Eckdaten:
Für die 40. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 682 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Anton Heinzl
Petition betreffend „Für den Erhalt der Mariazellerbahn“ (Ordnungsnummer 16) (überreicht vom Abgeordneten Anton Heinzl)
Abg. Dr. Niederwieser: Maximale!
Als Erster zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Dr. Spindelegger. Ich erteile ihm das Wort und mache darauf aufmerksam, dass die gesetzliche Redezeit 10 Minuten beträgt. (Abg. Dr. Niederwieser: Maximale!) – Bitte, Herr Abgeordneter.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Sechs Monate danach sieht die Situation Gott sei Dank anders aus. Mittlerweile gibt es eine Liste vor allem von österreichischen Vorhaben, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ich sehe es daher als einen wichtigen Erfolg unserer Außen- und Europapolitik an, dass wir uns in dieser Frage durchgesetzt haben. Es wird über notwendige Änderungen diskutiert, und das ist vor allem ein Erfolg der Hartnäckigkeit unseres Bundeskanzlers, der von Anfang an gesagt hat: Mit gewissen Entscheidungen wollen wir so nicht leben! – Ich freue mich darüber, dass das heute so weit gekommen ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Der erste für uns wesentliche Inhalt war und ist, den Grundsatz des Gleichgewichtes aller Mitgliedsländer der Europäischen Union – egal, ob groß oder klein – ernst nehmen zu wollen. Und eine Ausformung dieses Grundsatzes ist, dass jedes Mitgliedsland in jeder Institution vertreten sein muss, meine Damen und Herren! Stellen wir doch diesen Grundsatz nicht in Frage, in einem großen Europa, zu dem wir uns bekennen, sondern treten wir dafür ein, dass jedes Mitglied auch in der Kommission einen Vertreter hat, der mitbestimmen kann! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Vor sechs Monaten noch haben gerade die Damen und Herren der Opposition in unseren Diskussionen im EU-Hauptausschuss dieser Frage sehr wenig Bedeutung beigemessen. Wenn ich an die letzte Hauptausschusssitzung denke, so sieht das ja nun Gott sei Dank schon ein wenig anders aus. Jetzt, da sich langsam entwickelt, dass das ein Standpunkt wird, der auch von den Großen in der Europäischen Union mitgetragen wird, gibt es auch zustimmende Rufe der Opposition. Wir freuen uns, meine Damen und Herren von der Opposition – wir alle sind lernfähig! –, dass auch Sie langsam auf den richtigen Zug aufspringen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dolinschek und Walch.
Meine Damen und Herren! Noch vor sechs Monaten war das eine Idee, die man weggewischt hat. Heute zeigt sich, dass über diese Teampräsidentschaft – einen Vorschlag Österreichs – ernsthaft nachgedacht wird: ein bemerkenswerter Fortschritt! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dolinschek und Walch.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.
Meine Damen und Herren! Europäische Regeln, die in jede Gemeinde eingreifen, sind aus unserer Sicht in dieser Form nicht tragbar! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Vor sechs Monaten noch war das ein Wunsch, der von vielen als völlig unrealistisch bezeichnet wurde. In der letzten Sitzung der Außenminister in Neapel zeigte sich auf einmal, dass man dem Vorschlag Österreichs, einem konkreten Formulierungsvorschlag, mehrheitlich beitreten will. Ein bemerkenswerter Fortschritt! Und wir freuen uns darüber, dass diese Hartnäckigkeit offensichtlich auch zum Ziel führt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das ist eine Garantie!
Aber diesbezüglich ist die Diskussion noch lange nicht zu Ende. Dieser Vorschlag, wie er heute vorliegt, muss von uns nicht verfassungsrechtlich ausgefeilt, bis ins letzte Detail geprüft werden, denn so wird er wahrscheinlich nicht in der Europäischen Verfassung stehen. Es stehen ja noch alle Diskussionen aus! Aber, meine Damen und Herren, sollten wir nicht einmal darüber nachdenken, dass eine Beistandsverpflichtung für uns Vorteile bringt (Abg. Scheibner: Das ist eine Garantie!), nämlich den Vorteil, dass wir einen Konflikt aus dieser Union überhaupt draußen halten, nicht hereinziehen, dass eine Gemeinschaft, die über einen gemeinsamen Binnenmarkt verfügt, die heute eine gemeinsame Währung hat, doch klarerweise in der nächsten Konsequenz auch eine gemeinsame Verteidigung anstreben muss?
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! So wird man Politik nicht machen können! Da setzen wir etwas anderes dagegen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, wir haben vor einer Regierungskonferenz eines mit Sicherheit, nämlich einen Bundeskanzler, der unsere Interessen vertritt. Und darauf sind wir stolz und können wir auch stolz sein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
stimmberechtigter Kommissar pro Mitgliedsland“, allerdings mit einer begrenzten Ressortzuständigkeit – das kann die Kommission festlegen oder in den Vertrag hineingeschrieben werden –, auf jeden Fall aber mit festen Aufgaben, gibt. Es ist nämlich, so glaube ich, sehr wichtig, dass man es auch den Bürgern gegenüber vertreten kann, nicht ein A- und ein B-Team der Kommissare zu haben, also solche, die etwas zu sagen haben, und solche, die nur eine Gage, ein Sekretariat und ein Dienstauto haben, aber weder mitstimmen dürfen noch eine Aufgabe haben. Ehrlich gesagt: Solche nationale Interventionsreferenten braucht kein Mensch! Da ist unser Vorschlag deutlich besser, und er gewinnt täglich mehr Anhänger. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Neudeck.
Dass dies notwendig ist, hat man ja anhand der Ereignisse rund um den Stabilitätspakt gesehen, der aus meiner Sicht nicht in der Substanz in Frage gestellt, aber in der Flexibilität der Anwendung verbessert werden muss, denn: Wir brauchen einen Stabilitäts- und Wachstumspakt mit Biss! Das, was sich jetzt abzeichnet, dass sich nämlich manche daran halten, andere aber überhaupt nicht und damit eigentlich ein rechtsfreier Raum eintritt, der politisch entstanden ist, scheint mir kein taugliches Prinzip zu sein. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Neudeck.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn wir das durchbekommen, dann haben wir für unsere Gemeinden, für den Föderalismus und für die Subsidiarität einen großen Erfolg errungen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Der zweite Text enthält die Frage einer Beistandsverpflichtung. Die erste Formulierung enthielt eine starke militärische Komponente. Im zweiten Text, der am Freitag nach der Diskussion verteilt wurde, ist die militärische Komponente deutlich weniger betont. Es ist aber klar erkennbar, dass beide Vorschläge erstmals einem Staat der EU, der attackiert wird, eine solidarische Hilfeleistung zumessen. Ich sage auch jetzt ganz offen: Das scheint mir auch sinnvoll zu sein, denn wenn wir in einer gemeinsamen Union sind, dann ist es selbstverständlich, dass wir einander Solidarität schulden. Das ist genauso, wenn dem Burgenland etwas passiert, dann ist Vorarlberg solidarisch und muss es auch sein oder Salzburg und die ganze Bundesregierung. Genau das erwarte ich auch innerhalb einer europäischen Familie wie unserer Union. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich meine, dass wir in einer sehr interessanten Diskussionsphase stehen. Ich lade Sie ein, dass wir so wie in der Vergangenheit alle Punkte ehrlich und offen miteinander diskutieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir in wenigen Tagen eine neue Europäische Verfassung aus der Taufe heben, und das wäre ein wahrhaft historischer Schritt nach vorne. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Das war eine ziemlich inhaltsleere Rede! Schöne Worte! – Widerspruch bei der ÖVP.
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gemeldet hat sich nunmehr Herr Abgeordneter Dr. Fasslabend. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Das war eine ziemlich inhaltsleere Rede! Schöne Worte! – Widerspruch bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Schwarz ist immer schlecht!
Abgeordneter Dr. Werner Fasslabend (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als am Dienstag letzter Woche eine negative Transitentscheidung für Österreich gefallen ist und am gleichen Tag der Stabilitätspakt von den Ländern Deutschland und Frankreich in Frage gestellt worden ist, haben das viele Menschen nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa als einen Rückschlag, als einen „schwarzen Dienstag“ für Europa empfunden. (Abg. Parnigoni: Schwarz ist immer schlecht!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir glauben, dass es in dieser Phase insbesondere darauf ankommt, dass alle Staaten auch in Zukunft die Möglichkeit haben sollen, voll berechtigt in allen wichtigen Institutionen nicht nur mitzureden, sondern auch mitentscheiden zu können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Vor allem Ferrero-Waldner wird ernst genommen!
Es ist ganz bemerkenswert, dass noch vor drei Jahren Österreich auch im Rahmen der EU isoliert war. Denken wir nur an die Zeit der Sanktionen zurück! Niemand hat damals etwas darauf gegeben, was Österreich gesagt hat. Wir haben diese Situation ausgestanden, aber wir haben sie nicht nur ausgestanden, indem wir uns Recht verschafft haben, sondern wir sind heute so weit, dass mehr als zwei Drittel aller EU-Mitglieder Österreich zum Sprecher einer Gruppe gewählt und anerkannt haben. Wir sind heute so weit, dass die anderen Länder in all den Fragen, die bereits vom Herrn Bundeskanzler angesprochen worden sind, auf Österreich hören. (Abg. Dr. Jarolim: Vor allem Ferrero-Waldner wird ernst genommen!)
Abg. Dr. Cap: Geh, hör auf!
Das, was ich nicht verstehe, ist, dass weite Teile der Opposition auf Distanz zu diesem Vorschlag betreffend einen Kommissar für jedes Land gehen. Das ist mir nicht ganz einsichtig. (Abg. Dr. Cap: Geh, hör auf!) Fragen Sie nur Ihren Kollegen Einem oder nehmen Sie auch Ihre eigenen Stellungnahmen her! Ich habe es bis jetzt vermisst (Abg. Dr. Gusenbauer: So ein Blödsinn!), dass die Opposition gleichberechtigt und in gleicher Stärke und Intensität wie die Regierungsparteien dafür eintritt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Aufwachen! Es ist schon halb zehn!)
Abg. Dr. Gusenbauer: So ein Blödsinn!
Das, was ich nicht verstehe, ist, dass weite Teile der Opposition auf Distanz zu diesem Vorschlag betreffend einen Kommissar für jedes Land gehen. Das ist mir nicht ganz einsichtig. (Abg. Dr. Cap: Geh, hör auf!) Fragen Sie nur Ihren Kollegen Einem oder nehmen Sie auch Ihre eigenen Stellungnahmen her! Ich habe es bis jetzt vermisst (Abg. Dr. Gusenbauer: So ein Blödsinn!), dass die Opposition gleichberechtigt und in gleicher Stärke und Intensität wie die Regierungsparteien dafür eintritt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Aufwachen! Es ist schon halb zehn!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Aufwachen! Es ist schon halb zehn!
Das, was ich nicht verstehe, ist, dass weite Teile der Opposition auf Distanz zu diesem Vorschlag betreffend einen Kommissar für jedes Land gehen. Das ist mir nicht ganz einsichtig. (Abg. Dr. Cap: Geh, hör auf!) Fragen Sie nur Ihren Kollegen Einem oder nehmen Sie auch Ihre eigenen Stellungnahmen her! Ich habe es bis jetzt vermisst (Abg. Dr. Gusenbauer: So ein Blödsinn!), dass die Opposition gleichberechtigt und in gleicher Stärke und Intensität wie die Regierungsparteien dafür eintritt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Aufwachen! Es ist schon halb zehn!)
Abg. Dr. Cap: Einen Kaffee, bitte!
Ich kann nur eines sagen: Es würde mich freuen, wenn Sie sich hinter vorgehaltener Hand (Abg. Dr. Cap: Einen Kaffee, bitte!) und bei allen inoffiziellen Gelegenheiten klar dafür aussprechen würden.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher ist es wichtig, dass es eine gemeinsame Außenpolitik, eine gemeinsame Sicherheitspolitik und auch eine gemeinsame Verteidigung gibt. Dass dabei dem Prinzip, dass jeder auch ein Recht auf solidarische Hilfe haben soll, große Bedeutung zukommt, steht für mich außer Frage. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Haben Sie früher überhaupt eine Position gehabt?
Meine Damen und Herren! Wir sollten uns davon lösen, auch von diesen alten Juso-Positionen, Herr Abgeordneter Gusenbauer! Ich glaube, dass es auch an der Zeit ist, eine eigenständige Linie zu fahren, auch wenn die Oberösterreicher nicht mitgehen. Tun Sie das im Interesse Österreichs! Tun Sie das im Interesse der Sicherheit unseres Landes! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Haben Sie früher überhaupt eine Position gehabt?)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Abgeordneter Fasslabend! Das, was wir nicht durchgehen lassen können, ist eine Außenpolitik, die schummelt, schwindelt und schlawinert. Und das kann ich Ihnen nachweisen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Anders formuliert heißt das: Am Naschmarkt sind ab diesem Tag dann alle Birnen Äpfel. So geht das nicht! Es muss diesbezüglich offene und ehrliche Politik gemacht werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Fasslabend hat ein Loblied auf die Regierung, auf den Bundeskanzler und auf einen österreichischen Kommissar gesungen. Natürlich sind wir auch dafür, dass es einen österreichischen Kommissar gibt. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Aber der österreichische Kommissar ist nicht der Vertreter Österreichs. Wo war Kommissar Fischler in der Transitfrage? Wo war er? – Das ist wieder ein Beschwindeln und „Beschlawinern“ der Bevölkerung. Das ist Ihre Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Das war Streicher!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Das war Streicher!
Abgeordneter Fasslabend hat ein Loblied auf die Regierung, auf den Bundeskanzler und auf einen österreichischen Kommissar gesungen. Natürlich sind wir auch dafür, dass es einen österreichischen Kommissar gibt. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Aber der österreichische Kommissar ist nicht der Vertreter Österreichs. Wo war Kommissar Fischler in der Transitfrage? Wo war er? – Das ist wieder ein Beschwindeln und „Beschlawinern“ der Bevölkerung. Das ist Ihre Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Das war Streicher!)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Transitvertrag: Dauernd gibt es ein Lob für die Frau Außenministerin, die heute leider nicht da ist. Am 21. Juli 2001 hat die Frau Außenministerin als Vorleistung auf eine Obergrenze beim Transit verzichtet, ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Das Dilemma des österreichischen Transit-Desasters hat vor allem Frau Außenministerin Ferrero-Waldner zu verantworten. Sie hat damals zugestimmt, dass es keine Obergrenze gibt. Seitens des Infrastrukturministeriums wurde mit falschen Zahlen gegenüber Brüssel schlawinert. Die Österreicher wurden mit möglichen Kompromisslösungen, die nicht realistisch waren, beschwindelt. Brüssel hat man beschwindelt, indem man gesagt hat, dass man ohnehin die Eisenbahn ausbaue. Aber die Eisenbahn wird nur malträtiert, gequält, zerstückelt und nicht ausgebaut, obwohl wir uns in den Transitprotokollen des Beitrittsvertrages dazu verpflichtet haben. Es findet ein Beschwindeln, Beschummeln und Schlawinern gegenüber Europa und gegenüber der österreichischen Bevölkerung statt. Dazu können wir nur Nein sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Inhalt wollen wir hören!
Dazu kommt noch, dass in dem Brief, den der Finanzminister an die Regierung geschrieben hat, um über diesen Geheimpakt zu berichten, plötzlich nur mehr steht, er sei für das Einhalten der Budgetlimits. Es steht nicht mehr darin, dass die Finanzminister eine Verschwörung vor hatten und alles nur mehr unter sich ausmachen wollten. (Abg. Großruck: Inhalt wollen wir hören!) Also: Beschwindeln, beschummeln, schlawinern!
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Ist das nicht ordnungsrufverdächtig?
Mehrheit will, dann sind wir notgedrungen auch dafür. Uns sind zwar die Arbeitsplätze kein Anliegen, uns ist das Wachstum kein Anliegen, aber wenn es eine Mehrheit dafür gibt, dann waren wir schon immer dafür. – Beschwindeln, beschummeln, schlawinern! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Ist das nicht ordnungsrufverdächtig?) Das ist Ihre Außenpolitik, die Sie zu Lasten Österreichs verfolgen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mehrheit will, dann sind wir notgedrungen auch dafür. Uns sind zwar die Arbeitsplätze kein Anliegen, uns ist das Wachstum kein Anliegen, aber wenn es eine Mehrheit dafür gibt, dann waren wir schon immer dafür. – Beschwindeln, beschummeln, schlawinern! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Ist das nicht ordnungsrufverdächtig?) Das ist Ihre Außenpolitik, die Sie zu Lasten Österreichs verfolgen. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Das gehört auch zur Frage des Kommissars und zu den Erwartungshaltungen, die hier formuliert werden. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Ich bin schon fertig. – Stellen Sie sich bitte nicht mit dem Weihrauchkessel hierher und sagen Sie nicht, dass das die beste Außenpolitik aller Zeiten sei! Ein Desaster liegt hier auf dem Tisch! Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das gehört auch zur Frage des Kommissars und zu den Erwartungshaltungen, die hier formuliert werden. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Ich bin schon fertig. – Stellen Sie sich bitte nicht mit dem Weihrauchkessel hierher und sagen Sie nicht, dass das die beste Außenpolitik aller Zeiten sei! Ein Desaster liegt hier auf dem Tisch! Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Sehr!
Herr Kollege Cap, für wie kurzzeitig halten Sie unser Gedächtnis? (Rufe bei der SPÖ: Sehr!) – Das glaube ich Ihnen, dass Sie das glauben, denn sonst dürften Sie den Vorwurf nicht einmal in den Mund nehmen, dass seit dem Jahr 2000 die österreichische Bundesregierung die Neutralität aushöhlen oder abschaffen will.
Oh-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Apropos beschwindeln, schlawinern und beschummeln: 1999 wurde eine Verfassungsänderung hier im Hohen Haus mit der Mehrheit einer SPÖ-geführten Bundesregierung beschlossen. Was steht im Artikel 23f, meine Damen und Herren? – Beschlüsse des Europäischen Rates zu einer gemeinsamen Verteidigung der Europäischen Union sowie zu einer Integration der Westeuropäischen Union sind mittels Verfassungsgesetz zu fassen. (Oh-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Jakob Auer: Das schaut nicht gut aus!
Was steht im Artikel 23f bei Beschlüssen betreffend Kampfeinsätze bei der Krisenbewältigung einschließlich friedensschaffender Maßnahmen? – Kampfeinsätze inklusive friedensschaffender Maßnahmen sind laut österreichischer Bundesverfassung zulässig, was 1999 von der SPÖ-geführten Bundesregierung beschlossen wurde. – Beschwindeln, beschummeln und schlawinern! Das ist unvereinbar mit der ernst genommenen völkerrechtlichen dauernden Neutralität. Haben Sie damals die Bevölkerung gefragt, ob sie damit einverstanden ist? – Nein! Sie haben gesagt, das sei alles vereinbar. Wenn man die Bedingungen des UNO-Mandates als Voraussetzung für Kampfeinsätze zur Friedensschaffung sucht, dann sucht man in der österreichischen Bundesverfassung vergeblich danach. (Abg. Jakob Auer: Das schaut nicht gut aus!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Kollege Cap, zu Ihrem „beschwindeln, beschummeln, schlawinern“: Wer der größte Schlawiner hier ist, das sei einmal dahingestellt und der Beurteilung des Zuhörers überlassen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich möchte das österreichische Bundesheer erhalten, ich möchte dieses österreichische Bundesheer auch gemeinsam mit dem Nationalrat so ausrichten, dass es solidarisch eingesetzt werden kann, wenn es darum geht, den Frieden für Europa und in Europa zu sichern und damit auch die Sicherheit unseres Landes zu garantieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Große Betroffenheit bei der SPÖ!
Das, Herr Bundeskanzler, erhoffe und erwarte ich mir von unserer Außenpolitik und von unserer Vertretung in Brüssel. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Große Betroffenheit bei der SPÖ!)
Ruf bei der ÖVP: Von Cap nichts!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben vom Herrn Bundeskanzler, vom Herrn Kollegen Scheibner sehr viel über die österreichischen Interessen gehört. (Ruf bei der ÖVP: Von Cap nichts!) Die österreichischen Interessen, meine Damen und Herren, das wird aber nicht so definiert, dass man sich anhört, was die Bevölkerung will (Abg. Mag. Mainoni: Sondern was der Voggenhuber sagt!), sondern die Regierung geht ins Hinterzimmer und definiert diese für sich selbst – am deutlichsten sichtbar natürlich am aktuellen Beispiel der Sicherheitspolitik und der Diskussion über das Treffen von Neapel!
Abg. Mag. Mainoni: Sondern was der Voggenhuber sagt!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben vom Herrn Bundeskanzler, vom Herrn Kollegen Scheibner sehr viel über die österreichischen Interessen gehört. (Ruf bei der ÖVP: Von Cap nichts!) Die österreichischen Interessen, meine Damen und Herren, das wird aber nicht so definiert, dass man sich anhört, was die Bevölkerung will (Abg. Mag. Mainoni: Sondern was der Voggenhuber sagt!), sondern die Regierung geht ins Hinterzimmer und definiert diese für sich selbst – am deutlichsten sichtbar natürlich am aktuellen Beispiel der Sicherheitspolitik und der Diskussion über das Treffen von Neapel!
Beifall bei den Grünen.
Österreichisches Interesse ist es offensichtlich aus dem Blickwinkel der Regierung, dass Österreich möglichst schnell an einem Militärbündnis teilnimmt, das keine Abgrenzung zur NATO schafft. Das ist die Wahrheit, und das muss die Bevölkerung auch wissen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich weiß schon, warum Sie das tun. Die Zustimmung zur österreichischen Neutralität in der Bevölkerung ist sehr hoch, und Sie wollen auf Teufel komm’ raus vermeiden, dass öffentlich darüber diskutiert wird, dass Sie diese Neutralität loswerden wollen, dass Sie diese Beistandspflicht eingehen wollen, damit Sie endlich die Eurofighter-Beschaffung rechtfertigen können. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Dann haben Sie nämlich die Ausrede, dass das für die europäische Verteidigung notwendig sei. Nach dieser Ausrede suchen Sie, diese Ausrede wollen Sie. Das, meine Damen und Herren, ist ja wohl so offensichtlich, dass wirklich jeder, der sich auch nur in Ansätzen mit dem ganzen Thema beschäftigt, draufkommt. (Abg. Scheibner: Sehr erfrischend, was Sie da bringen!)
Abg. Scheibner: Sehr erfrischend, was Sie da bringen!
Ich weiß schon, warum Sie das tun. Die Zustimmung zur österreichischen Neutralität in der Bevölkerung ist sehr hoch, und Sie wollen auf Teufel komm’ raus vermeiden, dass öffentlich darüber diskutiert wird, dass Sie diese Neutralität loswerden wollen, dass Sie diese Beistandspflicht eingehen wollen, damit Sie endlich die Eurofighter-Beschaffung rechtfertigen können. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Dann haben Sie nämlich die Ausrede, dass das für die europäische Verteidigung notwendig sei. Nach dieser Ausrede suchen Sie, diese Ausrede wollen Sie. Das, meine Damen und Herren, ist ja wohl so offensichtlich, dass wirklich jeder, der sich auch nur in Ansätzen mit dem ganzen Thema beschäftigt, draufkommt. (Abg. Scheibner: Sehr erfrischend, was Sie da bringen!)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Aber es geht nicht nur um diese Frage. Das reiht sich so richtig ein in die Tradition der Regierungsvertreter in den Regierungskonferenzen seit dem Entwurf des Konvents. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Wenn man sich ansieht, was Sie als österreichisches Interesse in die Diskussion im Konvent einbringen, so kann man einen roten Faden finden, und der lautet: Demokratie raus – Regierung rein, nämlich Regierung rein in der Form, dass nur die Regierung – und nur sie! – definiert, was das Interesse Österreichs ist!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Immer dann, wenn es um konkrete Interessen der österreichischen Bevölkerung geht, ist diese Regierung nicht bereit, sich einzusetzen, das notwendige Lobbying zu stellen, ist auf einmal zu viel Gegnerschaft da. Wenn es um Demokratie raus, Regierung rein geht, kämpfen Sie bis zum Schluss. – Leider, das ist eine negative Bilanz. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Beispiel Transitvertrag: Wir alle sind froh darüber, dass im Zusammenhang mit der Gleichberechtigung aller Staaten offensichtlich die Chance besteht, dass jedes Land einen Kommissar stellt. Dann hören wir von Herrn Cap: Wo war Kommissar Fischler? Was hat er in der Transitfrage für Österreich getan? – Das ist die falsche Fragestellung. Nicht: Was hat die Kommission getan, was hat der zuständige Kommissar, in diesem Fall Kommissarin De Palacio, gemacht?, war zu hinterfragen, sondern: Was hat das Europäische Parlament gemacht? Und daher lautet die Fragestellung, und das haben wir schon in einer der letzten Dringlichen Anfragen hier erörtert und besprochen: Wo waren die Grünen? Warum haben sie zumindest die einfache Mehrheit verhindert, dass wir die österreichische Position entsprechend wahrnehmen konnten? (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei den Grünen: Das stimmt ja nicht!
Meine Damen und Herren! Ebenso – Sie sagen es zwar immer wieder, Herr Cap, aber es ist einfach falsch; wir legen Wert darauf –: Österreich hat seine Position mit den 108 Prozent bei den Ökopunkten nie aufgegeben. Das ist anhand der Protokolle eindeutig nachvollziehbar, das kommt von der Kommission. Österreich, insbesondere die Frau Außenministerin, hat hier immer die Linie gehalten. (Rufe bei den Grünen: Das stimmt ja nicht!) – Lest es nach, ich habe die Texte da! (Abg. Mag. Wurm: Schwindel, Schwindel, Schwindel! Nicht schon wieder Schwindel!)
Abg. Mag. Wurm: Schwindel, Schwindel, Schwindel! Nicht schon wieder Schwindel!
Meine Damen und Herren! Ebenso – Sie sagen es zwar immer wieder, Herr Cap, aber es ist einfach falsch; wir legen Wert darauf –: Österreich hat seine Position mit den 108 Prozent bei den Ökopunkten nie aufgegeben. Das ist anhand der Protokolle eindeutig nachvollziehbar, das kommt von der Kommission. Österreich, insbesondere die Frau Außenministerin, hat hier immer die Linie gehalten. (Rufe bei den Grünen: Das stimmt ja nicht!) – Lest es nach, ich habe die Texte da! (Abg. Mag. Wurm: Schwindel, Schwindel, Schwindel! Nicht schon wieder Schwindel!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir begrüßen insbesondere, dass die Elemente der repräsentativen Demokratie und auch die Elemente der Partizipation entsprechend in den Mittelpunkt gerückt werden. Sie haben mangelnde Bürgernähe beklagt. Gerade dem wird mit den Elementen der Partizipation, hier auch mit der Stärkung des EWSA, mit der Stärkung der Zivilgesellschaft, durchaus Rechnung getragen. Auch der soziale Dialog ist entsprechend gestärkt. – Ich meine daher, diesbezüglich sind wir durchaus auf dem richtigen Weg. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Zusammenfassend: Die Diskussion ist in Bewegung. Wir haben für die nächste Regierungskonferenz solide Entscheidungsgrundlagen in Brüssel. Österreich hat – und dafür danken wir unseren Verhandlern – einen Weg der konstruktiven Mitgestaltung aufgenommen. Und somit wird die erweiterte Union nach klaren Handlungsprinzipien agieren können. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Diese und andere Sager und das Scheitern der Transitproblematik sind dramatische Beispiele für das Befinden der österreichischen Innen- und Außenpolitik und sind dramatische Beispiele auch dafür, was dieser Bundeskanzler an Reputation der Republik Österreich verjuxt und verspielt (Beifall bei der SPÖ), Beispiele für eine Politik des Nichtverhandelns, des Diktierens statt Regierens, des Drüberfahrens, wie Panzer über die Interessen der Menschen, Beispiele für eine Politik nach dem Motto: Koste es, was es wolle! Koste es 298 000 arbeitslose Menschen, koste es die Zertrümmerung der ÖBB, koste es das Verjuxen, das Verschleudern von Staatseigentum, dem Eigentum aller Österreicher und Österreicherinnen, zu
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Was diesen Bundeskanzler mit dem derzeit noch Landeshauptmann von Kärnten verbindet, ist, dass beide fahrlässig und wissentlich den vormals international anerkannten, renommierten Ruf der Republik Österreich nicht nur aufs Spiel gesetzt, sondern zerstört haben. Das verbindet diese beiden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Sie haben den österreichischen Ruf zerstört, weil Seriosität und Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit geopfert wurden, nämlich geopfert der eitlen Selbstinszenierung eines Bundeskanzlers und seines Schattenkanzlers in Kärnten. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Themaverfehlung! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Der Herr Bundeskanzler und der Herr Landeshauptmann von Kärnten verwechseln nämlich internationale Verhandlungen auf internationalem Parkett mit einer Poker-Runde. Herr Bundeskanzler, Pokerspieler sind keine Bündnispartner! Herr Bundeskanzler, Pokerspieler haben nicht zuerst die Interessen der Menschen des eigenen Landes im Auge, Pokerspieler sind fahrlässige Abenteurer! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Themaverfehlung! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: „Dieser“ Vizekanzler! Gibt es einen anderen auch noch, Frau Kollegin?
In Richtung Kärntner Landeshauptmann meint dieser Vizekanzler (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: „Dieser“ Vizekanzler! Gibt es einen anderen auch noch, Frau Kollegin?) – hören Sie zu! –, bisher sei man mit der so genannten Vetopolitik nicht sehr erfolgreich gewesen. – O-Ton Vizekanzler Gorbach.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Das ist erst morgen! Das Thema ist erst morgen!
Dringende Infrastrukturmaßnahmen, die von Ihnen immer wieder eingeforderten Hausaufgaben voranzutreiben, den Ausbau der Bahn voranzutreiben, das haben Sie verabsäumt. Dafür werden Sie morgen die Struktur der einzigen Alternative, Schiene statt Verkehrslawine, zerstören und kaputtmachen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Das ist erst morgen! Das Thema ist erst morgen!)
Abg. Scheibner: Dafür wird die Koralmbahn gebaut!
Der Semmering-Basistunnel fiel dem ÖVP-Veto des Kollegen Pröll zum Opfer. Das gleiche Schicksal – allerdings nicht auf Grund der Vetopolitik – widerfährt dem Brenner-Basistunnel. (Abg. Scheibner: Dafür wird die Koralmbahn gebaut!) Das bedeutet, dass damit wesentliche Elemente zur Sicherung der Wirtschaftsstandorte Steiermark und Kärnten fehlen und es auch keine Antwort auf die auf uns zukommende Transitlawine gibt.
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Kollegen und teilweise nicht geschätzte Kollegen! Die Wahrheit ist – und diese ist auch dem Herrn Bundeskanzler zuzumuten –: So viel Fahrlässigkeit, so viel Eitelkeit und so viel Pokerspiel haben sich die Menschen in Österreich nicht verdient. Ein Politiker mit Anstand, mit einem Rest von Anstand würde das Scheitern eingestehen und gehen. – Herr Bundeskanzler, Ihnen fehlen Selbstkritik und der Rest von Anstand! (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Trunk, wissen Sie, was ich an Jörg Haider wirklich bewundere? – Die Tatsache, dass er es schafft, in jeder Debatte dabei zu sein. Ich gratuliere ihm dazu! (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Der Europäische Konvent hat Vorschläge dazu gemacht, wie die neue Verfassung der Union aussehen soll. Diese Vorschläge haben wir auch im Hohen Haus und im EU-Hauptausschuss, glaube ich, ausreichend debattiert. Bezüglich der Vorgangsweise wäre es nach den Vorstellungen der SPÖ und der Grünen so gewesen, dass die österreichische Bundesregierung in der Regierungskonferenz gar nicht verhandelt hätte. Nach Ihren Vorstellungen hätte die österreichische Bundesregierung dort Ja und Amen gesagt zu dem Entwurf, den der Konvent erarbeitet hat. – Dieses Spiel, meine Damen und Herren, haben die Regierungsparteien und die Regierungsmitglieder nicht mitgemacht, und ich bin zutiefst froh darüber. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Reheis: Was haben Sie bewegen können? – Abg. Mag. Wurm: ... erst seit drei Jahren!
einbringen. Und man sieht auch, wenn wir die Transitproblematik betrachten, wie wichtig es ist, sich rechtzeitig einzubringen in diese wichtigen Entscheidungen. Das wurde bisher leider vielfach versäumt – auch von SPÖ-Verkehrsministern, meine Damen und Herren von den Oppositionsparteien! (Abg. Reheis: Was haben Sie bewegen können? – Abg. Mag. Wurm: ... erst seit drei Jahren!)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Lobbying begann nicht erst vor drei Jahren, Frau Kollegin. Lobbying hätten wir seit zehn Jahren betreiben müssen! Es waren Ihre Verkehrsminister, die das versäumt haben. Aber darauf will ich jetzt nicht eingehen, das diskutieren wir dann an anderer Stelle. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie brauchen hier auch nicht so zu tun, als gäbe es noch die Neutralität des Jahres 1955, meine Damen und Herren – vor allem Sie, Herr Präsident Fischer – von der SPÖ. Die Neutralität des Jahres 1955, die immer währende Neutralität, ist mit dem Beschluss des Verfassungsartikels 23f aufgehoben. Das ist nicht mehr eine immer währende Neutralität, wenn ein Land sich entscheiden kann, ob es bei einem Kampfeinsatz mitmacht oder nicht. Das Hauptcharakteristikum der immer währenden Neutralität, meine Damen und Herren, ist, dass sich ein Land nicht entscheiden kann, sondern von vornherein nirgends mitmacht. Und das ist nicht mehr der Fall. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Das rote Lämpchen beim Rednerpult blinkt. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Deshalb ist das, was Sie jetzt verschämt als eine Rest-Neutralität bezeichnen, meine Damen und Herren von der SPÖ, nur mehr ein politisches Vehikel für Sie. (Das rote Lämpchen beim Rednerpult blinkt. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich sage Ihnen aber, auch in dieser schwierigen Frage wird diese Bundesregierung Klarheit schaffen, und wenn es zu essentiellen Formulierungen auch in diesem Verfassungsvertrag kommt, dann wird selbstverständlich das österreichische Volk dazu zu befragen sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Da gab es mehrere Anlassfälle: Einer war die Entmachtung des Parlaments, geplant und schriftlich festgehalten von den europäischen Finanzministern im so genannten Tremonti-Papier, und jetzt gibt es wieder ein Papier, in dem es darum geht, die europäische Sicherheitspolitik nicht auf eine demokratische Basis zu stellen, sondern ausschließlich den Ministern und den Regierungen zu überantworten. – Und das ist genau die falsche Richtung! Das ist genau das Gegenteil von dem Geist, den eigentlich der Europäische Verfassungskonvent umzusetzen versucht hat, nämlich ein Europa der Bürgerinnen und Bürger. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, was der große Erfolg dabei ist, dass jedes Land einen Kommissar stellt. Ich glaube nicht, dass Demokratie und Mitsprache und Transparenz davon abhängen, dass Österreich einen Kommissar entsenden kann. Das ist ein sehr großes Missverständnis! Da geht es vielleicht um eine Position, die die Bundesregierung besetzen kann, aber inhaltlich, was Mitsprache, Partizipation, Aufwertung der Bürgerin und des Bürgers betrifft, hat das überhaupt keine Bedeutung. Ich hätte mir gewünscht, dass Sie in diesen Nachverhandlungen, wenn sie schon unbedingt sein mussten, Ihre Kräfte und Ihre Energien sehr viel mehr für die Stärkung der BürgerInnenrechte verwendet hätten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich frage mich, was diese „Modifikation“– so bezeichnet von ÖVP-PolitikerInnen – eigentlich bedeutet. Herr Bundeskanzler! Ich würde Sie wirklich dringend bitten: Wenn Sie heute schon von Offenheit und Ehrlichkeit gesprochen haben, dann sprechen Sie auch aus, dass Sie am 12. und 13. Dezember tatsächlich den Schlussstrich unter die österreichische Neutralität setzen werden! Haben Sie den Mut, das auch offen zu diskutieren! Haben Sie auch den Mut, zu sagen: Gut, dann soll die österreichische Bevölkerung auch darüber befinden, und dann machen wir auch eine Volksabstimmung über den Verfassungsvertrag und all die Rechte und Pflichten, die darin verankert sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich wünschte mir mehr Energie für die inhaltliche Gestaltung Europas, für eine Orientierung Anti-Atom, für einen Atomausstieg und eine ordentliche Verkehrspolitik – statt Energie für institutionelle Fragen, etwa wie viele Posten die Bundesregierung in Zukunft in Brüssel beschicken kann. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall. – Abgeordnete der ÖVP halten Tafeln mit dem Wort „Willkommen“ in der jeweiligen Landessprache der betreffenden zehn EU-Länder in die Höhe.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir sagen heute ja zur Erweiterung der Europäischen Union um zehn Länder, und wir sagen heute „Willkommen!“, meine sehr geehrten Damen und Herren, „Willkommen!“ zu diesen zehn neuen Partnern in der Europäischen Union! (Allgemeiner Beifall. – Abgeordnete der ÖVP halten Tafeln mit dem Wort „Willkommen“ in der jeweiligen Landessprache der betreffenden zehn EU-Länder in die Höhe.)
Die Angesprochenen, die sich auf der Galerie befinden, werden mit allgemeinem Beifall begrüßt.
Wir sagen in vollem Respekt „Willkommen!“ zu diesen zehn neuen wertvollen und wichtigen Partnern in der Europäischen Union, und stellvertretend möchte ich auch die Exzellenzen und Vertreter dieser zehn neuen Partnerländer begrüßen, die uns heute bei dieser Diskussion, bei dieser ganz wesentlichen Debatte und Entscheidung begleiten. Herzlich willkommen! (Die Angesprochenen, die sich auf der Galerie befinden, werden mit allgemeinem Beifall begrüßt.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Nach diesen wenigen Jahrzehnten – eigentlich eine kurze Phase in der Geschichte dieses Kontinents, aber eine Phase, die dramatische Folgen für Millionen von Menschen auf diesem Kontinent gehabt hat – können wir heute ein neues Kapitel der europäischen Einigung aufschlagen (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), einer europäischen Einigung, die eigentlich ganz zentrale und wichtige Antworten gibt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese europäische Einigung wurde in den fünfziger Jahren nach diesen dramatischen Ereignissen des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs und der Teilung dieses Kontinents als Antwort gesucht und gefunden. Mir ist es so wichtig, das auch an einem Tag wie heute zu betonen, weil es immer notwendig ist, zu den Wurzeln zurückzugehen. Verantwortliche Staatsmänner und -frauen haben damals eine Überlegung, die sehr einfach ist, angestellt und gesagt: Wenn wir eine wirtschaftliche Verflechtung zwischen den verfeindeten Nationen auf diesem Kontinent zustande bringen, dann kann mit dieser wirtschaftlichen Verflechtung ein ganz entscheidender Beitrag zu dem Wunsch geleistet werden: Nie wieder Krieg in Europa! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen, der SPÖ und der Grünen.
Aber was schließen wir daraus? – Mir ist das so wichtig, auch an einem Tag wie heute zu betonen: Die Idee der europäischen Einigung ist stärker als Nationalismus. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen, der SPÖ und der Grünen.) Die Idee der europäischen Einigung ist stärker als menschenverachtende Ideologien wie beispielsweise der Nationalsozialismus. Die europäische Einigung ist stärker als undemokratische Regime und Systeme, wie sie der Kommunismus über Jahrzehnte in Europa errichtet hatte. Das ist die wichtigste Botschaft, meine Damen und Herren: Die europäische Einigung ist stärker als alles Menschenverachtende, das wir auf diesem Kontinent erlebt haben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.
Aber was schließen wir daraus? – Mir ist das so wichtig, auch an einem Tag wie heute zu betonen: Die Idee der europäischen Einigung ist stärker als Nationalismus. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen, der SPÖ und der Grünen.) Die Idee der europäischen Einigung ist stärker als menschenverachtende Ideologien wie beispielsweise der Nationalsozialismus. Die europäische Einigung ist stärker als undemokratische Regime und Systeme, wie sie der Kommunismus über Jahrzehnte in Europa errichtet hatte. Das ist die wichtigste Botschaft, meine Damen und Herren: Die europäische Einigung ist stärker als alles Menschenverachtende, das wir auf diesem Kontinent erlebt haben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist auch der Grund, warum wir von der Österreichischen Volkspartei diese europäische Einigung immer als zentralen Bestandteil unseres politischen Wollens und unseres politischen Wirkens gesehen haben. Es war im Jahr 1956 bei einem Parteitag der ÖVP, als Leopold Figl die europäische Einigung und die Mitgliedschaft Österreichs als Zukunftsvision für Österreich angesprochen hat. Es war im Jahr 1986 Alois Mock, der mit dem Eintritt der Österreichischen Volkspartei in die Bundesregierung die Wieche auf Mitgliedschaft bei der Europäischen Union für unser Österreich gestellt hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin Bundeskanzler Schüssel und Außenministerin Ferrero-Waldner dankbar dafür, dass sie genau auf dieser europäischen Vision die österreichischen Positionen in den Regierungskonferenzen so klar vertreten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
plätze gesichert und neue Arbeitsplätze geschaffen haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das heißt, es ist auch nicht das Ende von Diskussionen. Ganz im Gegenteil: Wir brauchen selbstverständlich auch in dieser erweiterten Union den Gedanken der regionalen Partnerschaft, entwickelt von Benita Ferrero-Waldner, die die Interessen auch in der Europäischen Union bündelt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich gehe davon aus, wir gehen davon aus, dass etwa das Abkommen von Brüssel über die nukleare Sicherheit selbstverständlich gilt und auf Punkt und Beistrich erfüllt werden muss, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und ich halte fest, dass historisches Unrecht auch als solches bezeichnet werden muss, beseitigt werden muss und durch menschenrechtskonforme Lösungen ersetzt werden muss. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber – das sei auch klar gesagt – die Österreichische Volkspartei ist der Meinung, dass genau diese Fragestellungen und genau diese Projekte und Zielsetzungen mit gleichberechtigten Partnern in einer größeren Europäischen Union besser lösbar sind, als wenn diese Länder und damit auch diese Probleme vor der Türe draußen blieben. Nein, wir machen die Türen auf, wir sagen ja zur Erweiterung, wir sagen willkommen zu diesen neuen Partnern. Es liegt in unserer Hand, meine Damen und Herren, dass wir aus diesem europäischen Einigungsprozess für die Zukunft genau jene Chancen verwirklichen, die drinnen liegen, nämlich Lebenschancen für unser Land. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Das ist ein ganz wichtiges Ereignis. Ich bekenne mich voll und ganz zu diesem historischen Beschluss und freue mich, dass er in diesem Haus mit außerordentlich großer Mehrheit gefasst werden wird. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Und da ist ein ehrliches Wort des Dankes an alle, die da mitgearbeitet haben und das zustande gebracht haben, meines Erachtens angebracht. Ich spreche dieses Danke aus. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Daher ist mein Hauptargument das, dass die Europäische Union, der europäische Zusammenschluss, die Erweiterung ein Friedensprojekt ist. Die Philosophie des Krieges wird abgelöst durch eine Architektur des Friedens. Und die Erweiterung der Europäischen Union ist eine Erweiterung der Zone des Friedens. Das ist das stärkste Argument, und dieses Argument wollen wir hinaustragen in die Bevölkerung und in die Öffentlichkeit. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich möchte nicht nur die historische Dimension beleuchten, sondern auch sagen, dass wir auch die soziale Dimension in den Vordergrund rücken müssen, dass es gute Vorschläge von den Gewerkschaften, von Sozialpolitikern, von Regierungschefs, von Regierungsmitgliedern gibt, dass dieses Projekt dann leben, gedeihen und blühen wird, wenn wir den sozialen Zusammenhalt ernst nehmen, wenn wir den Menschen nicht nur als Kostenfaktor auf zwei Beinen betrachten, sondern sagen: Eine Gesellschaft, die funktionieren soll, die akzeptiert werden soll, muss auch eine soziale Gesellschaft sein. Und dem fühlen wir uns in besonderer Weise verbunden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Das ist legitim und richtig, und das erwartet auch die Bevölkerung von uns – das gilt meines Erachtens auch für die Sicherheitspolitik. Es kann auch in Fragen der Sicherheitspolitik, der Sicherheitsarchitektur und der Sicherheitszusammenarbeit nicht sein, dass die drei größten NATO-Staaten, Großbritannien, Deutschland und Frankreich, einen Text auf den Tisch legen und Österreich Ja und Amen dazu sagt. Das ist nicht möglich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) – Wenn Sie wollen, sage ich: Das wäre nicht möglich, wenn es versucht werden würde.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das ist der Auftrag oder das Ziel, das wir uns setzen müssen, wenn wir unsere Verfassung ernst nehmen – und das tun wir alle ganz sicher. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir brauchen eine solidarische Sicherheitspolitik, die von allen 15 Staaten mit ihren Interessen und in weiterer Folge von allen 25 Staaten mit ihren Interessen und mit ihren Verfassungsordnungen mitgetragen werden kann. Das möchte ich zu diesem Thema doch recht deutlich sagen, und ich hoffe auf Verhandlungen und auf Zusammenarbeit auch mit unseren Freunden in Schweden, Finnland und Irland, um einen vernünftigen gemeinsamen Nenner zu erzielen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! In diesem Sinne und im Bewusstsein, dass es noch Probleme gibt, dass wir uns anstrengen müssen, aber vertrauend auf die großen Chancen, die es gibt, auf die großen Chancen, die im Prozess des Zusammenwachsens Europas liegen, auf die großen Chancen, den sozialen Zusammenhalt in Europa zu festigen, und auf die großen Chancen, die wir im Bereich unserer Sicherheit haben, heißen wir die zehn neuen Mitgliedstaaten der Europäischen Union auch von dieser Stelle aus sehr, sehr herzlich willkommen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir können, glaube ich, der österreichischen Bevölkerung versprechen, dass wir in unseren Anstrengungen nicht erlahmen werden, dass der Integrationsprozess erfolgreich verläuft, und wir bieten den neuen Staaten eine wirklich faire Partnerschaft an und wünschen dem gemeinsamen europäischen Projekt gemeinsame Erfolge und eine friedliche Zukunft! – Danke. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Eine der Erfolgsgeschichten der europäischen Integration nach den schrecklichen Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges ist es wohl, dass innerhalb der Europäischen Union, dieser Europäischen Gemeinschaft, Kriege, militärische Auseinandersetzungen unmöglich geworden sind, und zwar auf Dauer unmöglich geworden sind, dass es nicht mehr irgendwelche Bündnisabsprachen auf Zeit sind, sondern auf Dauer ein Signal gesetzt wird, dass die Mitgliedsländer der Europäischen Union ihre Konflikte auf friedlicher Ebene austragen und dass man gemeinsam aufbaut – und nicht gegenseitig zerstört! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn es darum geht, diese Union demokratisch zu machen, als Vertretung der Anliegen und Interessen der Menschen in diesem Land, haben wir also noch einen sehr, sehr weiten Weg zu gehen, um die Vision des Europas für die Menschen, für die Bürger umzusetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
900 000 Unterschriften unter das Volksbegehren gegen Temelin sind auch heute ein Auftrag an den österreichischen Nationalrat, dieses Anliegen weiter zu berücksichtigen und zu unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Und wenn hier auch gesagt worden ist – und ich unterstreiche das –, dass die Europäische Union eine Werteunion ist, dann müssen auch an die neuen Beitrittskandidaten diese Werte angelegt werden, das heißt, dass die Menschenrechte von allen Mitgliedsländern der Europäischen Union ohne jeden Kompromiss vorbehaltlos umgesetzt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Sie wissen es, meine Damen und Herren, hier sehen wir Probleme, zumindest bei einem Beitrittskandidatenland. Wir halten es für einen Widerspruch zu diesen Kriterien der Menschenrechte, zu den Kriterien der Kopenhagener Beschlüsse, dass die Tschechische Republik nach wie vor mit den Beneš-Dekreten und den Amnestiegesetzen Rechtsbestände in ihrer Rechtsordnung hat, die die Grundlage und die Rechtfertigung für die Ermordung und Vertreibung von hunderttausenden unschuldigen Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen sind. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Hier geht es nicht darum, gegen ein Land zu argumentieren. Hier geht es nicht darum, gegen die Menschen in diesem Land zu argumentieren, sondern hier geht es nur darum, zu sagen: Ihr seid willkommen, aber ihr müsst die Kriterien, die wir an diese Menschenrechtsstandards anlegen, auch erfüllen. Es kann doch für ein demokratisches Land nicht schwierig sein, zu sagen – so, wie wir das gemacht haben für die Zeiten, für die wir auch Mitverantwortung haben und die sehr dunkle Zeiten in diesem Jahrhundert gewesen sind –: Ja, das war Unrecht, und wir heben diese Bestände, die dieses Unrecht sanktioniert haben, auf! Wir ziehen einen Schlussstrich und schaffen damit eine Grundlage für ein gemeinsames demokratisches Zusammenleben der Staaten auch in dieser Region. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ein kleines Beispiel ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Herr Kollege, an dieser Stelle sollte man Zwischenrufe vermeiden! – Ein kleines Beispiel, das zeigt, was damals passiert ist. Heute, Herr Kollege, sollten wir alle sagen: So, wie es Nazi-Greuel gegeben hat, so, wie es Greuel vor und nach dem Zweiten Weltkrieg gegeben hat, war auch das Unrecht, einer Mutter die ärztliche Hilfe für ihr krankes Kind zu verweigern, nur weil sie Deutsche ist. Nicht mehr verlangen wir.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Dieses gemeinsame Europa hat eine Chance, aber nur dann, wenn wir nicht mit Augenzwinkern die Nichterfüllung von Kriterien verfolgen, sondern beachten, dass diese Vision eines gemeinsamen, geeinten und friedlichen Europas und des Zusammenlebens der Völker in Frieden auf den Grundsätzen von Menschenrechten basiert. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist aber ein merkwürdiger Vergleich, Herr Kollege! Das ist wirklich unter Ihrem Niveau! Das entspricht nicht Ihrem Niveau!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Scheibner, die Verweigerung ärztlicher Hilfe für das Kind einer Mutter ist zweifellos nicht vereinbar mit den Bürger- und Menschenrechten, aber mir wäre wohler, wenn eine solche Kritik geäußert würde und wir in Österreich nicht gleichzeitig auch Familien auf die Straße stellen täten – ohne Obdach, ohne Unterkunft, ohne Unterstützung in laufenden Asylverfahren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist aber ein merkwürdiger Vergleich, Herr Kollege! Das ist wirklich unter Ihrem Niveau! Das entspricht nicht Ihrem Niveau!) – Mein Niveau lassen wir einmal dahingestellt, Herr Kollege Scheibner.
Beifall bei den Grünen.
Wir sprechen natürlich über die Ratifizierung der Verträge mit den neuen Beitrittsländern, und in diesem Punkt schließe ich mich Wilhelm Molterer und Heinz Fischer an: Es ist ein großer Tag in der Geschichte des Parlaments, in der österreichischen Geschichte, in der europäischen Geschichte. Ja, es ist wahr, diese Ratifizierung ist ein großer Tag! Die Erweiterung der EU-15 auf 25 ist in ihrer historischen Bedeutung kaum zu überschätzen. (Beifall bei den Grünen.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Grünen waren von Anfang an glühende Befürworter der Erweiterung der Union, und ich glaube, wir waren auch mit die Ersten ... (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Na sicher! (Ruf bei der ÖVP: Ein kurzes Gedächtnis! – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Sie haben ja dagegengestimmt! – Staatssekretär Mag. Schweitzer: Petrovic, Voggenhuber!) Entschuldigung, ich spreche von der Erweiterung der Europäischen Union! Ich spreche nicht vom Jahr 1994 – im Übrigen ein Jahr, in dem ich noch nicht im Parlament war. In der Beziehung haben die Grünen sehr rasch gelernt.
Ruf bei der ÖVP: Ein kurzes Gedächtnis! – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Sie haben ja dagegengestimmt! – Staatssekretär Mag. Schweitzer: Petrovic, Voggenhuber!
Die Grünen waren von Anfang an glühende Befürworter der Erweiterung der Union, und ich glaube, wir waren auch mit die Ersten ... (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Na sicher! (Ruf bei der ÖVP: Ein kurzes Gedächtnis! – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Sie haben ja dagegengestimmt! – Staatssekretär Mag. Schweitzer: Petrovic, Voggenhuber!) Entschuldigung, ich spreche von der Erweiterung der Europäischen Union! Ich spreche nicht vom Jahr 1994 – im Übrigen ein Jahr, in dem ich noch nicht im Parlament war. In der Beziehung haben die Grünen sehr rasch gelernt.
Beifall bei den Grünen.
Noch ist die Sache nicht ausgestanden. Noch sind Mazedonien, Serbien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Albanien nicht Mitglied der Europäischen Union, und hier, glaube ich, werden wir den Schwerpunkt zu setzen haben in der Außenpolitik, in der Unterstützung, auch nicht zuletzt der finanziellen Unterstützung in den nächsten Jahren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir werden nicht das Problem haben, „überfremdet“ zu werden, um in Ihrer Terminologie zu sprechen. Ganz im Gegenteil: Wir werden in zehn Jahren das Problem haben, dass wir zu wenig Zuwanderinnen und Zuwanderer für die Befriedigung unserer wirtschaftlichen Bedürfnisse bekommen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das wäre ein falsches Signal!
Ich hoffe nach wie vor, auch wenn Kollege Scheibner mich vorhin eines anderen belehrt hat, ich würde bis zur letzten Sekunde hoffen und erwarten, aber zumindest hoffen, dass es heute eine einstimmige Entscheidung in der Frage der Erweiterung gibt. (Abg. Scheibner: Das wäre ein falsches Signal!) Ich verstehe nicht, warum zwei
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Lopatka: Haben Sie Voggenhuber verstanden? – Abg. Scheibner: Sie haben überhaupt nicht zugehört!
Abgeordnete der FPÖ sich hier verweigern. Ich kann nicht glauben, dass es hier um etwas anderes geht als nach wie vor um das Beharren auf antitschechischen Ressentiments. Ich bedaure das zutiefst. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Lopatka: Haben Sie Voggenhuber verstanden? – Abg. Scheibner: Sie haben überhaupt nicht zugehört!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Für Österreich sind sie recht gut!
Warum will sich trotz des historischen Tages, warum will sich trotz dieser historischen Bedeutung dieser Entscheidung eine rechte Begeisterung, eine große Euphorie nicht einstellen? Ich glaube, das hängt in erster Linie zusammen mit dem Zustand, mit der Situation innerhalb der EU-15, der bisherigen Klubmitglieder. Wir schlittern nun in das vierte Jahr einer schwachen Konjunkturlage, und die OECD-Prognosen für 2004/2005 sind alles andere als beruhigend: 2004 1,8 Prozent reales Wachstum für die Euro-Zone insgesamt. Das wird nicht reichen, um die Arbeitslosigkeit sozusagen automatisch zu senken. Die Prognosewerte für Deutschland, Frankreich und Italien sind noch etwas niedriger. (Abg. Dr. Mitterlehner: Für Österreich sind sie recht gut!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Im Verhältnis!
Herr Kollege! Recht gut – alles, was unter 2,5 Prozent liegt (Abg. Dr. Mitterlehner: Im Verhältnis!), bei den zu erwartenden Produktivitätszuwächsen in der Industrie, im Gewerbe, im Dienstleistungssektor, kann mich nicht zufrieden stellen. Wenn Sie das zufrieden stellt, muss ich das zur Kenntnis nehmen. Mich stellt das mit Sicherheit nicht zufrieden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Kollege! Recht gut – alles, was unter 2,5 Prozent liegt (Abg. Dr. Mitterlehner: Im Verhältnis!), bei den zu erwartenden Produktivitätszuwächsen in der Industrie, im Gewerbe, im Dienstleistungssektor, kann mich nicht zufrieden stellen. Wenn Sie das zufrieden stellt, muss ich das zur Kenntnis nehmen. Mich stellt das mit Sicherheit nicht zufrieden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es ist gut, dass der Stabilitätspakt hin ist. In einer Währungsunion, wo die Zinspolitik und die Wechselkurspolitik der nationalen Autonomie entzogen sind, braucht man in der Fiskalpolitik nicht weniger Flexibilität, sondern mehr. Und das muss sich einmal in den Köpfen unserer Politiker festsetzen, dass wir eine Reform des Stabilitätspaktes brauchen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Aber die Art, wie der Stabilitätspakt zu Grabe getragen wurde, lässt einen schon großes Unbehagen und auch Misstrauen gegenüber der Entwicklung der Union fühlen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn das Schule macht, dass wir Regeln haben, auch auf ganz anderen Gebieten, wo auch immer – es können auch Regeln der Verteidigung sein –, an die sich alle zu halten haben, nur die Großen nicht, dann ist das nicht die europäische Verfassung, die ich mir vorstelle. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Wattaul: Geh, hör auf! – Abg. Dr. Mitterlehner: Eine Beleidigung für alle Frächter!
Die EU hat sich gerade erwiesen als ein Staatenbund, in dem die Frächterlobbies einen Sieg davontragen können, die österreichische und die Frächterlobby der EU-14. (Abg. Wattaul: Geh, hör auf! – Abg. Dr. Mitterlehner: Eine Beleidigung für alle Frächter!) Ich verstehe diese Zwischenrufe nicht. Sie begrüßen das, Herr Kollege Mitterlehner von der ÖVP, dass sich die Frächterlobbies durchgesetzt haben (Abg. Eder: Natürlich!) und jede Transitbegrenzung für LKW, ja eine Verkehrspolitik überhaupt im Grunde genommen unmöglich gemacht werden soll? Das begrüßen Sie? (Abg. Eder: Natürlich!) Das kann doch wohl nicht wahr sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Eder: Natürlich!
Die EU hat sich gerade erwiesen als ein Staatenbund, in dem die Frächterlobbies einen Sieg davontragen können, die österreichische und die Frächterlobby der EU-14. (Abg. Wattaul: Geh, hör auf! – Abg. Dr. Mitterlehner: Eine Beleidigung für alle Frächter!) Ich verstehe diese Zwischenrufe nicht. Sie begrüßen das, Herr Kollege Mitterlehner von der ÖVP, dass sich die Frächterlobbies durchgesetzt haben (Abg. Eder: Natürlich!) und jede Transitbegrenzung für LKW, ja eine Verkehrspolitik überhaupt im Grunde genommen unmöglich gemacht werden soll? Das begrüßen Sie? (Abg. Eder: Natürlich!) Das kann doch wohl nicht wahr sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Eder: Natürlich!
Die EU hat sich gerade erwiesen als ein Staatenbund, in dem die Frächterlobbies einen Sieg davontragen können, die österreichische und die Frächterlobby der EU-14. (Abg. Wattaul: Geh, hör auf! – Abg. Dr. Mitterlehner: Eine Beleidigung für alle Frächter!) Ich verstehe diese Zwischenrufe nicht. Sie begrüßen das, Herr Kollege Mitterlehner von der ÖVP, dass sich die Frächterlobbies durchgesetzt haben (Abg. Eder: Natürlich!) und jede Transitbegrenzung für LKW, ja eine Verkehrspolitik überhaupt im Grunde genommen unmöglich gemacht werden soll? Das begrüßen Sie? (Abg. Eder: Natürlich!) Das kann doch wohl nicht wahr sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die EU hat sich gerade erwiesen als ein Staatenbund, in dem die Frächterlobbies einen Sieg davontragen können, die österreichische und die Frächterlobby der EU-14. (Abg. Wattaul: Geh, hör auf! – Abg. Dr. Mitterlehner: Eine Beleidigung für alle Frächter!) Ich verstehe diese Zwischenrufe nicht. Sie begrüßen das, Herr Kollege Mitterlehner von der ÖVP, dass sich die Frächterlobbies durchgesetzt haben (Abg. Eder: Natürlich!) und jede Transitbegrenzung für LKW, ja eine Verkehrspolitik überhaupt im Grunde genommen unmöglich gemacht werden soll? Das begrüßen Sie? (Abg. Eder: Natürlich!) Das kann doch wohl nicht wahr sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Und was wir gerade auf europäischer Ebene in den Ratsberatungen in Neapel, in Brüssel und so weiter erleben, das kann Sie doch auch nicht wirklich zufrieden stimmen über die Zukunft der EU. Wie ist denn der Konventsentwurf für die europäische Verfassung zustande gekommen? Auf Grund des Unbehagens, des Missbehagens, dass die Vereinbarungen von Nizza keine ausreichende Vorbereitung für die Erweiterung der Union darstellen. So ist das zustande gekommen! Und jetzt machen einzelne Staaten, darunter welche aus der EU-15 und darunter welche aus der EU-10, dem Kreis der Neuen, Bedenken geltend, die darauf hinauslaufen, dass wir wieder bei Nizza enden. Meine Damen und Herren! Das kann nicht der Sinn der Diskussion über die europäische Verfassung sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Sicher!
Fischler hat unserer Meinung nach ausgezeichnete Vorschläge gemacht zur Reform der europäischen Agrarpolitik. Wer hat ihn unterstützt? Österreich vielleicht? Ich habe davon nichts gemerkt. (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Sicher!) Er ist von Österreich genauso sabotiert worden wie von anderen Vertretern in der Europäischen Union. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Fischler hat unserer Meinung nach ausgezeichnete Vorschläge gemacht zur Reform der europäischen Agrarpolitik. Wer hat ihn unterstützt? Österreich vielleicht? Ich habe davon nichts gemerkt. (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Sicher!) Er ist von Österreich genauso sabotiert worden wie von anderen Vertretern in der Europäischen Union. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Das ist unter Ihrem Niveau, Herr Professor!
Wenn nun Frau Ministerin Ferrero-Waldner am Sonntag sagt, die Zuständigkeiten dieser neuen Kommissare sind nicht so wichtig, es könne auch einer für Überschwemmungen zuständig sein, dann würde ich doch vorschlagen: Machen wir zuerst eine Regierungsumbildung in Österreich! Frau Ferrero-Waldner ist herzlich eingeladen, Bundesministerin für Katastrophen zu werden und Brüssel zu zeigen, was das für einen Sinn hat und wie gut das funktioniert. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Das ist unter Ihrem Niveau, Herr Professor!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
dert nichts daran: Willkommen! Und wir hoffen auf Ihre Unterstützung im neuen größeren Europa. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Heute geht es um die Erweiterung, und es ist aus meiner Sicht tatsächlich ein großer Tag für Österreich und für Europa, vor allem aber für die zehn Kandidaten selbst. Ich bin als kleiner Nationalrat 1975 ins Parlament gekommen (Zwischenrufe bei der SPÖ), und mein Wahlkreis ist damals an der tschechischen Grenze gelegen. Wir hatten damals den Eisernen Vorhang, keine florierenden Wirtschafts- und Kulturbeziehungen über die Grenze – das war eigentlich eine echte Sackgasse.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich war dann 1994 in der Verhandlungsdelegation mit Alois Mock, und ich bin der noch verbliebene Zeitzeuge der schwierigen Verhandlungen von damals. Übrigens, dass wir heute den Erweiterungsvertrag mit den Zehn mit einer weitaus höheren Mehrheit ratifizieren als seinerzeit unseren eigenen Erweiterungsvertrag – damals ging es nämlich 141 zu 40 aus –, werte ich als ein ganz großes Symbol auch des Fortschritts an europäischer Gesinnung und Integration, die wir selbst geleistet haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bedenken Sie, dass wir jetzt gleichzeitig – es ist ein Zufall, aber nichts ist wiederum so zufällig – die Vertiefung in einer europäischen Verfassung diskutieren, gleichzeitig die sehr erfolgreiche Euro-Einführung vor wenigen Jahren zu verzeichnen hatten. Herr Professor Van der Bellen, Sie als Ökonom müssten doch wissen, dass dafür ein Stabilitätspakt – ein glaubwürdiger Stabilitätspakt, einer mit Zähnen – eine absolute Voraussetzung war und ist und bleibt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher: Für diese neuen, verbesserten Spielregeln werden wir kämpfen – aber dass es keine geben soll, dafür stehe ich nicht zur Verfügung, Herr Professor! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
verschweigen darf – auch nicht die Geschichte, die vielleicht manchen unangenehm ist und manche nationale brennende Fragen aufwirft. Ich glaube, dass wir das tun müssen, im Interesse dieser Werte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich würde einmal ganz offen sagen: Das sind sehr vernünftige Elemente. Wenn man das zusammenlegen würde, dann traue ich mir zu, wenn man das will, dass man eine gute Lösung zustande bringt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen
Ich möchte an dieser Stelle auch allen sehr herzlich danken, denn daran haben ja viele mitgewirkt, vor allem natürlich unsere Außenministerin, die ja die Gesamtkoordination in diesem Erweiterungsprozess gehabt hat und das mit Klugheit, mit Umsicht und mit großer Zähigkeit und letztlich großem Erfolg zustande gebracht hat. Danke dir und deinem Team (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen), denn
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte der Wirtschaft danken, die in den wenigen Jahren seit dem Fall des Eisernen Vorhangs aus dieser Öffnung der Grenzen eine unglaubliche Erfolgsgeschichte gemacht hat. Und vergessen Sie nicht, dass sich unsere Exporte und Importe in dieser Zeit verdreifacht haben, dass heute, knapp hinter Frankreich, Ungarn bereits unser viertgrößter Handelspartner ist und danach am sechsten Platz bereits die Tschechische Republik gelandet ist, dass wir heute nach Slowenien mehr Waren exportieren können als nach Russland! Daher danke an alle, die daran mitgewirkt haben, dass dieses große Anliegen ein echter politischer, kultureller, friedlicher und wirtschaftlicher Erfolg geworden ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinn danke für die heute zu erwartende Zustimmung! Auf gute Zusammenarbeit mit den neuen Kandidaten! Wir freuen uns auf sie! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Geschichte zu schreiben hat auch sehr viel mit Verantwortung zu tun. Und wie wir aus den Worten des Klubobmannes Scheibner schon gehört haben, hat die FPÖ als Regierungspartei diese Verantwortung auch immer sehr ernst genommen und wird das heute auch im Stimmverhalten demonstrieren. Wir sind nicht etwa gegen die Erweiterung der Europäischen Union und werden das Zusammenrücken, das Zusammenwachsen Europas natürlich nicht behindern und selbstverständlich auch nicht verhindern. Aber die FPÖ wird als Regierungspartei mit Verantwortung weiterhin eine konstruktive, aber nicht unkritische Haltung gegenüber der EU beweisen und auch leben, und zwar im Interesse der Bevölkerung als Teil dieser Union. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Österreich selbst wurde nach dem Fall des Eisernen Vorhangs im Jahre 1989 zu einem Land im Zentrum Europas, und die wirtschaftlichen, sozialen und auch wissenschaftlichen sowie die kulturellen Beziehungen konnten wieder intensiviert werden. Wir sind also ins Herz Europas gerückt, und das macht natürlich diese Herausforderung ganz besonders markant. Ich darf daran erinnern: Vier der neuen Beitrittsländer grenzen an Österreich, 1 300 Kilometer gemeinsame Festlandgrenze – das ist die längste Strecke aller EU-Mitgliedsländer mit den Neuen, das ist ein Weg von Vorarlberg nach Wien und von Wien zurück nach Vorarlberg – und ich weiß, wovon ich spreche, so wie Herr Kollege Kopf, der jetzt grinst. Das ist ein sehr langer Weg! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn ich sage, die Herausforderungen sind vielfältig, dann meine ich natürlich mit den neuen grenzfreien Nachbarn auch die Herausforderungen in wirtschaftlicher Hinsicht. Dass die Slowakei mit 1. Jänner 2004 ein Flat-Tax-Steuersystem einführen wird oder dass andere Beitrittsländer steuerliche Anreize zur Betriebsansiedelung bieten, gemixt mit dort herrschenden niedrigeren Lohnkosten, oder aber dass Bratislava als Flugdestination ausgebaut wird und ein echter Mitbewerber zu Schwechat wird, das sind wirtschaftliche Herausforderungen, die wir als politisch Verantwortliche gut zu beobachten, zu verfolgen und im Sinne vor allem unserer KMUs, unserer Klein- und Mittelbetriebe, aber natürlich auch der Industrie nicht nur zu verfolgen, sondern auf die wir gegebenenfalls auch zu reagieren haben werden. Das scheint mir ganz, ganz wichtig. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Als Verkehrsminister, so meine ich, muss ich das tun, wissend, dass der LKW-Verkehr in Österreich bis zum Jahr 2015 laut Prognose um 70 Prozent zunehmen wird. Ein Drittel davon, so wird geschätzt, wird auf Grund der Ostöffnung entstehen. Das heißt, wir sind gut beraten, wenn wir gerade die umweltfreundlichen Verkehrsträger, wie eben die Schiene, intensiv forcieren und entsprechend grenzüberschreitend vorbereiten. Ich tue das! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Das ist ein Märchen!
Nur einige wenige Zahlen: Für die Infrastrukturoffensive für die Verkehrsträger Schiene und Straße wurden und werden in den Jahren 1999 bis 2006 20 Milliarden € ausgegeben. Sie zeigt auf, dass bis 2010 sogar 32 Milliarden € gut angelegt, gut investiert werden. (Abg. Mag. Kogler: Das ist ein Märchen!)
Abg. Mag. Kogler: Infrastrukturschwindel!
Ich habe darüber hinaus, meine Damen und Herren, vor dem Hintergrund des 1. Mai 2004, vor dem Hintergrund der Beitritte der neuen Länder, veranlasst, dass man Wege sucht, GVP-Projekte, also Generalverkehrsplan-Projekte, gerade im Osten Österreichs rascher umzusetzen. (Abg. Mag. Kogler: Infrastrukturschwindel!) Eine Arbeitsgruppe, die ich im Frühjahr eingesetzt habe, hat deshalb wichtige grenzüberschreitende Projekte im Verkehrsbereich untersucht und hat geprüft, ob private Geldgeber, privates Kapital die Erreichung dieses Zieles beschleunigen können. 2,4 Milliarden €, vier grenzüberschreitende Projekte werden als Ergebnis dieser Arbeitsgruppe
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
schneller als im GVP vorgesehen auf den Weg gebracht. Das kommt unserer Wirtschaft, vor allem aber unserer Bevölkerung, der Integration, dem Zusammenwachsen Europas, dem Größerwerden zugute. Wir werden diese Aufgabe bewältigen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zu den Beneš-Dekreten hat unser Klubobmann Scheibner einiges gesagt. Lassen Sie mich dazu, weil die Redezeit schon wieder zu kurz ist, nur drei Sätze sagen, Herr Präsident: Die Auseinandersetzung mit dem Thema Beneš-Dekrete auf nationaler und europäischer Ebene scheint mir wichtig zu sein, weil einem Land, das in eine Gemeinschaft kommt, in der der Friede als oberstes Ziel, als oberstes Credo genannt wird und heute auch genannt wurde, klar sein muss, dass auch eine klare Stellungnahme zum Unrecht, das damals geschehen ist, abgegeben wird. Das erwarten wir auch weiterhin, insbesondere von einem neuen Mitgliedsland, nämlich der Tschechischen Republik. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
„Die Einheit Europas war ein Traum von wenigen. Sie wurde zur Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für uns alle.“ – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Verehrte Damen und Herren der Bundesregierung! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte ZuschauerInnen! Heute – sehr viele Vorredner haben bereits darauf hingewiesen – ist eine wahrlich historische Stunde. Für mich selber möchte ich sagen, ich bin froh darüber und stolz darauf, heute an diesem Akt mitwirken sowie gerne und mit Überzeugung mein Ja zur Ratifikation der EU-Erweiterung geben zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist aber auch so, dass diese Erweiterung, die ja nicht die erste, sondern die fünfte ist, ein wesentlicher und weiterer Meilenstein zu einem geeinten Europa ist. Das ist nämlich schon eine einzigartige Erweiterungsrunde. Es treten zehn Länder mit insgesamt 74 Millionen Menschen der Europäischen Union bei. Es kommen vor allem die Länder des ehemaligen Ostblocks neu dazu, ehemalige Diktaturen kommen zurück in das gemeinsame Haus Europa. Das ist doch ein Grund zur Freude! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Das wird schon länger – Gott sei Dank seit 1989! – auch den Erweiterungsländern zugestanden, aber sie werden nun Teil von uns. Das ist meiner Meinung nach schlicht und einfach ein Tag der uneingeschränkten Freude. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wissen schon, dass nicht alles immer so einfach ist, Herr Kollege – keine Frage! Wir müssen uns auch weiterentwickeln, aber ich denke, Angst und Melancholie haben eigentlich immer noch sehr wenig gebracht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Erweiterung ist eine logische Entwicklung in Europa, und sie ist vor allem eine Erweiterung der Chancen und die Chance für die Jugend, die in einem friedlichen Mit- und Nebeneinander wahrscheinlich am einfachsten die großen Herausforderungen der Zukunft bewältigen kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die historische Bedeutung des heutigen Tages wurde mit Recht mehrfach unterstrichen, kommt es ja heute durch diesen Beschluss und effektiv am 1. Mai nächsten Jahres nicht, wie heute zu Beginn der Debatte gesagt wurde, zu einer Wiedervereinigung Europas, sondern zum ersten Mal in der Geschichte zu einer Einigung Europas auf demokratischer Basis. Und das ist für mich ein ganz wesentlicher Unterschied. Das, was wir jetzt vollziehen, hat es in der Geschichte dieses Kontinents noch nie vorher gegeben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist der große historische Fortschritt, den es zu begehen gilt, das ist der große Schritt nach vorne, der am 1. Mai nächsten Jahres mit unserer vollen Zustimmung getätigt wird, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Daher gibt es wahrscheinlich so etwas wie die Endgültigkeit der Geschichte auch für Europa nicht, aber es muss unser Ziel sein, diesen wesentlichen Schritt, den wir jetzt zu Frieden und Sicherheit in Europa setzen, möglichst durch unsere Arbeit so zu verstetigen, dass es zu keinem Rückfall in die Philosophie des Krieges der Vergangenheit mehr kommen kann. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Neudeck: „1 000 S“ von Ederer!
Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns diese Bedenken von vielen Teilen der österreichischen Bevölkerung bewusst machen, denn nur dann, wenn wir auf diese Unsicherheiten eingehen, haben wir eine Chance, die demokratische Zustimmung zu gewinnen. Und Sie sollten das nicht so von sich schieben, denn ich erinnere mich noch an die Diskussion, die wir über den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union hatten. (Abg. Neudeck: „1 000 S“ von Ederer!) Gerade die Bauern waren außerordentlich skeptisch – außerordentlich skeptisch! Die Antwort der österreichischen Politik auf die Ängste der Bauern war, einen Europa-Vertrag zu machen, um damit den Bauern Sicherheit zu signalisieren, dass sie auch bei einem Beitritt Österreichs nicht unter die Räder kommen werden.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Jacques Delors hat in diesem Zusammenhang einmal richtig gesagt: Nichts geht gegen die Menschen und nichts bleibt ohne die Institutionen! – Er hat, wie immer, Recht behalten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Dieser Jahrhundertschritt soll andeuten, dass das Jahrhundert der Weltkriege zu Ende ist und wir vielleicht – und wir hoffen es alle – in ein Jahrhundert des Friedens eintreten, und dem soll auch die Zustimmung von uns Freiheitlichen hier dienen. Wir müssen uns aber auch im Klaren sein darüber, dass die Grundlage des Friedens die Gerechtigkeit ist und dass die Gerechtigkeit unteilbar ist und dass auch die historische Gerechtigkeit unteilbar ist. Klubobmann Herbert Scheibner ist darauf, so meine ich, eindrücklich eingegangen und hat klar betont, dass wir auch die Verantwortung für dieses zu Ende gehende furchtbare Jahrhundert der Weltkriege übernehmen müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir Österreicher beziehungsweise gerade diese viel gescholtene schwarz-blaue Bundesregierung hat diese Verantwortung nicht nur anerkannt, sie hat sie auch gelebt und umgesetzt. Ich erinnere Sie an die vielen Gesetze zur Entschädigung und zur Restitution, und genau das erwarten wir auch von anderen: dass sie mit ihrer Vergangenheit ehrlich umgehen und dass die Gerechtigkeit für alle gleich sein soll! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mandak: Das hat er nicht getan!
Wenn Sie, Herr Kollege Van der Bellen, die Zeit der Vertreibung und die Verbrechen die dabei begangen worden sind mit der heutigen Zuwanderungs- und Flüchtlingspolitik vergleichen, dann, glaube ich, verirren Sie sich ein wenig in Ihrem grünen Garten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mandak: Das hat er nicht getan!)
Abg. Mandak: Aufpassen!
Er hat es getan, ich habe ihm genau zugehört und weise das zurück. Ich finde das unpassend! (Abg. Mandak: Aufpassen!)
Abg. Wattaul: So ist es!
Meine Damen und Herren! Wir sollten aber an diesem Tag keine Euphorie aufkommen lassen, sondern wir sollten diesen Tag – und das ist mir auch ganz besonders wichtig – mit Nüchternheit und mit Hausverstand begehen. (Abg. Wattaul: So ist es!) Wir sollten klar erkennen, dass – und da hat Herr Kollege Molterer Recht – die Erweiterung der Europäischen Union für uns und für viele andere eigentlich jetzt erst beginnt, dass das nur die formalen Grundschritte sind, um sie beginnen zu lassen. Jetzt stehen die Herausforderungen, die diese Erweiterung bringen wird, eigentlich erst in ihrer vollen Dimension vor uns, und jetzt erst wird die Politik in ihrer Gesamtheit gefordert sein.
Beifall bei den Freiheitlichen.
sie Interessen hat, in Bezug auf welche erwartet wird, dass sie von der Union respektiert werden und dass auf sie eingegangen wird. Ich glaube, dass das wichtig gewesen ist, und ich kann auch ankündigen, dass wir Freiheitlichen in den nächsten Monaten und Jahren, in welchen diese Erweiterung Wirklichkeit wird, diese Interessen auch weiterhin konsequent vertreten werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit bei den Grünen
Das Gleiche ist auch in der Frage der Atompolitik zu sagen. Auch da ist es Österreich, meine Damen und Herren, das im Wesentlichen mit wenigen Verbündeten innerhalb der Europäischen Union eine klare Antiatompolitik betreibt, und zwar eine Antiatompolitik, zu der zum Beispiel die rot-grüne Regierung in Deutschland nicht fähig ist. Das kleine Österreich macht es mit konsequenter Haltung (ironische Heiterkeit bei den Grünen), und das ist, glaube ich, richtig, und das werden wir auch in Zukunft so tun. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Sie wissen, wer immer dafür gestimmt hat, EURATOM zu behalten!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Sie wissen, wer immer dafür gestimmt hat, EURATOM zu behalten!
Das Gleiche ist auch in der Frage der Atompolitik zu sagen. Auch da ist es Österreich, meine Damen und Herren, das im Wesentlichen mit wenigen Verbündeten innerhalb der Europäischen Union eine klare Antiatompolitik betreibt, und zwar eine Antiatompolitik, zu der zum Beispiel die rot-grüne Regierung in Deutschland nicht fähig ist. Das kleine Österreich macht es mit konsequenter Haltung (ironische Heiterkeit bei den Grünen), und das ist, glaube ich, richtig, und das werden wir auch in Zukunft so tun. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Sie wissen, wer immer dafür gestimmt hat, EURATOM zu behalten!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass es notwendig sein wird, dass die Europäische Union in den nächsten Jahren ihre politische Glaubwürdigkeit lebt, damit die Glaubwürdigkeit auch bei den Menschen der Mitgliedsländer Einkehr hält. Ich glaube auch, dass wir dann, wenn die Europäische Union auch ihre Grenzen erkennt und wenn die Rechte der Staaten und Völker gewahrt bleiben, in eine gute Zukunft gehen können. – Danke sehr. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das alles ist Ihnen kein Anliegen: die Menschenrechte! Für Sie ist Unrecht nicht gleich Unrecht!
Ich habe im letzten halben Jahr gehofft, dass die nationalistischen Misstöne, und zwar vor allem jene gegen Tschechien, die von Seiten der Freiheitlichen immer wieder gekommen sind, endgültig der Vergangenheit angehören. Leider sind sie noch immer da und wurden heute erneut laut. (Abg. Scheibner: Das alles ist Ihnen kein Anliegen: die Menschenrechte! Für Sie ist Unrecht nicht gleich Unrecht!) Es wird zwei Gegenstimmen bei diesem Beschluss geben. Das heißt: Sie stimmen zwar zu, aber Sie sagen: Eigentlich wollen wir es nicht, eigentlich wollen wir Tschechien da nicht dabei haben! – Das ist ein Schlingerkurs, den diese Bundesregierung hier fährt. (Abg. Scheibner: Das haben wir nicht gesagt! Hören Sie einmal gescheit zu, bevor Sie Vorwürfe machen!) Das ist ein Schlingerkurs in Sachen EU-Erweiterung, den Sie da in den letzten Jahren vorgelegt haben, und den haben Sie heute wieder gemacht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Linie in der Anti-Atompolitik?)
Abg. Scheibner: Das haben wir nicht gesagt! Hören Sie einmal gescheit zu, bevor Sie Vorwürfe machen!
Ich habe im letzten halben Jahr gehofft, dass die nationalistischen Misstöne, und zwar vor allem jene gegen Tschechien, die von Seiten der Freiheitlichen immer wieder gekommen sind, endgültig der Vergangenheit angehören. Leider sind sie noch immer da und wurden heute erneut laut. (Abg. Scheibner: Das alles ist Ihnen kein Anliegen: die Menschenrechte! Für Sie ist Unrecht nicht gleich Unrecht!) Es wird zwei Gegenstimmen bei diesem Beschluss geben. Das heißt: Sie stimmen zwar zu, aber Sie sagen: Eigentlich wollen wir es nicht, eigentlich wollen wir Tschechien da nicht dabei haben! – Das ist ein Schlingerkurs, den diese Bundesregierung hier fährt. (Abg. Scheibner: Das haben wir nicht gesagt! Hören Sie einmal gescheit zu, bevor Sie Vorwürfe machen!) Das ist ein Schlingerkurs in Sachen EU-Erweiterung, den Sie da in den letzten Jahren vorgelegt haben, und den haben Sie heute wieder gemacht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Linie in der Anti-Atompolitik?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Linie in der Anti-Atompolitik?
Ich habe im letzten halben Jahr gehofft, dass die nationalistischen Misstöne, und zwar vor allem jene gegen Tschechien, die von Seiten der Freiheitlichen immer wieder gekommen sind, endgültig der Vergangenheit angehören. Leider sind sie noch immer da und wurden heute erneut laut. (Abg. Scheibner: Das alles ist Ihnen kein Anliegen: die Menschenrechte! Für Sie ist Unrecht nicht gleich Unrecht!) Es wird zwei Gegenstimmen bei diesem Beschluss geben. Das heißt: Sie stimmen zwar zu, aber Sie sagen: Eigentlich wollen wir es nicht, eigentlich wollen wir Tschechien da nicht dabei haben! – Das ist ein Schlingerkurs, den diese Bundesregierung hier fährt. (Abg. Scheibner: Das haben wir nicht gesagt! Hören Sie einmal gescheit zu, bevor Sie Vorwürfe machen!) Das ist ein Schlingerkurs in Sachen EU-Erweiterung, den Sie da in den letzten Jahren vorgelegt haben, und den haben Sie heute wieder gemacht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Linie in der Anti-Atompolitik?)
Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Linie gegen die Atomenergie?
Die ÖVP sagt: Das ist ein Herzstück!, und Sie sagen: Veto gegen Tschechiens EU-Beitritt! Sie haben es dann umformuliert und gesagt: wegen Temelín!, aber Veto bleibt Veto. (Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Linie gegen die Atomenergie?) Die ÖVP sagt: Das ist eine zentrale europäische Aufgabe!, und Sie sagen: Veto wegen der Beneš-Dekrete! Jetzt sagen Sie nicht mehr Veto, aber ein paar von Ihnen stimmen dagegen und sagen: Das gehört weg! (Abg. Scheibner: Es ist Ihnen alles egal: Die Atomenergie ist Ihnen egal, und auch die Menschenrechte sind Ihnen egal!)
Abg. Scheibner: Es ist Ihnen alles egal: Die Atomenergie ist Ihnen egal, und auch die Menschenrechte sind Ihnen egal!
Die ÖVP sagt: Das ist ein Herzstück!, und Sie sagen: Veto gegen Tschechiens EU-Beitritt! Sie haben es dann umformuliert und gesagt: wegen Temelín!, aber Veto bleibt Veto. (Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Linie gegen die Atomenergie?) Die ÖVP sagt: Das ist eine zentrale europäische Aufgabe!, und Sie sagen: Veto wegen der Beneš-Dekrete! Jetzt sagen Sie nicht mehr Veto, aber ein paar von Ihnen stimmen dagegen und sagen: Das gehört weg! (Abg. Scheibner: Es ist Ihnen alles egal: Die Atomenergie ist Ihnen egal, und auch die Menschenrechte sind Ihnen egal!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo gibt es einstimmige Beschlüsse? Sie müssen sich informieren!
hat. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo gibt es einstimmige Beschlüsse? Sie müssen sich informieren!)
Abg. Mag. Molterer: Warum hat sich Voggenhuber der Stimme enthalten?
Man hat damit auch zum Nachteil Österreichs agiert, was die Verhandlungsmöglichkeiten Österreichs anlangt. Das ist doch klar! Zum Beispiel, was EURATOM betrifft, wo wir es gerade noch geschafft haben, EURATOM in den Verfassungsvertrag nicht hineinzunehmen. (Abg. Mag. Molterer: Warum hat sich Voggenhuber der Stimme enthalten?)
Abg. Scheibner: Was haben Sie getan?
Nun zum Beispiel Temelin. – Da sagen Sie wieder: Tschechien hat da zu wenig getan! Ich frage Sie: Was haben denn Sie getan? Sie haben miserabel verhandelt, meine Damen und Herren von der Bundesregierung! (Abg. Scheibner: Was haben Sie getan?) Ich wiederhole es: Sie haben miserabel verhandelt! Sie haben sich nicht wirklich dafür eingesetzt. Die Führungsrolle im Anti-Atomkampf, die Österreich in Europa hätte weiterhin haben können, wurde abgegeben. (Abg. Wattaul: Der Fischer auch!)
Abg. Wattaul: Der Fischer auch!
Nun zum Beispiel Temelin. – Da sagen Sie wieder: Tschechien hat da zu wenig getan! Ich frage Sie: Was haben denn Sie getan? Sie haben miserabel verhandelt, meine Damen und Herren von der Bundesregierung! (Abg. Scheibner: Was haben Sie getan?) Ich wiederhole es: Sie haben miserabel verhandelt! Sie haben sich nicht wirklich dafür eingesetzt. Die Führungsrolle im Anti-Atomkampf, die Österreich in Europa hätte weiterhin haben können, wurde abgegeben. (Abg. Wattaul: Der Fischer auch!)
Abg. Wattaul: Ist der Herr Fischer ein Grüner?
Gestern war wieder ein Störfall in Temelín. Natürlich wollen wir dieses Kraftwerk auch zugesperrt haben, aber mit einem Nichtbeitritt wäre das schon überhaupt nicht zu lösen. (Abg. Wattaul: Ist der Herr Fischer ein Grüner?)
Abg. Scheibner: Blödsinn!
Wenn jetzt Sie, Herr Wittauer, wie angekündigt, dagegen stimmen werden, dann frage ich Sie: Wissen Sie, was das bedeutet? – Es verschlechtert in Zukunft die Verhandlungsmöglichkeiten Österreichs im Kampf für einen Ausstieg. (Abg. Scheibner: Blödsinn!) Das bedeutet das!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Reden Sie einmal zur Sache!
Würde heute dieses österreichische Parlament einstimmig sagen: Ja, Tschechien, willkommen, wir werden gemeinsam für einen Ausstieg aus der Atomkraft in Temelín verhandeln!, dann wäre das ein Signal. Aber Sie machen jetzt wieder genau das Gegenteil und verschlechtern dadurch unsere Möglichkeiten. Das ist Ihre Politik! Das ist die Politik dieser Bundesregierung! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Reden Sie einmal zur Sache!)
Abg. Wattaul: Seien Sie so ehrlich wie in Deutschland! Das sind die Grünen in der Regierung, und was machen die?
Leider hat Österreich – nicht erst jetzt, sondern schon seit seinem EU-Beitritt – die Chance, Brücke zwischen Ost und West zu sein, verspielt. (Abg. Wattaul: Seien Sie so ehrlich wie in Deutschland! Das sind die Grünen in der Regierung, und was machen die?) Das sage nicht nur ich, das sagen nicht nur die Grünen, sondern das sagt auch Professor Lendvai.
Beifall bei den Grünen.
Das ist unsere Kritik! Das ist nicht, wie Frau Kollegin Baumgartner-Gabitzer sagt, Melancholie, wie Sie sie meinem Kollegen Van der Bellen vorwerfen, sondern das ist einfach die Kritik an dem, was Österreich da verabsäumt hat und wie Österreich in Zukunft nicht mehr handeln sollte. Ich denke da zum Beispiel an die anstehenden, noch weiteren Erweiterungsschritte Richtung Südosteuropa. (Beifall bei den Grünen.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Wattaul.
Das bedauere ich, und deswegen ist diese EU-Erweiterung mit einem Wermutstropfen verknüpft, und ich musste daher hier leider diese Versäumnisse noch einmal sozusagen öffentlich machen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Wattaul.)
Abg. Wattaul: Wie wird das transportiert werden, was die Wirtschaft erzeugt?
Dieses Friedensprojekt ist eines, das auch zu Folge hat, dass endlich – am 1. Mai 2004 – die Grenzen weiter aufgehen werden – an der March, nördlich des Wald- und Mühlviertels, aber auch am Neusiedlersee, an der Mur, an den Karawanken. Die Menschen in den Grenzregionen haben mittlerweile schon verstanden und haben gemerkt, dass ihnen die Öffnung dieser Grenzen etwas bringt, dass das für sie auch gut ist, dass sie nicht voller Angst erstarren müssen und hoffen müssen, dass da niemand kommt, sondern dass das die Wirtschaft belebt (Abg. Wattaul: Wie wird das transportiert werden, was die Wirtschaft erzeugt?), dass sie ihre Sprachkenntnisse nutzen können – gerade in Südkärnten ist jetzt sozusagen üblich, dass man auch wieder Slowenisch redet, und zwar gerne – und dass das im Austausch hilft.
Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!
Nun zu den Beneš-Dekreten, Herr Kollege Scheibner und auch Kollege Bösch: Natürlich sagen auch wir, dass diese Vertreibungsdekrete Unrecht sind. (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!) Das sagt auch der tschechische Ministerpräsident Spidla. Das hat er in Göttweig gesagt, und zwar in Anwesenheit von Bundeskanzler Schüssel. (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!)
Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!
Nun zu den Beneš-Dekreten, Herr Kollege Scheibner und auch Kollege Bösch: Natürlich sagen auch wir, dass diese Vertreibungsdekrete Unrecht sind. (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!) Das sagt auch der tschechische Ministerpräsident Spidla. Das hat er in Göttweig gesagt, und zwar in Anwesenheit von Bundeskanzler Schüssel. (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!)
Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!
Wissen Sie denn eigentlich, was in Tschechien in den letzten zehn, zwölf Jahren schon passiert ist (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!), was die schon alles tun, um die Meinung in der Gesellschaft zu verändern und um Bewusstseinsarbeit zu machen, um das, was damals passiert ist, aufzuarbeiten? Wir haben vierzig Jahre gebraucht, bis wir endlich angefangen haben. (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind nicht 40 Jahre in Kraft geblieben!)
Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind nicht 40 Jahre in Kraft geblieben!
Wissen Sie denn eigentlich, was in Tschechien in den letzten zehn, zwölf Jahren schon passiert ist (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!), was die schon alles tun, um die Meinung in der Gesellschaft zu verändern und um Bewusstseinsarbeit zu machen, um das, was damals passiert ist, aufzuarbeiten? Wir haben vierzig Jahre gebraucht, bis wir endlich angefangen haben. (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind nicht 40 Jahre in Kraft geblieben!)
Abg. Scheibner: Ihr messt mit zweierlei Maß!
Was von österreichischer Seite notwendig wäre – und da spreche ich genau das an, was auch Bundeskanzler Schüssel gesagt hat –, das sind gemeinsame Gesten. Eine dieser gemeinsamen Gesten wäre, einen Zukunftsfonds zwischen Österreich und Tschechien einzurichten, wie es ihn zwischen Deutschland und Tschechien seit 1997 gibt. (Abg. Scheibner: Ihr messt mit zweierlei Maß!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
In der Zusammenarbeit liegt die Zukunft und nicht im Nein-Sagen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Man ist kein Störenfried, wenn man auf die Menschenrechte hinweist!
Nehmen Sie sich das zu Herzen für die Zukunft, meine Damen und Herren von der Bundesregierung! (Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Man ist kein Störenfried, wenn man auf die Menschenrechte hinweist!)
Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner: Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Lieber Kollege Morak! Meine verehrten Damen und Herren! Gestatten Sie mir, dass ich Ihnen sage, dass ich heute glücklich bin, denn es ist dies die Geburtsstunde eines neuen, eines erweiterten, eines demokratischen und eines solidarischen Europa. (Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich freue mich, dass hier Jugendliche zuschauen, dass sie mit dabei sind, denn es ist die Zukunft, die wir gestalten.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Gestatten Sie mir, dass ich auch persönlich etwas sage: Ich war Diplomatin in Paris zu jenem Zeitpunkt, als wir unseren eigenen EU-Beitritt vorbereitet hatten, und es war nicht immer einfach! Da wird man natürlich sehr empfindlich, wenn man angesprochen wird, weil Probleme da sind. Ich habe diese Befindlichkeit der Erweiterungskandidaten genau gekannt, aber ich habe auch die Befindlichkeit der Österreicherinnen und Österreicher gekannt, und es war notwendig, in den Verhandlungen eine Balance zu finden, eine faire Balance zwischen dem einen und dem anderen. Es muss im Endeffekt ein Interessensausgleich da sein, der für uns eine gute und faire Lösung bringt, die aber auch für die anderen eine akzeptable Lösung ist, und genau das ist uns gelungen. Lassen Sie mich daher sagen: Dafür bin ich heute sehr dankbar! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ja grotesk!
Vor zirka drei Jahren habe ich eine Initiative ergriffen, um diesen Kandidatenländer näher zu kommen. Deshalb habe ich die „Regionale Partnerschaft“ aus dem Boden gestampft. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ja grotesk!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich freue mich darüber, dass auch im rein politischen Bereich diese Regionale Partnerschaft bereits sehr viel für uns gebracht hat, denn gemeinsam vertreten wir den Gedanken, den heute der Herr Bundeskanzler auch hier vorgetragen hat: Wir alle wollen einen Kommissar pro Land mit Stimmrecht, weil wir unser Gedankengut in die Kommission einbringen wollen – und die EU-Kommissionen dann eben dies als europäisches Gedankengut sieht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auch was die Frage der Atompolitik betrifft: Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass es da eine Nulloption gibt, aber jeder weiß, dass es das souveräne Recht jedes Staates ist, die einzelnen Energieformen seines Landes selbst zu bestimmen. Wir in Österreich haben uns für eine Nicht-Atompolitik entschieden, doch andere hingegen nicht, aber das kann man diesen Ländern nicht verweigern. Was wir aber tun konnten und können, ist, die bestmögliche Sicherheit herauszuverhandeln. Das ist uns gelungen, und das muss umgesetzt werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Schlusssatz: Ich habe einen großen Wunsch – das ist auch ein Wunsch ans Christkind, wenn Sie so wollen (Zwischenrufe bei der SPÖ) –, dass eines Tages die Menschen diesseits und jenseits der Grenzen gar nicht mehr sehen: Hier sind wir – und ihr seid dort!, sondern dass wir eben alle europäische Bürgerinnen und Bürger, dass wir alle europäische Menschen sind. – Danke schön. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Herzloser Applaus!)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Herzloser Applaus!
Schlusssatz: Ich habe einen großen Wunsch – das ist auch ein Wunsch ans Christkind, wenn Sie so wollen (Zwischenrufe bei der SPÖ) –, dass eines Tages die Menschen diesseits und jenseits der Grenzen gar nicht mehr sehen: Hier sind wir – und ihr seid dort!, sondern dass wir eben alle europäische Bürgerinnen und Bürger, dass wir alle europäische Menschen sind. – Danke schön. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Herzloser Applaus!)
Es folgt eine kurze technische Mitteilung durch Präsident Dr. Fischer.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Grillitsch. 5 Minuten, möglichst exakt. (Es folgt eine kurze technische Mitteilung durch Präsident Dr. Fischer.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Stabilität, Berechenbarkeit und Gemeinsamkeit sichern uns den Frieden. Wir müssen uns daher gerade auch jetzt, meine Damen und Herren – ich sage das schon sehr kritisch –, mit dem Thema Beneš-Dekrete auseinandersetzen, und zwar sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Wir müssen uns mit dem Unrecht der Vergangenheit beschäftigen, um rasch zu menschenrechtskonformen Lösungsansätzen für die einzelnen Volksgruppen in der ehemaligen Tschechoslowakei zu kommen. Das sind wir diesen Menschen schuldig – und da sind wir gefordert! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Wir sollten über den Tierschutz reden! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Vor allem im Energiebereich kann Österreich als Vorbildland betrachtet werden, was beispielsweise den Einsatz erneuerbarer Energieträger betrifft. Auch in Bezug auf dieses unser Know-how sollten wir den Erweiterungsländern unsere Hilfeleistung anbieten, zum Beispiel was die Biomasse, die Solarenergie und die Windenergie betrifft, damit mit diesen neuen Technologien die Potentiale sozusagen vor Ort genutzt werden können und in diesen Ländern nicht nur zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden können, sondern eben gleichzeitig auch die Umwelt geschützt wird. Unsere gelebte Nachhaltigkeitsstrategie sollten wir sozusagen auch in diese Länder transportieren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Wir sollten über den Tierschutz reden! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Molterer: Das glaub’ ich beim Jarolim nicht!
Herr Kollege Jarolim, hören Sie genau zu! – und dann werden Sie auch wissen, wovon ich spreche. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Molterer: Das glaub’ ich beim Jarolim nicht!) – Ich hoffe zumindest, Sie wissen das dann, Herr Kollege Jarolim!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Tierschutz!
Wir haben die Sorgen und Bedenken unserer bäuerlichen Familien auch im Jahre 1995 mit dem EU-Beitritt sehr ernst genommen. Wir sind auch nicht himmelhoch jauchzend in die EU sozusagen hineingeflogen, sondern haben gesagt: Ja, unter gewissen Bedingungen sind wir dazu bereit!, und heute haben unsere bäuerlichen Familien Programme mit einer Gültigkeit von mehr als fünf oder sechs Jahren zur Verfügung. Das ist Stabilität und Berechenbarkeit für die Menschen Österreichs, für die Menschen auf dem Land – und das wollen wir auch mit dieser Erweiterung leisten: Stabilität und Sicherheit in den Programmen, damit es auch in diesen Ländern eine entsprechende wirtschaftliche Entwicklung gibt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Tierschutz!)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Diese Diskussion müssen wir konsequent führen, und zwar vom Produzenten bis hin zum Konsumenten. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) – Ich komme schon zum Schluss, Herr Präsident.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin der Ansicht, es geht darum, Mut zu haben – und Mut zu haben, das beginnt beim Willen. Daher: Wir von der Landwirtschaft haben diesen Willen, brauchen aber die Unterstützung der Bundesregierung, und diese haben wir. Wir brauchen aber auch (in Richtung SPÖ und Grüne) Ihre Unterstützung, damit es eben gelingt, gemeinsam vorzugehen, denn das stellt nicht nur eine riesengroße Herausforderung, sondern auch eine solche Chance für uns alle dar. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Jetzt hat die Frau Minister noch ein paar Wünsche ans Christkind!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Einem. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Jarolim: Jetzt hat die Frau Minister noch ein paar Wünsche ans Christkind!)
Abg. Wattaul: Die Sanktionen zum Beispiel!
Als Oppositionspartei haben wir gesagt: Wir machen nicht primär Widerstand gegen die Regierungspolitik, sondern wir bieten der Regierung unsere Hand an, weil wir das für eine wesentliche Entscheidung halten, bei der es uns darum geht, die Bevölkerung sozusagen mit ins Boot zu holen. (Abg. Wattaul: Die Sanktionen zum Beispiel!) Weil wir das wollen, haben wir auch konkrete Problemzonen identifiziert, die mit dieser Erweiterung verbunden sein können, und haben vorgeschlagen, dass es dort gemeinsam entwickelte Maßnahmen geben soll, die dazu beitragen, dass denjenigen in unserem Lande, die nicht zu den Gewinnern der Erweiterung zählen, die Angst genommen wird – eben durch ganz konkrete Maßnahmen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Sehr richtig!
Das Problem ist nur, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass die Bundesregierung in dieser Hinsicht wirklich alles schuldig geblieben ist. Das müsste man auch dem Herrn Bundeskanzler, der heute wieder einmal die Gemeinsamkeit beschworen hat, ins Stammbuch schreiben: Wenn der Herr Bundeskanzler die Gemeinsamkeit haben will, dann soll er sie auch ernst nehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Sehr richtig!)
Beifall bei der SPÖ.
Da der Herr Bundeskanzler heute zum Beispiel auch gemeint hat, dass die Differenz in der Sicherheitspolitik zwischen uns ja gar nicht so groß sei, dann aber einen Text vorgelesen hat, den die italienische Präsidentschaft in Neapel vorgelegt hat, und dann als Gegenstück einen Text vorgelesen hat, von dem er behauptet, dass er von mir wäre, angeblich von gestern, dabei jedoch genau die entscheidenden Worte ausgelassen hat, die eine Differenz erkennen lassen, muss ich sagen: Das ist genau das, was Josef Cap dieser Regierung vorgeworfen hat: beschwindeln und schlawinern! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner – eine Ausgabe des B-VG in die Höhe haltend –: Lesen Sie doch einmal die Verfassung! Dann werden Sie nicht mehr vom „Schlawinern“ reden!
Das, worum es geht, ist, sicherzustellen, dass die besondere sicherheitspolitische Konzeption der Mitgliedstaaten der EU berücksichtigt wird und dass daher auch unsere verfassungsrechtliche Besonderheit, die in der Neutralität gelegen ist, beim Konzept der Beistandsverpflichtung berücksichtigt wird. (Abg. Scheibner – eine Ausgabe des B-VG in die Höhe haltend –: Lesen Sie doch einmal die Verfassung! Dann werden Sie nicht mehr vom „Schlawinern“ reden!) Dass Sie das beim Vorlesen weglassen, ist keine aufrichtige Politik, Herr Bundeskanzler! So ist Partnerschaft nicht möglich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Lesen Sie die Verfassung, Herr Kollege!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Lesen Sie die Verfassung, Herr Kollege!
Das, worum es geht, ist, sicherzustellen, dass die besondere sicherheitspolitische Konzeption der Mitgliedstaaten der EU berücksichtigt wird und dass daher auch unsere verfassungsrechtliche Besonderheit, die in der Neutralität gelegen ist, beim Konzept der Beistandsverpflichtung berücksichtigt wird. (Abg. Scheibner – eine Ausgabe des B-VG in die Höhe haltend –: Lesen Sie doch einmal die Verfassung! Dann werden Sie nicht mehr vom „Schlawinern“ reden!) Dass Sie das beim Vorlesen weglassen, ist keine aufrichtige Politik, Herr Bundeskanzler! So ist Partnerschaft nicht möglich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Lesen Sie die Verfassung, Herr Kollege!)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Deshalb verlangen wir von Ihnen die Vorlage eines Vorschlages zur Novellierung des Ausländerbeschäftigungsgesetzes, weil ohne eine solche Novellierung sonst überhaupt nichts getan werden kann in dieser siebenjährigen Übergangsfrist, weil EWR-Bürger vom Ausländerbeschäftigungsgesetz ausgenommen sind, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir verlangen von Ihnen, Frau Bundesministerin – wenn Sie sich schon nicht mit dem gleichen Engagement, wie Sie das für die Frage „ein Kommissar pro Land“ getan haben, für das Transitproblem eingesetzt haben –, dass Sie wenigstens jetzt alle Kraft dafür verwenden, eine nachhaltige Verkehrspolitik im Rahmen einer neuen Wegekostenrichtlinie durchzusetzen, und ersuchen Sie, dafür zu sorgen, dass wir nächste Woche im Hauptausschuss dazu endlich die Position dieser Bundesregierung kennen lernen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schieder: Die Gerechtigkeit – nicht „das Recht“!
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Außenministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! „Justitia regnorum fundamentum“, so finden wir es am Heldentor geschrieben: ein Vermächtnis bester österreichischer Politiktraditionen, das ist gut zu sehen, und zwar aus den ehrwürdigen Räumen der Nationalbibliothek bis hin zum Ballhausplatz. Das Recht ist die Grundlage jeder Regierung. (Abg. Schieder: Die Gerechtigkeit – nicht „das Recht“!) Das ist es, was wir auch in Brüssel einmahnen müssen. Wir, denn wir sind sozusagen Brüssel. Brüssel ist ja keine fremde Macht, sondern erklärterweise der gemeinsame politische Wille aller Beitrittsländer, und die EU ist nach ihrer Definition auch eine Rechte- und Wertegemeinschaft; das hat sie 1993 in den Kopenhagener Kriterien dargetan. Da ging es darum, dass Grundlage für eine Mitgliedschaft bei der Europäischen Gemeinschaft eine stabile Demokratie, Achtung der Menschenrechte und Schutz für Minderheiten sind.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren von den Grünen! Ich verstehe nicht, dass Sie uns dafür kritisieren, dass wir die Beneš-Dekrete als menschenrechtswidrig kritisieren, und nicht anstelle dessen, da Sie sich immer als die Verfechter der Menschenrechte groß machen, selbst die Beneš-Dekrete als menschenrechtswidrig kritisiert haben. Die Beneš-Dekrete sind und waren auch zum Zeitpunkt ihres Erlasses völkerrechtswidrig, menschenrechtswidrig und stehen damit auch im Widerspruch zu den Kopenhagener Kriterien. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mainoni: So ist es!
Sie sind die legislative Grundlage für die Vertreibung von 3 Millionen Menschen. 242 000 haben damals das rettende Österreich, das rettende Bayern nicht erreicht, und es waren dies vor allem Frauen, alte Menschen und Kinder. Es ist ein Zynismus sondergleichen, dies – eine ethnische Säuberung ungeheuren Ausmaßes mit Grausamkeiten von unsagbarer Qualität – mit der österreichischen Flüchtlingspolitik des Jahres 2003 zu vergleichen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mainoni: So ist es!)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
(Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Das Recht ist die Grundlage jeder Regierung! (Abg. Schieder: Gerechtigkeit!) Diesen großen Spruch vor Augen werde ich als Vertreterin des freiheitlichen Klubs stellvertretend für alle freiheitlichen Abgeordneten der Ratifizierung meine Zustimmung versagen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Schieder: Gerechtigkeit!
(Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Das Recht ist die Grundlage jeder Regierung! (Abg. Schieder: Gerechtigkeit!) Diesen großen Spruch vor Augen werde ich als Vertreterin des freiheitlichen Klubs stellvertretend für alle freiheitlichen Abgeordneten der Ratifizierung meine Zustimmung versagen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
(Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Das Recht ist die Grundlage jeder Regierung! (Abg. Schieder: Gerechtigkeit!) Diesen großen Spruch vor Augen werde ich als Vertreterin des freiheitlichen Klubs stellvertretend für alle freiheitlichen Abgeordneten der Ratifizierung meine Zustimmung versagen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Mainoni – in Richtung SPÖ –: Große Worte und klein beigeben!
Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Dr. Lichtenberger. Die Redezeit beträgt 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Mainoni – in Richtung SPÖ –: Große Worte und klein beigeben!)
Abg. Neudeck: Er hat ihn ja geführt!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Erlauben Sie mir, bevor ich auf das eigentliche, wichtige und zentrale Thema des heutigen Tages eingehe, ein Wort zur Frau Kollegin Rosenkranz zu sagen. Die Unterstellung, dass, weil ein unrichtiger Vergleich von Herrn Klubobmann Van der Bellen kritisiert wurde (Abg. Neudeck: Er hat ihn ja geführt!), die Grünen eine Befürworterpartei für die Vertreibung seien, halte ich für unzumutbar! Ich sage es Ihnen ganz offen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Also war der Vergleich unzulässig! – Abg. Wittauer: Der Vergleich ist ja nicht zulässig! Das ist es!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Also war der Vergleich unzulässig! – Abg. Wittauer: Der Vergleich ist ja nicht zulässig! Das ist es!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Erlauben Sie mir, bevor ich auf das eigentliche, wichtige und zentrale Thema des heutigen Tages eingehe, ein Wort zur Frau Kollegin Rosenkranz zu sagen. Die Unterstellung, dass, weil ein unrichtiger Vergleich von Herrn Klubobmann Van der Bellen kritisiert wurde (Abg. Neudeck: Er hat ihn ja geführt!), die Grünen eine Befürworterpartei für die Vertreibung seien, halte ich für unzumutbar! Ich sage es Ihnen ganz offen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Also war der Vergleich unzulässig! – Abg. Wittauer: Der Vergleich ist ja nicht zulässig! Das ist es!)
Abg. Scheibner: ... Kritik am Klubobmann Van der Bellen!
Aber gehen wir auf die entscheidende Debatte ein, die es heute in diesem Hohen Haus gibt. (Abg. Scheibner: ... Kritik am Klubobmann Van der Bellen!) Auch wenn Sie sich jetzt gerne mit Zwischenrufen zu Wort melden, möchte ich ausdrücklich sagen: Die Grünen haben, als Österreich der Europäischen Union beigetreten ist, unter vielen anderen sachlichen Punkten auch immer kritisiert, dass Europa auf die Dauer nicht am Eisernen Vorhang aufhören könne und dass die Integration der Länder, die damals hinter dem Eisernen Vorhang lagen, eine der zentralen Herausforderungen und Ziele der Europäischen Union sein müsste. Das ist, meine Damen und Herren, jetzt gelungen, und zwar – ich sage es ganz offen und mit Freude – früher, als ich es mir damals vorstellen konnte! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber gehen wir auf die entscheidende Debatte ein, die es heute in diesem Hohen Haus gibt. (Abg. Scheibner: ... Kritik am Klubobmann Van der Bellen!) Auch wenn Sie sich jetzt gerne mit Zwischenrufen zu Wort melden, möchte ich ausdrücklich sagen: Die Grünen haben, als Österreich der Europäischen Union beigetreten ist, unter vielen anderen sachlichen Punkten auch immer kritisiert, dass Europa auf die Dauer nicht am Eisernen Vorhang aufhören könne und dass die Integration der Länder, die damals hinter dem Eisernen Vorhang lagen, eine der zentralen Herausforderungen und Ziele der Europäischen Union sein müsste. Das ist, meine Damen und Herren, jetzt gelungen, und zwar – ich sage es ganz offen und mit Freude – früher, als ich es mir damals vorstellen konnte! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.
Wenn der Herr Bundeskanzler heute in einem Vergleich seiner eigenen Vorstellungen oder jener von Minister Frattini mit Vorschlägen aus dem Konvent-Bereich eine Vermischung herstellen wollte, indem er meinte, dass ja ohnehin schon alle dafür seien, die Neutralität scheibchenweise zu entsorgen, damit man ja nicht mehr darüber abstimmen muss, dann kann ich das nur schärfstens zurückweisen, denn das widerspricht allen Reden, die Sie, Herr Bundeskanzler und Frau Ministerin, sonst halten, in denen Sie das Friedensprojekt Europa beschwören. So kann es nicht gehen! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Diese Zwiespältigkeit hat in den vergangenen Jahren natürlich auch ein Problem geschaffen, mit dem wir jetzt zu kämpfen haben. Einige Rednerinnen und Redner haben festgestellt, dass die Bevölkerung nur eine begrenzte Begeisterung für diese Erweiterung mitbrächte. Ich sage Ihnen eines: Wenn Meldungen von politischen Mandataren lanciert werden, die von einer Flut von Ost-Arbeitskräften, von einer Lawine von Leuten auf dem Arbeitsmarkt sprechen, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass das Misstrauen der Menschen hier verstärkt und erhöht wurde und nichts zu einer versöhnlichen Haltung in Europa beigetragen wurde. Sie tragen, meine Damen und Herren, zum Teil selbst Schuld an dieser Missstimmung bei der Bevölkerung, und Sie sind jetzt aufgefordert, sie so schnell wie möglich auszuräumen, denn wir brauchen – und damit komme ich zum letzten Punkt – unsere neuen europäischen Partner auch als Partnerinnen und Partner für eine neue Politik zum Beispiel im Verkehrsbereich. Wir müssen jetzt alle Kraft dafür verwenden, dass sie nicht glauben, wir würden nun versuchen, eine neue, wirtschaftliche Mauer gegen sie aufzurichten, sondern dass sie sehen, dass es um einen gemeinsamen Schutz einer gemeinsamen Umwelt und einer gemeinsamen Gesundheit der Bevölkerung entlang der Transitrouten geht (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), und das in den alten EU-Staaten und in den EU-Beitrittsländern! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Diese Zwiespältigkeit hat in den vergangenen Jahren natürlich auch ein Problem geschaffen, mit dem wir jetzt zu kämpfen haben. Einige Rednerinnen und Redner haben festgestellt, dass die Bevölkerung nur eine begrenzte Begeisterung für diese Erweiterung mitbrächte. Ich sage Ihnen eines: Wenn Meldungen von politischen Mandataren lanciert werden, die von einer Flut von Ost-Arbeitskräften, von einer Lawine von Leuten auf dem Arbeitsmarkt sprechen, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass das Misstrauen der Menschen hier verstärkt und erhöht wurde und nichts zu einer versöhnlichen Haltung in Europa beigetragen wurde. Sie tragen, meine Damen und Herren, zum Teil selbst Schuld an dieser Missstimmung bei der Bevölkerung, und Sie sind jetzt aufgefordert, sie so schnell wie möglich auszuräumen, denn wir brauchen – und damit komme ich zum letzten Punkt – unsere neuen europäischen Partner auch als Partnerinnen und Partner für eine neue Politik zum Beispiel im Verkehrsbereich. Wir müssen jetzt alle Kraft dafür verwenden, dass sie nicht glauben, wir würden nun versuchen, eine neue, wirtschaftliche Mauer gegen sie aufzurichten, sondern dass sie sehen, dass es um einen gemeinsamen Schutz einer gemeinsamen Umwelt und einer gemeinsamen Gesundheit der Bevölkerung entlang der Transitrouten geht (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), und das in den alten EU-Staaten und in den EU-Beitrittsländern! (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Dafür müssen wir um Verständnis werben, und jede Propaganda (Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen) – ich komme damit zum Schluss –, die wiederum darauf verweist (Abg. Mag. Molterer: Das ist unfair den anderen Rednern gegenüber!), dass man zur Begünstigung der Eigenen die Anderen aussperren müsste, ist kontraproduktiv. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Das ist unfair den anderen Rednern gegenüber!
Dafür müssen wir um Verständnis werben, und jede Propaganda (Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen) – ich komme damit zum Schluss –, die wiederum darauf verweist (Abg. Mag. Molterer: Das ist unfair den anderen Rednern gegenüber!), dass man zur Begünstigung der Eigenen die Anderen aussperren müsste, ist kontraproduktiv. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dafür müssen wir um Verständnis werben, und jede Propaganda (Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen) – ich komme damit zum Schluss –, die wiederum darauf verweist (Abg. Mag. Molterer: Das ist unfair den anderen Rednern gegenüber!), dass man zur Begünstigung der Eigenen die Anderen aussperren müsste, ist kontraproduktiv. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen – Beifall bei der ÖVP
Damit der Verkehr auf der Straße möglichst umweltgerecht bewältigt werden kann, bemüht sich unsere bewundernswerte Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen – Beifall bei der ÖVP) in Unterstützung des hauptzuständigen Verkehrsministers um eine neue Wegekostenrichtlinie (Abg. Eder: Er hat sie noch gar nicht ...!), die die seinerzeitigen SPÖ-Verkehrsminister einschließlich Caspar Einem nicht zustande gebracht haben. Das muss ich hier auch eindeutig sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Er hat sie noch gar nicht ...!
Damit der Verkehr auf der Straße möglichst umweltgerecht bewältigt werden kann, bemüht sich unsere bewundernswerte Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen – Beifall bei der ÖVP) in Unterstützung des hauptzuständigen Verkehrsministers um eine neue Wegekostenrichtlinie (Abg. Eder: Er hat sie noch gar nicht ...!), die die seinerzeitigen SPÖ-Verkehrsminister einschließlich Caspar Einem nicht zustande gebracht haben. Das muss ich hier auch eindeutig sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Damit der Verkehr auf der Straße möglichst umweltgerecht bewältigt werden kann, bemüht sich unsere bewundernswerte Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen – Beifall bei der ÖVP) in Unterstützung des hauptzuständigen Verkehrsministers um eine neue Wegekostenrichtlinie (Abg. Eder: Er hat sie noch gar nicht ...!), die die seinerzeitigen SPÖ-Verkehrsminister einschließlich Caspar Einem nicht zustande gebracht haben. Das muss ich hier auch eindeutig sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Weingartner!
Auch wenn es von der Opposition noch so oft behauptet wird, es wird dadurch nicht wahrer: Frau Außenministerin Benita Ferrero-Waldner hat der Aufgabe der 108-Prozent-Grenze nie zugestimmt! (Abg. Mag. Wurm: Weingartner!) Das muss ich hier doch richtig stellen, weil Sie es immer wieder behaupten, auch wenn es nicht stimmt. (Weitere „Weingartner“-Rufe bei der SPÖ.)
Weitere „Weingartner“-Rufe bei der SPÖ.
Auch wenn es von der Opposition noch so oft behauptet wird, es wird dadurch nicht wahrer: Frau Außenministerin Benita Ferrero-Waldner hat der Aufgabe der 108-Prozent-Grenze nie zugestimmt! (Abg. Mag. Wurm: Weingartner!) Das muss ich hier doch richtig stellen, weil Sie es immer wieder behaupten, auch wenn es nicht stimmt. (Weitere „Weingartner“-Rufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In diesem Sinne freue ich mich heute über diesen Beschluss, den wir fassen können, und sage noch einmal an alle Staaten: Willkommen in Europa, denn wir sind Europa! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Die SPÖ will die pragmatisierte Chance!
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ): Meine Damen und Herren! In historischen Momenten soll man nicht nur zurückschauen, sondern auch schauen, was die nächsten Schritte sind. Der wichtigste ist sicherlich – das wurde heute schon gesagt –, die Chancen für unser Land und für unsere Bevölkerung zu nützen, unsere Lage, unsere Erfahrung, aber es müssen, wie Dr. Gusenbauer richtig sagte, Chancen mit Sicherheit sein. Es wäre daher auch die Chance für die Regierung, all das, was bei der Vorbereitung nicht getan wurde oder nicht getan werden konnte, nunmehr zu tun und die Hausaufgaben endgültig zu erledigen, um diese Chancen wirklich mit Sicherheit zu versehen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Die SPÖ will die pragmatisierte Chance!)
Abg. Lentsch: Wo denn?
Wir sollten auch die Sprachen nutzen, und da zeigt ein Negativbeispiel, wie es nicht sein sollte: In dem Moment, in dem die österreichischen Minderheitensprachen gleichzeitig die Sprachen der neuen Nachbarländer in der EU sind, sodass man das nutzen könnte, um für unsere Haltung, für unser Land zu werben und unsere Produkte darzustellen, streicht man die Sendungen für die Minderheiten in ihrer Sprache (Abg. Lentsch: Wo denn?), und es gibt ein kleinliches Hin und Her zwischen Generaldirektorin Lindner und Staatssekretär Morak. So sollte es nicht sein! Wir sollten die
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Stimmt ja gar nicht!
Chance nutzen und sie nicht zerstören. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Stimmt ja gar nicht!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Nützen wir die Chancen für unser Land, für die EU und für diesen Kontinent! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Trunk: ... keine einzige Verhandlung!
An dieser Stelle möchte ich einhaken, denn ich glaube, gerade Kärnten zeigt vor, dass dies möglich ist. Kärnten hat diesen Schulterschluss bereits gemacht. Wir haben es geschafft, mit Slowenien sehr viel zu erreichen und damit Vorbild für diese Erweiterungen zu sein. (Abg. Mag. Trunk: ... keine einzige Verhandlung!) Unzählige, meine geschätzten Damen und Herren – wer schreit, hat nicht Recht! Das habe ich an dieser Stelle schon öfter gesagt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
An dieser Stelle möchte ich einhaken, denn ich glaube, gerade Kärnten zeigt vor, dass dies möglich ist. Kärnten hat diesen Schulterschluss bereits gemacht. Wir haben es geschafft, mit Slowenien sehr viel zu erreichen und damit Vorbild für diese Erweiterungen zu sein. (Abg. Mag. Trunk: ... keine einzige Verhandlung!) Unzählige, meine geschätzten Damen und Herren – wer schreit, hat nicht Recht! Das habe ich an dieser Stelle schon öfter gesagt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Das glaubt Ihnen kein einziger Freiheitlicher! Kein Kärntner glaubt Ihnen das!
wachsam bleiben, denn das ist hier das österreichische Parlament! Primär vertreten wir Österreich, wir vertreten die Sorgen und die Anliegen der Österreicherinnen und Österreicher, und in zweiter Linie vertreten wir Europa. Nur wer kritisch verändert, meine Damen und Herren, verändert zum Guten! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Das glaubt Ihnen kein einziger Freiheitlicher! Kein Kärntner glaubt Ihnen das!)
Abg. Rosenkranz: In der Sache Menschenrechte! – Abg. Dr. Bleckmann: In dieser Frage!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Rosenkranz von den Freiheitlichen hat hier heute als letzten Satz sinngemäß gesagt: „Stellvertretend für alle freiheitlichen Abgeordneten“ stimme ich gegen diesen Beschluss, stimme ich in dieser Frage dagegen. (Abg. Rosenkranz: In der Sache Menschenrechte! – Abg. Dr. Bleckmann: In dieser Frage!) Es gibt keine genauere, exaktere Beschreibung Ihrer Haltung, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, wie Sie mit dem Thema der EU-Erweiterung umgehen. Hier geht es um das Thema der EU-Erweiterung (Abg. Scheibner: Ja, aber auch um die Menschenrechte und um die Umwelt!) und nicht um das Thema einer Kritik an der EU. Wenn Frau Kollegin Rosenkranz sagt, dass sie stellvertretend für alle freiheitlichen Abgeordneten in dieser Frage dagegenstimmt, dann frage ich mich: Wieso sind Sie nicht alle so ehrlich und stimmen dagegen, anstatt der Sache immer noch ein Mäntelchen umzuhängen? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ja, aber auch um die Menschenrechte und um die Umwelt!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Rosenkranz von den Freiheitlichen hat hier heute als letzten Satz sinngemäß gesagt: „Stellvertretend für alle freiheitlichen Abgeordneten“ stimme ich gegen diesen Beschluss, stimme ich in dieser Frage dagegen. (Abg. Rosenkranz: In der Sache Menschenrechte! – Abg. Dr. Bleckmann: In dieser Frage!) Es gibt keine genauere, exaktere Beschreibung Ihrer Haltung, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, wie Sie mit dem Thema der EU-Erweiterung umgehen. Hier geht es um das Thema der EU-Erweiterung (Abg. Scheibner: Ja, aber auch um die Menschenrechte und um die Umwelt!) und nicht um das Thema einer Kritik an der EU. Wenn Frau Kollegin Rosenkranz sagt, dass sie stellvertretend für alle freiheitlichen Abgeordneten in dieser Frage dagegenstimmt, dann frage ich mich: Wieso sind Sie nicht alle so ehrlich und stimmen dagegen, anstatt der Sache immer noch ein Mäntelchen umzuhängen? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Rosenkranz von den Freiheitlichen hat hier heute als letzten Satz sinngemäß gesagt: „Stellvertretend für alle freiheitlichen Abgeordneten“ stimme ich gegen diesen Beschluss, stimme ich in dieser Frage dagegen. (Abg. Rosenkranz: In der Sache Menschenrechte! – Abg. Dr. Bleckmann: In dieser Frage!) Es gibt keine genauere, exaktere Beschreibung Ihrer Haltung, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, wie Sie mit dem Thema der EU-Erweiterung umgehen. Hier geht es um das Thema der EU-Erweiterung (Abg. Scheibner: Ja, aber auch um die Menschenrechte und um die Umwelt!) und nicht um das Thema einer Kritik an der EU. Wenn Frau Kollegin Rosenkranz sagt, dass sie stellvertretend für alle freiheitlichen Abgeordneten in dieser Frage dagegenstimmt, dann frage ich mich: Wieso sind Sie nicht alle so ehrlich und stimmen dagegen, anstatt der Sache immer noch ein Mäntelchen umzuhängen? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie müssen das ja wissen!
Sie setzen hier ein Zeichen gegen die Erweiterung – und nicht ein Zeichen für eine positivere EU-Politik! (Abg. Scheibner: Sie müssen das ja wissen!) Ja, das ist aus Ihren Ausführungen sehr deutlich zu erkennen. (Abg. Scheibner: Sorgen Sie sich denn gar nicht um die Umwelt?) Wenn Sie dieser Erweiterung nämlich nur halbherzig zustimmen, dann werden Sie eine schlechte Basis für Verhandlungen mit den Kooperationspartnern haben, mit denen Sie in Zukunft in einer gemeinsamen EU arbeiten werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Ihnen die Menschenrechte denn gar nicht wichtig?)
Abg. Scheibner: Sorgen Sie sich denn gar nicht um die Umwelt?
Sie setzen hier ein Zeichen gegen die Erweiterung – und nicht ein Zeichen für eine positivere EU-Politik! (Abg. Scheibner: Sie müssen das ja wissen!) Ja, das ist aus Ihren Ausführungen sehr deutlich zu erkennen. (Abg. Scheibner: Sorgen Sie sich denn gar nicht um die Umwelt?) Wenn Sie dieser Erweiterung nämlich nur halbherzig zustimmen, dann werden Sie eine schlechte Basis für Verhandlungen mit den Kooperationspartnern haben, mit denen Sie in Zukunft in einer gemeinsamen EU arbeiten werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Ihnen die Menschenrechte denn gar nicht wichtig?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Ihnen die Menschenrechte denn gar nicht wichtig?
Sie setzen hier ein Zeichen gegen die Erweiterung – und nicht ein Zeichen für eine positivere EU-Politik! (Abg. Scheibner: Sie müssen das ja wissen!) Ja, das ist aus Ihren Ausführungen sehr deutlich zu erkennen. (Abg. Scheibner: Sorgen Sie sich denn gar nicht um die Umwelt?) Wenn Sie dieser Erweiterung nämlich nur halbherzig zustimmen, dann werden Sie eine schlechte Basis für Verhandlungen mit den Kooperationspartnern haben, mit denen Sie in Zukunft in einer gemeinsamen EU arbeiten werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Ihnen die Menschenrechte denn gar nicht wichtig?)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Hohes Haus! Im Besonderen Herr Präsident! Frau Außenminister! Herr Staatsekretär! Meine Damen und Herren! Es ist heute schon mehrmals davon gesprochen worden, dass wir einen ganz besonderen Tag erleben, einen historischen Tag, einen Tag, an dem wir die Erweiterung mittragen und mitgestalten. Und an diesem Tag ist es wichtig, dass wir nicht die Gegensätzlichkeiten hervorheben, Frau Kollegin, sondern dass wir das Gemeinsame suchen. Diese Einladung an Sie darf ich aussprechen, und ich denke, das ist die Kultur, die wir ab nun brauchen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Ja!
Herr Abgeordneter Van der Bellen! Das ist immer die Kultur unseres Landes gewesen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Ja!) Wir haben die Menschen aufgenommen, sie sind integriert worden, sie sind heute wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft. Das können wir herzeigen! (Abg. Mandak: Wollen Sie damit sagen, dass das heute auch noch so ist?) Wir können uns auch an das Jahr 1968 erinnern, als uns Selbiges nach der Niederschlagung des Prager Frühlings gelungen ist. Und wenn Sie auch das noch hören wollen: Wer hat im Jahr 1981 so viel wie Österreich geleistet, als es die Krise in Polen gab und hunderte, ja tausende Polen eine andere Heimat gesucht und in Österreich gefunden haben. (Abg. Mandak: Es wäre schön, wenn das heute auch noch so wäre!) Wir waren die Vermittler, wir waren großartig, wir sind großartig, und wir werden uns auch in dieser Rolle in aller Zukunft beispielgebend zeigen und einbringen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mandak: Diese Zeiten sind leider vorbei!)
Abg. Mandak: Wollen Sie damit sagen, dass das heute auch noch so ist?
Herr Abgeordneter Van der Bellen! Das ist immer die Kultur unseres Landes gewesen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Ja!) Wir haben die Menschen aufgenommen, sie sind integriert worden, sie sind heute wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft. Das können wir herzeigen! (Abg. Mandak: Wollen Sie damit sagen, dass das heute auch noch so ist?) Wir können uns auch an das Jahr 1968 erinnern, als uns Selbiges nach der Niederschlagung des Prager Frühlings gelungen ist. Und wenn Sie auch das noch hören wollen: Wer hat im Jahr 1981 so viel wie Österreich geleistet, als es die Krise in Polen gab und hunderte, ja tausende Polen eine andere Heimat gesucht und in Österreich gefunden haben. (Abg. Mandak: Es wäre schön, wenn das heute auch noch so wäre!) Wir waren die Vermittler, wir waren großartig, wir sind großartig, und wir werden uns auch in dieser Rolle in aller Zukunft beispielgebend zeigen und einbringen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mandak: Diese Zeiten sind leider vorbei!)
Abg. Mandak: Es wäre schön, wenn das heute auch noch so wäre!
Herr Abgeordneter Van der Bellen! Das ist immer die Kultur unseres Landes gewesen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Ja!) Wir haben die Menschen aufgenommen, sie sind integriert worden, sie sind heute wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft. Das können wir herzeigen! (Abg. Mandak: Wollen Sie damit sagen, dass das heute auch noch so ist?) Wir können uns auch an das Jahr 1968 erinnern, als uns Selbiges nach der Niederschlagung des Prager Frühlings gelungen ist. Und wenn Sie auch das noch hören wollen: Wer hat im Jahr 1981 so viel wie Österreich geleistet, als es die Krise in Polen gab und hunderte, ja tausende Polen eine andere Heimat gesucht und in Österreich gefunden haben. (Abg. Mandak: Es wäre schön, wenn das heute auch noch so wäre!) Wir waren die Vermittler, wir waren großartig, wir sind großartig, und wir werden uns auch in dieser Rolle in aller Zukunft beispielgebend zeigen und einbringen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mandak: Diese Zeiten sind leider vorbei!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mandak: Diese Zeiten sind leider vorbei!
Herr Abgeordneter Van der Bellen! Das ist immer die Kultur unseres Landes gewesen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Ja!) Wir haben die Menschen aufgenommen, sie sind integriert worden, sie sind heute wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft. Das können wir herzeigen! (Abg. Mandak: Wollen Sie damit sagen, dass das heute auch noch so ist?) Wir können uns auch an das Jahr 1968 erinnern, als uns Selbiges nach der Niederschlagung des Prager Frühlings gelungen ist. Und wenn Sie auch das noch hören wollen: Wer hat im Jahr 1981 so viel wie Österreich geleistet, als es die Krise in Polen gab und hunderte, ja tausende Polen eine andere Heimat gesucht und in Österreich gefunden haben. (Abg. Mandak: Es wäre schön, wenn das heute auch noch so wäre!) Wir waren die Vermittler, wir waren großartig, wir sind großartig, und wir werden uns auch in dieser Rolle in aller Zukunft beispielgebend zeigen und einbringen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mandak: Diese Zeiten sind leider vorbei!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke auch, dass wir heute hier sagen dürfen, dass das Jahr 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer in Wahrheit das bestimmende Jahr war. Und da ist der Gedanke meiner Partei Wirklichkeit geworden, denn die ÖVP war bis dahin und auch bis heute die Europapartei schlechthin. Wir haben diesen Gedanken immer diskutiert und haben unsere diesbezügliche Verantwortung immer in den Vordergrund gestellt. Heute können wir den Erfolg heimfahren, und ich danke allen, die sich hier eingebracht haben! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Dieser Entschließungsantrag ist ausreichend unterfertigt und Ihnen, Herr Präsident, übergeben, und ich darf Sie bitten, ihn weiter zu bearbeiten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Donabauer: Hören Sie doch auf, zu jammern, und beginnen Sie, nachzudenken!
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Staatsekretär! Meine Damen und Herren! Ja, Herr Donabauer, die Zeiten haben sich geändert, was die Betreuung von Flüchtlingen und auch die Aufnahme von Flüchtlingen betrifft, da gebe ich Ihnen Recht. (Abg. Donabauer: Hören Sie doch auf, zu jammern, und beginnen Sie, nachzudenken!) Überlegen Sie sich doch, wie es gewesen ist und wie es heute ist. Sie haben diesen Punkt angesprochen, und ich möchte Ihnen nur darauf antworten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Staatsekretär! Meine Damen und Herren! Ja, Herr Donabauer, die Zeiten haben sich geändert, was die Betreuung von Flüchtlingen und auch die Aufnahme von Flüchtlingen betrifft, da gebe ich Ihnen Recht. (Abg. Donabauer: Hören Sie doch auf, zu jammern, und beginnen Sie, nachzudenken!) Überlegen Sie sich doch, wie es gewesen ist und wie es heute ist. Sie haben diesen Punkt angesprochen, und ich möchte Ihnen nur darauf antworten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Unter dem gemeinsamen Dach der 25 Länder werden ab 2004 Menschen unterschiedlichster Sprach- und Kulturräume und unterschiedlichster regionaler und kultureller Identitäten eng zusammenleben und zusammenarbeiten. Aufgaben von elementarer Bedeutung werden daher Integration, multikulturelle Zusammenarbeit und die Verteidigung kultureller Vielfalt gegen zahlreiche Vorurteile und Ängste sein. Europa ist eben nicht nur eine politische oder ökonomische Zweckgemeinschaft, sondern auch eine Kultur- und Wertegemeinschaft, denn wir werden mit der Erweiterung parallel zum wirtschaftlichen und politischen Zusammenwachsen auch kulturell wieder näher zusammenrücken. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wie man sieht, geht es also nicht nur um die Frage, ob die künftigen Mitgliedsländer gut auf die Erweiterung vorbereitet sind, sondern vor allem auch um die Frage, ob Österreich gut vorbereitet ist. Und da ist von der derzeitigen Regierung sehr viel versäumt worden, und zwar auch, wie ich meine, in der Auslandskulturpolitik. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man muss sehr wohl bedenken, dass diese Abstimmung, die heute und hier stattfinden wird, eine Abstimmung im Paket sein wird, die sicherlich anders und differenzierter aussehen würde, wenn es die Möglichkeit der Einzelabstimmung gäbe. Genau deshalb hat unsere Kollegin Barbara Rosenkranz gesagt, dass sie hier als Vertriebenensprecherin in der Frage der Beneš-Dekrete stellvertretend für die freiheitlichen Abgeordneten abstimmen wird, so wie unser Umweltsprecher, Kollege Klaus Wittauer, in der Frage Temelín stellvertretend für die freiheitlichen Abgeordneten abstimmen wird. Genau das ist der Punkt, dass es hiebei um zwei Bereiche geht, die aus Sicht der Freiheitlichen noch nicht ausreichend geklärt sind, und dass nicht gleiches Recht für alle Länder angewandt wurde. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
nämlich mit einer konstruktiv-kritischen Haltung zur EU-Osterweiterung in diese Osterweiterung hinein, denn nur wer kritisch verändert, verändert auch zum Guten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich denke, dass hier wirklich ein wichtiger Grund zum Handeln besteht, und ich bedanke mich ausdrücklich bei unserem Bundeskanzler, der in dieser Angelegenheit tätig geworden ist. Besonders möchte ich mich auch bei unserer Außenministerin bedanken, die in der „Pressestunde“ ja klargemacht hat, welch großes Anliegen ihr gerade das ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mitte Europas rücken, und darüber, glaube ich, können wir uns alle freuen. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Gefahr, dass der Arbeitsmarkt und der Dienstleistungsmarkt in verschiedenen Branchen verstärkt unter Druck geraten, ist sicherlich gegeben. Gerade deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist es wichtig, dass die EU und innerstaatliche Stellen eine aktive Rolle übernehmen und die Grenzregionen auf beiden Seiten der dann ja nicht mehr vorhandenen Grenzen stärken. Denn der beste Schutz für unsere Märkte ist eine florierende Wirtschaft in den Beitrittsländern mit gleichgezogenem Lohn- und Preisniveau, eine entschlossenen Bekämpfung des Schwarzarbeitgebertums und eine bestmögliche Qualifizierung unserer eigenen Arbeitskräfte. Gerade hier, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist Österreich besonders gefordert, eine aktivere Rolle zu übernehmen als bisher, damit wir nicht auch wirtschaftspolitisch unter die Räder kommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da ist aber der Wiener Stadtschulrat schuld! – Abg. Mag. Regler: Die gehen ja freiwillig in Pension! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Aber was macht Österreich unter einer Bildungsministerin Gehrer? – Es werden Schulstunden gekürzt, LehrerInnen ersatzlos in Pension geschickt (Abg. Scheibner: Da ist aber der Wiener Stadtschulrat schuld! – Abg. Mag. Regler: Die gehen ja freiwillig in Pension! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), durch Studiengebühren werden soziale Barrieren aufgebaut, Tausende Lehrstellensuchende, Kollege Scheibner, warten auf einen Lehrplatz. Jedes Jahr bietet sich an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen das gleiche Bild: Jede Menge hochbegabter Jugendliche, die eine Ausbildung machen wollen, die von der Wirtschaft dringend nachgefragt wird, wie zum Beispiel im Bereich Maschinenbau, werden wegen Platzmangels abgewiesen. Zahlreiche Qualifizierungsprojekte, für die es EU-Fördergelder gäbe, kön-
Abg. Scheibner: Es ist nie zu spät, Frau Kollegin!
Woran das liegt? – Vielleicht an der Qualität der Interessenvertretung der Wirtschaftstreibenden, die möglicherweise ihrem Informationsauftrag nicht ausreichend nachkommt. Wir wissen es nicht, aber was wir wissen, ist eines: Wenn jetzt nicht – und ich hoffe, es ist noch nicht zu spät (Abg. Scheibner: Es ist nie zu spät, Frau Kollegin!) – massive Kraftanstrengungen unternommen werden, um Versäumtes aufzuholen, dann wird unser Land geographisch zwar in der Mitte sein, aber sonst ganz schön im Eck stehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Woran das liegt? – Vielleicht an der Qualität der Interessenvertretung der Wirtschaftstreibenden, die möglicherweise ihrem Informationsauftrag nicht ausreichend nachkommt. Wir wissen es nicht, aber was wir wissen, ist eines: Wenn jetzt nicht – und ich hoffe, es ist noch nicht zu spät (Abg. Scheibner: Es ist nie zu spät, Frau Kollegin!) – massive Kraftanstrengungen unternommen werden, um Versäumtes aufzuholen, dann wird unser Land geographisch zwar in der Mitte sein, aber sonst ganz schön im Eck stehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Sburny: Ihre Stimme ist eine Stimme gegen die Erweiterung!
Die tschechische Umweltbewegung „Südböhmische Mütter“ fordert den Rücktritt des stellvertretenden tschechischen Industrieministers und eine Volksabstimmung zur Atomenergie. – Meine Stimme unterstützt diese Umweltbewegung. (Abg. Sburny: Ihre Stimme ist eine Stimme gegen die Erweiterung!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Alle oder nur Sie?
Wir nehmen die Ängste und Sorgen unserer Bürger ernst, deshalb werde ich für die Freiheitlichen mit Nein stimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Alle oder nur Sie?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte aber eines noch kritisch anmerken: Es ist in dieser Frage der EU-Osterweiterung, glaube ich, nicht dienlich, wenn uns die verschiedenen Fraktionen der Opposition Scheinheiligkeit vorwerfen oder meinen, unser Verhalten sei innenpolitisch motiviert. Für uns war es eine schwere Entscheidung. Wir haben wirklich sehr gerungen darum, und ich glaube, mit diesem Signal an Brüssel, mit diesem Signal an Tschechien haben wir nicht nur ein Signal gesetzt, sondern unsere Position dokumentiert, um es in Zukunft besser zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Eiserne Vorhang ist nunmehr hoffentlich auch aus den Köpfen beseitigt. Ich bin stolz, jener Politikergeneration anzugehören, die auch die Beitrittsländer sehr herzlich willkommen heißen darf. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich ersuche die Abgeordneten, diesem Entschließungsantrag beizutreten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir Österreicherinnen und Österreicher sind natürlich Bürger Europas. Wir sind EU-Staatsbürger, meine sehr geehrten Damen und Herren, wir sind aber vor allem Österreicher, und darauf sind wir stolz! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig: Ist Ihnen das gar nicht peinlich?
Deshalb haben wir hier in diesem Hohen Haus Österreichs Interessen zu vertreten, denn dieses Haus hier heißt ja auch Nationalrat, und nicht Internationalrat (Abg. Dr. Glawischnig: Ist Ihnen das gar nicht peinlich?), eben weil wir die Interessen, die nationalen Interessen Österreichs zu vertreten haben. Und es gibt nun einmal Sorgen und Ängste – berechtigte Sorgen und Ängste! – der Bevölkerung betreffend die Erweiterung der Europäischen Union.
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Lopatka.
Ich teile nicht die Meinung mancher Vorredner gerade von den Sozialdemokraten, dass sie die österreichische Bevölkerung davon überzeugen müssten, dass die Sorgen nicht begründet seien. Nein! Wir müssen die Sorgen der Österreicherinnen und Österreicher ernst nehmen. Das ist unsere Aufgabe! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Lopatka.)
Abg. Öllinger: Nicht nur in Beitrittsländern!
Diese Sorgen betreffen eben, wie bekannt, das Thema Sicherheit, das Thema Arbeitsplätze, vor allem auch wirtschaftliche Belange. Und, sehr geehrte Damen und Herren, es ist wohl unzweifelhaft, dass Korruption, organisierte Kriminalität, mangelnde Rechtssicherheit und dergleichen mehr in manchen Beitrittsländern tatsächlich existieren, und es fehlen auch entsprechende Umweltstandards. (Abg. Öllinger: Nicht nur in Beitrittsländern!) Das ist wohl unzweifelhaft!
Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.
Jetzt frage ich gerade Sie von den Grünen: Wo sind da Ihre kritischen Worte? Wo ist die Empörung, die Enttäuschung, die Angst wegen zum Beispiel Temelín? (Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.) Dieses schrottreife Kraftwerk wird ungehindert betrieben! Sie sind in den vergangenen Jahren gerne mit Sonntagsreden dahergekommen, aber heute, da der Tag wäre, dagegen die Stimme zu erheben, heute hören wir nichts von Ihnen – außer Euphorie! Und das ist gegenüber der Bevölkerung nicht gerecht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Stimmen Sie auch dagegen?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Stimmen Sie auch dagegen?
Jetzt frage ich gerade Sie von den Grünen: Wo sind da Ihre kritischen Worte? Wo ist die Empörung, die Enttäuschung, die Angst wegen zum Beispiel Temelín? (Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.) Dieses schrottreife Kraftwerk wird ungehindert betrieben! Sie sind in den vergangenen Jahren gerne mit Sonntagsreden dahergekommen, aber heute, da der Tag wäre, dagegen die Stimme zu erheben, heute hören wir nichts von Ihnen – außer Euphorie! Und das ist gegenüber der Bevölkerung nicht gerecht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Stimmen Sie auch dagegen?)
Abg. Mag. Lunacek: Stimmen Sie auch dagegen?
Wir Freiheitliche setzen ein Signal! Wir sind in den Jahren 2000, 2001, 2002 unterwegs gewesen und haben darauf aufmerksam gemacht, wie gefährlich Temelín für die österreichische Bevölkerung – und selbstverständlich auch für die tschechische Bevölkerung – ist. Wenn allerdings die Interessen dort nicht wahrgenommen werden, ist das bedauerlich. (Abg. Mag. Lunacek: Stimmen Sie auch dagegen?) Wir haben es hier im Nationalrat in unserer Hand!
Abg. Dr. Glawischnig: Na, dann arbeiten Sie etwas!
Ein weiteres Beispiel, bei dem wir tiefe Enttäuschung empfinden, ist die Transitregelung. (Abg. Dr. Glawischnig: Na, dann arbeiten Sie etwas!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich werde nicht müde zu betonen, dass Österreich ein Recht auf eine Transitregelung hat! Österreich hat, formal gesehen, ein Recht darauf. Die Frage ist natürlich nur: Was hilft es? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein weiteres Beispiel, bei dem wir tiefe Enttäuschung empfinden, ist die Transitregelung. (Abg. Dr. Glawischnig: Na, dann arbeiten Sie etwas!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich werde nicht müde zu betonen, dass Österreich ein Recht auf eine Transitregelung hat! Österreich hat, formal gesehen, ein Recht darauf. Die Frage ist natürlich nur: Was hilft es? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Mandak.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich lade Sie herzlich ein und bitte Sie, ernstlich zu prüfen, ob Sie dem zustimmen können. (Zwischenruf der Abg. Mandak.)
Abg. Öllinger: Sind Sie jetzt dafür oder dagegen?
Zum Abschluss kommend, Herr Präsident, ein Wort zu der Erweiterungseuphorie. Es stimmt, es stimmt zweifellos, dass wir mit dieser Erweiterung den Frieden sichern. (Abg. Öllinger: Sind Sie jetzt dafür oder dagegen?) Aber, sehr geehrte Damen und Herren, erweitern allein um des Friedens willen, das wird wohl nicht immer gelten (Abg. Dr. Glawischnig: Wie bitte?), denn dann müssten wir auch möglichst rasch Erweiterungsgespräche mit Russland führen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass mit Ausnahme des Herrn Gusenbauer jemand Interesse daran hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sind Sie jetzt dafür oder dagegen? Bitte beantworten Sie die Frage!)
Abg. Dr. Glawischnig: Wie bitte?
Zum Abschluss kommend, Herr Präsident, ein Wort zu der Erweiterungseuphorie. Es stimmt, es stimmt zweifellos, dass wir mit dieser Erweiterung den Frieden sichern. (Abg. Öllinger: Sind Sie jetzt dafür oder dagegen?) Aber, sehr geehrte Damen und Herren, erweitern allein um des Friedens willen, das wird wohl nicht immer gelten (Abg. Dr. Glawischnig: Wie bitte?), denn dann müssten wir auch möglichst rasch Erweiterungsgespräche mit Russland führen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass mit Ausnahme des Herrn Gusenbauer jemand Interesse daran hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sind Sie jetzt dafür oder dagegen? Bitte beantworten Sie die Frage!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sind Sie jetzt dafür oder dagegen? Bitte beantworten Sie die Frage!
Zum Abschluss kommend, Herr Präsident, ein Wort zu der Erweiterungseuphorie. Es stimmt, es stimmt zweifellos, dass wir mit dieser Erweiterung den Frieden sichern. (Abg. Öllinger: Sind Sie jetzt dafür oder dagegen?) Aber, sehr geehrte Damen und Herren, erweitern allein um des Friedens willen, das wird wohl nicht immer gelten (Abg. Dr. Glawischnig: Wie bitte?), denn dann müssten wir auch möglichst rasch Erweiterungsgespräche mit Russland führen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass mit Ausnahme des Herrn Gusenbauer jemand Interesse daran hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sind Sie jetzt dafür oder dagegen? Bitte beantworten Sie die Frage!)
Abg. Dr. Cap: Jetzt hat sich der Mainoni in einen Wirbel hineingeredet!
Als nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Brinek zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Cap: Jetzt hat sich der Mainoni in einen Wirbel hineingeredet!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.
nennen, und zwar den jetzigen Koordinator des Stabilitätspaktes für Südosteuropa Erhard Busek. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Und schließlich bedanke ich mich bei Staatssekretär Morak. Er hat neulich seine vierte große Kulturministerkonferenz mit 25 europäischen Ländern abgehalten und damit zu einem Kommunikations- und Gedankenaustausch beigetragen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) – Danke für die Zustimmung.
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Grünen.
Als Mitglied einer vertriebenen Familie möchte ich noch anmerken: Erinnern Sie sich daran, nach wie vielen Jahren nach dem Abzug der Besatzungsmächte 1955 hier die Historikerkommission zur Aufarbeitung der Geschichte eingerichtet wurde. Das waren mehrere Jahrzehnte. Messen wir also nicht mit verschiedenen Maßstäben! (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Grünen.) Und gehen wir mit Worten sehr sorgfältig um! Wie Heinrich Böll einmal gesagt hat: Ein und dasselbe Wort kann trösten, aber auch vernichten!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mehr Sensibilität uns – und herzlich willkommen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Lunacek: Der Bundesregierung!
Ich halte es jedoch durchaus für angebracht, die überschwängliche Euphorie ein wenig einzugrenzen. Frau Kollegin Lunacek hat von einer Zerrissenheit der Freiheitlichen, von Misstönen bei den Freiheitlichen gesprochen (Abg. Mag. Lunacek: Der Bundesregierung!) – ich habe das notiert – und Vorwürfe ob – aus ihrer Sicht – irgendwelcher Versäumnisse gemacht.
Abg. Neudeck: Jetzt haben es auch die Grünen verstanden!
Gleiches gilt für meine Kollegin Barbara Rosenkranz (Abg. Neudeck: Jetzt haben es auch die Grünen verstanden!), die ebenfalls als Bereichssprecherin, nämlich als Vertriebenensprecherin, ihre Stimme erhoben hat und dagegen stimmen wird – nicht als Person, sondern eben als Bereichssprecherin.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Stimmen Sie auch dagegen?
Ich teile die Meinung des ÖVP-Klubobmanns Willi Molterer, der gesagt hat, dass der Prozess jetzt mit dem Beitritt beginnt. Er ist nicht abgeschlossen, sondern er beginnt mit dem Beitritt. Wir Österreicher sollen und wollen diesen Weg begleiten. Wir wollen ihn konstruktiv, aber nicht unkritisch begleiten, und wir sind sicher, dass wir auf diesem Weg auch den Herausforderungen gerecht werden, den Risken begegnen und die Chancen nutzen können! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Stimmen Sie auch dagegen?)
Abg. Scheibner: Die Draken haben sie vertrieben!
Ich unterstreiche das unter dem Aspekt, dass es vor zwölf Jahren noch möglich war, dass ehemalige jugoslawische Kampfjets mit scharfer Munition und Bomben an Bord über Graz Thalerhof geflogen sind. (Abg. Scheibner: Die Draken haben sie vertrieben!) Ich unterstreiche das auch im Hinblick darauf, dass damals Panzerfäuste in Bad Radkersburg eingeschlagen haben und dass damit einer der grausamsten Kriege in Europa des letzten Jahrhunderts begonnen hat.
Abg. Hagenhofer: Sie sind in der Regierung!
Entscheidungen von historischer Tragweite finden nur dann Akzeptanz in der Bevölkerung, wenn sie nachvollziehbar sind und die Bevölkerung das Gefühl hat, dass ihre Ängste und Anliegen auch berücksichtigt werden. Ich meine, dass man nicht verleugnen kann, dass das Gefühl der Euphorie, das 1994 im Zusammenhang mit mehr als 60 Prozent der Zustimmung noch vorhanden war, nun einer massiven EU-Skepsis beziehungsweise einem massiven EU-Frust gewichen ist. Und ich sage, dass sich das die EU und alle, die wir beteiligt sind, selbst zuzuschreiben haben! (Abg. Hagenhofer: Sie sind in der Regierung!)
Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.
Was ist eingetreten? – Es hat zusätzliche Bürokratie und einen immer stärkeren Abgang von Entscheidungsprozessen nach Brüssel gegeben. Es gelten Mehrheitsentscheidungen und nicht mehr das Einstimmigkeitsprinzip. Ihr Killerargument war seinerzeit: Österreich hat mit dem Veto eine Stimme in Europa, wir können alles blockieren, wenn wir wollen! (Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.) Mittlerweile wurde das Einstimmigkeitsprinzip so aufgeweicht, dass es nur mehr in wesentlichen Fragen gilt.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.
Eines dieser Probleme ist die zunehmende Zahl an billigen Arbeitskräften an unseren Grenzen. Dieses Problem ist nicht zu negieren. Diese Sorgen müssen im Lichte der derzeitigen Arbeitsmarktstatistik, im Zusammenhang mit der zunehmenden Arbeitslosigkeit und auch unter dem Aspekt der Erhöhung des Pensionsantrittsalters ernster denn je genommen werden! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin froh darüber, dass es unserem Bundesminister Haupt gelungen ist, die siebenjährige Übergangsfrist mit Deutschland massiv umzusetzen, und wir werden auch darauf achten, dass diese nicht aufgeweicht wird. Das ist jetzt ein wichtiger Punkt, und wir alle sind gefordert, wirklich darauf zu achten, dass es hier keine Aufweichungen gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, dass wir diesbezüglich gute Chancen haben, wenn wir selbstbewusst sind. Dann wird es uns vielleicht gelingen, auch im Interesse der Österreicher die Bevölkerung doch wieder zu einem Meinungs- beziehungsweise Stimmungsumschwung zu bewegen, wenn die Bürger nämlich das Gefühl haben, dass ihre Interessen und Anliegen ehrlich, effizient und mit Nachdruck vertreten werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohe Regierung! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wir Freiheitlichen sind eine Europapartei. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.) Und wir werden auch in Zukunft eine solche bleiben, aber eine EU-kritische Europapartei! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohe Regierung! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wir Freiheitlichen sind eine Europapartei. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.) Und wir werden auch in Zukunft eine solche bleiben, aber eine EU-kritische Europapartei! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Öllinger.
All das sind Gründe, warum wir Freiheitlichen uns so verhalten, wie wir uns verhalten, auch wenn es den Grünen nicht passt. Wir stimmen gemeinsam als Mannschaft und deshalb unterschiedlich. (Demonstrativer Beifall des Abg. Öllinger.) Wir von der FPÖ sind die einzigen, die gegenüber Brüssel mit dieser Abstimmung ein Signal setzen und die Probleme weiterhin verfolgen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
All das sind Gründe, warum wir Freiheitlichen uns so verhalten, wie wir uns verhalten, auch wenn es den Grünen nicht passt. Wir stimmen gemeinsam als Mannschaft und deshalb unterschiedlich. (Demonstrativer Beifall des Abg. Öllinger.) Wir von der FPÖ sind die einzigen, die gegenüber Brüssel mit dieser Abstimmung ein Signal setzen und die Probleme weiterhin verfolgen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Er hält sich aber nicht daran!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Einem zu Wort gemeldet. Er kennt die Bestimmungen der Geschäftsordnung ganz genau. (Abg. Mag. Molterer: Er hält sich aber nicht daran!) Er wird sich ganz sicherlich gerne daran halten.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das war eine politische Wertung und keine tatsächliche Berichtigung!
Richtig ist, dass Bundeskanzler Vranitzky der Erste war, der eine Initiative in dieser Richtung, nämlich auf Umrüstung des Atomkraftwerkes Temelín in ein Gaskraftwerk, unternommen hat – und dass daher die genannte Behauptung falsch ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das war eine politische Wertung und keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei den Grünen.
Ein Nebensatz: In diesem Zusammenhang bleibt es völlig unerklärlich – und wird historisch auch immer so im Raum stehen bleiben –, warum wir in diesem Moment Kampfjets brauchen und in den nächsten Jahren auch finanzieren sollen. – Das sei nur am Rande bemerkt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte auf einige der kritischen Anmerkungen eingehen. Vorneweg haben wir Grüne selbst sehr viele kritische Anmerkungen hier eingebracht, aber sie beziehen sich primär auf uns selbst, nämlich auf uns als Teil der Europäischen Union, die ihre Hausaufgaben zu machen hat. Zum Beispiel müssen wir den heiklen Themenbereich der Verkehrspolitik grundsätzlich neu überdenken. Da wird ein neuer Wirtschaftsraum, ein einheitlicher politischer Raum entstehen, und es wird eine der dringenden ersten Fragen sein, eine neue Verkehrspolitik in Europa zu etablieren. Ich freue mich schon heute, dass meine Kollegin Eva Lichtenberger nach den Europawahlen gestärkt diesen Kampf für Österreich und für die österreichische Bevölkerung, aber im Sinne einer gesamteuropäischen Politik führen wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abschließend, meine Damen und Herren: Daher können wir auch mit Ihrem Antrag von der ÖVP bezüglich Sicherung der Menschenrechte durch die Tschechische Republik nicht mitgehen, weil unser Antrag viel konkreter ist. Er besagt, dass wir einen Zukunftsfonds einrichten, nicht bei Papieren, nicht bei Gesprächen bleiben, sondern konkrete Politik machen wollen. Das erwarten wir uns von dieser Bundesregierung, und diesbezüglich sind wir bisher leider sehr enttäuscht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es fehlen die nationalen Regelungen für die Wegekostenrichtlinie, wie Nachtfahrverbot, keine Ausnahmen bei Wochenendfahrten. Vor allem fehlt die Forderung nach einem gemeinsamen österreichischen Standpunkt für diese EU-Wegekostenrichtlinie, nämlich dass das in einem absehbaren Zeitraum – zum Beispiel bis 30. April – auch tatsächlich umgesetzt werden muss. – Dadurch, dass das nicht enthalten ist und dieser Antrag so schwammig und unpräzise ist, kann die sozialdemokratische Parlamentsfraktion dem nicht zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Weiters ist der Gedanke der Regionalen Partnerschaft enthalten – wiederum enthalten –, der bis zum heutigen Tag in Wirklichkeit als Form und Einrichtung nicht existiert hat, der aber zugleich auch die Wurzel des Problems ist, warum wir uns bei vielen Fragen in der Europäischen Union bislang nicht durchgesetzt haben. Man glaubt, auch gegen den Willen der jetzigen Beitrittsländer und ehemaligen Kronländer der Habsburgermonarchie, gegen das sich anscheinend herausbildende Kerneuropa zu Felde ziehen zu können. Es wird von Konsultation, Lobbying und gemeinsamen Interessen gesprochen. Mir ist gar nicht bewusst, dass diese Beitrittsländer willig sind, sich von Österreich quasi führen zu lassen. – Daher können wir auf Grund der vorhin genannten Punkten diesem Antrag der Regierungsparteien nicht zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es werden da einfach Dinge aufgezählt. Wahrscheinlich ist das ein politisches Valium für die FPÖ-Fraktion, damit sie heute der Ratifizierung zustimmen kann. Aber im Wesentlichen ist das, was hier geschrieben wurde, das Papier nicht wert, auf dem es steht. Daher werden auch wir diesem Antrag nicht zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist die Begründung dafür, warum wir diesen Anträgen nicht unsere Zustimmung geben können, aber sehr wohl eigene Anträge eingebracht haben, die unsere Redner heute sehr gut begründet haben und für die ich werben möchte, dass Sie diese unterstützen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: So lange sind wir noch gar nicht dabei!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Es ist erstaunlich, dass jetzt im Rahmen dieser Diskussion über die Erweiterung plötzlich die Anträge von den Regierungsfraktionen „daherpurzeln“, bei denen es um inhaltliche Probleme geht, die wir eigentlich in den letzten 15 Jahren in Angriff nehmen hätten sollen wie zum Beispiel das Transitproblem. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: So lange sind wir noch gar nicht dabei!)
Beifall bei den Grünen.
Zum ersten Antrag, zum Transitantrag: Es bleibt schon der schale Beigeschmack, dass es sich dabei ausschließlich um ein Placebo, um eine Beruhigung handelt – gerade weil der Antrag im Zusammenhang mit der Erweiterungsdiskussion eingebracht worden ist –, um die Zustimmung der Freiheitlichen in irgendeiner Form sicherzustellen. Aber es ist wenigstens ein konkreter Punkt enthalten, und das erweckt zumindest bei uns die Hoffnung, dass Sie zumindest Selbstbindungen ernst nehmen, und das ist die Klage. Allerdings bleiben Sie auf der inhaltlichen Ebene bezüglich Wegekostenrichtlinie bemerkenswert unkonkret. Aber trotzdem werden wir diesem Antrag zustimmen, und wir hoffen, dass Sie diesen Entschließungsantrag diesmal ernst nehmen und er nicht wiederum einer jener Entschließungsanträge ist, die dann in den Schubladen des Parlaments verschwinden und nie umgesetzt werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir werden diesem Antrag allerdings nicht wegen der Vorgangsweise nicht zustimmen, sondern wegen der inhaltlichen Schwäche. Sein Inhalt bleibt klar hinter dem zurück, was der Nationalrat in der letzten Legislaturperiode als Basis für seine Politik definiert hat. Und es tut mir wirklich Leid, dass man sich auf Abgeordnete wie Kollegen Kopf oder Wittauer nicht einmal in solchen Fragen verlassen kann. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Jarolim: Da ist auch zum Verstecken, Herr Präsident! – Abg. Scheibner: Halten Sie sich zurück! Das ist eine Frechheit!
Ich korrigiere – die beiden Abgeordneten haben sich hinter der Größe des Abgeordneten Hofmann versteckt –: Es ist dies mehrheitlich angenommen. (Abg. Dr. Jarolim: Da ist auch zum Verstecken, Herr Präsident! – Abg. Scheibner: Halten Sie sich zurück! Das ist eine Frechheit!) Die verfassungsmäßig erforderliche Zweidrittelmehrheit ist vorhanden.
Beifall bei der SPÖ.
Mit diesen und weiteren Kooperationen zum Beispiel zwischen den USA und Europa wird ein wichtiger Schritt hin zu einer umfassenden Klimabeobachtung gesetzt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist eigentlich erschreckend!
50 Millionen € kommen aus ERP-Mitteln. Aber die Regierung, die uns diesen Gesetzentwurf vorlegt, hat bis zum Zeitpunkt der Gesetzwerdung mit den amerikanischen Partnern, die dieses Geld zum Wiederaufbau des Landes zur Verfügung gestellt haben, diese neue Form des Einsatzes der ERP-Mittel nicht definitiv geklärt. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist eigentlich erschreckend!) Das nenne ich eine Regierung, die nicht einmal ihre Hausaufgaben machen kann, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
50 Millionen € kommen aus ERP-Mitteln. Aber die Regierung, die uns diesen Gesetzentwurf vorlegt, hat bis zum Zeitpunkt der Gesetzwerdung mit den amerikanischen Partnern, die dieses Geld zum Wiederaufbau des Landes zur Verfügung gestellt haben, diese neue Form des Einsatzes der ERP-Mittel nicht definitiv geklärt. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist eigentlich erschreckend!) Das nenne ich eine Regierung, die nicht einmal ihre Hausaufgaben machen kann, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt würde man wenigstens dem Argument der Verstetigung folgen und sagen, es soll eine langfristigere Finanzierung geben. Niemand aber sagt uns, was passiert, wenn die Nationalbank in einem Jahr keinen Gewinn zu verzeichnen hat. Denn dann, meine Damen und Herren, haben wir das Problem, dass eine Auszahlung von Mitteln der Nationalbank gegen die Vorschriften, dass es keine Finanzierung staatlicher Aufgaben oder Defizite durch Mittel der Nationalbank geben darf, verstößt. Und dann fehlt nicht nur der Herr Finanzminister – es fehlt seine Garantie, dass die Mittel aus dem Bundesbudget eingezahlt werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das hat nichts mit dem Konjunkturpaket zu tun, und wir werden in diesen Punkten sehr differenziert abstimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Sburny: Und wächst am schnellsten!
Was das Wachstum betrifft: Wir hatten 50 Prozent mehr Wachstum, sowohl im Vorjahr als auch heuer, als der Durchschnitt der Eurozone. Was die Stabilität betrifft: Im Bereich der Defizite ist der Euro-Durchschnitt doppelt so hoch wie unserer. Was den Arbeitsmarkt betrifft: Unsere Arbeitslosigkeit – jeder Arbeitslose ist zu viel, gar keine Frage – ist nur halb so groß wie der Durchschnitt der Eurozone. (Abg. Sburny: Und wächst am schnellsten!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Ob Stabilität, ob Wachstum oder Arbeitmarkt, egal, welche Kennzahl Sie auch nehmen, Herr Kollege Matznetter: Diese Regierung hat eine perfekte Leistungsbilanz vorzulegen, und mit dem vorliegenden Paket wird diese Leistungsbilanz auch in Zukunft fortdauern! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Was meinen Sie? (Abg. Dr. Matznetter: Verschlechterung der Jugendarbeitslosigkeit!) Aber Sie können trotzdem nicht widerlegen, dass wir, egal ob Wachstum, Stabilität oder Arbeitsmarkt, wesentlich besser dastehen als der Durchschnitt der EU-Länder. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist nicht zu widerlegen. Das konnten Sie im Finanzausschuss nicht widerlegen, Sie konnten es hier nicht widerlegen, und auch Ihre Zwischenrufe können das nicht widerlegen, Herr Kollege Matznetter!
Abg. Dr. Matznetter: Verschlechterung der Jugendarbeitslosigkeit!
Ob Stabilität, ob Wachstum oder Arbeitmarkt, egal, welche Kennzahl Sie auch nehmen, Herr Kollege Matznetter: Diese Regierung hat eine perfekte Leistungsbilanz vorzulegen, und mit dem vorliegenden Paket wird diese Leistungsbilanz auch in Zukunft fortdauern! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Was meinen Sie? (Abg. Dr. Matznetter: Verschlechterung der Jugendarbeitslosigkeit!) Aber Sie können trotzdem nicht widerlegen, dass wir, egal ob Wachstum, Stabilität oder Arbeitsmarkt, wesentlich besser dastehen als der Durchschnitt der EU-Länder. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist nicht zu widerlegen. Das konnten Sie im Finanzausschuss nicht widerlegen, Sie konnten es hier nicht widerlegen, und auch Ihre Zwischenrufe können das nicht widerlegen, Herr Kollege Matznetter!
Beifall bei der ÖVP.
Ob Stabilität, ob Wachstum oder Arbeitmarkt, egal, welche Kennzahl Sie auch nehmen, Herr Kollege Matznetter: Diese Regierung hat eine perfekte Leistungsbilanz vorzulegen, und mit dem vorliegenden Paket wird diese Leistungsbilanz auch in Zukunft fortdauern! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Was meinen Sie? (Abg. Dr. Matznetter: Verschlechterung der Jugendarbeitslosigkeit!) Aber Sie können trotzdem nicht widerlegen, dass wir, egal ob Wachstum, Stabilität oder Arbeitsmarkt, wesentlich besser dastehen als der Durchschnitt der EU-Länder. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist nicht zu widerlegen. Das konnten Sie im Finanzausschuss nicht widerlegen, Sie konnten es hier nicht widerlegen, und auch Ihre Zwischenrufe können das nicht widerlegen, Herr Kollege Matznetter!
Abg. Mag. Kogler: Wo denn?
Was die Zukunftsinvestitionen betrifft, meine Damen und Herren – ich werde noch näher darauf eingehen –, ist zu sagen, dieses Wachstumspaket enthält die größten Zukunftsinvestitionen, die dieses Parlament in den letzten Jahren beschlossen hat. Ich sage nur ein Stichwort: allein 20 Milliarden € für die Infrastruktur! (Abg. Mag. Kogler: Wo denn?) 20 Milliarden € für die Infrastruktur im Zeitraum von 1999 bis 2006.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir wissen, und diese Regierung ist sich dessen bewusst, dass die EU-Erweiterung, die wir gerade mit so überwältigender Mehrheit beschlossen haben, natürlich eine gewaltige Herausforderung für uns ist, nämlich eine gewaltige Herausforderung im Standortwettbewerb. Daher hat für uns Standortsicherung hohe Priorität, denn Standortsicherung heißt, Arbeitsplätze sichern, heißt, Einkommenschancen sichern, und heißt, soziale Sicherheit absichern. – Das heißt Standortsicherung, und das hat für uns absolute Priorität. Das ist für uns Zukunftsgestaltung und Verantwortung für die Zukunft! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ein langfristiger strategischer Nachteil, nämlich mit dem Rücken am Eisernen Vorhang, extreme Grenzlandsituation, ist beseitigt, wir liegen wieder im Herzen Europas. Wir werden diese Chance nützen, und ich bin froh, dass wir heute dieses Standort- und Wachstumspaket beschließen können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Lentsch: Kraut- und Rübengesetz haben Sie ...!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. – Bitte. (Abg. Lentsch: Kraut- und Rübengesetz haben Sie ...!)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Ich muss Ihnen ehrlich sagen, es bleibt fast nichts übrig von dem, was ursprünglich angekündigt war. Das heißt nicht, dass einzelne Punkte nicht auch von uns positiv bewertet werden. Ich werde, und natürlich auch meine NachrednerInnen, im Einzelnen noch darauf zu sprechen kommen. Aber mit Konjunkturpolitik hat das sehr wenig zu tun, das müssen wir uns einfach eingestehen. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Matznetter.
Darüber hinaus würde eine Investitionszuwachsprämie, die auf die letzten drei Jahre rekurriert und den Unterschied zu künftigen Investitionen herausrechnet, nur dazu führen, dass die Unternehmer dazu angehalten werden, drei Jahre lang nichts zu tun und alle vier Jahre irgendwo zu investieren, um möglichst viele Steuervorteile zu lukrieren. Es muss klar sein: 2004 muss Schluss sein mit der Prämie, genauso wie meine Rede jetzt vorläufig vorbei ist; ich werde sie später wieder aufnehmen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Mag. Kogler: Ja, diese!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Kogler, wollen Sie diese Rede fortsetzen? (Abg. Mag. Kogler: Ja, diese!) Das heißt, es ist nur eine Unterbrechung. (Abg. Mag. Kogler: Ja!)
Abg. Mag. Kogler: Ja!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Kogler, wollen Sie diese Rede fortsetzen? (Abg. Mag. Kogler: Ja, diese!) Das heißt, es ist nur eine Unterbrechung. (Abg. Mag. Kogler: Ja!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Gaßner: Christlich-sozial!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist eine ungeheure und bodenlose Frechheit, dass sich die Abgeordneten der ÖVP und der FPÖ nicht einmal mit den betroffenen Menschen auseinander gesetzt haben! Das haben sich behinderte Menschen, die im Leben stehen oder durchs Leben „rollen“, nicht verdient, die nur auf eine haarsträubende Ungerechtigkeit hinweisen wollten! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Gaßner: Christlich-sozial!)
Abg. Amon: Frau Kollegin! Wir waren erst vor 14 Tagen gemeinsam beim Integrations...!
Hier demaskieren sich Regierungsvertreterinnen und -vertreter. Bei Gala-Empfängen zum Thema „behinderte Menschen“ werden die Herz-Schmerz-Rührseligkeiten hervorgekramt, aber in der politischen Alltagsarbeit werden die Bedürfnisse behinderter Menschen eiskalt ignoriert. (Abg. Amon: Frau Kollegin! Wir waren erst vor 14 Tagen gemeinsam beim Integrations...!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Kollege, weil Sie sich so aufregen, würde ich Sie bitten: Zeigen Sie einmal Rückgrat und stimmen Sie für die rückwirkende Abschaffung der Unfallrentenbesteuerung! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Öllinger: Ja, leider!
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir beschäftigen uns heute zum wiederholten Male mit der Unfallrentenbesteuerung. (Abg. Öllinger: Ja, leider!) Ich freue mich, dass die Debatte dann irgendwann gegen Ende des Jahres beendet sein wird. Das letzte Mal haben wir uns am 12. November mit dieser Frage beschäftigt.
Abg. Silhavy: Das zeigt Ihre Gesinnung!
Alle diese Dinge verschweigen Sie! (Abg. Silhavy: Das zeigt Ihre Gesinnung!) Sie möchten im Jahr der Menschen mit Behinderungen aus einer an sich sehr, sehr schwierigen Frage nur politisches Kapital schlagen, Frau Kollegin. Und letztendlich verschweigen Sie natürlich auch, dass im Rahmen der Behindertenmilliarde die Behindertenvereine aus den Mitteln, die aus der Unfallrentenbesteuerung hereingekommen sind, wesentlich höhere Beiträge und Unterstützungen bekommen haben. Diese Gelder kommen auch jenen zugute, die kleine Renten beziehen und von der Unfallrentenbesteuerung gar nicht betroffen sind, Frau Kollegin Lapp. Auch das, so hoffe ich, wissen Sie.
Abg. Dr. Glawischnig: Was sonst?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sehen, dass die Diskussion über eine gerechte und sozial abgefederte Besteuerung aller Einkommen durchaus Sinn macht und auch gerechtfertigt ist. Trotzdem – trotzdem! – stehen wir zum Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes und fügen uns vollinhaltlich den Anordnungen des Gerichtshofes. (Abg. Dr. Glawischnig: Was sonst?) Ihr Antrag auf Fristsetzung kommt zu spät, Frau Kollegin Lapp, denn wie Sie wissen läuft die Besteuerung der Unfallrenten mit Ende dieses Jahres aus (Abg. Öllinger: Wer sagt das? – Das sagen Sie!), und – und das darf ich Ihnen auch sagen – es ist an eine Wiedereinführung der Unfallrentenbesteuerung nicht gedacht. (Abg. Öllinger: Und Lopatka?) Das hat unser Klubobmann Willi Molterer eindeutig klargestellt, und es sollten auch die Vertreter der SPÖ zur Kenntnis nehmen, dass das so sein wird! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Wer sagt das? – Das sagen Sie!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sehen, dass die Diskussion über eine gerechte und sozial abgefederte Besteuerung aller Einkommen durchaus Sinn macht und auch gerechtfertigt ist. Trotzdem – trotzdem! – stehen wir zum Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes und fügen uns vollinhaltlich den Anordnungen des Gerichtshofes. (Abg. Dr. Glawischnig: Was sonst?) Ihr Antrag auf Fristsetzung kommt zu spät, Frau Kollegin Lapp, denn wie Sie wissen läuft die Besteuerung der Unfallrenten mit Ende dieses Jahres aus (Abg. Öllinger: Wer sagt das? – Das sagen Sie!), und – und das darf ich Ihnen auch sagen – es ist an eine Wiedereinführung der Unfallrentenbesteuerung nicht gedacht. (Abg. Öllinger: Und Lopatka?) Das hat unser Klubobmann Willi Molterer eindeutig klargestellt, und es sollten auch die Vertreter der SPÖ zur Kenntnis nehmen, dass das so sein wird! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Und Lopatka?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sehen, dass die Diskussion über eine gerechte und sozial abgefederte Besteuerung aller Einkommen durchaus Sinn macht und auch gerechtfertigt ist. Trotzdem – trotzdem! – stehen wir zum Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes und fügen uns vollinhaltlich den Anordnungen des Gerichtshofes. (Abg. Dr. Glawischnig: Was sonst?) Ihr Antrag auf Fristsetzung kommt zu spät, Frau Kollegin Lapp, denn wie Sie wissen läuft die Besteuerung der Unfallrenten mit Ende dieses Jahres aus (Abg. Öllinger: Wer sagt das? – Das sagen Sie!), und – und das darf ich Ihnen auch sagen – es ist an eine Wiedereinführung der Unfallrentenbesteuerung nicht gedacht. (Abg. Öllinger: Und Lopatka?) Das hat unser Klubobmann Willi Molterer eindeutig klargestellt, und es sollten auch die Vertreter der SPÖ zur Kenntnis nehmen, dass das so sein wird! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sehen, dass die Diskussion über eine gerechte und sozial abgefederte Besteuerung aller Einkommen durchaus Sinn macht und auch gerechtfertigt ist. Trotzdem – trotzdem! – stehen wir zum Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes und fügen uns vollinhaltlich den Anordnungen des Gerichtshofes. (Abg. Dr. Glawischnig: Was sonst?) Ihr Antrag auf Fristsetzung kommt zu spät, Frau Kollegin Lapp, denn wie Sie wissen läuft die Besteuerung der Unfallrenten mit Ende dieses Jahres aus (Abg. Öllinger: Wer sagt das? – Das sagen Sie!), und – und das darf ich Ihnen auch sagen – es ist an eine Wiedereinführung der Unfallrentenbesteuerung nicht gedacht. (Abg. Öllinger: Und Lopatka?) Das hat unser Klubobmann Willi Molterer eindeutig klargestellt, und es sollten auch die Vertreter der SPÖ zur Kenntnis nehmen, dass das so sein wird! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Die FPÖ soll zeigen, ob die vom damaligen Vizekanzler und Sozialminister Mag. Haupt gemachten Aussagen betreffend die Freude über das Ende der Unfallrentensteuer auch in konkrete Taten münden. Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ, haben heute Gelegenheit, das zu beweisen. Unseren dringenden Appell, den wir auch an die Klubobleute von ÖVP und FPÖ geschickt haben, die Unfallrentenbesteuerung für 2003 ersatzlos und rückwirkend zu streichen, richte ich an alle Abgeordneten der Regierungsparteien. Diese Angelegenheit verdient es, nicht im parteipolitischen Interesse, sondern im Interesse der Bezieherinnen und Bezieher von Unfallrenten betrachtet zu werden. Unterstützen Sie deshalb den Fristsetzungsantrag der SPÖ! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Die Unfallrente läuft nicht aus!
Das hat auch Herr Bundesminister Herbert Haupt ... (Abg. Öllinger: Die Unfallrente läuft nicht aus!) – Wer sagt das? (Abg. Öllinger: Die Besteuerung!) Herr Kollege, die Besteuerung in dieser Form ist aufgehoben worden und wird auch in dieser Form nicht mehr eingeführt. (Abg. Parnigoni: In welcher denn? Was für eine Form der Besteuerung kommt jetzt?) – Herr Kollege, hören Sie mir einmal zu! – Die Unfallrentner, die ab dem 1. Juli 2001 einen Unfall erlitten haben, sind hier besonders benachteiligt, und für diese Personen muss es eine Möglichkeit geben, dass sie wie jene, die eine geringe Unfallrente haben – bis zu 20 000 S –, die Steuer auch rückerstattet bekommen.
Abg. Öllinger: Die Besteuerung!
Das hat auch Herr Bundesminister Herbert Haupt ... (Abg. Öllinger: Die Unfallrente läuft nicht aus!) – Wer sagt das? (Abg. Öllinger: Die Besteuerung!) Herr Kollege, die Besteuerung in dieser Form ist aufgehoben worden und wird auch in dieser Form nicht mehr eingeführt. (Abg. Parnigoni: In welcher denn? Was für eine Form der Besteuerung kommt jetzt?) – Herr Kollege, hören Sie mir einmal zu! – Die Unfallrentner, die ab dem 1. Juli 2001 einen Unfall erlitten haben, sind hier besonders benachteiligt, und für diese Personen muss es eine Möglichkeit geben, dass sie wie jene, die eine geringe Unfallrente haben – bis zu 20 000 S –, die Steuer auch rückerstattet bekommen.
Abg. Parnigoni: In welcher denn? Was für eine Form der Besteuerung kommt jetzt?
Das hat auch Herr Bundesminister Herbert Haupt ... (Abg. Öllinger: Die Unfallrente läuft nicht aus!) – Wer sagt das? (Abg. Öllinger: Die Besteuerung!) Herr Kollege, die Besteuerung in dieser Form ist aufgehoben worden und wird auch in dieser Form nicht mehr eingeführt. (Abg. Parnigoni: In welcher denn? Was für eine Form der Besteuerung kommt jetzt?) – Herr Kollege, hören Sie mir einmal zu! – Die Unfallrentner, die ab dem 1. Juli 2001 einen Unfall erlitten haben, sind hier besonders benachteiligt, und für diese Personen muss es eine Möglichkeit geben, dass sie wie jene, die eine geringe Unfallrente haben – bis zu 20 000 S –, die Steuer auch rückerstattet bekommen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist ungerecht in diesem System. Wir werden uns aber dafür einsetzen, dass im Jänner jene, die keine Rückerstattung erhalten haben und ab 1. Juli 2001 einen Unfall erlitten haben, auch die Möglichkeit haben, aus dem Härtefonds die abgezogene Steuer zurückzubekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.
Da muss man weiter die Frage stellen – und das nimmt ausdrücklich nicht auf deine Rede Bezug, Kollege Dolinschek –: Was denkt sich ein Kollege Trinkl, wenn er die Gerechtigkeitsfrage hier hereinbringt? (Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.) – Natürlich, Kollege Trinkl, die Gerechtigkeitsfrage. Und nach dem Maßstab der Gerechtigkeit muss man sich auch die Unfallrente anschauen, ob besteuert oder nicht besteuert.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die Unfallrente war immer – darauf geht das Urteil des VfGH leider nur zu oberflächlich ein – auch Schadenersatz, Haftpflicht des Unternehmens. Und wenn ich das so sehe, dann muss ich an diese Frage ganz anders herangehen und dann rechtfertigt sich auch die Befreiung von der Unfallrentenbesteuerung. Das, was Sie mit diesem Nichteingreifen jetzt vornehmen, ist eine ungleiche Lage für das Jahr 2003 schaffen. Die einen haben Anspruch auf Unterstützung durch den Fonds, die anderen nicht. Das ist bereits ein weiterer Fall für den VfGH. Ich hoffe, Sie wissen das. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Zur Geschäftsbehandlung!
Nach Schluss dieser Debatte wird die Abstimmung über den gegenständlichen Fristsetzungsantrag stattfinden. (Abg. Öllinger: Zur Geschäftsbehandlung!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
auf Beiziehung der Frau Bundesministerin Gehrer zu dieser Debatte. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Mainoni – in Richtung Grüne –: Das ist eine Schikane!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Antrag des Abgeordneten Öllinger beitreten, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und daher abgelehnt. (Abg. Mag. Mainoni – in Richtung Grüne –: Das ist eine Schikane!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Am 2. September hatten wir eine Fristsetzung über das Internationale Protokoll über den Eisenbahnverkehr. Da ging es der Regierung darum, die ÖBB zu thematisieren, und da war völlig klar, dass sich daran Herr Vizekanzler Gorbach und Herr Staatssekretär Kukacka beteiligen und zu Wort melden. Wenn es um Anliegen geht, die in der Öffentlichkeit momentan massiv diskutiert werden, um Anliegen des österreichischen Schulsystems, findet es die Regierung offenbar nicht der Mühe wert, sich einer Debatte im Parlament zu stellen, und das finde ich sehr bedauerlich. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Wiener Problem!
In der Jagdgasse im X. Bezirk in Wien Einstellung der Legastheniekurse, im Übrigen ein Phänomen, das Sie sich genauer anschauen sollten. (Abg. Dr. Brinek: Wiener Problem!) – Ich glaube, Wien gehört auch zu Österreich. Da können wir auch von Wien
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die Frau Bildungsministerin war völlig stur in dieser Frage. Sie war nicht bereit, geeignete Maßnahmen zu setzen. Ich glaube, die KollegInnen von der SPÖ werden heute noch einen konkreten Gesetzesantrag einbringen, der darauf abzielt, diese Möglichkeit ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Warum soll man das nicht wissen? Herr Kollege Scheibner! Ich sage Ihnen was: Es ist nicht üblich, dass man Anträge grundsätzlich erst drei Minuten vor der Abstimmung einbringt. Es kann auch so sein, dass man andere Fraktionen über Anträge informiert. (Abg. Scheibner: Wir wissen das nicht!) Das ist durchaus eine Praxis, die möglich ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wir wissen das nicht!
Die Frau Bildungsministerin war völlig stur in dieser Frage. Sie war nicht bereit, geeignete Maßnahmen zu setzen. Ich glaube, die KollegInnen von der SPÖ werden heute noch einen konkreten Gesetzesantrag einbringen, der darauf abzielt, diese Möglichkeit ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Warum soll man das nicht wissen? Herr Kollege Scheibner! Ich sage Ihnen was: Es ist nicht üblich, dass man Anträge grundsätzlich erst drei Minuten vor der Abstimmung einbringt. Es kann auch so sein, dass man andere Fraktionen über Anträge informiert. (Abg. Scheibner: Wir wissen das nicht!) Das ist durchaus eine Praxis, die möglich ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die Frau Bildungsministerin war völlig stur in dieser Frage. Sie war nicht bereit, geeignete Maßnahmen zu setzen. Ich glaube, die KollegInnen von der SPÖ werden heute noch einen konkreten Gesetzesantrag einbringen, der darauf abzielt, diese Möglichkeit ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Warum soll man das nicht wissen? Herr Kollege Scheibner! Ich sage Ihnen was: Es ist nicht üblich, dass man Anträge grundsätzlich erst drei Minuten vor der Abstimmung einbringt. Es kann auch so sein, dass man andere Fraktionen über Anträge informiert. (Abg. Scheibner: Wir wissen das nicht!) Das ist durchaus eine Praxis, die möglich ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Lentsch: Aus dem Jahre?
Aber jetzt komme ich zu etwas, was ich rechtlich mittlerweile für ziemlich fragwürdig halte. Diese Frühpensionierungsregelungen beziehen sich auf das so genannte Bundesbediensteten-Sozialplangesetz. (Abg. Lentsch: Aus dem Jahre?) – Es ist mir eigentlich egal, aus welchem Jahr. Ich kann Ihnen sagen, was die besonders drastische Maßnahme ist: die Reform des Juni, Frau Kollegin. Es ist im Juni festgelegt worden, dass auch alle, die unter 55 sind, in Pension gehen können, wenn sie bereits einen Frühpensionierungsantrag gestellt haben. Und im Juni dieses Jahres gab es eine schwarz-blaue Bundesregierung, wenn Sie darauf abstellen. Diese besondere Situation haben Sie allein zu verantworten. (Abg. Scheibner: Das Gesetz haben Sie auch schon gelesen?) – Dieses Gesetz habe ich gelesen, ich habe es auch mit, ich kann es Ihnen vorlesen, vielleicht können Sie sich dann auch einmal annähern.
Abg. Scheibner: Das Gesetz haben Sie auch schon gelesen?
Aber jetzt komme ich zu etwas, was ich rechtlich mittlerweile für ziemlich fragwürdig halte. Diese Frühpensionierungsregelungen beziehen sich auf das so genannte Bundesbediensteten-Sozialplangesetz. (Abg. Lentsch: Aus dem Jahre?) – Es ist mir eigentlich egal, aus welchem Jahr. Ich kann Ihnen sagen, was die besonders drastische Maßnahme ist: die Reform des Juni, Frau Kollegin. Es ist im Juni festgelegt worden, dass auch alle, die unter 55 sind, in Pension gehen können, wenn sie bereits einen Frühpensionierungsantrag gestellt haben. Und im Juni dieses Jahres gab es eine schwarz-blaue Bundesregierung, wenn Sie darauf abstellen. Diese besondere Situation haben Sie allein zu verantworten. (Abg. Scheibner: Das Gesetz haben Sie auch schon gelesen?) – Dieses Gesetz habe ich gelesen, ich habe es auch mit, ich kann es Ihnen vorlesen, vielleicht können Sie sich dann auch einmal annähern.
Abg. Scheibner: Sie wissen schon, dass die Frühpensionierung verweigert werden kann, wenn dienstrechtliche Gründe dagegenstehen?
Kollege Scheibner, wenn Sie schon meinen, ich hätte es nicht gelesen: Vielleicht können Sie mir erklären, was Sie mit den 14 VolksschuldirektorInnen in Neunkirchen machen. (Abg. Scheibner: Sie wissen schon, dass die Frühpensionierung verweigert werden kann, wenn dienstrechtliche Gründe dagegenstehen?) Werden die 14 VolksschuldirektorInnen in Neunkirchen nicht mehr nachbesetzt? Erlöschen die Planstellen in Neunkirchen? Gibt es in einem Drittel der Schulen in Neunkirchen keine Direktoren mehr? Ist das die Lösung des Problems? – Das kann es doch wohl nicht sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Scheibner.) – Herr Abgeordneter Scheibner, Sie können sich gerne zu Wort melden. Die Regierungsmitglieder reden ohnehin nicht. Ich glaube, es gibt genug Zeit bei dieser Debatte. Jetzt rede noch ich.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Scheibner.
Kollege Scheibner, wenn Sie schon meinen, ich hätte es nicht gelesen: Vielleicht können Sie mir erklären, was Sie mit den 14 VolksschuldirektorInnen in Neunkirchen machen. (Abg. Scheibner: Sie wissen schon, dass die Frühpensionierung verweigert werden kann, wenn dienstrechtliche Gründe dagegenstehen?) Werden die 14 VolksschuldirektorInnen in Neunkirchen nicht mehr nachbesetzt? Erlöschen die Planstellen in Neunkirchen? Gibt es in einem Drittel der Schulen in Neunkirchen keine Direktoren mehr? Ist das die Lösung des Problems? – Das kann es doch wohl nicht sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Scheibner.) – Herr Abgeordneter Scheibner, Sie können sich gerne zu Wort melden. Die Regierungsmitglieder reden ohnehin nicht. Ich glaube, es gibt genug Zeit bei dieser Debatte. Jetzt rede noch ich.
Abg. Scheibner: Das ist auch die falsche Gesetzesstelle!
Im Lehrerbereich ist das absolut nicht der Fall. Also in welcher Form diese Regelung wirklich gesetzeskonform war, wird zu überprüfen sein. Es gibt auch andere Stellen als das Parlament, das zu überprüfen. Ich glaube, dass das für den Rechnungshof eine äußerst interessante Angelegenheit sein wird, sich das näher anzuschauen. – Punkt eins der rechtlich fragwürdigen Vorgangsweise. (Abg. Scheibner: Das ist auch die falsche Gesetzesstelle!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Alternative!
Ich sage Ihnen, diese Reform ist nachhaltig danebengegangen, und sie wird jetzt zu Lasten der SchülerInnen ausgetragen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Alternative!)
Abg. Öllinger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Amon –: Da sind wir neugierig, was Sie zu sagen haben!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Amon. 5 Minuten Redezeit. (Abg. Öllinger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Amon –: Da sind wir neugierig, was Sie zu sagen haben!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Nur weil es Kollege Brosz und im Übrigen die gesamte Opposition immer wieder behauptet, wird es nicht wahrer: Das österreichische Bildungssystem ist auch nach allen internationalen Vergleichsstudien in einem hervorragenden Zustand. Trotz Ihrer ständigen Versuche, das österreichische Bildungssystem madig zu machen, wird diese Behauptung auch nicht wahrer. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Das ist auch von den Eltern und Kindern unerwünscht!
Zunächst einmal zur Frage „unerwünscht“. – Ich meine, es mag schon sein, dass das von Ihnen unerwünscht ist. (Abg. Sburny: Das ist auch von den Eltern und Kindern unerwünscht!) Aber die Lehrerinnen und Lehrer, die dieses Modell in Anspruch nehmen, stellen selbst den Antrag. Niemand wird gezwungen, in einen vorzeitigen Ruhestand zu gehen. Das ist eine Möglichkeit, im Übrigen aber auch eine Chance für über 8 000 junge, ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, eine Anstellung zu finden. Auch aus dieser Perspektive sollten Sie dieses Modell einmal sehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zunächst einmal zur Frage „unerwünscht“. – Ich meine, es mag schon sein, dass das von Ihnen unerwünscht ist. (Abg. Sburny: Das ist auch von den Eltern und Kindern unerwünscht!) Aber die Lehrerinnen und Lehrer, die dieses Modell in Anspruch nehmen, stellen selbst den Antrag. Niemand wird gezwungen, in einen vorzeitigen Ruhestand zu gehen. Das ist eine Möglichkeit, im Übrigen aber auch eine Chance für über 8 000 junge, ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, eine Anstellung zu finden. Auch aus dieser Perspektive sollten Sie dieses Modell einmal sehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nichtsdestotrotz halten wir den Vorschlag, dass wir jene Lehrerinnen und Lehrer, die jetzt in Pension gegangen sind, wieder zurückholen und dann wieder die jungen Lehrer aus dem System hinausdrängen, beileibe nicht für nachvollziehbar. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Stellenpläne sind auch noch um 1 277 Planposten überzogen worden. Allein Wien hat davon 602, also die Hälfte aller zusätzlichen Planstellen, erhalten. Es dürfte daher wohl eher auf das Missmanagement in der Bundeshauptstadt zurückzuführen sein und nicht auf die Arbeit unserer Frau Bundesministerin, die hervorragend ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Aber offenbar hat es dem Wiener Stadtschulrat noch nicht gereicht, zusätzlich über 600 Stellen zu bekommen, weshalb er sich dafür entschieden hat, den Dienststellenplan nicht nur um die zusätzlichen 602 Dienststellen sozusagen auszuweiten, sondern darüber hinaus noch einmal 700 zusätzliche Stellen zu schaffen, meine Damen und Herren! Und jetzt will man – jene, die in Pension gehen, sind ja automatisch über den Dienststellenplan nachzubesetzen – in Wien anscheinend gewisse Einsparungen vornehmen, und das auf dem Rücken der Bildungsministerin. – So nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Damit komme ich zum Schluss, meine Damen und Herren: Wenn von der Opposition in Wien das Chaos herbeigeredet wird, dann muss man schon die Verantwortung dorthin schieben, wohin sie auch gehört. Wenn der zuständige Beamte des Wiener Stadtschulrates mit Striptease-Partys im Stadtschulrat beschäftigt ist (der Redner zeigt eine Ausgabe der „Kronen-Zeitung“ mit der Schlagzeile: „Striptease-Party im Stadtschulrat“), statt sich mit den Fragen des Bildungssystems zu beschäftigen, dann ist die Verantwortung dorthin zu geben, wohin sie gehört! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Amon
Herr Kollege Amon, das eine hat aber mit dem anderen nichts zu tun! Es geht hier um ein ganz ernsthaftes Problem (Zwischenruf des Abg. Amon), nämlich um dieses (die Rednerin zeigt die Schlagzeile einer Tageszeitung – Zwischenrufe bei der ÖVP) – um Ihnen mit einer anderen Schlagzeile zu antworten. Es geht darum, dass durch den höchst eigenwilligen Einfall, eine Frühpensionierungswelle bei Lehrern mitten im Schuljahr auszurufen, an den Schulen eine schwer zu bewältigende Situation entstanden ist. (Abg. Dr. Fasslabend: Der Stadtschulrat muss ja das genehmigen!) Zum Glück gibt es
die Rednerin zeigt die Schlagzeile einer Tageszeitung – Zwischenrufe bei der ÖVP
Herr Kollege Amon, das eine hat aber mit dem anderen nichts zu tun! Es geht hier um ein ganz ernsthaftes Problem (Zwischenruf des Abg. Amon), nämlich um dieses (die Rednerin zeigt die Schlagzeile einer Tageszeitung – Zwischenrufe bei der ÖVP) – um Ihnen mit einer anderen Schlagzeile zu antworten. Es geht darum, dass durch den höchst eigenwilligen Einfall, eine Frühpensionierungswelle bei Lehrern mitten im Schuljahr auszurufen, an den Schulen eine schwer zu bewältigende Situation entstanden ist. (Abg. Dr. Fasslabend: Der Stadtschulrat muss ja das genehmigen!) Zum Glück gibt es
Abg. Dr. Fasslabend: Der Stadtschulrat muss ja das genehmigen!
Herr Kollege Amon, das eine hat aber mit dem anderen nichts zu tun! Es geht hier um ein ganz ernsthaftes Problem (Zwischenruf des Abg. Amon), nämlich um dieses (die Rednerin zeigt die Schlagzeile einer Tageszeitung – Zwischenrufe bei der ÖVP) – um Ihnen mit einer anderen Schlagzeile zu antworten. Es geht darum, dass durch den höchst eigenwilligen Einfall, eine Frühpensionierungswelle bei Lehrern mitten im Schuljahr auszurufen, an den Schulen eine schwer zu bewältigende Situation entstanden ist. (Abg. Dr. Fasslabend: Der Stadtschulrat muss ja das genehmigen!) Zum Glück gibt es
Abg. Dr. Fekter: Das ist nur in Wien ein Problem! Missmanagement in Wien ist es! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
kein Chaos an den österreichischen Schulen, auch nicht an den Wiener Schulen. (Abg. Dr. Fekter: Das ist nur in Wien ein Problem! Missmanagement in Wien ist es! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dass die Junglehrer jetzt eine Chance bekommen, stimmt ja nicht. Das ist eine Mär! Denn diese Stellen werden nicht durch neue Lehrer nachbesetzt, sondern durch Umschichtungen, indem ganz wichtige Stützsysteme zurückgefahren werden, indem wir bald nur mehr das Regelschulwesen haben und keine Stützungen mehr für Kinder, die eine Stützung besonders dringend brauchen, zum Beispiel Kinder mit nicht deutscher Muttersprache, die zusätzlichen Deutsch-Unterricht brauchen, zum Beispiel Kinder in Integrationsklassen, die zusätzliche Betreuung brauchen, und so weiter. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die legasthenischen Kinder sind auch schon angesprochen worden.
Beifall bei der SPÖ.
Übrigens: Ein Drittel – ein Drittel! – der in Frühpension gegangenen Lehrerinnen und Lehrer ist in Wien in Frühpension gegangen. Sie sehen also, dass hier eine besondere Betroffenheit entstanden ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Weil Sie Wien ansprechen: Wien nimmt diesen Auftrag besonders ernst, und Wien will diesen Auftrag auch weiter erfüllen. In Wien gibt es 626 Integrationsklassen, in anderen Bundesländern sind es 20 oder 30. Wien will auch den Auftrag, Ganztagesklassen zu führen, weiter erfüllen – in Wien gibt es den politischen Willen dazu. Es gibt 1 398 Ganztagesklassen – im restlichen Österreich insgesamt 55. In Wien gibt es natürlich einen höheren Anteil an Kindern mit nicht deutscher Muttersprache – und in Wien gibt es den politischen Willen, diese Kinder zu integrieren, und dieser politische Wille wird weiter bestehen, und daher brauchen wir in Wien natürlich in einem höheren Ausmaß die entsprechenden Stützlehrer. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
und die Kinder müssten sich nicht von ihren Lehrern trennen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Es liegt einmal mehr auf der Hand, dass die Opposition wieder einmal die Schule für Parteipolitik missbraucht! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Kindesmissbrauch! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist ja nicht das erste Mal. Es gibt viele Demonstrationen, wo die Kinder missbraucht werden. (Ruf bei der SPÖ: Kindesmissbrauch! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Und jetzt werden nicht nur die Kinder missbraucht, sondern auch die Lehrer und die Eltern von der Opposition missbraucht. Der Beweis liegt auf der Hand. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Warum regen Sie sich so auf? (Abg. Dr. Puswald: Was ist mit Kindesmissbrauch? Was wollen Sie damit sagen? Wissen Sie überhaupt, was Sie sagen?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist ja nicht das erste Mal. Es gibt viele Demonstrationen, wo die Kinder missbraucht werden. (Ruf bei der SPÖ: Kindesmissbrauch! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Und jetzt werden nicht nur die Kinder missbraucht, sondern auch die Lehrer und die Eltern von der Opposition missbraucht. Der Beweis liegt auf der Hand. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Warum regen Sie sich so auf? (Abg. Dr. Puswald: Was ist mit Kindesmissbrauch? Was wollen Sie damit sagen? Wissen Sie überhaupt, was Sie sagen?)
Abg. Dr. Puswald: Was ist mit Kindesmissbrauch? Was wollen Sie damit sagen? Wissen Sie überhaupt, was Sie sagen?
Es ist ja nicht das erste Mal. Es gibt viele Demonstrationen, wo die Kinder missbraucht werden. (Ruf bei der SPÖ: Kindesmissbrauch! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Und jetzt werden nicht nur die Kinder missbraucht, sondern auch die Lehrer und die Eltern von der Opposition missbraucht. Der Beweis liegt auf der Hand. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Warum regen Sie sich so auf? (Abg. Dr. Puswald: Was ist mit Kindesmissbrauch? Was wollen Sie damit sagen? Wissen Sie überhaupt, was Sie sagen?)
Abg. Dr. Puswald: Eine Entgleisung der Sonderklasse!
Allein die Stadtschulratspräsidentin, SPÖ-Parteigängerin, schreibt unter dem Vorwand einer objektiven Information an die Lehrerschaft, dass ein vom Bund überfallsartiges, kurzfristig beschlossenes Gesetz der Anlass dafür war, eine große Zahl von LehrerInnen in den Vorruhestand zu schicken. (Abg. Dr. Puswald: Eine Entgleisung der Sonderklasse!) Der Termin sei überfallsartig mit 1. Dezember festgelegt, parallel dazu zwinge der Bund die Länder im so genannten Finanzausgleich, restriktive Stellenplan-Richtlinien einzuhalten und so weiter.
Abg. Dr. Puswald: Sie verunsichern!
Der Inhalt dieses Briefes entbehrt jeglicher Grundlage, ist eine glatte Verunsicherung vor allem der Lehrer, letztendlich aber auch der Eltern und der Schüler. (Abg. Dr. Puswald: Sie verunsichern!)
Abg. Dr. Puswald: Welche Linie verfolgen Sie außer Zickzack?
Ich sage Ihnen gleich, warum: Erstens – Kollege Amon hat es schon gesagt –: Kein einziger Lehrer, keine einzige Lehrerin, kein einziger Direktor, keine einzige Direktorin wurde gezwungen (Abg. Dr. Puswald: Welche Linie verfolgen Sie außer Zickzack?), dieses Vorruhestandsmodell in Anspruch zu nehmen. Die sind freiwillig gegangen, oft mit großen Abschlägen, das wissen Sie ganz genau! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen gleich, warum: Erstens – Kollege Amon hat es schon gesagt –: Kein einziger Lehrer, keine einzige Lehrerin, kein einziger Direktor, keine einzige Direktorin wurde gezwungen (Abg. Dr. Puswald: Welche Linie verfolgen Sie außer Zickzack?), dieses Vorruhestandsmodell in Anspruch zu nehmen. Die sind freiwillig gegangen, oft mit großen Abschlägen, das wissen Sie ganz genau! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Gradwohl: Fakten schaffen und sich von der Verantwortung verabschieden!
All das sind Beweise dafür, dass die gesamte Debatte, die Sie hier führen, die Aufregung rein virtuell sind – und die Fakten sind eben anders. (Abg. Gradwohl: Fakten schaffen und sich von der Verantwortung verabschieden!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Letzten Endes hat die Behörde in Wien die Genehmigung zu erteilen, und wenn sie dies macht, so ist das die Angelegenheit der Stadt Wien. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen, dass es aber auch anders gehen kann – und jetzt wird wieder ein Aufschrei kommen. Es geht nämlich dort anders, wo Freiheitliche das Sagen haben, auch in der Schulpolitik das Sagen haben, nämlich im Bundesland Kärnten. Kärnten hat rechtzeitig, weitsichtig, umsichtig geplant. Kärnten hat sich an den Kosten beteiligt – mit 34 Millionen € –, und Kärnten hat kein Problem bei den Frühpensionierungen. Ganz im Gegenteil: Man hat die Möglichkeit, 60 junge Pädagogen, die auf der Warteliste stehen, endlich im Schulbereich zu beschäftigen, ihnen eine Anstellung zu ermöglichen. Und das ist eben der große Unterschied zwischen der Stadt Wien und einem Bundesland, in dem es einen freiheitlichen Landeshauptmann gibt, der in der Schulpolitik das Sagen hat. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Alles andere sind fadenscheinige Argumentationen aus Ihrer Sicht, um einmal mehr die Schule für Parteipolitik zu missbrauchen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Poštovane dame i gospodo! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Zuerst möchte ich mich an den Kollegen Amon wenden. Lieber Herr Kollege Amon! Wenn nicht einmal der Schul- oder Bildungssprecher der ÖVP die österreichischen Schulgesetze versteht und kennt, wie sollen dann die Eltern der Tausenden – es sind wahrscheinlich Tausende – betroffenen Schülerinnen und Schüler, die Opfer dieser fehlgeleiteten, misslungenen, ja geradezu bösartigen Bildungspolitik dieser Bundesregierung sind, diese Maßnahmen verstehen?! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Amon: Das ist genau die Zahl, ...!
Und was ist jetzt? – Vor zwei oder drei Tagen habe ich gehört, wie Frau Bundesministerin Gehrer gesagt hat: Die 1 300 Förderlehrer dieses Landes sind nicht in Frage gestellt. Jetzt frage ich mich: Wo sind die 700 zwischen 1999 und 2003 hingekommen? In Österreich machen jetzt um 700 Lehrer weniger diese Art von Unterricht. Fast jede Volksschule ist davon betroffen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Amon: Das ist genau die Zahl, ...!)
Abg. Gaál: Das wird vernichtet!
Vor allem fehlen sie genau dort – jetzt wiederhole ich das, was schon gesagt wurde –, wo es besonderen Förderbedarf gibt! Dort gibt es sie nicht mehr, dort wurden und werden die Lehrer abgezogen. Aber genau das war und ist das Positive, das Besondere und das Wertvolle am österreichischen öffentlichen Schulsystem. (Abg. Gaál: Das wird vernichtet!)
Abg. Donabauer: Reg dich nicht so auf!
Auch wenn wir Grünen und die Sozialdemokraten, die Opposition – und das ist unsere Pflicht –, die Lücken und die Mängel in dem System, die es noch gibt, aufzeigen, bekennen wir uns zum öffentlichen Schulsystem und zu dem, was in den letzten Jahrzehnten geleistet wurde. Man kann es verbessern. Aber das, was Sie machen, ist Obstruktionspolitik von den konstruktiven Maßnahmen, die in den letzten Jahren gesetzt wurden! (Abg. Donabauer: Reg dich nicht so auf!) Bewusst und willentlich!
Abg. Donabauer: Eine halbe Lehrerin auch? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wissen Sie, was es bedeutet, dass eine ganze Lehrerin von dieser Schule weg ist? (Abg. Donabauer: Eine halbe Lehrerin auch? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Und nächste Woche kommt noch eine Lehrerin von der Schule weg.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Keine Rede davon, dass man jungen LehrerInnen eine Chance gibt! Gar nicht! Das ist beinhartes Sparen auf dem Rücken der Bildung, der österreichischen Kinder, und das hat diese blau-schwarze Regierung zu verantworten! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich würde Ihnen von den Regierungsparteien vorschlagen: Die Kinder sollen einmal kommen und Ihnen erzählen, was sie haben wollen, denn Sie alle haben leider schon lange keine Schule von innen gesehen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich kann Ihnen nur sagen: Konjunkturpaket oder Wachstumspaket ist etwas anderes. Zu Teilen der Forschungsförderung und zur Investitionszuwachsprämie ja, aber sonst ist das eine völlige Vernebelungsaktion, wie wir sie ja ohnehin gewohnt sind. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Matznetter! Matznetter!
Ich möchte Kollegen Matzenetter zitieren, der in seiner Rede vor inzwischen jetzt schon fast zwei Stunden gesagt hat, er wisse schon, dass Österreich in der Vergangenheit bei den Forschungszahlen hinten gelegen seien, aber er wolle die Schuld nicht der Wirtschaft geben. Es sei nicht richtig, wenn man die Schuld der Wirtschaft, den Privaten gebe, dass sie zu wenig in die Forschung investiert hätten. – Damit hat Kollege Matzenetter Recht, denn ... (Rufe bei der SPÖ: Matznetter! Matznetter!) – Matznetter – wo ist er? Der Kollege ist nicht hier, das ist das Problem, er sollte sich das nämlich anhören. Er hat nämlich gesagt, er wolle die Schuld nicht den Privaten geben. – Ja wem gibt er denn dann die Schuld dafür, dass wir in der Vergangenheit vor allem bei den Forschungszahlen hinten gelegen sind? Ich sage es Ihnen: Die Schuld ist natürlich bei Ihrer damaligen Regierung zu sehen, denn Sie haben es verabsäumt, hier zu handeln! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich möchte Kollegen Matzenetter zitieren, der in seiner Rede vor inzwischen jetzt schon fast zwei Stunden gesagt hat, er wisse schon, dass Österreich in der Vergangenheit bei den Forschungszahlen hinten gelegen seien, aber er wolle die Schuld nicht der Wirtschaft geben. Es sei nicht richtig, wenn man die Schuld der Wirtschaft, den Privaten gebe, dass sie zu wenig in die Forschung investiert hätten. – Damit hat Kollege Matzenetter Recht, denn ... (Rufe bei der SPÖ: Matznetter! Matznetter!) – Matznetter – wo ist er? Der Kollege ist nicht hier, das ist das Problem, er sollte sich das nämlich anhören. Er hat nämlich gesagt, er wolle die Schuld nicht den Privaten geben. – Ja wem gibt er denn dann die Schuld dafür, dass wir in der Vergangenheit vor allem bei den Forschungszahlen hinten gelegen sind? Ich sage es Ihnen: Die Schuld ist natürlich bei Ihrer damaligen Regierung zu sehen, denn Sie haben es verabsäumt, hier zu handeln! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die jetzige Regierung hat es geschafft, innerhalb von kürzester Zeit die Forschungsquote auf 2 Prozent zu erhöhen, und bis 2006, Sie werden es sehen, werden wir sie auf 2,5 Prozent erhöhen. Was Sie geschafft haben, waren 0,4 Prozent. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Wir verabschieden jetzt das dritte Wachstumspaket, eine richtige Frischzellenkur für Österreich und die Wirtschaft. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Es bringt mehr Geld für die Wirtschaft, mehr Geld für die Forschung, mehr Geld und Anreize für Investitionen, mehr Geld für die Infrastruktur und eben auch Förderungen für die kleineren und mittleren Unternehmen. Und das Schöne für uns Freiheitliche daran ist, dass es doch zu zwei Dritteln die freiheitliche Handschrift trägt, denn ein großer Teil, vor allem der Forschungs- und Infrastrukturbereich, kommt aus dem freiheitlichen Infrastrukturministerium. Insofern ist es für uns erfreulich, dass wir diese Maßnahmen mit gestalten und mit setzen konnten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir verabschieden jetzt das dritte Wachstumspaket, eine richtige Frischzellenkur für Österreich und die Wirtschaft. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Es bringt mehr Geld für die Wirtschaft, mehr Geld für die Forschung, mehr Geld und Anreize für Investitionen, mehr Geld für die Infrastruktur und eben auch Förderungen für die kleineren und mittleren Unternehmen. Und das Schöne für uns Freiheitliche daran ist, dass es doch zu zwei Dritteln die freiheitliche Handschrift trägt, denn ein großer Teil, vor allem der Forschungs- und Infrastrukturbereich, kommt aus dem freiheitlichen Infrastrukturministerium. Insofern ist es für uns erfreulich, dass wir diese Maßnahmen mit gestalten und mit setzen konnten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Der sucht das Haar in der Suppe!
Ein weiterer Punkt ist die Nationalstiftung, die vom Infrastrukturministerium gemeinsam mit dem Finanzministerium gemacht wird: Hier werden für Forschung 125 Millionen € jährlich ausgegeben. Diesen Betrag schüttet die Nationalstiftung gemeinsam mit dem ERP-Fonds aus. Wenn Sie da jetzt wieder probieren – der Kollege ist immer noch nicht da –, ein Haar in der Suppe zu finden, weil Sie sagen, Sie wissen nicht, woher das Geld kommt ... (Abg. Neudeck: Der sucht das Haar in der Suppe!) – Der sucht das Haar in der Suppe, ja. Wahrscheinlich isst er gerade, weil er sich wieder stärken muss. Aber hier immer alles schlecht zu reden, wo eine wirklich gute Maßnahme für die Forschung und die Wissenschaft in Österreich gesetzt wird, das ist wirklich hanebüchen. (Zwischenruf der Abg. Binder.)
Zwischenruf der Abg. Binder.
Ein weiterer Punkt ist die Nationalstiftung, die vom Infrastrukturministerium gemeinsam mit dem Finanzministerium gemacht wird: Hier werden für Forschung 125 Millionen € jährlich ausgegeben. Diesen Betrag schüttet die Nationalstiftung gemeinsam mit dem ERP-Fonds aus. Wenn Sie da jetzt wieder probieren – der Kollege ist immer noch nicht da –, ein Haar in der Suppe zu finden, weil Sie sagen, Sie wissen nicht, woher das Geld kommt ... (Abg. Neudeck: Der sucht das Haar in der Suppe!) – Der sucht das Haar in der Suppe, ja. Wahrscheinlich isst er gerade, weil er sich wieder stärken muss. Aber hier immer alles schlecht zu reden, wo eine wirklich gute Maßnahme für die Forschung und die Wissenschaft in Österreich gesetzt wird, das ist wirklich hanebüchen. (Zwischenruf der Abg. Binder.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Binder.
Auch wenn Sie es nicht mehr hören können, liebe Kollegin, Sie werden es immer wieder hören, dass wir in der Regierung gute Maßnahmen setzen und dass Sie es in Ihrer Regierungszeit nicht geschafft haben, für die Forschung viel Geld bereit zu stellen und Anreize zu schaffen. Das werden Sie bei jeder Rede immer wieder hören, zum zehnten, zum elften und zum zwölften Mal, tut mir Leid. Nein, es tut mir nicht Leid, es ist gut so, dass Sie es immer wieder hören, denn Sie leiden manchmal auch daran, dass Sie gewisse Dinge vergessen, nicht mehr wissen wollen, sich nicht mehr entsinnen können und auch nicht entsinnen wollen, was Sie nicht getan haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Binder.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir werden natürlich auch die Steuerreformmaßnahmen setzen, die ab 1. Jänner 2004 schon beschlossen worden sind, und es wird auch noch eine große Steuerreform geben, die im nächsten Jahr, so Gott will, auch beschlossen wird, wenn die Verhandlungen positiv weiterlaufen. Wir machen Wachstumspolitik – das ist Zukunftspolitik für unser Land, und das ist eine gute Zukunft für Österreich mit dieser Bundesregierung. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Neudeck – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Einem –: Also nicht so wie vorher!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Einem zu Wort gemeldet. Zu berichtigender Sachverhalt, tatsächlicher Sachverhalt, keine politischen Wertungen. – Herr Abgeordneter, Sie sind am Wort. (Abg. Neudeck – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Einem –: Also nicht so wie vorher!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Scheibner: Das war eine schwache tatsächliche Berichtigung!
Frau Kollegin, das war ein schwaches Argument. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Scheibner: Das war eine schwache tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Scheibner: Korrekt, aber schwach!
Präsident Dr. Andreas Khol: Bis auf die letzten drei Worte war das eine absolut korrekte tatsächliche Berichtigung. (Abg. Scheibner: Korrekt, aber schwach!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sie, Herr Abgeordneter Kogler, haben vor kurzem nach Evaluierungen gerufen: Richtig, man soll Maßnahmen so bald wie möglich evaluieren lassen, und wir, der Finanzminister und ich, haben das auch beim Wirtschaftsforschungsinstitut in Auftrag gegeben, auch beim IHS. Und die Qualifizierung für das Konjunkturpaket I und II war so schlecht nicht. Die Evaluierung hat nämlich gezeigt, dass vom heurigen Wachstum von rund 1 Prozent etwa 0,75 Prozent Resultat und Resultante der Konjunkturpakte I und II sind – eine durchaus bemerkenswerte Qualifizierung durch das Wirtschaftsforschungsinstitut, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Maximal!
Es ist fast alles aus diesem Titel frisches Geld, fast 100 Millionen €, denn – und das muss man Herrn Matznetter auch sagen dürfen – man muss schon in die Zukunft blicken und sagen: Was wird denn die Nationalbank in den Jahren 2004 und 2005 ausschütten können?, und nicht retrospektiv auf das schauen, was in der Vergangenheit an Gewinn ausschüttbar war. Da ist es nun einmal so, dass in den nächsten Jahren etwa 30 Millionen € aus dem Jubiläumsfonds der Notenbank zu erwarten sind. Diese 30 Millionen, abgezogen von den 125 Millionen, ergeben fast 100 Millionen € frisches Geld (Abg. Sburny: Maximal!) aus diesem Titel für Österreichs Forschung, für Österreichs Zukunft, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist fast alles aus diesem Titel frisches Geld, fast 100 Millionen €, denn – und das muss man Herrn Matznetter auch sagen dürfen – man muss schon in die Zukunft blicken und sagen: Was wird denn die Nationalbank in den Jahren 2004 und 2005 ausschütten können?, und nicht retrospektiv auf das schauen, was in der Vergangenheit an Gewinn ausschüttbar war. Da ist es nun einmal so, dass in den nächsten Jahren etwa 30 Millionen € aus dem Jubiläumsfonds der Notenbank zu erwarten sind. Diese 30 Millionen, abgezogen von den 125 Millionen, ergeben fast 100 Millionen € frisches Geld (Abg. Sburny: Maximal!) aus diesem Titel für Österreichs Forschung, für Österreichs Zukunft, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: ... eintrifft, Herr Minister!
In diesem Zusammenhang komme ich auf das zu sprechen, was Herr Abgeordneter Einem gerade kritisiert hat: Zwischen 1999 und 2003 waren es nicht 0,1 Prozent Plus an F&E-Quote, Herr Dr. Einem, sondern bei einem Ansteigen von 1,86 Prozent auf geschätzte 2,09 Prozent für das Jahr 2003 waren es über 0,2, nämlich 0,23 Prozentpunkte. Es könnte mehr sein, aber es ist jedenfalls immer noch doppelt so viel, wie Sie hier dem Hohen Hause gerade weiszumachen versucht haben. (Abg. Gradwohl: ... eintrifft, Herr Minister!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dipl.-Ing. Hofmann.
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Vizekanzler! Lassen Sie mich abschließend an dieser Stelle noch der Sozialpartnerschaft danken, weil ich meine, es ist bemerkenswert, dass den Sozialpartnern zum Thema Zumutbarkeit ein Abschluss gelungen ist – ein lange verhandeltes Thema, ein Thema, wo wir keine Verschärfung und keine strengere Regelung, sondern eine Modernisierung, eine Optimierung der Zumutbarkeitsbestimmungen im Sinne der arbeitslosen Menschen wollen. Wir wollen nicht, dass jemand getäuscht wird und nach zwölf Monaten Arbeitslosigkeit dann ohne jeden Schutz Notstandshilfebezieher wird. Hier haben die Sozialpartner wegweisend gesagt: Es braucht einen gewissen Berufsschutz, aber nach 100 Tagen soll dieser zum Teil auch durch einen Einkommensschutz abgelöst werden können. Dieser Einkommensschutz wird zuerst mit 80 Prozent und nach weiteren 20 Tagen dann mit 75 Prozent des ursprünglichen Einkommens des arbeitslos gewordenen Bürgers bemessen. Das ist vernünftig, denn das verbessert die Vermittlungschancen, und das ist im Interesse der arbeitslosen Menschen dieses Landes – genauso wie es im Interesse der Arbeitnehmer und der Wirtschaft dieses Landes ist, dass wir dieses Wachstumspaket schnüren! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dipl.-Ing. Hofmann.)
Abg. Jakob Auer: Ah doch? Doch?
Natürlich ist auch der hohe Euro-Kurs ein Problem, das uns in den nächsten Jahren belasten wird – das gebe ich schon zu. (Abg. Jakob Auer: Ah doch? Doch?) Das
Beifall bei der SPÖ.
Was Österreich braucht, ist nicht eine solche Minimalpackung, sondern wir brauchen einen Vitaminstoß! Wir brauchen kein Placebo, wir brauchen auch kein Mogelpackerl – das brauchen wir nicht –, sondern wir brauchen eine ordentliche Wachstumsmaschinerie! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Beherzigen Sie diesen Spruch in Ihren wirtschaftspolitischen Überlegungen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Jakob Auer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Der Wunsch wäre länger!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Herr Abgeordneter Jakob Auer. 4 Minuten Wunschredezeit. (Abg. Jakob Auer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Der Wunsch wäre länger!)
Ruf bei der SPÖ: Von Kant ist das!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Verehrte Damen und Herren! Der Oppositionsabgeordnete Moser meinte, wenn die Einsicht spät komme, sei es schwierig, etwas positiv in Gang zu bringen (Ruf bei der SPÖ: Von Kant ist das!) Mit diesem Zitat hat er Recht. Aber gerade diese positive Einsicht der Opposition zu einem bemerkenswerten Standortgesetz vermisse ich.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Verehrte Damen und Herren! Mit diesem Wachstums- und Standortgesetz, das wir heute hier debattieren und auch beschließen werden, wird der erfolgreiche wirtschaftspolitische Kurs dieses Landes fortgesetzt. Da hilft Ihre Kritik nichts! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Jakob, ich hör dich immer gerne!
Diese Regierung blickt in die Zukunft, verehrte Damen und Herren, und setzt die entsprechenden Schwerpunkte. Das wird gerade auch dann deutlich, wenn man sich Österreich im Vergleich mit anderen EU-Ländern, mit anders regierten Ländern ansieht. Ich weiß, das hört man natürlich nicht gerne (Abg. Parnigoni: Jakob, ich hör dich immer gerne!), aber es ist nun einmal ein wesentlicher Punkt, dass Österreich der Exportweltmeister gewesen ist. Sie können sehen: Hier ist Österreich – und da liegen viele andere EU-Staaten hinter uns. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Diese Regierung blickt in die Zukunft, verehrte Damen und Herren, und setzt die entsprechenden Schwerpunkte. Das wird gerade auch dann deutlich, wenn man sich Österreich im Vergleich mit anderen EU-Ländern, mit anders regierten Ländern ansieht. Ich weiß, das hört man natürlich nicht gerne (Abg. Parnigoni: Jakob, ich hör dich immer gerne!), aber es ist nun einmal ein wesentlicher Punkt, dass Österreich der Exportweltmeister gewesen ist. Sie können sehen: Hier ist Österreich – und da liegen viele andere EU-Staaten hinter uns. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Verehrte Damen und Herren! Da können Sie noch so nette Zwischenrufe machen, an diesen Fakten des Erfolges können Sie nicht vorbei! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Trotz Grün!
„Oberösterreichs Arbeitsmarkt blieb auch im November stabil, meldet das AMS.“ (Abg. Sburny: Trotz Grün!) – Nicht die Regierung, sondern das AMS! – „... 4,2 Prozent: der niedrigste Wert aller Bundesländer, ...“ (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Sogar mehr Beschäftigte als im November! – Erfreulich für mich ist, dass unter diesen sehr positiven Daten und Fakten der Bezirk Wels Land, aus dem ich komme, als der absolut beste Bezirk aufscheint. (Abg. Mag. Hans Moser: Das ist ein Zufall!) Zugegeben: Wir haben das Glück, über eine hervorragende Infrastruktur zu verfügen – Westbahn, West Autobahn, Pyhrn Autobahn, die Innkreis Autobahn –, wir sind hervorragend angeschlossen. Doch das soll ausdrücklich gesagt werden: Es gibt hier den mit Abstand höchsten Zuwachs, nämlich 35,6 Prozent, an Arbeitskräften, an Beschäftigten in den letzten zehn Jahren. Das ist herzeigbar!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
„Oberösterreichs Arbeitsmarkt blieb auch im November stabil, meldet das AMS.“ (Abg. Sburny: Trotz Grün!) – Nicht die Regierung, sondern das AMS! – „... 4,2 Prozent: der niedrigste Wert aller Bundesländer, ...“ (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Sogar mehr Beschäftigte als im November! – Erfreulich für mich ist, dass unter diesen sehr positiven Daten und Fakten der Bezirk Wels Land, aus dem ich komme, als der absolut beste Bezirk aufscheint. (Abg. Mag. Hans Moser: Das ist ein Zufall!) Zugegeben: Wir haben das Glück, über eine hervorragende Infrastruktur zu verfügen – Westbahn, West Autobahn, Pyhrn Autobahn, die Innkreis Autobahn –, wir sind hervorragend angeschlossen. Doch das soll ausdrücklich gesagt werden: Es gibt hier den mit Abstand höchsten Zuwachs, nämlich 35,6 Prozent, an Arbeitskräften, an Beschäftigten in den letzten zehn Jahren. Das ist herzeigbar!
Abg. Mag. Hans Moser: Das ist ein Zufall!
„Oberösterreichs Arbeitsmarkt blieb auch im November stabil, meldet das AMS.“ (Abg. Sburny: Trotz Grün!) – Nicht die Regierung, sondern das AMS! – „... 4,2 Prozent: der niedrigste Wert aller Bundesländer, ...“ (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Sogar mehr Beschäftigte als im November! – Erfreulich für mich ist, dass unter diesen sehr positiven Daten und Fakten der Bezirk Wels Land, aus dem ich komme, als der absolut beste Bezirk aufscheint. (Abg. Mag. Hans Moser: Das ist ein Zufall!) Zugegeben: Wir haben das Glück, über eine hervorragende Infrastruktur zu verfügen – Westbahn, West Autobahn, Pyhrn Autobahn, die Innkreis Autobahn –, wir sind hervorragend angeschlossen. Doch das soll ausdrücklich gesagt werden: Es gibt hier den mit Abstand höchsten Zuwachs, nämlich 35,6 Prozent, an Arbeitskräften, an Beschäftigten in den letzten zehn Jahren. Das ist herzeigbar!
Abg. Dr. Van der Bellen: Was ist mit Kärnten?
Ich will gar nicht darauf hinweisen, welch entgegengesetzte Zahlen Wien aufweist. (Abg. Dr. Van der Bellen: Was ist mit Kärnten?) Aber vor allem eines, Herr Kollege Van der Bellen, möchte ich sagen. Es war leider auf Grund des Zeitdruckes nicht möglich, das noch weiter auszuführen. Einen Punkt noch, Herr Kollege Moser! Es ist wenige Monate, wenige Wochen her, da standen Sie und viele Ihrer Kollegen hier und haben die Voest-Privatisierung gegeißelt. Das sei ein Filetieren, ein Zerteilen, eine Abwanderung von Arbeitsplätzen drohe und so weiter. Wissen Sie, was die Zeitung „Oberösterreichische Nachrichten“ heute als Schlagzeile hat? – „Grünes Licht für voest-Ausbau um zwei Milliarden Euro“.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Mag. Moser: Verschenkt!
Das ist auf Schiene, das wird umgesetzt! Das ist eine Erfolgsstory sondergleichen, die werden Sie nicht verhindern können. Das ist eine herzeigbare Investition, wie sie noch kaum ein Betrieb in Österreich gemacht hat – letztlich auch dank der Rahmenbedingungen, die geschaffen worden sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Mag. Moser: Verschenkt!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Es stimmt schon, was Kollege Auer sagt, dass die Kritik der Opposition nichts bewirke. Die Frage ist nur, ob es vernünftig ist, wenn Kritik nichts bewirkt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Wirtschaftsforschungsinstitut!
Herr Minister Bartenstein! Sie haben das Wirtschaftsförderungsinstitut zitiert. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Wirtschaftsforschungsinstitut!) – Wirtschaftsforschungsinsti-
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Da es diese Verbindlichkeit nicht gibt, stehen wir dieser Nationalstiftung kritisch gegenüber, wenn auch einzelne Punkte, insbesondere im Bereich steuerlicher Maßnahmen positiv diskutiert werden könnten, sage ich jetzt im Konjunktiv. Ich – und mit mir auch andere – fürchte, dass diese Mittel so gewählt sind, dass sie jenen Konzernen, die jetzt schon Forschung und Technologieentwicklung positiv betreiben, helfen werden, das auch weiter zu machen. Aber die Hebelwirkung, um Klein- und Mittelbetriebe, um die es geht, zu Forschung anzuregen, die sie bis jetzt noch nicht betrieben haben – zum Teil zumindest –, wird zu wenig sein. Darauf können Sie hoffen, aber der Advent hat auch sein Ende. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Grünewald: Ist schon unterwegs!
Ich würde aber bitten, Herr Abgeordneter Grünewald, bald, weil ich in 10 Minuten das Präsidium verlasse. (Abg. Dr. Grünewald: Ist schon unterwegs!)
Abg. Dr. Matznetter: April 2002!
Man hätte schon auch erwarten dürfen, dass Sie irgendwelche Vorschläge machen, denn wenn das der Vorschlag (Abg. Dr. Matznetter: April 2002!), Herr Kollege Matznetter, wenn das der Vorschlag war, Ihr Entschließungsantrag, nämlich die Steuerreform vorzuziehen (Abg. Sburny: Es gibt einen eigenen Vorschlag für Nationalstiftungen von den Grünen!), und zwar 4 Milliarden €, 1 Milliarde für die Wirtschaft, 2 Milliarden für die Einkommensteuer und Lohnsteuer (Abg. Dr. Matznetter: Drei! Halt!) und 1 Milliarde für Forschung und Entwicklung ohne Gegenfinanzierung (Abg. Dr. Matznetter: Steht im Regierungsprogramm! Falsch! Nein!), dann haben wir bald einen Verschuldungsgrad wie in den alten Zeiten der sozialdemokratischen Finanzminister. Das möchten wir uns nicht mehr wünschen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Lesen – denken – sprechen!)
Abg. Sburny: Es gibt einen eigenen Vorschlag für Nationalstiftungen von den Grünen!
Man hätte schon auch erwarten dürfen, dass Sie irgendwelche Vorschläge machen, denn wenn das der Vorschlag (Abg. Dr. Matznetter: April 2002!), Herr Kollege Matznetter, wenn das der Vorschlag war, Ihr Entschließungsantrag, nämlich die Steuerreform vorzuziehen (Abg. Sburny: Es gibt einen eigenen Vorschlag für Nationalstiftungen von den Grünen!), und zwar 4 Milliarden €, 1 Milliarde für die Wirtschaft, 2 Milliarden für die Einkommensteuer und Lohnsteuer (Abg. Dr. Matznetter: Drei! Halt!) und 1 Milliarde für Forschung und Entwicklung ohne Gegenfinanzierung (Abg. Dr. Matznetter: Steht im Regierungsprogramm! Falsch! Nein!), dann haben wir bald einen Verschuldungsgrad wie in den alten Zeiten der sozialdemokratischen Finanzminister. Das möchten wir uns nicht mehr wünschen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Lesen – denken – sprechen!)
Abg. Dr. Matznetter: Drei! Halt!
Man hätte schon auch erwarten dürfen, dass Sie irgendwelche Vorschläge machen, denn wenn das der Vorschlag (Abg. Dr. Matznetter: April 2002!), Herr Kollege Matznetter, wenn das der Vorschlag war, Ihr Entschließungsantrag, nämlich die Steuerreform vorzuziehen (Abg. Sburny: Es gibt einen eigenen Vorschlag für Nationalstiftungen von den Grünen!), und zwar 4 Milliarden €, 1 Milliarde für die Wirtschaft, 2 Milliarden für die Einkommensteuer und Lohnsteuer (Abg. Dr. Matznetter: Drei! Halt!) und 1 Milliarde für Forschung und Entwicklung ohne Gegenfinanzierung (Abg. Dr. Matznetter: Steht im Regierungsprogramm! Falsch! Nein!), dann haben wir bald einen Verschuldungsgrad wie in den alten Zeiten der sozialdemokratischen Finanzminister. Das möchten wir uns nicht mehr wünschen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Lesen – denken – sprechen!)
Abg. Dr. Matznetter: Steht im Regierungsprogramm! Falsch! Nein!
Man hätte schon auch erwarten dürfen, dass Sie irgendwelche Vorschläge machen, denn wenn das der Vorschlag (Abg. Dr. Matznetter: April 2002!), Herr Kollege Matznetter, wenn das der Vorschlag war, Ihr Entschließungsantrag, nämlich die Steuerreform vorzuziehen (Abg. Sburny: Es gibt einen eigenen Vorschlag für Nationalstiftungen von den Grünen!), und zwar 4 Milliarden €, 1 Milliarde für die Wirtschaft, 2 Milliarden für die Einkommensteuer und Lohnsteuer (Abg. Dr. Matznetter: Drei! Halt!) und 1 Milliarde für Forschung und Entwicklung ohne Gegenfinanzierung (Abg. Dr. Matznetter: Steht im Regierungsprogramm! Falsch! Nein!), dann haben wir bald einen Verschuldungsgrad wie in den alten Zeiten der sozialdemokratischen Finanzminister. Das möchten wir uns nicht mehr wünschen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Lesen – denken – sprechen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Lesen – denken – sprechen!
Man hätte schon auch erwarten dürfen, dass Sie irgendwelche Vorschläge machen, denn wenn das der Vorschlag (Abg. Dr. Matznetter: April 2002!), Herr Kollege Matznetter, wenn das der Vorschlag war, Ihr Entschließungsantrag, nämlich die Steuerreform vorzuziehen (Abg. Sburny: Es gibt einen eigenen Vorschlag für Nationalstiftungen von den Grünen!), und zwar 4 Milliarden €, 1 Milliarde für die Wirtschaft, 2 Milliarden für die Einkommensteuer und Lohnsteuer (Abg. Dr. Matznetter: Drei! Halt!) und 1 Milliarde für Forschung und Entwicklung ohne Gegenfinanzierung (Abg. Dr. Matznetter: Steht im Regierungsprogramm! Falsch! Nein!), dann haben wir bald einen Verschuldungsgrad wie in den alten Zeiten der sozialdemokratischen Finanzminister. Das möchten wir uns nicht mehr wünschen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Lesen – denken – sprechen!)
Abg. Dr. Matznetter: Da haben Sie Dr. Gusenbauer wieder nicht verstanden! ...!
Das Paradoxe kommt ja erst hinzu, denn, Herr Kollege Matznetter, vor ein paar Monaten wollten Sie uns weismachen, dass Sie das Nulldefizit in der Verfassung verankern wollen. (Abg. Dr. Matznetter: Da haben Sie Dr. Gusenbauer wieder nicht verstanden! ...!) Wie steht denn das im Einklang mit Ihren Forderungen? Das muss ich Sie wirklich einmal bei einer seriösen Betrachtung der Finanz- und Steuerpolitik in Österreich fragen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.
Da hat die Bundesregierung, so glaube ich, zu Recht mit dieser Wachstumsoffensive die richtigen Mittel gewählt, um die Wirtschaft wirklich erfolgreich auszustatten. Es ist kein Argument, ständig auf den Zahlen der Forschungsquote herumzureiten, wenn wir das klare Ziel verfolgen, dass wir dem Lissabonner Beschluss gerecht werden wollen und bis zum Jahr 2006 eine Forschungsquote in der Größenordnung von 2,6 Prozent erzielen möchten. Das muss doch auch in Ihrem Interesse liegen, wenn 1 Milliarde € zusätzlich für Forschung und Entwicklung zur Verfügung steht. Ich verstehe wirklich nicht, was Sie daran auszusetzen haben! Wenn wir in die richtigen Sparten investieren – und Sie wissen, der freie Handel allein macht noch kein Wachstum aus, der freie Handel allein ist zu wenig –, wird das klappen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Öllinger: Es ist richtig, aber es greift nicht!
Wir brauchen die richtigen sinnvollen Investitionen in die Technologie. Sie kommen hier heraus und kritisieren die hohen Arbeitslosenzahlen, die sicherlich auch stimmen. Die Arbeitslosenzahlen bei den Akademikern sind relativ hoch. Ich finde es aber anständig und richtig, dass die Bundesregierung gerade hier den Hebel ansetzt und in der Technologieoffensive sehr viele Mittel einsetzt, damit diese Arbeitslosen, die hoch qualifiziert sind, wieder Beschäftigung finden. Das ist ein gutes Rezept, auf das wir auch stolz sein können, meine Damen und Herren. (Abg. Öllinger: Es ist richtig, aber es greift nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Und all das in Summe mit der ersten Etappe der Steuerreform, bei der es um eine Nettoentlastung von 600 Millionen € geht, bei der die 13. Umsatzsteuervorauszahlung abgeschafft wird, bei der eine Steuerfreistellung von Einkommen bis zu 14 500 € erwirkt wurde und wir auf nicht entnommene Gewinne nur mehr den halben Steuersatz anwenden –, das, meine Damen und Herren, ist eine gute Basis, um die Wirtschaft in Österreich wieder auf Vordermann zu bringen und für Beschäftigung und Wachstum zu sorgen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Noch nie in den letzten Jahren wurde so viel Geld für Forschung und Entwicklung einerseits und für Maßnahmen zur Infrastrukturinvestition andererseits eingesetzt wie in Zeiten wie diesen durch diese Regierung. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn ich die Daten, die auch Kollege Bartenstein schon zum Besten gegeben hat, vergleiche, so muss ich sagen: Deutschland: 0,2 Prozent im vorigen Jahr, vermutlich 0,0 Prozent heuer; Frankreich: 1,2 Prozent im vorigen Jahr, 0,5 Prozent heuer; Euro-Zone: 0,9 Prozent im vorigen Jahr, 0,5 Prozent heuer. Da werden auch in Ihren Reihen die Steuerberater, die ja auf Zahlen reflektieren, zugeben müssen, dass diese Regierung offensichtlich die richtigen Maßnahmen gesetzt hat und dabei ist, wieder das Richtige zu tun. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben auch aufgezeigt, wie das Erreichen dieser Quote finanzierbar ist. Würden wir zwei Drittel aus privaten Initiativen, ein Drittel aus öffentlichen Initiativen erzielen, dann wäre das, wie auch internationale Experten bestätigen, das richtige Verhältnis; derzeit ist das Verhältnis 58 zu 42 Prozent. So wäre die Quote 3,0 Prozent am BIP bis 2010 zu erreichen. Dann wären wir dort, wo wir hingehören, nämlich unter den Top 3 international, und genau dort möchte ich Österreich im Bereich Forschung und Entwicklung sehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bin Ihrer Meinung, wenn Sie sagen, dass die Arbeitslosenzahl von rund 240 000 oder einer Viertelmillion viel zu hoch ist. Gerade deshalb setzen wir ja diese Maßnahmen, und deshalb schauen wir, dass die Arbeitsplätze gesichert werden, und deshalb schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Im Rahmen der Konjunkturpakete I und II dieser Bundesregierung konnten allein durch die Investitionen in die Infrastruktur im Bereich Verkehr, Schiene und Straße, etwa 14 000 bis 18 000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Nehmen Sie auch diese Zahl zur Kenntnis! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Österreicher sagen: Herzlich willkommen!, weil wir dann nämlich auf Grund unserer Politik schon dort sein werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher: mehr Objektivität, bitte, in den eigenen Reihen, denn wenn Sie unsere Vorschläge vertagen und dann sagen, es seien keine da, dann ist das mehr als eigenartig! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Lentsch.
Das Wachstums- und Standortgesetz ist meiner Meinung nach eigentlich ein weiterer Teil in einem unzusammenhängenden Stückwerk, das die Bundesregierung unter dem Titel „Wachstumsstimulierung“ vorlegt. Das ist inzwischen schon das dritte angebliche Wachstumspaket. Das heißt, die ersten beiden waren unzureichend, denn dann würden wir jetzt kein drittes brauchen. In Wirklichkeit ist auch dieses Gesetz weit davon entfernt, ein Manifest einer wirklich durchstrukturierten Wirtschaftspolitik zu sein. Es ist vielmehr eine Aneinanderreihung von Einzelmaßnahmen, und man braucht kein studierter Ökonometriker zu sein, um zu erkennen, dass da die Multiplikatoreffekte relativ gering sein werden. (Zwischenruf der Abg. Lentsch.)
Ruf bei der SPÖ: Gewagt!
Auch was die Nachwuchsförderung für die Fußball-Europameisterschaft 2008 betrifft, für die wir natürlich alle sind, muss ich sagen: Das in ein Wachstum- und Standortgesetz hineinzuverpacken, ist schon sehr ambitioniert. (Ruf bei der SPÖ: Gewagt!)
Beifall bei der SPÖ.
Alles in allem: Dieses Wachstumspaket – wir werden trotzdem zustimmen, denn besser als gar nichts ist es doch, und es ist eben doch ein bisschen etwas – ist wirklich ein Bekenntnis zu Ihrer eigenen Ziellosigkeit in der Wirtschaftspolitik. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Dann lehnt sie ab!
Abschließend, Herr Kollege Moser, möchte ich kurz auf Ihre Ausführungen eingehen, die übrigens diametral zum Redebeitrag des Kollegen Hoscher waren, der sagte, dass die Opposition sehr wohl Vorschläge eingebracht habe. Dazu darf ich sagen: Ja, aber diese Vorschläge waren indiskutabel (Abg. Silhavy: Dann lehnt sie ab!) beziehungsweise – und noch einmal – diese Vorstellungen wurden, was beispielsweise die Gegenfinanzierung anlangt, keineswegs seriös dargestellt. (Weiterer Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Weiterer Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Abschließend, Herr Kollege Moser, möchte ich kurz auf Ihre Ausführungen eingehen, die übrigens diametral zum Redebeitrag des Kollegen Hoscher waren, der sagte, dass die Opposition sehr wohl Vorschläge eingebracht habe. Dazu darf ich sagen: Ja, aber diese Vorschläge waren indiskutabel (Abg. Silhavy: Dann lehnt sie ab!) beziehungsweise – und noch einmal – diese Vorstellungen wurden, was beispielsweise die Gegenfinanzierung anlangt, keineswegs seriös dargestellt. (Weiterer Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Daher haben Sie, Kollege Moser, mit dieser Feststellung vollkommen Recht. – Wir von der Regierung aber nehmen diese Verantwortung und Arbeit gerne auf uns. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie stellt zwar schon sicher, dass die Forschungsquote steigt, was in Ihrem Sinne ist, aber sie stellt aber nicht unbedingt sicher, dass zusätzlich geforscht wird, denn im Extremfall kann das heißen, dass eine große Firma, die heute schon große Forschungsaufwendungen hat, zusätzlich zum Beispiel für Gebäude oder Ähnliches Abschreibungen machen kann, dafür Freibeträge erhält, aber nicht mehr forscht als sonst. Doch das kann wohl nicht im Sinne des Erfinders sein. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das heißt, so wichtig eine Kontrolloffensive auch ist: Ohne Geräte, ohne hohes Niveau dieser Ausbildung wird daraus nichts werden. Sie öffnen bei dieser Gelegenheit die Tür für die Privatisierung der Polizei im hochrangigen Straßennetz, und das geht aus unserer Sicht weit über das Ziel hinaus. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Herr Abgeordneter Matznetter! Die sozialistisch dominierten Regierungen haben kein Geld hinterlassen, sondern nur Schulden. Deshalb ist es uns jetzt nicht möglich, das immer wieder zitierte Deficit Spending zu machen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Wir können nicht mehr die Staatsschulden erhöhen, sondern – ganz im
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Gegenteil! – wir müssen weiter den Konsolidierungskurs fahren, denn sonst hätten wir auf alle Fälle das Staatsfiasko vor uns hätten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Den Vitaminstoß, den Herr Abgeordneter Moser gefordert hat, könnten wir auch nur dann machen, wenn wir Deficit Spending machen könnten und wenn Reserven vorhanden wären. Aber das alles ist ja, wie gesagt, nicht der Fall.
Abg. Dr. Matznetter: Das war die erfolgreichste Politik einer Regierung ...!
Obwohl diese Bundesregierung den Konsolidierungskurs weiterfährt und gegen die Konjunkturabschwächung des vergangenen Jahres ankämpfen muss, hat sie jetzt dieses dritte Konjunkturbelebungspaket vorgelegt. Ich glaube schon, dass Sie das auch positiv quittieren sollten. Meine sehr geehrten Damen und Herren, all das, was sozialistische Bundeskanzler, sozialistische Sozialminister und Wirtschaftsminister nicht gemacht haben, holt jetzt diese schwarz-blaue Bundesregierung auf! (Abg. Dr. Matznetter: Das war die erfolgreichste Politik einer Regierung ...!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Wann macht ihr einmal etwas Positives? – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir haben – Herr Abgeordneter Matznetter, Sie wollen es nicht gerne hören, Sie wollen den Leuten gegenüber nur immer wieder etwas Negatives darstellen – eine ausgezeichnete Leistungsbilanz. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wann macht ihr einmal etwas Positives? – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Seit zehn Jahren hat es keinen Überschuss in der Leistungsbilanz gegeben (Abg. Dr. Matznetter: Weil die Leute sich nichts mehr leisten können!) – jetzt gibt es ihn! (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja eine Frage ...!) Wir haben ein gutes Wachstum; schauen Sie doch einmal über die Grenzen! Wir haben eine geringe Inflation; schauen Sie wieder über die Grenzen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Weil die Leute sich nichts mehr leisten können!
Wir haben – Herr Abgeordneter Matznetter, Sie wollen es nicht gerne hören, Sie wollen den Leuten gegenüber nur immer wieder etwas Negatives darstellen – eine ausgezeichnete Leistungsbilanz. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wann macht ihr einmal etwas Positives? – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Seit zehn Jahren hat es keinen Überschuss in der Leistungsbilanz gegeben (Abg. Dr. Matznetter: Weil die Leute sich nichts mehr leisten können!) – jetzt gibt es ihn! (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja eine Frage ...!) Wir haben ein gutes Wachstum; schauen Sie doch einmal über die Grenzen! Wir haben eine geringe Inflation; schauen Sie wieder über die Grenzen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Das ist ja eine Frage ...!
Wir haben – Herr Abgeordneter Matznetter, Sie wollen es nicht gerne hören, Sie wollen den Leuten gegenüber nur immer wieder etwas Negatives darstellen – eine ausgezeichnete Leistungsbilanz. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wann macht ihr einmal etwas Positives? – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Seit zehn Jahren hat es keinen Überschuss in der Leistungsbilanz gegeben (Abg. Dr. Matznetter: Weil die Leute sich nichts mehr leisten können!) – jetzt gibt es ihn! (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja eine Frage ...!) Wir haben ein gutes Wachstum; schauen Sie doch einmal über die Grenzen! Wir haben eine geringe Inflation; schauen Sie wieder über die Grenzen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir haben – Herr Abgeordneter Matznetter, Sie wollen es nicht gerne hören, Sie wollen den Leuten gegenüber nur immer wieder etwas Negatives darstellen – eine ausgezeichnete Leistungsbilanz. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wann macht ihr einmal etwas Positives? – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Seit zehn Jahren hat es keinen Überschuss in der Leistungsbilanz gegeben (Abg. Dr. Matznetter: Weil die Leute sich nichts mehr leisten können!) – jetzt gibt es ihn! (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja eine Frage ...!) Wir haben ein gutes Wachstum; schauen Sie doch einmal über die Grenzen! Wir haben eine geringe Inflation; schauen Sie wieder über die Grenzen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Nein! Das stimmt nicht!
Herr Abgeordneter Moser hat wieder gesagt, dass wir eine Rekord-Arbeitslosigkeit haben. – Ja, wir haben eine hohe Arbeitslosigkeit, damit sind wir auch nicht einverstanden. Aber vor fünf Jahren, Herr Abgeordneter Matznetter, als die Sozialisten den Sozialminister stellten, als sie den Finanzminister stellten, gab es eine genauso hohe Arbeitslosigkeit. (Abg. Dr. Matznetter: Nein! Das stimmt nicht!) Was ist geschehen? – Man hat versucht, gemeinsam die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Das wird auch hier gemacht, meine sehr geehrten Damen und Herren! Nur haben wir damals all Ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit begrüßt, wogegen Sie das nicht tun. Sie erfreuen sich offensichtlich daran, dass Menschen arbeitslos sind. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: Nein, wir fordern Maßnahmen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: Nein, wir fordern Maßnahmen!
Herr Abgeordneter Moser hat wieder gesagt, dass wir eine Rekord-Arbeitslosigkeit haben. – Ja, wir haben eine hohe Arbeitslosigkeit, damit sind wir auch nicht einverstanden. Aber vor fünf Jahren, Herr Abgeordneter Matznetter, als die Sozialisten den Sozialminister stellten, als sie den Finanzminister stellten, gab es eine genauso hohe Arbeitslosigkeit. (Abg. Dr. Matznetter: Nein! Das stimmt nicht!) Was ist geschehen? – Man hat versucht, gemeinsam die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Das wird auch hier gemacht, meine sehr geehrten Damen und Herren! Nur haben wir damals all Ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit begrüßt, wogegen Sie das nicht tun. Sie erfreuen sich offensichtlich daran, dass Menschen arbeitslos sind. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: Nein, wir fordern Maßnahmen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Insgesamt sollten Sie sich, so glaube ich, dazu durchringen, die positiven Aspekte dieses Konjunkturpaketes auch im Hinblick auf die EU-Osterweiterung zu sehen und dies zuzugeben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär – ganz allein auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Klubobmann Molterer, vielleicht sollten Sie ein bisschen mehr Koordinierungsarbeit in Ihrem Klub leisten. Während nämlich auf der einen Seite Kollege Auer gemeint hat, die Vorschläge der SPÖ, die im Finanzausschuss und im Budgetausschuss vorliegen, wären zu umfangreich, sodass man sie vertagen muss, um sie zu diskutieren, sagt auf der anderen Seite die Kollegin Frieser, sie seien indiskutabel. Vielleicht könnten Sie das etwas besser koordinieren, damit Ihre ÖVP-Abgeordneten nicht so widersprüchliche Aussagen tätigen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Und es stimmt, ich halte das auch für schikanös. Es ist aber nicht nur für die Vorstandsdirektoren schikanös, sondern es ist für alle Menschen, die nach Österreich kommen wollen, um hier zu arbeiten und zu leben, schikanös, was für eine Prozedur sie vom Fremdengesetz her durchmachen müssen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir werden aus diesem Grund diese Passage – aber nicht nur diese – ablehnen, weil das einfach eine Art und Weise ist, wie nicht wirklich geholfen wird. Fragen Sie Kollegen Auer, was wirklich das Problem ist: dass wir nach den jetzigen Gesetzen jene Menschen, die herkommen wollen, die herkommen könnten und die unsere Wirtschaft brauchen würde – Sie, Kollege Auer, haben im Finanzausschuss ein wunderbares Beispiel dafür genannt –, nicht herholen können. Aber für diese Personen brauchen wir hier eine Verbesserung, und nicht dafür, dass irgendwelche Leute Kammerzofen mitnehmen können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Öllinger: Jessas na!
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich möchte Ihr Augenmerk auf zwei Gesetze lenken, die im Rahmen dieses Tagesordnungspunktes mit verhandelt werden, nämlich auf die Novellierung des Betrieblichen Mitarbeitervorsorgegesetzes und des Pensionskassengesetzes. (Abg. Öllinger: Jessas na!)
Abg. Öllinger: Was? Funktionierend?
verfahren, also der so genannten ersten Säule, und der zweiten Säule in der Realität überhaupt nicht mehr existiert, sondern dass wir ein gesamtes Altersvorsorgesystem haben, in dem zugegebenermaßen über Jahrzehnte hinweg und viel zu lange in viel zu hohem Ausmaß nur auf die erste Säule gesetzt wurde. Jetzt garantieren sie zusammen in einem funktionierenden System der Private Public Partnership die Altersvorsorge. (Abg. Öllinger: Was? Funktionierend?)
Abg. Öllinger: Funktionierend?
Daher ist dies ein weiterer Schritt, um das aufzubauen, was die Bevölkerung von uns erwartet: ein funktionierendes Altersvorsorgesystem im Mehrsäulensystem. (Abg. Öllinger: Funktionierend?) Ich kann es aus gutem Grund zum Beschluss empfehlen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Daher ist dies ein weiterer Schritt, um das aufzubauen, was die Bevölkerung von uns erwartet: ein funktionierendes Altersvorsorgesystem im Mehrsäulensystem. (Abg. Öllinger: Funktionierend?) Ich kann es aus gutem Grund zum Beschluss empfehlen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Rutschen Sie nicht aus! Aufpassen, nicht ausrutschen!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Tancsits, Sie haben mir richtig die Rutsche gelegt. (Abg. Mag. Molterer: Rutschen Sie nicht aus! Aufpassen, nicht ausrutschen!) Erstens, indem Sie das Augenmerk auf einen weiteren Bestandteil dessen lenken, was Sie als Konjunkturpaket bezeichnen. (Abg. Mag. Tancsits: ... im Ausschuss aufpassen!)
Abg. Mag. Tancsits: ... im Ausschuss aufpassen!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Tancsits, Sie haben mir richtig die Rutsche gelegt. (Abg. Mag. Molterer: Rutschen Sie nicht aus! Aufpassen, nicht ausrutschen!) Erstens, indem Sie das Augenmerk auf einen weiteren Bestandteil dessen lenken, was Sie als Konjunkturpaket bezeichnen. (Abg. Mag. Tancsits: ... im Ausschuss aufpassen!)
Abg. Mag. Tancsits: Herr Kollege Öllinger! Das ist ein anderes Gesetz, das gemeinsam verhandelt worden ist!
Wo ist das Paket? – Das ist eine Restlverwertung, vom Ausländerbeschäftigungsgesetz bis zu Pensionskassen- und Mitarbeitervorsorgegesetz-Anpassungen. Was hat das, bitte, mit Konjunkturbelebung zu tun? Können Sie mir das erklären: Wenn jemand die Kammerzofe nach Österreich mitnimmt, wo liegt da der Beitrag zur Konjunkturbelebung? Können Sie mir erklären, Herr Kollege Tancsits, worin der Beitrag von dem, was Sie jetzt gerade erklärt haben, zur Konjunkturbelebung liegt? (Abg. Mag. Tancsits: Herr Kollege Öllinger! Das ist ein anderes Gesetz, das gemeinsam verhandelt worden ist!)
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Finz.
Ja wie traurig, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Finz.) Wir herinnen werden es aushalten, Herr Staatssekretär, das
Zwischenrufe bei der ÖVP.
ist möglich, aber diejenigen draußen, die mit ihren niedrigen Euro-Einzahlungen diese Pensionskassen mit finanzieren, können es nicht aushalten, wenn es eine Differenz zwischen der fiktiven Zinsfestsetzung und den realen Zinserwartungen gibt. Ich bin ja schon neugierig darauf, wie Kollege Ikrath mir hier wieder zu beweisen versuchen wird, dass es in den nächsten Jahren ohnehin aufwärts gehen wird. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.
Punkt zwei: Was Sie nicht erwähnt haben, Herr Kollege Tancsits, ist, dass wir mit diesen Änderungen im Pensionskassengesetz auch die Veranlagung in derivativen Instrumenten erleichtern. Erleichtern! Bisher weiß die österreichische Öffentlichkeit aber nicht, dass derivative Instrumente zwar ein Instrument des Kapitalmarkts unter vielen sind, aber mit hohen Risken behaftet sind. Sie sind mit hohen Risken behaftet, denen Sie überhaupt nicht gegensteuern können und auch nicht wollen, außer dass Sie das Portefeuille, in dem veranlagt werden kann, eingrenzen. Aber Sie wissen genauso gut wie ich, dass nicht zuletzt im Jahr 1994 ein riesiger amerikanischer Pensionsfonds genau in dieser Veranlagung, in derivativen Instrumenten, eingegangen ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.) Er ist eingegangen!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass Sie genau das zu Beginn der Veranlagung und der Einrichtung von Pensions- und Mitarbeitervorsorgekassen ausschließen wollten. Es hieß: Nein, das tun wir nicht! – Jetzt sind Sie aber genau dort angelangt. Auf den Hund gekommen, sagt man dazu. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Nicht wir stellen das in Frage, Minister Bartenstein hat das in Frage gestellt!
Die Opposition stellt – wie könnte es anders sein – die Wirkung dieser Maßnahmen in Frage. (Abg. Mag. Kogler: Nicht wir stellen das in Frage, Minister Bartenstein hat das in Frage gestellt!) Das Wifo rechnet beispielsweise eine Steigerung, eine Wirkung von 0,5 bis 0,75 Prozent aus. Kollege Moser hat mit seinen Berechnungen, die er hier kundgetan hat – natürlich kann er die Details hiezu nicht angeben – 0,3 Prozent ermittelt. Anzumerken ist, geschätzte Damen und Herren, dass diese Maßnahmen zusätzliche Maßnahmen sind, die hier getroffen werden – zusätzliche Maßnahmen zum ersten Schritt der Steuerreform 2004.
Abg. Gradwohl: Das ist bei dieser Regierung aber schwer!
Abschließend – last but not least – noch ein Wunsch: Es wäre durchaus einmal angebracht, hier vom Rednerpult aus nicht Missmut zu verbreiten und ein Schlechtmachen zu betreiben, sondern etwas Optimismus auszustrahlen. (Abg. Gradwohl: Das ist bei dieser Regierung aber schwer!) Wir wissen, dass das Vermitteln von Zuversicht wichtig ist und dass die Wirtschaft stimmungsabhängig ist. Sie sollten unserem Beispiel folgen: Wir bemühen uns jedenfalls, Zuversicht auszustrahlen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das haben Sie auch schon einmal besser gemacht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das haben Sie auch schon einmal besser gemacht!
Abschließend – last but not least – noch ein Wunsch: Es wäre durchaus einmal angebracht, hier vom Rednerpult aus nicht Missmut zu verbreiten und ein Schlechtmachen zu betreiben, sondern etwas Optimismus auszustrahlen. (Abg. Gradwohl: Das ist bei dieser Regierung aber schwer!) Wir wissen, dass das Vermitteln von Zuversicht wichtig ist und dass die Wirtschaft stimmungsabhängig ist. Sie sollten unserem Beispiel folgen: Wir bemühen uns jedenfalls, Zuversicht auszustrahlen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das haben Sie auch schon einmal besser gemacht!)
Abg. Mag. Ikrath: So ist es!
unsere Zustimmung geben und durchaus auch Erfreuliches feststellen, ein positives Signal bei der F&E-Quote beispielsweise geben. Es ist ja unbestritten, dass wir diese erhöhen müssen, und ich denke, darüber besteht ja auch kein Zweifel, dass wir in diesem Bereich Anstrengungen unternehmen müssen. Das betrifft genauso den Forschungsfreibetrag oder die Verlängerung der Investitionszuwachsprämie, wenngleich uns die Investitionsfreibetragsregelung besser gefallen hätte. Das sind Dinge, die in eine richtige Richtung gehen! (Abg. Mag. Ikrath: So ist es!) Das bezieht sich auch auf die Infrastrukturinvestitionen.
Beifall bei der SPÖ.
Aber wir müssen, meine geschätzten Damen und Herren, doch auch feststellen, dass die Konjunkturpakete I und II von den Regierungsparteien gar nicht so gerne verabschiedet worden sind. Erst auf Drängen der SPÖ und von der Entwicklung erzwungen mussten die Konjunkturpaket I und II verabschiedet werden. Heute redet man von Evaluierung und ist stolz darauf, dass drei Viertel des Wachstums auf diese Konjunkturpakete zurückzuführen sind. Ich frage, warum das nicht für das jetzige Konjunkturpaket in gleicher Weise gelten soll. Daher sind die Größenordnungen, die hier zum Ansatz kommen, einfach zu gering, denn wenn man Konjunktur erzwingen will, dann braucht man bestimmte zusätzliche Ausgaben und nicht nur kosmetische Übungen. Das meinen jedenfalls wir, geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist die Ursache, warum die Inlandskonjunktur nicht so anspringt, wie sie anspringen sollte. Wenn ein Konjunkturpaket wirklich wirksam werden sollte, dann würden wir 1,35 Prozent brauchen. Tatsächlich macht aber dieses Paket nach den eigenen Angaben der Regierung nur 0,25 Prozent aus. Das heißt, in Wirklichkeit ist das ein zu geringfügiges Paket für eine Belebung. Das ist unsere Kritik, und sie ist, wie ich meine, vor allem im Hinblick auf die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt auch eine sehr berechtigte. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Wie viel Prozent sind das vom BIP?
Einen Satz möchte ich, geschätzte Damen und Herren, hier noch anfügen, weil immer die Schulden erwähnt werden – es ist eine Platte, die schon Sprünge hat –, und eine Klarstellung treffen: Wir hatten im Jahre 2001 einen Schuldenstand von 142 Milliarden €, im Jahre 2002 einen solchen von 146 Milliarden €. (Abg. Mag. Molterer: Wie viel Prozent sind das vom BIP?) Das sind 67,5 Prozent beziehungsweise 67,6 Prozent
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Aber zumindest mitverantworten müssen Sie das schon!
vom BIP, und das ist die Berechnung des Rechnungshofs. Ich meine: Bei einer Restlaufzeit einer Finanzschuld von 5,5 Jahren kann man wahrlich nicht immer auf weit zurückliegende Jahre zurückgreifen, wo doch die Alleinregierung 1983 geendet hat. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Aber zumindest mitverantworten müssen Sie das schon!)
Abg. Mag. Kogler: Ein Sorgenpaket!
Genau da setzt jetzt unter anderem das Wachstumspaket der Regierung an und fördert diese Unternehmensgruppe, indem sie massiv und sehr gezielt die Umsetzung von Modernisierungs- und Erweiterungsinvestitionen ebenso wie Unternehmungsgründungen und Unternehmensausweitungen unterstützt. (Abg. Mag. Kogler: Ein Sorgenpaket!) Diese Maßnahmen eröffnen in diesen sensiblen Regionen auch die Möglichkeit, Arbeitsplätze zu sichern und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es werden zudem die Haftungsrahmen der AWS zur Verfügung gestellt. Es werden zusätzlich 15 Millionen € als Zuschussvolumen für Kreditfinanzierungen mit einem exzellenten Hebel, wie man aus der Praxis weiß, wenn man beruflich damit zu tun hat, und zusätzlich noch 10 Millionen € aus EU-Mitteln reserviert. Dieses Bündel ist sehr klug geschnürt, es ist auch sehr wirksam, und es werden gemeinsam mit dem geplanten Gewinnwertpapierbasket, der Risikokapital für KMUs finanziert, und dem Double Equity Garantiefonds der AWS genau jene Impulse gegeben, die die Unternehmen ermutigen, ihre Chancen im erweiterten Europa zu nützen. Damit beweist die Regierung einmal mehr, dass sie entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen in der Lage ist – dies im Kontrast zu den vorangegangenen SPÖ-verantworteten Regierungen. Sie gibt damit unseren tüchtigen Unternehmen die erforderliche Ermutigung und Hilfestellung, damit diese die Chancen der Erweiterung genauso zu nützen verstehen, wie sie bisher die Möglichkeiten in ihren Regionen genützt haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Bucher: Das ist schon so bei den Diplomaten!
Weiterer Punkt: Lassen Sie mich zum Artikel 7 kommen. Was das mit der Konjunkturbelebung zu tun hat, frage ich mich auch, nämlich der Absatz und der Punkt des Ausländerbeschäftigungsgesetzes, dass Ehegatten – Ehegattinnen wohl auch, nicht nur Ehegatten, wie es hier im Gesetz steht – und ausländische Bedienstete von so genannten Schlüsselkräften auch die Möglichkeit haben werden, eben aus der Quote ausgenommen beschäftigt zu sein. (Abg. Bucher: Das ist schon so bei den Diplomaten!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir glauben, dass das sogar verfassungsrechtlich problematisch sein kann. Wir haben Bedenken in dieser Hinsicht und würden gerne von der Regierung wissen, ob das diesbezüglich überprüft wurde. Vielleicht geben Sie uns Auskunft darüber. Ich befürchte allerdings, dass Sie nicht überprüft haben, ob diese Regelung verfassungswidrig ist, nämlich die Regelung, dass Menschen, die in Österreich arbeiten und in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, das Arbeitslosengeld dann nicht beziehen können, wenn sie ihren Arbeitsplatz verlieren, weil sie sofort nach Verlust des Arbeitsplatzes das Land verlassen müssen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Nicht nur die Förderungen und Anreizsysteme sind wichtig, sondern notwendig ist auch die Reform des Gesamtsystems der österreichischen Forschungsorganisation und der Forschungsförderung, die in allernächster Zeit in Angriff genommen wird, wodurch wiederum die Förderungen insbesondere auf die klein- und mittelständische Wirtschaftsstruktur in Österreich ausgerichtet sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die erhöhten Fördermittel, die steuerlichen Anreize und die Reformen im Bereich der Forschungsförderung zeugen von einer dynamischen Forschungspolitik dieser schwarz-blauen Regierung, durch die der Standort Österreich auch in Zukunft garantiert und abgesichert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Lunacek: Aber nicht im Detail!
Alle Abschlüsse von ausgegliederten Bereichen sind ein Bestandteil des Bundesrechnungsabschlusses. (Abg. Mag. Lunacek: Aber nicht im Detail!) Also Sie sehen dort, wie die Bundesgebarung abgeschlossen hat, und auch für die ausgegliederten Bereiche sehen Sie eine Vermögensbilanz und eine Gewinn- Verlust-Rechnung. Außerdem werden über jeden ausgegliederten Bereich Geschäftsberichte geliefert. Es besteht ein Finanz- und ein Fachcontrolling, sodass also diese Transparenz, deren Fehlen Sie heute beklagt haben, durchaus gegeben ist. Ich bin aber gerne bereit, Ihnen das auch einmal zu zeigen. – Danke schön.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Schillernd wie Ihre Krawatte!
zustellen, dann verstehe ich das ja, aber es geht weit ... (Bundesminister Dr. Bartenstein: Schillernd wie Ihre Krawatte!) – Meine Krawatte gefällt Ihnen? Das ist die Schüsselsche Tierschutzkrawatte, Herr Bundesminister. (Heiterkeit. – Vizekanzler Gorbach: Mir gefällt vor allem Ihre Jacke! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Heiterkeit. – Vizekanzler Gorbach: Mir gefällt vor allem Ihre Jacke! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
zustellen, dann verstehe ich das ja, aber es geht weit ... (Bundesminister Dr. Bartenstein: Schillernd wie Ihre Krawatte!) – Meine Krawatte gefällt Ihnen? Das ist die Schüsselsche Tierschutzkrawatte, Herr Bundesminister. (Heiterkeit. – Vizekanzler Gorbach: Mir gefällt vor allem Ihre Jacke! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich würde Ihnen empfehlen, Herr Bundesminister: Schauen Sie sich die Realität an! Wenn die Konjunkturpakete I und II wirklich so gut funktioniert haben, warum müssen wir dann jetzt 5 000 Lehrlinge, die noch immer keinen Lehrplatz haben, unterbringen? Wenn Sie als Wirtschaftsminister wirklich so wirtschaftsnahe unterwegs wären, dann hätten sie schon längst erkannt, dass es ein bisschen zu spät ist, im Dezember etwas zu beschließen, was eigentlich bereits im Frühjahr oder zumindest im Sommer dieses Jahres hätte beschlossen werden müssen, damit es wirken kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Genau! Wir sind ja keine Krämer!
Daher ist es, meine sehr geehrten Damen und Herren, in Wirklichkeit natürlich verständlich, dass Sie Ihre Arbeit loben, denn jeder Krämer lobt seine Ware, heißt das bei mir daheim – Kollege Scheuch gibt mir Recht –, nur für eine Bundesregierung, die für diesen Staat einzutreten hat, ist das ein bisschen wenig. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Genau! Wir sind ja keine Krämer!) Wenn man auf der einen Seite hergeht und sklavenmarktähnliche Zustände schafft, wie es im Artikel 7 vorgesehen ist, und auf der anderen Seite konjunkturbelebende Dinge herbeireden will, die in der Realität nicht stattfinden und nicht umgesetzt sind, dann ist das in Wirklichkeit ein Armutszeugnis. (Abg. Bucher: Das ist nachgewiesen!) Herr Kollege Bucher, es hilft dann auch gar nichts, wenn Sie es schönreden wollen, denn die Fakten werden sich dadurch nicht verändern, auch nicht mit Schalmeientönen und mit Weihrauchkesseln. (Abg. Bucher: Das sagt das Wifo! Das ist ja nicht von uns!)
Abg. Bucher: Das ist nachgewiesen!
Daher ist es, meine sehr geehrten Damen und Herren, in Wirklichkeit natürlich verständlich, dass Sie Ihre Arbeit loben, denn jeder Krämer lobt seine Ware, heißt das bei mir daheim – Kollege Scheuch gibt mir Recht –, nur für eine Bundesregierung, die für diesen Staat einzutreten hat, ist das ein bisschen wenig. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Genau! Wir sind ja keine Krämer!) Wenn man auf der einen Seite hergeht und sklavenmarktähnliche Zustände schafft, wie es im Artikel 7 vorgesehen ist, und auf der anderen Seite konjunkturbelebende Dinge herbeireden will, die in der Realität nicht stattfinden und nicht umgesetzt sind, dann ist das in Wirklichkeit ein Armutszeugnis. (Abg. Bucher: Das ist nachgewiesen!) Herr Kollege Bucher, es hilft dann auch gar nichts, wenn Sie es schönreden wollen, denn die Fakten werden sich dadurch nicht verändern, auch nicht mit Schalmeientönen und mit Weihrauchkesseln. (Abg. Bucher: Das sagt das Wifo! Das ist ja nicht von uns!)
Abg. Bucher: Das sagt das Wifo! Das ist ja nicht von uns!
Daher ist es, meine sehr geehrten Damen und Herren, in Wirklichkeit natürlich verständlich, dass Sie Ihre Arbeit loben, denn jeder Krämer lobt seine Ware, heißt das bei mir daheim – Kollege Scheuch gibt mir Recht –, nur für eine Bundesregierung, die für diesen Staat einzutreten hat, ist das ein bisschen wenig. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Genau! Wir sind ja keine Krämer!) Wenn man auf der einen Seite hergeht und sklavenmarktähnliche Zustände schafft, wie es im Artikel 7 vorgesehen ist, und auf der anderen Seite konjunkturbelebende Dinge herbeireden will, die in der Realität nicht stattfinden und nicht umgesetzt sind, dann ist das in Wirklichkeit ein Armutszeugnis. (Abg. Bucher: Das ist nachgewiesen!) Herr Kollege Bucher, es hilft dann auch gar nichts, wenn Sie es schönreden wollen, denn die Fakten werden sich dadurch nicht verändern, auch nicht mit Schalmeientönen und mit Weihrauchkesseln. (Abg. Bucher: Das sagt das Wifo! Das ist ja nicht von uns!)
Beifall bei der SPÖ.
Faktum ist: Diese Bundesregierung hat zwar zwei Konjunkturpakete beschlossen, die haben aber nicht gegriffen, jetzt schnürt sie ein drittes. Aber Sie haben noch immer zu wenig Mut, statt zu kleckern zu klotzen. Das wäre notwendig! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Er ist schon oben!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Kollege, ich habe ihn noch nicht. Ich kann das noch nicht beurteilen. Aber wir werden sicher Ihrem Wunsch entsprechen. (Abg. Mag. Molterer: Er ist schon oben!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden in Zukunft auch in der Frage des Verkehrs handeln müssen, und ich denke, dass es eine gute Strategie ist, die Sonne zu unserem Partner zu machen und Bioenergie einzusetzen, wo es möglich ist, bei der Raumwärme genauso wie im Verkehr, womit wir sicherlich auch viele Arbeitsplätze schaffen könnten. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nein, nicht schon wieder!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Trunk. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nein, nicht schon wieder!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Schätzen Sie die anderen nicht?
Abgeordnete Mag. Melitta Trunk (SPÖ): Wirklich geschätzter Herr Präsident! Kollegen und Kolleginnen! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Schätzen Sie die anderen nicht?) Die schaumgebremste Euphorie des Kollegen Schultes war berechtigt, und ich denke, Sie haben einen kritischen und realistischen Zugang zu dem, was diese Bundesregierung Konjunkturpaket III nennt. Dafür gab es heute schon viele Namen. Ich nenne es
Zwischenruf des Abg. Bucher.
Zweiter Punkt: Es ist natürlich eine große Chance vertan worden. Erstens hat man seitens der Regierung keine Verhandlungsbereitschaft gezeigt und ist auf Vorschläge und Konzepte auch der Oppositionen und anderer kluger Menschen in Österreich nicht eingegangen. Das ist der erste Punkt. (Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Abg. Bucher: Arbeitsmarkt! Beschäftigung plus 2,6 Prozent!
Herr Kollege Bucher, okay, dann mache ich den Schlenker über Kärnten, wenn du mich dauernd ansprichst: Es ist auch eine große Chance für viele Bundesländer, insbesondere für das Bundesland, aus dem wir kommen, vertan worden. (Abg. Bucher: Arbeitsmarkt! Beschäftigung plus 2,6 Prozent!) Es ist eine Chance vertan worden, weil beispielsweise, Herr Kollege Bucher, im Kärntner Landtag ein Maßnahmenpaket des Landes Kärnten „Forderungen an den Bund“ einstimmig, mit den Stimmen aller drei Parteien, beschlossen wurde. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wir halten halt zusammen in Kärnten!) Ja, wir halten zusammen und tun da heraußen nichts. Punkt! – Ganz kurz: Kein Euro für den Flughafen Klagenfurt, kein Euro für den Grenzlandförderungsfonds, kein Euro zur Sicherung des Nahverkehrs, kein Euro zur Kindergartenmilliarde, die Kärnten fordert, auch die FPÖ, kein Euro für die Aufstockung der Exekutive, kein Euro für die Lösung des Transitproblems in Kärntens. Ich kann das abkürzen: Kein Euro für das im Kärntner Landtag am 6. Februar 2002 einstimmig beschlossenen Forderungspaket des Landes Kärnten an den Bund. (Abg. Wittauer: Fordern allein ist zuwenig!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wir halten halt zusammen in Kärnten!
Herr Kollege Bucher, okay, dann mache ich den Schlenker über Kärnten, wenn du mich dauernd ansprichst: Es ist auch eine große Chance für viele Bundesländer, insbesondere für das Bundesland, aus dem wir kommen, vertan worden. (Abg. Bucher: Arbeitsmarkt! Beschäftigung plus 2,6 Prozent!) Es ist eine Chance vertan worden, weil beispielsweise, Herr Kollege Bucher, im Kärntner Landtag ein Maßnahmenpaket des Landes Kärnten „Forderungen an den Bund“ einstimmig, mit den Stimmen aller drei Parteien, beschlossen wurde. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wir halten halt zusammen in Kärnten!) Ja, wir halten zusammen und tun da heraußen nichts. Punkt! – Ganz kurz: Kein Euro für den Flughafen Klagenfurt, kein Euro für den Grenzlandförderungsfonds, kein Euro zur Sicherung des Nahverkehrs, kein Euro zur Kindergartenmilliarde, die Kärnten fordert, auch die FPÖ, kein Euro für die Aufstockung der Exekutive, kein Euro für die Lösung des Transitproblems in Kärntens. Ich kann das abkürzen: Kein Euro für das im Kärntner Landtag am 6. Februar 2002 einstimmig beschlossenen Forderungspaket des Landes Kärnten an den Bund. (Abg. Wittauer: Fordern allein ist zuwenig!)
Abg. Wittauer: Fordern allein ist zuwenig!
Herr Kollege Bucher, okay, dann mache ich den Schlenker über Kärnten, wenn du mich dauernd ansprichst: Es ist auch eine große Chance für viele Bundesländer, insbesondere für das Bundesland, aus dem wir kommen, vertan worden. (Abg. Bucher: Arbeitsmarkt! Beschäftigung plus 2,6 Prozent!) Es ist eine Chance vertan worden, weil beispielsweise, Herr Kollege Bucher, im Kärntner Landtag ein Maßnahmenpaket des Landes Kärnten „Forderungen an den Bund“ einstimmig, mit den Stimmen aller drei Parteien, beschlossen wurde. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wir halten halt zusammen in Kärnten!) Ja, wir halten zusammen und tun da heraußen nichts. Punkt! – Ganz kurz: Kein Euro für den Flughafen Klagenfurt, kein Euro für den Grenzlandförderungsfonds, kein Euro zur Sicherung des Nahverkehrs, kein Euro zur Kindergartenmilliarde, die Kärnten fordert, auch die FPÖ, kein Euro für die Aufstockung der Exekutive, kein Euro für die Lösung des Transitproblems in Kärntens. Ich kann das abkürzen: Kein Euro für das im Kärntner Landtag am 6. Februar 2002 einstimmig beschlossenen Forderungspaket des Landes Kärnten an den Bund. (Abg. Wittauer: Fordern allein ist zuwenig!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Und der Ambrozy war bei der Eröffnungsfeier!
Wir bekommen allerdings – und deshalb rede ich von punktuellen, willkürlichen G’schichterln – 1,6 Millionen € für die Seebühne. Ich werde die Kollegen der anderen Bundesländer nicht aufhalten. Sie wissen, das ist Loch Ness. Millionen sind an den Gestaden des Wörthersees versunken, weil der Herr Landeshauptmann das zu seinem Renommierprojekt machen wollte. Der Finanzminister hat gesagt: Ich kann nichts dafür, Morak hat es beantragt! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Und der Ambrozy war bei der Eröffnungsfeier!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber der Ambrozy war bei der Eröffnungsfeier!
Das ist nicht die Wirtschaftsförderung, das ist nicht die Nachhaltigkeit und auch nicht die Arbeitsplatzsicherung, die wir uns für Kärnten und auch für die Republik Österreich vorstellen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber der Ambrozy war bei der Eröffnungsfeier!)
Beifall bei der SPÖ.
Die SPÖ-Fraktion wird weiterhin eine Lobby für Kärnten sein und all diese Anträge in Form von Entschließungsanträgen hier einbringen. Ich baue auf Ihre Unterstützung! (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Als Nächste zu Wort gelangt Kollegin Edeltraud Lentsch. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Daher gibt es keine Alternative zum Weg unseres Bundeskanzlers Dr. Wolfgang Schüssel. Geschätzte Damen und Herren von den Oppositionsparteien, sehen Sie das endlich ein, lassen Sie das Polemisieren und stellen Sie Ihre Parteipolitik hinter das Wohl und Interesse unseres Landes! Ihre Zwischenrufe sind notwendig wie Schnee im August. – Danke. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist so, dass behinderte oder gesundheitlich beeinträchtigte Menschen zu 51 Prozent erwerbstätig sind, während die anderen, die nicht gesundheitlich beeinträchtigt sind, zu 72 Prozent erwerbstätig sind. Auch da wäre die Regierung gefordert, Initiativen zu ergreifen und wirksame Maßnahmen zu setzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich ersuche, den Antrag in Verhandlung zu nehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Sehr geschätzte Damen und Herren! Jetzt ist mir leider Herr Kollege Auer entfleucht, auf eine seiner Bemerkungen muss ich nämlich replizieren: Er hat gemeint, eben weil die Voest verscherbelt worden sei, sei sie jetzt in der Lage, 2 Milliarden zu investieren. – Falsch, Herr Kollege Auer! Dieses Investitionsprogramm ist 1998 beschlossen worden, bis hin zu einer zeitlichen Abfolge. Ich hoffe, es geht der Voest immer so gut, dass das geschehen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Erste Bemerkung: Der größte Investor in Österreich sind die Gemeinden. Statten Sie, sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank beziehungsweise der Regierung – auch Damen der Regierung –, die Gemeinden mit dem notwendigen Budget aus, dann werden diese all jene Investitionen durchführen können, die sie schon lange aufschieben! Dann werden Sie eine echte Konjunkturbelebung haben, dann werden Sie auch eine wirtschaftliche Belebung der kleinen und mittleren Unternehmungen haben, weil Investitionen der Gemeinden meist direkt zu derartigen Unternehmungen gehen. Damit wird dieser Standort gesichert sein, damit werden die Arbeitsplätze gesichert sein, und die Menschen in unseren Gemeinden werden sich wohl fühlen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da heute die Geschichte beschworen wurde: Ich bin der Meinung, dass dazu auch gehört, dass Gedenkstätten dieser Art würdig und ordentlich erhalten werden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, dass es da noch einige Notwendigkeit gibt, darüber nachzudenken, wie das wirklich gehandhabt werden soll. Daher wären wir für eine Rückverweisung hin zur Finanz, zur Kultur und auch zur Justiz. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir sprechen uns dagegen aus! Wir glauben, es gibt durch den vorliegenden Vorschlag eine praxisnähere, einfachere, billigere und auch effizientere Vorgangsweise. Daher wollen wir dieses Gesetz unterstützen. Wir glauben nicht, dass wir mehr Bürokratie brauchen und die Unternehmer noch mehr belasten sollten, sondern meinen, dass man eher einen effizienten und leichteren Weg gehen sollte. Daher bin ich froh darüber, dass dieser Vorschlag gekommen ist, und wir unterstützen ihn gerne. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine Zustimmung von uns von der SPÖ zur Änderung des Ausländerbeschäftigungsgesetzes wird es hingegen nicht geben. Dabei geht es ja um eine Änderung bei den Schlüsselarbeitskräften. Wir, meine Damen und Herren, lehnen diese so genannte Hausmädchen- und Privatsekretärinnen-Bestimmung ab. Das ist nicht der Weg, den man gehen soll, denn dieser Weg ist nicht zeitgemäß, diese Regelung ist ungerecht – und diese Regelung widerspricht auch jedem Gerechtigkeitsgefühl. Wir von der SPÖ werden daher diesen Teil der Vorlage ablehnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.
Das allein wird aber einen Unternehmer natürlich nicht zum Investieren anregen beziehungsweise bewegen können, jedoch: Mit der Einführung der Investitionszuwachsprämie ab dem Veranlagungsjahr 2002 ist das sehr wohl sichergestellt. Auch jenen Unternehmen, die vorher von einem Investitionsfreibetrag ausgeschlossen waren, weil sie eben im Veranlagungsjahr einen Verlust erlitten hatten, wird jetzt mit der Investitionszuwachsprämie ein steuerlicher Anreiz gegeben. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Im Übrigen ist für die Liquidationsverbesserung der Unternehmen in Verlustjahren in den vorangegangenen Konjunkturpaketen I und II viel erreicht worden: Allein die Auswahl zwischen einem Freibetrag und einer Prämie im Bereich Bildung, Lehrlingsausbildung oder Forschung ist ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Lentsch: Na, na, na! ... den Kramer fragen!
Dazu möchte ich aus einer OECD-Statistik zitieren, in der es heißt, dass in Bezug auf das Wirtschaftswachstum Österreich im EU-Durchschnitt zurückbleibt. (Abg. Lentsch: Na, na, na! ... den Kramer fragen!) Und weiters ist in dieser Studie zu lesen: Immer mehr Arbeitslose in Österreich; Höchststand seit 1945. Und zu den öffentlichen Investitionen: Österreich ist Schlusslicht in der Europäischen Union! Ebenso kann man in dieser Studie nachlesen, dass die Reallöhne in Österreich sinken. (Abg. Lentsch: Das sind Wunschträume!) – Das sind keine Träume, sondern die EU-Kommission sagt das, Frau Kollegin; das sollten Sie nachlesen! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Lentsch.)
Abg. Lentsch: Das sind Wunschträume!
Dazu möchte ich aus einer OECD-Statistik zitieren, in der es heißt, dass in Bezug auf das Wirtschaftswachstum Österreich im EU-Durchschnitt zurückbleibt. (Abg. Lentsch: Na, na, na! ... den Kramer fragen!) Und weiters ist in dieser Studie zu lesen: Immer mehr Arbeitslose in Österreich; Höchststand seit 1945. Und zu den öffentlichen Investitionen: Österreich ist Schlusslicht in der Europäischen Union! Ebenso kann man in dieser Studie nachlesen, dass die Reallöhne in Österreich sinken. (Abg. Lentsch: Das sind Wunschträume!) – Das sind keine Träume, sondern die EU-Kommission sagt das, Frau Kollegin; das sollten Sie nachlesen! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Lentsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Lentsch.
Dazu möchte ich aus einer OECD-Statistik zitieren, in der es heißt, dass in Bezug auf das Wirtschaftswachstum Österreich im EU-Durchschnitt zurückbleibt. (Abg. Lentsch: Na, na, na! ... den Kramer fragen!) Und weiters ist in dieser Studie zu lesen: Immer mehr Arbeitslose in Österreich; Höchststand seit 1945. Und zu den öffentlichen Investitionen: Österreich ist Schlusslicht in der Europäischen Union! Ebenso kann man in dieser Studie nachlesen, dass die Reallöhne in Österreich sinken. (Abg. Lentsch: Das sind Wunschträume!) – Das sind keine Träume, sondern die EU-Kommission sagt das, Frau Kollegin; das sollten Sie nachlesen! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Lentsch.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Lentsch.
Es ist jedoch bedenklich, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, wenn Sie sagen, das sei ein Schub in Richtung Sozialpolitik, jedoch die Arbeitslosenzahlen bei den über 50-Jährigen insgesamt steigen. Da kann man doch nicht von einem positiven Schub in Richtung Sozialpolitik sprechen! Wissen Sie, was das ist? – Das ist Zynismus, wenn nach dem Dafürhalten dieser Regierung 4 000 Menschen im öffentlichen Dienst sozusagen locker in Pension gehen können, beim Geburtsjahrgang 1944 bei den Männern das Pensionsalter hingegen überfallsartig auf 62 Jahre und drei Monate angehoben wird und der Arbeitsmarkt für diese Personen fast gleich null ist. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Lentsch.)
Abg. Lentsch: Das ist für 1.1.2004 ...! ... nachlesen!
Dass endlich einmal mit dem Kampf gegen illegale und Schwarzarbeiter begonnen wird, steht jedoch nirgends drinnen. Ebenso mangelt es an einer deutlichen Entlastung für kleine und mittlere Einkommen. Eine solche würde sofort notwendig sein – und nicht erst, wie Sie uns zu erzählen versuchen, in den Jahren 2005/2006. Das brauchen wir sofort! (Abg. Lentsch: Das ist für 1.1.2004 ...! ... nachlesen!)
Beifall bei der SPÖ.
Außerdem brauchen wir geänderte Pensions-Zugangsbedingungen für die älteren Arbeitskräfte, denn es versteht keiner, wenn der Nachbar mit 55 Jahren in Pension gehen und der Bauarbeiter bis 62 Jahre und 3 Monate arbeiten muss. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Nur für die Regierung gilt das nicht!
Abgeordnete Carina Felzmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Österreich ist ein Land der klugen und kreativen Köpfe. Wir haben das in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart immer wieder bewiesen. (Abg. Dr. Jarolim: Nur für die Regierung gilt das nicht!) Die Österreicher und Österreicherinnen schwärmen sozusagen aus und bekleiden weltweit Spitzenpositionen in der Wirtschaft und vor allem in der Forschung und Entwicklung.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Natürlich müssen wir jetzt auch im erweiterten Europa darauf schauen, wie wir uns für unser Österreich auch in Zukunft einen USP bewahren können. Wir müssen uns überlegen, wo wir als Land, das nicht über umfangreiche Bodenschätze und über keine Großindustrie verfügt und kein Billiglohnland ist, unseren USP setzen können. Wie ich bereits erwähnte, haben wir hier kluge, kreative und hervorragend ausgebildete Menschen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich gehe davon aus, dass wir neben der Forschung auch jene Kreativen unterstützen können, deren Schöpfungsakt sich im Design, in der Architektur, in Filmen, Multimedia und in der Kunst widerspiegeln. Den Beweis für deren großen Anteil an deren Beitrag zur Wertschöpfung haben wir mit dem ersten österreichischen Kreativwirtschaftsbericht bestätigt bekommen. Dadurch wird einigen Aussagen der Wind aus den Segeln genommen! In diesen Branchen bewegt sich nämlich wirklich vieles. Wir sind sicher, dass der Wettbewerb von morgen auf dem Feld der Kreativität gewonnen werden wird, und sagen, dass nur jene, die richtig säen, dementsprechend umfangreich ernten werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist wirklich immer wieder fast peinlich und ambitionslos, wenn diese Bundesregierung den Vergleich mit der Bundesrepublik Deutschland anstellt und sagt, dass die Situation dort noch viel schlechter sei. Wir alle wissen doch, dass die Steuerquote in der Bundesrepublik niedriger ist und dass, wenn diese Bundesregierung mit der Steuerquote der Deutschen arbeiten müsste, die Verschuldung in Österreich an die 5 Prozent betragen würde. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es wird keine Qualitätssteigerung durch dieses Gesetz geben, und ich stelle in der Regierungspolitik in diesem Zusammenhang etwas sektenhafte Züge fest. Ich glaube, die Österreicherinnen und Österreicher haben langsam wirklich genug! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bin froh, dass es dieses weitere Wachstumspaket der Bundesregierung gibt, und ich glaube, dass es entsprechend genützt werden und dazu beitragen wird, dass gerade in den eher bis jetzt schwächeren Grenzgebieten wirtschaftliche Dynamik entstehen wird. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Werter Herr Kollege Stummvoll! Werter Herr Kollege Bucher! Dass das, was Sie sich unter dem Titel „Abänderungsantrag“ haben einfallen lassen, noch irgendetwas mit dem Konjunkturpaket zu tun haben soll, das glauben Sie wohl selbst nicht! Dass Sie es wagen, uns in letzter Minute einen derartigen Abänderungsantrag zu präsentieren, ist schon von der Vorgangsweise her unglaublich ungustiös! (Beifall bei den Grünen.) Es ist wirklich untragbar, dass Sie uns im Hinblick auf dieses Konjunkturpaket – sprich: Grasser-Gröstl – dann auch noch Ihre Versäumnisse in Form eines Abänderungsantrages präsentieren! (Zwischenruf des Abg. Gaál.)
Zwischenruf des Abg. Gaál.
Werter Herr Kollege Stummvoll! Werter Herr Kollege Bucher! Dass das, was Sie sich unter dem Titel „Abänderungsantrag“ haben einfallen lassen, noch irgendetwas mit dem Konjunkturpaket zu tun haben soll, das glauben Sie wohl selbst nicht! Dass Sie es wagen, uns in letzter Minute einen derartigen Abänderungsantrag zu präsentieren, ist schon von der Vorgangsweise her unglaublich ungustiös! (Beifall bei den Grünen.) Es ist wirklich untragbar, dass Sie uns im Hinblick auf dieses Konjunkturpaket – sprich: Grasser-Gröstl – dann auch noch Ihre Versäumnisse in Form eines Abänderungsantrages präsentieren! (Zwischenruf des Abg. Gaál.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn Sie nämlich schreiben, dass die steigende Kriminalitätsentwicklung das erforderlich macht, dann widersprechen Sie sich selbst permanent beziehungsweise widersprechen Sie in diesem Fall dem, was Sie anlässlich der Sicherheitsdebatte gesagt haben. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber nicht genug damit! Ungustiös ist auch der Inhalt: Sie fordern mehr Mittel für Lauschangriff und Rasterfahndung und mehr Mittel für die überfüllten Justizwacheanstalten. – Lassen Sie sich bitte etwas Besseres und zu einem anderen Tagesordnungspunkt einfallen, aber bitte nicht so etwas unter dem Thema Grasser-Gröstl oder Konjunkturpaket! Dieser Antrag ist wirklich das Letzte! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Materie enthält einige unproblematische Punkte und auch einige Punkte, die durchaus begrüßenswert sind, wie zum Beispiel eine erweiterte Regelung zum Recht auf Teilzeit. Obwohl wir das grundsätzlich begrüßen, ist auch anzumerken, dass man die Wirkung der derzeitigen Regelung überprüfen muss, insbesondere die Wirkung auf die Frauenbeschäftigung. Zum einen muss man schauen, ob dann auch im Pensionsrecht eine entsprechende Regelung vorhanden ist, damit diese Zeiten entsprechend bewertet werden, damit keine Pensionssenkungsfalle für die Frauen entsteht, und zum anderen denke ich, ist es auch notwendig, wenn man im öffentlichen Dienst eine solche Regelung schafft, Männer zu motivieren, Väter zu motivieren, derartige Regelungen auch in Anspruch zu nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Hinzu kommt noch, dass niemand von uns heute sagen kann, ob das Universitätsgesetz auch wirklich verfassungsrechtlich halten wird. Diese Woche gab es eine Verhandlung im Verfassungsgerichtshof, bei der von den Verfassungsrichtern das Universitätsgesetz in mehreren Punkten sehr kritisch hinterfragt wurde. Aus heutiger Sicht kann daher gar nicht gesagt werden, ob dieses Gesetz nicht wegen Verfassungswidrigkeit aufgehoben werden wird. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Als letzten Punkt möchte ich noch anführen, dass sogar die Rektorenkonferenz gemeint hat, dass die Anpassung an sich höchst überfällig wäre, und viele Punkte kritisiert hat. Diesen Kritikpunkten kommen Sie nur in einem sehr marginalen Bereich nahe. Die Rektorenkonferenz spricht in diesem Fall von erheblichen Mängeln, und ich denke, dass man diese Punkte ernst zu nehmen hätte und einarbeiten müsste. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte auch noch auf eine Debatte, die wir heute schon geführt haben, verweisen. Beim Abänderungsantrag, den Kollege Niederwieser einbringen wird, geht es darum, dass Sie den Rettungsanker ergreifen könnten, indem Sie dem Antrag, den wir einbringen, zustimmen. Bei dieser Frühpensionierungswelle, die jetzt mitten im Schuljahr in Gang gesetzt ist, könnte es zu einer Korrektur kommen, indem man den Lehrern ermöglicht, zu gleichen Bedingungen zumindest bis zum Ende dieses Schuljahres den Schulen freiwillig zur Verfügung zu stehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zur zweiten Materie, zum Bedienstetenschutz-Reformgesetz: Dabei geht es eigentlich nur um Anpassungen. Es geht um Anpassungen an den Arbeitnehmerschutz, die aus unserer Sicht unproblematisch sind, und daher werden wir dem auch zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedanke mich beim Herrn Staatssekretär für die unbürokratische, sehr kompetente und ergebnisorientierte Verhandlung, die letztendlich auch ein gutes Echo von den Wirtschaftsforschungsinstituten in der Replik in den Medien gebracht hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn ich Sie nun einlade, dieser Vorlage zuzustimmen, dann tue ich dies auch in der Gewissheit, dass ich auf Grund der einstimmigen Entscheidung der Landeshauptleutekonferenz hoffe, dass auch die Länder und Gemeinden diesen Verhandlungserfolg nachvollziehen werden. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Vizekanzler Gorbach.
sagen, dass das sozusagen nicht nur ein Hieb, sondern sogar ein Stoß in Richtung Qualität des österreichischen Bildungssystems war, wie ich ihn auf der Ebene der Pflichtschulen und auch der höheren Schulen in den letzten Jahren nicht kennen gelernt habe. Es hat immer eine zwar langsame, aber doch Entwicklung gegeben, aber das, was jetzt passiert und das sich daraus ergebende Missmanagement, das sich gar nicht anders lösen lässt, wird auf dem Rücken der Kinder ausgetragen. Das, was sich in den letzten Tagen ereignet hat, straft wirklich alle Lügen, die behaupten, es mit dem Wohl der österreichischen Jugend, der Kinder und mit der Bildung gut zu meinen. Das sollten Sie wissen, meine Herren! Vielleicht haben Sie auch schulpflichtige Kinder – wenn ja, dann erkundigen Sie sich einmal! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Vizekanzler Gorbach.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die Gesetzestexte, die das möglich machen, sind nach unserem Dafürhalten gut gelungen und werden auch sicherstellen, dass es dem Bundesheer gelingt, diese 1 500 Personen aufzustellen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Niederwieser: Das ist falsch! Das stimmt nicht! Das war eine ganz andere Regelung! Die habt ihr geändert!
Zum Thema Lehrer. – Diese Regelung für Lehrer besteht bereits seit dem Jahr 1998, ist also nicht von dieser Regierung beschlossen worden, sondern von der großen Koalition (Abg. Dr. Niederwieser: Das ist falsch! Das stimmt nicht! Das war eine ganz andere Regelung! Die habt ihr geändert!), und diese Regelung sollte jungen Lehrer-Anwärtern die Möglichkeit bieten, nachzurücken. (Abg. Öllinger: Na! Na!)
Abg. Öllinger: Na! Na!
Zum Thema Lehrer. – Diese Regelung für Lehrer besteht bereits seit dem Jahr 1998, ist also nicht von dieser Regierung beschlossen worden, sondern von der großen Koalition (Abg. Dr. Niederwieser: Das ist falsch! Das stimmt nicht! Das war eine ganz andere Regelung! Die habt ihr geändert!), und diese Regelung sollte jungen Lehrer-Anwärtern die Möglichkeit bieten, nachzurücken. (Abg. Öllinger: Na! Na!)
Abg. Öllinger: Es darf auch nicht nachbesetzt werden, steht drin im Gesetz!
Der Betreffende nimmt einen hohen Pensionsverlust in Kauf, wenn er dieses Modell annimmt, und – und das muss man auch beachten – es ist nicht so, dass jemand einen Antrag stellt und somit automatisch in Pension geschickt wird. Man muss abwägen, ob das dienstlich überhaupt möglich ist. Man muss das dienstliche Interesse abwägen, wenn ein Antrag auf vorzeitige Pensionierung vorliegt, und das ist bei den Landesschulbehörden beziehungsweise beim Stadtschulrat in Wien höchst unterschiedlich erfolgt. (Abg. Öllinger: Es darf auch nicht nachbesetzt werden, steht drin im Gesetz!) – Das stimmt so nicht. Es darf nachbesetzt werden! Im Rahmen der Stellenpläne darf sehr wohl nachbesetzt werden! Was Sie meinen, das bezieht sich nur auf die 50- bis 55-Jährigen; hier darf nicht nachbesetzt werden. (Abg. Öllinger: Das haben aber Sie möglich gemacht! Das haben Sie möglich gemacht!)
Abg. Öllinger: Das haben aber Sie möglich gemacht! Das haben Sie möglich gemacht!
Der Betreffende nimmt einen hohen Pensionsverlust in Kauf, wenn er dieses Modell annimmt, und – und das muss man auch beachten – es ist nicht so, dass jemand einen Antrag stellt und somit automatisch in Pension geschickt wird. Man muss abwägen, ob das dienstlich überhaupt möglich ist. Man muss das dienstliche Interesse abwägen, wenn ein Antrag auf vorzeitige Pensionierung vorliegt, und das ist bei den Landesschulbehörden beziehungsweise beim Stadtschulrat in Wien höchst unterschiedlich erfolgt. (Abg. Öllinger: Es darf auch nicht nachbesetzt werden, steht drin im Gesetz!) – Das stimmt so nicht. Es darf nachbesetzt werden! Im Rahmen der Stellenpläne darf sehr wohl nachbesetzt werden! Was Sie meinen, das bezieht sich nur auf die 50- bis 55-Jährigen; hier darf nicht nachbesetzt werden. (Abg. Öllinger: Das haben aber Sie möglich gemacht! Das haben Sie möglich gemacht!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Bestimmung ist gut, hat sich bewährt und wird in veränderter Form jetzt weitergeführt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Wir verhandeln jetzt die 2. Dienstrechts-Novelle 2003, und ich möchte mich zu Beginn meiner Ausführungen namens meiner Fraktion, aber auch persönlich bei allen öffentlich Bediensteten für deren Dienstleistungen sehr herzlich bedanken. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir alle nehmen rund um die Uhr die Leistungen des öffentlichen Dienstes in Anspruch – auch wir hier in diesem Hause! Ich möchte mich in dieser Sitzung im Rahmen dieses Verhandlungspunktes speziell auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Parlamentsdirektion für die Unterstützung bei unserer Tätigkeit sehr herzlich bedanken, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren vor allem von den Regierungsfraktionen – und ich werde das auch bei jeder Gelegenheit ansprechen –, wir dürfen die Menschen im öffentlichen Dienst nicht ausschließlich als Kostenfaktor darstellen! Wir dürfen nicht vergessen: Das sind Menschen, das sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das sind Kolleginnen und Kollegen mit Sorgen, mit Nöten und mit Ängsten! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aber das ist doch positiv, wenn er sie kriegt!
Es nützt nichts, wenn wir auch bei jeder Sitzung hier im Hause vom Herrn Innenminister hören, er habe genug Personal, noch nie seien so viele Exekutivbeamte auf der Straße im Einsatz gewesen, wenn dann, so geschehen im Rahmen des zuvor verhandelten Tagesordnungspunktes, in einen Abänderungsantrag quasi hineingeschwindelt wird, dass im Innenministerium 150 Planstellen notwendig sind. (Abg. Scheibner: Aber das ist doch positiv, wenn er sie kriegt!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Vorrednerin hat bereits darauf hingewiesen: Einige Punkte sind positiv, und – wir werden ja eine getrennte Abstimmung vornehmen – diesen werden wir selbstverständlich zustimmen, weil sie richtig, weil sie notwendig sind. Nicht mitstimmen können werden wir – Kollege Niederwieser wird sich noch damit auseinander setzen – im Zusammenhang mit dem Schulbereich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Ich darf aus diesem Grund und in diesem Sinne auch um die Zustimmung zu dieser 2. Dienstrechts-Novelle ersuchen; wie ich von meinem Vorredner erfahren durfte, wird das auch geschehen. In Bezug auf dessen Ausführungen darf ich vielleicht noch erwähnen: Für uns ist es selbstverständlich, dass die Dienstnehmer nicht Kostenfaktoren, sondern wertvolle Mitarbeiter im öffentlichen Dienst sind! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Nein, nein, Herr Kollege!
Ich komme zurück zu der Diskussion, die hier um etwa 16 Uhr stattgefunden hat. Im Rahmen einer Fristsetzungsdebatte wurde dieses Thema, dass jetzt über 1 500 Lehrerinnen- und Lehrerposten nicht mehr nachbesetzt werden, wodurch große Probleme an den Schulen entstehen, schon diskutiert. Es war wirklich erschütternd, dass, als Kollegin Stoisits ein Fallbeispiel geschildert hat, darauf mit Gelächter reagiert worden ist. (Abg. Murauer: Nein, nein, Herr Kollege!)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist unerhört, Kollege Murauer!
Das stimmt! Du warst einer jener, die am meisten gelacht haben, Kollege Murauer. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist unerhört, Kollege Murauer!) Einer, der am meisten darüber gelacht hat, warst du, wenn du es genau wissen möchtest. Hättest du jetzt nicht dazwischen gerufen, dann hätte ich das nicht gesagt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das stimmt! Du warst einer jener, die am meisten gelacht haben, Kollege Murauer. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist unerhört, Kollege Murauer!) Einer, der am meisten darüber gelacht hat, warst du, wenn du es genau wissen möchtest. Hättest du jetzt nicht dazwischen gerufen, dann hätte ich das nicht gesagt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Jarolim: Richtig! – Abg. Murauer: Nicht richtig!
Ich habe mir gedacht, es kann doch nicht sein, dass die Kinder, die Schülerinnen und Schüler den Abgeordneten dieses Hauses so völlig egal sind. (Abg. Dr. Jarolim: Richtig! – Abg. Murauer: Nicht richtig!) Das darf nicht sein, und daher, lieber Kollege Murauer, bekommen Sie alle die Möglichkeit, diesen Fehler noch einmal gutzumachen, indem Sie unserem Abänderungsantrag die Zustimmung erteilen, den ich im Folgenden erläutern werde.
Beifall bei der SPÖ.
Die Dinge sind an und für sich korrekt dargestellt, und ich bin gespannt, ob vom Kollegen Brader, der selbst Lehrer ist, noch eine positive Botschaft kommt. Sie müssten am besten wissen, was das bedeuten könnte und wie vielen Kindern und wie vielen Eltern wir in dieser Situation helfen können. Ich appelliere an Sie alle: Stimmen Sie unserem Abänderungsantrag zu! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Dieses neue Militärberufsförderungsgesetz ist durchaus eine Verbesserung gegenüber dem alten Gesetz, weil letztendlich auch die Ausbildung im Ausland ermöglicht wird, weil auch während des Dienstverhältnisses eine entsprechende Berufsförderung erfolgen kann und weil auch die Dauer der Berufsförderung nach Beendigung des Dienstverhältnisses entsprechend erhöht wird. Letztendlich trägt der Bund die Kosten. und damit wird auch dem Prinzip des lebenslangen Lernens und natürlich auch der Weiterbildung entsprechend Rechnung getragen und werden auch arbeitsmarktpolitische Akzente gesetzt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
möglichst bald damit auseinander setzen und klären wird, ob hier eine Gesetzesverfehlung vorliegt oder nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist dies ein Gesetz, meine Damen und Herren, das es uns ermöglicht, KIOP-Soldaten in friedenssichernde Einsätze zu entsenden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die zu erwartenden Einsparungen für den Bund betragen rund 890 000 € pro Jahr. Meiner Meinung nach ist dieses Reformgesetz ganz im Sinne eines sorgsamen Umganges mit Steuermitteln. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Es wurde hier in einer vorbildlichen Art und Weise, in einer zivilisierten Verhandlungskultur ein Gehaltsabschluss erzielt, der die Rechte der öffentlich Bediensteten, die sozialpolitischen, die gehaltspolitischen Rechte der öffentlich Bediensteten, regelt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich bitte alle hier, dass wir als Politiker uns entsprechend dagegen verwahren, wenn in den Medien geschrieben steht: Die öffentlich Bediensteten kosten den Steuerzahler ...! Dieser Gehaltsabschluss mit 1,85 Prozent ist etwas, was sich die im öffentlichen Dienst Tätigen, so wie alle anderen Arbeitnehmer auch, verdienen. Und alle die, die schreien, dass es zu wenig Gendarmen, zu wenig Polizisten und zu wenig Krankenschwestern gibt, sind aufgerufen, hier auch zu sagen, dass diese mediale Darstellung, dass die öffentlich Bediensteten den Steuerzahler etwas kosten, einfach ungerechtfertigt ist. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen öffentlich Bediensteten für ihre Leistung für die Gesellschaft auch entsprechend bedanken! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Alles in allem sind dies gute Vorlagen. Daher: Ein Glückauf den Verhandlern in der Gewerkschaft, ein Danke dem Herrn Staatssekretär und allen, die dazu beigetragen haben, dass wir dieses gute Ergebnis heimbringen konnten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Satz von Peter Schieder von damals hat heute genauso Gültigkeit: Es wird der Tag kommen, an dem nicht jene bestraft werden, die Geheimnisse verletzen, sondern die, die sie vor den Bürgern haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Indem wir die Teilnahme österreichischer Unternehmungen und Forschungseinrichtungen zum Beispiel am Satelliten-Navigationsprogramm GALILEO ermöglichen, ist die Herstellung am Produktionsort Hightech gesichert. Ich glaube, das ist in unserer aller Sinne. Ich bitte daher, dieser Vorlage die Zustimmung zu geben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nein, auch eine rot-schwarze!
Was denken Sie sich von ÖVP und FPÖ bei einer Regierungsarbeit, die so gestaltet ist, dass es keinen einzigen Sitzungstag und keinen Gesetzesbeschluss gibt, zu dem nicht seitens der Regierungsparteien Abänderungsanträge in zweiter Lesung eingebracht wurden?! Keine Regierung dieser Welt könnte es sich erlauben, irgendein Parlament mit einer solchen Vorgangsweise zu konfrontieren! Das erlaubt sich wirklich nur eine schwarz-blaue Bundesregierung! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nein, auch eine rot-schwarze!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wir haben schon einmal eine Änderung des Sicherheitsinformationsgesetzes abgelehnt – und das aus guten Gründen. Und nichts hat es gegeben, warum wir unsere Meinung dazu hätten ändern sollen! Ganz im Gegenteil: Jetzt wird es nur noch schlimmer! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Brosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Bitte einen Abänderungsantrag!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Scheibner. (Abg. Brosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Bitte einen Abänderungsantrag!)
Widerspruch bei der SPÖ
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe Terezija Stoisits, du bist ähnlich lange hier im Hohen Haus wie ich: Wir haben noch ganz andere Zeiten erlebt, als sogar noch der vorletzte Redner der großen Koalition dicke Abänderungsanträge eingebracht hat (Widerspruch bei der SPÖ), wiewohl ich sage, dass auch ich nicht glücklich darüber bin, dass wir von manchen Ministerien – allerdings notwendige – Abänderungsvorschläge sehr kurzfristig bekommen. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe Terezija Stoisits, du bist ähnlich lange hier im Hohen Haus wie ich: Wir haben noch ganz andere Zeiten erlebt, als sogar noch der vorletzte Redner der großen Koalition dicke Abänderungsanträge eingebracht hat (Widerspruch bei der SPÖ), wiewohl ich sage, dass auch ich nicht glücklich darüber bin, dass wir von manchen Ministerien – allerdings notwendige – Abänderungsvorschläge sehr kurzfristig bekommen. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Im Sinne der Schaffung und Erhaltung von hochwertigen Arbeitsplätzen in Österreich und der Teilnahme österreichischer Firmen an diesen Projekten ist diese Gesetzesänderung notwendig, und deshalb sollten wir alle diese Gesetzesänderung und auch diese Abänderung beschließen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Ein gutes Gesetz!
Wahrscheinlich stecken dahinter auch sehr viele Unebenheiten, sehr viele Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten. Das hat sich ja auch gezeigt am Zustandekommen dieses Presseförderungsprojektes, wo es sehr, sehr lange gedauert hat, bis man da überhaupt mit Vorschlägen, mit einer Vorlage konfrontiert wurde. (Abg. Mag. Molterer: Ein gutes Gesetz!) Und als man diese Vorlage dann sah (Abg. Mag. Molterer: Wer ist „man“?), war man eigentlich sehr enttäuscht.
Abg. Mag. Molterer: Wer ist „man“?
Wahrscheinlich stecken dahinter auch sehr viele Unebenheiten, sehr viele Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten. Das hat sich ja auch gezeigt am Zustandekommen dieses Presseförderungsprojektes, wo es sehr, sehr lange gedauert hat, bis man da überhaupt mit Vorschlägen, mit einer Vorlage konfrontiert wurde. (Abg. Mag. Molterer: Ein gutes Gesetz!) Und als man diese Vorlage dann sah (Abg. Mag. Molterer: Wer ist „man“?), war man eigentlich sehr enttäuscht.
Abg. Dr. Fasslabend: So habt ihr es gemacht!
Es ist da also kein neues System gefunden, sondern ein willkürliches System gewählt worden. (Abg. Dr. Fasslabend: So habt ihr es gemacht!) Sie haben sich offensichtlich einfach hingesetzt und gesagt: Jetzt schauen wir uns einmal an, wen wir mögen und wen nicht – aus welchen Gründen auch immer. Da hat es natürlich einige gegeben, wo Sie Gott sei Dank gezwungen waren, Schritte zu setzen, und es wäre wirklich schade gewesen, wenn die „Presse“ oder der „Standard“ andernfalls echte Probleme bekommen hätten; keine Frage! Aber das Volumen, das diese beiden jetzt dazubekommen und das die anderen sozusagen jetzt als Wettbewerbsverzerrung spüren, möchte ich schon kritisch anmerken.
Beifall bei der SPÖ.
Resümee ist: Es ist unbefriedigend, es ist kein neues System. Es schafft in Wirklichkeit Wettbewerbsverzerrung, es ist ungerecht, und es ist generell natürlich viel zu wenig. Das ist das Motiv, warum die sozialdemokratische Fraktion dieser Vorlage selbstverständlich nicht zustimmen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Niederwieser: Weil Sie es nicht gelesen haben!
Abgeordnete Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich weiß nicht, woher Kollege Cap die Inhalte für seine Ausführungen nimmt. Er kann sich nicht mit dem vorliegenden Gesetz befasst haben, denn all das, was er vorgeworfen hat, kann ich eigentlich nicht in diesem Gesetzentwurf erkennen. Tut mir Leid! (Abg. Dr. Niederwieser: Weil Sie es nicht gelesen haben!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Insgesamt kann ich für meine Fraktion sagen, wir glauben, dass es ein guter Kompromiss ist, ein gutes Gesetz. Es stellt die Presseförderung auf neue Beine. Wir freuen uns darauf und werden diesem Gesetz gerne unsere Zustimmung geben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Nichts versäumt!
Die Damen und Herren, die sich mit Medienangelegenheiten, der Herr Staatssekretär insbesondere, beschäftigen, wissen, dass den Grünen sehr an einer Medienförderung in diesem Land gelegen ist. Ich habe den Beginn der Rede des Kollegen Cap nicht gehört (Abg. Mag. Molterer: Nichts versäumt!), aber ich nehme an, er hat es auch betont. Wir verstehen unter Medien nicht nur Printprodukte (Abg. Dr. Cap: Habe ich auch gesagt!) und diese Art von Veränderungen, die jetzt vorgenommen wurden, sondern der Medienbegriff ist für uns ein darüber hinaus gehender. Aber selbst wenn man ihn in der reduzierten Form sieht, ist es unzureichend, wie das Gesetz jetzt geändert wurde, denn – und das sage ich als Grüne – solange immer noch Parteizeitungen gefördert werden, etwas anderes sind das „Neue Volksblatt Salzburg“, das „Neue Volksblatt Oberösterreich“ oder die „KTZ“ ... (Abg. Dr. Mitterlehner: Das sind Qualitätszeitungen!) – Das sind Parteizeitungen, und es ist nicht ausgeschlossen, dass eine Parteizeitung auch Qualität hat, aber es geht doch um die Frage der Meinungsvielfalt. Solange das der Fall ist, kann ich nicht von einem großen Wurf sprechen.
Abg. Dr. Cap: Habe ich auch gesagt!
Die Damen und Herren, die sich mit Medienangelegenheiten, der Herr Staatssekretär insbesondere, beschäftigen, wissen, dass den Grünen sehr an einer Medienförderung in diesem Land gelegen ist. Ich habe den Beginn der Rede des Kollegen Cap nicht gehört (Abg. Mag. Molterer: Nichts versäumt!), aber ich nehme an, er hat es auch betont. Wir verstehen unter Medien nicht nur Printprodukte (Abg. Dr. Cap: Habe ich auch gesagt!) und diese Art von Veränderungen, die jetzt vorgenommen wurden, sondern der Medienbegriff ist für uns ein darüber hinaus gehender. Aber selbst wenn man ihn in der reduzierten Form sieht, ist es unzureichend, wie das Gesetz jetzt geändert wurde, denn – und das sage ich als Grüne – solange immer noch Parteizeitungen gefördert werden, etwas anderes sind das „Neue Volksblatt Salzburg“, das „Neue Volksblatt Oberösterreich“ oder die „KTZ“ ... (Abg. Dr. Mitterlehner: Das sind Qualitätszeitungen!) – Das sind Parteizeitungen, und es ist nicht ausgeschlossen, dass eine Parteizeitung auch Qualität hat, aber es geht doch um die Frage der Meinungsvielfalt. Solange das der Fall ist, kann ich nicht von einem großen Wurf sprechen.
Abg. Dr. Mitterlehner: Das sind Qualitätszeitungen!
Die Damen und Herren, die sich mit Medienangelegenheiten, der Herr Staatssekretär insbesondere, beschäftigen, wissen, dass den Grünen sehr an einer Medienförderung in diesem Land gelegen ist. Ich habe den Beginn der Rede des Kollegen Cap nicht gehört (Abg. Mag. Molterer: Nichts versäumt!), aber ich nehme an, er hat es auch betont. Wir verstehen unter Medien nicht nur Printprodukte (Abg. Dr. Cap: Habe ich auch gesagt!) und diese Art von Veränderungen, die jetzt vorgenommen wurden, sondern der Medienbegriff ist für uns ein darüber hinaus gehender. Aber selbst wenn man ihn in der reduzierten Form sieht, ist es unzureichend, wie das Gesetz jetzt geändert wurde, denn – und das sage ich als Grüne – solange immer noch Parteizeitungen gefördert werden, etwas anderes sind das „Neue Volksblatt Salzburg“, das „Neue Volksblatt Oberösterreich“ oder die „KTZ“ ... (Abg. Dr. Mitterlehner: Das sind Qualitätszeitungen!) – Das sind Parteizeitungen, und es ist nicht ausgeschlossen, dass eine Parteizeitung auch Qualität hat, aber es geht doch um die Frage der Meinungsvielfalt. Solange das der Fall ist, kann ich nicht von einem großen Wurf sprechen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Das ist ja jetzt schon da!
reiches Produkt am Ende herausschaut. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Das ist ja jetzt schon da!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Es muss ja nicht immer gleich ein großer Wurf sein. Es reicht ja auch, wenn man ein besseres, ein verbessertes Gesetz zustande bringt. Das könnte man ja auch einmal positiv darstellen und nicht immer nur die schlechten Dinge sehen. Für uns ist es auch ein Kompromiss, der hier zustande gekommen ist, aber: Besser ein verbessertes Gesetz als überhaupt keine Veränderung! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich freue mich geradezu schon auf eine Fortsetzung dieser Diskussion, wenn es dann bei der Evaluierung zu einer weiteren Verbesserung kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Ein Würfchen!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Franz Morak: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich erst einen Dank formulieren an die beiden Verantwortlichen in den Klubs, an Herrn Mag. Molterer und Frau Dr. Bleckmann, für diesen Initiativantrag. Man kann jetzt darüber reden, meine Damen und Herren, ob das ein großer oder eher ein kleiner oder vielleicht auch gar kein Wurf ist (Abg. Dr. Cap: Ein Würfchen!), ich meine jedenfalls: Wir haben die Möglichkeiten der Presseförderung an die Zeit angepasst, an die politische und an die mediale Realität in unserem Lande.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bitte Sie, Frau Abgeordnete Stoisits, das etwas differenzierter zu sehen. Ich meine, die Bemühungen unserer Bundesregierung in diesem Bereich stellen für die Republik essentielle Verbesserungen im Zusammenhang mit Medien dar. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In diesem Sinne glaube ich, dass dieser Entwurf, der Ihnen hier zur Abstimmung vorliegt, als ausgewogen bezeichnet werden kann. Auf die Realität der Szene wird dabei Rücksicht genommen, und ich würde mir wünschen, dass auch Sie von den Oppositionsparteien diesem Antrag – trotz Ihrer vorgebrachten Einwände – zustimmen könnten. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Bei Ihnen als Staatssekretär haben wir überhaupt keinen Wurf gehabt!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Man kann nicht nur bei diesem Gesetz von keinem großen Wurf reden. Es ist bei ziemlich allem so, was diese Regierung angepackt hat: kein großer Wurf! (Abg. Großruck: Bei Ihnen als Staatssekretär haben wir überhaupt keinen Wurf gehabt!) Daher sind Sie offensichtlich auch bei diesem Gesetz Ihrem
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Motto treu geblieben – und es ist ein „Würfchen“ geworden. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Nochmals: Es ist einfach kein gutes Gesetz geworden. Und inhaltlich wäre noch anzumerken, dass Medien mehr sind als Printmedien. Auch in Bezug auf das Internet müsste man entsprechend zu fördern beginnen; ebenso müsste man auch die Freien Radios in eine Förderung aufnehmen. Man müsste die Medien in ihrer Gesamtheit betrachten – und nicht nur als Printmedien. Dieses Gesetz ist kein gutes Gesetz; es benachteiligt die Wochenzeitungen, beinhaltet nicht die angeführten Medien, eben solche, die keine Printmedien sind, und benachteiligt ganz eklatant eine Zeitung, noch dazu eine, die sich das nicht verdient hat! (Beifall bei der SPÖ.)
Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Kopf: Nein! Das gibt’s ja nicht! Das war ein Sozialdemokrat? Geh, nein!
Da Sie hier mit erhobenem Zeigefinger stehen: Sie waren da schon sehr kühn unterwegs. Ich erinnere Sie von der SPÖ nur daran, dass zu Ihrer Zeit der Vorsitzende der damaligen Presseförderungskommission, Josef Riedler, gleichzeitig der Chefredakteur der „Neuen Zeit“ in der Steiermark war – das war bekanntlich das Zentralorgan der steirischen SPÖ. Dieser Josef Riedler hat sich in den neunziger Jahren – und Sie hören richtig – selbst insgesamt 405 Millionen Schilling zugeschoben. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Kopf: Nein! Das gibt’s ja nicht! Das war ein Sozialdemokrat? Geh, nein!) Diese Summe des Sozialdemokraten Josef Riedler war in einzelnen Jahren höher als der Umsatz der Zeitung! – Wollen Sie diese Form von Presseförderung?
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gaál: Das „Volksblatt“ hat das Doppelte gekriegt! – Rufe bei der SPÖ: „Volksblatt“! „Volksblatt“!
Da bedauere ich es, dass hier Millionen – Millionen! – an Förderungen ausgegeben worden sind! – Ich bin froh, dass diese Form der Presseförderung nunmehr ein Ende gefunden hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gaál: Das „Volksblatt“ hat das Doppelte gekriegt! – Rufe bei der SPÖ: „Volksblatt“! „Volksblatt“!)
Weitere Rufe bei der SPÖ: „Volksblatt“!
Die „Südost Tagespost“ hat nie diese Förderungen bekommen, daher musste sie auch viel früher eingestellt werden. (Weitere Rufe bei der SPÖ: „Volksblatt“!) Ich bedauere es, dass Tageszeitungen in Österreich in der letzten Zeit mehrfach eingestellt werden mussten; aber es kommt ein Punkt, wo Förderungen nicht mehr vertretbar sind. (Neuerlicher Ruf bei der SPÖ: „Volksblatt“!) – Das „Volksblatt“ ist im Vergleich zu dem, was bei der „Neuen Zeit“ und bei der „Arbeiter-Zeitung“ möglich war, eine Micky-Maus, sage ich Ihnen. Das ist alles andere als etwas, was man vergleichen kann. (Abg. Gaál: Man muss nur zusammenzählen! Zusammenzählen!)
Neuerlicher Ruf bei der SPÖ: „Volksblatt“!
Die „Südost Tagespost“ hat nie diese Förderungen bekommen, daher musste sie auch viel früher eingestellt werden. (Weitere Rufe bei der SPÖ: „Volksblatt“!) Ich bedauere es, dass Tageszeitungen in Österreich in der letzten Zeit mehrfach eingestellt werden mussten; aber es kommt ein Punkt, wo Förderungen nicht mehr vertretbar sind. (Neuerlicher Ruf bei der SPÖ: „Volksblatt“!) – Das „Volksblatt“ ist im Vergleich zu dem, was bei der „Neuen Zeit“ und bei der „Arbeiter-Zeitung“ möglich war, eine Micky-Maus, sage ich Ihnen. Das ist alles andere als etwas, was man vergleichen kann. (Abg. Gaál: Man muss nur zusammenzählen! Zusammenzählen!)
Abg. Gaál: Man muss nur zusammenzählen! Zusammenzählen!
Die „Südost Tagespost“ hat nie diese Förderungen bekommen, daher musste sie auch viel früher eingestellt werden. (Weitere Rufe bei der SPÖ: „Volksblatt“!) Ich bedauere es, dass Tageszeitungen in Österreich in der letzten Zeit mehrfach eingestellt werden mussten; aber es kommt ein Punkt, wo Förderungen nicht mehr vertretbar sind. (Neuerlicher Ruf bei der SPÖ: „Volksblatt“!) – Das „Volksblatt“ ist im Vergleich zu dem, was bei der „Neuen Zeit“ und bei der „Arbeiter-Zeitung“ möglich war, eine Micky-Maus, sage ich Ihnen. Das ist alles andere als etwas, was man vergleichen kann. (Abg. Gaál: Man muss nur zusammenzählen! Zusammenzählen!)
Beifall bei der ÖVP.
Daher ist das Gesetz ein zukunftsweisendes und nimmt Gott sei Dank Abschied von parteipolitisch motivierter Presseförderung. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: „Eurolim“! – Abg. Dr. Jarolim – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich bin immer froh über „originelle“ Zwischenrufe!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Jarolim. (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: „Eurolim“! – Abg. Dr. Jarolim – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich bin immer froh über „originelle“ Zwischenrufe!)
Abg. Kopf: Welche ist die richtige Richtung? Die der SPÖ?
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Ich weiß nicht, Herr Kollege Lopatka, woher Sie das beziehen, dass es sich bei dem, was da stattfindet, um eine Objektivierung handelt. Ich glaube, man kann, wenn man sich das anschaut, auch nicht sagen, dass das ein „Entwürfchen“ ist, sondern ich wäre, wenn man von der richtigen Richtung spricht, fast geneigt zu sagen, es ist der falsche Schritt in die falsche Richtung (Abg. Kopf: Welche ist die richtige Richtung? Die der SPÖ?) – aber das wäre eine Aufhebung; insofern glaube ich, es ist der falsche Schritt in die richtige Richtung. Es ist letztlich absurd, zu sagen, dass es sich hierbei um eine Verbesserung handelt.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaál: Sehr nobel!
Daher begrüße ich es auch, dass nächste Woche im ORF eine Veranstaltung stattfindet, die die Qualität der Nachrichtensendungen unter einem Herrn Mück, der die Wirklichkeit in einer Art und Weise nahezu verzerrt, muss man sagen, sodass man eigentlich schon nahezu glaubt, das Gegenteil von dem annehmen zu müssen, was wirklich dargeboten wird, auf einen Prüfstand stellt. Das ist das, was mich an dieser Diskussion freut, und ich danke all jenen, die veranlasst haben, dass diese Überprüfung stattfindet. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaál: Sehr nobel!)
Abg. Eder: Es gibt ja keine mehr!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Das zuerst hier abgeführte Zwischenruf- und Diskussionsduell hat ja gezeigt, worum es hier bei manchen anscheinend in erster Linie geht: darum, dass die Partei- oder die parteinahen Zeitungen (Abg. Eder: Es gibt ja keine mehr!) möglichst viel aus diesen Fördertöpfen bekommen können. Im Ausschuss stand ja auch die Frage zur Diskussion, ob eine dieser Zeitungen nichts bekommt – das war die Kritik der Opposition. Dann hat man nachgewiesen, dass dieses „Nichts“ weit über eine Million € im Jahr ausmacht.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Gaál: ... ist sicher ein Fehler!
Deshalb geben wir dem Gesetz selbstverständlich die Zustimmung. Allerdings halten wir es nur für einen wichtigen Schritt in die Richtung einer weiteren Verbesserung und Weiterentwicklung einer sinnvollen Presseförderung in Österreich. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Gaál: ... ist sicher ein Fehler!)
Abg. Gaál: Schauen Sie nur das „Volksblatt“ an!
Abgeordnete Helga Machne (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Nach dem, was wir gerade über höchste Förderungen der SPÖ-nahen Presse gehört haben, freut es mich umso mehr, dass wir heute eine Änderung der Presseförderung beschließen. Dieses neue Presseförderungsgesetz nimmt auf die nicht leichte wirtschaftliche Situation der regionalen Printmedien Rücksicht. Es ist meines Erachtens ein gutes Gesetz. Vor allem die Regionalmedien werden dadurch gestärkt, und gerade für die nicht so auflagenstarken Bezirkswochenzeitungen und auch für die Tageszeitungen ist dieses Gesetz ein Schritt in die richtige Richtung. Da Sie von Vertölpelung gesprochen haben, Herr Kollege Jarolim, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass auch die „KTZ“, die „Kärntner Tageszeitung“, ein SPÖ-Medium, unter diese Regelung fällt. (Abg. Gaál: Schauen Sie nur das „Volksblatt“ an!) – Das kenne ich nicht. (Abg. Gaál: ... ÖVP-Zeitung! – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine gute Zeitung!)
Abg. Gaál: ... ÖVP-Zeitung! – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine gute Zeitung!
Abgeordnete Helga Machne (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Nach dem, was wir gerade über höchste Förderungen der SPÖ-nahen Presse gehört haben, freut es mich umso mehr, dass wir heute eine Änderung der Presseförderung beschließen. Dieses neue Presseförderungsgesetz nimmt auf die nicht leichte wirtschaftliche Situation der regionalen Printmedien Rücksicht. Es ist meines Erachtens ein gutes Gesetz. Vor allem die Regionalmedien werden dadurch gestärkt, und gerade für die nicht so auflagenstarken Bezirkswochenzeitungen und auch für die Tageszeitungen ist dieses Gesetz ein Schritt in die richtige Richtung. Da Sie von Vertölpelung gesprochen haben, Herr Kollege Jarolim, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass auch die „KTZ“, die „Kärntner Tageszeitung“, ein SPÖ-Medium, unter diese Regelung fällt. (Abg. Gaál: Schauen Sie nur das „Volksblatt“ an!) – Das kenne ich nicht. (Abg. Gaál: ... ÖVP-Zeitung! – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine gute Zeitung!)
Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.
Nachdem sich in den letzten Jahren die Postgebühr für die Abonnentensendungen ganz wesentlich erhöht hat, wird mit dieser Änderung der Presseförderung auch ein Teil dieser Mehrkosten aufgefangen, und das halte ich für sehr wichtig. (Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich danke daher der Regierung, auch im Namen der Regionen in Österreich, für die Vorlage dieser Gesetzesänderung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mein Kollege Lopatka hat bereits ausgeführt: Ihr Modell der Presseförderung war das der Förderung von Parteizeitungen. Und selbst diese überhöhten Förderungen, die die „Arbeiter-Zeitung“ – bei der Sie, Herr Broukal, ja auch einmal als Redakteur begonnen haben – und die „NZ“ bekommen haben, selbst diese hohen – ja höchsten – Förderungen konnten diese Zeitungen nicht vor der Pleite retten. – Das ist Ihr Modell der Presseförderung! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Steibl: Super! Bravo!
Zum Schluss möchte ich noch auf eines hinweisen: Das neue Presseförderungsgesetz sieht vor, dass in Zukunft die Fördermittel nicht mehr von politisch abhängigen Personen vergeben werden, sondern dass die Presseförderung der KommAustria zugeordnet wird und dass dort eine objektive Vergabe der Förderungen garantiert wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Steibl: Super! Bravo!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schieder: Das ist die Wahrheit! – Abg. Mag. Molterer: Ist er stolz darauf?
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Abgeordnete Frieser hat gerade gemeint, ich hätte meine journalistische Karriere bei der „Arbeiter-Zeitung“ begonnen. – Das ist unrichtig! Ich habe keinen Tag meines Lebens bei der „Arbeiter-Zeitung“ gearbeitet. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schieder: Das ist die Wahrheit! – Abg. Mag. Molterer: Ist er stolz darauf?)
Heiterkeit. – Abg. Gaál: Das ist ein Einstieg!
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatsanwalt – Staatssekretär, Entschuldigung! (Heiterkeit. – Abg. Gaál: Das ist ein Einstieg!) Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Heute ist ein guter Tag für den Sport, denn nicht nur, dass wir heute (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) das Zusatzprotokoll zur Anti-Doping Konvention ratifizieren, wir werden auch einen Vier-Parteien-Antrag zum Anti-Doping-Gesetz einbringen. Ich denke, wir sind da auf einem guten Weg.
Unruhe im Saal – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatsanwalt – Staatssekretär, Entschuldigung! (Heiterkeit. – Abg. Gaál: Das ist ein Einstieg!) Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Heute ist ein guter Tag für den Sport, denn nicht nur, dass wir heute (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) das Zusatzprotokoll zur Anti-Doping Konvention ratifizieren, wir werden auch einen Vier-Parteien-Antrag zum Anti-Doping-Gesetz einbringen. Ich denke, wir sind da auf einem guten Weg.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Zurückkommend auf das Sportland Österreich bedeutet dies, dass wir auch in Zukunft gesichert Austragungsort von Sport-Großveranstaltungen sein können, zum Beispiel einer Vier-Schanzen-Tournee, einer Eishockey-WM 2005 und – für uns Salzburger ganz besonders wichtig – einer Rad-WM 2006. Diese Wettbewerbe wären natürlich ohne Beschluss dieses Zusatzprotokolls heute nicht möglich. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In diesem Sinne freut es mich, dass für die Zukunft des Sports und für unsere Sportler heute dieses Zusatzprotokoll beschlossen wird. – Es lebe der Sport! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Der Samy Molcho kommt jetzt!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Wittmann. 4 Minuten Redezeit. (Abg. Neudeck: Der Samy Molcho kommt jetzt!)
Abg. Donabauer: Vor vier Jahren ...!
Es gibt grundsätzlich eine positive Entwicklung mit diesem Zusatzprotokoll, es ist grundsätzlich eine positive Entwicklung auch weltweit festzustellen. Und es ist grundsätzlich auch positiv, dass wir jetzt zu einem Entschließungsantrag gekommen sind, was aber die Säumigkeit der Bundesregierung in Bezug auf die Einführung eines Anti-Doping-Gesetzes nicht mildert. Man hätte dieses Gesetz schon vor zwei Jahren machen müssen, man hätte den Sportlern einen großen Dienst erwiesen und man hätte sie in eine Möglichkeit ... (Abg. Donabauer: Vor vier Jahren ...!) – Vor vier Jahren
Abg. Donabauer: Sie waren Staatssekretär!
war es noch nicht möglich, weil die WADA noch nicht gegründet war. (Abg. Donabauer: Sie waren Staatssekretär!) – Aber die WADA war noch nicht gegründet.
Beifall bei der SPÖ.
Lieber Kollege! Das Problem ist, Sie kennen sich nicht aus. Die WADA wurde erst im Jahr 2002 gegründet und daher ist die Säumigkeit ausschließlich bei dieser Regierung zu suchen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Man sollte sich auch bei Zwischenrufen ein Minimum an Information holen, das notwendig ist, um gescheite Zwischenrufe zu machen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber nichtsdestotrotz: Die Sportler nehmen das in Kauf. Deswegen ist es wichtig, dass hier Qualitätsstandards eingeführt werden. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung und ich hoffe, die WADA wird auch mit diesem Code jenen Erfolg bringen, den wir uns alle wünschen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Also: Insbesondere der Vorwurf an die Sportler muss einfach reduziert werden. Das Ausloten von Grenzen ist systemimmanent. Das sollte man als Sportpolitiker zumindest auch wahrnehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Oh-Rufe bei Abgeordneten der ÖVP.
gefordert haben, damals keine Mehrheit bekommen. Das wissen Sie, und auch Sie haben damals nicht zugestimmt. (Oh-Rufe bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die Kontrollergebnisse werden den nationalen Sportverbänden des Herkunftslandes der Sportler und Sportlerinnen zur Verfügung gestellt. Somit ist auch eine umfassende Information und eine umfassende Transparenz gegeben. Damit, so glaube ich, ist ein wesentlicher Schritt in Richtung Dopingbekämpfung getan. Ich bedanke mich für die heutige Zustimmung. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Und eines zum Schluss: Glauben Sie mir, ein erschummelter Sieg ist nie das wert, was ein ehrlicher vierter Platz wert ist! (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Lichtenegger.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im Bewusstsein dessen, dass der Sport eine wichtige Rolle im Bereich der Erhaltung der Gesundheit, der moralischen und der körperlichen Erziehung sowie der Förderung der internationalen Verständigung spielen sollte, wird meine Fraktion diesem Antrag zustimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Lichtenegger.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Lichtenegger.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich lade Sie ein, da der Antrag, der von unserer Fraktion in dieser Frage gestellt worden ist, wieder vertagt worden ist, dass dem Problem der verunreinigten Nahrungsergänzungsmittel erhöhtes Augenmerk geschenkt und hier in Österreich endlich einmal eine effektive Kontrolle eingeführt wird. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Lichtenegger.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordnete Ingrid Turkovic-Wendl (ÖVP): Verehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich glaube, gerade im Zusammenhang mit dem Sport ist eines heute wirklich fällig. Das ist die Erwähnung des seit 25 Jahren beliebtesten Österreichers. Er feiert heute seinen 50. Geburtstag. Es ist Franz Klammer! (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Dr. Cap: Der Franz, der kann’s!
Jetzt können wir uns fragen: Was hat denn der Franz, dass er sich quasi als Dauerbrenner in die Herzen der Österreicher eingenistet hat? Sicher stehen seine sportlichen Leistungen ganz besonders im Vordergrund. (Abg. Dr. Cap: Der Franz, der kann’s!) Seine 25 Weltcupsiege in der Abfahrt waren bisher uneinholbar. Es ist sicher auch seine Art gewesen, wie er mit Kollegen, mit der Presse umgegangen ist, und überhaupt seither seine natürliche Art, seine Offenheit.
spontaner Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und bei den Freiheitlichen
Die Freude über unsere Sporthelden und die Emotion über ihre Leistungen sind natürlich geblieben. Wenn heute ein Eberharter oder ein Maier einen Weltcupsieg landet oder eine Steffi Graf Triumphe über die 800 Meter-Distanz feiert oder wenn ein Elmar Lichtenegger seine Superleistung zeigt (spontaner Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und bei den Freiheitlichen), dann sind wir es, die gewonnen haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ganz Österreich ist stolz, und wir haben, auch wenn manchmal sehr passiv im Sport, ein euphorisches Gefühl und fühlen uns gut platziert und gut vertreten in der Welt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Freude über unsere Sporthelden und die Emotion über ihre Leistungen sind natürlich geblieben. Wenn heute ein Eberharter oder ein Maier einen Weltcupsieg landet oder eine Steffi Graf Triumphe über die 800 Meter-Distanz feiert oder wenn ein Elmar Lichtenegger seine Superleistung zeigt (spontaner Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und bei den Freiheitlichen), dann sind wir es, die gewonnen haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ganz Österreich ist stolz, und wir haben, auch wenn manchmal sehr passiv im Sport, ein euphorisches Gefühl und fühlen uns gut platziert und gut vertreten in der Welt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es ist die Zeit für Supersportler eine harte geworden. Ich weiß, dass wir diese Missstände nicht wirklich in den Griff bekommen können, aber wir müssen alles unternehmen, was helfen kann, dass heute die Auswüchse nicht ärger, sondern dezimiert werden. Daher freue ich mich, dass dieses Zusatzprotokoll zur Anti-Doping Konvention heute hier besprochen und „gestartet“ wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Letzter Punkt: Frauen im Sport. – Wir sind stolz darauf, in der European Women and Sport jetzt den Vorsitz zu haben. Wir haben ihn in Österreich. Wir brauchen auch dafür die Dotierung, und wir wollen, dass das in Österreich eine entsprechende Umsetzung findet, damit die Frauen im Sport auch gestärkt werden. Auch dazu meine herzliche Einladung! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Scheibner: Aber wir hören Sie, Herr Präsident!
Meine Damen und Herren! Ich bitte Sie, den Geräuschpegel niedriger zu halten! Ich höre mich selber beim Lesen nicht mehr. (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Scheibner: Aber wir hören Sie, Herr Präsident!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ein schwacher Applaus!
Ihren Wunsch, Herr Minister, diesen ganz anders strukturierten Staaten nachzueifern, verstehen wir eigentlich nicht. Aber es ist wieder einmal bezeichnend für Sie und vor allem für die Agrarpolitik der ÖVP, dass Sie durch diesen Gesetzesantrag auch noch die letzten Reste des so genannten Landwirteprivilegs aufheben, das den kleineren und weniger ertragreichen Landwirtschaftsbetrieben in Österreich ermöglicht hat, ihr Saatgut selbst und unentgeltlich zu vermehren. Sie stellen sich wieder einmal gegen die kleineren und mittleren Bauern in Österreich, indem Sie ihre Rechte beschneiden, die für sie selbstverständlich und eigentlich wohlerworben waren, und bürden ihnen verpflichtend höhere Kosten auf. Das wollen wir ganz sicherlich nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ein schwacher Applaus!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Minister! Wir wollen nicht Ihre Erfüllungsgehilfen sein, wenn Sie darangehen, durch diese Gesetzgebung der endgültigen Umsetzung von Patenten auf Pflanzen und Tiere Tür und Tor zu öffnen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Weil wir gerade auch im Hinblick auf das Dienstleistungsabkommen GATS in unserem Land sehr viele kritische Stimmen hören und auch heftige Diskussionen haben, sollte man auch die positiven Aspekte solcher Staatsverträge erwähnen. Der Schutz des in diesem Falle geistigen Eigentums ist gerade im internationalen Wirtschaftsleben die Voraussetzung für jedes Engagement. Ich darf für die Volkspartei daher sagen, dass wir dieses Gesetz selbstverständlich befürworten und ihm zustimmen werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Es wäre daher nur zweckmäßig und richtig, sie nicht zuzulassen, sondern sicherzustellen, dass eine gentechnikfreie Produktion und damit auch die österreichische Landwirtschaft Zukunft haben. Daher können wir dieser UPOV-Akte auf keinem Fall unsere Zustimmung geben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
In Anbetracht dessen, dass heute noch ein Tagesordnungspunkt des Ausschusses für Land- und Forstwirtschaft auf der Tagesordnung steht, der sehr wichtig ist, nämlich die Gleichstellung von Frauen und Männern im ländlichen Raum, werde ich auf ein näheres Eingehen auf diesen Punkt jetzt verzichten. Wir Agrarvertreter von der freiheitlichen Fraktion werden diesem Antrag zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Na geh!
Wenn in Österreich Gesetze zugunsten des internationalen Handels geändert werden und die schwarz-blaue Regierungsmehrheit dahinter steht, geht es häufig um Privilegien für große Konzerne und Benachteiligungen für kleine Unternehmen. (Abg. Scheibner: Na geh!) So ist es auch in diesem Fall. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn in Österreich Gesetze zugunsten des internationalen Handels geändert werden und die schwarz-blaue Regierungsmehrheit dahinter steht, geht es häufig um Privilegien für große Konzerne und Benachteiligungen für kleine Unternehmen. (Abg. Scheibner: Na geh!) So ist es auch in diesem Fall. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Wittauer: Von was redet sie denn?
Diese Vorlage schränkt das so genannte Landwirteprivileg weiter ein. Das heißt, die Interessen der großen Saatgutkonzerne sind stärker geschützt als jene der kleinen Bauern. Die Großen werden in Zukunft weniger Probleme haben, ihr Saatgut unentgeltlich zu vermehren, die Kleinen aber werden draufzahlen. (Abg. Wittauer: Von was redet sie denn?) Kleine bäuerliche Betriebe, die traditionell eigene Züchtungen entwickeln und weiterentwickeln, sind von einem Gesetz betroffen, das sie bei dieser Entwicklung einschränkt. Das wird für viele von ihnen einen Einkommensverlust bedeuten. Auch wenn Sie lachen, Sie werden es sehen.
Beifall bei der SPÖ.
Man kann daher nicht generell von einem Gewinn für die österreichische Pflanzenzüchtung sprechen. Aus diesen Gründen lehnen wir von der SPÖ die Regierungsvorlage ab. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was den Vorwurf betrifft, dass wir hier Vorreiter seien und andere Länder in Europa und international dies nicht nachvollziehen würden: Dänemark, Deutschland, Finnland, die Niederlande, Schweden und Großbritannien sind der UPOV-Akte bereits beigetreten; Belgien, Frankreich, Irland, Italien, Portugal und Spanien bereiten, so wie Österreich, derzeit den Beitritt zur UPOV-Akte vor. Es kann keine Rede davon sein, dass wir allein sind und dass die anderen nicht auch schon auf diesem Weg unterwegs sind. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Was die Frage der Zulassung von Gentechnik betrifft, ist meine Positionierung hinlänglich bekannt: Ich halte weiter daran fest, dass das Moratorium aufrecht bleiben muss, weil wir die Frage der Koexistenz auf europäischer Ebene aus meiner, aus unserer Sicht nicht ausreichend gelöst haben. Ich warte natürlich auch gespannt auf die Entscheidungen, bei denen wir nicht mehr aktiv eingreifen können, aber unsere politische Haltung habe ich im Agrarministerrat mehrere Male klar und deutlich aufgezeigt. Das Moratorium soll aus unserer Sicht bestehen bleiben, solange die Frage der Koexistenz nicht geregelt ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ein wichtiger Punkt ist, dass das UPOV es jedem Staat selbst überlässt, die Verwendung des in einem landwirtschaftlichen Betrieb gewonnenen und verwerteten Saatguts vom Züchterrecht auszuschließen. Dieses so genannte Landwirteprivileg bedeutet, ein Bauer kann auf der Grundlage des einmal erworbenen Saatgutes uneingeschränkt und unentgeltlich selbst Saatgut züchten, solange er es nicht in Verkehr bringt, sondern es nur für den eigenen Betrieb nutzt oder zum Tausch verwendet. Diese Regelung ist deshalb so wichtig, da andernfalls die Erzeugung und Vermehrung der geschützten Sorten ohne die Zustimmung des Züchters nicht mehr erlaubt ist (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) und der Bauer für den Nachbau von Erntegut für Saatzwecke Nachbaugebühren an den Züchter bezahlen muss. (Abg. Gradwohl: Diese Aussage ...!)
Abg. Gradwohl: Diese Aussage ...!
Ein wichtiger Punkt ist, dass das UPOV es jedem Staat selbst überlässt, die Verwendung des in einem landwirtschaftlichen Betrieb gewonnenen und verwerteten Saatguts vom Züchterrecht auszuschließen. Dieses so genannte Landwirteprivileg bedeutet, ein Bauer kann auf der Grundlage des einmal erworbenen Saatgutes uneingeschränkt und unentgeltlich selbst Saatgut züchten, solange er es nicht in Verkehr bringt, sondern es nur für den eigenen Betrieb nutzt oder zum Tausch verwendet. Diese Regelung ist deshalb so wichtig, da andernfalls die Erzeugung und Vermehrung der geschützten Sorten ohne die Zustimmung des Züchters nicht mehr erlaubt ist (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) und der Bauer für den Nachbau von Erntegut für Saatzwecke Nachbaugebühren an den Züchter bezahlen muss. (Abg. Gradwohl: Diese Aussage ...!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Biologische Vielfalt in der Landwirtschaft wurde und wird aber zu einem guten Teil gerade durch die Arbeit der Landwirte geschaffen. Die UPOV-Umsetzung unterstützt uns dabei, ein starkes Sortenschutzrecht zu haben, und begünstigt die Entwicklung neuer Pflanzensorten zum Nutzen der gesamten Gesellschaft. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsident Dr. Andreas Khol: Sie haben 15 Minuten Zeit. Es lag zunächst eine Verwechslung mit den Freiheitlichen vor. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Deswegen werden wir Grüne uns gegen diesen Abschluss aussprechen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Mainoni: Wir auch nicht!
Beide Revisionen wurden zur Anpassung an internationale Abkommen notwendig. Das Sortenschutzrecht wird gestärkt und klarer gestaltet, und die EU kann ein gemeines Schutzrechtsystem einrichten. Im Zeitalter von Internationalisierung und Globalisierung besteht eine besonders hohe Gefahr der Einschleppung von Schadorganismen der Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse durch den internationalen Handel. Unser gemeinsames Ziel muss es daher sein, die Verbreitung und Einschleppung von Schadorganismen einzudämmen, und das geht nur, wenn wir alle in Europa an einem Strang ziehen. Das ist mir als Landwirt ganz besonders wichtig! Ich verstehe daher überhaupt nicht, warum die SPÖ und die Grünen dagegen sind. (Abg. Mag. Mainoni: Wir auch nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, das ist ein Unterschied!
Dieses Abkommen dient zur Förderung von geeigneten Bekämpfungsmaßnahmen auch gegen Schadorganismen, und ich kann das nur befürworten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, das ist ein Unterschied!) Ich habe schon ausgeführt und es wurde hier schon erklärt, dass es um Anpassungen geht, die notwendig sind, um der Entwicklung
Beifall des Abg. Mag. Molterer.
Ziel der Revision ist es auch, dass vermehrt Sortenschutzrechte erteilt werden können und dass es insbesondere im internationalen Handelsverkehr Erleichterungen für die heimischen Erzeuger gibt. (Beifall des Abg. Mag. Molterer.) Es ist ein vorrangiges Ziel der österreichischen Bundesregierung, den internationalen Handel zu erleichtern und somit die österreichische Wirtschaft zu stärken. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ziel der Revision ist es auch, dass vermehrt Sortenschutzrechte erteilt werden können und dass es insbesondere im internationalen Handelsverkehr Erleichterungen für die heimischen Erzeuger gibt. (Beifall des Abg. Mag. Molterer.) Es ist ein vorrangiges Ziel der österreichischen Bundesregierung, den internationalen Handel zu erleichtern und somit die österreichische Wirtschaft zu stärken. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
zentren steht. Dazu kommt der Wunsch vieler Menschen nach Wohnen im Grünen. Wir sehen das anhand der Entwicklung unserer Landeshauptstadt St. Pölten: ein Minus an Bevölkerung, kaum Wirtschaftswachstum. Dagegen das Umland: Betriebsgebiete wie Böheimkirchen und Loosdorf boomen, in Hürm entsteht ein sehr kreatives, interessantes, gemeindeübergreifendes Betriebsgebiet. Folge für die Bevölkerungsentwicklung im Umland von St. Pölten: ein Plus von 7 Prozent. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Mobilität: Gerade auf dem Land ist die Struktur des öffentlichen Verkehrs nicht sehr ausgeprägt. Im Forschungsbericht „Hemmnisse der Frauenerwerbstätigkeit“ ist das von den befragten Frauen aus den Regionen als enormer Faktor bewertet worden. Dazu kommt, dass die oftmals beworbene Teilzeit als Chance zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Pendlerinnen keine Alternative darstellt. Wenn Sie täglich vier Stunden arbeiten und drei Stunden pendeln: Können Sie sich vorstellen, wie „attraktiv“ das ist? – Jede fünfte Frau ist teilzeitbeschäftigt. Daher ist meiner Überzeugung nach der wichtigste Ansatzpunkt der Arbeitsplatz vor Ort, denn Nähe ist Lebensqualität! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
demonstrativer Beifall bei den Grünen
Gerade im ländlichen Raum ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schwieriger. Kinderbetreuungseinrichtungen gehören ausgebaut und verstärkt, die Öffnungszeiten flexibler gestaltet (demonstrativer Beifall bei den Grünen), insbesondere wenn man bedenkt, dass in der Landwirtschaft zirka 41 Prozent der Betriebe und im Gewerbe zirka 30 Prozent der Betriebe von Frauen geführt werden.
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
lebens, des ländlichen Raumes und an einem neuen, selbstbewussten Frauenbild mit vollständiger Chancengleichheit zu arbeiten. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Heidrun Walther (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kollegen! Werte Gäste! Ich freue mich sehr, dass der heutige Entschließungsantrag als Vier-Parteien-Einigung im Landwirtschaftsausschuss zustande gekommen ist. Chancengleichheit im ländlichen Raum bedeutet zweierlei: Verbesserte Arbeits- und Lebensbedingungen speziell für Frauen, die am Land noch stärker als im urbanen Bereich gegen frauenspezifische Benachteiligungen zu kämpfen haben, und zweitens Chancengleichheit für alle Menschen: sowohl für Männer als auch für Frauen im ländlichen Raum im Vergleich zu den Verhältnissen in der Stadt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ, den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Nicht nur die Länder, auch die Bundesregierung wird dafür Geld in die Hand nehmen, Geld locker machen müssen. Sie wird dafür aber auch auf EU-Zuschüsse zurückgreifen können, so zum Beispiel auf die zur Förderung des ländlichen Raumes. – Also, packen wir es an! (Beifall bei der SPÖ, den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ausreichende Bildung stellt eine Grundlage für eine gute Chance dar, und der Anteil der Frauen, die mehr als Pflichtschulausbildung haben, ist Gott sei Dank grundsätzlich gestiegen. Kritisch muss das Bildungsniveau jedoch betrachtet werden, wenn man wiederum zwischen städtischen und ländlichen Regionen unterscheidet. Gerade in ländlichen Bereichen mit einer Agrarquote von mehr als 15 Prozent haben sechs von zehn Frauen nur Pflichtschulausbildung. Das Bildungsniveau ist also sehr stark von der Erreichbarkeit von Ausbildungsinstitutionen abhängig, und daher ist es wichtig und notwendig, dass spezielle Förderungs- und Ausbildungsprogramme für Frauen in ländlichen Bereichen unterstützt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich appelliere daher an alle Kollegen, die auch in der Kommunalpolitik tätig sind, dass sie in den eigenen Gemeinden mehr Bewusstseinsbildung für Chancengleichheit machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Das ist auch nicht schwer!
Nachdem ich es zuerst vorgelesen habe, so wie es in den EU-Richtlinien steht, was zumindest bei diesem Kollegen wieder sehr unverständlich angekommen ist, habe ich es mit einer Geschichte von einer großen Veranstaltung in Indien versucht, der ersten BäuerInnenkonferenz der Welt, bei der auch ein alter Bauer im Gender-Mainstreaming-Workshop war. Wir haben uns gedacht, dass es schwierig werden wird, diesem alten Mann den Begriff „Gender-Mainstreaming“ zu erklären. Er hat uns aber sehr beschämt, und er hat nämlich sofort angefangen, uns die Sache zu erklären. (Abg. Neudeck: Das ist auch nicht schwer!) Er ist mit seiner Frau schon sehr früh übereingekommen, sehr geehrter Herr Kollege, dass Gender-Mainstreaming betont, dass es sich zwischen Männern und Frauen so verhält wie zwischen den Augen im Gesicht. Es ist unmöglich, dass die beiden Augen ungleich sind, dass sie sich auf ungleicher Höhe befinden, weil man dann die Welt nur sehr unscharf wahrnehmen könnte. (Abg. Neudeck: Medizinisch stimmt das nicht!) Deswegen ist es sehr sinnvoll, dass Frauen und Männer auf gleicher Ebene agieren und gleiche Rechte haben.
Abg. Neudeck: Medizinisch stimmt das nicht!
Nachdem ich es zuerst vorgelesen habe, so wie es in den EU-Richtlinien steht, was zumindest bei diesem Kollegen wieder sehr unverständlich angekommen ist, habe ich es mit einer Geschichte von einer großen Veranstaltung in Indien versucht, der ersten BäuerInnenkonferenz der Welt, bei der auch ein alter Bauer im Gender-Mainstreaming-Workshop war. Wir haben uns gedacht, dass es schwierig werden wird, diesem alten Mann den Begriff „Gender-Mainstreaming“ zu erklären. Er hat uns aber sehr beschämt, und er hat nämlich sofort angefangen, uns die Sache zu erklären. (Abg. Neudeck: Das ist auch nicht schwer!) Er ist mit seiner Frau schon sehr früh übereingekommen, sehr geehrter Herr Kollege, dass Gender-Mainstreaming betont, dass es sich zwischen Männern und Frauen so verhält wie zwischen den Augen im Gesicht. Es ist unmöglich, dass die beiden Augen ungleich sind, dass sie sich auf ungleicher Höhe befinden, weil man dann die Welt nur sehr unscharf wahrnehmen könnte. (Abg. Neudeck: Medizinisch stimmt das nicht!) Deswegen ist es sehr sinnvoll, dass Frauen und Männer auf gleicher Ebene agieren und gleiche Rechte haben.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Kollege Wattaul hat mich darauf aufmerksam gemacht: Warum Gleichstellung nur auf dem Lande? Das ist doch überall notwendig! – Herr Kollege Wattaul, meine Vermutung ist, dass die Frauenfrage auf dem Land gelöst werden muss, und dann ist sie überall lösbar. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Notburga Schiefermair (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Einer der interessantesten Sozialtheoretiker, Esping-Andersen, entwirft eine Art Modernisierungspolitik der dynamischen Lebenswelten. Er prägte den einfachen Satz: Gesellschaftssicherung beginnt mit Babies. – Klar ist, dass diese Verantwortung der Gesellschaftserhaltung aus biologischen Gründen den Frauen zukommt. Diese Verantwortung nehmen wir Frauen auch gerne wahr. Wir fordern aber dafür Anerkennung und Gleichbehandlung. Als Mitglied einer regierungsverantwortlichen Partei bekenne ich mich zur Familie und dazu, die dringend nötigen Maßnahmen und Rahmenbedingungen zu schaffen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Jetzt vor Weihnachten für alle Männer ein Buch-Tipp: „Die Klügere gibt nicht mehr nach“. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Sehr geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Nationalrates! Auch ich freue mich über diesen Vier-Parteien-Antrag. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Dieser Antrag ist sehr wichtig, und er ist dringend erforderlich, speziell wenn man sich die Situation der Frauen anschaut. Frauen sind noch immer in vielen Bereichen des täglichen Lebens sehr stark benachteiligt, und speziell im ländlichen Raum haben es Frauen sehr, sehr schwer, aus den traditionellen Rollenbildern auszusteigen und diese zu verlassen. Frauen sind oft in Beschlussfassungsgremien kaum vertreten – das aber nicht, weil Frauen gerne in der zweiten Reihe stünden, denn Frauen übernehmen gerne Verantwortung und sie sind auch interessiert daran, mitzuentscheiden. Es müssen jedoch dafür auch Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es den Frauen ermöglichen, mitzuentscheiden und mitzubestimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Sehr geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Nationalrates! Auch ich freue mich über diesen Vier-Parteien-Antrag. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Dieser Antrag ist sehr wichtig, und er ist dringend erforderlich, speziell wenn man sich die Situation der Frauen anschaut. Frauen sind noch immer in vielen Bereichen des täglichen Lebens sehr stark benachteiligt, und speziell im ländlichen Raum haben es Frauen sehr, sehr schwer, aus den traditionellen Rollenbildern auszusteigen und diese zu verlassen. Frauen sind oft in Beschlussfassungsgremien kaum vertreten – das aber nicht, weil Frauen gerne in der zweiten Reihe stünden, denn Frauen übernehmen gerne Verantwortung und sie sind auch interessiert daran, mitzuentscheiden. Es müssen jedoch dafür auch Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es den Frauen ermöglichen, mitzuentscheiden und mitzubestimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Frauen haben auf dem Arbeitsmarkt speziell im ländlichen Raum schlechtere Chancen, und sie sind in eklatanter Weise bei den Einkommen benachteiligt. Ich habe mir das in meinem Bundesland Niederösterreich angeschaut. Niederösterreich ist ohnehin nur am sechstschlechtesten Platz im Bundesländer-Ranking, und die Frauen sind noch einmal benachteiligt. Weibliche Angestellte verdienen 45 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, und weibliche Arbeiterinnen verdienen 40 Prozent weniger. Und ich denke, wenn es uns wirklich so wichtig und ernst ist mit der Eigenständigkeit der Frauen und wenn wir auch vor allem der drohenden Armutsgefährdung von Frauen entgegenwirken wollen, dann müssen wir diese Situation ändern. Lippenbekenntnisse sind da einfach zu wenig! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich möchte mit einem Zitat von Alice Schwarzer schließen, die heute Geburtstag hat: Frauen begnügen sich nicht mit der Hälfte des Himmels, sie wollen die Hälfte der Welt! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Hermann Gahr (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist natürlich für mich als Mann eine Ehre, hier heute zum Thema Chancengleichheit für Frauen und Männer im ländlichen Raum am Podium zu stehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stoisits: Und Vorrednerinnen!
Meine Vorredner (Abg. Mag. Stoisits: Und Vorrednerinnen!) haben jetzt schon einiges gesagt, und ich möchte hier an dieser Stelle an drei Beispielen kurz aufzeigen, dass es derzeit sehr wohl auch Initiativen seitens der EU gibt, speziell für die Frauen in der Entwicklung des ländlichen Raumes. Es geht dabei vor allem darum, Gleichstellung für die Frauen zu erreichen und sie in allen europäischen politischen Gremien zu verankern, es geht darum, die Chancengleichheit über die Strukturfonds zu fördern. Gerade da hat unser Kommissär Franz Fischler, welcher für die ländliche Entwicklung, wie ich meine, sehr viel tut, Initiativen gesetzt.
Der Redner lehnt ein Plakat an die Mikrophone am Rednerpult, auf dem Andreas Hofer mit einem Kleinkind am Arm abgebildet ist. – Beifall bei der ÖVP.
Eine Initiative, welche in Tirol unsere Landesrätin Elisabeth Zanon gestartet hat, eine vielleicht auch lustige Initiative: „Mander s’isch Zeit!“ Das kann man als Tiroler da sagen. Das darf ich da so herstellen. (Der Redner lehnt ein Plakat an die Mikrophone am Rednerpult, auf dem Andreas Hofer mit einem Kleinkind am Arm abgebildet ist. – Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Also wir in der Politik müssen Ziele vorgeben, die Politik muss aber auch Vorbild sein, und als Männer müssen wir da und dort vielleicht umdenken und Dinge aus der Sicht der Frauen sehen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Gestatten Sie mir noch eine kurze persönliche Vorbemerkung. Ich bin jetzt ein Jahr hier im Hohen Hause tätig. Es war für mich eine sehr spannende, schwierige, aber auch sehr lehrreiche Zeit. Vor allem habe ich gelernt, dass noch kein Politiker vom Himmel gefallen ist – und schon gar nicht im Rollstuhl gelandet ist. Ich habe sehr viel dazugelernt, und ich möchte mich auch bedanken bei meinen Kolleginnen und Kollegen, bei den Regierungsmitgliedern, aber auch bei den Behindertensprechern, bei den Bildungssprechern der anderen Fraktionen für die gute Zusammenarbeit auf sachpolitischer Ebene. Das zeigt, dass Behindertenpolitik auch überparteilich gemacht werden kann. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Ich glaube, dass dieser Antrag auch geeignet ist, die Probleme sichtbar zu machen und dazu beizutragen, dass diese Maßnahmen entwickelt werden. – Danke. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Mein Vorredner hat von einer Aktion gesprochen, die Frauen unterstützen könnte, wenn auch am Bauernhof Kinderbetreuung angeboten wird. Ich glaube, es könnte eine Maßnahme sein, nur muss man höllisch aufpassen, dass die Frauen nicht überbelastet werden durch die Vielfalt ihrer Tätigkeiten am Bauernhof. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Ja, weil dauernd gestreikt wird!
Meine Damen und Herren! Es fehlen vor allen Dingen auch öffentliche Nahverkehrsmittel. Ich denke an die morgige Sitzung, an die Beschlüsse, die morgen gefasst werden, Beschlüsse, die sicherlich nicht dazu beitragen, dass die Frauen im ländlichen Raum ein Mehr an Mobilität gewinnen. (Abg. Scheibner: Ja, weil dauernd gestreikt wird!) Und ich denke an das Nichtvorhandensein von tatsächlich qualifizierten Arbeitsplätzen, was dazu führt, dass vor allem Frauen im ländlichen Raum ein geringes Einkommen haben.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Frauen im ländlichen Raum brauchen Einfluss, brauchen Macht und können dadurch, mit dem nötigen Werkzeug ausgerüstet, ihre Vorstellungen umsetzen und somit einen unverzichtbaren Beitrag zur Weiterentwicklung des ländlichen Raumes leisten. (Beifall bei der SPÖ.)