Eckdaten:
Für die 10. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 752 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Dr. Wittmann trägt, so wie zahlreiche andere Abgeordnete der SPÖ, einen regenbogenfarbigen Sticker mit der Aufschrift „Friede“.
Als Erstredner gelangt Herr Abgeordneter Dr. Wittmann zu Wort. – Bitte. (Abg. Dr. Wittmann trägt, so wie zahlreiche andere Abgeordnete der SPÖ, einen regenbogenfarbigen Sticker mit der Aufschrift „Friede“.)
demonstrativer Beifall bei der ÖVP
bauer: Mit Ihrer Zustimmung!) – mit Zustimmung der SPÖ (demonstrativer Beifall bei der ÖVP) –, das sagt aber nichts darüber aus, in welcher Form diese Gelder veranlagt werden sollen. (Abg. Mag. Tancsits: Bank Burgenland!)
Abg. Mag. Tancsits: Bank Burgenland!
bauer: Mit Ihrer Zustimmung!) – mit Zustimmung der SPÖ (demonstrativer Beifall bei der ÖVP) –, das sagt aber nichts darüber aus, in welcher Form diese Gelder veranlagt werden sollen. (Abg. Mag. Tancsits: Bank Burgenland!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das heißt, der Staat ist da wesentlich stärker gebunden. Der Staat ist diesbezüglich verfassungsrechtlich in ein Korsett gebunden und hat eben die Grundsätze Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit einzuhalten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Parnigoni: Ein Wahnsinn!
Man muss auch den Betrag nennen, um den es dabei ging. Es waren rund 34 Milliarden Schilling – ich wiederhole: 34 Milliarden Schilling, die aus dem Verkauf der Wohnbauförderungsdarlehen eingenommen wurden. 34 Milliarden Schilling wurden dabei an Landesmitteln eingenommen! Und man hat es dem Landesrat freigestellt, wie er diese Mittel veranlagt. (Abg. Parnigoni: Ein Wahnsinn!)
Abg. Scheibner: „Halbdurchschnittlich“? Was ist das?
Dieser Landesrat hat dabei – ohne Rücksprache mit dem Landtag oder der Landesregierung zu halten – zwei Möglichkeiten: Entweder er gibt das Geld verantwortungsbewusst in risikoarme Veranlagungen, er trägt es sozusagen zur Bank, oder er geht mit dem Geld ins Casino. Und er hat den Weg ins Casino gewählt! Das Casino ist in diesem Fall das internationale Börsegeschehen. Im internationalen Börsegeschehen ist natürlich die Wahrscheinlichkeit, einen Gewinn zu erzielen, noch geringer als im Casino, das weiß jeder mit einer halbdurchschnittlichen Ausbildung. (Abg. Scheibner: „Halbdurchschnittlich“? Was ist das?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Großruck und Dipl.-Ing. Prinzhorn.
Dass der Landesrat von Niederösterreich nicht weiß oder nicht gewusst hat, dass das Börsegeschehen ein höchst spekulatives Geschehen ist, das traue ich nicht einmal ihm zu, obwohl man wirklich meinen konnte, dass er da an großer Naivität gelitten hat. (Zwischenrufe der Abgeordneten Großruck und Dipl.-Ing. Prinzhorn.)
Beifall bei der SPÖ.
Dem haben wir nicht zugestimmt! Bei der Veranlagungsform wurde niemals von der SPÖ zugestimmt! Sie wissen genau, dass die Veranlagungsform die ausschließliche und alleinige Entscheidung des Landesrates Sobotka war. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wie viel ist das in Euro?
Er ist damit ins Casino des internationalen Börsegeschehens gegangen, er hat 40 Prozent von 34 Milliarden Schilling in Aktien veranlagt. Ich wiederhole: 40 Prozent von 34 Milliarden Schilling wurden in Aktien veranlagt! (Abg. Scheibner: Wie viel ist das in Euro?) Und im Jahr 2002
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bleiben wir beim Beispiel Casino. Wäre er ins echte Casino gegangen, dann hätte er täglich 10 Millionen Schilling verspielen können. Und wenn er ins Casino gegangen wäre, dann hätten wir wenigstens vom Casino 50 Prozent an Steuern zurückbekommen, aber so ist das gesamte Geld weg! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Da hätte der Häupl schon längst gehen müssen!
Das ist für mich eine eindeutige Führungsschwäche. Oder man will, wie immer in Niederösterreich, alles unter den Teppich kehren, all das nicht publik machen. (Abg. Dr. Stummvoll: Da hätte der Häupl schon längst gehen müssen!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was man mit dem Geld, das hier verspielt wurde, alles hätte machen können, das muss man sich einmal durch den Kopf gehen lassen. Es hätten damit in Niederösterreich etwa 15 000 Sozialwohnungen gebaut werden können – ich wiederhole: 15 000 Sozialwohnungen, nur mit dem Geld, das verspekuliert wurde! Oder: Es hätte eine 100-prozentige Entschädigung der Hochwasseropfer stattfinden können. Dafür hätte es eine moralische Rechtfertigung gegeben, das wäre der moralisch richtige Weg gewesen, das Geld einzusetzen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schöls: Neue Rede! Bessere Rede!
Erklären Sie von der ÖVP dem Steuerzahler, warum Finanzlandesrat Sobotka in Niederösterreich täglich am internationalen Börsetisch 10 Millionen Schilling verspielt! Das müssen Sie dem Steuerzahler erklären! Das müssen Sie jemandem erklären, der ein Einkommen von 14 000 S brutto hat, dass Finanzlandesrat Sobotka täglich 10 Millionen Schilling sozusagen in den Sand setzen kann – ohne irgendeine Konsequenz! (Abg. Schöls: Neue Rede! Bessere Rede!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (fortsetzend): Das ist eine Frage, die der Landeshauptmann von Niederösterreich mitzuverantworten hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Lebhafte ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Schieder: Überraschend ehrlich!
Erstens: dass ein Verbot, mit Steuergeldern zu spekulieren, ausgesprochen werden soll. – Ich weiß zwar nicht, was der Unterschied zwischen einer Veranlagung und Spekulieren ist, aber ich werde noch darauf eingehen. (Lebhafte ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Schieder: Überraschend ehrlich!)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Staatsanleihe! Die Republik Österreich!
Aber auch dann, wenn man alle Kautelen berücksichtigt und vorsichtig veranlagt, kann man Risken nicht vermeiden. Man trägt bei einer Veranlagung immer ein gewisses Risiko, es gibt keine risikolose Veranlagung. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Staatsanleihe! Die Republik Österreich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Für eine Diskussion über Vorschriften und über die Kontrolle von Veranlagungen der Länder ist der Nationalrat daher sicher nicht das zuständige Gremium. Eine derartige Diskussion könnte nur im Landtag erfolgen. Der Nationalrat ist mangels Zuständigkeit auf jeden Fall der falsche Ort, und ich kann es mir nur mit einem Wahltermin erklären, dass wir heute hier darüber sprechen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Widerspruch bei der SPÖ
Ich glaube, es steht außer Streit, dass mit Steuergeldern sorgsam umzugehen ist. Leider wurde das in den vergangenen 30 Jahren nicht so gehandhabt (Widerspruch bei der SPÖ), als wir uns Jahr für Jahr extrem verschuldet haben, sodass wir heute einen Zinsenberg von 7 Milliarden € für unsere Schulden zu tragen haben – nur für die Zinsen! Das sind Mittel, die uns in der täglichen Budgetgebarung fehlen – mehr als 10 Prozent des Budgets! Das möchte ich jenen ins Stammbuch schreiben, die von einer ordnungsgemäßen Gebarung sprechen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Da haben Sie kräftig mitgewirkt!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Da haben Sie kräftig mitgewirkt!
Ich glaube, es steht außer Streit, dass mit Steuergeldern sorgsam umzugehen ist. Leider wurde das in den vergangenen 30 Jahren nicht so gehandhabt (Widerspruch bei der SPÖ), als wir uns Jahr für Jahr extrem verschuldet haben, sodass wir heute einen Zinsenberg von 7 Milliarden € für unsere Schulden zu tragen haben – nur für die Zinsen! Das sind Mittel, die uns in der täglichen Budgetgebarung fehlen – mehr als 10 Prozent des Budgets! Das möchte ich jenen ins Stammbuch schreiben, die von einer ordnungsgemäßen Gebarung sprechen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Da haben Sie kräftig mitgewirkt!)
Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Eder: Die ÖVP hat das nie verlangt!
Aus der Vorgangsweise einzelner Gebietskörperschaften, Erlöse aus Veräußerungen zu verwerten beziehungsweise zu veranlagen, lässt sich nach unseren Beobachtungen im Finanzministerium kein einheitliches Muster erkennen. Ich verweise zum Beispiel auf die Bank Austria, wo der gesamte Verkaufserlös des Landes Wien über die AVZ gegen die Hereinnahme von Aktien einer Gesellschaft getauscht wurde. Da man Aktien nur einer Gesellschaft übernahm, ging man, wie sich nachträglich herausstellte, ein enorm hohes Risiko ein. Der Kursverlust von 76 Prozent bedeutet, dass Wien über die AVZ-Stiftung ein Kapitalvermögen – bitte, zuzuhören! – von rund 1,29 Milliarden € verloren hat! (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Eder: Die ÖVP hat das nie verlangt!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Gaál und Eder.
Herr Abgeordneter Wittmann! Was hätte man mit diesen 1,29 Milliarden € alles für die Wiener Kindergärten, den Wohnbau und dergleichen machen können?! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Gaál und Eder.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.
In Niederösterreich hingegen ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.) – Herr Abgeordneter Wittmann, zu Wiener Neustadt zu der Zeit, als Sie noch Bürgermeister waren, sage ich jetzt nichts. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Das wäre ein eigenes Thema, dazu sage ich heute nichts, ich will hier nicht polemisieren. (Beifall bei der ÖVP.) Ich könnte über viele Gemeinden mit sozialdemokratischen Bürgermeistern einige Dinge erzählen, aber das interessiert jetzt niemanden. (Abg. Gaál: Polemisieren Sie nicht! – Abg. Reheis: Das ist eine Frechheit, was Sie da machen!)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
In Niederösterreich hingegen ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.) – Herr Abgeordneter Wittmann, zu Wiener Neustadt zu der Zeit, als Sie noch Bürgermeister waren, sage ich jetzt nichts. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Das wäre ein eigenes Thema, dazu sage ich heute nichts, ich will hier nicht polemisieren. (Beifall bei der ÖVP.) Ich könnte über viele Gemeinden mit sozialdemokratischen Bürgermeistern einige Dinge erzählen, aber das interessiert jetzt niemanden. (Abg. Gaál: Polemisieren Sie nicht! – Abg. Reheis: Das ist eine Frechheit, was Sie da machen!)
Beifall bei der ÖVP.
In Niederösterreich hingegen ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.) – Herr Abgeordneter Wittmann, zu Wiener Neustadt zu der Zeit, als Sie noch Bürgermeister waren, sage ich jetzt nichts. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Das wäre ein eigenes Thema, dazu sage ich heute nichts, ich will hier nicht polemisieren. (Beifall bei der ÖVP.) Ich könnte über viele Gemeinden mit sozialdemokratischen Bürgermeistern einige Dinge erzählen, aber das interessiert jetzt niemanden. (Abg. Gaál: Polemisieren Sie nicht! – Abg. Reheis: Das ist eine Frechheit, was Sie da machen!)
Abg. Gaál: Polemisieren Sie nicht! – Abg. Reheis: Das ist eine Frechheit, was Sie da machen!
In Niederösterreich hingegen ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.) – Herr Abgeordneter Wittmann, zu Wiener Neustadt zu der Zeit, als Sie noch Bürgermeister waren, sage ich jetzt nichts. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Das wäre ein eigenes Thema, dazu sage ich heute nichts, ich will hier nicht polemisieren. (Beifall bei der ÖVP.) Ich könnte über viele Gemeinden mit sozialdemokratischen Bürgermeistern einige Dinge erzählen, aber das interessiert jetzt niemanden. (Abg. Gaál: Polemisieren Sie nicht! – Abg. Reheis: Das ist eine Frechheit, was Sie da machen!)
Abg. Eder: Das machen Sie die ganze Zeit!
Ich will nicht Richter darüber sein, wer besser ist, Wien oder Niederösterreich (Abg. Eder: Das machen Sie die ganze Zeit!), sondern verweise auf einen Schiedsrichter, nämlich den Landesrechnungshof. Der Landesrechnungshof hat das schon im Dezember 2002 geprüft, und ich zitiere jetzt wörtlich aus dem Bericht des Landesrechungshofes; also nicht ich urteile, sondern es urteilt der Landesrechnungshof:
Abg. Dr. Wittmann: Das Geld ist weg!
Ich zitiere weiter: „Bei der Auswahl des Investmentberaters wurden die Vorgaben des Landtages von Niederösterreich umgesetzt, indem eine von den Banken unabhängige und international anerkannte Gesellschaft beauftragt wurde.“ – Nichts mit dem Casino, Herr Abgeordneter Wittmann! International anerkannte Berater! (Abg. Dr. Wittmann: Das Geld ist weg!)
Abg. Dr. Wittmann: Verspielt! Verspekuliert! Verspekuliert ist das Geld!
„Die von den Experten erarbeitete Veranlagungsstruktur und die Streuung der Veranlagungsinstrumente ist im Einklang mit den strengen“ – das sagt der Rechnungshof! – „gesetzlichen Veranlagungsvorschriften für die volkswirtschaftlich bedeutenden und von der Finanzmarktaufsicht überwachten Versicherungsunternehmen, Pensionskassen und Mitarbeitervorsorgen.“ (Abg. Dr. Wittmann: Verspielt! Verspekuliert! Verspekuliert ist das Geld!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wittmann: Verspekuliert ist das Geld!
Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wittmann: Verspekuliert ist das Geld!)
Die Abgeordneten Eder und Dr. Wittmann: Wo ist das Geld?
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist immer wieder erstaunlich, wie eine Partei, die in Niederösterreich im direkten Leistungsvergleich mit Landeshauptmann Erwin Pröll und seinem Team keine Chance hat, hier in Wien im Parlament versucht, vier Tage vor der Wahl eine Politshow abzuhalten. Das ist immer wieder erstaunlich, Herr Kollege Wittmann! (Die Abgeordneten Eder und Dr. Wittmann: Wo ist das Geld?)
Abg. Dr. Petrovic: Haben wir nur Männer als Wähler?
Letzte Woche verlangten die Grünen eine Sondersitzung mit der gleichen Zielsetzung. Inzwischen gibt es sogar einen Gerichtsbeschluss, um den Wettbewerb in der Demokratie zu verhindern, Frau Kollegin Petrovic. Immer das gleiche Politspektakel! – Aber glauben Sie mir: Sie können den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern keinen Sand in die Augen streuen. Der Wähler ist viel zu klug (Abg. Dr. Petrovic: Haben wir nur Männer als Wähler?), um dieses Manöver nicht zu durchschauen. Das ganze Jahr lang nichts zu arbeiten und vier Tage vor der Wahl hier ein Politspektakel zu veranstalten, das ist der falsche Weg, Herr Kollege Wittmann! Sie werden vom Wähler bestraft werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Letzte Woche verlangten die Grünen eine Sondersitzung mit der gleichen Zielsetzung. Inzwischen gibt es sogar einen Gerichtsbeschluss, um den Wettbewerb in der Demokratie zu verhindern, Frau Kollegin Petrovic. Immer das gleiche Politspektakel! – Aber glauben Sie mir: Sie können den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern keinen Sand in die Augen streuen. Der Wähler ist viel zu klug (Abg. Dr. Petrovic: Haben wir nur Männer als Wähler?), um dieses Manöver nicht zu durchschauen. Das ganze Jahr lang nichts zu arbeiten und vier Tage vor der Wahl hier ein Politspektakel zu veranstalten, das ist der falsche Weg, Herr Kollege Wittmann! Sie werden vom Wähler bestraft werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Wittmann! Ich habe den Eindruck, Sie bereiten sich bereits auf die Oppositionsrolle vor, denn wer ein so schlechtes Kurzzeitgedächtnis hat, dem kann man keine Regierungsverantwortung übertragen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die SPÖ Niederösterreich ist kein verlässlicher Partner für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, meine sehr geehrten Damen und Herren, und das wird der Wähler am Sonntag auch so entscheiden! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim
Dazu kommt, wie der Herr Staatssekretär schon ausgeführt hat, dass diese Transaktion vom Rechnungshof geprüft wurde (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim), von unabhängigen anerkannten Wirtschaftsprüfern, KPMG, geprüft wurde, von internationalen Finanzexperten geprüft
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Wittmann! Ich würde einen Ordnungsruf bekommen, daher sage ich nicht, dass das, was Sie gemacht haben, eine Schmierenkomödie war. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Das sage ich nicht, denn dafür gäbe es einen Ordnungsruf. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gaál: Das Geld ist weg!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gaál: Das Geld ist weg!
Herr Kollege Wittmann! Ich würde einen Ordnungsruf bekommen, daher sage ich nicht, dass das, was Sie gemacht haben, eine Schmierenkomödie war. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Das sage ich nicht, denn dafür gäbe es einen Ordnungsruf. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gaál: Das Geld ist weg!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Wittmann! Lassen Sie mich aber Folgendes sehr deutlich sagen: Landesrat Sobotka erledigt seinen Job exzellent, er handelt nach den Grundsätzen der Gesetzmäßigkeit, der Sparsamkeit, der Wirtschaftlichkeit und der Zweckmäßigkeit. Wir haben größte Hochachtung vor dieser Leistung. Ein Politiker, der nämlich Politik als Zukunftsgestaltung und nicht, so wie Sie, Herr Kollege Wittmann, als Tageshickhack versteht, das ist ein Politiker in unserem Sinn. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Eder: Wo ist da die Chance? Das Geld ist weg!
Wenn Sie ein bisschen über die Fakten Bescheid wüssten, dann wüssten Sie, dass durch diese Transaktion und durch diese Veranlagungsform sichergestellt ist, dass auch für die nächste Generation, auch für unsere Kinder die Chance besteht, günstige Wohnbaufinanzierungen zu erhalten. (Abg. Eder: Wo ist da die Chance? Das Geld ist weg!) – Das ist zukunftsorientierte Politik, Herr Kollege Wittmann, und nicht Tageshickhack vier Tage vor der Wahl!
Abg. Dr. Petrovic: Der männliche Wähler!
Lassen Sie mich noch etwas ebenfalls sehr deutlich sagen, Herr Kollege Wittmann: Das, was die SPÖ Niederösterreich in dieser Causa aufgeführt hat, ist wirklich so, dass ich sagen muss, der Wähler kann dieses Manöver sehr leicht durchschauen. (Abg. Dr. Petrovic: Der männliche Wähler!) Ich bin nicht Ihr Wahlstratege, aber so durchsichtig habe ich noch selten eine Wahlstrategie angelegt gesehen. Vier Tage vor der Wahl versuchen Sie, Landesrat Sobotka anzuschwärzen! – Sie brauchen uns nicht anzuschwärzen, schwarz sind wir selbst, Herr Kollege Wittmann! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Lassen Sie mich noch etwas ebenfalls sehr deutlich sagen, Herr Kollege Wittmann: Das, was die SPÖ Niederösterreich in dieser Causa aufgeführt hat, ist wirklich so, dass ich sagen muss, der Wähler kann dieses Manöver sehr leicht durchschauen. (Abg. Dr. Petrovic: Der männliche Wähler!) Ich bin nicht Ihr Wahlstratege, aber so durchsichtig habe ich noch selten eine Wahlstrategie angelegt gesehen. Vier Tage vor der Wahl versuchen Sie, Landesrat Sobotka anzuschwärzen! – Sie brauchen uns nicht anzuschwärzen, schwarz sind wir selbst, Herr Kollege Wittmann! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Zu schön, um so schwarz zu sein!
Glauben Sie mir: Niederösterreich ist ein schönes Land, Niederösterreich ist ein gutes Land, und dieses Land ist bei Erwin Pröll und seinem Team auch für die nächsten fünf Jahre in guten Händen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Zu schön, um so schwarz zu sein!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Das war sehr billig!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Die Rede des Herrn Staatssekretärs hat einige Schönheitsfehler beinhaltet, auf die ich gleich eingehen werde, und die Rede des Kollegen Stummvoll ging am Thema vorbei, aber das ist ja nichts Neues beim Herrn Kollegen Stummvoll. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Das war sehr billig!)
Beifall bei der SPÖ.
Zweitens: Sie sagen, es gebe keine risikolosen Veranlagungen. – Ihr eigenes Haus bietet diese in Form von Bundesschatzscheinen an! Wenn diese nicht risikolos sind, dann müssen Sie uns vielleicht noch einmal aufklären, Herr Staatssekretär! Das wäre angebracht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Er hat Verluste verspekuliert?!
Aber Schluss damit. Diese Aktuelle Stunde hat ein wirklich brisantes Thema, und Sie, Herr Abgeordneter Stummvoll, sind nicht darauf eingegangen. Es ist einfach ein Skandal, dass der niederösterreichische ÖVP-Landesfinanzrat Sobotka massive Verluste verspekuliert hat (Abg. Dr. Stummvoll: Er hat Verluste verspekuliert?!), massive Verluste in der Höhe von 272 Millionen € eingefahren hat. Das ist Steuergeld der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber Schluss damit. Diese Aktuelle Stunde hat ein wirklich brisantes Thema, und Sie, Herr Abgeordneter Stummvoll, sind nicht darauf eingegangen. Es ist einfach ein Skandal, dass der niederösterreichische ÖVP-Landesfinanzrat Sobotka massive Verluste verspekuliert hat (Abg. Dr. Stummvoll: Er hat Verluste verspekuliert?!), massive Verluste in der Höhe von 272 Millionen € eingefahren hat. Das ist Steuergeld der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Als Niederösterreicherin schäme ich mich dafür, dass so jemand noch im Amt ist. Das möchte ich Ihnen auch sagen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was Herr Sobotka als Privatperson mit dem Geld macht, ist seine Sache. Er kann es sprichwörtlich aus dem Fenster werfen, er kann es auch ins Casino tragen und verspielen. Aber der Politiker Sobotka, der ÖVP-Finanzlandesrat in Niederösterreich, der auf die Republik vereidigt ist, so wie wir alle, darf nicht einmal daran denken, mit dem Steuergeld der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zu spielen und zu gambeln. Das ist Tatsache, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das Parlament als Fernsehshow!
Ich darf ein kurzes Zitat aus dem Landtagsbeschluss darbringen, damit hier einmal klargestellt wird – auch für jene Leute, die jetzt fernsehen und zuhören –, dass nie von Aktienspekulationen die Rede war. (Abg. Dr. Stummvoll: Das Parlament als Fernsehshow!) Ich darf zitieren, meine Damen und Herren:
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Warum haben Sie zugestimmt? Sie haben zugestimmt!
Aber unglaubliche 40 Prozent von diesem Geld wurden höchst unsicher und risikoreich angelegt und – Tatsache! – verspielt. Wissen Sie, was das gewesen wäre? Das wären 15 000 Wohnungen gewesen, das wären 1 000 Einfamilienhäuser gewesen. Wie viele – das frage ich Sie – Lehrstellen wären das für die niederösterreichischen Jugendlichen gewesen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Warum haben Sie zugestimmt? Sie haben zugestimmt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Sie reden wider besseres Wissen!
Zur Erinnerung, Herr Kollege Stummvoll: 800 junge Leute haben im Moment keine Lehrstelle, 8 000 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren in Niederösterreich haben keine Arbeit. Seit 1998 steht im ÖVP-Wahlprogramm immer wieder: Jedem Jugendlichen eine Lehrstelle! Niemand soll auf der Straße stehen! – Wir schreiben das Jahr 2003, in vier Tagen ist Wahl, und es werden von Monat zu Monat mehr, die ohne Arbeit dastehen, und das haben Sie zu verantworten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Sie reden wider besseres Wissen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich sage Ihnen noch etwas zur Jugend: Wir brauchen in diesem Wahlkampf kein giftiges Spielzeugmaxerl, das ausschaut wie der „Lowlander“ Pröll, wir brauchen Arbeitsplätze für unsere jungen Leute! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Beifall bei der SPÖ für die das Rednerpult verlassende Abg. Heinisch-Hosek. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist beschämend!
Präsident Dr. Andreas Khol: Ihre Redezeit ist erschöpft, Frau Abgeordnete. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Beifall bei der SPÖ für die das Rednerpult verlassende Abg. Heinisch-Hosek. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist beschämend!)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist eine Schande! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Rosenkranz. Ihre Redezeit beträgt 5 Minuten. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist eine Schande! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aha!
Ich darf Dir namens der SPÖ-Landtagsabgeordneten mitteilen, dass wir derzeit, insbesondere wenige Wochen vor Ende der Legislaturperiode, keine Veranlassung sehen, eine derartige Sondersitzung durchzuführen.“ (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aha!)
Abg. Scheibner: Da schau her! Das ist ein ordentlicher Widerspruch!
Es folgen einige Begründungen, und dann geht es weiter: „Für den Landtag als gesetzgebende Körperschaft einerseits und als Kontrollorgan der Landesregierung andererseits besteht daher aus unserer Sicht kein Handlungsbedarf.“ (Abg. Scheibner: Da schau her! Das ist ein ordentlicher Widerspruch!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
So geht es nicht, meine sehr verehrten Damen und Herren von der SPÖ! So ist das nicht möglich! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich kann Ihnen sagen, es hat überhaupt keinen Sinn, nämlich keinen Sinn für das Land Niederösterreich, dass Sie hier den wilden Mann markieren, dass Sie hier die Muskeln spielen lassen, wenn Sie andererseits in Niederösterreich von einem völligen Mangel an Mut gekennzeichnet sind und sich aus Angst vor der ÖVP davor scheuen, Ihre Rechte und Ihre Verpflichtungen gegenüber dem Landesbürger wahrzunehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
So geht es nicht, meine sehr verehrten Damen und Herren von der SPÖ! So ist das nicht möglich! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich kann Ihnen sagen, es hat überhaupt keinen Sinn, nämlich keinen Sinn für das Land Niederösterreich, dass Sie hier den wilden Mann markieren, dass Sie hier die Muskeln spielen lassen, wenn Sie andererseits in Niederösterreich von einem völligen Mangel an Mut gekennzeichnet sind und sich aus Angst vor der ÖVP davor scheuen, Ihre Rechte und Ihre Verpflichtungen gegenüber dem Landesbürger wahrzunehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Das stimmt überhaupt nicht!
Nun zum aktuellen Thema: Tatsache ist, dass Landtag und Landesregierung dem Landesfinanzreferenten den Auftrag gegeben haben, die Wohnbauförderungsdarlehen zu verkaufen und den Erlös zu verwerten. Tatsache ist, dass in einem Beirat – und dazu komme ich noch –, in dem wir nicht vertreten waren, Sie (in Richtung SPÖ) aber sehr wohl, über die Art der Veranlagung einstimmig entschieden worden ist. (Abg. Parnigoni: Das stimmt überhaupt nicht!)
Abg. Parnigoni: Was sagen Sie da dazu, Herr Staatssekretär? Das ist allerhand!
Öffentliche Gelder zu 40 Prozent in Aktien zu veranlagen ist ein derart überraschendes Unternehmen, dass man das im Finanzministerium – als ich dort rückgefragt habe – gar nicht glauben wollte. (Abg. Parnigoni: Was sagen Sie da dazu, Herr Staatssekretär? Das ist allerhand!) 40 Prozent in freiverzinslichen Aktien zu veranlagen ist hoch spekulativ, und Herr Sobotka hat auch die Ernte eingefahren: Er hat große Verluste produziert. (Abg. Parnigoni: Das ist allerhand!)
Abg. Parnigoni: Das ist allerhand!
Öffentliche Gelder zu 40 Prozent in Aktien zu veranlagen ist ein derart überraschendes Unternehmen, dass man das im Finanzministerium – als ich dort rückgefragt habe – gar nicht glauben wollte. (Abg. Parnigoni: Was sagen Sie da dazu, Herr Staatssekretär? Das ist allerhand!) 40 Prozent in freiverzinslichen Aktien zu veranlagen ist hoch spekulativ, und Herr Sobotka hat auch die Ernte eingefahren: Er hat große Verluste produziert. (Abg. Parnigoni: Das ist allerhand!)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Herr Sobotka ist auch deshalb rücktrittsreif, weil absolut keine Einsicht besteht und Wiederholungsgefahr gegeben ist. Als er darauf aufmerksam gemacht wurde, dass dies nicht das ist, was man sich von einem Landesfinanzreferenten erwartet, hat er gesagt: Regt’s euch net auf, i werd mein Schnitt schon machen! – Der Landesfinanzreferent von Niederösterreich bedient sich der Sprache eines Börsenhais. Schon deswegen sollte er dieses Amt nicht länger ausüben. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Wir haben ja keine Beamten dort! Lauter Schwarze!
Dennoch: Sie von der SPÖ waren in diesem Beirat vertreten. Die Beamten Ihres Landesrates haben das gewusst und haben ihn informiert oder auch nicht informiert. (Abg. Eder: Wir haben ja keine Beamten dort! Lauter Schwarze!) Jedenfalls waren Sie mit dabei.
Beifall bei den Freiheitlichen.
So ist es eben in Niederösterreich, so ist es dort in der gesamten Politik: Sie, denen die ÖVP einen Platz am Katzentisch zuteilt, wo Sie immer wieder ein paar Brosamen bekommen – jetzt in Vorwahlzeiten natürlich weniger –, tragen einfach alles mit. Sie sind und bleiben die Ministranten der ÖVP-Allmacht, und das werden auch keine Sondersitzung und keine Aktuelle Stunde hier im Nationalrat zu verschleiern wissen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Tatsache ist, dass Geld österreichischer Steuerzahlerinnen und Steuerzahler verwirtschaftet wurde, dass die Potentiale für den künftigen Wohnbau geschmälert wurden. Wenn Sie, Herr Staatssekretär, dazu sagen, dem sei nichts mehr hinzuzufügen, muss ich sagen: Na servus, das ist eine schöne Einstellung! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
privatisiert werden, alles müsse auf den Markt geworfen werden, privat sei wunderbar, der Staat könne nicht wirtschaften. – Da stelle ich in aller Form die Frage: Sagen Sie das jetzt, nachdem 272 Millionen € – 4 Milliarden Schilling – an niederösterreichischem Steuergeld verwirtschaftet worden sind, auch noch? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn ich heute, meine Damen und Herren, aus Redebeiträgen der damaligen Landtagsdebatte zitiere, dann hoffe ich, dass in Zukunft dieses Haus mit öffentlichen Geldern nicht mehr so leichtfertig umgeht, sondern dass diese Debatte vielleicht in Erinnerung bleibt. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Abgeordnete Schittenhelm, ÖVP: „ein historischer Finanzschritt“, es werde ein „riesiges Plus von zwei Milliarden Schilling zurückfließen“. – Das Minus war noch riesiger, es war nämlich doppelt so hoch! (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall bei den Grünen.
Der Einzige, der damals warnende und mahnende Worte angemeldet hat, war der grüne Abgeordnete Martin Fasan, der gesagt hat, er befürchte, dass es nicht zu einem großen Plus käme. Er hat darauf hingewiesen, dass auch die Gefahr bestünde, dass ein gewaltiges Minus herauskommt. – Das hat sich leider aktualisiert. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Fasan hoffe, „dass bei diesem Verwertungsmodell nicht das Risiko größer ist als die Hoffnung auf die immer wieder genannten zwei Milliarden Schilling“. „Denn das wäre natürlich schon eine sehr, sehr unangenehme Situation.“ (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Öffentliche Mittel können nicht in Casino-Manier, in Lotto-Manier veranlagt werden. Vielleicht lachen Sie in Zukunft nicht mehr über die Argumente der Grünen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Eder: Das hat der Pröll auch gewusst? – Abg. Öllinger: Wer trägt die Verantwortung?
Die Landesregierung war von Haus aus in alle Beschlüsse eingebunden. Der Landtag war von Haus aus mit beteiligt. Die Veranlagungsstrategie wurde im Beirat nach Vorlage von Expertengutachten gebilligt. (Abg. Eder: Das hat der Pröll auch gewusst? – Abg. Öllinger: Wer trägt die Verantwortung?)
Abg. Öllinger: Keine Märchenstunde bitte!
Aber bitte, es wird erst am Ende abgerechnet, und ich bin überzeugt davon, dass dieser langfristige Ertrag von 6 Prozent mit diesen verbreiterten Absicherungen sicherlich erreicht wird. (Abg. Öllinger: Keine Märchenstunde bitte!)
Beifall bei der ÖVP.
Es waren Asset Manager eingebunden, unter anderem auch von der Bank Austria, es gab Empfehlungen von unabhängigen Anlageberatern, und abgerechnet wird erst am Schluss! Eine derartige Kursschwankung bei den Aktienkursen in der Anfangsphase hat in dieser Form niemand erwartet. Es hat zum damaligen Zeitpunkt auch niemand voraussehen können, dass ein Irak-Krieg einsetzen wird. Es handelt sich aber nur um buchmäßige Verluste. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Erster Punkt: Zur Verwirrung, die hier von der SPÖ ausgestreut wird – Geld wäre ins Casino getragen worden, verwirtschaftet worden: Tatsache ist, meine Damen und Herren, das Geld ist langfristig angelegt. Es gibt auch keinen Verlust, weil die Wertpapiere gar nicht verkauft werden. Bleiben Sie bei den Tatsachen, meine Damen und Herren, nichts ist diesbezüglich passiert! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Wittmann: Das Geld ist weg!
Zweiter Punkt: Die Verunsicherung der Bürger, die Sie jetzt betreiben, ist völlig unnötig. (Abg. Dr. Wittmann: Das Geld ist weg!) Kein Niederösterreicher, der ein Wohnbaudarlehen in Anspruch nimmt, wird durch diese Transaktionen beeinträchtigt. Ganz im Gegenteil! Erst vor wenigen Wochen hat die Niederösterreichische Landesregierung 9 936 Wohneinheiten mit einem Wohnbauförderungsdarlehen bedacht. – Meine Damen und Herren! Das ist Politik in Niederösterreich, das ist ein Konjunkturmotor in Niederösterreich. (Beifall bei der ÖVP.) Hören Sie auf, die Leute zu verunsichern! Kein Wohnbauförderungsnehmer wird in irgendeiner Weise beeinträchtigt.
Beifall bei der ÖVP.
Zweiter Punkt: Die Verunsicherung der Bürger, die Sie jetzt betreiben, ist völlig unnötig. (Abg. Dr. Wittmann: Das Geld ist weg!) Kein Niederösterreicher, der ein Wohnbaudarlehen in Anspruch nimmt, wird durch diese Transaktionen beeinträchtigt. Ganz im Gegenteil! Erst vor wenigen Wochen hat die Niederösterreichische Landesregierung 9 936 Wohneinheiten mit einem Wohnbauförderungsdarlehen bedacht. – Meine Damen und Herren! Das ist Politik in Niederösterreich, das ist ein Konjunkturmotor in Niederösterreich. (Beifall bei der ÖVP.) Hören Sie auf, die Leute zu verunsichern! Kein Wohnbauförderungsnehmer wird in irgendeiner Weise beeinträchtigt.
Beifall bei der ÖVP.
Hören Sie daher damit auf, Gerüchte und Behauptungen in die Welt zu setzen, die in keiner Weise den Tatsachen entsprechen. Es ist rechtlich in Ordnung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Wittmann: Das bestimmt der Wähler!
Sie stehen nicht zu Ihrer Verantwortung: Drei Landesregierungsmitglieder stellt die SPÖ in Niederösterreich. Sie haben alles gewusst, sie haben allem zugestimmt, meine Damen und Herren, und heute wollen Sie den Eindruck erwecken, dass sie gar nichts gewusst hätten! Meine Damen und Herren, wenn Ihre Landesregierungsmitglieder nicht in der Lage sind, Regierungsbeschlüsse vorher zu lesen und nach ihrer Zustimmung auch mitzuverantworten, dann haben sie in der Landesregierung auch nichts verloren – ich darf das in dieser Schärfe sagen. (Abg. Dr. Wittmann: Das bestimmt der Wähler!) Stehen Sie daher auch zu Ihrer Verantwortung! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie stehen nicht zu Ihrer Verantwortung: Drei Landesregierungsmitglieder stellt die SPÖ in Niederösterreich. Sie haben alles gewusst, sie haben allem zugestimmt, meine Damen und Herren, und heute wollen Sie den Eindruck erwecken, dass sie gar nichts gewusst hätten! Meine Damen und Herren, wenn Ihre Landesregierungsmitglieder nicht in der Lage sind, Regierungsbeschlüsse vorher zu lesen und nach ihrer Zustimmung auch mitzuverantworten, dann haben sie in der Landesregierung auch nichts verloren – ich darf das in dieser Schärfe sagen. (Abg. Dr. Wittmann: Das bestimmt der Wähler!) Stehen Sie daher auch zu Ihrer Verantwortung! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Wittmann: 3,7 Milliarden Schilling sind weg!
Damit komme ich zum fünften Punkt, der für mich politisch gesehen der wichtigste ist: Sie haben in diesem Landtagswahlkampf mit keinen Argumenten aufwarten können. Landauf, landab gab es von Ihnen keine Vorschläge, und es gab von Ihnen in diesem Land auch keine Präsenz. – Jetzt, vier Tage vor der Wahl, kommen Sie hierher ins Hohe Haus und versuchen, den Nationalrat als Bühne zu verwenden, indem Sie Landesrat Sobotka (Abg. Dr. Wittmann: 3,7 Milliarden Schilling sind weg!) und Landeshauptmann Pröll persönlich anzugreifen und zu diffamieren versuchen. Meine Damen und Herren, das ist eine wirklich schlechte Methode! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Damit komme ich zum fünften Punkt, der für mich politisch gesehen der wichtigste ist: Sie haben in diesem Landtagswahlkampf mit keinen Argumenten aufwarten können. Landauf, landab gab es von Ihnen keine Vorschläge, und es gab von Ihnen in diesem Land auch keine Präsenz. – Jetzt, vier Tage vor der Wahl, kommen Sie hierher ins Hohe Haus und versuchen, den Nationalrat als Bühne zu verwenden, indem Sie Landesrat Sobotka (Abg. Dr. Wittmann: 3,7 Milliarden Schilling sind weg!) und Landeshauptmann Pröll persönlich anzugreifen und zu diffamieren versuchen. Meine Damen und Herren, das ist eine wirklich schlechte Methode! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Wittmann: 3,7 Milliarden Schilling sind weg!
Diffamierung und persönliche Angriffe – vielleicht sind Sie auf diesem Gebiet gut, ich weiß es nicht – sind etwas, was wir grundsätzlich ablehnen. (Abg. Dr. Wittmann: 3,7 Milliarden Schilling sind weg!) Was Sie Landesrat Sobotka hier vorwerfen, meine Damen und Herren, ist in keiner Weise gerechtfertigt! Wolfgang Sobotka hat ein zukunftsorientiertes, langfristiges Veranlagungsmodell gewählt, und er will gewährleisten, dass in Niederösterreich auch zukünftig jedes Jahr 2 Milliarden Schilling an Wohnbauförderungsmitteln für die niederösterreichischen Häuslbauer zur Verfügung stehen. – Da sagen Sie, das sei schlecht? – Ich sage Ihnen: Das ist gut, denn das wollen die Niederösterreicher so! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Diffamierung und persönliche Angriffe – vielleicht sind Sie auf diesem Gebiet gut, ich weiß es nicht – sind etwas, was wir grundsätzlich ablehnen. (Abg. Dr. Wittmann: 3,7 Milliarden Schilling sind weg!) Was Sie Landesrat Sobotka hier vorwerfen, meine Damen und Herren, ist in keiner Weise gerechtfertigt! Wolfgang Sobotka hat ein zukunftsorientiertes, langfristiges Veranlagungsmodell gewählt, und er will gewährleisten, dass in Niederösterreich auch zukünftig jedes Jahr 2 Milliarden Schilling an Wohnbauförderungsmitteln für die niederösterreichischen Häuslbauer zur Verfügung stehen. – Da sagen Sie, das sei schlecht? – Ich sage Ihnen: Das ist gut, denn das wollen die Niederösterreicher so! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Landesrat Sobotka hat durch diese Veranlagungsform, die langfristig einen guten Ertrag bringen wird, gewährleistet, dass jeder Häuslbauer in Niederösterreich, der ein Wohnbauförderungsdarlehen bekommt, ein Prozent Zinsen pro Jahr bezahlen muss – ein Prozent, meine Damen und Herren! Schauen Sie einmal auf dem Kapitalmarkt, was Sie heute bei einer Bank an Zinsen bezahlen: Wesentlich mehr! – Das ist gute niederösterreichische Politik, meine Damen und Herren, und ich stehe dazu, dass wir einen Landesrat in Niederösterreich haben, der hervorragende Strategien für die Zukunft gewählt hat! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auf das, was Sie heute geboten haben, meine Damen und Herren, werden sich die Niederösterreicher für den Sonntag einen Reim machen. Keine Argumente, sondern persönliche Diffamierungen – das ist kein Wahlprogramm, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Spindelegger: Das entbehrt jeder Grundlage!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Kollege Spindelegger, auch wenn Sie diese Angelegenheit noch so sehr schönreden, die Fakten bleiben so, wie sie sind: 300 Millionen € wurden verspielt, und das sind Gelder (Abg. Dr. Spindelegger: Das entbehrt jeder Grundlage!), die in diesem wunderschönen Land Niederösterreich (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist die Unwahrheit!) und auch in der niederösterreichischen Wohnbauförderung sehr wohl abgehen (Abg. Dr. Spindelegger: Das ist die Unwahrheit!), Herr Kollege Spindelegger, auch wenn Sie diese Angelegenheit noch so sehr schönreden!
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist die Unwahrheit!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Kollege Spindelegger, auch wenn Sie diese Angelegenheit noch so sehr schönreden, die Fakten bleiben so, wie sie sind: 300 Millionen € wurden verspielt, und das sind Gelder (Abg. Dr. Spindelegger: Das entbehrt jeder Grundlage!), die in diesem wunderschönen Land Niederösterreich (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist die Unwahrheit!) und auch in der niederösterreichischen Wohnbauförderung sehr wohl abgehen (Abg. Dr. Spindelegger: Das ist die Unwahrheit!), Herr Kollege Spindelegger, auch wenn Sie diese Angelegenheit noch so sehr schönreden!
Abg. Dr. Spindelegger: Das ist die Unwahrheit!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Kollege Spindelegger, auch wenn Sie diese Angelegenheit noch so sehr schönreden, die Fakten bleiben so, wie sie sind: 300 Millionen € wurden verspielt, und das sind Gelder (Abg. Dr. Spindelegger: Das entbehrt jeder Grundlage!), die in diesem wunderschönen Land Niederösterreich (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist die Unwahrheit!) und auch in der niederösterreichischen Wohnbauförderung sehr wohl abgehen (Abg. Dr. Spindelegger: Das ist die Unwahrheit!), Herr Kollege Spindelegger, auch wenn Sie diese Angelegenheit noch so sehr schönreden!
Abg. Scheibner: Warum waren Sie gegen eine Sondersitzung? Warum waren Sie gegen die Sondersitzung? War es Ihnen zu wenig wichtig?
Wenn Sie uns hier glauben machen wollen, Kollegin Rosenkranz, das sei nicht debattiert worden oder von der SPÖ Niederösterreich nicht zur Diskussion gestellt worden, dann muss ich Sie darüber informieren, dass sehr wohl in drei Landtagssitzungen darüber diskutiert wurde und dass die SPÖ Niederösterreich das in drei Landtagssitzungen aufgezeigt hat. (Abg. Scheibner: Warum waren Sie gegen eine Sondersitzung? Warum waren Sie gegen die Sondersitzung? War es Ihnen zu wenig wichtig?)
Abg. Scheibner: Aber eine Sondersitzung hätten Sie doch machen können!
Was ist geschehen? – Sobotka hat in einem Alleingang (Abg. Scheibner: Aber eine Sondersitzung hätten Sie doch machen können!), in einer abgehobenen, selbstherrlichen Art – wie sie die ÖVP Niederösterreich leider pflegt – ein ganz besonders gefährliches Spiel mit diesen Geldern getrieben: Eine Vorgangsweise, bei der 40 Prozent in Aktien veranlagt wurden – wir haben es heute bereits mehrmals gehört –, hat zu diesen Verlusten geführt! – Das ist eine haarsträubende, leider wahre Geschichte (Abg. Wittauer: Die Sie mitzuverantworten haben!), und sie zeigt das Sittenbild der selbstherrlich agierenden ÖVP Niederösterreich und deren Verantwortung! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Die Sie mitzuverantworten haben!
Was ist geschehen? – Sobotka hat in einem Alleingang (Abg. Scheibner: Aber eine Sondersitzung hätten Sie doch machen können!), in einer abgehobenen, selbstherrlichen Art – wie sie die ÖVP Niederösterreich leider pflegt – ein ganz besonders gefährliches Spiel mit diesen Geldern getrieben: Eine Vorgangsweise, bei der 40 Prozent in Aktien veranlagt wurden – wir haben es heute bereits mehrmals gehört –, hat zu diesen Verlusten geführt! – Das ist eine haarsträubende, leider wahre Geschichte (Abg. Wittauer: Die Sie mitzuverantworten haben!), und sie zeigt das Sittenbild der selbstherrlich agierenden ÖVP Niederösterreich und deren Verantwortung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was ist geschehen? – Sobotka hat in einem Alleingang (Abg. Scheibner: Aber eine Sondersitzung hätten Sie doch machen können!), in einer abgehobenen, selbstherrlichen Art – wie sie die ÖVP Niederösterreich leider pflegt – ein ganz besonders gefährliches Spiel mit diesen Geldern getrieben: Eine Vorgangsweise, bei der 40 Prozent in Aktien veranlagt wurden – wir haben es heute bereits mehrmals gehört –, hat zu diesen Verlusten geführt! – Das ist eine haarsträubende, leider wahre Geschichte (Abg. Wittauer: Die Sie mitzuverantworten haben!), und sie zeigt das Sittenbild der selbstherrlich agierenden ÖVP Niederösterreich und deren Verantwortung! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Jakob Auer: ... des Bürgermeisters!
Sehr geehrte Damen und Herren! Was alles könnte mit dem nun verspielten Geld im schönen Niederösterreich geschaffen werden! Ich denke etwa nur an meine Heimatgemeinde Neulengbach, eine wunderschöne Stadt im Wienerwald. (Abg. Jakob Auer: ... des Bürgermeisters!) Auch sie ist leider durch das Wirtschaften einer ÖVP-Mehrheit verschuldet. Herr Staatssekretär Finz, auch das ist eine ÖVP-Gemeinde, die leider schwer verschuldet ist. Was hätten wir dort alles an Positivem schaffen können! Wir hätten die Errichtung einer Park-and-Ride-Anlage (Abg. Mag. Mainoni: ... nicht im Parlament!), auf die wir schon lange warten, endlich umsetzen können. Aber auch ein Pensionistenheim, das dort fehlt, und neue Sportanlagen, die wir dringend brauchen – all das hätte um diese vielen Millionen durchaus schon geschaffen werden können! (Abg. Wittauer: Das müssen Sie im Niederösterreichischen Landtag ..., aber nicht im Parlament!)
Abg. Mag. Mainoni: ... nicht im Parlament!
Sehr geehrte Damen und Herren! Was alles könnte mit dem nun verspielten Geld im schönen Niederösterreich geschaffen werden! Ich denke etwa nur an meine Heimatgemeinde Neulengbach, eine wunderschöne Stadt im Wienerwald. (Abg. Jakob Auer: ... des Bürgermeisters!) Auch sie ist leider durch das Wirtschaften einer ÖVP-Mehrheit verschuldet. Herr Staatssekretär Finz, auch das ist eine ÖVP-Gemeinde, die leider schwer verschuldet ist. Was hätten wir dort alles an Positivem schaffen können! Wir hätten die Errichtung einer Park-and-Ride-Anlage (Abg. Mag. Mainoni: ... nicht im Parlament!), auf die wir schon lange warten, endlich umsetzen können. Aber auch ein Pensionistenheim, das dort fehlt, und neue Sportanlagen, die wir dringend brauchen – all das hätte um diese vielen Millionen durchaus schon geschaffen werden können! (Abg. Wittauer: Das müssen Sie im Niederösterreichischen Landtag ..., aber nicht im Parlament!)
Abg. Wittauer: Das müssen Sie im Niederösterreichischen Landtag ..., aber nicht im Parlament!
Sehr geehrte Damen und Herren! Was alles könnte mit dem nun verspielten Geld im schönen Niederösterreich geschaffen werden! Ich denke etwa nur an meine Heimatgemeinde Neulengbach, eine wunderschöne Stadt im Wienerwald. (Abg. Jakob Auer: ... des Bürgermeisters!) Auch sie ist leider durch das Wirtschaften einer ÖVP-Mehrheit verschuldet. Herr Staatssekretär Finz, auch das ist eine ÖVP-Gemeinde, die leider schwer verschuldet ist. Was hätten wir dort alles an Positivem schaffen können! Wir hätten die Errichtung einer Park-and-Ride-Anlage (Abg. Mag. Mainoni: ... nicht im Parlament!), auf die wir schon lange warten, endlich umsetzen können. Aber auch ein Pensionistenheim, das dort fehlt, und neue Sportanlagen, die wir dringend brauchen – all das hätte um diese vielen Millionen durchaus schon geschaffen werden können! (Abg. Wittauer: Das müssen Sie im Niederösterreichischen Landtag ..., aber nicht im Parlament!)
Beifall bei der SPÖ.
Genau dort im schönen Neulengbach werde ich morgen mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Onodi den Spatenstich zu einer neuen Wohnhausanlage durchführen – einer Wohnhausanlage, die mit diesen Geldern, die jetzt fehlen, die jetzt nicht mehr da sind, die verspekuliert wurden, 40 Mal errichtet werden hätte können! – Dafür, geschätzte Damen und Herren, sollten diese Gelder eingesetzt werden, und nicht dafür, sie am freien Markt zu verjuxen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Da wäre eine Sondersitzung im Niederösterreichischen Landtag besser gewesen, aber nicht im Parlament hier ...!
Die Verantwortung liegt klar auf der Hand (Abg. Wittauer: Da wäre eine Sondersitzung im Niederösterreichischen Landtag besser gewesen, aber nicht im Parlament hier ...!): Der ÖVP-Mann Sobotka hat eindeutig gegen die Prinzipien der Finanzpolitik verstoßen. Und da fehlt es auch an Entschlusskraft auf Seiten des Herrn Landeshauptmannes Pröll, der hier sagen müsste: Stopp! Hier nicht weitermachen! Hier zurücktreten, denn das schadet dem Land!
Beifall bei der SPÖ.
Er lässt uns glauben, er wäre für eine andere Art von Politik, aber in Wahrheit steht er dafür! – So agiert nur jemand, der damit rechnet, dass die Menschen kein Gedächtnis haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Geschätzte Damen und Herren! Schauen Sie sich das an, auch das ist ein Skandal! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Beate Schasching (fortsetzend): Ich komme damit zum Schlusssatz: Daher machen wir den Menschen in Niederösterreich das Angebot, mit unserer Heidemarie Onodi dafür zu sorgen, dass dieses Land bunt bleibt – denn Niederösterreich ist zu bunt, um schwarz zu sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Zur Sache, Kollege Wattaul!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort ist nunmehr Herr Abgeordneter Wattaul gemeldet. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Öllinger: Zur Sache, Kollege Wattaul!)
Abg. Mag. Kogler: Zur Sache!
Nun komme ich auf die Roten zu sprechen. Die haben es heute auch geschafft (Abg. Mag. Kogler: Zur Sache!), das Parlament zu missbrauchen und den Landtagswahlkampf ins Parlament zu tragen. Offensichtlich habt ihr nach der am Sonntag stattgefundenen Fernsehdiskussion kein Vertrauen mehr zur SPÖ Niederösterreich! (Abg. Parnigoni: Bist du auch ein „blauer Hecht“?) Ich kann euch das nicht verdenken. Aber jetzt das Parlament für Wahlwerbung zu missbrauchen, finde ich nicht in Ordnung. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Bist du auch ein „blauer Hecht“?
Nun komme ich auf die Roten zu sprechen. Die haben es heute auch geschafft (Abg. Mag. Kogler: Zur Sache!), das Parlament zu missbrauchen und den Landtagswahlkampf ins Parlament zu tragen. Offensichtlich habt ihr nach der am Sonntag stattgefundenen Fernsehdiskussion kein Vertrauen mehr zur SPÖ Niederösterreich! (Abg. Parnigoni: Bist du auch ein „blauer Hecht“?) Ich kann euch das nicht verdenken. Aber jetzt das Parlament für Wahlwerbung zu missbrauchen, finde ich nicht in Ordnung. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Nun komme ich auf die Roten zu sprechen. Die haben es heute auch geschafft (Abg. Mag. Kogler: Zur Sache!), das Parlament zu missbrauchen und den Landtagswahlkampf ins Parlament zu tragen. Offensichtlich habt ihr nach der am Sonntag stattgefundenen Fernsehdiskussion kein Vertrauen mehr zur SPÖ Niederösterreich! (Abg. Parnigoni: Bist du auch ein „blauer Hecht“?) Ich kann euch das nicht verdenken. Aber jetzt das Parlament für Wahlwerbung zu missbrauchen, finde ich nicht in Ordnung. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Zur Sache!
Außerdem müsstet ihr doch auch gesehen haben, dass sich die Grünen mit der Sondersitzung vorige Woche selbst ins Knie geschossen haben. (Abg. Öllinger: Zur Sache!) – Jawohl!
Abg. Scheibner – auf Abg. Öllinger weisend –: Er braucht gar nicht „Zur Sache!“ zu sagen!
Damit komme ich nun auf die Veranlagung des Herrn Landesrates Sobotka zu sprechen. (Abg. Scheibner – auf Abg. Öllinger weisend –: Er braucht gar nicht „Zur Sache!“ zu sagen!)
Oje-Rufe bei den Grünen.
Ich habe mir Folgendes überlegt: Was wäre, wenn ich als Unternehmer, als Anton Wattaul, so handeln würde? (Oje-Rufe bei den Grünen.) Soll ich Ihnen sagen, was dann wäre? – Ich wäre wahrscheinlich in Konkurs und stünde vor dem Konkursrichter. (Abg. Parnigoni: Richtig! Richtig!)
Abg. Parnigoni: Richtig! Richtig!
Ich habe mir Folgendes überlegt: Was wäre, wenn ich als Unternehmer, als Anton Wattaul, so handeln würde? (Oje-Rufe bei den Grünen.) Soll ich Ihnen sagen, was dann wäre? – Ich wäre wahrscheinlich in Konkurs und stünde vor dem Konkursrichter. (Abg. Parnigoni: Richtig! Richtig!)
Beifall bei den Freiheitlichen, demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Was aber passiert mit Herrn Sobotka, der immerhin 10 000 Wohnungen verspekuliert hat? – Die Konsequenz davon ist: Herr Sobotka ist noch im Amt, wird wahrscheinlich am Sonntag Wahlsieger sein, und als kleines Dankeschön wird er noch eine Pension von 83 000 S netto zu erwarten haben. – So viel zur Politikerverantwortung in Niederösterreich unter Herrn Dr. Erwin Pröll. Das muss hier einmal gesagt werden! (Beifall bei den Freiheitlichen, demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Lebhafte Heiterkeit des Abg. Mag. Kogler.
Schauen Sie sich einmal die Straßenverwaltung an: Wenn nicht Ihr Großvater schon ein Schwarzer war, werden Sie nie und nimmer einen Job in Niederösterreich bekommen! (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Lebhafte Heiterkeit des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall der Abgeordneten Mag. Mainoni und Wittauer.
Oder schauen Sie sich die Schulen an: Die sind zwischen Rot und Schwarz aufgeteilt! Niederösterreich ist ein Parteienstaat! Ich sage ja gar nicht, dass da auch ein Freiheitlicher hineinkommen soll, sondern es sollen ganz einfach alle normalen, anständigen, ordentlichen Bürger dieselben Chancen haben, einen Job zu bekommen. (Beifall der Abgeordneten Mag. Mainoni und Wittauer.)
Abg. Brosz: Herr Präsident, aber keinen Ordnungsruf erteilen für diese Rede!
Die Niederösterreicher haben am Sonntag die Wahl (Abg. Brosz: Herr Präsident, aber keinen Ordnungsruf erteilen für diese Rede!): Sie können sich für einen Parteienstaat entscheiden oder aber für Freiheit – Freiheit für Niederösterreich! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.) Wir als Freiheitliche garantieren eine ordentliche Oppositionsarbeit!
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Die Niederösterreicher haben am Sonntag die Wahl (Abg. Brosz: Herr Präsident, aber keinen Ordnungsruf erteilen für diese Rede!): Sie können sich für einen Parteienstaat entscheiden oder aber für Freiheit – Freiheit für Niederösterreich! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.) Wir als Freiheitliche garantieren eine ordentliche Oppositionsarbeit!
Abg. Öllinger: Das ist aber nicht gut für das Koalitionsklima!
Ich weiß, das waren jetzt Wahlkampfsprüche. Aber Sie haben den Wahlkampf ins Parlament getragen, und ich hoffe, es ist für Sie eine Lehre (Abg. Öllinger: Das ist aber nicht gut für das Koalitionsklima!): Im Hohen Haus hat Wahlkampf nichts verloren! Das möchte ich hier ganz klar und deutlich sagen. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich weiß, das waren jetzt Wahlkampfsprüche. Aber Sie haben den Wahlkampf ins Parlament getragen, und ich hoffe, es ist für Sie eine Lehre (Abg. Öllinger: Das ist aber nicht gut für das Koalitionsklima!): Im Hohen Haus hat Wahlkampf nichts verloren! Das möchte ich hier ganz klar und deutlich sagen. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Ich beende meine Rede mit dem Appell: Liebe Niederösterreicher! Lösen Sie sich von der Parteienumklammerung! Freiheit für Niederösterreich! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Abg. Wittauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: „Freiheit für Niederösterreich!“ – Abg. Mag. Mainoni: Bitte gleich anknüpfen!
Präsident Dr. Andreas Khol: Als letzter Redner in der Aktuellen Stunde zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. Auch Sie haben 5 Minuten Redezeit, Herr Abgeordneter. – Bitte. (Abg. Wittauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: „Freiheit für Niederösterreich!“ – Abg. Mag. Mainoni: Bitte gleich anknüpfen!)
Bravo-Rufe und demonstrativer Beifall des Abg. Wattaul.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Ja, Freiheit für Niederösterreich! (Bravo-Rufe und demonstrativer Beifall des Abg. Wattaul.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sand zu setzen. Um diese Sache können Sie nicht herumschwafeln. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Spindelegger: Das ist ja völlig falsch!
Herr Kollege Spindelegger! Sie haben erwähnt, dass in Niederösterreich alles so super sei, weil man ja nur 1 Prozent Darlehenszinsen für Wohnbauförderung bezahlen würde. – Ich bitte Sie: Verwirren Sie doch die Leute nicht noch zusätzlich – oder ich weiß nicht, was Ihre Absicht war. Das ist doch das Wesen der Wohnbauförderung, dass solche Konstruktionen gemacht werden! Sie nehmen den Sinn der Sache, stellen ihn hierher und sagen: Das ist eine wunderbare Erfindung der ÖVP, und das funktioniert jetzt! – Gar nichts funktioniert, weil nämlich Zehntausende durch Ihr Verhalten in Niederösterreich jetzt nicht in den Genuss dieser Förderung kommen! Das ist doch das Problem! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Spindelegger: Das ist ja völlig falsch!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich kann Ihnen gar nicht unterstellen, dass Sie selbst die Sache nicht durchschauen, daher kann ich nur mutmaßen, dass Sie hier mit voller Absicht Ursache und Wirkung zum Zwecke der Vernebelung verwechselt haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe bei den Grünen: In Oberösterreich!
Es hätte auch anders gehen können. Nehmen wir das Beispiel Oberösterreich: Dort ist in einem Vier-Parteien-Konsens, muss man fast sagen, jedenfalls auch auf Anraten und unter Beteiligung der Grünen, ein anderer Weg gewählt worden. Dort sind auch Wohnbaudarlehen verkauft worden. Dort hat man aber gesagt – ich zitiere wortwörtlich –: Da die Entwicklung am Kapitalmarkt vorerst nicht abzusehen ist, gehen wir in Niederösterreich sicher nicht in diese Veranlagungsform! (Rufe bei den Grünen: In Oberösterreich!) – Entschuldigung! Danke: Oberösterreich. – Das war zu viel „Niederösterreich“.
Beifall bei den Grünen.
Deshalb wäre es – jetzt ist wieder „Niederösterreich“ richtig – Niederösterreich auch gut angestanden, solch eine Vorgangsweise zu wählen! – Ihre Ausflüchte hier, Herr Kollege Spindelegger und Herr Staatssekretär, sind einfach durchschaubar. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Niederösterreich – um jetzt tatsächlich auf die dortigen Verhältnisse einzugehen – ist für sich schon noch erwähnenswert, und zwar deshalb, weil dort, verglichen mit anderen Bundesländern, besonders üble Zustände herrschen, was Machtpolitik betrifft. Es ist in diesem Punkt das schlimmste Bundesland von allen. Dort kann man erkennen, wie sich die Allmachtsphantasie der ÖVP zu einem gewissen Allmachtsanspruch auswächst – und das sind die Ergebnisse davon! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Wo sind Sie mit Ihren Leuten? Von Ihnen hört man gar nichts in Niederösterreich! Sie sind unsichtbar!
Was die Rolle der FPÖ betrifft, so muss ich sagen: Es tut mir Leid, aber in Wahrheit haben wir dort, so kommt es mir vor, eine ähnliche Situation wie im Bund: Wir haben eine ÖVP-Alleinregierung mit ein paar hilflosen blauen Oppositions-Sprenkeln – auch wenn die Rede des Kollegen Wattaul sehr amüsant war, aber das ist die Situation! Erinnern wir uns an die letzte Legislaturperiode: eine Partei der Rosenstingls, eine Partei der Gratzers. Als das alles aufgeflogen ist, waren die Damen und Herren in Südafrika und in Brasilien flüchtig. – Das ist Ihre Situation! (Abg. Scheibner: Wo sind Sie mit Ihren Leuten? Von Ihnen hört man gar nichts in Niederösterreich! Sie sind unsichtbar!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mein Schlusssatz: Schauen Sie, für dieses Land, für Niederösterreich, ist alles nützlich und hilfreich – nur keine absolute Mehrheit der ÖVP! Und was die FPÖ dort tut, wird in Zukunft nicht mehr interessieren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das und nichts anderes haben wir, die österreichische Bundesregierung und die Außenministerin, gemeint, als wir sagten, wir stehen da in der Mitte – natürlich nicht zwischen einem Diktator und den Demokratien, aber wir stehen in der europäischen Mitte auf dem Boden einer gemeinsamen Position, die wir gemeinsam erarbeiten wollen, die wir gemeinsam entwickeln, die dem Frieden dient, die dem Primat der Politik gewidmet ist, die aber zugleich auch die Entschlossenheit in unserem Vorgehen gegen Terror und Diktatur zum Ausdruck bringt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Allgemeiner Beifall.
Meine Damen und Herren und liebe Zuseher an den Fernsehapparaten! Der Nationale Sicherheitsrat hat in diesen Tagen – und das halte ich für sehr, sehr wichtig – eine gemeinsame Linie Österreichs auf der Basis der Schlussfolgerungen des Europäischen Rates, der in der Vorwoche stattgefunden hat, festgelegt. Damit ist uns gemeinsam etwas sehr Wichtiges gelungen: Österreich spricht in dieser kritischen Situation mit einer Stimme! (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Wir wollen im Rahmen der Europäischen Union und der UNO alles unternehmen, um den Minderheiten – vor allem etwa den Kurden im Nord-Irak – zumindest jenes Maß an Autonomie zu garantieren, dass sie sich zu Recht unter großen Mühen erkämpft haben. Es ist wichtig, dass wir Europäer diesem Volk, das ja so oft von wirklichen oder vermeintlichen Bündnispartnern enttäuscht wurde, hier zur Seite stehen. (Allgemeiner Beifall.) Es ist auch die türkische Regierung aufzufordern, jedes militärische Eindringen auf irakisches Staatsgebiet zu unterlassen.
Allgemeiner Beifall.
halte es für ganz wesentlich, dass hier nicht mit zweierlei Maß gemessen wird. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Es gibt noch etwas, worauf ich stolz bin, worauf wir alle stolz sein können: Dass wir in Österreich nicht erst seit dem 11. September 2001 oder erst seit jetzt ein funktionierendes Miteinander der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Religionen haben. In Österreich ist das friedliche Zusammenleben zwischen Christen, Juden und Moslems gelebte tägliche Wirklichkeit. Dafür möchte ich allen danken, die hiezu ein konkretes Stück an Friedensbewältigung beitragen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das zweite wichtige Thema war Bildung, Forschung und Innovation. Da fällt Europa eigentlich zurück, Österreich hingegen holt auf. Wir hatten vor zehn Jahren eine Forschungsquote von nicht einmal 1,5 Prozent, vor fünf Jahren eine von 1,8 Prozent. Wir sind jetzt an eine Quote von 2 Prozent herangerückt. Wir haben in den letzten drei Jahren 4 Milliarden € eingesetzt. Das sind um 20 Prozent oder 600 Millionen € mehr als in den Jahren zuvor. Auf diesem Weg, meine Damen und Herren, wollen und müssen wir voranschreiten, um Österreich optimal behaupten zu können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ebenso ist es in der Umwelt. Wir nehmen bezüglich Umwelt einen Spitzenplatz innerhalb der gesamten Europäischen Union ein, nicht erst seit heute. Aber auf diesen Spitzenplatz – wir sind Nummer 1 in Europa – kann Österreich zu Recht stolz sein. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Folgendes möchte ich schon sagen: Österreich hat eine erstklassige Ausgangslage, um in den nächsten Jahren, bis 2010, wirklich unter die besten drei europäischen Länder vorzustoßen. Das muss unsere Ambition sein, und wir können das auch erreichen, meine Damen und Herren, davon bin ich hundertprozentig überzeugt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Frauen kommen nicht vor?!
Was das Pro-Kopf-Einkommen betrifft, hat sich Österreich vom fünften auf den vierten Platz vorgearbeitet; bei der Arbeitsproduktivität um einen Platz verbessert (Abg. Mag. Wurm: Frauen kommen nicht vor?!); beim Wachstum einen Sprung um vier Plätze nach vorne; bei den realen Lohnstückkosten sind wir auf Platz zwei in der Europäischen Union. Und was den Budgetsaldo anlangt, haben wir – nicht ganz perfekt, aber immerhin – vier Plätze gutgemacht.
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Nach den Niedrigeinkommensländern im Mittelmeerraum, die ja üblicherweise eine besonders niedrige Inflationsrate haben, ist Österreich das preisstabilste Land. Durch die Telekom-Liberalisierung haben wir einen deutlichen Sprung nach vorne bei den Ferngesprächen geschafft, und zwar innerhalb eines Jahres vom vorletzten Platz auf Platz sechs. Weitere Verbesserungen werden sich natürlich noch in den Rankings niederschlagen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Die Abgeordneten von den Grünen erheben sich von ihren Plätzen und halten Fahnen in den Regenbogenfarben mit dem Schriftzug „Pace“ in die Höhe, die sie danach an ihren Bankreihen befestigen.
Daher, meine Damen und Herren: Ich glaube, mit diesem Zwischenbericht liegen wir auf Kurs; zwar noch lange nicht dort, wo wir uns sehen wollen und wo unser eigentliches Potenzial liegt, aber ich glaube, dass wir in Österreich, wenn wir auf diesem mutigen Reformkurs voranschreiten, das Ziel, zu den besten drei Ländern Europas zu gehören, bald erreicht haben werden. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Die Abgeordneten von den Grünen erheben sich von ihren Plätzen und halten Fahnen in den Regenbogenfarben mit dem Schriftzug „Pace“ in die Höhe, die sie danach an ihren Bankreihen befestigen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Daher gibt es meiner Auffassung nach für diesen Krieg keine wirkliche Berechtigung, und daher ist dieser durch das Völkerrecht auch nicht legitimiert, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Konsequenzen ziehen. Ich sage: Der Weg der demokratischen Veränderung in Mittel- und Osteuropa ist viel eher ein Maß zum Weg für Frieden und Stabilität, als Krieg gegen einzelne Staaten zu führen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Ich möchte nur darauf verweisen, wie viele UN-Resolutionen es betreffend das Verhältnis zwischen Israel und den Palästinensern gibt, die ebenfalls bis zum heutigen Tag nicht erfüllt sind. Dass zwar dauernd Beschlüsse gefasst werden, die dann aber nicht eingehalten werden, das ist in Wirklichkeit die offene Wunde des Verhältnisses zwischen der arabischen Welt und dem Westen. Ein Dialog zwischen dem Westen und der arabischen Welt wird nur dann glaubwürdig sein, wenn auch ein ernsthafter Beitrag dazu geleistet wird, dass das Verhältnis zwischen Israel und den Palästinensern auf friedliche Art und Weise zu einer Eigenständigkeit der Palästinenser führen wird, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Allgemeiner Beifall.
Ich habe die große Angst – und das sage ich ganz offen –, dass viele dieser Staaten ihre Anstrengungen verstärken werden, um zu Atomwaffen zu kommen. Und diese Befürchtung wird auch dadurch genährt, dass der stellvertretende Außenminister Russlands gestern angekündigt hat, dass die erste Priorität die Modernisierung des russischen Atomwaffenprogramms sein wird. Ich meine, meine sehr verehrten Damen und Herren, die Konsequenz eines Krieges darf doch nicht die weltweite Aufrüstung sein, nachdem wir jetzt jahrzehntelang die Welt durch Abrüstung sicherer gemacht haben. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich würde mir, offen gesagt, eine amerikanische Regierung wünschen, die zu jener großen Tradition amerikanischer Präsidenten zurückkehrt, die ihre Macht und Stärke nicht dafür verwendet haben, allein und einseitig vorzugehen, sondern die ihre Macht dafür verwendet haben, um stabile Verhältnisse in der Welt auf Basis der Zusammenarbeit zu schaffen. Das wäre mein Wunsch in dieser Situation! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Anhaltender allgemeiner Beifall.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dieser Krieg macht die Welt nicht stabiler. Dieser Krieg wird viele, viele Menschenleben kosten und wird die Welt unstabiler machen. Auch wenn in den Geschichtsbüchern immer nur die großen Feldherren festgehalten sind – sowohl auf der Siegerseite als auch auf der Verliererseite – und die unzähligen Opfer nur als Namenlose vorkommen, weil bestenfalls die Zahl der Opfer erwähnt wird, müssen wir uns alle im Klaren darüber sein, dass es nichts Gravierenderes gibt als den Krieg, weil er Menschenleben in großem Ausmaß kosten kann. Die Entscheidung darüber, ob so etwas getan wird oder nicht, soll man sich möglichst schwer machen. Im Falle des Kriegs gegen den Irak ist dieses Es-sich-selbst-schwer-Machen von Seiten derer, die diesen Krieg führen, für mich nicht nachzuvollziehen gewesen. – Danke schön. (Anhaltender allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir sind von diesem Krieg betroffen, meine Damen und Herren, weil Österreich aus seiner Verpflichtung zur Verteidigung der Souveränität selbstverständlich den Luftraum schützt und Überflüge nicht zulässt, betroffen aber auch deswegen, weil wir unseren Luftraum überwachen. Ich sage das all jenen, die die Notwendigkeit der Luftraumüberwachung in Zweifel ziehen: Es stellt sich ganz klar heraus: Ja, das ist notwendig im Interesse unseres Landes, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Ich meine, es ist notwendig, von dieser Stelle aus dieses Regime Saddam Husseins im Irak ganz klar zu verurteilen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auf Grund dieser Einschätzung ist es selbstverständlich, dass Österreich das Ziel der Entwaffnung des Irak, der Vernichtung der Massenvernichtungswaffen unterstützt und daher auch das Ziel teilt und unterstützt, den Menschen im Irak Freiheit, Frieden und Demokratie zu bringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und der SPÖ.
Ich bin daher sehr dankbar dafür und möchte mich beim Herrn Bundeskanzler, beim Herrn Vizekanzler und bei allen Parteien ausdrücklich dafür bedanken, dass wir es in dieser Zeit geschafft haben, im Nationalen Sicherheitsrat einen Staatskonsens zu erreichen. Das ist ein wichtiges Signal dafür, dass Österreich bei zentralen Anliegen für unser Land, bei zentralen Anliegen des Friedens mit einer, mit einer starken, mit einer rotweißroten Stimme spricht. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Aus meiner Sicht hat gerade ein kleines Land wie Österreich höchstes Interesse daran zu haben, die Vereinten Nationen zu stärken und den Vereinten Nationen wieder jene Autorität zu geben, die sie für die Zeit nach diesem Krieg jedenfalls brauchen, um den politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau sicherzustellen, die notwendige humanitäre Hilfe zu organisieren und die Einhaltung demokratischer Prinzipien und der Menschenrechte zu gewährleisten. Wir brauchen starke Vereinte Nationen, meine Damen und Herren! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Herr Abgeordneter Gusenbauer! Auf dieser Basis der Europäischen Union halte ich das Projekt der Erweiterung für den nächsten Quantensprung einer europäischen Friedens- und Sicherheitsdimension neuen Ausmaßes. Daher ein Ja, und zwar aus vollem Herzen und aus voller Überzeugung, zur Erweiterung der Europäischen Union! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie Beifall des Abg. Dr. Van der Bellen.
Meine Damen und Herren! Für Europa und für die Zukunft Europas ist es aber auch wichtig, dass wir eine korrekte – ich sage das sehr bewusst – positive Beziehung zu den Vereinigten Staaten haben. Auch in einer Stunde, in der es Kritik an der derzeitigen Regierung der Vereinigten Staaten gibt, ist es mir wichtig festzuhalten, dass es im Interesse Österreichs und Europas liegt, transatlantische korrekte und positive Beziehungen aufzubauen, weil Österreich in der Geschichte davon profitiert hat, weil Europa davon profitiert hat und Europa und Österreich vom positiven Verhältnis zu den Vereinigten Staaten auch in Zukunft profitieren sollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie Beifall des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Unsere Strategie muss daher heißen: Stärkung der Vereinten Nationen, Stärkung Europas und der Rolle der Europäischen Union in der Staatengemeinschaft und Wahrnehmen unserer Verantwortung. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren! Bundeskanzler Dr. Schüssel hat in seiner Erklärung zum Europäischen Rat selbstverständlich und aus meiner Sicht völlig zu Recht auch auf die Lissabon-Strategie hingewiesen. Warum „völlig zu Recht“? – Nicht allein deshalb, weil das Thema des Europäischen Rates war, sondern weil ich felsenfest davon überzeugt bin, dass eine nachhaltige Entwicklung ein Schlüssel zum Frieden ist, weil ich felsenfest davon überzeugt bin, dass ohne wirtschaftlichen Wohlstand Frieden dauerhaft nicht möglich ist (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), weil ich felsenfest davon überzeugt bin, dass nur soziale Gerechtigkeit Frieden dauerhaft sichert und dass auch die Sicherung der Lebensgrundlagen und der Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen in Zukunft ein entscheidender Friedensbeitrag sein werden.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abschließend: Meine Damen und Herren! Ich ersuche die Öffentlichkeit, weiterhin wachsam zu sein und Engagement zu zeigen, und ersuche, dabei die notwendige Objektivität in der Beurteilung beizubehalten. Ich appelliere an dieses Hohe Haus, diesen Grundkonsens in einer so wichtigen Frage für Österreich als Basis für alle weiteren Aktivitäten zu nehmen – das braucht Österreich und das braucht eine friedliche Entwicklung in der Welt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich eingangs der Kürze halber gleich in aller Deutlichkeit festhalten, dass die Grünen diesen Krieg für falsch halten, für rechtswidrig, für völkerrechtswidrig und dass wir nicht akzeptieren können, dass ein zugegebenermaßen wichtiger und befreundeter Staat die anerkannten Regeln des Völkerrechts in dieser Weise verletzt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Es fällt mir nicht leicht, über dieses Thema zu sprechen, vor allem aus folgendem Grund: Wir kritisieren hier das Verhalten der Regierung Bush, und es ist nur allzu leicht, dabei in ein Fahrwasser zu geraten, wo dann eine antiamerikanische Haltung hineininterpretiert wird. Deswegen möchte ich Folgendes besonders betonen: Kritik an der Administration Bush ist nicht Kritik an den USA schlechthin – gerade aus europäischer Sicht, denn wir wissen, wie viel wir den Vereinigten Staaten in den vergangenen 50 Jahren zu verdanken hatten. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Nicht-Ratifizierung des Kyoto-Protokolls beispielsweise durch jenen Staat, der die größten Treibhausgas-Emissionen der Welt aufzuweisen hat, war eine Brüskierung auch der Europäischen Union – durchgeführt durch die Administration Bush. Weiters die Nicht-Ratifizierung, ja geradezu Blockade, Sabotage der Installierung des Internationalen Strafgerichtshofes – das war Politik der Administration Bush. Ich glaube nicht, dass es im langfristigen Interesse der Vereinigten Staaten ist, das zu tun, aber aus kurzfristiger Sicht haben sie so gehandelt. Es geht dabei um eine Sabotage des Internationalen Strafgerichtshofes, der es zumindest auf lange Sicht vorstellbar macht, einen Despoten, einen korrupten, verbrecherischen Machthaber wie Saddam Hussein irgendwann auch einer Strafe zuzuführen, und zwar auf eine legitime Art und Weise, mit Hilfe internationaler Regeln, wenn es sein muss, vielleicht auch mit militärischer Gewalt, um das auch in aller Deutlichkeit auszusprechen, aber nach Regeln, nach international vereinbarten Verfahren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das können wir nicht gutheißen, es kann insbesondere nicht im Interesse eines kleinen Staates wie Österreich liegen, dem zuzustimmen. Wir brauchen Regeln, an die sich alle halten. Ich frage mich schon, Frau Außenministerin, Herr Bundeskanzler, weil Sie heute auch diesen Ausdruck verwendet haben: Was heißt in diesem Zusammenhang: Österreich ist in der Mitte? – Österreich ist sicher nicht in der Mitte zwischen Ratifizierung und Nicht-Ratifizierung des Kyoto-Protokolls, nehme ich an. Österreich ist nicht in der Mitte, hoffe ich, zwischen Ratifizierung und Nicht-Ratifizierung des Internationalen Strafgerichtshofs. Und Österreich kann nicht in der Mitte sein zwischen der Beachtung der Regeln des internationalen Völkerrechtes und ihrer Nicht-Beachtung! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich hoffe doch, dass es in diesem Hause nicht nur einen Vier-Parteien-Konsens gibt, was das Papier des Nationalen Sicherheitsrats angeht, sondern auch, was die konkrete Flüchtlingspolitik in Österreich betrifft, falls es, was wir noch nicht wissen, aber befürchten müssen, im Rahmen des Krieges zu größeren Flüchtlingsströmen kommen sollte. Dann muss sich Österreich doch seiner humanitären Aufgaben, ich würde sagen: Pflichten bewusst sein und entsprechend handeln und darf sich nicht hinter irgendwelchen Paragraphen zurückziehen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Ich glaube, bei all den wenigen Möglichkeiten, die ein kleines Land wie Österreich hat, in so einer Krisensituation Signale zu setzen, ist dieser nationale Konsens, das Sprechen mit einer Sprache, auch nach außen, einer der wenigen, aber wichtigen Mechanismen, die wir hier einsetzen können. Schade, dass nicht andere Länder diesem Beispiel gefolgt sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP und der SPÖ.
Reformbedarf in den Vereinten Nationen. Aber trotzdem muss man, soweit es geht, auf diese Sanktionierung durch den UNO-Sicherheitsrat Wert legen, weil es sonst keinen Parameter für derartige Militäraktionen gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP und der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP und der SPÖ.
Ich hoffe nur, dass man für den Nahen Osten, wenn man schon militärische Aktionen durchführt, auch ein Konzept für die Zukunft hat, für den Irak, aber auch für alle anderen Länder in dieser Umgebung, und dass die Idee für die Zukunft nicht die Durchsetzung des Kampfes gegen die so genannte Achse des Bösen darstellt, wo ein Land allein entscheidet, wer zu dieser Achse des Bösen gehört, und bei diesem Gut/Böse-Schema vergisst, dass vielleicht auch unter den eigenen Verbündeten, gerade auch in dieser Region, Länder mit dabei sind, die die Menschenrechte wesentlich stärker missachten und missbrauchen als Länder, die zu dieser Achse des Bösen gehören. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP und der SPÖ.) Auch hier, glaube ich, sollten wir Konzepte für die Zukunft verlangen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir müssen auch Ländern wie etwa der Türkei klar sagen, dass es nicht zulässig sein kann, zuerst zu spielen mit Überflugsrechten und mit der Möglichkeit, vom eigenen Territorium aus Aktionen zu setzen, was anscheinend als Druckmittel eingesetzt wurde, um dann eigene Interessen etwa im Nordirak durchzusetzen. Auch das ist kein Verhalten, das wir von einem demokratischen Land, das auch Mitglied in der europäischen Staatengemeinschaft werden will, erwarten, sondern ganz das Gegenteil von dem. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben in Mazedonien einen Erfolg gefeiert, wo einige hundert EU-Soldaten Krisenmanagement betreiben werden. Auch das ist aber nur dann möglich, wenn man auf größere Institutionen wie die Nato zurückgreifen kann. Aber dann, wenn es wirklich darum geht, Weltpolitik zu machen, zu zeigen, dass Europa auch ein Faktor in der Weltpolitik ist, scheitert dieses Europa kläglich, dann gibt es in den europäischen Ländern keinen Konsens, dann gibt es in der Europäischen Union keinen Konsens. Doch solange es nicht den politischen Willen dazu gibt, so lange brauchen wir über alle anderen Schritte in der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik gar nicht zu diskutieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, dass dieser Konsens, den wir heute angesichts des Krieges im Irak hier haben, ein Beispiel sein kann und hoffentlich auch für die Zukunft ist, dass wir dieses Krisenmanagement, diese Außenpolitik und auch die Nischen in der Außenpolitik für Österreich gemeinsam nutzen, um als Österreicher einen kleinen Beitrag für den Weltfrieden leisten zu können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der SPÖ.
Bundesminister für soziale Sicherheit und Generationen Vizekanzler Mag. Herbert Haupt: Danke, Herr Präsident! – Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Wie viele Österreicherinnen und Österreicher habe auch ich vorige Woche in der Früh die erschütternden Bilder vom offiziellen Kriegsbeginn im Irak im Fernsehen verfolgt. Aber allein schon diese Meldungen waren falsch. Im Vorfeld hat es bereits tage- und wochenlang kriegerische Übergriffe über die Flugzonen des Irak gegeben, um die Infrastruktur für diesen Krieg vorzubereiten. So wie viele andere Österreicherinnen und Österreicher, wie Millionen Menschen auf der ganzen Welt, wie wir es auch über die Bildschirme gerade in den letzten Tagen gesehen haben, lehne auch ich diesen Krieg, die Gewalt und das Leid, das dieser Krieg hervorruft, entschieden ab. Ich fühle mich hier mit all diesen Millionen auf der ganzen Welt, von Amerika über Großbritannien, über Spanien, über Italien bis Österreich, solidarisch und eins. Krieg ist kein Mittel der Politik und darf kein Mittel der Politik sein! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und des Abg. Mag. Molterer.
Für mich, liebe Österreicherinnen und Österreicher, steht es fest, dass dieser Krieg völkerrechtlich problematisch ist. Volkstümlich würde man sagen, dass das Völkerrecht mit Füßen getreten wird, denn die Satzungen der Vereinten Nationen übertragen dem Sicherheitsrat die Hauptverantwortung für die Wahrung des Friedens und der internationalen Sicherheit. Eine Gewaltanwendung, wie sie derzeit stattfindet, ist nicht autorisiert! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und des Abg. Mag. Molterer.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Wahrheit stirbt als Erstes. Die genehme Wahrheit wird von den Medien kolportiert. Es sollte jedoch gerade die Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einem neutralen Land sein, objektiv – und nicht tendenziell zu berichten. (Beifall bei den Freiheitlichen.) In diesem Zusammenhang sieht man auch, dass Meinungsfreiheit oftmals und leichtfertig als nicht umfassend verstanden wird.
Beifall bei den Freiheitlichen und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der SPÖ.
Es handelt sich dabei nicht nur um einen Krieg gegen die irakische Staatsführung – wie uns beispielsweise der Untertitel von NBC „Krieg gegen Saddam“ aufoktroyieren will –, sondern es ist dies vor allem ein Krieg gegen die Menschen, ein Krieg, in dem die Menschen leiden, und es ist absolut falsch, 24 Stunden lang zu trommeln, wie das eben manche Medien tun, dass dies ein „sauberer Krieg“ wäre. – Das ist dieser genauso wenig wie alle anderen zuvor! (Beifall bei den Freiheitlichen und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
An erster Stelle werden wohl die Versorgung von Kranken und Verletzten sowie der Aufbau medizinischer Versorgungseinrichtungen vor Ort stehen. Dabei sollte man den Gesichtspunkt der Erstvorsorgung voranstellen. Ich meine daher, dass die Bemühungen des Internationalen Roten Kreuzes und des UNHCR mit allem Nachdruck von Österreich aus zu unterstützen sind, um diese Bemühungen möglichst frühzeitig, möglichst vor Ort und möglichst umfassend zu einem Erfolg werden zu lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen, bei Abgeordneten der ÖVP, der SPÖ und der Grünen.
Was die Zeit nach dieser kriegerischen Auseinandersetzung anlangt, so ist es meiner Ansicht nach wichtig, dass die Vereinten Nationen wieder in die Lage versetzt werden, als Einzige über Krieg und Frieden sowie über militärische Interventionen zu entscheiden – und dass in Zukunft nicht einzelne Länder dieses Recht für sich arrogieren können. (Beifall bei den Freiheitlichen, bei Abgeordneten der ÖVP, der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Bundesminister für soziale Sicherheit und Generationen Vizekanzler Mag. Herbert Haupt (fortsetzend): Ich bin stolz darauf, dass wir hier in Österreich im Nationalen Sicherheitsrat einen Konsens gefunden haben. Damit stehen wir einmalig in Europa da, und ich hoffe, dass dieser Konsens in dieser schwierigen Situation auch die Beratungen des Hohen Hauses in den nächsten Tagen und Wochen prägen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich bin froh, dass in dem Vier-Parteien-Beschluss des Nationalen Sicherheitsrates, der wirklich eine Präzisierung auch des Standpunktes für die österreichische Bundesregierung und für die österreichische Außenpolitik beinhaltet, klar formuliert ist, dass dieser Krieg völkerrechtswidrig ist, dass – so auch eine klare Forderung von Millionen Demonstranten und besorgten, ängstlichen Menschen – dieser Krieg ein baldiges Ende finden soll, dass aber auch drinnen steht, dass künftig die Erdölförderung im Irak, sollte es soweit kommen, unter die Verwaltung der UNO zu stellen ist und die Erträge dem irakischen Volk übermittelt werden sollen – nicht, dass man nach Ende dieses Krieges darangeht, die Erdölfelder dort aufzuteilen, dass die verschiedenen Firmen dort aufmarschieren und sich dann das Erdöl einfach unter den Nagel reißen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es ist nach wie vor wichtig, dass es gute Beziehungen mit den Vereinigten Staaten gibt. Es ist aber auch wichtig, zu sehen, dass es diese Unterschiede gegeben hat. Bill Clinton hat sich bemüht, sich in Form vielfältigster Diplomatie, durch Reisen et cetera, im Nahostkrieg zu engagieren, um dort Frieden herbeizuführen. Bill Clinton ist auch mit Nordkorea viel effizienter und wirksamer umgegangen. Bill Clinton und seine Administration haben sich wirklich bemüht, die internationalen Spielregeln, das Völkerrecht auch wirklich zu respektieren. Das muss man feststellen, wenn man über diese Frage hier diskutiert, und es ist berechtigt, jetzt auch entsprechende Kritik anzubringen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP, der Freiheitlichen und der Grünen.
Ich möchte abschließend meine Hoffnung zum Ausdruck bringen, auch gegenüber denjenigen, die hier zusehen und zuhören, dass es zu keiner Verbreitung des Terrors kommt, dass dieser Krieg möglichst bald zu Ende ist, dass wir künftig wieder Konfliktregelungsmechanismen haben, die Kriege vermeiden, im Sicherheitsinteresse von uns allen, auch hier in Österreich. Wir sollen nicht glauben, dass wir auf einer Insel der Seligen leben. Auch wir sind Teil dieser internationalen Gemeinschaft, und auch wir müssen durch eine offensive Außenpolitik unseren Beitrag dazu leisten, wieder Frieden zu ermöglichen und gegen diese Entwicklung aufzutreten, die sich im Moment abzeichnet. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP, der Freiheitlichen und der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir Österreicher – und das darf ich bewusst auch stolz sagen: wir Österreicher im Sinne von Nationalrat, im Sinne von Bundesregierung, im Sinne des Nationalen Sicherheitsrates und der Meinung vieler Österreicherinnen und Österreicher – sind gegen diesen Krieg, sind immer gegen einen Krieg als Mittel der Auseinandersetzung gewesen, beteiligen uns in keiner Weise an militärischen Operationen und räumen auch keinerlei Überflugsrechte im Sinne von Unterstützungsmaßnahmen ein. Das wollen wir nicht! (Beifall bei der ÖVP.) Das halte ich einmal als gemeinsame Linie fest. Und wir alle gemeinsam hoffen, dass es, so wie es viele Österreicher auch wollen, möglichst rasch zu einem Ende dieses Krieges kommt.
Beifall bei der ÖVP.
Dieser Weg wurde verlassen, und das ist bedenklich. Daher ist es auch unsere gemeinsame Forderung, dass die UNO wieder die volle Autorität zurückerhalten muss. Das wird nicht von heute auf morgen gehen, und da werden auch alle einen Beitrag leisten müssen, aber es muss unser gemeinsames Ziel sein, dass der Weltsicherheitsrat als Instrument und die UNO als Bühne für Konfliktbewältigung allein zuständig bleiben, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte als einen weiteren Eckpunkt auch erläutern, dass gar kein Zweifel daran aufkommen darf, dass der Irak mit seinem Regime entwaffnet gehört. Allein die Vorstellung, dass Massenvernichtungswaffen in der Hand eines Diktators eine permanente Gefahr für den Weltfrieden, für die umliegenden Regionen darstellen, ist unerträglich. Darum darf auch niemand in irgendeiner Weise bezweifeln, dass es uns nicht Ernst damit wäre, dass der Irak entwaffnet werden muss, meine Damen und Herren. Das ist mit ein potentieller Aggressor für die gesamte Region des Nahen und Mittleren Ostens, und das darf in Zukunft nicht so bleiben. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die dritte und zahlenmäßig größte Gruppe der Europäischen Union war auf einer ganz anderen Linie, und da gehört Österreich dazu, nämlich dass wir gemeinsam mit der griechischen Präsidentschaft versuchen, eine Vermittlungsposition, eine gemeinsame Position der Europäischen Union einzunehmen. Ich halte es für richtig, dass sich Österreich voll in dieser Gruppe engagiert hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
zweimal zu einer gemeinsamen Position gekommen ist. Ich möchte das hier sehr anerkennend sagen und auch der Frau Außenministerin, die im Auftrag der griechischen Präsidentschaft auch Reisen in die arabischen Länder unternommen hat, namens der Volkspartei unsere Anerkennung ausdrücken. Ich glaube, das war die richtige Politik in dieser Situation. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen, der SPÖ und der Grünen.
Die Bundesregierung hat Sorge dafür getragen, dass die Österreicher in dieser Region sicher sind. Ich halte es auch für wichtig, dass in Österreich ein gemeinsamer Konsens herrscht, der über den Nationalen Sicherheitsrat hinaus auch heute im Nationalrat dokumentiert wird. Das ist Außenpolitik, wie wir sie unterstützen, wie wir sie fordern, und das zeigt, dass Österreich in einer solchen Krise gemeinsam an einem Strang zieht und dass wir gemeinsam eine Position haben. Das halte ich im Interesse aller Österreicherinnen und Österreicher für einen sehr guten Beginn einer zukünftigen gemeinsamen Außenpolitik. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen, der SPÖ und der Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Die war nicht blass! Sehr sachlich war sie!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Bundeskanzler! Wie einige andere bin ich überrascht, wie seltsam blass angesichts der dramatischen Entwicklung im Irak Ihre Erklärung geblieben ist. (Abg. Dr. Fekter: Die war nicht blass! Sehr sachlich war sie!) Ich stehe auch nicht an, zu sagen, ich bin auch überrascht, dass demgegenüber die Erklärung des Vizekanzlers viel konkreter, viel engagierter und viel mehr an den wirklichen Problemen orientiert war. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Bundeskanzler! Wie einige andere bin ich überrascht, wie seltsam blass angesichts der dramatischen Entwicklung im Irak Ihre Erklärung geblieben ist. (Abg. Dr. Fekter: Die war nicht blass! Sehr sachlich war sie!) Ich stehe auch nicht an, zu sagen, ich bin auch überrascht, dass demgegenüber die Erklärung des Vizekanzlers viel konkreter, viel engagierter und viel mehr an den wirklichen Problemen orientiert war. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Und nun komme ich zur Frage des Völkerrechtes und frage Sie, Herr Bundeskanzler: Was heißt das: „in der Mitte stehen“? Was heißt das, wenn es auf der einen Seite das Völkerrecht gibt und auf der anderen Seite das Recht des Stärkeren? Warum beschließt dann der österreichische Bundeskanzler, „in der Mitte“ zu stehen? Warum, Herr Bundeskanzler, begeben Sie sich in das politische Niemandsland zwischen Völkerrecht und Recht des Stärkeren und sind nicht in der Lage, eindeutig zu erklären, die Republik Österreich mit dem Bundeskanzler an der Spitze steht auf der Seite des Völkerrechts gegen das Recht des Stärkeren und gegen die Anmaßung der USA? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Genau darum geht es: Rechtzeitig den USA und ihrer politischen Führung klar zu machen, dass dieser Weg nicht weiter gegangen werden kann und dass es in Europa hoffentlich bald eine einzige, gemeinsame Stimme gegen diesen fortgesetzten Bruch des Völkerrechtes und gegen die Missachtung der internationalen Einrichtungen gibt. Das ist meine Hoffnung! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Europa – und insbesondere die Bundesrepublik – ist jetzt zum Aufmarschgebiet für die Intervention geworden. Die Intervention ist nicht durch Europa geführt worden, aber hauptsächlich von Europa aus. Auch damit muss Schluss sein! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die 114 000 amerikanischen Soldaten, die heute noch in Europa stehen, braucht Europa nicht, brauchen wir nicht für unseren Schutz. Wir können diese Verantwortung selbst übernehmen. Ich bin dafür, dass die Soldaten der amerikanischen Streitkräfte in die USA zurückkehren und Europa nicht mehr für Interventionen gegen das Völkerrecht missbraucht wird! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
päisch-amerikanische Partnerschaft, meine Damen und Herren, wird Zukunft haben. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Dass das irakische Regime ein nicht zu verteidigendes ist, haben viele Redner vor mir schon gesagt. Dass aber auch in der Bekämpfung solcher diktatorischer Regime, die wir weltweit zu beachten haben, weiterhin das Primat der Vereinten Nationen gelten muss, muss auch klar sein. Und deshalb ist auch zu bekräftigen, dass in der Gegnerschaft zu diesen diktatorischen Regimen alle diplomatischen und auch alle wirtschaftlichen Mittel auszuschöpfen sind, und erst dann kann über eine militärische Gewaltanwendung gesprochen werden. Und auch diese militärische Gewaltanwendung, meine Damen und Herren, muss über die Beschlüsse des UNO-Sicherheitsrates gehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube aber auch, dass die Entwicklung auf europäischer Ebene in den letzten Wochen nicht zu einer Entmutigung führen darf. Im Gegenteil, sie sollte Ansporn sein, gerade auch im Rahmen der Diskussion über neue Mechanismen auf europäischer Ebene daran zu arbeiten, dass die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik doch noch Wirklichkeit wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Da muss man viel investieren!
Meine Damen und Herren! Auch die Beschlüsse des Nationalen Sicherheitsrates auf österreichischer Ebene haben die richtige Richtung gewiesen. Ich glaube, dass die Entwicklung gezeigt hat, dass Österreich auf eigenen Beinen stehen können muss. Auch in der Landesverteidigung ist es wichtig, dass wir eigenständige Maßnahmen setzen können, und demzufolge ist es auch notwendig, dass wir ein starkes Bundesheer haben, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Da muss man viel investieren!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Unser Bundesheer braucht nicht 80 Milliarden Dollar, sondern nur eine gedeihliche budgetäre Weiterentwicklung, um die Sicherheit der Menschen in unserem Lande auch in den nächsten Jahren zu gewährleisten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
weil die friedlichen Bemühungen um die Lösung dieser Krise leider gescheitert sind. Umso mehr darf ich mich dafür bedanken, dass im Nationalen Sicherheitsrat ein Konsens betreffend die österreichische Position in dieser Frage ermöglicht wurde, denn das stärkt meine Außenpolitik auch in der Zukunft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abgeordneten Mag. Mainoni.
Ich werde mich erstens ganz besonders um die Erreichung einer Friedenslösung im Nahen Osten einsetzen und konkret auf die Implementierung der „road map“ hinarbeiten, die im Dezember beschlossen, aber vor den israelischen Wahlen nicht in Angriff genommen wurde. Das ist absolut notwendig für unsere Glaubwürdigkeit! Ich stimme all jenen zu, die keine Doppelstandards wollen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abgeordneten Mag. Mainoni.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zudem beabsichtigen wir eine Weiterführung und einen Ausbau all unserer Kontakte zu arabischen Staaten. Ich habe bereits im Vorfeld den Auftrag gegeben, den Dialog der Zivilisationen und Kulturen weiterzuführen. Österreich hat diesbezüglich ein gutes Standing. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und schließlich müssen wir im Rahmen der Europäischen Union eine Antwort auf diese Krise geben. Bisher ist hier leider ein Scheitern zu konstatieren. Wir müssen uns noch mehr um eine gemeinsame Außenpolitik bemühen, denn wir brauchen in Zukunft einen europäischen Außenminister und eine gemeinschaftliche europäische Außenpolitik. Dafür werde ich mich im Konvent einsetzen, und dafür bitte ich auch um Ihre Unterstützung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben die Kundgebungen gesichert, und ich möchte auch von dieser Stelle aus für die hervorragende Zusammenarbeit und die großartige Kooperation der Kundgebungsorganisatoren Dank sagen. Es ist wieder einmal gelungen, all jenen in Österreich, die für ein gutes Anliegen ihre Kundgebung durchführen wollen, dies völlig konfliktfrei im Rahmen des Versammlungsrechtes zu gewährleisten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Daher macht diese Maßnahme Sinn, und ich bin ein bisschen stolz darauf, dass wir das erste Land in Europa waren, das genau diesen vollständigen, umfassenden Schutz für Flüchtlinge gewährleistet hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Österreich sicher fühlen können. Die Vorgaben des Nationalen Sicherheitsrates und der Bundesregierung tragen dazu bei, dass Österreich im internationalen Umfeld sicher ist. Dafür möchte ich mich beim Bundeskanzler und beim Nationalen Sicherheitsrat herzlich bedanken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ, den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Der Herr Bundeskanzler hat in seiner Rede darauf hingewiesen, wie die Bedeutung der Medien einzuschätzen ist. Der Herr Bundeskanzler hat Recht, wenn er sagt, es besteht natürlich immer die Gefahr der Manipulation. Das erleben wir im Irak genau so, wie wir das in den USA erleben, aber andererseits müssen wir auch sehr sensibel mit seriöser Berichterstattung umgehen, weil nur dadurch der Krieg auch jenes Gesicht erhalten kann, das er hat, nämlich das Gesicht der Angst, des Leides und des Todes. Es gibt keinen sauberen Krieg, meine Damen und Herren. Auf Grund der Bilder in den Medien müssen wir uns auch immer wieder vergegenwärtigen, dass da die Falschen leiden und auch immer wieder unter Druck geraten. (Beifall bei der SPÖ, den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir sind auf der Seite jener Hunderttausender, die Nein zu diesem Krieg gesagt haben. Wir dürfen das nicht nur jetzt nicht zulassen, sondern wir müssen uns auch in Zukunft unserer Aufgaben immer wieder bewusst werden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (fortsetzend): ..., um wirtschaftliche Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Frieden insgesamt gewährleistet ist. – Ich danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Da haben Sie nicht zugehört!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Lassen Sie mich wieder zur Frage des Völkerrechts zurückkehren. Zahlreiche meiner Vorrednerinnen und -redner haben schon festgestellt, dass dieser Krieg gegen das Völkerrecht ist, völkerrechtswidrig ist. Von der Regierungsbank, meine Damen und Herren, haben wir das leider nicht gehört. (Abg. Scheibner: Da haben Sie nicht zugehört!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zwar waren der Schritt und der Beschluss im Nationalen Sicherheitsrat wichtig, aber die ganz klare Festlegung, dieser Krieg ist völkerrechtswidrig, hätte ich mir von der Bundesregierung auch schon in den letzten Wochen gewünscht, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Vereinigten Staaten und ihre Bündnispartner haben sich über das Völkerrecht hinweggesetzt. So sieht es aus. Eine Mehrheit der Staaten im Sicherheitsrat und eine Mehrheit der Bevölkerung auf dieser Erde hat Nein zu diesem Krieg gesagt. Sie wollen diesen Krieg nicht, denn sie wissen alle miteinander, dass dieser Krieg in der Form, wie er jetzt geführt wird, weder mehr Demokratie bringen wird noch Stabilität oder mehr Sicherheit bringen kann, meine Damen und Herren. Deswegen sagen wir Nein zu diesem Krieg und meinen, dass dieser Krieg ein Ende haben muss. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
angehöre. bekannt geworden ist. Ich finde es sinnvoll und gut, dass diese Fahne jetzt für das Motto des Friedens verwendet wird, denn ohne Frieden haben die Menschenrechte, ganz egal welche, auf dieser Welt überhaupt keine Chance. Ich begrüße es, dass diese Fahne jetzt auch für die Friedensbewegung verwendet wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es geht darum, die Debatte wieder auf die internationale politische Ebene zu bringen und der Rechtsstaatlichkeit Raum zu geben nach dem Prinzip: Make law, not war! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Uh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pilz macht die Scheibenwischerbewegung.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Werter Herr Präsident! Ich möchte, bevor ich in die Materie eingehe, schon sagen, dass ich es nicht für gut halte, dass die Farben der Schwulen- und Lesbenbewegung im Zuge des Irak-Krieges eingebracht werden, denn dafür ist die Sache im Irak zu ernst und dafür tun mir die Menschen zuviel Leid. (Uh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pilz macht die Scheibenwischerbewegung.)
Abg. Öllinger: Sie haben sie durch Ihre Wortmeldung jetzt entwertet! – Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.
Ich möchte an dieser Stelle auch ganz klar auf die Ausführungen der Frau Mag. Lunacek eingehen. Sie hat anscheinend nicht zugehört oder war nicht im Haus, denn Herr Vizekanzler Herbert Haupt hat sich ganz klar gegen diesen Krieg ausgesprochen und hat als Einziger auf der Regierungsbank auch im Gegensatz zum Koalitionspartner ganz klar die Ablehnung dieses Krieges zum Ausdruck gebracht und damit die freiheitliche Position in dieser Sache klargestellt. (Abg. Öllinger: Sie haben sie durch Ihre Wortmeldung jetzt entwertet! – Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Ich glaube, wir alle sollten hier einer Meinung sein, dass dieser Krieg nicht gutzuheißen ist, und wir sollten hier wirklich noch stärker und noch massiver auftreten, um diesen Krieg zu beenden und damit einen neuen zu verhindern. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Zweites Signal: Außer Selbstverteidigung und mit einem UNO-Mandat tolerieren wir keine militärischen Aktionen. Das, was da stattfindet, ist ein unerlaubter Krieg. Wir Sozialdemokraten sagen Nein zu diesem Krieg, und wir Sozialdemokraten sagen: Beendet diesen Krieg so rasch wie möglich! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es ist heute davon gesprochen worden, ob eine mittlere Linie in der Union, ein Kompromiss, eine gemeinsame Haltung in diesen Fragen möglich gewesen wäre oder sein soll. Meiner Meinung nach sollte Österreich für folgende Linie der Europäischen Union in solchen Fragen eintreten: Mitgliedsländer der EU können sich selbst oder die gesamte EU bei einem Angriff verteidigen, aber sie dürfen nicht ohne UN-Mandat einen Krieg führen oder sich an einem solchen beteiligen. Das widerspricht den Zielen der Europäischen Union. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es fragen sich viele Menschen, warum manche Regierungen in Europa Ja sagen, während so viele Menschen in diesen Ländern gegen den Krieg demonstrieren. Ich glaube, es ist ein Mangel der internationalen Politik, dass die Regierungen stark und die Parlamente schwach vertreten sind. Das Gesamtbild Europas kommt besser zur Geltung, wenn alle Kräfte aller Länder ihre Meinung äußern können. Deshalb ist es auch gut, dass ein Verlangen auf Abhaltung einer UNO-Vollversammlung vorliegt. Dieser Antrag ist auch von Abgeordnetem Cap von uns mit unterzeichnet. Wir glauben, je mehr Menschen in der internationalen Politik mitsprechen können, desto klarer wird die Haltung gegen Kriege und Angriffe sein. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Allgemeiner Beifall.
Was wir benötigen, ist ein Instrument, das funktioniert. Wir brauchen nicht nur Regeln, sondern brauchen diese auch de facto, sonst haben wir Willkür, sonst haben wir das Chaos, weil keine Ordnung möglich ist. Das heißt aber auch, dass wir in Europa versuchen müssen, das derzeitige Scheitern, diesen Scherbenhaufen an gemeinsamer europäischer Sicherheitspolitik nicht einfach zur Kenntnis zu nehmen, sondern dass wir selbstverständlich von diesem Tag an alles unternehmen müssen, um eine gemeinsame europäische Sicherheitspolitik zustande zu bringen. (Allgemeiner Beifall.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung – es sind nur mehr Vertreterinnen und Vertreter der ÖVP anwesend! Ich kann zu den Ausführungen des freiheitlichen Abgeordneten aus Kärnten nur sagen: Ihr Koalitionspartner. (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Abg. Scheibner: Von Ihnen brauchen wir aber keine Belehrungen! Wir reden, wann wir wollen! Wir werden hier das sagen, was wir wollen und nicht das, was Sie uns vorsagen!
An die Adresse der Freiheitlichen sei gesagt: Gerade in einer solchen Debatte wäre es besser, dass sich die Kärntner Freiheitlichen einer Stellungnahme enthalten. (Abg. Scheibner: Von Ihnen brauchen wir aber keine Belehrungen! Wir reden, wann wir wollen! Wir werden hier das sagen, was wir wollen und nicht das, was Sie uns vorsagen!) Wenn ich an die Reisetätigkeit des Kärntner Landeshauptmannes und an die Solidaritätsadressen des österreichischen Volkes denke, dann meine ich, es wäre besser – da bin ich sehr moderat –, das wäre nie passiert. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie entscheiden nicht, wer hier redet und wer nicht!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie entscheiden nicht, wer hier redet und wer nicht!
An die Adresse der Freiheitlichen sei gesagt: Gerade in einer solchen Debatte wäre es besser, dass sich die Kärntner Freiheitlichen einer Stellungnahme enthalten. (Abg. Scheibner: Von Ihnen brauchen wir aber keine Belehrungen! Wir reden, wann wir wollen! Wir werden hier das sagen, was wir wollen und nicht das, was Sie uns vorsagen!) Wenn ich an die Reisetätigkeit des Kärntner Landeshauptmannes und an die Solidaritätsadressen des österreichischen Volkes denke, dann meine ich, es wäre besser – da bin ich sehr moderat –, das wäre nie passiert. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie entscheiden nicht, wer hier redet und wer nicht!)
Abg. Mag. Mainoni: Es ist besser, Sie bleiben in Niederösterreich! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Immer redet sie mit erhobenem Zeigefinger!
Die Aggressivität Ihrer Stellungnahmen zeugt davon, wie es auch mit Ihrer Einschätzung dieser Thematik aussieht. (Abg. Mag. Mainoni: Es ist besser, Sie bleiben in Niederösterreich! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Immer redet sie mit erhobenem Zeigefinger!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zweiter großer Unterschied: Damals war die Friedensbewegung zwar da, aber sprachlos. Heute sind vor allem die ganz jungen Leute auf der Straße, und ich danke der Jugend, die auch heute da ist, und jenen, die vielleicht von dieser Debatte berichtet bekommen, dass sie sich mit voller Kraft gegen den Krieg einsetzen, denn es ist ihre Zukunft. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Halten Sie wenigstens die Redezeit ein!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): ... den Flüchtlingsstatus zu gewähren (Abg. Scheibner: Halten Sie wenigstens die Redezeit ein!) und damit auch die Möglichkeit zu geben, die vollen Rechte als Flüchtlinge in Anspruch nehmen zu können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): ... den Flüchtlingsstatus zu gewähren (Abg. Scheibner: Halten Sie wenigstens die Redezeit ein!) und damit auch die Möglichkeit zu geben, die vollen Rechte als Flüchtlinge in Anspruch nehmen zu können. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das war Kollege Scheuch!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Es tut mir wirklich Leid, dass Frau Petrovic keine Gelegenheit versäumt, hier polemisch zu sein. Frau Petrovic! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das war Kollege Scheuch!) Es liegt wirklich nicht an Ihnen vorzuschreiben, was jemand von den Freiheitlichen redet und was nicht. Nehmen Sie das auch mit nach Niederösterreich! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Es tut mir wirklich Leid, dass Frau Petrovic keine Gelegenheit versäumt, hier polemisch zu sein. Frau Petrovic! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das war Kollege Scheuch!) Es liegt wirklich nicht an Ihnen vorzuschreiben, was jemand von den Freiheitlichen redet und was nicht. Nehmen Sie das auch mit nach Niederösterreich! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Ich möchte noch einmal etwas zu der Entscheidung des Nationalen Sicherheitsrates sagen. Ich möchte noch einmal betonen, dass Österreich relativ wenige Möglichkeiten hat, auf diesen Konflikt einzuwirken. Wir haben nicht einmal einen Sitz im Sicherheitsrat und schon gar keine Stimme. Wir können nur hoffen, dass die Kampfhandlungen kurz dauern und möglichst wenige Menschen darunter leiden. Wir dürfen nicht vergessen, dass auf der einen Seite Saddam Hussein steht, ein Diktator, der 23 Millionen Menschen seit Jahren mittels eines autoritären Regimes unterdrückt hat, dass aber auf der anderen Seite Millionen Menschen unter den Kriegswirren leiden. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin sehr froh, dass auch der Herr Innenminister gesagt hat, dass für berechtigte Anliegen von Asylanten auf alle Fälle hier in Österreich Sorge getragen wird und dass wir uns bereit erklären, humanitäre Hilfe zu leisten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist somit unsere tiefste Überzeugung, dass dieser Krieg durch keine UNO-Resolution gedeckt ist. Der Krieg der Bush-Administration und ihrer Verbündeten gegen den Irak und seine Bevölkerung stellt eine Verletzung des Völkerrechts dar. Wir Sozialdemokraten haben daher die Regierung aufgefordert, für die sofortige Beendigung dieses Krieges einzutreten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie können es sich auch nicht verkneifen! Da könnte ich jetzt eine Menge dazu sagen!
Sehr geehrte Damen und Herren! Lassen Sie mich noch etwas zur österreichischen Neutralität sagen! Die österreichische Neutralität wurde in der Vergangenheit immer wieder von den Mitgliedern dieser Bundesregierung in Frage gestellt. Selbst der Bundeskanzler dieser Republik wollte sie schon mit anderen identitätsstiftenden Utensilien wie den Mozartkugeln und den Lipizzanern in das Tabernakel der Geschichte stellen. Dass jetzt niemand mehr die Neutralität in Frage stellt, das ist, so glaube ich, gut so und macht Mut. So gesehen ist das eine sehr wichtige und notwendige Debatte, die hier stattfindet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie können es sich auch nicht verkneifen! Da könnte ich jetzt eine Menge dazu sagen!)
Abg. Scheibner: Warum haben Sie es dann 1999 abgeschafft? Warum haben Sie es ausgehöhlt, wenn Sie so gescheit sind?
Ich war immer schon eine Verfechterin der Neutralität. Dem ehemaligen Klubobmann Kostelka (Abg. Scheibner: Warum haben Sie es dann 1999 abgeschafft? Warum haben Sie es ausgehöhlt, wenn Sie so gescheit sind?) habe ich die Neutralität schon unter den Christbaum gelegt. (Abg. Scheibner: Führen wir diese Debatte besser nicht!) Diesbezüglich weiß ich mich von sehr vielen Österreicherinnen und Österreichern unterstützt; die Neutralität ist für sehr viele Österreicherinnen und Österreicher ein wichtiges Gut, insbesondere in Zeiten wie diesen, in denen es einen Neutralitätsfall gibt, ist sie etwas sehr Wichtiges.
Abg. Scheibner: Führen wir diese Debatte besser nicht!
Ich war immer schon eine Verfechterin der Neutralität. Dem ehemaligen Klubobmann Kostelka (Abg. Scheibner: Warum haben Sie es dann 1999 abgeschafft? Warum haben Sie es ausgehöhlt, wenn Sie so gescheit sind?) habe ich die Neutralität schon unter den Christbaum gelegt. (Abg. Scheibner: Führen wir diese Debatte besser nicht!) Diesbezüglich weiß ich mich von sehr vielen Österreicherinnen und Österreichern unterstützt; die Neutralität ist für sehr viele Österreicherinnen und Österreicher ein wichtiges Gut, insbesondere in Zeiten wie diesen, in denen es einen Neutralitätsfall gibt, ist sie etwas sehr Wichtiges.
Abg. Scheibner: Sie vermengen da wirklich ein paar Dinge, die gehören da nicht her!
Auch wenn jetzt innegehalten wird, Herr Klubobmann Scheibner, wenn jetzt über den Ankauf von Abfangjägern nachgedacht wird, so glaube ich, sollten wir neben all dem Leid, das wir seit einer Woche auf den Bildschirmen sehen (Abg. Scheibner: Sie vermengen da wirklich ein paar Dinge, die gehören da nicht her!), auch darüber nachdenken, dass die Neutralität etwas Wichtiges ist, und nicht die Beistandspflicht oder der Beitritt zur NATO. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch wenn jetzt innegehalten wird, Herr Klubobmann Scheibner, wenn jetzt über den Ankauf von Abfangjägern nachgedacht wird, so glaube ich, sollten wir neben all dem Leid, das wir seit einer Woche auf den Bildschirmen sehen (Abg. Scheibner: Sie vermengen da wirklich ein paar Dinge, die gehören da nicht her!), auch darüber nachdenken, dass die Neutralität etwas Wichtiges ist, und nicht die Beistandspflicht oder der Beitritt zur NATO. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Als Mensch, der in einer scheinbar gesicherten Umwelt, Umgebung lebt, begreife ich nicht, dass die Sozialdemokraten und die Grünen dieses Plenum für ihren Wahlkampf in Niederösterreich missbrauchen. Stattdessen sollten wir alle in uns gehen und dafür beten, dass das Leid der irakischen Bevölkerung und all der anderen, die den Krieg überleben müssen, so schnell wie möglich ein Ende findet. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall der Abgeordneten Scheibner und Dr. Khol.
Meine Bewunderung gilt einem Mann wie Michael Moore, der seine eindringliche Rede bei der Oscar-Verleihung mit den Worten „Schämen Sie sich, Herr Bush!“ beendet hat. Auch ich beende meine Rede damit: „Schämen Sie sich, Herr Bush!“ (Beifall der Abgeordneten Scheibner und Dr. Khol.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Übrigen würde ich mir als Sozialdemokratin wünschen, dass Österreich – der sehr guten Tradition Bruno Kreiskys folgend – eine wesentlich aktivere diplomatische Rolle im Nahen Osten spielen würde. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Internationale Konflikte können und müssen mit friedlichen politischen Mitteln gelöst werden. Dafür gehen unter dem Zeichen der Friedensfahne seit dem Angriff der USA weltweit Millionen – und auch in Österreich sind es eindrucksvoll viele Zehntausende – Menschen auf die Straße. Darunter sind viele junge Menschen. Von Politikverdrossenheit ist überhaupt nichts zu spüren. Diese jungen und diese alten Menschen, diese Männer, diese Frauen haben unsere uneingeschränkte Solidarität als SozialdemokratInnen, wenn sie fordern: Stoppt diesen Krieg! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch wenn die Arbeitsteilung, dass die einen Krieg führen, zerstören – einen Krieg, der völkerrechtlich nicht legitimiert ist! –, und alle anderen dabei sein sollen, wenn es darum geht, Hilfeleistungen zu vollbringen, beim Wiederaufbau dabei zu sein, nicht ganz korrekt ist, so ist es doch klar, dass Österreich da nicht zuschauen kann, dass auch wir unsere Verpflichtungen haben und unsere Verpflichtungen ernst nehmen müssen – unsere Verpflichtung, Leid zu lindern. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist wichtig, dass heute auch vom österreichischen Parlament das klare Bekenntnis ausgeht, dass sich Österreich an humanitärer Hilfe beteiligen, Projekte unterstützen wird, auch Hilfsorganisationen unterstützen muss, die diese Projekte durchführen werden, und dass Österreich jenen, die in unser Land kommen und hier um Asyl ansuchen, hier Hilfe brauchen, diese Hilfe selbstverständlich zukommen lassen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein diesbezügliches Zeichen. – Es ist dies einstimmig angenommen. (E 4.) (Allgemeiner Beifall.)
Rufe bei der SPÖ: Wau!
Wir haben mit Ende 2002 eine Maastricht-relevante öffentliche Verschuldung in der Höhe von 146,55 Milliarden €, das sind über 2 000 Milliarden Schilling. Das ist der höchste Schuldenstand, den dieses Land je erlebt hat. (Rufe bei der SPÖ: Wau!) Diesen Schuldenstand haben wir trotz höchster Steuer- und Abgabenquoten. (Ruf: Schulden-Rudi!) Es ist der Schulden-Karl-Heinzi, richtig, Herr Abgeordneter, so ist es! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf: Schulden-Rudi!
Wir haben mit Ende 2002 eine Maastricht-relevante öffentliche Verschuldung in der Höhe von 146,55 Milliarden €, das sind über 2 000 Milliarden Schilling. Das ist der höchste Schuldenstand, den dieses Land je erlebt hat. (Rufe bei der SPÖ: Wau!) Diesen Schuldenstand haben wir trotz höchster Steuer- und Abgabenquoten. (Ruf: Schulden-Rudi!) Es ist der Schulden-Karl-Heinzi, richtig, Herr Abgeordneter, so ist es! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben mit Ende 2002 eine Maastricht-relevante öffentliche Verschuldung in der Höhe von 146,55 Milliarden €, das sind über 2 000 Milliarden Schilling. Das ist der höchste Schuldenstand, den dieses Land je erlebt hat. (Rufe bei der SPÖ: Wau!) Diesen Schuldenstand haben wir trotz höchster Steuer- und Abgabenquoten. (Ruf: Schulden-Rudi!) Es ist der Schulden-Karl-Heinzi, richtig, Herr Abgeordneter, so ist es! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: 30 Jahre Sozialdemokratie haben wir gehabt!
Wenn wenigstens in diesen zweieinhalb Jahren strukturell etwas geschehen wäre! Aber es ist nichts geschehen. (Abg. Wittauer: 30 Jahre Sozialdemokratie haben wir gehabt!) Wir haben nun eine neue, wieder schwarz-blaue Bundesregierung, die den doppelten Konsolidierungsbedarf des Jahres 1999 hat: über 200 Milliarden Schilling oder 14 Milliarden €.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wie hoch waren denn die Schulden bei Ihnen? Wie hoch waren denn die Schulden bei Ihnen?
Die Leute, die auf der Kärntner Straße spazieren gehen, konnten auf einer Laufschrift sehen, wie die Finanzen angeblich besser werden. Irgendwann ist die Laufschrift dann verschwunden, und irgendwann prangte nur noch „Österreich hat Zukunft – keine neuen Schulden“. – Diese Propaganda durften die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zahlen, anstatt dass dort die Wahrheit gestanden wäre. Unter der SPÖ hatte das Land noch Zukunft, jetzt haben wir nur höhere Schulden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wie hoch waren denn die Schulden bei Ihnen? Wie hoch waren denn die Schulden bei Ihnen?)
Abg. Scheibner: Sagen Sie, wie hoch das Defizit unter Edlinger war! Sagen Sie, wie hoch das Defizit unter Edlinger war!
Etwas, das auch für Herrn Abgeordneten Scheibner von Interesse ist: Alleine 10 Prozent Zuwachs hatten Sie als Verteidigungsminister mitzuverantworten – 10 Prozent der gesamten öffentlichen Verschuldung! (Abg. Scheibner: Sagen Sie, wie hoch das Defizit unter Edlinger war! Sagen Sie, wie hoch das Defizit unter Edlinger war!) Ich weiß schon, dass Kollege Scheibner aus Empörung steht, Sie dürfen sich ruhig setzen. 10 Prozent höhere Schulden, verantwortet durch einen Bundeskanzler Schüssel und einen Minister Grasser und durch einen heute dazwischenredenden Ex-Verteidigungsminister. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das darf ich ja noch, oder? Aber Sie sagen mir nicht, wie hoch das Defizit war!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das darf ich ja noch, oder? Aber Sie sagen mir nicht, wie hoch das Defizit war!
Etwas, das auch für Herrn Abgeordneten Scheibner von Interesse ist: Alleine 10 Prozent Zuwachs hatten Sie als Verteidigungsminister mitzuverantworten – 10 Prozent der gesamten öffentlichen Verschuldung! (Abg. Scheibner: Sagen Sie, wie hoch das Defizit unter Edlinger war! Sagen Sie, wie hoch das Defizit unter Edlinger war!) Ich weiß schon, dass Kollege Scheibner aus Empörung steht, Sie dürfen sich ruhig setzen. 10 Prozent höhere Schulden, verantwortet durch einen Bundeskanzler Schüssel und einen Minister Grasser und durch einen heute dazwischenredenden Ex-Verteidigungsminister. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das darf ich ja noch, oder? Aber Sie sagen mir nicht, wie hoch das Defizit war!)
Abg. Scheibner: 100 Milliarden nur an Zinszahlungen!
Diese Schuldenpolitik wird mit dem jetzigen Budgetprovisorium fortgesetzt. Wir haben erstmalig die Situation (Abg. Scheibner: 100 Milliarden nur an Zinszahlungen!), dass die Aufnahme der Finanzschulden im Jahr 2003 bereits Anfang April 2003 zu 50 Prozent überschritten wird. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Kein Problem, Sie können gerne im Budgetausschuss zuhören. Wenn Sie da wären, würden Sie es hören.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Diese Schuldenpolitik wird mit dem jetzigen Budgetprovisorium fortgesetzt. Wir haben erstmalig die Situation (Abg. Scheibner: 100 Milliarden nur an Zinszahlungen!), dass die Aufnahme der Finanzschulden im Jahr 2003 bereits Anfang April 2003 zu 50 Prozent überschritten wird. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Kein Problem, Sie können gerne im Budgetausschuss zuhören. Wenn Sie da wären, würden Sie es hören.
Abg. Dr. Jarolim: Geld für Dummheit!
Anfang April wird die Grenze des verfassungsmäßigen Budgetprovisoriums überschritten – das wurde uns sowohl durch den Geschäftsführer der Bundesfinanzierungsagentur als auch durch den Vorsitzenden des Staatsschuldenausschusses bestätigt –, weil in der Finanzierung der sich immer mehr „ausweitenden“ öffentlichen Ausgaben keine Grenze zu finden ist. Diese Schuldenaufnahme ist ein Teil der Fortsetzung Ihrer Politik, die heißt: ungebremstes Schuldenmachen, und es wird im Budget 2003 nicht besser werden. (Abg. Dr. Jarolim: Geld für Dummheit!) – Das Problem ist nur, wenn die Dummen das Geld selbst hätten, wäre es einfach, aber es zahlt leider jeder Österreicher und jede Österreicherin.
Abg. Wattaul: Das glaube ich, weil ihr euch nicht auskennt!
Die SPÖ hat im Jahr 2000 einem Provisorium zugestimmt, das auf den Ansätzen des letzten ordentlichen Budgets in diesem Haus basiert hat, nämlich jenem, das noch unter Rudolf Edlinger gemacht wurde. Wir werden diesmal dem Provisorium nicht zustimmen (Abg. Wattaul: Das glaube ich, weil ihr euch nicht auskennt!), und zwar ganz einfach deswegen: Es beruht auf Ansätzen des Bundesvoranschlages 2002 – eines Voranschlages, den dieses Haus beschlossen hat, um angeblich ein Nulldefizit zu erreichen. Warum ist dieses Nulldefizit nicht eingetreten? – Nicht wegen des Hochwassers (Abg. Wattaul: Warum seid ihr abgewählt worden?), nicht wegen der Konjunktur, sondern weil Sie die Ausgaben nicht im Griff hatten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Sie reden die Unwahrheit!)
Abg. Wattaul: Warum seid ihr abgewählt worden?
Die SPÖ hat im Jahr 2000 einem Provisorium zugestimmt, das auf den Ansätzen des letzten ordentlichen Budgets in diesem Haus basiert hat, nämlich jenem, das noch unter Rudolf Edlinger gemacht wurde. Wir werden diesmal dem Provisorium nicht zustimmen (Abg. Wattaul: Das glaube ich, weil ihr euch nicht auskennt!), und zwar ganz einfach deswegen: Es beruht auf Ansätzen des Bundesvoranschlages 2002 – eines Voranschlages, den dieses Haus beschlossen hat, um angeblich ein Nulldefizit zu erreichen. Warum ist dieses Nulldefizit nicht eingetreten? – Nicht wegen des Hochwassers (Abg. Wattaul: Warum seid ihr abgewählt worden?), nicht wegen der Konjunktur, sondern weil Sie die Ausgaben nicht im Griff hatten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Sie reden die Unwahrheit!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Sie reden die Unwahrheit!
Die SPÖ hat im Jahr 2000 einem Provisorium zugestimmt, das auf den Ansätzen des letzten ordentlichen Budgets in diesem Haus basiert hat, nämlich jenem, das noch unter Rudolf Edlinger gemacht wurde. Wir werden diesmal dem Provisorium nicht zustimmen (Abg. Wattaul: Das glaube ich, weil ihr euch nicht auskennt!), und zwar ganz einfach deswegen: Es beruht auf Ansätzen des Bundesvoranschlages 2002 – eines Voranschlages, den dieses Haus beschlossen hat, um angeblich ein Nulldefizit zu erreichen. Warum ist dieses Nulldefizit nicht eingetreten? – Nicht wegen des Hochwassers (Abg. Wattaul: Warum seid ihr abgewählt worden?), nicht wegen der Konjunktur, sondern weil Sie die Ausgaben nicht im Griff hatten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Sie reden die Unwahrheit!)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Bei einem Voranschlag, der 59,38 Milliarden € an Ausgaben vorsieht, gibt Herr Minister Grasser – unser neuer, früher blauer, jetzt farbloser Minister Grasser – heute 61,8 Milliarden € in seinen Ausgaben des allgemeinen Haushaltes bekannt. Er hat die höchste Abweichung, die je ein Finanzminister hatte, weil er bei den Ausgaben nicht einmal irgendeine Kontrolle walten ließ. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wattaul: Geh hör auf! Eure Zinsen müssen wir jetzt büßen!
Diese Ausgaben sind keine Konjunkturfrage, diese Ausgaben heißen: kein ordnungsgemäßer Vollzug, weil da jemand sitzt, der nur darauf bedacht ist, dass er mit dem Revolver abgebildet wird, auf Kosten der Steuerzahler Propaganda macht und sich nicht um sein Budget kümmern will. (Abg. Wattaul: Geh hör auf! Eure Zinsen müssen wir jetzt büßen!)
Abg. Wattaul: Ihr seid eh gekündigt worden!
Wäre es ein privater Betrieb, dann wäre dieser Finanzchef schon gekündigt. (Abg. Wattaul: Ihr seid eh gekündigt worden!) Das ist genau jenes, was man Bundeskanzler Schüssel dringend ans Herz legen kann: Entlassen Sie einen Finanzchef, der das eigene, von ihm erstellte Budget so weit verfehlt! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wäre es ein privater Betrieb, dann wäre dieser Finanzchef schon gekündigt. (Abg. Wattaul: Ihr seid eh gekündigt worden!) Das ist genau jenes, was man Bundeskanzler Schüssel dringend ans Herz legen kann: Entlassen Sie einen Finanzchef, der das eigene, von ihm erstellte Budget so weit verfehlt! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist klar, dass die Damen und Herren der Regierungsfraktionen schreien müssen, denn sie sind nur noch marktschreierisch unterwegs. Allerdings muss man den Marktschreiern zugute halten, die Gemüseraffel, die sie auf der Straße verkaufen, mag schlecht sein, aber sie raffelt wenigstens Gemüse. Sie verkaufen eine Finanzpolitik, die so nicht stattfindet. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Einen Bundeskanzler haben wir geerntet!
2003 hätte das Jahr der Ernte werden sollen. Ich frage mich, was wir geerntet haben. Geerntet haben wir ein Knittelfeld, bei der sich die FPÖ festgelegt hat, dass es zu einer Entlastung der Steuerzahler kommen soll, und zwar (Abg. Dr. Jarolim: Einen Bundeskanzler haben wir geerntet!) – den haben wir auch geerntet – im Jahr 2003. Wo haben wir denn die Entlastung? – Belastungen haben wir, und ich weiß, die Stimmlage der Abgeordneten hat noch nicht gelitten. (Zwischenruf.) – Wenn wir so manche Dummheit besteuern könnten, wäre unter Umständen viel Geld da.
Zwischenruf.
2003 hätte das Jahr der Ernte werden sollen. Ich frage mich, was wir geerntet haben. Geerntet haben wir ein Knittelfeld, bei der sich die FPÖ festgelegt hat, dass es zu einer Entlastung der Steuerzahler kommen soll, und zwar (Abg. Dr. Jarolim: Einen Bundeskanzler haben wir geerntet!) – den haben wir auch geerntet – im Jahr 2003. Wo haben wir denn die Entlastung? – Belastungen haben wir, und ich weiß, die Stimmlage der Abgeordneten hat noch nicht gelitten. (Zwischenruf.) – Wenn wir so manche Dummheit besteuern könnten, wäre unter Umständen viel Geld da.
Abg. Dr. Stummvoll: Das haben Sie abgelehnt!
Nun aber zur Steuerreform selbst: Es gibt nun ein Regierungsprogramm, das eine Steuerentlastung vorsieht, und zwar unter anderem völlige Steuerfreiheit für die Einkommen bis 14 500 €. (Abg. Dr. Stummvoll: Das haben Sie abgelehnt!) Es gibt also eine Absichtserklärung im Regierungsprogramm. Eine Woche später – was heißt, drei Tage später! – kommt Finanzminister Grasser und sagt, er könne das nicht garantieren.
Beifall bei der SPÖ.
Am Abstimmungsverhalten der Kolleginnen und Kollegen werden wir jetzt erkennen, wie ernst es Ihnen ist. Ich habe meine Zweifel, denn in Wirklichkeit wird nur eines sicher sein: Belastungen, Untätigkeit und letztlich ein Schaden für das Land durch diese Budget- und Finanzpolitik. – Danke, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wattaul: Er kennt sich nicht aus!
Meine Damen und Herren! Damit in die Debatte und kurz zu dem, was uns Kollege Matznetter mit kräftiger Stimme vorzutragen versucht hat. (Abg. Wattaul: Er kennt sich nicht aus!) Sparen, so meinte er, heißt, weniger auszugeben. – Ja, dem ist beizupflichten. Hätte die Bundesregierung, hätte die Mehrheit dieses Hauses all das ausgegeben, was diese Seite (in Richtung SPÖ) in den letzten Jahren gefordert hat, dann gäbe es nicht nur eine Explosion, sondern eine Eruption des Budgetdefizits, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Damit in die Debatte und kurz zu dem, was uns Kollege Matznetter mit kräftiger Stimme vorzutragen versucht hat. (Abg. Wattaul: Er kennt sich nicht aus!) Sparen, so meinte er, heißt, weniger auszugeben. – Ja, dem ist beizupflichten. Hätte die Bundesregierung, hätte die Mehrheit dieses Hauses all das ausgegeben, was diese Seite (in Richtung SPÖ) in den letzten Jahren gefordert hat, dann gäbe es nicht nur eine Explosion, sondern eine Eruption des Budgetdefizits, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
sollte sich gerade Kollege Matznetter zu Herzen nehmen – ersetzt noch lange nicht schwache Argumente. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Auf den von der SPÖ eingebrachten Entschließungsantrag wird mein Kollege Stummvoll noch Bezug nehmen. Kollege Matznetter meinte, das Ergebnis dieser zweieinhalb oder drei Jahre Tätigkeit der letzten Bundesregierung sei nicht beeindruckend gewesen. Ich meine, dass diese Budgetpolitik, diese Änderung des Schuldenmachens tatsächlich beeindruckend war, weil heute anders, sorgsamer umgegangen wird! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Ziemlich leicht die Schwerpunkte!
Es sei auch klar gemacht, dass es für das kommende Budget verschiedene Schwerpunkte geben wird, nämlich: ein Schwerpunkt liegt auf der Forschung, ein Schwerpunkt liegt im Bereich Bildung, und ein weiterer Schwerpunkt ist die Infrastruktur. (Abg. Öllinger: Ziemlich leicht die Schwerpunkte!) Wenn – das ist hier sehr oft bestätigt worden – das Budget die in Zahlen gegossene Politik ist, meine Damen und Herren, dann war die Politik der letzten Jahre erfolgreich, und es wird die Politik der nächsten Jahre sehr erfolgreich sein! (Abg. Öllinger: Was war da erfolgreich?)
Abg. Öllinger: Was war da erfolgreich?
Es sei auch klar gemacht, dass es für das kommende Budget verschiedene Schwerpunkte geben wird, nämlich: ein Schwerpunkt liegt auf der Forschung, ein Schwerpunkt liegt im Bereich Bildung, und ein weiterer Schwerpunkt ist die Infrastruktur. (Abg. Öllinger: Ziemlich leicht die Schwerpunkte!) Wenn – das ist hier sehr oft bestätigt worden – das Budget die in Zahlen gegossene Politik ist, meine Damen und Herren, dann war die Politik der letzten Jahre erfolgreich, und es wird die Politik der nächsten Jahre sehr erfolgreich sein! (Abg. Öllinger: Was war da erfolgreich?)
Abg. Öllinger: Woher wissen Sie das?
Meine Damen und Herren! Deutschland ist jenes Land mit jener Regierung, das von der linken Seite des Hauses so viel gepriesen wurde, in dem alles besser wäre, in dem eine hervorragende Bundesregierung, die auch das Muster für eine österreichische Regierung gewesen wäre, am Werk ist. Deutschland zahlt immerhin 10 bis 15 Basispunkte mehr. Dann lese ich den verschiedensten deutschen Zeitungen, Deutschland sei am Rande der Rezession. Die deutsche Bundesbank schlägt Alarm, dabei ist dieser Bundesbank-Präsident in Deutschland nicht von der CDU oder gar von der bösen CSU – nein, es ist ein Landsmann des Herrn Bundeskanzlers Schröder, auch ein SPD-Kollege des Herrn Bundeskanzlers. (Abg. Öllinger: Woher wissen Sie das?)
Abg. Dr. Stummvoll: Rot-grün!
Wenn es schon in Deutschland so geringe Steuern und eine solch geringe Abgabenquote gibt, dann frage ich mich, meine Damen und Herren, warum in Deutschland die Wirtschaft nicht funktioniert, eine extrem große Zahl von Arbeitslosen gegeben ist und alleine im Bankensektor in Deutschland rund 100 000 Jobs wackeln. (Abg. Dr. Stummvoll: Rot-grün!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter. – Abg. Wittauer: Haupt nicht vergessen!
Meine Damen und Herren! Eine derartige Wirtschafts- und Finanzpolitik können wir uns ersparen, wir machen eine sorgsame österreichische Finanzpolitik mit einem Bundeskanzler Schüssel, mit einem Bundesminister Grasser! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter. – Abg. Wittauer: Haupt nicht vergessen!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Was heißt das: Hohe Steuern heißt gute Wirtschaftslage? Sie sollten nachdenken, bevor Sie reden! Denken Sie nach, bevor Sie reden! Das würde uns Peinlichkeiten ersparen!
Auch würden wir uns in Österreich sehr bedanken, wenn es dem österreichischen Bundesminister für Finanzen so erginge wie dem deutschen, nämlich dass er einen blauen Brief von Brüssel erhält! (Abg. Dr. Gusenbauer: Was heißt das: Hohe Steuern heißt gute Wirtschaftslage? Sie sollten nachdenken, bevor Sie reden! Denken Sie nach, bevor Sie reden! Das würde uns Peinlichkeiten ersparen!) – Herr Kollege Gusenbauer, auch wenn es Sie schmerzt – ich verstehe das, es schmerzt Sie, diese Erfolgszahlen schmerzen Sie, das sei natürlich zugegeben, das schmerzt sie.
Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.
Oder noch ein weiteres Beispiel, meine Damen und Herren, das Investitionsbudget. (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.) – Lieber Kollege Oberhaidinger! Du bist zwar gut im Laufen, aber die Finanz- und Budgetpolitik überlass’ besser uns!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Nur ein kleines Beispiel: Die Bundesrepublik Deutschland ist in etwa 60-mal so groß wie das kleine Bundesland Oberösterreich. Die investitionsfrei verfügbaren Mittel sind in Deutschland ganze sieben Mal so hoch wie in Oberösterreich. Daher sieht man auch an diesem kleinen Beispiel, dass die österreichische Budgetpolitik des Bundes und der Bundesländer ungleich besser ist als jene der von Ihnen so gepriesenen Regierungsform in unserem großen Nachbarland. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Rasinger: Herr Kogler! Jetzt wollen wir eine Leistung sehen! – Abg. Dr. Gusenbauer: Können Sie einmal eine kurze Vorlesung halten? Er braucht ein Privatissimum!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Rasinger: Herr Kogler! Jetzt wollen wir eine Leistung sehen! – Abg. Dr. Gusenbauer: Können Sie einmal eine kurze Vorlesung halten? Er braucht ein Privatissimum!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Die ÖVP-Fraktion fordert von mir Leistung. Kollege Stummvoll ist noch da, er ist der erste Anwärter auf das Staatsekretariat für Eigenvorsorge in Pensionsfragen. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wittauer: Das frage ich mich auch! – Abg. Wattaul: Warum ihr mitredet, das ist die Frage!
Wie dem auch sei – reden wir einmal über die Positionen, die sich über die vergangenen Monate ergeben haben. Warum reden wir heute eigentlich über ein Budgetprovisorium? (Abg. Wittauer: Das frage ich mich auch! – Abg. Wattaul: Warum ihr mitredet, das ist die Frage!) – Das vergessen die meisten gerne, auf dieser Seite besonders.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wattaul: Den Populismus habt ihr gepachtet! Das wissen wir schon!
Nur eines sage ich Ihnen schon klar und deutlich: Es ist uns jeder willkommen, dessen politische Seele geläutert ist. Als notwendige Bedingung für glaubwürdigere Finanzpolitik ist das sicher hilfreich, wenn man nicht zu viel von den populistischen F-Ansagen in Sachen Steuerfragen infiziert wird. Das ist schon richtig, aber hinreichend ist das meines Erachtens noch nicht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wattaul: Den Populismus habt ihr gepachtet! Das wissen wir schon!)
Beifall bei den Grünen.
Aber was hier seit Monaten angerichtet wird, ist eine Untergrabung der Glaubwürdigkeit der Finanzpolitik schon aus diesem Titel heraus, weil man sich als Wirtschaftstreibender überhaupt nicht mehr auskennt. (Beifall bei den Grünen.) Das haben Sie, zu welcher Partei Sie jetzt immer gehören mögen, zu verantworten! (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie haben eh gesagt, hohe Steuern sind gut für die Wirtschaft!) – Das Koordinatensystem muss die ÖVP jetzt selbst einrenken, so glaube ich. Das würde meine Redezeit überschreiten, und ich fühle mich in diesem Punkt als vorläufig gescheitert.
Abg. Dr. Gusenbauer: Sie haben eh gesagt, hohe Steuern sind gut für die Wirtschaft!
Aber was hier seit Monaten angerichtet wird, ist eine Untergrabung der Glaubwürdigkeit der Finanzpolitik schon aus diesem Titel heraus, weil man sich als Wirtschaftstreibender überhaupt nicht mehr auskennt. (Beifall bei den Grünen.) Das haben Sie, zu welcher Partei Sie jetzt immer gehören mögen, zu verantworten! (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie haben eh gesagt, hohe Steuern sind gut für die Wirtschaft!) – Das Koordinatensystem muss die ÖVP jetzt selbst einrenken, so glaube ich. Das würde meine Redezeit überschreiten, und ich fühle mich in diesem Punkt als vorläufig gescheitert.
Abg. Eder: Wie man es braucht!
Deshalb haben Sie natürlich in gewisser Weise Recht, wenn Sie sagen, es muss – ich weiß nicht, wie Sie sich genau ausgedrückt haben – ein Senkungsziel zunächst einmal erspart werden. (Abg. Eder: Wie man es braucht!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Raus mit den Zahlen!
Wenn wir uns auf diese Debatte einlassen würden, dann allerdings stellt sich genau die Frage, wie hoch der vorausgesetzte Konsolidierungsbedarf ist. Da sind Sie es der Öffentlichkeit schuldig, sich auf irgendeine Zahl, die wenigstens eine Halbwertzeit von mehr als zwei Wochen hat, zu verständigen und diese dann auch tatsächlich zu verkünden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Raus mit den Zahlen!)
Abg. Dr. Petrovic macht eine Handbewegung in Bezug auf die Zeit. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.
Ich darf in Erinnerung rufen, die ausschließliche Steuerfreistellung von Bruttojahreseinkommen bis 14 500 € betrifft nur einen kleinen Personenkreis, weil die folgenden Einschleifregelungen sehr radikal nach oben gehen müssen und es in Wirklichkeit viel gescheiter wäre, die anderen Punkte ... (Abg. Dr. Petrovic macht eine Handbewegung in Bezug auf die Zeit. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.) – Vielen Dank, Herr Finanzminister! Wir haben eine freiwillige Zeitvereinbarung. Ich kann nachher, wenn wir über den Bundesrechnungsabschluss reden, ein bisschen etwas einsparen. Sie sind ja Meister im Sparen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich darf in Erinnerung rufen, die ausschließliche Steuerfreistellung von Bruttojahreseinkommen bis 14 500 € betrifft nur einen kleinen Personenkreis, weil die folgenden Einschleifregelungen sehr radikal nach oben gehen müssen und es in Wirklichkeit viel gescheiter wäre, die anderen Punkte ... (Abg. Dr. Petrovic macht eine Handbewegung in Bezug auf die Zeit. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.) – Vielen Dank, Herr Finanzminister! Wir haben eine freiwillige Zeitvereinbarung. Ich kann nachher, wenn wir über den Bundesrechnungsabschluss reden, ein bisschen etwas einsparen. Sie sind ja Meister im Sparen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie verweigern sich dieser Erkenntnis aus ideologischen Gründen, weil Sie nämlich schlicht und ergreifend nichts tun wollen. Das ist der Punkt, und das ist der Unterschied zu uns! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen – Abg. Eder: Der Stummvoll war Staatssekretär! – Abg. Dr. Petrovic: Er kann sich sicher nicht erinnern!
Herr Kollege Matznetter, Sie haben es natürlich einfach, und zwar deswegen, weil Sie über dieses Thema völlig unbeschwert reden können. Das, was Sie lautstark vorgebracht haben: Diese Republik hat einen Schuldenstand, wie sie ihn noch nie gehabt hat!, ist richtig. Sie können so darüber reden, weil Sie bislang noch keinen einzigen Beschluss eines Budgets hier im Hause mitgefasst haben. Es gab 30 Jahre sozialistische Verschwendungspolitik mit budgetären Auswirkungen (Beifall bei den Freiheitlichen – Abg. Eder: Der Stummvoll war Staatssekretär! – Abg. Dr. Petrovic: Er kann sich sicher nicht erinnern!), mit Auswirkungen auf die Steuerbelastung der einzelnen Bürger, mit einer Einengung, einem Stillstand der Reformen. Insofern tun Sie sich natürlich sehr, sehr leicht.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wattaul: Schulden-Rudi!
Aber, Kollege Matznetter, ich habe mir auch angesehen, wie die Finanzpolitik der Sozialdemokraten in den vergangenen 30 Jahren ausgeschaut hat. Sie haben zum Beispiel keinen Bezug zum Bruttoinlandsprodukt hinsichtlich der Neuverschuldung hergestellt, und auch nicht die Pro-Kopf-Verschuldung angeführt. Ich würde Ihnen raten, machen Sie das, dann werden Sie sehen, dass Ihr Finanzminister jedes Jahr dafür gesorgt hat, dass der Schuldenstand der jeweils höchste in dieser Republik gewesen ist! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wattaul: Schulden-Rudi!)
Heiterkeit.
Noch eine kleine Anmerkung zum Kollegen Kogler, weil mich eine Bemerkung von ihm wirklich amüsiert hat. Er hat nämlich davon gesprochen, dass hier ein Finanzminister sitzt, von dem keiner weiß, wo er hingehört. Und dann hat er gesagt, und das hat mich wirklich erstaunt: Aber er ist uns jederzeit herzlich willkommen! (Heiterkeit.) – Also ich will das jetzt nicht kommentieren, aber angesichts der freiheitlichen Vergangenheit des Finanzministers erstaunt es mich schon, dass die Grünen hier werbewirksam auftreten und den Finanzminister in ihre Reihen bringen wollen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) – Aber es ist nicht meine Aufgabe, das weiter zu kommentieren. (Abg. Dr. Cap: Wollen Sie ihn zurückhaben? – Heiterkeit.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Noch eine kleine Anmerkung zum Kollegen Kogler, weil mich eine Bemerkung von ihm wirklich amüsiert hat. Er hat nämlich davon gesprochen, dass hier ein Finanzminister sitzt, von dem keiner weiß, wo er hingehört. Und dann hat er gesagt, und das hat mich wirklich erstaunt: Aber er ist uns jederzeit herzlich willkommen! (Heiterkeit.) – Also ich will das jetzt nicht kommentieren, aber angesichts der freiheitlichen Vergangenheit des Finanzministers erstaunt es mich schon, dass die Grünen hier werbewirksam auftreten und den Finanzminister in ihre Reihen bringen wollen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) – Aber es ist nicht meine Aufgabe, das weiter zu kommentieren. (Abg. Dr. Cap: Wollen Sie ihn zurückhaben? – Heiterkeit.)
Abg. Dr. Cap: Wollen Sie ihn zurückhaben? – Heiterkeit.
Noch eine kleine Anmerkung zum Kollegen Kogler, weil mich eine Bemerkung von ihm wirklich amüsiert hat. Er hat nämlich davon gesprochen, dass hier ein Finanzminister sitzt, von dem keiner weiß, wo er hingehört. Und dann hat er gesagt, und das hat mich wirklich erstaunt: Aber er ist uns jederzeit herzlich willkommen! (Heiterkeit.) – Also ich will das jetzt nicht kommentieren, aber angesichts der freiheitlichen Vergangenheit des Finanzministers erstaunt es mich schon, dass die Grünen hier werbewirksam auftreten und den Finanzminister in ihre Reihen bringen wollen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) – Aber es ist nicht meine Aufgabe, das weiter zu kommentieren. (Abg. Dr. Cap: Wollen Sie ihn zurückhaben? – Heiterkeit.)
Abg. Dr. Cap – in Richtung der Freiheitlichen –: Wollt ihr den Grasser wieder zurückhaben?
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Wir sprechen über ein Bundesgesetz, mit dem eine vorläufige Vorsorge für das Finanzjahr 2003 getroffen wird, ein gesetzliches Budgetprovisorium für das laufende Jahr. (Abg. Dr. Cap – in Richtung der Freiheitlichen –: Wollt ihr den Grasser wieder zurückhaben?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Lassen Sie mich für meine Fraktion abschließend sagen, dass uns ein gesetzliches Budgetprovisorium, das an jenes des Vorjahres angelehnt ist, auf jeden Fall – auch wenn das Jahr 2002 ein schwieriges Jahr war – lieber ist als eine Anlehnung an ein Budget aus den Zeiten sozialistischer Finanzminister, denn das wäre fürchterlich, und da müsste man es sich ernsthaft überlegen, ob man das fortführen wollte. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: „Grasser-Sturz“? Was ist das?
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Hohes Haus! Gestatten Sie, dass ich die verbleibenden 4 Minuten Redezeit, bis wir um 15 Uhr unterbrechen, nütze, um nicht die breite Debatte, die wir hatten, zu reflektieren – vom Kassasturz bis zu den Grundlagen der Finanzpolitik –, sondern dass ich konkret zum gesetzlichen Budgetprovisorium spreche und mir erlauben werde, beim Punkt Rechnungsabschluss ein wenig grundsätzlicher und ausführlicher zu werden. (Abg. Öllinger: „Grasser-Sturz“? Was ist das?)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke auch, dass gerade in schwierigeren und weltweit instabileren Zeiten dieses Signal der Stabilität, dieses Signal der Sicherheit – die Liquidität der Republik sicherzustellen, die Zahlungsfähigkeit sicherzustellen, und zwar möglichst günstig für den Steuerzahler – ein sehr wichtiger Beschluss ist. Daher ersuche ich Sie, dieses Signal heute zu setzen und wenn möglich dieses gesetzliche Budgetprovisorium gemeinsam zu tragen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Eder.
Zu diesem Zweck, behaupte ich, ist Ihnen wirklich jedes Mittel recht und jedes Mittel heilig, zum Beispiel auch der Verkauf der Bundeswohnungen, der zurzeit in einem Stadium ist, bei dem wir nicht recht wissen, wo es lang geht. Ihre Beantwortung meiner Anfrage lässt ja einiges offen. Sie haben sich noch nicht entschlossen, ob der Asset Deal verkauft wird, ob strukturiert wird, ob Teilverkäufe vorgenommen werden. Aber eines steht fest, auch durch die Regierungserklärung und die Fortführung der Politik der vergangenen Legislaturperiode, nämlich, dass verkauft wird – und wahrscheinlich zu einem Preis, bei dem Immobilienspezialisten schlechthin von Verschleuderung des Volksvermögens reden. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Eder.)
Abg. Wittauer: Wer sind diese Spezialisten? Welche Experten? Wer hat Ihnen diese Information gegeben?
Es geht dabei um sage und schreibe 61 000 Wohnungen! An die 180 000 Menschen sind davon betroffen! Und laut neuesten Informationen – ursprünglich haben Sie durch einen Verkauf 30 Milliarden Schilling an Erlös erwartet – werden Sie vielleicht, wenn es gut geht, 800 Millionen € erlösen können, das sind weniger als 10 Milliarden Schilling. (Abg. Wittauer: Wer sind diese Spezialisten? Welche Experten? Wer hat Ihnen diese Information gegeben?) – Das liest man in Fachzeitungen, das hört man in Expertenkreisen.
Beifall bei den Grünen.
Wenn ich mir Ihre optionale 30 Milliarden-Schilling-Summe für rund 61 000 Wohnungen durchrechne, dann muss ich sagen, da hätten die Investoren um eine halbe Million Schilling pro Wohnung einen guten Schnitt gemacht. Jetzt, wo Sie wahrscheinlich viel weniger dafür bekommen, wo Sie weniger als 10 Milliarden Schilling bekommen – ja, meine Güte! –, da kostet für die Investoren die Wohnung im Durchschnitt – eine Milchmädchenrechnung, das gebe ich zu – etwa 130 000 S. Das ist ja nachgeschmissen! Nachgeschmissen ist das! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist eine unheilige Dreieinigkeit, die wir gezwungen sind, wiederholt anzuprangern. (Beifall bei den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Abg. Eder: Wer verdient daran?
Mir sagten Sie in der Anfragebeantwortung, die Lehman Brothers erhalten 5 Millionen € für die Planerstellung und 5,23 Millionen € für den Verkauf. Was bekommen jetzt die KPMG und die CA-ID noch zusätzlich? – Das sind doch Summen, die Ihren Erlös wieder massiv mindern! Ich meine, da geht es ja nicht um ein Peanuts-Geschäft, sondern da geht es im Endeffekt wirklich um Milliarden! (Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Abg. Eder: Wer verdient daran?) – Da schneiden wieder internationale Investoren doppelt mit!
Abg. Eder: Hat er schon alle entnommen!
Unser Konzept wäre: Behalten, den sozialen Grundstock ausbauen und bewahren, und gleichzeitig – was Sie auch immer wieder gemacht haben; Sie haben ja durchaus Rücklagen entnommen, bis an die 310 Millionen €, glaube ich – Rücklagen entnehmen. (Abg. Eder: Hat er schon alle entnommen!) Sie haben ja auch immer wieder Gewinne eingestreift. Im vergangenen Jahr waren es, so glaube ich, 90 Millionen €, die praktisch ins Budget geflossen sind. Die Kuh, die man melkt – unseres Erachtens muss man sie nicht unbedingt melken –, kann man doch nicht noch zusätzlich verkaufen – noch dazu in einer derart schlechten Wirtschaftslage. Man wird nur schlechte Werte erzielen, und diese schlechten Werte vermindern die zukünftigen Einkünfte.
Beifall bei den Grünen.
Beantworten Sie mir zum Schluss noch die Frage: Welche Provisionen hat Ihr Berater, Herr Ernst Karl Plech, erhalten? Welche Provisionen hat ein Herr Muhr erhalten, der in engem Kontakt zu den Lehman Brothers steht und immer wieder für die Lehman Brothers Aufträge akquiriert? – Das sind ganz konkrete Fragen, die ich gerne noch beantwortet haben möchte. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Es geht aber nicht um Grieskirchen!
Der erste Redner ist Herr Abgeordneter Großruck. Die Uhr ist auf 5 Minuten gestellt. – Bitte. (Abg. Öllinger: Es geht aber nicht um Grieskirchen!)
Abg. Eder: Für Sie!
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Wir diskutieren heute auf Antrag der Grünen eine Anfragebeantwortung des Herrn Finanzministers, die meines Erachtens ganz klar, ganz verständlich und ganz sachlich erfolgt ist. (Abg. Eder: Für Sie!)
Abg. Eder: Es war eine Dame, die gesprochen hat!
Für mich nicht sachlich sind die Parameter, die die Grünen dieser Anfrage unterstellt haben. Ich nenne jetzt Zahlen, meine Herren! (Abg. Eder: Es war eine Dame, die gesprochen hat!)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Das habe ich ja nicht gesagt!
Wenn hier steht, der Preis für fünf Wohnbaugesellschaften soll sich zwischen 100 und 800 Millionen € belaufen, dann frage ich mich, meine Damen und Herren von den Grünen: Was haben Sie für ein Zahlenverständnis? (Abg. Dr. Gabriela Moser: Das habe ich ja nicht gesagt!) Von welcher Schätzungsbreite gehen Sie aus? Zwischen 100 und 800 Millionen € – das ist für mich nicht nachvollziehbar. (Abg. Mag. Mainoni: Hauptsache viel!) Da haben Sie keine Punktlandung gemacht, sondern eine Breitenstreuung, die sehr grotesk ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mainoni: Einen Bauchfleck!)
Abg. Mag. Mainoni: Hauptsache viel!
Wenn hier steht, der Preis für fünf Wohnbaugesellschaften soll sich zwischen 100 und 800 Millionen € belaufen, dann frage ich mich, meine Damen und Herren von den Grünen: Was haben Sie für ein Zahlenverständnis? (Abg. Dr. Gabriela Moser: Das habe ich ja nicht gesagt!) Von welcher Schätzungsbreite gehen Sie aus? Zwischen 100 und 800 Millionen € – das ist für mich nicht nachvollziehbar. (Abg. Mag. Mainoni: Hauptsache viel!) Da haben Sie keine Punktlandung gemacht, sondern eine Breitenstreuung, die sehr grotesk ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mainoni: Einen Bauchfleck!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mainoni: Einen Bauchfleck!
Wenn hier steht, der Preis für fünf Wohnbaugesellschaften soll sich zwischen 100 und 800 Millionen € belaufen, dann frage ich mich, meine Damen und Herren von den Grünen: Was haben Sie für ein Zahlenverständnis? (Abg. Dr. Gabriela Moser: Das habe ich ja nicht gesagt!) Von welcher Schätzungsbreite gehen Sie aus? Zwischen 100 und 800 Millionen € – das ist für mich nicht nachvollziehbar. (Abg. Mag. Mainoni: Hauptsache viel!) Da haben Sie keine Punktlandung gemacht, sondern eine Breitenstreuung, die sehr grotesk ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mainoni: Einen Bauchfleck!)
Abg. Dr. Rasinger: Wiederholungsprüfung!
Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Moser! Wären Sie Mathematik-Professorin, dann müssten Sie auf Grund dieser Anfrage den Hut nehmen. (Abg. Dr. Rasinger: Wiederholungsprüfung!) Sie sind aber Deutsch- und Geschichte-Professorin und haben uns hier nur eine schöne Geschichte darüber erzählt, was Sie vermuten, was dahinter steckt.
Abg. Dr. Gabriela Moser: Habe ich eh gesagt!
Meine Damen und Herren! Ist es Ihre Zielsetzung – dann stellen Sie sich auch hierher und sagen Sie es –, dass der Staat nicht privatisiert? (Abg. Dr. Gabriela Moser: Habe ich eh gesagt!) Entspricht das Ihrer Ideologie, dann stimmt das, was Sie sagen. Aber Sie täuschen falsche Zahlen vor, um eine Diskussion darüber führen zu können, dass wir Eigentum in breiter Hand wollen. Dass wir jenen, die sich Eigentum schaffen wollen, auch die Möglichkeit dazu geben wollen, das ist unser ideologischer Zugang, und darin unterscheiden wir uns eben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ist es Ihre Zielsetzung – dann stellen Sie sich auch hierher und sagen Sie es –, dass der Staat nicht privatisiert? (Abg. Dr. Gabriela Moser: Habe ich eh gesagt!) Entspricht das Ihrer Ideologie, dann stimmt das, was Sie sagen. Aber Sie täuschen falsche Zahlen vor, um eine Diskussion darüber führen zu können, dass wir Eigentum in breiter Hand wollen. Dass wir jenen, die sich Eigentum schaffen wollen, auch die Möglichkeit dazu geben wollen, das ist unser ideologischer Zugang, und darin unterscheiden wir uns eben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Eder: Das ist ja kein Vergleich!
Ich helfe Ihnen etwas auf die Sprünge. Beispielsweise für den Verkauf der Postsparkasse wurde 1 Prozent an Beratungskosten bezahlt (Abg. Eder: Das ist ja kein Vergleich!), für den Verkauf des Dorotheums 1,7 Prozent. (Abg. Eder: Sie vermischen alles!) Im vorliegenden Fall ist es 1 Prozent. Ich meine, dass das durchaus angebracht, angemessen und auch üblich ist und dass Vermutungen, da wären Körberlgelder oder Provisionen geflossen, in keiner Weise angebracht sind. So sind die Preise, die für Qualitätsarbeit bezahlt werden. Das sollten Sie auch so zur Kenntnis nehmen und nicht irgendetwas konstruieren, das den Verdacht aufkommen lässt, dass in diesem Fall etwas anders als üblich gelaufen sei.
Abg. Eder: Sie vermischen alles!
Ich helfe Ihnen etwas auf die Sprünge. Beispielsweise für den Verkauf der Postsparkasse wurde 1 Prozent an Beratungskosten bezahlt (Abg. Eder: Das ist ja kein Vergleich!), für den Verkauf des Dorotheums 1,7 Prozent. (Abg. Eder: Sie vermischen alles!) Im vorliegenden Fall ist es 1 Prozent. Ich meine, dass das durchaus angebracht, angemessen und auch üblich ist und dass Vermutungen, da wären Körberlgelder oder Provisionen geflossen, in keiner Weise angebracht sind. So sind die Preise, die für Qualitätsarbeit bezahlt werden. Das sollten Sie auch so zur Kenntnis nehmen und nicht irgendetwas konstruieren, das den Verdacht aufkommen lässt, dass in diesem Fall etwas anders als üblich gelaufen sei.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ihnen ist es nicht recht, dass wir Wohnungen verkaufen. Vielen Bürgerinnen und Bürgern in Österreich ist es recht, dass sie ihre Mietwohnungen zu erschwinglichen Preisen kaufen können. – Unsere Ideologien sind eben unterschiedlich, und das ist auch recht so. Gestehen Sie das ein und operieren Sie nicht mit Zahlen, die nicht stimmen und die es eigentlich gar nicht wert sind, darüber zu debattieren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Das ist nicht zu fassen!
Das ist die Politik der Grünen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Das ist nicht zu fassen!)
Abg. Dr. Stummvoll: Das Fremdwort heißt Kompetenz!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist bedauerlich, mit welcher Ignoranz mein Vorredner an das Thema herangegangen ist. (Abg. Dr. Stummvoll: Das Fremdwort heißt Kompetenz!) Es ist ein Thema, bei dem es um das Problem von 60 000 Mietern von Wohnungen in unserem Land geht, und ich denke, diese hätten sich mehr Respekt Ihrerseits verdient, als Sie gerade eben an den Tag gelegt haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Großruck: Es kann jeder kaufen, es wird niemand gezwungen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Großruck: Es kann jeder kaufen, es wird niemand gezwungen!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist bedauerlich, mit welcher Ignoranz mein Vorredner an das Thema herangegangen ist. (Abg. Dr. Stummvoll: Das Fremdwort heißt Kompetenz!) Es ist ein Thema, bei dem es um das Problem von 60 000 Mietern von Wohnungen in unserem Land geht, und ich denke, diese hätten sich mehr Respekt Ihrerseits verdient, als Sie gerade eben an den Tag gelegt haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Großruck: Es kann jeder kaufen, es wird niemand gezwungen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Weil sich viele nicht dafür interessieren!
Zweitens ist dieses Projekt ein gutes Beispiel dafür, wie Sie mit falschen Versprechungen vorgehen. Sie haben den Mietern versprochen, dass sie Wohnungseigentum begründen können. – Bis heute, und es sind bereits drei Jahre vergangen, ist kein einziger Mieter Eigentümer seiner Wohnung geworden. Außer Spesen ist bisher nichts gewesen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Weil sich viele nicht dafür interessieren!)
Beifall bei der SPÖ.
Eder: Locker! Besser!), und die Steuerzahler hätten nicht 10 Millionen € bezahlen müssen, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Eine offene Brieftasche hat er!
Sie haben ein offenes Ohr, wenn es um Ihre Beratungsfirma geht (Abg. Eder: Eine offene Brieftasche hat er!), aber Sie haben kein offenes Ohr, wenn es um die Interessen der Mieter geht. Tausende Bewohner von BUWOG-Wohnungen haben sich in einer Postkarten-Aktion an Sie gewandt, dass sie den Verkauf ihrer Wohnungen nicht wollen. – Keine Sekunde Zeit haben Sie sich für diese Menschen genommen, Herr Bundesminister! Stellvertretend für diese Bewohner überreiche ich Ihnen eine dieser Protest-Postkarten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.
Sie haben ein offenes Ohr, wenn es um Ihre Beratungsfirma geht (Abg. Eder: Eine offene Brieftasche hat er!), aber Sie haben kein offenes Ohr, wenn es um die Interessen der Mieter geht. Tausende Bewohner von BUWOG-Wohnungen haben sich in einer Postkarten-Aktion an Sie gewandt, dass sie den Verkauf ihrer Wohnungen nicht wollen. – Keine Sekunde Zeit haben Sie sich für diese Menschen genommen, Herr Bundesminister! Stellvertretend für diese Bewohner überreiche ich Ihnen eine dieser Protest-Postkarten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Abschließend: Die Diskussion heute Vormittag war gut. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) – Das ist mein Schlusssatz. Es zieht sich durch: Ob Grasser, ob Sobotka – Geld für Ihre eigenen Anliegen spielt keine Rolle, ob dubiose Vergaben oder Spekulationen – dieser Bundesregierung fehlt es leider an Respekt (Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen) gegenüber dem hart erarbeiteten Geld der Steuerzahler. Das ist bedauerlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Abschließend: Die Diskussion heute Vormittag war gut. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) – Das ist mein Schlusssatz. Es zieht sich durch: Ob Grasser, ob Sobotka – Geld für Ihre eigenen Anliegen spielt keine Rolle, ob dubiose Vergaben oder Spekulationen – dieser Bundesregierung fehlt es leider an Respekt (Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen) gegenüber dem hart erarbeiteten Geld der Steuerzahler. Das ist bedauerlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend: Die Diskussion heute Vormittag war gut. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) – Das ist mein Schlusssatz. Es zieht sich durch: Ob Grasser, ob Sobotka – Geld für Ihre eigenen Anliegen spielt keine Rolle, ob dubiose Vergaben oder Spekulationen – dieser Bundesregierung fehlt es leider an Respekt (Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen) gegenüber dem hart erarbeiteten Geld der Steuerzahler. Das ist bedauerlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Nicht neidig sein, Herr Kollege!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Neudeck. – Bitte. (Abg. Eder: Nicht neidig sein, Herr Kollege!)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Dass diese Anfrage nichts hergibt, hat Kollegin Bures jetzt bewiesen. Sie hat sehr vom Thema abschweifen müssen, um ihre Redezeit zu füllen, weil es zu diesem Thema nämlich gar nichts gibt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) – Ich sage es Ihnen, ich bin auch schon dabei, warten Sie ein bisschen, keine voreiligen Zwischenrufe!
Abg. Eder: Polizisten sind gut bezahlt?!
Sie wollen Privilegien fortschreiben, Förderungen für gut bezahlte Mieter (Abg. Eder: Polizisten sind gut bezahlt?!), denn es sind zum Großteil gut bezahlte Beamte, die dort wohnen. (Abg. Eder: Schau mal, wer drin wohnt!) Das aber nicht, weil Ihnen die Mieter am Herzen liegen, sondern weil es natürlich sehr angenehm ist, bei den Wohnungen am Vergabehebel zu sitzen, nachschauen zu können: Wer ist denn der Betreffende, was macht er, wie steht es mit dem Parteibuch?
Abg. Eder: Schau mal, wer drin wohnt!
Sie wollen Privilegien fortschreiben, Förderungen für gut bezahlte Mieter (Abg. Eder: Polizisten sind gut bezahlt?!), denn es sind zum Großteil gut bezahlte Beamte, die dort wohnen. (Abg. Eder: Schau mal, wer drin wohnt!) Das aber nicht, weil Ihnen die Mieter am Herzen liegen, sondern weil es natürlich sehr angenehm ist, bei den Wohnungen am Vergabehebel zu sitzen, nachschauen zu können: Wer ist denn der Betreffende, was macht er, wie steht es mit dem Parteibuch?
Abg. Eder: Das hat er doch eh gewusst!
Ihre Anfrage ist irgendwie ein bisschen hinter... – das sage ich jetzt nicht –, ein bisschen unfair. Hätte der Herr Bundesminister die Fragen 4 bis 9 beantworten können, dann hätte er sich ja die Berater ersparen können. Ich halte es für richtig, dass er sagt: Ich habe Berater und ... (Abg. Eder: Das hat er doch eh gewusst!) – Ihr arbeitet ständig mit denselben Unterstellungen. Kollegin Bures sagt, das seien „seine Berater“, aber nicht, weil er sie ausgewählt hat, sondern es soll so dargestellt werden ... (Zwischenruf des Abg. Eder.) – Ich kann jetzt nicht einen roten Finger nehmen, nur damit du glücklich bist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Ihre Anfrage ist irgendwie ein bisschen hinter... – das sage ich jetzt nicht –, ein bisschen unfair. Hätte der Herr Bundesminister die Fragen 4 bis 9 beantworten können, dann hätte er sich ja die Berater ersparen können. Ich halte es für richtig, dass er sagt: Ich habe Berater und ... (Abg. Eder: Das hat er doch eh gewusst!) – Ihr arbeitet ständig mit denselben Unterstellungen. Kollegin Bures sagt, das seien „seine Berater“, aber nicht, weil er sie ausgewählt hat, sondern es soll so dargestellt werden ... (Zwischenruf des Abg. Eder.) – Ich kann jetzt nicht einen roten Finger nehmen, nur damit du glücklich bist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ihre Anfrage ist irgendwie ein bisschen hinter... – das sage ich jetzt nicht –, ein bisschen unfair. Hätte der Herr Bundesminister die Fragen 4 bis 9 beantworten können, dann hätte er sich ja die Berater ersparen können. Ich halte es für richtig, dass er sagt: Ich habe Berater und ... (Abg. Eder: Das hat er doch eh gewusst!) – Ihr arbeitet ständig mit denselben Unterstellungen. Kollegin Bures sagt, das seien „seine Berater“, aber nicht, weil er sie ausgewählt hat, sondern es soll so dargestellt werden ... (Zwischenruf des Abg. Eder.) – Ich kann jetzt nicht einen roten Finger nehmen, nur damit du glücklich bist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist so, dass das nicht seine Berater sind, sondern von ihm ausgewählte Berater. Wenn ich die Zeitungen nicht so lese wie Sie, nämlich nur das Schlechte herauslese, dann weiß ich, dass das eine Video-Vergabe gewesen ist, bei der man genau hat verfolgen können, dass nichts „gedreht“ und niemand bevorzugt worden ist. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Wollen wir ja gar nicht!
Zeigen Sie einmal, wie Sie Gemeindewohnungen in Wien privatisieren (Abg. Eder: Wollen wir ja gar nicht!), um sie von der Vergabewillkür zu lösen, dann können Sie über dieses Thema weiter reden! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der övp.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der övp.
Zeigen Sie einmal, wie Sie Gemeindewohnungen in Wien privatisieren (Abg. Eder: Wollen wir ja gar nicht!), um sie von der Vergabewillkür zu lösen, dann können Sie über dieses Thema weiter reden! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der övp.)
Abg. Eder: Was hat das mit der BUWOG zu tun?
drei Jahren auf 2 Milliarden € zurückführen konnten. (Abg. Eder: Was hat das mit der BUWOG zu tun?) Das heißt, wir haben 4 Milliarden € Ihrer Schulden über eine sehr erfolgreiche Privatisierung zurückgeführt und wir haben gleichzeitig den Wert der Beteiligungen der ÖIAG von 2,2 Milliarden € auf 3,8 Milliarden € erhöht. So eine Privatisierungsinitiative lässt sich sehen. Man kann daran erkennen: Das ist im Interesse der österreichischen Bevölkerung, des Steuerzahlers und des Wirtschaftsstandortes. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Glauben Sie aber nur!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Glauben Sie aber nur!
drei Jahren auf 2 Milliarden € zurückführen konnten. (Abg. Eder: Was hat das mit der BUWOG zu tun?) Das heißt, wir haben 4 Milliarden € Ihrer Schulden über eine sehr erfolgreiche Privatisierung zurückgeführt und wir haben gleichzeitig den Wert der Beteiligungen der ÖIAG von 2,2 Milliarden € auf 3,8 Milliarden € erhöht. So eine Privatisierungsinitiative lässt sich sehen. Man kann daran erkennen: Das ist im Interesse der österreichischen Bevölkerung, des Steuerzahlers und des Wirtschaftsstandortes. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Glauben Sie aber nur!)
Abg. Eder: Die Mieter sagen das aber nicht, das sagen nur Sie!
Meine Damen und Herren! Wir gehen bei den Bundeswohnungen vor genau dem gleichen Hintergrund vor, in genau der gleichen Überzeugungslage, und wir sagen auch hier: Privat ist besser als der Staat. Wir versuchen, auf die Interessen der Arbeitnehmer in den einzelnen Gesellschaften einzugehen (Abg. Eder: Die Mieter sagen das aber nicht, das sagen nur Sie!), und wir versuchen, vor allem auch auf die Interessen der Mieter Rücksicht zu nehmen.
Abg. Eder: Wo? Wo sind bei der BUWOG Schulden?
Warum setzen wir diese Initiative? – Erstens: weil wir nach wie vor dazu stehen, dass die Schuldentilgung gut und wichtig ist, dass die Tilgung jener Schulden, die Sie uns in überbordender Weise hinterlassen haben (Abg. Eder: Wo? Wo sind bei der BUWOG Schulden?), ein wichtiges Anliegen für den Steuerzahler ist, weil jeder Euro, den wir an Zinsen zahlen müssen, eine rückwärts gerichtete, in die Vergangenheit gerichtete Investition ist und uns dadurch Potential für Zukunftsinvestitionen verloren geht. (Abg. Eder: Wo sind bei der BUWOG Schulden? Bitte konkrete Zahlen! – Abg. Bures: Die BUWOG hat keine Schulden!)
Abg. Eder: Wo sind bei der BUWOG Schulden? Bitte konkrete Zahlen! – Abg. Bures: Die BUWOG hat keine Schulden!
Warum setzen wir diese Initiative? – Erstens: weil wir nach wie vor dazu stehen, dass die Schuldentilgung gut und wichtig ist, dass die Tilgung jener Schulden, die Sie uns in überbordender Weise hinterlassen haben (Abg. Eder: Wo? Wo sind bei der BUWOG Schulden?), ein wichtiges Anliegen für den Steuerzahler ist, weil jeder Euro, den wir an Zinsen zahlen müssen, eine rückwärts gerichtete, in die Vergangenheit gerichtete Investition ist und uns dadurch Potential für Zukunftsinvestitionen verloren geht. (Abg. Eder: Wo sind bei der BUWOG Schulden? Bitte konkrete Zahlen! – Abg. Bures: Die BUWOG hat keine Schulden!)
Abg. Eder: Für wen? Für die Mieter oder für euch? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Wir machen es zweitens, meine sehr geehrten Damen und Herren, weil uns günstige Mieten in Österreich ein Anliegen sind, aber privates Eigentum noch besser ist als günstige Mieten. (Abg. Eder: Für wen? Für die Mieter oder für euch? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Bures: Kein einziger!
Meine Damen und Herren! Diese österreichische Bundesregierung war die erste österreichische Bundesregierung, die Mietern ihre Wohnungen zum Kauf angeboten hat. Wir haben gesagt, wir sind ein Freund von Privateigentum und wir wollen, dass die Mieter auch die Möglichkeit haben, dass die Mieter die Chance haben, Privateigentum zu erwerben. (Abg. Bures: Kein einziger!) Ich darf Ihnen sagen, dass wir gesellschaftspolitisch völlig im Trend liegen (Abg. Bures: Wie viele haben gefragt?), denn über 90 Prozent der österreichischen Bevölkerung wünschen sich laut aktuellen Umfragen eine Eigentumswohnung, ein Eigenheim, wünschen sich, in den eigenen vier Wänden zu wohnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Wie viele haben gefragt?
Meine Damen und Herren! Diese österreichische Bundesregierung war die erste österreichische Bundesregierung, die Mietern ihre Wohnungen zum Kauf angeboten hat. Wir haben gesagt, wir sind ein Freund von Privateigentum und wir wollen, dass die Mieter auch die Möglichkeit haben, dass die Mieter die Chance haben, Privateigentum zu erwerben. (Abg. Bures: Kein einziger!) Ich darf Ihnen sagen, dass wir gesellschaftspolitisch völlig im Trend liegen (Abg. Bures: Wie viele haben gefragt?), denn über 90 Prozent der österreichischen Bevölkerung wünschen sich laut aktuellen Umfragen eine Eigentumswohnung, ein Eigenheim, wünschen sich, in den eigenen vier Wänden zu wohnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Diese österreichische Bundesregierung war die erste österreichische Bundesregierung, die Mietern ihre Wohnungen zum Kauf angeboten hat. Wir haben gesagt, wir sind ein Freund von Privateigentum und wir wollen, dass die Mieter auch die Möglichkeit haben, dass die Mieter die Chance haben, Privateigentum zu erwerben. (Abg. Bures: Kein einziger!) Ich darf Ihnen sagen, dass wir gesellschaftspolitisch völlig im Trend liegen (Abg. Bures: Wie viele haben gefragt?), denn über 90 Prozent der österreichischen Bevölkerung wünschen sich laut aktuellen Umfragen eine Eigentumswohnung, ein Eigenheim, wünschen sich, in den eigenen vier Wänden zu wohnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Tun Sie es!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Damit ist der ideologische Unterschied sehr klar. Frau Abgeordnete Moser hat fairerweise gesagt, sie sei dafür, dass diese Wohnungen Mietwohnungen bleiben. Ich sage Ihnen ganz offen, ich bin dafür, dass man diese Wohnungen den Mietern zum Kauf angeboten hat (Abg. Bures: Tun Sie es!), weil für Eigentum ganz einfach spricht, dass die Dann-Eigentümer an der Wertsteigerung teilhaben können, dass es ein wirksames Produkt auch der Altersvorsorge ist (Abg. Bures: Kein einziger Mieter hat seine Wohnung gekauft!), dass es eine Frage der Sicherheit ist und dass es eine Frage auch der Unabhängigkeit ist. (Abg. Mag. Wurm: Sie verbreiten Ängste!) Daher ist diese Politik, Wahlmöglichkeiten aufzumachen, Chancen zu geben, den Mietern die Möglichkeit zu geben, zu kaufen, eine vom Grundsatz her sehr richtige Politik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Kein einziger Mieter hat seine Wohnung gekauft!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Damit ist der ideologische Unterschied sehr klar. Frau Abgeordnete Moser hat fairerweise gesagt, sie sei dafür, dass diese Wohnungen Mietwohnungen bleiben. Ich sage Ihnen ganz offen, ich bin dafür, dass man diese Wohnungen den Mietern zum Kauf angeboten hat (Abg. Bures: Tun Sie es!), weil für Eigentum ganz einfach spricht, dass die Dann-Eigentümer an der Wertsteigerung teilhaben können, dass es ein wirksames Produkt auch der Altersvorsorge ist (Abg. Bures: Kein einziger Mieter hat seine Wohnung gekauft!), dass es eine Frage der Sicherheit ist und dass es eine Frage auch der Unabhängigkeit ist. (Abg. Mag. Wurm: Sie verbreiten Ängste!) Daher ist diese Politik, Wahlmöglichkeiten aufzumachen, Chancen zu geben, den Mietern die Möglichkeit zu geben, zu kaufen, eine vom Grundsatz her sehr richtige Politik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Sie verbreiten Ängste!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Damit ist der ideologische Unterschied sehr klar. Frau Abgeordnete Moser hat fairerweise gesagt, sie sei dafür, dass diese Wohnungen Mietwohnungen bleiben. Ich sage Ihnen ganz offen, ich bin dafür, dass man diese Wohnungen den Mietern zum Kauf angeboten hat (Abg. Bures: Tun Sie es!), weil für Eigentum ganz einfach spricht, dass die Dann-Eigentümer an der Wertsteigerung teilhaben können, dass es ein wirksames Produkt auch der Altersvorsorge ist (Abg. Bures: Kein einziger Mieter hat seine Wohnung gekauft!), dass es eine Frage der Sicherheit ist und dass es eine Frage auch der Unabhängigkeit ist. (Abg. Mag. Wurm: Sie verbreiten Ängste!) Daher ist diese Politik, Wahlmöglichkeiten aufzumachen, Chancen zu geben, den Mietern die Möglichkeit zu geben, zu kaufen, eine vom Grundsatz her sehr richtige Politik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Damit ist der ideologische Unterschied sehr klar. Frau Abgeordnete Moser hat fairerweise gesagt, sie sei dafür, dass diese Wohnungen Mietwohnungen bleiben. Ich sage Ihnen ganz offen, ich bin dafür, dass man diese Wohnungen den Mietern zum Kauf angeboten hat (Abg. Bures: Tun Sie es!), weil für Eigentum ganz einfach spricht, dass die Dann-Eigentümer an der Wertsteigerung teilhaben können, dass es ein wirksames Produkt auch der Altersvorsorge ist (Abg. Bures: Kein einziger Mieter hat seine Wohnung gekauft!), dass es eine Frage der Sicherheit ist und dass es eine Frage auch der Unabhängigkeit ist. (Abg. Mag. Wurm: Sie verbreiten Ängste!) Daher ist diese Politik, Wahlmöglichkeiten aufzumachen, Chancen zu geben, den Mietern die Möglichkeit zu geben, zu kaufen, eine vom Grundsatz her sehr richtige Politik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Reheis: Das sagen Sie! Sie sagen unrichtige Dinge!
Frau Abgeordnete Bures! Da Sie es geschafft haben, in einer kurzen Rede sehr viele unrichtige Dinge zu sagen (Abg. Reheis: Das sagen Sie! Sie sagen unrichtige Dinge!), darf ich Sie in einigen Punkten korrigieren. (Abg. Bures: Sie haben die Wahrheit gepachtet!) – Wenn Sie zuhören, dann hören Sie, wie es richtig ist (Abg. Bures: Sie haben die Wahrheit gepachtet!), und dann können Sie es das nächste Mal besser machen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Sie haben die Wahrheit gepachtet!
Frau Abgeordnete Bures! Da Sie es geschafft haben, in einer kurzen Rede sehr viele unrichtige Dinge zu sagen (Abg. Reheis: Das sagen Sie! Sie sagen unrichtige Dinge!), darf ich Sie in einigen Punkten korrigieren. (Abg. Bures: Sie haben die Wahrheit gepachtet!) – Wenn Sie zuhören, dann hören Sie, wie es richtig ist (Abg. Bures: Sie haben die Wahrheit gepachtet!), und dann können Sie es das nächste Mal besser machen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Sie haben die Wahrheit gepachtet!
Frau Abgeordnete Bures! Da Sie es geschafft haben, in einer kurzen Rede sehr viele unrichtige Dinge zu sagen (Abg. Reheis: Das sagen Sie! Sie sagen unrichtige Dinge!), darf ich Sie in einigen Punkten korrigieren. (Abg. Bures: Sie haben die Wahrheit gepachtet!) – Wenn Sie zuhören, dann hören Sie, wie es richtig ist (Abg. Bures: Sie haben die Wahrheit gepachtet!), und dann können Sie es das nächste Mal besser machen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Frau Abgeordnete Bures! Da Sie es geschafft haben, in einer kurzen Rede sehr viele unrichtige Dinge zu sagen (Abg. Reheis: Das sagen Sie! Sie sagen unrichtige Dinge!), darf ich Sie in einigen Punkten korrigieren. (Abg. Bures: Sie haben die Wahrheit gepachtet!) – Wenn Sie zuhören, dann hören Sie, wie es richtig ist (Abg. Bures: Sie haben die Wahrheit gepachtet!), und dann können Sie es das nächste Mal besser machen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Zweieinhalb!
Sie haben gesagt, in drei Jahren sei keine einzige Wohnung verkauft worden. – Ich stelle fest: Erstens: Dieser Prozess dauert nicht drei Jahre. (Abg. Mag. Wurm: Zweieinhalb!) Zweitens: Es ist unrichtig. Wir haben mehrere hundert Wohnungen in dieser Zeit verkauft. (Abg. Bures: Keine einzige Wohnung! Keine einzige Wohnung haben Sie verkauft! Keine einzige!)
Abg. Bures: Keine einzige Wohnung! Keine einzige Wohnung haben Sie verkauft! Keine einzige!
Sie haben gesagt, in drei Jahren sei keine einzige Wohnung verkauft worden. – Ich stelle fest: Erstens: Dieser Prozess dauert nicht drei Jahre. (Abg. Mag. Wurm: Zweieinhalb!) Zweitens: Es ist unrichtig. Wir haben mehrere hundert Wohnungen in dieser Zeit verkauft. (Abg. Bures: Keine einzige Wohnung! Keine einzige Wohnung haben Sie verkauft! Keine einzige!)
die Abgeordneten Mag. Wurm und Eder: Die Steuerzahler!
Drittens: Sie haben gesagt, die Kosten dieses Verfahrens hätten die Mieter zu tragen. – Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Sie können sich vorstellen, dass wir größten Wert darauf legen, dass die Mieter selbstverständlich keinen Cent, keinen Euro dieser Kosten zu tragen haben. Ganz im Gegenteil (die Abgeordneten Mag. Wurm und Eder: Die Steuerzahler!): Die Mieten sind auf der Grundlage des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes und der jeweiligen Mietverträge festgelegt. Kein Euro, kein Cent wird da auf die Mieter umgelegt. Das ist uns wichtig, und das haben wir von Beginn an festgestellt (Abg. Mag. Wurm: Die Arbeiterkammer hat den Prozess geführt!), egal, wer diese Wohnungen kaufen wird.
Abg. Mag. Wurm: Die Arbeiterkammer hat den Prozess geführt!
Drittens: Sie haben gesagt, die Kosten dieses Verfahrens hätten die Mieter zu tragen. – Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Sie können sich vorstellen, dass wir größten Wert darauf legen, dass die Mieter selbstverständlich keinen Cent, keinen Euro dieser Kosten zu tragen haben. Ganz im Gegenteil (die Abgeordneten Mag. Wurm und Eder: Die Steuerzahler!): Die Mieten sind auf der Grundlage des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes und der jeweiligen Mietverträge festgelegt. Kein Euro, kein Cent wird da auf die Mieter umgelegt. Das ist uns wichtig, und das haben wir von Beginn an festgestellt (Abg. Mag. Wurm: Die Arbeiterkammer hat den Prozess geführt!), egal, wer diese Wohnungen kaufen wird.
Abg. Eder: Wie lange noch?
Meine Damen und Herren! Weil die Mieten in diesen Wohnungen zurzeit so günstig sind – wir verrechnen zurzeit im Schnitt 2,4 € pro Quadratmeter –, ist es für den jetzigen Mieter natürlich eine Überlegung wert, zu sagen: Bleibe ich in der Miete, oder investiere ich mein Kapital, damit ich dann auch Eigentümer dieser Wohnung bin? – Aber der Mieter hat die Möglichkeit, sich selbst zu entscheiden. Er hat die Wahlmöglichkeit (Abg. Eder: Wie lange noch?), entweder auf der Grundlage eines fairen Angebots zu kaufen oder aber in Miete zu bleiben. Ich glaube, dass diese Chance ein sehr wichtiger Punkt ist. Und der Mieter hat auch die Gewissheit – ich betone das heute zum wiederholten Male hier im Hohen Haus –, er kann ganz sicher sein, dass er definitiv keine Verschlechterung haben wird, auch wenn er diese Wohnung nicht kauft, weil natürlich auch weiterhin der Mietvertrag gilt (Abg. Eder: Aber für die Kinder nicht mehr!) und weil natürlich auch weiterhin das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz gilt. Das heißt, für den Mieter werden die sehr guten Konditionen, wie sie heute gelten, auch in Zukunft gelten. Dafür stehen wir, dafür treten wir ein. Das stellen wir selbstverständlich sicher. (Abg. Eder: Für die Kinder werden die Wohnungen dann erhöht!)
Abg. Eder: Aber für die Kinder nicht mehr!
Meine Damen und Herren! Weil die Mieten in diesen Wohnungen zurzeit so günstig sind – wir verrechnen zurzeit im Schnitt 2,4 € pro Quadratmeter –, ist es für den jetzigen Mieter natürlich eine Überlegung wert, zu sagen: Bleibe ich in der Miete, oder investiere ich mein Kapital, damit ich dann auch Eigentümer dieser Wohnung bin? – Aber der Mieter hat die Möglichkeit, sich selbst zu entscheiden. Er hat die Wahlmöglichkeit (Abg. Eder: Wie lange noch?), entweder auf der Grundlage eines fairen Angebots zu kaufen oder aber in Miete zu bleiben. Ich glaube, dass diese Chance ein sehr wichtiger Punkt ist. Und der Mieter hat auch die Gewissheit – ich betone das heute zum wiederholten Male hier im Hohen Haus –, er kann ganz sicher sein, dass er definitiv keine Verschlechterung haben wird, auch wenn er diese Wohnung nicht kauft, weil natürlich auch weiterhin der Mietvertrag gilt (Abg. Eder: Aber für die Kinder nicht mehr!) und weil natürlich auch weiterhin das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz gilt. Das heißt, für den Mieter werden die sehr guten Konditionen, wie sie heute gelten, auch in Zukunft gelten. Dafür stehen wir, dafür treten wir ein. Das stellen wir selbstverständlich sicher. (Abg. Eder: Für die Kinder werden die Wohnungen dann erhöht!)
Abg. Eder: Für die Kinder werden die Wohnungen dann erhöht!
Meine Damen und Herren! Weil die Mieten in diesen Wohnungen zurzeit so günstig sind – wir verrechnen zurzeit im Schnitt 2,4 € pro Quadratmeter –, ist es für den jetzigen Mieter natürlich eine Überlegung wert, zu sagen: Bleibe ich in der Miete, oder investiere ich mein Kapital, damit ich dann auch Eigentümer dieser Wohnung bin? – Aber der Mieter hat die Möglichkeit, sich selbst zu entscheiden. Er hat die Wahlmöglichkeit (Abg. Eder: Wie lange noch?), entweder auf der Grundlage eines fairen Angebots zu kaufen oder aber in Miete zu bleiben. Ich glaube, dass diese Chance ein sehr wichtiger Punkt ist. Und der Mieter hat auch die Gewissheit – ich betone das heute zum wiederholten Male hier im Hohen Haus –, er kann ganz sicher sein, dass er definitiv keine Verschlechterung haben wird, auch wenn er diese Wohnung nicht kauft, weil natürlich auch weiterhin der Mietvertrag gilt (Abg. Eder: Aber für die Kinder nicht mehr!) und weil natürlich auch weiterhin das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz gilt. Das heißt, für den Mieter werden die sehr guten Konditionen, wie sie heute gelten, auch in Zukunft gelten. Dafür stehen wir, dafür treten wir ein. Das stellen wir selbstverständlich sicher. (Abg. Eder: Für die Kinder werden die Wohnungen dann erhöht!)
Abg. Bures: Das Geld der Steuerzahler, die zahlen es!
Ich möchte auch entschieden zurückweisen, dass hier irgendwelche befreundeten Anwälte, Berater oder sonst irgendwelche Institutionen, Unternehmen oder Personen zum Zug kommen! Meine Damen und Herren, ich kenne weder die Universitätsprofessoren noch die Rechtsanwälte, noch habe ich Lehman Brothers vorher gekannt. Mir ist es überhaupt kein Anliegen, irgendjemandem irgendetwas zugute kommen zu lassen, sondern das beste Angebot, die beste Verkaufsmöglichkeit wird zum Zug kommen. So haben wir das Auswahlverfahren gemacht (Abg. Bures: Das Geld der Steuerzahler, die zahlen es!): mit einer Kommission, die objektiviert worden ist, und mit einem Preis, der im internationalen Vergleich sehr niedrig ist für das Produkt, das hier abgeliefert wird. Auch hier können Sie also sicher sein, dass erstens die Vorgangsweise rechtlich völlig in Ordnung ist (Abg. Bures: Es gibt eine Anzeige!), zweitens sparsam mit dem Geld des Steuerzahlers umgegangen wird, und drittens, dass es mit diesen Beratern eine hervorragende Lösung geben wird. (Abg. Bures: Es gibt eine Anzeige gegen Sie!)
Abg. Bures: Es gibt eine Anzeige!
Ich möchte auch entschieden zurückweisen, dass hier irgendwelche befreundeten Anwälte, Berater oder sonst irgendwelche Institutionen, Unternehmen oder Personen zum Zug kommen! Meine Damen und Herren, ich kenne weder die Universitätsprofessoren noch die Rechtsanwälte, noch habe ich Lehman Brothers vorher gekannt. Mir ist es überhaupt kein Anliegen, irgendjemandem irgendetwas zugute kommen zu lassen, sondern das beste Angebot, die beste Verkaufsmöglichkeit wird zum Zug kommen. So haben wir das Auswahlverfahren gemacht (Abg. Bures: Das Geld der Steuerzahler, die zahlen es!): mit einer Kommission, die objektiviert worden ist, und mit einem Preis, der im internationalen Vergleich sehr niedrig ist für das Produkt, das hier abgeliefert wird. Auch hier können Sie also sicher sein, dass erstens die Vorgangsweise rechtlich völlig in Ordnung ist (Abg. Bures: Es gibt eine Anzeige!), zweitens sparsam mit dem Geld des Steuerzahlers umgegangen wird, und drittens, dass es mit diesen Beratern eine hervorragende Lösung geben wird. (Abg. Bures: Es gibt eine Anzeige gegen Sie!)
Abg. Bures: Es gibt eine Anzeige gegen Sie!
Ich möchte auch entschieden zurückweisen, dass hier irgendwelche befreundeten Anwälte, Berater oder sonst irgendwelche Institutionen, Unternehmen oder Personen zum Zug kommen! Meine Damen und Herren, ich kenne weder die Universitätsprofessoren noch die Rechtsanwälte, noch habe ich Lehman Brothers vorher gekannt. Mir ist es überhaupt kein Anliegen, irgendjemandem irgendetwas zugute kommen zu lassen, sondern das beste Angebot, die beste Verkaufsmöglichkeit wird zum Zug kommen. So haben wir das Auswahlverfahren gemacht (Abg. Bures: Das Geld der Steuerzahler, die zahlen es!): mit einer Kommission, die objektiviert worden ist, und mit einem Preis, der im internationalen Vergleich sehr niedrig ist für das Produkt, das hier abgeliefert wird. Auch hier können Sie also sicher sein, dass erstens die Vorgangsweise rechtlich völlig in Ordnung ist (Abg. Bures: Es gibt eine Anzeige!), zweitens sparsam mit dem Geld des Steuerzahlers umgegangen wird, und drittens, dass es mit diesen Beratern eine hervorragende Lösung geben wird. (Abg. Bures: Es gibt eine Anzeige gegen Sie!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Allein wenn ich die verstaatlichte Industrie berücksichtige, muss ich feststellen, dass dort seit den achtziger Jahren in etwa 8 Milliarden € an Steuergeld hineingeflossen sind, und im gleichen Zeitraum sind mehr als 40 000 Arbeitsplätze verloren gegangen. – Das kann nicht die Politik einer Bundesregierung sein. Das ist nicht unsere Politik, sondern wir versuchen, Österreich wettbewerbsfähiger zu machen und auch die Voraussetzungen für mehr Arbeitsplätze zu schaffen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: „Super“! – Abg. Bures: Sand in die Augen zu streuen, das ist Ihr Ziel!
Uns ist es ein Anliegen, den Mietern Sicherheit zu geben, niedrige Mieten zu erhalten, ihnen die Chance zum Kauf zu geben und eine bestmögliche Verwertung dieses Vermögens für den österreichischen Steuerzahler durchzuführen. Damit werden wir erfolgreich sein. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: „Super“! – Abg. Bures: Sand in die Augen zu streuen, das ist Ihr Ziel!)
Abg. Brosz begibt sich, mit einem Buch in der Hand, zum Rednerpult. – Abg. Dr. Khol – auf Abg. Brosz weisend –: Er hat das Buch in der Hand! „Gemäß Paragraph ... nimmt ... die Anfragebeantwortung nicht zur Kenntnis“! – Abg. Scheibner – in Richtung des an das Rednerpult tretenden Abg. Brosz –: Das hätten Sie aber schon auswendig wissen können!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Brosz. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Brosz begibt sich, mit einem Buch in der Hand, zum Rednerpult. – Abg. Dr. Khol – auf Abg. Brosz weisend –: Er hat das Buch in der Hand! „Gemäß Paragraph ... nimmt ... die Anfragebeantwortung nicht zur Kenntnis“! – Abg. Scheibner – in Richtung des an das Rednerpult tretenden Abg. Brosz –: Das hätten Sie aber schon auswendig wissen können!)
Abg. Großruck: In der Regel!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister, ich möchte zunächst noch kurz auf den Zeitpunkt Ihrer Wortmeldung eingehen, da es offenbar eine beliebte Methode von Ihnen ist, sich immer am Schluss der Debatte zu melden, wozu Sie – ich habe mir die Geschäftsordnung mitgenommen – nach der Geschäftsordnung das Recht haben. Ich möchte Ihnen aber trotzdem aus dem Kommentar von Atzwanger und Zögernitz – der Ihnen ja zumindest momentan nicht so fern stehen sollte – zitieren, und darin heißt es, dass in der Regel nach dem Antragsteller (Abg. Großruck: In der Regel!) der zuständige Bundesminister in der Debatte zu Wort kommen sollte. (Ruf bei der ÖVP: Sollte!) Der Sinn dieser Bestimmung ist, dass man eine Debatte über die Begründung der Anfragebeantwortung und Ihre Wortmeldung durchführen kann. Wenn Sie sich jedes Mal zum Schluss melden, dann drehen Sie den Sinn um und maßregeln anschließend die Abgeordneten. Das kann wohl nicht der Sinn einer parlamentarischen Debatte sein! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Sollte!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister, ich möchte zunächst noch kurz auf den Zeitpunkt Ihrer Wortmeldung eingehen, da es offenbar eine beliebte Methode von Ihnen ist, sich immer am Schluss der Debatte zu melden, wozu Sie – ich habe mir die Geschäftsordnung mitgenommen – nach der Geschäftsordnung das Recht haben. Ich möchte Ihnen aber trotzdem aus dem Kommentar von Atzwanger und Zögernitz – der Ihnen ja zumindest momentan nicht so fern stehen sollte – zitieren, und darin heißt es, dass in der Regel nach dem Antragsteller (Abg. Großruck: In der Regel!) der zuständige Bundesminister in der Debatte zu Wort kommen sollte. (Ruf bei der ÖVP: Sollte!) Der Sinn dieser Bestimmung ist, dass man eine Debatte über die Begründung der Anfragebeantwortung und Ihre Wortmeldung durchführen kann. Wenn Sie sich jedes Mal zum Schluss melden, dann drehen Sie den Sinn um und maßregeln anschließend die Abgeordneten. Das kann wohl nicht der Sinn einer parlamentarischen Debatte sein! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister, ich möchte zunächst noch kurz auf den Zeitpunkt Ihrer Wortmeldung eingehen, da es offenbar eine beliebte Methode von Ihnen ist, sich immer am Schluss der Debatte zu melden, wozu Sie – ich habe mir die Geschäftsordnung mitgenommen – nach der Geschäftsordnung das Recht haben. Ich möchte Ihnen aber trotzdem aus dem Kommentar von Atzwanger und Zögernitz – der Ihnen ja zumindest momentan nicht so fern stehen sollte – zitieren, und darin heißt es, dass in der Regel nach dem Antragsteller (Abg. Großruck: In der Regel!) der zuständige Bundesminister in der Debatte zu Wort kommen sollte. (Ruf bei der ÖVP: Sollte!) Der Sinn dieser Bestimmung ist, dass man eine Debatte über die Begründung der Anfragebeantwortung und Ihre Wortmeldung durchführen kann. Wenn Sie sich jedes Mal zum Schluss melden, dann drehen Sie den Sinn um und maßregeln anschließend die Abgeordneten. Das kann wohl nicht der Sinn einer parlamentarischen Debatte sein! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
In diesem Sinne kann ich Ihnen die spitze Bemerkung, die Sie zu Kollegin Bures gemacht haben, nur zurückgeben: Machen Sie es das nächste Mal besser und melden Sie sich bitte so, wie es an sich auch in der Präsidiale gedacht war. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Kößl: ... im vorigen Jahrhundert! Die Wohnungen sind vor 30 Jahren gebaut worden!
Nun zum Inhalt Ihres Redebeitrags. Ich weiß nicht, ich komme mir etwas merkwürdig vor, wenn Sie, wenn wir von Wohnungen sprechen, zunächst einmal erklären, wie sinnhaft der Verkauf und die Privatisierung der ÖIAG sind. Ich habe nicht gewusst, dass Wohnungen Unternehmen sind. Es hatte wohl einen anderen Hintergrund, warum es Wohnungen im staatlichen, im öffentlichen Eigentum gegeben hat. Ich habe von Ihrer Seite so etwas wie das Wort „sozialer Wohnbau“ überhaupt noch nicht wahrgenommen und frage mich, ob wir überhaupt auf der gleichen Basis diskutieren. Es war ja nicht der Sinn der Sache, dass der Staat oder öffentliche Institutionen Gewinne mit Wohnungen machen wollten, sondern es ist darum gegangen, den Menschen in diesem Land – auch jenen, die es sich nicht leisten können – einen Wohnbau zukommen zu lassen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Kößl: ... im vorigen Jahrhundert! Die Wohnungen sind vor 30 Jahren gebaut worden!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Offenbar haben wir hier wirklich einen völlig unterschiedlichen Zugang. Man kann natürlich darüber diskutieren, ob es der Bund sein muss, der als Eigentümer auftritt – da gebe ich Ihnen schon Recht: darüber kann man diskutieren, wer einen sozialen Wohnbau gewährleisten soll –, aber vielleicht sollten wir uns zumindest noch darauf einigen können, dass so etwas in Österreich nach wie vor notwendig ist. Ihre Position, zu sagen, 90 Prozent wollen ohnedies eine Eigentumswohnung und damit ist jede staatliche Verantwortung nicht mehr notwendig, wird im Wohnbau zu einer wirklichen sozialen Schlechterstellung führen, und dafür tragen Sie auch die Verantwortung. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Bures: Kein Respekt vor dem Parlament!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Der Herr Bundesminister hat mich um eine Klarstellung gebeten, ob gegen irgendeine Bestimmung der Geschäftsordnung verstoßen wurde. Das ist nicht der Fall. Es gibt keinen zwingenden Tatbestand, in welchem Teil der Debatte man sich zu Wort meldet, unbeschadet der Frage, dass es diesbezüglich unterschiedliche Praktiken gibt. (Abg. Bures: Kein Respekt vor dem Parlament!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich darf noch kurz an die vorige Debatte anschließen, weil der Herr Bundesminister in seinen Ausführungen von erfolgreichen Privatisierungen gesprochen hat, und ich muss sagen: Davon hat Österreich noch nicht viel bemerkt! Ich denke dabei nur etwa an die wirklich dramatische Unterdotierung der UMTS-Lizenzen, die weniger Ertrag gebracht haben als das GSM-Netz, was ein total atypischer Zustand war, eine Situation, die wirklich dramatisch gewesen ist und bei der wirklich von einem politischen Versagen dieser Bundesregierung gesprochen werden muss. Ich denke aber auch an die ATW, die, wenn man den Wert dieser Firma nach Shareholder-Regeln definiert, um ungefähr drei Achtel oder drei Siebentel – wenn man großzügig ist – des wahren Wertes an die Investoren ergangen ist. Ich glaube, da kann man wirklich nicht von erfolgreicher Privatisierungspolitik reden! Wir jedenfalls finden Privatisierungspolitik dann erfolgreich und gut, wenn sie den bestmöglichen Ertrag für den Staat und für die Steuerzahler ergibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Posch: Das war eine Lachnummer! Das war eine Anleihe bei Charlie Chaplin! Da hat er den „Großen Diktator“ gesehen!
Im Jahr 2001 ertönte am 18. Oktober die große Frohbotschaft – jeder wird es noch in Erinnerung haben –: „Ein guter Tag beginnt mit einem sanierten Budget.“ – Sie haben damit das Doppelbudget 2001/2002 gemeint. – Dazu kann man sagen, das war auch noch eine optimistische Version. Ist ja in Ordnung. Jeder versucht, seine Ware bestmöglich zu verkaufen. (Abg. Mag. Posch: Das war eine Lachnummer! Das war eine Anleihe bei Charlie Chaplin! Da hat er den „Großen Diktator“ gesehen!)
Abg. Ellmauer: Zusätzlich!
Lassen Sie mich aber auch noch einen Satz zum Thema Forschung und Entwicklung sagen! Es wird in der Regierungserklärung nur kurz und lapidar erwähnt, dass weitere 600 Millionen € an Sondermitteln im Laufe der Legislaturperiode zur Verfügung gestellt werden sollen. (Abg. Ellmauer: Zusätzlich!) – Nun ja, darüber hinaus muss man auch noch kritisieren, dass das Ziel, 2,5 Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung auszugeben, nicht mehr für 2005, sondern jetzt für 2006 prognostiziert ist.
Beifall bei der SPÖ.
Ich appelliere daher an Sie, nicht weiter an der Schraube nach unten zu drehen, sondern die Top-Einrichtungen – mit denen Österreich auch auf internationaler Basis wirklich ein Top-Niveau einnehmen kann – entsprechend zu unterstützen und die Rahmenbedingungen dafür aufzubereiten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Der Redner überreicht Bundesminister Mag. Grasser den erwähnten Brief.
Ich glaube, dass die sozialdemokratischen Ideen noch viel stärker einfließen müssen, damit die Pensionen wirklich nachhaltig gesichert werden können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Der Redner überreicht Bundesminister Mag. Grasser den erwähnten Brief.)
Abg. Dr. Niederwieser: Zahlt ihr nichts ab, oder was?
Herr Kollege Matznetter, der soeben in den Saal eilt – danke vielmals! –, hat zwar versucht, allein mit der Kennzahl der Staatsverschuldung nachzuweisen, dass diese neuorientierte Finanzpolitik nicht so erfolgreich war, wie wir das darstellen. Herr Kollege Matznetter hat dabei wider besseres Wissen gesprochen, denn er weiß natürlich, dass 7 Milliarden € pro Jahr allein an Zinsen für die alten Schulden anfallen und daher schon allein deshalb die Staatsverschuldung jedes Jahr automatisch ansteigen muss, weil eben die Zinsen der Altschulden zusätzlich jedes Jahr dazukommen. (Abg. Dr. Niederwieser: Zahlt ihr nichts ab, oder was?)
Abg. Reheis: Das ist äußerst „witzig“, Herr Kollege! Äußerst „witzig“!
das heißen soll (Abg. Reheis: Das ist äußerst „witzig“, Herr Kollege! Äußerst „witzig“!) – für das Jahr 1999 und dem vorläufig letzten Budget des Finanzministers Grasser für das Jahr 2002.
Abg. Dr. Matznetter: ...! Das ist die Wahrheit!
Im Jahr 1999 betrug das Nettodefizit bei Herrn Finanzminister Edlinger 2,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, im Vorjahr betrug die gleiche Kennzahl 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Differenz ist bekanntlich nach Adam Riese, Herr Kollege Matznetter, 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das heißt, das Nettodefizit wurde um 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verringert, was immerhin ein Betrag von ungefähr 3,5 Milliarden € ist. (Abg. Dr. Matznetter: ...! Das ist die Wahrheit!)
Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Matznetter: Aber im Jahr 2001 betrug sie viel mehr!
Jetzt sagen Sie, das sei alles nur einnahmenseitig entstanden. Daher nehmen wir eine zweite Kennzahl her: die Steuer- und Abgabenquote. Sie betrug unter Finanzminister Edlinger im Jahr 1999 44,4 Prozent und betrug im Vorjahr 44,6 Prozent. Das ist nach Adam Riese eine Differenz von 0,2 Prozent. (Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Matznetter: Aber im Jahr 2001 betrug sie viel mehr!)
Abg. Dr. Matznetter: Er hat es nicht eingehalten!
Herr Kollege Matznetter! Wenn das Nettodefizit um 1,7 Prozent geringer ist, einnahmenseitig aber nur 0,2 Prozent dazugekommen sind, heißt das nach Adam Riese 1,5 Prozent des BIP waren ausgabenseitige Maßnahmen. Das ist der Erfolg von Finanzminister Grasser. (Abg. Dr. Matznetter: Er hat es nicht eingehalten!) Das ist der Erfolg der neuen Budget- und Finanzpolitik dieser und der vorigen Bundesregierung, Herr Kollege Matznetter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Kollege Matznetter! Wenn das Nettodefizit um 1,7 Prozent geringer ist, einnahmenseitig aber nur 0,2 Prozent dazugekommen sind, heißt das nach Adam Riese 1,5 Prozent des BIP waren ausgabenseitige Maßnahmen. Das ist der Erfolg von Finanzminister Grasser. (Abg. Dr. Matznetter: Er hat es nicht eingehalten!) Das ist der Erfolg der neuen Budget- und Finanzpolitik dieser und der vorigen Bundesregierung, Herr Kollege Matznetter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter: Präsident Fiedler hat gesagt, ...!
Ich diskutiere mit Ihnen nicht polemisch, ich lege die konkreten Fakten auf den Tisch. Sie werden sich schwer tun, diese Fakten zu widerlegen, denn sie sind überall nachlesbar: beim Wirtschaftsforschungsinstitut oder bei der Statistik Austria. Es gab einen ausgabenseitigen Erfolg im Ausmaß von 1,5 Prozent des BIP. (Abg. Dr. Matznetter: Präsident Fiedler hat gesagt, ...!) 0,2 Prozent – richtig! – waren einnahmenseitig.
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.
Herr Kollege Matznetter! Ich weiß, in der Opposition geht das. Ich hoffe nur sehr, dass Sie nie in die Lage kommen, Regierungsverantwortung zu übernehmen, denn dabei täten Sie sich sehr schwer. Da müssen Sie nämlich im Interesse der Seriosität zu Ihren Steuervorschlägen auch ausgabenseitige Vorschläge machen. Diese sind Sie uns heute leider schuldig geblieben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher werden Sie verstehen, dass wir die Steuerreform nicht als Flickwerk beschließen wollen. Wir werden hier den Vorschlag für ein Doppelbudget 2003/2004 mit der ersten Etappe einer Steuerreform machen. Dann werden wir sehen, ob Sie zustimmen, denn dann sind beide Seiten der Bilanz enthalten – Einnahmenseite und Ausgabenseite. Und dann kommt für Sie die Stunde der Wahrheit. Ich freue mich schon darauf. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Unter so genannten normalen Umständen ist die Lebenssituation für diese Initiativen schon ziemlich schwierig. Sie haben immer nur ein jährliches Budget, weil Sie es nämlich nicht zusammenbringen, ihnen zumindest ein zweijähriges Budget zu geben. Von einem längeren Budget rede ich ja schon gar nicht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Sie sollten sich vor Augen führen, dass es nicht nur um Mittel für die allgemeine politische Arbeit geht, sondern dass es zum Beispiel auch um Personalkosten geht, die langfristig festgelegt sind, wo Sie sich alle miteinander bedanken würden, wenn Sie von einem Monat auf den anderen nicht wüssten, ob Sie Ihr Geld bekommen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Stimmt ja nicht!
Ich möchte betreffend diese Ermessensausgaben an einem Beispiel zeigen, wie weit sich dieses Budget und auch die Kürzung der Ermessensausgaben strukturverfestigend im negativen Sinn auswirken. Sie haben wahrscheinlich gestern die neue Studie des Wifo gelesen, in der das Kindergeld bewertet worden ist und sich herausgestellt hat, dass zumindest jetzt in der Anfangsphase mit dem Kindergeld ein wesentliches Ziel, das Sie selber definiert haben, nicht erreicht wurde, nämlich die Erhöhung der Beschäftigungsquote der Frauen mit kleinen Kindern. Zugleich kürzen Sie eben genau bei den Ermessensausgaben Mittel für Initiativen, die die Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt wieder unterstützen sollen. (Abg. Steibl: Stimmt ja nicht!)
Abg. Steibl: Das meine ich auch!
Das heißt, auf der einen Seite haben Sie eine Maßnahme gesetzt, die zwar schon auch positive Auswirkungen (Abg. Steibl: Das meine ich auch!) in der Erweiterung des Bezieherinnenkreises hat, aber im Hinblick auf die Beschäftigungsquote der Frauen wirkt sie sich auf der anderen
Abg. Steibl: Das stimmt ja nicht! Es ist die Zuverdienstgrenze angehoben worden!
Seite negativ aus. (Abg. Steibl: Das stimmt ja nicht! Es ist die Zuverdienstgrenze angehoben worden!) Zugleich machen Sie mit der Senkung der Ermessenausgaben allen Initiativen das Leben schwer, die versuchen, genau solchen Frauen die Integration auf dem Arbeitsmarkt wieder zu ermöglichen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Seite negativ aus. (Abg. Steibl: Das stimmt ja nicht! Es ist die Zuverdienstgrenze angehoben worden!) Zugleich machen Sie mit der Senkung der Ermessenausgaben allen Initiativen das Leben schwer, die versuchen, genau solchen Frauen die Integration auf dem Arbeitsmarkt wieder zu ermöglichen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
An der Kürzung der Ermessensausgaben zeigt sich auch, dass Ihr angebliches Ziel der Steigerung der Erwerbsquote von Frauen nicht mehr als ein Lippenbekenntnis ist. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
So ersparen wir letzten Endes dem Steuerzahler mehr als 12 Millionen € täglich und gewährleisten auch – und ich glaube, das ist auch ganz wichtig – den Ministerien die Möglichkeit, die Projekte rasch anzugehen und voranzutreiben – wenn man weiß, dass viele gute Projekte auf dem Tisch liegen und die Beamten eigentlich nur darauf warten, sozusagen auf Knopfdruck all diese Projekte in Angriff nehmen zu können. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Die ist doch so selten irgendwo!
Wir sind aber sehr froh, dass es auch in der abgelaufenen Legislaturperiode trotz eines restriktiven Budgetkurses und trotz des Hochwassers möglich war, zwei große allumfassende Konjunkturpakete zu beschließen. Ich erwähne das deshalb, weil ich gestern die Wahl kämpfende Landesrätin Onodi aus Niederösterreich gesehen habe (Abg. Scheibner: Die ist doch so selten irgendwo!), die von Betrieb zu Betrieb geht und sagt: Wir brauchen dringend einen Lehrlingsfonds, denn die Betriebe müssen entlastet werden, wenn sie Lehrlinge ausbilden!
Abg. Parnigoni: Liebe Kollegin Rossmann! Sie haben das nicht verstanden!
Da frage ich mich schon: Haut die Information zwischen der SPÖ-Bundesfraktion hier und der Landesfraktion in Niederösterreich nicht hin? – Es gibt ein allumfassendes Konjunkturpaket mit 1 000 € pro Lehrling; für jeden Lehrling im Betrieb gibt es 1 000 €. Wenn das keine Entlastung ist, was dann? (Abg. Parnigoni: Liebe Kollegin Rossmann! Sie haben das nicht verstanden!) – Ich weiß schon, Sie wollen einen Fonds, bei dem die bestraft werden und einzahlen müssen, die keine Lehrlinge ausbilden. (Abg. Parnigoni: Sie wissen gar nicht, worum es geht! Das haben Sie nicht verstanden!) – Ich habe das schon verstanden, aber wir gehen den anderen Weg, nämlich ohne Bestrafung und ausschließlich über Anreize zu wirken. Ich meine, das ist der sinnvollere Weg! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Sie wissen gar nicht, worum es geht! Das haben Sie nicht verstanden!
Da frage ich mich schon: Haut die Information zwischen der SPÖ-Bundesfraktion hier und der Landesfraktion in Niederösterreich nicht hin? – Es gibt ein allumfassendes Konjunkturpaket mit 1 000 € pro Lehrling; für jeden Lehrling im Betrieb gibt es 1 000 €. Wenn das keine Entlastung ist, was dann? (Abg. Parnigoni: Liebe Kollegin Rossmann! Sie haben das nicht verstanden!) – Ich weiß schon, Sie wollen einen Fonds, bei dem die bestraft werden und einzahlen müssen, die keine Lehrlinge ausbilden. (Abg. Parnigoni: Sie wissen gar nicht, worum es geht! Das haben Sie nicht verstanden!) – Ich habe das schon verstanden, aber wir gehen den anderen Weg, nämlich ohne Bestrafung und ausschließlich über Anreize zu wirken. Ich meine, das ist der sinnvollere Weg! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da frage ich mich schon: Haut die Information zwischen der SPÖ-Bundesfraktion hier und der Landesfraktion in Niederösterreich nicht hin? – Es gibt ein allumfassendes Konjunkturpaket mit 1 000 € pro Lehrling; für jeden Lehrling im Betrieb gibt es 1 000 €. Wenn das keine Entlastung ist, was dann? (Abg. Parnigoni: Liebe Kollegin Rossmann! Sie haben das nicht verstanden!) – Ich weiß schon, Sie wollen einen Fonds, bei dem die bestraft werden und einzahlen müssen, die keine Lehrlinge ausbilden. (Abg. Parnigoni: Sie wissen gar nicht, worum es geht! Das haben Sie nicht verstanden!) – Ich habe das schon verstanden, aber wir gehen den anderen Weg, nämlich ohne Bestrafung und ausschließlich über Anreize zu wirken. Ich meine, das ist der sinnvollere Weg! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Wie viele Lehrlinge wurden mit der „allumfassenden Qualitätsoffensive“ aufgenommen?
immerhin 600 Millionen €. (Abg. Gradwohl: Wie viele Lehrlinge wurden mit der „allumfassenden Qualitätsoffensive“ aufgenommen?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir werden ganz strikt an unserem vereinbarten Regierungsübereinkommen festhalten, erwarten das selbstverständlich auch vom Finanzminister, und vor allem, dass es in diese Richtung keinerlei missverständliche Äußerungen mehr gibt, weil das natürlich zu einer Verunsicherung der Wähler geführt hat, aber auch jedes Konsumenten, denn die Leute warten jetzt auf solch eine Entlastung. – Danke sehr. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Hans Moser (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Was heute an Zahlen geliefert wurde – an unterschiedlichen Zahlen! –, warum dieses gesetzliche Budgetprovisorium kommen soll, das ist wirklich unglaublich! Ich habe mitgeschrieben: Von 15 Millionen € bis 80 Millionen € war die Rede – eine unglaubliche Schwankungsbreite, aber das sind wir ja gewohnt, wenn wir mit Budgetzahlen von Bundesminister Grasser konfrontiert werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Das glauben Sie aber selbst nicht ganz!
Da besteht also tiefes Unbehagen, tiefes Misstrauen in die Zukunft dieser Regierung. Daher glaube ich auch, dass dieses gesetzliche Provisorium der Grund dafür ist, um hier schon vorbereitend auf nächste Schritte agieren zu können. (Abg. Mag. Molterer: Das glauben Sie aber selbst nicht ganz!)
Beifall bei der SPÖ.
Was braucht aber Österreich in der jetzigen Zeit? – Ich glaube – und das ist heute mehrfach angesprochen worden –, Österreich braucht eine Ankurbelung der Wirtschaft, es braucht nicht eine Fortsetzung des restriktiven Budgetkurses oder ein Fortwursteln auf der bisherigen Ebene. Das ist der verkehrte Weg, den wir sicherlich nicht unterstützen können! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen wesentlichen Punkt hinweisen. Ich habe mir den Arbeitsmarkt genau angeschaut. In der öffentlichen Diskussion wurde – auch heute wieder – immer nur die Arbeitslosenrate angesprochen. Wesentlich – und das weiß ich aus meiner langjährigen Berufserfahrung in diesem Bereich – ist ja, wie viele Arbeitslose auf eine offene Stelle kommen. Diese Kennziffer hat sich seit dem Jahr 2000 von fünf Arbeitslosen auf eine offene Stelle auf zehn Arbeitslose auf eine offene Stelle erhöht, sie hat sich also verdoppelt. Und das ist die eigentliche Dramatik, denn hier fehlen ganz deutlich Arbeitsplätze! Da muss man eigentlich eingreifen – und nicht hinten herum versuchen, fingierte Budgets zu starten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein letzter Punkt: Herr Minister, ich fürchte, dass Sie mit der Budgetpolitik, die Sie hier betreiben, in die Geschichte als Pate des Stillstands der wirtschaftlichen Entwicklung Österreichs eingehen werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer
Ich hätte eine Anregung für den Klub der Sozialdemokraten – Josef Cap ist zwar nicht mehr im Saal, aber ich bitte Sie als Stellvertreterin des Vorsitzenden, Frau Abgeordnete Prammer, ihm das auszurichten (Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer) – betreffend die nächsten Themen für die Aktuelle Stunde. Sie haben sich heute mit niederösterreichischen Fragen auseinander ge-
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
setzt, und ich möchte kurz zwei Themen aufzeigen, anhand derer Sie in der nächsten Aktuellen Stunde Wiener Fragen ansprechen können, weil ich meine, dass das wesentlich wichtiger ist. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Abg. Gradwohl: Herr Kollege! Nur zum besseren Verständnis: Beschließt jetzt Wien ein Budgetprovisorium oder diese Regierung?
Wenn wir über die Budget- und Wirtschaftspolitik in diesem Land sprechen, sollten wir uns auch die Arbeitslosenzahlen anschauen. Wir müssen beklagen – das ist sicher auch für Kollegen Eder schlimm (Abg. Gradwohl: Herr Kollege! Nur zum besseren Verständnis: Beschließt jetzt Wien ein Budgetprovisorium oder diese Regierung?) –, dass Wien das Schlusslicht in der Arbeitsplatzstatistik ist, dann kommen das Burgenland und Kärnten. (Abg. Eder: Wie viele Niederösterreicher arbeiten in Wien?)
Abg. Eder: Wie viele Niederösterreicher arbeiten in Wien?
Wenn wir über die Budget- und Wirtschaftspolitik in diesem Land sprechen, sollten wir uns auch die Arbeitslosenzahlen anschauen. Wir müssen beklagen – das ist sicher auch für Kollegen Eder schlimm (Abg. Gradwohl: Herr Kollege! Nur zum besseren Verständnis: Beschließt jetzt Wien ein Budgetprovisorium oder diese Regierung?) –, dass Wien das Schlusslicht in der Arbeitsplatzstatistik ist, dann kommen das Burgenland und Kärnten. (Abg. Eder: Wie viele Niederösterreicher arbeiten in Wien?)
Abg. Gradwohl: Und was hat das mit dem Budgetprovisorium zu tun?
Jetzt möchte ich nur darauf hinweisen, damit Sie sehen ... (Abg. Gradwohl: Und was hat das mit dem Budgetprovisorium zu tun?) – Ich sage es Ihnen gleich, Herr Kollege, und Sie werden entsetzt sein, wenn Sie hören, wie in Wien die Kollegen Ihrer Fraktion arbeiten. (Abg. Gradwohl: Erzählen Sie über das Budgetprovisorium! Aber zu dem haben Sie noch kein Wort verloren! Hinter Ihnen sitzt der Finanzminister!) Lassen Sie mich ausreden, denn Geldvernichtung passiert auch in Wien, und ich möchte darauf hinweisen, was dort passiert ist.
Abg. Gradwohl: Erzählen Sie über das Budgetprovisorium! Aber zu dem haben Sie noch kein Wort verloren! Hinter Ihnen sitzt der Finanzminister!
Jetzt möchte ich nur darauf hinweisen, damit Sie sehen ... (Abg. Gradwohl: Und was hat das mit dem Budgetprovisorium zu tun?) – Ich sage es Ihnen gleich, Herr Kollege, und Sie werden entsetzt sein, wenn Sie hören, wie in Wien die Kollegen Ihrer Fraktion arbeiten. (Abg. Gradwohl: Erzählen Sie über das Budgetprovisorium! Aber zu dem haben Sie noch kein Wort verloren! Hinter Ihnen sitzt der Finanzminister!) Lassen Sie mich ausreden, denn Geldvernichtung passiert auch in Wien, und ich möchte darauf hinweisen, was dort passiert ist.
Abg. Gradwohl: Und wo steht das im Budgetprovisorium?
Lassen Sie mich feststellen, dass dieser Fonds mit 32 Mitarbeitern und einem Budget von 64 Millionen Schilling geschaffen wurde. Heute hat er 219 Mitarbeiter und 325 Millionen Schilling. (Abg. Gradwohl: Und wo steht das im Budgetprovisorium?) Und in der Zwischenzeit – das ist die Dramatik; lenken Sie nicht ab, Herr Kollege (ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Gradwohl: Ich spreche von der Tagesordnung, Herr Kollege!) – ist in Wien die Arbeitslosigkeit gestiegen und die Zahl der Beschäftigten zurückgegangen. Das ist die Wirtschaftspolitik der Sozialdemokratie, da kann Herr Kollege Matznetter sagen, was er will! Er sagt im Ausschuss sehr oft das Gleiche, es wird nur nicht richtiger. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Gradwohl: Ich spreche von der Tagesordnung, Herr Kollege!
Lassen Sie mich feststellen, dass dieser Fonds mit 32 Mitarbeitern und einem Budget von 64 Millionen Schilling geschaffen wurde. Heute hat er 219 Mitarbeiter und 325 Millionen Schilling. (Abg. Gradwohl: Und wo steht das im Budgetprovisorium?) Und in der Zwischenzeit – das ist die Dramatik; lenken Sie nicht ab, Herr Kollege (ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Gradwohl: Ich spreche von der Tagesordnung, Herr Kollege!) – ist in Wien die Arbeitslosigkeit gestiegen und die Zahl der Beschäftigten zurückgegangen. Das ist die Wirtschaftspolitik der Sozialdemokratie, da kann Herr Kollege Matznetter sagen, was er will! Er sagt im Ausschuss sehr oft das Gleiche, es wird nur nicht richtiger. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Lassen Sie mich feststellen, dass dieser Fonds mit 32 Mitarbeitern und einem Budget von 64 Millionen Schilling geschaffen wurde. Heute hat er 219 Mitarbeiter und 325 Millionen Schilling. (Abg. Gradwohl: Und wo steht das im Budgetprovisorium?) Und in der Zwischenzeit – das ist die Dramatik; lenken Sie nicht ab, Herr Kollege (ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Gradwohl: Ich spreche von der Tagesordnung, Herr Kollege!) – ist in Wien die Arbeitslosigkeit gestiegen und die Zahl der Beschäftigten zurückgegangen. Das ist die Wirtschaftspolitik der Sozialdemokratie, da kann Herr Kollege Matznetter sagen, was er will! Er sagt im Ausschuss sehr oft das Gleiche, es wird nur nicht richtiger. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Gradwohl: Aber nicht im Rahmen des Budgetprovisoriums 2003!
Die Privatisierung der CA stand an, meine Damen und Herren, und sie wurde hier in diesem Hohen Haus diskutiert. (Abg. Gradwohl: Aber nicht im Rahmen des Budgetprovisoriums 2003!) Und ich möchte einen Satz zitieren, der in diesem Hohen Haus am 14. Jänner 1997 von meinem Kollegen Günter Stummvoll gesagt wurde (Abg. Gradwohl: Kein einziges Wort zum Budgetprovisorium, Herr Klubobmann Molterer!) – das sage ich deshalb, weil Herr Kollege Matznetter und andere Freunde Ihrer Fraktion meinen, all das, was in wirtschaftspolitischer Hinsicht passiert ist – und das fließt auch in Budgets ein –, sei unter der Verantwortung der ÖVP geschehen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.)
Abg. Gradwohl: Kein einziges Wort zum Budgetprovisorium, Herr Klubobmann Molterer!
Die Privatisierung der CA stand an, meine Damen und Herren, und sie wurde hier in diesem Hohen Haus diskutiert. (Abg. Gradwohl: Aber nicht im Rahmen des Budgetprovisoriums 2003!) Und ich möchte einen Satz zitieren, der in diesem Hohen Haus am 14. Jänner 1997 von meinem Kollegen Günter Stummvoll gesagt wurde (Abg. Gradwohl: Kein einziges Wort zum Budgetprovisorium, Herr Klubobmann Molterer!) – das sage ich deshalb, weil Herr Kollege Matznetter und andere Freunde Ihrer Fraktion meinen, all das, was in wirtschaftspolitischer Hinsicht passiert ist – und das fließt auch in Budgets ein –, sei unter der Verantwortung der ÖVP geschehen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.
Die Privatisierung der CA stand an, meine Damen und Herren, und sie wurde hier in diesem Hohen Haus diskutiert. (Abg. Gradwohl: Aber nicht im Rahmen des Budgetprovisoriums 2003!) Und ich möchte einen Satz zitieren, der in diesem Hohen Haus am 14. Jänner 1997 von meinem Kollegen Günter Stummvoll gesagt wurde (Abg. Gradwohl: Kein einziges Wort zum Budgetprovisorium, Herr Klubobmann Molterer!) – das sage ich deshalb, weil Herr Kollege Matznetter und andere Freunde Ihrer Fraktion meinen, all das, was in wirtschaftspolitischer Hinsicht passiert ist – und das fließt auch in Budgets ein –, sei unter der Verantwortung der ÖVP geschehen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Tagesordnungspunkt „Budgetprovisorium“ in den Mund!) Der Kurs, Herr Kollege, liegt momentan bei 200 000 €. Das heißt, 1,5 Milliarden € sind da verspielt worden, und niemand von Ihrer Fraktion findet es der Mühe wert, eine Aktuelle Stunde zu diesem Thema zu machen und zu fragen, warum da 1,5 Milliarden € verspielt wurden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Gradwohl: Und jetzt kommen Sie bestimmt glasklar zum Budgetprovisorium!
Ich meine, im Rahmen einer Budgetdebatte muss man darauf hinweisen (Abg. Gradwohl: Und jetzt kommen Sie bestimmt glasklar zum Budgetprovisorium!), denn Ihre wirtschaftspolitischen Ansätze sind so, dass man davon ausgehen kann, dass es dazu kommt, dass Sie keine Privatisierung wollen – Herr Ing. Gartlehner hat eindrucksvoll davon gesprochen. Gleichzeitig weise ich darauf hin, dass die Bank Austria-CA eine dramatische Entwicklung genommen und die Stadt Wien 1,5 Milliarden € verloren hat. (Abg. Eder: Das habt ihr im Gemeinderat verlangt!)
Abg. Eder: Das habt ihr im Gemeinderat verlangt!
Ich meine, im Rahmen einer Budgetdebatte muss man darauf hinweisen (Abg. Gradwohl: Und jetzt kommen Sie bestimmt glasklar zum Budgetprovisorium!), denn Ihre wirtschaftspolitischen Ansätze sind so, dass man davon ausgehen kann, dass es dazu kommt, dass Sie keine Privatisierung wollen – Herr Ing. Gartlehner hat eindrucksvoll davon gesprochen. Gleichzeitig weise ich darauf hin, dass die Bank Austria-CA eine dramatische Entwicklung genommen und die Stadt Wien 1,5 Milliarden € verloren hat. (Abg. Eder: Das habt ihr im Gemeinderat verlangt!)
Abg. Eder: Das hat die ÖVP verlangt!
Sie haben sich ja geweigert, die Privatisierung durchzuführen – das ist doch hier debattiert worden. Ihre Stimmen haben dazu geführt, dass jetzt dieser Verlust festzuschreiben ist. (Abg. Eder: Das hat die ÖVP verlangt!) Ihr Kollege, der Landeshauptmann-Stellvertreter von Salzburg Radlegger, hat unlängst in den Zeitungen geschrieben, auf Grund dieser dramatischen Entwicklung müsse er mit großer Trauer Rücklagen auflösen. Und da sagen Sie nichts?! (Abg. Parnigoni: Sagen Sie auch etwas zum Budgetprovisorium! Sagen Sie auch etwas zum Thema! Sagen Sie etwas zu dem, was auf der Tagesordnung steht, zum Tagesordnungspunkt!)
Abg. Parnigoni: Sagen Sie auch etwas zum Budgetprovisorium! Sagen Sie auch etwas zum Thema! Sagen Sie etwas zu dem, was auf der Tagesordnung steht, zum Tagesordnungspunkt!
Sie haben sich ja geweigert, die Privatisierung durchzuführen – das ist doch hier debattiert worden. Ihre Stimmen haben dazu geführt, dass jetzt dieser Verlust festzuschreiben ist. (Abg. Eder: Das hat die ÖVP verlangt!) Ihr Kollege, der Landeshauptmann-Stellvertreter von Salzburg Radlegger, hat unlängst in den Zeitungen geschrieben, auf Grund dieser dramatischen Entwicklung müsse er mit großer Trauer Rücklagen auflösen. Und da sagen Sie nichts?! (Abg. Parnigoni: Sagen Sie auch etwas zum Budgetprovisorium! Sagen Sie auch etwas zum Thema! Sagen Sie etwas zu dem, was auf der Tagesordnung steht, zum Tagesordnungspunkt!)
Abg. Parnigoni: Zur Tagesordnung sagen Sie etwas!
Wenn wir heute noch einmal die Zukunft der Privatisierung diskutieren – wir werden im Rahmen anderer Debatten noch die Gelegenheit haben, darauf abzustellen –, erwarte ich von Ihnen, dass Sie hier bekennen (Abg. Parnigoni: Zur Tagesordnung sagen Sie etwas!), warum Sie damals, am 14. Jänner 1997, nicht den Schritt gegangen sind, den die Österreichische Volkspartei vorgeschlagen hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir heute noch einmal die Zukunft der Privatisierung diskutieren – wir werden im Rahmen anderer Debatten noch die Gelegenheit haben, darauf abzustellen –, erwarte ich von Ihnen, dass Sie hier bekennen (Abg. Parnigoni: Zur Tagesordnung sagen Sie etwas!), warum Sie damals, am 14. Jänner 1997, nicht den Schritt gegangen sind, den die Österreichische Volkspartei vorgeschlagen hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Ferdinand Maier.
Ich weiß nicht, ob du mit deiner Wiener Landtagsfraktion korrespondierst, denn die hat in der letzten Landtagssitzung selbst zugegeben, dass die Arbeitslosigkeit in Wien gesunken ist. Und Wien ist damit das einzige Bundesland Österreichs, in dem sie gesunken ist. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Ferdinand Maier.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf auch darauf hinweisen, dass die Forschungsausgaben im letzten Wiener Budget höher waren, nämlich für Wien allein, als die gesamten Forschungsausgaben im Bundesbudget für die restlichen acht Bundesländer. (Beifall bei der SPÖ.) – Nur so viel dazu.
Zwischenruf der Abg. Rossmann. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wie immer schlecht informiert!
Eine kurze Bemerkung auch noch zu unserem Antrag beziehungsweise zum Antrag der Abgeordneten Mag. Kogler, Dr. Matznetter betreffend Einkommensteuersenkung – diese Bemerkung richtet sich jetzt an die FPÖ, und zwar an die Teil-FPÖ, an die Gruppe der glorreichen oder noch nicht so glorreichen Abspaltungs-Sieben. Frau Kollegin Rossmann führt diese Gruppe, glaube ich. (Zwischenruf der Abg. Rossmann. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wie immer schlecht informiert!) Ich möchte nur sagen: Bitte vergessen Sie nicht zuzustimmen, sonst könnte es sein, dass Sie in Kärnten Probleme bekommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine kurze Bemerkung auch noch zu unserem Antrag beziehungsweise zum Antrag der Abgeordneten Mag. Kogler, Dr. Matznetter betreffend Einkommensteuersenkung – diese Bemerkung richtet sich jetzt an die FPÖ, und zwar an die Teil-FPÖ, an die Gruppe der glorreichen oder noch nicht so glorreichen Abspaltungs-Sieben. Frau Kollegin Rossmann führt diese Gruppe, glaube ich. (Zwischenruf der Abg. Rossmann. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wie immer schlecht informiert!) Ich möchte nur sagen: Bitte vergessen Sie nicht zuzustimmen, sonst könnte es sein, dass Sie in Kärnten Probleme bekommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Den Schienenverkehr nicht vergessen!
Das Argument, das dann verschiedentlich kommt: Na ja, da geht es um Einnahmen der ASFINAG und nicht wirklich um Einnahmen des Budgets!, ist ja nicht zulässig. Was macht denn die ASFINAG, wenn sie keine Mittel mehr hat, um die Straßeninfrastruktur auszubauen? – Da gibt es am Ende des Tages zwei Möglichkeiten: entweder man lässt die Straßen verfallen, oder man zahlt es wieder aus dem Budget. Das heißt, das Budget ist immer davon betroffen. Ich glaube, dass man hier durchaus mehr Ernsthaftigkeit ans Werk legen sollte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Den Schienenverkehr nicht vergessen!)
Zwischenruf der Abg. Rossmann
Ich gebe zu – das Licht blinkt bereits und zeigt damit die zu Ende gehende Redezeit an –, dass die Erhöhung der Haftungsrahmen für die ASFINAG und für die SCHIG im Budgetprovisorium isoliert gesehen durchaus sinnvoll sind; allerdings, wie gesagt, isoliert gesehen. Verkehrspolitisch betrachtet schaut das Ganze schon wieder ganz anders aus, nämlich wenn man bedenkt, dass allein für den Ausbau der Koralmbahn rund 3 Milliarden € vorgesehen sind, und zwar für täglich 90 Züge – 3 Milliarden € für täglich 90 Züge! (Zwischenruf der Abg. Rossmann) –, im Bereich des Unterinntals für eine im Wesentlichen bestehende Strecke 2 Milliarden € (Zwi-
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer
Zu wenig Investitionen in die Infrastruktur oder aufgeschobene Investitionen bedeuten nichts anderes als eine Schwächung des Wirtschaftsstandortes Österreich (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer), eine Schwächung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und damit eine Belastung der nächsten Generationen.
Beifall bei der SPÖ.
Nachdem wir das bereits im Rahmen des Bundesfinanzgesetzes 2002 kritisiert haben, ergibt sich in logischer Konsequenz, dass wir dem Budgetprovisorium für 2003 ebenfalls nicht zustimmen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.
Abgeordnete Edeltraud Lentsch (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Leider war es uns auf Grund der vorgezogenen Nationalratswahlen nicht möglich, ein Haushaltsgesetz für das Jahr 2003 vorzulegen, doch das provisorische Budget wird in das ordentliche Budget einfließen, und somit wird es eine einheitliche Gebarung für das Jahr 2003 geben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.)
Abg. Parnigoni: Sie können nichts halten, was Sie versprechen!
Für uns von der Österreichischen Volkspartei ist dabei ganz besonders wichtig, dass wir am Stabilitätsprogramm festhalten. So, wie es aussieht, können wir das Nulldefizit in der nächsten Zeit nicht erreichen, denn die internationale Wirtschaftslage sieht nicht sehr rosig aus, und der furchtbare Krieg im Irak, der uns alle sehr betroffen gemacht hat und macht, wird auch noch sein Quäntchen dazu beitragen. (Abg. Parnigoni: Sie können nichts halten, was Sie versprechen!) Deswegen müssen wir uns von diesem ehrgeizigen Ziel des Nulldefizits in der nächsten Zeit verabschieden. Das ist eine Tatsache, die uns allen bewusst ist.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Vielleicht zitieren Sie dann etwas aus der Kaiserzeit!
Früher hat das noch funktioniert, geschätzte Damen und Herren: Als Kreisky und Androsch Schulden gemacht haben, konnten sie noch von einem guten Boden ausgehen, und niemand hat damals gefragt, wer diese Schulden einmal zurückzahlen wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Vielleicht zitieren Sie dann etwas aus der Kaiserzeit!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Sie, geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, werfen uns permanent „soziale Kälte“ vor, nur weil wir das tun, was wir tun müssen: sparen, sparen und nochmals sparen. Dabei haben Sie uns und allen Österreicherinnen und Österreichern die Suppe eingebrockt, die wir alle jetzt auslöffeln müssen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Abg. Mag. Trunk: Gott sei Dank!
Ja, ich weiß schon, jetzt kommt wieder das Argument, dass wir auch dabei waren. Ja, wir waren auch dabei, aber wir haben in dieser Zeit nie den Bundeskanzler gestellt (Abg. Mag. Trunk: Gott sei Dank!), wir haben in dieser Zeit nie den Finanzminister gestellt. (Abg. Mag. Trunk: Gott
Abg. Mag. Trunk: Erfolgloser Wirtschaftsminister!
sei Dank!) Und was haben Sie gemacht – Sie wissen das genauso gut wie ich –, als im Jahre 1995 unser jetziger Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel (Abg. Mag. Trunk: Erfolgloser Wirtschaftsminister!) eine Kurskorrektur vornehmen wollte und auf die Bremse gestiegen ist? – Sie haben uns links überholt, sind aufs Gas gestiegen und in Richtung neuer Schuldenpolitik gefahren. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
sei Dank!) Und was haben Sie gemacht – Sie wissen das genauso gut wie ich –, als im Jahre 1995 unser jetziger Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel (Abg. Mag. Trunk: Erfolgloser Wirtschaftsminister!) eine Kurskorrektur vornehmen wollte und auf die Bremse gestiegen ist? – Sie haben uns links überholt, sind aufs Gas gestiegen und in Richtung neuer Schuldenpolitik gefahren. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Speziell den jungen Menschen in Österreich kann ich versprechen, dass wir ihnen keine neuen Lasten für die Zukunft aufbürden. Ganz im Gegenteil: Wir werden danach trachten, dass die alten Hypotheken aus der SPÖ-Zeit in irgendeiner Form erträglich werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren von den Regierungsparteien! Treten Sie doch offensiv für die Kunst und Kultur ein! Ich glaube, die Kunst hätte sich das verdient. – Wir können diesem Budgetprovisorium nicht zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Oberösterreich ist aber nicht nur Vorbild bei der Arbeitslosenquote. Oberösterreich ist mit 25 Prozent Exportanteil das wichtigste Exportbundesland der Republik. Das Land Oberösterreich hat es geschafft, das siebente Budget in Folge ohne Neuverschuldung zu beschließen, und ist dabei noch der größte Nettozahler unter den Bundesländern an die Republik. Seit März 2002 ist Oberösterreich generell schuldenfrei. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Sie sehen, meine Damen und Herren: Österreich gehört europaweit zu den Besten. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass das auch weiterhin so bleibt! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Ansehen Österreichs als erstklassiger Schuldner darf nicht in Frage gestellt werden. Die Finanzmärkte reagieren äußerst sensibel auf schlechte Nachrichten. Deshalb ist es unverantwortlich, durch Polemik, Herr Kollege Matznetter, den Standort Österreichs zu gefährden! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bitte Sie, diesen vorliegenden Entschließungsanträgen – erstens: Weiterbau der Güterzugumfahrung St. Pölten, zweitens: Neubau, Revitalisierung und Attraktivierung des Hauptbahnhofes St. Pölten, drittens: Lärmschutz im Stadtgebiet von St. Pölten entlang der A 1 – Ihre Zustimmung zu erteilen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Außerdem – und das ist mir ein besonderes Anliegen –: Wir haben nur 50 000 Einwohner, sind aber ein eigener Wahlkreis, und es ist uns nicht möglich, ein eigenes Mandat für das Parlament in Wien selbst zu erringen. Daher möchte ich mich ganz herzlich beim Herrn Bundeskanzler dafür bedanken, dass er mir durch einen Platz auf der Bundesliste die Möglichkeit gegeben hat, meinen Bezirk hier im Parlament zu vertreten. (Beifall bei der ÖVP.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Ein Fehlen des Budgetprovisoriums bedeutet natürlich auch, dass de facto jedem Österreicher und jeder Österreicherin finanzieller Schaden zugefügt würde. Und wenn Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ und von den Grünen, heute diesem Provisorium nicht zustimmen, schaden Sie damit allen Österreichern, allen österreichischen Steuerzahlern – und vor allem auch Ihren eigenen Wählern. (Widerspruch bei der SPÖ.) Doch, natürlich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ein Fehlen des Budgetprovisoriums bedeutet natürlich auch, dass de facto jedem Österreicher und jeder Österreicherin finanzieller Schaden zugefügt würde. Und wenn Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ und von den Grünen, heute diesem Provisorium nicht zustimmen, schaden Sie damit allen Österreichern, allen österreichischen Steuerzahlern – und vor allem auch Ihren eigenen Wählern. (Widerspruch bei der SPÖ.) Doch, natürlich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich weiß, wovon ich spreche, denn in Lienz wurde eines der größten Biomasseheizwerke Österreichs errichtet. Ohne die Alternativenergieförderungen des Bundes wären wir dazu sicherlich nicht in der Lage gewesen. Nicht nur dass die Errichtung des Werkes und der Leitungen der regionalen Wirtschaft sehr viele Aufträge beschert haben: Auch das Heizmaterial stammt heute zu 100 Prozent aus dem Bezirk und aus der Region, wodurch natürlich sehr unsere Bauern und unsere Holzwirtschaft gestärkt werden. Ich spreche von einem Anschlusswert von 36 Megawatt, an den 60 Prozent der Stadt Lienz angeschlossen sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich danke der Bundesregierung daher, dass auch im kommenden Budget wieder diese Förderungen beinhaltet sind und damit den österreichischen Gemeinden die Möglichkeit gegeben wird, unmittelbar und vor Ort zum Nutzen der Bevölkerung, der Umwelt und auch der Wirtschaft zu agieren. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Ich bin auch ein leidenschaftlicher Wiener!
Abgeordneten Maier von der ÖVP machen. (Abg. Scheibner: Ich bin auch ein leidenschaftlicher Wiener!)
Beifall bei der SPÖ.
Dass Wien in der Arbeitsmarktpolitik besser ist, darauf hat schon mein Kollege Hoscher hingewiesen. Wien ist besser als andere Bundesländer, aber dass ein Wiener Abgeordneter der ÖVP auf den Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds hinweist und kritisiert, dass es dort eine Personal- und Kostenvermehrung gegeben hat, ist doch ganz interessant. Herr Abgeordneter Maier, ich weiß nicht, warum Sie verschweigen – Sie müssen es ja wissen –, dass alle Entscheidungen im WAFF einstimmig erfolgen, dass Ihre Vertreter des ÖVP-Landtagsklubs im Kuratorium allen Entscheidungen einstimmig zugestimmt haben, Forderungen gestellt haben, was noch alles zu machen ist. Und Sie stellen sich hier her und sagen, das ist alles nicht in Ordnung! Das ist unglaubwürdig, und ich denke, das sollte auch dokumentiert werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wenn man die SPÖ-Politik kritisiert, schimpft man ja nicht auf Wien!
Sehr verehrte Damen und Herren! Es ist nichts Neues, dass ÖVP-Abgeordnete auf Wien schimpfen, ich verstehe es nur nicht. (Abg. Scheibner: Wenn man die SPÖ-Politik kritisiert, schimpft man ja nicht auf Wien!) – Herr Scheibner, mit Ihnen spreche ich jetzt gar nicht (Heiterkeit), zu Ihnen komme ich noch später. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit
Sehr verehrte Damen und Herren! Es ist nichts Neues, dass ÖVP-Abgeordnete auf Wien schimpfen, ich verstehe es nur nicht. (Abg. Scheibner: Wenn man die SPÖ-Politik kritisiert, schimpft man ja nicht auf Wien!) – Herr Scheibner, mit Ihnen spreche ich jetzt gar nicht (Heiterkeit), zu Ihnen komme ich noch später. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr verehrte Damen und Herren! Es ist nichts Neues, dass ÖVP-Abgeordnete auf Wien schimpfen, ich verstehe es nur nicht. (Abg. Scheibner: Wenn man die SPÖ-Politik kritisiert, schimpft man ja nicht auf Wien!) – Herr Scheibner, mit Ihnen spreche ich jetzt gar nicht (Heiterkeit), zu Ihnen komme ich noch später. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich ersuche Sie, diesem Antrag zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Mozartkugel!
Ich bin Unternehmer aus der Stadt Salzburg, aber ich glaube, dass ich die Stadt Salzburg nicht vorstellen muss. Salzburg ist eine der drei schönsten Städte dieser Erde, wie allgemein bekannt, und es ist daher sicherlich nicht notwendig, Ihnen Salzburg vorzustellen. (Ruf bei der SPÖ: Mozartkugel!) – Danke für die Mozartkugel! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Ich bin Unternehmer aus der Stadt Salzburg, aber ich glaube, dass ich die Stadt Salzburg nicht vorstellen muss. Salzburg ist eine der drei schönsten Städte dieser Erde, wie allgemein bekannt, und es ist daher sicherlich nicht notwendig, Ihnen Salzburg vorzustellen. (Ruf bei der SPÖ: Mozartkugel!) – Danke für die Mozartkugel! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die deutsche Wirtschaft ist im abgelaufenen Jahr nur um 0,75 Prozent gewachsen. Ein Nulldefizit will Deutschland erst 2006 erreichen. Nun kam der „blaue Brief“ der EU, und dass seitens der EU diese Maßnahme gerade gegen das rezessionsgeschüttelte Deutschland der Ära Gerhard Schröder ergriffen wird, zeigt wieder einmal, dass Sozialdemokraten vieles können mögen, aber wirtschaften ganz sicherlich nicht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Und weiters: „Was die Wirtschaft betrifft, hat diese Botschaft einiges für sich. Österreich ist zur Zeit dem großen Nachbarn in vielen Belangen überlegen. Das Wirtschaftswachstum ist stärker. Die Arbeitslosigkeit ist geringer. Österreich hat seinen Staatshaushalt im Griff.“ – Zitatende. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es gibt Ziele, die dazu da sind, um die vorgegebenen Budgets zu erreichen. Das sind: ein ausgeglichener Haushalt über den Konjunkturzyklus, eine nachhaltige und deutliche Senkung der Abgabenquote, die Sicherung des Pensions- und Gesundheitssystems, die Fortsetzung der Verwaltungs- und Bundesstaatsreform, die Fortsetzung des Privatisierungskurses, die Unterstützung der Anliegen der Klein- und Mittelbetriebe, die Erhöhung des Rankings des Wirtschaftsstandorts, eine Strukturreform am Arbeitsmarkt und am Kapitalmarkt und ein klares und deutliches Ja zur EU-Erweiterung. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Eine Gräfin, die drei Tage hindurch arbeitslose Akademikerinnen in Grand Hotels dieser Republik schult, um sie auf ihre Bewerbung auf dem Arbeitsmarkt vorzubereiten – sind das Ihre Vorstellungen, wie man mit dieser dramatischen Situation, nämlich einer sinkenden Erwerbsquote von Frauen beim Wiedereinstieg, zurechtkommt? Sind das wirklich die richtigen Antworten? Dass man Arbeitslose in Grand Hotels bringt, wo sich die Arbeitslosen vermutlich nicht einmal den Kaffee leisten können, wenn er nicht von der Frau Gräfin – was ich in diesem Fall nicht annehme – spendiert wird, ist ein Armutszeugnis! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das alles ist leider ein Ausdruck dessen, dass Ihre gesamte Politik ein Provisorium ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung von Abgeordneten der ÖVP –: Na das sind „schöne“ Niederösterreicher! – Abg. Dr. Cap: Stummvoll! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.
Wer diesem Antrag die Zustimmung erteilt, den bitte ich um ein Zeichen. – Auch dieser Antrag bleibt in der Minderheit und ist somit abgelehnt. (Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung von Abgeordneten der ÖVP –: Na das sind „schöne“ Niederösterreicher! – Abg. Dr. Cap: Stummvoll! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Schlechte Niederösterreicher!
Wer für diesen Entschließungsantrag eintritt, den bitte ich um ein Zeichen. – Das ist wiederum die Minderheit und somit abgelehnt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Schlechte Niederösterreicher!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordnete Mag. Melitta Trunk (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Minister! Eine knappe Vorbemerkung zum vorherigen Tagesordnungspunkt sei mir erlaubt: Das Abstimmungsverhalten der „aufrechten Sieben“ des noch nicht gegründeten Klubs des Kärntner Landeshauptmannes bei der letzten Abstimmung kann ich nicht ganz nachvollziehen, denn die letzte Regierung ist ja unter anderem deshalb auseinander gebrochen, weil es keine Entlastung für Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen in Österreich gab. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Trinkl: Guter Satz!
Aber nun zum Rechnungsabschluss. „Ein guter Tag beginnt mit einem sanierten Budget“ (Abg. Dr. Trinkl: Guter Satz!), frohlockte seinerzeit der frische, in jedem Fall damals noch freiheitliche Finanzminister Karl-Heinz Grasser bei seiner ersten Budgetrede am 18. Oktober 2000. Heute ziehen wir ein Resümee.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Finanzminister Karl-Heinz Grasser! Für dieses Marketing bekommst du ein „Sehr gut“. Einen Nicht-Begriff so zu vermarkten, dass – leider – halb Österreich daran glaubt, ist eine Glanzleistung. Allerdings: Für die Auswirkungen des Budgets, Herr Finanzminister, bekommst du ein „Nicht genügend“! (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Der Herr Bundeskanzler freilich hat dieses „Nicht genügend“ falsch verstanden, er hat es nämlich auf die Schule bezogen. Wenn man in der Schule ein „Nicht genügend“ bekommt, muss man sitzen bleiben – leider hat er Karl-Heinz Grasser „sitzen lassen“! Das war die falsche Schlussfolgerung, Herr Bundeskanzler! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ellmauer: Das glauben Sie ja selbst nicht! ...!
Erlauben Sie mir als Kärntnerin, einen Satz zu Wien zu sagen, weil besonders die Kollegen von der ÖVP – Raiffeisen-Maier und Co – Wien sehr oft als schlechtes Paradebeispiel anführen: Wie schaut es denn aus mit dem Sparwillen der Länder und Kommunen? – Wien war Vorreiter! (Abg. Ellmauer: Das glauben Sie ja selbst nicht! ...!) Wien hat für Niederösterreich gespart, denn Niederösterreich war gemeinsam mit Kärnten Spitzenreiter bei der Verschuldung im Jahre 2001. Und wer ist dafür verantwortlich? – In Niederösterreich ist das jemand, über den heute am Vormittag lange geredet wurde, nämlich Pröll, in Kärnten ist dies der damals Noch-Parteikollege des jetzigen Finanzministers Karl-Heinz Grasser, nämlich der Finanzreferent, genannt: Karl Pfeifenberger. Das ist die Wahrheit und keine Behauptung!
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Nürnberger – in Richtung Regierungsbank –: Bei euch habt ihr nicht gespart!
Aber was ist dabei herausgekommen? – Die Schulden sind nicht getilgt (Bundesminister Mag. Grasser: ... unglaublich!), die Ehefrau ist arbeitslos und die Kinder sind dank schlechter Ausbildung chancenlos. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Nürnberger – in Richtung Regierungsbank –: Bei euch habt ihr nicht gespart!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das ist die knappe Verkürzung in der Sprache der Menschen in Österreich! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Finanzminister! Ich quäle Sie nicht mehr damit, dass Sie sich früher der Verkäufe und Privatisierungen gerühmt haben. Ich quäle Sie nicht mit der Telekom, ich erinnere Sie nur: Übertragung von Seegrundstücken an die Bundesforste, 400 Prozent Zinssteigerung. – 400 Prozent! Die Tourismuswirtschaft in Kärnten wird es Ihnen danken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Den Rest erspare ich euch, für jetzt nur so viel: Erst dann, wenn ihr die letzte Steuer erhöht haben werdet, erst dann, wenn die letzte Pension gekürzt sein wird, werdet ihr begreifen, dass man Abfangjäger nicht essen kann. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Gradwohl: Und wie viel davon hat der Bund erwirtschaftet?
Geschätzte Damen und Herren! Erstmalig seit dem Jahre 1974, also vor fast 30 Jahren, ist es im Jahre 2001 gelungen, keine neuen Schulden zu machen. Die öffentlichen Haushalte Bund, Länder und Gemeinden haben einen Budgetüberschuss von 0,3 Prozent des BIP erwirtschaftet. (Abg. Gradwohl: Und wie viel davon hat der Bund erwirtschaftet?) Daher sollten wir heute auch den Ländern und den Gemeinden ein herzliches Danke für ihren Beitrag zur Budgetkonsolidierung aussprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Erstmalig seit dem Jahre 1974, also vor fast 30 Jahren, ist es im Jahre 2001 gelungen, keine neuen Schulden zu machen. Die öffentlichen Haushalte Bund, Länder und Gemeinden haben einen Budgetüberschuss von 0,3 Prozent des BIP erwirtschaftet. (Abg. Gradwohl: Und wie viel davon hat der Bund erwirtschaftet?) Daher sollten wir heute auch den Ländern und den Gemeinden ein herzliches Danke für ihren Beitrag zur Budgetkonsolidierung aussprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abschließend darf ich mitteilen, dass meine Fraktion diesem Rechnungsabschluss 2001 selbstverständlich und gerne ihre Zustimmung erteilen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Ihr Chaos! Ihr Chaos bei den Regierungsverhandlungen! Da täte ich nichts sagen! ...!
Also: Einigen Sie sich einmal koalitionsintern, damit die nächste Weichenstellung nicht wieder Knittelfeld heißt und die Entgleisung in der Folge die ganze Republik behelligt! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Ihr Chaos! Ihr Chaos bei den Regierungsverhandlungen! Da täte ich nichts sagen! ...!) – Es ist ja bekannt, dass das eine Eisenbahnerstadt ist!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Leistungsanreize!
Es wäre auch sinnvoll, einen Teil der Steuerreform jetzt vorzuziehen und den Rest meinetwegen davon abhängig zu machen, wie erfolgreich Sie bei den Finanzausgleichsverhandlungen gegenüber den Bundesländern sein werden. Das wäre tatsächlich eine innovative Angelegenheit, hiebei hätten Sie unsere Unterstützung. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Leistungsanreize!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Bei diesem Teil der Steuersenkung hätten wir dann plötzlich den gleichen Text, Herr Bundesminister, nämlich: Da muss erspart werden! – Aber einen sinnvollen Teil vorzuziehen, sollten Sie nicht länger ablehnen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Leistung muss sich wieder lohnen, Herr Finanzminister!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr kommt Herr Abgeordneter Bucher zu Wort. Die Uhr ist wunschgemäß auf 5 Minuten eingestellt. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Cap: Leistung muss sich wieder lohnen, Herr Finanzminister!)
Abg. Mag. Mainoni: Das ist wirklich ein Schicksal, das ...!
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrte Herren Präsidenten! Herr Staatssekretär! Herr Bundesminister! Es ist richtig schicksalhaft, dass ich immer auf Herrn Abgeordneten Kogler antworten muss. (Abg. Mag. Mainoni: Das ist wirklich ein Schicksal, das ...!) Aber es gibt so etwas wie eine „bilaterale Achse“ zwischen uns beiden, die sollte man in nächster Zukunft einmal erörtern.
Abg. Mag. Trunk: Wortschöpfung!
Das Nulldefizit, Frau Kollegin Trunk, ist aus meiner Sicht schon etwas Besonderes, weil nach 27 Jahren ... (Abg. Mag. Trunk: Wortschöpfung!) – Ja, nicht nur eine Wortschöpfung, sondern auch (Abg. Mag. Trunk: Ein Schlagwort!) ein Schlagwort, mit dem man heutzutage etwas anzufangen weiß. Es ist ja ein Nulldefizit nicht immer gleichzusetzen mit einem Schuldenabbau, wie dies irrtümlicherweise öfters geschieht, denn die Schulden sind auch weiterhin von 130 Milliarden auf 132 Milliarden € gestiegen. Das sollte man nicht außer Acht lassen.
Abg. Mag. Trunk: Ein Schlagwort!
Das Nulldefizit, Frau Kollegin Trunk, ist aus meiner Sicht schon etwas Besonderes, weil nach 27 Jahren ... (Abg. Mag. Trunk: Wortschöpfung!) – Ja, nicht nur eine Wortschöpfung, sondern auch (Abg. Mag. Trunk: Ein Schlagwort!) ein Schlagwort, mit dem man heutzutage etwas anzufangen weiß. Es ist ja ein Nulldefizit nicht immer gleichzusetzen mit einem Schuldenabbau, wie dies irrtümlicherweise öfters geschieht, denn die Schulden sind auch weiterhin von 130 Milliarden auf 132 Milliarden € gestiegen. Das sollte man nicht außer Acht lassen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist in etwa der Budgetkurs und der Konsolidierungskurs, den uns die Bundesrepublik Deutschland vorführt. Wir sehen ja, wohin Rot-Grün führen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Sage und schreibe 4,7 Millionen Arbeitslose! Das Arbeitslosengeld nimmt beim Bundeshaushalt in Deutschland bereits ein Drittel der Ausgaben ein. Es gibt bis zu 40 000 Unternehmenskonkurse pro Jahr. Dieser „blaue Brief“, meine sehr geehrten ...
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Josef Bucher (fortsetzend): Diese Entwicklung ist uns in Österreich Gott sei Dank dank der Weitsicht der Bundesregierung und natürlich auch des Herrn Bundesministers erspart geblieben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Juli 2001 13 457 S bekommen hat. Also von sozialer Kälte ist hier nicht viel zu sehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Österreich befindet sich mit dieser Bundesregierung auf dem richtigen Weg, auf dem richtigen Kurs. Die Vorsorge für eine Offensive im Bereich der Wirtschaft ist weitestgehend getroffen, für mehr Bildung, mehr Forschung und Entwicklung, mehr Infrastruktur. Das Wachstum für die Zukunft ist gesichert. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben dieses Nulldefizit bereits im Jahr 2001, also ein Jahr früher als geplant, erreicht. Es ist heute mehrfach der Satz gefallen, den ich zwei Mal in einer Budgetrede bringen durfte, nämlich: „Ein guter Tag beginnt mit einem sanierten Budget.“ Voller Überzeugung sage ich, das Jahr 2001 steht symbolhaft für ein saniertes Budget, ist der Beweis dafür, dass die Wende in der Finanzpolitik gelungen ist und dass uns diese Wende möglich war für den Steuerzahler, für die Republik Österreich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Wir sind immer ehrlich! – Abg. Gradwohl: Sind wir immer!
Meine Damen und Herren von der Opposition! Wenn Sie ehrlich sind, das ist ein bisschen eine Frage an Sie (Abg. Dr. Glawischnig: Wir sind immer ehrlich! – Abg. Gradwohl: Sind wir immer!) – Sie sind immer ehrlich, das habe ich auch unterstellt –, dann müssen Sie wahrscheinlich zugeben, dass Sie erstens überrascht waren, dass die Bundesregierung Schüssel I den Mut hatte, zu sagen, wir setzen uns ein derart ehrgeiziges, ambitioniertes Ziel und wir sagen ganz offiziell: Ziel ist das Nulldefizit im Jahr 2002. Ich glaube, das hat Sie damals überrascht.
Abg. Dr. Glawischnig: Um welchen Preis!
Ich glaube zweitens, Sie müssen zugeben, niemand von Ihnen hat uns zugetraut, dass wir dieses Ziel auch tatsächlich erreichen werden. 2001 zeigt schwarz auf weiß, wir haben dieses Ziel erreicht. (Abg. Dr. Glawischnig: Um welchen Preis!) Ich möchte mich – wie das auch vor mir andere Redner getan haben – bei allen bedanken, die zu diesem Zustandekommen und zu dieser Zielerreichung auch beigetragen haben. Das heißt: Danke den Steuerzahlern, danke den Arbeitnehmern, danke der Wirtschaft, weil sie diese Finanzpolitik mit Hausverstand von Beginn an in sehr hohem Ausmaß mitgetragen haben, danke auch jenen, die uns bei den ausgabenseitigen Reformen geholfen haben.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich danke natürlich auch Ihnen, meine Damen und Herren, die Sie uns auf gesetzlicher Ebene in die Lage versetzt haben, diese Budgetpolitik mit den einzelnen Maßnahmen umzusetzen, sodass wir diese Ziele auch erreichen konnten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir wollten nicht für Alfred Finz und für meine Person diese Anerkennung in Anspruch nehmen. Ich glaube nur, dass es für das Land wichtig ist, weil diese Finanzpolitik, diese Wirtschaftspolitik der richtige Weg für Österreich ist – ein Weg für mehr Wachstum, für mehr Arbeitsplätze und für mehr Wohlstand in unserem Land. Daher glaube ich, dass man diese parteipolitische Größe, auch über die Grenzen hinwegzugehen, haben und sagen sollte: Das ist der richtige Weg für Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Niederwieser: Blödsinn!
Meine Damen und Herren! Wir sind zu Beginn des Jahres 2000 angetreten: Da war Österreich in der Finanzpolitik die Nummer 15 von 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Wir waren das Schlusslicht in der Europäischen Union, was das Defizit betrifft. (Abg. Dr. Niederwieser: Blödsinn!) Wir waren im Jahr 2001 bereits die Nummer 7 in der Europäischen Union. Wir haben uns innerhalb von zwei Jahren um acht Plätze nach vor geschoben und haben diesen Überschuss von 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zustande gebracht, während der Durchschnitt der Europäischen Union, der anderen 14 Mitgliedstaaten, bei einem Defizit von 0,9 Prozent gelegen ist. Das heißt: 0,9 Prozent Defizit zu 0,3 Prozent Überschuss in Österreich. Andere Länder: Deutschland 2,8 Prozent Defizit, Portugal 4,2 Prozent Defizit, Frankreich 1,4 Prozent Defizit. Das heißt, wir haben es gemeinsam geschafft, Österreich wieder in die Reihe der finanzpolitisch stabilen Staaten einzureihen, und das war ein extrem wichtiger Erfolg, den wir erringen konnten (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen) – ein Erfolg, der – ob das die OECD ist, ob das der Internationale Währungsfonds ist, ob das die Kommission der Europäischen Union ist – auch anerkannt worden ist. Es wurde vielfach festgestellt, dass Österreich eine dramatische Verbesserung seiner öffentlichen Finanzen zustande gebracht hat.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren! Wir sind zu Beginn des Jahres 2000 angetreten: Da war Österreich in der Finanzpolitik die Nummer 15 von 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Wir waren das Schlusslicht in der Europäischen Union, was das Defizit betrifft. (Abg. Dr. Niederwieser: Blödsinn!) Wir waren im Jahr 2001 bereits die Nummer 7 in der Europäischen Union. Wir haben uns innerhalb von zwei Jahren um acht Plätze nach vor geschoben und haben diesen Überschuss von 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zustande gebracht, während der Durchschnitt der Europäischen Union, der anderen 14 Mitgliedstaaten, bei einem Defizit von 0,9 Prozent gelegen ist. Das heißt: 0,9 Prozent Defizit zu 0,3 Prozent Überschuss in Österreich. Andere Länder: Deutschland 2,8 Prozent Defizit, Portugal 4,2 Prozent Defizit, Frankreich 1,4 Prozent Defizit. Das heißt, wir haben es gemeinsam geschafft, Österreich wieder in die Reihe der finanzpolitisch stabilen Staaten einzureihen, und das war ein extrem wichtiger Erfolg, den wir erringen konnten (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen) – ein Erfolg, der – ob das die OECD ist, ob das der Internationale Währungsfonds ist, ob das die Kommission der Europäischen Union ist – auch anerkannt worden ist. Es wurde vielfach festgestellt, dass Österreich eine dramatische Verbesserung seiner öffentlichen Finanzen zustande gebracht hat.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben wichtige Strukturreformen für Österreich gesetzt. Bundesministerin Gehrer hat die Universitätsreform umgesetzt. Wir sind die Pensionsreform schon im Jahr 2000 angegangen. Wir haben mit der Mitarbeitervorsorge einen wichtigen Punkt für die Arbeitnehmer setzen können. Wir haben eine neue Pensionsvorsorge als dritte Säule umgesetzt. Wir haben mit dem Kinderbetreuungsgeld ein extrem wichtiges Signal für die Familien, für die Kinder gesetzt und sind damit Europameister in der Familienförderung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Niederwieser: Rekordarbeitslosigkeit!
Man möge sich nur die Eckwerte 2001 ansehen: Wir hatten im Jahr 2001 ein Wachstum von 0,7 Prozent, was mehr ist, als der europäische Schnitt es war, und was deutlich mehr ist als zum Beispiel das deutsche Wachstum. Wir hatten im Jahr 2001 eine Beschäftigungsrate von 3 078 000 Personen, das war der höchste Stand in der Geschichte der Zweiten Republik. (Abg. Dr. Niederwieser: Rekordarbeitslosigkeit!) Sie mögen es gering schätzen, wir freuen uns über den höchsten Beschäftigtenstand in der Geschichte der Zweiten Republik, den es im Jahr 2001 gegeben hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Man möge sich nur die Eckwerte 2001 ansehen: Wir hatten im Jahr 2001 ein Wachstum von 0,7 Prozent, was mehr ist, als der europäische Schnitt es war, und was deutlich mehr ist als zum Beispiel das deutsche Wachstum. Wir hatten im Jahr 2001 eine Beschäftigungsrate von 3 078 000 Personen, das war der höchste Stand in der Geschichte der Zweiten Republik. (Abg. Dr. Niederwieser: Rekordarbeitslosigkeit!) Sie mögen es gering schätzen, wir freuen uns über den höchsten Beschäftigtenstand in der Geschichte der Zweiten Republik, den es im Jahr 2001 gegeben hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
0,2 Prozent, der Durchschnitt der Europäischen Union ist 0,8 Prozent. – Österreich ist, weil wir eine kluge, wachstumsorientierte Politik gemacht haben, stärker gewachsen als der Durchschnitt der Europäischen Union. Wir stehen besser da als all diese Länder, das ist eine tolle Leistung! Ich glaube, wir sollten den Arbeitnehmern, wir sollten der Wirtschaft, wir sollten den Unternehmern gratulieren, dass das in einem kleinen Land möglich war. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Da kommt man drauf, das Defizit – auch angesprochen von Günter Stummvoll –, das wir übernommen haben, war 2,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – 2,3 Prozent Defizit bei einer Abgabenquote von 44,4 Prozent! Wir haben im Jahr 2002 ein Defizit von 0,6 Prozent bei einer Abgabenquote von 44,6 Prozent erreicht. Das heißt, wir haben das Defizit von 2,3 Prozent auf 0,6 Prozent zurückgeführt, also um 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts reduziert und gleichzeitig die Abgabenquote um nur 0,2 Prozentpunkte angehoben. Das heißt, meine Damen und Herren, 1,5 Prozent von einem gesamten Verbesserungserfolg von 1,7 Prozent haben wir auf der Ausgabenseite zustande gebracht. Ich glaube, das ist ein riesiger Erfolg für die Bundesregierung, dass uns das gelungen ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abschließend: Wir können uns über den besten Bundesrechnungsabschluss seit fast 30 Jahren freuen. Wir werden drei wesentliche Ziele auch weiterhin mit aller Kraft vorantreiben: erstens einen ausgeglichenen Haushalt über den Konjunkturzyklus; zweitens eine große, nachhaltige Entlastung mit der Zielsetzung einer Nettoentlastung in der Höhe von 3 Milliarden € in dieser Gesetzgebungsperiode und drittens das Umsetzen einer Wachstumspolitik für Österreich. Insgesamt gesehen ist das also eine sehr gute Politik für Österreich, die, wie ich hoffe, über die Parteigrenzen hinweg Unterstützung finden wird. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Meine Herren Präsidenten! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Herr Finanzminister, ich habe Ihre Worte bei einer der Debatten zum Budgetbegleitgesetz noch im Ohr. Damals sprachen Sie von Ihrem „Traum“. – Wenn ich Ihnen heute zugehört habe, dann habe ich das Gefühl, Sie sind noch immer nicht erwacht. Ich werde Ihnen auch sagen, warum, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Keine Ahnung!
Herr Bundesminister, Sie haben hier die wunderbarsten Zahlen für Österreich geschildert und gemeint, wie hervorragend die Politik dieser Bundesregierung war. Ich werde das nicht mit Zahlen machen, sondern ich nehme einfach Anleihe bei Ihrer ehemaligen Parteikollegin und ehemaligen Regierungskollegin, Kollegin Rossmann. Was hat Frau Kollegin Rossmann vor kurzer Zeit hier in der Debatte angeführt? (Abg. Öllinger: Keine Ahnung!) – Die Lohnpfändungen haben zugenommen. Die Menschen leiden unter Belastungen und können sich das normale Leben nicht mehr leisten, weshalb die Lohnpfändungen zunehmen.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Finanzminister! Was glauben Sie, wer dafür verantwortlich ist? – Sie mit Ihrer Budgetpolitik, mit Ihrer Finanzpolitik und der gesamten Regierungspolitik sind dafür verantwortlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Jetzt erzählen Sie, 30 Jahre hat die SPÖ ...!
Daher bitte ich Sie, aus dem Traum zu erwachen und die Realität anzuerkennen. Es hilft nichts, wenn man in einem mehrere Hundert Seiten umfassenden Papier blättert, in dem Zahlen und Daten festgehalten sind, und darüber die Menschen vergisst – die Menschen, die Sie in den letzten Jahren schwerst belastet haben, nämlich die Kranken, die Sie bestraft haben, die Arbeitslosen, die Sie bestraft haben und denen Sie keine Unterstützung geben. Das, Herr Finanzminister, wäre eigentlich die Aufgabe einer verantwortungsvollen Politik: für die Menschen da zu sein und nicht Zahlenwerke richtig zu stellen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Jetzt erzählen Sie, 30 Jahre hat die SPÖ ...!)
Abg. Mag. Molterer: Genau schauen!
Herr Kollege Neudeck! Lassen Sie mich, bevor ich mich mit Ihnen beschäftige, noch den Herrn Klubobmann der ÖVP zitieren, der heute in der Debatte am Vormittag sagte: Nur soziale Gerechtigkeit schafft auch Frieden. – Herr Kollege Molterer! Wir sind uns einig: Allein anhand der Politik dieser Bundesregierung, anhand dieser jetzigen Neuauflage der Koalition und auch anhand des Zahlenwerkes zum Budget, zum Rechnungsabschluss 2001, kann ich diese soziale Gerechtigkeit nicht erkennen. (Abg. Mag. Molterer: Genau schauen!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich zitiere wieder Frau Kollegin Rossmann: Wenn die Belastung der Bevölkerung zunimmt, wenn die Bevölkerung ausgepresst wird und die Schulden zunehmen, Herr Kollege Stummvoll, dann ist das nicht Verantwortung übernehmen, sondern Verantwortung abschieben. Und das betreiben Sie seit drei Jahren, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Regierung! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Warum haben wir es vorher nicht gemacht?
Herr Finanzminister! Warum können Sie hervorragende Zahlen aus dem Traumbüchlein erzählen? – Ich erwähne das Beispiel Austria Tabak. Sie haben die Austria Tabak als eine der ersten Schatullen mit Familiensilber der Republik Österreich verkauft. Der Konzern, der sie übernommen hat, hat in der Zwischenzeit satte Gewinne damit gemacht. Herr Kollege Bucher! Diese satten Gewinne hätten auch wir als Republik machen können. Das wäre auch etwas gewesen, was in das Budget einfließen hätte können (Abg. Scheibner: Warum haben wir es vorher nicht gemacht?); das wäre kein Einmaleffekt gewesen, Herr Klubobmann Scheibner! Die Dividendenzahlungen der Austria Tabak sind nachvollziehbar und nachlesbar. Ihr habt diese Dividenden, die in dreieinhalb Jahren verdienbar sind, mit einem Einmaleffekt erreicht – und dann war Feierabend.
Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer
Herr Kollege Molterer, eine Nachhaltigkeit kann ich bei einer derartigen Budget- und Wirtschaftspolitik nicht erkennen, denn nachhaltig wäre es gewesen (Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer), wenn wir auch nächstes Jahr Einfluss auf die Arbeitsplätze hätten, wenn wir
Beifall bei der SPÖ.
nächstes Jahr Einnahmen aus den Dividenden im Budget hätten und nicht von einem internationalen, multinationalen Konzern abhängig wären. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Es hat Sie erwischt!
Herr Kollege Bucher, Sie haben richtigerweise von einem Schlagwort „Nulldefizit“ gesprochen. Dieses Schlagwort ist im wahrsten Sinn des Wortes schlagend geworden. (Abg. Dr. Mitterlehner: Es hat Sie erwischt!) – Nicht mich, und auch niemanden von Ihnen. Es hat aber die Menschen erwischt, die nicht im Reichtum schwelgen, dafür haben Sie gesorgt, Herr Kollege Mitterlehner! Sie haben die Menschen erwischt, die es wirklich nicht dick haben. Sie haben genau die Menschen erwischt, die es brauchen würden, dass man sie unterstützt. Dort ist es schlagend geworden, und das ist weder sozial noch gerecht, Herr Kollege Bucher! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Bucher, Sie haben richtigerweise von einem Schlagwort „Nulldefizit“ gesprochen. Dieses Schlagwort ist im wahrsten Sinn des Wortes schlagend geworden. (Abg. Dr. Mitterlehner: Es hat Sie erwischt!) – Nicht mich, und auch niemanden von Ihnen. Es hat aber die Menschen erwischt, die nicht im Reichtum schwelgen, dafür haben Sie gesorgt, Herr Kollege Mitterlehner! Sie haben die Menschen erwischt, die es wirklich nicht dick haben. Sie haben genau die Menschen erwischt, die es brauchen würden, dass man sie unterstützt. Dort ist es schlagend geworden, und das ist weder sozial noch gerecht, Herr Kollege Bucher! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Lassen Sie mich zum Schluss kommen: Im Chatroom einer Tageszeitung gab es den Bewerb, herauszufinden, was denn das Kürzel „KHG“ bedeutet. Da gab es alle möglichen Ideen. Meine Kollegin Melitta Trunk hat vorher davon gesprochen: Für die Verkaufsstrategie gibt es ein „Sehr gut“, für den Rest und die Umsetzung ein „Nicht genügend“. Sie hat davon gesprochen, es wurde falsch verstanden, denn „Nicht genügend“ heißt sitzen bleiben. Eine der Definitionen hat, so glaube ich, auch mit diesem Gedanken zu tun, denn unter „KHG“ stand zu lesen: „Karl-Heinz, geh!“ – Herr Finanzminister! Nach Ihrer Leistung wäre das tatsächlich angebracht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Hört! Hört!
Präsident des Rechnungshofes Dr. Franz Fiedler: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrte Dame und meine sehr geehrten Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Die Bundesregierung hat sich im Jahr 2000 zum Ziel gesetzt, im Jahr 2002 das Maastricht-Defizit auf null zu senken. Sie stand damals unter dem Eindruck eines sehr schlechten Maastricht-Ergebnisses aus dem Jahr 1999, das minus 2,3 Prozent betragen hat. (Abg. Dr. Stummvoll: Hört! Hört!) Zum damaligen Zeitpunkt war Österreich unter allen Staaten der Europäischen Union mit seinem Maastricht-Defizit das Schlusslicht. (Abg. Neudeck: Jetzt haben wir es amtlich! Wer hat damals regiert?)
Abg. Neudeck: Jetzt haben wir es amtlich! Wer hat damals regiert?
Präsident des Rechnungshofes Dr. Franz Fiedler: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrte Dame und meine sehr geehrten Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Die Bundesregierung hat sich im Jahr 2000 zum Ziel gesetzt, im Jahr 2002 das Maastricht-Defizit auf null zu senken. Sie stand damals unter dem Eindruck eines sehr schlechten Maastricht-Ergebnisses aus dem Jahr 1999, das minus 2,3 Prozent betragen hat. (Abg. Dr. Stummvoll: Hört! Hört!) Zum damaligen Zeitpunkt war Österreich unter allen Staaten der Europäischen Union mit seinem Maastricht-Defizit das Schlusslicht. (Abg. Neudeck: Jetzt haben wir es amtlich! Wer hat damals regiert?)
Abg. Gradwohl: Dank der Länder und Gemeinden!
Tatsächlich konnte das Defizit bereits im Jahr 2001 nicht nur abgebaut werden, sondern es wurde darüber hinaus auch ein Überschuss im Ausmaß von 0,3 Prozent erzielt. Das Ergebnis – und das schlägt sich klarerweise auch im Bundesrechnungsabschluss nieder – war demnach positiv. Es wurde bereits von mehreren Vorrednern ausgeführt, dass seit nahezu 30 Jahren erstmals kein Defizit – berechnet nach Maastricht – bestand und sogar ein leichter Überschuss erzielt werden konnte, noch dazu ein Jahr früher als von der Regierung ursprünglich geplant. (Abg. Gradwohl: Dank der Länder und Gemeinden!) – Ich komme gleich darauf zu sprechen.
Rufe bei der SPÖ: Hört! Hört!
Er hat darüber hinaus auch festgehalten, dass diese Anstrengung von allen Gebietskörperschaften, die betroffen waren, erbracht wurde, das heißt auf Bundesebene, auf Länder- und Gemeindeebene. Darüber hinaus – auch das gilt es festzuhalten, und es wurde auch bereits ausgeführt – sind die Überschüsse im Länder- und Gemeindebereich höher gewesen, als sie im Bundesbereich erzielt werden konnten. Auch das ist festgehalten worden. (Rufe bei der SPÖ: Hört! Hört!)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Das ändert allerdings nichts daran, dass die Erreichung des Nulldefizits im Jahre 2001 überwiegend einnahmenseitig und weniger ausgabenseitig zustande gekommen ist, und es gilt, festzuhalten, dass die Ankündigungen der Regierung, wie das Nulldefizit erreicht werden soll, gerade umgekehrt waren: Es wurde darauf verwiesen und es wurde in Aussicht gestellt, dass überwiegend ausgabenseitige Maßnahmen zur Erreichung des Nulldefizits beitragen sollten. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und der SPÖ.
Ich bin in diesem Punkt durchaus optimistisch, denn die Diskussion in den vergangenen Wochen und Monaten hat gezeigt, dass man sich dieser Überlegungen, dass tief greifende Maßnahmen zu setzen sind, durchaus bewusst ist, dass man sich dessen bewusst ist, dass noch mehr zu leisten ist. Diese Einigkeit darüber, dass man Maßnahmen setzen muss, stimmt den Rechnungshof, stimmt mich optimistisch. Ich darf daher nochmals den Appell an Sie richten: Setzen wir den eingeschlagenen Weg fort! Sanieren wir gemeinsam das Budget! – Danke. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Jetzt sei auch gesagt, meine Damen und Herren: Natürlich haben die Länder und die Gemeinden wesentlich zum gesamtstaatlichen positiven Ergebnis beigetragen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das ist unbestritten. Ich bin auch in diesem Haus als Mahner, gerade was die Gemeinden betrifft, bekannt und erinnere immer wieder daran, dass es vor allem die finanzschwachen Gemeinden nicht zu vergessen gilt. Aber dazu wird es ein anderes Mal wieder Gelegenheit geben.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Faktum ist, dass für das Jahr 2001 erstmals seit 1974 ein positives Budgetergebnis vorliegt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter: Danke für das Kompliment für Hannes Androsch!
Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, sollten sich mitfreuen! Wissen Sie, wenn man immer so pessimistisch ist wie Sie, dann kränkt man sich selbst, dann wird man mutlos. Sie werden gerade für die nächsten Wahlen ein bisschen mehr Mut brauchen, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Matznetter: Danke für das Kompliment für Hannes Androsch!)
Beifall bei der ÖVP.
Aber im Vergleich, Herr Kollege Matznetter, zu Rot-Grün in Deutschland sind wir Weltmeister, da spielen wir in der Champions League! – Das sei auch einmal klar gesagt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher sage ich ganz offen: Mir ist die österreichische Bundesregierung unter einem Bundeskanzler Schüssel, einem Finanzminister Grasser, einem Staatssekretär Finz und den Ministern auf der Regierungsbank wesentlich lieber, dreimal lieber als jenes Musterbeispiel, das Sie so oft zitieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der SPÖ: Österreich! Österreich!
Meine Damen und Herren! Vor wenigen Tagen war in der „Presse“ unter „Themen des Tages“ ein Beitrag unter folgendem Titel zu lesen: „Schröders sozialer Aderlass als Motor für die Wirtschaft“. Darin heißt es in Bezug auf die Ankündigungen Schröders: „Bei den Arztkosten sollen die Patienten mehr zuzahlen“, und: „Die künftigen Rentenerhöhungen sollen geringer ausfallen.“ (Rufe bei der SPÖ: Österreich! Österreich!)
Abg. Silhavy: Was ist negativ in Österreich?
Soll ich Ihnen die verschiedenen Grauslichkeiten noch weiter schildern? – Sie sollten, meine Damen und Herren von der linken Seite, Ihre negativen Zwischenrufe einstellen. Merken Sie sich Folgendes (Abg. Silhavy: Was ist negativ in Österreich?): Pessimisten haben noch nie eine Konjunktur gehabt, und sie werden auch in Zukunft keine haben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Soll ich Ihnen die verschiedenen Grauslichkeiten noch weiter schildern? – Sie sollten, meine Damen und Herren von der linken Seite, Ihre negativen Zwischenrufe einstellen. Merken Sie sich Folgendes (Abg. Silhavy: Was ist negativ in Österreich?): Pessimisten haben noch nie eine Konjunktur gehabt, und sie werden auch in Zukunft keine haben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist genau das Problem der Finanzpolitik bis zum Jahre 1999: dass man darauf vergessen hat, dass es gerade auf diese Zahlen zu achten gilt und dass andernfalls, resultierend aus einem ständigen Anwachsen des Budgetdefizits, Sorgen und Nöte entstehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bin überzeugt, dass diese Bundesregierung den eingeschlagenen Weg fortsetzen wird, denn nur das eröffnet die entsprechende Zukunftsperspektive, die da lautet: ein konsolidiertes Budget, eine Senkung der Steuer- und Abgabenquote, ein prosperierender Wirtschaftsstandort und letztlich auch Vollbeschäftigung, meine Damen und Herren! Das ist das, was wir uns wünschen und was diese Bundesregierung auch umsetzen wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei der ÖVP: Das war kein Unkenruf!
Der Unkenruf, Herr Abgeordneter Hofmann, ist von Präsident Fiedler gekommen, und er war Ihrer Fraktion ins Stammbuch geschrieben. (Ruf bei der ÖVP: Das war kein Unkenruf!) Es ist nicht gelungen, eine nachhaltige Sanierung zu erreichen; ich habe heute schon die tatsächliche Entwicklung dargelegt. Aber Ihr Redebeitrag und auch jener des Kollegen Auer geben mir Gelegenheit, ein paar Dinge hervorzustreichen, die einmal anders waren.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Den habt ihr dann gleich rausgeschmissen!
Herr Abgeordneter Auer hat das Jahr 1974 erwähnt. Ja, da gab es schon einen Finanzminister, der in einer Folge vier Nulldefizite hintereinander gehabt hat. Der hat aber Hannes Androsch geheißen und war bei der SPÖ. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Den habt ihr dann gleich rausgeschmissen!) – „Gleich“ ist gut!
Abg. Wattaul: Schulden-Rudi!
Aber bleiben wir doch bei den gegenwärtigen Dingen: Abgeordneter Hofmann sagte, die bunten Krawatten meines Vorgängers Edlinger seien das Einzige, was in Erinnerung bleiben wird. – Halten wir auch dazu die Wahrheit fest (Abg. Wattaul: Schulden-Rudi!): In fünf Jahren ist es gelungen, von einem Defizit in einer Höhe von nahezu 5 Prozent des BIP auf 2,3 Prozent herunterzukommen. Diesen Erfolg hat der hinter mir auf der Regierungsbank sitzende Herr nicht geschafft, und er wird ihn auch nicht schaffen! Es wird bei einer Ankündigungspolitik bleiben und keine Sanierung erfolgen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber bleiben wir doch bei den gegenwärtigen Dingen: Abgeordneter Hofmann sagte, die bunten Krawatten meines Vorgängers Edlinger seien das Einzige, was in Erinnerung bleiben wird. – Halten wir auch dazu die Wahrheit fest (Abg. Wattaul: Schulden-Rudi!): In fünf Jahren ist es gelungen, von einem Defizit in einer Höhe von nahezu 5 Prozent des BIP auf 2,3 Prozent herunterzukommen. Diesen Erfolg hat der hinter mir auf der Regierungsbank sitzende Herr nicht geschafft, und er wird ihn auch nicht schaffen! Es wird bei einer Ankündigungspolitik bleiben und keine Sanierung erfolgen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Dass wir in Österreich, was die Schuldenentwicklung betrifft, ein Problem haben, brauche ich Ihnen nicht zu sagen – Sie sind heute Regierungspartner dieser Fraktion. Das Problem sei angeblich die Schuldenpolitik des Bruno Kreisky; bei seinem Abgang lag aber die öffentliche Verschuldung bei 500 Milliarden Schilling. Die 2 017 Milliarden sind bereits unter Bundeskanzler Schüssel erreicht worden, und wenn man sich die Kurve anschaut, meine Damen und Herren, dann sieht man, dass es da Folgendes festzustellen gibt, das man sich merken kann: Je mehr ÖVP, umso mehr Schulden! Leider! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Das muss er wissen!
Der erste Punkt: Es ist zu einer Vergrößerung der Bundesregierung gekommen. Eine Vergrößerung der Bundesregierung bedeutet eine Verteuerung der Bundesregierung. Es sind zwei Staatssekretäre mehr im Amt, und ich darf im Folgenden nur ganz kurz auf die Kosten dieser zwei Staatssekretäre pro Kalenderjahr eingehen: Das sind die Staatssekretärsgagen in der Höhe von 378 000 € (Abg. Grillitsch: Das muss er wissen!) – das sind 13 500 € brutto, und das 14 Mal jährlich. Dazu kommen die Referentengagen: 1 373 000 €, Repräsentation und Dienstwägen: 400 000 €. Das bedeutet einen Mehraufwand dieser Regierung – das müssen Sie der Bevölkerung erklären, warum Sie einen solchen Mehraufwand in Kauf nehmen – in der Höhe von rund 2 151 000 € pro Jahr.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es stellt sich die Frage, wozu das notwendig war, da die Bundesministerienstruktur dadurch nicht einfacher, nicht effizienter, nicht sparsamer und nicht zweckmäßiger wurde. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Ruf: Aufgelöst!
Einige Beispiele: Die Frau Vizekanzlerin hatte in der vergangenen Regierung das Beamten- und Sportressort inne. Dieses Beamtenressort ist natürlich zum nunmehrigen Kanzler gewandert (Ruf: Aufgelöst!), es ist aufgelöst worden. Man kann sagen, eigentlich war dieses Vizekanzler-Ministerium ein Unding, wie wir immer behauptet haben. Es war zu klein und mit zu wenigen Kompetenzen ausgestattet, sodass man jetzt hergeht und diese Gelegenheit gleich dazu benützt, der FPÖ auch noch die Zuständigkeit für die Beamten wegzunehmen.
Beifall bei der SPÖ.
Es ist auch schade, dass die Nahrungsmittelkontrolle nicht mehr bei Bundesminister Haupt ist, der meiner Meinung nach in diesem Bereich sehr verdienstvoll tätig war. Man hat sie natürlich in ein ÖVP-Ressort gegeben. Es ist ja viel einfacher, die Nahrungsmittelkontrolle in den eigenen Händen zu behalten, denn wenn die Agrarlobby irgendetwas bei den Nahrungsmitteln falsch macht, dann kann man sich leichter selbst arrangieren, als wenn das vielleicht ein unzuverlässiger Regierungspartner macht, der in diesem Bereich sogar Kompetenzen aufzuweisen hätte. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Machen Sie sich keine Sorgen!
Die ÖVP hat das geschickt genützt. Man wird sehen, was sie aus dieser Allmacht der Macht macht. (Ruf bei der ÖVP: Machen Sie sich keine Sorgen!) Ich glaube nicht, dass es besser werden wird – es wird wahrscheinlich noch dunkler werden in diesem Staat. Es gibt kein Korrektiv mehr, es gibt nur noch Selbstkontrolle, sei es der Nahrungsmittelhersteller durch die Behörde im Bundesministerium der nunmehrigen Bundesministerin Rauch-Kallat, sei es im Innenministerium durch die Zuteilung der Kontrollinstanz des UBAS zu diesem Ministerium, sei es im Wirtschaftsministerium, wo sich sozusagen derjenige, der den Wettbewerb ausruft, auch noch selbst kontrolliert.
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, in Wirklichkeit ist jede Kontrolle ausgeschaltet, in Wirklichkeit ist jede Sparsamkeit ausgeschaltet, in Wirklichkeit ist die Effizienz ausgeschaltet, und in Wirklichkeit hat in dieser Regierung die FPÖ nichts mehr zu reden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber zahlen tun wir ihm nichts!
Abgeordnete Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Damen und Herren! Es überrascht mich, dass ich jetzt als Rednerin nach dem offensichtlichen Anwalt der FPÖ, dem Herrn Wittmann, spreche. Das hat mich an seinem Beitrag außerordentlich überrascht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber zahlen tun wir ihm nichts!) Ich denke, die FPÖ braucht diesen Anwalt nicht, sie nimmt ihre Kompetenzen schon selbst wahr.
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was ist das Bundesministeriengesetz? – Das Bundesministeriengesetz ist letztlich immer nur der Ordnungsrahmen für die materielle und für die inhaltliche Arbeit der Bundesregierung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Es ist sozusagen das Werkzeug der Bundesregierung. Das Bundesministeriengesetz trägt natürlich immer den aktuellen Bedürfnissen des politischen Handelns und der politischen Schwerpunktsetzung der Regierungsarbeit Rechnung, und damit ist auch die personelle Ausstattung erklärbar, zum Beispiel die Unterstützung durch die Staatssekretäre.
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Dann haben Sie nicht zugehört, Frau Kollegin!
Das Bundesministeriengesetz wird auf Grund seiner Natur immer auf heftige Kritik des politischen Mitbewerbers, der Opposition, treffen, der Opposition, die logischerweise eine andere politische Schwerpunktsetzung vornimmt. Umso mehr verwundert mich hier das Auftreten des Herrn Abgeordneten Wittmann, weil ich andere politische Schwerpunktsetzungen vermisse. Was ich hingegen gehört habe, ist ein etwas polemischer Beitrag. Er hat hier nicht den Entwurf kritisiert, sondern leider Gottes lediglich polemische Beiträge geliefert. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Dann haben Sie nicht zugehört, Frau Kollegin!)
Abg. Eder: Wenn wir gleich ein paar austauschen ...!
ständigen Bundesministerium ressortieren. (Abg. Eder: Wenn wir gleich ein paar austauschen ...!)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen
Sie haben – und das geschieht auch in der öffentlichen Diskussion – die Sorge über die budgetäre, personelle und infrastrukturelle Ausstattung – und das ist eine durchaus berechtigte und gute Sorge – vermischt mit der Sorge über die Unabhängigkeit. Die Unabhängigkeit wird durch die Bundesverfassung garantiert, weil die unabhängige Behörde in der Jurisdiktion unabhängig ist, wie schon der Titel sagt. Sie wird auch von den Höchstgerichten überprüft. Daher wird – davon bin ich hundertprozentig überzeugt – der Unabhängige Bundesasylsenat weiterhin so Recht sprechen, wie er es jetzt schon tut, weil seine Entscheidungen sonst vom Verwaltungsgerichtshof verändert beziehungsweise aufgehoben werden. Aber Sie vermischen die Ängste – und das tut mir Leid, weil wir auf diese Weise hier nicht zu einer inhaltlichen Diskussion kommen (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen) –, die verwaltungstechnischen Ängste derjenigen im UBAS, die nicht zum Innenministerium wollen, aus welchen Gründen auch immer (Abg. Eder: Weil sie den Strasser kennen!), mit der Frage, ob die Unabhängigkeit gewährleistet ist oder nicht. (Abg. Mag. Stoisits: Weil sie das Innenministerium kennen!) Und diese Diskussion, Frau Kollegin Stoisits, ist eigentlich eine unnötige. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Eder: Weil sie den Strasser kennen!
Sie haben – und das geschieht auch in der öffentlichen Diskussion – die Sorge über die budgetäre, personelle und infrastrukturelle Ausstattung – und das ist eine durchaus berechtigte und gute Sorge – vermischt mit der Sorge über die Unabhängigkeit. Die Unabhängigkeit wird durch die Bundesverfassung garantiert, weil die unabhängige Behörde in der Jurisdiktion unabhängig ist, wie schon der Titel sagt. Sie wird auch von den Höchstgerichten überprüft. Daher wird – davon bin ich hundertprozentig überzeugt – der Unabhängige Bundesasylsenat weiterhin so Recht sprechen, wie er es jetzt schon tut, weil seine Entscheidungen sonst vom Verwaltungsgerichtshof verändert beziehungsweise aufgehoben werden. Aber Sie vermischen die Ängste – und das tut mir Leid, weil wir auf diese Weise hier nicht zu einer inhaltlichen Diskussion kommen (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen) –, die verwaltungstechnischen Ängste derjenigen im UBAS, die nicht zum Innenministerium wollen, aus welchen Gründen auch immer (Abg. Eder: Weil sie den Strasser kennen!), mit der Frage, ob die Unabhängigkeit gewährleistet ist oder nicht. (Abg. Mag. Stoisits: Weil sie das Innenministerium kennen!) Und diese Diskussion, Frau Kollegin Stoisits, ist eigentlich eine unnötige. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stoisits: Weil sie das Innenministerium kennen!
Sie haben – und das geschieht auch in der öffentlichen Diskussion – die Sorge über die budgetäre, personelle und infrastrukturelle Ausstattung – und das ist eine durchaus berechtigte und gute Sorge – vermischt mit der Sorge über die Unabhängigkeit. Die Unabhängigkeit wird durch die Bundesverfassung garantiert, weil die unabhängige Behörde in der Jurisdiktion unabhängig ist, wie schon der Titel sagt. Sie wird auch von den Höchstgerichten überprüft. Daher wird – davon bin ich hundertprozentig überzeugt – der Unabhängige Bundesasylsenat weiterhin so Recht sprechen, wie er es jetzt schon tut, weil seine Entscheidungen sonst vom Verwaltungsgerichtshof verändert beziehungsweise aufgehoben werden. Aber Sie vermischen die Ängste – und das tut mir Leid, weil wir auf diese Weise hier nicht zu einer inhaltlichen Diskussion kommen (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen) –, die verwaltungstechnischen Ängste derjenigen im UBAS, die nicht zum Innenministerium wollen, aus welchen Gründen auch immer (Abg. Eder: Weil sie den Strasser kennen!), mit der Frage, ob die Unabhängigkeit gewährleistet ist oder nicht. (Abg. Mag. Stoisits: Weil sie das Innenministerium kennen!) Und diese Diskussion, Frau Kollegin Stoisits, ist eigentlich eine unnötige. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie haben – und das geschieht auch in der öffentlichen Diskussion – die Sorge über die budgetäre, personelle und infrastrukturelle Ausstattung – und das ist eine durchaus berechtigte und gute Sorge – vermischt mit der Sorge über die Unabhängigkeit. Die Unabhängigkeit wird durch die Bundesverfassung garantiert, weil die unabhängige Behörde in der Jurisdiktion unabhängig ist, wie schon der Titel sagt. Sie wird auch von den Höchstgerichten überprüft. Daher wird – davon bin ich hundertprozentig überzeugt – der Unabhängige Bundesasylsenat weiterhin so Recht sprechen, wie er es jetzt schon tut, weil seine Entscheidungen sonst vom Verwaltungsgerichtshof verändert beziehungsweise aufgehoben werden. Aber Sie vermischen die Ängste – und das tut mir Leid, weil wir auf diese Weise hier nicht zu einer inhaltlichen Diskussion kommen (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen) –, die verwaltungstechnischen Ängste derjenigen im UBAS, die nicht zum Innenministerium wollen, aus welchen Gründen auch immer (Abg. Eder: Weil sie den Strasser kennen!), mit der Frage, ob die Unabhängigkeit gewährleistet ist oder nicht. (Abg. Mag. Stoisits: Weil sie das Innenministerium kennen!) Und diese Diskussion, Frau Kollegin Stoisits, ist eigentlich eine unnötige. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Nur ein Wort noch zur Kritik an der Größe der Bundesregierung: Herr Abgeordneter Cap sprach von einer ungeheuren Aufblähung der Bundesregierung. Ich darf Sie darauf hinweisen: Es ist dies noch lange nicht die größte Bundesregierung. Die größte Bundesregierung – diesen fragwürdigen Titel trägt die Alleinregierung Kreisky IV. Damals gab es nämlich 23 Mitglieder der Bundesregierung, und das war eine sozialdemokratische Regierung! (Beifall bei der ÖVP.) Das hat der Herr Abgeordnete und Klubobmann der Sozialdemokraten nicht kritisiert, wahrscheinlich weil er es nicht weiß. (Abg. Eder: Da haben wir etwas weitergebracht!)
Abg. Eder: Da haben wir etwas weitergebracht!
Nur ein Wort noch zur Kritik an der Größe der Bundesregierung: Herr Abgeordneter Cap sprach von einer ungeheuren Aufblähung der Bundesregierung. Ich darf Sie darauf hinweisen: Es ist dies noch lange nicht die größte Bundesregierung. Die größte Bundesregierung – diesen fragwürdigen Titel trägt die Alleinregierung Kreisky IV. Damals gab es nämlich 23 Mitglieder der Bundesregierung, und das war eine sozialdemokratische Regierung! (Beifall bei der ÖVP.) Das hat der Herr Abgeordnete und Klubobmann der Sozialdemokraten nicht kritisiert, wahrscheinlich weil er es nicht weiß. (Abg. Eder: Da haben wir etwas weitergebracht!)
Ruf bei der ÖVP: Die haben keine Ahnung!
Die haben etwas weitergebracht, Herr Kollege? – Das ist absurd! Sie müssen schon vergleichen, und dann werden Sie feststellen: Der Arbeitsaufwand von damals und jetzt ist ein wesentlich anderer, weil es damals nicht die Verpflichtung gab, in der Europäischen Union ständig die Vertretung Österreichs wahrzunehmen. (Ruf bei der ÖVP: Die haben keine Ahnung!) Daher ist der Arbeitsaufwand in Wirklichkeit gestiegen, und trotzdem ist diese Regierung wesentlich kleiner. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die haben etwas weitergebracht, Herr Kollege? – Das ist absurd! Sie müssen schon vergleichen, und dann werden Sie feststellen: Der Arbeitsaufwand von damals und jetzt ist ein wesentlich anderer, weil es damals nicht die Verpflichtung gab, in der Europäischen Union ständig die Vertretung Österreichs wahrzunehmen. (Ruf bei der ÖVP: Die haben keine Ahnung!) Daher ist der Arbeitsaufwand in Wirklichkeit gestiegen, und trotzdem ist diese Regierung wesentlich kleiner. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Wittmann: Aber die Vorgängerregierung war schon kleiner! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich denke auch, dass diese Diskussion in Wirklichkeit kleinlich ist und an den tatsächlich wichtigen Dingen vorbeigeht. Aber das ist nichts Neues, Sie pflegen die politische Diskussion auch so zu führen. (Abg. Dr. Wittmann: Aber die Vorgängerregierung war schon kleiner! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wichtig ist, dass effizient und erfolgreich für das Staatsganze gearbeitet wird und österreichische Interessen in Europa und der Welt erfolgreich vertreten werden. Das wird diese Bundesregierung leisten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Großruck – in Richtung SPÖ –: Das war Qualität, Herr Kollege!
In einem Kommentar stand zu lesen, dass das Bundesministeriengesetz nicht der große Wurf sei. – Natürlich nicht, das ist auch nicht Aufgabe des Bundesministeriengesetzes! Das ist vielmehr die Arbeit der Bundesregierung, und das wird diese Bundesregierung auch leisten! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Großruck – in Richtung SPÖ –: Das war Qualität, Herr Kollege!)
Abg. Mag. Molterer: Genau!
Ein Bundesministeriengesetz hat natürlich den Sinn und den Zweck, die Arbeitsaufteilung einer Bundesregierung gut zu gestalten. Ich denke, da gibt es nicht nur personelle Bedürfnisse und aktuelle politische Bedürfnisse, sondern da gibt es vor allem auch sachpolitische Zusammenhänge, die man möglichst objektiv lösen kann. (Abg. Mag. Molterer: Genau!) Ich habe den Eindruck, dass gerade diese Bundesregierung große Schwierigkeiten gehabt hat, auf die Sachbedürfnisse einzugehen (Abg. Mag. Molterer: Nein, da täuschen Sie sich!), und vorwiegend die personellen und aktuellen Bedürfnisse – wie es Frau Baumgartner-Gabitzer schonungslos offen auch gesagt hat – organisiert hat. Ich möchte im Folgenden ein paar Beispiele dazu nennen.
Abg. Mag. Molterer: Nein, da täuschen Sie sich!
Ein Bundesministeriengesetz hat natürlich den Sinn und den Zweck, die Arbeitsaufteilung einer Bundesregierung gut zu gestalten. Ich denke, da gibt es nicht nur personelle Bedürfnisse und aktuelle politische Bedürfnisse, sondern da gibt es vor allem auch sachpolitische Zusammenhänge, die man möglichst objektiv lösen kann. (Abg. Mag. Molterer: Genau!) Ich habe den Eindruck, dass gerade diese Bundesregierung große Schwierigkeiten gehabt hat, auf die Sachbedürfnisse einzugehen (Abg. Mag. Molterer: Nein, da täuschen Sie sich!), und vorwiegend die personellen und aktuellen Bedürfnisse – wie es Frau Baumgartner-Gabitzer schonungslos offen auch gesagt hat – organisiert hat. Ich möchte im Folgenden ein paar Beispiele dazu nennen.
Abg. Dr. Brinek: Wie in Deutschland auch!
Ein zweites Beispiel – wir haben das schon bei der Zusammensetzung der letzten Regierung und beim Bundesministeriengesetz 2000 kritisiert – ist die Unterordnung der Arbeitsagenden unter die Wirtschaftsagenden. (Abg. Dr. Brinek: Wie in Deutschland auch!) Das ist so geblieben, und zusätzlich sind die Sozialagenden noch weiter zersplittert worden. (Abg. Dr. Brinek: Deutschland hat es auch gemacht! Schröder!)
Abg. Dr. Brinek: Deutschland hat es auch gemacht! Schröder!
Ein zweites Beispiel – wir haben das schon bei der Zusammensetzung der letzten Regierung und beim Bundesministeriengesetz 2000 kritisiert – ist die Unterordnung der Arbeitsagenden unter die Wirtschaftsagenden. (Abg. Dr. Brinek: Wie in Deutschland auch!) Das ist so geblieben, und zusätzlich sind die Sozialagenden noch weiter zersplittert worden. (Abg. Dr. Brinek: Deutschland hat es auch gemacht! Schröder!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Der zweite Punkt in diesem Zusammenhang ist die Unterordnung der Umwelt unter die Landwirtschaft. Diese hat sich meines Erachtens überhaupt nicht bewährt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das Konfliktpotential, das sich hier abgezeichnet hat und in vielen Konfliktsituationen zu Entscheidungen zu Ungunsten der Umwelt geführt hat, zeichnet sich weiterhin ab und wird fortgeschrieben.
Abg. Dr. Brinek: Ist er unabhängig?
Ein dritter Punkt, der bedauerlich ist, betrifft – das ist schon erwähnt worden – eine Regelung, eine Zuordnung, die in ihrer bisherigen Form eigentlich als gut erachtet worden ist, weil hier einfach unterschiedliche Interessenlagen existieren, und besteht darin, dass der Bundesasylsenat vom Bundeskanzleramt, wo er zuerst angesiedelt war, jetzt wieder zum Innenministerium zurückgesiedelt wird und nicht gesehen wird, welch widerstreitende Interessen es hier gibt und dass da auch eine organisatorische, politische und räumliche Unabhängigkeit bestehen bleiben muss durch diese Zuordnung zum Bundeskanzleramt. (Abg. Dr. Brinek: Ist er unabhängig?) – Das ist das dritte Beispiel, das problematisch ist.
Beifall bei den Grünen.
Ein weiterer Punkt, der bei der Beurteilung der Zusammensetzung der Regierung nicht außer Acht gelassen werden darf, ist die Vergrößerung der Bundesregierung unter Verkleinerung des Frauenanteils. Das ist sehr bedauerlich. Ich habe mir in einer Diskussion sagen lassen müssen, dass es jetzt zwar nur noch vier Frauen von 18 Regierungsmitgliedern seien, aber dass es zumindest vier starke Frauen seien. Ich habe das mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, weil ich nicht dachte, dass man zwischen starken und schwachen Frauen in der Politik differenziert. Das dahinter stehende Bild ist sichtlich, dass auf vier starke Frauen vier schwache Männer kommen, oder was auch immer. Jedenfalls entspricht das überhaupt nicht der regulären Vertretung, die Frauen in allen Körpern des Bundes, des Landes, aber auch im AMS und in sonstigen Einrichtungen, bis hin zum Verfassungsgerichtshof, haben sollten. (Beifall bei den Grünen.) Vor allem brauchen sie in einer Bundesregierung eine stärkere Vertretung als in Form von vier starken Frauen.
Beifall bei den Grünen.
Noch einmal zusammengefasst: Die Zersplitterungen von großen, zentralen Bereichen bleiben nach wie vor aufrecht; die Forschungsagenden bleiben nach wie vor auf drei Ministerien aufgeteilt; die Unterordnung von wesentlichen Interessen – Umwelt unter die Landwirtschaft; Arbeit, Soziales unter die Wirtschaft, weiter zersplittert – bleibt aufrecht, und zusätzlich haben wir solche Schmankerln wie die Zuordnung des Bundesasylsenates zum Innenministerium, was sichtlich nur mit politischer Willkür, aber nicht mit Sachpolitik und Sachzusammenhang erklärt werden kann. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Das ist verdächtig!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin ganz gerührt davon, dass sich Herr Abgeordneter Wittmann, obwohl er in diesem Parlament sonst eigentlich immer nur Negatives über die Freiheitliche Partei zu sagen hat, plötzlich Sorgen um die Ehre der FPÖ macht. Er macht sich Sorgen, dass wir das Gesicht verlieren würden. (Abg. Großruck: Das ist verdächtig!) Er macht sich Sorgen, dass wir von der ÖVP über den Tisch gezogen würden und dass wir nichts mehr zu reden hätten; das macht ihn sogar betroffen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Wittmann, wissen Sie was: Machen Sie sich nicht Sorgen um die Freiheitliche Partei, sondern machen Sie sich Sorgen um Ihre eigene Partei! Die hat alle Chancen gehabt, in die Regierung einzutreten. Die ÖVP hat mit Ihnen Gespräche geführt, aber Sie wollten ganz einfach keine Reformkoalition bilden. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie haben Angst gehabt vor den Maßnahmen, die zu treffen sind, um die Reformen weiterzuführen. (Abg. Dr. Wittmann: Vor denen kann man auch Angst haben!) Was Sie tun, ist so ähnlich wie bei dem Fuchs, dem die Trauben zu hoch sind: Der weiß dann immer nur Negatives über die Trauben zu reden. So tun Sie das auch.
Abg. Dr. Wittmann: Vor denen kann man auch Angst haben!
Herr Wittmann, wissen Sie was: Machen Sie sich nicht Sorgen um die Freiheitliche Partei, sondern machen Sie sich Sorgen um Ihre eigene Partei! Die hat alle Chancen gehabt, in die Regierung einzutreten. Die ÖVP hat mit Ihnen Gespräche geführt, aber Sie wollten ganz einfach keine Reformkoalition bilden. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie haben Angst gehabt vor den Maßnahmen, die zu treffen sind, um die Reformen weiterzuführen. (Abg. Dr. Wittmann: Vor denen kann man auch Angst haben!) Was Sie tun, ist so ähnlich wie bei dem Fuchs, dem die Trauben zu hoch sind: Der weiß dann immer nur Negatives über die Trauben zu reden. So tun Sie das auch.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich verstehe überhaupt nicht, warum die Opposition nicht glücklich ist über diese Teilung des Sozialministeriums, denn Sie haben damit jetzt endlich das Frauenministerium, das Sie wollten. In der letzten Legislaturperiode haben Sie immer geweint: Bei jeder Debatte über Frauenangelegenheiten, die hier geführt worden ist, ist geweint und gejammert worden, dass es kein eigenes Frauenministerium gibt. Jetzt haben Sie ein Frauenministerium mit einer sehr engagierten Ministerin, die wir schon aus früheren Zeiten kennen, und jetzt sollten Sie eigentlich froh darüber sein, dass es das gibt. Allerdings muss ich persönlich auch sagen, dass ich mit Herrn Minister Haupt sehr zufrieden war, damit, wie er die Agenden der Frauen geregelt hat. Auch die Frauenvereine haben sich nicht darüber beklagt, sondern sie alle haben unisono seine Sensibilität, sein Verständnis gelobt. Wie gesagt, er hat das sehr gut gemacht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Das höre ich jetzt zum ersten Mal!
Er hat dazu auch noch ... (Abg. Dr. Jarolim: Das höre ich jetzt zum ersten Mal!) – Sie reden viel zu wenig mit den Frauenvereinen, wissen Sie, da haben Sie einen Nachholbedarf. – Aber er hat sich nicht nur um die Frauen, sondern auch um die Männer gekümmert. Ich glaube, es war auch notwendig, dass man einen solchen Impuls gesetzt hat.
Abg. Dr. Wittmann: Sie wollen immer nur!
Es geht ja darum, dass wir Reformprojekte durchsetzen wollen, die in der vorigen Legislaturperiode begonnen wurden und jetzt fortgesetzt werden. (Abg. Dr. Wittmann: Sie wollen immer nur!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das große Ziel von uns allen muss es ja sein, die Zukunft aller Generationen durch rechtzeitige und nachhaltige Handlungen so abzusichern, dass Zufriedenheit bei allen – bei den Kindern, bei den Jugendlichen und auch bei den Älteren – herrscht. (Abg. Öllinger: Sie sollten das Wort „nachhaltig“ nicht so oft benutzen! Das steht Ihnen nicht!)
Abg. Öllinger: Sie sollten das Wort „nachhaltig“ nicht so oft benutzen! Das steht Ihnen nicht!
Es geht ja darum, dass wir Reformprojekte durchsetzen wollen, die in der vorigen Legislaturperiode begonnen wurden und jetzt fortgesetzt werden. (Abg. Dr. Wittmann: Sie wollen immer nur!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das große Ziel von uns allen muss es ja sein, die Zukunft aller Generationen durch rechtzeitige und nachhaltige Handlungen so abzusichern, dass Zufriedenheit bei allen – bei den Kindern, bei den Jugendlichen und auch bei den Älteren – herrscht. (Abg. Öllinger: Sie sollten das Wort „nachhaltig“ nicht so oft benutzen! Das steht Ihnen nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Vor den Wahlen reden alle von den Kindern; nach der Wahl ist das alles nicht mehr so interessant. Dieser Regierung sind die Kinder wichtig, und die Staatssekretärin wird sich speziell auch den Kindern widmen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Wittmann: An das Innenministerium!
Ein weiterer Kritikpunkt ist auch die Übertragung des Unabhängigen Bundesasylsenates an das Bundeskanzleramt. (Abg. Dr. Wittmann: An das Innenministerium!) Da wird eine Beeinträchtigung der Unabhängigkeit befürchtet, ein Abhängigkeitsverhältnis wird unterstellt, und die Effizienz der Rechtskontrolle sei fragwürdig, so wird behauptet, weil der Unabhängige Bundesasylsenat in Zukunft budgetär, organisatorisch und infrastrukturell dem Bundesministerium für Inneres unterliegen soll.
Abg. Eder: Geh!
In diesem Zusammenhang werden ja die ungeheuerlichsten Verdächtigungen ausgesprochen. (Abg. Eder: Geh!) – Sagen Sie nicht „geh“! – Herr Parnigoni sagt zum Beispiel, der Innenminister wisse, was er mit dieser Verlagerung im Schilde führt; er habe eine unendliche Machtgier und wolle den Unabhängigen Bundesasylsenat unter Druck setzen. (Abg. Eder: Geh!) – Sie sagen „na geh“! – Herr Abgeordneter Parnigoni sagt sogar, er befürchte eine Aushöhlung des Asylrechts deshalb, weil der UBAS jetzt in die Kompetenz des Innenministeriums fällt. Also wissen Sie, da kennt er sich im Asylrecht aber nicht gut aus! (Abg. Eder: Geh!) – Jetzt sagen Sie noch einmal „geh“! Das gefällt Ihnen so gut! Ich finde das wirklich nicht sehr witzig. Sie sollten eher den Kollegen Parnigoni darauf aufmerksam machen, dass das Asylrecht nichts damit zu tun hat, in wessen Zuständigkeit der UBAS ressortiert. (Beifall bei den Freiheitlichen. –
Abg. Eder: Geh!
In diesem Zusammenhang werden ja die ungeheuerlichsten Verdächtigungen ausgesprochen. (Abg. Eder: Geh!) – Sagen Sie nicht „geh“! – Herr Parnigoni sagt zum Beispiel, der Innenminister wisse, was er mit dieser Verlagerung im Schilde führt; er habe eine unendliche Machtgier und wolle den Unabhängigen Bundesasylsenat unter Druck setzen. (Abg. Eder: Geh!) – Sie sagen „na geh“! – Herr Abgeordneter Parnigoni sagt sogar, er befürchte eine Aushöhlung des Asylrechts deshalb, weil der UBAS jetzt in die Kompetenz des Innenministeriums fällt. Also wissen Sie, da kennt er sich im Asylrecht aber nicht gut aus! (Abg. Eder: Geh!) – Jetzt sagen Sie noch einmal „geh“! Das gefällt Ihnen so gut! Ich finde das wirklich nicht sehr witzig. Sie sollten eher den Kollegen Parnigoni darauf aufmerksam machen, dass das Asylrecht nichts damit zu tun hat, in wessen Zuständigkeit der UBAS ressortiert. (Beifall bei den Freiheitlichen. –
Abg. Eder: Geh!
In diesem Zusammenhang werden ja die ungeheuerlichsten Verdächtigungen ausgesprochen. (Abg. Eder: Geh!) – Sagen Sie nicht „geh“! – Herr Parnigoni sagt zum Beispiel, der Innenminister wisse, was er mit dieser Verlagerung im Schilde führt; er habe eine unendliche Machtgier und wolle den Unabhängigen Bundesasylsenat unter Druck setzen. (Abg. Eder: Geh!) – Sie sagen „na geh“! – Herr Abgeordneter Parnigoni sagt sogar, er befürchte eine Aushöhlung des Asylrechts deshalb, weil der UBAS jetzt in die Kompetenz des Innenministeriums fällt. Also wissen Sie, da kennt er sich im Asylrecht aber nicht gut aus! (Abg. Eder: Geh!) – Jetzt sagen Sie noch einmal „geh“! Das gefällt Ihnen so gut! Ich finde das wirklich nicht sehr witzig. Sie sollten eher den Kollegen Parnigoni darauf aufmerksam machen, dass das Asylrecht nichts damit zu tun hat, in wessen Zuständigkeit der UBAS ressortiert. (Beifall bei den Freiheitlichen. –
Abg. Dr. Jarolim: Das ist grauenhaft, was Sie da sagen!
Ich bin wirklich überrascht über die Auffassungen so mancher Abgeordneter über den Rechtsstaat und den Verfassungsstaat, darüber, dass zum Beispiel Frau Abgeordnete Stoisits sagt, der Unabhängige Bundesasylsenat verliere jede Unabhängigkeit, wenn er dem für Asylfragen zuständigen Minister unterstellt sei. – Da kann ich wirklich nur sagen: Frau Abgeordnete Stoisits, Sie kennen die Gesetze nicht. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist grauenhaft, was Sie da sagen!) Sie kennen auch die Verfassung nicht. Informieren Sie sich einmal, und dann machen Sie Ihre Pressedienste! (Abg. Eder: Das ist wirklich arg!) Das wäre wirklich besser. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Eder: Das ist wirklich arg!
Ich bin wirklich überrascht über die Auffassungen so mancher Abgeordneter über den Rechtsstaat und den Verfassungsstaat, darüber, dass zum Beispiel Frau Abgeordnete Stoisits sagt, der Unabhängige Bundesasylsenat verliere jede Unabhängigkeit, wenn er dem für Asylfragen zuständigen Minister unterstellt sei. – Da kann ich wirklich nur sagen: Frau Abgeordnete Stoisits, Sie kennen die Gesetze nicht. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist grauenhaft, was Sie da sagen!) Sie kennen auch die Verfassung nicht. Informieren Sie sich einmal, und dann machen Sie Ihre Pressedienste! (Abg. Eder: Das ist wirklich arg!) Das wäre wirklich besser. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin wirklich überrascht über die Auffassungen so mancher Abgeordneter über den Rechtsstaat und den Verfassungsstaat, darüber, dass zum Beispiel Frau Abgeordnete Stoisits sagt, der Unabhängige Bundesasylsenat verliere jede Unabhängigkeit, wenn er dem für Asylfragen zuständigen Minister unterstellt sei. – Da kann ich wirklich nur sagen: Frau Abgeordnete Stoisits, Sie kennen die Gesetze nicht. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist grauenhaft, was Sie da sagen!) Sie kennen auch die Verfassung nicht. Informieren Sie sich einmal, und dann machen Sie Ihre Pressedienste! (Abg. Eder: Das ist wirklich arg!) Das wäre wirklich besser. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Öllinger. – Abg. Eder: Oberlehrerin!
Jedenfalls bildet dieses Bundesministeriengesetz eine gute Grundlage für eine gute und aussichtsreiche Zusammenarbeit der Regierung. Wie gesagt: Machen Sie sich um Ihre eigene Position und um Ihre eigene Partei Sorgen, und nicht um die Freiheitliche Partei! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Öllinger. – Abg. Eder: Oberlehrerin!)
Abg. Eder: Aber jetzt nicht mehr!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Franz Morak: Herr Präsident! Verehrte Kollegen auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren des Plenums! Herr Kollege Wittmann, ich kann Ihnen eine gute Botschaft übermitteln: Als ich heute Vormittag Herrn Vizekanzler Haupt gesehen habe, hat er sein Gesicht noch gehabt. (Abg. Eder: Aber jetzt nicht mehr!) – Ich nehme an, in der Zwischenzeit ist nichts anderes passiert. Ich hoffe, das ist eine gute Nachricht für Sie. (Abg. Mag. Posch: Man kann auch das Gesicht verlieren!)
Abg. Mag. Posch: Man kann auch das Gesicht verlieren!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Franz Morak: Herr Präsident! Verehrte Kollegen auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren des Plenums! Herr Kollege Wittmann, ich kann Ihnen eine gute Botschaft übermitteln: Als ich heute Vormittag Herrn Vizekanzler Haupt gesehen habe, hat er sein Gesicht noch gehabt. (Abg. Eder: Aber jetzt nicht mehr!) – Ich nehme an, in der Zwischenzeit ist nichts anderes passiert. Ich hoffe, das ist eine gute Nachricht für Sie. (Abg. Mag. Posch: Man kann auch das Gesicht verlieren!)
Abg. Öllinger: „Jeweils prioritär“!
Meine Damen und Herren! Das Bundesministeriengesetz ist jener Rahmen, der neben dem Regierungsübereinkommen die Grundlage der Arbeit dieser Bundesregierung bildet, und ich mache Sie darauf aufmerksam, dass die Kompetenzverteilung und Ressortaufteilung den jeweils prioritären Herausforderungen anzupassen sind. (Abg. Öllinger: „Jeweils prioritär“!) Ich glaube, das ist die Hauptaussage, die hier getroffen werden soll.
Abg. Eder: Das merkt man!
Meine Damen und Herren! Auch der fortschreitenden Integration der Europäischen Union, den neuen Chancen und Herausforderungen wurde mit der Besetzung dieser Bundesregierung und mit der Größe dieser Bundesregierung Rechnung getragen. (Abg. Eder: Das merkt man!)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Vor drei Jahren hat er das Gegenteil erzählt!
Es ist hier schon angeklungen: Kabinette Vranitzky I und IV: 21 Regierungsmitglieder, Kreisky IV, Sinowatz: 22 Regierungsmitglieder. Wenn wir das auf vergleichbare Länder in Europa umlegen – dieser Vergleich ist ganz interessant! –, dann sehen wir: Griechenland hat 19 Minister und 29 Vizeminister, Irland hat 15 Minister und 17 Staatssekretäre, Schweden hat gar 23 Minister und 27 Staatssekretäre. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Vor drei Jahren hat er das Gegenteil erzählt!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, zum Unabhängigen Bundesasylsenat hat die Kollegin Partik-Pablé bereits ausreichend Stellung genommen. Es gibt durchaus Argumente für die Situierung des UBAS im Innenministerium. Die Kritik ist meiner Meinung nach schon überzogen. Es ist durchaus verständlich, dass die Opposition hier Kritik übt, aber vertrauen Sie in dieser Hinsicht auf die österreichische Verfassungsordnung und vertrauen Sie, wenn Sie das schon nicht tun, auf die Integrität der Mitglieder des Bundesasylsenates! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer – auf Abg. Dr. Wittmann deutend –: Herr Wittmann!
Hohes Haus! Kollegin Baumgartner-Gabitzer hat gemeint, die Sozialdemokraten wären der Anwalt der Freiheitlichen Partei. – Dem ist sicher nicht so. (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer – auf Abg. Dr. Wittmann deutend –: Herr Wittmann!) Die Sozialdemokraten sind jedoch eine Partei der Demokratie, eine Partei, die die Arbeit um die Republik ernst nimmt und vor allem ihre jeweiligen Partner korrekt behandelt, respektiert und ernst nimmt.
Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das ist billig!
Wir haben einen Landwirtschaftsminister, der in Zukunft Gelegenheit haben wird, zu beweisen, dass er in die öffentliche politische Arbeit mehr einbringt als die Verwandtschaft zum Landeshauptmann Niederösterreichs. (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das ist billig!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber geh! Dasselbe wie der Wittmann! Haben Sie die Rede vom Wittmann erwischt?
Meine Damen und Herren! Ich frage mich: Wie fühlt sich eine FPÖ, die dermaßen desavouiert wurde, die dermaßen über den Tisch gezogen wird? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber geh! Dasselbe wie der Wittmann! Haben Sie die Rede vom Wittmann erwischt?) Ein Vizekanzler, der ein gelernter Tierarzt, ein Veterinär ist, dem diese Agenden abhanden gekommen sind, das ist aus unserer Sicht eine Beleidigung – ohne da großes Mitgefühl zu haben.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! Es hat Sie niemand dazu gezwungen, in die Regierung zu gehen. Das war Ihr Wille, Sie haben dafür das letzte Hemd geopfert, und Sie werden die Konsequenzen zu tragen haben. (Beifall bei der SPÖ.) Ihr Koalitionspartner wird allerdings die Verantwortung dafür tragen müssen, dass Sie irgendwann erkennen werden, dass Sie hier über den Tisch gezogen wurden, und dann gebe ich für diese Regierung keinen Pfifferling mehr. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Und Sie werden auch die Verantwortung tragen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Und Sie werden auch die Verantwortung tragen!
Meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! Es hat Sie niemand dazu gezwungen, in die Regierung zu gehen. Das war Ihr Wille, Sie haben dafür das letzte Hemd geopfert, und Sie werden die Konsequenzen zu tragen haben. (Beifall bei der SPÖ.) Ihr Koalitionspartner wird allerdings die Verantwortung dafür tragen müssen, dass Sie irgendwann erkennen werden, dass Sie hier über den Tisch gezogen wurden, und dann gebe ich für diese Regierung keinen Pfifferling mehr. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Und Sie werden auch die Verantwortung tragen!)
Zwischenruf des Abg. Öllinger
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Präsident! Mein Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist eine sehr gleichmäßige Rhetorik, die wir von der Opposition heute hören, und ich sage Ihnen Folgendes (Zwischenruf des Abg. Öllinger): Opposition heißt nicht, immer nur weinerlich kritisieren zu müssen. Sie könnten ohne Weiteres auch einmal konstruktive Vorschläge machen. (Abg. Öllinger: Gerne!) Es ist Ihnen auch nicht verboten, einmal einen Gesetzesantrag wirklich durchzulesen und daraus echte Überlegungen abzuleiten.
Abg. Öllinger: Gerne!
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Präsident! Mein Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist eine sehr gleichmäßige Rhetorik, die wir von der Opposition heute hören, und ich sage Ihnen Folgendes (Zwischenruf des Abg. Öllinger): Opposition heißt nicht, immer nur weinerlich kritisieren zu müssen. Sie könnten ohne Weiteres auch einmal konstruktive Vorschläge machen. (Abg. Öllinger: Gerne!) Es ist Ihnen auch nicht verboten, einmal einen Gesetzesantrag wirklich durchzulesen und daraus echte Überlegungen abzuleiten.
Abg. Reheis: Das weiß er selbst!
Wenn Sie heute weinerlich an unseren Koalitionspartner herantreten und ihm einreden wollen, wie schlecht es ihm geht (Abg. Reheis: Das weiß er selbst!), dann sage ich Ihnen: Lesen Sie die Bürgschaft: „Zurück, du rettest den Freund nicht mehr ...“!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sie haben nicht den Mut gehabt, mitzuregieren. Daher bitte ich Sie, danach zu trachten, dass Sie eine ordentliche Oppositionspolitik auf die Beine bringen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Meine Damen und Herren! Am 6. März hat der Herr Bundeskanzler eine beeindruckende Regierungserklärung abgegeben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Er hat sein Regierungsteam vorgestellt, und es wurde auch allseits gewürdigt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.) Heute legen wir das Bundesministeriengesetz vor. Ich sage Ihnen Folgendes: Im Jahr 2000 haben Sie unendlich laut darüber geweint, dass Sie es nicht ertragen können, dass in der Republik plötzlich ein Wirtschaftsminister auch die Agenden des Arbeitsministers übernehmen darf, muss und soll. Sie können sich nach dreieinhalb Jahren davon überzeugen: Es ist gut gegangen, und in der Zwischenzeit wurde es in Deutschland nachgemacht. Daher: Eine römische Eins für unsere Regierung! (Abg. Öllinger: Nicht immer dasselbe, Donabauer!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.
Meine Damen und Herren! Am 6. März hat der Herr Bundeskanzler eine beeindruckende Regierungserklärung abgegeben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Er hat sein Regierungsteam vorgestellt, und es wurde auch allseits gewürdigt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.) Heute legen wir das Bundesministeriengesetz vor. Ich sage Ihnen Folgendes: Im Jahr 2000 haben Sie unendlich laut darüber geweint, dass Sie es nicht ertragen können, dass in der Republik plötzlich ein Wirtschaftsminister auch die Agenden des Arbeitsministers übernehmen darf, muss und soll. Sie können sich nach dreieinhalb Jahren davon überzeugen: Es ist gut gegangen, und in der Zwischenzeit wurde es in Deutschland nachgemacht. Daher: Eine römische Eins für unsere Regierung! (Abg. Öllinger: Nicht immer dasselbe, Donabauer!)
Abg. Öllinger: Nicht immer dasselbe, Donabauer!
Meine Damen und Herren! Am 6. März hat der Herr Bundeskanzler eine beeindruckende Regierungserklärung abgegeben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Er hat sein Regierungsteam vorgestellt, und es wurde auch allseits gewürdigt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.) Heute legen wir das Bundesministeriengesetz vor. Ich sage Ihnen Folgendes: Im Jahr 2000 haben Sie unendlich laut darüber geweint, dass Sie es nicht ertragen können, dass in der Republik plötzlich ein Wirtschaftsminister auch die Agenden des Arbeitsministers übernehmen darf, muss und soll. Sie können sich nach dreieinhalb Jahren davon überzeugen: Es ist gut gegangen, und in der Zwischenzeit wurde es in Deutschland nachgemacht. Daher: Eine römische Eins für unsere Regierung! (Abg. Öllinger: Nicht immer dasselbe, Donabauer!)
Abg. Eder: Auch der Pröll?
Zweitens: Sie haben darüber geweint, dass es nicht möglich sei, dass Landwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft zusammengelegt werden. Molterer hat es gut gemacht (Abg. Eder: Auch der Pröll?); Pröll wird es auch gut machen. Der Name Pröll bürgt für Qualität, egal ob er der Neffe des Landeshauptmannes ist oder nicht. Das ist eine sehr schwache Behauptung, Herr Prähauser, wenn Sie meinen, der Herr Dipl.-Ing. Pröll wäre nur deshalb zum Minister berufen worden. (Abg. Reheis: Vetternwirtschaft nennt man das!)
Abg. Reheis: Vetternwirtschaft nennt man das!
Zweitens: Sie haben darüber geweint, dass es nicht möglich sei, dass Landwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft zusammengelegt werden. Molterer hat es gut gemacht (Abg. Eder: Auch der Pröll?); Pröll wird es auch gut machen. Der Name Pröll bürgt für Qualität, egal ob er der Neffe des Landeshauptmannes ist oder nicht. Das ist eine sehr schwache Behauptung, Herr Prähauser, wenn Sie meinen, der Herr Dipl.-Ing. Pröll wäre nur deshalb zum Minister berufen worden. (Abg. Reheis: Vetternwirtschaft nennt man das!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Der Pröll ist wesentlich seriöser als der Bundeskanzler!
Herr Prähauser! Er hat die nötigen Qualitäten, die Sie nicht haben, denn sonst hätten Sie keinen Antrag an den Herrn Bundeskanzler gestellt, wonach Sie jetzt plötzlich wissen wollen, ob der Herr Minister Reichhold eine Bezugsfortzahlung bekommt oder nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Der Pröll ist wesentlich seriöser als der Bundeskanzler!) Sie kennen das Bezügegesetz, Sie haben es hier mitbeschlossen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie brauchen nur Zeitungen zu lesen. Dass der Herr Kollege Reichhold aus der Regierung ausgeschieden ist, das wissen Sie ja, und Sie wissen auch, dass er zurzeit kein Geld bekommt, weil das mit seiner bisherigen Abfertigung gegengerechnet wird. Das haben Sie selbst beschlossen! Kritisieren Sie nicht, was Sie selbst beschlossen haben! Lesen Sie das, was Sie sich selbst zum Ziel gesetzt haben!
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Prähauser! Er hat die nötigen Qualitäten, die Sie nicht haben, denn sonst hätten Sie keinen Antrag an den Herrn Bundeskanzler gestellt, wonach Sie jetzt plötzlich wissen wollen, ob der Herr Minister Reichhold eine Bezugsfortzahlung bekommt oder nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Der Pröll ist wesentlich seriöser als der Bundeskanzler!) Sie kennen das Bezügegesetz, Sie haben es hier mitbeschlossen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie brauchen nur Zeitungen zu lesen. Dass der Herr Kollege Reichhold aus der Regierung ausgeschieden ist, das wissen Sie ja, und Sie wissen auch, dass er zurzeit kein Geld bekommt, weil das mit seiner bisherigen Abfertigung gegengerechnet wird. Das haben Sie selbst beschlossen! Kritisieren Sie nicht, was Sie selbst beschlossen haben! Lesen Sie das, was Sie sich selbst zum Ziel gesetzt haben!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Reheis: Wo „hier“? – Abg. Dr. Jarolim: „Hier“ am Rednerpult?
Nun ein paar konkrete Dinge: Die Teilung des Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen in zwei neue Regierungsstellen macht Sinn, denn der Konsumentenschutz hat heute für uns alle eminente Bedeutung. Ich bin der Überzeugung, dass echte Konsumentenschutzpolitik letzten Endes hier angesiedelt sein muss und nicht in all jenen Organisationen, wo immer sie sich über die Medien melden wollen. Hier muss Konsumentenschutz gemacht werden, und hier wird er voll und gut und ganz gemacht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Reheis: Wo „hier“? – Abg. Dr. Jarolim: „Hier“ am Rednerpult?)
Abg. Reheis: Und Sie dürfen unsere Vorschläge auch annehmen!
Wir werden uns bemühen, dass wir das, was wir uns vorgenommen haben, in nächster Zeit wirklich auf den Boden bringen und eine gute Politik für dieses Land machen. Dazu laden wir auch die gesamte Opposition ein: Sie sollen kritisch sein, Sie sollen uns kritisch betrachten, Sie sollen uns aber nicht nur immer kritisieren, sondern Sie dürfen auch manchmal gute Vorschläge machen. (Abg. Reheis: Und Sie dürfen unsere Vorschläge auch annehmen!) Wir würden sie gerne hören. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden uns bemühen, dass wir das, was wir uns vorgenommen haben, in nächster Zeit wirklich auf den Boden bringen und eine gute Politik für dieses Land machen. Dazu laden wir auch die gesamte Opposition ein: Sie sollen kritisch sein, Sie sollen uns kritisch betrachten, Sie sollen uns aber nicht nur immer kritisieren, sondern Sie dürfen auch manchmal gute Vorschläge machen. (Abg. Reheis: Und Sie dürfen unsere Vorschläge auch annehmen!) Wir würden sie gerne hören. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Aber Sie bringen es nicht auf den Boden, sondern in den Boden! – Abg. Donabauer – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: Lieber Kollege! Ihr Schwachsinn ...!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Öllinger. Er hat das Wort. (Abg. Dr. Jarolim: Aber Sie bringen es nicht auf den Boden, sondern in den Boden! – Abg. Donabauer – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: Lieber Kollege! Ihr Schwachsinn ...!)
Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Bitte, Herr Kollege, das geht nicht! Bitte! (Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.) Also ich gehe davon aus, dass Sie diesen Ausdruck nicht aufrechterhalten, und jetzt gelangt Kollege Öllinger zu Wort.
Heiterkeit
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrte Herren und Damen Präsidenten, Minister, Staatssekretäre – eigentlich sind es nur mehr Herren! Sehr geehrte Damen und Herren im Plenum! Abgeordneter Donabauer hat in seiner erfrischenden Art (Heiterkeit) die Opposition zu attackieren gemeint: Macht doch nur Vorschläge, Vorschläge sind immer erwünscht! Herr Abgeordneter Donabauer! Fangen wir an mit einem Vorschlag, der sich nicht unmittelbar auf das bezieht, was Sie gesagt haben; dazu komme ich dann später noch.
Abg. Dr. Jarolim: Das ist eine Zersplitterung!
Herr Staatssekretär! Was wir im Bereich Soziales erleben, ist nicht eine Bündelung, sondern die Entfesselung der Kräfte in diverse Ministerien. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist eine Zersplitterung!) Wie bitte? – Die Splitterung könnte man auch sagen, ja. – Wir hatten ein Sozialministerium, das zeitweise all die Agenden, die jetzt drei Ministerien erfüllen sollen, in sich vereinigte. Das war das alte Sozialministerium, wie es ein alter Recke wie Abgeordneter Donabauer natürlich noch gut kennt. Er ist aber der Meinung, dass jetzt eines nicht mehr genügt – seit 2000 gibt es ja bereits zwei, nämlich auch das Wirtschaftsministerium, das einen wesentlichen Teil der Agenden des Sozialministeriums übernommen hat, und zwar das Kapitel Arbeit –, sondern es braucht jetzt noch ein drittes Ministerium: das Ministerium für Gesundheit.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
So schaut die Realität Ihrer Sozialpolitik aus! Kollege Donabauer! Ich halte es wirklich für eine kleine Anmaßung, wenn Sie behaupten, die Opposition mache keine Vorschläge. Her mit den Vorschlägen der Opposition! Wir sagen Ihnen, Kollege Donabauer, wenn Sie nur einen Moment zuhören würden – aber macht ja nichts, Sie wissen es ja ohnehin –, dass das die falsche Antwort ist. So kann man die Sozialpolitik tatsächlich nicht reformieren und verbessern. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn man das alles sieht, meine sehr geehrten Damen und Herren und Herr Kollege Donabauer, dann kann man nicht mehr sagen, dass den Oppositionsparteien der Mut zum Regieren fehle, sondern dann müssen Sie zur Kenntnis nehmen: Es geht nicht um den Mut oder den fehlenden Willen. Derartige Konzepte, wie Sie sie hier auf Ebene der Ministerien, aber auch auf der dahinter liegenden inhaltlichen Ebene in den Bereichen Gesundheit, Arbeitsmarkt und Sozialpolitik ganz im Allgemeinen durchsetzen wollen, die können Sie mit uns sicherlich nicht durchsetzen, und das ist der Grund! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf bei der SPÖ.
Wenn Sie hier die Frage der Rechtmäßigkeit dieser Bezugsfortzahlung aufwerfen, muss ich Ihnen sagen: Das haben ja Sie selbst mit den Grünen beschlossen! Wir wollen das in Frage stellen, wir erkennen die Sinnhaftigkeit dieser Bezügeregelung nicht und wollen sie eigentlich modernisieren. Gehen Sie mit uns gemeinsam einen neuen, einen intelligenteren Weg in die Zukunft! Darüber können wir gerne diskutieren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf bei der SPÖ.) Machen wir!
Beifall bei den Freiheitlichen.
vertreter eine Fortzahlung der Bezüge für die Dauer von sechs Monaten. Über Wunsch des Herrn Ing. Reichhold erfolgte die Auszahlung nicht auf sein Gehaltskonto, sondern auf das Konto „Bauern in Not“ bei der Raiffeisen-Bezirksbank St. Veit an der Glan. – Zitatende. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Das sollten Sie einmal nachmachen! – Abg. Wittauer – in Richtung SPÖ –: Reden wir einmal über die von euch, die ausgeschieden sind, da gibt es ja auch ein paar!
Ich hoffe, das genügt Ihnen – wir haben eine Kopie für Sie vorbereitet. (Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Das sollten Sie einmal nachmachen! – Abg. Wittauer – in Richtung SPÖ –: Reden wir einmal über die von euch, die ausgeschieden sind, da gibt es ja auch ein paar!)
Abg. Broukal: Updates sind ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich denke, dass die Fragen zur Causa Reichhold damit ausreichend beantwortet wurden, und möchte noch ganz kurz auf die Kompetenzverteilung im Zuge des Bundesministeriengesetzes eingehen. Ich denke, dass es um eine Fortentwicklung geht, gespeist aus Erfahrungen, die die Regierungsmitglieder in der Vergangenheit gewonnen haben. Wir in der Wirtschaft würden sagen: das ist ein Update, Herr Kollege Broukal, eine Weiterentwicklung, ein Update, wie wir es in der Wirtschaft in den Führungsetagen verschiedenster Unternehmungen hin und wieder vollziehen, und ich denke, dass das sehr wichtig ist. (Abg. Broukal: Updates sind ...!) Ja, das ist nicht „Modern Times“, das ist Vergangenheitsbewältigung, die Sie betreiben.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Präsident Fischer wies im Ausschuss darauf hin, dass der Bereich Forschung und Forschungskompetenz in der Ressortzuteilung zu wenig vertreten oder berücksichtigt worden sei. Sie haben sicher insofern Recht, als dass die Forschungskompetenz etwas sehr Wichtiges ist, auf das wir auch künftighin nicht verzichten dürfen. Für die Forschung und die Aufgaben im Bereich Forschung und Entwicklung, die Investitionen in Forschung und Entwicklung sind aber ausreichend budgetäre Mittel vorgesehen, sodass es in diesem Bereich in Zukunft zu keinen Schlechterstellungen kommen wird. Was die Forschung betrifft, ist aber eine Bündelung nicht einfach und auch nicht sinnvoll, weil es eine Mehrdimensionalität gibt, die in die Kompetenzbereiche unterschiedlichster Ministerien hineinreicht, und daher ist der eingeschlagene Weg auch richtig und sinnvoll. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Eder: Brauchen wir dazu jetzt keinen Staatssekretär mehr?
Als Abgeordneter der Tourismuswirtschaft darf ich eine leise Kritik anbringen, was den Wegfall des Staatssekretariats für Tourismus betrifft. Unsere Kollegin Mares Rossmann hat in den letzten Jahren sehr gute Leistungen erbracht, die Signalwirkungen für die österreichische Tourismuswirtschaft gehabt haben. Es geht immerhin um eine Million Menschen in unserem Land, die direkt oder indirekt im Tourismus, in der Tourismuswirtschaft beschäftigt sind, und es geht um 17 Prozent des BIP. Das ist der bedeutendste Wirtschaftszweig unseres Landes. (Abg. Eder: Brauchen wir dazu jetzt keinen Staatssekretär mehr?) Ich würde mir wünschen, dass wir gemeinsam – und vielleicht bekommen wir ja dafür auch Unterstützung von Seiten der ÖVP – einen Tourismusausschuss in diesem Haus einrichten, der die Belange des Tourismus in nächster Zukunft sichert. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Das ist aber ein Downsizing!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Das ist aber ein Downsizing!
Als Abgeordneter der Tourismuswirtschaft darf ich eine leise Kritik anbringen, was den Wegfall des Staatssekretariats für Tourismus betrifft. Unsere Kollegin Mares Rossmann hat in den letzten Jahren sehr gute Leistungen erbracht, die Signalwirkungen für die österreichische Tourismuswirtschaft gehabt haben. Es geht immerhin um eine Million Menschen in unserem Land, die direkt oder indirekt im Tourismus, in der Tourismuswirtschaft beschäftigt sind, und es geht um 17 Prozent des BIP. Das ist der bedeutendste Wirtschaftszweig unseres Landes. (Abg. Eder: Brauchen wir dazu jetzt keinen Staatssekretär mehr?) Ich würde mir wünschen, dass wir gemeinsam – und vielleicht bekommen wir ja dafür auch Unterstützung von Seiten der ÖVP – einen Tourismusausschuss in diesem Haus einrichten, der die Belange des Tourismus in nächster Zukunft sichert. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Das ist aber ein Downsizing!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mir ist eine seriöse und größere, aber kompetente Regierung, die Kosten spart, lieber als weniger Regierungsmitglieder, die Kosten verursachen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Da wird einem wirklich warm ums Herz! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Wer sagt das?
Es geht also um die Atmosphäre, und nun gilt gerade Bundesminister Strasser als ein liberaler Mann. (Abg. Dr. Jarolim: Wer sagt das?) Aber bei einem anderen Innenminister mit ausgeprägten machiavellistischen Neigungen, der beinhart seine eigenen persönlichen und machtpolitischen Entscheidungen durchdrücken wollte und nicht nach dem Prinzip der Ausgewogenheit verfährt wie Minister Strasser, wäre das schon ein Problem.
Abg. Freund: Stimmt!
Nun wurde auch argumentiert – ich meine, ÖVP-Generalsekretär Lopatka hat das gesagt –, dass die Eingliederung des UBAS ins Innenressort zu einer Vereinfachung und Verkürzung der Asylverfahren führen würde und dass es deutliche Synergieeffekte geben würde. (Abg. Freund: Stimmt!) Das ist alles kein Problem, weil Minister Strasser bekanntlich ein sehr liberaler Mann ist. Aber wenn es einen Innenminister mit ausgeprägt machiavellistischen Neigungen geben würde, der seine strukturpolitischen Vorstellungen mit der, wie es in Floskeln heißt, „vorübergehenden anderen Verwendung“ von Mitarbeitern durchsetzen würde, der höchstrangige Beamte unter dem Vorwand von Reformen in subalterne Abteilungen relegierte, dann wäre die ganze Geschichte schon ein Problem.
Abg. Walch: Das wissen wir jetzt schon!
Das ist alles nicht so schlimm. Man muss nichts befürchten, denn Bundesminister Strasser ist, wie wir alle wissen, ein sehr liberaler Mann. (Abg. Walch: Das wissen wir jetzt schon!) Aber wenn es einen anderen Bundesminister mit ausgeprägten machiavellistischen Neigungen gäbe, der durch kühne Organisationsreformen fast alle Führungspositionen neu ausschreiben lässt (Abg. Eder: Schüssel zum Beispiel!), um ihm genehme oder willfährige Beamte zu installieren, dann wäre das schon ein Problem. (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das ist immer ein Problem!) Da hilft es auch nichts, wenn der ÖVP-Sicherheitssprecher Kiss – wo ist der eigentlich? (Abg. Eder: Der ist schon weg!) – dem Herrn Minister sekundiert, es bringe dem Bürger nichts, wenn einige hundert Beamte hinter Aktenbergen verschwinden.
Abg. Eder: Schüssel zum Beispiel!
Das ist alles nicht so schlimm. Man muss nichts befürchten, denn Bundesminister Strasser ist, wie wir alle wissen, ein sehr liberaler Mann. (Abg. Walch: Das wissen wir jetzt schon!) Aber wenn es einen anderen Bundesminister mit ausgeprägten machiavellistischen Neigungen gäbe, der durch kühne Organisationsreformen fast alle Führungspositionen neu ausschreiben lässt (Abg. Eder: Schüssel zum Beispiel!), um ihm genehme oder willfährige Beamte zu installieren, dann wäre das schon ein Problem. (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das ist immer ein Problem!) Da hilft es auch nichts, wenn der ÖVP-Sicherheitssprecher Kiss – wo ist der eigentlich? (Abg. Eder: Der ist schon weg!) – dem Herrn Minister sekundiert, es bringe dem Bürger nichts, wenn einige hundert Beamte hinter Aktenbergen verschwinden.
Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das ist immer ein Problem!
Das ist alles nicht so schlimm. Man muss nichts befürchten, denn Bundesminister Strasser ist, wie wir alle wissen, ein sehr liberaler Mann. (Abg. Walch: Das wissen wir jetzt schon!) Aber wenn es einen anderen Bundesminister mit ausgeprägten machiavellistischen Neigungen gäbe, der durch kühne Organisationsreformen fast alle Führungspositionen neu ausschreiben lässt (Abg. Eder: Schüssel zum Beispiel!), um ihm genehme oder willfährige Beamte zu installieren, dann wäre das schon ein Problem. (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das ist immer ein Problem!) Da hilft es auch nichts, wenn der ÖVP-Sicherheitssprecher Kiss – wo ist der eigentlich? (Abg. Eder: Der ist schon weg!) – dem Herrn Minister sekundiert, es bringe dem Bürger nichts, wenn einige hundert Beamte hinter Aktenbergen verschwinden.
Abg. Eder: Der ist schon weg!
Das ist alles nicht so schlimm. Man muss nichts befürchten, denn Bundesminister Strasser ist, wie wir alle wissen, ein sehr liberaler Mann. (Abg. Walch: Das wissen wir jetzt schon!) Aber wenn es einen anderen Bundesminister mit ausgeprägten machiavellistischen Neigungen gäbe, der durch kühne Organisationsreformen fast alle Führungspositionen neu ausschreiben lässt (Abg. Eder: Schüssel zum Beispiel!), um ihm genehme oder willfährige Beamte zu installieren, dann wäre das schon ein Problem. (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das ist immer ein Problem!) Da hilft es auch nichts, wenn der ÖVP-Sicherheitssprecher Kiss – wo ist der eigentlich? (Abg. Eder: Der ist schon weg!) – dem Herrn Minister sekundiert, es bringe dem Bürger nichts, wenn einige hundert Beamte hinter Aktenbergen verschwinden.
Beifall bei der SPÖ.
Wenn also unter dem Vorwand von Strukturreformen ein munteres Köpferollen eingeleitet wird, dann ist auch für den Unabhängigen Bundesasylsenat präventiv Wachsamkeit geboten, vor allem dann, wenn es einmal einen Innenminister mit ausgeprägten machiavellistischen Neigungen gibt und nicht einen liberalen Mann wie Herrn Bundesminister Strasser. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Da sehen Sie, wie gut wir gearbeitet haben!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Mag. Roderich Regler (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Schon bei der Regierungserklärung habe ich mir so meine Gedanken gemacht, wieso seitens der Sozialdemokratie die Freiheitlichen so bedauert worden sind. Vor drei Jahren hat sich das noch ganz anders angehört. Da klang heraus, man hatte Angst um jene Agenden, die von Ministern der FPÖ übernommen werden, und jetzt auf einmal sind es Ihnen zu wenig Agenden, die die Minister der FPÖ haben! (Abg. Scheibner: Da sehen Sie, wie gut wir gearbeitet haben!) Das ist einfach nicht stimmig.
Abg. Eder: Das macht ihr jetzt auch so!
Das Bundesministeriengesetz ist aber nicht nur die Organisation der Bundesregierung, sondern es zeigt auch immer ein bisschen politische Geschichte, politische Kultur. Wenn man an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg denkt, war es unbedingt notwendig, überall eine Doppelkompetenz zu haben, denn man musste ja aufpassen, dass der Koalitionspartner nicht etwas Böses macht (Abg. Eder: Das macht ihr jetzt auch so!), und durch die Doppelkompetenzen hat man das damals eben vermieden.
Abg. Eder: Jetzt sitzt der Kukacka beim Verkehrsminister und passt auf, und der Finz passt beim Finanzminister auf!
In der Zwischenzeit ist man in den Zeiten der Alleinregierung draufgekommen, dass auch Bundesminister in sich selbst koordinieren können. Wenn wir also heute – historisch nachdenkend – zum Beispiel den Straßenverkehr im Verkehrsministerium haben und wissen, dass dieser lange Zeit im Wirtschaftsministerium war, weil man dem Eisenbahnminister nicht getraut hat (Abg. Eder: Jetzt sitzt der Kukacka beim Verkehrsminister und passt auf, und der Finz passt beim Finanzminister auf!), oder wenn wir bedenken, dass zum Beispiel der Straßenbau erst vor drei Jahren ins Verkehrsministerium gewandert ist, so sieht man, dass wir einen sehr, sehr großen Fortschritt gemacht haben. Es werden weiterhin Straßen gebaut, der Verkehrsminister hat nicht den ganzen Straßenverkehr lahm gelegt. Ich glaube also, es ist sehr gut, wenn man zu einer Konzentration kommt.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Besonders Angst haben Sie offenbar um den UBAS, um den Unabhängigen Bundesasylsenat. Da möchte ich zunächst einmal herzlich für das Lob für unseren liberalen Innenminister Dr. Strasser danken. Er ist auch in Zeitungen für viele seiner Aktivitäten, insbesondere in Fragen des Flüchtlingswesens, sehr gelobt worden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ein letzter Punkt: Forschung und Entwicklung. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wahrscheinlich wissen alle, die selbst in diesem Bereich tätig waren – ich war selbst einmal Geschäftsführer einer Forschungsgesellschaft –, um die diffizile Balance zwischen der gewerblichen und der wissenschaftlichen Forschung. Das lässt es auch gar nicht so einfach zu, dass man sagt, die werden in einen Topf geschmissen. Dennoch bin ich sicher, dass sich diese Regierung trotz der Zuständigkeit von drei Ministerien, die wir derzeit haben, bemühen wird, eine Koordination aller Forschungsagenden herbeizuführen, denn für die Forschung ist insbesondere auch eines wichtig: dass sie eine entsprechend hohe Dotierung hat. Und hier vertraue ich eigentlich auf das Doppelbudget, das wir bald beschließen werden, dass im heurigen Jahr und im nächsten Jahr ausreichend Geld für die Forschung in Österreich zur Verfügung stehen wird. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Das kann man ruhig unterstellen!
Ich schildere Ihnen das jetzt, weil im Zusammenhang mit dem UBAS Ähnliches passiert, wenngleich auf einer völlig anderen gesetzlichen Ebene, denn der Unabhängige Bundesasylsenat ist eine unabhängige Einrichtung. Er ist deshalb eine unabhängige Einrichtung, und das unterscheidet all jene, die sich bisher dazu geäußert haben und die offensichtlich – ich will ihnen jetzt nicht unterstellen, dass sie die Geschichte des UBAS nicht kennen – nicht bedenken, warum es den UBAS überhaupt gibt (Abg. Dr. Jarolim: Das kann man ruhig unterstellen!), denn bis zum Jahre 1997 hatten wir in Österreich die kuriose Situation, dass die zweite Instanz im Asylverfahren in genau jenem Ressort lag, wo auch die erste Instanz vorher die Entscheidungen innehatte, nämlich im Innenministerium. Da hat man im Zimmer links am Gang die Bescheide gemacht, und im Zimmer auf der Visavis-Seite rechts am Gang hat man dann in der Instanz darüber entschieden, ob das korrekt war oder nicht.
Rufe bei der ÖVP: Gabitzer!
Dieser Missstand wurde mit der Einrichtung des Unabhängigen Bundesasylsenates abgestellt. Damals – ich kann mich gut daran erinnern, wie die Diskussion geführt wurde; die Grünen haben dieser Einrichtung damals mit Freude zugestimmt, und ich glaube mich zu erinnern, dass das eine einhellige Entscheidung des Nationalrates war; damals waren die Freiheitlichen auch noch in Opposition – ist nicht einmal in Ansätzen irgendwo der Gedanke aufgetaucht, geschweige denn verbalisiert worden, dass man, wenn man so will, die Personal- und die Finanzhoheit im Innenministerium belässt. Denn – und das ist der Schlüssel zu diesem Problem – diese ganze Frage der Anscheinsunabhängigkeit – Juristen und Juristinnen unter Ihnen wie der Frau Dr. Baumgartner-Gubitzer (Rufe bei der ÖVP: Gabitzer!) wird das wohl etwas sagen –, das ist der Punkt, das ist der – ich würde jetzt sagen: hoffentlich nie – Skandal, aber er könnte zum Skandal werden, wenn diese Anscheinsunabhängigkeit nicht mehr gewahrt ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Dieser Missstand wurde mit der Einrichtung des Unabhängigen Bundesasylsenates abgestellt. Damals – ich kann mich gut daran erinnern, wie die Diskussion geführt wurde; die Grünen haben dieser Einrichtung damals mit Freude zugestimmt, und ich glaube mich zu erinnern, dass das eine einhellige Entscheidung des Nationalrates war; damals waren die Freiheitlichen auch noch in Opposition – ist nicht einmal in Ansätzen irgendwo der Gedanke aufgetaucht, geschweige denn verbalisiert worden, dass man, wenn man so will, die Personal- und die Finanzhoheit im Innenministerium belässt. Denn – und das ist der Schlüssel zu diesem Problem – diese ganze Frage der Anscheinsunabhängigkeit – Juristen und Juristinnen unter Ihnen wie der Frau Dr. Baumgartner-Gubitzer (Rufe bei der ÖVP: Gabitzer!) wird das wohl etwas sagen –, das ist der Punkt, das ist der – ich würde jetzt sagen: hoffentlich nie – Skandal, aber er könnte zum Skandal werden, wenn diese Anscheinsunabhängigkeit nicht mehr gewahrt ist. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf bei den Grünen, weil das Licht am Rednerpult bereits leuchtet.
Ich frage mich – niemand hat hier auch nur einen Satz der Begründung dafür gesagt, und wenn Sie, Herr Staatssekretär Morak, jetzt in Ihrer Eigenschaft als Bundeskanzler da sitzen ... (Zwischenruf bei den Grünen, weil das Licht am Rednerpult bereits leuchtet.) Ich weiß, dass meine Zeit um ist, aber noch nicht ganz, sondern ...
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie, Herr Staatssekretär, einmal so weit gekommen sind, dann ist es für Menschenrechte und Menschlichkeit schon sehr weit fortgeschritten – im negativen Sinn. Darf ich Ihnen das aus der guten Erfahrung unserer Zusammenarbeit im Menschenrechtsausschuss in aller Freundschaft sagen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Zunächst einige kurze Bemerkungen zu den Vorrednern. Zum einen überrascht es mich, aber es freut mich durchaus, dass sich die Abgeordneten der sozialdemokratischen Fraktion um die Einflussmöglichkeiten der Freiheitlichen in der neuen Bundesregierung auf Grund der Kompetenzverteilung Sorgen machen. – So schlecht dürfte die freiheitliche Arbeit in den letzten drei Jahren also nicht gewesen sein, denn sonst würden Sie sich heute nicht wünschen, dass wir mehr Ressorts mit mehr Kompetenzen besetzen können! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Glauben Sie mir – diesbezüglich bin ich ausnahmsweise mit Ihnen einer Meinung –: Ich hätte mir auch gewünscht, dass wir mehr Ressorts besetzen können und mehr Kompetenzen haben, weil ich überzeugt bin, dass wir auch in Zukunft gute Arbeit für Österreich und für die österreichische Bevölkerung leisten können! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich muss an dieser Stelle selbstkritisch feststellen, dass durchaus auch durch unser eigenes Verschulden der Wähler uns leider nicht mehr Stärke hier im Parlament und damit auch nicht in der österreichischen Bundesregierung gegeben hat.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir werden aber selbstverständlich auch mit den Möglichkeiten, die wir jetzt haben, unter Beweis stellen, dass das Vertrauen, das auch Sie anscheinend in den letzten drei Jahren in unsere Regierungsarbeit gesetzt haben, gerechtfertigt ist und wir nach den nächsten Wahlen wieder mit der Stärke in einer künftigen Bundesregierung sein werden, die Sie von uns erwarten und die Sie sich erhoffen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.
Es geht in diesem Zusammenhang auch um Verfassungsbestimmungen, und dafür ist der Verfassungskonvent sicherlich der richtige Ort. Aber da darf es kein Augenzwinkern geben, meine Damen und Herren, denn Ihre Vorschläge wurden ja bereits in Gesetzesform gegossen. Das haben Sie ja mit beschlossen! Jetzt geht es darum, dass wir möglichst alle gemeinsam in den nächsten Wochen und Monaten eine sinnvolle, vernünftige Regelung diskutieren, denn da geht es ja auch um Verfassungsgesetze. Diese Diskussion muss abseits von merkwürdigen parteipolitischen Versuchen, irgendetwas ins Gespräch zu bringen, ablaufen. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich auch nicht, lieber Kollege, denn ich hatte die Wahl, mich für eine Politikerpension zu entscheiden. Ich habe mich dagegen entschieden, und ich hoffe, dass sich alle anderen auch so entschieden haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich hoffe, dass auch die Intentionen der Österreichischen Volkspartei in diese Richtung gehen. Das wäre nämlich ein wichtiger Beitrag für die Stärkung der Sicherheit in unserem Land, vor allem in der Ostregion. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Nürnberger.
Wenn man Manager aus wirklich renommierten Unternehmungen, die sich hauptsächlich mit Forschung beschäftigen, wie etwa den Vorstandsvorsitzenden der AT&S Willi Dörflinger, zitiert, der meint, dass die Bundesregierung die Forschung vernachlässigt, dann wird offenbar, dass man genau auf diese Zukunftsthemen wirklich keine Rücksicht genommen hat! Vielmehr haben Sie alles sehr nett aufgeteilt und geschaut, dass alle dabei etwas zu reden haben! Wir alle wissen aber ganz genau, dass in dem großen Beamtenapparat wahrscheinlich allein auf Grund der Kompetenzen der Ministerien einiges untergeht. (Zwischenruf des Abg. Nürnberger.)
Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.
Wenn Sie gesagt haben, dass all das eigentlich nur von der SPÖ kommt, dann lesen Sie bitte das letzte „News“! Frau Kollegin Partik-Pablé hat gemeint, dass wir das Gras wachsen hören. – Frau Kollegin! Im „News“ steht allerdings, dass der Herr Landeshauptmann von Kärnten sagt: „Das ist nicht mehr meine FPÖ.“ (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Und dann erwähnt er – mir geht leider die Zeit aus –, dass die Landeshauptleute ihre Emissäre beziehungsweise Verwandten in diese Bundesregierung schicken durften, damit in dieser Regierung nichts von ihnen Ungewolltes passiert. – Das ist eigentlich die Neustrukturierung und die neue Kompetenzverteilung dieser Bundesregierung! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Gesund zu sein, ist, wie wir wissen, ein wichtiger Wunsch der Menschen. Jeder von uns wünscht anderen zu bestimmten Anlässen Gesundheit, und jeder wünscht sie sich auch selbst. Es ist dies ein elementares Grundbedürfnis der Menschen. Im Gesundheitsministerium sind alle Agenden des Gesundheitswesens zusammengefasst. Erstmals befinden sich der Spitalsbereich und der niedergelassene Bereich in einer Hand. Diesbezüglich hat es ja immer wieder Kritik hinsichtlich der Zuständigkeit, ob Kasse oder Ministerium, gegeben. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.
Besonders wichtig ist das letzte Modul, die universitäre Ausbildung für Pflegeberufe, die es in Österreich nur bedingt gibt. Die notwendige Pflegebetreuung und Gesundheitsvorsorge wird in Zukunft aber nur dann zu leisten sein, wenn ein exzellentes gesundheitspolitisches Konzept erarbeitet wird. Dabei sind Status und Autonomie des Pflegeberufes anzuheben. Es ist ein langer Weg, den die Pflegeberufe gehen müssen, um die Autonomie wirklich zu bekommen. Mit dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz 1997 ist viel geschehen, und eine adäquate Finanzierung der Ausbildung muss auf jeden Fall gewährleistet werden. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Herr Staatssekretär Morak, ich kenne Sie noch vom Burgtheater, und heute haben Sie mit Ihrer Darlegung zum Bundesministeriengesetz den Pförtner der Kapuzinergruft an Leidenschaftlichkeit wirklich spielend in den Schatten gestellt! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) So etwas von Desengagement und von gewissermaßen leidvollem Absolvieren von Pflichtveranstaltungen mit hängenden Mundwinkeln – entschuldigen Sie! – habe ich schon lange nicht gesehen!
Beifall bei den Grünen.
Ich weiß, dass auch die Regierungserklärung dieses Haus bei weitem noch nicht in Euphorie versetzen konnte. Ich weiß, dass der Applaus von Seiten der Freiheitlichen nach den Darlegungen von Bundeskanzler Schüssel sehr verhalten war. Aber so deprimierend, wie Ihre heutige Darbietung bei dieser doch so wesentlichen und inhaltlich wichtigen Sache war, hätte das Ganze wirklich nicht sein müssen, Herr Staatssekretär! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Der unsichtbare, aber wichtigste Teil ist der Landesteil. Meine Vorrednerin kommt aus dem Bundesrat, sie weiß ja Bescheid, wie stark die Länder in der Gesundheitspolitik mitmischen, und zwar häufig Kosten treibend. Auf der anderen Seite gibt es jetzt eine zuständige Ministerin, nämlich Frau Rauch-Kallat, und Sie, Herr Staatssekretär – deswegen bringe ich die Sprache auf dieses leidige Problem –, haben auch noch im Gesundheitsbereich zu tun, allerdings bleibt Ihnen womöglich praktisch nur mehr die Verwaltung eines Schreibtisches. Und das tut mir Leid!. Das tut mir Leid für Sie, das tut mir Leid für die Gesundheitspolitik, und das tut mir Leid für die verschiedenen Leute, die halt doch auf Pflege, auf ärztliche Leistungen und vor allem auf Vorsorge angewiesen sind! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich jedenfalls hätte mir im Sinn einer ambitionierten Bündelung gerade in diesem Bereich, der auch im Sinne meiner Vorrednerin sehr gesundheitsfördernd und vorsorgend wirkt – ein Stichwort ist Lebensmittelsicherheit –, mehr erwartet, vor allem aber: mehr Engagement und mehr Einsatz in der Sache, insbesondere von Ihrer Seite! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube daher, dass die jetzige Ministerienaufteilung mit den Staatssekretären eine gute Basis für die notwendigen Reformen dieser Legislaturperiode bietet, und bin diesbezüglich sehr zuversichtlich. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Hans Langreiter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Staatssekretäre! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Frau Abgeordnete Moser, lange Gesichter und hängende Mundwinkel sieht man bei den Grünen ständig, zuletzt bei der verpassten Regierungsbeteiligung. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Fragen Sie Ihren Klubobmann!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
ganze Debatte –: „Schwach anfangen und stark nachlassen.“ Ad multos annos dieser Bundesregierung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Allgemeiner Beifall.
Ich möchte aber doch auf zwei, drei mir sehr wichtige Anliegen eingehen. Ich glaube – und ich habe das noch bei jeder Gelegenheit und jeder Debatte hier gesagt, meine sehr geehrten Damen und Herren –, es ist schon in Ordnung, richtig und notwendig, dass immer, wenn eine neue Regierung antritt, ein solches Gesetz beschlossen wird. Aber wir alle sollten nicht vergessen, dass Tausende Kolleginnen und Kollegen davon betroffen sind und „verschoben“ werden. Ich glaube, wir sind gemeinsam aufgerufen, als Hohes Haus einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Kollegenschaft im öffentlichen Dienst nicht verunsichert wird, sondern dass man ideale Rahmenbedingungen schafft und ihre Leistungen anerkennt. Ich bedanke mich bei den öffentlich Bediensteten unserer Republik für ihre Leistungen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Schöls: Hast du mit dem Bundeskanzler verhandelt?
Ich möchte die Botschaften, die hier hin und her gesendet worden sind, nicht wiederholen, wir alle kennen sie. Ich würde nur auch meinen, meine sehr geehrten Damen und Herren: Wenn man schon solche Kompetenzen ändert, dann muss auch klar sein, wer für die öffentlich Bediensteten zuständig ist. Ich spreche keinem Regierungsmitglied irgendeine Kompetenz ab. Aber sie müssen auch ein Pouvoir haben, wenn sie zu Verhandlungen gehen, damit nicht ein Minister oder Staatssekretär zu wichtigen Verhandlungen geht, anscheinend kein Pouvoir mit auf den Weg bekommen hat, daraufhin heimgehen muss, sodass man schließlich doch wieder an den Herrn Bundeskanzler schreiben muss: Bitte, lieber Herr Bundeskanzler, wir müssen mit Ihnen die Verhandlungen führen. (Abg. Schöls: Hast du mit dem Bundeskanzler verhandelt?)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich lade Sie ein, diesem Entschließungsantrag Ihre Zustimmung zu geben. Ich glaube, wir sind es den betroffenen Personen, den Kolleginnen und Kollegen schuldig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Reheis.
hier von diesem Rednerpult aus gegen die Reduktion der Promillegrenze gewettert hat – für die Gastwirte, für die Kirchtage –, und jetzt als Staatssekretär in diesem Ressort sitzt, so ist er eher ein Objekt der Forschung und sollte mit Forschung und Innovation als Subjekt möglichst wenig zu tun haben. Das würde ich vorschlagen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Reheis.)
Beifall bei den Grünen.
Donabauer hat gemeint, dieses Gesetz soll den Bedürfnissen entsprechen. Was ich aber nicht möchte, was ich aus den Verhandlungen gehört habe, ist: dass Ministerien zur „Bedürfnisanstalt“ von Regierungsparteien werden. Das kann es nicht sein! (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Nein, das kann es wirklich nicht sein ...!
Wir haben gehört, die Freiheitlichen haben auf ein Staatssekretariat gepocht. Die ÖVP hat überlegt, kommt nach einigen Stunden retour – vielleicht war es kürzer – und sagt: Ja, aber dann brauchen wir einen Kukacka im Ministerium! – Nochmals: Das kann es nicht sein! (Ruf bei der ÖVP: Nein, das kann es wirklich nicht sein ...!)
Beifall bei den Grünen.
Wir haben möglicherweise ein starke Frau als Ministerin, aber man wird sehen: Ihre Möglichkeiten werden begrenzt sein. Das kann kein Ziel eines Bundesministeriengesetzes sein. Dies festzustellen, genügt normaler Mut. Tollkühn ist die Regierung, die so etwas beschließt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen gibt wesentliche Kompetenzen im Veterinärwesen und den damit verwandten Materien ab, was eigentlich sehr schade ist, denn wo, wenn nicht hier, bringt der Tierarzt Mag. Haupt fachliche Kompetenzen ein? Auch wenn es hier im Hause nicht so oft vorkommt, dass dem politischen Mitbewerber Anerkennung gezollt wird – heute ist es ausnahmsweise schon einige Male geschehen –: Im Bereich Veterinärwesen, Tierschutz würde ich dem Herrn Bundesminister Haupt – er ist nicht mehr anwesend, aber vielleicht richten es ihm die Kollegen aus – doch sehr hohe Kompetenz attestieren, und finde es wirklich schade, dass es der „Koalitionspartner“ – unter Anführungszeichen – nicht zugesteht, diese fachliche Kompetenz auch in ausreichendem Maße in die Regierungsarbeit einzubringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Den „großen Bruder“ soll man aber nicht verärgern, weshalb Ihnen, Herr Minister Haupt, Ihre Kernkompetenz kurzerhand weggenommen wurde. Der Preis für den Titel „Vizekanzler“ ist eben sehr hoch. Aber, sollte Ihnen das ein Trost sein: Wenigstens Ihre Parteifreunde Schweitzer und Haubner dürfen sich in den auf sie speziell zugeschnittenen Ressorts selbst verwirklichen. Über den Preis dafür brauchen Sie sich auch keine Gedanken zu machen, denn den zahlen ohnehin der Steuerzahler und die Steuerzahlerin. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Die Redezeit ist aus!
Um auf den Veterinär- und Tierschutzbereich zurückzukommen: Da wird die Kompetenz in der Vollziehung gleich noch einmal aufgeteilt, damit ja nichts „passieren“ kann, nämlich auf das wiederum neu geschaffene Bundesministerium für Gesundheit und Frauen und auf das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, das die Hauptkompetenz für den Tierschutz bekommt beziehungsweise behält. Da befürchten Tierschutzorganisationen zu Recht, dass sich die Landwirtschaft damit nur selbst kontrolliert, und zwar sowohl im Bereich der Futtermittel, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel als auch im Veterinärbereich. Es gibt keine wahrnehmbare Trennung zwischen der Produktion auf der einen Seite und der Kontrolle auf der anderen Seite. Das ist rechtsstaatlich ein untragbarer Zustand. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Die Redezeit ist aus!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Die österreichische Bevölkerung ist erfreulicherweise tierfreundlich. Das wissen wir, das ist auch durch den Erfolg des Tierschutz-Volksbegehrens dokumentiert und wird jeden Tag aufs Neue bewiesen, wenn Menschen selbst liebevoll Tiere halten oder sich in ihrer Freizeit im Tierschutz engagieren, am Wochenende freiwillig Ställe ausmisten oder verletzte Tiere unentgeltlich ins Tierspital befördern. Deshalb verstummen auch unsere Forderungen nach einem einheitlichen Tierschutzgesetz nicht, das die höchsten Schutzstandards garantiert und nicht nur einen kleinsten gemeinsamen Nenner darstellt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Wir hätten eigentlich den Tierschutz ins Bildungsministerium verlegen sollen!
Eine weitere Kompetenzzersplitterung in der Vollziehung lässt auch die Forderung nach einem Tierschutzanwalt, der unabhängig agieren kann und weisungsungebunden ist und der auch durch die ressortmäßige Eingliederung nicht einmal den Anschein einer Befangenheit erwecken soll, besonders akut erscheinen. Die verstärkte Förderung tierschutzrelevanter Studien, deren Ergebnis auch in die Gesetzgebung einfließen sollten, wurde ebenfalls versäumt. (Abg. Dr. Brinek: Wir hätten eigentlich den Tierschutz ins Bildungsministerium verlegen sollen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich komme schon zum Schlusssatz. Ich glaube – nein, ich weiß! –, dass es in der Bevölkerung einen breiten gesellschaftlichen Konsens über den Tierschutz gibt, und es wäre schön, wenn sich dieser Konsens auch in diesem Hause widerspiegeln würde. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Steibl: Stimmt auch!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Es wurde heute schon kritisiert, dass die Opposition nie etwas Positives, das von der Regierung ausgeht, bekräftigt. (Abg. Steibl: Stimmt auch!) – Bitte hören Sie gut zu: Wir freuen uns, dass es wieder ein Frauenministerium gibt, und wir freuen uns, dass wir eine Frauenministerin haben. (Beifall bei den Grünen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der ÖVP.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Es wurde heute schon kritisiert, dass die Opposition nie etwas Positives, das von der Regierung ausgeht, bekräftigt. (Abg. Steibl: Stimmt auch!) – Bitte hören Sie gut zu: Wir freuen uns, dass es wieder ein Frauenministerium gibt, und wir freuen uns, dass wir eine Frauenministerin haben. (Beifall bei den Grünen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen.
Wir freuen uns auch darüber, dass damit eine jahrelange Forderung der Grünen erfüllt worden ist. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.) Es wird sich jetzt zeigen, wie stark und wie einflussreich dieses Frauenministerium tatsächlich ist, denn darauf – und allein darauf! – wird es ankommen. Es wird sich zeigen, ob die vorrangigen Aufgaben, die dringend zu lösen sind, angegangen werden. Unter diesen vorrangigen Aufgaben verstehen wir nicht die Anpreisung des „Unternehmens Haushalt“ – um das einmal klarzustellen –, bei dem Frauen als Unternehmerinnen ohne Mindestlohn und soziale Absicherung fungieren. Wir verstehen unter diesen vorrangigen Aufgaben auch nicht das heute schon erwähnte dreitägige Bewerbungsseminar für hoch qualifizierte Frauen in sehr luxuriösen Hotels. – Das ist es nicht, was wir unter vorrangigen Aufgaben der Frauenpolitik verstehen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir freuen uns auch darüber, dass damit eine jahrelange Forderung der Grünen erfüllt worden ist. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.) Es wird sich jetzt zeigen, wie stark und wie einflussreich dieses Frauenministerium tatsächlich ist, denn darauf – und allein darauf! – wird es ankommen. Es wird sich zeigen, ob die vorrangigen Aufgaben, die dringend zu lösen sind, angegangen werden. Unter diesen vorrangigen Aufgaben verstehen wir nicht die Anpreisung des „Unternehmens Haushalt“ – um das einmal klarzustellen –, bei dem Frauen als Unternehmerinnen ohne Mindestlohn und soziale Absicherung fungieren. Wir verstehen unter diesen vorrangigen Aufgaben auch nicht das heute schon erwähnte dreitägige Bewerbungsseminar für hoch qualifizierte Frauen in sehr luxuriösen Hotels. – Das ist es nicht, was wir unter vorrangigen Aufgaben der Frauenpolitik verstehen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Also das geht aber wirklich zu weit!
Eine weitere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass beide, nämlich Väter und Mütter, die Karenzzeit in Anspruch nehmen und dass ein beruflicher Wiedereinstieg nach der Karenzzeit möglichst gut und reibungslos stattfinden kann. Durch das Kinderbetreuungsgeld haben Sie jedoch das Gegenteil erreicht! Es wird höchste Zeit, dass genau diese Maßnahmen zurückgenommen und anders gelenkt werden. (Abg. Steibl: Also das geht aber wirklich zu weit!) – Natürlich! Bitte lesen Sie die neue Studie, wahrscheinlich haben Sie sie noch nicht. (Rufe bei der ÖVP: Oja!) Es ist nötig, hier entsprechend gegenzusteuern. (Beifall bei den Grünen.)
Rufe bei der ÖVP: Oja!
Eine weitere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass beide, nämlich Väter und Mütter, die Karenzzeit in Anspruch nehmen und dass ein beruflicher Wiedereinstieg nach der Karenzzeit möglichst gut und reibungslos stattfinden kann. Durch das Kinderbetreuungsgeld haben Sie jedoch das Gegenteil erreicht! Es wird höchste Zeit, dass genau diese Maßnahmen zurückgenommen und anders gelenkt werden. (Abg. Steibl: Also das geht aber wirklich zu weit!) – Natürlich! Bitte lesen Sie die neue Studie, wahrscheinlich haben Sie sie noch nicht. (Rufe bei der ÖVP: Oja!) Es ist nötig, hier entsprechend gegenzusteuern. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Eine weitere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass beide, nämlich Väter und Mütter, die Karenzzeit in Anspruch nehmen und dass ein beruflicher Wiedereinstieg nach der Karenzzeit möglichst gut und reibungslos stattfinden kann. Durch das Kinderbetreuungsgeld haben Sie jedoch das Gegenteil erreicht! Es wird höchste Zeit, dass genau diese Maßnahmen zurückgenommen und anders gelenkt werden. (Abg. Steibl: Also das geht aber wirklich zu weit!) – Natürlich! Bitte lesen Sie die neue Studie, wahrscheinlich haben Sie sie noch nicht. (Rufe bei der ÖVP: Oja!) Es ist nötig, hier entsprechend gegenzusteuern. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Stummvoll.
Frau Ministerin Rauch-Kallat, ich kann Ihnen Folgendes versprechen: Wenn Sie frauenpolitische Maßnahmen und Gesetze durchsetzen wollen, die dahin gehen, dass es endlich zu einer besseren Gleichstellung von Frauen und Männern kommt, werden Sie die Unterstützung der Grünen dafür haben. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Stummvoll.)
Abg. Wittauer: Das war ein Tatsachenbericht!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich möchte mich am Anfang meiner Ausführungen noch ein bisschen mit dem Selbstlob des Herrn Klubobmannes Scheibner beschäftigen. – Wir haben nie behauptet, dass alles schlecht war, was diese Regierung gemacht hat. (Abg. Wittauer: Das war ein Tatsachenbericht!) Gerade im Bereich der Landesverteidigung haben wir einige Beschlüsse durchaus gemeinsam gefasst. Aber das ist Vergangenheit.
Abg. Scheibner: Wo?
Wenn ich die Vorschläge, die Wehrsprecher Scheibner gemacht hat, mit dem vergleiche, was Minister Scheibner dann umgesetzt hat, muss ich schon feststellen, dass da Welten dazwischen liegen. (Abg. Scheibner: Wo?) Eines hat Minister Scheibner aber gemacht: Er hat die REORG durchgezogen, auf die war er stolz. (Abg. Scheibner: Nicht nur!) Jetzt kommt sein Nachfolger, und was macht der aus der REORG des Ministers Scheibner? – Sofort eine neue! Wir werden uns also mit der Bezeichnung schwer tun, ich schlage „REORG zum Quadrat“ oder vielleicht „REORG neu“ vor, dann folgt die „REORG neu-neu“. (Abg. Scheibner: Das ist schon wieder revidiert!) – Du warst noch nicht einmal aus dem Ministerium draußen, da hat dein Nachfolger bereits angekündigt, alles umzudrehen, was du gemacht hast. Das sagt sehr viel über das Klima zwischen diesen beiden Koalitionsparteien.
Abg. Scheibner: Nicht nur!
Wenn ich die Vorschläge, die Wehrsprecher Scheibner gemacht hat, mit dem vergleiche, was Minister Scheibner dann umgesetzt hat, muss ich schon feststellen, dass da Welten dazwischen liegen. (Abg. Scheibner: Wo?) Eines hat Minister Scheibner aber gemacht: Er hat die REORG durchgezogen, auf die war er stolz. (Abg. Scheibner: Nicht nur!) Jetzt kommt sein Nachfolger, und was macht der aus der REORG des Ministers Scheibner? – Sofort eine neue! Wir werden uns also mit der Bezeichnung schwer tun, ich schlage „REORG zum Quadrat“ oder vielleicht „REORG neu“ vor, dann folgt die „REORG neu-neu“. (Abg. Scheibner: Das ist schon wieder revidiert!) – Du warst noch nicht einmal aus dem Ministerium draußen, da hat dein Nachfolger bereits angekündigt, alles umzudrehen, was du gemacht hast. Das sagt sehr viel über das Klima zwischen diesen beiden Koalitionsparteien.
Abg. Scheibner: Das ist schon wieder revidiert!
Wenn ich die Vorschläge, die Wehrsprecher Scheibner gemacht hat, mit dem vergleiche, was Minister Scheibner dann umgesetzt hat, muss ich schon feststellen, dass da Welten dazwischen liegen. (Abg. Scheibner: Wo?) Eines hat Minister Scheibner aber gemacht: Er hat die REORG durchgezogen, auf die war er stolz. (Abg. Scheibner: Nicht nur!) Jetzt kommt sein Nachfolger, und was macht der aus der REORG des Ministers Scheibner? – Sofort eine neue! Wir werden uns also mit der Bezeichnung schwer tun, ich schlage „REORG zum Quadrat“ oder vielleicht „REORG neu“ vor, dann folgt die „REORG neu-neu“. (Abg. Scheibner: Das ist schon wieder revidiert!) – Du warst noch nicht einmal aus dem Ministerium draußen, da hat dein Nachfolger bereits angekündigt, alles umzudrehen, was du gemacht hast. Das sagt sehr viel über das Klima zwischen diesen beiden Koalitionsparteien.
Abg. Schöls: Du redest die letzten drei Wochen ...! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! An diesen Kompetenzproblemen, an diesen Führungsproblemen haben wir zu leiden. Wenn wir kurz noch nach Niederösterreich blicken und uns ansehen, was dort im Bereich Infrastruktur geschehen ist, dann stellen wir fest, dass es viele Versprechungen gab, aber wenig gehalten wurde. (Abg. Schöls: Du redest die letzten drei Wochen ...! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Langsam, lassen Sie sich Zeit! Was hat Landeshauptmann Pröll mit seinen Kompetenzen für den Bereich Bundesstraßen getan? – Er ging nach dem Gießkannenprinzip vor: wenige Ortsumfahrungen, dafür viele Kreisverkehre, viele Ortseinfahrten, und dafür hat er sich hochjubeln lassen. Das war alles, was wir vom Herrn Landeshauptmann gesehen haben.
Zwischenrufe der Abgeordneten Wittauer und Schöls.
LH Pröll macht auch laufend Spatenstiche, zum Beispiel für eine Autobahn. (Zwischenrufe der Abgeordneten Wittauer und Schöls.) Dort gibt es zwar keine UVP, keine Trassenverordnung, keine rechtliche Grundlage – nichts! Wenn man das thematisiert, dann ist das schlicht und einfach nur der Beginn von archäologischen Grabungsarbeiten.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Schöls.
Die Zeit läuft davon – nicht nur meine Redezeit, sondern auch die Zeit für den Ausbau einer Region, die schwer benachteiligt wurde. Meine Damen und Herren von der niederösterreichischen ÖVP: Außer dem „Glühspaten“ vor den Landtagswahlen haben Sie wenig zu bieten. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Schöls.)
Abg. Dr. Rasinger: Wir gehen sehr gut um, Herr Jarolim!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Vielleicht noch einige kurze Worte: Da wir heute Vormittag damit konfrontiert wurden, dass es der Regierung geglückt ist, das höchste Budgetdefizit der Zweiten Republik einzufahren und es ihr gleichzeitig auch gelungen ist, sich beim Wirtschaftswachstum – und das ist ein Kunststück, sechstreichstes Land der Welt waren wir – an die letzte Stelle in Europa zu katapultieren, habe ich mir die Mühe gemacht, zu schauen, wie Sie eigentlich mit dem Geld der Steuerzahler umgehen, wenn Sie diese Regierung aufblähen. (Abg. Dr. Rasinger: Wir gehen sehr gut um, Herr Jarolim!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Rasinger: Mir ist der Kukacka lieber als der Jarolim!
Wenn Sie diesen Betrag in Einfamilienhäuser umrechnen, dann sind das 50 Einfamilienhäuser. Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen: Wenn ich die Wahl hätte – und das sollten Sie auch die Steuerzahler und die Menschen draußen fragen, wenn Sie so groß über diese innovative, tolle neue Regierung sprechen, ob ihnen lieber der Herr Kukacka als Staatssekretär ist, oder vielleicht 50 Einfamilienhäuser –, dann glaube ich, dass die Antwort relativ klar ist. Ich denke Sie sollten die Redlichkeit aufbringen und der Bevölkerung wirklich sagen, was Sie hier mit den Steuergeldern machen und wie Sie sie beim Fenster hinausschmeißen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Rasinger: Mir ist der Kukacka lieber als der Jarolim!)
Abg. Dr. Rasinger: Mehr als Sie!
Ich darf Ihnen vielleicht noch etwas anderes sagen, damit Sie sich nicht so empören: Es ist heute der UBAS zur Diskussion gestanden. Wir wissen alle, dass es einen Grund dafür gegeben hat, dass der Unabhängige Berufungssenat damals dem Kanzleramt unterstellt wurde, nämlich die Unabhängigkeit. Wenn wir schauen, wo der UBAS jetzt hinkommt, nämlich zum Innenminister, dann müssen wir uns natürlich ansehen, was Innenminister Strasser bis jetzt – unter Anführungszeichen –„geleistet“ hat. (Abg. Dr. Rasinger: Mehr als Sie!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann Ihnen nur sagen: Die politische Willkür in diesem Bereich ist atemberaubend! Max Edelbacher – ein international anerkannter Experte, auch in Amerika – wird „geköpft“! Pure Parteipolitik. Herr Bundesminister Strasser, ich muss übrigens auch meine Verwunderung darüber zum Ausdruck bringen, dass Sie noch immer hier unter den Abgeordneten sitzen, was an sich nicht unbedingt Tradition ist. – Die Seltsamkeiten in dieser Regierung sind ja nicht enden wollend. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
geworden ist! (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Nein, meine Damen und Herren, den, der von der Kommission eindeutig als der unfähigste eingestuft wurde, nämlich den Einzigen, von dem man gesagt hat, er soll es nicht werden, den hat Herr Bundesminister Strasser zum General-Nachfolger gemacht. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
geworden ist! (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Nein, meine Damen und Herren, den, der von der Kommission eindeutig als der unfähigste eingestuft wurde, nämlich den Einzigen, von dem man gesagt hat, er soll es nicht werden, den hat Herr Bundesminister Strasser zum General-Nachfolger gemacht. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich meine daher, das, was Sie nach Ihrer Tradition – ich würde sagen, es ist die niederösterreichische ÖVP, die hier im Hintergrund ist – mit dem UBAS machen werden, ist erschreckend. Sie haben hier im Grund genommen auch der Demokratie keinen guten Dienst geleistet, und ich lade Sie zu etwas mehr Redlichkeit ein, meine Damen und Herren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Sie kommt ja wieder! Sie kommt ja wieder am Montag!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn (das Glockenzeichen gebend): Meine Damen und Herren! Ich darf Sie um Ihre besondere Aufmerksamkeit bitten. Nach über zwölfjähriger Tätigkeit als Nationalrätin wird Frau Abgeordnete Dr. Petrovic nun ihre Abschiedsrede halten. – Bitte. (Rufe bei den Freiheitlichen: Sie kommt ja wieder! Sie kommt ja wieder am Montag!)
Abg. Dr. Stummvoll: Das war eine lange Rede! – Abg. Mag. Molterer: Neun Stunden hat das gedauert!
Ich habe das heute in der Früh bereits gesagt, und es ist vielleicht eine merkwürdige historische Koinzidenz: Ich erinnere mich noch an eine meiner ersten Reden im Parlament – ich weiß noch, es war in den späten Abend- oder Nachtstunden, und wir von den Grünen haben damals versucht, die Beschlussfassung zu einem Gesetz hinauszuzögern, aufzuhalten. (Abg. Dr. Stummvoll: Das war eine lange Rede! – Abg. Mag. Molterer: Neun Stunden hat das gedauert!) Ja, das gab es manchmal, und das ist eine gute parlamentarische Tradition, die ein Haus wie dieses meiner Meinung nach gelegentlich schon auch aushält und aushalten kann. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich habe das heute in der Früh bereits gesagt, und es ist vielleicht eine merkwürdige historische Koinzidenz: Ich erinnere mich noch an eine meiner ersten Reden im Parlament – ich weiß noch, es war in den späten Abend- oder Nachtstunden, und wir von den Grünen haben damals versucht, die Beschlussfassung zu einem Gesetz hinauszuzögern, aufzuhalten. (Abg. Dr. Stummvoll: Das war eine lange Rede! – Abg. Mag. Molterer: Neun Stunden hat das gedauert!) Ja, das gab es manchmal, und das ist eine gute parlamentarische Tradition, die ein Haus wie dieses meiner Meinung nach gelegentlich schon auch aushält und aushalten kann. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen, der ÖVP und der SPÖ.
Ich nehme aber zumindest mit, dass es bei all diesen Konflikten auch sehr, sehr viel Hilfsbereitschaft gegeben hat, der Bevölkerung sowieso, aber auch dieses Hauses, und dass der große Unterschied zu damals der ist, dass offenbar gerade die sehr jungen Menschen ihre Stimme für den Frieden erheben und auch ihre Person in den Dienst des Friedens stellen. Das werte ich angesichts all dieser schrecklichen Ereignisse doch als ein gewisses Zeichen der Hoffnung. (Beifall bei den Grünen, der ÖVP und der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Wenn ich mir vor Augen führe, was zu tun gewesen ist, als ich hier begonnen habe, und was jetzt an Aufgaben zu erledigen ist, und dass es wahr ist, dass der internationale Bereich sehr viel größer geworden ist, und dass auch die Fragen der Neuordnung der Kompetenzen im Bundesstaat jetzt endlich einmal angegangen werden müssen und dass das sehr viel Sachverstand brauchen wird, dann würde das allemal rechtfertigen, dass man die Arbeitsmöglichkeiten des Parlaments insgesamt ausbaut und verbessert. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Grünen, der ÖVP und der SPÖ.
Ich denke an den Verfassungsdienst, der meiner Meinung nach klarerweise ins Hohe Haus gehören würde, und ich denke auch an die Möglichkeit von sonstigen Hilfseinrichtungen, wie beispielsweise daran, Wirtschaftskompetenz im Rahmen von Werkverträgen, im Rahmen einer Zuarbeit in Anspruch nehmen zu können – wenn schon nicht als ständige Einrichtung so doch zumindest als zeitweise Möglichkeit. Das wäre schon notwendig, um die Qualität der Arbeit anzuheben. (Beifall bei den Grünen, der ÖVP und der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Erster Präsident!
Ein Allerletztes wollte ich noch sagen, und zwar insbesondere dem Klubobmann Khol. Er ist jetzt zwar nicht da, aber Sie werden es ihm ausrichten. (Ruf bei der ÖVP: Erster Präsident!) – Präsident Khol! Da schwingt noch immer die vergangene Legislaturperiode mit. Ich bin der Meinung, dass Konflikte in diesem Land zu wenig hart und präzise ausgetragen werden. Dabei meine ich nicht Verletzungen anderer Personen, überhaupt der persönlichen Sphäre, aber politische Positionen klar herauszuarbeiten und auch die Gegensätze und nicht immer gleich nach dem Schulterschluss zu rufen, das halte ich für in einer Demokratie notwendig. Ich denke,
Beifall bei den Grünen, der ÖVP und der SPÖ.
das macht eigentlich das Wesen von Demokratie aus. (Beifall bei den Grünen, der ÖVP und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
In dem Sinne, finde ich, sollten wir die Hoffnung nicht aufgeben oder auch diese Eigenschaften in den Menschen stärken, damit wir uns vielleicht irgendwann einmal diesen Vorstellungen zumindest nähern könnten. Einstweilen bin ich auch so realistisch, dass ich mir denke: In dieser Legislaturperiode wird das nicht geschehen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Lebhafter, lang anhaltender allgemeiner Beifall. – Die Abgeordneten der Grünen und Abgeordnete der SPÖ erheben sich von ihren Plätzen. – Abg. Dr. Van der Bellen überreicht Abg. Dr. Petrovic einen Blumenstrauß. – Einige Abgeordnete der Grünen, der ÖVP und der SPÖ begeben sich zu Abg. Dr. Petrovic und verabschieden sich persönlich von ihr.
Ich hoffe, dass die Situation so bleibt, und dass Fälle, in denen man vielleicht wirklich sagen muss, dass eine solche Not herrscht, dass wir ganz zusammenrücken müssen, diesem Haus und diesem Land erspart bleiben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine kontroversielle, eine lebendige und eine gute Arbeit. Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass ich mich nicht gelegentlich aus der St. Pöltner Perspektive ein wenig einmischen werde; Möglich ist auch, dass ich dann auch einen anderen Blickwinkel in Richtung Bundesregierung oder Zentralverwaltung haben und vertreten werde. Ich denke, das wird mir vielleicht auch ganz gut tun. Und wenn Sie mir allzu sehr abgehen, dann werde ich Sie besuchen kommen. (Lebhafter, lang anhaltender allgemeiner Beifall. – Die Abgeordneten der Grünen und Abgeordnete der SPÖ erheben sich von ihren Plätzen. – Abg. Dr. Van der Bellen überreicht Abg. Dr. Petrovic einen Blumenstrauß. – Einige Abgeordnete der Grünen, der ÖVP und der SPÖ begeben sich zu Abg. Dr. Petrovic und verabschieden sich persönlich von ihr.)
Beifall bei der ÖVP.
Es war notwendig, diese Fristen zu verlängern, weil sich gezeigt hat, dass die ursprünglich bemessene Frist trotz des enormen Engagements der Mitarbeiter des Fonds sich anhand der praktischen Erfahrungen als zu kurz für die Bewältigung der mit dem Versöhnungsfonds verbundenen komplexen Aufgaben erwiesen hat. Lassen Sie mich bei dieser Gelegenheit im Namen meiner Fraktion dem Vorsitzenden des Komitees, der heute hier anwesend ist – Botschafter Dr. Ludwig Steiner –, sehr, sehr herzlich für seine engagierte Arbeit danken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch Ihnen, Herr Generalsekretär Dr. Richard Wotava, sei herzlich gedankt. Auch Sie haben sich besonders bemüht und besonderes Engagement gezeigt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bedanken möchte ich mich im Namen meiner Fraktion auch bei Büroleiter Dr. Wolfgang Renezeder in Vertretung der gesamten Mannschaft, die hervorragend und sehr, sehr effizient gearbeitet hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es freut mich, dass wir hier im Parlament zu diesem Thema wahrscheinlich einen einstimmigen Beschluss zustande bringen werden, und es freut mich, dass wir mit diesem Gesetz, mit der Verlängerung der Frist für den Fonds, mit der hervorragenden Arbeit derer, die die Dinge im Fonds abwickeln, der Welt zeigen können, dass wir uns ernsthaft bemühen, unsere Vergangenheit aufzuarbeiten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und der Abg. Mag. Stoisits.
Insofern steht in diesem Fall nicht nur die materielle Wiedergutmachung, sondern auch die moralisch-geistige Dimension im Vordergrund, weshalb einige Zeitungsberichte, wonach es bei der Auszahlung nicht nur beträchtliche bürokratische Hindernisse zu geben scheine, sondern einzelne Menschen überhaupt um ihre Entschädigung umfielen, umso bedauerlicher sind. Es bleibt nur zu hoffen, dass das beschämendste Kapitel österreichischer Geschichte nicht auch noch einen unwürdigen Abschluss findet. Es bleibt außerdem zu hoffen, dass der Nationalfonds, der eingerichtet wurde, um ein Stück österreichischer Geschichte und das Schicksal verfolgter Menschen zu bearbeiten, über das Jahr 2004 hinaus bestehen bleiben und auch ausreichend dotiert sein wird, um einen Beitrag zum Gedenken an eines der dunkelsten Kapitel der österreichischen Geschichte zu leisten. – Immer schön wachsam bleiben! (Beifall bei der SPÖ und der Abg. Mag. Stoisits.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Versöhnungsfondsgesetz ist eine Maßnahme, die die Menschenwürdigung der Regierung mit hoher Kompetenz auszeichnet. Ich darf mich bei dieser Gelegenheit bei der Regierung für die Einsicht und bei Professor Steiner für seine Verdienste um den Versöhnungsfonds und um die Tätigkeit in diesem Zusammenhang bedanken. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir werden einer Verlängerung der Funktionsdauer des Fonds bis 31. Dezember 2004 zustimmen und sind sehr glücklich darüber, dass es dazu einen Vier-Parteien-Konsens gibt. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Der Bericht der Historikerkommission zeigt uns, dass wir hier im Nationalrat, dass die Politik insgesamt und im Speziellen auch die Bundesregierung noch wesentliche Aufgaben zu leisten haben, und ich lade Sie dazu ein, dass wir gemeinsam so konstruktiv wie in der Vergangenheit diese Dinge angehen und dann auch lösen. – Danke ganz herzlich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die sachliche und konstruktive Diskussion muss weiter bestehen bleiben, aber weder in der Form von Hetze und Schuldzuweisung, noch im Fortbestand einer undifferenzierten Selbstbezichtigung. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich bin gestrichen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Dr. Partik-Pablé. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich bin gestrichen!) – Gut.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mit dem Bericht, mit dem Gesetz und mit der Arbeit, für die ich mich auch von dieser Stelle aus herzlich bedanke, haben wir ein Stück Selbstaufklärung betrieben und sind dem notwendigen Handeln einen weiteren Schritt zu einer modernen, selbstbewussten Gesellschaft näher gekommen! – Danke (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich denke, es ist auch Ausdruck eines liberalen Rechtsstaates und einer offenen Gesellschaft, wie wir mit Religionsgemeinschaften in Österreich umgehen, und es ist dies zweifelsohne gerade in diesen Tagen auch ein wesentlicher Beitrag zur Völkerverständigung. – Ich danke Ihnen für Ihre Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Amon: Zum Thema!
Wenn dadurch keine Kosten erwachsen, dann ist das sicherlich für den Bund eine erfreuliche Tatsache, denn insgesamt sind wir gerade dabei, für den Bildungsbereich doch gravierende Einsparungsmaßnahmen vorzunehmen. Sicherlich glauben allerdings weder Lehrer noch Standesvertreter, dass die Unterrichtsstunden nur deswegen gekürzt werden, damit unsere Schülerinnen und Schüler weniger lang in der Schule sind. (Abg. Amon: Zum Thema!) Vielmehr geht es dabei klar und eindeutig um Einsparungseffekte, denn jeder, der einigermaßen rechnen kann, wird auch wissen: Weniger Unterricht bedeutet auch weniger Lehrerstunden und damit weniger Dienstposten.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Österreich ist mit diesem Gesetz insgesamt sicherlich gut bedient und dokumentiert weiterhin seine Weltoffenheit, seine Toleranz und seinen Pluralismus (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Deshalb war das bisher ein unbefriedigender Zustand, und es freut uns, dass wir heute hier dieses Gesetz im Sinne einer freien offenen Gesellschaft und vor allem im Sinne der Religionsfreiheit, wie auch schon gesagt wurde, beschließen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Zur Sache!
Es ist einfach unfassbar! Wer sich näher mit der Gehörlosensprache, der Gebärdensprache, und mit der Situation Gehörloser befasst und mitbekommt, dass das Verständnis und die Auffassung über das Lippenlesen nur in einem sehr minimalen Ausmaß möglich ist, der kann sich doch nicht hinstellen und nachher so tun, als wäre das kein Problem! (Abg. Neudeck: Zur Sache!) Auch wenn Sie „Zur Sache!“ rufen, werden Sie sich das jetzt noch anhören müssen!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich kann Ihnen bei dieser Gelegenheit nur ankündigen, dass wir diese Angelegenheit in dieser Gesetzgebungsperiode mit allen uns zu Gebote stehenden Möglichkeiten und mit allem Nachdruck hier im Parlament vertreten werden. Es wird Ihnen nicht so leicht gelingen, das wieder in die Schublade zu legen und durch Vertagung wegzubringen. Wir werden darum kämpfen, dass diese Anerkennung endlich möglich wird! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich glaube, dass dieser heutige Beschluss eine sehr weitsichtige Maßnahme ist, die nicht nur im Hinblick auf die Gleichbehandlung der koptisch-orthodoxen Kirche der formellen Parität im österreichischen Staatskirchenrecht Rechnung trägt, sondern durchaus auch der Weiterentwicklung der ökumenischen Bemühungen der christlichen Kirchen dienen kann. – Ich bitte daher, dem vorliegenden Gesetzentwurf die Zustimmung zu erteilen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.
Ich richte meinen Dank an alle Fraktionen, dass Sie diesem Antrag zustimmen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich weiß, dass schon einige Schritte in die richtige Richtung gesetzt wurden. Aber ich glaube, dass wir diesen Antrag noch einmal ordentlich durchbesprechen und verhandeln und dann zu einer Lösung kommen sollten, nach welcher es vor allem für die vielen jungen Menschen, die Fahrschulen besuchen müssen, zu einer Verbilligung des Führerscheines kommt. – In diesem Sinne bitte ich, diese Materie sehr sachlich zu behandeln, und danke für die Aufmerksamkeit! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
In dem Sinne werte ich diese Eingabe Ihrerseits als Beginn einer Diskussion, die zu führen sein wird. Wir sollten aber auch im Umgang mit unseren Ausbildnern sehr fair sein und bedenken, dass wir eine hohe Qualität haben, die natürlich auch ihren Preis hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Eder: Da sind wir uns einig: beides machen!
Ich muss auch sagen: Durch die Easy Drivers wirken schon Marktmechanismen. Aber ich halte für das wirklich Entscheidende, dass auf gar keinen Fall die Qualität der Ausbildung herabgesetzt und das Bewusstsein dafür geschwächt werden darf. (Abg. Eder: Da sind wir uns einig: beides machen!) Ich bin davon überzeugt, dass wir im Verkehrsausschuss gemeinsam eine Lösung finden werden.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne: Gute Fahrt! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Eder.
Dazu kann man nur sagen: Wir sollen alle an einem Strang ziehen! Deshalb: Ja zu dieser Initiative! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Eder.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber gibt ein Zeichen in Richtung Präsidium.
Das Wort erhält zunächst die Antragstellerin, Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber gibt ein Zeichen in Richtung Präsidium.)
Abg. Mag. Molterer: Was ist jetzt, „Frau Glawischnig“?
Abgeordneter Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Mag. Molterer: Was ist jetzt, „Frau Glawischnig“?) In dem vorliegenden Initiativantrag der Grünen geht es um einige ganz wesentliche, zentrale Fragen des Umweltrechtes: der Umweltverträglichkeitsprüfung, des Wasserrechtsgesetzes und des Luftreinhaltegesetzes.
Abg. Auer: Was ist Massentierhaltung?
In unserem Antrag versuchen wir, hier eine neue Diskussionsgrundlage in dieses Hohe Haus zu bringen (Abg. Auer: Was ist Massentierhaltung?), damit in Anpassung an bestehende andere EU-Regelungen endlich auch Österreich einen Schritt in die richtige Richtung geht, Kollege Auer. (Abg. Auer: Erkläre mir einmal, was ist Massentierhaltung?) Ich habe von Intensivtierhaltung gesprochen, und Sie wissen genau, was Intensivtierhaltung ist. (Ruf bei der ÖVP: Ein Bienenstock ist Massentierhaltung!) Intensivtierhaltung ist eine Tierhaltung, die massive Probleme im Bereich des Düngermanagements, im Bereich der artgerechten Tierhaltung mit sich bringt und daher für die Umwelt und für die Tiere bedenklich ist. Kollege Auer, das wissen Sie ganz genau. Eine Legebatterie mit 20 000 Legehennen ist nicht tiergerecht, meine Damen und Herren, sie ist nicht artgerecht, und solche Anlagen müssen auf jeden Fall einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden.
Abg. Auer: Erkläre mir einmal, was ist Massentierhaltung?
In unserem Antrag versuchen wir, hier eine neue Diskussionsgrundlage in dieses Hohe Haus zu bringen (Abg. Auer: Was ist Massentierhaltung?), damit in Anpassung an bestehende andere EU-Regelungen endlich auch Österreich einen Schritt in die richtige Richtung geht, Kollege Auer. (Abg. Auer: Erkläre mir einmal, was ist Massentierhaltung?) Ich habe von Intensivtierhaltung gesprochen, und Sie wissen genau, was Intensivtierhaltung ist. (Ruf bei der ÖVP: Ein Bienenstock ist Massentierhaltung!) Intensivtierhaltung ist eine Tierhaltung, die massive Probleme im Bereich des Düngermanagements, im Bereich der artgerechten Tierhaltung mit sich bringt und daher für die Umwelt und für die Tiere bedenklich ist. Kollege Auer, das wissen Sie ganz genau. Eine Legebatterie mit 20 000 Legehennen ist nicht tiergerecht, meine Damen und Herren, sie ist nicht artgerecht, und solche Anlagen müssen auf jeden Fall einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden.
Ruf bei der ÖVP: Ein Bienenstock ist Massentierhaltung!
In unserem Antrag versuchen wir, hier eine neue Diskussionsgrundlage in dieses Hohe Haus zu bringen (Abg. Auer: Was ist Massentierhaltung?), damit in Anpassung an bestehende andere EU-Regelungen endlich auch Österreich einen Schritt in die richtige Richtung geht, Kollege Auer. (Abg. Auer: Erkläre mir einmal, was ist Massentierhaltung?) Ich habe von Intensivtierhaltung gesprochen, und Sie wissen genau, was Intensivtierhaltung ist. (Ruf bei der ÖVP: Ein Bienenstock ist Massentierhaltung!) Intensivtierhaltung ist eine Tierhaltung, die massive Probleme im Bereich des Düngermanagements, im Bereich der artgerechten Tierhaltung mit sich bringt und daher für die Umwelt und für die Tiere bedenklich ist. Kollege Auer, das wissen Sie ganz genau. Eine Legebatterie mit 20 000 Legehennen ist nicht tiergerecht, meine Damen und Herren, sie ist nicht artgerecht, und solche Anlagen müssen auf jeden Fall einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden.
Abg. Auer: ... aber insgesamt eine Obergrenze! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Lassen Sie mich auch klarmachen, warum das heute mehr denn je notwendig ist: weil wir bis 1994 ein Viehwirtschaftsgesetz hatten, Kollege Auer, das Tierbestands-Obergrenzen vorsah; bei Legehennen 10 000. Wir haben dieses Viehwirtschaftsgesetz geändert, wir haben keine Obergrenzen mehr in dieser Form. Daher ist es notwendig, weil die bäuerlichen Betriebe, ganz wenige einzelne Betriebe, heute auch Anlagen ... (Abg. Auer: ... aber insgesamt eine Obergrenze! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Lassen Sie mich vielleicht auch reden? Herr Präsident? – Weil heute Bauern und Bäuerinnen auch Anlagen errichten können, die längst nicht mehr artgerecht sind, die wesentliche Umweltauswirkungen haben und daher einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu unterziehen sind.
Beifall bei den Grünen.
Wir werden also im Ausschuss weiterdiskutieren. Meine Damen und Herren, ich bin überzeugt davon, dass unsere Vorschläge sehr ausgewogen sind. Aber es sind Vorschläge, und wir sind zu dieser Diskussion bereit. Wir halten es für notwendig, dass diese Diskussion geführt wird, im Interesse der Konsumentinnen und Konsumenten, aber auch der Bäuerinnen und Bauern, weil Sicherheit gewährleistet sein muss – Sicherheit in Bezug auf die Planung, Sicherheit in Bezug auf die Gesundheit und auf die Umwelt. Daher erwarte ich mir eine interessante, spannende Diskussion im Ausschuss und hoffe, dass Sie einsichtig sind und uns in diesem Bereich entgegenkommen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mandak: Im Sinne der Tiere!
Das würde bedeuten, dass es da zu extremen Mehraufwendungen im Verwaltungsbereich kommt. Das würde bedeuten, dass es zu beachtlichen Kostenintensivierungen kommt. Das kann nicht im Sinne der österreichischen Landwirtschaft sein (Abg. Mandak: Im Sinne der Tiere!), auch nicht im Sinne der österreichischen Konsumenten, weil es darum geht, hochwertige Produkte in Österreich für unsere Konsumenten zu produzieren, nicht jedoch die bäuerliche Produktion aus Österreich zu vertreiben, geschätzte Damen und Herren!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich danke für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Nur kurz zum Kollegen Hornek: Ich glaube, es ist unbestritten, dass gerade der Bereich der Massentierhaltung sehr oft zu Bürger- und Anrainerprotesten führt, eben wegen der letzten Novelle des UVP-Gesetzes, wodurch Anrainerrechte in diesem Bereich massiv beschnitten worden sind und wodurch man Schwellenwerte massiv angehoben hat. Dieser Entwurf der Grünen, dieser Antrag ist eben ein Versuch, dies wieder ein bisschen richtig zu stellen und ins rechte Lot zu rücken. Deswegen wird er von meiner Fraktion auch unterstützt werden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden diesen Antrag unterstützen, vor allem auch im Sinne der vielen betroffenen Bürgerinnen und Bürger, die sich anders nicht zu helfen wissen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mandak: Das sind Tierfabriken!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Der vorliegende Antrag der Grünen bedeutet eine klare Verschärfung gegen die Landwirtschaft. Dieser Antrag führt sicher zu einer Mehrbelastung, besonders von kleinen Landwirtschaften, und kann sogar zu einer Existenzbedrohung führen. Wir Freiheitliche halten sicher nichts von Verboten und diesen neuen legistischen Keulen, deren Exekution viel Zeit und daher auch hohe Kosten beansprucht. (Abg. Mandak: Das sind Tierfabriken!) Im Sinne des Umweltschutzes ist es sicherlich viel effizienter, wenn wir Anreize in Form von Förderungen und Impulsprogrammen schaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das haben wir eh schon! ... artgerechte Tierhaltung!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das haben wir eh schon! ... artgerechte Tierhaltung!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Der vorliegende Antrag der Grünen bedeutet eine klare Verschärfung gegen die Landwirtschaft. Dieser Antrag führt sicher zu einer Mehrbelastung, besonders von kleinen Landwirtschaften, und kann sogar zu einer Existenzbedrohung führen. Wir Freiheitliche halten sicher nichts von Verboten und diesen neuen legistischen Keulen, deren Exekution viel Zeit und daher auch hohe Kosten beansprucht. (Abg. Mandak: Das sind Tierfabriken!) Im Sinne des Umweltschutzes ist es sicherlich viel effizienter, wenn wir Anreize in Form von Förderungen und Impulsprogrammen schaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das haben wir eh schon! ... artgerechte Tierhaltung!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Da geht es vor allem ums Wasserrecht!
Ein gutes Beispiel ist eine Förderaktion im Land Oberösterreich, in deren Rahmen Abluftanlagen bei Massentierhaltungen vom Land finanziell abgegolten werden. Zum Beispiel der Einbau von mechanischen Lüftungsanlagen, aber auch bautechnische Maßnahmen wie etwa für die Abdeckung von Güllegruben werden finanziell abgegolten. Diese Maßnahmen wirken sehr gut der Geruchsbelästigung für die Nachbarn entgegen, diese Maßnahmen waren sehr zielführend. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Da geht es vor allem ums Wasserrecht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist auch keine Lösung, wenn wir die UVP gegen die Landwirtschaft verschärfen. Viel wichtiger ist es, dieses Gesetz zu vereinfachen, dass es auch wirklich angewandt wird. Denn zurzeit ist es so, dass überzogene Bestimmungen zur UVP die Kundmachungskosten für Verhandlungen für die Landwirte höher machen als für große Industrieprojekte. Das kann wohl nicht im Sinne der Umwelt sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Namhafte Wissenschaftler haben festgestellt, dass in zehn Jahren Klimaschäden in Österreich zu erwarten sind, die in der Größenordnung des jährlichen Zuwachses des Bruttoinlandsproduktes liegen. Gestern wurde im Ministerrat ein Gesetzesvorschlag für ein umfangreiches Luftreinhaltepaket beschlossen, wobei die nationalen Emissionshöchstmengen für Luftschadstoffe festgelegt werden. Ich finde diese Maßnahmen viel wichtiger als nur ein rein punktuelles Gesetz gegen die Landwirtschaft. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Grünen reden von Massentierhaltung. Nach der Begründung setzen sie die althergebrachte Landwirtschaft mit 20 bis 50 Tieren als normal an, und alles darüber ist für sie Intensivtierhaltung. Das sollte man den Bauern draußen auch einmal sagen, vor allem, wenn man weiß, dass dieser Gesetzesantrag eigentlich nur unnötige Bürokratie und zusätzliche Kosten für die Bauern bedeutet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Der vorliegende Gesetzesantrag richtet sich also nicht nur gegen eine leistungsfähige und konkurrenzfähige Landwirtschaft, sondern auch gegen die Bauern, gegen den ländlichen Raum insgesamt und damit gegen alle Bürger unseres Landes. So eine Politik wollen wir nicht, wir wollen eine Politik für die Bauern und damit eine Politik für die Bürger unseres Landes. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Zur vorliegenden Materie: Wir alle wissen, dass es in der Landwirtschaft einen Konflikt gibt: Wo hört die herkömmliche Landwirtschaft auf? Wo beginnt Intensivtierhaltung? Wo beginnt Massentierhaltung? – Nur, dieser Antrag, geschätzte Damen und Herren, wird von uns, von der freiheitlichen Bauernschaft und von mir als Agrarsprecher deutlich abgelehnt, denn eines ist klar: Es hat oft Diskussionen darüber gegeben, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei. Hier ist es klar: Es war zuerst der Bauer da und dann erst der Häuslbauer und dann erst die andere Bevölkerung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Nicht der Geruch, die Emissionen! – Abg. Gradwohl: Die Gase, Herr Kollege!
Abschließend noch ein Satz zu Ihren Aussagen, dass Gerüche aus dem Stall das Waldsterben hervorrufen und beeinflussen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Nicht der Geruch, die Emissionen! – Abg. Gradwohl: Die Gase, Herr Kollege!) Für jeden gelernten Forstwirt und für jeden, der irgendetwas mit der Land- oder Forstwirtschaft zu tun hat, ist es ehrlich gesagt lächerlich zu behaupten, dass der Stallduft unsere österreichischen Wälder tötet. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abschließend noch ein Satz zu Ihren Aussagen, dass Gerüche aus dem Stall das Waldsterben hervorrufen und beeinflussen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Nicht der Geruch, die Emissionen! – Abg. Gradwohl: Die Gase, Herr Kollege!) Für jeden gelernten Forstwirt und für jeden, der irgendetwas mit der Land- oder Forstwirtschaft zu tun hat, ist es ehrlich gesagt lächerlich zu behaupten, dass der Stallduft unsere österreichischen Wälder tötet. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Direkte Investitionsförderungen für Umweltschutzmaßnahmen bei landwirtschaftlichen Anlagen würden weitaus mehr helfen. Die Belastungen können und dürfen nicht einseitig die Landwirtschaft treffen, sondern unsere Bauern brauchen unser aller Unterstützung, damit auch in Zukunft gewährleistet ist, dass aktive Landwirtschaft zu unserem Leben gehört. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Hornek: Das ist unrichtig!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Ganz kurz: Herr Kollege Wittauer! Eines ist schon klar: Unsere Vorlage hat nichts mit Zwangsmaßnahmen zu tun, sondern ganz einfach mit der Einführung gewisser Umweltstandards, die europäische Norm sind beziehungsweise in anderen Ländern umgesetzt sind, zum Beispiel in Deutschland oder auch in Frankreich. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Hornek: Das ist unrichtig!)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Hornek.
Nur als ein Beispiel: Die UVP-Pflicht in Frankreich – das Agrarland Nummer eins in Europa – ist bei Schweinen bereits ab 400 bis 450 Mastplätzen gegeben. Wir in Österreich haben die Zahl in der letzten Periode auf über 2 000 erhöht. Das ist aus unserer Sicht nicht zweckmäßig und nicht sinnvoll, daher unsere Initiative. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Hornek.) Es geht darum, für die Landwirtschaft wirklich Sicherheit zu schaffen. Sicherheit bedeutet Akzeptanz vor Ort, bedeutet, dass im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung die Anrainer auch das Recht haben, mit den Betroffenen und mit Fachexperten und Sachverständigen die Sache im Vorfeld abzuklären.
Beifall bei den Grünen.
Realität ist doch derzeit, dass sehr viele betroffene Bauern und Konsumenten oder BürgerInnen vor Ort in einem Konflikt leben, weil die Gespräche, die Diskussionen nicht geführt werden, Herr Kollege Grillitsch. Dafür setzen wir uns ein. Es ist wie gesagt eine Vorlage, ein Vorschlag, und ich hoffe, wir werden eine konstruktive Diskussion im Ausschuss dazu führen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Nein, lieber nicht!
Wir stützen uns in dieser Grundausrichtung, in dieser Zielorientierung des Gesetzes immer wieder auf die Initiativen, auf die Unterschriften und auf die Beteiligung und das Engagement von vielen Tausenden ÖsterreicherInnen, mit denen Sie vor allem in den Gemeinden – hier spreche ich speziell zu den Bürgermeistern der ÖVP, denn dort sind Sie ja sehr zahlreich vertreten (Abg. Großruck: Nein, lieber nicht!) – immer wieder heftige Diskussionen zu diesem Problemkreis zu führen haben und wo Sie auch eingreifen sollten.
Beifall bei den Grünen.
Das schaffen wir, glaube ich, wenn wir gemeinsam im Zuge dieser Zielsetzung und im Sinne dieser Vorgangsweise die Novellierung des Telekommunikationsgesetzes möglichst rasch anstreben und nicht warten, bis sich wieder die Verkehrsminister – vor allem aus dem freiheitlichen Lager – die Türklinke in die Hand geben und die Zahl des halben Dutzends bald voll wird. Arbeiten wir diesmal mit Nachdruck und Konsequenz! Ich hoffe, durch den Herrn Minister Gorbach geht es schnell. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir werden uns damit anlässlich der Novellierung detailliert auseinander setzen und noch viele Diskussionen gemeinsam darüber führen. Darauf freue ich mich. – Danke für heute Abend. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Damit wird natürlich Investition verhindert. Es wird verhindert, dass Arbeitsplätze geschaffen werden. Es wird die Modernisierung der Telekom-Infrastruktur verhindert, und das schadet natürlich auch ganz massiv dem Wirtschaftsstandort Österreich. Daher ist die Regierung eingeladen, eine zukunftsträchtige Telekom-Politik zu betreiben. Sie ist auch eingeladen, ein investitionsfreudiges Klima zu schaffen, und sie ist eingeladen, Strukturen zu schaffen, die rasche Entscheidungen ermöglichen, Strukturen, die auch gewährleisten, dass die Gemeinden im Verfahren gestärkt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Schlussbemerkung zum Antrag: Er verfolgt eine positive Absicht, geht jedoch am Kern der Problematik vorbei. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Nein!
Abgeordneter Mag. Eduard Mainoni (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Frau Dr. Moser spricht natürlich ein sehr wichtiges Thema an, ein Thema, das seit vielen Jahren in Diskussion ist, Anrainerinnen und Anrainer bewegt und in Umweltfragen sehr ernst genommen werden soll. Aber, Frau Dr. Moser, dieses Thema mit der Änderung eines Absatzes des Telekommunikationsgesetzes lösen zu wollen, das geht wirklich nicht. (Abg. Dr. Moser: Nein!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das Telekommunikationsgesetz wird, wie hier bereits ausgeführt, noch im Frühjahr zur Behandlung ins Parlament kommen. Wir werden eingehend darüber diskutieren und dann darüber beschließen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)