.
Heiterkeit des Redners
Die Samstags-Erklärung, der Freispruch, der Persilschein für Jörg Haider mit dem jetzt schon historischen Satz "Jörg Haider ist über jeden Zweifel erhaben" – "erhaben"! (Heiterkeit des Redners) –, hat gezeigt, dass sich die Freiheitliche Partei nach wie vor auf den Anwalt des Spitzelringes als Mitglied der Bundesregierung verlassen kann.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Ich komme zum Schlusssatz. – Diese werden Sie schon noch daran erinnern, dass letzten Endes sie nicht diejenigen sein werden und wollen, die den kompletten Preis für den politischen Konkurs der Freiheitlichen Partei zahlen wollen. Heute werden Sie uns noch niederstimmen. Aber es ist nur noch eine Frage der Zeit, Herr Dr. Böhmdorfer. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist ein ganz legaler Vorgang. Das habe ich gemacht – und sonst nichts. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Da sind schon Sie drinnen!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Vizekanzler! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist wieder einmal Klubobmann Kostelka überlassen geblieben, einmal mehr in die unterste Lade zu greifen und sich einmal mehr des Mittels des Ehrabschneidens zu bedienen. (Abg. Öllinger: Da sind schon Sie drinnen!) Ich sage das ganz bewusst, nachdem er sich hierher gestellt und schon wieder eine Unwahrheit behauptet hat – eine unglaubliche Unwahrheit! Er hat nämlich behauptet, dass gegen den Justizminister derzeit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen.
Abg. Dr. Martin Graf: Das hat er gesagt!
Das haben Sie hier heute behauptet – das ist falsch! (Abg. Dr. Martin Graf: Das hat er gesagt!) Das ist eine Unwahrheit! Kommen Sie heraus, und nehmen Sie das zurück! Sie sind sehr rasch der Unwahrheit überführt worden. Schämen Sie sich dafür, Herr Kollege Kostelka! Ich sage Ihnen das ganz ehrlich. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das haben Sie hier heute behauptet – das ist falsch! (Abg. Dr. Martin Graf: Das hat er gesagt!) Das ist eine Unwahrheit! Kommen Sie heraus, und nehmen Sie das zurück! Sie sind sehr rasch der Unwahrheit überführt worden. Schämen Sie sich dafür, Herr Kollege Kostelka! Ich sage Ihnen das ganz ehrlich. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich sage Ihnen, mit all diesen Diffamierungen disqualifizieren Sie sich nicht nur selbst, sondern Sie stellen damit auch die Qualität Ihres Misstrauensantrages mehr als in Zweifel, der ohnehin mehr als dubios ist und daher heute von uns auch abgelehnt werden wird. Er hat keine Berechtigung, und mit diesen Argumenten schon gar nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie ein Ehrenmann sind, Herr Kollege Kostelka, und wenn Sie noch einen Funken von Anstand in sich haben, dann wären Sie dazu verpflichtet, wegen dieser Behauptungen, der Schmutzkübel-Kampagne in diesen zwei Fällen – nämlich dass im Ministerium Telefone auf Schlüsselwörter hin abgehört werden und dass der Justizminister von den Behörden bereits verfolgt wird – hier herauszugehen, sich dafür zu entschuldigen und zu sagen: Ich bin falsch gelegen. – Wenn Sie ein Ehrenmann sind! Sie sind es nicht, und deswegen bringen Sie es auch nicht zustande. Das ist es, was wir an Ihnen kritisieren, Herr Kollege Kostelka! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Hallo-Rufe bei den Freiheitlichen.
Aber Sie werden – wir haben das soeben erfahren – noch genügend Aufräumarbeiten haben. Mittlerweile wurde ja bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Vorerhebungen gegen sozialistische Funktionäre eingeleitet hat, die im Verdacht des Amtsmissbrauches im Zusammenhang mit der laufenden Datenmissbrauchsaffäre stehen. (Hallo-Rufe bei den Freiheitlichen.) Es sind die ersten Vorerhebungen eingeleitet worden, und es werden noch einige folgen. (Abg. Dr. Kostelka: Gegen Ihre Leute!) Es werden noch einige auf Grund der Strafanzeige folgen, die ich heute der Staatsanwaltschaft übermittelt habe. Es steht ja auch schon in den Zeitungen. In der "Kleinen Zeitung" lautet die Schlagzeile: "Spitzelaffäre: Heiße Spur nach Kärnten." Hört, hört, was da steht – ich zitiere –:
Abg. Dr. Kostelka: Gegen Ihre Leute!
Aber Sie werden – wir haben das soeben erfahren – noch genügend Aufräumarbeiten haben. Mittlerweile wurde ja bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Vorerhebungen gegen sozialistische Funktionäre eingeleitet hat, die im Verdacht des Amtsmissbrauches im Zusammenhang mit der laufenden Datenmissbrauchsaffäre stehen. (Hallo-Rufe bei den Freiheitlichen.) Es sind die ersten Vorerhebungen eingeleitet worden, und es werden noch einige folgen. (Abg. Dr. Kostelka: Gegen Ihre Leute!) Es werden noch einige auf Grund der Strafanzeige folgen, die ich heute der Staatsanwaltschaft übermittelt habe. Es steht ja auch schon in den Zeitungen. In der "Kleinen Zeitung" lautet die Schlagzeile: "Spitzelaffäre: Heiße Spur nach Kärnten." Hört, hört, was da steht – ich zitiere –:
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
"Zum Kreis der Verdächtigen gehören auch ein ranghoher Kärntner Kommunalpolitiker der SPÖ, der hauptberuflich Exekutivbeamter ist, sowie ein sozialdemokratischer Personalvertreter. Sie sollen mit Hilfe des Polizeicomputers ausgerechnet" – und jetzt wird es fast schon amüsant, wenn es nicht so traurig wäre! – "illegale Recherchen über einen gewissen Herrn Peter Ambrozy angestellt haben." – Zitatende. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ihr bespitzelt eure eigenen Leute in Kärnten und geht hier heraus und spielt Richter und Ankläger zugleich, und das macht euch so unglaubwürdig! Deswegen werdet ihr auch euer Waterloo in dieser Affäre erleben! Das verspreche ich Ihnen, Herr Kollege Kostelka! Das ist ein für alle mal klar! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Pilz ist überhaupt der Allerbeste: Kollege Pilz meint nämlich überhaupt, dass er schon der Richter ist, und verurteilt hier am Rednerpult, indem er über den Justizminister herzieht und meint, dass überhaupt alles fürchterlich sei! – Dabei ist er ein Mann, der die Vorgangsweise dieses Hauses mit Methoden des Milošević-Systems vergleicht, ein Mann, der in einem Interview, in dem er gefragt wird, wie für ihn die Utopie einer funktionierenden Gesellschaft aussieht, sein Staatsverständnis so definiert: “Das schaut so aus, dass es keinen Staat gibt. Das ist einmal das Erste. Dieses Gewaltinstrument darf es nicht mehr geben." – Heute setzt er seinen ersten Schritt mit einem Misstrauensantrag, um diese staatszersetzende Philosophie, die Sie haben, fortzuführen. Sie werden damit nicht reüssieren in Österreich! Wir werden auf die Demokratie in diesem Hause und in diesem Land achten, dass sie nicht von jemandem wie Ihnen aus den Angeln gehoben wird! Merken Sie sich das, Herr Kollege Pilz! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (fortsetzend) : Meine Damen und Herren! Ich glaube, Ihre heutige Attacke, die so groß angekündigt war, ist nichts anderes als ein kleiner, aber misslungener Rohrkrepierer! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer. – Bitte. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall und Bravo-Rufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Herr Klubobmann Westenthaler, bitte teilen Sie Ihren Leuten mit, dass das hier das Parlament und kein Bierzelt ist und daher ein anderes Verhalten erforderlich wäre! (Beifall und Bravo-Rufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Sag etwas zu den sozialdemokratischen Funktionären! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Was wir heute erlebt haben, ist an Einzigartigkeit nicht zu überbieten. Gegenstand einer Debatte war neben der Vorstellung des neuen ... (Abg. Mag. Schweitzer: Sag etwas zu den sozialdemokratischen Funktionären! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Können Sie bei dem Geschrei noch hören, was ich sage, oder hören Sie nur das Geschrei?
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (fortsetzend): Danke schön. – Sie haben noch immer nicht kapiert, dass das kein Bierzelt, sondern das Parlament ist! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Haigermoser: Geh!
Der Herr Bundeskanzler hat heute in seiner Einleitungsrede neben der Vorstellung des Sozialministers auf die so genannte Spitzelaffäre hingewiesen. Daher ist auch das Gegenstand der Debatte gewesen. Und wir haben heute hier erlebt, dass die Freiheitliche Partei ein Musterbeispiel ihres Politik- und Demokratieverständnisses abgegeben hat. (Abg. Haigermoser: Geh!) Nicht mit einem einzigen Wort hat irgendjemand von Ihnen erwähnt, dass es Grundlage der öffentlichen Auseinandersetzung ist, dass gegen wesentliche Spitzenfunktionäre der Freiheitlichen Partei Vorerhebungen durchgeführt werden, und zwar nicht von Medien und nicht von anderen Parteien, sondern von der Staatsanwaltschaft! (Abg. Dr. Martin Graf: Ambrozy! – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den sozialistischen Funktionären?) Das ist kein Ergebnis irgendwelcher Verschwörungen, sondern das Agieren österreichischer Rechtsorgane! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das können Sie durch noch so windige Ablenkungsmanöver nicht wegreden. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Herr Westenthaler! Das ist das Faktum, mit dem wir uns hier zu beschäftigen haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gegen Ihre Funktionäre laufen Vorerhebungen!)
Abg. Dr. Martin Graf: Ambrozy! – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den sozialistischen Funktionären?
Der Herr Bundeskanzler hat heute in seiner Einleitungsrede neben der Vorstellung des Sozialministers auf die so genannte Spitzelaffäre hingewiesen. Daher ist auch das Gegenstand der Debatte gewesen. Und wir haben heute hier erlebt, dass die Freiheitliche Partei ein Musterbeispiel ihres Politik- und Demokratieverständnisses abgegeben hat. (Abg. Haigermoser: Geh!) Nicht mit einem einzigen Wort hat irgendjemand von Ihnen erwähnt, dass es Grundlage der öffentlichen Auseinandersetzung ist, dass gegen wesentliche Spitzenfunktionäre der Freiheitlichen Partei Vorerhebungen durchgeführt werden, und zwar nicht von Medien und nicht von anderen Parteien, sondern von der Staatsanwaltschaft! (Abg. Dr. Martin Graf: Ambrozy! – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den sozialistischen Funktionären?) Das ist kein Ergebnis irgendwelcher Verschwörungen, sondern das Agieren österreichischer Rechtsorgane! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das können Sie durch noch so windige Ablenkungsmanöver nicht wegreden. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Herr Westenthaler! Das ist das Faktum, mit dem wir uns hier zu beschäftigen haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gegen Ihre Funktionäre laufen Vorerhebungen!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Der Herr Bundeskanzler hat heute in seiner Einleitungsrede neben der Vorstellung des Sozialministers auf die so genannte Spitzelaffäre hingewiesen. Daher ist auch das Gegenstand der Debatte gewesen. Und wir haben heute hier erlebt, dass die Freiheitliche Partei ein Musterbeispiel ihres Politik- und Demokratieverständnisses abgegeben hat. (Abg. Haigermoser: Geh!) Nicht mit einem einzigen Wort hat irgendjemand von Ihnen erwähnt, dass es Grundlage der öffentlichen Auseinandersetzung ist, dass gegen wesentliche Spitzenfunktionäre der Freiheitlichen Partei Vorerhebungen durchgeführt werden, und zwar nicht von Medien und nicht von anderen Parteien, sondern von der Staatsanwaltschaft! (Abg. Dr. Martin Graf: Ambrozy! – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den sozialistischen Funktionären?) Das ist kein Ergebnis irgendwelcher Verschwörungen, sondern das Agieren österreichischer Rechtsorgane! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das können Sie durch noch so windige Ablenkungsmanöver nicht wegreden. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Herr Westenthaler! Das ist das Faktum, mit dem wir uns hier zu beschäftigen haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gegen Ihre Funktionäre laufen Vorerhebungen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gegen Ihre Funktionäre laufen Vorerhebungen!
Der Herr Bundeskanzler hat heute in seiner Einleitungsrede neben der Vorstellung des Sozialministers auf die so genannte Spitzelaffäre hingewiesen. Daher ist auch das Gegenstand der Debatte gewesen. Und wir haben heute hier erlebt, dass die Freiheitliche Partei ein Musterbeispiel ihres Politik- und Demokratieverständnisses abgegeben hat. (Abg. Haigermoser: Geh!) Nicht mit einem einzigen Wort hat irgendjemand von Ihnen erwähnt, dass es Grundlage der öffentlichen Auseinandersetzung ist, dass gegen wesentliche Spitzenfunktionäre der Freiheitlichen Partei Vorerhebungen durchgeführt werden, und zwar nicht von Medien und nicht von anderen Parteien, sondern von der Staatsanwaltschaft! (Abg. Dr. Martin Graf: Ambrozy! – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den sozialistischen Funktionären?) Das ist kein Ergebnis irgendwelcher Verschwörungen, sondern das Agieren österreichischer Rechtsorgane! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das können Sie durch noch so windige Ablenkungsmanöver nicht wegreden. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Herr Westenthaler! Das ist das Faktum, mit dem wir uns hier zu beschäftigen haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gegen Ihre Funktionäre laufen Vorerhebungen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gegen Ihre Funktionäre laufen Vorerhebungen!
Dass Sie heute alle beschimpft haben, angefangen damit, dass Sie einen Abgeordneten als "staatszersetzend" bezeichnen, dass sich der Herr Justizminister erdreistet, von der Regierungsbank Abgeordnete persönlich zu beleidigen, weil ihm nichts anderes mehr einfällt, dass Sie österreichische Journalisten als "Schmierkübel-Journalisten" bezeichnen, dass Ihr Altparteiobmann von den "kranken Gehirnen in den Redaktionen" redet, all das zeigt ganz eindeutig: Sie schlagen um sich wie ein Ertrinkender, mit allen Mitteln! (Abg. Ing. Westenthaler: Gegen Ihre Funktionäre laufen Vorerhebungen!) Das wird Sie nicht retten, meine sehr verehrten Damen und
Beifall und Bravo-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten nicht applaudieren, Herr Kostelka!
Sie stellen sich her und sagen: Wenn irgendjemand ein Ehrenmann sein will, dann sollte er Folgendes tun. – Da sage ich ganz offen und ehrlich: Wenn die Standards für einen Ehrenmann einmal von Herrn Westenthaler gesetzt werden, dann haben wir es "weit" gebracht in diesem Land, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall und Bravo-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten nicht applaudieren, Herr Kostelka!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Österreich-Vernaderer, wie er im Büchel steht!
Bei all dem, was hier heute geboten wurde, haben Sie nicht einen Funken von Unrechtsbewusstsein, Sie hinterfragen überhaupt nicht kritisch, ob all die Methoden, die Sie angewendet haben, richtig waren, Sie stellen sich nicht mit einem einzigen leisen Zweifel die Frage, ob es richtig war, dass offensichtlich einzelne Funktionäre der Freiheitlichen in überbordendem Eifer jede Information in der Öffentlichkeit verwendet haben, um politische Kritiker mundtot zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Österreich-Vernaderer, wie er im Büchel steht!) Nicht ein einziger Zweifel ist von Ihnen gekommen! Wissen Sie, was das ist? – Sie haben einen totalitären Politikstil! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den Vorerhebungen gegen sozialistische Funktionäre?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den Vorerhebungen gegen sozialistische Funktionäre?
Bei all dem, was hier heute geboten wurde, haben Sie nicht einen Funken von Unrechtsbewusstsein, Sie hinterfragen überhaupt nicht kritisch, ob all die Methoden, die Sie angewendet haben, richtig waren, Sie stellen sich nicht mit einem einzigen leisen Zweifel die Frage, ob es richtig war, dass offensichtlich einzelne Funktionäre der Freiheitlichen in überbordendem Eifer jede Information in der Öffentlichkeit verwendet haben, um politische Kritiker mundtot zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Österreich-Vernaderer, wie er im Büchel steht!) Nicht ein einziger Zweifel ist von Ihnen gekommen! Wissen Sie, was das ist? – Sie haben einen totalitären Politikstil! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den Vorerhebungen gegen sozialistische Funktionäre?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber eher schwach!
Soll ich Ihnen noch etwas sagen? – Die Grundlage dieses Staates, das Fundament dieses Rechtsstaates ist unsere Verfassung und nicht der Herr Böhmdorfer! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber eher schwach!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Vizekanzler! Meine Herren Minister! Abgeordneter Caspar Einem – er ist der ehemalige Innenminister – hat in seinem Debattenbeitrag drei tatsachenwidrige Behauptungen aufgestellt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) – Hören Sie doch zu, Frau Kollegin Mertel! Geben Sie mir die Chance, diese tatsachenwidrigen Behauptungen hier einmal zu deponieren und dann eine Richtigstellung durchzuführen!
Zwischenruf des Abg. Grabner.
Erstens: 1995 hätte mir ein Mitarbeiter des Innenministeriums einen – übrigens gesetzeswidrigen – PKK-Akt übergeben. Zweitens: Ich hätte monatelang im Parlament mit diesem Akt Politik gemacht. Drittens: Ich hätte mich in diesem Zusammenhang zum Hüter der Moral aufgespielt. (Zwischenruf des Abg. Grabner. )
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Einem als Abgeordneter und ehemaliger Innenminister! Ich berichtige die wahrheitswidrigen Aussagen, die Sie hier gemacht haben, tatsächlich. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Drittens: Ich habe mich nie zum Hüter der Moral aufgespielt, wie übrigens auch meine Partei nicht. Wir sind die Hüter des Gesetzes! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Er war nicht dabei! Das ist die Antwort!
Jetzt möchte ich es den genannten Abgeordneten und auch anderen nicht extra schwer machen. Wissen Sie, was das Gute an Untersuchungsausschüssen ist, Herr Abgeordneter Graf? – Man muss sich dann gegenüber der eigenen Partei nicht dafür rechtfertigen, wenn man die Wahrheit gesagt hat, sondern man kann sagen: Ich konnte nicht anders, ich bin ja unter Wahrheitspflicht gestanden. Herr Abgeordneter Graf! Ich hoffe, Sie werden schon ziemlich bald sehen, dass das eigentlich ein Schutz der eigenen Persönlichkeit ist, wenn man die Wahrheit unter Wahrheitspflicht sagen darf. Sie werden sehen, dass es dann viel, viel leichter geht! – Das gilt auch für viele andere! (Abg. Mag. Schweitzer: Er war nicht dabei! Das ist die Antwort!) Meine Damen und Herren! Das hören wir uns dann unter Wahrheitspflicht an, und an den Abgeordneten Schweitzer werden wir eine Reihe anderer Fragen haben.
Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf.
Jetzt nenne ich einen weiteren Grund dafür, warum es sich lohnt, hier weiter nachzufragen: Theresia Haidlmayr hat mich in die Kunst der Kilometergeldabrechnung eingeweiht, und ich bin ihr ausgesprochen dankbar dafür. (Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. ) Ich möchte Ihnen ihre Rechenergebnisse jetzt vorstellen. Ich entnehme – und ich habe mir da keine geheimen Akten besorgt – dem "FORMAT" eine Kilometergeldabrechnung mit der Unterschrift eines freiheitlichen Landtagsabgeordneten in Wien: "Kilometergeld Juli/August 1999: 7 994,80 S". Wenn Sie – ich selbst bin gar nicht auf diese Idee gekommen! – das durch das amtliche Kilometergeld von 4,90 S dividieren, dann kommen Sie drauf, dass der Polizist dem Herrn Landtagsabgeordneten Kreißl 1 631,5918 km in Rechnung gestellt hat. Es ist offenbar üblich, dass AUF-Funktionäre nicht sagen: Wir runden auf oder ab!, sondern da wird auf Zentimeter genau abgerechnet! Das ist die erste mir bekannte Zentimeter geldabrechnung! (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.
Jetzt nenne ich einen weiteren Grund dafür, warum es sich lohnt, hier weiter nachzufragen: Theresia Haidlmayr hat mich in die Kunst der Kilometergeldabrechnung eingeweiht, und ich bin ihr ausgesprochen dankbar dafür. (Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. ) Ich möchte Ihnen ihre Rechenergebnisse jetzt vorstellen. Ich entnehme – und ich habe mir da keine geheimen Akten besorgt – dem "FORMAT" eine Kilometergeldabrechnung mit der Unterschrift eines freiheitlichen Landtagsabgeordneten in Wien: "Kilometergeld Juli/August 1999: 7 994,80 S". Wenn Sie – ich selbst bin gar nicht auf diese Idee gekommen! – das durch das amtliche Kilometergeld von 4,90 S dividieren, dann kommen Sie drauf, dass der Polizist dem Herrn Landtagsabgeordneten Kreißl 1 631,5918 km in Rechnung gestellt hat. Es ist offenbar üblich, dass AUF-Funktionäre nicht sagen: Wir runden auf oder ab!, sondern da wird auf Zentimeter genau abgerechnet! Das ist die erste mir bekannte Zentimeter geldabrechnung! (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wie das Zentimeter geldrechnungswesen der AUF und der freiheitlichen Landtagsabgeordneten aussieht, das wollen wir natürlich erkunden, weil auch wir Interesse an einem Rechnungssystem haben, bei dem es in erster Linie um Genauigkeit geht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Pilz schon wieder auf dem Holzweg!
Ich habe es vorher bereits erwähnt: Weingartner, Ihr Wiener Vizebürgermeister und Parteiobmann Görg und offensichtlich auch einige andere sind bereits offiziell zur Meinung gelangt: Ja, da muss etwas geschehen! Und ich verrate kein großes Geheimnis, dass es bereits Kolleginnen und Kollegen der Österreichischen Volkspartei hier in diesem Haus gibt, die, wenn sie die Barriere der Glastüren erfolgreich überwinden, uns immer öfter hinter diesen Glastüren sagen, dass sie wie Weingartner und Görg denken. (Abg. Mag. Schweitzer: Pilz schon wieder auf dem Holzweg!)
Abg. Mag. Schweitzer: Er schleppt sich im Parlament auf dem Holzweg herum!
Sie wissen doch selbst, dass es bröselt. (Abg. Mag. Schweitzer: Er schleppt sich im Parlament auf dem Holzweg herum!) Sie wissen doch selbst, dass wir den Untersuchungsausschuss bekommen. Sie wissen doch selbst, dass Sie dieser Geschichte nicht mehr auskommen. (Heiterkeit des Redners. – Abg. Mag. Kukacka: Da muss er selber lachen, der Pilz!) Es geht nur mehr darum, wann, es geht nicht mehr darum, ob. Natürlich wird es eine Mehrheit für diesen Untersuchungsausschuss geben. (Abg. Mag. Kukacka: Er ist ein Kabarettist!)
Heiterkeit des Redners. – Abg. Mag. Kukacka: Da muss er selber lachen, der Pilz!
Sie wissen doch selbst, dass es bröselt. (Abg. Mag. Schweitzer: Er schleppt sich im Parlament auf dem Holzweg herum!) Sie wissen doch selbst, dass wir den Untersuchungsausschuss bekommen. Sie wissen doch selbst, dass Sie dieser Geschichte nicht mehr auskommen. (Heiterkeit des Redners. – Abg. Mag. Kukacka: Da muss er selber lachen, der Pilz!) Es geht nur mehr darum, wann, es geht nicht mehr darum, ob. Natürlich wird es eine Mehrheit für diesen Untersuchungsausschuss geben. (Abg. Mag. Kukacka: Er ist ein Kabarettist!)
Abg. Mag. Kukacka: Er ist ein Kabarettist!
Sie wissen doch selbst, dass es bröselt. (Abg. Mag. Schweitzer: Er schleppt sich im Parlament auf dem Holzweg herum!) Sie wissen doch selbst, dass wir den Untersuchungsausschuss bekommen. Sie wissen doch selbst, dass Sie dieser Geschichte nicht mehr auskommen. (Heiterkeit des Redners. – Abg. Mag. Kukacka: Da muss er selber lachen, der Pilz!) Es geht nur mehr darum, wann, es geht nicht mehr darum, ob. Natürlich wird es eine Mehrheit für diesen Untersuchungsausschuss geben. (Abg. Mag. Kukacka: Er ist ein Kabarettist!)
Abg. Öllinger: Sie sind dabei, das Kilometergeld zu berechnen! – Abg. Mag. Schweitzer: Ihre Zeit läuft ab!
Ich mache Ihnen einfach einen Vorschlag: Verkürzen wir es, damit wir möglichst bald mit der Klärung der politischen Verantwortung beginnen können! Sie wird geklärt: Sie wird öffentlich geklärt, sie wird medial geklärt, sie wird am Rande von Gerichtsverfahren geklärt. Sie können nur eines verbessern bei der Klärung: Sie können ein geordnetes Verfahren haben. (Abg. Öllinger: Sie sind dabei, das Kilometergeld zu berechnen! – Abg. Mag. Schweitzer: Ihre Zeit läuft ab!) Ja, Herr Abgeordneter Schweitzer, auch Ihre Zeit läuft ab. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Nein, nein, nein!) Spätestens am Tag Ihrer Zeugenaussage vor dem Untersuchungsausschuss läuft auch Ihre Zeit ab.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Nein, nein, nein!
Ich mache Ihnen einfach einen Vorschlag: Verkürzen wir es, damit wir möglichst bald mit der Klärung der politischen Verantwortung beginnen können! Sie wird geklärt: Sie wird öffentlich geklärt, sie wird medial geklärt, sie wird am Rande von Gerichtsverfahren geklärt. Sie können nur eines verbessern bei der Klärung: Sie können ein geordnetes Verfahren haben. (Abg. Öllinger: Sie sind dabei, das Kilometergeld zu berechnen! – Abg. Mag. Schweitzer: Ihre Zeit läuft ab!) Ja, Herr Abgeordneter Schweitzer, auch Ihre Zeit läuft ab. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Nein, nein, nein!) Spätestens am Tag Ihrer Zeugenaussage vor dem Untersuchungsausschuss läuft auch Ihre Zeit ab.
Abg. Dr. Ofner: Dem sollten wir zustimmen!
Und ich stelle einfach fest, dass es spannend ist, mit einem FPÖ-Klub zu diskutieren, bei dem das Ablaufdatum auf den einzelnen Stirnen der Abgeordneten immer klarer lesbar wird. (Abg. Dr. Ofner: Dem sollten wir zustimmen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir sehen uns im Untersuchungsausschuss wieder! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dr. Pilz –: Einmal mehr hast du dich zum Schwammerl gemacht mit deiner Rede! Ja, es ist einfach so! Der Beweis wurde erbracht!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Cap. 10 Minuten Redezeit, Herr Abgeordneter. – Bitte. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dr. Pilz –: Einmal mehr hast du dich zum Schwammerl gemacht mit deiner Rede! Ja, es ist einfach so! Der Beweis wurde erbracht!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das ist eine ganz miese Strategie, die Sie da anwenden, denn Ihre windigen Anzeigen sagen überhaupt noch nichts – gar nichts! –, außer dass Sie eine Gegenöffentlichkeit errichten wollen. Das ist Ihre Vorgangsweise. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Also für die Hygiene der Demokratie kann ich Ihnen nur eines sagen: Dieser Untersuchungsausschuss muss schleunigst her, damit endlich einmal Licht in dieses blaue Dunkel kommt! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Mich wundert es, dass die Damen und Herren der Freiheitlichen Partei das Spiel der ÖVP nicht durchschauen (lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP): Klasnic macht perfekte Politik auf dem Rücken der Freiheitlichen, indem sie permanent gegen diese allgemeinen Verabredungen auf Bundesebene wettert. Görg macht dasselbe und kündigt damit schon die Politik an, die im Wiener Wahlkampf betrieben werden wird. Die ÖVP wird ganz einfach Politik auf dem Rücken der FPÖ machen. Das garantiere ich Ihnen! Außer Sie versuchen selbst, Licht in dieses Dunkel zu bringen.
Abg. Rosemarie Bauer: Wunschträume!
Es ist ein Sterben auf Raten, und ich glaube, es wäre für die FPÖ leichter, einem Untersuchungsausschuss zuzustimmen, als von der ÖVP im Wiener Wahlkampf ausgebremst zu werden (Abg. Rosemarie Bauer: Wunschträume!), zumal sich Görg schon positioniert und die FPÖ im Regen stehen lässt. Ich schaue mir es mit Vergnügen an, wie Vizebürgermeister Görg die FPÖ Wien herrichten wird. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl. )
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl.
Es ist ein Sterben auf Raten, und ich glaube, es wäre für die FPÖ leichter, einem Untersuchungsausschuss zuzustimmen, als von der ÖVP im Wiener Wahlkampf ausgebremst zu werden (Abg. Rosemarie Bauer: Wunschträume!), zumal sich Görg schon positioniert und die FPÖ im Regen stehen lässt. Ich schaue mir es mit Vergnügen an, wie Vizebürgermeister Görg die FPÖ Wien herrichten wird. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl. )
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pilz. – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Nicht einmal in Wiener Neustadt!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (fortsetzend): Stimmen Sie für einen Untersuchungsausschuss! Das wird eine tolle Auseinandersetzung auf Wiener Ebene geben. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pilz. – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Nicht einmal in Wiener Neustadt!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Wittmann –: Das Einzige, was untragbar ist, sind seine Sakkos!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Graf. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Wittmann –: Das Einzige, was untragbar ist, sind seine Sakkos!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Martin Graf (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Kollegen! Bis jetzt habe ich immer gewusst, dass Kollege Wittmann ein Antlitz hat – seit 1995 ist er hier im Hohen Hause –, seit heute weiß ich, er hat auch Stimme. Erstmals hat er sich wortgewaltig in die Debatte eingeschaltet, aber in Wirklichkeit war das Ganze auch kein besonders großartiger Auftritt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Ja, faszinierend!
Mit der SPÖ beschäftige ich mich noch in meinen Ausführungen, aber jetzt brennt mir etwas anderes auf der Zunge, und zwar deshalb, weil Kollege Pilz mich in seinem Redebeitrag mehrfach namentlich bedacht hat, und insbesondere auch deswegen, weil er – unterstützt von seiner Kollegin Haidlmayr – ein so schönes, ein so wunderschönes Rechenbeispiel dargestellt hat. (Abg. Mag. Schweitzer: Ja, faszinierend!) Und wenn ich Pilz und Haidlmayr kombiniere, dann habe ich immer – das muss ich ehrlich feststellen – Bedenken. Das muss man immer
Abg. Mag. Schweitzer: Hört! Hört! – Abg. Öllinger: Super!
Dass Frau Kollegin Haidlmayr – das habe ich hier schon dargelegt – gerichtsbekannt Dinge unterschreibt, die sie nicht liest – vielleicht würde jemand unterstellen, dass sie nicht lesen kann; ich glaube es nicht –, ist bekannt. (Abg. Mag. Schweitzer: Hört! Hört! – Abg. Öllinger: Super!) Die mathematischen Qualitäten des Kollegen Pilz, das Einmaleins durchzuchecken, wurden uns heute bewusst. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer – in Richtung der Grünen –: Aufpassen!) 7 994,80 S hat er durch 4,90 S – gemeinsam mit Kollegin Haidlmayr, die, wie gesagt, etwas unterschreibt, was sie nicht liest – entsprechend dividiert und ist auf Zentimeter gekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Pilz, pass gut auf! – Abg. Haidlmayr hält einen Taschenrechner in die Höhe.)
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer – in Richtung der Grünen –: Aufpassen!
Dass Frau Kollegin Haidlmayr – das habe ich hier schon dargelegt – gerichtsbekannt Dinge unterschreibt, die sie nicht liest – vielleicht würde jemand unterstellen, dass sie nicht lesen kann; ich glaube es nicht –, ist bekannt. (Abg. Mag. Schweitzer: Hört! Hört! – Abg. Öllinger: Super!) Die mathematischen Qualitäten des Kollegen Pilz, das Einmaleins durchzuchecken, wurden uns heute bewusst. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer – in Richtung der Grünen –: Aufpassen!) 7 994,80 S hat er durch 4,90 S – gemeinsam mit Kollegin Haidlmayr, die, wie gesagt, etwas unterschreibt, was sie nicht liest – entsprechend dividiert und ist auf Zentimeter gekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Pilz, pass gut auf! – Abg. Haidlmayr hält einen Taschenrechner in die Höhe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Pilz, pass gut auf! – Abg. Haidlmayr hält einen Taschenrechner in die Höhe.
Dass Frau Kollegin Haidlmayr – das habe ich hier schon dargelegt – gerichtsbekannt Dinge unterschreibt, die sie nicht liest – vielleicht würde jemand unterstellen, dass sie nicht lesen kann; ich glaube es nicht –, ist bekannt. (Abg. Mag. Schweitzer: Hört! Hört! – Abg. Öllinger: Super!) Die mathematischen Qualitäten des Kollegen Pilz, das Einmaleins durchzuchecken, wurden uns heute bewusst. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer – in Richtung der Grünen –: Aufpassen!) 7 994,80 S hat er durch 4,90 S – gemeinsam mit Kollegin Haidlmayr, die, wie gesagt, etwas unterschreibt, was sie nicht liest – entsprechend dividiert und ist auf Zentimeter gekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Pilz, pass gut auf! – Abg. Haidlmayr hält einen Taschenrechner in die Höhe.)
Abg. Haidlmayr: Eben!
Herr Kollege Pilz und Frau Kollegin Haidlmayr! Sie sind beide schon langjährige Vertreter einer gesetzgebenden Körperschaft – das ist ja wohl richtig, oder? –, und ich erwarte mir von Politikern, die in einer gesetzgebenden Körperschaft sitzen, dass sie die Gesetze, die sie beschließen, und Änderungen, die sie beschließen, auch tatsächlich mitbekommen. (Abg. Haidlmayr: Eben!) Etwas anderes wäre ein Armutszeugnis. (Abg. Mag. Schweitzer: Aufpassen!)
Abg. Mag. Schweitzer: Aufpassen!
Herr Kollege Pilz und Frau Kollegin Haidlmayr! Sie sind beide schon langjährige Vertreter einer gesetzgebenden Körperschaft – das ist ja wohl richtig, oder? –, und ich erwarte mir von Politikern, die in einer gesetzgebenden Körperschaft sitzen, dass sie die Gesetze, die sie beschließen, und Änderungen, die sie beschließen, auch tatsächlich mitbekommen. (Abg. Haidlmayr: Eben!) Etwas anderes wäre ein Armutszeugnis. (Abg. Mag. Schweitzer: Aufpassen!)
Abg. Haidlmayr: 99!
Im Juli und im August 1995 (Abg. Haidlmayr: 99!) unterstellen Sie – 95! (Abg. Haidlmayr: 1999!) – ein Kilometergeld von 4,90 S. Ich sage Ihnen eines (Abg. Haidlmayr: 1999! – Abg. Öllinger: 1999!): Das Kilometergeld im Jahre 1995 hat 4,60 S betragen. Dividieren Sie 7 994,80 S durch 4,60 S, dann werden Sie draufkommen, dass es 1 738 volle Kilometer darstellt und nichts anderes. (Abg. Haidlmayr: 1999! – Abg. Öllinger: 1999!)
Abg. Haidlmayr: 1999!
Im Juli und im August 1995 (Abg. Haidlmayr: 99!) unterstellen Sie – 95! (Abg. Haidlmayr: 1999!) – ein Kilometergeld von 4,90 S. Ich sage Ihnen eines (Abg. Haidlmayr: 1999! – Abg. Öllinger: 1999!): Das Kilometergeld im Jahre 1995 hat 4,60 S betragen. Dividieren Sie 7 994,80 S durch 4,60 S, dann werden Sie draufkommen, dass es 1 738 volle Kilometer darstellt und nichts anderes. (Abg. Haidlmayr: 1999! – Abg. Öllinger: 1999!)
Abg. Haidlmayr: 1999! – Abg. Öllinger: 1999!
Im Juli und im August 1995 (Abg. Haidlmayr: 99!) unterstellen Sie – 95! (Abg. Haidlmayr: 1999!) – ein Kilometergeld von 4,90 S. Ich sage Ihnen eines (Abg. Haidlmayr: 1999! – Abg. Öllinger: 1999!): Das Kilometergeld im Jahre 1995 hat 4,60 S betragen. Dividieren Sie 7 994,80 S durch 4,60 S, dann werden Sie draufkommen, dass es 1 738 volle Kilometer darstellt und nichts anderes. (Abg. Haidlmayr: 1999! – Abg. Öllinger: 1999!)
Abg. Haidlmayr: 1999! – Abg. Öllinger: 1999!
Im Juli und im August 1995 (Abg. Haidlmayr: 99!) unterstellen Sie – 95! (Abg. Haidlmayr: 1999!) – ein Kilometergeld von 4,90 S. Ich sage Ihnen eines (Abg. Haidlmayr: 1999! – Abg. Öllinger: 1999!): Das Kilometergeld im Jahre 1995 hat 4,60 S betragen. Dividieren Sie 7 994,80 S durch 4,60 S, dann werden Sie draufkommen, dass es 1 738 volle Kilometer darstellt und nichts anderes. (Abg. Haidlmayr: 1999! – Abg. Öllinger: 1999!)
Abg. Haidlmayr: 1999!
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, Herr Kollege Pilz – und das möchte ich Ihnen ins Stammbuch schreiben –: Entweder haben Sie nicht gewusst, was Ihre Fraktion auch mitbeschließt, oder – das möchte ich Ihnen nicht unterstellen – Sie verrechnen seit dem Jahre 1995 4,90 S Kilometergeld und setzen das bei der Steuer ab. Das möchte ich doch nicht annehmen, denn das wäre die nicht legale Erschleichung eines Steuervorteils, würde ich einmal meinen. (Abg. Haidlmayr: 1999!)
Abg. Öllinger: Das war 1999, Kollege Graf!
Faktum ist auf jeden Fall eines: Hauptsache Sie können irgendjemanden anschütten. (Abg. Öllinger: Das war 1999, Kollege Graf!) Dann ist Ihnen jedes Mittel recht, sogar die Verdrehung von Tatsachen, falsches Zusammenstellen von Jahreszahlen und Daten und auch falsches Unterstellen in der Division.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Oje! Schwacher Applaus! – Heiterkeit der Abg. Haidlmayr.
Ich gebe Ihnen eines mit auf den Weg: Lernen Sie rechnen! Frau Kollegin Haidlmayr empfehle ich in Zukunft, das, was sie unterschreibt, auch zu lesen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Oje! Schwacher Applaus! – Heiterkeit der Abg. Haidlmayr. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen: Sie versuchen mit der gleichen Methode, wie es Ihr Joschka Fischer gemacht hat, hier im Nadelstreif zu sitzen, hier den Biedermann vorzukehren, aber in Wirklichkeit weiterhin umstürzlerisch zu wirken. Das sage ich Ihnen hier von diesem Rednerpult aus! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Völlig richtig!
Abgeordneter Dr. Martin Graf (fortsetzend): Sie berufen sich immer auf geheime Informationen. Es gibt Legionen von Anträgen auf Einsetzung von Untersuchungsausschüssen, bei welchen Sie sich auf geheime Akten berufen (Abg. Dr. Khol: Völlig richtig!), aber im Gegenzug behaupten Sie, Sie hätten das nie gemacht. In Wirklichkeit gehen Sie mit der Gießkanne voll Benzin durchs Land, zünden alles an, und dann wollen Sie als Feuerwehr hier schlichten. Das glaubt Ihnen niemand mehr! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Martin Graf (fortsetzend): Sie berufen sich immer auf geheime Informationen. Es gibt Legionen von Anträgen auf Einsetzung von Untersuchungsausschüssen, bei welchen Sie sich auf geheime Akten berufen (Abg. Dr. Khol: Völlig richtig!), aber im Gegenzug behaupten Sie, Sie hätten das nie gemacht. In Wirklichkeit gehen Sie mit der Gießkanne voll Benzin durchs Land, zünden alles an, und dann wollen Sie als Feuerwehr hier schlichten. Das glaubt Ihnen niemand mehr! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Das akzeptiere ich!
Abgeordneter Johann Loos (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Niemand hier im Hohen Hause behauptet, dass der Datenmissbrauch eine Kleinigkeit sei. Das hat hier niemand behauptet. (Ruf bei der ÖVP: Das akzeptiere ich!) Das akzeptiert, glaube ich, jeder. Aber wenn man daraus eine Staatskrise, eine Regierungskrise konstruieren will, dann finde ich das nicht richtig. Ich verstehe schon, dass einer, der das Staatswesen so sieht wie Dr. Pilz, diesen Staat gerne in einer Krise sehen würde. Das ist aber nicht der Fall!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wie hat unsere Regierung auf den Verdacht eines Datenmissbrauches reagiert? – Herr Bundesminister Strasser hat sofort nach Bekanntwerden von Verdachtsmomenten eine Sonderkommission eingesetzt. Er hat diese Sonderkommission weisungsfrei gestellt, was, wie ich glaube, sehr wichtig ist. Dieser Sonderkommission werden alle personellen, finanziellen und technischen Ressourcen zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wurde ein Sofortprogramm eingeleitet, das Vieraugenprinzip und so weiter; ich will das jetzt nicht so genau erläutern. Worin kann man da eine Regierungskrise sehen? – Unser Minister hat richtig gehandelt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Ofner.
Diese Sonderkommission hat am 11. Oktober 2000 einen Zwischenbericht an die Justiz weitergeleitet. Außerdem hat der Justizminister, wie wir alle wissen, eindeutig erklärt, dass er in all diese Vorgänge keineswegs eingreifen wird, sondern dass er alles dazu beitragen wird, dass gründlich aufgeklärt wird. Worin sehen Sie da eine Regierungskrise? Wo hat ein Bundesminister dieser Regierung in dieser Angelegenheit falsch gehandelt? – Ich sehe davon nichts! (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Ofner. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Übrigens: Ich bin überzeugt davon, dass wir in Österreich eine hochklassige Gerichtsbarkeit haben. Manche dürften das in diesem Hohen Haus nicht sein. Ich glaube an unseren Rechtsstaat, meine sehr geehrten Damen und Herren, und daran sollten wir alle glauben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Diese Gerichtsbarkeit wird, was Datenmissbrauch betrifft, ihr Bestes geben. Es wird alles aufgeklärt werden. Noch einmal: Ich vertraue in unseren Rechtsstaat. Das ist, glaube ich, das, was man dazu sagen sollte. Doch wenn einige oder wenige Beamte der Exekutive, wie ich hoffe, Fehlleistungen getätigt haben, so muss das rigoros bekämpft werden. Dafür werden wir uns hundertprozentig einsetzen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sie wollen zu einer Zeit, zu welcher es nur Verdachtsmomente gibt, wie es derzeit der Fall ist – man hat das gestern bei der Sendung "Betrifft" ganz genau gemerkt –, schon beschuldigen. Na klar, wenn noch kein Gerichtsurteil gefällt ist, können Sie jeden Möglichen verdächtigen. Wir wollen, dass zuerst die Gerichte aufklären, und dann, wenn es um politische Verantwortung geht, werden wir entsprechend einschreiten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nur: Eines muss klar sein: Es waren eben die Herren Löschnak, Einem und Schlögl in diesem Überprüfungszeitraum Innenminister. Halten wir uns, meine sehr geehrten Damen und Herren, an die Fakten! Unterlassen wir Vorverurteilungen! Untergraben wir nicht das Vertrauen in unseren Rechtsstaat! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Hohes Haus! Herr Abgeordneter Graf, Ihre Ausführungen waren völlig umsonst, fünf Minuten, die Sie sich hätten sparen können – ein wunderbares Beispiel für die "ultimativen Gegenschläge", vor denen die Opposition und ganz Österreich erzittert! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: So ist es!
Herr Abgeordneter Graf! Fünf Minuten haben Sie gebraucht, um zu erläutern, wie sich die Berechnung des Kilometergeldes entwickelt hat, und um darzulegen, wie "benebelt" wir Abgeordneten der Opposition sind, weil wir nicht wissen, wie hoch das Kilometergeld ist. (Abg. Dr. Martin Graf: So ist es!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Martin Graf: Eine Partei ist kein Amt!
Ich stelle richtig: 1999 – und die Zahlung bezieht sich auf das Jahr 1999, konkret auf den 13. Oktober 1999 – betrug das amtliche Kilometergeld in dieser Republik 4,90 S, Herr Abgeordneter Graf. Und da können Sie in Ihrer Burschenschaft das Kilometergeld mit dem Promille multiplizieren oder dividieren, das ändert nichts daran. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Martin Graf: Eine Partei ist kein Amt!) 7 994,80 S durch 4,90 S macht etwas anderes aus als geteilt durch 4,60 S, was Sie sagen wollten. (Abg. Haigermoser: 30 S für einen Liter Benzin!)
Abg. Haigermoser: 30 S für einen Liter Benzin!
Ich stelle richtig: 1999 – und die Zahlung bezieht sich auf das Jahr 1999, konkret auf den 13. Oktober 1999 – betrug das amtliche Kilometergeld in dieser Republik 4,90 S, Herr Abgeordneter Graf. Und da können Sie in Ihrer Burschenschaft das Kilometergeld mit dem Promille multiplizieren oder dividieren, das ändert nichts daran. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Martin Graf: Eine Partei ist kein Amt!) 7 994,80 S durch 4,90 S macht etwas anderes aus als geteilt durch 4,60 S, was Sie sagen wollten. (Abg. Haigermoser: 30 S für einen Liter Benzin!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Abgeordneter Graf! Fünf Minuten völlig umsonst! Bitte gehen Sie in Ihre Burschenschaft zurück, und versuchen Sie, das Beispiel unter Anwendung aller arithmetischen und mathematischen Fähigkeiten, die dort vorhanden sind, neu zu berechnen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Martin Graf: Ihre Abgeordneten lesen nicht, was sie unterschreiben!
Wenn es nicht klappt, leisten wir Ihnen im Untersuchungsausschuss gerne die entsprechende Hilfe. Ich kann Ihnen sagen, es ist wirklich sehr amüsant: Nachdem wir im Zusammenhang mit "Euroteam" mit den Primzahlen schon einige Erfahrung gemacht haben, können wir das berechnen und beherrschen das, aber Sie sollten sich, bevor Sie das nächste Mal fünf Minuten umsonst reden, vielleicht die vier Grundrechnungsarten und den Wissensstand über das amtliche Kilometergeld im Jahre 1999 aneignen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Martin Graf: Ihre Abgeordneten lesen nicht, was sie unterschreiben!)
Abg. Dr. Krüger: Das ist der Parallelprozess! – Abg. Haigermoser – den Anzeigenteil der "Kronen-Zeitung" in die Höhe haltend –: Haben Sie die Akten?
Aha, interessant! Sind das vielleicht Teile jener Akten, über die wir in einem Untersuchungsausschuss diskutieren sollten – mit arithmetischen Kenntnissen oder ohne arithmetische Kenntnisse über Kilometergeldabrechnungen, Herr Abgeordneter Graf? (Abg. Dr. Krüger: Das ist der Parallelprozess! – Abg. Haigermoser – den Anzeigenteil der "Kronen-Zeitung" in die Höhe haltend –: Haben Sie die Akten?) Sollten wir nicht in einem Untersuchungsausschuss darüber diskutieren?
Abg. Ing. Westenthaler: Etwas hat er genommen! Er muss wieder etwas genommen haben!
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Wie kommen Sie dazu, Garantien für Untersuchungen abzugeben? Sind Sie der Justizminister, oder sind Sie mit ihm verbandelt? (Abg. Ing. Westenthaler: Etwas hat er genommen! Er muss wieder etwas genommen haben!) Wir brauchen einen Untersuchungsausschuss, genau wegen solcher Aussagen, und zwar auch von Ihnen, Herr Abgeordneter Westenthaler! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Wie kommen Sie dazu, Garantien für Untersuchungen abzugeben? Sind Sie der Justizminister, oder sind Sie mit ihm verbandelt? (Abg. Ing. Westenthaler: Etwas hat er genommen! Er muss wieder etwas genommen haben!) Wir brauchen einen Untersuchungsausschuss, genau wegen solcher Aussagen, und zwar auch von Ihnen, Herr Abgeordneter Westenthaler! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Van der Bellen hat das Plenum vor der Abstimmung verlassen!
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiefür sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Van der Bellen hat das Plenum vor der Abstimmung verlassen!)