Eckdaten:
Für die 135. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 767 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von den Abgeordneten Mag. Gisela Wurm und Petra Bayr
Petition betreffend „Die politischen Ereignisse in Äthiopien“ (Ordnungsnummer 78) (überreicht von den Abgeordneten Mag. Gisela Wurm und Petra Bayr)
überreicht vom Abgeordneten Dietmar Keck
Petition betreffend „JA! Zur Wohnqualität – NEIN! Zum LKW-Dauerparken im Wohngebiet“ (Ordnungsnummer 79) (überreicht vom Abgeordneten Dietmar Keck)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist nicht gottgewollt, sehr geehrte Damen und Herren, dass das österreichische Parlament im vorigen Jahr das Behindertengleichstellungsgesetz verabschiedet hat, es aber heute nach 20 Jahren Debatte und Diskussion um die Rechte der behinderten Menschen keine einzige Parteizentrale der vier Parlamentsparteien gibt, die behindertengerecht zugänglich ist. Ich würde Kollegin Lapp von den Sozialdemokraten ersuchen, vielleicht Kollegen Gusenbauer dahin gehend zu überreden, endlich auch in der Löwelstraße die zwei Stufen hinunter und die drei Stufen hinauf zu den Presseräumlichkeiten mit einer Rampe versehen zu lassen, damit dort auch behinderte Menschen im Rollstuhl Zugang finden. Ich würde alle Parteien hier ersuchen, mit gutem Beispiel voranzugehen, denn nur dann, wenn die politischen Parteien das Behindertengleichstellungsgesetz in ihren eigenen Bereichen zügig umsetzen, werden wir es auch erleben, dass die Privatwirtschaft und die öffentliche Hand parallel dazu vorgehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich habe volles Verständnis, sehr geehrte Damen und Herren, dafür, dass in dieser Situation die Menschen an der Rechtsstaatlichkeit zweifeln, und ich werde daher auch mit der Frau Justizministerin und mit den Präsidentinnen und Präsidenten der Höchstgerichte darüber sprechen, dass es eigentlich notwendig ist, mehr Sensibilität beim Aktenstudium an den Tag zu legen und nicht immer die gleichen Gutachter vom Gericht zu beauftragen. – Das kann es nicht sein, das darf es nicht sein, und das soll es in einem Rechtsstaat auch nicht sein, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Erlauben Sie mir, Herr Präsident, in meiner letzten Rede nach nicht ganz 20 Jahren hier im Parlament vom heutigen Thema kurz etwas abzuschweifen. Ich möchte mich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieses Hohen Hauses in allen Etagen für die gute Zusammenarbeit herzlichst bedanken! Ich war fast drei Jahre lang auch Dritter Präsident des österreichischen Nationalrates und stellvertretender Klubobmann meiner – damals bedeutend größeren – Fraktion, und ich habe es schätzen gelernt, dass es im Hohen Hause Mitglieder auf allen Ebenen der Hierarchie gibt, die den Rechtsstaat und die Rechtsstaatlichkeit im Auge haben und nicht das tagespolitische Kleingeldsammeln. – Ein herzliches Dankeschön an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Wo sind wir denn?
Ich wünsche mir im Sinne einer österreichischen demokratischen, rechtsstaatlichen Entwicklung, dass dies im Hohen Hause wieder stattfindet und dass Höchstrichter nicht glauben, die Arbeit der Abgeordneten, die gewählt sind, machen zu dürfen, denn die Höchstrichter sind von niemandem gewählt, sie sind ernannt und habe ihre Positionen aus unterschiedlichen Gründen erlangt. (Abg. Öllinger: Wo sind wir denn?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP
Meine Damen und Herren, Sie alle kommen aus Bundesländern, Sie alle kommen aus Gemeinden, Sie alle kommen aus Gebietskörperschaften: Setzen Sie endlich das um, was wir 1997 den behinderten Menschen als Erstetappe versprochen haben, und setzen wir endlich das um, was wir mit 1. Jänner 2006 und mit dem Behindertengleichstellungsgesetz den behinderten Menschen für die Zukunft in diesem Land versprochen haben (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP): ein Leben, ein selbstbestimmtes Leben außerhalb der Institutionen als Menschen unter Menschen, die nach ihrer eigenen Version und nach ihren eigenen Lebensplanungen und Vorstellungen glücklich werden können!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren, es ist selbstverständlich, dass ich auch die Zeitungen gelesen habe – ganz im Gegensatz zu damals, als ich Minister war und keine Zeitungen gelesen habe –: Die Kritik, die aus manchen Reihen des Parlaments und von Zeitungen an meiner neuen Tätigkeit gekommen ist, war sehbar, hörbar und lesbar. Ich darf alle Zeitungen sehr beruhigen: Ich werde nicht still sein, ich werde nicht, wenn ich das Hohe Haus verlasse, schweigsam sein! Ich möchte es mit den Worten von Kollegem Bartenstein bei der Feier des 60. Geburtstags von Frau Sozialministerin Haubner sagen: Auf alle Ideen wäre ich gekommen, aber auf die Idee, Herrn Abgeordneten Haupt in Behindertenfragen weisungsfrei zu stellen, wäre ich nicht gekommen! Das kann ich nur als Lob betrachten, meine sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren, es ist höchst an der Zeit, Menschen mit Behinderung nicht nur gleiche Chancen laut Gesetz zu geben, sondern das auch in der Praxis umzusetzen! Und im so genannten Lebensministerium sollte man da doch mit gutem Beispiel vorangehen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Drei Jahre lang waren Sie, Herr Kollege Haupt, Mitglied der Bundesregierung – und auch Vizekanzler dieser Bundesregierung. Sie haben der Republik gedient, und ich möchte Ihnen daher für Ihre Arbeit danken und Ihnen, sehr verehrter Herr Mag. Haupt, für Ihre neue Arbeit im Dienste unserer Republik alles Gute wünschen! Herzlichen Dank! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Damit haben wir, meine Damen und Herren, eine solide Grundlage für den künftigen Umgang mit Menschen mit Behinderungen geschaffen. Danken möchte ich hier ausdrücklich allen, die an der Gesetzwerdung des Behindertengleichstellungsgesetzes mitgearbeitet haben: den Sozialpartnern, der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation und deren Obmann Dr. Klaus Voget, dem Österreichischen Zivilinvalidenverband – und Ihnen allen, meine Damen und Herren. Danken möchte ich vor allem aber auch Vizekanzler und Bundesminister außer Dienst Mag. Herbert Haupt, dem ja dieses Behindertengleichstellungsgesetz immer eine wirkliche Herzensangelegenheit war. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ziel ist es, mehr Menschen mit Behinderungen in das Arbeitsleben zu integrieren, etwas, was ja auch mit der „Behindertenmilliarde“ und der Beschäftigungsoffensive für Menschen mit Behinderung im Jahre 2001 in Österreich in Angriff genommen und durchgeführt wurde. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich erinnere in diesem Zusammenhang noch einmal an die Bedeutung von mehr Barrierefreiheit, nützt diese doch 24 000 Menschen im Rollstuhl, 70 000 Menschen mit Beinbruch jährlich, 350 000 Menschen im Kinderwagen, 480 000 Menschen mit Bewegungsbeeinträchtigungen und 3,1 Millionen mit Sehbeeinträchtigungen. Diese notwendigen Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit werden aber auch zu einem verstärkten Investitionsschub für die Wirtschaft und letztlich zur Schaffung vieler Arbeitsplätze führen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Zusammenhang ist auch zu sagen, dass das Behindertengleichstellungspaket im Gesamten ein wichtiger Schritt für alle Menschen mit Behinderungen und überhaupt für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung ist, denn eine Gesellschaft wird daran gemessen, wie sie mit Menschen umgeht, die es im Leben nicht so leicht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen, der SPÖ sowie Beifall von Bundeskanzler Dr. Schüssel und Staatssekretär Dolinschek.
Wir verlieren beziehungsweise ich verliere heute im Parlament mit Herbert Haupt einen sehr engagierten Mitstreiter. Aber er bleibt uns als Behindertenanwalt erhalten und wird sich dem Thema „Gleichstellung von behinderten Menschen“ von einer anderen Position aus mit seiner ganzen Kraft widmen. Ich möchte dir, lieber Herbert, „in aller Klarheit“ einen schönen Abschied wünschen und – das ist jetzt auch ein kleiner Gebärdensprachkurs „in aller Klarheit“: so wie ein Scheibenwischer – kann nur sagen: Lebe wohl, adieu und toi, toi, toi! (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen, der SPÖ sowie Beifall von Bundeskanzler Dr. Schüssel und Staatssekretär Dolinschek.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Als es zur Ausschreibung dieser Einrichtung kam, war die Vorgangsweise dabei sehr fadenscheinig: Ex-Minister Herbert Haupt hat sich schon im Vorfeld als geeignet präsentiert. Er wurde dann auch tatsächlich Behindertenanwalt und wird in der nächsten Zeit in dieser Funktion tätig sein. Das ist jener Ex-Minister, der für die Unfallrentenbesteuerung und für die Einführung von Ambulanzgebühren zuständig war. Das ist auch jener Ex-Minister, der schon als Mitglied der Regierung wusste, dass der Wirtschaftskurs gescheitert ist. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Das ist jener Ex-Minister und zukünftige Behindertenanwalt, durch welchen jetzt laut Zeitungsberichten im Büro des Behindertenanwalts Versorgungsposten für Mitarbeiter in BZÖ-Ministerien geschaffen werden! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Als es zur Ausschreibung dieser Einrichtung kam, war die Vorgangsweise dabei sehr fadenscheinig: Ex-Minister Herbert Haupt hat sich schon im Vorfeld als geeignet präsentiert. Er wurde dann auch tatsächlich Behindertenanwalt und wird in der nächsten Zeit in dieser Funktion tätig sein. Das ist jener Ex-Minister, der für die Unfallrentenbesteuerung und für die Einführung von Ambulanzgebühren zuständig war. Das ist auch jener Ex-Minister, der schon als Mitglied der Regierung wusste, dass der Wirtschaftskurs gescheitert ist. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Das ist jener Ex-Minister und zukünftige Behindertenanwalt, durch welchen jetzt laut Zeitungsberichten im Büro des Behindertenanwalts Versorgungsposten für Mitarbeiter in BZÖ-Ministerien geschaffen werden! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Letztklassig!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Behinderte Menschen brauchen kompetente Unterstützung – und sind nicht an Versorgungs- und Postenschachermethoden interessiert! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Letztklassig!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Wissen Sie, was in der Verfassung steht?
Sehr geehrter Herr Behindertenanwalt Haupt, ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihre Tätigkeit, aber die Verfassung gilt auch für Sie! An die Verfassung haben sich alle Menschen in Österreich zu halten. Dass das bis Kärnten nicht durchdringt, ist wirklich ein Skandal! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Wissen Sie, was in der Verfassung steht?)
Beifall bei der SPÖ.
Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben da einen Ausweg gefunden, und sehr viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer arbeiten daran. Es ist die „inklusive Pädagogik“. Das heißt, dass alle Schüler gemeinsam unterrichtet werden, und zwar jeder Schüler und jede Schülerin nach seinen und ihren Fähigkeiten, Stärken und Schwächen. Aber mit einer Bildungsministerin Gehrer, die die Steinzeitpädagogik vertritt, wird das nicht gelingen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Behindertengleichstellungsgesetz wurde die Verbandsklage eingeführt. Wenn jemand zu seinem Recht kommen will, bekommt er Unterstützung, dass er oder sie zu einer Organisation gehen kann. Wissen Sie, wie diese Verbandsklage geregelt ist? – Als behinderter Mensch muss man eine Organisation finden und dann beim Bundesbehindertenbeirat, der zweimal im Jahr tagt, um Unterstützung ansuchen. Das ist nicht bürgerInnenfreundlich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Behinderte Menschen brauchen eine starke Lobby von allen gesellschaftlichen Gruppen, sie brauchen kompetente Unterstützung – und nicht salbungsvolle Worte! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist richtig! Wir alle waren glücklich, dass es in Zukunft die Pflegevorsorge geben wird. Man darf jedoch nicht die Tatsache vergessen, dass sich die Behinderten selbst diese Pflegevorsorge erkämpft haben: 60 000 Unterschriften sind vom Österreichischen Zivilinvalidenverband gesammelt worden, um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen. Also es war nicht der Herr Minister Hesoun, der mehr oder weniger aus gutem Gewissen heraus oder freiwillig die Pflegevorsorge eingeführt hat, sondern es war der ständige Druck der Behindertenorganisationen, der das bewirkt hat, und dafür ist ihnen wirklich sehr zu danken. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das waren wirklich große Tiefen, Frau Abgeordnete Lapp. Ich würde Sie bitten, auch das zu sehen. Nämlich unter der Führung eines sozialistischen Sozialministers sind diese tief einschneidenden Eingriffe in die finanzielle Situation der Behinderten vorgenommen worden! – So etwas darf es nicht mehr geben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Wenn Frau Kollegin Lapp meint, dass es ein großes Manko sei, dass der Behindertenanwalt nicht weisungsfrei ist, erwidere ich, dass das wirklich wieder einmal nur ein Versuch ist, alles schlecht zu machen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) Es besteht nämlich überhaupt keine Absicht des Sozialministers, dem Behindertenanwalt Weisungen zu erteilen! Er kann völlig frei schalten und den Behinderten zur Verfügung stehen.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung SPÖ –: Das ist ungeheuerlich! Das ist skandalös!
Frau Abgeordnete Lapp, was Sie heute in Richtung der Person des Herrn Abgeordneten Haupt getan haben, das ist wirklich wieder einmal nur der Versuch, jemanden anzupatzen, wenn Sie etwa von Versorgungsposten sprechen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung SPÖ –: Das ist ungeheuerlich! Das ist skandalös!) Ich weiß nicht, bei wie vielen Behindertenveranstaltungen Sie waren, als Herbert Haupt Sozialminister war. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bei gar keiner!) Ich war bei sehr vielen, und da habe ich gesehen, mit welchem Interesse, mit welchem Engagement, mit welchem Verständnis Herbert Haupt auf alle Belange und Fragen und Forderungen der Behinderten eingegangen ist! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bei gar keiner!
Frau Abgeordnete Lapp, was Sie heute in Richtung der Person des Herrn Abgeordneten Haupt getan haben, das ist wirklich wieder einmal nur der Versuch, jemanden anzupatzen, wenn Sie etwa von Versorgungsposten sprechen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung SPÖ –: Das ist ungeheuerlich! Das ist skandalös!) Ich weiß nicht, bei wie vielen Behindertenveranstaltungen Sie waren, als Herbert Haupt Sozialminister war. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bei gar keiner!) Ich war bei sehr vielen, und da habe ich gesehen, mit welchem Interesse, mit welchem Engagement, mit welchem Verständnis Herbert Haupt auf alle Belange und Fragen und Forderungen der Behinderten eingegangen ist! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Frau Abgeordnete Lapp, was Sie heute in Richtung der Person des Herrn Abgeordneten Haupt getan haben, das ist wirklich wieder einmal nur der Versuch, jemanden anzupatzen, wenn Sie etwa von Versorgungsposten sprechen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung SPÖ –: Das ist ungeheuerlich! Das ist skandalös!) Ich weiß nicht, bei wie vielen Behindertenveranstaltungen Sie waren, als Herbert Haupt Sozialminister war. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bei gar keiner!) Ich war bei sehr vielen, und da habe ich gesehen, mit welchem Interesse, mit welchem Engagement, mit welchem Verständnis Herbert Haupt auf alle Belange und Fragen und Forderungen der Behinderten eingegangen ist! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herbert Haupt hat enorme Geduld bewiesen, und ich bin überzeugt davon, dass er der richtige Mann ist für die Position des Behindertenanwaltes, weil er die Kraft hat, im Interesse aller Behinderten auch etwas durchzusetzen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Sagen Sie aber auch dazu, dass er der bei weitem Bestgereihte war!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Das Behindertengleichstellungsgesetz ist die gesetzliche Voraussetzung dafür, dass wir jetzt einen Behindertenanwalt haben. Es gab zwölf BewerberInnen für diese Einrichtung, aber niemand wurde zu einem Hearing eingeladen. Letztendlich ist der ehemalige Minister Haupt Behindertenanwalt geworden. (Abg. Scheibner: Sagen Sie aber auch dazu, dass er der bei weitem Bestgereihte war!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bin ihm nicht neidig, aber die Vorgangsweise, mit der dieser Posten besetzt worden ist, ist mehr als fragwürdig. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich, was Sie schon wieder behaupten!
Herr Klubobmann Scheibner, wenn Sie behaupten, es hätte darüber eine einstimmige Entscheidung gegeben, dann sage ich: Ja, Sie haben Recht! Aber die einzige Stimme, die entschieden hat, war die der Frau Sozialministerin Haubner, sonst keine. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich, was Sie schon wieder behaupten!)
Beifall bei den Grünen.
Es gab dazu kein Hearing, auch keine Expertengruppe, es gab nichts Derartiges! Es gab nur die Frau Ministerin Haubner, die Herrn Haupt zum Behindertenanwalt gemacht hat. Ich wollte das nur deshalb sagen, weil alle anderen elf BewerberInnen über die Medien erfahren haben, dass sie diese Funktion nicht bekommen, und zwar so, indem sie vernehmen mussten, dass eben Minister Haupt der zukünftige Behindertenanwalt ist. Das halte ich nicht unbedingt für den schönen, netten und richtigen Weg, BewerberInnen die Absage mitzuteilen, noch bevor man sie überhaupt einmal gesehen oder mit ihnen gesprochen hat. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Seit Sie, Herr Haupt, Behindertenanwalt sind, gibt es den so genannten Spot „Zukunft 2013“. Ich weiß nicht, wer von Ihnen diesen Spot „Zukunft 2013“ schon gesehen hat, aber wenn Sie diesen nachvollziehen, dann werden Sie merken, dass diejenigen, die diesen Spot gemacht haben, ihn abgesegnet haben und die ihn finanzieren, so etwas von jenseitig sind, weil nichts mehr zwischen den Zeilen stehen bleibt. (Beifall bei den Grünen.)
Hallo-Rufe bei der ÖVP.
Ist das nicht verrückt? Sind Sie wirklich alle völlig verrückt? (Hallo-Rufe bei der ÖVP.) Glauben Sie nicht, dass wir in Österreich nicht schon jetzt genug behinderte Menschen haben, die sagen können, wie die Arbeitswelt wirklich ausschaut?! Es kann sein, dass es im Jahr 2013 ein wenig besser sein wird, aber jetzt eine Zukunftsprognose zu machen, dass man, wenn man 2007 einen Unfall hat, es 2013 besser haben wird, ist nicht hilfreich. Ich darf dieses Handzeichen nicht machen, aber „echt“ ist da niemand
Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Haben Sie schon etwas Positives hier herinnen gesagt?
mehr. Das kann ich auch laut sagen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Haben Sie schon etwas Positives hier herinnen gesagt?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn jetzt irgendjemand vor den Fernsehschirmen glaubt, dass nun rückwirkend mit 1. Jänner 2006 für Menschen mit Behinderungen das Schlaraffenland ausgebrochen ist, dass wir plötzlich alle gleichgestellt sind – juhu, super, wir sind dort, wo wir hinwollten! –, dann muss ich Sie leider enttäuschen. Es ist nicht so, denn Diskriminierung darf auch in Zukunft weiter stattfinden, sie muss nicht unterlassen werden. Das ist der größte Fehler, den dieses Behindertengleichstellungsgesetz in sich trägt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (fortsetzend): Ich möchte Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien, nur noch sagen: Das Behindertengleichstellungsgesetz in der jetzigen Fassung hat einen Namen, aber keinen Inhalt. Doch wir brauchen einen Inhalt, damit Menschen mit Behinderungen ein Recht auf gleiche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wie Nichtbehinderte haben und es auch in allen Bereichen einklagen können und es sich nicht nur wünschen dürfen. Das ist nämlich zu wenig! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Niederwieser: Das war Polemik!
Abgeordnete Barbara Riener (ÖVP): Werter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Auf die Ausführungen meiner Vorrednerinnen Kollegin Lapp und Kollegin Haidlmayr möchte ich nicht eingehen, denn mir ist die Behindertenpolitik sehr wichtig, und deswegen möchte ich jede Polemisierung vermeiden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Niederwieser: Das war Polemik!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Besonders hervorheben möchte ich die persönliche Assistenz am Arbeitsplatz, wodurch Menschen mit hohem Pflege- und Assistenzbedarf auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen und Erfolg haben können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die ÖVP als christlich-soziale Partei ist sich dieser Verantwortung bewusst und wird stets den Blick auf das Gesamte richten: zum Wohl der behinderten Menschen in unserem Lande. Gehen Sie mit uns diesen Weg! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Darüber nicht sprechen? Wir schon! Wir wollen darüber reden!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Hohen Hauses! Frau Kollegin Riener, ich bin wirklich ganz Ihrer Meinung, dass man, was behinderte Menschen anlangt, von Ignoranz zu Toleranz kommen sollte – und noch schöner wäre meiner Überzeugung nach Akzeptanz, sodass man darüber nicht einmal mehr sprechen muss. Das wäre das Ziel, an dem wir alle gemeinsam arbeiten sollten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Darüber nicht sprechen? Wir schon! Wir wollen darüber reden!) – Ja, sprechen kann man schon darüber, aber Akzeptanz wäre natürlich schon wunderbar, Herr Kollege Molterer.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Vor allem aber müssen wir darauf achten – da bin ich der Meinung von Kollegin Riener –, dass es uns allen gemeinsam gelingt, Barrieren abzubauen, Barrieren auch in den Köpfen, sodass es zu einem ganz unbefangenen und normalen Umgang mit behinderten Menschen kommt. Wir sollten nicht auf ihre Schwächen, sondern vor allem auf ihre Stärken schauen, denn oberstes Prinzip muss es ein – ich glaube, da sind wir wohl alle einer Meinung –, behinderten Menschen Teilhabe an unserem gesellschaftlichen Leben und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich lade Sie daher dazu ein, diesen großen Wunsch der DirektorInnen zu unterstützen – und ich meine, dass das eine nur allzu berechtigte Forderung ist. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ein zweites großes Problem, das ich aus der SonnenSchule in Amstetten kenne, ist, dass es für besondere Therapiemöglichkeiten in den Schulen immer knapper werdende Geldmittel gibt. Es ist tatsächlich so, dass zum Beispiel für das sehr erfolgreiche Voltigieren oder auch für eine Maltherapie diese Direktorin auf private Sponsorensuche gehen muss, etwas, was meines Erachtens ungeheuerlich ist! Ich meine, so etwas kann doch nicht ganz einfach in private Hände gelegt werden, sondern das muss eine Aufgabe des Staates sein, das muss in die soziale Verantwortung des Staates fallen! Da kann doch die Direktive dieser Bundesregierung „weniger Staat, mehr privat“ nicht gelten! Das stellt doch einen gesellschaftspolitischen Auftrag an uns alle dar! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Donabauer.
Ich weiß schon, dass es Beschäftigungsprojekte gibt, aber gerade in diesem Bereich gibt es ein ganz großes Problem, dass nämlich jene Menschen, jene Jugendlichen, die in Beschäftigungsprojekten arbeiten, in denen wirklich qualifiziert gearbeitet wird, in denen Jugendliche arbeiten und qualifiziert werden, nicht sozialversichert sind. Diese Menschen erwerben dort keine Versicherungszeiten, sie erhalten kein Entgelt, sondern bekommen lediglich ein Taschengeld. Das stellt ein großes Problem für behinderte Jugendliche dar, und zwar ihr gesamtes Leben lang, denn diese Jahre gehen behinderten Menschen im Alter ab. (Zwischenruf des Abg. Donabauer.) – Da kann man doch etwas ändern, Herr Kollege Donabauer! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Donabauer. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Donabauer. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Ich weiß schon, dass es Beschäftigungsprojekte gibt, aber gerade in diesem Bereich gibt es ein ganz großes Problem, dass nämlich jene Menschen, jene Jugendlichen, die in Beschäftigungsprojekten arbeiten, in denen wirklich qualifiziert gearbeitet wird, in denen Jugendliche arbeiten und qualifiziert werden, nicht sozialversichert sind. Diese Menschen erwerben dort keine Versicherungszeiten, sie erhalten kein Entgelt, sondern bekommen lediglich ein Taschengeld. Das stellt ein großes Problem für behinderte Jugendliche dar, und zwar ihr gesamtes Leben lang, denn diese Jahre gehen behinderten Menschen im Alter ab. (Zwischenruf des Abg. Donabauer.) – Da kann man doch etwas ändern, Herr Kollege Donabauer! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Donabauer. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Als Herr Mag. Haupt noch Sozialminister gewesen ist, habe ich angeregt und gebeten, sich dieser Sache anzunehmen, weil das wirklich ein ganz dringendes Problem ist. (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.) – Ich bin schon beim Schluss, Herr Präsident. – Leider hat diese meine damalige Anregung keine Resonanz erfahren, aber vielleicht kann Herr Mag. Haupt jetzt als Behindertenanwalt mehr für die behinderten Menschen tun. Ich wünsche ihm jedenfalls alles Gute, vor allem im Sinne der betroffenen Menschen, damit wir wieder ein Stück weiterkommen im Umgang mit behinderten Menschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Als Herr Mag. Haupt noch Sozialminister gewesen ist, habe ich angeregt und gebeten, sich dieser Sache anzunehmen, weil das wirklich ein ganz dringendes Problem ist. (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.) – Ich bin schon beim Schluss, Herr Präsident. – Leider hat diese meine damalige Anregung keine Resonanz erfahren, aber vielleicht kann Herr Mag. Haupt jetzt als Behindertenanwalt mehr für die behinderten Menschen tun. Ich wünsche ihm jedenfalls alles Gute, vor allem im Sinne der betroffenen Menschen, damit wir wieder ein Stück weiterkommen im Umgang mit behinderten Menschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Walch begibt sich zum Rednerpult.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. 5 Minuten Redezeit. (Abg. Walch begibt sich zum Rednerpult.) – Aha, es gibt eine Umnominierung.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Kollegin Haidlmayr, ich bin schon ein bisschen enttäuscht von Ihnen, denn das kann doch nicht die Wahrheit und Ihr Ernst gewesen sein, was Sie hier am Rednerpult über Herbert Haupt gesagt haben! Einen Sozialminister wie Mag. Haupt, der so viel für Behinderte in Österreich gemacht hat, hat es in den letzten 30 Jahren überhaupt nicht gegeben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Zu den Ausführungen der Kollegin Lapp möchte ich nur feststellen: Ihr von der SPÖ hättet genug Zeit gehabt, etwas zu tun, als ihr in der Regierung gewesen seid und den Sozialminister gestellt habt! Ihr von der SPÖ habt jedoch damals den Behinderten mehr weggenommen als gegeben! (Widerspruch bei der SPÖ.) Kollege Haupt als Sozialminister hat wirklich viel geleistet für unser Land beziehungsweise auch für die Behinderten in Österreich!
Abg. Haidlmayr: Geh!
Unter der Ministerschaft von Herbert Haupt hat es so viele Gesetzesänderungen und Verbesserungen gegeben, sodass ich eigentlich eine Stunde lang reden müsste, um das alles aufzählen zu können. (Abg. Haidlmayr: Geh!) Kollege Haupt hat – einmalig in der Zweiten Republik! – eine Behindertenmilliarde eingeführt und damit wirklich etwas für Menschen mit Behinderungen getan – egal, ob dies Schulungs- oder Umschulungsmaßnahmen sowie Verbesserungen betrifft, damit diese Menschen einen Arbeitsplatz in Betrieben bekommen, und vieles andere mehr.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kurz anführen darf ich in diesem Zusammenhang nur: Pflegegeld, Pflegegelderhöhung, Umbauten; Diskriminierungen wurden beseitigt. Das ist Behindertenpolitik, und ich bedanke mich namens meiner Fraktion wirklich recht herzlich dafür, was du, lieber Herbert, da alles geleistet hast! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Steibl – in Richtung SPÖ –: Und jetzt verhindern Sie es wieder!
Ich möchte nur ein paar gesetzliche Regelungen anführen, die wir geschaffen haben und gegen welche die Opposition meist gestimmt hat: die Pflegegelderhöhung, die Harmonisierung in den Sozialberufen, die Pflegeanwaltschaft des Bundes, die Einrichtung des Pflegetelefons, die Familienhospizkarenz, Qualitätssicherung bei häuslicher Betreuung, ein Heimaufenthaltsgesetz, die Erweiterung und Begünstigung von Weiterversicherung für pflegende Angehörige, ein erleichterter Zugang bis zur Pflegestufe 3, Pflegegeld ab Geburt des Kindes – wo wart ihr, wieso habt ihr das nicht schon vor Jahrzehnten eingeführt? –, früher gab es das erst ab dem dritten Lebensjahr des Kindes, und vieles mehr. (Abg. Steibl – in Richtung SPÖ –: Und jetzt verhindern Sie es wieder!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Oje-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Niederwieser: Armes Österreich!
Lieber Herbert, ich bedanke mich recht herzlich! Du warst auch Sozialsprecher im Parlament. Ich werde diese Funktion in deinem Sinne wahrnehmen und mit aller Kraft für Verbesserungen für die Österreicherinnen und Österreicher arbeiten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Oje-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Niederwieser: Armes Österreich!)
Beifall bei den Grünen.
Dann macht man – und das hat Kollegin Haidlmayr ja gar nicht erwähnt – einen Spot, Kollege Dolinschek, einen Spot, in dem dargestellt wird, dass im Jahre 2013 ein gehörloser Oberarzt in einem österreichischen Krankenhaus tätig sein wird. Ein gehörloser Oberarzt! – Wir wissen, die Arbeitszeit der Ärzte beträgt im Durchschnitt zwölf Stunden pro Tag. Man kann sich in etwa vorstellen, welche Rahmenbedingungen dieser Arzt brauchen würde, um dort überhaupt tätig sein zu können. Wer stellt denn das Geld zur Verfügung, wenn dort – ich habe mich diesbezüglich erkundigt – zwei bis drei DolmetscherInnen notwendig wären, die ihn den ganzen Tag begleiten, damit er dort überhaupt tätig sein kann? Wo sind denn die Budgetposten dafür vorgesehen, dass diese Fiktion, die Sie da verbreiten, irgendwann Realität werden kann? – Nirgends ist das vorgesehen. Nirgends! Und das ist das große Problem an Ihrer Darstellung. (Beifall bei den Grünen.)
Staatssekretär Dolinschek: Weiß ich nicht auswendig!
Wissen Sie, Herr Kollege Dolinschek, wie viele gehörlose Studierende es in Österreich gibt? (Staatssekretär Dolinschek: Weiß ich nicht auswendig!) 30! 30 gehörlose Studierende gibt es in Österreich. In Schweden sind es 500. In Schweden gibt es – das ist ein Vorbildland, deswegen erwähne ich es hier – wesentlich mehr Dolmetscherinnen und Dolmetscher in der Gebärdensprache, die das überhaupt erst möglich machen, dass diese Vision, die Sie entwickeln, auch zur Realität wird.
Beifall bei den Grünen.
bleibt und sich feiern lässt, hat man das Problem bei weitem nicht erkannt. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dolinschek.
Wenn man sich ansieht, wie es mit der Barrierefreiheit der österreichischen Schulen ausschaut ... (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dolinschek.) – Entschuldigen Sie: Schulen auf der einen und Unis auf der anderen Seite. Wer kennt denn nicht die Wiener Uni, die Haupt-Uni, und wer nimmt denn wirklich an, dass diese wirklich barrierefrei ist?! Das ist ja absurd, wenn man so tut, als wäre hier alles möglich.
Staatssekretär Dolinschek: ... nicht von heute auf morgen!
Das ist Gleichstellung? Das soll wirklich Gleichstellung sein? Ich glaube, an diesen Beispielen zeigt sich, dass da etwas ganz anderes nötig ist. (Staatssekretär Dolinschek: ... nicht von heute auf morgen!)
Staatssekretär Dolinschek: Innerhalb von zehn Jahren!
Kollege Dolinschek, ja, von heute auf morgen wird vieles nicht unbedingt zu lösen sein. Korrekt. Aber die Frage ist: Was tut man denn damit? Und: Garantieren Sie uns, dass Schulen, die umgebaut werden, ab jetzt wirklich barrierefrei gestaltet werden? (Staatssekretär Dolinschek: Innerhalb von zehn Jahren!) Das ist eine wunderbare Erkenntnis, wenn Sie das jetzt sagen. Im Vorjahr hat Ministerin Gehrer auf die Frage, ob denn die Schulen umgebaut werden, geantwortet: Nein, aber wenn es notwendig sei, dann werde man Lösungen schaffen.
Beifall bei den Grünen.
Vor diesen Problemen stehen wir in der Realität, und ich glaube, es ist höchste Zeit, dass wir von Verfassungsbestimmungen, die gut klingen, einen Schritt weiter machen, damit wirklich Barrierefreiheit und Gleichstellung in Österreich gelebt werden können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist bis zur Stunde nicht wahr geworden, das wird auch nicht stattfinden. Daher möchte ich hier in aller Öffentlichkeit und aller Deutlichkeit sagen: Wir werden einen Antrag einbringen, dass in dem vorgegebenen Zeitrahmen eine Sondersitzung hier im Hohen Haus stattfinden möge, damit wir uns im Rahmen einer ausführlichen Debatte mit diesen Sachverhalten auseinander setzen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Ich möchte mich auch herzlich bei der Polizei bedanken, die ganz großartige Arbeit geleistet hat (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), meine Damen und Herren, und möchte darauf aufmerksam machen, Herr Kollege Cap, dass am 2. Februar eine Sitzung des Kulturausschusses stattfindet, wo ein Tagesordnungspunkt der Bericht des Restitutionsbeirates ist und wo selbstverständlich auch die Möglichkeit besteht, im Sinne einer aktuellen Aussprache auf diese Fragestellungen einzugehen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Eine Notwendigkeit für eine Sondersitzung sehe ich nicht, aber wir sehen ihr sehr interessiert und gelassen entgegen und werden die notwendige Diskussion selbstverständlich gerne führen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Auch wir blicken der Sondersitzung mit Freude und Interesse entgegen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: Na geh!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Erstens ist es das gute Recht einer Fraktion, eine Sondersitzung zu verlangen – das ist kein Antrag, sondern ein Recht. (Rufe bei der ÖVP: Na geh!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Drittens ist es absolut nicht das Verdienst von Bundesministerin Gehrer oder der Bundesregierung, dass die „Saliera“ wieder da ist, Herr Kollege Molterer, sondern ein Verdienst der Polizei. Ich bin sehr gespannt darauf, wie Bundesministerin Gehrer die offensichtlichen Versäumnisse im Kunsthistorischen Museum einmal mehr zu bagatellisieren versucht. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Wir kommen sogleich zur Abstimmung, und ich bitte die Klubmitarbeiter, sich aus den Couloirs zu entfernen. – Herr Kollege Pilz! Die Klubmitarbeiter mögen sich bitte aus den Couloirs entfernen! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pilz.
Ich rede mit Ihnen, Herr Kollege Pilz! Ich habe gebeten, dass vor der Abstimmung die Klubmitarbeiter, die stehend mit Ihnen ins Gespräch vertieft waren, den Couloir verlassen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pilz.) Nein, der andere, der inzwischen gegangen ist!
Abg. Öllinger: Wo ist der Herr Vizekanzler?
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! (Abg. Öllinger: Wo ist der Herr Vizekanzler?) Sehr geehrter Herr Bundesminister – ach, der ist nicht da, der Herr Bundesminister. Macht nichts, aber wenigstens im Ausschuss war er diesmal da. Er wechselt also die Szenarien: einmal ist er im Ausschuss, einmal ist er hier.
Abg. Scheibner: Keine sinnlose Raserei!
Wobei es in der Begründung dieses Antrages interessanterweise so schön heißt: „Es soll“ durch diesen Antrag „sinnloser Raserei Einhalt geboten werden“. – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn ich Teststrecken mit 160 km/h per Verordnung durchsetzen will, frage ich mich: Ist das dann keine Raserei? (Abg. Scheibner: Keine sinnlose Raserei!) – Ah, das ist eine sinnvolle Raserei, Herr Klubobmann Scheibner?!
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte hier festhalten: Die Sozialdemokraten werden gegen diesen Antrag stimmen, und zwar nicht deswegen, weil es so ist, wie Kollege Missethon in einer Presseaussendung gemeint hat, dass wir für 210 km/h sind, sondern wir sind grundsätzlich für die Beibehaltung der derzeitigen Geschwindigkeitsregelungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Lassen wir Vernunft einkehren! Lassen wir das Ganze! Lassen wir es so, wie es ist – ich glaube, es ist vernünftiger. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Führerschein!) und nicht die Lizenz zum Rasen erteilen, wie das die SPÖ tut, indem sie nicht zustimmt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: „Nüchtern“ ist gut ...!
Geschätzte Damen und Herren, nun zur Teststrecke in Kärnten, wo wir den Versuch starten wollen, einen Geschwindigkeitskorridor zwischen 80 und 160 km/h zu testen. Ich persönlich bin dafür, dass wir uns diesen Versuch in Ruhe und ganz nüchtern ansehen ... (Abg. Eder: „Nüchtern“ ist gut ...!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Sehr „witzig“! Eine „blendende“ Rede!
Herr Kollege Eder, es wird Ihnen nicht entgangen sein: Die Beschränkung auf 130 km/h auf Autobahnen wurde in den siebziger Jahren eingeführt. Erinnern wir uns zurück, welche Zeit das damals war: Da sind doch die meisten noch mit einem VW-Käfer gefahren! Damals, Herr Kollege Eder, war Herr Cap innerhalb der SPÖ noch ein Revoluzzer, heute ist er System-Erhalter! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Sehr „witzig“! Eine „blendende“ Rede!)
Abg. Parnigoni: Wirklich „super“, diese Rede! Er ist nur untergriffig! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Die siebziger Jahre, das war die Zeit, als die Grünen noch grün waren, und mittlerweile hat sich in diesen 30 Jahren natürlich viel verändert, auch was die Technologieentwicklung, was den technologischen Fortschritt anlangt. (Abg. Parnigoni: Wirklich „super“, diese Rede! Er ist nur untergriffig! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Parnigoni: Sagen Sie einmal etwas, was nicht untergriffig ist, Herr Missethon!
Heute haben wir gut ausgebaute Autobahnen, Hightech-Produkte als Autos, und ich glaube daher, wir können doch nicht den technologischen Fortschritt, vor allem was die Sicherheit der Autos, aber auch was die Verkehrsleitsysteme und die Verkehrssicherheitssysteme betrifft, ignorieren, sondern sollten uns da sozusagen einjustieren, sollten uns diesen Versuch genau anschauen. (Abg. Parnigoni: Sagen Sie einmal etwas, was nicht untergriffig ist, Herr Missethon!)
Abg. Parnigoni: Aber ihr habt sie ja schon, die Vorurteile!
Das sind für uns drei wichtige Fragestellungen, wobei wir uns diesen Versuch in Ruhe ansehen und dann die Ergebnisse auswerten werden. Erst dann werden wir uns ein Urteil bilden. Ich möchte jetzt wirklich nicht mit Vorurteilen argumentieren, wie das manche von der Opposition hier getan haben. (Abg. Parnigoni: Aber ihr habt sie ja schon, die Vorurteile!)
Abg. Eder: Ist auch gestiegen!
Wir haben ja gesehen, wie das in Dänemark gewesen ist, als dort die zulässige Geschwindigkeit von 110 auf 130 km/h erhöht wurde: Dort hat es zunächst die gleichen Bedenken gegeben, Herr Kollege Parnigoni: die Zahl der Toten bei Unfällen werde steigen, et cetera. Sämtliche Experten waren gegen diesen Versuch. – Das Ergebnis im Nachhinein war ... (Abg. Eder: Ist auch gestiegen!) – Nein, die Zahl der Unfalltoten ist nicht gestiegen, sondern gesunken, und zwar um 25 Prozent! (Widerspruch des Abg. Eder.)
Widerspruch des Abg. Eder.
Wir haben ja gesehen, wie das in Dänemark gewesen ist, als dort die zulässige Geschwindigkeit von 110 auf 130 km/h erhöht wurde: Dort hat es zunächst die gleichen Bedenken gegeben, Herr Kollege Parnigoni: die Zahl der Toten bei Unfällen werde steigen, et cetera. Sämtliche Experten waren gegen diesen Versuch. – Das Ergebnis im Nachhinein war ... (Abg. Eder: Ist auch gestiegen!) – Nein, die Zahl der Unfalltoten ist nicht gestiegen, sondern gesunken, und zwar um 25 Prozent! (Widerspruch des Abg. Eder.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher würde ich sagen: Das Ganze in Ruhe abwarten, in Ruhe die Ergebnisse analysieren – und dann die richtigen Konsequenzen daraus ziehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Und weiters ganz konkrete Beispiele. In den Vereinigten Staaten von Amerika, und zwar in Montana, wurden die Tempolimits erhöht. Und was war die Folge? – 55 Prozent mehr tödliche Unfälle! – Das können und wollen wir von den Grünen nicht verantworten! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Regler: Das ist doch kein Versuch an Menschen!
Daher: Nein zu diesem Versuch, nein zu diesem Risiko, nein zu einem Versuch an Menschen, an lebenden Objekten! (Abg. Mag. Regler: Das ist doch kein Versuch an Menschen!) Schauen Sie nach Australien, nach Melbourne, wo das Tempolimit von 100 auf 110 km/h erhöht wurde! Die Folge? – 25 Prozent mehr Unfälle!
Abg. Großruck: Die Autofahrer werden es Ihnen danken, diesen Antrag!
Die Bundesregierung und insbesondere der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie wird aufgefordert, dem Nationalrat umgehend einen Vorschlag für eine Änderung von § 30a des Führerscheingesetzes (Vormerksystem) zuzuleiten, mit der die Überschreitung von Tempo 160 als zusätzliches Vormerkdelikt ins Vormerksystem aufgenommen wird. Diese Bestimmung soll spätestens mit Beginn etwaiger Tempo-160-Tests in Kraft treten. (Abg. Großruck: Die Autofahrer werden es Ihnen danken, diesen Antrag!)
Beifall bei den Grünen.
Für uns ist da dringender Maßnahmenbedarf gegeben, für uns ist das eine Aufforderung, endlich etwas zu tun, damit nicht jede Woche eine ganze Familie auf Österreichs Straßen stirbt! Denken Sie bitte daran! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Wattaul.
Denken Sie auch daran, dass die Autobahnen bei uns gar nicht darauf ausgelegt sind! Denken Sie daran, dass zum Beispiel auf dieser Teststrecke in der Nacht ein Tempolimit von 110 km/h vorgeschrieben ist! Ein 110 km/h-Limit in der Nacht auf dieser Teststrecke in Kärnten – und untertags soll das auf 160 km/h „flexibilisiert werden“, wie Sie sagen! Das ist doch widersinnig! (Zwischenruf des Abg. Wattaul.)
Abg. Scheibner: Wenn er nur 10 km/h schneller fährt, darf er nicht überholen!
Herr Kollege Wattaul, Sie wissen genau, dass LKW dort auch unterwegs sind. LKW fahren laut Vorschrift mit maximal Tempo 80. Was wird denn da passieren, denn das LKW-Überholen ist dort nicht verboten, sondern erlaubt? – Jetzt überholt ein 90 km/h fahrender LKW einen 80 km/h fahrenden – und hinten kommt ein PKW mit 160 km/h daher. Na das schaue ich mir an! Das schaue ich mir an! (Abg. Scheibner: Wenn er nur 10 km/h schneller fährt, darf er nicht überholen!)
Beifall bei den Grünen.
Ich meine, das ist völlig grotesk, Herr Kollege. Völlig grotesk! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Deshalb darf man zu schnell fahren im Ortsgebiet?
Das ist die Crux der Entwicklung in Kärnten, die wir auch am Beispiel der Ortstafeln nach wie vor verfolgen müssen, wo nach wie vor Rechtsstaat nicht Rechtsstaat ist. Wir aber wollen rechtsstaatliche Verhältnisse, wir wollen Verhältnisse haben, die voraussetzen, dass die Bevölkerung Vertrauen in staatliche Schutzaktionen haben kann, Verhältnisse, die den Schutz der Volks- und Minderheitenrechte und auch den Schutz der Menschenleben gewährleisten. Darum geht es uns insgesamt! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Deshalb darf man zu schnell fahren im Ortsgebiet?)
Beifall bei den Grünen.
Herr Staatssekretär Mainoni beziehungsweise Herr Staatssekretär Kukacka, ich würde Sie in Vertretung des Herrn Ministers gerne ersuchen, auf dieses Problem einzugehen, zumal heute hier ja auch über die Rechtsstaatswahrung in Österreich, über die Rechtskultur in Österreich im Zusammenhang mit Minderheitenrechten, im Zusammenhang auch insgesamt mit Menschenrechten diskutiert werden soll. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Anton Wattaul (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Verkehrssicherheit war immer die oberste Prämisse unserer Verkehrspolitik – und dabei wird es auch bleiben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Man kann natürlich alles argumentieren, aber man sollte sich auch einmal die Ergebnisse anschauen.
Abg. Eder: Nein, nein, nein! Das ist falsch!
Diese Regierung kann eine Bilanz vorweisen, die belegt, dass es um 25 Prozent weniger Verkehrstote auf Österreichs Straßen gibt. – Das können Sie nicht wegdiskutieren, das ist Fakt! Darüber muss man einmal ehrlich nachdenken. Aber ich bin jetzt auch schon einige Zeit in diesem Hohen Haus und kann sagen: Egal ob Drogentests, ob Mehrphasenführerschein, ganz egal, welche Maßnahme diese Regierung gesetzt hat, um das Ziel zu erreichen, innerhalb der nächsten zehn Jahre die Zahl der Verkehrstoten zu halbieren, bei jeder Maßnahme haben Sie dagegen gestimmt. (Abg. Eder: Nein, nein, nein! Das ist falsch!) Bei jeder Maßnahme, ausgenommen beim Drogentest, diesbezüglich haben wir einen Kompromiss erzielt. (Abg. Eder: Licht am Tag!)
Abg. Eder: Licht am Tag!
Diese Regierung kann eine Bilanz vorweisen, die belegt, dass es um 25 Prozent weniger Verkehrstote auf Österreichs Straßen gibt. – Das können Sie nicht wegdiskutieren, das ist Fakt! Darüber muss man einmal ehrlich nachdenken. Aber ich bin jetzt auch schon einige Zeit in diesem Hohen Haus und kann sagen: Egal ob Drogentests, ob Mehrphasenführerschein, ganz egal, welche Maßnahme diese Regierung gesetzt hat, um das Ziel zu erreichen, innerhalb der nächsten zehn Jahre die Zahl der Verkehrstoten zu halbieren, bei jeder Maßnahme haben Sie dagegen gestimmt. (Abg. Eder: Nein, nein, nein! Das ist falsch!) Bei jeder Maßnahme, ausgenommen beim Drogentest, diesbezüglich haben wir einen Kompromiss erzielt. (Abg. Eder: Licht am Tag!)
Abg. Mandak: 130 verstehen die Bürgerinnen und Bürger schon!
Wir vertrauen darauf, und ich glaube, das ist auch richtig, dass die Verkehrsteilnehmer Verantwortung übernehmen, dass sie selbst wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Ich spreche hier von Bewusstseinsbildung. Reden Sie einmal mit Psychologen, die werden Ihnen das bestätigen: Das Wichtigste ist, dass ein Gesetz vom Bürger verstanden wird. (Abg. Mandak: 130 verstehen die Bürgerinnen und Bürger schon!)
Abg. Mandak: Und vor allem konsequent überwacht werden!
Genau darum geht es bei Tempo 160. Es geht darum, das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer zu schärfen, ihnen ihre Verantwortung aufzuzeigen: Wer am Verkehr teilnimmt, darf niemanden verletzen und darf sich selbst nicht verletzen. – Ich meine, das ist wirklich eine ganz g’scheite Sache. Aber was macht ihr? Wieder, beinahe schon reflexartig, schreien Sie einfach, die Strafen müssen erhöht werden. (Abg. Mandak: Und vor allem konsequent überwacht werden!) Damit lösen Sie kein Problem. Wir müssen die Psyche der Menschen erreichen, ihnen ihre Verantwortung aufzeigen, und ich meine, dieser Schritt ist dazu der absolut richtige.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich sage es noch einmal: Die Bilanz spricht doch für den Verkehrsminister! Er hat eine hervorragende Bilanz vorzuweisen, das können Sie nicht wegdiskutieren. Dass Sie immer gegen alles sind, das wissen wir schon – wir sind sicher, dass das der richtige Weg ist! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Wattaul: Das stimmt ja alles nicht! Wahnsinn! Das glaubst ja alles nicht!
sind Punkte, die nicht vom Tisch zu wischen sind und gegen diesen Testabschnitt sprechen. Und dazu kommen noch die nicht unwesentlichen Kosten, angefangen vom Druck des neuen Gesetzestextes bis hin zu den technischen Maßnahmen. (Abg. Wattaul: Das stimmt ja alles nicht! Wahnsinn! Das glaubst ja alles nicht!)
Staatssekretär Mag. Mainoni: Nein!
Das Experiment hat mit einer Steigerung der Verkehrssicherheit absolut nichts zu tun, Herr Kollege Wattaul! Im Gegenteil! Es weist eindeutig in die Gegenrichtung (Staatssekretär Mag. Mainoni: Nein!), und deshalb lehnen wir es ab. Wir geben keine Zustimmung zu diesem Antrag auf Änderung des Führerscheingesetzes. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wattaul: Das macht uns sicher!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wattaul: Das macht uns sicher!
Das Experiment hat mit einer Steigerung der Verkehrssicherheit absolut nichts zu tun, Herr Kollege Wattaul! Im Gegenteil! Es weist eindeutig in die Gegenrichtung (Staatssekretär Mag. Mainoni: Nein!), und deshalb lehnen wir es ab. Wir geben keine Zustimmung zu diesem Antrag auf Änderung des Führerscheingesetzes. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wattaul: Das macht uns sicher!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Marizzi.
Das unterscheidet auch von jenen kopflosen Versuchen, die vor wenigen Wochen in Wien getätigt wurden. Erinnern wir uns an die Verordnung von Frau Umweltstadträtin Sima: 50 km/h ab Ortseinfahrten. Wir haben es alle hautnah erlebt. Wo waren hier die Begleitmaßnahmen? Wo waren hier die unterstützenden Untersuchungen oder Langzeitversuche? Darüber wurde in der Debatte einfach hinweggesehen, und diese Verordnung musste dann auch zurückgeschraubt werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Marizzi.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Liebe Frau Abgeordnete Moser, Sie haben sich im Ausschuss zu Leitsystemen von 80 bis 100 km/h auf den Autobahnen geäußert; noch ein weiterer Schritt zurück. Gegen Ihre Aussage allerdings, dass mit Tempo 160 – reden wir von 80 bis 160 – ein Projekt mit lebenden Versuchsobjekten durchgeführt wird, verwahre ich mich. Dagegen verwahre ich mich als Abgeordneter der Österreichischen Volkspartei. Ich werde in den nächsten Wochen mit vollem Einsatz darauf hinwirken, dass wir 8 Millionen Österreicher in den nächsten vier Jahren nicht Versuchsobjekte einer rot-grünen Regierung werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Regler: Sehr gut!
Seit ungefähr einem Jahr haben wir einen Verkehrsminister und Vizekanzler, der die österreichische Öffentlichkeit mit Ideen, die man eigentlich nur als abstrus bezeichnen kann, nämlich das Rasen auf Österreichs Straßen, wenn auch nur bedingt auf Teststrecken, freizugeben, behelligt. Das Parlament tritt sofort zusammen, wie etwa heute, um diesem ganzen Ansinnen – und das ist für mich besonders interessant – einen rechtlichen Kontext zu geben. Ich bin jetzt als Juristin in der misslichen Lage, heute mit einem Gesetz konfrontiert zu sein, das eigentlich das festlegt, was bis jetzt in Österreich Regel ist, nämlich: Wenn man mehr als 180 km/h auf einer Autobahn fährt, kann das beziehungsweise wird das zum Führerscheinentzug führen. Dafür bin ich selbstverständlich ebenso wie Sie alle. (Abg. Mag. Regler: Sehr gut!)
Abg. Dipl.-Ing. Achleitner: Aber nicht überall!
Jetzt gibt es einen Verkehrsminister, der meint, 130 km/h seien ihm zu wenig, er würde legitimerweise gerne 160 km/h fahren dürfen. (Abg. Dipl.-Ing. Achleitner: Aber nicht überall!) Aber da kommen wir irgendwie in Konflikt mit dem Gesetz, denn das Gesetz sagt, erst ab einer Übertretung von 50 km/h ist der Führerschein weg. Flugs tritt schon das österreichische Parlament zusammen, um diesem Raser – jetzt hoffentlich noch Raser im Geiste, aber demnächst völlig legitim auf diesem Kärntner Teilstück der Autobahn unterwegs – sofort die gesetzliche Legitimation zu geben. (Abg. Mag. Regler: Nein!)
Abg. Mag. Regler: Nein!
Jetzt gibt es einen Verkehrsminister, der meint, 130 km/h seien ihm zu wenig, er würde legitimerweise gerne 160 km/h fahren dürfen. (Abg. Dipl.-Ing. Achleitner: Aber nicht überall!) Aber da kommen wir irgendwie in Konflikt mit dem Gesetz, denn das Gesetz sagt, erst ab einer Übertretung von 50 km/h ist der Führerschein weg. Flugs tritt schon das österreichische Parlament zusammen, um diesem Raser – jetzt hoffentlich noch Raser im Geiste, aber demnächst völlig legitim auf diesem Kärntner Teilstück der Autobahn unterwegs – sofort die gesetzliche Legitimation zu geben. (Abg. Mag. Regler: Nein!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wattaul: Das ist Diskriminierung!
Die Argumente dagegen, die Frau Dr. Moser und die KollegInnen von den Sozialdemokraten hier gebracht haben, muss ich nicht wiederholen, sie sind nachdrücklich genug in der Öffentlichkeit präsentiert worden, nämlich wie viele Verkehrstote, wenn man das mathematisch und statistisch hochrechnet, das bedeutet und was das vor allem in den Köpfen der Raser heißt. Raser sage ich extra ohne großes I oder kleines i, ich sage nicht Raserinnen, weil Raser sind in der Regel Männer. Ein Lenkrad, ein Motor, vier Räder und ein Mann, das ist eine gefährliche Waffe, das wissen wir. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wattaul: Das ist Diskriminierung!)
Abg. Wattaul: Herr Präsident, ich werde diskriminiert vom Rednerpult!
Jetzt stellen Sie sich einmal vor, was das bedeutet? – Der kleine Trost, den wir haben, ist: Bei 180 km/h ist der Führerschein trotz allem weg, aber auch mit 170 km/h kann ich jemanden überfahren und gefährden. (Abg. Wattaul: Herr Präsident, ich werde diskriminiert vom Rednerpult!)
Rufe bei der ÖVP: Davon sind wir überzeugt!
Jene, die dem Rat von Präsidentem Khol gefolgt sind – ich glaube, es tut ihm täglich Leid, dem Herrn Präsidenten, was ihm damals in Kärnten rausgerutscht ist; aber es war richtig, Sie haben es gut gemeint, Herr Präsident, Sie haben damals der zweisprachigen Bevölkerung einen Hinweis gegeben: Leute, Bevölkerung, lasst euch nicht gefallen, dass man eure Rechte mit Füßen tritt! Macht einmal den Versuch, ihnen selbst zum Durchbruch zu verhelfen! –, waren sehr erfolgreich damit, was mich den Schluss ziehen lässt, dass unser Präsident ein hervorragender Verfassungsjurist ist. (Rufe bei der ÖVP: Davon sind wir überzeugt!)
Beifall bei den Grünen.
Ich würde mir dieses Engagement seinerseits jetzt auch erwarten in der Umsetzung der verfassungsgemäß gewährleisteten Rechte für Minderheiten. Herr Präsident, wir könnten einen Ratschlag von Ihnen zur Lösung dieses so genannten Ortstafel-Streits wirklich gut gebrauchen. Sie sind aufgefordert, Ihrer Phantasie hier freien Lauf zu lassen, aber bitte schnell, Herr Präsident! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wattaul: Und die Diskriminierung, Herr Präsident? Das ist eine Diskriminierung gewesen!
Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dipl.-Ing. Achleitner. Sie spricht 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Wattaul: Und die Diskriminierung, Herr Präsident? Das ist eine Diskriminierung gewesen!)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte wieder zur Thematik der aktuellen Debatte zum Führerscheingesetz zurückkommen. Es wundert mich schon sehr, dass die Kolleginnen und Kollegen von SPÖ und Grüne hier nicht zustimmen, nicht einem Gesetz zustimmen, das genau darauf abzielt, dass im Straßenverkehr zu hohen Geschwindigkeiten Schranken auferlegt werden. (Zwischenruf des Abg. Eder.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Das zeigt einmal mehr: Entweder betreiben Sie eine absolute Fundamental-Opposition, die aber auch gegen die Verkehrssicherheit gerichtet ist (Zwischenrufe bei der SPÖ) – oder Sie haben trotz dieser wochenlangen Diskussion noch immer nicht verstanden, was flexible Geschwindigkeitseinrichtungen bewirken und wie sie sich auf die
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Wattaul: Sie wollen es nicht verstehen!
Verkehrssicherheit auswirken. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Wattaul: Sie wollen es nicht verstehen!)
Abg. Eder: Flexibilität ist ja in Ordnung!
Meine Damen und Herren von der Opposition, Sie müssen schon zur Kenntnis nehmen, dass starre Tempolimits – das sagen auch die Fachleute ganz klipp und klar – kein Garant für Verkehrssicherheit sind! Es ist leider Tatsache, dass es in Bezug auf starre Geschwindigkeitsangaben eine sehr geringe Akzeptanz gibt (Abg. Eder: Flexibilität ist ja in Ordnung!): Über 40 Prozent der Verkehrsteilnehmer halten die angegebene Höchstgeschwindigkeit nicht ein! Dagegen muss man doch etwas tun, aber doch nicht nur im Bereich der Strafen!
Zwischenrufe bei den Grünen.
Als Oberösterreicherin muss ich sagen, dass es mir sehr Leid tut, dass die Oberösterreichische Landesregierung – allen voran der grüne Umweltlandesrat Anschober – verhindert hat, dass eine diesbezügliche Teststrecke in Oberösterreich installiert wird. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Durch Messungen im Gebiet Sattledt, durch das Managen der Verkehrsströme mit Hilfe von Telematikanlagen hätten die Schadstoffe reduziert und hätte die Verkehrssicherheit erhöht werden können. – Schade, kann ich nur sagen! Landesrat Anschober hat das in Oberösterreich verhindert, aber ich bin froh, dass wir zumindest einen zukunftsweisenden und vorausschauenden Verkehrsminister haben, für den die Verkehrssicherheit oberste Prämisse ist und der sich für flexibilisierbare Geschwindigkeitsanlagen einsetzt.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kolleginnen und Kollegen von den Grünen und der SPÖ: Schauen Sie sich dieses Gesetz noch einmal an, damit Sie – wie die Regierungsparteien – für die Verkehrssicherheit und nicht dagegen stimmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Außerdem ist das Experiment im umgekehrten Sinn bereits erfolgreich getestet: Nach der Einführung der Tempolimits Anfang der siebziger Jahre – 130 km/h auf Autobahnen, 100 km/h auf Landstraßen – ist, und zwar nachgewiesenermaßen, die Zahl an Unfalltoten drastisch gesunken. Das bedeutet umgekehrt auch, dass mehr Geschwindigkeit mehr Tote bedeutet; das ist nachgewiesen. Mit diesem Test wollen Sie offensichtlich, dass es wieder zu mehr Toten kommt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Da Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, mit der heutigen Novelle des Führerscheingesetzes dieses Problem immerhin anerkannt haben, schlage ich Ihnen vor, dass Sie gleich auf den nächsten sinnvollen Schritt setzen und das Projekt 160 km/h zur Gänze streichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Wir sind der Ansicht, dass bei Verkehrstechnologien im Fahrzeug wesentliche Fortschritte erzielt werden konnten – ob das Airbags sind, ob das ABS-Bremssysteme und dergleichen sind – und dass es selbstverständlich die Ausbildung der Fahrzeuglenker ist, dass es aber auch erhöhte Sicherheitsvorkehrungen direkt auf den Autobahnen sind, die dazu führen, dass Österreichs Kraftfahrzeugfahrer in Zukunft sicherer fahren können. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist das heutige Thema und nichts anderes. Es geht nicht um eine Anleitung zum Rasen und dergleichen mehr, sondern: Moderne Verkehrstechnologien, Eigenverantwortlichkeit der Fahrzeuglenker sollen möglich machen, dass in Ausnahmefällen auch bis 160 km/h gefahren werden darf. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Eder: Das ist ja jetzt auch der Fall! Was redest du denn da?
Abgesehen davon reden wir heute nicht über Tempo 160, sondern über eine Gesetzesänderung, dass auch künftig auf jeden Fall bei 180 km/h oder bei Überschreitung von 180km/h der Führerschein entzogen wird (Abg. Eder: Das ist ja jetzt auch der Fall! Was redest du denn da?), auch bei dieser Teststrecke bei Tempo 160. Diese Klarstellung (Abg. Eder: Das ist keine Klarstellung!) ist eine wichtige begleitende Maßnahme, um uneingeschränktes schnelles Fahren auf der Teststrecke zu verhindern. Dieser Probebetrieb darf auch nicht dazu führen oder den Eindruck erwecken, dass auf dieser Teststrecke das Rasen straffrei ermöglicht wird.
Abg. Eder: Das ist keine Klarstellung!
Abgesehen davon reden wir heute nicht über Tempo 160, sondern über eine Gesetzesänderung, dass auch künftig auf jeden Fall bei 180 km/h oder bei Überschreitung von 180km/h der Führerschein entzogen wird (Abg. Eder: Das ist ja jetzt auch der Fall! Was redest du denn da?), auch bei dieser Teststrecke bei Tempo 160. Diese Klarstellung (Abg. Eder: Das ist keine Klarstellung!) ist eine wichtige begleitende Maßnahme, um uneingeschränktes schnelles Fahren auf der Teststrecke zu verhindern. Dieser Probebetrieb darf auch nicht dazu führen oder den Eindruck erwecken, dass auf dieser Teststrecke das Rasen straffrei ermöglicht wird.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn man also über Tempo 160 und über diese Gesetzesänderung spricht, dann muss man unbedingt diese Begleitmaßnahmen mit einbeziehen und auf jeden Fall mit einbeziehen, dass es erforderlich ist, den Stand der heutigen Technik im Fahrzeugbau und natürlich auch die Straßenerhaltungsmaßnahmen, die gesetzt worden sind, zu berücksichtigen. Ich denke, dass es auf jeden Fall einen Versuch wert ist, diese Teststrecke für Tempo 160 einzuführen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Wattaul: Weil wir diskriminiert worden sind!
Abgeordnete Heidemarie Rest-Hinterseer (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzte Herren Staatssekretäre! Mitglieder des Hohen Hauses sowie Zuhörer und Zuhörerinnen! Man braucht schon gute Nerven, um das durchzuhalten (Abg. Wattaul: Weil wir diskriminiert worden sind!), was Sie uns hier die ganze Zeit vormachen wollen, nämlich eine Maßnahme, die ausschließlich und nur dem Wahlkampf Ihres Herrn Bundesministers Gorbach dient, uns als Verkehrssicherheitsmaßnahme zu verkaufen. Da braucht man extrem gute Nerven, um das durchzuhalten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Heidemarie Rest-Hinterseer (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzte Herren Staatssekretäre! Mitglieder des Hohen Hauses sowie Zuhörer und Zuhörerinnen! Man braucht schon gute Nerven, um das durchzuhalten (Abg. Wattaul: Weil wir diskriminiert worden sind!), was Sie uns hier die ganze Zeit vormachen wollen, nämlich eine Maßnahme, die ausschließlich und nur dem Wahlkampf Ihres Herrn Bundesministers Gorbach dient, uns als Verkehrssicherheitsmaßnahme zu verkaufen. Da braucht man extrem gute Nerven, um das durchzuhalten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Wattaul: Weil es nicht stimmt!
Mich wundert ja, dass die ÖVP bei diesem Spiel mitmacht! Hier (die Rednerin hält ein Schriftstück in die Höhe): Wahlkampf auf Staatskosten mit oranger Umrandung, wo uns mitgeteilt wird, dass sich ohnehin niemand an Geschwindigkeitsbeschränkungen hält. (Abg. Wattaul: Weil es nicht stimmt!) Daher setzen wir diese doch gleich hinauf. Das ist ja so, als wenn man sagte: Die „g’sunde Watschen“ führen wir wieder ein, weil die Leute ihre Kinder sowieso hauen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wattaul: Sie sind ja für Drogen auch!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wattaul: Sie sind ja für Drogen auch!
Mich wundert ja, dass die ÖVP bei diesem Spiel mitmacht! Hier (die Rednerin hält ein Schriftstück in die Höhe): Wahlkampf auf Staatskosten mit oranger Umrandung, wo uns mitgeteilt wird, dass sich ohnehin niemand an Geschwindigkeitsbeschränkungen hält. (Abg. Wattaul: Weil es nicht stimmt!) Daher setzen wir diese doch gleich hinauf. Das ist ja so, als wenn man sagte: Die „g’sunde Watschen“ führen wir wieder ein, weil die Leute ihre Kinder sowieso hauen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wattaul: Sie sind ja für Drogen auch!)
Abg. Wattaul: Die sicherste Geschwindigkeit ist null!
Im Übrigen ist das ein ökonomischer Unsinn, das ist längst bekannt. Die beste Geschwindigkeit, die überhaupt auf Autobahnen gefahren werden kann, liegt bei 100 km/h, das ist längst bekannt, das ist ökonomisch die sinnvollste Geschwindigkeit. (Abg. Wattaul: Die sicherste Geschwindigkeit ist null!) Mich wundert, dass eine Wirtschaftspartei wie die ÖVP das nicht längst weiß und auch berücksichtigt.
Abg. Wattaul: Sind Sie Hellseher oder was?
Was die logische Folge von Tempo 160 ist, wissen wir jetzt: Ein gerade geändertes Führerscheingesetz müssen wir jetzt wieder ändern, Sie werden dieser Änderung zustimmen. (Abg. Wattaul: Sind Sie Hellseher oder was?) Gesetzesänderungen im Halbjahrestakt, das sagt – wie ein Kollege von der SPÖ schon gemeint hat – viel über die Qualität Ihrer Gesetze aus. Die 160 km/h werden im Übrigen auch nicht die oberste Geschwindigkeit bleiben, weil es eine Durchschnittsgeschwindigkeit ist, wie Sie wissen. Der gegenständliche Antrag ist der beste Beweis dafür, dass es nicht bei 160 km/h bleiben wird.
Abg. Wattaul: Verkehrssicherheit kostet Geld!
Hier (die Rednerin hält das Schriftstück neuerlich in die Höhe) ist zum Beispiel auch gut aufgezeichnet, um wie viel mehr Geld allein diese Probestrecke kosten wird (Abg. Wattaul: Verkehrssicherheit kostet Geld!), weil nämlich zwei solche Stationen hintereinander errichtet werden müssen. Das heißt, die öffentliche Hand hat nicht nur die Kosten dieser unsäglichen Werbekampagne zu tragen, sondern auch die zusätzlichen Kosten, die daraus entstehen. Auch ein wirtschaftlicher Unsinn oder etwa nicht, sehr geehrte Kollegen von der ÖVP? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Hier (die Rednerin hält das Schriftstück neuerlich in die Höhe) ist zum Beispiel auch gut aufgezeichnet, um wie viel mehr Geld allein diese Probestrecke kosten wird (Abg. Wattaul: Verkehrssicherheit kostet Geld!), weil nämlich zwei solche Stationen hintereinander errichtet werden müssen. Das heißt, die öffentliche Hand hat nicht nur die Kosten dieser unsäglichen Werbekampagne zu tragen, sondern auch die zusätzlichen Kosten, die daraus entstehen. Auch ein wirtschaftlicher Unsinn oder etwa nicht, sehr geehrte Kollegen von der ÖVP? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wattaul: Kontrolle!
Am 21. Dezember vergangenen Jahres, bei der Debatte über den Gorbach-Misstrauensantrag, den wir damals eingebracht haben, haben Minister Gorbach und Parteikollegen wie Sie, Herr Wattaul, noch inständig versichert, die 160 km/h werden 160 km/h bleiben. (Abg. Wattaul: Kontrolle!) Das wird nicht möglich sein, wie ich gerade ausgeführt habe, und vor allem: Wie werden Sie das zustande bringen, dass die Leute das Tempo nach der Teststrecke von selbst wieder auf 130 km/h reduzieren? (Abg. Wattaul: Ganz einfach, ein Taferl aufstellen!)
Abg. Wattaul: Ganz einfach, ein Taferl aufstellen!
Am 21. Dezember vergangenen Jahres, bei der Debatte über den Gorbach-Misstrauensantrag, den wir damals eingebracht haben, haben Minister Gorbach und Parteikollegen wie Sie, Herr Wattaul, noch inständig versichert, die 160 km/h werden 160 km/h bleiben. (Abg. Wattaul: Kontrolle!) Das wird nicht möglich sein, wie ich gerade ausgeführt habe, und vor allem: Wie werden Sie das zustande bringen, dass die Leute das Tempo nach der Teststrecke von selbst wieder auf 130 km/h reduzieren? (Abg. Wattaul: Ganz einfach, ein Taferl aufstellen!)
Abg. Wattaul: Die können nicht zu schnell fahren! Das ist eine absolute Lüge! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Jeder, der auf Autobahnen fährt, weiß, wie schwierig es ist, nach einer längeren Strecke, wo man schnell gefahren ist, wieder auf ein geringeres Tempo zu reduzieren. Vielleicht für Sie nicht, vielleicht können Sie das automatisch, das denke ich aber nicht, denn gerade im LKW-Bereich habe ich das selbst auch erlebt, dass da oft schnell gefahren wird, verkehrssicherheitswidrig schnell gefahren wird. (Abg. Wattaul: Die können nicht zu schnell fahren! Das ist eine absolute Lüge! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Der Antrag der Regierungsparteien bestätigt: Tempo 180 wird als sinnlose Raserei bezeichnet und Tempo 160 ist verkehrssicher. Also: 20 km/h machen offensichtlich den Unterschied aus. Das kann wahrscheinlich niemand, auch nicht die Bevölkerung verstehen. Wir werden sicher nicht bei dieser unglaublichen Irreführung, was Verkehrssicherheit betrifft, mitmachen, noch dazu in einem Jahr, in dem die Regierungsparteien während der österreichischen Ratspräsidentschaft dem Schwerpunkt Verkehrssicherheit breiten Raum widmen wollen. Das ist eine absolute Peinlichkeit! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht! Dann schau nach Deutschland!
Herr Kollege Missethon, die Verkehrsgutachten sind durch den Verkehrsclub und das Kuratorium für Verkehrssicherheit geklärt, die Umweltbelastung ist durch beide Institutionen geklärt und die Leistungsfähigkeit der Autobahnen ist ebenso geklärt. Alle Experten sagen, dass für unsere Autobahnen auf Grund der Kurvenradien und auf Grund der Gegebenheiten die Tempo-130-Regelung die beste Regelung ist. Das heißt, was sollen wir jetzt ändern? – Wir schließen uns auch der Meinung beider großen Autofahrerklubs an, die sagen: Es kommt bei Tempo 160 zu mehr Unfällen, zu mehr CO2-Ausstoß und zu mehr Lärm, und es gibt in Wirklichkeit keine Vorteile. (Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht! Dann schau nach Deutschland!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Dann haben wir weiters den Eindruck, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass die Tempo-160-Regelung auch ein Ablenkungsmanöver oder ein Gag oder ein Doppelspiel ist. Weil man immer sagt, die ÖVP agiere vorsichtig, die Straßen haben sich massiv verändert, die Autotechnik habe sich massiv verändert, erinnere ich daran: Warum bringt das Innenministerium solche Plakate entlang der Autobahnen an? (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Da steht: Bleib am Leben, geh’ vom Gas! – Und hier beschließen Sie dann Tempo 160. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn man wirklich für Sicherheit sein will, dann sollte man Sicherheitsteststrecken schaffen, meine Damen und Herren. Ich denke nur, Herr Kollege Rädler, an den Abschnitt Wöllersdorf–Leobersdorf. Da passieren jeden Tag Unfälle. Könnte man dort nicht die Telematik einsetzen, um das Thema zumindest positiv abzuschließen, und nicht nur diese unsinnigen Teststrecken forcieren? – Danke vielmals. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es muss ja nicht so schnell gefahren werden!
Bei Tempo 160 zum Beispiel verbraucht ein PKW um 27 Prozent mehr Treibstoff als bei Tempo 130 – allein, wenn man den kurzen Streckenabschnitt betrachtet. Würde man ihn das ganze Jahr über betrachten, hätte dieser Streckenabschnitt 30 000 Tonnen mehr Kohlendioxidausstoß hinter sich. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es muss ja nicht so schnell gefahren werden!) Diese Zahlen sprechen für sich und sollten eine vernünftigere Verkehrspolitik Ihrerseits herbeiführen, sie sprechen aber nicht für den Herrn Vizekanzler.
Beifall bei der SPÖ.
Die Feinstaubproblematik wird dramatischer werden. Tempolimits von 100 km/h auf Autobahnen werden der Vergangenheit angehören, den Ländern sind in jeglicher Hinsicht durch die Politik – durch Ihre Politik! – die Hände gebunden. Wann werden Sie endlich einsehen, dass Ihre Verkehrspolitik in eine gänzlich falsche Richtung geht? Die Liste, die diese falsche Richtung beweist, ist lang genug: von der Zerschlagung der Bahn bis zu den Versäumnissen beim Semmering-Basistunnel. Ihr Engagement für Tempo 160 ist hier wirklich fehl am Platz. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Der für mich als Tirolerin persönlich wichtigste Teil dieses heutigen Gesetzespaketes ist jener, wonach die ASFINAG ab sofort 20 Prozent der Mauteinnahmen über den Brenner auf der Brenner-Strecke zurückstellt, um damit die Errichtungskosten für den Brenner-Basistunnel mitzufinanzieren. Damit beschreiten wir in Europa völlig neues Terrain. Zum allerersten Mal wird ein Querfinanzierungsmodell – Geld von der Straße hin zur Schiene – in einem Korridor auch wirklich umgesetzt. Wir können alle stolz sein auf diese sowohl verkehrspolitisch als auch umweltpolitisch wichtige Vorgangsweise und Lösung! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wir machen das zum erstmöglichen Zeitpunkt, abgestimmt mit der EU, auf eine europarechtlich zulässige Art und Weise, weil eines feststeht: Es wurde gesagt, dass diese Mauthöhe zulässig ist, wenn ein gewisser Anteil von bis zu 25 Prozent wirklich in die Schiene fließt. Für den ersten Abschnitt haben wir das jetzt schon umgesetzt. Das kann nicht europarechtswidrig sein, es ist abgestimmt und ist ein erfolgreiches Konzept. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Eder: Bei der Post aber nicht!
Verkehrs- und Umweltpolitik haben eben nur mit betriebswirtschaftlicher Rechnung nichts zu tun. Ein Land muss zum Schutz seiner Bevölkerung oft auch Geld in die Hand nehmen – diese Bundesregierung und die ÖVP sind bereit, das zu tun – zugunsten der Tiroler Bevölkerung, zugunsten einer Verlagerung von Verkehr auf die Schiene. (Abg. Eder: Bei der Post aber nicht!) Erst dann, wenn leistungsfähige Infrastrukturen in Tirol wirklich existieren, wird es möglich sein, den Verkehr tatsächlich auf die Schiene zu verlagern, weil Verlagerungsinstrumente, wenn nichts da ist, wohin der Verkehr verlagert wird, ziellos ins Leere gehen und von unseren europäischen Partnern natürlich abgelehnt werden.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich danke also dafür, dass dieser Weg, der immer schon der Tiroler Weg war, vom Nationalrat mitgetragen wird, und ich hoffe, wir gehen diesen weiter. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Ich darf zunächst feststellen, dass wir im Ausschuss diese Thematik, ASFINAG-Gesetz und -Novelle, sehr intensiv diskutiert haben und die sozialdemokratische Fraktion im Ausschuss gegen diese Vorschläge gestimmt hat, wobei wir zugesagt haben, einige Dinge noch zu prüfen, die uns dazu bewogen haben, dagegen zu sein. Nach wirklich intensiver Prüfung sind wir dann zu der Auffassung gekommen, dass wir heute dem gesamten Paket die Zustimmung geben werden. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In diesem Sinne darf ich also ruhigen Gewissens meiner Fraktion empfehlen, dem die Zustimmung zu erteilen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
hat sich bei den Herrschaften bedankt. Ich muss Ihnen aber sagen: Man muss sich auch bei den Transportunternehmen bedanken, weil diese das schlussendlich bezahlen werden. Das soll hier auch einmal erwähnt werden! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Eder: Das haben wir doch schon 1996 eingeführt! Da warst du nicht einmal noch im Parlament!
Heute sehen wir, dass diese Politik, die von dieser Regierung gemacht wird, mit den Einnahmen wirklich eine richtige Politik war. Und eines muss man schon auch dazusagen: Wir bauen nicht nur Autobahnen, wir können sie auch finanzieren. Es ist erstmals dieser Regierung gelungen, einen Verkehrsplan zu machen, um das Ganze auch finanziell darzustellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Eder: Das haben wir doch schon 1996 eingeführt! Da warst du nicht einmal noch im Parlament!) Das war nicht immer so. Wir haben ja die Schulden von der ersten Generation der Autobahnen in der ASFINAG mit übernommen, und das sollte man auch der Bevölkerung sagen.
Abg. Eder: Die Schulden sind doch gestiegen seit 2002!
Wir bauen nicht nur Autobahnen, wir bauen nicht nur Schieneninfrastruktur, sondern wir schauen auch, wie man das in der Zukunft bezahlen und finanzieren kann – nicht so, wie es vergangene Regierungen gemacht haben, die nur Schuldenberge angehäuft haben. Das muss man hier in diesem Saal einmal ganz klar dazusagen. (Abg. Eder: Die Schulden sind doch gestiegen seit 2002!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Aber trotz allem bedanke ich mich bei der Sozialdemokratie, dass ihr endlich einseht, dass diese Bundesregierung eine echte Verkehrspolitik macht, die finanzierbar und wirklich darstellbar ist, und auf das kann man stolz sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Ah so?
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Wenn es um Quersubventionierung geht, das heißt, dass Straßenbenützungsgebühren dazu verwendet werden, Eisenbahnlinien zu verbessern und auszubauen, sind wir schon immer dafür gewesen. (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Ah so?) – Ja, selbstverständlich! Die vorliegende Fassung des Bundesstraßen-Mautgesetzes ist ja ein Beispiel, wo man durchaus dafür sein kann, aber beim ASFINAG-Gesetz und beim ASFINAG-Ermächtigungsgesetz gibt es rechtliche Schwierigkeiten und gibt es inhaltliche Einschränkungen.
Beifall bei den Grünen.
Die jetzigen Aufschläge, 25 Prozent, sind zu gering, um die LKW-Fahrer zu bewegen, die Bahn zu benützen, um die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene durch den sündteuren Tunnel herbeizuführen. Deshalb auch unsere ablehnende Haltung, weil wir ein Gesamtkonzept für den ganzen Alpenraum, ein Finanzierungskonzept für den Brenner-Basistunnel, eine EU-rechtlich klare Regelung haben wollen. Eine Rückstellung der ASFINAG für die Quersubventionierung von Schienenausbauten hätte längst schon erfolgen können. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist erfreulich – ich habe es schon erwähnt –, dass mit dieser Vorlage auch die Querfinanzierung für den Brenner-Basistunnel stattfindet. Durch diese von der Regierung gesetzten Maßnahmen, wie die Investitionen in den Schienenverkehr, wird wieder einmal die umsichtige und weitsichtige Verkehrspolitik der Bundesregierung bewiesen. Wir sind auf der Straße und auf der Schiene gut unterwegs: der richtige Weg für eine richtige Verkehrspolitik in Österreich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es kann nicht sein, dass man weder den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs gerade im Südraum Wiens forciert – wir wissen, dass der Modal Split im Süden Wiens ganz besonders schlecht ist – noch die notwendigen Straßenverbindungen herstellt. Das alles kann nur zu einem Chaos führen, und ich würde Sie wirklich dringend ersuchen, endlich eine Novelle zum Bundesstraßengesetz vorzulegen, in der auch diese Spange zwischen S 1 und A 23 vorgesehen ist. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Das ist schon ein bisschen lang im Endstadium! Da werden Sie nicht mehr dabei sein, glaube ich!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Werte Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Bayr, wie Sie sicher auch selbst wissen, wird das Bundesstraßengesetz gerade verhandelt und ist im Endstadium. (Abg. Eder: Das ist schon ein bisschen lang im Endstadium! Da werden Sie nicht mehr dabei sein, glaube ich!) Also es wird dieses Bundesstraßengesetz sicher in allernächster Zeit hier im Hohen Haus zur Debatte vorliegen.
Abg. Eder: Das stimmt nicht! Die Durchführung!
Für die technischen Lösungen wird neben der Satellitenortung und den Mobilfunkmöglichkeiten insbesondere das österreichische System der Mikrowellentechnik vorgeschlagen. Auch wenn die SPÖ ständig versucht, das Mautsystem für LKWs schlecht zu reden und schlecht zu machen (Abg. Eder: Das stimmt nicht! Die Durchführung!) – Kollege Kräuter, der da seine besonderen Theorien aufstellt, ist leider jetzt nicht da, dass er mit mir diskutieren könnte –, die Realität beweist, dass dieses System sehr, sehr erfolgreich ist und dass sich die hohe Zuverlässigkeit dieser Technologie wirklich bewährt hat.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Erlöse aus den Mauteinnahmen, die sich ja sehen lassen können – im letzten Jahr waren es über 1,2 Milliarden € –, werden ausschließlich für den Ausbau, die Erhaltung und den Betrieb des hochrangigen Straßennetzes eingesetzt. Was hier in den letzten Jahren an Infrastruktur gebaut worden ist, zeigt ein Vergleich: In den Jahren 1995 bis 1999 wurden 300 bis 400 Millionen € im Jahr eingesetzt, während in den Jahren 2002 bis 2006 über 5 Milliarden € für den Aufbau von Infrastruktur eingesetzt worden sind. Das zeugt von der sehr zukunftsweisenden und guten Verkehrspolitik, die von dieser Regierung betrieben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Investitionen in die Mobilität der Menschen, die aufgrund dieser Infrastrukturoffensive möglich sind, aber auch die positiven Auswirkungen, was Arbeitsplätze und Beschäftigungssituation in Österreich betrifft, zeigen, dass sich Investitionen in die Infrastruktur rechnen, und deswegen unterstützen wir alle Maßnahmen, die die Effizienz der Kontrolle von Mautsystemen, die diese Finanzierung überhaupt erst ermöglichen, steigern können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Darum stellt sich für uns die Frage: Wie wird es tatsächlich ausschauen mit der Finanzierung der österreichischen TEN-Projekte? Wird das auch im Rahmen der österreichischen Ratspräsidentschaft endlich ein Schwerpunkt sein, diese Fragen und auch die EU-Kofinanzierung zu klären? Denn wir haben die Befürchtung, dass wichtige Verbindungen dann letztlich wieder geopfert werden, weil einfach das Geld für den Brenner-Basistunnel und für nichts anderes verwendet wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine lieben Kolleginnen und Kollegen, nur so können wir durch diese Infrastrukturprojekte die Nahversorgung und somit auch Arbeitsplätze in den Regionen aufrechterhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Zusammenhang fordere ich deshalb auch den Erhalt und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, insbesondere auch der Nebenbahnen, um vor allem den Pendlerinnen und Pendlern überhaupt eine Alternative zum PKW-Verkehr bieten zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Zum Thema Kostenwahrheit möchte ich aber auch anmerken, dass es nicht nur darum geht, im terrestrischen Verkehr, also auf Schiene und Straße, Kostenpflichtigkeit wahrzunehmen, sondern dass das auch im Flugverkehr, im Schiffsverkehr, im transkontinentalen Verkehr notwendig wäre. Ich weise in diesem Zusammenhang ganz einfach auf den Vorschlag von Bundeskanzler Schüssel bei seiner Antrittsrede im Europäischen Parlament hin, dass es zu einer Besteuerung in diesem Bereich kommen sollte und dass wir intensiver dieses Thema diskutieren sollten. Dem, glaube ich, ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP.
Was wir mit diesen Gesetzesänderungen heute machen, ist, dass wir ganz einfach die Arbeit der ASFINAG auch weiterhin ermöglichen, in vermehrtem Ausmaß ermöglichen, und ich freue mich in diesem Zusammenhang, dass auch die Sozialdemokraten hiezu ihre Zustimmung geben werden. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine, dass das ein unwürdiges Spiel ist, und ich hoffe, dass letztlich für die großen Anliegen des Infrastrukturausbaus, der für die Ostregion und für Niederösterreich dringend notwendig ist, in Bälde entsprechende Beschlüsse vorliegen. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gradwohl: Ihr müsst erst beweisen, dass das hält, was ihr sagt!
Nur: Vom Reden allein hat niemand etwas, weder die Bürgerinnen und Bürger noch die Wirtschaft! (Abg. Gradwohl: Ihr müsst erst beweisen, dass das hält, was ihr sagt!) Wenn wir vom Ausbau der Infrastruktur nur reden, wenn wir, wie Kollege Bauer das vorhin ausgeführt hat, bereits seit 17 Jahren nur Resolutionen beschließen, dann können wir leider keine einzige dieser Straßen nützen (Abg. Gradwohl: Wie haben die Verkehrsminister der letzten zehn Jahre geheißen? Wer stellte die Verkehrsminister in den letzten zehn Jahren?): Auf einer Resolution kann nun einmal keiner fahren, das ist das Problem. Und – ich habe es bereits gesagt – wir hatten mehr als zehn Jahre unter sozialdemokratischen Bundeskanzlern Zeit, das umzusetzen. Warum ist es denn nicht passiert?
Abg. Gradwohl: Wie haben die Verkehrsminister der letzten zehn Jahre geheißen? Wer stellte die Verkehrsminister in den letzten zehn Jahren?
Nur: Vom Reden allein hat niemand etwas, weder die Bürgerinnen und Bürger noch die Wirtschaft! (Abg. Gradwohl: Ihr müsst erst beweisen, dass das hält, was ihr sagt!) Wenn wir vom Ausbau der Infrastruktur nur reden, wenn wir, wie Kollege Bauer das vorhin ausgeführt hat, bereits seit 17 Jahren nur Resolutionen beschließen, dann können wir leider keine einzige dieser Straßen nützen (Abg. Gradwohl: Wie haben die Verkehrsminister der letzten zehn Jahre geheißen? Wer stellte die Verkehrsminister in den letzten zehn Jahren?): Auf einer Resolution kann nun einmal keiner fahren, das ist das Problem. Und – ich habe es bereits gesagt – wir hatten mehr als zehn Jahre unter sozialdemokratischen Bundeskanzlern Zeit, das umzusetzen. Warum ist es denn nicht passiert?
Abg. Gradwohl: ... Minister sind resistent gewesen gegen Resolutionen!
Nur die Umsetzung wird uns etwas nützen – nicht Resolutionen, nicht Entschließungsanträge. (Abg. Gradwohl: ... Minister sind resistent gewesen gegen Resolutionen!) Die helfen überhaupt niemandem, sondern damit wird lediglich Papier produziert.
Beifall bei der ÖVP.
zur Enderledigung vertagt worden ist: weil ja von einem Entschließungsantrag und von formaler Diskussion überhaupt niemand etwas hat, wie schon ausgeführt wurde, sondern nur davon, dass wir diese Straßenverbindungen auch bauen. Und dafür ist die erste Voraussetzung zunächst einmal eine Änderung im Bundesstraßengesetz. Ich bin überzeugt, dass wir das in den nächsten Wochen hier vorliegen haben werden, und ich freue mich schon auf die breite Zustimmung auch für diese wichtigen niederösterreichischen Projekte. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
ironische Heiterkeit der Abg. Dipl.-Ing. Achleitner und bei Abgeordneten der ÖVP
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Unser Verkehrssprecher Kurt Eder hat ja hinlänglich erklärt und erläutert, dass wir diese Novelle heute mittragen. Wir Sozialdemokraten tragen grundsätzlich jede Gesetzesverbesserung mit, wenn sie uns plausibel erscheint (ironische Heiterkeit der Abg. Dipl.-Ing. Achleitner und bei Abgeordneten der ÖVP) und entsprechend auch mit unseren Vorstellungen erläutert und „gegoren“ wird, meine Damen und Herren. – Ich finde es schon bemerkenswert, dass Sie jetzt zumindest lächeln. Sie werden wahrscheinlich in sich gehen und doch erkennen, dass Sie uns zu wenig einbinden in Ihre einsamen Entscheidungen – und dann können wir natürlich nicht mitgehen. (Abg. Neudeck: An der Spitze ist es immer einsam!) Aber wenn sie das richtige Maß an gemeinsamer Diskussion beinhalten, dann sind wir auch für Gesetze zu gewinnen.
Abg. Neudeck: An der Spitze ist es immer einsam!
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Unser Verkehrssprecher Kurt Eder hat ja hinlänglich erklärt und erläutert, dass wir diese Novelle heute mittragen. Wir Sozialdemokraten tragen grundsätzlich jede Gesetzesverbesserung mit, wenn sie uns plausibel erscheint (ironische Heiterkeit der Abg. Dipl.-Ing. Achleitner und bei Abgeordneten der ÖVP) und entsprechend auch mit unseren Vorstellungen erläutert und „gegoren“ wird, meine Damen und Herren. – Ich finde es schon bemerkenswert, dass Sie jetzt zumindest lächeln. Sie werden wahrscheinlich in sich gehen und doch erkennen, dass Sie uns zu wenig einbinden in Ihre einsamen Entscheidungen – und dann können wir natürlich nicht mitgehen. (Abg. Neudeck: An der Spitze ist es immer einsam!) Aber wenn sie das richtige Maß an gemeinsamer Diskussion beinhalten, dann sind wir auch für Gesetze zu gewinnen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Die Gewinne haben sie ja auch vom Konsumenten! – Das ist sehr rotäugig, was du sagst!
Kollege Wattaul, da du verlangt hast, dass wir uns bei den Transportunternehmen bedanken: Ich habe etwas dazugelernt. Ich habe nämlich nicht gewusst, dass die Transportunternehmer die Mautbeiträge aus ihren Gewinnen bezahlen und nicht an den Konsumenten weitergeben. Wenn das so ist, dann wirklich auch von mir ein Dankeschön! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Die Gewinne haben sie ja auch vom Konsumenten! – Das ist sehr rotäugig, was du sagst!) – Lieber Freund! Wir zahlen das wohl gemeinsam! (Abg. Wattaul: ... die Transportwirtschaft! Wer zahlt denn die Autobahn?)
Abg. Wattaul: ... die Transportwirtschaft! Wer zahlt denn die Autobahn?
Kollege Wattaul, da du verlangt hast, dass wir uns bei den Transportunternehmen bedanken: Ich habe etwas dazugelernt. Ich habe nämlich nicht gewusst, dass die Transportunternehmer die Mautbeiträge aus ihren Gewinnen bezahlen und nicht an den Konsumenten weitergeben. Wenn das so ist, dann wirklich auch von mir ein Dankeschön! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Die Gewinne haben sie ja auch vom Konsumenten! – Das ist sehr rotäugig, was du sagst!) – Lieber Freund! Wir zahlen das wohl gemeinsam! (Abg. Wattaul: ... die Transportwirtschaft! Wer zahlt denn die Autobahn?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, lassen Sie mich abschließend noch sagen, dass ich mich sehr freue, dass – wie auch den Ausführungen des Kollegen Prähauser, aber auch des Kollegen Eder zu entnehmen war – bei derart wichtigen Gesetzesmaterien doch noch eine Einigung gefunden werden konnte. Wir werden unsere Bemühungen noch verstärken, hier unserer Aufgabe der Information auch gegenüber der Opposition entsprechend nachzukommen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, der heutige Gesetzesbeschluss ist ein wichtiger Schritt, und ich darf um die Zustimmung dazu ersuchen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es bleiben zwar einige Probleme ungelöst, aber trotzdem sind diese drei Gesetzentwürfe, die hier vorliegen, positiv zu beurteilen, vor allem in der Frage der Querfinanzierung zur Bahn. Der Herr Staatssekretär hat jetzt auch aufgeklärt, wie die Sache mit der Ersatzmaut zu verstehen ist. Daher werden wir diesem Gesetzespaket zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Der intensiven Arbeit unserer Regierungsmitglieder Staatssekretär Kukacka, Staatssekretär Mainoni und unserem Herrn Vizekanzler ist es zu verdanken, dass hier ein weiterer wichtiger Schritt gesetzt wurde, um speziell der Tiroler Bevölkerung entgegenzukommen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Sinne sind wir, wie ich meine, auch hier richtig unterwegs. Es ist zum ersten Mal gelungen, die Querfinanzierung von der Straße auf die Schiene festzulegen. Die Novelle des ASFINAG-Gesetzes, die wir heute beschließen, ist Ausfluss davon. Es wird hier bereits ein Betrag von rund 20 Millionen € jährlich sichergestellt, bereitgestellt, rückgestellt für den Brenner-Basistunnel, für den Ausbau des Schienenweges. Wir handeln richtig, wir handeln konsequent, und ich sehe keine vernünftige Alternative zu diesem Weg. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, dass diese Gesetzesmaterien heute einstimmig zu beschließen sind. Dafür ein herzliches Dankeschön. Und ich freue mich auch weiterhin darüber, Verkehrsmaterien hier einstimmig diskutieren zu können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Danke für diese Richtigstellung! Es ist der Wunsch der Vater des Gedankens! So werden Sie nicht Erste Präsidentin!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich gebe bekannt, dass die Abgeordneten Dr. Cap, Mag. Molterer gemäß § 33 Abs. 1 der Geschäftsordnung beantragt haben, einen Untersuchungsausschuss hinsichtlich des illegalen ... (Unruhe im Saal.) – Die Abgeordneten Dr. Cap, Mag. Kogler ... Ich bitte um Entschuldigung! (Abg. Mag. Molterer: Danke für diese Richtigstellung! Es ist der Wunsch der Vater des Gedankens! So werden Sie nicht Erste Präsidentin!)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Ich ersuche um Zustimmung zu allen drei Vorlagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Regler.
Meine geschätzten Damen und Herren! In diesem Zusammenhang wird auch die Reduzierung der Umweltbelastungen durch den Luftverkehr immer mehr zum Thema. Derzeit beträgt der Anteil des Luftverkehrs an der Gesamtmenge der Treibhausgase in der EU 3 Prozent, allerdings mit steigender Tendenz. Die Emissionen internationaler Flüge in der EU sind zwischen 1990 und 2003 um 73 Prozent gewachsen. Ohne Gegenmaßnahmen – und darin sollten wir uns einig sein – werden sich diese Steigerungen bis 2012 auf 150 Prozent erhöhen. Der Vorschlag der EU-Kommission, daher auch den Luftverkehr in ein EU-Emissionshandelssystem einzubeziehen, wird mit Sicherheit noch hitzige Debatten hervorrufen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Regler.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich finde es anmaßend, wenn es eine eigene Köstler’sche Übersetzung die JAR-FCL betreffend gibt. Kollege Regler hat die Ausnahmen, die nicht durch die JAR-FCL erfasst sind, erwähnt: Ballonfahrer, Segelflieger, Hänge- und Paragleiter. In der Köstler’schen Übersetzung der JAR-FCL waren plötzlich die Segelflieger enthalten. Es hat dann das unsittliche Angebot an den Aero-Club gegeben, die Verwaltung dieser Scheine, also diese Verwaltungsaufgabe durch die ACG, durch Herrn Dr. Köstler zu übernehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Also, geschätzte Damen und Herren, ich glaube, ich habe einige Beispiele dafür geliefert, dass es gut ist, dass die Autorität betreffend die Medical Center beim BMVIT bleibt, dort also gut angesiedelt ist. Ich frage mich allerdings – und diese Frage ist an Herrn Dr. Baupin gerichtet –, wie lange er bei Herrn Dr. Köstler noch zuschaut, bis es zu einer Vertragsauflösung kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte noch darauf verweisen, dass es zwar sicherlich allen AnrainerInnen offen steht, Beschwerde einzulegen und bis zu den Höchstgerichten zu gehen. Warum verankern wir das, was in einem Höchstgerichtserkenntnis einmal festgestellt worden ist, nämlich dass man Rücksicht nehmen muss, nicht im Gesetz, damit dieser ständige Instanzenzug durch die AnrainerInnen nicht mehr notwendig ist? Das hätte ich mir erwartet, dann hätte ich auch diesem Punkt zugestimmt. So aber bleibt es bei unserer Ablehnung. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Das ist natürlich vollkommen klar bei Flugbewegungen, wo in einem Luftraum, der letztendlich immer kleiner wird, je größer die Bewegungen in diesem Raum stattfinden, die Abstände der einzelnen Flugzeuge, der einzelnen Flugzeiten, der An- und Abhebezeiten immer kürzer werden. Gerade deshalb sind diese Bestimmungen so wichtig, die wir hier heute beschließen, und die sinnvolle Umsetzung auf europäischer Ebene. Ich bedanke mich schon jetzt – vor allem bei den Oppositionsparteien – für allseitige Zustimmung. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Es sind zwar die Landegebühren um zirka 10 Prozent gesenkt worden, und zwar von 223 € im letzten Jahr auf 208 €, aber es erhebt sich die Frage: Wäre es nicht besser gewesen, die Landegebühren etwas drastischer zu senken, um den österreichischen Flugzeugunternehmen zu helfen, bessere Zahlen zu schreiben, die sie derzeit alle dringend benötigen würden, und dafür die Überfluggebühren gleich hoch zu lassen, so wie es zum Beispiel in der Schweiz oder in den BENELUX-Staaten der Fall ist? – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher richte ich die Aufforderung an diese Bundesregierung, da hart zu bleiben, denn es kann nicht sein, dass nach abgeschlossenen Verträgen ein Mitgliedstaat plötzlich Begehrlichkeiten anmeldet, die nicht nachvollziehbar sind. Wenn es sich aber so weiterentwickelt – das wäre sehr bedauerlich –, dann bin ich der Auffassung, dass CEATS, wenn Tschechien sich nicht bewegt, zum Scheitern verurteilt ist. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Ballonfahrer!
Zu erwähnen ist außerdem, dass nicht das gesamte zivile Luftpersonal von diesem Regelwerk umfasst ist, wie zum Beispiel Segelflieger, Ballonflieger und Piloten von Hänge- und Paragleitern. (Abg. Mag. Kogler: Ballonfahrer!) Ich korrigiere: Ballonfahrer. – Bei Nichtumsetzung dieser Regeln für den Luftverkehr hätten wir mit erheblichen Nachteilen zu rechnen, da die große Mehrzahl der europäischen Staaten bereits Pilotenlizenzen in Entsprechung mit JAR-FCL-Lizenzen ausstellt und dadurch die
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich denke, dass die Sicherheit im Allgemeinen und auch die Sicherheit im Luftraum besonders wichtig sind und dass die Vereinheitlichung der Vorschriften ein wichtiger Schritt ist, und ich danke dafür allen Verantwortlichen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek – auf SPÖ-Reihen zeigend, die halb leer sind –: Bei Ihnen rennen alle Leute davon!
(Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek – auf SPÖ-Reihen zeigend, die halb leer sind –: Bei Ihnen rennen alle Leute davon!)
Abg. Hornek: Was macht die BAWAG oder der Blecha?
Drei Erkenntnisse gibt es, meine Damen und Herren: Der Herr Minister wurde gesponsert von einer Lobby-Gruppe, die von sich ganz ungeniert sagte: Wir unterstützen die ÖVP! Man hat sich dafür mit einer entsprechenden Steuerreform bedankt. Man zahlt selbst keine Steuer. Dann gab es öffentliche Kritik. Doch was machte Grasser? Er setzte seinen weisungsgebundenen Staatssekretär zum Weißwaschen ein. (Abg. Hornek: Was macht die BAWAG oder der Blecha?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Sagen Sie, was der Blecha macht!
Herr Kollege Hornek, das ist der Öffentlichkeit alles klar und bekannt. Daher sind die Imagewerte des Finanzministers so im Keller. Ich wette mit Ihnen: Da hilft nicht einmal ein „Wetten, dass?“-Auftritt des Ministers, um das zu korrigieren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Sagen Sie, was der Blecha macht!)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Ihnen, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen, ist jedes Mittel recht, um diese Diskussion abzuwürgen. Ich darf daran erinnern, dass Sie, als der Herr Professor Doralt, ein ausgewiesener Steuerrechtsexperte (Zwischenrufe bei der ÖVP), hier im Haus anwesend war und sich erlaubt hat, ein paar kritische Bemerkungen zur Homepage-Causa zu machen, die Anhörung abgeschmettert haben. – Das ist wirklich ein Vorgang, für den Sie sich schämen sollten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ihnen, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen, ist jedes Mittel recht, um diese Diskussion abzuwürgen. Ich darf daran erinnern, dass Sie, als der Herr Professor Doralt, ein ausgewiesener Steuerrechtsexperte (Zwischenrufe bei der ÖVP), hier im Haus anwesend war und sich erlaubt hat, ein paar kritische Bemerkungen zur Homepage-Causa zu machen, die Anhörung abgeschmettert haben. – Das ist wirklich ein Vorgang, für den Sie sich schämen sollten! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Hornek: Das ist ein alter Kalauer! Du bist wie eine tibetanische Gebetsmühle!
Aber insgesamt, meine Damen und Herren, möchte ich mich wirklich beim Finanzminister bedanken – ja, bedanken! – für diese ganze Homepage-Causa, denn er hat nämlich wirklich ganz Wichtiges gezeigt und bewiesen: erstens, dass er glaubt, dass für ihn andere Spielregeln als für die Bevölkerung gelten, und zweitens, dass ihm Parlament, Rechnungshof, staatliche Institutionen wurscht sind. (Abg. Hornek: Das ist ein alter Kalauer! Du bist wie eine tibetanische Gebetsmühle!)
Beifall bei der SPÖ.
Auch das, meine Damen und Herren, wird der Wähler nicht vergessen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
(Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Es ist tatsächlich zum Davonlaufen, wenn man sich das zum wiederholten Male anhören muss! (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
(Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Es ist tatsächlich zum Davonlaufen, wenn man sich das zum wiederholten Male anhören muss! (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich habe für meine Kollegen Verständnis, wenn sie sich das nicht anhören wollen, das sage ich Ihnen ganz offen, und mein Pech ist, dass ich nach Ihnen zu Wort komme. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich kenne kein einziges ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Regen Sie sich nicht auf! Ich rege mich auch nicht auf.
Abg. Mag. Gaßner: Von wem?
Meine Damen und Herren, ich kenne kein einziges Sachthema, das seitens der Opposition auch nur annähernd so behandelt worden ist wie die Homepage von Karl-Heinz Grasser. (Abg. Mag. Gaßner: Von wem?) – Von der Opposition. – Da, meine Damen und Herren, muss ich schon eines sehr deutlich sagen: Es ist der SPÖ dabei nie um die Sache gegangen! (Abg. Hornek: So ist es! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Hornek: So ist es! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, ich kenne kein einziges Sachthema, das seitens der Opposition auch nur annähernd so behandelt worden ist wie die Homepage von Karl-Heinz Grasser. (Abg. Mag. Gaßner: Von wem?) – Von der Opposition. – Da, meine Damen und Herren, muss ich schon eines sehr deutlich sagen: Es ist der SPÖ dabei nie um die Sache gegangen! (Abg. Hornek: So ist es! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Erstens: Karl-Heinz Grasser ist einer – ich zitiere aus dieser Ihrer Studie –, der zentrale SPÖ-Wählergruppen sehr positiv anspricht. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Schlussfolgerung daraus: Entweder man kann Karl-Heinz Grasser „für die SPÖ gewinnen“. Wenn das nicht gelingt, dann hat man ihn ... (Abg. Mag. Kogler: Was hat das mit dem Rechnungshofbericht zu tun?) – Das sage ich Ihnen sofort! – Wenn das nicht gelingt, dann hat man ihn „nachhaltig politisch zu desavouieren“. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Nachhaltig hat sich die Meinung der Bevölkerung geändert!)
Abg. Mag. Kogler: Was hat das mit dem Rechnungshofbericht zu tun?
Erstens: Karl-Heinz Grasser ist einer – ich zitiere aus dieser Ihrer Studie –, der zentrale SPÖ-Wählergruppen sehr positiv anspricht. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Schlussfolgerung daraus: Entweder man kann Karl-Heinz Grasser „für die SPÖ gewinnen“. Wenn das nicht gelingt, dann hat man ihn ... (Abg. Mag. Kogler: Was hat das mit dem Rechnungshofbericht zu tun?) – Das sage ich Ihnen sofort! – Wenn das nicht gelingt, dann hat man ihn „nachhaltig politisch zu desavouieren“. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Nachhaltig hat sich die Meinung der Bevölkerung geändert!)
Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Nachhaltig hat sich die Meinung der Bevölkerung geändert!
Erstens: Karl-Heinz Grasser ist einer – ich zitiere aus dieser Ihrer Studie –, der zentrale SPÖ-Wählergruppen sehr positiv anspricht. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Schlussfolgerung daraus: Entweder man kann Karl-Heinz Grasser „für die SPÖ gewinnen“. Wenn das nicht gelingt, dann hat man ihn ... (Abg. Mag. Kogler: Was hat das mit dem Rechnungshofbericht zu tun?) – Das sage ich Ihnen sofort! – Wenn das nicht gelingt, dann hat man ihn „nachhaltig politisch zu desavouieren“. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Nachhaltig hat sich die Meinung der Bevölkerung geändert!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Fünftens: Es gab zehn schriftliche Anfragen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Zu Ihnen komme ich noch, Herr Abgeordneter Matznetter, keine Sorge!
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Genau das ist es! Und Sie, Kollege Matznetter, verschanzen sich bis zum heutigen Tag hinter Ihrer Immunität. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Ja, das ist so! Es hat Prozesse gegeben noch und noch. Sie haben Richtigstellungen abdrucken lassen. Und es ist so: Bis heute schützt Sie Ihre Immunität, daher schreien Sie auch jetzt sehr laut, weil Sie wissen, dass Sie unter diesem Schutz stehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Gaßner: Wollen Sie das abschaffen?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Gaßner: Wollen Sie das abschaffen?
Genau das ist es! Und Sie, Kollege Matznetter, verschanzen sich bis zum heutigen Tag hinter Ihrer Immunität. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Ja, das ist so! Es hat Prozesse gegeben noch und noch. Sie haben Richtigstellungen abdrucken lassen. Und es ist so: Bis heute schützt Sie Ihre Immunität, daher schreien Sie auch jetzt sehr laut, weil Sie wissen, dass Sie unter diesem Schutz stehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Gaßner: Wollen Sie das abschaffen?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Ihr Problem, meine Damen und Herren, ist ja nicht die Homepage, Sie haben in Wirklichkeit ein ganz anderes Problem, und das ist Folgendes: Wir haben hier einen erfolgreichen jungen Finanzminister, und bei dem schauen Sie sehr alt aus! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Ja, so ist es, Herr Kollege Matznetter!
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Und das merkt man ja: Selbst Gusenbauer hat nichts anderes im Sinn gehabt, als in Kitzbühel möglichst in die Nähe von Karl-Heinz Grasser zu kommen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Na ganz sicher!
Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Eine peinliche Rede war das!
Ich sage Ihnen: Schlechtreden und nein sagen allein, das wird für die Zukunft dieser Republik zu wenig sein! Daher mögen Sie weiter dort stehen bleiben, wo Sie sind. Wir mit Finanzminister Grasser aber arbeiten weiter. (Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Eine peinliche Rede war das!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie laufen davon vor der Verantwortung, die Sie und Ihre Fraktion auch als Abgeordnete haben, wenn es darum geht, bestimmte Dinge aufzuklären. – Das ist einmal der Punkt eins. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Lopatka: In der Sache ausschaut!
Zweitens habe ich den Eindruck gewonnen, dass Sie den Rechnungshofbericht mit irgendeiner Werbebroschüre von Beauty-Salons oder Schönheitsinstituten verwechseln, wenn es darum geht, wer alt oder jung ausschaut. (Abg. Dr. Lopatka: In der Sache ausschaut!) Ich bleibe jetzt gar nicht dabei, das irgendwie besonders witzig darstellen zu wollen, denn ich habe wirklich das Gefühl, dass diese Geschichte sehr im Bereich des Komödiantischen aufgeführt wird, sie ist aber in Wahrheit eine sehr tragische, weil sie den Zustand der Republik beschreibt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zweitens habe ich den Eindruck gewonnen, dass Sie den Rechnungshofbericht mit irgendeiner Werbebroschüre von Beauty-Salons oder Schönheitsinstituten verwechseln, wenn es darum geht, wer alt oder jung ausschaut. (Abg. Dr. Lopatka: In der Sache ausschaut!) Ich bleibe jetzt gar nicht dabei, das irgendwie besonders witzig darstellen zu wollen, denn ich habe wirklich das Gefühl, dass diese Geschichte sehr im Bereich des Komödiantischen aufgeführt wird, sie ist aber in Wahrheit eine sehr tragische, weil sie den Zustand der Republik beschreibt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Hornek: Warum Sie den Ausschuss dauernd unterbrechen!
Zu diesem Zustandsbild passt hervorragend, dass Ihre Rede zugegebenermaßen ein sehr verhaltener und bescheidener Versuch war, sich bei Kärntner Faschingsbräuchen einzuordnen, und Sie haben natürlich allen Grund, darüber auch nachzudenken (Abg. Hornek: Warum Sie den Ausschuss dauernd unterbrechen!), wieso Ihnen Kärnten immer wieder in den Sinn kommt. Nur: Wenn wir uns jetzt wirklich dem eigentlichen Tagesordnungspunkt zuwenden und wenn Sie das hier schon als Bühnenstück charakterisieren wollen, dann ergibt sich für mich folgendes Bild, und das ist sozusagen nur die Vorgeschichte, was bisher geschah: in Ihrer Welt ein kleines halbwitziges Dramolett.
Abg. Rädler: Wirklich mittelmäßig!
Bei uns ist es etwas anderes: Wer sind die handelnden Personen? Ein Finanzminister, der sich von der Industrie Geld zustecken lässt – das können Sie jetzt drehen und wenden, wie Sie wollen, das ist einmal eine mittelmäßig zutreffende Beschreibung (Abg. Rädler: Wirklich mittelmäßig!) – und ein Staatssekretär, der, selbstverständlich von diesem Minister weisungsabhängig, dessen Fall überantwortet bekommt, wenn das Ganze ein bisschen zu riechen anfängt, und der seinerseits wieder Beamte unter sich hat, nämlich die Leiter der Finanzämter, das sind die Nächsten.
Abg. Hornek: Das ist doch ein alter Hut!
Was sagt der Rechnungshofbericht zu diesen Vorgängen? – Er kann natürlich nicht – und das hat Rechnungshofpräsident a.D. Fiedler sehr weise eingefädelt, muss ich hinzufügen – den Einzelfall prüfen, den so genannten Fall Grasser. Das kann er selbstverständlich nicht, das ist ja gar nicht seine Kompetenz. Aber er hat im Zusammenhang mit Außenprüfungen bei Finanzämtern diesen Einzelfall in Kontext zu anderen vergleichbaren Dingen gestellt. Und da wird es natürlich sehr interessant! (Abg. Hornek: Das ist doch ein alter Hut!)
Abg. Hornek: Sagen Sie das auch bei den Gerichten?
Ich weiß nicht, wie Sie zu dieser lockeren Haltung kommen können, denn in diesem Rechnungshofsbericht wird genau festgestellt, dass die Leiter der Finanzämter da möglicherweise prozedural – nicht in der Sache alleine – nicht richtig vorgegangen sind. Das ist doch das Um und Auf! Und plötzlich bekommt das Stück noch einen ganz anderen Charakter: der Minister mit Geld von der Industrie, der Finanzstaatssekretär, der das Ganze deckt, ein steuerlicher Weißwäscher und möglicherweise auch ein „mitarbeiterlicher“ Gehirnwäscher. (Abg. Hornek: Sagen Sie das auch bei den Gerichten?) Das sind doch die wahren Vorgänge!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das allein ist meiner Meinung nach ausreichend, dass man hier noch genauer – und dazu komme ich noch, was Ihr Verhalten betrifft – hätte Nachschau halten müssen. Das ist unser Zugang! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Lopatka
Wenn das alles so wäre, wie ich befunden habe – und dem haben Sie jetzt wenig entgegenzuhalten gehabt –, wenn nämlich selbst der Rechnungshof so befundet (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Lopatka) – das ist ein harter Befund; ich weiß gar nicht, was da so witzig sein soll, Herr Kollege Lopatka –, dann wäre es doch logisch gewesen, dass, wenn es das Institut nach § 42 gibt, Auskunftspersonen zu laden, jene geladen werden, die vielleicht zu der Sache noch etwas beitragen können.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Hornek: Sie haben Interviews gegeben, ohne sich um die Sache zu kümmern, weil Sie ins Fernsehen wollten!
Nein, Sie haben Ihre Mehrheit nicht dazu benutzt, um etwas zur Aufklärung beizutragen! Sie haben Ihre Mehrheit dazu benutzt, Professor Doralt – diesen Namen darf man ja noch nennen – vor der Tür zu halten, im wahrsten Sinn des Wortes. Er ist draußen am Bankerl gesessen und wäre zur Verfügung gestanden, aber Sie haben das verhindert. Sie haben die Tür des Rechnungshofausschusses zugemauert, obwohl das einer der wenigen Ausschüsse ist, der sogar öffentlich hätte gemacht werden können. Auch das haben Sie verhindert. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Hornek: Sie haben Interviews gegeben, ohne sich um die Sache zu kümmern, weil Sie ins Fernsehen wollten!)
Abg. Hornek: Sie haben sich zum Fernsehen gestellt, statt zu diskutieren!
So einfach hätte es sein können. (Abg. Hornek: Sie haben sich zum Fernsehen gestellt, statt zu diskutieren!) – Diese Zwischenrufe werden Sie nicht mehr retten. – So einfach hätten Sie es gehabt! Jetzt wären Sie dann in einer ruhigeren Verfassung gewesen, wenn der Ausschuss für öffentlich erklärt worden wäre – ist ja ein sinnvolles Institut, aber das haben Sie ja zunächst verhindert – und die Auskunftsperson gleich mit.
Abg. Scheibner: Jetzt kritisiert er schon wieder den Rechnungshof!
Der Rechnungshofausschuss ist nämlich nicht irgendein Gremium, das wissen Sie. Manchmal hat man den Eindruck, Sie verhalten sich so, also ob das irgendetwas nebenbei wäre (Abg. Scheibner: Jetzt kritisiert er schon wieder den Rechnungshof!), sage ich jetzt einmal ganz vorsichtig, aber es ist nicht irgendein Gremium, und genau solche Dinge könnten dort aufgeklärt werden.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Hornek: Weil Sie genau daneben gestanden sind! Voll daneben!
Unsere Arbeitsweise hat sich in den letzten Jahren doch gewandelt. Schauen wir uns doch in die Augen! Wir machen ja nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit einen großen Ausschuss, das ist doch falsch. Wir konzentrieren uns auf ein paar wesentliche Dinge, aber immer dort, wo es wesentlich wird, treten Sie mit ihrer Mehrheit an und halten alles nieder. Das war so bei den Abfangjägern, wo die oberste Generalität sich gegen den Ankauf ausgesprochen hat – vorsichtshalber haben Sie diese pensioniert und dann nicht mehr ins Parlament eingeladen. Damit wären Sie doch schon in ganz Europa ablösereif! Ganz Europa würde in solchen Fragen anders vorgehen, nur bei uns ist so etwas noch möglich. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Hornek: Weil Sie genau daneben gestanden sind! Voll daneben!)
Abg. Scheibner: Er kritisiert schon wieder den Rechnungshof!
Mein Eindruck ist, dass die bescheidenen und ohnehin nicht sehr stark ausgebauten Kontrollrechte, die wir haben oder wo es quasi noch eine gewisse Tradition gegeben hat, von Ihnen jetzt endgültig zu Grabe getragen werden. (Abg. Scheibner: Er kritisiert schon wieder den Rechnungshof!) Überlegen Sie sich das! Es wird nämlich auch das einmal als produktiver Beitrag sozusagen enttarnt werden in Ihrer Welt, dann nämlich, wenn man darauf kommt, was nach der Wahl alles aufzuräumen ist. Sie hätten vorderhand einen Beitrag leisten können. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Mein Eindruck ist, dass die bescheidenen und ohnehin nicht sehr stark ausgebauten Kontrollrechte, die wir haben oder wo es quasi noch eine gewisse Tradition gegeben hat, von Ihnen jetzt endgültig zu Grabe getragen werden. (Abg. Scheibner: Er kritisiert schon wieder den Rechnungshof!) Überlegen Sie sich das! Es wird nämlich auch das einmal als produktiver Beitrag sozusagen enttarnt werden in Ihrer Welt, dann nämlich, wenn man darauf kommt, was nach der Wahl alles aufzuräumen ist. Sie hätten vorderhand einen Beitrag leisten können. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Rechnungshofpräsidenten Dr. Moser –: Die Kritik am Rechnungshof tät’ ich mir nicht gefallen lassen, Herr Präsident!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Neudeck. – Bitte. (Abg. Scheibner – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Rechnungshofpräsidenten Dr. Moser –: Die Kritik am Rechnungshof tät’ ich mir nicht gefallen lassen, Herr Präsident!)
Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Im Gegenteil! – Abg. Reheis: Aufwertet!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Es ist natürlich schwer, wenn die Opposition die Arbeit des Rechnungshofes derartig abwertet, hier im Plenum, aber auch im Rechnungshof. (Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Im Gegenteil! – Abg. Reheis: Aufwertet!) – Kollege Reheis, das ist doch nicht wahr! Der Kollege Kogler führt den Rechnungshofausschuss so wie der Seipel das Kunsthistorische Museum, bitte. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Der glaubt, das ist seine Privatsache. Er unterbricht, er holt den Doralt, setzt ihn als Spielball der Opposition vorne hin, will natürlich, dass man ihn gar nicht hineinlässt, weil dann hat sein Pressedienst und der Pressedienst, den der Kräuter macht, wieder einen Sinn in der ganzen Geschichte. (Widerspruch bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Es ist natürlich schwer, wenn die Opposition die Arbeit des Rechnungshofes derartig abwertet, hier im Plenum, aber auch im Rechnungshof. (Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Im Gegenteil! – Abg. Reheis: Aufwertet!) – Kollege Reheis, das ist doch nicht wahr! Der Kollege Kogler führt den Rechnungshofausschuss so wie der Seipel das Kunsthistorische Museum, bitte. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Der glaubt, das ist seine Privatsache. Er unterbricht, er holt den Doralt, setzt ihn als Spielball der Opposition vorne hin, will natürlich, dass man ihn gar nicht hineinlässt, weil dann hat sein Pressedienst und der Pressedienst, den der Kräuter macht, wieder einen Sinn in der ganzen Geschichte. (Widerspruch bei den Grünen und der SPÖ.)
Widerspruch bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Es ist natürlich schwer, wenn die Opposition die Arbeit des Rechnungshofes derartig abwertet, hier im Plenum, aber auch im Rechnungshof. (Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Im Gegenteil! – Abg. Reheis: Aufwertet!) – Kollege Reheis, das ist doch nicht wahr! Der Kollege Kogler führt den Rechnungshofausschuss so wie der Seipel das Kunsthistorische Museum, bitte. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Der glaubt, das ist seine Privatsache. Er unterbricht, er holt den Doralt, setzt ihn als Spielball der Opposition vorne hin, will natürlich, dass man ihn gar nicht hineinlässt, weil dann hat sein Pressedienst und der Pressedienst, den der Kräuter macht, wieder einen Sinn in der ganzen Geschichte. (Widerspruch bei den Grünen und der SPÖ.)
Ruf bei den Grünen: „Einfach zum Nachdenken“!
Denn: Wie läuft es denn ab im Rechnungshofausschuss? – Der Rechnungshof legt einen Bericht vor. Den arbeiten wir alle durch, und da gibt es sehr viele Dinge zum Nachdenken. Es gibt sehr viele Dinge, die von den kritisierten ... (Ruf bei den Grünen: „Einfach zum Nachdenken“!) – Einfach zum Nachdenken, genau! Es wäre ganz gut, wenn Sie ein bisschen mehr nachdenken würden. (Abg. Öllinger: Eine Schlummersendung für Sie ist das!) – Das ist keine Schlummersendung, um diese Zeit kann man durchaus noch wach sein.
Abg. Öllinger: Eine Schlummersendung für Sie ist das!
Denn: Wie läuft es denn ab im Rechnungshofausschuss? – Der Rechnungshof legt einen Bericht vor. Den arbeiten wir alle durch, und da gibt es sehr viele Dinge zum Nachdenken. Es gibt sehr viele Dinge, die von den kritisierten ... (Ruf bei den Grünen: „Einfach zum Nachdenken“!) – Einfach zum Nachdenken, genau! Es wäre ganz gut, wenn Sie ein bisschen mehr nachdenken würden. (Abg. Öllinger: Eine Schlummersendung für Sie ist das!) – Das ist keine Schlummersendung, um diese Zeit kann man durchaus noch wach sein.
Abg. Dr. Van der Bellen: Spät!
Kollege van der Bellen, wann gehen Sie schlafen? (Abg. Dr. Van der Bellen: Spät!) Bei Ihnen in der Fraktion heißt es, um 9 Uhr kann man keine Sitzung machen, weil Sie dann schon ins Bett gehen. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Also sagen Sie mir nicht, dass man bei „Einfach zum Nachdenken“ schlafen gehen muss. (Abg. Öllinger: Letztklassig!) – Nein, nein! Im Glashaus sitzen und an die Scheiben hauchen, das ist nicht wirklich die richtige Art und Weise. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kollege van der Bellen, wann gehen Sie schlafen? (Abg. Dr. Van der Bellen: Spät!) Bei Ihnen in der Fraktion heißt es, um 9 Uhr kann man keine Sitzung machen, weil Sie dann schon ins Bett gehen. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Also sagen Sie mir nicht, dass man bei „Einfach zum Nachdenken“ schlafen gehen muss. (Abg. Öllinger: Letztklassig!) – Nein, nein! Im Glashaus sitzen und an die Scheiben hauchen, das ist nicht wirklich die richtige Art und Weise. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Letztklassig!
Kollege van der Bellen, wann gehen Sie schlafen? (Abg. Dr. Van der Bellen: Spät!) Bei Ihnen in der Fraktion heißt es, um 9 Uhr kann man keine Sitzung machen, weil Sie dann schon ins Bett gehen. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Also sagen Sie mir nicht, dass man bei „Einfach zum Nachdenken“ schlafen gehen muss. (Abg. Öllinger: Letztklassig!) – Nein, nein! Im Glashaus sitzen und an die Scheiben hauchen, das ist nicht wirklich die richtige Art und Weise. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kollege van der Bellen, wann gehen Sie schlafen? (Abg. Dr. Van der Bellen: Spät!) Bei Ihnen in der Fraktion heißt es, um 9 Uhr kann man keine Sitzung machen, weil Sie dann schon ins Bett gehen. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Also sagen Sie mir nicht, dass man bei „Einfach zum Nachdenken“ schlafen gehen muss. (Abg. Öllinger: Letztklassig!) – Nein, nein! Im Glashaus sitzen und an die Scheiben hauchen, das ist nicht wirklich die richtige Art und Weise. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Reheis: Das brauchen wir nicht! – Abg. Mag. Gaßner: Arbeiten Sie die Kritik auf! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Aber bleiben wir beim Thema. Sowohl Kollege Kräuter als auch Kollege Kogler haben eigentlich gar nicht beabsichtigt, die Kritik des Rechnungshofes aufzuarbeiten, sondern sie wollen politisches Kleingeld wechseln, sie wollen skandalisieren. Das sehen wir ja allein daran, dass wir immer mit Pressediensten ... (Abg. Reheis: Das brauchen wir nicht! – Abg. Mag. Gaßner: Arbeiten Sie die Kritik auf! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) – Was heißt das? „Einfach zum Nachdenken“ ist zum Schlummern, und ihr drei werdet wach? – Das kann nicht sein!
Abg. Rest-Hinterseer: ... Redezeit!
Aber es ist nicht möglich ... (Abg. Rest-Hinterseer: ... Redezeit!) – Na warten Sie einmal! Ich habe viel Zeit. Der Herr Kollege Kogler hat 10 Minuten geredet. Wollen Sie jetzt die Regierung mundtot machen, Frau Kollegin? Oder was ist los? Was ist los?
Abg. Öllinger: Welche?
Meine Damen und Herren, natürlich gibt es Kritikpunkte (Abg. Öllinger: Welche?), nicht nur bei diesem Thema, auch bei anderen. Aber in dem Moment, wo man versucht, in sachlicher Arbeit herauszufinden, was man besser machen kann, wollen Sie skandalisieren. Und dafür geben wir uns nicht her! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren, natürlich gibt es Kritikpunkte (Abg. Öllinger: Welche?), nicht nur bei diesem Thema, auch bei anderen. Aber in dem Moment, wo man versucht, in sachlicher Arbeit herauszufinden, was man besser machen kann, wollen Sie skandalisieren. Und dafür geben wir uns nicht her! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Jetzt weiß ich, warum Präsident Khol meint, man kann die Reden schriftlich abgeben!
Herr Finanzminister, ich fordere Sie hier und jetzt auf: Kommen Sie Ihrer Verpflichtung nach und ziehen Sie Ihre Konsequenzen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Jetzt weiß ich, warum Präsident Khol meint, man kann die Reden schriftlich abgeben!)
Abg. Dr. Puswald: Als „Kundschaft“!?
Wir haben Info-Center mit bundeseinheitlichen Öffnungszeiten eingerichtet mit dem Ziel, der Steuerzahlerin und dem Steuerzahler sehr klar zu signalisieren: Wir wollen ein besseres Service erreichen, und wir wollen die Bevölkerung als Kundschaft auch sehr zuvorkommend behandeln. (Abg. Dr. Puswald: Als „Kundschaft“!?)
Abg. Dr. Kräuter: Mit sich selbst sollten Sie auch einmal streng sein!
Intention: Wenn wir streng sind in der Steuereinhebung (Abg. Dr. Kräuter: Mit sich selbst sollten Sie auch einmal streng sein!), dann wollen wir aber auch dort zuvorkommend und entgegenkommend sein und auf die Bürger zugehen, wo sie sich das Geld, das ihnen eigentlich zusteht, nicht entsprechend abholen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Da sich viele tausend Bürger von der Finanzverwaltung etwa 200 Millionen € zurückgeholt haben, glaube ich, dass das ein sehr großer Dienst ist, den wir hier zustande gebracht haben mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, und ich danke ihnen sehr dafür, dass sie diese serviceintensive Aktion mit durchgezogen haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter: Das stimmt ja überhaupt nicht!
Zum zweiten Teil der Rechnungshofprüfung, meine Damen und Herren, was die Homepage betrifft. – Ich darf das ansprechen, was Abgeordneter Lopatka erwähnt hat, und nochmals Bezug darauf nehmen, dass die Sozialdemokratie unter anderem den Sozialwissenschafter Harald Katzmayr beschäftigt hat für, wie man damals in der „Presse“ lesen konnte, einen Betrag in der Größenordnung von über 100 000 €. (Abg. Dr. Matznetter: Das stimmt ja überhaupt nicht!) Ergebnis dieser Untersuchung war, dass man Karl-Heinz Grasser hart angreifen und nachhaltig desavouieren soll.
Abg. Dr. Kräuter: Der Rechnungshof ...!
Matznetter hat mich angezeigt, Abgeordneter Gaßner hat mich angezeigt. Man hat mir steuerlich unkorrektes Verhalten vorgeworfen, wie man das auch heute unter dem Schutz der parlamentarischen Immunität wieder gemacht hat. (Abg. Dr. Kräuter: Der Rechnungshof ...!)
Abg. Dr. Matznetter: Sagen Sie, warum!
Meine Damen und Herren! Auf Grund dieser Anzeigen der sozialdemokratischen Politiker haben Justizbehörden ermittelt, die Staatsanwaltschaft hat ermittelt, ein Richtersenat wurde beschäftigt, das Oberlandesgericht wurde beschäftigt, die unabhängige Justiz hat sich das Ganze mehr als zwei Jahre lang im Detail angeschaut und hat im Ergebnis, Herr Abgeordneter, alles zurückgelegt. (Abg. Dr. Matznetter: Sagen Sie, warum!) Ihre Anzeigen wurden zurückgewiesen, und damit haben all diese Institutionen, die zuständigen Verwaltungsbehörden, die Finanzämter, die unabhängige Justiz in zweijähriger Prüfung von Staatsanwaltschaft über Richtersenate und Ober-
Abg. Dr. Matznetter: Sie haben die 10 000 S nicht eingezahlt!
Meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie! Da Sie eine Reihe von Zwischenrufen machen, darf ich das Ganze für Sie vielleicht noch ein bisschen unangenehmer machen: Es wurde mir vorgeworfen, Herr Abgeordneter Matznetter, von Ihnen und von der Sozialdemokratie, dass ich mich persönlich bereichert hätte. (Abg. Dr. Matznetter: Sie haben die 10 000 S nicht eingezahlt!) So etwas kann ich als Finanzminister natürlich nicht auf mir sitzen lassen, und ich habe daher die Sozialdemokratische Partei geklagt. Sie verstecken sich bis heute hinter Ihrer Immunität und lassen sich vom Parlament nicht ausliefern. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.
Meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie! Da Sie eine Reihe von Zwischenrufen machen, darf ich das Ganze für Sie vielleicht noch ein bisschen unangenehmer machen: Es wurde mir vorgeworfen, Herr Abgeordneter Matznetter, von Ihnen und von der Sozialdemokratie, dass ich mich persönlich bereichert hätte. (Abg. Dr. Matznetter: Sie haben die 10 000 S nicht eingezahlt!) So etwas kann ich als Finanzminister natürlich nicht auf mir sitzen lassen, und ich habe daher die Sozialdemokratische Partei geklagt. Sie verstecken sich bis heute hinter Ihrer Immunität und lassen sich vom Parlament nicht ausliefern. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Mag. Kogler: Aber Sie wollen doch nicht sagen, der Rechnungshofbericht hat damit was zu tun! Er wirft Ihnen ganz andere Sachen vor!
Abgeordneter Pilz, der nach mir sprechen wird, hat mir in anderer Sache, aber durchaus in diesen zwei Jahren, in denen man mich sehr stark angegriffen hat, Schiebung vorgeworfen. – Er wurde vom Landesgericht für Strafsachen in Wien verurteilt, und er wurde ebenso vom Handelsgericht in Wien bezüglich des gleichen Vorwurfes verurteilt. (Abg. Mag. Kogler: Aber Sie wollen doch nicht sagen, der Rechnungshofbericht hat damit was zu tun! Er wirft Ihnen ganz andere Sachen vor!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Auf der einen Seite also parteipolitische Attacke, parteipolitische Desavouierung, keine Zurückhaltung auch bei irgendwelchen Untergriffen – auf der anderen Seite aber haben wir, meine Damen und Herren, versucht, die Bevölkerung zu entlasten, die Wirtschaft zu entlasten. Wir haben Rekordbeschäftigung in Österreich, Österreich ist ein absolutes Vorzeigeland, viele orientieren sich heute an Österreich. Und damit, meine Damen und Herren, haben wir allen Grund zu einem starken Selbstbewusstsein und können stolz auf unser Österreich sein. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist als Einzige Kollegin Schönpass auf den Bericht eingegangen, und Bundesminister Grasser hat die Fragen beantwortet. Alles andere ist Polemik, Skandalisierung und mediale Darstellung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist jedes Mittel recht, diesen Rechnungshofbericht zu diskreditieren! In diesem Rechnungshofausschuss wurden auch massiv die Objektivität, der Stil und das Niveau dieses Ausschusses beschädigt. Ich bin sonst mit Kollegen Kogler, was unsere Gesprächsbasis angeht, recht ordentlich „unterwegs“, aber in diesem Ausschuss und in der Sache Homepage, Kollege Kogler, wurde das Maß übertrieben. Das Ganze hatte keinen Stil, und ich glaube, die politischen Rechte und Grundrechte wurden von Ihnen massiv geschädigt, indem Sie die Vorsitzführung dazu benützt haben, Ihrer Meinung und Ihrem Ansinnen zum Durchbruch zu verhelfen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gab keine Schenkungssteuerpflicht, es gab keine Körperschaftsteuerpflicht. Es gab ein umfassendes transparentes Prüfungsverfahren, und es ist ganz klar: Wir erkennen die Ergebnisse und die Entscheidungen der unabhängigen Gerichte an – Sie im Gegensatz dazu wollen das nicht akzeptieren und immer wieder in Frage stellen, und das kann auch nicht in Ordnung sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: Das sagen Sie aber dem Minister ...!
Fakt ist: Der Rechnungshof hat geprüft. Fakt ist: Die Opposition stellt die Prüfungsergebnisse in Frage. Fakt ist, dass es in diesem Bericht nur ein Ziel gab, nämlich dem Bundesminister zu schaden. Ich bin nicht sein Pflichtverteidiger, er hat sich heute hier selbst verteidigt, ich wünsche mir nur eines, Kollege Kogler: Wir sollten im Rechnungshofausschuss wieder mehr Stil und Niveau walten lassen, wir sollten nicht Skandale produzieren, um uns dann selbst vor der Bevölkerung rechtfertigen zu müssen! So kann der Stil nicht sein. Ich wünsche Ihnen, Herr Kollege Kogler, mehr Gefühl und Niveau und mehr Vernunft bei der Vorsitzführung. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: Das sagen Sie aber dem Minister ...!)
Abg. Öllinger: Super! – Abg. Mag. Kogler: Also ich find’ das super!
Daraufhin wird im Namen des Finanzministers mit dem Geld und mit einer eindeutigen subjektiven Bereicherungsabsicht seitens der Industriellenvereinigung – also diese Frage scheint positiv klärbar zu sein, die der Rechnungshof hier aufwirft; aber derzeit offensichtlich nicht durch ein österreichisches Finanzamt – ein Verein eingerichtet. Wer sitzt im Verein? – Der Chef ist sein Kabinettchef, andere Kabinettsmitglieder und ein Sektionschef, der für den Vollzug des Steuerrechtes im Ministerium und als Rechnungsprüfer für die Finanzen des Vereins zuständig ist. (Abg. Öllinger: Super! – Abg. Mag. Kogler: Also ich find’ das super!) Also ein Verein wie jeder andere, österreichische Vereine schauen ja im Regelfall so aus: ein Kabinettchef, die anderen Mitglieder des Kabinetts, ein Sektionschef. Aber gut, all das ist noch nicht rechtswidrig, mit Ausnahme der subjektiven Bereicherungsabsicht der Industriellenvereinigung im Zusammenhang mit anderen Datenmerkmalen.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Herr Pilz, das könnte Ihnen nie passieren, weil Sie haben keine Freunde!
wurde schon etliche Male in diesem Haus vorgelegt. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Herr Pilz, das könnte Ihnen nie passieren, weil Sie haben keine Freunde!)
Beifall bei den Grünen. – Rufe bei der ÖVP: He, he, he!
würde ein Finanzminister vom Schlage Karl-Heinz Grassers nicht auf der Regierungsbank, sondern auf der Bank eines Straflandesgerichtes sitzen. Das ist selbstverständlich. (Beifall bei den Grünen. – Rufe bei der ÖVP: He, he, he!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Mitterlehner: Danke!
Was am Ende eines Gerichtsverfahrens herauskommen würde, dass kann nur ein unabhängiges Gericht beurteilen, das kann kein Nationalrat beurteilen. Aber dafür zu sorgen, dass ein seriöses rechtsstaatliches Gerichtsverfahren trotz Grasser, trotz Justizminister, trotz Finanzminister, trotz Sektionschefs, trotz weisungsgebundenem Staatsanwalt möglich sein muss, das ist Aufgabe des Nationalrates. Es ist Aufgabe des Nationalrates, darauf zu achten, dass das Weisungsrecht, die Interventionsmöglichkeiten, die politische Macht nicht missbraucht werden. Und das ist genau das, worüber wir hier sprechen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Mitterlehner: Danke!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das ist die Frage, die Ihnen zu stellen wäre. Daher diskutieren wir längst keinen Fall Karl-Heinz Grasser mehr – wir diskutieren einen Fall Wolfgang Schüssel! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist nicht die politische Kultur allein von Karl-Heinz Grasser, das ist die politische Kultur von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel: das Außerkraftsetzen des Rechtsstaates, um seine Freunde in der Regierung zu schützen! (Abg. Gahr: Das sind Unterstellungen, Herr Kollege Pilz!) Darum geht es, und das ist die politische Verantwortung. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Gahr: Das sind Unterstellungen, Herr Kollege Pilz!
Das ist die Frage, die Ihnen zu stellen wäre. Daher diskutieren wir längst keinen Fall Karl-Heinz Grasser mehr – wir diskutieren einen Fall Wolfgang Schüssel! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist nicht die politische Kultur allein von Karl-Heinz Grasser, das ist die politische Kultur von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel: das Außerkraftsetzen des Rechtsstaates, um seine Freunde in der Regierung zu schützen! (Abg. Gahr: Das sind Unterstellungen, Herr Kollege Pilz!) Darum geht es, und das ist die politische Verantwortung. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das ist die Frage, die Ihnen zu stellen wäre. Daher diskutieren wir längst keinen Fall Karl-Heinz Grasser mehr – wir diskutieren einen Fall Wolfgang Schüssel! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist nicht die politische Kultur allein von Karl-Heinz Grasser, das ist die politische Kultur von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel: das Außerkraftsetzen des Rechtsstaates, um seine Freunde in der Regierung zu schützen! (Abg. Gahr: Das sind Unterstellungen, Herr Kollege Pilz!) Darum geht es, und das ist die politische Verantwortung. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ellmauer: Wer schützt uns vor Pilz?
Wenn man jemanden deckt, wenn man bereit ist, alles unter den Teppich zu kehren, dann darf man vom Finanzminister nicht erwarten, dass er sagt: Nein, bitte, ich möchte, dass das aufgedeckt wird!, aber vom Bundeskanzler! Vom Bundeskanzler darf man nicht nur, sondern man muss erwarten, dass er den österreichischen Rechtsstaat vor Finanzministern wie Karl-Heinz Grasser und Staatssekretären wie Herrn Finz in Schutz nimmt. (Abg. Ellmauer: Wer schützt uns vor Pilz?) Wir sind so weit, dass der Rechtsstaat diesen Schutz braucht.
Abg. Mag. Regler: Was heißt das? Es ist eingestellt!
Wenn schon die Strafjustiz nicht ermitteln darf, wenn schon die Finanzbehörden keine positiven Entscheide ausstellen können (Abg. Mag. Regler: Was heißt das? Es ist eingestellt!), dann muss es möglich sein, die politischen Hindernisse, die den Rechtsstaat funktionsunfähig machen, zu beseitigen. Wenn diese Hindernisse Wolfgang Schüssel und Karl-Heinz Grasser heißen und eine Mehrheit des Nationalrates dazu nicht bereit und nicht imstande ist, dann wird das eine Mehrheit der österreichischen Bevölkerung tun müssen.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: So wie in Oberösterreich!
uns daran hindert, dass das gemeinsam umgesetzt wird, dann gibt es nur eine große Hoffnung: dass sich die politischen Verhältnisse auch in diesem Punkt so ändern (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: So wie in Oberösterreich!), dass das politische Regime Schüssel/Grasser in dieser Art und Weise den österreichischen Rechtsstaat nicht mehr behindern kann. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Schauen Sie nach Oberösterreich!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Schauen Sie nach Oberösterreich!
uns daran hindert, dass das gemeinsam umgesetzt wird, dann gibt es nur eine große Hoffnung: dass sich die politischen Verhältnisse auch in diesem Punkt so ändern (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: So wie in Oberösterreich!), dass das politische Regime Schüssel/Grasser in dieser Art und Weise den österreichischen Rechtsstaat nicht mehr behindern kann. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Schauen Sie nach Oberösterreich!)
Abg. Mag. Regler: Jetzt wird es wieder sachlich!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Tamandl. – Bitte. (Abg. Mag. Regler: Jetzt wird es wieder sachlich!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe, dass meine Nachredner in dieser sachlichen Art und Weise fortfahren und nicht wieder polemisieren, wie wir das bisher gehört haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Regler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Gaßner –: Bleib sachlich!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Gaßner. Ich erteile es ihm. (Abg. Mag. Regler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Gaßner –: Bleib sachlich!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Finanzminister! Wenn alles okay ist, warum versteckt sich der Finanzminister der Republik Österreich hinter dem Steuergeheimnis? Eine ganz einfache Frage, die Sie beantworten sollten! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Faul: Viele unabhängige gibt es nicht!
Sie, Herr Abgeordneter Gaßner, zitieren immer einen Professor – so, als ob es keinen anderen geben würde –, nämlich Herrn Professor Doralt. (Abg. Faul: Viele unabhängige gibt es nicht!) Es gibt zum Beispiel auch Herrn Universitätsprofessor Dr. Michael Lang, Ordinarius für Steuerrecht an der Wirtschaftsuniversität Wien, und der hat dieses Ergebnis für vollkommen schlüssig und in Ordnung befunden. Also es gibt auch noch andere Professoren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Sie, Herr Abgeordneter Gaßner, zitieren immer einen Professor – so, als ob es keinen anderen geben würde –, nämlich Herrn Professor Doralt. (Abg. Faul: Viele unabhängige gibt es nicht!) Es gibt zum Beispiel auch Herrn Universitätsprofessor Dr. Michael Lang, Ordinarius für Steuerrecht an der Wirtschaftsuniversität Wien, und der hat dieses Ergebnis für vollkommen schlüssig und in Ordnung befunden. Also es gibt auch noch andere Professoren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich weise den Ausdruck, dass ich ein „Weißwäscher“ wäre, nochmals auf das Schärfste zurück! Ich habe in dieses Verfahren nie in irgendeiner Form eingegriffen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Der Hinweis auf andere Fälle greift insofern nicht, als immer die einzelnen Voraussetzungen im Detail zu prüfen sind, und man kann nicht oberflächlich und von außen einen Steuerfall mit dem anderen vergleichen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Abg. Dr. Puswald: Entschuldigung, der Staatssekretär ist offenbar nicht involviert ...!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Prinz. – Bitte. (Abg. Dr. Puswald: Entschuldigung, der Staatssekretär ist offenbar nicht involviert ...!)
Abg. Öllinger: Das darf nicht wahr sein!
Wäre es da nicht vielmehr angebracht, über die Schuldenpolitik der SPÖ zu diskutieren?! Während der Regierungszeit der SPÖ, und zwar in den Jahren von 1970 bis 1986, ist die Staatsschuldenquote um 280 Prozent gestiegen! Als Folge dieser enormen Verschuldung zahlen wir heute noch 7 Milliarden € Zinsen pro Jahr (Abg. Öllinger: Das darf nicht wahr sein!), ohne dabei einen Euro an Schulden zu tilgen; Gelder, die für Wirtschaft und Wachstum, für Standortsicherung, Forschung und so weiter viel effizienter eingesetzt werden könnten!
Beifall bei der ÖVP.
Diese Bundesregierung hat es geschafft, die Staatsverschuldung in Grenzen zu halten und für die Zukunft, für die nächsten Generationen eine solide Basis zu schaffen, und dennoch wurden auch Mittel erwirtschaftet für – ich darf hier nur kurz anführen – zum Beispiel Konjunkturpakete, Steuerreform, Wachstum und Forschung, Beschäftigung. Dadurch hat sich Österreich in Europa im Spitzenfeld positionieren können. Das alles unter der Federführung von Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel und Finanzminister Karl-Heinz Grasser! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Der Budgetvollzug 2005 bestätigt diese gute Politik! – In Wirklichkeit hat lediglich die Opposition ein Problem mit dieser guten Politik in Österreich! (Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Kräuter.
weitere Erhebungen durch die Gerichte erforderlich gemacht haben. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Kräuter.)
Allgemeiner Beifall.
Abschließend möchte ich mich bei Ihnen besonders bedanken, dass Sie die Tätigkeit des Rechnungshofes durch Ihre Wortmeldungen als objektiv und unbeeinflussbar anerkannt haben, und ich kann Ihnen versichern, dass die Tätigkeit des Rechnungshofes in dem Sinne auch in Zukunft gestaltet und durchgeführt werden wird. – Ich danke Ihnen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir als Opposition müssen im Rechnungshofausschuss immer darauf dringen, dass endlich die Ladungspolitik eine andere wird. Sie laden mit Ihren Mehrheiten meistens nur Menschen ein, deren Auskunftsfähigkeit beschränkt ist, eben unzureichend. Wir haben bei unseren Ladungsvorschlägen, bei unseren Personennennungen den Ansatz, dass wir die Sache umfassend klären wollen, und dem kommen Sie in wiederholten Fällen nicht nach. Das ist eben der qualitative Unterschied zu früher, sozusagen der negative Qualitätsaspekt einer schwarz-blau/orangen Regierung, dass Sie das Kontrollorgan des Parlaments, dass Sie den Rechnungshof als Institution des Parlaments mit Ihrem Ladungsvorhaben, mit Ihrem Ladungsverhalten einfach konterkarieren. Dagegen protestieren wir wiederholt, hier und auch im Rechnungshofausschuss. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Regierungsmehrheit in diesem Haus mehr auf der Seite des Rechnungshofes und der Opposition wäre. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Reheis. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Des Parlaments, habe ich gesagt!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Kollegin Moser hat in ihrem Redebeitrag behauptet, dass der Rechnungshof ein Organ der Opposition ist, und nur dieser die Kontrollrechte ... (Ironische Heiterkeit des Abg. Reheis. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Des Parlaments, habe ich gesagt!) – Nein, Sie haben gesagt, ein Organ der Opposition, weil nur dieser die Kontrollrechte zustehen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich stelle richtig, dass der Rechnungshof ein Organ des Parlaments ist und aus dem Bundesbudget und nicht aus Mitteln der Parteienfinanzierung der Oppositionsparteien bezahlt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ordnung ist! Weil Ihnen etwas nicht passt, zu behaupten, wir haben den Rechtsstaat außer Kraft gesetzt, ist schon ein ganz starkes Stück. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Sinne darf ich Sie alle ersuchen, den wirklich fundierten Bericht des Rechnungshofes zur Kenntnis zu nehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Herr Bundesminister, es ist mir schon klar, dass Ihnen das als Persönlichkeit der „Seitenblicke“-Generation, des öffentlichen Lebens nicht recht ist, wenn Sie in Kritik geraten. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Das berechtigt Sie aber nicht, Herr Bundesminister, da herauszugehen und in eine Märtyrerrolle zu schlüpfen und zu sagen: Na die bösen Roten, was mir die alles anhängen wollen!, nur um das zu zitieren. (Ruf bei der ÖVP: Aber es stimmt ja! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Für Sie gilt die gleiche Steuergerechtigkeit wie für jeden anderen Österreicher, wie für Sie und mich auch! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Aber es stimmt ja! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Herr Bundesminister, es ist mir schon klar, dass Ihnen das als Persönlichkeit der „Seitenblicke“-Generation, des öffentlichen Lebens nicht recht ist, wenn Sie in Kritik geraten. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Das berechtigt Sie aber nicht, Herr Bundesminister, da herauszugehen und in eine Märtyrerrolle zu schlüpfen und zu sagen: Na die bösen Roten, was mir die alles anhängen wollen!, nur um das zu zitieren. (Ruf bei der ÖVP: Aber es stimmt ja! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Für Sie gilt die gleiche Steuergerechtigkeit wie für jeden anderen Österreicher, wie für Sie und mich auch! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Herr Bundesminister, es ist mir schon klar, dass Ihnen das als Persönlichkeit der „Seitenblicke“-Generation, des öffentlichen Lebens nicht recht ist, wenn Sie in Kritik geraten. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Das berechtigt Sie aber nicht, Herr Bundesminister, da herauszugehen und in eine Märtyrerrolle zu schlüpfen und zu sagen: Na die bösen Roten, was mir die alles anhängen wollen!, nur um das zu zitieren. (Ruf bei der ÖVP: Aber es stimmt ja! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Für Sie gilt die gleiche Steuergerechtigkeit wie für jeden anderen Österreicher, wie für Sie und mich auch! (Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Hornek. – Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wenn ich den skurrilen Ideen vom Kollegen Lopatka einmal nachhängen darf, dann könnte ich auch sagen: Vielleicht hat der Herr Finanzminister in Kitzbühel die Nähe zum Kollegen Gusenbauer gesucht. Man weiß ja nicht, als zukünftiger Bundeskanzler wird er sich vielleicht etwas ausgedacht haben. Das könnte auch sein. (Ironische Heiterkeit des Abg. Hornek. – Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie werden keinen finden!
Das Skurrile, Herr Bundesminister, ist nur das: Sie hätten – wenn das stimmt – Werbungskosten für eine Ausgabe abgesetzt, die Ihnen ein Dritter bezahlt hat. Wenn ich das auf einen Abgeordneten oder auf einen Ministerkollegen übertrage, Herr Finanzminister: Morgen werde ich mir einen Sponsor suchen, der mir Geld überweist. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie werden keinen finden!) Ich setze das dann als Werbungskosten ab. Am wichtigsten ist, dass dieser Sponsor anonym bleibt, dass er nicht
Beifall bei der SPÖ.
genannt werden darf. Wo das hinführen würde, in die dunkelsten Zellen der Parteienfinanzierung, das können Sie sich ausdenken! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Eines all jenen, die hier einen weiteren Reinwaschversuch unternehmen: Der Präsident des Rechnungshofes hat einmal mehr betont, dass die Ausführungen im Rechnungshofbericht „dingfest“ sind. Und damit steht fest, dass die dem Herrn Finanzminister subordinierten Finanzämter, die ihn da gütigst geprüft haben, offenbar nicht ausreichend erhoben haben und deren Prüfungsergebnisse daher nicht ernst zu nehmen sind. Daher ist alles, was an Reinwaschversuch unternommen wurde, von vornherein aussichtslos. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Lentsch: Wunschträume!
Eines allerdings hat der Rechnungshofbericht auch offen gelegt, nämlich dass die Marke KHG, die diese Homepage bewerben soll, ein Synonym für die Gesamterscheinung dieser Bundesregierung ist (Abg. Lentsch: Wunschträume!), ein Synonym für politische Arroganz, die sich darin manifestiert, dass der Herr Bundesminister uns unterstellt, wir hätten ... (Bundesminister Mag. Grasser: Wenn Sie das sagen, ist ...!) – Herr Bundesminister, wenn Sie zum Beispiel meinen, Sie hätten von Anfang an gewusst, dass die SPÖ eine Studie in Auftrag gegeben hat, die auf Ihre Demontage abgezielt hat (Zwischenruf des Abg. Amon), und Sie dennoch auf diese Art, durch eine Konstruktion, die Kollege Pilz im Detail dargestellt hat, versuchen, die Steuer zu umgehen und sich damit als der oberste „Säcklwart“ der Republik Steuervorteile zu erwirtschaften, dann ist das mehr als politische Arroganz.
Zwischenruf des Abg. Amon
Eines allerdings hat der Rechnungshofbericht auch offen gelegt, nämlich dass die Marke KHG, die diese Homepage bewerben soll, ein Synonym für die Gesamterscheinung dieser Bundesregierung ist (Abg. Lentsch: Wunschträume!), ein Synonym für politische Arroganz, die sich darin manifestiert, dass der Herr Bundesminister uns unterstellt, wir hätten ... (Bundesminister Mag. Grasser: Wenn Sie das sagen, ist ...!) – Herr Bundesminister, wenn Sie zum Beispiel meinen, Sie hätten von Anfang an gewusst, dass die SPÖ eine Studie in Auftrag gegeben hat, die auf Ihre Demontage abgezielt hat (Zwischenruf des Abg. Amon), und Sie dennoch auf diese Art, durch eine Konstruktion, die Kollege Pilz im Detail dargestellt hat, versuchen, die Steuer zu umgehen und sich damit als der oberste „Säcklwart“ der Republik Steuervorteile zu erwirtschaften, dann ist das mehr als politische Arroganz.
Ironische Heiterkeit und anhaltende heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Eines ist aber auch typisch, und das liegt in der Person des Herrn Bundesministers Grasser begründet. Der Herr Bundesminister ist ja auch menschlich eine interessante Erscheinung: Zunächst gehört er der Freiheitlichen Partei an, deren Obmann, Haider, ihn sozusagen in die Höhe pusht. (Ironische Heiterkeit und anhaltende heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Kaum geht es mit dieser Partei bergab, wird die Freiheitliche Partei verlassen! Herr Bundesminister Grasser verlässt seine eigene politische Heimat, bleibt aber gleichzeitig dem Stil, den er gelernt hat, treu, nämlich dass er sich das Recht so macht, wie es ihm passt. – So wie es uns der Herr Landeshauptmann von Kärnten derzeit demonstriert, indem die Höchstrichter-Sprüche des Verfassungsgerichtshofes einfach ignoriert werden, so ignoriert Grasser seine eigene Steuergesetzgebung. (Beifall bei der SPÖ. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Eines ist aber auch typisch, und das liegt in der Person des Herrn Bundesministers Grasser begründet. Der Herr Bundesminister ist ja auch menschlich eine interessante Erscheinung: Zunächst gehört er der Freiheitlichen Partei an, deren Obmann, Haider, ihn sozusagen in die Höhe pusht. (Ironische Heiterkeit und anhaltende heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Kaum geht es mit dieser Partei bergab, wird die Freiheitliche Partei verlassen! Herr Bundesminister Grasser verlässt seine eigene politische Heimat, bleibt aber gleichzeitig dem Stil, den er gelernt hat, treu, nämlich dass er sich das Recht so macht, wie es ihm passt. – So wie es uns der Herr Landeshauptmann von Kärnten derzeit demonstriert, indem die Höchstrichter-Sprüche des Verfassungsgerichtshofes einfach ignoriert werden, so ignoriert Grasser seine eigene Steuergesetzgebung. (Beifall bei der SPÖ. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das führt dazu, dass wir dem letzten Mysterium auch noch ein Ende machen müssen, nämlich dass es sich um einen erfolgreichen Finanzminister handelt, wie uns heute suggeriert werden sollte: Der „erfolgreiche“ Finanzminister hat heute dasselbe Haushaltsdefizit wie der so viel gescholtene Minister Edlinger im Jahr 1999, nur mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass das gesamte Familiensilber bereits verschwendet, verschleudert wurde und das Defizit sich nicht gebessert hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Deshalb fordern wir: KH, geh, und nimm bitte die Liesl Gehrer gleich mit! – Danke. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Der Herr Berichterstatter wünscht kein Schlusswort. (Unruhe im Saal. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Ich begrüße den neuen Herrn Abgeordneten herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Dass bei solch einem Jahrhundertprojekt, wie das ja immer wieder tituliert wird, auch sehr viele Späne fallen, wurde in diesem Rechnungshofbericht festgestellt. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Ein Punkt ist: Es gibt sehr hohe Projekt-Nebenkosten – es sind 27 Prozent, sprich: 27 Millionen €, die die Versicherten dazuzahlen mussten. Bei sonstigen Projekten sind es 16 Prozent – also Sie sehen, dass sehr viel Geld ausgegeben wurde.
Abg. Großruck: Reden Sie von der BAWAG?
Also auch wieder ein Beispiel dafür: Wenn Sie von Seiten der Regierungsfraktionen Projekte durchziehen wollen, dann ist Ihnen um Steuergelder, Versichertengelder nichts zu teuer und dann wird das aus dem Fenster geworfen. (Abg. Großruck: Reden Sie von der BAWAG?)
Beifall bei der SPÖ.
Weiters wurde eine informelle Organisation beauftragt, die „Research Industrial Software Engineering“, wo es keine Gewerbeberechtigung gab, wo es von Seiten der Universität auch keine Meldung der Nebenbeschäftigung gab für den Professor, der da mitgewirkt hat, und wo es auch keinen schriftlichen Vertrag mit dem Verein gegeben hat. Dieser Verein wurde mit 2,22 Millionen € als Direktvergabe und nicht nach dem Bundesvergabegesetz beauftragt. – Sie sehen hier ein weiteres Beispiel dafür, wie von Seiten der Regierungsfraktionen mit Versichertengeldern und SteuerzahlerInnengeldern sehr schlampig umgegangen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ
Abgeordneter Alfred Schöls (ÖVP): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Hohes Haus! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Heute hat man wieder einmal so richtig gesehen, wie es die Sozialdemokratische Partei schmerzt, dass Ihnen der Wähler die Verantwortung für das Regieren entzogen hat (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ), denn alles, was Sie seinerzeit auch positiv mit anzudenken begonnen haben, wird jetzt schlechtgeredet. Die Idee der e-card ist ja eine, wo sozialdemokratische Sozialminister – Hums, Hostasch – nichts zusammengebracht haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) In der jetzigen Ära ist es gelungen, ein positives Projekt zu führen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Alfred Schöls (ÖVP): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Hohes Haus! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Heute hat man wieder einmal so richtig gesehen, wie es die Sozialdemokratische Partei schmerzt, dass Ihnen der Wähler die Verantwortung für das Regieren entzogen hat (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ), denn alles, was Sie seinerzeit auch positiv mit anzudenken begonnen haben, wird jetzt schlechtgeredet. Die Idee der e-card ist ja eine, wo sozialdemokratische Sozialminister – Hums, Hostasch – nichts zusammengebracht haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) In der jetzigen Ära ist es gelungen, ein positives Projekt zu führen.
Abg. Großruck: Was war denn?
Und ich sage Ihnen nur: Wenn Sie vom Wähler aus der Verantwortung genommen sind, dann nehmen Sie sich selbst aus der Verantwortung. Ich rede nicht über Kollegen Puswald, der in einer Art Selbstverleugnung vor ein paar Minuten ein Schauspiel geliefert hat, das beschämend ist, denn er ist der Letzte, der dem Finanzminister seine politische Vergangenheit vorzuwerfen hat. – Aber das ist eine andere Geschichte, das muss er ja auch selbst mit sich ausmachen. (Abg. Großruck: Was war denn?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich danke den Beamten des Rechnungshofes für die Prüfung, ich danke aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Sozialversicherungen, die trotz der Politik, die Sie gegen diese Institute und die Einrichtungen machen, so gute Arbeit leisten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Ich erteile Herrn Abgeordnetem Mag. Molterer als Antragsteller zur Begründung des Dringlichen Antrages das Wort. Gemäß § 74a Abs. 5 der Geschäftsordnung darf die Redezeit 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Sie sind am Wort. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Meine Herren Präsidenten! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich bin für eine österreichische Post, und die beste Absicherung dafür ist dieser Börsegang, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Jetzt bin ich nur etwas verwundert, warum meine Kollegen klatschen, eigentlich hätte ich erwartet, dass die SPÖ klatscht. Wissen Sie, von wem dieser Satz stammt? – Von Ihrem Parteimitglied, ehemaligen Staatssekretär und Generaldirektor der OMV Dr. Ruttenstorfer. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ein guter Mann, meine Damen und Herren, der auch in diesem Sinne durchaus unsere Unterstützung hat! Ich weiß nicht, wie es ihm geht, wenn Sie so eine Generaldirektoren-Weglegung betreiben. – „Kindesweglegung“ will ich ja nicht unbedingt sagen, wenn es um Wolfgang Ruttenstorfer geht; Kind ist er ja nicht, aber ein exzellenter Mann, und er hat Recht!
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wie halten Sie es denn eigentlich mit Ihren Genossen dann, wenn sie von der Wirtschaft etwas verstehen – oder ist das eventuell ein Widerspruch zur SPÖ, meine Damen und Herren? (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Oder: Ich habe hier die Aussagen eines Kaufinteressenten für die Postaktien, der gesagt hat, er wäre durchaus in der Lage und auch willens, einige Prozent der Postaktien zu kaufen. Er heißt Dr. Hannes Androsch; dieser dürfte Ihnen ja auch nicht ganz unbekannt sein. Warum ist es eigentlich so, dass die SPÖ dann, wenn ein ehemaliger SPÖ-Finanzminister, der in der Wirtschaft tätig ist, etwas für mich Richtiges sagt, ein Problem damit hat? Hat da nicht eventuell die SPÖ ein Problem mit ihrer Politik, meine Damen und Herren? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das ist doch eigentlich ein Zeichen dafür, wo Wirtschaftskompetenz nicht zu Hause ist.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Generaldirektor Androsch gibt uns übrigens sogar den Tipp, die Post bis zu 75 Prozent zu privatisieren, weil er meint, dass die 49 Prozent vielleicht nicht weit genug gehend sind. Da bin ich nicht der Meinung von Hannes Androsch. Ich erinnere daran, dass auch Van der Bellen die Frage gestellt hat, ob nicht eine Vollprivatisierung der Post möglich wäre. – Wir gehen nicht so weit, weil die Post auch in Zukunft rot-weiß-rot bleiben sollte, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Im Gegensatz zu dieser wirklich schwer nachvollziehbaren Haltung haben die Christgewerkschafter verständlicherweise eine absolut konstruktive Haltung eingenommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Sie haben gesagt: Wir wollen für unsere Mitarbeiter das Maximum herausholen und lassen uns nicht vor den Parteikarren spannen.
Rufe bei der ÖVP: Wo ist er?
Herr Abgeordneter Moser, seines Zeichens Wirtschaftssprecher der SPÖ, sieht wie immer den Untergang des Abendlandes. Das ist ja nicht neu: Bei jeder Aktion sieht Abgeordneter Moser den Untergang des Abendlandes. Und dann kommt der SPÖ-Vorsitzende Dr. Alfred Gusenbauer ... (Rufe bei der ÖVP: Wo ist er?) Er ist hier, danke dafür! (Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? – Abg. Scheibner: Der muss sich versteckt haben!) Alfred Gusenbauer sagt, er brauche eine Nachdenkpause. Das ist ja die interessanteste aller Äußerungen: Dr. Alfred Gusenbauer braucht eine Nachdenkpause bis Juni!
Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? – Abg. Scheibner: Der muss sich versteckt haben!
Herr Abgeordneter Moser, seines Zeichens Wirtschaftssprecher der SPÖ, sieht wie immer den Untergang des Abendlandes. Das ist ja nicht neu: Bei jeder Aktion sieht Abgeordneter Moser den Untergang des Abendlandes. Und dann kommt der SPÖ-Vorsitzende Dr. Alfred Gusenbauer ... (Rufe bei der ÖVP: Wo ist er?) Er ist hier, danke dafür! (Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? – Abg. Scheibner: Der muss sich versteckt haben!) Alfred Gusenbauer sagt, er brauche eine Nachdenkpause. Das ist ja die interessanteste aller Äußerungen: Dr. Alfred Gusenbauer braucht eine Nachdenkpause bis Juni!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Dr. Gusenbauer, ich sage Ihnen, eigentlich haben Sie seit dem Jahr 1996 Zeit zum Nachdenken gehabt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Warum? Es ist Ihnen in Ihrer Agitation offensichtlich entgangen, dass es im Jahre 1996 – wenn ich mich richtig erinnere, war damals Klima Finanzminister und Vranitzky Bundeskanzler, beide SPÖ, und es hat ein Arbeitsübereinkommen gegeben, in dem die Privatisierung der Post festgelegt wurde (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter) –, dass es im Jahre 1996 – das ist für Sie schon etwas lang zurück, Herr Kollege Matznetter, da sind Sie zu jung – einen Beschluss hier im Hohen Haus gegeben hat, die Post zu privatisieren, und zwar bis zum 31. Dezember 1999, meine Damen und Herren. Ich frage mich: Warum ist etwas für einen SPÖ-Gewerkschafter, wenn es ein roter Minister macht, recht, während, wenn es eine andere Regierung macht, demonstriert wird? Also diese Logik der Gewerkschaft ist mir nicht nachvollziehbar, Herr Präsident!
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter
Herr Dr. Gusenbauer, ich sage Ihnen, eigentlich haben Sie seit dem Jahr 1996 Zeit zum Nachdenken gehabt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Warum? Es ist Ihnen in Ihrer Agitation offensichtlich entgangen, dass es im Jahre 1996 – wenn ich mich richtig erinnere, war damals Klima Finanzminister und Vranitzky Bundeskanzler, beide SPÖ, und es hat ein Arbeitsübereinkommen gegeben, in dem die Privatisierung der Post festgelegt wurde (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter) –, dass es im Jahre 1996 – das ist für Sie schon etwas lang zurück, Herr Kollege Matznetter, da sind Sie zu jung – einen Beschluss hier im Hohen Haus gegeben hat, die Post zu privatisieren, und zwar bis zum 31. Dezember 1999, meine Damen und Herren. Ich frage mich: Warum ist etwas für einen SPÖ-Gewerkschafter, wenn es ein roter Minister macht, recht, während, wenn es eine andere Regierung macht, demonstriert wird? Also diese Logik der Gewerkschaft ist mir nicht nachvollziehbar, Herr Präsident!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen, wir sind konsequent geblieben, weil wir diesen Weg für richtig halten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wann, wenn nicht jetzt, meine Damen und Herren, ist der Zeitpunkt, um diese Entscheidung von damals auch umzusetzen?! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das ist vielleicht auch ein feiner Unterschied zwischen ÖVP und SPÖ, Herr Matznetter: Die SPÖ ist nicht so schlecht, wenn es um Ankündigungen geht, aber wenn es ums Umsetzen geht, dann verlässt sie halt der politische Mut. Das ist der Unterschied zu uns: Wir tun das, was wir für richtig halten, nicht nur in Worten, sondern wir setzen es auch in Taten um, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Ich sage Ihnen, wir sind konsequent geblieben, weil wir diesen Weg für richtig halten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wann, wenn nicht jetzt, meine Damen und Herren, ist der Zeitpunkt, um diese Entscheidung von damals auch umzusetzen?! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das ist vielleicht auch ein feiner Unterschied zwischen ÖVP und SPÖ, Herr Matznetter: Die SPÖ ist nicht so schlecht, wenn es um Ankündigungen geht, aber wenn es ums Umsetzen geht, dann verlässt sie halt der politische Mut. Das ist der Unterschied zu uns: Wir tun das, was wir für richtig halten, nicht nur in Worten, sondern wir setzen es auch in Taten um, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen, wir sind konsequent geblieben, weil wir diesen Weg für richtig halten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wann, wenn nicht jetzt, meine Damen und Herren, ist der Zeitpunkt, um diese Entscheidung von damals auch umzusetzen?! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das ist vielleicht auch ein feiner Unterschied zwischen ÖVP und SPÖ, Herr Matznetter: Die SPÖ ist nicht so schlecht, wenn es um Ankündigungen geht, aber wenn es ums Umsetzen geht, dann verlässt sie halt der politische Mut. Das ist der Unterschied zu uns: Wir tun das, was wir für richtig halten, nicht nur in Worten, sondern wir setzen es auch in Taten um, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Übrigens: Warum ist nun der richtige Zeitpunkt? – Ich denke, dass jetzt die Post gut vorbereitet ist, und ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Post, dass sie diesen Reformweg des Postmanagements offensiv mitgetragen haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Daher ist die Post heute gut aufgestellt, braucht keinen strategischen Partner, sondern ist in der Lage, gemeinsam mit dem Eigentümer Bund und dem Eigentümer Mitarbeiter oder breit gestreut an der Börse modern das Richtige zu tun, meine Damen und Herren.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir wollen damit für die Post die Voraussetzungen schaffen, um in der Zukunft bestehen und wettbewerbsfähig sein zu können. Wir wollen der Post die Möglichkeit geben, dass sie expandieren kann und damit zur Arbeitsplatzsicherung beiträgt. Das ist unsere strategische Überlegung, warum wir diesen Schritt jetzt für richtig halten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir wollen nicht nur, dass an die Börse gegangen wird, sondern wir wollen auch, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich bei diesem Börsegang an ihrem eigenen Unternehmen beteiligen können. Übrigens eine alte christlich-soziale Idee: breite Eigentumsstreuung in Arbeitnehmerhand. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ah-Rufe bei der ÖVP.
Noch einmal: Während nach außen marschiert wird, wird nach innen verhandelt. Bedauerlich habe ich es nur gefunden, wenn ich richtig informiert bin – ich habe es zumindest im Fernsehen gesehen –, dass bei dieser Wanderung zum Finanzministerium ein Gesprächsangebot des Herrn Bundesministers Grasser, konkret über diese Frage zu verhandeln, von der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter abgelehnt worden ist. (Ah-Rufe bei der ÖVP.) Jetzt frage ich Sie: Was soll das? Man kann doch nicht eine ausgestreckte Hand zur Verhandlung, einfach weil es die SPÖ anders anschafft, zurückweisen. Ich bin Gewerkschaftsmitglied – bei der richtigen Abteilung, Fritz Neugebauer (Beifall bei der ÖVP) –, und ich sage Ihnen, ich verstehe das nicht. Ich habe mir doch immer gedacht, die Gewerkschaft wäre interessiert an Gesprächen mit der Regierung. Da gibt es ein Angebot auf Verhandlung – wird abgelehnt. Schade! Das ist nicht mein Verständnis von Gewerkschaft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Noch einmal: Während nach außen marschiert wird, wird nach innen verhandelt. Bedauerlich habe ich es nur gefunden, wenn ich richtig informiert bin – ich habe es zumindest im Fernsehen gesehen –, dass bei dieser Wanderung zum Finanzministerium ein Gesprächsangebot des Herrn Bundesministers Grasser, konkret über diese Frage zu verhandeln, von der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter abgelehnt worden ist. (Ah-Rufe bei der ÖVP.) Jetzt frage ich Sie: Was soll das? Man kann doch nicht eine ausgestreckte Hand zur Verhandlung, einfach weil es die SPÖ anders anschafft, zurückweisen. Ich bin Gewerkschaftsmitglied – bei der richtigen Abteilung, Fritz Neugebauer (Beifall bei der ÖVP) –, und ich sage Ihnen, ich verstehe das nicht. Ich habe mir doch immer gedacht, die Gewerkschaft wäre interessiert an Gesprächen mit der Regierung. Da gibt es ein Angebot auf Verhandlung – wird abgelehnt. Schade! Das ist nicht mein Verständnis von Gewerkschaft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Noch einmal: Während nach außen marschiert wird, wird nach innen verhandelt. Bedauerlich habe ich es nur gefunden, wenn ich richtig informiert bin – ich habe es zumindest im Fernsehen gesehen –, dass bei dieser Wanderung zum Finanzministerium ein Gesprächsangebot des Herrn Bundesministers Grasser, konkret über diese Frage zu verhandeln, von der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter abgelehnt worden ist. (Ah-Rufe bei der ÖVP.) Jetzt frage ich Sie: Was soll das? Man kann doch nicht eine ausgestreckte Hand zur Verhandlung, einfach weil es die SPÖ anders anschafft, zurückweisen. Ich bin Gewerkschaftsmitglied – bei der richtigen Abteilung, Fritz Neugebauer (Beifall bei der ÖVP) –, und ich sage Ihnen, ich verstehe das nicht. Ich habe mir doch immer gedacht, die Gewerkschaft wäre interessiert an Gesprächen mit der Regierung. Da gibt es ein Angebot auf Verhandlung – wird abgelehnt. Schade! Das ist nicht mein Verständnis von Gewerkschaft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, wir werden daher diesen Post-Börsegang zu einer Erfolgsgeschichte machen, und die SPÖ steht – aber das ist ihr Problem – wieder einmal auf der falschen Seite. (Beifall bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren, das ist aber nicht neu in Fragen der Wirtschaftspolitik, insbesondere der Verstaatlichten-Politik. Die SPÖ ist in der Frage Verstaatlichten-Politik fast immer auf der falschen Seite gestanden, und das Verstaatlichten-Debakel in Österreich hat einen Namen: Sozialdemokratische Partei Österreichs.
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei den Freiheitlichen
Also wenn das Wirtschaftskompetenz ist, dann würde ich sagen, da haben Sie noch viel nachzuholen, meine Damen und Herren. Die Verstaatlichte ist eines der echten Sorgenkinder gewesen und hat den Wirtschaftsstandort Österreich nach unten gezogen, und erst als wir in dieser Konstellation angetreten sind, haben wir uns in der Bundesregierung ganz klar zu einem Privatisierungskurs verstanden. Heute ist die ÖIAG schuldenfrei, meine Damen und Herren (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei den Freiheitlichen), es muss kein Steuergeld hineingeschossen werden, und die Unternehmen, die noch in der ÖIAG sind, haben einen höheren Wert.
Beifall bei der ÖVP.
Böhler-Uddeholm: Aktienwert vervierfacht; Flughafen Wien: Aktienwert fast verdreifacht; voestalpine: Aktienwert fast verdreifacht; Telekom Austria: Aktienwert mehr als verdoppelt; OMV: Aktienwert sage und schreibe auf das Sechzehnfache gestiegen. (Beifall bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren, die OMV ist heute sechzehnmal mehr wert als vor der Privatisierung!
Beifall bei der ÖVP.
Das ist auch der prinzipielle Unterschied: Wir vertrauen dem Unternehmertum – und Sie wollen die Wirtschaft lenken. Wir wollen den Einfluss des Staates auf die Wirtschaft reduzieren – Sie wollen den Einfluss des Staates ausbauen. Sie wollen den Staat als Eigentümer von solchen Unternehmen – wir wollen ein breites Eigentum, wo die Mitarbeiter auch eine Möglichkeit haben, Eigentum zu erwerben. Das ist der Unterschied, meine Damen und Herren! Auf der falschen Seite sind Sie gestanden und stehen Sie nach wie vor. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Oder etwa Telekom Austria: Wenn jemand, Herr Dr. Gusenbauer, 1 000 € in Aktien der Telekom Austria investiert hat, hat er heute einen Gegenwert von 3 380 €. Oder wenn jemand in die OMV 1 000 € investiert hat, wissen Sie, welchen Gegenwert der heute besitzt? – 16 400 € Gegenwert! Es handelt sich hier um Mitarbeitereigentum beziehungsweise breit gestreutes Eigentum. (Beifall bei der ÖVP.) Das wollen wir. Sie stehen auf der falschen Seite, meine Damen und Herren von der SPÖ.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Die Wahrheit, meine Damen und Herren, ist ganz anders: Die Voest ist heute ein so erfolgreiches Unternehmen wie nie zuvor, schreibt jedes Quartal Gewinne, hat mehr Mitarbeiter als vor dem Börsegang, bildet dankenswerterweise tausend Lehrlinge aus. Die Aktien sind gestiegen, und in Oberösterreich, meinem Heimatbundesland, wird investiert. Die Führung und die Mitarbeiter des Unternehmens wissen, es war richtig. Wir sind auf der richtigen Seite gestanden, Sie auf der falschen, meine Damen und Herren von der SPÖ. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Weiters: Der Wert der Bank Austria an der HVB, als damals dieser Aktientausch eingegangen wurde, war 1,7 Milliarden €. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Jetzt sind das nur mehr 500 Millionen €! Vermögensvernichtung nennt man das, meine Damen und Herren! Das ist Ihre wirtschaftspolitische Konzeption, die wir nicht teilen! (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Weiters: Der Wert der Bank Austria an der HVB, als damals dieser Aktientausch eingegangen wurde, war 1,7 Milliarden €. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Jetzt sind das nur mehr 500 Millionen €! Vermögensvernichtung nennt man das, meine Damen und Herren! Das ist Ihre wirtschaftspolitische Konzeption, die wir nicht teilen! (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie Bravorufe bei der ÖVP.
Wir, meine Damen und Herren, wollen mit diesem Börsegang den Wirtschaftsstandort stärken, die Arbeitsplätze sichern und dem Unternehmen Post eine Perspektive bieten. Die Post bleibt rot-weiß-rot! (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Herr Präsident! Werte Regierungskollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Ich meine, dass nach dieser Rede von Herrn Klubobmann Molterer wahrscheinlich alle von der Richtigkeit dieses Börsenganges überzeugt sein werden. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Weil wir kein Geld haben!
Meine Damen und Herren, hinterfragen wir zuerst, warum wir überhaupt einen Börsengang machen! Warum macht es Sinn, dass die Post an die Börse geht? (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Weil wir kein Geld haben!) – Weil wir mit den 51 Prozent, die im Eigentum der Republik Österreich verbleiben, die Sicherheit und Stabilität für dieses Unternehmen gewährleisten – die Post bleibt rot-weiß-rot, wie es Klubobmann Molterer gesagt hat – und weil wir 51 Prozent staatliches Eigentum mit 49 Prozent privaten Aktionären und damit 49 Prozent privatem Denken und unternehmerischem Handeln verbinden.
Beifall bei der ÖVP.
Zweites Argument: Börsengang ist nichts anderes als ein Fitnessprogramm für ein Unternehmen. Und fit zu sein, meine Damen und Herren – egal, ob für ein Unternehmen oder für uns alle –, heißt nichts anderes, als Leistungen so zu erbringen, dass die Kundschaft zufrieden ist. Das Unternehmen Post wird dann an der Börse erfolgreich sein, wenn die Kundschaft sagt: Das ist ein tolles Unternehmen! So, wie es dieses Unternehmen in den vergangenen drei Jahren auch schon geschafft hat – Gratulation an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! –, weil die Post dreimal Europameister war, was die Briefzustellung betrifft, und damit gezeigt hat, welch hervorragende Qualität sie zu leisten in der Lage ist. Über zufriedene Kundschaft kann man am besten – das meinen zumindest wir, die wir an die Marktwirtschaft glauben – Arbeitsplätze absichern. Und genau das wollen wir, meine Damen und Herren! Wir wollen sowohl sichere Arbeitsplätze in diesem Unternehmen als auch dessen Eigenständigkeit. Beides ist unser Ziel. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Verzetnitsch: Oder vom Eigentümer!
Drittes Argument, warum Börsengang. – Weil wir so den Zugang zum Kapitalmarkt eröffnen. Jeder, der die Situation der Post analysiert, kann erkennen, dass eine Liberalisierung auch in diesem Bereich auf uns zukommt. Und Liberalisierung heißt, dass andere Unternehmen auf den österreichischen Markt drängen werden. Das heißt, diese wollen unserer Post Marktanteile wegnehmen; sie wollen in Österreich Briefe und Pakete zustellen und so weiter. Und was macht man da? – Man versucht, Marktanteile zu verteidigen. Was braucht man, wenn man seinen eigenen Markt verteidigen, wenn man Kunden ansprechen beziehungsweise akquirieren und Marketing-Aktionen machen will? – Man braucht Geld! Geld bekommt man unter anderem über den Kapitalmarkt. (Abg. Verzetnitsch: Oder vom Eigentümer!) – Das tun wir auch gerne; darauf komme ich noch zu sprechen, Herr Präsident. Da haben wir völligen Konsens.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Arbeitsplätze in Österreich abgesichert über einen riesigen Erfolgsweg in unseren Nachbarländern! Dazu aber braucht man Geld, meine Damen und Herren, und das bekommt man über den Kapitalmarkt! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, heute von mir die Zusage als Eigentümervertreter der ÖIAG, dass wir uns beteiligen werden an Kapitalerhöhungen in der Zukunft. Das Geld geht zwar jetzt in die ÖIAG, weil so viel Geld in der Post selbst schon liegt, wir werden aber dann, wenn die Post Geld für weiteres Wachstum braucht, dieses dem Unternehmen Post AG über die ÖIAG zur Verfügung stellen. Die Post wird also das Geld dann haben, wenn sie es braucht, wird Wachstum finanzieren und damit Arbeitsplätze absichern können. Das ist der richtige Weg! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Verzetnitsch: Wem gehört das Unternehmen?
Meine Damen und Herren, warum ein Börsengang? – Denken Sie bitte an unsere bisherigen Börsengänge und an die Zielsetzungen, die wir seit dem Jahre 2000 verfolgen! Wir haben immer gesagt: Wir wollen österreichische Kernaktionäre! Was machen wir jetzt? – 51 Prozent sind im Besitz der Republik Österreich. Da kann überhaupt nichts passieren. (Abg. Verzetnitsch: Wem gehört das Unternehmen?) Das Unternehmen gehört mehrheitlich der Republik Österreich! (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Da kann überhaupt nichts passieren, meine Damen und Herren, denn Sicherheit und Stabilität sind gegeben!
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, warum ein Börsengang? – Denken Sie bitte an unsere bisherigen Börsengänge und an die Zielsetzungen, die wir seit dem Jahre 2000 verfolgen! Wir haben immer gesagt: Wir wollen österreichische Kernaktionäre! Was machen wir jetzt? – 51 Prozent sind im Besitz der Republik Österreich. Da kann überhaupt nichts passieren. (Abg. Verzetnitsch: Wem gehört das Unternehmen?) Das Unternehmen gehört mehrheitlich der Republik Österreich! (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Da kann überhaupt nichts passieren, meine Damen und Herren, denn Sicherheit und Stabilität sind gegeben!
Abg. Dr. Puswald: ... der ÖVP!
35 Prozent reduziert hat. Also auch dort ist unter Ihrer Verantwortung mehrheitlich über die Börse privatisiert worden. (Abg. Dr. Puswald: ... der ÖVP!)
Beifall bei der ÖVP.
Dann muss ich sagen: Gratulation der ÖVP, dass sie sich damals als kleinerer Koalitionspartner so durchsetzen konnte und richtige Entscheidungen getroffen hat! (Beifall bei der ÖVP.) – Offensichtlich hat es manche Fragen gegeben, wo sozialdemokratische Bundeskanzler und Finanzminister das getan haben, was die ÖVP empfohlen hat und was richtig war und was sich heute auch bewährt hat für diese Unternehmen.
Beifall bei der ÖVP.
Klubobmann Molterer hat es gesagt, und ich erinnere mich wirklich noch an die Kampagnisierung, die Sie vor zwei Jahren durchgeführt haben. Da hat man gesagt – Herr Abgeordneter Moser, ich kann es Ihnen zitieren, ich habe es hier; Sie haben Folgendes gesagt –: Das Unternehmen Voest wird es dann in dieser Form nicht mehr geben, es wird zerschlagen werden, Arbeitsplätze werden verloren gehen! – Heute: Österreichischer Kernaktionär, Unternehmen in seiner Einheit gewahrt, 500 Arbeitsplätze mehr als damals! – Das ist die Realität unserer Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Vielleicht kann die BAWAG ...!
fikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Unternehmen, weil wir wissen, wir brauchen eine motivierte Mannschaft! (Abg. Neudeck: Vielleicht kann die BAWAG ...!)
Beifall bei der ÖVP.
Dienstrecht: Die Mitarbeiter waren besorgt wegen des Dienstrechts. Wir haben gesagt, das Dienstrecht bleibt so, wie es ist. Das heißt, meine Damen und Herren: 60 Prozent in etwa sind in diesem Unternehmen Beamte und daher voll und ganz abgesichert. Weitere etwas mehr als 10 Prozent der Mitarbeiter sind mehr als zehn Jahre im Unternehmen und daher kündigungsmäßig entsprechend abgesichert. Und wir haben zugesichert, dienstrechtlich bleibt alles so, wie es ist. Die Mitarbeiter bleiben so stark abgesichert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Von acht Forderungspunkten sind sieben erledigt, einer ist auf der Ebene der Sozialpartner entsprechend umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Das heißt, meine Damen und Herren, sowohl 1996 als auch 1998 hat man den Zeitpunkt für den Börsengang festgelegt und gesagt, man will privatisieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Beschlossen übrigens unter anderem von Alfred Gusenbauer und von Präsident Verzetnitsch, die beide damals hier im Hohen Haus gesessen sind. Und damals, meine Damen und Herren, vor zehn Jahren war nicht die Rede von Streik.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Damals, vor zehn Jahren, als man den Börsengang beschlossen hat, hat man nicht gesagt, das ist unverantwortlich und das geht nicht für das Unternehmen, sondern damals vor zehn Jahren hat man den Zeitpunkt festgelegt und hat gesagt: Wir wollen das tun, weil wir eine Reihe von erfolgreichen Beispielen bereits umgesetzt haben und gute Erfahrungen mit Börsengängen gemacht haben. Und deswegen sage ich Ihnen, wir sind jetzt zehn Jahre danach, und der Zeitpunkt ist jetzt der richtige, um diesen Börsengang entsprechend umzusetzen, und es wird zum Vorteil für die Mitarbeiter, für dieses Unternehmen und für den Standort Österreich sein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher, meine Damen und Herren: Dieser Börsengang der Post wird für das Unternehmen Wachstumsperspektiven ermöglichen, er wird für die Mitarbeiter Arbeitsplätze absichern, er wird gut sein für den Kapitalmarkt und damit für einen erfolgreichen Weg der Post in die nächsten Jahre! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Na so was!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn es nicht den Usancen unseres Parlaments völlig widersprechen würde, würde ich jetzt vorschlagen, die Debatte zu beenden. (Abg. Dr. Cap: Na so was!) Die Argumente des Klubobmannes Molterer und des Finanzministers Grasser waren ja derart überzeugend und derart überwältigend, dass es kaum mehr irgendjemanden in diesem Haus geben kann, der gegen die Privatisierung auftreten kann! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Der Moser schafft es! Der Moser schafft es! Ich vertrau’ ihm!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Der Moser schafft es! Der Moser schafft es! Ich vertrau’ ihm!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn es nicht den Usancen unseres Parlaments völlig widersprechen würde, würde ich jetzt vorschlagen, die Debatte zu beenden. (Abg. Dr. Cap: Na so was!) Die Argumente des Klubobmannes Molterer und des Finanzministers Grasser waren ja derart überzeugend und derart überwältigend, dass es kaum mehr irgendjemanden in diesem Haus geben kann, der gegen die Privatisierung auftreten kann! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Der Moser schafft es! Der Moser schafft es! Ich vertrau’ ihm!)
Ruf bei der SPÖ: Hoch motiviert!
Meine Damen und Herren von der sozialdemokratischen Fraktion, ich habe während der Rede des Klubobmanns und des Finanzministers ein bisschen in Ihre Reihen geblickt. Wenn in Ihren Reihen nicht auch viele Damen wären – wenn sie nicht wären –, würde ich sagen: Sie haben sehr alt ausgeschaut bei dieser Debatte (Ruf bei der SPÖ: Hoch motiviert!), und wohl war Ihnen nicht! Ich habe jetzt schon größtes Mitleid mit jenen von Ihnen, die jetzt im Zuge der Debatte als Pflichtverteidiger der Verstaatlichung hier ans Rednerpult treten werden und das verteidigen müssen, was nicht zu verteidigen ist, meine Damen und Herren!
Abg. Mag. Kogler: Oh Jubel, oh Freud’!
Es sprechen alle Argumente dafür, diesen Schritt zu tun (Abg. Mag. Kogler: Oh Jubel, oh Freud’!), aber ich weiß natürlich – ich kenne das politische Ritual (Abg. Öllinger: Weihrauch! Weihrauch!), ich kenne das politische Drehbuch, das war noch bei jedem Privatisierungsvorgang so –: Alle Argumente, alle Daten und Fakten, alle Erfahrungen sprechen für eine erfolgreiche Privatisierung, aber die SPÖ inszeniert eine Angstpropaganda, entwickelt Horrorszenarien: „Unternehmen werden zerschlagen“, „Arbeitsplätze gehen verloren“, „Familiensilber wird verscherbelt“!
Abg. Öllinger: Weihrauch! Weihrauch!
Es sprechen alle Argumente dafür, diesen Schritt zu tun (Abg. Mag. Kogler: Oh Jubel, oh Freud’!), aber ich weiß natürlich – ich kenne das politische Ritual (Abg. Öllinger: Weihrauch! Weihrauch!), ich kenne das politische Drehbuch, das war noch bei jedem Privatisierungsvorgang so –: Alle Argumente, alle Daten und Fakten, alle Erfahrungen sprechen für eine erfolgreiche Privatisierung, aber die SPÖ inszeniert eine Angstpropaganda, entwickelt Horrorszenarien: „Unternehmen werden zerschlagen“, „Arbeitsplätze gehen verloren“, „Familiensilber wird verscherbelt“!
Abg. Verzetnitsch: Über Ihre Argumentation!
Die Wirklichkeit, meine Damen und Herren, sieht ganz anders aus! Das wissen Sie selbst gut genug, und Herr Präsident Verzetnitsch, der jetzt schmunzelt, schmunzelt, weil er weiß (Abg. Verzetnitsch: Über Ihre Argumentation!), hier wird wider besseres Wissen und wider die Argumente eines Ruttenstorfer, einer Ederer, eines Androsch von Ihren Leuten argumentiert.
Abg. Neugebauer: Was ist das in Schilling?
Aber schauen wir uns einige Fakten im Detail an, meine Damen und Herren! Schauen wir uns als ersten Punkt zum Beispiel die Vermögensbilanz der ÖIAG an. Thema: „Familiensilber wird verscherbelt“. – Als diese Regierung die Verantwortung für die ÖIAG übernommen hat, machte der Schuldenstand 6,3 Milliarden € aus. Heute: schuldenfrei! (Abg. Neugebauer: Was ist das in Schilling?) – In Schilling, bitte: Fast 90 Milliarden Schilling Schulden. (Rufe bei der ÖVP: Wahnsinn! Wahnsinn!) – Abgebaut in diesen sechs Jahren!
Rufe bei der ÖVP: Wahnsinn! Wahnsinn!
Aber schauen wir uns einige Fakten im Detail an, meine Damen und Herren! Schauen wir uns als ersten Punkt zum Beispiel die Vermögensbilanz der ÖIAG an. Thema: „Familiensilber wird verscherbelt“. – Als diese Regierung die Verantwortung für die ÖIAG übernommen hat, machte der Schuldenstand 6,3 Milliarden € aus. Heute: schuldenfrei! (Abg. Neugebauer: Was ist das in Schilling?) – In Schilling, bitte: Fast 90 Milliarden Schilling Schulden. (Rufe bei der ÖVP: Wahnsinn! Wahnsinn!) – Abgebaut in diesen sechs Jahren!
Abg. Verzetnitsch: Genau!
Jetzt kann man sagen: Das ist ja relativ leicht, denn ihr habt ja das Familiensilber verscherbelt! (Abg. Verzetnitsch: Genau!) – Nun, schauen wir uns die Vermögensbilanz an: Im Jahr 2000 betrug das Vermögensportfolio der ÖIAG 5 Milliarden €, heute 8,5 Milliarden! – Erklären Sie mir das: Wie geht denn das, wenn man das Familiensilber verscherbelt, dass das Vermögen um 60 Prozent höher ist? Das müssen Sie mir erklären! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Herr Kollege Matznetter, Sie werden mir das sicherlich erklären können, wie das geht. (Abg. Mag. Molterer: Das glaub’ ich nicht! – Abg. Neudeck: Er könnte es nicht einmal erklären, ...!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Jetzt kann man sagen: Das ist ja relativ leicht, denn ihr habt ja das Familiensilber verscherbelt! (Abg. Verzetnitsch: Genau!) – Nun, schauen wir uns die Vermögensbilanz an: Im Jahr 2000 betrug das Vermögensportfolio der ÖIAG 5 Milliarden €, heute 8,5 Milliarden! – Erklären Sie mir das: Wie geht denn das, wenn man das Familiensilber verscherbelt, dass das Vermögen um 60 Prozent höher ist? Das müssen Sie mir erklären! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Herr Kollege Matznetter, Sie werden mir das sicherlich erklären können, wie das geht. (Abg. Mag. Molterer: Das glaub’ ich nicht! – Abg. Neudeck: Er könnte es nicht einmal erklären, ...!)
Abg. Mag. Molterer: Das glaub’ ich nicht! – Abg. Neudeck: Er könnte es nicht einmal erklären, ...!
Jetzt kann man sagen: Das ist ja relativ leicht, denn ihr habt ja das Familiensilber verscherbelt! (Abg. Verzetnitsch: Genau!) – Nun, schauen wir uns die Vermögensbilanz an: Im Jahr 2000 betrug das Vermögensportfolio der ÖIAG 5 Milliarden €, heute 8,5 Milliarden! – Erklären Sie mir das: Wie geht denn das, wenn man das Familiensilber verscherbelt, dass das Vermögen um 60 Prozent höher ist? Das müssen Sie mir erklären! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Herr Kollege Matznetter, Sie werden mir das sicherlich erklären können, wie das geht. (Abg. Mag. Molterer: Das glaub’ ich nicht! – Abg. Neudeck: Er könnte es nicht einmal erklären, ...!)
Abg. Neudeck: Aber die SPÖ bekommt weniger auf dem schwarzen ...!
Schauen wir uns die Situation auf der Budgetseite, im Staatshaushalt an: Jahrelang wurde der Steuerzahler dazu verwendet, Milliarden in die Verstaatlichte hineinzuschießen. Was haben wir heute, bitte? – Zusätzliche Einnahmen erstens durch Dividenden der ÖIAG und zweitens durch hohe Gewinnsteuern der nunmehr erfolgreichen gewinnorientierten Betriebe! – Also etwas Besseres kann man sich aus der Sicht des Budgets gar nicht wünschen: anstatt zahlen zu müssen, Einnahmen zu erhalten! Herr Kollege Matznetter, das können Sie wahrscheinlich nicht bestreiten, dass sich Dividendeneinnahmen und KöSt-Einnahmen auf der Einnahmenseite des Budgets niederschlagen. (Abg. Neudeck: Aber die SPÖ bekommt weniger auf dem schwarzen ...!) Das mag sein, Herr Kollege.
Abg. Dr. Matznetter: Die Bank Austria ...!
Dritter Punkt: Wirtschaftsstandort. – Was, bitte, gibt es Besseres für einen Wirtschaftsstandort, als dass defizitäre, Not leidende Betriebe verschwinden und erfolgreiche Wachstumsbetriebe entstehen? Sehen wir uns doch heute die faszinierende Story dieser nun privatisierten Betriebe an, und auch wie viele andere Privatbetriebe rechtzeitig die Chancen des Wachstums in Mittel- und Osteuropa erkannt haben – sensationell! Ganz Europa beneidet uns eigentlich um jene Betriebe, die so frühzeitig erkannt haben, wo heute die Wachstumszone ist. Und es ist ja kein Zufall, dass die Aktienkurse jene Entwicklung genommen haben, die Klubobmann Molterer und der Finanzminister aufgezeigt haben, sondern erklärt sich daraus, dass diese Unternehmen eben rechtzeitig die Trends erkannt haben und rechtzeitig in diese Wachstumsmärkte investiert haben. (Abg. Dr. Matznetter: Die Bank Austria ...!)
Abg. Dr. Cap: Aber wo? Wo sind die Arbeitsplätze gestiegen?
Schauen wir uns viertens die Frage der Arbeitsplätze an! Damals hieß es: Arbeitsplätze werden vernichtet! – Es gibt heute kein Beispiel eines privatisierten Betriebes, bei dem man nicht nachweisen kann, dass die Zahl der Arbeitsplätze gestiegen ist! (Abg. Dr. Cap: Aber wo? Wo sind die Arbeitsplätze gestiegen?) – In Österreich (Ruf bei der ÖVP: In Linz! – Abg. Murauer: In Oberösterreich!) – ganz zu schweigen von jenen Arbeitsplätzen, die durch Wachstumsstrategien in Mittel- und Osteuropa geschaffen wurden.
Ruf bei der ÖVP: In Linz! – Abg. Murauer: In Oberösterreich!
Schauen wir uns viertens die Frage der Arbeitsplätze an! Damals hieß es: Arbeitsplätze werden vernichtet! – Es gibt heute kein Beispiel eines privatisierten Betriebes, bei dem man nicht nachweisen kann, dass die Zahl der Arbeitsplätze gestiegen ist! (Abg. Dr. Cap: Aber wo? Wo sind die Arbeitsplätze gestiegen?) – In Österreich (Ruf bei der ÖVP: In Linz! – Abg. Murauer: In Oberösterreich!) – ganz zu schweigen von jenen Arbeitsplätzen, die durch Wachstumsstrategien in Mittel- und Osteuropa geschaffen wurden.
Abg. Neudeck – auf Abg. Dr. Matznetter weisend –: Unter der Immunität kann man das behaupten!
Meine Damen und Herren, Sie trauen sich wirklich, hier herauszugehen und zu sagen: Bitte, wir haben Wirtschaftskompetenz!? – Sie trauen sich das wirklich? Herr Kollege Matznetter, das wird noch ein Salto werden! (Abg. Neudeck – auf Abg. Dr. Matznetter weisend –: Unter der Immunität kann man das behaupten!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Lassen Sie mich eines auch noch sagen, nämlich was die Argumente betrifft: Die Post bleibt rot-weiß-rot. Wir eröffnen der Post den Zugang zu den Wachstumsmärkten, zum Kapitalmarkt. Wir haben eine Situation, wo man sagen muss: Es ist für das Unternehmen günstig, für die Mitarbeiter günstig, für die Kunden günstig und für die Anleger günstig. Und ich sage Ihnen auch, ich war vor einem halben Jahr im Süden Wiens und habe mir das neue Postverteilzentrum angeschaut. Ich war wirklich beeindruckt, was die Mitarbeiter der Post und das Management hier geschaffen haben – Gratulation dazu! –, und ich habe dort beim Weggehen gesagt, dass ich eines verspreche: Wenn die Post an die Börse geht, kann ich guten Gewissens jedem potentiellen Anleger empfehlen: Zeichnen Sie diese Aktien! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit und Rufe bei der ÖVP: Der Arme! Nicht so leicht!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. Wunschredezeit: 7 Minuten. – Bitte, Sie sind am Wort. (Ironische Heiterkeit und Rufe bei der ÖVP: Der Arme! Nicht so leicht!)
Abg. Neudeck – sich von seinem Platz erhebend –: Jetzt kann man sich nach drei guten Reden erholen! Jetzt können wir gehen! Das brauchen wir nicht zu hören!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Nun, jetzt haben wir drei Redner gehört (Abg. Neudeck – sich von seinem Platz erhebend –: Jetzt kann man sich nach drei guten Reden erholen! Jetzt können wir gehen! Das brauchen wir nicht zu hören!): zuerst den Herrn Klubobmann, der einen Dringlichen Antrag an die SPÖ gestellt hat, mit ein paar Komplimenten für viele sehr verdiente frühere Regierungsmitglieder der Sozialdemokratie (Abg. Mag. Molterer: ... wir und nicht Sie!); ansonsten einen Minister, der versucht hat, die Hälfte von unserem Wirtschaftssprecher aus dem Jahr 2004 zu zitieren – darüber reden wir noch, über die Voest –; und dann – und das ist wirklich das Beste! – den Kollegen Stummvoll, der aus Angst davor, dass wir darüber reden, sagt: Hören wir doch lieber auf zu diskutieren! – Ich kann es Ihnen nicht ersparen: Wir werden darüber reden müssen, und wir werden noch viel darüber reden müssen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Aber Sie werden sich schwer tun! Sehr schwer! – Abg. Neudeck: Solang Sie nur reden und nicht handeln, ist nicht Gefahr im Verzug!)
Abg. Mag. Molterer: ... wir und nicht Sie!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Nun, jetzt haben wir drei Redner gehört (Abg. Neudeck – sich von seinem Platz erhebend –: Jetzt kann man sich nach drei guten Reden erholen! Jetzt können wir gehen! Das brauchen wir nicht zu hören!): zuerst den Herrn Klubobmann, der einen Dringlichen Antrag an die SPÖ gestellt hat, mit ein paar Komplimenten für viele sehr verdiente frühere Regierungsmitglieder der Sozialdemokratie (Abg. Mag. Molterer: ... wir und nicht Sie!); ansonsten einen Minister, der versucht hat, die Hälfte von unserem Wirtschaftssprecher aus dem Jahr 2004 zu zitieren – darüber reden wir noch, über die Voest –; und dann – und das ist wirklich das Beste! – den Kollegen Stummvoll, der aus Angst davor, dass wir darüber reden, sagt: Hören wir doch lieber auf zu diskutieren! – Ich kann es Ihnen nicht ersparen: Wir werden darüber reden müssen, und wir werden noch viel darüber reden müssen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Aber Sie werden sich schwer tun! Sehr schwer! – Abg. Neudeck: Solang Sie nur reden und nicht handeln, ist nicht Gefahr im Verzug!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Aber Sie werden sich schwer tun! Sehr schwer! – Abg. Neudeck: Solang Sie nur reden und nicht handeln, ist nicht Gefahr im Verzug!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Nun, jetzt haben wir drei Redner gehört (Abg. Neudeck – sich von seinem Platz erhebend –: Jetzt kann man sich nach drei guten Reden erholen! Jetzt können wir gehen! Das brauchen wir nicht zu hören!): zuerst den Herrn Klubobmann, der einen Dringlichen Antrag an die SPÖ gestellt hat, mit ein paar Komplimenten für viele sehr verdiente frühere Regierungsmitglieder der Sozialdemokratie (Abg. Mag. Molterer: ... wir und nicht Sie!); ansonsten einen Minister, der versucht hat, die Hälfte von unserem Wirtschaftssprecher aus dem Jahr 2004 zu zitieren – darüber reden wir noch, über die Voest –; und dann – und das ist wirklich das Beste! – den Kollegen Stummvoll, der aus Angst davor, dass wir darüber reden, sagt: Hören wir doch lieber auf zu diskutieren! – Ich kann es Ihnen nicht ersparen: Wir werden darüber reden müssen, und wir werden noch viel darüber reden müssen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Aber Sie werden sich schwer tun! Sehr schwer! – Abg. Neudeck: Solang Sie nur reden und nicht handeln, ist nicht Gefahr im Verzug!)
Abg. Dr. Stummvoll: Ihr Vorbild?!
Aber fangen wir doch gleich einmal an mit der Frage: Gehört eine gelbe Post an die Börse? Und genau in dieser Kernfragestellung schauen wir einmal, wie die internationale Entwicklung aussieht: In den USA, wo Ronald Reagan Präsident und damit einer der wesentlichsten Promotoren des Neoliberalismus war (Abg. Dr. Stummvoll: Ihr Vorbild?!), gibt es dort nicht eine staatliche Post? (Abg. Dr. Stummvoll: USA als Vorbild der SPÖ!) – Aber nein! Warum ist die Post in den USA mit 700 000 Beschäftigten eine staatliche Post? (Zwischenruf des Abg. Großruck.) – Nein, wiederum falsch. Sie haben keine Ahnung, Herr Abgeordneter! – Weil es unter betriebswirtschaftlichen Kriterien nicht möglich ist, im Mittelwesten, im Süden der USA in der Fläche eine Versorgung herzustellen. (Abg. Mag. Molterer: Also das Vorbild von Matznetter heißt Reagan! Reaganomics!) Weil das nicht zusammenpasst: gemeinwirtschaftlicher Auftrag und Kapital.
Abg. Dr. Stummvoll: USA als Vorbild der SPÖ!
Aber fangen wir doch gleich einmal an mit der Frage: Gehört eine gelbe Post an die Börse? Und genau in dieser Kernfragestellung schauen wir einmal, wie die internationale Entwicklung aussieht: In den USA, wo Ronald Reagan Präsident und damit einer der wesentlichsten Promotoren des Neoliberalismus war (Abg. Dr. Stummvoll: Ihr Vorbild?!), gibt es dort nicht eine staatliche Post? (Abg. Dr. Stummvoll: USA als Vorbild der SPÖ!) – Aber nein! Warum ist die Post in den USA mit 700 000 Beschäftigten eine staatliche Post? (Zwischenruf des Abg. Großruck.) – Nein, wiederum falsch. Sie haben keine Ahnung, Herr Abgeordneter! – Weil es unter betriebswirtschaftlichen Kriterien nicht möglich ist, im Mittelwesten, im Süden der USA in der Fläche eine Versorgung herzustellen. (Abg. Mag. Molterer: Also das Vorbild von Matznetter heißt Reagan! Reaganomics!) Weil das nicht zusammenpasst: gemeinwirtschaftlicher Auftrag und Kapital.
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Aber fangen wir doch gleich einmal an mit der Frage: Gehört eine gelbe Post an die Börse? Und genau in dieser Kernfragestellung schauen wir einmal, wie die internationale Entwicklung aussieht: In den USA, wo Ronald Reagan Präsident und damit einer der wesentlichsten Promotoren des Neoliberalismus war (Abg. Dr. Stummvoll: Ihr Vorbild?!), gibt es dort nicht eine staatliche Post? (Abg. Dr. Stummvoll: USA als Vorbild der SPÖ!) – Aber nein! Warum ist die Post in den USA mit 700 000 Beschäftigten eine staatliche Post? (Zwischenruf des Abg. Großruck.) – Nein, wiederum falsch. Sie haben keine Ahnung, Herr Abgeordneter! – Weil es unter betriebswirtschaftlichen Kriterien nicht möglich ist, im Mittelwesten, im Süden der USA in der Fläche eine Versorgung herzustellen. (Abg. Mag. Molterer: Also das Vorbild von Matznetter heißt Reagan! Reaganomics!) Weil das nicht zusammenpasst: gemeinwirtschaftlicher Auftrag und Kapital.
Abg. Mag. Molterer: Also das Vorbild von Matznetter heißt Reagan! Reaganomics!
Aber fangen wir doch gleich einmal an mit der Frage: Gehört eine gelbe Post an die Börse? Und genau in dieser Kernfragestellung schauen wir einmal, wie die internationale Entwicklung aussieht: In den USA, wo Ronald Reagan Präsident und damit einer der wesentlichsten Promotoren des Neoliberalismus war (Abg. Dr. Stummvoll: Ihr Vorbild?!), gibt es dort nicht eine staatliche Post? (Abg. Dr. Stummvoll: USA als Vorbild der SPÖ!) – Aber nein! Warum ist die Post in den USA mit 700 000 Beschäftigten eine staatliche Post? (Zwischenruf des Abg. Großruck.) – Nein, wiederum falsch. Sie haben keine Ahnung, Herr Abgeordneter! – Weil es unter betriebswirtschaftlichen Kriterien nicht möglich ist, im Mittelwesten, im Süden der USA in der Fläche eine Versorgung herzustellen. (Abg. Mag. Molterer: Also das Vorbild von Matznetter heißt Reagan! Reaganomics!) Weil das nicht zusammenpasst: gemeinwirtschaftlicher Auftrag und Kapital.
Abg. Mag. Molterer: Reaganomics! Thatcher!
Warum ist das auch in England so? (Abg. Mag. Molterer: Reaganomics! Thatcher!) – Genau aus dem gleichen Grund! (Abg. Neudeck: Jetzt kommen Sie zur „Blauen Mauritius“, nicht? Das ist eine Marke!)
Abg. Neudeck: Jetzt kommen Sie zur „Blauen Mauritius“, nicht? Das ist eine Marke!
Warum ist das auch in England so? (Abg. Mag. Molterer: Reaganomics! Thatcher!) – Genau aus dem gleichen Grund! (Abg. Neudeck: Jetzt kommen Sie zur „Blauen Mauritius“, nicht? Das ist eine Marke!)
lebhafte ironische Heiterkeit des Abg. Neudeck
Welche sind denn dann die einzigen Länder, in denen es eine Post an der Börse gibt? – Die Antwort ist relativ klar, und jetzt reden wir sachlich: Die Niederlande haben eine regionale Struktur, die einem einzigen Ballungsraum gleichkommt. Logischerweise ist die gemeinwirtschaftliche Aufgabe in diesem Bereich eine geringere. Diese Besonderheit erkennen natürlich auch nicht die Schreihälse aus der Hinterbank (lebhafte ironische Heiterkeit des Abg. Neudeck), denn ihnen geht es um etwas anderes (Abg. Neudeck – auf den Sitzplatz des Abg. Dr. Matznetter weisend –: Herr Kollege, wo sitzen Sie? – Das ist herrlich: „Schreihälse aus der Hinterbank“!): Der alte Grundsatz „weniger Staat, mehr privat“ wird jetzt hier am Beispiel der flächendeckenden Postversorgung exekutiert.
Abg. Neudeck – auf den Sitzplatz des Abg. Dr. Matznetter weisend –: Herr Kollege, wo sitzen Sie? – Das ist herrlich: „Schreihälse aus der Hinterbank“!
Welche sind denn dann die einzigen Länder, in denen es eine Post an der Börse gibt? – Die Antwort ist relativ klar, und jetzt reden wir sachlich: Die Niederlande haben eine regionale Struktur, die einem einzigen Ballungsraum gleichkommt. Logischerweise ist die gemeinwirtschaftliche Aufgabe in diesem Bereich eine geringere. Diese Besonderheit erkennen natürlich auch nicht die Schreihälse aus der Hinterbank (lebhafte ironische Heiterkeit des Abg. Neudeck), denn ihnen geht es um etwas anderes (Abg. Neudeck – auf den Sitzplatz des Abg. Dr. Matznetter weisend –: Herr Kollege, wo sitzen Sie? – Das ist herrlich: „Schreihälse aus der Hinterbank“!): Der alte Grundsatz „weniger Staat, mehr privat“ wird jetzt hier am Beispiel der flächendeckenden Postversorgung exekutiert.
Abg. Mag. Molterer: Privatisiert ist sie worden!
Dieser alte Grundsatz wurde ja schon bei den Privatisierungen der letzten Jahre angewendet. Wann wurde denn die Voest privatisiert? – Als der Kurs von dem so genannten Experten, den Herr Kollege Grasser vorher genannt hat, Herrn Wolfgang Schüssel, mit 32,50 € bekannt gegeben wurde. Was hat da der SPÖ-Sprecher Moser gesagt? – Er sagte damals, der Substanzwert rechtfertigt allein schon einen Wert von 55 bis 80 €. Na, wo steht die Aktie denn heute? Kollege Molterer schreibt es hinein in seinen Antrag: bei über 80 €. Ja was ist denn passiert? (Abg. Mag. Molterer: Privatisiert ist sie worden!) – Der Besitz der Steuerzahlerin, des Steuerzahlers, den
Abg. Mag. Molterer: Also Börsengang!
Und der SPÖ-Vorschlag ist grundvernünftig: Wenn man die Post durch einen Börsegang stärken will, dann soll man den ausgetöchterten Bereich für die Expansion nach Osten, für den Ausbau der Logistikbereiche, für das B2B-Geschäft mit einer vernünftigen Strategie an die Börse bringen. (Abg. Mag. Molterer: Also Börsengang!) Dieser Börsegang der Tochter, Herr Kollege Molterer – ich weiß, dass es Sie stört, hier im Haus über komplexe Zusammenhänge zu hören; ich sage es Ihnen trotzdem (Abg. Mag. Molterer: Vorsicht, Herr Matznetter! Wissen Sie eh: Hochmut kommt vor dem Fall!) –, bedeutet Geld für das Unternehmen, somit unmittelbar für die gewünschte Expansion.
Abg. Mag. Molterer: Vorsicht, Herr Matznetter! Wissen Sie eh: Hochmut kommt vor dem Fall!
Und der SPÖ-Vorschlag ist grundvernünftig: Wenn man die Post durch einen Börsegang stärken will, dann soll man den ausgetöchterten Bereich für die Expansion nach Osten, für den Ausbau der Logistikbereiche, für das B2B-Geschäft mit einer vernünftigen Strategie an die Börse bringen. (Abg. Mag. Molterer: Also Börsengang!) Dieser Börsegang der Tochter, Herr Kollege Molterer – ich weiß, dass es Sie stört, hier im Haus über komplexe Zusammenhänge zu hören; ich sage es Ihnen trotzdem (Abg. Mag. Molterer: Vorsicht, Herr Matznetter! Wissen Sie eh: Hochmut kommt vor dem Fall!) –, bedeutet Geld für das Unternehmen, somit unmittelbar für die gewünschte Expansion.
Abg. Dr. Stummvoll: Nein! Nein!
Zweitens: Es bedeutet, dass das Geld der Post zukommt. Das Budgetloch des Herrn Grasser, das ja mit den 300 Millionen € Erlös gefüllt werden soll, ... (Abg. Dr. Stummvoll: Nein! Nein!) – Nein? (Abg. Dr. Stummvoll: Er hat es nicht verstanden!) Wir haben ja den Beweis: Bereits im Entwurf zum Abgabenänderungsgesetz im Vorjahr (Abg. Mag. Molterer: Das stimmt einfach nicht!) war ja ein eigener Paragraph für die Sonderdividende enthalten. Kollege Stummvoll hat ihn herausgenommen, damit wir das Abgabenänderungsgesetz gemeinsam beschließen können – und er hat die Sonderdividende selbst wieder als Initiativantrag eingebracht!
Abg. Dr. Stummvoll: Er hat es nicht verstanden!
Zweitens: Es bedeutet, dass das Geld der Post zukommt. Das Budgetloch des Herrn Grasser, das ja mit den 300 Millionen € Erlös gefüllt werden soll, ... (Abg. Dr. Stummvoll: Nein! Nein!) – Nein? (Abg. Dr. Stummvoll: Er hat es nicht verstanden!) Wir haben ja den Beweis: Bereits im Entwurf zum Abgabenänderungsgesetz im Vorjahr (Abg. Mag. Molterer: Das stimmt einfach nicht!) war ja ein eigener Paragraph für die Sonderdividende enthalten. Kollege Stummvoll hat ihn herausgenommen, damit wir das Abgabenänderungsgesetz gemeinsam beschließen können – und er hat die Sonderdividende selbst wieder als Initiativantrag eingebracht!
Abg. Mag. Molterer: Das stimmt einfach nicht!
Zweitens: Es bedeutet, dass das Geld der Post zukommt. Das Budgetloch des Herrn Grasser, das ja mit den 300 Millionen € Erlös gefüllt werden soll, ... (Abg. Dr. Stummvoll: Nein! Nein!) – Nein? (Abg. Dr. Stummvoll: Er hat es nicht verstanden!) Wir haben ja den Beweis: Bereits im Entwurf zum Abgabenänderungsgesetz im Vorjahr (Abg. Mag. Molterer: Das stimmt einfach nicht!) war ja ein eigener Paragraph für die Sonderdividende enthalten. Kollege Stummvoll hat ihn herausgenommen, damit wir das Abgabenänderungsgesetz gemeinsam beschließen können – und er hat die Sonderdividende selbst wieder als Initiativantrag eingebracht!
Abg. Mag. Molterer: Falsch!
Die Wahrheit ist: Der ländliche Raum wird damit nach Schließung von tausend Postämtern durch die Hereinnahme der Börsenfinanzierung in das Kerngeschäft der flächendeckenden Post-Versorgung weiterhin gefährdet. (Abg. Mag. Molterer: Falsch!) Falsch? – Das erklären Sie Ihren schwarzen Bürgermeistern, wenn sie zur Nationalratswahl mobilisieren sollen!
Abg. Mag. Molterer: Falsch!
Zweitens: Es gibt kein Geld für die Ostexpansion (Abg. Mag. Molterer: Falsch!), denn das Geld geht als Sonderdividende via ÖIAG in den Staatshaushalt. Die Post kriegt keinen Cent mehr. (Abg. Mag. Molterer: Falsch!)
Abg. Mag. Molterer: Falsch!
Zweitens: Es gibt kein Geld für die Ostexpansion (Abg. Mag. Molterer: Falsch!), denn das Geld geht als Sonderdividende via ÖIAG in den Staatshaushalt. Die Post kriegt keinen Cent mehr. (Abg. Mag. Molterer: Falsch!)
Abg. Dr. Stummvoll: Androsch ist nicht rot-weiß-rot?
Tages keine rot-weiß-roten Anleger (Abg. Dr. Stummvoll: Androsch ist nicht rot-weiß-rot?), sondern, so wie bei der Telekom Austria, in überwiegender Mehrheit internationale Anlegefonds und andere ausländische Anleger. Das ist die Wahrheit (Abg. Mag. Molterer: Falsch!): Die kriegen dann die Erträge! (Ruf bei der ÖVP: Sagen Sie es dem Androsch!) Das ist die Politik der ÖVP: Für diejenigen noch mehr Ertrag, noch mehr in die Taschen jener, die bereits sehr hohe Kurserträge gehabt haben.
Abg. Mag. Molterer: Falsch!
Tages keine rot-weiß-roten Anleger (Abg. Dr. Stummvoll: Androsch ist nicht rot-weiß-rot?), sondern, so wie bei der Telekom Austria, in überwiegender Mehrheit internationale Anlegefonds und andere ausländische Anleger. Das ist die Wahrheit (Abg. Mag. Molterer: Falsch!): Die kriegen dann die Erträge! (Ruf bei der ÖVP: Sagen Sie es dem Androsch!) Das ist die Politik der ÖVP: Für diejenigen noch mehr Ertrag, noch mehr in die Taschen jener, die bereits sehr hohe Kurserträge gehabt haben.
Ruf bei der ÖVP: Sagen Sie es dem Androsch!
Tages keine rot-weiß-roten Anleger (Abg. Dr. Stummvoll: Androsch ist nicht rot-weiß-rot?), sondern, so wie bei der Telekom Austria, in überwiegender Mehrheit internationale Anlegefonds und andere ausländische Anleger. Das ist die Wahrheit (Abg. Mag. Molterer: Falsch!): Die kriegen dann die Erträge! (Ruf bei der ÖVP: Sagen Sie es dem Androsch!) Das ist die Politik der ÖVP: Für diejenigen noch mehr Ertrag, noch mehr in die Taschen jener, die bereits sehr hohe Kurserträge gehabt haben.
Abg. Neudeck: Aber nicht von Ihnen!
Und ganz ehrlich: Uns ist eine flächendeckende Poststruktur, ein weiterhin florierendes Unternehmen, das dieser Aufgabe gerecht wird, aber auch eine Expansion der Post wichtig – daher ein eigener Börsegang der Tochtergesellschaft anstelle der Post selbst. Das ist ein vernünftiger Vorschlag. Sie brauchen nicht nur eine Nachdenkpause, sondern eine Nachhilfe, Herr Kollege Molterer! (Abg. Neudeck: Aber nicht von Ihnen!) Nützen Sie sie, sonst werden Sie das Match verlieren. (Abg. Neudeck: Aber nicht von Ihnen!) – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Ein schlechtes Gewissen war das!)
Abg. Neudeck: Aber nicht von Ihnen!
Und ganz ehrlich: Uns ist eine flächendeckende Poststruktur, ein weiterhin florierendes Unternehmen, das dieser Aufgabe gerecht wird, aber auch eine Expansion der Post wichtig – daher ein eigener Börsegang der Tochtergesellschaft anstelle der Post selbst. Das ist ein vernünftiger Vorschlag. Sie brauchen nicht nur eine Nachdenkpause, sondern eine Nachhilfe, Herr Kollege Molterer! (Abg. Neudeck: Aber nicht von Ihnen!) Nützen Sie sie, sonst werden Sie das Match verlieren. (Abg. Neudeck: Aber nicht von Ihnen!) – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Ein schlechtes Gewissen war das!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Ein schlechtes Gewissen war das!
Und ganz ehrlich: Uns ist eine flächendeckende Poststruktur, ein weiterhin florierendes Unternehmen, das dieser Aufgabe gerecht wird, aber auch eine Expansion der Post wichtig – daher ein eigener Börsegang der Tochtergesellschaft anstelle der Post selbst. Das ist ein vernünftiger Vorschlag. Sie brauchen nicht nur eine Nachdenkpause, sondern eine Nachhilfe, Herr Kollege Molterer! (Abg. Neudeck: Aber nicht von Ihnen!) Nützen Sie sie, sonst werden Sie das Match verlieren. (Abg. Neudeck: Aber nicht von Ihnen!) – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Ein schlechtes Gewissen war das!)
Abg. Faul: Dringend!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Kollege Matznetter hat gemeint, wir bräuchten Nachhilfe. (Abg. Faul: Dringend!) Ich weiß nicht, in welcher Disziplin, Kollege Matznetter. Jedenfalls Gratulation – weniger zu Ihrer Rede als zu Ihrem Rhetoriktrainer, den Sie anscheinend angestellt haben, denn man muss wirklich sehr gut trainiert sein, wenn man hier herausgeht und die eigenen Versäumnisse gerade in der Verstaatlichten-Politik der achtziger und neunziger Jahre so verdreht und die erfolgreiche Privatisierungspolitik dieser Bundesregierung so kritisiert. Dazu gehört wirklich ein ausgezeichneter Trainer! Vielleicht könnt ihr das verteilen, damit die anderen von eurer Fraktion das auch so perfekt verdrehen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Kollege Matznetter hat gemeint, wir bräuchten Nachhilfe. (Abg. Faul: Dringend!) Ich weiß nicht, in welcher Disziplin, Kollege Matznetter. Jedenfalls Gratulation – weniger zu Ihrer Rede als zu Ihrem Rhetoriktrainer, den Sie anscheinend angestellt haben, denn man muss wirklich sehr gut trainiert sein, wenn man hier herausgeht und die eigenen Versäumnisse gerade in der Verstaatlichten-Politik der achtziger und neunziger Jahre so verdreht und die erfolgreiche Privatisierungspolitik dieser Bundesregierung so kritisiert. Dazu gehört wirklich ein ausgezeichneter Trainer! Vielleicht könnt ihr das verteilen, damit die anderen von eurer Fraktion das auch so perfekt verdrehen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Großruck: „Die Russen kommen!“ – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!
Wenn Sie, lieber Kollege Matznetter, jetzt auch noch hier herausgehen und diese erfolgreiche Voest-Privatisierung kritisieren, dann, muss ich sagen, gehört schon etwas dazu. Und ich erinnere mich noch daran, es war Ihre Fraktion, die SPÖ, die damals dieses wichtige Unternehmen, diesen Vorzeigebetrieb Österreichs in einen Wahlkampf und in eine, ich will nicht sagen Sudelkampagne, aber in eine Negativkampagne hineingezogen hat, wo ihr die Mitarbeiter verunsichert habt, wo gesagt worden ist (Abg. Großruck: „Die Russen kommen!“ – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!), die werden jetzt zusperren, da werden Mitarbeiter abgebaut, das Unternehmen wird verschleudert. – Das ist verantwortungslose Politik, lieber Kollege Matznetter! Und wenn Sie sich heute noch hier herstellen, anstatt sich für diese Kampagne zu entschuldigen, und noch sagen, dass man Recht gehabt hat, dann schlägt das dem Fass wirklich den Boden aus. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn Sie, lieber Kollege Matznetter, jetzt auch noch hier herausgehen und diese erfolgreiche Voest-Privatisierung kritisieren, dann, muss ich sagen, gehört schon etwas dazu. Und ich erinnere mich noch daran, es war Ihre Fraktion, die SPÖ, die damals dieses wichtige Unternehmen, diesen Vorzeigebetrieb Österreichs in einen Wahlkampf und in eine, ich will nicht sagen Sudelkampagne, aber in eine Negativkampagne hineingezogen hat, wo ihr die Mitarbeiter verunsichert habt, wo gesagt worden ist (Abg. Großruck: „Die Russen kommen!“ – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!), die werden jetzt zusperren, da werden Mitarbeiter abgebaut, das Unternehmen wird verschleudert. – Das ist verantwortungslose Politik, lieber Kollege Matznetter! Und wenn Sie sich heute noch hier herstellen, anstatt sich für diese Kampagne zu entschuldigen, und noch sagen, dass man Recht gehabt hat, dann schlägt das dem Fass wirklich den Boden aus. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Wer hat das gesagt?
Lieber Kollege Matznetter, nur zur Erinnerung, was ihr damals alles gesagt habt: Klubobmann Cap hat damals im Zuge der Privatisierung gesagt, der Bundeskanzler müsse geistig in einer kommunistischen Planwirtschaft leben. – Ein bisschen eine Widersprüchlichkeit: Wenn man etwas privatisiert, lebt man in einer kommunistischen Planwirtschaft. (Abg. Mag. Molterer: Wer hat das gesagt?) – Kollege Cap!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn Sie jetzt hergehen, Herr Kollege Matznetter, und sagen: Da ist verschleudert worden!, weil der Aktienkurs so gestiegen ist, dann, muss ich sagen, ist das ja wieder eine Umdrehung der Tatsachen, genau weil man eben dieses Unternehmen positiv privatisiert hat, weil man in Österreich positive Rahmenbedingungen und eine Atmosphäre für prosperierende Unternehmen geschaffen hat, weil es hier Vertrauen gibt, auch bei den Anlegern in den Aktienmarkt. – Nicht postkommunistische Politik – das wollt ihr! (In Richtung SPÖ.) Das sind keine bösen Kapitalisten, die da in Aktien anlegen, sondern das sind auch kleine Sparer, meine Damen und Herren! Und weil es diese positive Atmosphäre gibt, hat dieses Unternehmen diesen Aufschwung erreicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Da das auch bei den anderen Privatisierungen so gelaufen ist, ist ja der Aktienmarkt in Österreich in den letzten Jahren besonders gut gewesen. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) – Nein, nein, leider nicht, sage ich! Leider nicht, leider nicht! Aber vielleicht wird sich das in der Zukunft noch ausgehen.
Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Parnigoni.
Lieber Kollege Parnigoni, auch du warst ja damals mit verantwortlich für das Debakel in der verstaatlichten Industrie! Und wir haben es ja heute schon gehört: 120 Milliarden Schilling sind damals verschleudert worden, 120 Milliarden Schilling in die verstaatlichte Industrie – und trotzdem erfolgte ein Abbau von 60 000 bis 70 000 Arbeitsplätzen! (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Parnigoni.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Allein der „Konsum“, dieses Vorzeige-, dieses Paradeunternehmen sozialistischer Wirtschaftspolitik, hat mit dem Konkurs 15 000 Menschen den Arbeitsplatz gekostet! Und ihr stellt euch da wirklich noch her und wollt unsere positive Wirtschaftspolitik kritisieren?! – Ja glaubt ihr denn wirklich, dass wir und die Bevölkerung solch ein kurzes Gedächtnis haben? – Na wirklich nicht! Das kann dir vielleicht dein Rhetoriktrainer erzählen, aber die Bevölkerung wird dazu eine andere Meinung haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Es ist doch wirklich eigentlich kaum zu glauben, dass man durch die Privatisierung im Bereich der ÖIAG den Schuldenberg von über 6 Milliarden € innerhalb von fünf Jahren praktisch auf null reduziert hat, Kollege Matznetter. Trotzdem ist der Restwert der Unternehmungen in der ÖIAG wesentlich größer als vor den Privatisierungen. – Das sollten Sie uns einmal nachmachen, lieber Kollege Matznetter, dann bräuchten Sie keinen Rhetoriktrainer, sondern dann wären Sie wirklich ein guter Wirtschaftspolitiker. So aber ist das leider wirklich alles, was Sie hier darstellen konnten, und Ihre Partei ebenso. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Ja selbst die Personalvertreter wissen ganz genau, dass niemand hier in Österreich – niemand hier in Österreich! – Verständnis dafür hätte, wenn man durch Streik und andere Kampfmaßnahmen das Unternehmen und vor allem die Bevölkerung schädigen würde, wenn es keine Dienstleistungen in diesem wichtigen Unternehmen geben würde. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Lieber Kollege von der SPÖ! Auf deine Rede bin ich ja schon wirklich gespannt und darauf, wie du deine Wortmeldungen damals zur Voest rechtfertigen wirst.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kollege Matznetter, ihr habt immer dagegen gestimmt: Ihr habt gegen die Steuerentlastung gestimmt, ihr habt gegen die Sicherung der Pensionen gestimmt, ihr habt gegen die Verstärkung der Sicherheitsstandards gestimmt, ihr habt gegen die nachhaltige Festigung des Wirtschaftsstandortes Österreich gestimmt – ihr werdet auch gegen diese Privatisierungen stimmen. – Aber Gott sei Dank seid ihr nicht in der Regierung, und ich gehe davon aus, dass das noch lange so bleiben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: Nicht einmal ein schlechtes Gewissen!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. Wunschredezeit: 8 Minuten; gesetzliche Redezeit: 10 Minuten. (Abg. Mag. Molterer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: Nicht einmal ein schlechtes Gewissen!)
Abg. Großruck: Was haben Sie damals über die ÖVP gesagt?
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank – mittlerweile wieder ohne Bundeskanzler! (Abg. Großruck: Was haben Sie damals über die ÖVP gesagt?) – Damals über die ÖVP? (Abg. Großruck: Vorige Woche!) Ich habe Ihnen ja schon nahe gelegt, Sie sollten die Kirche im Dorf lassen!
Abg. Großruck: Vorige Woche!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank – mittlerweile wieder ohne Bundeskanzler! (Abg. Großruck: Was haben Sie damals über die ÖVP gesagt?) – Damals über die ÖVP? (Abg. Großruck: Vorige Woche!) Ich habe Ihnen ja schon nahe gelegt, Sie sollten die Kirche im Dorf lassen!
Abg. Neudeck: Börsegang!
nen. (Abg. Neudeck: Börsegang!) Ich weiß nicht, wo Sie die erkennen: 51 Prozent bleiben in öffentlicher Hand – das ist das Rot-Weiß-Rote bei Ihnen offensichtlich –, und da ist es auf einmal gut. Sonst ist es schlecht; aber das müssen Sie mit sich selbst ausmachen. Was gut oder schlecht ist, lässt sich ja im Einzelfall gar nicht so hundertprozentig genau sagen, aber man kann das ja entlang von ein paar Kriterien entwickeln.
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Kukacka.
Okay, wenn wir uns einmal auf solche Voraussetzungen verständigen, dann ist ja die eigentliche Frage eine ganz andere! Die ist doch schon viel eher: Welchen Markt finden wir vor, und was kommt von der EU? Das ist dann oft schon ein bisschen schwieriger. Aber unter welchem Liberalisierungsregime befindet sich ein bestimmter Anbieter in diesem Fall? – Das ist doch die entscheidende Frage! Und da ist es dann eigentlich die Kunst des Staates, entsprechende Regelwerke vorzugeben. Erst dann ist zu beantworten, wie sich in concreto Eigentümerverhältnisse auswirken können oder nicht. Es funktioniert eben auch nicht jeder Markt gleich. (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Kukacka.) – Ja, das mag schon sein, dass das für Sie nicht sehr verständlich ist.
Abg. Mag. Molterer: So hoch am Ross sitzen!
Es ist offensichtlich wirklich ein Privileg der ÖVP, wie heute schon gesagt wurde, hier die Dinge noch einfacher darzustellen, als Sie es selbst begreifen. – Das ist aber keine Lösung, das ist kein Lösungszugang für diese Dinge! – Strich drunter. (Abg. Mag. Molterer: So hoch am Ross sitzen!)
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Kukacka.
Da Sie mich animieren, die Sache etwas mehr zu schärfen, darf ich Ihnen sagen, warum wir ausgerechnet gegen diese Art und Weise und diesen Börsegang – eigentlich ist es ein Anteilsverkauf über die Börse – der Post sind – das hängt mit dem vorher Gesagten zusammen –: weil die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht sichergestellt sind, vor allem über mehrere Jahre hinaus, weil kein Geschäftskonzept von Ihnen zumindest präsentiert wird – Gott sei Dank hat Herr Wais etwas in petto; nur ist die Frage, wie glücklich er mit dem ist, was Sie ihm da jetzt aufbürden – und weil drittens überhaupt nicht ... (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Kukacka.) – Jetzt hören Sie endlich auf zum Hereinnuscheln, denn das ist wirklich unangenehm! Herr Präsident, das kann doch nicht sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Da Sie mich animieren, die Sache etwas mehr zu schärfen, darf ich Ihnen sagen, warum wir ausgerechnet gegen diese Art und Weise und diesen Börsegang – eigentlich ist es ein Anteilsverkauf über die Börse – der Post sind – das hängt mit dem vorher Gesagten zusammen –: weil die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht sichergestellt sind, vor allem über mehrere Jahre hinaus, weil kein Geschäftskonzept von Ihnen zumindest präsentiert wird – Gott sei Dank hat Herr Wais etwas in petto; nur ist die Frage, wie glücklich er mit dem ist, was Sie ihm da jetzt aufbürden – und weil drittens überhaupt nicht ... (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Kukacka.) – Jetzt hören Sie endlich auf zum Hereinnuscheln, denn das ist wirklich unangenehm! Herr Präsident, das kann doch nicht sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich verstehe überhaupt nicht, wieso gerade Sie das machen wollen, denn Sie haben sich in der Debatte noch nicht besonders hervorgetan. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Stimmen Sie mit unserem Antrag, da steht das drin!
Ich komme abschließend noch kurz zur Post: Ich sage Ihnen, es ist gar keine Privatisierung. Es könnte gut sein, wenn man Geld hereinholte, aber die Frage ist eben, was damit geschieht. Wir haben große Bedenken und sind dagegen, weil eben nicht sichergestellt ist, dass das Geld in der Post verwendet wird. Wenn Sie argumentieren, es ist so ein Liquiditätsüberschuss im Unternehmen, dass es jetzt nicht sinnvoll wäre, dann kann man das ökonomisch natürlich verstehen und das Argument akzeptieren, aber es ist Ihnen eben nicht zuzutrauen, dass Sie dann, wenn es notwendig ist, endlich bei Vorlage eines Geschäftskonzepts den Kapitalzuschuss wirklich vollführen. Es ist nicht einmal sicher, obwohl Sie versprechen (Abg. Mag. Molterer: Stimmen Sie mit unserem Antrag, da steht das drin!) – ja, aber wir glauben es Ihnen nicht mehr, Sie haben ja genug anderes vollführt (Beifall bei den Grünen und der SPÖ) –, dass Sie selbst bei entsprechenden Kapitalerhöhungen mitgehen würden, respektive die ÖIAG.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ
Ich komme abschließend noch kurz zur Post: Ich sage Ihnen, es ist gar keine Privatisierung. Es könnte gut sein, wenn man Geld hereinholte, aber die Frage ist eben, was damit geschieht. Wir haben große Bedenken und sind dagegen, weil eben nicht sichergestellt ist, dass das Geld in der Post verwendet wird. Wenn Sie argumentieren, es ist so ein Liquiditätsüberschuss im Unternehmen, dass es jetzt nicht sinnvoll wäre, dann kann man das ökonomisch natürlich verstehen und das Argument akzeptieren, aber es ist Ihnen eben nicht zuzutrauen, dass Sie dann, wenn es notwendig ist, endlich bei Vorlage eines Geschäftskonzepts den Kapitalzuschuss wirklich vollführen. Es ist nicht einmal sicher, obwohl Sie versprechen (Abg. Mag. Molterer: Stimmen Sie mit unserem Antrag, da steht das drin!) – ja, aber wir glauben es Ihnen nicht mehr, Sie haben ja genug anderes vollführt (Beifall bei den Grünen und der SPÖ) –, dass Sie selbst bei entsprechenden Kapitalerhöhungen mitgehen würden, respektive die ÖIAG.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Letztlich, um all dies zu kaschieren, greifen Sie wieder in den Steuersäckel und schreiben irgendwelche Aufträge aus, vergeben Inserate, alles wie gewohnt. Ich würde Ihnen wirklich raten, denn es ist schon wieder einmal soweit: Zahlen Sie Ihre eigene Inseratenkampagne selber! Das ist nämlich wirklich ärgerlich. Sie haben schon Milliarden an Berateraufträgen und Werbekampagnen verklopft! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Nach der Rede des Kollegen Kogler habe ich für diesen Zeitungsartikel (der Redner hält diesen in die Höhe) Verständnis, wo sich die Aussage einer ehemals führenden Grünpolitikerin, Kollegin Langthaler, in einer deutlichen Überschrift findet: „Manchmal gibt es auch von der Opposition blöde Vorschläge“. – Hier kann man es lesen. Mehr braucht man dazu, glaube ich, nicht zu sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Meine Damen und Herren, es wäre heute die Chance gewesen, über moderne, zukunftsgerichtete Wirtschaftspolitik eine fundierte Auseinandersetzung zu führen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Meine Damen und Herren von der linken Seite, Herr Kollege Matznetter, wissen Sie, wen ich wirklich bewundere? – Ihre Kollegin Ederer, Ihren Kollegen Ruttenstorfer und Ihren früheren Finanzminister Androsch. Denn mit einer derart schwachen Unterstützung Ihrerseits trotzdem hervorragende Unternehmen zu führen, ist an und für sich eine Meisterleistung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, es wäre heute die Chance gewesen, über moderne, zukunftsgerichtete Wirtschaftspolitik eine fundierte Auseinandersetzung zu führen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Meine Damen und Herren von der linken Seite, Herr Kollege Matznetter, wissen Sie, wen ich wirklich bewundere? – Ihre Kollegin Ederer, Ihren Kollegen Ruttenstorfer und Ihren früheren Finanzminister Androsch. Denn mit einer derart schwachen Unterstützung Ihrerseits trotzdem hervorragende Unternehmen zu führen, ist an und für sich eine Meisterleistung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sagen Sie klipp und klar, dass diese Leute nichts verstehen, dass sie falsch liegen! Sagen Sie hier, dass diese Ihre Leute, Ederer, Androsch und Ruttenstorfer, nichts verstehen und falsch liegen, denn die sagen uns eindeutig: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, machen Sie es! Meine Damen und Herren, Sie werden verstehen, auf Grund der bisherigen Fakten glauben wir diesen dreien mehr als Ihnen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
und sagen: Leider, leider, leider haben die Regierungsparteien Recht gehabt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das wäre noch das Geringste, was Sie tun sollten.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, zur VOEST-Privatisierung. Wissen Sie, wann das erste Mal in der VOEST etwas privatisiert wurde? – 1995. Wissen Sie, zu welchem Kurs, weil Sie den letzten Kurs von 32 € so kritisieren? – Mit 23 €! Und dann meinen Sie, die 32 € wären ein schlechter Kurs, vielleicht war der Ihrige damals noch besser. Da hinterfrage ich Ihre Wirtschaftspolitik, und da kann man nur sagen, meine Damen und Herren: Schlecht geredet – falsch gelegen. Schlecht geredet – falsch gelegen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich nehme daher an, dass Kollege Haider bereits ins Burgenland unterwegs ist, um das Burgenland davor zu schützen. Das nehme ich doch zumindest an, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Erinnern Sie sich, meine Damen und Herren, an Ihre Wirtschaftspolitik, an Ihre Misserfolge und seien Sie dankbar, dass es damals diese Regierung bei der VOEST, bei vielen anderen Bereichen trotz dieser Widerstände, trotz auch politischer Schwierigkeiten durchgezogen hat. Wissen Sie auch, weshalb? Fragen Sie Ihre Betriebsräte in der Voest Oberösterreich, ob sie nicht stolz sind, dass ihre Beteiligung für die Mitarbeiter von über 10 Prozent eine derartige Performance aufweist. Das ist etwas, worüber sich Mitarbeiter freuen können, die sich mit dem Unternehmen identifizieren, die Ungeheures leisten. Derartige Mitarbeiter sollten auch am Erfolg partizipieren können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aussage stammt vom arbeitsmarktpolitischen Sprecher der SPD Klaus Brandner. Nehmen Sie sich an dem ein Beispiel! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir meinen, ja wir sind uns sicher, dass dieser Börsegang ein Erfolg sein wird, und wir vertrauen auf das Management, auf die Mitarbeiter. Seien auch Sie stolz und gönnen Sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Partizipation am Erfolg dieses Unternehmens auch in Zukunft! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der ÖVP: „Kollege“ ist gut!
Abgeordneter Mag. Johann Moser (SPÖ): Herr Präsident! Kollegen auf der Regierungsbank! (Ruf bei der ÖVP: „Kollege“ ist gut!) Ich bin erschüttert über dieses historische Wissen über die verstaatlichte Industrie. Wenn hier behauptet wird, dass Milliarden hineingeflossen sind, dann muss man auch wissen, wohin sie geflossen sind in einer Zeit, in der die weltweite Stahlkrise einen Höhepunkt erreicht hat, in der andere Länder verlorene Zuschüsse gegeben haben und Österreich damals unter Finanzminister Lacina Darlehen gegeben hat. Das ist der Unterschied, ein ganz großer Unterschied!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt machen Sie das schon wieder schlecht!
Noch ein Punkt: Die SPÖ ist nie gegen Privatisierung aufgetreten. Wir haben nur gesagt, wir brauchen einen Kernaktionär der öffentlichen Hand, der sicherstellt, dass diese Unternehmen auch nachhaltig in Österreich bleiben. Das ist ein wichtiger Punkt. Und die Geschichte mit Böhler-Uddeholm, mit der voestalpine ist noch nicht gegessen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt machen Sie das schon wieder schlecht!) Es gibt jetzt
Abg. Mag. Molterer: Haben Sie überhaupt kein Herz für die Mitarbeiter mehr? Das ist Sozialdemokratie!
Wenn Sie, Herr Molterer, so großartig diese Kurserhöhungen darstellen, dann muss man auch dazusagen, dass durch diese Privatisierungen 4,5 Milliarden € an Volksvermögen umverteilt wurden. Dass Sie natürlich glücklich sind über diese Umverteilung, weil die Raiffeisenkasse sehr viel Geld damit gemacht hat, das verstehe ich. (Abg. Mag. Molterer: Haben Sie überhaupt kein Herz für die Mitarbeiter mehr? Das ist Sozialdemokratie!) Aber wissen Sie, wer noch viel Geld gemacht hat? – Das sind die Topmanager, Spekulanten und Investmenthäuser. Wissen Sie auch, was die ÖIAG für diese vier Privatisierungen bezahlt hat? – Sie hat 150 Millionen € für vier Privatisierungen bezahlt, das sind 2,2 Milliarden Schilling! Dann fragt man sich natürlich, was denn die hoch bezahlten Manager und Aufsichtsräte dort machen.
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zur Post: Da fürchten wir wiederum eine Verschleuderung. Wir glauben, dass diese Postprivatisierung, wie sie jetzt angegangen wird, den Postraub fortsetzt, den Postraub dieser Bundesregierung. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das ist doch positiv, Herr Kollege! – Bundesminister Mag. Grasser: Bei euch haben sie nie Dividenden bezahlt, weil sie nie Geld gehabt haben!
Was kommt dann zum Schluss? – Postraub zwei. Dieser Finanzminister hat in den letzten fünf Jahren aus der ÖIAG 570 Millionen € herausgeholt. (Abg. Scheibner: Das ist doch positiv, Herr Kollege! – Bundesminister Mag. Grasser: Bei euch haben sie nie Dividenden bezahlt, weil sie nie Geld gehabt haben!) – Wenn man dieses Geld drinnen lassen würde, hätte man ausreichend Geld, um die Expansion zu finanzieren.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Da haben Sie aber einen schlechten Preis!
Ich verstehe nicht – und da bitte ich um Aufklärung seitens des Finanzministers –, dass dann, wenn im Unternehmen 300 bis 400 Millionen € drinnen sind und öffentlich plakatiert wird, dass die Postprivatisierung die Finanzierungsgrundlage zur Expansion bringt, sündteure Inserate geschaltet werden. Das ist eine Lüge! Das Geld kommt gar nicht in die Post. Es ist genug drinnen. Wozu dann diese sündteuren Inserate? (Der Redner hält ein Zeitungsblatt in die Höhe.) 1 bis 2 Millionen € kosten solche Inserate. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Da haben Sie aber einen schlechten Preis!) Man schaltet solche Inserate, um die Bevölkerung zu täuschen. Das ist eigentlich ein ungeheuerlicher Prozess, der da stattfindet!
Abg. Murauer: Warum halten Sie so am Postamt fest? Warum müssen Sie ein Amt haben? Wozu brauchen Sie das?
Deshalb auch unser Vorschlag: Wir sind nicht gegen die Privatisierung, sondern wir wollen das Geld aus der Privatisierung zu Zwecken der Expansion verwenden. (Abg. Murauer: Warum halten Sie so am Postamt fest? Warum müssen Sie ein Amt haben? Wozu brauchen Sie das?)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Postamt ist ein historischer Begriff. Meinetwegen können Sie sagen Postdistribution, das ist mir egal. Wichtig ist, dass die Leute Sicherheit haben und ordentlich versorgt werden. Und das ist nicht mehr der Fall! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Haben wir gemacht!
Erster Punkt: Die Post soll als modernes Dienstleistungsunternehmen eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Versorgung der Menschen sicherstellen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Haben wir gemacht!)
Abg. Mag. Molterer: Erledigt! Schon geschehen!
Zweiter Punkt: Die Post ist als umfassender Logistikanbieter auf dem Markt zu positionieren. Das heißt, da geht es um wichtige strategische Geschäftsfälle, wo man wachsen kann. (Abg. Mag. Molterer: Erledigt! Schon geschehen!)
Abg. Scheibner: Die Realität hat den Antrag schon längst überholt!
Vierter Punkt: Die österreichische Post soll für die Expansionsstrategie in Mittel- und Osteuropa den Kapitalmarkt in Anspruch nehmen (Abg. Scheibner: Die Realität hat den Antrag schon längst überholt!) – aber nicht als Post AG, sondern als neu zu gründende Gesellschaft, wie es zum Teil in der Raika, ein positives Beispiel, vorgelebt wird –, damit man zum einen die Versorgung in Österreich sicherstellen kann und zum anderen Kapital für die Wachstumsfinanzierung im Rahmen einer Tochtergesellschaft haben kann.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Warum nicht?
Fünfter Punkt: Man soll dafür sorgen, dass die Universaldienstleistungen in jeder Landgemeinde sichergestellt sind. Das ist aber mit einem Börsengang nicht vereinbar. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Warum nicht?) Weil es unterschiedliche Interessen sind. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist doch nicht wahr!) Die Versorgung ist ein öffentliches Interesse, und die Versorgung muss flächendeckend sein. Aber dem Kapitaleigentümer, Herr Scheuch, ist es relativ wurscht, wo der Euro gemacht wird. Wenn der Zustelldienst in das letzte Dorf, zum letzten Bergbauern wesentlich mehr kostet, als er bringt, dann wird das eingespart, und dann ist die Versorgung nicht sichergestellt. Das ist ein logisches Argument, das hier ins Treffen zu führen ist.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist doch nicht wahr!
Fünfter Punkt: Man soll dafür sorgen, dass die Universaldienstleistungen in jeder Landgemeinde sichergestellt sind. Das ist aber mit einem Börsengang nicht vereinbar. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Warum nicht?) Weil es unterschiedliche Interessen sind. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist doch nicht wahr!) Die Versorgung ist ein öffentliches Interesse, und die Versorgung muss flächendeckend sein. Aber dem Kapitaleigentümer, Herr Scheuch, ist es relativ wurscht, wo der Euro gemacht wird. Wenn der Zustelldienst in das letzte Dorf, zum letzten Bergbauern wesentlich mehr kostet, als er bringt, dann wird das eingespart, und dann ist die Versorgung nicht sichergestellt. Das ist ein logisches Argument, das hier ins Treffen zu führen ist.
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, wenn Sie diesem Antrag zustimmen, dann haben wir für eine gute Zukunft für die Post, für die Versorgung der ländlichen Regionen und auch für die österreichische Standortpolitik gesorgt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Nein!
Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie Mag. Eduard Mainoni: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich möchte zunächst ganz kurz auf den Entschließungsantrag der SPÖ eingehen, weil er bemerkenswert ist. Es ist das natürlich eine politische Auseinandersetzung der Opposition mit der Regierungspartei, wobei allein die Bilanz der ÖIAG, wie man an den Zahlen ersehen kann, eindeutig beweist, wie erfolgreich der Kurs der österreichischen Bundesregierung ist. (Abg. Dr. Matznetter: Nein!) Lassen Sie mich eingehen auf diesen Entschließungsantrag, denn er ist bemerkenswert.
Abg. Dr. Matznetter: Nein, das wird nicht gemacht!
Nächster Punkt: Expansionsstrategie in Mittel- und Osteuropa. – Das ist genau die Strategie, die die Österreichische Post AG und der Vorstand verwirklichen. Das wird bereits gemacht. (Abg. Dr. Matznetter: Nein, das wird nicht gemacht!) Bitte schauen Sie nach! Das ist Bestandteil der Strategie der Post. – Das wird in Ihrem Antrag gefordert, obwohl es längst eine Strategie der Post ist.
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Meine Damen und Herren! Genau das geschieht auch, sonst überhaupt nichts! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, dazu darf ich Ihnen sagen: Es gab sehr wohl eine Welle von Postamtsschließungen, die sehr unerfreulich waren, wo es aber überall durch Vermittlung und unzählige Gespräche und Sitzungen gelungen ist, Ersatzlösungen zu finden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Tatsächlich ist nun im bestehenden Filialnetz der Post nach der Universaldienstverordnung eine flächendeckende Versorgung gewährleistet. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren, dazu darf ich Ihnen sagen: Es gab sehr wohl eine Welle von Postamtsschließungen, die sehr unerfreulich waren, wo es aber überall durch Vermittlung und unzählige Gespräche und Sitzungen gelungen ist, Ersatzlösungen zu finden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Tatsächlich ist nun im bestehenden Filialnetz der Post nach der Universaldienstverordnung eine flächendeckende Versorgung gewährleistet. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben aber durch das neue Postgesetz Vorsorge getroffen, dass so etwas nicht mehr passieren kann. Der Vorstand der Österreichischen Post AG versichert, dass bis 2009 keine Filialen mehr geschlossen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Deshalb ersuche ich, von zukünftigen Streiks und von zukünftigen Warnstreiks, wie es für kommende Woche vor der ÖIAG geplant ist, Abstand zu nehmen, denn eines wird dadurch riskiert: Es kann der Ruf der Österreichischen Post AG, der ein ausgezeichneter ist, durch gewerkschaftliche Aktionen in Mitleidenschaft gezogen werden! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, denn der Herr Staatssekretär hat das nicht gesagt!
Zweitens: Der Herr Staatssekretär hat behauptet, dass bei allen 687 ... (Abg. Mag. Molterer: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, denn der Herr Staatssekretär hat das nicht gesagt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Gemeinde kann überhaupt nicht fahren! – Abg. Mag. Molterer: Die Gemeinde fährt nicht, sie bleibt immer dort, wo sie ist!
Ich berichtige tatsächlich: Dies ist nicht der Fall! Es gibt eine Vielzahl von Gemeinden ohne ausreichende Versorgung, zum Beispiel die Gemeinde Liebenau im Mühlviertel, die mehr als 30 Kilometer fahren muss. – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Gemeinde kann überhaupt nicht fahren! – Abg. Mag. Molterer: Die Gemeinde fährt nicht, sie bleibt immer dort, wo sie ist!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Kollege Verzetnitsch, ich hoffe, dass du im ÖGB der Vernünftige bist und nicht den Kollegen Fritz dabei unterstützt, gegen den eigenen Betrieb jetzt Protestmärsche beziehungsweise Streiks zu organisieren. Er sollte lieber mit der Unternehmerseite verhandeln, damit bei diesem Börsengang für die Arbeitnehmer noch mehr herausschaut. Die Postler werden sich freuen, wenn sie bei der Dividende mehr als bisher herauskriegen, wie Herr Staatssekretär Mainoni gesagt hat, und zwar das Drei- oder Vierfache. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Bitte pfeif den Kollegen Fritz zurück, er soll die Interessen der Postler vertreten – und nicht die der SPÖ-Oppositionspolitik hier im Hohen Haus! – Kollege Verzetnitsch, ich hoffe auf deine Unterstützung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Pfeffer: Ja!
Weiters: die ganze Affäre „Lucona“ und vieles mehr, wo Karl Blecha involviert war. Jetzt habe ich in der Zeitung gelesen – ich hoffe, dass es nicht stimmt –, dass das Ausland einen Antrag gestellt hat, eine Hausdurchsuchung zu machen. Vielleicht findet man dort auch wieder etwas. Ich weiß nicht, was in eurer Partei los ist! Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. (Abg. Pfeffer: Ja!) Ein bisserl vorsichtig sollte man schon sein!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Haider aus Oberösterreich hat außerdem gesagt, dass die Russen kommen werden und mit der VOEST verschwinden werden. – Wisst Ihr, was gekommen ist: Das Doppelte und das Dreifache an Gewinn! Die VOEST-Betriebsräte und die SPÖ sollten an die Öffentlichkeit gehen und sollten sich für diese Unwahrheit, die sie da verbreitet haben, entschuldigen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Man hat nun gesehen: Dort funktioniert die Privatisierung. Bei der Post wird es genauso funktionieren, und zwar mit einem Börsengang. Die rot-weiß-rote Post wird erhalten bleiben. Sie wird damit eine bessere Chance haben, auf dem Markt unterzukommen. Die Post wird mehr Gewinne machen, und die bestehenden Arbeitsplätze werden gesichert und neue werden geschaffen. So schaut die richtige Wirtschaftspolitik in Österreich aus! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.
Es ist erstaunlich, was Sie da an Lob für die Post – dreifacher Europameister bei der Zustellung – und an Lob für die MitarbeiterInnen von sich gegeben haben! Aber für welchen Zeitraum? – Für einen Zeitraum, wo von Privatisierung überhaupt noch keine Rede war, wo die Post voll in öffentlichem Eigentum war! Also das jetzt als Begründung dafür heranzuziehen, dass man unbedingt privatisieren muss, das finde ich zumindest eine eigenartige Argumentation. Seien S’ mir nicht bös’! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.) Ja, so ist er! Genau, so ist er eigentlich immer!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Heißt das, dass jetzt 49 Prozent unsicher und instabil werden, weil sie an die Börse gehen? Also das, was Sie da in Ihrer Argumentation von sich geben, ist ja wirklich an Widersprüchlichkeit kaum mehr zu überbieten! Ich würde wirklich für eine ernsthafte Diskussion plädieren. Auf das, was zum Beispiel der Kollege Matznetter hier gesagt hat, ist niemand von Ihnen auch nur mit einem ernsthaften Wort eingegangen – außer mit reiner Polemik. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Der hat wahrscheinlich die BAWAG gemeint!
Ich habe es sehr interessant gefunden, dass ausgerechnet Hans Peter Haselsteiner, der wahrscheinlich aus Ihrer Sicht ein begnadeter Unternehmer ist, unlängst gesagt hat – es stand, soweit ich mich erinnern kann, im „profil“, aber ich bin mir nicht ganz sicher, jedenfalls hat er das gesagt –, der Staat ist vielleicht kein guter Unternehmer, aber die Banken auch nicht. Sie sind vielleicht genauso gute oder genauso schlechte Unternehmer. (Ruf bei der ÖVP: Der hat wahrscheinlich die BAWAG gemeint!)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Es gibt aus unserer Sicht einfach Bedingungen für öffentliches Eigentum, die sich dann ergeben, wenn es Bereiche gibt, die betriebswirtschaftlich nicht gewinnbringend zu führen sind, wo es aber trotzdem ein allgemeines öffentliches Interesse gibt. Und da gehört die Post sicherlich in gewisser Weise dazu, denn es gibt ein Interesse daran, dass es eine allgemeine Versorgung in einer guten Qualität gibt. Das ist aber nicht bis in den letzten Ort gewinnbringend zu bewerkstelligen, und deswegen gibt es da eine staatliche Verantwortung. In solchen Fällen bekennen sich die Grünen für eine staatliche Regulierung, denn da macht öffentliches Eigentum Sinn. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Warten Sie ein bisschen, ich bin ja noch nicht fertig!
Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.
Heißt das, dass es eine flächendeckende Versorgung mit Postämtern gibt? Wie ist diese flächendeckende Versorgung für den Postbetrieb festzulegen? (Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.) Ja, genau, darüber kann man ja diskutieren. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.) Nein! Bitte erklären Sie mir jetzt nicht, dass das Aufgabe des Gesetzgebers ist. Gerade Sie stellen diesen gesetzlichen Zustand nicht her, und zwar jetzt schon nicht, und daher habe ich wenig Vertrauen, dass Sie das bei einer Privatisierung über die Börse machen werden. Es wäre ja ganz egal ... (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.) – Sie wollen mir einfach nicht zuhören, ich merke es!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.
Heißt das, dass es eine flächendeckende Versorgung mit Postämtern gibt? Wie ist diese flächendeckende Versorgung für den Postbetrieb festzulegen? (Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.) Ja, genau, darüber kann man ja diskutieren. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.) Nein! Bitte erklären Sie mir jetzt nicht, dass das Aufgabe des Gesetzgebers ist. Gerade Sie stellen diesen gesetzlichen Zustand nicht her, und zwar jetzt schon nicht, und daher habe ich wenig Vertrauen, dass Sie das bei einer Privatisierung über die Börse machen werden. Es wäre ja ganz egal ... (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.) – Sie wollen mir einfach nicht zuhören, ich merke es!
Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.
Heißt das, dass es eine flächendeckende Versorgung mit Postämtern gibt? Wie ist diese flächendeckende Versorgung für den Postbetrieb festzulegen? (Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.) Ja, genau, darüber kann man ja diskutieren. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.) Nein! Bitte erklären Sie mir jetzt nicht, dass das Aufgabe des Gesetzgebers ist. Gerade Sie stellen diesen gesetzlichen Zustand nicht her, und zwar jetzt schon nicht, und daher habe ich wenig Vertrauen, dass Sie das bei einer Privatisierung über die Börse machen werden. Es wäre ja ganz egal ... (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.) – Sie wollen mir einfach nicht zuhören, ich merke es!
Abg. Mag. Regler: Es gibt einen Versorgungsauftrag!
Es wäre ja ganz egal, ob es im öffentlichen Eigentum ist oder im privaten, wenn Sie als Regierungsfraktionen, wenn wir als Gesetzgeber die Rahmenbedingungen festlegen würden. (Abg. Mag. Regler: Es gibt einen Versorgungsauftrag!) Ja, den gibt es, der ist aber nicht ausreichend definiert (Abg. Mag. Regler: O ja!), und zwar jetzt schon nicht, und der müsste daher geändert werden. Dafür haben die Grünen immer plädiert, dass nämlich ein neues Postgesetz her muss, wo das klar dargelegt ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Regler: O ja!
Es wäre ja ganz egal, ob es im öffentlichen Eigentum ist oder im privaten, wenn Sie als Regierungsfraktionen, wenn wir als Gesetzgeber die Rahmenbedingungen festlegen würden. (Abg. Mag. Regler: Es gibt einen Versorgungsauftrag!) Ja, den gibt es, der ist aber nicht ausreichend definiert (Abg. Mag. Regler: O ja!), und zwar jetzt schon nicht, und der müsste daher geändert werden. Dafür haben die Grünen immer plädiert, dass nämlich ein neues Postgesetz her muss, wo das klar dargelegt ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es wäre ja ganz egal, ob es im öffentlichen Eigentum ist oder im privaten, wenn Sie als Regierungsfraktionen, wenn wir als Gesetzgeber die Rahmenbedingungen festlegen würden. (Abg. Mag. Regler: Es gibt einen Versorgungsauftrag!) Ja, den gibt es, der ist aber nicht ausreichend definiert (Abg. Mag. Regler: O ja!), und zwar jetzt schon nicht, und der müsste daher geändert werden. Dafür haben die Grünen immer plädiert, dass nämlich ein neues Postgesetz her muss, wo das klar dargelegt ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Also es stellt sich die Frage: Ist die Versorgung sichergestellt, und was passiert, wenn die Post das Kapital wirklich braucht, Sie aber die Privatisierungserlöse für etwas anderes verwenden, wenn also nicht sichergestellt ist, ob das Geld dann auch wirklich aus der ÖIAG kommt? Aus diesem Grunde werden wir Ihrem Antrag nicht zustimmen, weil Sie durch die Vorgangsweise, wie Sie mit diesen Dingen umgehen, Ihre Glaubwürdigkeit längst verspielt haben. Wir verlangen, dass diese Dinge sichergestellt sind, bevor über eine weitere Privatisierung geredet wird! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Weil Sie nicht gut zuhören!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Sburny, da Sie sagten, dass das widersprüchlich sei, muss ich Ihnen erwidern: Widersprüchlich ist meiner Meinung nach nur eines, nämlich Ihre Rede im Vergleich zur Rede Ihres Kollegen Kogler, denn der hat nämlich den Börsengang der Post beziehungsweise die Privatisierung der Post absolut positiv bewertet, während Sie sich eigentlich dagegen ausgesprochen haben. Das ist der einzige Widerspruch, den ich da ausmachen kann. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Weil Sie nicht gut zuhören!)
Abg. Sburny: Sie meinen immer, dass der Staat ein schlechter Unternehmer ist!
Sie kritisieren den Herrn Finanzminister dafür, wie er die Performance der Österreichischen Post darlegt, dass er nämlich ins Treffen führt, dass sie hervorragend aufgestellt ist, dass sie drei Mal Europameister geworden ist, und Sie meinen, das wäre keine Begründung für einen Börsengang. – Dazu muss ich Ihnen sagen: Selbstverständlich ist das eine Grund für einen Börsengang! Soll man mit einem Unternehmen dann an die Börse gehen, wenn es schlecht dasteht? (Abg. Sburny: Sie meinen immer, dass der Staat ein schlechter Unternehmer ist!) Na selbstverständlich geht man
Beifall bei der ÖVP.
mit einem Unternehmen dann an die Börse, wenn es einen guten Auftritt hat! Das ist sinnvolle Wirtschaftspolitik! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.
Es gibt Gott sei Dank in der Bevölkerung ein gutes Gespür; ich sage das einmal so. Die SPÖ versucht nämlich wieder, planwirtschaftliche Konzepte durchzusetzen. Aber die Bevölkerung hat, wie gesagt, ein gutes Gespür: Es herrscht nämlich die weit verbreitete Meinung, dass die SPÖ zwar für vieles gut sein mag, sie aber nicht wirtschaften kann. Und das lässt sich in vielen Bereichen auch nachweisen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ihr Vorschlag ist ein anderer: Sie schlagen vor, dass dieses zusätzliche Kapital möglichst wieder vom Steuerzahler zu kommen hat, dass es der Steuerzahler hineinzahlen soll. Dann ist es nämlich egal, ob man in einem Bereich tätig ist, der wirtschaftlich effizient ist – oder ob man ausschließlich in einem Bereich tätig ist, der wirtschaftlich nicht effizient ist. Daher, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, sind Ihre Konzepte der siebziger und achtziger Jahre keine Konzepte, mit denen wir im 21. Jahrhundert agieren können! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Die SPÖ ist ja mittlerweile für ihren Zickzackkurs hinlänglich bekannt, und der trifft auch hier wieder zu, denn Sie behaupten jetzt nämlich, dass der Börsengang zum jetzigen Zeitpunkt eine falsche Entscheidung sei. Sie meinen, es sei der falsche Zeitpunkt. – Wir haben auch nichts anderes von Ihnen erwartet, denn wenn SPÖ-Finanzminister und SPÖ-Bundeskanzler ein Bundesgesetz hier im Nationalrat einbringen und sämtliche Abgeordnete der Sozialdemokratie diesem Gesetz ihre Zustimmung geben und dann eine andere Bundesregierung genau das tut, was in diesem Gesetz, das Sie vorgelegt und mitbeschlossen haben, steht, dann ist das für Sie falsch, dann passt es für Sie auf einmal nicht. Für Sie gibt es eine sehr einfache Formel: Dann, wenn die SPÖ den Zeitpunkt für eine Maßnahme bestimmt, ist es der richtige, und wenn es jemand anderer tut, ist es der falsche! – So einfach ist aber Wirtschaftspolitik nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
er in diesem Zusammenhang geschrieben hat –, in weiten Breichen durchgesetzt. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist erfolgreiche Wirtschaftspolitik, die Arbeitsplätze sichert, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Amon: Hochmut kommt vor dem Fall!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Frau Präsidentin! Herren der Bundesregierung! In einem gebe ich Ihnen Recht, Herr Amon, aber wirklich nur in einem: Die Bevölkerung hat ein gutes Gespür; das ist richtig. Deswegen haben auch die Sozialdemokraten in Salzburg gewonnen – auch wenn Sie es nicht gerne hören wollen –, in der Steiermark gewonnen, in Wien und im Burgenland gewonnen, und ich darf Sie auch an die ORF-Wahl erinnern. Die Leute haben schon ein gutes Gespür dafür, was ihnen diese Regierung alles antut. Das Bußgewand würde der Regierung besser passen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Amon: Hochmut kommt vor dem Fall!)
Beifall bei der SPÖ.
Es sind nämlich Sie dafür verantwortlich, dass wir in Österreich die höchste Arbeitslosenrate der Zweiten Republik haben, dass wir keine ausreichenden Kinderbetreuungseinrichtungen haben und ständig in die Richtung von vorwiegend Teilzeitbeschäftigungen und atypischen Beschäftigungen gehen. Also, das Bußgewand würde wirklich Ihnen besser passen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
zusätzlich arbeitslos geworden sind dank Ihrer völlig verfehlten Politik, Herr Stummvoll! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Den „Konsum“ habt ihr zugesperrt!
Die Jobsicherheit – das ist ja wirklich zum Lachen! (Abg. Neudeck: Den „Konsum“ habt ihr zugesperrt!) Sie haben so viele Postämter zugesperrt und damit Tausende Arbeitslose geschaffen und ganzen Regionen die Nahversorgung genommen. Es ist daher am besten, wenn Sie sehr rasch Platz machen, denn die Leute wissen, welche Politik Sie „verzapfen“, nämlich eine sehr, sehr schlechte.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister, für die Post und für Österreich wäre es besser, dass Sie gehen – und nehmen Sie am besten gleich die ganze Bundesregierung mit! Topp, die Wette gilt! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Wieso sind eigentlich keine Minister und nur Staatssekretäre da?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Hofmann. Wunschredezeit: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Wieso sind eigentlich keine Minister und nur Staatssekretäre da?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Tatsache ist, dass diese Privatisierungspolitik der Bundesregierung eine zukunftsorientierte, eine zukunftsweisende ist, und die Chancen für die betroffenen Unternehmen, sich entsprechend positionieren zu können, sind ausgezeichnet. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die letzte Ausschüttung an Dividenden an den Bund während Ihrer Zeit war im Jahre 1992 eine solche in Höhe von 43 Millionen. – Die Privatisierungserlöse der ÖIAG betragen 5,4 Milliarden €, geschätzte Damen und Herren, und der Unternehmenswert ist von 5 Milliarden auf 8,2 Milliarden gestiegen! Keine Rede also von einem „Verscherbeln von Familiensilber“, von einem „Verschleudern von Volksvermögen“, sondern das ist ein guter, ein richtiger und ein zukunftsweisender Weg, geschätzte Damen und Herren! – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Staatssekretär Mag. Kukacka: Sind Sie jetzt dafür oder dagegen?
Wie jetzt die Eigentümerstruktur bei der Post ist, das ist eine Extra-Frage, und da haben wir einen sehr differenzierten Zugang. Nur: Sie selbst hätten in der Vergangenheit ein besserer Eigentümer sein sollen: für die Beschäftigten, für die Bevölkerung und die Postdienstleistungen vor Ort. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Staatssekretär Mag. Kukacka: Sind Sie jetzt dafür oder dagegen?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ja, weil die Realität eine andere ist!
Post AG! Im Bezirk Freistadt wird es à la longue nur mehr zwei Postämter geben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ja, weil die Realität eine andere ist!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, das ist in der Verantwortung dieser Regierung! Daher denke ich, es ist höchst an der Zeit, dass diese Regierung geht, es ist höchst an der Zeit, dass Österreich eine andere Politik bekommt! Die Menschen in Österreich verdienen es! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist einfach eine Realität, dass man nicht mehr so viele Postämter braucht. Und daran war, glaube ich, weder die blau-schwarze noch jetzt die schwarz-orange oder vielleicht vorher eine andere Koalition schuld, sondern das ist einfach ein Zeichen der Zeit, dass man nicht mehr so viele Postämter braucht! Wir haben heute Postämter in kleinen Gemeinden, wo an einem ganzen Tag einer kommt, um einen Brief aufzugeben, oder einer kommt, um etwas einzuzahlen. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß, und daher ist es viel vernünftiger, rechtzeitig für Alternativen zu sorgen, als mit Zwang Postämter am Leben zu erhalten, die sich einfach nicht mehr rechnen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn die Sozialromantik der SPÖ im Zusammenhang mit den Postämtern zum Vorschein kommt, hat man manchmal direkt das Gefühl, im nächsten Entschließungsantrag wird drinnen stehen, dass man vielleicht die Postkutschen auch wieder aktiviert, um sozusagen in der alten Sozialromantik weiterzuarbeiten. Nur, meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ: Die Postkutsche dient maximal der „Startklar“-Tour Ihres Vorsitzenden Alfred Gusenbauer. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wissen Sie, was ich hoffe, dass es bald nicht mehr gibt: diese Regierung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte abschließend noch auf Folgendes hinweisen, meine Damen und Herren: Es ist immer beklagt worden, dass Postämter geschlossen wurden. Ja, ich habe ein gewisses Verständnis dafür, aber all diese Postämter waren doch schwer defizitär. Nehmen Sie doch zur Kenntnis, dass der allergrößte Teil dieser Postämter Verluste zwischen 10 000 € und 20 000 € im Jahr gemacht hat! Wir konnten auf Dauer solche Verlustträger nicht erhalten, weil das doch die Zukunftsfähigkeit der gesamten Post in Mitleidenschaft gezogen hätte und die Post AG niemals in der Lage wäre, ihre Expansionsstrategie entsprechend durchzuführen, zu planen und umzusetzen, wenn sie solche Verlustträger auf Dauer mit sich herumtragen hätte müssen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, diese Regierung weiß auch in dieser Frage, was sie will. Bei dieser Postprivatisierung wird das Familiensilber ganz sicher nicht verschleudert, sondern – davon bin ich überzeugt – das Familiensilber wird durch diese Privatisierungsaktion vergoldet! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Hoscher. Wunschredezeit: 1 Minute; Gesamtrestredezeit der Fraktion: 2 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
„Ein Familienvater kauft um 20 000 Euro solche Aktien von der Post. Die Kinder sind 14 oder 15 Jahre alt. Die Aktie saust runter, und der Papa hat statt seiner 20.000 Euro nur noch 16.000.“ (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Originalzitat Raiffeisen. „Kinder maturieren, fangen zu studieren an. Der brauchte das Geld dringend.“
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Das Problem dieser Bundesregierung liegt einfach darin, dass sie strategische Wirtschaftspolitik mit Abenteurertum verwechselt. So gesehen ist Ihr Dringlicher Antrag juristisch als gefährliche Drohung einzustufen. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wo arbeiten Sie? Bei der Lotterie?
Wenn die Belegschaftsvertretung, auf die Sie so gerne hinhauen, vor diesen Gefahren zu Recht warnt, dann beweist die Belegschaftsvertretung jenen Weitblick, der Ihnen absolut abgeht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wo arbeiten Sie? Bei der Lotterie?)
Abg. Mag. Molterer: Das sagen Sie?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Staatssekretär Kukacka, ich würde Sie und alle anderen, die vom Regierungspult aus reden, doch bitten, dass Sie sich an die Konvention dieses Hauses halten (Abg. Mag. Molterer: Das sagen Sie?) und keine Polemik von der Regierungsbank aus betreiben. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Staatssekretär Kukacka, ich würde Sie und alle anderen, die vom Regierungspult aus reden, doch bitten, dass Sie sich an die Konvention dieses Hauses halten (Abg. Mag. Molterer: Das sagen Sie?) und keine Polemik von der Regierungsbank aus betreiben. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn Sie, Herr Staatssekretär, die Redner und Rednerinnen klassifizieren, warum jemand nicht geredet hat, und mutmaßen und rätseln, warum jemand geredet hat, dann, finde ich, ist das vor allem für Sie als Fachzuständigen eine absolute Themenverfehlung! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Sie sollten uns hier Rede und Antwort stehen auf unsere berechtigten Sorgen und Einwände, Herr Staatssekretär! Das erwarten wir von Ihnen.
Abg. Mag. Molterer: Sie kennen den ÖVP-Klub noch immer nicht, Herr Kollege!
Ich sage Ihnen: Privatisierung kann gut sein, Privatisierung kann auch schlecht sein. Wenn ich mir Privatisierungs- oder Börsevorgänge Ihrer Bundesregierung ansehe, dann weiß ich, warum der Herr Finanzminister nicht alle erwähnt hat, die in seinem beziehungsweise Ihrem Antrag vorkommen; dieser Dringliche Antrag stammt ja anscheinend aus dem Finanzministerium, das Finanzministerium macht sich selbst die Anträge. (Abg. Mag. Molterer: Sie kennen den ÖVP-Klub noch immer nicht, Herr Kollege!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Der Aktienkurs ist auf 6 € gefallen, und das liegt weit unter dem, was die Telekom wert war. – Das wollen Sie uns als erfolgreiches Beispiel verkaufen?! Das war ein Betrug an den österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
„Der für dieses Frühjahr geplante Gang der Österreichischen Post an die Wiener Börse wird von der Raiffeisen Zentralbank (RZB) begrüßt. ,Die Aktie ist ein interessantes Investment‘, meint deren Chef-Analyst Peter Brezinschek. Zwar sei die Kursphantasie begrenzt, aber der Titel sei von Preiserhöhungen bei Rohstoffen und Konjunkturschwankungen kaum betroffen. Die Anleger dürften daher kaum von größeren Kursschwankungen beunruhigt werden.“ (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Aha-Rufe bei der ÖVP.
Und weiters: „Zudem eigne sich die Aktie – insbesondere für Kleinanleger – zur Risikostreuung und langfristigen Veranlagung. Alles Geld in eine Aktie, egal welche, zu stecken, wäre aber falsch. ,Sie sollte Teil‘“ – hören Sie zu! – „,eines Volksaktienbündels sein‘, zu dem der Experte auch etwa die Telekom Austria oder die voestalpine zählt.“ (Aha-Rufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren, ich würde Ihnen diese Lektüre noch vor der Abstimmung empfehlen, vielleicht empfinden Sie dann die Postprivatisierung als positiv. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Jakob Auer: Was ist mit Van der Bellen und Gusenbauer?
Ich ersuche jene Damen und Herren, die diesem Entschließungsantrag die Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Jakob Auer: Was ist mit Van der Bellen und Gusenbauer?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar vecer! Poštovane dame i gospodo! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Auf der Regierungsbank sitzt jetzt niemand, aber das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn wer sollte hier sitzen und irgendetwas Konstruktives zu dieser Diskussion beitragen (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), obwohl eigentlich ausschließlich Mitglieder der Bundesregierung Adressaten dieses Entschließungsantrages der Grünen sind, um den es heute geht! Dieser Antrag fordert die Bundesregierung auf, gegen den Landeshauptmann von Kärnten wegen schuldhafter Rechtsverletzung eine so genannte Ministeranklage einzubringen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was, wenn nicht – eine schuldhafte Rechtsverletzung ist es! Es ist ganz eindeutig die gröbste Missachtung, die der Landeshauptmann in diesem Fall, in seiner Eigenschaft für den Vollzug von Minderheitenrechten in Kärnten verantwortlich, begangen hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Mir passen auch oft Wahlergebnisse nicht, aber das ist die Entscheidung des Souveräns. Mir könnten ja auch Entscheidungen des Verfassungsgerichthofs in Bezug auf Gesetze, die auch ich im Nationalrat mitbeschlossen habe, nicht gefallen, aber ich respektiere den Verfassungsgerichtshof als obersten Hüter der österreichischen Bundesverfassung. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist doch so was von einem Blödsinn, was Sie da reden! Das schreit ja zum Himmel!
Ich möchte zum Abschluss noch Folgendes sagen zu der Haltung, die manche Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen politischen Gremien, nicht nur hier im Nationalrat, haben. Manche meinen, da gibt es einen selbstzerstörerischen politischen Kurs von politischen Funktionären und Würdenträgen irgendwo in der Republik, in dem Fall auf einer Ebene, wo es einem ganzen Land schadet, nämlich dem Bundesland Kärnten, und weit darüber hinaus, nämlich der ganzen Republik. Wir sind das Gespött ganz Europas. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist doch so was von einem Blödsinn, was Sie da reden! Das schreit ja zum Himmel!) Wir sind das Gespött ganz Europas!
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Wir sind vertreten durch Bundeskanzler Schüssel, der jetzt Ratspräsident ist, und wir sind diejenigen, auf die sich ganz Europa konzentriert, wenn es darum geht, ein positives Bild der EU in den EU-Staaten, aber auch in den Beitrittswerberstaaten und in Gesamteuropa zu zeichnen. Österreich ist ein Land, das einen insgesamt hervorragenden Ruf in Europa genießt – mit einer Ausnahme, einer so klitzekleinen Ausnahme, dass man sie beinahe nicht in Worten ausdrücken kann, nämlich: zweisprachige Ortstafeln. Im Ceauşescu-Rumänien gab es zweisprachige Ortstafeln (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), im demokratischen Rumänien gibt es sie, Frau Präsidentin (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es gibt sie auch bei uns!), im kommunistischen Ungarn, im demokratischen Ungarn gibt es sie. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja wirklich lächerlich!) Im demokratischen Österreich gibt es die Ortstafeln seit 1976, respektive 1977 nicht (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wie lange dauern eigentlich 10 Minuten? Das ist unglaublich!), und es gibt Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes, denen mit Ausnahme der grünen Opposition niemand zum Durchbruch verhelfen will. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es gibt sie auch bei uns!
Wir sind vertreten durch Bundeskanzler Schüssel, der jetzt Ratspräsident ist, und wir sind diejenigen, auf die sich ganz Europa konzentriert, wenn es darum geht, ein positives Bild der EU in den EU-Staaten, aber auch in den Beitrittswerberstaaten und in Gesamteuropa zu zeichnen. Österreich ist ein Land, das einen insgesamt hervorragenden Ruf in Europa genießt – mit einer Ausnahme, einer so klitzekleinen Ausnahme, dass man sie beinahe nicht in Worten ausdrücken kann, nämlich: zweisprachige Ortstafeln. Im Ceauşescu-Rumänien gab es zweisprachige Ortstafeln (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), im demokratischen Rumänien gibt es sie, Frau Präsidentin (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es gibt sie auch bei uns!), im kommunistischen Ungarn, im demokratischen Ungarn gibt es sie. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja wirklich lächerlich!) Im demokratischen Österreich gibt es die Ortstafeln seit 1976, respektive 1977 nicht (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wie lange dauern eigentlich 10 Minuten? Das ist unglaublich!), und es gibt Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes, denen mit Ausnahme der grünen Opposition niemand zum Durchbruch verhelfen will. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja wirklich lächerlich!
Wir sind vertreten durch Bundeskanzler Schüssel, der jetzt Ratspräsident ist, und wir sind diejenigen, auf die sich ganz Europa konzentriert, wenn es darum geht, ein positives Bild der EU in den EU-Staaten, aber auch in den Beitrittswerberstaaten und in Gesamteuropa zu zeichnen. Österreich ist ein Land, das einen insgesamt hervorragenden Ruf in Europa genießt – mit einer Ausnahme, einer so klitzekleinen Ausnahme, dass man sie beinahe nicht in Worten ausdrücken kann, nämlich: zweisprachige Ortstafeln. Im Ceauşescu-Rumänien gab es zweisprachige Ortstafeln (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), im demokratischen Rumänien gibt es sie, Frau Präsidentin (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es gibt sie auch bei uns!), im kommunistischen Ungarn, im demokratischen Ungarn gibt es sie. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja wirklich lächerlich!) Im demokratischen Österreich gibt es die Ortstafeln seit 1976, respektive 1977 nicht (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wie lange dauern eigentlich 10 Minuten? Das ist unglaublich!), und es gibt Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes, denen mit Ausnahme der grünen Opposition niemand zum Durchbruch verhelfen will. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wie lange dauern eigentlich 10 Minuten? Das ist unglaublich!
Wir sind vertreten durch Bundeskanzler Schüssel, der jetzt Ratspräsident ist, und wir sind diejenigen, auf die sich ganz Europa konzentriert, wenn es darum geht, ein positives Bild der EU in den EU-Staaten, aber auch in den Beitrittswerberstaaten und in Gesamteuropa zu zeichnen. Österreich ist ein Land, das einen insgesamt hervorragenden Ruf in Europa genießt – mit einer Ausnahme, einer so klitzekleinen Ausnahme, dass man sie beinahe nicht in Worten ausdrücken kann, nämlich: zweisprachige Ortstafeln. Im Ceauşescu-Rumänien gab es zweisprachige Ortstafeln (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), im demokratischen Rumänien gibt es sie, Frau Präsidentin (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es gibt sie auch bei uns!), im kommunistischen Ungarn, im demokratischen Ungarn gibt es sie. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja wirklich lächerlich!) Im demokratischen Österreich gibt es die Ortstafeln seit 1976, respektive 1977 nicht (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wie lange dauern eigentlich 10 Minuten? Das ist unglaublich!), und es gibt Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes, denen mit Ausnahme der grünen Opposition niemand zum Durchbruch verhelfen will. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir sind vertreten durch Bundeskanzler Schüssel, der jetzt Ratspräsident ist, und wir sind diejenigen, auf die sich ganz Europa konzentriert, wenn es darum geht, ein positives Bild der EU in den EU-Staaten, aber auch in den Beitrittswerberstaaten und in Gesamteuropa zu zeichnen. Österreich ist ein Land, das einen insgesamt hervorragenden Ruf in Europa genießt – mit einer Ausnahme, einer so klitzekleinen Ausnahme, dass man sie beinahe nicht in Worten ausdrücken kann, nämlich: zweisprachige Ortstafeln. Im Ceauşescu-Rumänien gab es zweisprachige Ortstafeln (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), im demokratischen Rumänien gibt es sie, Frau Präsidentin (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es gibt sie auch bei uns!), im kommunistischen Ungarn, im demokratischen Ungarn gibt es sie. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja wirklich lächerlich!) Im demokratischen Österreich gibt es die Ortstafeln seit 1976, respektive 1977 nicht (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wie lange dauern eigentlich 10 Minuten? Das ist unglaublich!), und es gibt Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes, denen mit Ausnahme der grünen Opposition niemand zum Durchbruch verhelfen will. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen für die das Rednerpult verlassende Abg. Mag. Stoisits.
(Beifall bei den Grünen für die das Rednerpult verlassende Abg. Mag. Stoisits.)
Abg. Lentsch: Bewusst!
Abgeordnete Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte von der künstlichen Aufregung von Frau Kollegin Stoisits wieder wegkommen, weil das gerade in dieser Frage weder hilft, noch angebracht ist. Ich denke, man sollte sich darauf konzentrieren, was tatsächlich Sache ist! Aber Sie, Frau Kollegin, haben in Ihrem Debattenbeitrag sehr viele falsche Behauptungen aufgestellt, und ich möchte einiges davon richtig stellen. (Abg. Lentsch: Bewusst!) Bewusst falsch gesagt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Gleich vorweg haben Sie wieder einmal kritisiert, dass kein Mitglied der Bundesregierung auf der Regierungsbank sitzt. Das insinuiert, dass es üblich ist, dass bei Fristsetzungsdebatten und bei Kurzdebatten immer Damen und Herren der Regierung anwesend sind. Dazu muss man den Zuschauerinnen und Zuschauern Folgendes darlegen: Es entspricht durchaus den Gepflogenheiten, dass bei Fristsetzungsdebatten niemand von der Regierung da ist. Das bedeutet also, dass das überhaupt nichts mit dem Verhandlungsgegenstand zu tun hat, Frau Kollegin. Versuchen Sie, wenigstens einmal korrekt zu sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – So viel zum Ablauf.
Beifall bei der ÖVP.
Zum anderen haben Sie – was letzter Zeit an Ihnen wahrscheinlich spurlos vorübergegangen ist – die heftige Debatte in juristischer Hinsicht als auch die Wortmeldungen des Herrn Bundeskanzlers in dieser Sache, nicht angesprochen. Sie haben fälschlicherweise behauptet, dass sich der Herr Bundeskanzler in dieser Sache nicht geäußert hat. Wahr ist: Er hat sich mehrfach dazu geäußert und ganz eindeutig festgestellt, dass er daran denkt, diese Sache bis zum 30. Juni 2006, bis zu der uns vom Verfassungsgerichtshof gesetzten Frist, zu lösen. Das hat er mehrfach gesagt! Ich würde Ihnen anraten, das „Mittagsjournal“, „Journal zu Gast“ oder ähnliche Dinge zu hören. Dann würde Ihnen vieles nicht entgehen. Aber behaupten Sie auf jeden Fall nicht Unwahres, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Sburny: Und Sie sitzen in Kärnten, oder wie?
Sie sitzen in Wien (in Richtung Grüne), Sie betrifft es nicht. (Abg. Sburny: Und Sie sitzen in Kärnten, oder wie?) Ich sitze auch in Wien, aber ich habe noch nie so wie Sie hier in irgendeiner Art und Weise Öl ins Feuer gegossen. (Abg. Sburny: Was heißt denn das: „Öl ins Feuer“? Wer gießt Öl ins Feuer?) – Ja, Sie, ununterbrochen! Versuchen Sie, die Wortmeldungen Ihrer Frau Kollegin Stoisits zu verfolgen, dann können Sie das nachvollziehen. (Abg. Sburny: Das ist doch wirklich absurd!)
Abg. Sburny: Was heißt denn das: „Öl ins Feuer“? Wer gießt Öl ins Feuer?
Sie sitzen in Wien (in Richtung Grüne), Sie betrifft es nicht. (Abg. Sburny: Und Sie sitzen in Kärnten, oder wie?) Ich sitze auch in Wien, aber ich habe noch nie so wie Sie hier in irgendeiner Art und Weise Öl ins Feuer gegossen. (Abg. Sburny: Was heißt denn das: „Öl ins Feuer“? Wer gießt Öl ins Feuer?) – Ja, Sie, ununterbrochen! Versuchen Sie, die Wortmeldungen Ihrer Frau Kollegin Stoisits zu verfolgen, dann können Sie das nachvollziehen. (Abg. Sburny: Das ist doch wirklich absurd!)
Abg. Sburny: Das ist doch wirklich absurd!
Sie sitzen in Wien (in Richtung Grüne), Sie betrifft es nicht. (Abg. Sburny: Und Sie sitzen in Kärnten, oder wie?) Ich sitze auch in Wien, aber ich habe noch nie so wie Sie hier in irgendeiner Art und Weise Öl ins Feuer gegossen. (Abg. Sburny: Was heißt denn das: „Öl ins Feuer“? Wer gießt Öl ins Feuer?) – Ja, Sie, ununterbrochen! Versuchen Sie, die Wortmeldungen Ihrer Frau Kollegin Stoisits zu verfolgen, dann können Sie das nachvollziehen. (Abg. Sburny: Das ist doch wirklich absurd!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.
Sie hat gemeint, dass Österreich zum Gespött ganz Europas wird. Das ist geradezu lächerlich! Sie hat vom „Schweigekanzler“ gesprochen; das habe ich bereits mit Fakten widerlegt: Sie bekommen eben nicht wirklich mit, wenn eine Wortmeldung stattfindet. Sie verfallen einfach in Ihre übliche Reaktion, indem Sie dem politischen Mitbewerber etwas vorwerfen. Und Frau Kollegin Stoisits hat auch erklärt, dass es hier keine Unterstützung seitens der politischen Mandatsträger zur Umsetzung von VfGH-Erkenntnissen gibt. (Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.) Auch das ist unrichtig, Frau Kollegin. Es gibt die Aussage, dass genau dieses Erkenntnis bis Mitte des Jahres umgesetzt wird. Daran werden wir uns halten, und danach mögen Sie uns beurteilen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie hat gemeint, dass Österreich zum Gespött ganz Europas wird. Das ist geradezu lächerlich! Sie hat vom „Schweigekanzler“ gesprochen; das habe ich bereits mit Fakten widerlegt: Sie bekommen eben nicht wirklich mit, wenn eine Wortmeldung stattfindet. Sie verfallen einfach in Ihre übliche Reaktion, indem Sie dem politischen Mitbewerber etwas vorwerfen. Und Frau Kollegin Stoisits hat auch erklärt, dass es hier keine Unterstützung seitens der politischen Mandatsträger zur Umsetzung von VfGH-Erkenntnissen gibt. (Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.) Auch das ist unrichtig, Frau Kollegin. Es gibt die Aussage, dass genau dieses Erkenntnis bis Mitte des Jahres umgesetzt wird. Daran werden wir uns halten, und danach mögen Sie uns beurteilen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Regler: Sie hat nichts anderes gesagt!
Ich fasse es zusammen: Frau Kollegin Baumgartner-Gabitzer, ich denke doch, dass wir uns einig sind, dass Demokratie und Verfassung uns alle angeht in Österreich und in Kärnten und dass auch Würde und politische Kultur Sachen sind, die uns alle angehen. – So viel zu den Feststellungen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Regler: Sie hat nichts anderes gesagt!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Lentsch: Warum sind dann die SPÖ-Bürgermeister dagegen?
Tatsache aber ist, Frau Kollegin Baumgartner-Gabitzer und andere, dass Kärnten, nicht nur Kärnten, sondern Österreich, wie vorher zwei Mal formuliert wurde, wieder einmal, zum wiederholten Mal seit Monaten im Brennpunkt, im Blickfeld der internationalen Öffentlichkeit steht, und leider in negativer Weise. Eine Aufmerksamkeit, die dem Image des Landes Kärnten, aber auch dem Image der Republik Österreich schadet, eine Aufmerksamkeit, die sich kein Mensch in Kärnten in Wirklichkeit verdient hat, nicht einmal jene Menschen, die noch im Jahr 2004 dem derzeitigen Noch-Landeshauptmann das Vertrauen gegeben haben, denn nicht einmal sie konnten es sich vorstellen, dass sie, wenn sie ihm das Vertrauen noch einmal aussprechen, dann jetzt, im Jahr 2006, mit einem Ortstafel verschiebenden, selbst ernannten Messias konfrontiert sind, der sich Landeshauptmann von Kärnten nennt. Nicht einmal sie haben das verdient! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Lentsch: Warum sind dann die SPÖ-Bürgermeister dagegen?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wie schaut die klare Linie aus?
Die Position der SPÖ-Bürgermeister ist klar, Ihr Bundeskanzler hat sie erfahren und es wurde dort auch formuliert. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wie schaut die klare Linie aus?) Im Gegensatz zur ÖVP hat die SPÖ zugegebenermaßen nach vielen Auseinandersetzungen in vielen Jahren eine klare Linie, aber Ihnen, Frau Kollegin, würde ich empfehlen, den Parteivorstandsbeschluss der Kärntner ÖVP von Montag nachzulesen! Da sind wir uns einig.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist jetzt die Meinung der Bürgermeister?
Geschätzte Kollegen und Kolleginnen, den Imageschaden müssen die Menschen in unserer Republik und in Kärnten tragen, aber der Bundeskanzler trägt die Verantwortung für die zunehmende Eskalation – wie früher schon angesprochen – rund um die Sache der Ortstafeln in doppelter Weise. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist jetzt die Meinung der Bürgermeister?) Einmal als Koalitionspartner der ÖVP-BZÖ-Regierung und zum Zweiten als Bundeskanzler dafür, dass seine Verordnung in Wirklichkeit seit dem Jahr 2000 ausständig ist und nicht erlassen wurde.
Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das tut er ja nicht!
Der Bundeskanzler hat den Weg des Konsenses gesucht. Diese Gangart teilen wir. Wir befürworten aber nicht, dass ein Bundeskanzler der Republik Österreich schweigt und darauf wartet (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das tut er ja nicht!), bis einer seiner Koalitionspartner, nämlich jener in Kärnten, zur Vernunft kommt. Das nenne ich nicht die Wahrnehmung der Verantwortung, wie wir sie uns vorstellen. Es geht hier, geschätzte Kollegen und ich denke auch der ÖVP – Sie werden das teilen –, um Grundsätze der österreichischen Verfassung.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Es gibt ein Arbeitsübereinkommen in Kärnten, das ich nicht befürwortet habe (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), aber darin ist nicht die Verfassung in Frage gestellt worden, und es wird nicht die Frage der Ortstafeln behandelt. Das ist der Unterschied zu Ihrem Partner Haider und Schüssel auf Bundesebene. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es gibt ein Arbeitsübereinkommen in Kärnten, das ich nicht befürwortet habe (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), aber darin ist nicht die Verfassung in Frage gestellt worden, und es wird nicht die Frage der Ortstafeln behandelt. Das ist der Unterschied zu Ihrem Partner Haider und Schüssel auf Bundesebene. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Prinz.
Es geht hier um den Grundsatz der österreichischen Verfassung, der Qualität einer Demokratie, die vor allem aber auch daran gemessen wird, wie man und „frau“ mit Minderheiten in einer Demokratie umgeht. (Zwischenruf des Abg. Prinz.) In einem Klima, in dem ein Landeshauptmann täglich provoziert, Öl ins Feuer gießt, Emotionen schürt, braucht es eine verantwortungsvolle Politik (Abg. Scheibner: Wie ist Ihre Linie? Sie haben damals den Kompromiss verhindert!), für die die SPÖ bereit ist. Wir übernehmen die Verantwortung dafür, dass wir dort um Vertrauen arbeiten und Bewusstsein schaffen für ein Miteinander, wo gegeneinander Öl ins Feuer gegossen wird und Feindbilder geschürt werden. Wir setzen uns dafür ein, dass der schon Fast-Konsens von vor nicht so vielen Monaten in die Realität umgesetzt wird.
Abg. Scheibner: Wie ist Ihre Linie? Sie haben damals den Kompromiss verhindert!
Es geht hier um den Grundsatz der österreichischen Verfassung, der Qualität einer Demokratie, die vor allem aber auch daran gemessen wird, wie man und „frau“ mit Minderheiten in einer Demokratie umgeht. (Zwischenruf des Abg. Prinz.) In einem Klima, in dem ein Landeshauptmann täglich provoziert, Öl ins Feuer gießt, Emotionen schürt, braucht es eine verantwortungsvolle Politik (Abg. Scheibner: Wie ist Ihre Linie? Sie haben damals den Kompromiss verhindert!), für die die SPÖ bereit ist. Wir übernehmen die Verantwortung dafür, dass wir dort um Vertrauen arbeiten und Bewusstsein schaffen für ein Miteinander, wo gegeneinander Öl ins Feuer gegossen wird und Feindbilder geschürt werden. Wir setzen uns dafür ein, dass der schon Fast-Konsens von vor nicht so vielen Monaten in die Realität umgesetzt wird.
Beifall bei der SPÖ.
Und zu den Kollegen von den Grünen. Es ist in Wirklichkeit bis auf einen und zwei Kleinparteien in der Republik allen alles klar, was in der Frage der Ortstafeln zu tun ist, daher sei der Schwenk erlaubt: Es wäre doch gescheit gewesen, auch aktuelle Fragen wie Armut, Heizkostenzuschuss hier zu debattieren, wofür wir nun keine Zeit haben. Ich will nicht das eine gegen das andere ausspielen. Aber klar ist, dass der Bundeskanzler mit klaren und offenen Worten mit seinem Koalitionspartner und dem Landeshauptmann von Kärnten zu sprechen hat und endlich diese seit dem Jahr 2000 ausständige Verordnung zu erlassen hat! Das ist sein Versäumnis und sonst keines. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer hat das gesagt?
Erstens, Frau Kollegin Trunk, Öl ins Feuer gießen, dass man das nicht soll, da könnten Sie Recht haben. Nur sagen Sie das einmal Ihrem Herrn Kollegen Konecny im Bundesrat, wo er gerade auch über Ortstafeln spricht, wo der Kollege Konecny im Bundesrat die zutiefst zurückzuweisende Aussage des Herrn Gusenbauer wiederholt und sagt, dass der Herr Landeshauptmann Haider ein Geisteskranker ist, der frei in der Psychiatrie herumläuft! Gerade vorhin im Bundesrat! Vor zehn Minuten wiederholt! Da fordere ich ganz ehrlich, soll sich die SPÖ zuerst von diesen Aussagen distanzieren, soll man das Öl aus dem Feuer herausnehmen, denn das ist unerhört, und das weise ich auf das Schärfste zurück! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer hat das gesagt?)
Abg. Mag. Stoisits: Das hat mit dem Landeshauptmann nichts zu tun!
Zweitens Burgenland: Im Burgenland fehlen auch fünf zweisprachige Ortstafeln. Wo ist der große Aufschrei im Burgenland? – Im Burgenland fehlen fünf zweisprachige Ortstafeln. SPÖ-Landeshauptmann Niessl ... (Abg. Mag. Stoisits: Das hat mit dem Landeshauptmann nichts zu tun!) – Frau Kollegin Stoisits, schauen Sie zuerst, dass Sie Ihr eigenes Land in Ordnung bringen!
Abg. Öllinger: Elendiglich!
Und was ist in Kärnten, Herr Kollege Öllinger? Was ist denn wirklich in Kärnten? – Ich habe das schon ein paar Mal gesagt an dieser Stelle. (Abg. Öllinger: Elendiglich!) – Kärnten ist nicht elendiglich, dagegen verwahre ich mich, Herr Kollege Öllinger! Wenn Sie sagen, dass Kärnten elendiglich ist, dann ist das auf das Schärfste zurückzuweisen. (Abg. Öllinger: Nein! Ihre Partei! Der Haider!) Denn diesen Konflikt, der ins Land getragen wird – ich habe das schon oft gesagt –, verdient sich dieses Land nicht! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Nein! Ihre Partei! Der Haider!
Und was ist in Kärnten, Herr Kollege Öllinger? Was ist denn wirklich in Kärnten? – Ich habe das schon ein paar Mal gesagt an dieser Stelle. (Abg. Öllinger: Elendiglich!) – Kärnten ist nicht elendiglich, dagegen verwahre ich mich, Herr Kollege Öllinger! Wenn Sie sagen, dass Kärnten elendiglich ist, dann ist das auf das Schärfste zurückzuweisen. (Abg. Öllinger: Nein! Ihre Partei! Der Haider!) Denn diesen Konflikt, der ins Land getragen wird – ich habe das schon oft gesagt –, verdient sich dieses Land nicht! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Und was ist in Kärnten, Herr Kollege Öllinger? Was ist denn wirklich in Kärnten? – Ich habe das schon ein paar Mal gesagt an dieser Stelle. (Abg. Öllinger: Elendiglich!) – Kärnten ist nicht elendiglich, dagegen verwahre ich mich, Herr Kollege Öllinger! Wenn Sie sagen, dass Kärnten elendiglich ist, dann ist das auf das Schärfste zurückzuweisen. (Abg. Öllinger: Nein! Ihre Partei! Der Haider!) Denn diesen Konflikt, der ins Land getragen wird – ich habe das schon oft gesagt –, verdient sich dieses Land nicht! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stoisits: Das ist die Unwahrheit!
Es hat, meine geschätzten Damen und Herren, einen breiten Konsens über alle Parteien in der Ortstafelfrage gegeben. Seit dem Jahre 1976, als hier im Parlament ein Gesetz verabschiedet wurde, seit dem Jahre 1977, als dazu die Verordnung erlassen wurde, hat es Konsens gegeben. Es war niemand Geringerer als Landeshauptmann Dr. Jörg Haider, der, nachdem 20 Jahre lang die ÖVP und die SPÖ den Landeshauptmann gestellt haben, die Tafeln aufgestellt hat. Die Topographieverordnung ist erfüllt. Sie ist erfüllt! Es sind alle Ortstafeln aufgestellt. (Abg. Mag. Stoisits: Das ist die Unwahrheit!) Das sollte man einmal sagen. Sie ist zu 100 Prozent erfüllt. Das ist die Wahrheit, Frau Kollegin Stoisits! (Abg. Öllinger: Nein!)
Abg. Öllinger: Nein!
Es hat, meine geschätzten Damen und Herren, einen breiten Konsens über alle Parteien in der Ortstafelfrage gegeben. Seit dem Jahre 1976, als hier im Parlament ein Gesetz verabschiedet wurde, seit dem Jahre 1977, als dazu die Verordnung erlassen wurde, hat es Konsens gegeben. Es war niemand Geringerer als Landeshauptmann Dr. Jörg Haider, der, nachdem 20 Jahre lang die ÖVP und die SPÖ den Landeshauptmann gestellt haben, die Tafeln aufgestellt hat. Die Topographieverordnung ist erfüllt. Sie ist erfüllt! Es sind alle Ortstafeln aufgestellt. (Abg. Mag. Stoisits: Das ist die Unwahrheit!) Das sollte man einmal sagen. Sie ist zu 100 Prozent erfüllt. Das ist die Wahrheit, Frau Kollegin Stoisits! (Abg. Öllinger: Nein!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und wenn Sie permanent in der Öffentlichkeit versuchen, einen Konflikt ins Land zu tragen, so werden Sie das so lange tun, bis es die Kärntnerinnen und Kärntner nicht mehr ertragen werden. Schauen Sie einmal die Umfragen an! Das Kärntner Volk steht hinter Landeshauptmann Dr. Jörg Haider, weil es ganz genau weiß, dass er die Interessen des Volkes vertritt und nicht die Interessen des Verfassungsgerichtshofes. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Tempo 160!
Und seien wir uns ehrlich, warum gibt es diese Diskussion? – Sie alle wissen es ganz genau, weil ein gewisser Herr Rudi Vouk, Chef des Rats der Slowenen – und jetzt passen Sie auf! –, bewusst und provokant zu schnell durch Ortsgebiete fährt, damit Menschenleben gefährdet, damit das Leben von kleinen Kindern gefährdet, bewusst! (Abg. Öllinger: Tempo 160!) Es ist ein Unterschied, ob ich 160 km/h auf einer abgesicherten Strecke fahren darf, oder ob ich in einem Ortgebiet, wo es Zebrastreifen gibt, wo eine 50 km/h-Beschränkung ist, bewusst zu schnell durchfahre und Menschenleben und Kinder gefährde. Da fehlt Ihnen der Realitätssinn! Das ist eine bewusste Provokation, die hier gemacht wurde! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und seien wir uns ehrlich, warum gibt es diese Diskussion? – Sie alle wissen es ganz genau, weil ein gewisser Herr Rudi Vouk, Chef des Rats der Slowenen – und jetzt passen Sie auf! –, bewusst und provokant zu schnell durch Ortsgebiete fährt, damit Menschenleben gefährdet, damit das Leben von kleinen Kindern gefährdet, bewusst! (Abg. Öllinger: Tempo 160!) Es ist ein Unterschied, ob ich 160 km/h auf einer abgesicherten Strecke fahren darf, oder ob ich in einem Ortgebiet, wo es Zebrastreifen gibt, wo eine 50 km/h-Beschränkung ist, bewusst zu schnell durchfahre und Menschenleben und Kinder gefährde. Da fehlt Ihnen der Realitätssinn! Das ist eine bewusste Provokation, die hier gemacht wurde! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Nehmen wir diese Verfahren zurück, gehen wir hierher, wo wir die Gesetze machen können! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Machen wir ein neues Volksgruppengesetz, erheben wir die Minderheit und stellen wir das auf eine rechtliche Grundlage, damit – und ich komme zum Schlusswort – dieser Konflikt nicht mehr von außen nach Kärnten getragen wird, und die Kärntner Bevölkerung in Ruhe und Frieden mit ihrer Minderheit leben kann! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nehmen wir diese Verfahren zurück, gehen wir hierher, wo wir die Gesetze machen können! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Machen wir ein neues Volksgruppengesetz, erheben wir die Minderheit und stellen wir das auf eine rechtliche Grundlage, damit – und ich komme zum Schlusswort – dieser Konflikt nicht mehr von außen nach Kärnten getragen wird, und die Kärntner Bevölkerung in Ruhe und Frieden mit ihrer Minderheit leben kann! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Sie haben keine Ahnung! – Zwischenruf der Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! – Es sitzt ohnehin niemand auf der Regierungsbank. – Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich komme zurück zum Anlassfall, zum Kern unseres Antrages. Anlassfall für die Ministeranklage war eine ganz bestimmte Ausgangssituation, nämlich, dass der Landeshauptmann eine zweisprachige Ortstafel per Weisung entfernen hat lassen. Das war jedenfalls rechtswidrig, das war Rechtsbruch. Minderheitenrecht ist, so denke ich, nicht nur eine Sache eines abgegrenzten Gebietes, sondern Minderheitenrechte, Minderheitenpolitik sind Angelegenheit des gesamten Bundesgebietes, Minderheitenrechte sind Angelegenheiten dieses Hauses, dieses Parlaments, sie sind Bundessache, sie sind Angelegenheit der Bundesregierung, des Bundeskanzlers und sie sind in mittelbarer Weise Angelegenheit auch des Landeshauptmanns. Und ich denke, es ist völlig legitim ... (Abg. Dr. Fekter: Sie haben keine Ahnung! – Zwischenruf der Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer.)
Beifall bei den Grünen.
Entschuldigung, Frau Kollegin Baumgartner-Gabitzer, Sie haben mich heute schon einmal mit dem, was Sie gesagt haben, erschüttert, nämlich der Kollegin Stoisits vorzuwerfen, sie gieße Öl ins Feuer, sich hier zum Schutzschild eines Landeshauptmannes zu machen, der klar rechtswidrig vorgegangen ist. Also das ist etwas Neues, was ich von Ihnen in Ihrer sonstigen Seriosität überhaupt nicht gewohnt war. Das ist erschreckend. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Nein!
Ich komme noch einmal darauf zurück: Landeshauptmann Haider hat klar Rechtsbruch begangen, und auf diesen Anlassfall bezieht sich unsere Ministeranklage. (Abg. Dr. Fekter: Nein!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das glauben Sie doch selbst nicht!
diesem Wahlkreis unter Umständen das Grundmandat für das BZÖ zu erlangen. Das ist der einzige Hintergrund dieser ganzen Aktion in Kärnten. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das glauben Sie doch selbst nicht!) – Selbstverständlich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
diesem Wahlkreis unter Umständen das Grundmandat für das BZÖ zu erlangen. Das ist der einzige Hintergrund dieser ganzen Aktion in Kärnten. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das glauben Sie doch selbst nicht!) – Selbstverständlich. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist lächerlich! Genau!
Herr Kollege Scheuch, ich weiß überhaupt nicht, was tatsächlich das Problem ist. Würde man Ihre politischen Anschauungen tatsächlich an Ihnen sehen, dann hätten Sie einen Bart und mittlerweile Furchen, die so tief wären wie die Pasterzengletscherspalten, so rückwärtsgewandt, wie Sie dieses Problem angehen! In einem Europa, in dem seit dem Jahr 2005 alle Nachbarstaaten Österreichs Mitglieder der Europäischen Union sind, in dem wir darum ringen, diesen europäischen Raum in einem internationalen Kontext sowohl als sozialen Raum, als Umweltraum, als Wettbewerbsraum zu etablieren, noch über Ortstafeln zu streiten (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist lächerlich! Genau!) und dann in Kärnten noch Diskussionen zu führen, wo über Territorialansprüche Sloweniens gesprochen wird, ist so etwas von hirnrissig – entschuldigen Sie diesen Ausdruck! – (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihre Ortstafeldiskussion ist hirnrissig!), in diesen Zeiten, in diesem Jahr!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihre Ortstafeldiskussion ist hirnrissig!
Herr Kollege Scheuch, ich weiß überhaupt nicht, was tatsächlich das Problem ist. Würde man Ihre politischen Anschauungen tatsächlich an Ihnen sehen, dann hätten Sie einen Bart und mittlerweile Furchen, die so tief wären wie die Pasterzengletscherspalten, so rückwärtsgewandt, wie Sie dieses Problem angehen! In einem Europa, in dem seit dem Jahr 2005 alle Nachbarstaaten Österreichs Mitglieder der Europäischen Union sind, in dem wir darum ringen, diesen europäischen Raum in einem internationalen Kontext sowohl als sozialen Raum, als Umweltraum, als Wettbewerbsraum zu etablieren, noch über Ortstafeln zu streiten (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist lächerlich! Genau!) und dann in Kärnten noch Diskussionen zu führen, wo über Territorialansprüche Sloweniens gesprochen wird, ist so etwas von hirnrissig – entschuldigen Sie diesen Ausdruck! – (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihre Ortstafeldiskussion ist hirnrissig!), in diesen Zeiten, in diesem Jahr!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ja, genau!
Kärnten hat andere Probleme: Arbeitslosigkeit (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ja, genau!), Versorgung mit öffentlichem Verkehr, die Situation von Frauen. Und Sie beschäftigen sich tagein tagaus mit einem Problem (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie beschäftigen sich damit!), das in den Köpfen der Menschen schon lange gelöst ist! Wäre ein bisschen mehr von dem Weitblick der Kärntnerinnen und Kärntner in Ihren Köpfen, dann wäre das Problem mit Großzügigkeit aus der Welt geschafft.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie beschäftigen sich damit!
Kärnten hat andere Probleme: Arbeitslosigkeit (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ja, genau!), Versorgung mit öffentlichem Verkehr, die Situation von Frauen. Und Sie beschäftigen sich tagein tagaus mit einem Problem (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie beschäftigen sich damit!), das in den Köpfen der Menschen schon lange gelöst ist! Wäre ein bisschen mehr von dem Weitblick der Kärntnerinnen und Kärntner in Ihren Köpfen, dann wäre das Problem mit Großzügigkeit aus der Welt geschafft.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Es gibt was Emotionales auch!
Stellen Sie doch bitte 30 zweisprachige Ortstafeln auf! Was ist das Problem? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Es gibt was Emotionales auch!) Was ist daran wirklich das Problem, einfach großzügig zu zeigen: Wir haben eine Minderheit, wir sind stolz darauf, Mehrsprachigkeit ist eine Stärke, das ist nichts, vor dem man sich fürchten muss, im Gegenteil, das ist etwas ganz Großartiges. Es gibt in Europa so viele Gebiete – in Frankreich, in Deutschland –, wo es Minderheiten gibt. Es gibt in Südtirol eine deutschsprachige Minderheit. Nirgendwo ist das ein Problem, nur in Kärnten ist das ein Problem! Und das sind die Barrieren, nicht bei den Menschen vor Ort, sondern im Kopf der verantwortlichen Politiker.
Beifall bei den Grünen.
Sie missbrauchen das heuer im Wahljahr auf eine dermaßen üble Art und Weise, dass ich das nicht anders bezeichnen kann als mies, peinlich, beschämend! Als Kärntnerin schäme ich mich dafür, Herr Kollege Scheuch. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Cap: Nein!
Ich verstehe die Position der SPÖ ehrlich gesagt auch nicht. Ich denke, für einen Fristsetzungsantrag über die Frage, ob das Parlament über einen Antrag entscheiden soll, sollte das Parlament schon entscheiden können. Also die Zuständigkeitsfrage ist, so denke ich, klar. (Abg. Dr. Cap: Nein!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wenn Sie das inhaltlich falsch finden, dass wir Landeshauptmann Haider wegen dieser Entfernung einer zweisprachigen Ortstafel gerne belangen möchten, oder zumindest prüfen möchten, ob er belangt werden kann, dann können Sie das ja inhaltlich begründet ablehnen, aber zu sagen, dafür ist das Parlament nicht zuständig, ist eine Ausrede. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Es weist offensichtlich auf einen Konflikt in Ihren eigenen Reihen hin, der auch noch einer Klärung harrt. Ich halte auch den Vorschlag Ihrer Kollegin in Kärnten, ein Moratorium zu erlassen, das völlig aus der politischen Diskussion herauszunehmen, als überhaupt nicht zielführend. Bitte, stellen wir diese Tafeln einfach auf und widmen uns dann den Problemen, die Kärnten tatsächlich hat! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie das inhaltlich falsch finden, dass wir Landeshauptmann Haider wegen dieser Entfernung einer zweisprachigen Ortstafel gerne belangen möchten, oder zumindest prüfen möchten, ob er belangt werden kann, dann können Sie das ja inhaltlich begründet ablehnen, aber zu sagen, dafür ist das Parlament nicht zuständig, ist eine Ausrede. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Es weist offensichtlich auf einen Konflikt in Ihren eigenen Reihen hin, der auch noch einer Klärung harrt. Ich halte auch den Vorschlag Ihrer Kollegin in Kärnten, ein Moratorium zu erlassen, das völlig aus der politischen Diskussion herauszunehmen, als überhaupt nicht zielführend. Bitte, stellen wir diese Tafeln einfach auf und widmen uns dann den Problemen, die Kärnten tatsächlich hat! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Geschmacklos!
Von der Antike bis in die Neuzeit, meine sehr geehrten Damen und Herren, war es so, dass es fast schon dazugehört hat und unerlässlich war, dass es bei Großprojekten Todesfälle gegeben hat. Ohne Todesfälle kein Großprojekt. Insofern haben wir uns – und das Projekt e-card ist auch ein solches Projekt – natürlich deutlich zivilisiert und weiterentwickelt. Es gibt keine Todesfälle, aber politische Leichen liegen auf dem Weg, und es sollten eigentlich noch mehr gezählt werden, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Dr. Fekter: Geschmacklos!)
Beifall bei den Grünen.
Wenn man dem Klagsbegehren einer derer, die sich jetzt gemeldet haben, auch nur einigermaßen trauen kann, so ist das zweifelsohne etwas, was wir auch in Zukunft noch untersuchen müssen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall des Abg. Neugebauer.
Ich darf Ihnen sagen, dass auch wir das sicherlich mit wachsamen Augen überwachen werden. – Danke. (Beifall des Abg. Neugebauer.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Jahr 1999 das Projekt auf den Weg gebracht hat, und die ÖVP es war, die dieses Projekt fünf Jahre verschleppt hat. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Sie haben geredet, und wir haben es gemacht, wie immer! Sie reden, wir handeln!
Wir sehen es also als notwendig an, bemängeln aber die hohen Projektnebenkosten, die zahlreichen Fehler im Projektmanagement und den Projektrückstand. (Abg. Mag. Molterer: Sie haben geredet, und wir haben es gemacht, wie immer! Sie reden, wir handeln!)
Beifall bei der SPÖ.
Die Frau Bundesminister ist zweifellos gefordert, die Empfehlungen des Rechnungshofes raschest umzusetzen. Der finanzielle Schaden, den sie zumindest bisher zugelassen hat, ist hoch genug. Es wäre unverantwortlich, den Steuerzahlern noch mehr zuzumuten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Kogler.
Zweitens muss uns bewusst sein, dass der gesamte Schaden niemals gutgemacht werden kann, denn es geht um eine enorme Summe, die wir aus Steuergeldern nie hätten aufbringen können. Daher musste die Wirtschaft einspringen, und ich möchte mich von dieser Stelle aus bei der österreichischen Wirtschaft dafür recht herzlich bedanken. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Lentsch – das Rednerpult verlassend –: So sind Sie! – Abg. Marizzi: Entschuldigen Sie, ich habe nicht einmal ein Wort gesagt! – Ruf bei der ÖVP: Marizzi, ist eh gescheiter!
Das Wichtigste ist natürlich jetzt und heute, dass die Entschädigungen bereits ausbezahlt werden, rasch und unbürokratisch. Das waren und sind wir den Opfern des Naziregimes schuldig. Gelungen ist das nur – das muss man wirklich immer wieder betonen – durch einen enormen Kraftakt unseres Bundeskanzlers Dr. Wolfgang Schüssel. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Lentsch – das Rednerpult verlassend –: So sind Sie! – Abg. Marizzi: Entschuldigen Sie, ich habe nicht einmal ein Wort gesagt! – Ruf bei der ÖVP: Marizzi, ist eh gescheiter!)
Beifall bei der SPÖ.
Dieses Zitat stammt nicht von einem Oppositionspolitiker, sondern vom Bündnisvorsitzenden Uwe Scheuch, mit dem wir ganz selten einer Meinung sind, in diesem Fall aber schon. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Kann man diese Umfrage veröffentlichen, damit wir alle etwas davon haben?
Wir von der ÖVP stehen für lösungsorientiertes Vorgehen und für Zukunftsgestaltung. Also hören Sie auf, krampfhaft unser sehr gutes Gesundheitssystem in irgendein schlechtes Licht zu rücken, und nehmen Sie die Bevölkerung, die diesen Erfolg auch spürt und wahrnimmt, ernst! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Kann man diese Umfrage veröffentlichen, damit wir alle etwas davon haben?)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Lieber Kollege Wöginger, danke für deinen Einsatz als empirischer Forscher im Dienste der e-card, aber: Es ist nicht die e-card grundsätzlich, die wir kritisieren, sondern der Auslöser für diese mehr als berechtigte Kritik, insbesondere auch des Rechnungshofes, sind die mehr als bedenklichen Begleitumstände bei der Planung, Ausschreibung und Einführung dieser Karte. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Ministerin beziehungsweise Herr Staatssekretär, Sie haben alle Hände voll zu tun! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist ja das Beschämende an der Geschichte!
Und nun zum Chipkarten-Projekt. Sie wissen ja, dass im Nationalrat bereits der erste Bericht des Rechnungshofes hiezu eingehend diskutiert wurde. In diesem Bereich wurden massive Mängel festgestellt. Ich glaube, ich brauche das hier nicht zu wiederholen; diese sind Ihnen bekannt. Nach dem nunmehr vorliegenden zweiten Bericht, der sich wiederum mit dem Chipkarten-Projekt – mit dem Zweitprojekt – befasst hat, ist festzustellen, dass die organisatorischen Rahmenbedingungen beziehungsweise die Abwicklung nicht besser waren als beim ersten Projekt. Das heißt, dass man aus den Empfehlungen des Rechnungshofes leider nichts gelernt und dieselben Fehler noch einmal gemacht hat. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist ja das Beschämende an der Geschichte!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
druck im Sinne dieser unserer Bemühungen weiter wirken werden. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Beifall des Abg. Dr. Jarolim.
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Präsident des Rechnungshofes! Teures Mitglied der Bundesregierung! Der Herr Rechnungshofpräsident hat in seinen Ausführungen, was die Chipkarte betrifft, noch einmal betont, was aus dem Rechnungshofbericht eindeutig hervorgeht. Der Rechnungshofbericht, wie er jetzt vorliegt, stellt ein Spiegelbild dieser Bundesregierung dar und dokumentiert den Zustand im Hinblick auf die Vorgänge in dieser Republik. Es wurde ja heute schon einmal die politische Kultur in Österreich erwähnt, worüber man ja auch einiges in diesem Rechnungshofbericht nachlesen kann. (Beifall des Abg. Dr. Jarolim.)
Abg. Großruck: Das hat er aber nicht gesagt! Märchenerzähler!
Herr Präsident Moser sprach im Zusammenhang mit dem Chipkarten-Projekt von massiven Mängeln. Zu vernehmen war auch, dass diese Bundesregierung beziehungsweise Frau Ministerin Rauch-Kallat aus den Empfehlungen nichts gelernt hat. Weiters sagte der Herr Rechnungshofpräsident – ein Zitat –, dass bei dieser Bundesregierung kein Problembewusstsein vorhanden sei und die Gefahr bestehe, dass dies in Zukunft auch so sein werde. – Besser kann man es überhaupt nicht sagen, gerade auch angesichts dieses Rechnungshofberichtes. (Abg. Großruck: Das hat er aber nicht gesagt! Märchenerzähler!) – Das ist ein Zitat des Herrn Präsidenten; das habe ich mir aufgeschrieben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Präsident Moser sprach im Zusammenhang mit dem Chipkarten-Projekt von massiven Mängeln. Zu vernehmen war auch, dass diese Bundesregierung beziehungsweise Frau Ministerin Rauch-Kallat aus den Empfehlungen nichts gelernt hat. Weiters sagte der Herr Rechnungshofpräsident – ein Zitat –, dass bei dieser Bundesregierung kein Problembewusstsein vorhanden sei und die Gefahr bestehe, dass dies in Zukunft auch so sein werde. – Besser kann man es überhaupt nicht sagen, gerade auch angesichts dieses Rechnungshofberichtes. (Abg. Großruck: Das hat er aber nicht gesagt! Märchenerzähler!) – Das ist ein Zitat des Herrn Präsidenten; das habe ich mir aufgeschrieben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Sie sprechen von der BAWAG!
Und wie wird es verteilt? – Vergeben wird ohne Einhaltung von Vergaberichtlinien! Es gibt eine Freunderlwirtschaft, und es wird verschwendet! Es gibt eine freihändige und gesetzwidrige Vergabe! Die Nichteinhaltung der Vergaberichtlinien ist also seitens des Rechnungshofes festgestellt worden. (Abg. Großruck: Sie sprechen von der BAWAG!) Das Wort „Ausschreibungen“, lieber Kollege, ist für diese Bundesregierung ganz offensichtlich ein Fremdwort. Wenn Gemeinden – und ich bin Bürgermeister einer Tiroler Gemeinde – so arbeiten würden, wären wir ständig nur mehr vor Gericht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und wie wird es verteilt? – Vergeben wird ohne Einhaltung von Vergaberichtlinien! Es gibt eine Freunderlwirtschaft, und es wird verschwendet! Es gibt eine freihändige und gesetzwidrige Vergabe! Die Nichteinhaltung der Vergaberichtlinien ist also seitens des Rechnungshofes festgestellt worden. (Abg. Großruck: Sie sprechen von der BAWAG!) Das Wort „Ausschreibungen“, lieber Kollege, ist für diese Bundesregierung ganz offensichtlich ein Fremdwort. Wenn Gemeinden – und ich bin Bürgermeister einer Tiroler Gemeinde – so arbeiten würden, wären wir ständig nur mehr vor Gericht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Skandalös ist noch etwas: Laut „NEWS“-Ausgabe vom 12. Jänner 2006 hat eine Wiener Ideenfirma – eine Firma, die maßgeblich an der e-card-Entwicklung beziehungsweise deren Projektierung beteiligt gewesen ist – den Hauptverband und dessen Tochtergesellschaft auf die Zahlung von 1,3 Millionen € geklagt, wobei es in der Klageschrift heißt, dass es zu unerlaubten Absprachen zwischen ÖVP-Managern im Hauptverband und einer Bieterfirma gekommen sei. – Das spricht doch Bände! Das ist der Zustand dieser Bundesregierung! Da sind Konsequenzen erforderlich! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren von der ÖVP! Es ist tragisch-komisch, wenn sich der Erstredner der ÖVP hier herausstellt und behauptet, die SPÖ wolle dieses Projekt nur schlechtreden, betreibe Polemik und Parteipolitik. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Sollten Sie das nicht wissen, Herr Staatssekretär Finz, was ich jetzt annehme, da Sie ja nur schweigend hier sitzen, dann sagen Sie wenigstens, dass Sie sich dafür interessieren und dieser Sache nachgehen werden! Sonst haben Sie doch – seien Sie mir nicht böse! – Ihren Beruf verfehlt! (Beifall bei der SPÖ.) Sie sitzen als Staatssekretär auf der Regierungsbank, und Ihnen ist offensichtlich völlig egal, wohin dieses Geld verwirtschaftet, verwurschtelt und verschleudert wurde! So kann es doch nicht sein!
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Staatssekretär Finz, es ist wirklich besser, Sie gehen heim und sitzen da nicht herum! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Nur nicht verallgemeinern!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Der Herr Präsident des Rechnungshofes hat wahrscheinlich durchaus den Geschmack des Plenums getroffen beziehungsweise jedenfalls auch meinen, wenn er drei Aspekte aus diesem umfassenden Bericht hervorgehoben hat. Es soll ja auch einmal etwas Gutes gesagt werden an dieser Stelle, sonst sagen Sie mir, ich schimpfe immer nur. (Abg. Scheibner: Nur nicht verallgemeinern!) Ich meine jetzt den Inhalt der Prüfung. Ja, die Sache mit dem Nationalfonds und mit den verwandten Fonds war eine hervorragende. Nicht nur, dass das politisch die richtige Geschichte war und ist, sondern wichtig ist auch, dass das außerordentlich korrekt abgewickelt wird. Auch das ist erfreulich, denn das ist ja der engere Gegenstand der Prüfung des Rechnungshofes.
Abg. Scheibner: Das ist ja nichts Außergewöhnliches! – Abg. Fauland: Das ist ja nicht verboten!
Ich kürze jetzt alles ab. Es ist ja Kollege Öllinger schon gelobt worden, dass er das bestens beschrieben hat. Ich komme nur zu einem Umstand von Kollegen Neudeck, weil Sie ihn gerade fragen, Herr Klubobmann. (Abg. Scheibner: Das ist ja nichts Außergewöhnliches! – Abg. Fauland: Das ist ja nicht verboten!) Ich komme nur mehr zu einem Unstand: wieder einmal zur Arbeitsweise im Rechnungshofausschuss. Die zuständige Frau Bundesministerin war da und auch einer der Chefs der Sozialversicherungsanstalt. Selbstverständlich.
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Aufgetaucht ist ein ganzes Fragenbündel, unter anderem eine Frage zur schon kritischen Feststellung des Rechnungshofes, dass das Ministerium nicht davon ablassen will, etwas als großartigen Erfolg zu verkaufen, das zumindest nach Meinung des Rechnungshofes keiner war: Eine Preisreduktion für eine bestimmte Leistung –lassen wir es einmal so allgemein – von XY um, ich weiß nicht wie viel – es ist mindestens ein Drittel, um das es geht, und wir befinden uns im Zig-Millionenbereich –, also eine hervorragende Leistung. So ist es offeriert worden, auch noch dem Rechnungshof. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Steibl: Das ist ja lächerlich!
Aber wie kommt es am Schluss? – Ein Untersuchungsausschuss wird immer abgelehnt, weil angeblich die Beweisführungen noch nicht reichen, so als ob man den brauchen würde, dann, wenn alles bewiesen ist. Nein, es ist umgekehrt. Aber jedenfalls, Sie lehnen ihn ab, Sie sagen, es gibt ohnehin den Rechnungshofausschuss. Im Rechnungshofausschuss darf aber deshalb nur mit angezogener Leine agiert werden, weil wir ja kein Untersuchungsausschuss sind. (Abg. Steibl: Das ist ja lächerlich!) Ich meine, das ist natürlich eine mehr oder minder intelligente Art der Machtausübung mit Mehrheit – lassen Sie sich vielleicht etwas Geschickteres einfallen –, aber aus Sicht des Parlamentarismus ist Ihre Vorgangsweise perfid. (Beifall bei den Grünen. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Ruf: Was hat er gesagt?)
Beifall bei den Grünen. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Ruf: Was hat er gesagt?
Aber wie kommt es am Schluss? – Ein Untersuchungsausschuss wird immer abgelehnt, weil angeblich die Beweisführungen noch nicht reichen, so als ob man den brauchen würde, dann, wenn alles bewiesen ist. Nein, es ist umgekehrt. Aber jedenfalls, Sie lehnen ihn ab, Sie sagen, es gibt ohnehin den Rechnungshofausschuss. Im Rechnungshofausschuss darf aber deshalb nur mit angezogener Leine agiert werden, weil wir ja kein Untersuchungsausschuss sind. (Abg. Steibl: Das ist ja lächerlich!) Ich meine, das ist natürlich eine mehr oder minder intelligente Art der Machtausübung mit Mehrheit – lassen Sie sich vielleicht etwas Geschickteres einfallen –, aber aus Sicht des Parlamentarismus ist Ihre Vorgangsweise perfid. (Beifall bei den Grünen. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Ruf: Was hat er gesagt?)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich bin daher dafür, dass wir diesen Beitrittsvertrag auch bald ratifizieren. Ich halte das für notwendig, um ein richtiges Signal an die beiden Staaten zu senden. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Insgesamt möchte ich festhalten: Ich sehe es als eine außerordentlich gute Zusammenarbeit aller Fraktionen, dass man in einer so wichtigen Frage eines neuen Beitrittsvertrages auch einheitlich vorgeht. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Es ist wahrscheinlich am Rande einer Wortmeldung zur Geschäftsordnung. Wir könnten jetzt natürlich einen Antrag auf Herbeizitierung eines Regierungsmitgliedes stellen. Wir wollen bei so einem Punkt nicht so agieren, aber zumindest die Frage stellen: Wäre es nicht doch richtig, dass bei so einem wesentlichen Punkt, bei einer Ermächtigung, bei der es um die Erweiterung geht, und da wir den Vorsitz haben, auch auf der Regierungsbank ein Regierungsmitglied sitzt? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Und nicht zuletzt: Nicht nur wirtschaftliche Gründe sollten uns dazu verhalten, diesen Beitritt zu begrüßen, weil wir eben die größten Investoren in diesen beiden Ländern sind und damit eine Wechselwirkung der beiden Wirtschaften stattfindet, sondern auch eine gewisse Tradition sollte uns dazu anhalten, dieses positive Signal auszusenden. Immerhin wurde bei den ersten Sitzungen in diesem Haus teilweise noch Rumänisch gesprochen, und auch das sollten wir in unserer Entscheidung mit berücksichtigen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Bundeskanzler! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der Herr Bundeskanzler vertritt den Staatssekretär, habe ich heute gehört. (Heiterkeit.) Das ist einmal etwas Neues, aber ich glaube, es ist doch ein, wenn ich das jetzt auch sagen darf, schönes Signal, dass Sie sich, obwohl es nicht so vorgesehen war, hier zu uns zur Debatte begeben haben (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP) und wir damit auch entsprechend mit Regierungsmitgliedern über diese Frage diskutieren können. Ich glaube nämlich, es ist
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Bundeskanzler! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der Herr Bundeskanzler vertritt den Staatssekretär, habe ich heute gehört. (Heiterkeit.) Das ist einmal etwas Neues, aber ich glaube, es ist doch ein, wenn ich das jetzt auch sagen darf, schönes Signal, dass Sie sich, obwohl es nicht so vorgesehen war, hier zu uns zur Debatte begeben haben (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP) und wir damit auch entsprechend mit Regierungsmitgliedern über diese Frage diskutieren können. Ich glaube nämlich, es ist
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Molterer.
Jetzt könnte man sagen: Wenn man das vom europäischen Gedanken her betrachtet, müsste man eigentlich gegen diese nächste Erweiterungsrunde, nämlich um Rumänien und Bulgarien, zu diesem Zeitpunkt sein. Nur verhält es sich da ausnahmsweise einmal umgekehrt: Hat man früher gesagt, für Europa ist eine Erweiterungsrunde wichtig, aber sie ist vielleicht ein Nachteil für uns hier in Österreich, so ist es in diesem Fall so, dass aus meiner Sicht diese nicht entsprechend vorbereitete Erweiterungsrunde wahrscheinlich für Europa und für die Europäische Union, vor allem für die Institutionen und das Funktionieren dieser Institutionen schlecht ist, aber für Österreich ein absoluter Vorteil. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Molterer.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es wird aber auch – und ich hoffe, dass das auch entsprechend geschehen wird – die Kommission mit großer Verantwortung die Entscheidung zu treffen haben, wann dieser Beitritt konkret umgesetzt wird, ob schon 2007 oder erst 2008. Auch hier sollten die Aufnahmekriterien beider Seiten beurteilt werden, vor allem aber auch – und das ist mir besonders wichtig – sollte doch mehr Licht in das Dunkel etwa dieser angeblichen CIA-Foltergefängnisse in den verschiedensten Ländern der Europäischen Union gebracht werden. Wir haben jetzt einen Zwischenbericht aus dem Europarat. Ich hoffe, dass hier noch mehr in die Tiefe gegangen wird. Es muss hier ein klares Signal geben. Ob ein Land Mitglied ist oder nicht: Wenn die Menschenrechtsstandards in so gravierender Art und Weise verletzt werden, muss es auch entsprechende Konsequenzen für diese Länder geben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Deshalb wird meine Fraktion mit großer Mehrheit dieser Vorlage heute zustimmen. Wir gehen davon aus, dass die endgültige Ratifizierung dann stattfinden wird, wenn die Kommission auch ihr Ergebnis zum Fortschrittsbericht und über den Zeitpunkt der Mitgliedschaft von Rumänien und Bulgarien abgegeben hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des Abg. Scheibner –: Wird Ihre Fraktion zustimmen oder lediglich „mit großer Mehrheit“ zustimmen? – Abg. Scheibner: Wenn Sie mir zugehört hätten, ...! – Abg. Neudeck: Er hat ja eh alles gesagt!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig-Piesczek zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des Abg. Scheibner –: Wird Ihre Fraktion zustimmen oder lediglich „mit großer Mehrheit“ zustimmen? – Abg. Scheibner: Wenn Sie mir zugehört hätten, ...! – Abg. Neudeck: Er hat ja eh alles gesagt!)
Beifall bei den Grünen.
Ich sage aber eines ganz offen – auf Grund der Erfahrungen im Zusammenhang mit der Ratifizierung des EU-Verfassungsvertrages –: Hier im Haus hat es ja eine sehr große Mehrheit von allen Fraktionen gegeben, bis auf eine Gegenstimme. Bei der öffentlichen Diskussion ist dann aber vor allem das BZÖ von dieser Konsenslinie sehr offensiv abgewichen. Ich würde mir das gerade bei diesen beiden Staaten in diesen Monaten der österreichischen Präsidentschaft nicht wünschen, sondern in dieser Frage für Redlichkeit plädieren. Also: Wenn man etwas Kritisches zu sagen hat, dann bitte das auch hier zu sagen und auch hier im Stimmverhalten sichtbar zu machen – und sich hier nicht anders zu verhalten als dann draußen! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
können, und Wachsen muss Fortschritt bedeuten und darf nicht ein neues Risiko sein. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ.
Beide Länder – Rumänien und Bulgarien – sind ein Teil Europas, und sobald die Voraussetzungen erfüllt sind, sollen sie auch ein Teil der Europäischen Union werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Das hat ja mit der Ratifizierung nichts zu tun!
Wir lesen heute im „Kurier“, dass man eigentlich den zweiten Teil, den endgültigen Teil der Ratifizierung im März machen wollte – jetzt wird es Mai. Ganz offenbar wissen Sie schon, dass Sie ratifizieren werden. Offenbar interessiert Sie – oder wissen Sie, wie er ausschauen wird? – der Fortschrittsbericht bis auf weiteres nicht. (Abg. Dr. Van der Bellen: Das hat ja mit der Ratifizierung nichts zu tun!) Sie haben vor, das jedenfalls zu machen, entnehme ich dem „Kurier“.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das hängt ja nicht zusammen mit der Ratifizierung!
Es gibt nun gute Gründe, das Jahr 2008 zum Beispiel ebenso in Betracht zu ziehen – aber das kommt für Sie ganz offenkundig nicht in Frage –, gute Gründe, die wir für uns natürlich in Anspruch nehmen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das hängt ja nicht zusammen mit der Ratifizierung!) Aber dann machen Sie es bitte dann, nach einer Diskussion mit dem Bürger, wenn diese Diskussion gelaufen ist und wenn Sie die Leute einmal darüber informiert haben, was Sie hier machen!
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ..., darum muss man konsequent für die Verfassung sein!
Das eine ist die Beitrittsreife der Staaten. Da gibt es natürlich – das ist schon gesagt worden – nach wie vor Mängel, und zwar ganz gravierende, bei der Rechtsstaatlichkeit und auch bei der Frage der Korruption. Das ist nicht etwas, was uns gleichgültig sein kann. Auch die Frage der Sicherheit der Grenzen muss uns schwer betreffen. Aber vor allem ist es auch eine Frage der Aufnahmefähigkeit der jetzt bestehenden Union. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ..., darum muss man konsequent für die Verfassung sein!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das verbessert sich alles mit ...!
Es ist völlig unklar, in welchem Ausmaß die Integration vonstatten gehen soll. Wieso muten Sie sich das eigentlich zu? Ich wundere mich über Ihr Vertrauen, dass immer alles gut geht, weil bislang alles gut gegangen ist. Rumänien und Bulgarien, daran kann natürlich kein Zweifel bestehen, sind Teile Europas nach Kultur und Tradition – übrigens im Unterschied zur Türkei. Selbstverständlich kennen auch wir das Argument der bereits getätigten gewaltigen Investitionen der österreichischen Wirtschaft, aber daneben gibt es natürlich schon auch noch andere Kriterien. Eines ist zum Beispiel die Belastbarkeit der Bürger, ein anderes ist zum Beispiel die Frage der Sicherheit der Bürger. Das sind schon auch noch Argumente (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das verbessert sich alles mit ...!), und ich muss Sie auch fragen: Wundern Sie sich
Beifall des Abg. Dr. Bösch.
Sie werden auf Dauer diesen Kurs nur zum Schaden der Demokratie und zum Schaden unseres Landes so fortsetzen können. Wir wollen da nicht mitmachen. (Beifall des Abg. Dr. Bösch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine lieben Kolleginnen und Kollegen, die Argumente für die Erweiterung der Union um diese beiden Länder überwiegen die Gründe dagegen bei weitem, Kollegin Rosenkranz, und wir alle, inklusive der Medien, sollten uns bemühen, diese Überzeugung in der österreichischen Bevölkerung viel stärker als bisher zu vertreten – in unser aller Interesse. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir stehen zu diesem Europa, und ich kann es am Schluss meiner Rede so formulieren, wie es vorige Woche ein deutsches Nachrichtenmagazin geschrieben hat: Wir haben derzeit in unserem Kerneuropa Arbeitslosigkeit und geringes Wachstum, wir haben Zukunftsängste bei der Bevölkerung durch globale und lokale Umverteilungen, und es gibt daher keine traditionellen Konzepte mehr, die greifen. Das heißt, wenn wir ja zu einem neuen Europa sagen, dann müssen andere Konzepte und andere gesellschaftspolitische Systeme greifen. – Ich danke Ihnen herzlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich glaube daher, dass wir aus ehrlicher Überzeugung heute einen Vertrauensvorschuss an diese jungen Demokratien geben sollen, die wahrscheinlich das schwerste Erbe überhaupt in der kommunistischen Zeit zu tragen gehabt haben. Es wäre schön, wenn wir das heute und auch bei der zweiten Stufe mit breitester Mehrheit tun könnten. Ich werbe jedenfalls dabei um Ihre Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
„Nichts Wahres lässt sich von der Zukunft wissen.“ – Tun wir unser Bestes, setzen wir gute Akzente, setzen wir gute Aktionen! Tragen wir dazu bei, und verkaufen wir das auch, dann wird die Bevölkerung weniger Angst haben und gerne in die Zukunft, in dieses vereinigte Europa gehen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
In den Beitrittsländern ist es notwendig, Maßnahmen im Bereich der Justiz zu setzen, damit die Strukturen verbessert und Reformen durchgeführt werden. Wir sollten den jetzigen Zeitpunkt nutzen, um Maßnahmen von diesen Beitrittswerbern einzufordern, um Kinder und Jugendliche vor diesem Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu schützen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.
Ich glaube – und es wurde schon zitiert –, dass wir Österreicher eigentlich immer überzeugte Europäer gewesen sind. Grillparzer hat einmal gesagt: „Österreich ist eine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält.“ – Gemeint hat er damit, dass 14 verschiedene Völker und Nationen in einem Staat leben konnten. Das war ein kleines Europa. Heute geht es um das große Europa, und dieses große Europa muss möglichst rasch zusammenstehen, und das mit aller Stärke. Wir brauchen es wegen der Wirtschaft, wir brauchen es wegen der Sicherheit, wir brauchen es aber auch wegen der Kultur, wegen der Tradition und wegen der Menschlichkeit. – Ich danke sehr. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Zieht man die Ergebnisse der letzten Umfragen heran, so geht daraus hervor, dass Salzburg besonders europafreundlich ist. Ich weiß nicht genau, warum das so ist, aber ich bin in dieser Frage stolz darauf, Salzburger zu sein. Möglicherweise ist der Grund aber der, dass Salzburg seit langer Zeit hauptsächlich durch seinen Fremdenverkehr wirtschaftlich so gut gestellt ist. Daher ist der Zugang zu anderen Ländern ein besonderer. Ich hoffe, dass wir das gemeinsam schaffen, dass wir da an einem Strang ziehen und den Weg, dieses gemeinsame Europa zu erweitern, so bestreiten, dass unsere Bevölkerung das auch als entsprechenden Erfolg sieht. – Europa wird es uns bestimmt im Bereich der Sicherheit danken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abschließend möchte ich sehr wohl betonen, dass mehr Europa für mich mehr Sicherheit bedeutet, und mehr Sicherheit bedeutet mehr Zukunft für uns alle. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das ist heute ein erfreulicher Beschluss, nicht nur für diese beiden Länder und für Europa, sondern auch für unser Land Österreich. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Dritte Bemerkung: Daher ist es auch überall dort, wo es nicht strikt um Mitgliedsländer und Beitrittskandidaten geht, wichtig, die gesamte Region mit einzubeziehen. Österreich geht da mit gutem Beispiel voran. Bei der Sitzung der außenpolitischen Ausschüsse der EU-Staaten werden wir alle Staaten des Westbalkans einladen, und auch die anderen Länder innerhalb dieser EU-Körperschaft haben hiezu ja gesagt. Ich glaube, Österreich setzt damit auch für die einheitliche und gute Entwicklung des gesamten Balkans ein Zeichen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
meist bei lebendigem Leib gehäutet. Eine beispielhafte Aufzählung dieser Foltermethoden und unendlichen Tierqualen möchte ich Ihnen, sehr geehrte Abgeordnete, ersparen. So viel sei aber gesagt: Niemand hat das Recht, eine andere Kreatur minutenlangen Todeskämpfen auszusetzen oder bei minus 20 Grad zu halten, damit das Fell auch schön dicht wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die rechtliche Lage, sehr geehrte Damen und Herren, brauchen wir nicht mehr zu klären. Das hat der Verfassungsdienst schon gemacht. – Sie brauchen nur noch zu handeln! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Gradwohl: Wo?
Die Grünen haben dieses Thema damit zum x-ten Mal im Parlament zur Diskussion gebracht. Dazu möchte ich Folgendes feststellen: In diese Entscheidungen waren alle landwirtschaftlichen Organisationen Österreichs und alle Parteien – auch die Grünen – miteingebunden. (Abg. Gradwohl: Wo?) Im Zuge der EU-Agrarreform, welche die Entkoppelung vorsieht, wurde diese auch in Österreich umgesetzt. (Abg. Gradwohl: Wo?) – Bei vielen Diskussionen im Landwirtschaftsausschuss. Sogar einen Unterausschuss hatten wir dort eingesetzt, Herr Kollege! (Abg. Gradwohl: ... keine Diskussionen gegeben hat! Referate haben wir gehört!)
Abg. Gradwohl: Wo?
Die Grünen haben dieses Thema damit zum x-ten Mal im Parlament zur Diskussion gebracht. Dazu möchte ich Folgendes feststellen: In diese Entscheidungen waren alle landwirtschaftlichen Organisationen Österreichs und alle Parteien – auch die Grünen – miteingebunden. (Abg. Gradwohl: Wo?) Im Zuge der EU-Agrarreform, welche die Entkoppelung vorsieht, wurde diese auch in Österreich umgesetzt. (Abg. Gradwohl: Wo?) – Bei vielen Diskussionen im Landwirtschaftsausschuss. Sogar einen Unterausschuss hatten wir dort eingesetzt, Herr Kollege! (Abg. Gradwohl: ... keine Diskussionen gegeben hat! Referate haben wir gehört!)
Abg. Gradwohl: ... keine Diskussionen gegeben hat! Referate haben wir gehört!
Die Grünen haben dieses Thema damit zum x-ten Mal im Parlament zur Diskussion gebracht. Dazu möchte ich Folgendes feststellen: In diese Entscheidungen waren alle landwirtschaftlichen Organisationen Österreichs und alle Parteien – auch die Grünen – miteingebunden. (Abg. Gradwohl: Wo?) Im Zuge der EU-Agrarreform, welche die Entkoppelung vorsieht, wurde diese auch in Österreich umgesetzt. (Abg. Gradwohl: Wo?) – Bei vielen Diskussionen im Landwirtschaftsausschuss. Sogar einen Unterausschuss hatten wir dort eingesetzt, Herr Kollege! (Abg. Gradwohl: ... keine Diskussionen gegeben hat! Referate haben wir gehört!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Landwirtschaftsminister Pröll tut alles in seiner Macht Stehende, um den österreichischen Bäuerinnen und Bauern wirtschaftliches Arbeiten zu ermöglichen. Ich ersuche auch Sie, diese Anstrengungen zu respektieren. Die Petition wurde daher zur Kenntnis genommen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Anderes Beispiel: Es wird seit Jahren gefordert, dass es eine kostenlose Schutzimpfung gegen Hepatitis B für Personen der freiwilligen Feuerwehr gibt. Da haben wir Grünen gesagt: Das muss endlich einmal gelöst werden! Schauen wir, dass das dem Sozialausschuss zugewiesen wird! Was sagten die Regierungsparteien dazu? – Nein, das ist uns nicht wichtig! Es erfolgte wieder die Kenntnisnahme, und damit war die Sache erledigt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren, werden wir diesem Sammelbericht nicht zustimmen – nicht deswegen, weil der Inhalt nicht gut aufgearbeitet ist, denn das ist er selbstverständlich, und ich danke allen, die daran beteiligt waren, sondern deswegen, weil die Vorgangsweise, wie mit Bürgerinitiativen und Petitionen umgegangen wird, nicht so ist, wie wir Grüne uns das vorstellen und vor allem wie sich das die Bürgerinnen und Bürger vorstellen. Deshalb lehnen wir diesen Sammelbericht ab. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend kann man sagen: Vorsorge ist absolut sinnvoll, und das Bundesland Kärnten ist in der Hepatitis-Vorsorge ein Vorbild, dem andere Bundesländer folgen sollten. Unter diesem Aspekt ist der mehrheitliche Beschluss des Ausschusses zu sehen, die Petition durch Kenntnisnahme zu erledigen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Deshalb, sehr geehrte Damen und Herren, Hohes Haus, tut es mir Leid, dass auch diese Petition nicht dem Innenausschuss zur weiteren Beratung zugewiesen wurde, sondern auch durch Kenntnisnahme sozusagen ein Begräbnis erster Klasse bekommen hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mittermüller.
Zum von dir, Kollege Heinzl, kritisierten Sicherheitsbericht möchte ich bemerken: Als ihr die Sicherheitsberichte gemacht habt – jährlich, irgendwann einmal –, da haben sie eurer Meinung nach gepasst. Und jetzt, da sie monatlich kommen, sollen sie nicht passen?! – Das musst du mir einmal erklären! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mittermüller.)
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.
(Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich würde mir wünschen, dass in Zukunft im Petitionsausschuss verstärkt dafür Sorge getragen wird, dass wir die Verhandlungsgegenstände in den anderen Ausschüssen zur Behandlung vorgelegt bekommen und hier im Plenum debattieren, um sie allenfalls, wie man hier auch sieht, in gemeinsamen Entschließungen erledigen zu können. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Um hier ein bisschen Aufklärungsarbeit zu leisten: Es wird die Alouette II auf 12 Maschinen reduziert mit einer 20-prozentigen Umlaufreserve, mit einer Laufzeitgarantie bis mindestens 2015, mit einer Ausdehnungsmöglichkeit bis 2030. Deswegen würde ich bitten, in Zukunft in diesem Zusammenhang von politischer Agitation Abstand zu nehmen und stattdessen einmal die Tatsachen sprechen zu lassen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Offensichtlich ist aber den Regierungsparteien die Sicherheit der freiwilligen Helfer und Helferinnen kein besonderes Anliegen. Man sieht das im medizinischen Bereich wie beispielsweise beim Hepatitis B-Schutz, aber auch zum Beispiel beim Schutz vor Rasern auf Autobahnen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Dazu folgende Beispiele aus dem letzten Ausschuss: Petition 22, die Erhaltung der Kaserne in Aigen betreffend. Die textliche Formulierung dieser Petition wurde durch eine Abgeordnete zum Nationalrat am 18. Februar 2005 vorgenommen. Eingegangen ist diese Petition hier am 9. Juni 2005, also vier Monate später, obwohl am 24. Mai 2005 basierend auf den Beratungen des Nationalen Sicherheitsrats ein diesbezüglicher Regierungsbeschluss gefasst wurde beziehungsweise eine Verfügung vom 7. Juni 2005 klar und deutlich den Weiterbestand der Kaserne Aigen über 2000 hinaus sichert. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Ich danke für die gute Zusammenarbeit im Ausschuss und bitte darum, weiterhin die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen und zu deren Wohle zu handeln. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Sieber: Dort gehört sie auch hin!
Meine Damen und Herren! Das sind ganz klare politische Anliegen, die seit Jahren vorgebracht werden. Doch was tun Sie von den Regierungsparteien? Was tun Sie mit dieser Petition? Sie weisen sie dem Verkehrsausschuss zu. (Abg. Sieber: Dort gehört sie auch hin!) – Das ist zumindest positiv, aber Sie lassen keine Stellungnahme zu. Vor allem eines: Bundesminister Gorbach ist seit Jahren verantwortlich dafür, er hat zwar eine Verordnungsermächtigung gemäß Telekommunikationsgesetz, aber er hat diese Verordnung nicht geändert, damit es Anrainerrechte, damit es entsprechende Rechte der Gemeinden gibt.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist mit der Agrarreform?
Meine Damen und Herren! Für den Umweltbereich ist die Petition 61 zur Senkung der Schwellenwerte für Intensivtierhaltung im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung schon angeführt worden. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist mit der Agrarreform?)
Abg. Mag. Wurm: Leider!
Was Sie hier also verhindern und verweigern, ist eine angepasste, zielorientierte Schwellenwertverordnung, mit der Intensivbetriebe wirklich in die Pflicht genommen würden, sodass die Anrainer auch zu ihrem Recht kommen. Auch das verweigern Sie! (Abg. Mag. Wurm: Leider!) Sie wollen keine Zuweisung dieser Materie an den Umweltausschuss.
Abg. Murauer: Da gibt es eben verschiedene Meinungen dazu!
Kollege Scheuch und Kollege Freund: Es gibt das Ministerium in seiner Stellungnahme sogar zu – das ist peinlich genug –, dass es auch andere Umsetzungsmöglichkeiten gegeben hätte, nämlich solche nach objektiven Kriterien. Das spricht eindeutig dafür, dass es sehr wohl möglich gewesen wäre, es besser umzusetzen, zumindest anders umzusetzen. (Abg. Murauer: Da gibt es eben verschiedene Meinungen dazu!) Schlussendlich weisen Sie diese Petition auch nicht dem Landwirtschaftsausschuss zu, wo man das hätte diskutieren können, Kollege Scheuch, und auch hätte reparieren können. Nein, Sie haben dem nicht zugestimmt!
Abg. Freund: Stimmt gar nicht!
Dort, wo die EU-Verordnung mehrere Umsetzungsmöglichkeiten zubilligt, dort, wo es verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten gibt, braucht es auch eine gesetzliche Regelung! Genau das geschieht derzeit in der gesamten Agrarpolitik in Österreich nicht! Sie versuchen, alles am Parlament vorbei zu bestimmen! (Abg. Freund: Stimmt gar nicht!) Na selbstverständlich stimmt das!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ebenso verhält es sich beim nächsten Programm für die ländliche Entwicklung, das jetzt in Vorbereitung ist. Auch dieses Programm zur ländlichen Entwicklung sollte und muss – und ich bin davon überzeugt, dass es auch so kommen wird – durch dieses Parlament gehen, wenn es verfassungskonform geregelt sein soll. Sie werden sehen, dass wir Recht bekommen, und in diesem Sinne kann ich nur sagen: Ein Scheitern auf der ganzen Linie, Kollege Scheuch! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Wie viel bekommen die überhaupt?
Ich kenne konkret einen Fall bei mir daheim, da geht es um einen größer strukturierten bäuerlichen Betrieb, dessen Besitzer mir erklärt hat, er werde jetzt Grün wählen, weil du, Kollege Pirklhuber, als Einziger für das kämpfst. – Das glaube ich nicht, denn du willst ja die Förderung generell wegnehmen. Es handelt sich nämlich um einen ziemlich großen Betrieb. Der fällt jährlich konkret um 70 000 € um. Er bekommt jährlich um 70 000 € weniger Förderung, als ihm sozusagen vorher zugestanden sind, weil er das Problem gehabt hat (Abg. Mag. Gaßner: Wie viel bekommen die überhaupt?) – hör zu! –, dass er zwei große Ackerflächen gepachtet hat, die vorher ein anderer Betrieb gehabt hat. Das sind an die 400 Hektar. Das ist ein großer Betrieb, keine Frage. Der
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Der Petitionsausschuss ist vielleicht in diesem Fall ohnehin nicht der richtige gewesen. Die Antwort zeigt uns, dass Handlungsbedarf besteht. Im Landwirtschaftsausschuss werden wir dann gemeinsam die Debatte darüber führen und hoffentlich im Interesse der Bäuerinnen und Bauern eine Lösung finden, die dann breite Zustimmung findet, wo alle Parteien dafür sind. Es kann im Interesse keiner einzigen Partei sein, dass bäuerliche Betriebe um Gelder umfallen, die ihnen zustehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: O ja!
Es ist auch eine Aufgabe der Regierung, sich mit solchen Themen zu befassen – auch wenn sie vielleicht der Meinung ist, dass das kein wirklich wichtiges Thema ist. (Ruf bei der ÖVP: O ja!) Für alle Betroffenen ist das wichtig!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es wäre im Interesse des Ausschusses, dass nicht immer alles nur zur Kenntnis genommen würde, sondern solche Themen auch ernsthaft behandelt würden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Wurm: Importverbot!
Wichtig ist, richtige Maßnahmen zu setzen (Abg. Mag. Wurm: Importverbot!), Maßnahmen, die auch Wirksamkeit haben, und nicht nur zu versuchen, eine Pro-forma-Lösung zu finden. Deswegen bin ich auch sehr dankbar dafür, dass meine Kollegin Ulrike Gabitzer-Baumgartner die Initiative für diesen gemeinsamen Antrag gesetzt hat, einen Antrag, den eine Kollegin von den Grünen eingebracht hat, wonach wir ein nationales Importverbot von Hunde- und Katzefellen rechtlich klären und geeignete Umsetzungsschritte prüfen wollen.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin aber froh und dankbar, dass sich alle eingebracht haben und dass es Maßnahmen geben wird, um diese grausamen Praktiken zu beenden. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Wenn Sie eines haben!
Geschätzte Damen und Herren! Es macht eben einen Unterschied, ob man die Exekutive im Ort hat oder im Notfall warten muss, bis die Polizei entweder aus dem Nachbarort oder von viel weiter her anfährt. Es macht ebenfalls einen großen Unterschied, ob das Postamt im Ort ist oder ob ich mich ins Auto setzen muss, um an meine Pakete zu kommen oder Briefe aufzugeben. Es macht ebenfalls einen Unterschied, ob ich mich mit dem Bus oder der Bahn in akzeptablen Intervallen von A nach B bewegen kann oder ob ich auf das Auto angewiesen bin. (Abg. Mag. Wurm: Wenn Sie eines haben!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Gerade aus diesen ganz praktischen Gründen stehen Petitionen und Bürgerinitiativen, die den Verlust bestehender Infrastruktur und die Ausdünnung der Versorgung vor allem in ländlichen Regionen zum Thema haben, regelmäßig auf der Tagesordnung des Petitionsausschusses, weil derartige Entwicklungen grundsätzlich viel weniger Lebensqualität für die Menschen bedeuten. Daher ist es von unserer Seite her absolut nicht akzeptabel, dass immer wieder unter den gleichen Ansprüchen speziell der ländliche Raum ausgedünnt wird. Wir werden auch weiterhin die Diskussion darüber führen, dass die Regierungsparteien hier Vorreiter und Entwicklungsschädiger sind. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist nicht gesetzeskonform!
Nicht umsonst blicken viele europäische Landwirte staunend auf Österreichs Verhandlungsergebnisse. All das würden Sie mit einem Aufschnüren dieses Paketes wieder gefährden, und das wäre unverantwortlich unseren Bäuerinnen und Bauern gegenüber. Natürlich sind wir bereit, über Probleme, die bestehen, zu diskutieren, aber, bitte, dieses Paket können und dürfen wir nicht mehr aufschnüren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist nicht gesetzeskonform!)
Beifall bei der ÖVP.
Sie, Herr Pirklhuber, geben auch gerne vor, die Interessen der Bergbauern zu vertreten. Wenn es Ihnen damit ernst wäre, müssten Sie wissen, dass die Entkoppelung dazu führt, dass die Alpwirtschaft und damit die Viehhaltung in der Bergregion gesichert sind, weil die anteiligen Futterflächen der Alpen benötigt werden, um die Zahlungsansprüche vollends ausnützen zu können. Wenn es Ihnen mit der Vertretung der Interessen der Bauern ernst ist, dann reden Sie mit Leuten, die von dieser Materie auch etwas verstehen. Reden Sie mit unserem Minister Sepp Pröll, reden Sie mit Fritz Grillitsch, reden Sie mit unserem Landwirtschaftskammerpräsidenten, reden Sie mit den Funktionären und Mitgliedern des Österreichischen Bauernbundes, denn wir sind die Vertretung der österreichischen Landwirtschaft! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Vorredner – oder reden Sie mit Heinz Gradwohl, denn der versteht mehr von der Landwirtschaft als Sie alle zusammen! Das wäre meine Empfehlung zu diesem Thema. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn sich also in diesem Fall die Menschen von der Politik überfahren fühlen, dann ist das wohl kein Wunder. Eine Klarstellung mit einer entsprechenden Interessenabwägung ist hier wirklich dringend notwendig. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Reheis: Sehr charmant!
Abgeordneter Johannes Schweisgut (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich bewundere den Mut meiner Vorrednerin, der Frau Abgeordneten Grossmann, dass sie die Kenntnisse der Personen so einschätzen kann. Ich hoffe, dass ihre anderen Kenntnisse in der Politik höher sind als ihre Kenntnisse von ihren KollegInnen. (Abg. Reheis: Sehr charmant!) Aber das vielleicht nur kurz vorausschickend.
Beifall bei der ÖVP.
das eine oder andere Hunde- und Katzenfell weiterhin in Verwendung bleiben wird, weil ein Importverbot das Ganze ja nicht endgültig löst. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich verstehe, dass das Arbeitsleid des Kollegen Brader in diesem Ausschuss geringer ist als meines, insbesondere wenn man an die unzähligen Vertagungsbeschlüsse denkt, die bei besonderen Vorlagen immer wieder gefasst werden. Ich möchte ganz ehrlich sagen, ich glaube, wir müssen aufpassen, dass diese Vorgehensweise diesen Ausschuss nicht ad absurdum führt. Das ist, wie ich meine, ganz wichtig. Kollegin Haidlmayr hat schon darauf hingewiesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Noch einen Satz zu Petition 69, weil das ebenfalls heute schon Thema war. Jawohl, ich glaube, die unabhängige Initiative kritisiert zu Recht das derzeitige Betriebsprämienmodell, wo Landwirte ungleich behandelt werden. Kollege Scheuch hat es letztlich ja auch bewiesen. Ich freue mich schon auf den nächsten Landwirtschaftsausschuss, bezüglich dessen er angekündigt hat, das wird eine etwas wilde Geschichte. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Ja, das meine ich auch. Ich glaube auch, dass das nicht so heiß gegessen wird, wir haben das ja schon etliche Male gehört.
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte aber bei dieser Gelegenheit auch wirklich das ungerechte Fördersystem, das noch sehr allgemein gilt, kritisieren, weil es noch immer so ist, dass 20 Prozent der Landwirtschaftsbetriebe 80 Prozent der Förderung bekommen. Ich darf von dieser Stelle aus sagen, wir werden keine Gelegenheit auslassen, diese Ungerechtigkeit immer wieder aufzuzeigen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Also ich fasse kurz zusammen: Knoten Steinhäusl: Beginn der Lärmschutzmaßnahmen Ende 2006/Anfang 2007 und der Ausbau der West Autobahn im Bereich St. Christophen bis Knoten Steinhäusl noch Mitte dieses Jahres. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
An wen richtet sich denn dieser Appell, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, wenn nicht an das Ministerium selbst? – Ich finde es fein, dass wir in Sachen Tierschutz hier im Hohen Haus eine wesentlich deutlichere Sprache sprechen, als es das Ministerium in dieser Frage getan hat, und ich stehe voll zu diesem Vier-Parteien-Antrag. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
nehmen, denn sonst kann man damit nichts machen. Mit diesen Bürgerinitiativen wird nur politische Hetze betrieben! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei der ÖVP.
Man darf hier nicht unnötig Polemik betreiben, sondern man soll es ernst nehmen und auch gut beobachten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein Beispiel der heutigen Tagesordnung dazu ist die Petition 62 betreffend kostenlose Schutzimpfungen gegen Hepatitis B für freiwillige Feuerwehrhelferinnen und Feuerwehrhelfer. In dieser Petition wird nichts anderes gefordert als etwas, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, nämlich der Gesundheitsschutz von Menschen, die ihre Freizeit, ihr Know-how zur Verfügung stellen, im ganz Konkreten auch ihr Wohlergehen und ihre Gesundheit unentgeltlich für die Gesellschaft riskieren. Was für die MitarbeiterInnen der heimischen Rettungsdienste selbstverständlich ist, nämlich die kostenlose Impfung gegen Hepatitis B, sollte im Sinne der Petition auch für betroffene Feuerwehrleute möglich werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bei Unfällen, meine Damen und Herren, leisten Feuerwehrleute Bergearbeit. Selbst bei Anwesenheit von Rettungsdiensten arbeiten sie mit diesen zusammen. Jeder, der behauptet, für die Feuerwehrleute würden Glasscherben, geborstenes Blech oder das Blut der Unfallopfer keine Gefahr darstellen, der beweist mit seiner Aussage höchste Ignoranz vor der wertvollen Arbeit, die von diesen Menschen tagtäglich geleistet wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Klubobmann Molterer und Herr Klubobmann Scheibner, lehnen auch Sie diese Kenntnisnahme ab und sorgen Sie doch dafür, dass diese Petition dem Sozial- und Gesundheitsausschuss zugewiesen wird! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Murauer: Wissen Sie, dass die SPÖ mitgestimmt hat?
Fahren Sie nach Radkersburg, fahren Sie nach Leibnitz, fahren Sie nach Graz bis zum Jahr 2009, und erklären Sie den Menschen, dass die Schließung ihrer Kasernen reine Erfindung ist! (Abg. Murauer: Wissen Sie, dass die SPÖ mitgestimmt hat?)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich!
Stehen Sie zum Bundesheer, stehen Sie zu unseren Soldatinnen und Soldaten, und stehen Sie zu unserer Region! – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich!)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Es gibt Debattenbeiträge, auf die man wirklich eingehen muss. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) – Ja, lieber Freund, eben, genau das ist es, genau darum geht es mir.
Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.
Eine sozialdemokratische Abgeordnete kommt hier heraus, tut so, als würde sie für das Bundesheer kämpfen, und fordert uns – uns, die Regierungsparteien! – auf, hier für das Bundesheer und für die Soldaten einzustehen. Das ist ja wirklich – nein, ich erspare mir jetzt die Beurteilung, aber da werde ich wirklich emotional! (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Gerade Sie – gerade Sie! –, wo doch Ihre Fraktion, Ihre Parteigänger auch in den Bundesländern und in den Gemeinden dann, wenn es darum geht, auch unangenehme Dinge mitzutragen, die eben einmal bei der Landesverteidigung vorkommen, die auch Geld und Gerät erfordert, zu Lande und in der Luft, keine Gelegenheit auslassen, gegen genau diese Prinzipien zu Felde zu ziehen! In jedem Wahlkampf bringen Sie vor, was wir alles nicht brauchen! In jedem Wahlkampf bringen Sie das! Und dann stellen Sie sich hier heraus und agitieren plötzlich so, als wären Sie der große Bundesheer-Verteidiger gewesen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie selbst – Sie selbst! – haben in der Bundesheerreformkommission mitgestimmt, dass 40 Prozent der Liegenschaften des österreichischen Bundesheeres verkauft werden sollen. Da gab es einstimmige Beschlüsse! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Zusperrer!
In der Bundesverfassung steht, Frau Kollegin, dass die Länder an der Garnisonierung des Bundesheeres mitwirken. Das heißt, Sie könnten sich auch in Ihrer Region, in Ihrem Bundesland, bei Ihrem Landeshauptmann dafür einsetzen, dass hier mitgearbeitet, mitgeholfen wird, dass man die Standorte des österreichischen Bundesheeres erhalten kann. (Abg. Dr. Matznetter: Zusperrer!) – Lesen Sie die Bundesverfassung!
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Auch ich bin der Meinung, dass man hinsichtlich der Standorte des Heeres, der Kasernen, der Liegenschaften nicht nur nach betriebswirtschaftlichen Argumenten vorgehen soll, da das Bundesheer selbstverständlich auch einen wichtigen ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Da werden Sie nervös, das verstehe ich schon, aber ich sage Ihnen: Hier spricht die Überzeugung – bei Ihnen nur die Parteipolitik, und das ist der große Unterschied zwischen Ihnen und mir! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Auch ich bin der Meinung, dass man hinsichtlich der Standorte des Heeres, der Kasernen, der Liegenschaften nicht nur nach betriebswirtschaftlichen Argumenten vorgehen soll, da das Bundesheer selbstverständlich auch einen wichtigen ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Da werden Sie nervös, das verstehe ich schon, aber ich sage Ihnen: Hier spricht die Überzeugung – bei Ihnen nur die Parteipolitik, und das ist der große Unterschied zwischen Ihnen und mir! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wirtschaftspolitik, Arbeitsmarktpolitik –, aber nicht bereit zu sein, dafür auch einzustehen, auch in Ihren Wahlkreisen. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Stehen Sie gemeinsam mit uns auch dazu, dass man das Landesverteidigungsbudget anhebt und dass man immer für die Soldaten einsteht, die mit ihrem Leben und mit ihrer Gesundheit für unsere Sicherheit bürgen, und sie nicht zum Thema von unglaublichen Negativ-Kampagnen in Wahlkämpfen macht! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie Bravorufe bei den Freiheitlichen.
Damit können Sie sich auszeichnen – nicht mit solchen Reden hier heraußen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie Bravorufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Wehrexperte Cap!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr erlebt die Debatte eine späte Blüte: Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Dr. Cap. 4 Minuten Redezeit; Restredezeit seiner Fraktion: 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Molterer: Wehrexperte Cap!)
Abg. Scheibner: Gott sei Dank!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Recht hat er gehabt, Ihr Vorsitzender, als er gemeint hat, Sie würden am liebsten jeden einzelnen Wehrdiener in der Früh persönlich liebevoll aufwecken. Sie haben uns heute bewiesen, dass Sie eine spezielle Beziehung zum Bundesheer haben (Abg. Scheibner: Gott sei Dank!) – das ist auch gut so –, aber dann hätten Sie sich ein bisschen mehr einsetzen sollen, als es um die Frage der Verteilung der Mittel im Bundesheer gegangen ist.
Beifall bei der SPÖ
Denn in der letzten Sitzung des Sicherheitsrates, in der die Vertreter verschiedener Waffengattungen anwesend waren und alle sehr missmutig reagiert haben, weil das gesamte Geld in die Anschaffung der Eurofighter fließt, viele andere Bereiche vernachlässigt werden (Beifall bei der SPÖ), Ihnen die Renovierung der Kasernen egal ist, andere Bereiche, die Ausrüstung des Heeres in Wirklichkeit nachrangig ist, nur damit Sie Ihre Eurofighter kaufen können um Milliarden, eine riesige Verschuldung in Kauf nehmen ... (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Nicht so eine Scheibenwischerbewegung machen! Sie waren damals Verteidigungsminister! Sie hätten sich auf Ihre Heeres-Hinterfüße stellen und verhindern können, dass die Eurofighter gekauft werden! Aber Sie haben sich letztlich politisch flach gelegt, und dann wurden eben die Eurofighter gekauft!
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Denn in der letzten Sitzung des Sicherheitsrates, in der die Vertreter verschiedener Waffengattungen anwesend waren und alle sehr missmutig reagiert haben, weil das gesamte Geld in die Anschaffung der Eurofighter fließt, viele andere Bereiche vernachlässigt werden (Beifall bei der SPÖ), Ihnen die Renovierung der Kasernen egal ist, andere Bereiche, die Ausrüstung des Heeres in Wirklichkeit nachrangig ist, nur damit Sie Ihre Eurofighter kaufen können um Milliarden, eine riesige Verschuldung in Kauf nehmen ... (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Nicht so eine Scheibenwischerbewegung machen! Sie waren damals Verteidigungsminister! Sie hätten sich auf Ihre Heeres-Hinterfüße stellen und verhindern können, dass die Eurofighter gekauft werden! Aber Sie haben sich letztlich politisch flach gelegt, und dann wurden eben die Eurofighter gekauft!
Anhaltende Rufe bei den Freiheitlichen: Nein, nein, nein!
Sie wissen ganz genau, wie das damals zustande gekommen ist, dass das nicht der Bestbieter war, dass da manipuliert wurde, dass wir die gesamte Zeit ... (Anhaltende Rufe bei den Freiheitlichen: Nein, nein, nein!) – Ja, das müssen Sie sich jetzt einmal anhören! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie wissen ganz genau, wie das damals zustande gekommen ist, dass das nicht der Bestbieter war, dass da manipuliert wurde, dass wir die gesamte Zeit ... (Anhaltende Rufe bei den Freiheitlichen: Nein, nein, nein!) – Ja, das müssen Sie sich jetzt einmal anhören! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Und dann kommt Herr Klubobmann Scheibner – Ex-Verteidigungsminister –, stellt sich hier her und tut so, als wäre er der ideelle Gesamtbetriebsrat des Bundesheeres. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Wenigstens sind Sie wieder munter geworden!
selbst hat das nichts gebracht! (Abg. Scheibner: Wenigstens sind Sie wieder munter geworden!)
Beifall bei der SPÖ.
Daher war das, was unsere Rednerin gesagt hat, richtig: Tun Sie endlich einmal etwas für das Bundesheer! Lassen Sie es nicht so verlottern, und vernachlässigen Sie es nicht so! (Beifall bei der SPÖ.)
Anhaltender lebhafter Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Riepl – in Richtung ÖVP und Freiheitliche –: Das habt ihr jetzt notwendig gehabt!
Ihre gesamte Reformkonzeption ist auch ein Schmarren, Sie haben nämlich nichts von dem umgesetzt, was die Bundesheerreformkommission vorgeschlagen hat! Auf keinen unserer konstruktiven Vorschläge, die wir gemacht haben, sind Sie eingegangen. – Nur Ihr Lieblingsmodell Eurofighter; dafür sind Sie auch bereit, politisch unterzugehen. Okay, gehen Sie unter und nehmen Sie die Eurofighter dabei mit! (Anhaltender lebhafter Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Riepl – in Richtung ÖVP und Freiheitliche –: Das habt ihr jetzt notwendig gehabt!)
Abg. Steibl: Über was reden Sie eigentlich? Ihr habt dagegen gestimmt! Das ist sagenhaft!
Meine Damen und Herren, es geht auch anders: Zwei Eheleute leben sich auseinander – das ist schon alltäglich in Österreich –, und es kommt zur Scheidung. Einvernehmlich einigt man sich auf die gemeinsame Obsorge des Kindes. Im realen Leben klappt das wunderbar, das Kind lebt abwechselnd beim Vater oder bei der Mutter, es nimmt mit allen Schwierigkeiten Teil am Leben beider Elternteile. Gemeldet ist es bei der Mutter – den Eltern erscheint dies als Formalakt, doch dass es mehr ist als nur das, bemerken die beiden erst in einer Notsituation: Ihr Kind erkrankt schwer. Der Mutter ist es unmöglich, ihr Kind in dieser schlimmen Situation zu begleiten, dem Vater ist die Pflege untersagt, denn er lebt ja formell gesehen von der Familie getrennt, und das Gesetz sieht ja einen gemeinsamen Haushalt vor, daher kann er sein Kind nicht pflegen. (Abg. Steibl: Über was reden Sie eigentlich? Ihr habt dagegen gestimmt! Das ist sagenhaft!)
Abg. Steibl: Und wie erklären Sie, dass die SPÖ dagegen gestimmt hat?
Meine Damen und Herren! Diese Beispiele sind keine theoretischen Spielereien. Für rund 350 000 Familien in Österreich, die nicht dem klassischen Vater-Mutter-Kind-Schema entsprechen, sind diese Tatsachen, wenn es hart auf hart kommt, traurige Realität. Für sie ist das Recht auf Pflegefreistellung von bis zu zwei Wochen pro Jahr nur eine theoretische Spielerei. Auch wenn es die Möglichkeit zur Betreuung von schwersterkrankten Kindern gibt, so bleibt sie für sie bis dato doch ein unerfüllbarer Wunsch. (Abg. Steibl: Und wie erklären Sie, dass die SPÖ dagegen gestimmt hat?)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Wir haben erst Ende 2005 mit einem Antrag von Ihnen eine Änderung in Sachen Begleitung von schwersterkrankten Kindern durchgeführt. Wir haben damals die LebenspartnerIn und die Stiefkinder mit hineingenommen. Ich frage Sie: Warum waren Sie damals zu keiner größeren Korrektur bereit? (Zwischenruf bei der ÖVP.) Warum wollen Sie den Vätern und Müttern keine Chance zur Pflege geben, wenn sie nach der Scheidung nicht mehr im gemeinsamen Haushalt mit ihren Kindern leben?
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Warum habt ihr es im Bundesrat abgelehnt?
Meine Damen und Herren! Unser Antrag zielt darauf ab, diese Benachteiligung zu beenden. Unser Vorschlag zur Veränderung ist an und für sich ein kleiner Vorschlag, doch mit dieser Veränderung können wir Großes erreichen. Zur Beseitigung von Ungerechtigkeiten und vor allem zur Entfernung einer ungerechten Strafe für die Kinder, die für gewöhnlich am allerwenigsten Schuld an dieser Familiensituation tragen, bitte ich Sie, an diesem Vorhaben mitzuarbeiten und in den Ausschüssen positiv für diesen Änderungsantrag zum Gesetz zu stimmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Warum habt ihr es im Bundesrat abgelehnt?)
Abg. Heinisch-Hosek: Reden Sie zum Antrag! – Abg. Riepl: Das wissen wir eh!
und Arbeitnehmer in der Kranken- und Pensionsversicherung abgesichert. (Abg. Heinisch-Hosek: Reden Sie zum Antrag! – Abg. Riepl: Das wissen wir eh!)
Abg. Mag. Molterer: So ist es!
Ich denke, wenn Ihre Kollegen heute im Bundesrat die Änderung bezüglich der Familienhospizkarenz mitbeschlossen beziehungsweise nicht vertagt hätten, dann müssten wir heute darüber gar nicht diskutieren. (Abg. Mag. Molterer: So ist es!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich kann Ihren Aussagen nicht folgen, wenn Sie behaupten, familienpolitisch präsent zu sein. Wir tun etwas für die Familien, und was tut die SPÖ? – Sie verzögert, sie vertagt. Ist das sozial? – Ich meine, das ist unglaubwürdig. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir vertreten die Interessen dieses Personenkreises – doch ihr polemisiert! Aber wir werden das im Ausschuss entsprechend diskutieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Warum habt ihr ihn im Bundesrat abgelehnt?
Von der Sache her ist der Antrag gerechtfertigt. (Abg. Mag. Molterer: Warum habt ihr ihn im Bundesrat abgelehnt?) Es gibt überhaupt keine Begründung, die man dagegenhalten könnte, wenn hier verlangt wird, für eine rechtliche Gleichstellung zu sorgen. Von der Sache her ist das gerechtfertigt. Ich bin damit einverstanden, dass das mit den Sozialpartnern besprochen werden soll – keine Frage –, aber das, meine sehr geehrten Damen und Herren, sollte Sie nicht daran hindern, Stellung zu nehmen. Gut, besprechen wir das mit den Sozialpartnern, aber Sie sind auch gefordert und
Abg. Mag. Molterer: Sie haben es abgelehnt!
Insofern könnte man optimistisch sein und meinen, dass das relativ schnell beschlossen werden kann. (Abg. Mag. Molterer: Sie haben es abgelehnt!) Ich merke aber an den Reaktionen, die es so nebenbei gegeben hat, dass Sie es nicht wollen, und das wäre schade. Herr Kollege Walch, vielleicht versuchen wir es doch im Ausschuss ohne Polemik. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Insofern könnte man optimistisch sein und meinen, dass das relativ schnell beschlossen werden kann. (Abg. Mag. Molterer: Sie haben es abgelehnt!) Ich merke aber an den Reaktionen, die es so nebenbei gegeben hat, dass Sie es nicht wollen, und das wäre schade. Herr Kollege Walch, vielleicht versuchen wir es doch im Ausschuss ohne Polemik. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Ich finde, dass die Scherze, die Sie auf Ihren Lippen rollen lassen, angesichts der Traurigkeit dieser Materie nicht angebracht sind, das sage ich Ihnen schon. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Nein, das haben Sie zu verantworten.
Abg. Mag. Molterer: Was heißt „wahrscheinlich“?
Da Sie ja alle miteinander des Lesens mächtig sind, werden Sie wahrscheinlich den morgigen „Kurier“ und die morgige „Kronen Zeitung“ registriert haben. (Abg. Mag. Molterer: Was heißt „wahrscheinlich“?) – Nein, sicher habe ich gesagt, nicht wahrscheinlich. Sie werden in der „Kronen Zeitung“ den Titel registriert haben: „Staatsanwalt: ,Die Botschaft in Lagos war eine Visafabrik‘“. (Wow-Rufe bei der SPÖ. – Heiterkeit bei der ÖVP.)
Wow-Rufe bei der SPÖ. – Heiterkeit bei der ÖVP.
Da Sie ja alle miteinander des Lesens mächtig sind, werden Sie wahrscheinlich den morgigen „Kurier“ und die morgige „Kronen Zeitung“ registriert haben. (Abg. Mag. Molterer: Was heißt „wahrscheinlich“?) – Nein, sicher habe ich gesagt, nicht wahrscheinlich. Sie werden in der „Kronen Zeitung“ den Titel registriert haben: „Staatsanwalt: ,Die Botschaft in Lagos war eine Visafabrik‘“. (Wow-Rufe bei der SPÖ. – Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Das war vorher schon ein Sauhaufen!
Im „Kurier“ lautet der Titel: „Ein diplomatischer ,Sauhaufen‘“. Ich meine, falls Ihnen das nicht aufgefallen ist: Es ist jetzt gerade die Zeit, in der Sie von der ÖVP das Außenressort innehaben. (Abg. Rädler: Das war vorher schon ein Sauhaufen!) Nur damit Sie sich ein bisschen richtig entsinnen. Das war auch die Zeit von Benita Ferrero-Waldner.
Abg. Rädler: Wer war denn dort Botschafter?
Der „Kurier“ schreibt jedenfalls: „Ein diplomatischer ,Sauhaufen‘“. (Abg. Rädler: Wer war denn dort Botschafter?) Dann wird die Botschaftssekretärin zu den Pässen zitiert. Sie sagt:
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Doch Sie sitzen da und vertreten anscheinend noch immer die These: Das sind einzelne schwarze Schafe! – Mittlerweile muss man sich umgekehrt schon die Frage stellen: In welchen Botschaften in den genannten Regionen wurde nicht mit Visa gehandelt? Mittlerweile muss man sich schon die Frage stellen: Wieso hat es erst der Aufklärungsarbeit beim Visa-Skandal in Deutschland bedurft, dass es überhaupt Schritte gegeben hat, dass man endlich einmal tätig wurde? (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Bleiben Sie ganz cool!
Abg. Großruck: Hat der Botschafter Petritsch seine Verantwortung nicht wahrgenommen? – Abg. Dr. Mitterlehner: Das haben wir schon das letzte Mal gehört!
Dann wird noch eine Kommission vom Außenamt eingesetzt, die es erst der Mühe wert gefunden hat, die Vernichtung dieser Beweismittel, also all dieser auch gefälschten Visa im September zu stoppen, obwohl schon 2001/2002 die Hinweise schriftlich und mündlich getätigt wurden. (Abg. Großruck: Hat der Botschafter Petritsch seine Verantwortung nicht wahrgenommen? – Abg. Dr. Mitterlehner: Das haben wir schon das letzte Mal gehört!) – Nein. Klar, man kann sich auch an den diplomatischen Sauhaufen gewöhnen. Das ist okay. (Abg. Neudeck: ... unter den roten Botschaftern!)
Abg. Neudeck: ... unter den roten Botschaftern!
Dann wird noch eine Kommission vom Außenamt eingesetzt, die es erst der Mühe wert gefunden hat, die Vernichtung dieser Beweismittel, also all dieser auch gefälschten Visa im September zu stoppen, obwohl schon 2001/2002 die Hinweise schriftlich und mündlich getätigt wurden. (Abg. Großruck: Hat der Botschafter Petritsch seine Verantwortung nicht wahrgenommen? – Abg. Dr. Mitterlehner: Das haben wir schon das letzte Mal gehört!) – Nein. Klar, man kann sich auch an den diplomatischen Sauhaufen gewöhnen. Das ist okay. (Abg. Neudeck: ... unter den roten Botschaftern!)
Abg. Großruck: Hallo!
Die Wahlergebnisse können es nicht gewesen sein. Die Zustimmung der Bürger kann es auch nicht gewesen sein und auch nicht die ganzen Skandale und Skandälchen, die sich mittlerweile anhäufen, vom Gehrer-Ressort weit hinüber bis zum Außenressort, Infrastrukturministerium und den Rechnungshofberichten. Wenn Sie damit glücklich leben können, dann ist es okay. Dann bin ich auch dafür, dass wir mehr Fernsehübertragungen machen, damit Ihre glücklichen Gesichter über all diese Dinge direkt in die Wohnstuben der Österreicherinnen und Österreicher übertragen werden, nämlich wie glücklich Sie sind, dass solche Sauhaufen möglich sind (Abg. Großruck: Hallo!) – schreibt der „Kurier“ –, wie glücklich Sie sind, wie hier mit Steuergeldern umgegangen wird.
Heiterkeit bei den Grünen.
Herr Großruck, gerade Sie sind kein Sensibelchen hier in der Runde. (Heiterkeit bei den Grünen.) Blasen Sie sich da nicht so auf, sondern hören Sie lieber zu, denn offensichtlich haben Sie die morgigen Zeitungen noch gar nicht wirklich studiert. (Abg. Mag. Molterer: Großruck ist sehr sensibel!)
Abg. Mag. Molterer: Großruck ist sehr sensibel!
Herr Großruck, gerade Sie sind kein Sensibelchen hier in der Runde. (Heiterkeit bei den Grünen.) Blasen Sie sich da nicht so auf, sondern hören Sie lieber zu, denn offensichtlich haben Sie die morgigen Zeitungen noch gar nicht wirklich studiert. (Abg. Mag. Molterer: Großruck ist sehr sensibel!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Warum sind wir so hartnäckig und wollen einen Untersuchungsausschuss? – Ich werde es Ihnen jetzt erklären, warum das so ist. Wir begründen das ja auch in unserem Untersuchungsauftrag: Das soll durch Erhebung von mündlichen und schriftlichen Auskünften und durch Einsicht in die Akten des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten, des Bundesministeriums für Inneres und des Justizministeriums ermöglicht werden. Ich betone: Durch Einsicht in die Akten! (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) – Nur keine Nervosität jetzt, ja! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Noch liegen die Akten nicht vor. Aber nervös können Sie dann werden, wenn wir wirklich Einsicht in die Akten haben. (Ruf bei der ÖVP: Die können Sie sich bei der Staatsanwaltschaft ...!)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Warum sind wir so hartnäckig und wollen einen Untersuchungsausschuss? – Ich werde es Ihnen jetzt erklären, warum das so ist. Wir begründen das ja auch in unserem Untersuchungsauftrag: Das soll durch Erhebung von mündlichen und schriftlichen Auskünften und durch Einsicht in die Akten des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten, des Bundesministeriums für Inneres und des Justizministeriums ermöglicht werden. Ich betone: Durch Einsicht in die Akten! (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) – Nur keine Nervosität jetzt, ja! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Noch liegen die Akten nicht vor. Aber nervös können Sie dann werden, wenn wir wirklich Einsicht in die Akten haben. (Ruf bei der ÖVP: Die können Sie sich bei der Staatsanwaltschaft ...!)
Ruf bei der ÖVP: Die können Sie sich bei der Staatsanwaltschaft ...!
Warum sind wir so hartnäckig und wollen einen Untersuchungsausschuss? – Ich werde es Ihnen jetzt erklären, warum das so ist. Wir begründen das ja auch in unserem Untersuchungsauftrag: Das soll durch Erhebung von mündlichen und schriftlichen Auskünften und durch Einsicht in die Akten des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten, des Bundesministeriums für Inneres und des Justizministeriums ermöglicht werden. Ich betone: Durch Einsicht in die Akten! (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) – Nur keine Nervosität jetzt, ja! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Noch liegen die Akten nicht vor. Aber nervös können Sie dann werden, wenn wir wirklich Einsicht in die Akten haben. (Ruf bei der ÖVP: Die können Sie sich bei der Staatsanwaltschaft ...!)
Abg. Mag. Molterer: Josef Cap insbesondere!
Wenn selbst so ein zurückhaltender Mensch wie Peter Jankowitsch, ehemaliger Außenminister, sagt, da habe es Lücken in der Kontrolle gegeben, dann weiß jeder, der die Diplomatensprache kennt, was das bedeutet. Das ist schon eine gewaltige Anklage. Wir kennen ja die Diplomatensprache, wir formulieren ein bisschen anders. (Abg. Mag. Molterer: Josef Cap insbesondere!) Aber er hat das ziemlich deutlich gesagt: Es hat Lücken in der Aufsicht gegeben!
Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.
Ich würde es so sagen: Jeder, der mit Mitgliedern des Außenamtes spricht, weiß, dass man das seit Jahren gewusst hat! Seit Jahren hat es Hinweise darauf gegeben. Seit Jahren hat man die Vernichtung der Akten zugelassen, seit Jahren hat man nichts dagegen getan. Dieser berühmte eine Inspektionsauftrag war kein spezieller, sondern ein genereller. Seit Jahren wurde da nichts gemacht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.) – Ist es nicht gerechtfertigt, Herr Abgeordneter Fasslabend, dass man sich irgendwann einmal als demokratisch gewählter Abgeordneter die Frage stellt: Warum wurde eigentlich jahrelang nichts getan?
Ironische Heiterkeit des Abg. Neugebauer.
Wissen Sie, was das Schlimme daran ist? – Sie haben sich da zu einer „Schützt Ferrero!“-Gruppe zusammengeschlossen, aber Sie müssen sich langsam auch zu einer „Schützt Plassnik!“-Gruppe zusammenschließen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Neugebauer.) – Ja, Herr Neugebauer, dieses überhebliche Lachen, das Sie hier an den Tag legen, wird Ihnen auch noch vergehen. (Abg. Mag. Molterer: Jetzt wissen wir es!) Dieses Lachen wird gefrieren, dann werden Sie den Mund nicht mehr zusammenbekommen. Darauf freue ich mich schon.
Abg. Mag. Molterer: Jetzt wissen wir es!
Wissen Sie, was das Schlimme daran ist? – Sie haben sich da zu einer „Schützt Ferrero!“-Gruppe zusammengeschlossen, aber Sie müssen sich langsam auch zu einer „Schützt Plassnik!“-Gruppe zusammenschließen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Neugebauer.) – Ja, Herr Neugebauer, dieses überhebliche Lachen, das Sie hier an den Tag legen, wird Ihnen auch noch vergehen. (Abg. Mag. Molterer: Jetzt wissen wir es!) Dieses Lachen wird gefrieren, dann werden Sie den Mund nicht mehr zusammenbekommen. Darauf freue ich mich schon.
Abg. Neudeck: Haben Sie zugestimmt?
Sie können das ändern (in Richtung Freiheitliche weisend), vor allem Sie da. Sie können das ändern! Sie müssen ja nicht alles mitmachen, was die da drüben von der ÖVP vorschlagen. Seien Sie ein wenig selbständiger! Denken Sie einmal kurz darüber nach, ein paar, die sich noch an die Zeit erinnern können, als Sie hier im Plenum fast jedes Mal einen Untersuchungsausschuss gefordert haben, wenn irgendetwas war! (Abg. Neudeck: Haben Sie zugestimmt?) Können Sie sich noch erinnern? (Abg. Neudeck: Haben Sie einmal zugestimmt?) – Ja, wir haben sogar gemeinsam Untersuchungsausschüsse gemacht. Daran kann ich mich sehr gut erinnern. (Abg. Scheibner: Sie haben nie zugestimmt!) Zwei Untersuchungsausschüsse haben wir damals beschlossen. Ich kann mich gut erinnern. Das war über den Sommer. (Abg. Neudeck: Juli, August!) Ein Zeitl ist es her, aber das haben wir gemacht.
Abg. Neudeck: Haben Sie einmal zugestimmt?
Sie können das ändern (in Richtung Freiheitliche weisend), vor allem Sie da. Sie können das ändern! Sie müssen ja nicht alles mitmachen, was die da drüben von der ÖVP vorschlagen. Seien Sie ein wenig selbständiger! Denken Sie einmal kurz darüber nach, ein paar, die sich noch an die Zeit erinnern können, als Sie hier im Plenum fast jedes Mal einen Untersuchungsausschuss gefordert haben, wenn irgendetwas war! (Abg. Neudeck: Haben Sie zugestimmt?) Können Sie sich noch erinnern? (Abg. Neudeck: Haben Sie einmal zugestimmt?) – Ja, wir haben sogar gemeinsam Untersuchungsausschüsse gemacht. Daran kann ich mich sehr gut erinnern. (Abg. Scheibner: Sie haben nie zugestimmt!) Zwei Untersuchungsausschüsse haben wir damals beschlossen. Ich kann mich gut erinnern. Das war über den Sommer. (Abg. Neudeck: Juli, August!) Ein Zeitl ist es her, aber das haben wir gemacht.
Abg. Scheibner: Sie haben nie zugestimmt!
Sie können das ändern (in Richtung Freiheitliche weisend), vor allem Sie da. Sie können das ändern! Sie müssen ja nicht alles mitmachen, was die da drüben von der ÖVP vorschlagen. Seien Sie ein wenig selbständiger! Denken Sie einmal kurz darüber nach, ein paar, die sich noch an die Zeit erinnern können, als Sie hier im Plenum fast jedes Mal einen Untersuchungsausschuss gefordert haben, wenn irgendetwas war! (Abg. Neudeck: Haben Sie zugestimmt?) Können Sie sich noch erinnern? (Abg. Neudeck: Haben Sie einmal zugestimmt?) – Ja, wir haben sogar gemeinsam Untersuchungsausschüsse gemacht. Daran kann ich mich sehr gut erinnern. (Abg. Scheibner: Sie haben nie zugestimmt!) Zwei Untersuchungsausschüsse haben wir damals beschlossen. Ich kann mich gut erinnern. Das war über den Sommer. (Abg. Neudeck: Juli, August!) Ein Zeitl ist es her, aber das haben wir gemacht.
Abg. Neudeck: Juli, August!
Sie können das ändern (in Richtung Freiheitliche weisend), vor allem Sie da. Sie können das ändern! Sie müssen ja nicht alles mitmachen, was die da drüben von der ÖVP vorschlagen. Seien Sie ein wenig selbständiger! Denken Sie einmal kurz darüber nach, ein paar, die sich noch an die Zeit erinnern können, als Sie hier im Plenum fast jedes Mal einen Untersuchungsausschuss gefordert haben, wenn irgendetwas war! (Abg. Neudeck: Haben Sie zugestimmt?) Können Sie sich noch erinnern? (Abg. Neudeck: Haben Sie einmal zugestimmt?) – Ja, wir haben sogar gemeinsam Untersuchungsausschüsse gemacht. Daran kann ich mich sehr gut erinnern. (Abg. Scheibner: Sie haben nie zugestimmt!) Zwei Untersuchungsausschüsse haben wir damals beschlossen. Ich kann mich gut erinnern. Das war über den Sommer. (Abg. Neudeck: Juli, August!) Ein Zeitl ist es her, aber das haben wir gemacht.
Abg. Neudeck – die Hände zusammenschlagend –: Das ist ein eigener Weg?
Seien Sie nicht so nervös, emanzipieren Sie sich! Gehen Sie einen eigenen Weg! (Abg. Neudeck – die Hände zusammenschlagend –: Das ist ein eigener Weg?) Kommen Sie zu uns! Stimmen Sie mit uns ab! Machen wir einen Untersuchungsausschuss und untersuchen wir diese Angelegenheit einmal gründlich! Um die rechtlichen Möglichkeiten geht es bei diesem Untersuchungsausschuss und darum, dass wir diese omertà, diese Mauer des Schweigens durchbrechen und dass wir endlich einmal hier wirkliche Aufklärung betreiben können.
Abg. Dr. Fekter: Wo ist der Gusenbauer? Wo ist der Schieder?
Das wäre im Sinne der Demokratie, im Sinne der Sauberkeit und auch im Sinne der politischen Ehrlichkeit angebracht. (Abg. Dr. Fekter: Wo ist der Gusenbauer? Wo ist der Schieder?) Daher schlage ich vor: Unterstützen Sie unseren Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das wäre im Sinne der Demokratie, im Sinne der Sauberkeit und auch im Sinne der politischen Ehrlichkeit angebracht. (Abg. Dr. Fekter: Wo ist der Gusenbauer? Wo ist der Schieder?) Daher schlage ich vor: Unterstützen Sie unseren Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Gusenbauer nicht da! Schieder nicht da!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Murauer ist als Nächster zu Wort gemeldet. Gesetzliche Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Molterer: Gusenbauer nicht da! Schieder nicht da!)
Abg. Dr. Fekter: Wie der Schelm denkt, so ist er!
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Geschätzte Damen und Herren! Herr Dr. Cap, Sie entwickeln sich wirklich zum Häuptling „Lockere Zunge“, denn bei Ihrer vorhergehenden Rede stellten Sie sich wieder einmal her und warfen dem Verteidigungsministerium vor, dass nur manipuliert werde, dass selbstverständlich nur manipuliert werde, und gerade vorhin sagten Sie, na ja, auch im Außenministerium seien die Beamten grundsätzlich mit Vertuschung, mit Manipulation und so weiter beschäftigt (Abg. Dr. Fekter: Wie der Schelm denkt, so ist er!), und appellierten an uns: Glauben Sie mir doch, denn in den Zeitungen steht heute diese eine und jene andere Überschrift, und Sie können ja alle lesen, meine Damen und Herren! Und dann führte Cap hier aus, was alles in den Zeitungen steht.
Abg. Dr. Cap hält eine Ausgabe des „Kurier“ in die Höhe mit der Überschrift: „Ein diplomatischer ,Sauhaufen‘“.
Sie, Herr Dr. Cap, kriminalisieren in diesem Fall grundsätzlich alle Mitarbeiter im Außen- und im Verteidigungsministerium. – Ich sage Ihnen, dass es Einzelne sind, die natürlich Verfehlungen gemacht haben. Denen ist nachgegangen worden. (Abg. Dr. Cap hält eine Ausgabe des „Kurier“ in die Höhe mit der Überschrift: „Ein diplomatischer ,Sauhaufen‘“.) Aber ich stelle mich hinter alle Mitarbeiter, die im Außenamt ihre Arbeit machen, bestens machen, egal, ob sie im Ausland oder im Inland eingesetzt sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie, Herr Dr. Cap, kriminalisieren in diesem Fall grundsätzlich alle Mitarbeiter im Außen- und im Verteidigungsministerium. – Ich sage Ihnen, dass es Einzelne sind, die natürlich Verfehlungen gemacht haben. Denen ist nachgegangen worden. (Abg. Dr. Cap hält eine Ausgabe des „Kurier“ in die Höhe mit der Überschrift: „Ein diplomatischer ,Sauhaufen‘“.) Aber ich stelle mich hinter alle Mitarbeiter, die im Außenamt ihre Arbeit machen, bestens machen, egal, ob sie im Ausland oder im Inland eingesetzt sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie stellten sich hierher und sagten: Na ja, gewöhnen wir uns an den Sauhaufen! – Also man kann sich an einen Sauhaufen gewöhnen, das ist so locker gesagt. Eine Zeitung schreibt „Sauhaufen“. Das ist die Überschrift eines Artikels. Ich sage, dass die Situation im Außenministerium nicht dieser Überschrift entspricht, sondern ganz im Gegenteil. Die Frau Bundesminister hat bei allen Vorfällen, die bekannt wurden, die entsprechende Konsequenz gezogen. Das ist die Wahrheit, und dem sollten Sie auch Rechnung tragen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Reheis: Was für eine Konsequenz? Null! Decken!
Die Frau Außenminister hat Ihnen ... (Abg. Reheis: Was für eine Konsequenz? Null! Decken!) – Natürlich passt Ihnen das nicht. Ist klar! Mein Gott, Erfolge einer Konsequenz oder einer Kontrolle oder einer außenpolitischen Maßnahme, das halten Sie nicht aus, weil die Regierungsparteien darauf verweisen können, dass wir auch außenpolitisch großartige Erfolge verzeichnen können.
Abg. Gradwohl: Was hat das mit den käuflichen Visa zu tun? – Abg. Reheis: Wer war käuflich?
geflissentlich übersehen haben. (Abg. Gradwohl: Was hat das mit den käuflichen Visa zu tun? – Abg. Reheis: Wer war käuflich?)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Reheis.
Niemand anderer als die Frau Außenminister war es, die bei den EU-Budgetverhandlungen Österreich einen Erfolg im Wert von 3,1 Milliarden € für den ländlichen Raum gebracht hat. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Abg. Reheis: Welche Konsequenz?
Die Frau Außenminister war es, die auch sensible Themen betreffende Veranstaltungen nach Österreich gebracht hat wie die Islamkonferenz „Islam in a Pluralistic World“. Dazu ist ihr auch zu gratulieren. Dieses Verhalten gibt uns die Sicherheit und die Garantie, dass die Außenministerin mit ihren Mitarbeitern für die notwendige lückenlose Aufklärung sorgt, und zwar nicht nur für die Aufklärung, sondern auch für die Konsequenz, die uns die Visa-Kommission aufgezeigt hat. (Abg. Reheis: Welche Konsequenz?)
Abg. Dr. Cap: Er hat nicht untersuchen dürfen!
Der Vorsitzende der Visa-Kommission – in der SPÖ ja kein Unbekannter – hat zwar bestätigt, dass es bei der Kontrolle die eine oder andere Lücke gibt, aber Jankowitsch hat, wie Sie wissen, weil auch Sie lesen können, Herr Cap – und Sie haben das sicher auch gelesen –, gemeint, dass es kein kriminelles Netzwerk innerhalb des Ministeriums gibt. Ich betone: Keines! (Abg. Dr. Cap: Er hat nicht untersuchen dürfen!) Haben Sie das auch gelesen? Das haben Sie nur nicht gesagt, denn das ist unangenehm, das wäre etwas Positives, und etwas, das positiv ist, geht nicht über Ihre Lippen. Leider Gottes ist es so nach Ihrem Oppositionsverständnis.
Abg. Öllinger: Jede Woche eine neue Botschaft!
Fazit: Das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten – und das können wir wirklich mit aller Deutlichkeit feststellen – tut alles, um das Visa-Kontrollsystem missbrauchsfester zu machen. (Abg. Öllinger: Jede Woche eine neue Botschaft!) Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Hilflos sind Sie! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Hilflos sind Sie! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Fazit: Das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten – und das können wir wirklich mit aller Deutlichkeit feststellen – tut alles, um das Visa-Kontrollsystem missbrauchsfester zu machen. (Abg. Öllinger: Jede Woche eine neue Botschaft!) Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Hilflos sind Sie! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Und Gesundheit! Prost! Ein jämmerliches Schauspiel war das!
Ich möchte der Frau Bundesminister noch mitteilen, dass wir ihr weiterhin viel Erfolg auf ihrem außenpolitischen Weg wünschen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Und Gesundheit! Prost! Ein jämmerliches Schauspiel war das!)
Abg. Mag. Molterer: Da hat der Cap etwas anderes gesagt!
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es ist eine Tatsache – und dazu stehen auch wir –, dass es im Außenministerium viele Topbotschafter und viele, viele Topmitarbeiter gibt. Aber genau die jetzige Situation ist es, die all jene schädigt, die wirklich gute Arbeit leisten. Das ist, bitte, der Grund dafür, warum wir Aufklärung wollen! (Abg. Mag. Molterer: Da hat der Cap etwas anderes gesagt!) – Nein, Kollege Cap hat genau das Gleiche gesagt.
Abg. Dr. Fekter: Wer war Botschafter?
Wir wollen insofern auch Aufklärung, als EU-Kommissarin Ferrero-Waldner, die damalige Außenministerin, im Oktober gesagt beziehungsweise bestätigt hat, dass sie im Mai 2001 darüber informiert wurde, dass Visa an der Botschaft in Belgrad verkauft werden. (Abg. Dr. Fekter: Wer war Botschafter?)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wenn man von 2001 bis 2005 immer wieder hört, dass es Korruptionsvorwürfe gibt, dann kann man nicht hergehen und Beweismittel, sprich Visa-Anträge vernichten lassen. Genau bei dieser Situation muss man einhaken und muss diese Visa-Anträge genau durchleuchten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Das kommt noch dazu!
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Eine Strafakte in einem Ministerium ist doch auch einer Ministerin bekannt. Daher wollen wir Aufklärung, damit derartige Überschriften wie „Ein diplomatischer ,Sauhaufen‘“ (die Rednerin hält eine Ausgabe des „Kurier“ in die Höhe) während der österreichischen EU-Präsidentschaft, bitte – gerade jetzt, während der EU-Präsidentschaft Österreichs! –, nicht zu lesen sind. (Abg. Dr. Cap: Das kommt noch dazu!) Wollen wir das? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist Ihre Sorge?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist Ihre Sorge?
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Eine Strafakte in einem Ministerium ist doch auch einer Ministerin bekannt. Daher wollen wir Aufklärung, damit derartige Überschriften wie „Ein diplomatischer ,Sauhaufen‘“ (die Rednerin hält eine Ausgabe des „Kurier“ in die Höhe) während der österreichischen EU-Präsidentschaft, bitte – gerade jetzt, während der EU-Präsidentschaft Österreichs! –, nicht zu lesen sind. (Abg. Dr. Cap: Das kommt noch dazu!) Wollen wir das? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist Ihre Sorge?)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist ein Schaden für Österreich und für die österreichische Diplomatie. Seien Sie mir bitte nicht böse, aber das ist doch klar! (Beifall bei der SPÖ.) Genau aus diesem Grund wollen wir, dass die österreichische Diplomatie endlich wieder aus dieser Situation herauskommt, wollen wir Aufklärung. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: So eine Scheinheiligkeit!) Wir wollen wissen, was alles unternommen wird, damit derartige Fälle nicht mehr passieren können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gusenbauer hat gesagt, das interessiert ihn gar nicht!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: So eine Scheinheiligkeit!
Das ist ein Schaden für Österreich und für die österreichische Diplomatie. Seien Sie mir bitte nicht böse, aber das ist doch klar! (Beifall bei der SPÖ.) Genau aus diesem Grund wollen wir, dass die österreichische Diplomatie endlich wieder aus dieser Situation herauskommt, wollen wir Aufklärung. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: So eine Scheinheiligkeit!) Wir wollen wissen, was alles unternommen wird, damit derartige Fälle nicht mehr passieren können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gusenbauer hat gesagt, das interessiert ihn gar nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gusenbauer hat gesagt, das interessiert ihn gar nicht!
Das ist ein Schaden für Österreich und für die österreichische Diplomatie. Seien Sie mir bitte nicht böse, aber das ist doch klar! (Beifall bei der SPÖ.) Genau aus diesem Grund wollen wir, dass die österreichische Diplomatie endlich wieder aus dieser Situation herauskommt, wollen wir Aufklärung. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: So eine Scheinheiligkeit!) Wir wollen wissen, was alles unternommen wird, damit derartige Fälle nicht mehr passieren können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gusenbauer hat gesagt, das interessiert ihn gar nicht!)
Abg. Dr. Cap: Jetzt kommt etwas Kritisches!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Cap: Jetzt kommt etwas Kritisches!)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
sein. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Also bitte, die eigene Fraktion hat davon noch nicht viel mitbekommen. (Abg. Mag. Molterer: Das ist öfter so!)
Abg. Mag. Molterer: Das ist öfter so!
sein. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Also bitte, die eigene Fraktion hat davon noch nicht viel mitbekommen. (Abg. Mag. Molterer: Das ist öfter so!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Lange Gesichter!
Er hat ein bisschen die glücklichen Gesichter bei den Regierungsfraktionen gerügt, wahrscheinlich neidvoll. Wie wir ja immer wieder bei den Sonderaktionen der SPÖ aus der Feder von Gusenbauer und Cap sehen, sind die Gesichter in der SPÖ-Fraktion nicht so glücklich. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Lange Gesichter!)
Abg. Dr. Cap: Aus Sorge um die Republik!
Man fragt sich ja auch, warum in so einer außenpolitischen ... (Abg. Dr. Cap: Aus Sorge um die Republik!) – Natürlich aus Sorge – aber um den Bestand der SPÖ-Fraktion, denn wenn Sie so weitermachen, wird der Wahltag für Sie kein Tag sein, an dem es bei Ihnen glückliche Gesichter geben wird. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Da redet der Richtige!)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Da redet der Richtige!
Man fragt sich ja auch, warum in so einer außenpolitischen ... (Abg. Dr. Cap: Aus Sorge um die Republik!) – Natürlich aus Sorge – aber um den Bestand der SPÖ-Fraktion, denn wenn Sie so weitermachen, wird der Wahltag für Sie kein Tag sein, an dem es bei Ihnen glückliche Gesichter geben wird. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Da redet der Richtige!)
Abg. Dr. Jarolim: Eine Miniaturpartei spricht! – Abg. Gradwohl: Das sagst ausgerechnet du!
Ich frage mich ja, Herr Kollege Cap: Wo sind denn die Außenpolitiker in solchen wichtigen Debatten? Wo ist denn Herr Abgeordneter Schieder? – Er distanziert sich ja von solchen Aktionen, wie wir sie vorhin gesehen haben, denn bei Ihnen wird nicht nur die Sicherheit des Landes für Wahlkämpfe missbraucht, sondern jetzt auch die Außenpolitik für Wahlkämpfe hergenommen. (Abg. Dr. Jarolim: Eine Miniaturpartei spricht! – Abg. Gradwohl: Das sagst ausgerechnet du!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Zwei Ministeranklagen!
Sie haben gesagt, Sie hätten damals in Ihrer Großzügigkeit in der Koalition auch zwei Mal Untersuchungsausschüsse zugelassen. Ja, welche Fälle waren es denn, bei denen Sie sich monatelang gegen Untersuchungsausschüsse gewehrt haben? Und dann, weil der Druck zu stark war, haben Sie sich breitschlagen lassen – etwa bei der Lucona. Da brauche ich Ihnen nicht zu sagen, welche politischen Verwicklungen es gegeben hat, die ja dann auch zu strafrechtlichen Verurteilungen geführt haben. Und es gab noch einige Fälle mehr. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Zwei Ministeranklagen!)
He-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Großruck: Ungeheuerlich! Das gibt es nicht!
Aber das mit dem jetzigen Fall zu vergleichen, das zeigt ja schon, wie ernst Sie diese ganze Angelegenheit nehmen. Vielleicht gehen Sie ja auch nach dem Motto „Haltet den Dieb!“ vor, denn wenn man gerade die Botschaft von Belgrad anspricht und sagt, da gibt es eine Verantwortlichkeit von der politischen Ebene her, aus dem Ministerium, so frage ich: Welche Verantwortung müsste man nicht nur konstruieren, sondern hier auch anführen – etwa bei der Dienstaufsicht, bei den unmittelbaren Vorgesetzten dieser Beamten in der Botschaft? Und wer ist denn das? Das kann ja nur der Botschafter sein. Und wer war denn damals zu dieser Zeit Botschafter? – Ihr Spitzenkandidat bei der Nationalratswahl, Ihr Wiener Spitzenkandidat, der Herr Petritsch, war damals Botschafter. (He-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Großruck: Ungeheuerlich! Das gibt es nicht!) Na wie schaut es denn da aus mit der Verantwortlichkeit? Da haben wir nichts gehört, denn das ist ja etwas anderes. Wir messen ja in der SPÖ immer mit zweierlei Maß.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das gilt etwa auch dafür, wie man mit dem politischen Gegner umgeht: Ob man ihn psychiatrieren will, ob man ihn einsperren will, das ist ja alles nicht so schlimm – wenn es von der SPÖ kommt. Wenn es andere Fraktionen machen, dann ist das eine Gefährdung der Demokratie. Und genauso ist es in diesen Fällen: Was uns hilft, das ist alles in Ordnung, was bei den anderen ist, prangern wir an. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Jakob Auer – in Richtung SPÖ –: Jetzt schaut es nicht gut aus!
Ich frage Sie, meine Damen und Herren: Würde man jetzt einen Untersuchungsausschuss beschließen, was sollte man denn untersuchen? Welche Unterlagen? (Abg. Jakob Auer – in Richtung SPÖ –: Jetzt schaut es nicht gut aus!) Es sind ja nicht einmal noch die strafrechtlichen Erhebungen abgeschlossen. Und Sie haben es ja selbst gesagt, es kommen immer wieder neue Verdachtsmomente. Man muss einmal abwarten, welches Volumen diese Geschichte wirklich hat. Welche Zeugen wollen Sie denn befragen? Vielleicht den Herrn Petritsch? – Da ist es ja schon offensichtlich.
Abg. Gradwohl: Wo verlangen Sie das? Wo?
Möglicherweise, was wir nicht hoffen wollen, gibt es noch weitere Dinge. Ich habe Ihnen das letzte Mal schon gesagt: Wir sind nicht grundsätzlich gegen einen Untersuchungsausschuss, sondern wir wollen, dass diese Sache, ohne dass man die Außenpolitik Österreichs zum Wahlkampfmittel nimmt, lückenlos aufgeklärt werden muss. Ich sage Ihnen, auch mich stört es, dass jetzt – auf gut Wienerisch – zizerlweis irgendwelche Dinge an die Öffentlichkeit kommen. Da verlangen auch wir eine raschere, eine dynamischere Aufklärung all dieser Verdachtsmomente. (Abg. Gradwohl: Wo verlangen Sie das? Wo?) Da muss es auch Aufsicht im Ressort und auch Maßnahmen geben, welche die Kontrolle verbessern.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Aber, meine Damen und Herren, solange die strafrechtlichen Erhebungen nicht abgeschlossen sind und solange es bis jetzt keinen Hinweis auf eine politische Verantwortlichkeit gibt, so lange ist auch ein Untersuchungsausschuss nicht zu beschließen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die e-card ist im Gesundheitsministerium!
So ähnlich, wie man bald keine Botschaft mehr in einer bestimmten Gegend Europas findet, wo man eigentlich unterstellen müsste, dass es wohl so gewesen ist, dass dort auch schwunghafter Visa-Handel betrieben wurde, also wo man eigentlich Nachschau halten muss, wo denn nichts im Argen liegt, so ähnlich ist es auch mit den Ressorts in der Bundesregierung. Wenn wir nur den heutigen Tag hernehmen: Finanzministerium, Gehrer-Seipel-Phänomen-Problem, Sozialministerium mit der e-card – alles eigentlich ausgereift für eine Untersuchung in einem Untersuchungsausschuss. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die e-card ist im Gesundheitsministerium!) – Auch im Gesundheitsministerium, das hat irgendwann einmal gewechselt. Ich gebe Ihnen Recht. Also noch ein Ministerium dazu.
Abg. Mag. Molterer: Was heißt „eh schon wissen“?
Landesverteidigungsministerium – eh schon wissen. (Abg. Mag. Molterer: Was heißt „eh schon wissen“?) Innenministerium – Spitzelaffäre. Und jetzt auch das Außenministerium, wo wir durchaus ... Sie wollen mit mir die Auseinandersetzung vielleicht nicht weiterführen, dass meiner Meinung nach wie vor der dringende Verdacht auf Schiebung beim Eurofighter-Deal besteht. Und es bleibt jetzt wirklich die Frage, welches Ministerium noch nicht in der Ziehung ist, in dem untersuchungsausschusswürdige Vorkommnisse waren. Zählen wir die doch einmal auf! Sie werden draufkommen, es ist die Minderheit. (Abg. Mag. Molterer: Geh bitte! Welche? Das interessiert mich jetzt!) Sie können einwenden, das ist Sache der Opposition, wo das bewertet wird oder nicht. Ist okay.
Abg. Mag. Molterer: Geh bitte! Welche? Das interessiert mich jetzt!
Landesverteidigungsministerium – eh schon wissen. (Abg. Mag. Molterer: Was heißt „eh schon wissen“?) Innenministerium – Spitzelaffäre. Und jetzt auch das Außenministerium, wo wir durchaus ... Sie wollen mit mir die Auseinandersetzung vielleicht nicht weiterführen, dass meiner Meinung nach wie vor der dringende Verdacht auf Schiebung beim Eurofighter-Deal besteht. Und es bleibt jetzt wirklich die Frage, welches Ministerium noch nicht in der Ziehung ist, in dem untersuchungsausschusswürdige Vorkommnisse waren. Zählen wir die doch einmal auf! Sie werden draufkommen, es ist die Minderheit. (Abg. Mag. Molterer: Geh bitte! Welche? Das interessiert mich jetzt!) Sie können einwenden, das ist Sache der Opposition, wo das bewertet wird oder nicht. Ist okay.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber ich sage Ihnen: Es ist ja nicht nur die Frage der politischen Ausrichtung, die sich vielleicht überlebt hat, was diese schwarz-blaue oder meinetwegen schwarz-orange Bundesregierung jetzt gerade so hinaustreiben lässt auf die offene See, wo sie navigationslos dahinschlittert, sondern es ist eigentlich auch der Verfall in vielen Bereichen, und diese Liste an notwendigen Untersuchungsausschüssen ist der Befund dafür. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich mache Ihnen folgendes Angebot: Machen wir es so, wie es in der Bundesrepublik Deutschland gesetzlich vorgeschrieben ist. Da kann nämlich die parlamentarische Minderheit einen Untersuchungsausschuss einsetzen. Bei dieser Liste der Vorkommnisse darf sich die Opposition auf einen oder zwei einigen, obwohl es unserer Meinung nach sechs bis acht untersuchungswerte Vorgänge gäbe. Machen wir das noch in dieser Legislaturperiode! Aber ich fürchte, dass Ihnen die Courage dazu fehlen wird. Früher haben Sie mehr Mut gehabt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer – Bezug nehmend darauf, dass die Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Schieder nicht anwesend sind –: Gusenbauer, Schieder: Die sind alle dagegen!
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiezu ihre Zustimmung erteilen, dies durch ein Zeichen zu bekunden. (Abg. Mag. Molterer – Bezug nehmend darauf, dass die Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Schieder nicht anwesend sind –: Gusenbauer, Schieder: Die sind alle dagegen!) – Der Antrag findet keine Mehrheit im Hohen Haus und ist daher abgelehnt.
Abg. Mag. Molterer: Er ist aber nicht da!
Präsident Dr. Andreas Khol: Wir kommen nun zur Abstimmung über den Antrag der Abgeordneten Dr. Alfred Gusenbauer (Abg. Mag. Molterer: Er ist aber nicht da!), Kolleginnen und Kollegen, dem Ausschuss für Arbeit und Soziales zur Berichterstattung über den Antrag 460/A (E) der Abgeordneten Dr. Gusenbauer, Kolleginnen und Kollegen betreffend Gewährung eines bundeseinheitlichen Heizkostenzuschusses eine Frist bis 28. Februar 2006 zu setzen. (Abg. Mag. Molterer: Er ist ja nicht da! – Abg. Scheibner – Bezug nehmend darauf, dass Abg. Dr. Matznetter auf dem Platz des Abg. Dr. Gusenbauer steht –: Der Herr Gusenbauer hat sich aber stark verändert!)
Abg. Mag. Molterer: Er ist ja nicht da! – Abg. Scheibner – Bezug nehmend darauf, dass Abg. Dr. Matznetter auf dem Platz des Abg. Dr. Gusenbauer steht –: Der Herr Gusenbauer hat sich aber stark verändert!
Präsident Dr. Andreas Khol: Wir kommen nun zur Abstimmung über den Antrag der Abgeordneten Dr. Alfred Gusenbauer (Abg. Mag. Molterer: Er ist aber nicht da!), Kolleginnen und Kollegen, dem Ausschuss für Arbeit und Soziales zur Berichterstattung über den Antrag 460/A (E) der Abgeordneten Dr. Gusenbauer, Kolleginnen und Kollegen betreffend Gewährung eines bundeseinheitlichen Heizkostenzuschusses eine Frist bis 28. Februar 2006 zu setzen. (Abg. Mag. Molterer: Er ist ja nicht da! – Abg. Scheibner – Bezug nehmend darauf, dass Abg. Dr. Matznetter auf dem Platz des Abg. Dr. Gusenbauer steht –: Der Herr Gusenbauer hat sich aber stark verändert!)