Eckdaten:
Für die 63. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 504 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zwischen der letzten Tarifanpassung im Jahre 1989, in dem das Lohnsteueraufkommen 88 Milliarden Schilling betragen hat, und dem Jahr 1996, in dem es bereits 160 Milliarden Schilling betrug, ist es zu einer Steigerung um 72 Milliarden Schilling gekommen. Von diesen 72 Milliarden Schilling sind lediglich zwischen 12 und 14 Milliarden Schilling Inflationsausgleich, mehr als 50 Milliarden Schilling ist der Finanzminister allein im Jahre 1996 den österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern schuldig geblieben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Herr Finanzminister ist säumig, weil er die Folgejahre – von 1989 bis 1996 – nicht berücksichtigt hat und so die Schuld des Finanzministers gegenüber der lohnsteuerzahlenden Arbeiterschaft in Österreich bereits auf über 100 Milliarden Schilling angestiegen ist. Und das geschieht in einer Zeit, in der wir zirka 75 Milliarden Schilling für internationale Organisationen ausgeben, in einer Zeit, in der wir mehr als 60 Milliarden Schilling an Subventionen für Presse- und Parteienförderung und dergleichen mehr ausschütten und sich die Politiker eine Gehaltspyramide konstruieren lassen, durch die der Bundeskanzler 1 Million Schilling mehr verdienen soll, man aber nicht bereit ist, die Schulden an die österreichischen Bürgerinnen und Bürger endlich zurückzuzahlen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn nun auf der einen Seite, nämlich auf der Lohnseite, keine Mehrbezahlung für die Arbeitnehmer in Form von vernünftigen Überstundenpauschalen beziehungsweise Überstundenregelungen möglich ist, dann muß auf der anderen Seite endlich die kalte Progression durch die Bereitstellung von 50 Milliarden Schilling für eine Lohnsteuerreform beseitigt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich darf Sie daran erinnern, was im Zuge des Nationalratswahlkampfes 1995 gerade von Sozialdemokraten in Betrieben verbreitet wurde: Wenn eine bürgerliche, also schwarz-blaue, Mehrheit an die Macht kommen sollte, dann müßten die Arbeitnehmer bei gleichzeitigen Lohneinbußen jederzeit zur Verfügung stehen. – Jetzt haben wir genau dieses Problem. Genau das, was Sie damals für den Fall einer möglichen schwarz-blauen Koalition prophezeit haben, ist nun passiert: Sie tragen die ganze Lohnreduktion auf dem Rücken der Arbeitnehmer aus, sind aber nicht bereit, die kalte Progression durch eine Lohnsteuerreform endlich zu beseitigen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Das Problem betrifft nämlich – weil Sie uns vorwerfen, wir kümmern uns nicht um den kleinen Mann – nicht nur die oberen Einkommensbezieher. Genau dieser Punkt trifft auch Bezieher von Einkommen in der Größenordnung von 12 500 S monatlich. Wenn von diesen jemand um 1 000 S mehr verdient und in die nächste Einkommensteuerprogressionsstufe fällt (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) , dann zahlt er pro 1 000 S nicht 220 S, sondern 320 S Lohnsteuer.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch dazu schweigt die Gewerkschaft! Sie hat auch in den letzten Jahren geschwiegen. Sie hat ein Belastungspaket nach dem anderen mitgetragen – und wundert sich heute, daß laufend Mitglieder austreten und die Gründung einer freiheitlichen Gewerkschaft herbeisehnen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr verehrte Damen und Herren! Genau das sollte durch die Beseitigung der kalten Progression endlich verhindert werden. Die Schulden des Finanzministers gegenüber der österreichischen Arbeiterschaft sollten rasch zurückbezahlt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man sollte weiters in den gesamten Subventionsdschungel eingreifen, Presse- und Parteienförderung reduzieren und Politikerbezüge, die auch für die Menschen verständlich sind und sich etwa an der 60 000-S-Grenze der Freiheitlichen Partei orientieren, einführen. Man darf nicht auf der einen Seite die Bevölkerung mit Belastungen quälen und auf der anderen Seite eine Gehaltspyramide konstruieren lassen, durch die man noch mehr verdient, das Schlamassel immer größer wird und die Bevölkerung das Vertrauen in die Bundesregierung beziehungsweise in das Hohe Haus verliert! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Deswegen ist diese Lohnsteuerreform wichtig! Sie ist überfällig, sie ist eine Schuld des Finanzministers gegenüber der österreichischen Bevölkerung. Begleichen Sie endlich diese Schuld! Kommen Sie diesem Auftrag endlich nach! Er ist doch auch im Sinne des Gewerkschaftsbundes, und ich bin gespannt darauf, was der Präsident des Gewerkschaftsbundes hier zur kalten Progression beziehungsweise zur Bereinigung dieser kalten Progression sagen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank aus!
Auch im Zuge des Strukturanpassungsgesetzes wurden steuerwirksame Maßnahmen gesetzt, die mit Beginn des Jahres 1996 und teilweise erst 1997 in Kraft traten und trotz etlicher Belastungen immerhin auch Entlastungen für rund 200 000 Österreicherinnen und Österreicher, vor allem für jene mit den niedrigsten Einkommensstufen, brachten. Von einer "längst fälligen" Lohnsteuerreform, wie das gerade von Herrn Abgeordneten Trattner gesagt wurde, kann daher meiner Ansicht nach wirklich keine Rede sein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank aus!)
Abg. Haigermoser: Das stimmt ja schon lange nicht mehr! Wann war die letzte Erhebung?
Zunächst möchte ich einmal festhalten, daß die Steuer- und Abgabenquote zum Zeitpunkt der letzten Erhebung in Österreich mit 42 Prozent unter dem Schnitt der Europäischen Union, wo er 42,5 Prozent beträgt, liegt. (Abg. Haigermoser: Das stimmt ja schon lange nicht mehr! Wann war die letzte Erhebung?) 1995, Wifo-Studie 1995! (Abg. Dr. Graf: 1987 war das! – Abg. Scheibner: Keine Polemik von der Regierungsbank aus! – Abg. Ing. Reichhold: Wer hat Ihnen denn diese Rede geschrieben? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Außerdem sind in den meisten OECD-Staaten die Steuern und Abgaben in den letzten 25 Jahren deutlich stärker gestiegen als in Österreich.
Abg. Dr. Graf: 1987 war das! – Abg. Scheibner: Keine Polemik von der Regierungsbank aus! – Abg. Ing. Reichhold: Wer hat Ihnen denn diese Rede geschrieben? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zunächst möchte ich einmal festhalten, daß die Steuer- und Abgabenquote zum Zeitpunkt der letzten Erhebung in Österreich mit 42 Prozent unter dem Schnitt der Europäischen Union, wo er 42,5 Prozent beträgt, liegt. (Abg. Haigermoser: Das stimmt ja schon lange nicht mehr! Wann war die letzte Erhebung?) 1995, Wifo-Studie 1995! (Abg. Dr. Graf: 1987 war das! – Abg. Scheibner: Keine Polemik von der Regierungsbank aus! – Abg. Ing. Reichhold: Wer hat Ihnen denn diese Rede geschrieben? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Außerdem sind in den meisten OECD-Staaten die Steuern und Abgaben in den letzten 25 Jahren deutlich stärker gestiegen als in Österreich.
Beifall bei der SPÖ.
Die Lohnsteuer in Österreich ist heute in allen Einkommensgruppen – auch darüber brauchen wir meiner Ansicht nach nicht zu diskutieren, denn dazu gibt es Fakten – deutlich geringer als noch vor zehn Jahren. (Beifall bei der SPÖ.) Wir liegen bei der Einkommen- und Lohnsteuer unter dem OECD- und unter dem EU-Schnitt. (Abg. Dr. Haider: 97 Prozent Steigerung!)
Abg. Dr. Haider: 97 Prozent Steigerung!
Die Lohnsteuer in Österreich ist heute in allen Einkommensgruppen – auch darüber brauchen wir meiner Ansicht nach nicht zu diskutieren, denn dazu gibt es Fakten – deutlich geringer als noch vor zehn Jahren. (Beifall bei der SPÖ.) Wir liegen bei der Einkommen- und Lohnsteuer unter dem OECD- und unter dem EU-Schnitt. (Abg. Dr. Haider: 97 Prozent Steigerung!)
Abg. Haigermoser: Warum sind wir dann auf den 18. Platz zurückgefallen?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Steuerbelastung in Österreich – natürlich verstehe ich schon: niemand zahlt gerne Steuer – ist also keinesfalls so hoch, wie das oft dargestellt wird. Die Steuerreformen der vergangenen Jahre waren im Gegenteil – ich glaube, das kann man ohne Übertreibung sagen – ein wichtiger Beitrag, um die Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich, aber auch die Einkommen breiter Teile der Bevölkerung sicherzustellen. (Abg. Haigermoser: Warum sind wir dann auf den 18. Platz zurückgefallen?) – Sie haben zuerst gesagt, ich darf nicht polemisieren, daher darf ich jetzt nicht Stellung nehmen zu Ihrem Zwischenruf. Ich nehme an, daß das dann die Abgeordneten tun werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Das war jetzt sehr elegant!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Das war jetzt sehr elegant!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Steuerbelastung in Österreich – natürlich verstehe ich schon: niemand zahlt gerne Steuer – ist also keinesfalls so hoch, wie das oft dargestellt wird. Die Steuerreformen der vergangenen Jahre waren im Gegenteil – ich glaube, das kann man ohne Übertreibung sagen – ein wichtiger Beitrag, um die Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich, aber auch die Einkommen breiter Teile der Bevölkerung sicherzustellen. (Abg. Haigermoser: Warum sind wir dann auf den 18. Platz zurückgefallen?) – Sie haben zuerst gesagt, ich darf nicht polemisieren, daher darf ich jetzt nicht Stellung nehmen zu Ihrem Zwischenruf. Ich nehme an, daß das dann die Abgeordneten tun werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Das war jetzt sehr elegant!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Unsere Wirtschaft – das möchte ich wirklich anerkennend für alle Teile der Wirtschaft sagen – hat diese außergewöhnliche Wettbewerbsherausforderung als Folge der Ostöffnung ebenso engagiert und erfolgreich wie den EU-Beitritt aufgenommen. Wir haben uns besser bewährt als viele andere, und ich glaube, wir sollten unser Licht nicht dauernd unter den Scheffel stellen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Eine wichtige Frage – ich sage das auch in aller Deutlichkeit – wird jene der Familienbesteuerung sein, die allenfalls im Lichte eines zu erwartenden Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofes zu reformieren sein wird. Ich möchte aber auch ganz deutlich sagen, daß bei einer solchen Reform grundsätzlich das bewährte österreichische System von Beihilfen und Steuerabsetzbeträgen aufrechtzuerhalten ist und es zugleich zu einer Entlastung der Familien kommen muß. Ich möchte, daß den Schwächsten am stärksten geholfen wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Der Weg, auf dem sich unser Land befindet, ist in der Tat im Augenblick beschwerlich und mühsam. Aber es sind die Mühen des Aufstiegs, an dessen Ende höheres Wachstum, mehr Beschäftigung und geringere Arbeitslosigkeit zu stehen haben. Dazu stehe ich, dafür werde ich arbeiten, und das verspreche ich Ihnen auch hier. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die letzte wirkliche Steuerreform erfolgte bereits im Jahre 1989. Damals gab es ein Lohnsteueraufkommen von 88 Milliarden Schilling; dieses ist bis zum Jahr 1996 auf 160 Milliarden Schilling angewachsen. Das bedeutet Mehreinnahmen von 72 Milliarden Schilling alleine aufgrund der Lohnsteuereinnahmen des Finanzministers. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Durch das Ausverhandeln flexibler Arbeitszeiten, ohne gleichzeitig eine Steuerreform zu vollziehen, haben wir jetzt die Bescherung. Eine flexible Arbeitszeit nur auf dem Rücken der Arbeitnehmer, die eine Lohneinbuße erleiden, bedeutet, wie zum Beispiel bei mir im Betrieb zu sehen, daß, wenn jemand 12 500 S netto verdient, er im Jahr einen Einkommensverlust von netto 6 000 S hat – und das bitte bei einem so geringen Verdienst. Am meisten trifft das jene Bevölkerungsschicht, jene Arbeitnehmer, die zwischen 12 500 S und 25 000 S netto im Monat verdienen. Diese Arbeitnehmer werden extrem bestraft! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Da hast du schlechte Betriebsvereinbarungen getroffen!
Wenn jemand mit diesem Einkommen pro Monat rechnet, es aber dann nicht mehr bekommt, was bleibt ihm dann übrig? Durch die flexibilisierte Arbeitszeit haben diese Mitarbeiter eher Minusstunden, weil sie eine Teilzeitbeschäftigung nebenbei annehmen müssen, damit sie dort auch Geld verdienen, oder sie müssen pfuschen gehen. Sie werden ja geradezu in den Pfusch gedrängt, damit sie das Geld verdienen, das sie jetzt legal leider nicht mehr verdienen können. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Da hast du schlechte Betriebsvereinbarungen getroffen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Koppler! Hättest du dich und der gesamte ÖGB bei den Verhandlungen ein bißchen mehr für die Mitarbeiter eingesetzt, dann wäre vielleicht etwas Gescheiteres herausgekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Koppler! Mich wundert es nicht mehr, daß der ÖGB so einen Mitgliederschwund zu verzeichnen hat. Mir als ÖGB-Mitglied tut das ja ein bißchen leid, denn wenn ich heute Broschüren vom Österreichischen Gewerkschaftsbund mit der Aufforderung zur Mitgliederwerbung bekomme – zu wem soll ich denn gehen? Wen soll ich werben? Wer will denn noch beitreten?! Da jagt mich doch jeder zum Teufel. Ich darf nicht einmal mehr den Mund zu diesem Thema aufmachen. Das ist das Problem heute in den Betrieben! Das ist alles nicht so einfach! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (fortsetzend): Herr Präsident! Ich komme sofort zum Schlußsatz. – Die Abfertigung gehört in eine überbetriebliche Pensionskasse eingezahlt, damit die Pensionen für die Mitarbeiter in Zukunft gesichert sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das hat Lenin geschrieben! – Abg. Dr. Haider: Lenin und Nowotny!
Abgeordneter Dr. Ewald Nowotny (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich habe manchmal den Eindruck, es muß so etwas wie ein Handbuch für Demagogen geben. Es ist schon interessant, überall auf der Welt ... (Abg. Mag. Stadler: Das hat Lenin geschrieben! – Abg. Dr. Haider: Lenin und Nowotny!) Sie fühlen sich angesprochen, Herr Kollege? Dafür kann ich nichts. (Abg. Mag Stadler: Das hat der Lenin geschrieben! Ich nehme an, daß Sie das gelesen haben!) Sie kommen schon noch dran!
Abg. Mag Stadler: Das hat der Lenin geschrieben! Ich nehme an, daß Sie das gelesen haben!
Abgeordneter Dr. Ewald Nowotny (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich habe manchmal den Eindruck, es muß so etwas wie ein Handbuch für Demagogen geben. Es ist schon interessant, überall auf der Welt ... (Abg. Mag. Stadler: Das hat Lenin geschrieben! – Abg. Dr. Haider: Lenin und Nowotny!) Sie fühlen sich angesprochen, Herr Kollege? Dafür kann ich nichts. (Abg. Mag Stadler: Das hat der Lenin geschrieben! Ich nehme an, daß Sie das gelesen haben!) Sie kommen schon noch dran!
Abg. Ing. Reichhold: Daß dem ÖGB die Mitglieder davonlaufen, ist nicht Demagogie, sondern ein Faktum!
Überall auf der Welt verfolgen nämlich Demagogen zwei sehr einfache Rezepte. (Abg. Ing. Reichhold: Daß dem ÖGB die Mitglieder davonlaufen, ist nicht Demagogie, sondern ein Faktum!) Rezept Nummer eins: Attackiere Ausländer und andere Minderheiten! Rezept Nummer zwei: Verlange Steuersenkungen, unabhängig von den wirtschaftlichen Folgen! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold. )
Weiterer Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold.
Überall auf der Welt verfolgen nämlich Demagogen zwei sehr einfache Rezepte. (Abg. Ing. Reichhold: Daß dem ÖGB die Mitglieder davonlaufen, ist nicht Demagogie, sondern ein Faktum!) Rezept Nummer eins: Attackiere Ausländer und andere Minderheiten! Rezept Nummer zwei: Verlange Steuersenkungen, unabhängig von den wirtschaftlichen Folgen! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold. )
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist ja peinlich, was Sie da aufführen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Am Wochenende war offensichtlich Punkt eins angesagt in der FPÖ. Und da ist schon interessant, wie Theorie und Praxis voneinander abweichen. Ich sehe heute in der Zeitung die Überschrift: Geldstrafe für die Grassers. Das Familienunternehmen des Kärntner Landeshauptmann-Stellvertreters wurde 1994 verurteilt wegen illegaler Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist ja peinlich, was Sie da aufführen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Sie haben gar keine Vorstellungen, sondern wollen die Leute nur belasten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das ist doch eine hochinteressante Angelegenheit, wobei es sowieso so ist, daß das Unternehmen Grasser eine ganze Reihe von Ausländern beschäftigt, was durchaus in Ordnung ist, nur illegal sollte man sie vielleicht nicht beschäftigen. Wenn Sie das bitte berücksichtigen wollen. (Abg. Dr. Haider: Sie haben gar keine Vorstellungen, sondern wollen die Leute nur belasten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Auf der einen Seite wird nämlich in eine Richtung gesprochen, wenn man dann jedoch die Wirtschaftsvertreter der FPÖ hört, merkt man, daß diese in eine völlig andere Richtung sprechen. So geht es nicht! Das entspricht vielleicht dem Handbuch der Demagogen, ist aber keine seriöse Politik. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Erster Punkt: Wenn es um Vorstellungen und Vorschläge zu Steuerreformen geht, muß man sich immer überlegen, wie groß denn eigentlich das Volumen ist und wie man das finanzieren will. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Darauf werden wir gleich zu sprechen kommen. Ich hoffe, Sie sind in der Lage, zuzuhören und zu argumentieren, denn nur vom Zwischenrufen werden Sie nicht gescheiter werden, Herr Kollege, vom Anhören aber vielleicht doch. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Oberlehrer! – Abg. Dr. Haider: Die Sozialisten sind für eine hohe Lohnsteuer, für niedrige Löhne und hohe Steuern! Ihnen muß man, glaube ich, einmal die Möglichkeit entziehen, in der "Kronen-Zeitung" ständig Ihre Blödheiten zu verzapfen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Oberlehrer! – Abg. Dr. Haider: Die Sozialisten sind für eine hohe Lohnsteuer, für niedrige Löhne und hohe Steuern! Ihnen muß man, glaube ich, einmal die Möglichkeit entziehen, in der "Kronen-Zeitung" ständig Ihre Blödheiten zu verzapfen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Erster Punkt: Wenn es um Vorstellungen und Vorschläge zu Steuerreformen geht, muß man sich immer überlegen, wie groß denn eigentlich das Volumen ist und wie man das finanzieren will. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Darauf werden wir gleich zu sprechen kommen. Ich hoffe, Sie sind in der Lage, zuzuhören und zu argumentieren, denn nur vom Zwischenrufen werden Sie nicht gescheiter werden, Herr Kollege, vom Anhören aber vielleicht doch. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Oberlehrer! – Abg. Dr. Haider: Die Sozialisten sind für eine hohe Lohnsteuer, für niedrige Löhne und hohe Steuern! Ihnen muß man, glaube ich, einmal die Möglichkeit entziehen, in der "Kronen-Zeitung" ständig Ihre Blödheiten zu verzapfen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Freiheitlichen und der SPÖ.
Ausgangspunkt ist der Vorschlag einer Steuersenkung von zumindest 35 Milliarden bis 50 Milliarden Schilling. Jetzt ist die Frage, wie man diese Steuerausfälle finanziert. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Freiheitlichen und der SPÖ.) Ich weiß, das ist Ihnen unangenehm, aber die Frage ist eben: Wie finanziert man das? Die Antwort ist meistens: Man senkt die Ausgaben. (Abg. Dr. Haider: Gut, daß Ihr Sozialisten für hohe Steuern und niedrige Löhne seid! Lohnkürzungen und Steuererhöhungen, das ist Ihre Politik!)
Abg. Dr. Haider: Gut, daß Ihr Sozialisten für hohe Steuern und niedrige Löhne seid! Lohnkürzungen und Steuererhöhungen, das ist Ihre Politik!
Ausgangspunkt ist der Vorschlag einer Steuersenkung von zumindest 35 Milliarden bis 50 Milliarden Schilling. Jetzt ist die Frage, wie man diese Steuerausfälle finanziert. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Freiheitlichen und der SPÖ.) Ich weiß, das ist Ihnen unangenehm, aber die Frage ist eben: Wie finanziert man das? Die Antwort ist meistens: Man senkt die Ausgaben. (Abg. Dr. Haider: Gut, daß Ihr Sozialisten für hohe Steuern und niedrige Löhne seid! Lohnkürzungen und Steuererhöhungen, das ist Ihre Politik!)
Abg. Dr. Haider: Lohnkürzungen und Steuererhöhungen!
Was daher in Wirklichkeit übrigbleibt von Ihren Steuersenkungsvorschlägen – und da sollten Sie jetzt zuhören, Herr Abgeordneter Haider (Abg. Dr. Haider: Lohnkürzungen und Steuererhöhungen!) –, ist, daß Sie das durch Senkungen bei den Sozialausgaben finanzieren müssen. (Abg. Dr. Haider: Das haben Sie doch selbst vorgeschlagen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Dazu möchte ich Ihnen sehr deutlich sagen: Dafür werden wir nicht zur Verfügung stehen. Wir sind nicht bereit, Sozialausgaben zu kürzen, damit Steuersenkungen gemacht werden, die vor allem den höheren Einkommen zugute kämen. Das ist für uns unsozial, und da gehen wir nicht mit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Das haben Sie doch selbst vorgeschlagen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Was daher in Wirklichkeit übrigbleibt von Ihren Steuersenkungsvorschlägen – und da sollten Sie jetzt zuhören, Herr Abgeordneter Haider (Abg. Dr. Haider: Lohnkürzungen und Steuererhöhungen!) –, ist, daß Sie das durch Senkungen bei den Sozialausgaben finanzieren müssen. (Abg. Dr. Haider: Das haben Sie doch selbst vorgeschlagen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Dazu möchte ich Ihnen sehr deutlich sagen: Dafür werden wir nicht zur Verfügung stehen. Wir sind nicht bereit, Sozialausgaben zu kürzen, damit Steuersenkungen gemacht werden, die vor allem den höheren Einkommen zugute kämen. Das ist für uns unsozial, und da gehen wir nicht mit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Was daher in Wirklichkeit übrigbleibt von Ihren Steuersenkungsvorschlägen – und da sollten Sie jetzt zuhören, Herr Abgeordneter Haider (Abg. Dr. Haider: Lohnkürzungen und Steuererhöhungen!) –, ist, daß Sie das durch Senkungen bei den Sozialausgaben finanzieren müssen. (Abg. Dr. Haider: Das haben Sie doch selbst vorgeschlagen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Dazu möchte ich Ihnen sehr deutlich sagen: Dafür werden wir nicht zur Verfügung stehen. Wir sind nicht bereit, Sozialausgaben zu kürzen, damit Steuersenkungen gemacht werden, die vor allem den höheren Einkommen zugute kämen. Das ist für uns unsozial, und da gehen wir nicht mit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Lohnkürzungen und Steuererhöhungen – das macht ihr!
Der letzte Punkt betrifft Ihre besondere, aber unglückliche Liebe, Herr Haider, nämlich Ihre Liebe zur Notenbank. (Abg. Dr. Haider: Lohnkürzungen und Steuererhöhungen – das macht ihr!) Wenn Sie hier vorgeschlagen haben – und das ist der einzig konkrete Vorschlag –, eine Lohnsteuersenkung zu finanzieren, indem Sie Rücklagen der Notenbank auflösen wollen (Abg. Dr. Haider: Das haben Sie selbst gesagt und vorgeschlagen!) – aber doch nicht zur Steuerfinanzierung! –, dann müßte doch schon jeder Laienspieler wissen, daß man Rücklagen und eine Sonderdividende nur einmal auflösen und einmal auszahlen kann. Aber offensichtlich geht Ihr Horizont für wirtschaftspolitische Maßnahmen nicht über ein Jahr hinaus! Davor werden wir Österreich schützen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ihre eigene Fraktion ist Ihnen schon davongelaufen! Kollege Khol applaudiert nur mehr! – Abg. Dr. Khol: Dem Nowotny kann man manchmal, aber nicht immer applaudieren!)
Abg. Dr. Haider: Das haben Sie selbst gesagt und vorgeschlagen!
Der letzte Punkt betrifft Ihre besondere, aber unglückliche Liebe, Herr Haider, nämlich Ihre Liebe zur Notenbank. (Abg. Dr. Haider: Lohnkürzungen und Steuererhöhungen – das macht ihr!) Wenn Sie hier vorgeschlagen haben – und das ist der einzig konkrete Vorschlag –, eine Lohnsteuersenkung zu finanzieren, indem Sie Rücklagen der Notenbank auflösen wollen (Abg. Dr. Haider: Das haben Sie selbst gesagt und vorgeschlagen!) – aber doch nicht zur Steuerfinanzierung! –, dann müßte doch schon jeder Laienspieler wissen, daß man Rücklagen und eine Sonderdividende nur einmal auflösen und einmal auszahlen kann. Aber offensichtlich geht Ihr Horizont für wirtschaftspolitische Maßnahmen nicht über ein Jahr hinaus! Davor werden wir Österreich schützen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ihre eigene Fraktion ist Ihnen schon davongelaufen! Kollege Khol applaudiert nur mehr! – Abg. Dr. Khol: Dem Nowotny kann man manchmal, aber nicht immer applaudieren!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ihre eigene Fraktion ist Ihnen schon davongelaufen! Kollege Khol applaudiert nur mehr! – Abg. Dr. Khol: Dem Nowotny kann man manchmal, aber nicht immer applaudieren!
Der letzte Punkt betrifft Ihre besondere, aber unglückliche Liebe, Herr Haider, nämlich Ihre Liebe zur Notenbank. (Abg. Dr. Haider: Lohnkürzungen und Steuererhöhungen – das macht ihr!) Wenn Sie hier vorgeschlagen haben – und das ist der einzig konkrete Vorschlag –, eine Lohnsteuersenkung zu finanzieren, indem Sie Rücklagen der Notenbank auflösen wollen (Abg. Dr. Haider: Das haben Sie selbst gesagt und vorgeschlagen!) – aber doch nicht zur Steuerfinanzierung! –, dann müßte doch schon jeder Laienspieler wissen, daß man Rücklagen und eine Sonderdividende nur einmal auflösen und einmal auszahlen kann. Aber offensichtlich geht Ihr Horizont für wirtschaftspolitische Maßnahmen nicht über ein Jahr hinaus! Davor werden wir Österreich schützen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ihre eigene Fraktion ist Ihnen schon davongelaufen! Kollege Khol applaudiert nur mehr! – Abg. Dr. Khol: Dem Nowotny kann man manchmal, aber nicht immer applaudieren!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Michael Spindelegger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Ich möchte zunächst einmal Herrn Bundesminister Edlinger dafür danken, daß er heute bei seiner Schwerpunktsetzung für die nächste Steuerreform die Familie genannt hat. Das ist für uns eine sehr wichtige Frage. Ich freue mich darüber, daß wir diesbezüglich einer Meinung sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Haider! Gerade wenn wir über Ehrlichkeit reden, möchte ich schon in diesem Zusammenhang klarstellen: Das, was Sie in den letzten zwei Tagen zum Thema Ehrlichkeit geliefert haben, schlägt ja wohl wirklich dem Faß den Boden aus! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Ich habe hier eine eidesstattliche Erklärung! Ihr werdet euch noch wundern, was ich euch noch vorlesen werde!
Sie, Herr Dr. Haider, haben in aller Öffentlichkeit einem Unternehmen Schaden zugefügt und Behauptungen aufgestellt, die gestern – ich bin gespannt auf Ihre Reaktion (Abg. Dr. Haider: Ich habe hier eine eidesstattliche Erklärung! Ihr werdet euch noch wundern, was ich euch noch vorlesen werde!) – vom betroffenen Unternehmer richtiggestellt werden mußten. Er hat im TV festgestellt, daß keiner der saisonbedingt gekündigten Mitarbeiter durch einen Ausländer ersetzt wurde. – Genau das Gegenteil von dem, was Sie, Herr Dr. Haider, einen Tag vorher im Fernsehen behauptet haben.
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Lukesch: Er soll das richtigstellen!
Meine Damen und Herren! Ehrlichkeit in der Politik muß einen Stellenwert haben, und das gilt besonders für Sie von der Freiheitlichen Partei. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Lukesch: Er soll das richtigstellen!)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Ich möchte mich aber jetzt auf jenen Schwerpunkt stürzen, der für unsere Partei der wichtigste ist, nämlich die steuerliche Entlastung der Familie. Wir glauben, daß die Entwicklung, wie wir sie derzeit beobachten, steuerliche Maßnahmen unbedingt notwendig macht. Warum? – Familien mit mehreren Kindern haben heute in Österreich materielle Sorgen wie nie zuvor. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Es geht dabei nicht darum, daß wir wollen, daß sich Familien mit mehreren Kindern einen Karibik-Urlaub leisten oder eine Großlimousine anschaffen können, sondern es geht darum, daß sie an unserer österreichischen Wohlstandsgesellschaft ein wenig mehr teilhaben können. Das ist für uns eine wesentliche Motivation, die Mehrkinderfamilie steuerlich zu entlasten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Ich möchte mich aber jetzt auf jenen Schwerpunkt stürzen, der für unsere Partei der wichtigste ist, nämlich die steuerliche Entlastung der Familie. Wir glauben, daß die Entwicklung, wie wir sie derzeit beobachten, steuerliche Maßnahmen unbedingt notwendig macht. Warum? – Familien mit mehreren Kindern haben heute in Österreich materielle Sorgen wie nie zuvor. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Es geht dabei nicht darum, daß wir wollen, daß sich Familien mit mehreren Kindern einen Karibik-Urlaub leisten oder eine Großlimousine anschaffen können, sondern es geht darum, daß sie an unserer österreichischen Wohlstandsgesellschaft ein wenig mehr teilhaben können. Das ist für uns eine wesentliche Motivation, die Mehrkinderfamilie steuerlich zu entlasten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der zweite Grund, meine Damen und Herren, ist die Chancengleichheit. Wir reden in diesem Haus so oft von Chancengleichheit. Die Chance für den Ehepartner soll es sein, sich zu entscheiden, ob er bei der Familie bleiben, ob er die Kinder erziehen will oder ob er außerhalb der Familie arbeiten will. Wo gibt es diese Chancengleichheit bei einer Mehrkinderfamilie? – Es gibt sie nicht, denn demjenigen, der mehr als zwei Kinder hat, bleibt keine Wahlfreiheit; er muß bei den Kindern bleiben. Ein Ehepartner fällt damit im Arbeitsprozeß aus – und das verringert das Familieneinkommen wesentlich. Das sind die Gründe, warum die Mehrkinderfamilie unbedingt steuerlich entlastet werden muß. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist unser Modell, meine Damen und Herren, und wir wollen dieses Modell verwirklichen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir können uns das nicht leisten, und – diesen kleinen Hinweis erlaube ich mir, meine Damen und Herren von der Koalition – schuld daran sind Sie und Ihre Politik der letzten zehn Jahre! Sie haben es so weit gebracht, daß wir jetzt keinen Spielraum mehr haben. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Wir, die wir uns mit diesen Fragen beschäftigen, wissen doch, daß die Familienbesteuerung, daß die Familienpolitik in diesem Land gescheitert sind, sonst könnte es ja nicht sein, daß sich jetzt, nachdem Sie 20 oder noch mehr Jahre diese Art von Familienpolitik betrieben haben (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – ich komme schon zum Schlußsatz, Herr Präsident –, mehr Familien als jemals zuvor an der Armutsgrenze befinden.
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn Sie nicht umdenken, wenn Sie nicht aufspringen auf neue, zukunftsweisende Ideen, werden Sie neuerlich scheitern. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Über die OeNB-Pensionen würde ich das nicht finanzieren, und zwar nicht nur deswegen nicht, weil das eine Einmalzahlung ist, wie Herr Kollege Nowotny schon sagte, sondern weil man mit allen Dingen, die die Notenbank betreffen, eine Spur sensibler umgehen muß. Von außen gesehen würde das unbedingt dahin gehend interpretiert werden, daß jetzt Österreich die Notenbank und damit indirekt die Notenpresse zur Finanzierung von Staatsausgaben heranzieht. Das kann keine positiven Auswirkungen auf die Kapitalmärkte haben, meine Kollegen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Die SPÖ will das selber!
Bei der Postsparkasse war das etwas anderes, obwohl ich diese Maßnahme auch nicht befürwortet habe. Keine Frage! Aber Notenbankgeschichten – bitte nicht! (Abg. Dr. Haider: Die SPÖ will das selber!)
Beifall bei den Grünen.
Abschließend, Herr Bundesminister – bei allem Respekt –: Bis zum Jahr 2000 werden wir uns mit diesen Steuerreformen nicht Zeit lassen können! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Rasinger: Recherchieren!
Herr Spindelegger! Jetzt können Sie sich aussuchen, wer glaubwürdiger ist: ein Betriebsrat des betroffenen Unternehmens – oder jener Unternehmer, der sein Unternehmen bereits verkauft hat, aber im ORF großartige Erklärungen abgibt? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Rasinger: Recherchieren!)
Abg. Dr. Fuhrmann: Beantragt! Einberufen hat sie der Herr Präsident!
Gerade in unserer Region waren die Erwartungen an das neue Kabinett Klima sehr groß. Bundeskanzler Klima hat aber die Menschen bereits enttäuscht: erstens durch eine mißlungene Regierungserklärung, die nichts als Seifenblasen zum Inhalt hatte, und zweitens durch eine substanzlose Rede anläßlich der von den Freiheitlichen einberufenen Sondersitzung zum Thema Arbeitslosigkeit (Abg. Dr. Fuhrmann: Beantragt! Einberufen hat sie der Herr Präsident!) , in der der neue Herr Bundeskanzler über Satellitenfernsehen und Telekommunikation philosophierte, aber keinerlei konkrete Ansätze für eine gute Beschäftigungspolitik anbieten konnte, meine sehr verehrten Damen und Herren! Rasche Entscheidungen, rasche Maßnahmen wären gefragt!
Abg. Haigermoser: Und für den Krankenschein muß er noch 50 S zahlen!
Als nächstes Beispiel bringe ich das eines Bauarbeiters aus unserer Region, der 20 000 S netto verdient. Ihm mußte man aufgrund der beiden Sparpakete die Stammarbeiterzulage um 20 Prozent kürzen. Die Leistungszulage wurde von 4 000 S auf 1 200 S gekürzt. (Abg. Haigermoser: Und für den Krankenschein muß er noch 50 S zahlen!) Die Trennungszulage wird jetzt umgangen. Dieser Bauarbeiter verdient jetzt aufgrund des Klima-Sparpakets nicht mehr 20 000 S, sondern nur mehr 16 000 S netto. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Als nächstes Beispiel bringe ich das eines Bauarbeiters aus unserer Region, der 20 000 S netto verdient. Ihm mußte man aufgrund der beiden Sparpakete die Stammarbeiterzulage um 20 Prozent kürzen. Die Leistungszulage wurde von 4 000 S auf 1 200 S gekürzt. (Abg. Haigermoser: Und für den Krankenschein muß er noch 50 S zahlen!) Die Trennungszulage wird jetzt umgangen. Dieser Bauarbeiter verdient jetzt aufgrund des Klima-Sparpakets nicht mehr 20 000 S, sondern nur mehr 16 000 S netto. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Ja, warum soll man die SPÖ wählen?
Selbstverständlich fragen sich die Leute: Wo ist denn da der Gewerkschaftsbund? Wo ist denn meine Vertretung? Warum soll ich denn noch SPÖ wählen, jene Partei, die in unserem Bezirk mittlerweile von der stärksten zur zweitstärksten Partei wurde, während die Freiheitlichen zur Nummer eins wurden? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Ja, warum soll man die SPÖ wählen?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitlichen werden mit ganzem Herzen für diese Menschen einstehen, da Sie von den Regierungsparteien dazu offensichtlich nicht in der Lage sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Meisinger: Das ist auch ein Gschichterl!
Abgeordneter Mag. Herbert Kaufmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Es werden hier immer wieder Gschichterln erzählt, die aber letzten Endes nicht nachprüfbar sind. Ich kann Ihnen aus Erfahrung sagen, daß wir mit Bundeskanzler Klima einen Mann haben, dem in einer europaweit wirklich sehr, sehr schwierigen Situation zugetraut wird, das Land in eine positive Zukunft zu führen. Und wir erleben das immer wieder durch hohe Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Meisinger: Das ist auch ein Gschichterl!)
Beifall bei der SPÖ.
Tatsache ist, daß die Lohnsteuer stärker steigt als die Löhne, die Unternehmenssteuern weniger stark steigen als die Gewinne. Daher noch einmal: Die Gewinner bei der nächsten Steuerreform müssen die Lohnsteuerzahler, müssen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dieses Landes sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Das begünstigt aber die Besserverdiener! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Bevor man diesen Ausgleich schafft, muß man einmal den Ausgleich zwischen Lohn- und Unternehmenssteuer schaffen. Erst dann, wenn das gelungen ist, kann man über jenen Punkt, den Sie meinen, reden. (Abg. Wabl: Das begünstigt aber die Besserverdiener! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Herbert Kaufmann (fortsetzend) : Mein Schlußsatz lautet: Für die schwachen Einkommensbezieher sind die Sozialleistungen des Staates bedeutender als kleine Vorteile im Steuersystem, und daher kann es eine Steuerreform nur dann geben, wenn das gesamte Sozialniveau des Staates – das ist unser erklärtes Ziel – auch tatsächlich aufrechtbleibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Sie sind eine Architektin der Werkverträge, Frau Kollegin, und haben sich selbst gerichtet!
Abgeordnete Mag. Cordula Frieser (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Dr. Haider, wenn ich an die Verwirklichung Ihrer Steuerpläne denke, dann muß ich sagen: Das wäre, um mit Karl Kraus zu sprechen, eine gefährliche Drohung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Sie sind eine Architektin der Werkverträge, Frau Kollegin, und haben sich selbst gerichtet!) Wenn die Steuerpläne, die Sie in Ihrem Leitantrag darstellen (Abg. Dr. Haider: Da wird sich Herr Maderthaner aber freuen! Er hat mir nämlich gratuliert zu den Vorschlägen!), die Ergebnisse Ihrer Sommerkurse in Boston und Georgetown sind, dann empfehle ich Ihnen, sich Ihr Studiengeld zurückgeben zu lassen. Jeder Nationalökonom würde Sie mit einem Nicht genügend qualifizieren und Sie auffordern, eine neue Arbeit vorzulegen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Die Dame will einen Intelligenztest sehen! – Abg. Haigermoser: Nach dem Intelligenztest der Alkotest! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Da wird sich Herr Maderthaner aber freuen! Er hat mir nämlich gratuliert zu den Vorschlägen!
Abgeordnete Mag. Cordula Frieser (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Dr. Haider, wenn ich an die Verwirklichung Ihrer Steuerpläne denke, dann muß ich sagen: Das wäre, um mit Karl Kraus zu sprechen, eine gefährliche Drohung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Sie sind eine Architektin der Werkverträge, Frau Kollegin, und haben sich selbst gerichtet!) Wenn die Steuerpläne, die Sie in Ihrem Leitantrag darstellen (Abg. Dr. Haider: Da wird sich Herr Maderthaner aber freuen! Er hat mir nämlich gratuliert zu den Vorschlägen!), die Ergebnisse Ihrer Sommerkurse in Boston und Georgetown sind, dann empfehle ich Ihnen, sich Ihr Studiengeld zurückgeben zu lassen. Jeder Nationalökonom würde Sie mit einem Nicht genügend qualifizieren und Sie auffordern, eine neue Arbeit vorzulegen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Die Dame will einen Intelligenztest sehen! – Abg. Haigermoser: Nach dem Intelligenztest der Alkotest! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Die Dame will einen Intelligenztest sehen! – Abg. Haigermoser: Nach dem Intelligenztest der Alkotest! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Cordula Frieser (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Dr. Haider, wenn ich an die Verwirklichung Ihrer Steuerpläne denke, dann muß ich sagen: Das wäre, um mit Karl Kraus zu sprechen, eine gefährliche Drohung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Sie sind eine Architektin der Werkverträge, Frau Kollegin, und haben sich selbst gerichtet!) Wenn die Steuerpläne, die Sie in Ihrem Leitantrag darstellen (Abg. Dr. Haider: Da wird sich Herr Maderthaner aber freuen! Er hat mir nämlich gratuliert zu den Vorschlägen!), die Ergebnisse Ihrer Sommerkurse in Boston und Georgetown sind, dann empfehle ich Ihnen, sich Ihr Studiengeld zurückgeben zu lassen. Jeder Nationalökonom würde Sie mit einem Nicht genügend qualifizieren und Sie auffordern, eine neue Arbeit vorzulegen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Die Dame will einen Intelligenztest sehen! – Abg. Haigermoser: Nach dem Intelligenztest der Alkotest! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Uns schaudert vor der Untätigkeit der Regierung! – Abg. Mag. Stadler: So schaut man aus, wenn man einen Intelligenztest macht!
Meine Damen und Herren! Mich schaudert, wenn ich an die populistischen und allzu einfachen "Zauberformeln" der "F" denke (Abg. Dr. Partik-Pablé: Uns schaudert vor der Untätigkeit der Regierung! – Abg. Mag. Stadler: So schaut man aus, wenn man einen Intelligenztest macht!), beginnend bei der neuen Facette der "ordentlichen Beschäftigungspolitik" des Herrn Grasser – dumpfe Rülpser aus Kärnten! (
Abg. Haigermoser: Bitte in einfache Worte kleiden! Bringen Sie das so einfach wie möglich, damit wir dummen Menschen das auch verstehen! Haben Sie Mitleid mit uns!
Mich schaudert aus einem einfachen Grund (Abg. Haigermoser: Bitte in einfache Worte kleiden! Bringen Sie das so einfach wie möglich, damit wir dummen Menschen das auch verstehen! Haben Sie Mitleid mit uns!): Diese Steuervorschläge funktionieren nicht, und würden sie umgesetzt werden, so käme es danach zu einem grauenvollen Erwachen. Das ist nicht allein meine Meinung, Herr Dr. Haider, sondern auch Nationalökonomen, Steuerexperten und Währungsexperten haben Ihre Vorschläge (Abg. Dr. Haider: Haben Sie die Werkverträge beschlossen?) – um es salopp zu sagen – durch Sonne, Mond und Sterne geschossen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: War die Körperschaftsteuer intelligent? – Abg. Dr. Haider: Sie wissen ja gar nicht, wovon Sie reden! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Haben Sie die Werkverträge beschlossen?
Mich schaudert aus einem einfachen Grund (Abg. Haigermoser: Bitte in einfache Worte kleiden! Bringen Sie das so einfach wie möglich, damit wir dummen Menschen das auch verstehen! Haben Sie Mitleid mit uns!): Diese Steuervorschläge funktionieren nicht, und würden sie umgesetzt werden, so käme es danach zu einem grauenvollen Erwachen. Das ist nicht allein meine Meinung, Herr Dr. Haider, sondern auch Nationalökonomen, Steuerexperten und Währungsexperten haben Ihre Vorschläge (Abg. Dr. Haider: Haben Sie die Werkverträge beschlossen?) – um es salopp zu sagen – durch Sonne, Mond und Sterne geschossen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: War die Körperschaftsteuer intelligent? – Abg. Dr. Haider: Sie wissen ja gar nicht, wovon Sie reden! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: War die Körperschaftsteuer intelligent? – Abg. Dr. Haider: Sie wissen ja gar nicht, wovon Sie reden! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Mich schaudert aus einem einfachen Grund (Abg. Haigermoser: Bitte in einfache Worte kleiden! Bringen Sie das so einfach wie möglich, damit wir dummen Menschen das auch verstehen! Haben Sie Mitleid mit uns!): Diese Steuervorschläge funktionieren nicht, und würden sie umgesetzt werden, so käme es danach zu einem grauenvollen Erwachen. Das ist nicht allein meine Meinung, Herr Dr. Haider, sondern auch Nationalökonomen, Steuerexperten und Währungsexperten haben Ihre Vorschläge (Abg. Dr. Haider: Haben Sie die Werkverträge beschlossen?) – um es salopp zu sagen – durch Sonne, Mond und Sterne geschossen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: War die Körperschaftsteuer intelligent? – Abg. Dr. Haider: Sie wissen ja gar nicht, wovon Sie reden! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Die Körperschaftsteuer: War das intelligent? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie warnen vor einer Anheizung der Inflation, sie warnen vor dem Verlust des Triple-A ... (Abg. Haigermoser: Die Körperschaftsteuer: War das intelligent? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Cordula Frieser (fortsetzend): Herr Haigermoser! Es würde Ihnen nicht schaden, einmal etwas Vernünftiges aufzunehmen. (Beifall bei der ÖVP.) Das geht bis hin zu den ungedeckten Budgetlöchern. (Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie uns eine Unterrichtsstunde geben!) Das versuche ich pausenlos, Herr Stadler, damit auch Sie das verstehen. (Abg. Mag. Stadler: Wir sind leider nicht so intelligent wie Sie! Haben Sie Mitleid mit uns!) Ja, das ist das Problem, das betrachte ich als wirkliches Problem. Aber Sie geben mir jetzt eine Chance, Herr Stadler! Ihre Steuervorschläge kosten das Budget 210 Milliarden Schilling. (Abg. Ing. Reichhold: Millionen! – Abg. Mag. Stadler: Was stimmt jetzt: 200 Millionen oder 200 Milliarden?) Es ist Ihnen in keiner Zeile der Mühe wert, darzulegen, wie Sie diese Budgetlöcher stopfen wollen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Es sieht so aus, als ob Sie nicht wissen, wovon hier die Rede ist!)
Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie uns eine Unterrichtsstunde geben!
Abgeordnete Mag. Cordula Frieser (fortsetzend): Herr Haigermoser! Es würde Ihnen nicht schaden, einmal etwas Vernünftiges aufzunehmen. (Beifall bei der ÖVP.) Das geht bis hin zu den ungedeckten Budgetlöchern. (Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie uns eine Unterrichtsstunde geben!) Das versuche ich pausenlos, Herr Stadler, damit auch Sie das verstehen. (Abg. Mag. Stadler: Wir sind leider nicht so intelligent wie Sie! Haben Sie Mitleid mit uns!) Ja, das ist das Problem, das betrachte ich als wirkliches Problem. Aber Sie geben mir jetzt eine Chance, Herr Stadler! Ihre Steuervorschläge kosten das Budget 210 Milliarden Schilling. (Abg. Ing. Reichhold: Millionen! – Abg. Mag. Stadler: Was stimmt jetzt: 200 Millionen oder 200 Milliarden?) Es ist Ihnen in keiner Zeile der Mühe wert, darzulegen, wie Sie diese Budgetlöcher stopfen wollen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Es sieht so aus, als ob Sie nicht wissen, wovon hier die Rede ist!)
Abg. Mag. Stadler: Wir sind leider nicht so intelligent wie Sie! Haben Sie Mitleid mit uns!
Abgeordnete Mag. Cordula Frieser (fortsetzend): Herr Haigermoser! Es würde Ihnen nicht schaden, einmal etwas Vernünftiges aufzunehmen. (Beifall bei der ÖVP.) Das geht bis hin zu den ungedeckten Budgetlöchern. (Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie uns eine Unterrichtsstunde geben!) Das versuche ich pausenlos, Herr Stadler, damit auch Sie das verstehen. (Abg. Mag. Stadler: Wir sind leider nicht so intelligent wie Sie! Haben Sie Mitleid mit uns!) Ja, das ist das Problem, das betrachte ich als wirkliches Problem. Aber Sie geben mir jetzt eine Chance, Herr Stadler! Ihre Steuervorschläge kosten das Budget 210 Milliarden Schilling. (Abg. Ing. Reichhold: Millionen! – Abg. Mag. Stadler: Was stimmt jetzt: 200 Millionen oder 200 Milliarden?) Es ist Ihnen in keiner Zeile der Mühe wert, darzulegen, wie Sie diese Budgetlöcher stopfen wollen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Es sieht so aus, als ob Sie nicht wissen, wovon hier die Rede ist!)
Abg. Ing. Reichhold: Millionen! – Abg. Mag. Stadler: Was stimmt jetzt: 200 Millionen oder 200 Milliarden?
Abgeordnete Mag. Cordula Frieser (fortsetzend): Herr Haigermoser! Es würde Ihnen nicht schaden, einmal etwas Vernünftiges aufzunehmen. (Beifall bei der ÖVP.) Das geht bis hin zu den ungedeckten Budgetlöchern. (Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie uns eine Unterrichtsstunde geben!) Das versuche ich pausenlos, Herr Stadler, damit auch Sie das verstehen. (Abg. Mag. Stadler: Wir sind leider nicht so intelligent wie Sie! Haben Sie Mitleid mit uns!) Ja, das ist das Problem, das betrachte ich als wirkliches Problem. Aber Sie geben mir jetzt eine Chance, Herr Stadler! Ihre Steuervorschläge kosten das Budget 210 Milliarden Schilling. (Abg. Ing. Reichhold: Millionen! – Abg. Mag. Stadler: Was stimmt jetzt: 200 Millionen oder 200 Milliarden?) Es ist Ihnen in keiner Zeile der Mühe wert, darzulegen, wie Sie diese Budgetlöcher stopfen wollen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Es sieht so aus, als ob Sie nicht wissen, wovon hier die Rede ist!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Es sieht so aus, als ob Sie nicht wissen, wovon hier die Rede ist!
Abgeordnete Mag. Cordula Frieser (fortsetzend): Herr Haigermoser! Es würde Ihnen nicht schaden, einmal etwas Vernünftiges aufzunehmen. (Beifall bei der ÖVP.) Das geht bis hin zu den ungedeckten Budgetlöchern. (Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie uns eine Unterrichtsstunde geben!) Das versuche ich pausenlos, Herr Stadler, damit auch Sie das verstehen. (Abg. Mag. Stadler: Wir sind leider nicht so intelligent wie Sie! Haben Sie Mitleid mit uns!) Ja, das ist das Problem, das betrachte ich als wirkliches Problem. Aber Sie geben mir jetzt eine Chance, Herr Stadler! Ihre Steuervorschläge kosten das Budget 210 Milliarden Schilling. (Abg. Ing. Reichhold: Millionen! – Abg. Mag. Stadler: Was stimmt jetzt: 200 Millionen oder 200 Milliarden?) Es ist Ihnen in keiner Zeile der Mühe wert, darzulegen, wie Sie diese Budgetlöcher stopfen wollen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Es sieht so aus, als ob Sie nicht wissen, wovon hier die Rede ist!)
Abg. Ing. Reichhold: Was stimmt jetzt: 200 Millionen oder 200 Milliarden?
Ich möchte nun zur Realität kommen. (Abg. Ing. Reichhold: Was stimmt jetzt: 200 Millionen oder 200 Milliarden?) 210 Milliarden!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Bei Ihrer Politik wird es bald soweit sein!
Zurück zur Realität! Der Herr Minister hat schon die Staatsquote in Österreich erwähnt. Österreich liegt mit 42 Prozent im Mittelfeld. Vor uns liegen Schweden, Finnland, Dänemark, Belgien und Deutschland. Nach uns rangieren neben Irland und Großbritannien Portugal, Italien und Spanien. Angesichts dessen frage ich die Herrschaften von der "F": Wollen Sie, daß wir in Österreich wirtschaftliche und soziale Zustände wie in Spanien haben – wie dort, wo diese grauenvolle "Schildlaus" herkommt? Ist Ihnen das ein Anliegen? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Bei Ihrer Politik wird es bald soweit sein!)
Abg. Haigermoser: Mindest-KÖST!
Meine Damen und Herren! Wir von den Regierungsparteien haben in den letzten Jahren durch die Steuerreformen einiges bewirkt. Wir haben eine Tarifsenkung bei der Einkommensteuer zustande gebracht, wir haben die KÖST reduziert, wir haben die Gewerbesteuer abgeschafft (Abg. Haigermoser: Mindest-KÖST!), wir haben die Vermögensteuer abgeschafft, und es freut mich, daß Sie, Herr Kollege Haselsteiner, dies lobend erwähnt haben. (Abg. Haigermoser: Na bravo!) Sie haben auch erwähnt, daß es Ungerechtigkeit in der Besteuerung gibt. Die Kapitalerträge sind mit 25 Prozent endbesteuert, nichtselbständige Einkommen werden mit Steuersätzen bis hin zu 50 Prozent Grenzsteuersatz bedacht.
Abg. Haigermoser: Na bravo!
Meine Damen und Herren! Wir von den Regierungsparteien haben in den letzten Jahren durch die Steuerreformen einiges bewirkt. Wir haben eine Tarifsenkung bei der Einkommensteuer zustande gebracht, wir haben die KÖST reduziert, wir haben die Gewerbesteuer abgeschafft (Abg. Haigermoser: Mindest-KÖST!), wir haben die Vermögensteuer abgeschafft, und es freut mich, daß Sie, Herr Kollege Haselsteiner, dies lobend erwähnt haben. (Abg. Haigermoser: Na bravo!) Sie haben auch erwähnt, daß es Ungerechtigkeit in der Besteuerung gibt. Die Kapitalerträge sind mit 25 Prozent endbesteuert, nichtselbständige Einkommen werden mit Steuersätzen bis hin zu 50 Prozent Grenzsteuersatz bedacht.
Abg. Dr. Haselsteiner: Im europäischen Gleichklang, Frau Kollegin!
Sie fordern Gerechtigkeit, sind aber eine Antwort schuldig geblieben auf die Frage: Wollen Sie den KEST-Satz und damit die Endbesteuerung erhöhen? (Abg. Dr. Haselsteiner: Im europäischen Gleichklang, Frau Kollegin!) Ich will damit sagen, daß Sie davor zurückscheuen, konkrete Vorschläge zu machen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Ich mache Vorschläge, die umsetzbar sind – im Gegensatz zu Ihnen! –Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Ich mache Vorschläge, die umsetzbar sind – im Gegensatz zu Ihnen! –Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie fordern Gerechtigkeit, sind aber eine Antwort schuldig geblieben auf die Frage: Wollen Sie den KEST-Satz und damit die Endbesteuerung erhöhen? (Abg. Dr. Haselsteiner: Im europäischen Gleichklang, Frau Kollegin!) Ich will damit sagen, daß Sie davor zurückscheuen, konkrete Vorschläge zu machen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Ich mache Vorschläge, die umsetzbar sind – im Gegensatz zu Ihnen! –Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Lassen Sie mich abschließend zu den Steuervorschlägen der "F" ein Zitat bringen (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) , ein Zitat von einem Mann (Abg. Ing. Reichhold: Schlußsatz!), der Ihr Denken, meine Damen und Herren, wie kaum sonst jemand kennt, weil er viele Jahre Ihr Querdenker und Ihr Vordenker war.
Abg. Ing. Reichhold: Schlußsatz!
Lassen Sie mich abschließend zu den Steuervorschlägen der "F" ein Zitat bringen (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) , ein Zitat von einem Mann (Abg. Ing. Reichhold: Schlußsatz!), der Ihr Denken, meine Damen und Herren, wie kaum sonst jemand kennt, weil er viele Jahre Ihr Querdenker und Ihr Vordenker war.
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Cordula Frieser (fortsetzend): Nur dieses Zitat des Herrn Mölzer, der sagt: "Wer an die Ansammlung von all ..." (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei den Freiheitlichen.
Ich bin nicht der Meinung des Herrn Landeshauptmann-Stellvertreters Grasser bezüglich seiner Vorschläge zur Beschäftigungspolitik. Aber, meine Damen und Herren des Hohen Hauses, ich halte es für unerträglich, den Betrieb seiner Familie, an dem Herr Grasser nicht beteiligt ist und der von seinen Eltern geführt wird, hier in die Diskussion einzubeziehen. Wenn es in diesem Familienbetrieb eine illegale Beschäftigung gegeben hat, so bedauere ich das. Ich halte es aber im Sinne einer nicht existierenden Sippenhaftung sowie als Unternehmervertreter und Wirtschaftspolitiker für unerträglich, die Firmen von Verwandten und Bekannten von Politikern hier in die Diskussion hereinzuziehen – und genauso unerträglich ist es, umgekehrt die Handlungen von Politikern auf Firmen auszutragen. Ich bitte Herrn Professor Nowotny, das in Zukunft nicht wieder zu tun, denn das ist blanke Demagogie, meine Damen und Herren! (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist sicherlich auch Demagogie – darin gebe ich Nowotny recht –, kurz vor Wahlen – und es gibt ja immer Wahlen – wieder Lohnsteuersenkungen zu verlangen. Jeder weiß, daß diese hier und heute nicht darstellbar sind. Die Nationalbankreserven zum 34. Mal zu verwenden, grenzt irgendwann an Lächerlichkeit. Wie oft wollt ihr (der Redner schaut in Richtung der Freiheitlichen) die Nationalbankreserven noch verwenden? Schließlich glaubt euch das nicht einmal mehr der letzte im Bierzelt. Das ist eine Art von Politik, die des Hohen Hauses nicht würdig ist. Immer wieder müssen wir uns den schwachsinnigen Vorschlag anhören: Verwendung der Pensionsreserven der Nationalbank! Das ist schon die fünfte Verwendung, die ich höre. So etwas Dummes ist mir noch nicht passiert, das ist doch unerträglich. Wofür halten Sie uns hier herinnen? (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Fest steht aber auch, Herr Bundesfinanzminister, daß Sie bewußt Zahlen zitieren, von denen Sie ganz genau wissen – darin ist Ihnen Frau Frieser gefolgt –, daß sie nicht stimmen. Wenn Sie heute sagen, die Steuer- und Abgabenquote in Österreich betrage 42 Prozent, dann sagen Sie doch bitte dazu, daß dies der Wert des Jahres 1995 ist! Sagen Sie bitte auch dazu, daß jetzt, im Jahre 1997, die Steuer- und Abgabenquote aufgrund des Strukturanpassungsgesetzes wahrscheinlich bei 43,5 bis 44 Prozent liegt! Wenn Sie zitieren, dann zitieren Sie bitte mit Jahreszahl, dann zitieren Sie richtig! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir haben eine viel zu früh einsetzende und zu hohe Progression vor allem bei den kleinen und unteren Einkommen. Es ist unerträglich, heute mit einem Einkommensteuersatz von 22 Prozent zu beginnen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Finanzminister! Wenn Sie – Gott sei Dank – von der Harmonisierung der Steuern in Europa sprechen, dann haben Sie bitte auch den Mut, vom 13. und 14. Gehalt zu sprechen, denn die Besteuerung des 13. und 14. mit der Sechstelbegünstigung ist erstens unsozial, weil sie die hochverdienenden Unselbständigen stark bevorzugt, und zweitens ein Unikum in Europa. Sie haben von der Europäisierung der Steuerpolitik gesprochen. – Machen Sie eine Europäisierung, und beziehen Sie in eine Gesamtreform, die wirklich eine Reform ist, auch den 13. und 14. Monatsgehalt ein! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Schließlich, Herr Finanzminister, sind es nicht mehr nur die Grünen, die eine baldige Besteuerung der Ressourcen verlangen. Sie können in der "Financial Times" vom 14. Februar nachlesen, daß das alle führenden Ökonomen weltweit verlangen. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Allein in Amerika sind es derzeit 2 000 Ökonomen, unter denen sich sechs Nobelpreisträger befinden. Es ist das mehr als grüne Phantasterei und muß Realität werden, Herr Finanzminister ...
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Ing. Monika Langthaler (fortsetzend): ..., und zwar noch in dieser Legislaturperiode. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es kann damit nicht genug sein, daß man jetzt wieder einen dürftigen Entschließungsantrag von seiten der Regierungsparteien verabschiedet, in dem drinnensteht: Es wird bis zum Jahr 1998 alles geprüft – einschließlich des Beitrittes zur Westeuropäischen Union. Sie wissen eines ganz genau: Der Außenminister Europas hat Ihnen ganz klipp und klar gesagt: Einen WEU-Beitritt ohne einen NATO-Beitritt gibt es nicht! Daher werden Sie sich endlich einmal bequemen müssen, Konkretes zu sagen. Bleiben Sie alleine, dann hätten Sie sich den EU-Beitritt schenken können. Wollen Sie eine gemeinsame Sicherheitspolitik, dann werden Sie auch zur NATO ja sagen müssen. Das ist die Realität! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Erstens: Ein wesentlicher Grund liegt darin, daß die Osterweiterung in ökonomischer Hinsicht derzeit überhaupt keinen Sinn macht. Europa als Idee war eine Friedensidee und keine ökonomische Idee. Sie wird ökonomisch unterfüttert, aber wenn man diese Friedensidee ernst nimmt, dann muß man zuerst einmal die Sicherheitsvoraussetzungen schaffen, damit es auch ökonomisch Sinn macht. Daher wäre es vielleicht nicht falsch, zu sagen, die Osterweiterung in wirtschaftlicher Hinsicht kann schon auch aus der Sicht Österreichs im Hinblick auf die Gefahr der Bedrohung von Arbeitsplätzen, im Hinblick auf die Gefahr der Konkurrenz durch Billigprodukte, die unseren Markt überschwemmen würden, mit denen wir nicht mithalten könnten und was uns noch einmal um 100 000 bis 120 000 Arbeitslose in Österreich mehr bringen würde, durch eine offensive Strategie beim Ausbau der Sicherheitspolitik kompensiert werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zweitens glaube ich, daß wir uns im klaren sein müssen, daß uns eine NATO-Kooperation Österreichs wahrscheinlich wesentlich billiger kommt als die Erfüllung des Erfordernisses, unser Heer auf einen Standard zu bringen, der die Verteidigungsfähigkeit garantiert. Denn: Eine Illusion werden Sie wohl nicht haben: daß Österreich mit der derzeitigen Verfassung seines Bundesheeres wirklich verteidigungsfähig ist. Das ist nicht gegeben. Wir haben zwar eine Heeresreform nach der anderen erlebt, aber diese haben darin bestanden, daß Minister Fasslabend irgendwelche Regimenter zugesperrt hat, die Leute nach Hause geschickt und ein paar Brigadiere neu ernannt hat. Daher haben wir in der österreichischen Heeresorganisation mehr Brigadiere und Generäle als die amerikanische Armee. Und wenn wir alleine bleiben, dann müssen Sie auch sagen, was Sie für das Bundesheer tun. – Sie tun nämlich gar nichts für das Bundesheer und gefährden damit die Sicherheit Österreichs ganz nachhaltig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Heute denken Sie alle anders, weil Sie letztlich nicht umhinkommen werden, diese Entscheidung so zu treffen, daß die Feststellung der Freiheitlichen vom Jahr 1990 richtig ist. Es ist Ihr Problem, daß der geistige und intellektuelle Sickerprozeß so lange dauert, bis Sie erkennen, wo die richtigen sicherheitspolitischen Orientierungen liegen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Vielleicht wird es doch einmal einsichtig, daß, bevor wir diese Präsidentschaft übernehmen, wir mit uns selbst einmal ins Reine kommen sollten, was wir wollen. Das heißt, wir Freiheitlichen sind es ja, aber die Regierung sollte sich einmal klar werden, ob sie eine sicherheitspolitische Verantwortung für Österreich trägt. Wenn sie diese zu tragen hat, dann hat sie eine klare Entscheidung zu treffen, nämlich daß wir dort dazugehören sollten, wo Österreich am sichersten ist, und das ist in einem gemeinsamen Bündnis mit den anderen europäischen Staaten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Art der politischen Schleimspur, die sich durch Österreich zieht, muß endlich einmal gestoppt werden! Die Österreicher haben ein Recht darauf zu wissen, wo es sicherheitspolitisch langgeht, wo dieses Land steht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der Bundesregierung! Es gefällt mir wirklich nicht, daß Rußland, die Ukraine, Moldawien, Rumänien und wie die östlicher gelegenen Länder alle heißen heute bereits einen Assoziationsstatus bei der NATO haben, das heißt, mitreden dürfen und wir die Letzten dort sind, bitte! Wir, die wir eine Landbrücke für die NATO in ein neues Gebiet darstellen, sind die Letzten bei all diesen Veranstaltungen, weil Sie nicht in der Lage sind, die Position Österreichs so festzulegen, daß wir dort mitreden können, bevor über uns entschieden wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Wo steht das?
Das mache ich Ihnen zum Vorwurf! Wir Freiheitlichen haben Ihnen vor sieben Jahren gesagt, wo es langgeht. Vielleicht gelingt es Ihnen einmal, sich durchzuringen und eine klare Position einzunehmen. Aber dazu wird es halt notwendig sein, daß man auch dem Bürger gegenüber ehrlich ist. Die Wahrheit ist dem Bürger zumutbar! Die Wahrheit kann man ihm sagen, Frau Staatssekretär! Da muß man nicht, so wie die ÖVP im Internet, zwei Meinungen äußern. Ich zitiere das Internet der ÖVP, wo unter Neutralität steht: Die österreichische Neutralität ist seit 1955 ein fixer Bestandteil der Nachkriegsordnung für Europa. – Okay! Dann steht weiters drinnen: Mit dem Ende des Kalten Krieges hat sie aber ihre bisherige sicherheitspolitische Funktion für Österreich verloren. (Abg. Haigermoser: Wo steht das?) – Im ÖVP-Internet. (Abg. Haigermoser: Interessant!) Zwei Absätze weiter – nach dem Satz, daß sie die Funktion verloren hat – heißt es: Österreich soll auf jeden Fall an der Neutralität festhalten, um die Sicherheit seiner Bürger und die Unverletzlichkeit des Staatsgebietes und der Demokratie gewährleisten zu können. (Abg. Ing. Reichhold: Das haben sie von der SPÖ abgeschrieben!)
Abg. Haigermoser: Interessant!
Das mache ich Ihnen zum Vorwurf! Wir Freiheitlichen haben Ihnen vor sieben Jahren gesagt, wo es langgeht. Vielleicht gelingt es Ihnen einmal, sich durchzuringen und eine klare Position einzunehmen. Aber dazu wird es halt notwendig sein, daß man auch dem Bürger gegenüber ehrlich ist. Die Wahrheit ist dem Bürger zumutbar! Die Wahrheit kann man ihm sagen, Frau Staatssekretär! Da muß man nicht, so wie die ÖVP im Internet, zwei Meinungen äußern. Ich zitiere das Internet der ÖVP, wo unter Neutralität steht: Die österreichische Neutralität ist seit 1955 ein fixer Bestandteil der Nachkriegsordnung für Europa. – Okay! Dann steht weiters drinnen: Mit dem Ende des Kalten Krieges hat sie aber ihre bisherige sicherheitspolitische Funktion für Österreich verloren. (Abg. Haigermoser: Wo steht das?) – Im ÖVP-Internet. (Abg. Haigermoser: Interessant!) Zwei Absätze weiter – nach dem Satz, daß sie die Funktion verloren hat – heißt es: Österreich soll auf jeden Fall an der Neutralität festhalten, um die Sicherheit seiner Bürger und die Unverletzlichkeit des Staatsgebietes und der Demokratie gewährleisten zu können. (Abg. Ing. Reichhold: Das haben sie von der SPÖ abgeschrieben!)
Abg. Ing. Reichhold: Das haben sie von der SPÖ abgeschrieben!
Das mache ich Ihnen zum Vorwurf! Wir Freiheitlichen haben Ihnen vor sieben Jahren gesagt, wo es langgeht. Vielleicht gelingt es Ihnen einmal, sich durchzuringen und eine klare Position einzunehmen. Aber dazu wird es halt notwendig sein, daß man auch dem Bürger gegenüber ehrlich ist. Die Wahrheit ist dem Bürger zumutbar! Die Wahrheit kann man ihm sagen, Frau Staatssekretär! Da muß man nicht, so wie die ÖVP im Internet, zwei Meinungen äußern. Ich zitiere das Internet der ÖVP, wo unter Neutralität steht: Die österreichische Neutralität ist seit 1955 ein fixer Bestandteil der Nachkriegsordnung für Europa. – Okay! Dann steht weiters drinnen: Mit dem Ende des Kalten Krieges hat sie aber ihre bisherige sicherheitspolitische Funktion für Österreich verloren. (Abg. Haigermoser: Wo steht das?) – Im ÖVP-Internet. (Abg. Haigermoser: Interessant!) Zwei Absätze weiter – nach dem Satz, daß sie die Funktion verloren hat – heißt es: Österreich soll auf jeden Fall an der Neutralität festhalten, um die Sicherheit seiner Bürger und die Unverletzlichkeit des Staatsgebietes und der Demokratie gewährleisten zu können. (Abg. Ing. Reichhold: Das haben sie von der SPÖ abgeschrieben!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Jetzt frage ich mich wirklich: Was gilt? – Gilt erster Absatz: Funktion obsolet, verloren!, oder gilt letzter Absatz: festhalten an dem, was nichts mehr wert ist!? Das ist also ÖVP-Politik. Das ist die Politik der ÖVP, meine Damen und Herren! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Allgemeines Gelächter für die österreichische Außenpolitik, weil doch jeder weiß, daß dieses Theater im Grunde genommen nur dazu dienen soll, der österreichischen Bevölkerung Nebelgranaten zu schmeißen, damit sie nicht sieht, wo es wirklich hingeht. Die Reise geht doch längst schon in Richtung NATO! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben uns die Weichen dorthin gestellt. Die Reise geht schon längst dorthin. Haben Sie den Mut, das rechtzeitig zu sagen! Ordnen Sie die Kompetenzen! Entscheiden Sie in der Regierung! Dann werden Sie 1998, wenn wir den Vorsitz in der EU haben, glaubwürdig sein. Wir werden aber vor allem diesem Land einen guten Dienst erweisen, wenn wir gemeinsam in einem Sicherheitsbündnis sind und nicht in der Randlage alleine vor neuen Bedrohungen stehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Sie waren selbst auf unserem Parteitag nach Vorliegen der Ergebnisse! – Abg. Dr. Khol: Aber wir sind jetzt Mitglied der EU!
Abgeordneter Dr. Alois Mock (ÖVP): Hohes Haus! Ich hätte mich ja gerne mit den Ausführungen des Kollegen Haider beschäftigt, so wie ich das immer tue, weil ich glaube, daß man auf die Argumente des anderen eingehen soll, aber auch er hat vor sieben Jahren für den Beitritt zur EU konsequent und ohne Slalom gekämpft. Und bevor wir die Ergebnisse der Verhandlungen hatten, waren Sie dagegen. Jetzt denke ich mir, ich soll Ihnen Zeit ersparen und uns Zeit ersparen ... (Abg. Dr. Haider: Sie waren selbst auf unserem Parteitag nach Vorliegen der Ergebnisse! – Abg. Dr. Khol: Aber wir sind jetzt Mitglied der EU!) Ja, aber Sie waren damals schon lange dagegen! Sie haben mich nur fair behandelt, habe ich gesagt. Jetzt will ich Ihnen Zeit ersparen, mir Zeit ersparen. Vielleicht kommt auch in fünf Jahren bezüglich der NATO bei Ihnen etwas anderes heraus, man ist da nie ganz sicher. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Alois Mock (ÖVP): Hohes Haus! Ich hätte mich ja gerne mit den Ausführungen des Kollegen Haider beschäftigt, so wie ich das immer tue, weil ich glaube, daß man auf die Argumente des anderen eingehen soll, aber auch er hat vor sieben Jahren für den Beitritt zur EU konsequent und ohne Slalom gekämpft. Und bevor wir die Ergebnisse der Verhandlungen hatten, waren Sie dagegen. Jetzt denke ich mir, ich soll Ihnen Zeit ersparen und uns Zeit ersparen ... (Abg. Dr. Haider: Sie waren selbst auf unserem Parteitag nach Vorliegen der Ergebnisse! – Abg. Dr. Khol: Aber wir sind jetzt Mitglied der EU!) Ja, aber Sie waren damals schon lange dagegen! Sie haben mich nur fair behandelt, habe ich gesagt. Jetzt will ich Ihnen Zeit ersparen, mir Zeit ersparen. Vielleicht kommt auch in fünf Jahren bezüglich der NATO bei Ihnen etwas anderes heraus, man ist da nie ganz sicher. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Der ökologische Irrtum kann noch desaströser sein!
Meine Damen und Herren! Man kann sich im Finanzbereich, im Wirtschaftsbereich, in der Ökologie irren, man kann oft auch nur schwer Fehler korrigieren. In einem Bereich ist es allerdings sehr gefährlich, sich zu irren, nämlich im Bereich der Sicherheitspolitik. Wenn man sich einmal irrt, kann man es möglicherweise nicht mehr korrigieren, weil man gar nicht mehr existiert. Fragen der Sicherheitspolitik haben existentiellen Charakter. (Abg. Wabl: Der ökologische Irrtum kann noch desaströser sein!) – Ich glaube, es kann keine größere Gefahr geben, als wenn Gefahr für das Land und für seine Existenz gegeben ist. Aufgrund dieser Gefahr bekommt die Sicherheitspolitik ihren Stellenwert.
Beifall bei der ÖVP.
Welcher politischen oder militärischen Allianz Polen oder andere Länder beitreten, ist nur von Polen, von den Bürgern dieser Staaten und von niemand anderem zu entscheiden. Das sollten wir sehr klar festhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Diesbezüglich sollten wir eine Linie haben, die Lehren aus der Vergangenheit gezogen hat, was für die zukünftige Stabilität Europas sehr wichtig ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: 1998, Herr Minister!
Ich glaube daher, daß es richtig ist, daß sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt hat, in der ersten Jahreshälfte 1997 einen umfassenden Bericht über alle weiterführenden Optionen zu geben (Abg. Scheibner: 1998, Herr Minister!) , der nach der Diskussion 1998 beschlußreif sein soll.
Beifall bei der ÖVP.
Bei allen anderen Fraktionen gibt es auch solche Ansätze. Wenn der politische Wille vorhanden ist, sind solche Ansätze für einen breiten Dialog gegeben. Ich weiß, Kollege Wabl, wir leben in einer sonderbaren politischen Kultur. Wenn man dem sogenannten politischen Gegner Respekt zeigt, muß man darüber nachdenken, ob ihm das nicht schadet. Auch das wird sich ändern, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich jedenfalls war überzeugt, als ich die Beobachterposition bei der Westeuropäischen Union namens der Bundesregierung erklärte und den Vertrag über die NATO-Partnerschaft für den Frieden unterschrieb, daß wir auf diesem Weg in einer breiten Diskussion der Regierungsparteien und zwischen Regierung und Opposition eine Entscheidung fällen, die uns nach außen hin mehr Sicherheit und nach innen hin wegen des gegenseitigen Respekts mehr Stabilität bringen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Haselsteiner: Er ist noch nicht lange Außenminister!
Meine Damen und Herren! Wenn der Außenminister aufgrund seiner Kontakte nicht weiß, wie die tatsächliche Entwicklung laufen wird, dann tut mir dieser Außenminister wirklich leid. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Haselsteiner: Er ist noch nicht lange Außenminister!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher glaube ich, daß es notwendig ist, sich grundsätzlich zuerst politisch zu entscheiden, welche Option, welche Perspektive die beste ist, und dann diese Entscheidung einer Volksabstimmung zu unterziehen. Wir Liberalen meinen, daß eine solche Volksabstimmung dann eine sinnvolle Ergänzung zur politischen Entscheidung wäre. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Wirtschaftlich waren wir auch nie neutral. Wir haben uns klar zur freien Marktwirtschaft bekannt, wir waren nie Mitglied beispielsweise des COMECON, und daher sollten wir, glaube ich, die Neutralität so sehen, wie sie im Jahre 1955 die Gründerväter beschlossen haben, und zwar als ein sicherheitspolitisches Konzept mit einer klaren militärischen Zielsetzung. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher meinen wir, daß wir aus dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union sicherheitspolitischen Nutzen ziehen sollten. Ich darf Sie, meine Damen und Herren, daran erinnern, daß wir vom Liberalen Forum uns zum Beitritt Österreichs zur Europäischen Union bekannt haben. Es war damals für uns ein ganz wesentliches Argument, warum wir der Europäischen Union beitreten sollten, der Umstand, daß die Europäische Union im Prinzip als Friedenswerk gedacht war, und wir sind nun aufgefordert, dieses Friedenswerk fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Wir sollten jetzt, wo wir EU-Mitglied sind, aus dieser unserer Mitgliedschaft den maximalen Nutzen ziehen, und dieser ist aus meiner Sicht die volle Integration Österreichs in die europäischen Sicherheitsstrukturen. Die erste Chance, die sich für diese Integration meiner Meinung ergibt, ist, weil wir Mitglied der Europäischen Union geworden sind, der Vollbeitritt Österreichs zur Westeuropäischen Union. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir glauben, daß der Beitritt zur Westeuropäischen Union möglich ist, jetzt notwendig und sinnvoll ist, und meinen, daß wir diese Chance nutzen sollten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Es ist klar, daß es notwendig sein wird, mit dem Beitritt zur Westeuropäischen Union auch das Verhältnis zur NATO entsprechend zu definieren (Zwischenruf des Abg. Scheibner ) – lieber Kollege Scheibner, laß mich ausreden! – und klarzustellen, daß das derzeitige Verhältnis zur NATO im Rahmen der "Partnerschaft für den Frieden" nicht ausreichend ist und daß es daher
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Ich möchte noch darauf hinweisen, daß wir, weil wir für den Beitritt zur Westeuropäischen Union sind, auch einen diesbezüglichen Antrag eingebracht haben. Ich meine, daß es sinnvoll und notwendig gewesen wäre, Kollege Spindelegger, auf europäischer Ebene frühzeitig zu signalisieren, daß wir bereit sind, auch solidarisch an einem europäischen Sicherheitssystem teilzunehmen. Daher haben wir vorgeschlagen, daß wir bereits vor Beginn der Regierungskonferenz der EU uns klar positionieren. Wir haben als Mitglied der Europäischen Union die Möglichkeit, die Entwicklung der Westeuropäischen Union beziehungsweise die Entwicklung der Europäischen Union in eine bestimmte Richtung zu lenken, sie so, wie wir es uns vorstellen, mitzugestalten, mitzubestimmen und auch mitzuentscheiden. Das war die Motivation beziehungsweise der Grund, warum wir diesen unseren Antrag eingebracht und gestellt haben. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abschließend: Leider Gottes nehmen die Regierungsparteien die Chance, heute vielleicht doch einen Schritt in der sicherheitspolitischen Debatte weiterzukommen, nicht wahr. Es wird wiederum ein sehr weich formulierter Entschließungsantrag eingebracht, ein Entschließungsantrag, der nichts Konkretes aussagt. Er enthält eine nichtssagende Entschließung. Wir werden daher diesen Ihren Entschließungsantrag ablehnen. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Professor Rotter hat darauf verwiesen, daß diese Vorgangsweise, eine Volksabstimmung über diese Frage vorzusehen, wahrscheinlich wieder einer Volksabstimmung im Sinne des Artikels 44 Abs. 3 Bundes-Verfassungsgesetz bedürfte, und er hat weitere Mängel angeführt und dann gesagt, daß aufgrund dieser inhaltlichen Mängel schon allein aus formallegistischen Gründen auch in diesem Punkt dem Novellierungsantrag nicht gefolgt werden solle. Dabei muß man fairerweise darauf hinweisen, daß er angemerkt hat, daß er eine Volksabstimmung, auch wenn sie verfassungsrechtlich nicht geboten sei, demokratiepolitisch für eine Selbstverständlichkeit hält. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kollege Schieder, wie lange haben Sie das jetzt schon vorbereitet, dieses Zitat?
Hochverehrter Herr Kollege! Um in der militärischen Sprache auf Ihren Zwischenruf einzugehen: Ihr Zwischenrufgeschütz ist entweder schlecht justiert oder falsch bedient, es arbeitet zu laut und es trifft daneben. Also denken Sie bitte darüber nach, oder üben Sie sich in dieser Frage. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kollege Schieder, wie lange haben Sie das jetzt schon vorbereitet, dieses Zitat?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat sich nicht so angehört!
Sie werden sich wundern: Erstens wäre für eine Vorbereitung keine Chance, und zweitens fällt mir auch aus der Situation etwas ein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat sich nicht so angehört!)
Beifall bei der SPÖ.
Die Neutralität hat unserem Land viel gebracht, sie wird von der Mehrheit der Österreicher getragen und hat – im Gegensatz zu anderen Ländern, so meine ich – auch in der heutigen Zeit für unser Land noch Bedeutung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie ist dann lebendig, wenn wir sie lebendig machen! Sie hat dann Inhalte, wenn die Österreicher darunter etwas verstehen! Und wenn Sie meinen, das verpflichtet uns zu einer gewissen Verantwortung für die Welt, zu einer Friedenspolitik, dann sage ich Ihnen: Selbst dann, wenn das rechtlich nicht geboten ist, ist es demokratiepolitisch sehr, sehr gut, wenn die Menschen eines Landes für diese Ziele in der Welt eintreten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Vielleicht sind wir in manchen Fragen einen eigenen Weg gegangen. Ein namhafter Experte auf diesem Gebiet hat einmal – ich weiß nicht, ob er es lobend oder kritisierend oder nur beschreibend gemeint hat – in Anlehnung an das Lied "I did it my way" unsere Vorgangsweise die "Frank-Sinatra-Neutralität" genannt. – Wir sind jedenfalls auch im Einklang mit anderen Ländern unseren Weg gegangen, und dieser Weg hat unserem Land geholfen, er war gut für unser Land. Meine Damen und Herren! Er ist auch noch gut für unser Land – und das sollte ja unser oberstes Ziel sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist etwas Positives für uns!
Meine Damen und Herren! Ich sage es noch einmal: An all den wichtigen Aktionen, die für eine Mitgliedschaft ins Treffen geführt werden, können wir solidarisch teilnehmen. Der springende Punkt einer Mitgliedschaft ist der Artikel 5 in Verbindung mit Artikel 6. (Abg. Scheibner: Das ist etwas Positives für uns!) Wir sehen, daß er an Bedeutung in der NATO verliert. Wir sehen, daß die alten Strukturen, die früher ausschließlich seinen Zielen dienten, zugunsten der neuen Handlungsmöglichkeiten zurückgedrängt werden. Aber er gilt noch – und in verschärfter Form auch in der WEU –, und das ist meiner Auffassung nach der rechtliche Prüfstein einer Organisation am Wege vom Militärbündnis zum Sicherheitssystem.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Es liegt kein Grund vor, innerstaatlich vorschnell und ohne die Entwicklung der nächsten Monate, in denen wichtige Sitzungen stattfinden, zu kennen, eine inhaltliche Festlegung anzupeilen. Dies umso mehr, als selbst jene Experten im Bereich der Landesverteidigung, die seit Jahren den sofortigen NATO-Beitritt verlangen – wie zum Beispiel jener Sektionschef, mit dem ich vor Tagen im Fernsehen diskutiert habe, oder jener Experte der Landesverteidigungsakademie, der in unserer Ausschußsitzung war –, uns bis heute nicht sagen können, wie hoch die Kosten eines Beitritts sein werden. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Dr. Graf: Die Frage ist: Was ist einem die Sicherheit wert?
Der Sektionschef sagt, es wird nicht viel sein, wahrscheinlich einige 100 Millionen Schilling. Der Experte im Ausschuß sagt, es wird so quasi ein Mitgliedsbeitrag in Höhe von 1 bis 2 Milliarden sein. – Klar ist, daß man, wenn man etwas Derartiges vorhat, auch prüfen muß, ob man das wirklich will, was es bringt und was es kostet – und zwar in politischer Hinsicht, in finanzieller Hinsicht und auch in vielerlei anderer Hinsicht. (Abg. Dr. Graf: Die Frage ist: Was ist einem die Sicherheit wert?)
Abg. Jung: Jahrtausendwende!
Meine Damen und Herren! Die Herausforderung der Jahrhundertwende, an der wir stehen (Abg. Jung: Jahrtausendwende!) , ist nicht mehr, wie in der Vergangenheit, Kriege zu gewinnen. Wir müssen all unsere Kraft, all unsere Fähigkeiten, alles einsetzen, um Kriege zu verhindern . – Das ist die wirkliche Aufgabe der Sicherheitspolitik in unserer Zeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Herausforderung der Jahrhundertwende, an der wir stehen (Abg. Jung: Jahrtausendwende!) , ist nicht mehr, wie in der Vergangenheit, Kriege zu gewinnen. Wir müssen all unsere Kraft, all unsere Fähigkeiten, alles einsetzen, um Kriege zu verhindern . – Das ist die wirkliche Aufgabe der Sicherheitspolitik in unserer Zeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Auf der anderen Seite aber – und damit haben Sie in Ihrer Rede ja begonnen, und das war ja auch Ihre Position im Ausschuß – stützen Sie sich in Ihrer Argumentation in erster Linie auf die Expertenmeinungen und auf die legistische Interpretation eines Vorschlages. Da lassen Sie sehr schnell die eigentliche politische Diskussion beiseite, die unserer Meinung nach hier im Haus stattfinden sollte und nicht irgendwo anders, nicht zufällig und auch nicht für eine Stunde, nicht für zwei Stunden, nicht anläßlich irgendeiner Dringlichen Anfrage oder dann, wenn es Ihnen gerade wieder paßt, sondern hier und jetzt! Ab jetzt bis zum Frühjahr 1998 sollte unserer Meinung nach die politische Diskussion laufen, und zwar hier im Haus, zum Beispiel bei einer Enquete-Kommission. Dabei sollten sich die Abgeordneten vor allem ein eigenes Bild machen und nicht ihre Meinungsbildung so quasi an die Bundesregierung delegieren und abschieben, die ja, wie wir sehen und wie hier oft gesagt worden ist, in den letzten Monaten etwas in die Irre gelaufen ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Schieder: Bei einer Salami-Taktik schneidet man aber nicht verschiedene Würste in kleine Scheibchen, sondern immer nur dieselbe Wurst! Der Kommunist Rakosy hat das erfunden!
Sie haben in Österreich und im Ausland im letzten Jahr eine Salami-Taktik praktiziert, die ihresgleichen sucht: Sie sagen einmal ja zur NATO, einmal ja zur WEU – egal, ob das Fasslabend, ob das Khol oder ob das Schüssel sagt, gleichgültig, ob das Klima sagt, mit einem zögerlichen: Naja, wenn sich einmal etwas ändert, dann vielleicht doch!, oder vorher schon Vranitzky oder auch Kostelka. (Abg. Schieder: Bei einer Salami-Taktik schneidet man aber nicht verschiedene Würste in kleine Scheibchen, sondern immer nur dieselbe Wurst! Der Kommunist Rakosy hat das erfunden!) – Sie haben verschiedene Salamiarten! Da gibt es inzwischen viele Arten, und Sie schneiden immer wieder ein Scheibchen ab. Aber dann, wenn es zu brenzlig wird, stellen Sie sich hier heraus und sprechen Ihre Beschwörungsformeln, Sie seien ja ohnehin immer für die Neutralität gewesen und seien auch heute noch dafür. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie haben in Österreich und im Ausland im letzten Jahr eine Salami-Taktik praktiziert, die ihresgleichen sucht: Sie sagen einmal ja zur NATO, einmal ja zur WEU – egal, ob das Fasslabend, ob das Khol oder ob das Schüssel sagt, gleichgültig, ob das Klima sagt, mit einem zögerlichen: Naja, wenn sich einmal etwas ändert, dann vielleicht doch!, oder vorher schon Vranitzky oder auch Kostelka. (Abg. Schieder: Bei einer Salami-Taktik schneidet man aber nicht verschiedene Würste in kleine Scheibchen, sondern immer nur dieselbe Wurst! Der Kommunist Rakosy hat das erfunden!) – Sie haben verschiedene Salamiarten! Da gibt es inzwischen viele Arten, und Sie schneiden immer wieder ein Scheibchen ab. Aber dann, wenn es zu brenzlig wird, stellen Sie sich hier heraus und sprechen Ihre Beschwörungsformeln, Sie seien ja ohnehin immer für die Neutralität gewesen und seien auch heute noch dafür. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Kann sein!
Wenn Herr Kollege Moser hier steht und von einem WEU-Beitritt träumt und dabei völlig außer acht läßt, daß das der Briefkasten für die NATO ist, dann frage ich mich: Wollen sich die Liberalen wirklich mit dem Status einer Postkarte in einem Briefkasten zufriedengeben? (Abg. Scheibner: Kann sein!) Ist Ihre Politik sozusagen auf eine Grußkarte reduziert? Das klingt nach dem Motto: Da wollen wir auch dabei sein!, aber was das eigentlich ist und welche Briefkastenfirma dahinter steht, das interessiert Sie offensichtlich nicht mehr, das schieben Sie zur Seite, das tangiert Sie nicht. Dabei ist das das einzige, was sich bei diesem NATO-Gipfel geändert hat, den Sie so oft zitieren, um uns und vor allem der Bevölkerung weiszumachen, das Ganze wäre jetzt etwas völlig anderes. – Keine Rede davon!
Beifall bei den Grünen.
All das wirft eigentlich die Frage nach der zukünftigen europäischen Entwicklung auf, und zwar im Sinne einer umfassenden Sicherheitspolitik. Das, was Sie, Herr Mock, betreiben, und auch das, was Herr Haider betreibt, ist eine völlig einseitige, einäugige und höchst gefährliche Art von europäischer Politik und umfassender Sicherheitspolitik, denn eine wirklich umfassende Sicherheitspolitik umfaßt sehr wohl auch die wirtschaftliche Entwicklung jener Länder, die nicht in dem Maße entwickelt sind wie wir, gerade jener Länder, die mit Arbeitslosenzahlen und massiven wirtschaftlichen Problemen kämpfen. Aber das schieben Sie offensichtlich zur Seite und sagen: Das interessiert uns nicht, jetzt basteln wir einmal an dieser europäischen Sicherheitsarchitektur, und dann werden wir schon sehen. Diese Länder werden schon damit zufrieden sein, daß sie irgendwo dabei sind. Das andere brauchen wir nicht, das können wir uns ohnehin nicht leisten, und folglich brauchen diese Länder das auch nicht. – So schaut diese zynische Politik der Regierungskoalition aus! Es wurde hier halt einmal offen ausgesprochen: Das steht dahinter. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Stellen Sie sich bitte nicht hier heraus und tun Sie nicht so, als wäre das eine so furchtbar unangenehme und emotionelle Frage. Das entblößt ja wirklich nur Ihre Unkenntnis dessen, was die Neutralität ist, und zeigt nur auf, aus welcher Richtung Sie eigentlich kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Gredler
Ich habe daher Hochachtung vor den Unterzeichnern, möchte für meine Generation aber in Anspruch nehmen, daß jene, die jetzt in dieser Gesellschaft das tragen, was diesen Staat ausmacht, auch ein Recht darauf haben, ihre Sicherheitspolitik für die nächsten Jahre selbst zu bestimmen (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Gredler ) und nicht in dem verhaftet zu sein, was früher gewesen ist.
Abg. Scheibner: Das kannst du ihm aber nicht vorwerfen, wenn der Antrag ein Jahr lang nicht behandelt wird!
Meine Damen und Herren! Ich möchte mich nun mit dem Antrag des leider abwesenden geschätzten Kollegen Moser auseinandersetzen. Er hat diesen Antrag auch heute verteidigt, ich möchte dazu aber folgendes klar festhalten – wenn man den Antrag liest, ergibt sich das eigentlich von selbst –: Es heißt im Antrag: Die Bundesregierung wird aufgefordert, umgehend mit der Westeuropäischen Union in Verhandlungen bezüglich eines Vollbeitritts Österreichs zu treten und bis spätestens zum Ende der im März 1996 beginnenden EU-Regierungskonferenz die Beitrittsverhandlungen abzuschließen. (Abg. Scheibner: Das kannst du ihm aber nicht vorwerfen, wenn der Antrag ein Jahr lang nicht behandelt wird!)
Abg. Scheibner: Das ist ein Jahr nicht behandelt worden!
Lieber Kollege Scheibner! Dazu möchte ich auch etwas sagen: Dieser Antrag der Liberalen ist am 28. Februar 1996 eingelangt (Abg. Scheibner: Das ist ein Jahr nicht behandelt worden!) – das kann man nachlesen –, und bis zum Beginn der Regierungskonferenz – sie hat im März 1996 begonnen – sollten die Beitrittsverhandlungen abgeschlossen sein. Ich glaube, das spricht für sich! (Abg. Scheibner: Wenn man sich bemüht hätte, schon!)
Abg. Scheibner: Wenn man sich bemüht hätte, schon!
Lieber Kollege Scheibner! Dazu möchte ich auch etwas sagen: Dieser Antrag der Liberalen ist am 28. Februar 1996 eingelangt (Abg. Scheibner: Das ist ein Jahr nicht behandelt worden!) – das kann man nachlesen –, und bis zum Beginn der Regierungskonferenz – sie hat im März 1996 begonnen – sollten die Beitrittsverhandlungen abgeschlossen sein. Ich glaube, das spricht für sich! (Abg. Scheibner: Wenn man sich bemüht hätte, schon!)
Beifall bei der ÖVP.
Der Antrag ist ein Jahr lang nicht behandelt worden, aber dennoch, glaube ich, brauchen wir uns heute nicht darüber zu unterhalten, ob man einem solchen Antrag zustimmen kann. – Man kann ihm nicht zustimmen, das möchte ich damit festhalten! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser.
Meine Damen und Herren! Ich warte ja geradezu darauf, daß die Grünen hier einen Aufrüstungsantrag für das Bundesheer einbringen, aber ich glaube, darauf werden wir lange warten – sie werden ihn nicht stellen. (Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser. )
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte auch folgendes klar erwähnen: Dann, wenn es ernst wurde, haben Sie eine ganz andere Politik verfolgt. Als am Balkan der Krieg begann, in menschenverachtendster Weise seine Blüten zu treiben, hat Ihr Vertreter Peter Pilz verlangt, daß dort mit einer militärischen Aktion eingeschritten wird, hat Ihre außenpolitische Sprecherin verlangt, daß auch Österreich sich an militärischen Maßnahmen beteiligen soll. Ihre Neutralitätspolitik ist also: Dann, wenn es ernst wird, denken wir nicht mehr daran – aber vorher reden wir groß darüber. – Das ist keine Politik der Neutralität! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Grünen können sich wirklich nicht rühmen, ein großes und starkes Wort für sich in Anspruch zu nehmen, auf der anderen Seite aber nur das eine Detail herauspicken, das ihnen gerade angenehm ist. Das geht sicher nicht. Da Sie heute von Glaubwürdigkeit gesprochen haben, darf ich Ihnen versichern: Ihre Politik in Neutralitätsfragen ist mehr als unglaubwürdig, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte zum Abschluß unseren Standpunkt noch einmal klar unterstreichen: Wir warten auf die in diesem Jahr stattfindenden wichtigen Ereignisse: auf einen Beschluß der NATO über neue Mitglieder, auf neue Strukturen dieser NATO-Neu, auf eine neue Organisationsform, wir warten auch noch ab, was die EU-Regierungskonferenz zu diesen Fragen beschließen wird, aber dann gehen wir ohne irgendein Tabu und ohne uns selbst die Hände zu fesseln daran, den für die Sicherheitspolitik Österreichs richtigen Weg zu wählen – und darin wird uns keiner beschränken! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Mühlbachler: Du hast das nicht verstanden!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Kollege Spindelegger hat in seinem Schlußsatz das Credo der Sicherheitspolitik der Österreichischen Volkspartei dargelegt: abwarten, zuwarten, was die anderen entscheiden, und dann vielleicht an irgend etwas teilnehmen. (Abg. Mag. Mühlbachler: Du hast das nicht verstanden!) Du hast gesagt: Beobachten, abwarten, und dann überlegen wir uns, wie wir uns entscheiden. Und genau das werfen wir euch vor, Kollege Spindelegger! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Kollege Spindelegger hat in seinem Schlußsatz das Credo der Sicherheitspolitik der Österreichischen Volkspartei dargelegt: abwarten, zuwarten, was die anderen entscheiden, und dann vielleicht an irgend etwas teilnehmen. (Abg. Mag. Mühlbachler: Du hast das nicht verstanden!) Du hast gesagt: Beobachten, abwarten, und dann überlegen wir uns, wie wir uns entscheiden. Und genau das werfen wir euch vor, Kollege Spindelegger! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kollege Spindelegger! Seid wenigstens so ehrlich, hier zu sagen, daß ihr das wollt, es aber noch nicht könnt oder dürft, daß das aber euer Wille wäre. Aber sagt dann hier nicht: In Wirklichkeit ist unsere Linie klar: Wir beobachten und warten. – Das ist eine unehrliche Politik, mit der ihr die ganze Zeit hier zu kämpfen habt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Genau darum geht es uns auch bei dieser Frage der Sicherheitspolitik, Herr Dr. Mock! Informieren wir doch jetzt – rechtzeitig! – die Bevölkerung offen und ehrlich. Führen wir offene Diskussionen, aber verschleiern und vernebeln wir nicht die Realität, und wundern wir uns nachher nicht darüber, daß wir in der Bevölkerung keine Unterstützung finden. Das wäre doch die richtige Linie. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Umso mehr hätten wir hier die Verantwortung, auch gegenüber der Regierung eine Position klarzulegen, nämlich wie die Meinung dieser Volksvertretung in der Sicherheitspolitik aussieht. Das wäre doch eine Aufgabe für uns. Ich hoffe, daß es nicht so ist wie in der Vergangenheit, daß Anträge, die diesen Bereich betreffen, in irgendwelchen Ausschüssen endgelagert, nicht behandelt oder nach kurzer Debatte abgelehnt werden, sondern daß wir im nächsten Jahr eine ordentliche und langfristige Debatte hier in diesem Haus führen können. Das wäre auch schon ein Fortschritt, ein Erfolg des Volksbegehrens, das heute hier zur Debatte steht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Fuhrmann! Im Moskauer Memorandum ist doch auch die Neutralität nach Schweizer Muster festgehalten. Was heißt denn das "nach Schweizer Muster"? – Das haben wir eben spätestens mit dem UNO-Beitritt aufgegeben. Das haben wir allein schon dadurch aufgegeben, daß wir nichts für unsere Landesverteidigung, nichts im Hinblick auf die Selbstverteidigungsmöglichkeit dieses Landes gemacht haben und daß wir in Wahrheit – und auch das sagt man nie dazu – unsere sicherheitspolitische Ausrichtung immer unter dem Schutzschild der NATO gesehen haben. Alle unsere Landesverteidigungsdoktrinen, unsere Landesverteidigungspläne haben sich danach ausgerichtet, daß wir im Ernstfall zwei, drei Tage lang eine Abhaltewirkung haben und hoffen, daß uns die NATO dann zu Hilfe kommt. Das war doch in Wahrheit unsere sicherheitspolitische Garantie. Die Neutralität war sicherlich eine außenpolitische Funktion Österreichs in der Zeit des kalten Krieges. Sicherheitspolitik haben wir aber immer unter der Schirmherrschaft der NATO gemacht. Das haben Sie nur den Österreichern nicht gesagt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Die freiheitliche Politik ist nach Qualtinger: Ich weiß nicht, wo ich hinfahre, aber dafür bin ich schneller dort!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Fuhrmann. Sie wünschen eine Redezeit von 7 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Khol: Die freiheitliche Politik ist nach Qualtinger: Ich weiß nicht, wo ich hinfahre, aber dafür bin ich schneller dort!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch mir ist das vorher, Herr Kollege Scheibner, eingefallen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf. ) Geh, Graf, vielleicht könntet ihr paar, die ihr jetzt herinnen seid, einmal die demokratische Kultur haben, auch uns zuzuhören, die nicht eurer Meinung sind, anstatt immer dreinzuschreien! Ich weiß, das ist Methode im FPÖ-Klub, aber ich würde ganz gerne mit dem Kollegen Scheibner auf einer sachlichen Ebene diskutieren. Daher könnte man vielleicht einmal ein bisserl ruhig sein auf Ihrer Seite.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Deshalb – Schieder hat das ja schon sehr ausführlich gesagt – kann man nicht für dieses Volksbegehren sein, auch wenn man seine Intentionen, die in Richtung Aufrechterhaltung der Neutralität gehen, zum derzeitigen Zeitpunkt hundertprozentig unterstreichen kann. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Das ist nicht etwas, was man uns vorwerfen sollte, sondern man sollte das Parlament beglückwünschen, daß endlich einmal Bewegung in diese Materie hineinkommt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Wabl: Wahrscheinlich führt er mit Rüstungsfirmen ein Telefonat!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Frau Abgeordnete! Entschuldigen Sie eine Sekunde. Herr Abgeordneter Spindelegger! Telefonieren Sie? (Abg. Wabl: Wahrscheinlich führt er mit Rüstungsfirmen ein Telefonat!) – Nein, bitte, das ist absolut unzulässig im Plenum.
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Wir haben gesagt, daß wir uns nicht dagegen verwahren, eine Volksabstimmung zu machen. (Zwischenruf des Abg. Wabl. ) Herr Kollege Wabl! Beruhigen Sie sich ein bißchen. Man hört Sie hier vorne so schlecht. Vielleicht könnte ich ein bißchen aufklärend wirken. Sie haben gesagt, die WEU ist eine Briefkastenfirma. Die WEU ist momentan überhaupt keine Firma. Darunter leiden wir. Ich glaube aber, daß die Intention der WEU dahin geht, daß sie unabhängig ist, daß sie eingebettet ist in einem Organ, das sich Gemeinsame Sicherheits- und Außenpolitik der EU nennt, und so parlamentarische Kontrolle erhält. Auf der anderen Seite ist es so, daß die NATO-Neu eigentlich definiert hat, daß die Positionen der Europäer autonom gefunden werden können, daß Beschlüsse autonom gefaßt, die Durchführung von Aktionen autonom gemacht und die Mittel, die verwendet werden, autonom gestaltet werden können. Da, glaube ich, ist die NATO sicherlich in einer Position, die wir eigentlich unterstützen, indem wir sagen: Genau so eine Unabhängigkeit wollen wir innerhalb Europas. Es ist uns aber ganz bewußt, daß auf der anderen Seite die Rolle Amerikas nicht ganz zu vergessen ist.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich glaube aber wirklich, daß wir in Europa eine gemeinsame Sicherheitspolitik unter Mitwirkung der Österreicher und Österreicherinnen von Beginn an brauchen. Ein Zuschauen, Abwarten und möglicherweise Teetrinken, Herr Kollege Spindelegger, ist sicherlich nicht das, was ich unter politischer Verantwortung verstehe. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Karl Maitz (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Für uns von der Volkspartei war und ist zum Thema Neutralität ein Grundsatz entscheidend. Dieser Grundsatz lautet: Was für die äußere Sicherheit der österreichischen Bevölkerung das Beste ist, das haben wir zu vertreten, und zwar in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wollen im Rahmen der Europäischen Union im sicherheitspolitischen Verbund mit den westlichen Demokratien solidarisch handeln, wir wollen unsere Vermittlerrolle zu den neuen Demokratien im Osten und Südosten Europas aufrechterhalten, und wir wollen im Rahmen der Vereinten Nationen weiterhin unseren Beitrag für den Frieden in der Welt leisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Das gelingt aber nicht!
Meine Damen und Herren! Unser aller Aufgabe ist es, Überzeugungsarbeit nach innen und nach außen zu leisten, damit wir zur rechten Zeit – das ist das entscheidende – die richtige Entscheidung treffen. Dafür steht die Volkspartei. (Abg. Wabl: Das gelingt aber nicht!) Wir können deshalb auch den Entschließungsanträgen des Kollegen Scheibner nicht zustimmen, weil sie in sich nicht schlüssig, die Versammlung betreffend zum Teil sogar sachlich unrichtig und verfrüht sind. (Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt interessant!) Die Versammlung, der wir beide als Beobachter angehören, ist ein eigener organisatorische Körper, der in einer losen Verbindung zur NATO steht. Wenn im Entschließungsantrag steht, wir sollen mit der NATO verhandeln, um eine Assoziation zur NAA zu erreichen, dann ist das leider in sich unrichtig, nicht schlüssig und im wesentlichen verfrüht. (Abg. Scheibner: Sie wollen es nur nicht!)
Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt interessant!
Meine Damen und Herren! Unser aller Aufgabe ist es, Überzeugungsarbeit nach innen und nach außen zu leisten, damit wir zur rechten Zeit – das ist das entscheidende – die richtige Entscheidung treffen. Dafür steht die Volkspartei. (Abg. Wabl: Das gelingt aber nicht!) Wir können deshalb auch den Entschließungsanträgen des Kollegen Scheibner nicht zustimmen, weil sie in sich nicht schlüssig, die Versammlung betreffend zum Teil sogar sachlich unrichtig und verfrüht sind. (Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt interessant!) Die Versammlung, der wir beide als Beobachter angehören, ist ein eigener organisatorische Körper, der in einer losen Verbindung zur NATO steht. Wenn im Entschließungsantrag steht, wir sollen mit der NATO verhandeln, um eine Assoziation zur NAA zu erreichen, dann ist das leider in sich unrichtig, nicht schlüssig und im wesentlichen verfrüht. (Abg. Scheibner: Sie wollen es nur nicht!)
Abg. Scheibner: Sie wollen es nur nicht!
Meine Damen und Herren! Unser aller Aufgabe ist es, Überzeugungsarbeit nach innen und nach außen zu leisten, damit wir zur rechten Zeit – das ist das entscheidende – die richtige Entscheidung treffen. Dafür steht die Volkspartei. (Abg. Wabl: Das gelingt aber nicht!) Wir können deshalb auch den Entschließungsanträgen des Kollegen Scheibner nicht zustimmen, weil sie in sich nicht schlüssig, die Versammlung betreffend zum Teil sogar sachlich unrichtig und verfrüht sind. (Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt interessant!) Die Versammlung, der wir beide als Beobachter angehören, ist ein eigener organisatorische Körper, der in einer losen Verbindung zur NATO steht. Wenn im Entschließungsantrag steht, wir sollen mit der NATO verhandeln, um eine Assoziation zur NAA zu erreichen, dann ist das leider in sich unrichtig, nicht schlüssig und im wesentlichen verfrüht. (Abg. Scheibner: Sie wollen es nur nicht!)
Abg. Wabl: Das stimmt ja auch!
Bei Frau Kollegin Kammerlander werde ich den Verdacht nicht los, auch wenn sie uns, die wir für eine ordentliche Landesverteidigung eintreten, immer wieder bezichtigt, kriegstreiberisch zu sein und mit der Kriegsindustrie in Verbindung zu stehen (Abg. Wabl: Das stimmt ja auch!) – Sie sagen, es stimmt, Herr Kollege –, es geht ihr gar nicht um die Neutralität, sondern darum, dieses Thema als Vehikel für ihr eigentliches Ziel zu benutzen, nämlich die Abschaffung des Bundesheeres. (Abg. Mag. Kammerlander: So etwas Böses!)
Abg. Mag. Kammerlander: So etwas Böses!
Bei Frau Kollegin Kammerlander werde ich den Verdacht nicht los, auch wenn sie uns, die wir für eine ordentliche Landesverteidigung eintreten, immer wieder bezichtigt, kriegstreiberisch zu sein und mit der Kriegsindustrie in Verbindung zu stehen (Abg. Wabl: Das stimmt ja auch!) – Sie sagen, es stimmt, Herr Kollege –, es geht ihr gar nicht um die Neutralität, sondern darum, dieses Thema als Vehikel für ihr eigentliches Ziel zu benutzen, nämlich die Abschaffung des Bundesheeres. (Abg. Mag. Kammerlander: So etwas Böses!)
Abg. Scheibner: Skandal! – Abg. Dr. Khol: Das ist ja unerhört!
Darf ich Ihnen einen Beweis vorlegen? Aus dem Landtagsklub der Grünen in der Steiermark kam folgende Presseaussendung – Sie sollten sich das genau anhören – zum Thema Leistungsschau des Bundesheeres. Zuerst wird gegen die Leistungsschau protestiert – das ist natürlich jedermanns Recht –, und dann kommt der Text, den ich als ungeheuerlich empfinde: "Als besonders ekelhaft empfinden wir die Köderung von Kindern mit martialischen Kriegsgeräten und anderen, als harmlose Spielerei getarnten Programmpunkten. Wir rufen die Verantwortlichen in Militär und Politik auf" – jetzt müssen Sie genau zuhören! –: "Nehmt eure blutigen Pfoten von unschuldigen Kindern! Österreich hat wahrlich andere Sorgen, als sich weiterhin eine" – bitte genau zuhören! – "grenzdebile Armee zu leisten, die nur dazu gut ist, jungen Männern das Leben zu vergällen." (Abg. Scheibner: Skandal! – Abg. Dr. Khol: Das ist ja unerhört!) Armeen sind grundsätzlich sinnlos und dumm, sagen die Grünen. Das österreichische Heer freilich ist nur zu einem gut, nämlich es abzuschaffen!
Beifall bei der ÖVP.
Was immer Sie auch als Vehikel benutzen, um dieses Ziel zu erreichen, Sie werden uns nicht daran hindern, eine ordentliche Sicherheits- und Verteidigungspolitik in diesem Land zu machen, wie es unserer Verantwortung entspricht. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Wabl. – Bitte, Sie haben das Wort. (Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Niveauvolle Presseaussendung aus dem Hause der Grünen! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Leider ist Kollege Mock nicht mehr da, denn ich hätte mich nach den sehr niveauvollen Ausführungen des Kollegen Maitz gerne mit einem Zitat von Herrn Mock auseinandergesetzt. (Ruf bei den Freiheitlichen: Niveauvolle Presseaussendung aus dem Hause der Grünen! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Ich glaube nämlich, daß er nach der Aufgabe der Außenpolitik durch die Sozialdemokraten ein sehr wesentliches Stück der österreichischen Neutralitätspolitik mitbestimmt und Außenminister Schüssel ein wesentliches Stück der Neutralitätspolitik ausgehöhlt hat. Der Satz, den Mock zitiert hat, lautet: "Macht ohne Recht wird zu Tyrannei, Recht ohne Macht wird lächerlich."
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Maitz: Friedenssicherung ist unser Ziel!
Meine Damen und Herren! Dieser Satz hat viel Wahres in sich. Es ist überhaupt keine Frage, daß Macht ohne Recht zur Tyrannei wird. Diesbezüglich kann ich Kollegen Mock nur klar und deutlich beipflichten. Diesem Satz folgend, frage ich Sie aber: Welches Recht verfolgen denn Militärbündnisse? Welchem internationalem Recht folgen Führer großer Nationen, die an gewisse Erdteile einen Hegemonialanspruch stellen? – Das ist die entscheidende Frage, die wir uns stellen müssen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Maitz: Friedenssicherung ist unser Ziel!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Maitz: Habe nie was anderes gesagt!
Die Frage ist doch, meine Damen und Herren: Wie wird Friede gesichert? Sie werden mir beipflichten, daß das ein umfassendes Paket ist. Die militärische Struktur ist das letzte Mittel, das – nach sorgfältigster Abwägung – eingesetzt werden darf. Herr Maitz! Jeder Schilling, jeder Dollar, den Sie in dieser Situation noch in einen militärischen Apparat stecken, ist Diebstahl an den Armen unserer Erde! Das sollten Sie sich vergegenwärtigen! Das ist unser Problem! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Maitz: Habe nie was anderes gesagt!)
Abg. Dr. Maitz: Das ist Demagogie! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Sie sollten sich bei Ihrem Abgesang einmal damit konfrontieren (Abg. Dr. Maitz: Das ist Demagogie! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) – das ist nicht Demagogie, das ist Realität, Herr Maitz –, was 24 Abfangjäger für das Budget unseres Landes bedeuten, für ein Land, in dem den Menschen ein Sparpaket zugemutet wird. Das bedeutet 20 bis 30 Milliarden Schilling an sauer verdientem Geld. Das heißt es, Herr Maitz! Das bedeutet für viele Alleinerziehende und für viele Pensionisten, weniger zu haben. Und das ist das Problem, das Sie den Menschen erklären sollten! Was heißt es denn, Herr Maitz, Kampfpanzer zu kaufen? (Abg. Dr. Maitz: Sie wollen abschaffen!) Herr Maitz! Nein, ich rede nicht vom Abschaffen. Das ist eine Vision, die selbstverständlich nicht nur ein legitimes, sondern ein korrektes System und eine korrekte Änderung für unsere Politik bedeutet.
Abg. Dr. Maitz: Sie wollen abschaffen!
Meine Damen und Herren! Sie sollten sich bei Ihrem Abgesang einmal damit konfrontieren (Abg. Dr. Maitz: Das ist Demagogie! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) – das ist nicht Demagogie, das ist Realität, Herr Maitz –, was 24 Abfangjäger für das Budget unseres Landes bedeuten, für ein Land, in dem den Menschen ein Sparpaket zugemutet wird. Das bedeutet 20 bis 30 Milliarden Schilling an sauer verdientem Geld. Das heißt es, Herr Maitz! Das bedeutet für viele Alleinerziehende und für viele Pensionisten, weniger zu haben. Und das ist das Problem, das Sie den Menschen erklären sollten! Was heißt es denn, Herr Maitz, Kampfpanzer zu kaufen? (Abg. Dr. Maitz: Sie wollen abschaffen!) Herr Maitz! Nein, ich rede nicht vom Abschaffen. Das ist eine Vision, die selbstverständlich nicht nur ein legitimes, sondern ein korrektes System und eine korrekte Änderung für unsere Politik bedeutet.
Beifall bei den Grünen.
Ist es nicht vernünftiger, all dieses Geld in die Sicherung des Friedens zu investieren? Aber nicht in den militärischen Bereich, womit unserer Erde randvoll ist, sondern in den sozialen Bereich, in den ökologischen Bereich, in den Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Maitz: Da tun wir mehr als Sie – sowohl als auch! Da tun wir mehr, als Sie jemals gewußt haben!
Herr Maitz! Reden Sie doch einmal mit den Gruppen und NGOs, die sich um die Zusammenarbeit mit den Ländern Afrikas, Südamerikas und Asiens kümmern, wieviel Geld die haben. (Abg. Dr. Maitz: Da tun wir mehr als Sie – sowohl als auch! Da tun wir mehr, als Sie jemals gewußt haben!) Sowohl als auch? – Dann schauen Sie sich doch einmal an, welches Budget Österreich für diesen Bereich hat. Das ist lächerlich im Vergleich zu dem, was Sie für Rüstung ausgeben wollen!
Abg. Scheibner: Die Überlebenssicherung für die Wirtschaft!
Was ist mit den Radpanzern? 550 weitere "Pandur" haben Sie im Landesverteidigungsrat beschlossen, gemeinsam mit Herrn Moser, gemeinsam mit den Sozialdemokraten, gemeinsam mit Herrn Scheibner und mit Herrn Jung. Was kostet denn das? – 5,5 Milliarden Schilling! Wo sind den die Beschlüsse, die analog zu Ihrer großen Friedenssicherung existieren? Herr Scheibner! Wo sind Infrastrukturverbesserungen in diesen Dimensionen für die Reformländer? Dafür gibt es nicht einmal einen Bruchteil davon. (Abg. Scheibner: Die Überlebenssicherung für die Wirtschaft!)
Abg. Schieder: Versuchen Sie es mit den Waffen des Geistes! – Abg. Dr. Fekter: Das ist unmöglich!
Ich fühle mich durch den Herrn Schieder bedroht. Was werde ich machen? Ich werde schauen, ob er körperlich stärker ist als ich, werde vielleicht Kung-Fu lernen, werde mir vielleicht ein Messer besorgen, dann sehe ich, er hat auch ein Messer, dann werde ich mir einen Revolver besorgen, dann sehe ich, er hat auch einen Revolver, dann werde ich mir ein Maschinengewehr besorgen. (Abg. Schieder: Versuchen Sie es mit den Waffen des Geistes! – Abg. Dr. Fekter: Das ist unmöglich!) Die Sicherheit erhöht sich nur durch die Waffen des Geistes und durch gemeinsam festgeschriebenes Recht, wonach der Herr Schieder zur Kenntnis nimmt, daß ich sein Leben respektiere und er meines. (Abg. Dr. Graf: Kollege Schieder hat eine Maschinenpistole!)
Abg. Dr. Graf: Kollege Schieder hat eine Maschinenpistole!
Ich fühle mich durch den Herrn Schieder bedroht. Was werde ich machen? Ich werde schauen, ob er körperlich stärker ist als ich, werde vielleicht Kung-Fu lernen, werde mir vielleicht ein Messer besorgen, dann sehe ich, er hat auch ein Messer, dann werde ich mir einen Revolver besorgen, dann sehe ich, er hat auch einen Revolver, dann werde ich mir ein Maschinengewehr besorgen. (Abg. Schieder: Versuchen Sie es mit den Waffen des Geistes! – Abg. Dr. Fekter: Das ist unmöglich!) Die Sicherheit erhöht sich nur durch die Waffen des Geistes und durch gemeinsam festgeschriebenes Recht, wonach der Herr Schieder zur Kenntnis nimmt, daß ich sein Leben respektiere und er meines. (Abg. Dr. Graf: Kollege Schieder hat eine Maschinenpistole!)
Abg. Dr. Maitz: Was ist, wenn sie sich nicht daran halten?
Es muß dafür eine übergeordnete Instanz geben, die nicht einfach irgendeine Supermacht sein kann. Und da ist es mir vollkommen egal, Herr Maitz, ob diese Supermacht Rußland, USA, Japan oder China heißt. Ich akzeptiere als österreichischer Volksvertreter internationales Recht, das durch gemeinsame Beschlüsse der Völkergemeinschaft zustande gekommen ist und nicht durch irgendwelche Führer in irgendwelchen westlichen oder östlichen Hemisphären. Merken Sie sich das, Herr Maitz! (Abg. Dr. Maitz: Was ist, wenn sie sich nicht daran halten?)
Abg. Dr. Maitz: Bosnien!
Was hat denn bisher das militärische Eingreifen im Irak, in Panama, in Somalia und in Äthiopien gebracht? (Abg. Dr. Maitz: Bosnien!) In Bosnien hat man erst eingegriffen, als das Land schon ausgeblutet war. Das war schon das Ende, Herr Maitz! Das sollten Sie sich vergegenwärtigen.
Beifall bei den Grünen.
Das ist die Aufgabe, die wir Grüne uns gestellt haben und – ich habe den Eindruck – auch die Sozialdemokraten und auch jene in Ihrer Fraktion, Herr Kollege Maitz, die wirklich an einem Frieden arbeiten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich bin nicht der Pflichtverteidiger des Herrn Kollegen Mock, aber das, was er heute zur FPÖ gesagt hat, hat doch eine gewisse Berechtigung. Herr Kollege Scheibner, wenn Sie sich herstellen und sagen, Sie waren deswegen gegen den EU-Beitritt, weil Österreich schlecht auf den EU-Beitritt vorbereitet war, und gleichzeitig sagen, wir sollten jetzt der NATO beitreten, erhebt sich doch die Frage: Glauben Sie, daß Österreich heute besser für einen NATO-Beitritt vorbereitet ist, als es 1994 für einen EU-Beitritt war? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das werden wir uns dann anschauen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der zweite Punkt der Argumentationsgroteske: Herr Kollege Haider hat gemeint, ein NATO-Beitritt brächte mehr positive ökonomische Effekte als ein EU-Beitritt. – Meine sehr verehrten Damen und Herren! Vor dem Hintergrund der Zahlen, die über die Kosten zu diesem Thema auf dem Tisch liegen, geht das weit über die Nettobeiträge Österreichs zur Europäischen Union hinaus. Und ich frage mich schon heute, wie Sie die Kurve in der NATO-Frage irgendwann wieder einmal kratzen werden. In ein, zwei, drei, vier, fünf Jahren werden Sie nämlich wahrscheinlich das genaue Gegenteil von dem behaupten, was Sie heute hier gesagt haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das werden wir uns dann anschauen!)
Abg. Scheibner: Sie haben das gesagt, nicht alle!
Dazu kommt noch, daß es ganz klare verfassungsgesetzliche Grundlagen gibt, und dazu kommt auch noch, daß im Zuge der EU-Diskussion alle gesagt haben, der Beitritt zur Europäischen Union heißt nicht Aufgabe der Neutralität. (Abg. Scheibner: Sie haben das gesagt, nicht alle!) Das hat auch der seinerzeitige Außenminister Dr. Mock gesagt. Kollege Schieder hat ausgeführt, warum es verfassungsrechtlich nicht sinnvoll ist, dem Text des Volksbegehrens zu folgen. Ich würde es aber, sollte sich Österreich irgendwann einmal dazu entschließen, nicht mehr neutral sein zu wollen, sondern und sich in ein Militärbündnis begeben zu wollen – WEU und NATO sind und bleiben klarerweise Militärbündnisse –, demokratisch fair finden, diese Frage einer Volksabstimmung zu unterziehen, denn ich meine, wenn man eine so weitreichende Entscheidung anstrebt, ist der demokratische Konsens in der Bevölkerung genauso erforderlich, wie es beim EU-Beitritt der Fall war. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dazu kommt noch, daß es ganz klare verfassungsgesetzliche Grundlagen gibt, und dazu kommt auch noch, daß im Zuge der EU-Diskussion alle gesagt haben, der Beitritt zur Europäischen Union heißt nicht Aufgabe der Neutralität. (Abg. Scheibner: Sie haben das gesagt, nicht alle!) Das hat auch der seinerzeitige Außenminister Dr. Mock gesagt. Kollege Schieder hat ausgeführt, warum es verfassungsrechtlich nicht sinnvoll ist, dem Text des Volksbegehrens zu folgen. Ich würde es aber, sollte sich Österreich irgendwann einmal dazu entschließen, nicht mehr neutral sein zu wollen, sondern und sich in ein Militärbündnis begeben zu wollen – WEU und NATO sind und bleiben klarerweise Militärbündnisse –, demokratisch fair finden, diese Frage einer Volksabstimmung zu unterziehen, denn ich meine, wenn man eine so weitreichende Entscheidung anstrebt, ist der demokratische Konsens in der Bevölkerung genauso erforderlich, wie es beim EU-Beitritt der Fall war. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Sehr gut!
Die alte NATO hat ja der erste Generalsekretär der NATO, Lord Ismay, einmal sehr treffend und ein wenig süffisant beschrieben. Er hat gemeint, sie dient dazu, die Russen draußen zu halten, die Amerikaner drinnen zu halten und die Deutschen unten zu halten. (Abg. Dr. Khol: Sehr gut!) – Das war der alte Slogan, der der NATO zugrunde gelegt wurde. Es stellt sich die Frage: Ist diese alte NATO heute auch noch vorhanden, oder ist die neue NATO etwas anderes?
Abg. Mag. Stadler: Klassenfeind!
Mit großem Interesse vernehmen wir, daß es gerade in den USA – und täuschen wir uns nicht, lesen Sie in der "Financial Times" alle Kommentare nach: die entscheidende Kraft der NATO sind die Vereinigten Staaten von Amerika, ohne sie geht nichts, und nur was sie wollen, geht in dieser NATO – eine höchst interessante Diskussion über die NATO-Osterweiterung gibt, in der unterschiedliche Argumente abgewogen werden. (Abg. Mag. Stadler: Klassenfeind!)
Abg. Scheibner: Sicherheitspolitisch!
Das, was Sie auf der Ebene der Ideologieproduktion betreiben, indem Sie sagen, daß Österreich infolge einer Nichtmitgliedschaft bei der NATO isoliert wäre, ist doch absolut lächerlich! Ein Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der OECD, aller internationaler Organisationen bis auf die NATO und die WEU kann per Definition nicht international isoliert sein. (Abg. Scheibner: Sicherheitspolitisch!) Ihre Vorschläge sind nicht von dem Bedürfnis nach Sicherheit in Österreich getragen, sondern vom Bedürfnis der Ideologieproduktion, des parteipolitischen Populismus, der nicht im Interesse des Friedens und der Sicherheit dieses Landes ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Eine Rede altmarxistischer Diktion!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Eine Rede altmarxistischer Diktion!
Das, was Sie auf der Ebene der Ideologieproduktion betreiben, indem Sie sagen, daß Österreich infolge einer Nichtmitgliedschaft bei der NATO isoliert wäre, ist doch absolut lächerlich! Ein Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der OECD, aller internationaler Organisationen bis auf die NATO und die WEU kann per Definition nicht international isoliert sein. (Abg. Scheibner: Sicherheitspolitisch!) Ihre Vorschläge sind nicht von dem Bedürfnis nach Sicherheit in Österreich getragen, sondern vom Bedürfnis der Ideologieproduktion, des parteipolitischen Populismus, der nicht im Interesse des Friedens und der Sicherheit dieses Landes ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Eine Rede altmarxistischer Diktion!)
Abg. Ing. Meischberger: Nur 6 aus 45!
Das beginnt einmal damit, daß man in dieser Aufsichtsratssitzung festgehalten hat, daß man das Vertriebssystem wie folgt organisiert hat: Man hat unter anderem, Herr Bundesminister, jene rund 2 600 Trafiken, die auch die Lotto-Toto-Berechtigung haben, ins Vertriebssystem aufgenommen. Meine Damen und Herren! Es war für jeden Vignettenkäufer in der Tat eine Frage des Glücksspiels, ob er überhaupt eine Vignette bekommt. Das war zu Jahresbeginn eine durchaus marktkonforme Lösung, wenn man beabsichtigt hat, das zu einem Glücksspiel zu machen. (Abg. Ing. Meischberger: Nur 6 aus 45!) Ja, es war zunächst eine wilde Glücksspielangelegenheit, ob man überhaupt eine Vignette bekommt. Es war erhellend, was die Herrn hier zum besten gegeben haben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Natürlich darf man Tiroler sein. Ich bin auch zur Hälfte Tiroler, das ist keine Schande. Aber ich bediene, meine Damen und Herren, nicht meine Freunde bei Auftragsvergaben, wie das in diesem Falle geschehen ist, und zwar mit der Begründung, es handle sich um eine österreichische Firma und es handle sich um den Bestbieter! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen
"Bei Unternehmen, die zwangsläufig zusammenarbeiten müssen, gibt es schon Kommunikationsprobleme" (Heiterkeit bei den Freiheitlichen), "umso mehr bei solchen Unternehmen, die in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen, wie dies bei der ASAG oder ÖSAG der Fall ist."
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das ist ein Kabarett!
Meine Damen und Herren! Da wird von einem Konkurrenzverhältnis gesprochen! Raufen sich die um Autofahrer, darum, welcher Autofahrer über den Brenner fährt oder welcher Autofahrer über die östlichen Autobahnen fährt? Das ist das Konkurrenzverhältnis, daher konnte das nicht gut gehen. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das ist ein Kabarett!) Es ist ein wildes Kabarett!
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Er hat das Parlament belogen!
Meine Damen und Herren, so schaut es also aus! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Er hat das Parlament belogen!)
Widerspruch des Präsidenten Dr. Brauneder.
Ganz kraß jedoch, Herr Bundesminister, wird es erst. So heißt es auf Seite 18: "Im November ..." (Das rote Licht am Rednerpult beginnt zu blinken.) Herr Präsident, das kann nicht stimmen mit der Lampe, ich rede doch noch nicht 10 Minuten. (Widerspruch des Präsidenten Dr. Brauneder. ) – Okay, dann komme ich zu einer entscheidenden, erhellenden Passage im Protokoll. Ich zitiere: "Im November 1996 wurde nämlich anhand des erhaltenen Musters erkannt, daß der Kleber der Folie sehr stark ist, und es muß befürchtet werden, daß dies ein erneutes Öffentlichkeitsthema werden könnte, wenn sich die Vignette schwer von der Scheibe löst." – Herr Bundesminister! Verkaufen Sie das nächste Mal Scheiben und Vignetten, dann haben Sie dieses Problem auch gelöst. – "Es muß befürchtet werden, daß die Selbstzerstörungstechnik besser funktioniert als der Kleber und daher Rückstände auf der Scheibe bleiben, die sich nur schwer entfernen lassen. Die ÖMG sollte deshalb nicht so viel auf einmal bestellen, um dem Produzenten die Chance zu lassen, die Klebstoffqualität nochmals bei seinem Lieferanten zu verbessern." Und jetzt kommt der zentrale Satz: "Eben ist eine Hiobsbotschaft eingetroffen: Ein Autofahrer hat dem ÖAMTC gemeldet, er habe eine Vignette gekauft, nach Vereisung der Scheibe die Heizung eingeschaltet, worauf die Vignette herunterfiel." Also zunächst pickt sie so sehr, daß die Scheibe kaputtgeht, und jetzt fällt sie herunter.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich kann Ihnen anhand mehrerer Beispiele – die Zeit läßt es aber leider nicht zu – erläutern, daß es sich da um eine sagenhafte Kulmination von Inkompetenz, wirtschaftlicher Unfähigkeit und völligem Sekretärsdenken bis hin zur Freunderlwirtschaft handelt. Es genügt nicht, eine Briefkastenfirma aufzulösen, Herr Bundesminister, wie Sie das gemacht haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Es wurde angedeutet, Herr Bundesminister, daß es beim Road-Pricing die noch größeren Probleme gibt, man belobt Sie sogar, bereits Erfahrungen gesammelt zu haben. Herr Bundesminister! Sie haben enormen Handlungsbedarf, denn das Debakel des nächsten Jahres ist vorprogrammiert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Herr Bundesminister! Das haben Sie ja schon schriftlich beantwortet!
Der von der ÖMG erarbeitenden Mautordnung wurde nach Herstellung des Einvernehmens mit dem Bundesminister für ... (Abg. Mag. Stadler: Herr Bundesminister! Das haben Sie ja schon schriftlich beantwortet!) – Es sind dies die Antworten auf die Zusatzfragen, die Abgeordneter Rosenstingl heute gestellt hat. Ich nehme dazu Stellung. (Abg. Mag. Stadler: Es gibt ja keine Zusatzfragen, die gestellt wurden!) Es sind mir hier Fragen übermittelt worden, die Herr Abgeordneter Rosenstingl gestellt hat. Auf diese antworte ich hiermit. (Abg. Mag. Stadler: Beachten Sie die Geschäftsordnung! Es ist keine Dringliche! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Es gibt ja keine Zusatzfragen, die gestellt wurden!
Der von der ÖMG erarbeitenden Mautordnung wurde nach Herstellung des Einvernehmens mit dem Bundesminister für ... (Abg. Mag. Stadler: Herr Bundesminister! Das haben Sie ja schon schriftlich beantwortet!) – Es sind dies die Antworten auf die Zusatzfragen, die Abgeordneter Rosenstingl heute gestellt hat. Ich nehme dazu Stellung. (Abg. Mag. Stadler: Es gibt ja keine Zusatzfragen, die gestellt wurden!) Es sind mir hier Fragen übermittelt worden, die Herr Abgeordneter Rosenstingl gestellt hat. Auf diese antworte ich hiermit. (Abg. Mag. Stadler: Beachten Sie die Geschäftsordnung! Es ist keine Dringliche! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Beachten Sie die Geschäftsordnung! Es ist keine Dringliche! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei ÖVP und SPÖ.
Der von der ÖMG erarbeitenden Mautordnung wurde nach Herstellung des Einvernehmens mit dem Bundesminister für ... (Abg. Mag. Stadler: Herr Bundesminister! Das haben Sie ja schon schriftlich beantwortet!) – Es sind dies die Antworten auf die Zusatzfragen, die Abgeordneter Rosenstingl heute gestellt hat. Ich nehme dazu Stellung. (Abg. Mag. Stadler: Es gibt ja keine Zusatzfragen, die gestellt wurden!) Es sind mir hier Fragen übermittelt worden, die Herr Abgeordneter Rosenstingl gestellt hat. Auf diese antworte ich hiermit. (Abg. Mag. Stadler: Beachten Sie die Geschäftsordnung! Es ist keine Dringliche! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Wir diskutieren eine Anfragebeantwortung!
Es sind dies die Fragen, die offenbar in diesem Zusammenhang mit mir zu diskutieren sind. Ich kann mit Ihnen, Herr Abgeordneter, nicht über das Protokoll einer Aufsichtsratssitzung diskutieren, an der ich nicht teilgenommen habe. Ich kann mit Ihnen darüber diskutieren, welche Konsequenzen ich daraus gezogen habe. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Wir diskutieren eine Anfragebeantwortung!)
Abg. Mag. Stadler: Können Sie die dem Hohen Haus zur Verfügung stellen? Die haben wir nicht!
Ich gestatte mir, Herr Präsident, die Fragen zu beantworten, die mir schriftlich übermittelt worden sind und die in Ihrem Kerngehalt immer wieder ... (Abg. Mag. Stadler: Können Sie die dem Hohen Haus zur Verfügung stellen? Die haben wir nicht!) Haben Sie die nicht geschickt? – Okay! (Abg. Mag. Stadler: Woher haben Sie diese Anfragen?)
Abg. Mag. Stadler: Woher haben Sie diese Anfragen?
Ich gestatte mir, Herr Präsident, die Fragen zu beantworten, die mir schriftlich übermittelt worden sind und die in Ihrem Kerngehalt immer wieder ... (Abg. Mag. Stadler: Können Sie die dem Hohen Haus zur Verfügung stellen? Die haben wir nicht!) Haben Sie die nicht geschickt? – Okay! (Abg. Mag. Stadler: Woher haben Sie diese Anfragen?)
Abg. Haigermoser: Die sind gar nicht gestellt worden! – Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser.
Wenn es niemanden interessiert, daß ich diese Fragen beantworte ... (Abg. Haigermoser: Die sind gar nicht gestellt worden! – Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser. )
Beifall bei der ÖVP.
Dritter Punkt: Auf längere Sicht gesehen: Was immer an Vorgängen zu beurteilen ist, wird im Augenblick durch eine Rechnungshofprüfung untersucht. Ich habe keinen Grund, dieser Prüfung vorzugreifen, ergehe mich daher nicht in Mutmaßungen, was das Ermitteln des Bestbieters anlangt. – Danke, Herr Präsident. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Aha! Schurke!
Dies ist unrichtig! Richtig ist vielmehr, daß die Österreichische Mauterrichtungsgesellschaft eine Briefkastenfirma war, die durch ein Steuerungsgremium, das insgesamt siebzehnmal getagt hat, bestimmt war. Und in diesem Steuerungsgremium war neben Vertretern der ÖSAG auch das Wirtschaftsministerium vertreten, und dort wurden alle Entscheidungen einvernehmlich, das heißt, auch mit Zustimmung des Vertreters des Wirtschaftsministeriums, gefaßt (Abg. Haigermoser: Aha! Schurke!) , insbesondere auch die Tatsache, daß die ÖSAG die Ausschreibung des Auftrages getätigt hat und die ASAG die Auftragsvergabe an die Chicagoer Firma gemacht hat. Das wurde mit Zustimmung des Wirtschaftsministeriums durchgeführt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dies ist unrichtig! Richtig ist vielmehr, daß die Österreichische Mauterrichtungsgesellschaft eine Briefkastenfirma war, die durch ein Steuerungsgremium, das insgesamt siebzehnmal getagt hat, bestimmt war. Und in diesem Steuerungsgremium war neben Vertretern der ÖSAG auch das Wirtschaftsministerium vertreten, und dort wurden alle Entscheidungen einvernehmlich, das heißt, auch mit Zustimmung des Vertreters des Wirtschaftsministeriums, gefaßt (Abg. Haigermoser: Aha! Schurke!) , insbesondere auch die Tatsache, daß die ÖSAG die Ausschreibung des Auftrages getätigt hat und die ASAG die Auftragsvergabe an die Chicagoer Firma gemacht hat. Das wurde mit Zustimmung des Wirtschaftsministeriums durchgeführt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Anschober: Der Rosenstingl liest jetzt die Fragen vor!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Die nächste Wortmeldung liegt von Herrn Abgeordneten Rosenstingl vor. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Anschober: Der Rosenstingl liest jetzt die Fragen vor!)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Peter Rosenstingl (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist ganz typisch, was bei der Abwicklung der Autobahnvignette geschehen ist. Herr Bundesminister, es ist wirklich bedauerlich, daß bei Ihnen im Haus Kooperation und Koordinierung so schlecht funktionieren: Ihre Mitarbeiter bereiteten anscheinend irgendwelche erläuternden Bemerkungen zu meiner Anfrage, die ich schriftlich gestellt habe, für den heutigen Tag vor, und Sie wissen nicht einmal, daß dies nicht von mir stammt, sondern von Ihren Leuten, und nun behaupten Sie, ich hätte Zusatzfragen gestellt, welche Sie beantworten wollen. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Keine Polemik vom Rednerpult!
Ich teile Ihnen mit: Ich habe heute keine Zusatzfragen gestellt. Wir haben heute nur eine Besprechung der Beantwortung der Fragen, die in meiner schriftlichen Anfrage enthalten sind, verlangt, aber keinerlei Zusatzfrage gestellt. Es wäre sinnvoll, Herr Bundesminister, daß Sie sich, wenn Sie in dieses Hohe Haus kommen, ordentlich vorbereiten, um sich dem Thema stellen zu können, und unsere Anfragen ernst nehmen. Das, was Sie betreiben, Ihre Unernsthaftigkeit, ist wirklich eine Verhöhnung dieses Hauses! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Keine Polemik vom Rednerpult!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin! Ihnen als Präsidentin der Wirtschaftskammer ist es vielleicht auch gleichgültig, daß durch diesen Vignettenskandal der Tourismus in Mitleidenschaft gezogen wurde, denn Ihnen ist ja alles gleichgültig. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das einzige, worauf Sie noch Wert legen, sind Ihre Posten in der Regierung, daß Sie da drinnen bleiben, daß Sie schön verteilen können. Sie machen weiterhin einen Unsinn nach dem anderen. Aber wir werden das immer aufzeigen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Jawohl!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Jawohl!
Frau Kollegin! Ihnen als Präsidentin der Wirtschaftskammer ist es vielleicht auch gleichgültig, daß durch diesen Vignettenskandal der Tourismus in Mitleidenschaft gezogen wurde, denn Ihnen ist ja alles gleichgültig. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das einzige, worauf Sie noch Wert legen, sind Ihre Posten in der Regierung, daß Sie da drinnen bleiben, daß Sie schön verteilen können. Sie machen weiterhin einen Unsinn nach dem anderen. Aber wir werden das immer aufzeigen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Jawohl!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Den Gesetzesbeschluß gab es ja wesentlich früher. Sie schreiben in Ihrer Antwort: Wir haben leider keine Zeit gehabt, in vielen Monaten eine Mautordnung zu erlassen. Herr Bundesminister! Das hat nichts mit einem Zeitproblem zu tun, sondern das hat mit Unfähigkeit zu tun. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn wenn ich innerhalb von vielen Monaten nicht in der Lage bin, die Mautordnung zu erlassen, dann ist das kein Zeitproblem, sondern ein Problem der sachlichen Zuständigkeit in diesem Bereich.
Abg. Rosemarie Bauer: Ist das überhaupt Thema der Anfrage?
Herr Bundesminister! Mich würde interessieren, wie Sie die Einführung des Road-Pricing, das wir Freiheitlichen ablehnen, bewerkstelligen wollen, wenn Sie dafür sind, daß das dieselben Leute machen sollen, die für die Einführung der Vignette verantwortlich sind. Herr Bundesminister! Nein, danke, das will ich in Österreich nicht erleben! Ich lehne und wir Freiheitlichen lehnen das Road-Pricing ab. (Abg. Rosemarie Bauer: Ist das überhaupt Thema der Anfrage?) – Frau Kollegin, lesen Sie die Anfrage! Sie behandelt auch das Road-Pricing. Machen Sie keinen Zwischenruf, wenn Sie nicht wissen, was in der Anfrage steht! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Sie sagen ja immer, Sie hätten gar nichts gefragt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Sie sagen ja immer, Sie hätten gar nichts gefragt!
Herr Bundesminister! Mich würde interessieren, wie Sie die Einführung des Road-Pricing, das wir Freiheitlichen ablehnen, bewerkstelligen wollen, wenn Sie dafür sind, daß das dieselben Leute machen sollen, die für die Einführung der Vignette verantwortlich sind. Herr Bundesminister! Nein, danke, das will ich in Österreich nicht erleben! Ich lehne und wir Freiheitlichen lehnen das Road-Pricing ab. (Abg. Rosemarie Bauer: Ist das überhaupt Thema der Anfrage?) – Frau Kollegin, lesen Sie die Anfrage! Sie behandelt auch das Road-Pricing. Machen Sie keinen Zwischenruf, wenn Sie nicht wissen, was in der Anfrage steht! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Sie sagen ja immer, Sie hätten gar nichts gefragt!)
Abg. Mag. Stadler: Ja, viele Väter!
Ich darf zum Schluß auf das Aufsichtsratsprotokoll eingehen, auf die Feststellungen, die die hohen Aufsichtsräte getroffen haben und die auch Sie mit zu verantworten haben. Da steht als Feststellung, als Zusammenfassung, daß nicht nur der Sieg, sondern auch die Niederlage viele Väter hat. (Abg. Mag. Stadler: Ja, viele Väter!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Peter Rosenstingl (fortsetzend): Unter anderem steht dann unter Punkt 5: Man wird weiter über dieses Problem sprechen. Herr Bundesminister! Hören Sie auf zu sprechen, machen Sie irgend jemanden anderen dafür verantwortlich, Sie sind sicher nicht in der Lage, diese Probleme zu lösen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Na geh!
Abgeordneter Emmerich Schwemlein (SPÖ): Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist ein unbestrittenes Recht der Freiheitlichen, hier eine Besprechung einer Anfragebeantwortung zu verlangen. Ich weiß aber nicht, wieweit Ihnen aufgefallen ist, welche Signale im Rahmen dieser Besprechung ausgesandt wurden. Das erste Signal war, daß sich der Herr Kollege Stadler mit seiner Fraktion unterhalten hat. Ich bin voller Erwartung auf meinem Platz gesessen und habe mir gedacht, es ist doch gut, wenn jemand bei einer Anfragebeantwortung nachfragt, und ich mache mir daher Notizen zu den neuen Fragen und Dingen, die der Kollege Stadler aufwirft. Dazu steht bei mir: Stadler – nichts. Es ist nichts Neues von ihm gekommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Na geh!)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen, Gegenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Ich habe mir beim Kollegen Rosenstingl aufgeschrieben: Nichts Neues vom Kollegen Rosenstingl. Meine Damen und Herren! Sagen wir einmal grundsätzlich ... (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen, Gegenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Diese Rede sollten Sie bei den Pendlern im Pinzgau halten!
Meine Damen und Herren! Wir haben die Vignette doch deshalb eingeführt, weil wir einen Schritt weiter in Richtung Kostenwahrheit gehen wollten. Zweifelsohne hat es Probleme mit der Vignette gegeben. Wir sollten sie aber unter dem Gesichtspunkt betrachten, daß wir damit zu mehr Gerechtigkeit zwischen dem Individualverkehr und dem öffentlichen Verkehr kommen. (Abg. Haigermoser: Diese Rede sollten Sie bei den Pendlern im Pinzgau halten!) Des weiteren ist es doch ein ganz entscheidender Schritt, daß wir uns nicht einem Lobbyismus unterwerfen, denn es ist wichtig und wesentlich, daß Österreich auf seine doch sehr sensiblen Zonen aufpaßt, und daß wir berechtigterweise auch über die Vignette Mittel einfordern, um den Umweltschutz in Österreich sicherstellen zu können.
Abg. Haigermoser: Nein!
Ich möchte folgendes noch festhalten, weil ich meine, daß es eine der letzten positiven Botschaften oder der Auslöser für viele positive Botschaften ist: Herr Bundesminister! Ich finde es sehr gut, daß es Verbesserungen gibt, vor allem Verbesserungen auch für die Tourismuswirtschaft. Es ist höchste Vordergründigkeit, meine Damen und Herren, wenn jemand argumentiert, die Nächtigungszahlen wären aufgrund der Vignette zurückgegangen. Das ist schlichtweg falsch, das stimmt nicht! (Abg. Haigermoser: Nein!) Die Abwicklung der Vignette war sehr wohl ein Problem, aber deren Einführung hat zu keiner Reduktion der Nächtigungszahlen geführt.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Die Nahversorgung können Sie zusperren!
Ich möchte Ihnen, meine Damen und Herren, folgende Positiva hier kundtun: Wir schaffen es sehr wohl, daß es für die Behinderten in Zukunft eine Befreiung geben wird, und vor allem werden wir erreichen, was im Hinblick auf die bevorstehenden Feiertage ganz wichtig ist, daß bei unseren Urlaubsgästen nicht weiterhin die starre Regelung exekutiert wird, daß sie gelockert wird. So gesehen, Herr Bundesminister, kann man mit umgangssprachlichen Worten sagen: Da haben Sie noch die Kurve gekratzt und eine Lösung gefunden, die sicherlich vertretbar ist. Ich glaube aber, daß es unser primäres Ziel sein muß, von der Vignette wegzukommen hin zu einem Road-Pricing, denn nur das Road-Pricing wird es ermöglichen, daß wir zu einer Gerechtigkeit innerhalb der Verkehrsträger kommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Die Nahversorgung können Sie zusperren!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny. – Abg. Mag. Stadler: Es war falsch, was der Herr Minister geantwortet hat! Völliger Unsinn!
Abgeordneter Dkfm. DDr. Friedrich König (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! – Herr Klubobmann Stadler! Es ist für einen Klubobmann schon etwas eigenartig, wenn er eine Besprechung einer Anfragebeantwortung verlangt und dann zu den Fragen, die angeblich nicht beantwortet wurden, gar nichts sagt, sondern hier ein Theater abzieht und gleichzeitig den Minister kritisiert, wenn dieser das tut, was die Freiheitlichen schriftlich verlangt haben, nämlich sich an die Fragen zu halten, die Rosenstingl gestellt hat. Das ist wirklich ein sehr eigenartige Verhaltensweise eines Klubobmanns! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny. – Abg. Mag. Stadler: Es war falsch, was der Herr Minister geantwortet hat! Völliger Unsinn!) – Hören Sie zu, ich habe nur 5 Minuten Redezeit!
Abg. Haigermoser: Halleluja!
Sie haben außerdem allen Grund gehabt, etwas anderes zu sagen, denn die zwei wesentlichen Behauptungen in Ihrer Anfrage waren: Es wäre erstens das Mautpickerl nicht dem Kraftfahrgesetz entsprechend und müßte daher bei der jährlichen Überprüfung wegen der Rückstrahlwirkung beanstandet werden. Der Minister hat Ihnen geantwortet, daß das sogar durch ein Gutachten aus Karlsruhe geklärt ist. Also die Anfragebeantwortung war in Ordnung. (Abg. Haigermoser: Halleluja!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Diese Rede ist deiner nicht würdig! Du weißt es wirklich besser!
Sie behaupten weiters, daß der Bestbieter nicht der Bestbieter war. Es geht nicht um den Billigstbieter, es geht um den Bestbieter. Der Minister sagte Ihnen, daß er diesbezüglich den Rechnungshof beauftragt hat. Ja was wollen Sie eigentlich noch mehr? Sind Sie für die Verantwortung der Unternehmen, die selbständig sind, einen Vorstand haben, einen Aufsichtsrat haben und ihre Entscheidungen zu verantworten haben? Wofür sind Sie denn eigentlich in einem Rechtsstaat? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Diese Rede ist deiner nicht würdig! Du weißt es wirklich besser!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
In Wahrheit ist es so, daß die Österreicher überall mit Ausnahme von Deutschland Maut zahlen müssen, und es ist nur recht und billig, daß die Ausländer bei uns auf den Autobahnen auch Maut zahlen. Die Pickerllösung ist eine einfache und praktikable Lösung, abgesehen von den Kinderkrankheiten, die es zweifelsohne gegeben hat. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Nein, nicht so einfach wegschieben!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Haigermoser: ... Chicago!
Herr Kollege Haigermoser! Gehen Sie nach Bayern, der dortige Ministerpräsident Stoiber hat gesagt: Wir müssen es den Österreichern nachmachen!, weil auch die Deutschen einsehen, daß die Vignette eine adäquate Lösung der Beteiligung an den Kosten für die Autobahnen ist. Die EU, von der man gesagt hat, sie würde das aufheben, hat das auch anerkannt. Also greifen wir bitte nicht Österreich an und sagen wir nicht, die Ausländer hätten recht, wenn sie nicht kämen, weil Österreich nur abkassieren will. Das ist nicht der Fall. Ein bißchen mehr österreichische Haltung in diesem Zusammenhang wäre angebracht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Haigermoser: ... Chicago!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Keine Unwahrheiten verzapfen!
Gerade Sie sollten es unterlassen, von Chicago zu reden. Sie haben in Chicago sogar einen EU-Abgeordneten eingekauft, der sich in der EU nicht sehen läßt. Also bitte reden Sie nicht davon! Das ist wirklich das Letzte. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Keine Unwahrheiten verzapfen!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Entweder sie waren Bestbieter – dann war es in Ordnung. Oder sie waren es nicht – dann wird das der Rechnungshof feststellen. Sie sollten sich eigentlich zum Rechnungshof bekennen, denn er ist ein parlamentarisches Organ. Die Pickerllösung ist zweifelsohne die wirtschaftlichste und einfachste Form der Bemautung der Autobahnen, und die jetzige flexible Lösung hebt sich sehr, sehr positiv von jener in der Schweiz ab. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) – Das ist Ihnen unangenehm. (Abg. Mag. Stadler: Das amüsiert mich!) In der Schweiz müssen Sie für eine Fahrt die Jahresmaut bezahlen. So schauen die tatsächlichen Verhältnisse aus. Sie sollten
Abg. Mag. Stadler: Das amüsiert mich!
Entweder sie waren Bestbieter – dann war es in Ordnung. Oder sie waren es nicht – dann wird das der Rechnungshof feststellen. Sie sollten sich eigentlich zum Rechnungshof bekennen, denn er ist ein parlamentarisches Organ. Die Pickerllösung ist zweifelsohne die wirtschaftlichste und einfachste Form der Bemautung der Autobahnen, und die jetzige flexible Lösung hebt sich sehr, sehr positiv von jener in der Schweiz ab. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) – Das ist Ihnen unangenehm. (Abg. Mag. Stadler: Das amüsiert mich!) In der Schweiz müssen Sie für eine Fahrt die Jahresmaut bezahlen. So schauen die tatsächlichen Verhältnisse aus. Sie sollten
Abg. Tichy-Schreder: Herr Mag. Barmüller! Es sind Auflagen von seiten der EU gekommen!
Meine Damen und Herren! Es ist interessant, daß in bezug auf die öffentliche Verwaltung und die privaten Unternehmer ganz offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird. Der Herr Bundesminister führt – er ist momentan etwas abgelenkt von der Frau Abgeordneten Tichy-Schreder – in seiner Anfragebeantwortung jedenfalls aus, daß es eine sehr kurze Zeit war, innerhalb der man diese Mautordnung habe erstellen müssen. Er spricht von sechs Monaten. Ich darf Sie nur daran erinnern, Herr Bundesminister, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien, daß Sie privaten Unternehmern sogar rückwirkende Bestimmungen zumuten. Das ist etwas, was Sie mit Leichtigkeit beschließen. Aber wenn es darum geht, daß jemand, der aus dem Kammerbereich kommt, etwas umzusetzen hat, dann sind auf einmal sechs Monate zuwenig. Das ist doch etwas, Frau Abgeordnete Tichy-Schreder, das allenthalben gesehen wird. (Abg. Tichy-Schreder: Herr Mag. Barmüller! Es sind Auflagen von seiten der EU gekommen!) – Mir ist noch etwas sehr wichtig, Frau Abgeordnete Tichy-Schreder, und ich habe nur noch eine Minute Redezeit, daher muß ich mich jetzt darauf beschränken: Das Chaos, das beim Verkauf der Vignetten angerichtet worden ist, hat die Reputation Österreichs massiv geschädigt. Das wissen Sie. Das einzige Glück für den Herrn Bundesminister ist, daß dies nicht in klare Zahlen zu fassen ist, denn sonst würde er nicht mehr als Bundesminister hier sitzen. Aber wir wissen es. – Das ist der eine Punkt.
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (fortsetzend): Der dritte Punkt, der zugleich mein Schlußsatz ist, Herr Präsident: Es geht darum, daß Reiseveranstalter, die Busse haben, doch die Möglichkeit erhalten sollten, nicht für jeden Bus eine Vignette kaufen zu müssen, sondern eine Wechselvignette zu bekommen. Das wäre leicht einzuführen und im Sinne der Wirtschaft durchaus sinnvoll. Herr Bundesminister! Machen Sie das! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Fuhrmann: Weil er den Weg nicht fand!
Abgeordneter Rudolf Anschober (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin seit mittlerweile zwei Monaten ein begeisterter Hörer von Ö 3, vor allem des Ö 3-Morgenweckers. Dort tritt jeden Tag der "Vignetten-Man" auf; noch häufiger als in diesem Parlament! Heute habe ich lange gewartet, und es ist ein ganz schlimmer Morgen geworden: Heute ist der "Vignetten-Man" nicht erschienen, er ist ausgeblieben.( Abg. Dr. Fuhrmann: Weil er den Weg nicht fand!) – Richtig, weil er den Weg nicht gefunden hat. (Zwischenrufe.) Hier gibt es viele Hörer und Hörerinnen von Ö 3, merke ich.
Zwischenrufe.
Abgeordneter Rudolf Anschober (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin seit mittlerweile zwei Monaten ein begeisterter Hörer von Ö 3, vor allem des Ö 3-Morgenweckers. Dort tritt jeden Tag der "Vignetten-Man" auf; noch häufiger als in diesem Parlament! Heute habe ich lange gewartet, und es ist ein ganz schlimmer Morgen geworden: Heute ist der "Vignetten-Man" nicht erschienen, er ist ausgeblieben.( Abg. Dr. Fuhrmann: Weil er den Weg nicht fand!) – Richtig, weil er den Weg nicht gefunden hat. (Zwischenrufe.) Hier gibt es viele Hörer und Hörerinnen von Ö 3, merke ich.
Abg. Mag. Stadler: Ich bin öfter da als Sie! Ich bin ständig da! Sie sind zum Teil nicht einmal mehr in den Ausschüssen vertreten! Das ist unglaublich! In zahlreichen Ausschußsitzungen gibt es überhaupt keine Grünen!
Herr Kollege Stadler, ich muß Ihnen schon sagen: Wenn Sie öfters in den Sitzungen des Hohen Hauses wären, würden Sie wissen, daß die Aufsichtsratsprotokolle längst in diesem Haus vorgetragen und öffentlich präsentiert worden sind. Das ist nichts Neues! Das ist von vorgestern, Herr Kollege Stadler. (Abg. Mag. Stadler: Ich bin öfter da als Sie! Ich bin ständig da! Sie sind zum Teil nicht einmal mehr in den Ausschüssen vertreten! Das ist unglaublich! In zahlreichen Ausschußsitzungen gibt es überhaupt keine Grünen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Der Lärmpegel ist so hoch!
Kollege Wabl hat dann auch den Kollegen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Der Lärmpegel ist so hoch!)
Abg. Schieder: Sie wissen, was auf seinem Schreibtisch liegt?
Die Österreicher vertragen die Wahrheit und brauchen auch keine Geschichten à la Fasslabend, daß die Neutralität nichts kostet, obwohl der Minister ganz genau auf seinem Schreibtisch liegen hat, welche Teilkosten zumindest bereits bevorstehen. (Abg. Schieder: Sie wissen, was auf seinem Schreibtisch liegt?)
Abg. Schieder: Heißt das, Sie wissen was auf seinem Schreibtisch liegt?
Wir müssen zuerst einmal festlegen, was wir wollen, und erst dann können wir die Konsequenzen daraus ableiten, hat der Minister Fasslabend gesagt. (Abg. Schieder: Heißt das, Sie wissen was auf seinem Schreibtisch liegt?) Ich nehme an, daß er das liest, was an Informationen so hereinkommt. (Abg. Schieder: Sie wissen also, was auf seinem Schreibtisch liegt!) Was auf Schreibtisch liegt, nicht, aber ich nehme an, daß er sich informiert, und ich hoffe, daß er gut informiert ist. (Abg. Mag. Stadler – in Richtung des Abg. Schieder –: Was wollen Sie damit sagen? – Abg. Schieder: Anscheinend wird das ausspioniert!)
Abg. Schieder: Sie wissen also, was auf seinem Schreibtisch liegt!
Wir müssen zuerst einmal festlegen, was wir wollen, und erst dann können wir die Konsequenzen daraus ableiten, hat der Minister Fasslabend gesagt. (Abg. Schieder: Heißt das, Sie wissen was auf seinem Schreibtisch liegt?) Ich nehme an, daß er das liest, was an Informationen so hereinkommt. (Abg. Schieder: Sie wissen also, was auf seinem Schreibtisch liegt!) Was auf Schreibtisch liegt, nicht, aber ich nehme an, daß er sich informiert, und ich hoffe, daß er gut informiert ist. (Abg. Mag. Stadler – in Richtung des Abg. Schieder –: Was wollen Sie damit sagen? – Abg. Schieder: Anscheinend wird das ausspioniert!)
Abg. Mag. Stadler – in Richtung des Abg. Schieder –: Was wollen Sie damit sagen? – Abg. Schieder: Anscheinend wird das ausspioniert!
Wir müssen zuerst einmal festlegen, was wir wollen, und erst dann können wir die Konsequenzen daraus ableiten, hat der Minister Fasslabend gesagt. (Abg. Schieder: Heißt das, Sie wissen was auf seinem Schreibtisch liegt?) Ich nehme an, daß er das liest, was an Informationen so hereinkommt. (Abg. Schieder: Sie wissen also, was auf seinem Schreibtisch liegt!) Was auf Schreibtisch liegt, nicht, aber ich nehme an, daß er sich informiert, und ich hoffe, daß er gut informiert ist. (Abg. Mag. Stadler – in Richtung des Abg. Schieder –: Was wollen Sie damit sagen? – Abg. Schieder: Anscheinend wird das ausspioniert!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Wolfgang Jung (fortsetzend): Noch einmal: Minister Fasslabend sagte: Wir müssen festlegen, was wir wollen, und erst dann können wir die Konsequenzen daraus ableiten! Da stimme ich ihm zu. Aber wann wissen Sie denn, was Sie wollen? Sie sind sich doch selber und auch innerhalb der Parteien nicht einig. Handeln Sie endlich einmal! Tun Sie etwas im Interesse Österreichs! Es ist nicht fünf Minuten vor zwölf, es ist schon fünf Minuten nach zwölf in der Frage der Bündnismitgliedschaft. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Woher haben Sie das jetzt wieder?
Es wäre für mich jetzt verlockend, mich über die krausen Argumente meines Vorredners zu verbreiten oder über die Argumente der FPÖ überhaupt, die zwar sagt – das hat auch mein Vorredner wieder gesagt –, die österreichische Neutralität wäre nur unter dem Schutz der NATO sicher gewesen, wenn die NATO sich aber erweitert, dann führt das zu Unsicherheit für uns. (Abg. Scheibner: Woher haben Sie das jetzt wieder?) Also diese absurde Logik muß einmal jemand erklären. Abgeordneter Scheibner folgert daraus, daß wir aufrüsten müssen, denn dann ist rundherum die NATO, die uns bis jetzt angeblich beschützt hat. (Abg. Scheibner: Sie haben ein sehr selektives Wahrnehmungsvermögen!) Sie ist dann das Gefährliche, das Unsicherheit für uns bringt.
Abg. Scheibner: Sie haben ein sehr selektives Wahrnehmungsvermögen!
Es wäre für mich jetzt verlockend, mich über die krausen Argumente meines Vorredners zu verbreiten oder über die Argumente der FPÖ überhaupt, die zwar sagt – das hat auch mein Vorredner wieder gesagt –, die österreichische Neutralität wäre nur unter dem Schutz der NATO sicher gewesen, wenn die NATO sich aber erweitert, dann führt das zu Unsicherheit für uns. (Abg. Scheibner: Woher haben Sie das jetzt wieder?) Also diese absurde Logik muß einmal jemand erklären. Abgeordneter Scheibner folgert daraus, daß wir aufrüsten müssen, denn dann ist rundherum die NATO, die uns bis jetzt angeblich beschützt hat. (Abg. Scheibner: Sie haben ein sehr selektives Wahrnehmungsvermögen!) Sie ist dann das Gefährliche, das Unsicherheit für uns bringt.
Abg. Scheibner: Haben Sie auch "Ho Tschi Minh!" geschrieen?
Ich will mich nicht weiter mit dieser krausen Argumentation beschäftigen, aber, weil da das Wort von den Achtundsechzigern gefallen ist, festhalten: Ich war im Gegensatz zu Herrn Haider und Co. und manchen, die damals politisch noch nicht einmal interessiert waren und sich nur in sehr rechten Kreisen herum ... (Abg. Scheibner: Haben Sie auch "Ho Tschi Minh!" geschrieen?) Herr Scheibner, Sie waren angeblich arbeitslos. Ich war auf der Straße und habe für die Freiheit der Tschechoslowakei demonstriert, ich habe gegen die russischen Panzer demonstriert, ich habe demonstriert, daß sich der tschechische Frühling verbreiten kann! (Beifall bei der SPÖ.) Ich bin auch stolz darauf, und Sie können mich hundertmal "Achtundsechzigerin" schimpfen, das ist mir egal! (Abg. Dr. Krüger: Frau Kollegin, wollen Sie jetzt die Achtundsechziger abwerten?)
Beifall bei der SPÖ.
Ich will mich nicht weiter mit dieser krausen Argumentation beschäftigen, aber, weil da das Wort von den Achtundsechzigern gefallen ist, festhalten: Ich war im Gegensatz zu Herrn Haider und Co. und manchen, die damals politisch noch nicht einmal interessiert waren und sich nur in sehr rechten Kreisen herum ... (Abg. Scheibner: Haben Sie auch "Ho Tschi Minh!" geschrieen?) Herr Scheibner, Sie waren angeblich arbeitslos. Ich war auf der Straße und habe für die Freiheit der Tschechoslowakei demonstriert, ich habe gegen die russischen Panzer demonstriert, ich habe demonstriert, daß sich der tschechische Frühling verbreiten kann! (Beifall bei der SPÖ.) Ich bin auch stolz darauf, und Sie können mich hundertmal "Achtundsechzigerin" schimpfen, das ist mir egal! (Abg. Dr. Krüger: Frau Kollegin, wollen Sie jetzt die Achtundsechziger abwerten?)
Abg. Dr. Krüger: Frau Kollegin, wollen Sie jetzt die Achtundsechziger abwerten?
Ich will mich nicht weiter mit dieser krausen Argumentation beschäftigen, aber, weil da das Wort von den Achtundsechzigern gefallen ist, festhalten: Ich war im Gegensatz zu Herrn Haider und Co. und manchen, die damals politisch noch nicht einmal interessiert waren und sich nur in sehr rechten Kreisen herum ... (Abg. Scheibner: Haben Sie auch "Ho Tschi Minh!" geschrieen?) Herr Scheibner, Sie waren angeblich arbeitslos. Ich war auf der Straße und habe für die Freiheit der Tschechoslowakei demonstriert, ich habe gegen die russischen Panzer demonstriert, ich habe demonstriert, daß sich der tschechische Frühling verbreiten kann! (Beifall bei der SPÖ.) Ich bin auch stolz darauf, und Sie können mich hundertmal "Achtundsechzigerin" schimpfen, das ist mir egal! (Abg. Dr. Krüger: Frau Kollegin, wollen Sie jetzt die Achtundsechziger abwerten?)
Beifall bei der SPÖ.
Letztes Argument: Es ist um die gemeinsame Initiative der Neutralen in der EU sehr still geworden. Ich glaube jedoch, daß man genau mit jenen Aspekten, die sicherheitspolitisch hier sehr wohl lauern, diese gemeinsame Initiative der Neutralen in die Verhandlungen einbringen sollte. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schieder: Sie werden es heute auch nicht besser verstehen!
Wir werden heute wiederum ... (Abg. Schieder: Sie werden es heute auch nicht besser verstehen!) Sie können das ja heute korrigieren, Herr Kollege Schieder. Wir haben heute wieder solch einen Antrag hier im Hohen Hause eingebracht, und ich nehme an, ich fürchte, Sie werden ihn heute – so wie vor einem Jahr – wieder ablehnen. Ich bin aber gleichermaßen überzeugt davon, daß in etwa einem weiteren Jahr, in maximal zwei Jahren auch bei Ihnen diesbezüglich wieder der Groschen gefallen sein wird und Sie dann in einem Jahr, in zwei Jahren den freiheitlichen Antrag abschreiben und als Ihren eigenen hier einbringen werden, weil Sie erkennen, erkennen müssen – das ist keine große intellektuelle und politische Leistung –, daß eine Vollmitgliedschaft bei der WEU, die Sie jetzt prüfen, letztendlich auf eine NATO-Mitgliedschaft hinauslaufen wird, weil eine Vollmitgliedschaft bei der WEU mit einer Mitgliedschaft bei der NATO weitgehend identisch ist und sein muß.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die interessierte und informierte Öffentlichkeit wartet gespannt darauf, wie lange Sie diesen komischen Eiertanz, diesen unglaubwürdigen Eiertanz zum Schaden Österreichs noch fortzusetzen gedenken. Mir verschafft es eine gewisse Genugtuung, daß Ihnen meine Fraktion, meine Partei auch in dieser Frage wieder um ein, zwei, drei Schritte voraus ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es liegt auf der einen Seite nicht in der Entscheidung der Regierung, das zu machen, sondern es ist unsere autonome Entscheidung, also die Entscheidung des Parlaments, und auf der anderen Seite müssen wir eine Einladung dazu bekommen. Daher ist es auch aus sachlichen Gründen nicht möglich, diesen beiden Entschließungsanträgen die Zustimmung zu geben. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
460 000 Unterstützungserklärungen verlangen, daß wir uns mit dieser Angelegenheit sehr eingehend, sehr gründlich, sehr offen und auch sehr ehrlich auseinandersetzen. Aufgrund der bisherigen Beratungen kann ich nur sagen, daß die Schaffung eines Bundes-Tierschutzgesetzes ein Gebot der Zeit ist. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
In Österreich gibt es mehr Biobauern als im restlichen EU-Landwirtschaftsraum insgesamt, und diese Biobauern produzieren heute schon das Fleisch nach Regelungen, die dem sogenannten Tiergerechtheitsindex entsprechen. Dieser Tiergerechtheitsindex sollte unserer Ansicht nach die Grundlage eines Bundes-Tierschutzgesetzes sein. Es ist nämlich in diesem Zusammenhang der Nachweis zu erbringen, daß es nicht nur eine tiergerechtere Lösung gibt, sondern auch eine wirtschaftlichere, indem man über eine tiergerechte Haltung zu besserem Fleisch und zu höheren Fleischpreisen kommt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich darf den Initiatoren, allen voran der Präsidentin des Wiener Tierschutzverbandes, Frau Loubé, sehr herzlich für ihre Bemühungen danken und darf alle Tierfreunde Österreichs auffordern, einen Meinungsbildungsprozeß in Richtung eines solchen Bundes-Tierschutzgesetzes mitzutragen. – Danke vielmals. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Klubobmann Kostelka hat bereits darauf hingewiesen, daß Österreich mehr Biobauern hat als alle anderen EU-Länder zusammen. In Österreich sind es nämlich 23 000, während es in den 14 anderen EU-Ländern nur 17 000 Biobauern gibt. Das zeigt, wie sehr naturverbunden unsere Bauern sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bereits mit 21 Punkten wäre die Biobauern-Stufe erreicht. Das wären nur fünf Punkte mehr als der Mindeststandard, den das Salzburger Nutztierschutzgesetz bereits aufweist, obwohl diesem Nutztierschutzgesetz von den Grünen und von der SPÖ nicht zugestimmt wurde. Es ist im Salzburger Landtag mit den Stimmen der Österreichischen Volkspartei und der Freiheitlichen Partei beschlossen worden, obwohl darin ein sehr hoher Standard und auch schon der Tiergerechtheitsindex als gesetzliche Grundlage verankert worden sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe.
Ich bitte, diese Demonstrationen hier zu unterlassen. Ich müßte andernfalls die Galerie räumen lassen. (Zwischenrufe.)
Beifall bei der ÖVP.
Für diesen Bereich verlangen wir dringendst und baldigst Regelungen. Wir österreichischen Bauern haben es nämlich satt, als Tierquäler hingestellt zu werden. Auch die Experten im Unterausschuß haben erklärt, daß die österreichischen Bauern sehr viel auf Tierschutz und Tierpflege halten. Wir brauchen daher nur jene Bereiche zu regeln – ohne die Kompetenzen groß zu verschieben –, in denen es jetzt noch keine Regelung gibt, die regelungsbedürftig sind. Damit hoffen wir den Tierschutz in Österreich endlich einen weiteren Schritt vorwärts zu bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Petrovic: Keineswegs!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile, möchte ich die Frau Klubobfrau der Grünen fragen, ob ihre visuelle Artikulierung eines kurzen präzisen Anliegens den Verzicht auf die verbale Artikulierung bedeutet. (Abg. Dr. Petrovic: Keineswegs!) Bedeutet sie nicht.
Abg. Dr. Khol: Vielleicht ziehen Sie die Papierln zurück!
Sie ziehen also Ihre Wortmeldungen trotz dieser Demonstration nicht zurück. (Abg. Dr. Khol: Vielleicht ziehen Sie die Papierln zurück!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir diskutieren heute einen Zwischenbericht des Verfassungsausschusses, in dem derzeit das Tierschutzvolksbegehren beraten wird. Gestatten Sie mir vorneweg die Klarstellung, daß die FPÖ seit vielen Jahren für ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz und für die Verankerung des Tierschutzes in der Verfassung eintritt. Wir Freiheitliche haben daher das Tierschutzvolksbegehren begrüßt und auch massiv unterstützt – allen voran unser Bundesparteiobmann Jörg Haider, der in Sachen Tierschutz wie auch in vielen anderen Fragen seit Jahren eine klare Linie vertritt. Frau Kollegin Horngacher, daran könnten Sie und die ÖVP sich ein Beispiel nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag Stadler: Scheinheilig!
Die Positionen der einzelnen Fraktionen sind einigermaßen klar bezogen. Während sich vier Fraktionen für ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz und für die Verankerung des Tierschutzes in der Verfassung aussprechen, ist die ÖVP – wie bei den meisten Tierschutzfragen – wieder einmal dagegen. Ich sage ganz bewußt, daß die Positionen der einzelnen Fraktionen einigermaßen klar bezogen sind, weil ich nicht weiß, was ich von den Aussagen des Klubobmanns Kostelka halten soll, wenn er sagt, die SPÖ werde dieses Problem nicht zur Koalitionsfrage machen, wenn die ÖVP nicht wolle, werde es eben kein Bundes-Tierschutzgesetz geben. (Abg. Mag Stadler: Scheinheilig!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es werden sich auch die über 460 000 Unterzeichner des Tierschutzvolksbegehrens mit einer derartigen Haltung der SPÖ nicht zufriedengeben und sich gepflanzt vorkommen. Es werden sich die verschiedenen Tierschutzorganisationen gepflanzt und auch politisch mißbraucht vorkommen. Glauben Sie mir, meine sehr geehrten Damen und Herren von ÖVP und SPÖ: Wir Freiheitliche werden nicht zulassen, daß fast eine halbe Million Unterzeichner dieses Tierschutzvolksbegehrens an der Nase herumgeführt werden. Wir werden nicht zulassen, daß diesbezüglich wieder einmal nichts passiert, sondern wir werden auch weiterhin die Verankerung des Tierschutzes in der Verfassung und ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz vehement einfordern! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Schwarzenberger! Sie haben auf unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft verwiesen. Sie haben darauf verwiesen, daß in Österreich pro Betrieb im Durchschnitt lediglich 30 Schweine, in der EU aber 80 Schweine gehalten werden und daß den durchschnittlich 18 Rindern in Österreich 42 Rinder in der EU gegenüberstehen. Wenn hier die kleinstrukturierte österreichische Landwirtschaft ins Treffen geführt wird, wenn ich mir die durchschnittliche Zahl der Nutztiere pro Tierhalter in Österreich im Vergleich zur EU anschaue, so muß ich sagen: Ich glaube, daß unsere Chance nur in der besseren Qualität, verbunden mit der tiergerechten Haltung, liegen kann und nicht in der Massentierhaltung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Bei der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung haben wir sie ja gelöst!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Natürlich muß es unser Ziel sein, den Tierschutz auch in der EU zu verbessern. Im Rahmen der Regierungskonferenz muß der Tierschutz in den Römischen Verträgen gleichberechtigt mit den wirtschaftlichen Zielen der EU verankert werden. Nur: Wir müssen diese Probleme zuerst im eigenen Land lösen, denn wie können wir eine EU-weite Harmonisierung und Verbesserung im Tierschutz verlangen, wenn wir nicht einmal imstande sind, innerhalb Österreichs diese Probleme zu lösen? (Abg. Schwarzenberger: Bei der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung haben wir sie ja gelöst!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Ich bin selbst sogar Biobauer!
Herr Kollege Schwarzenberger! Sie haben hier verschiedenes von sich gegeben, das Ihre Haltung gerade in bezug auf Tierschutz ganz eindeutig dokumentiert: Sie wollen keine Verbesserung in Sachen Tierschutz! Sie sind in vielen Belangen kurzsichtig. Die ÖVP wird aber auf Dauer ihre Position nicht aufrechterhalten können! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Ich bin selbst sogar Biobauer!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Für uns Liberalen sind Tiere leidensfähige Lebewesen, die eines besonderen Schutzes bedürfen. Und da es für Tiere keine Landesgrenzen gibt, ist eine art- und tiergerechte Haltung für das gesamte Bundesgebiet zu fordern, wobei aus unserer Sicht sowohl Gesetzgebung als auch Vollziehung in der Kompetenz des Bundes liegen sollen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Großruck: Das stimmt ja nicht! Das ist falsch!
Faktum ist auch – und das ist wirklich fast einmalig, möchte ich sagen –, daß sich vier Parteien in dieser Materie, die sehr wichtig ist, einig sind, einig darüber, daß der Tierschutz, gerade weil er durch die Länderkompetenz nicht zufriedenstellend ist, bundeseinheitlich geregelt werden soll. (Abg. Großruck: Das stimmt ja nicht! Das ist falsch!)
Abg. Schwarzenberger: Das habe ich auch verlangt im Antrag!
Herr Kollege Schwarzenberger! Ich gebe Ihnen völlig recht, daß Tierschutz weitgehender sein muß als bisher. Die Jagd, das Schlachten, das Schächten, den Sport mit Tieren, um nur einige zu nennen, müssen wir sicher auch einer gründlichen Durchleuchtung unterziehen, und all das sollte auch gesetzlich geregelt werden. (Abg. Schwarzenberger: Das habe ich auch verlangt im Antrag!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Die Initiative der Sozialdemokraten, der Antrag betreffend ein Bundesgesetz über den Schutz von Tieren, ist begrüßenswert. Aber, Herr Kollege Kostelka – er ist jetzt nicht hier –: Die Überzeugungsstrategie der sanften Art gegenüber Ihrem Koalitionspartner darf nicht zu lange dauern, sonst sieht der Gesetzesantrag wie eine Alibiaktion aus, zumal sich bereits heute eine Zweidrittelmehrheit hier im Hohen Haus für ein bundeseinheitliches Gesetz feststellen läßt. Ich bitte Sie wirklich: Gehen Sie nicht sehr sanft mit Ihrem Koalitionspartner um, denn den größten Teil der Bevölkerung haben Sie bereits hinter sich! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Ich weiß, daß wir Lebendtiertransporte nicht verbieten können, aber ich rufe alle österreichischen EU-Abgeordneten auf, sich dafür einzusetzen, daß wenigstens bei Lebendtierexporten keine Subventionen mehr bezahlt werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Ich unterstütze deshalb in diesem Zusammenhang den Entschließungsantrag betreffend Abschaffung der Subventionen für Lebendtierexporte der Kollegin Dr. Petrovic, den sie noch einbringen wird. Ebenso werden die Liberalen dem Entschließungsantrag der Abgeordneten Petrovic betreffend die Reparatur des österreichischen Tiertransportgesetzes-Straße ihre Zustimmung geben. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Petrovic stellt eine Tafel mit der Aufschrift "G – Ein Recht für Tiere" vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Haigermoser: Sie müssen alles nachmachen, Frau Kollegin! Für Taferl haben wir das Urheberrecht!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Petrovic stellt eine Tafel mit der Aufschrift "G – Ein Recht für Tiere" vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Haigermoser: Sie müssen alles nachmachen, Frau Kollegin! Für Taferl haben wir das Urheberrecht!) Der freie Warenverkehr ist in der Europäischen Union grundrechtlich abgesichert. Das bedingt, daß Tiere als Waren behandelt und über die Grenzen der Nationalstaaten hinweg wie Waren gehandelt werden. Das Tierleid, das dabei entsteht, ist grenzenlos, tatsächlich grenzenlos.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Wie wollen Sie denn in Brüssel für einen einheitlichen europäischen Tierschutz auf hohem Niveau argumentieren, wenn wir in Österreich neun ganz verschiedene Gesetze, neun ganz unterschiedliche Schutzniveaus und vor allem neun unterschiedliche Behördenzuständigkeiten haben, die Verfolgungen von Übertretungen der Gesetze sogar innerhalb des Bundesgebietes unmöglich machen? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.) – Welche Glaubwürdigkeit soll diese Argumentation haben?
Beifall bei den Grünen.
Wir haben in Österreich in vielen Gebieten noch eine klein- und mittelbäuerliche Landwirtschaft. In der Regel sind dort die Tierqualen nicht so groß wie in der industriellen Tierhaltung, aber es gibt auch da Probleme. Vor allem sind nach wie vor die Beratungsleistungen der Kammern, also die Beratungsleistungen, die von offizieller Seite geleistet werden, für die Bauern in höchstem Maße irreführend. Noch immer wird den Bauern in den Belangsendungen der ÖVP, die in der Früh im Radio laufen, vermittelt, daß Tierschutz ein Kostenfaktor ist, daß Tierschutz etwas wäre, was die österreichischen Bäuerinnen und Bauern stärker belastet als die anderen europäischen Bauern – genau das ist Ihr Trugschluß! Tierschutz ist kein Kostenfaktor, sondern Tierschutz wäre, wenn man ihn konsequent versteht, durchführt und kontrolliert, ein zwingendes Verkaufsargument für österreichische Produkte und damit eine Möglichkeit, effizient Arbeitsplätze zu schaffen. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Leider werden auch Tausende Nutztiere aus Österreich unter schlimmen Bedingungen gehalten und unter noch schlimmeren Bedingungen mit massiven Förderungen und Stützungen der Europäischen Union exportiert. Ethik und Humanität bleiben dabei auf der Strecke. Ethik und Humanität scheinen bei einem pervertierten marktwirtschaftlichen System, das jeden Bezug zu Werten und auch zum gesunden Menschenverstand verloren hat, nur mehr Störfaktoren zu sein. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Khol: Da sehen Sie, daß die Bundeskompetenz nicht hilft, Frau Kollegin! Die Bundeskompetenz schützt kein Tier!
(Abg. Dr. Khol: Da sehen Sie, daß die Bundeskompetenz nicht hilft, Frau Kollegin! Die Bundeskompetenz schützt kein Tier!) Herr Abgeordneter Khol, so ist es nicht, daß dieses Gesetz an sich unwirksam wäre. Es ist eine kleine Bestimmung, die ihm fehlt. Vor allem: Es ist eine geschlossene Kette der Tierquälerei. Wir haben eine leider noch nicht gebrochene Tendenz in Richtung Intensivierung. Wir haben sehr viele Biobäuerinnen und -bauern, wir haben noch viele klein- und mittelbäuerliche Betriebe, aber ein immer größerer Anteil von Tieren wird von ein oder zwei Prozent der Tierhalter gehalten. Es tritt eine dieser schlimmen Konzentrationen mit fortgesetzter Tierquälerei ein. Der nächste Schritt in Richtung Intensivierung ist vorgezeichnet.
Beifall bei den Grünen.
Der nächste Schritt der Intensivierung ist auch schon da, ohne daß dieses Haus entsprechend reagiert, weil eine Partei hier auf Blockade geschaltet hat. Es steht bereits das Klonen von Tieren vor der Tür, ohne daß eine entsprechende Analyse der Gefahren und der Risiken stattgefunden hat. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wie gesagt, würden Sie das auch nur ein bißchen mit dem Herzen nachvollziehen, dann würden Sie endlich auch erkennen, daß das ein riesengroßer Wettbewerbsvorteil für unsere bäuerliche Landwirtschaft sein könnte. Aber offenbar fühlen Sie sich der schon lange nicht mehr verpflichtet. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Die Demonstrationen, die Volksbegehren, die Unterschriftenlisten und auch die Verbreitung der Wahrheit über Ihre Haltung im Hohen Haus, über die Haltung von Gesellschaften wie der Raiffeisen-Viehverwertung, all das wird seine Wirkung haben, und ich garantiere Ihnen, es wird, und zwar bald – das wird nicht zurückzuhalten sein –, ein einheitliches Bundes-Tierschutzgesetz in Österreich geben, aber vielleicht wird es dann die ÖVP nicht mehr geben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schmidt: Sie haben noch immer das Taferl da stehen!
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Damen und Herren! (Abg. Dr. Schmidt: Sie haben noch immer das Taferl da stehen!) Von mir aus kann es bleiben.
Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold.
Es gilt nun, die Bauernvertreter zu überzeugen, daß die Umsetzung des Gesetzes in der Landwirtschaft, und nur um die kann es wohl gehen, keineswegs nur Kosten, sondern vor allem auch eine Chance bringen wird. (Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold. ) Die 20 Biobauern in Österreich berichten von sehr, sehr guten Erfolgen, Herr Kollege, und auch einer steigenden Nachfrage bei ihren Produkten.
Abg. Schwarzenberger: Nein, beim AMA-Gütesiegel muß auch die Mast in Österreich stattfinden! Das wäre ein Betrug, was Sie hier sagen!
Sie haben ferner das AMA-Gütesiegel angesprochen. Herr Kollege! Das AMA-Gütesiegel ist ungenügend. Nur ein Beispiel: Schafe, die aus Tschechien importiert werden, werden in Österreich geschlachtet und gelten dann als österreichische Schafe, das heißt, sie bekommen ein AMA-Gütesiegel. Das kann wirklich nicht im Sinne eines Bauernvertreters sein. (Abg. Schwarzenberger: Nein, beim AMA-Gütesiegel muß auch die Mast in Österreich stattfinden! Das wäre ein Betrug, was Sie hier sagen!) Ich habe die Information, daß das so gehandhabt wird. (Abg. Schwarzenberger: Importierte Tiere dürfen nicht das AMA-Gütesiegel tragen! – Beifall bei der SPÖ.) Entschuldigung, ich muß fortsetzen, weil ich meine Redezeit einzuhalten habe.
Abg. Schwarzenberger: Importierte Tiere dürfen nicht das AMA-Gütesiegel tragen! – Beifall bei der SPÖ.
Sie haben ferner das AMA-Gütesiegel angesprochen. Herr Kollege! Das AMA-Gütesiegel ist ungenügend. Nur ein Beispiel: Schafe, die aus Tschechien importiert werden, werden in Österreich geschlachtet und gelten dann als österreichische Schafe, das heißt, sie bekommen ein AMA-Gütesiegel. Das kann wirklich nicht im Sinne eines Bauernvertreters sein. (Abg. Schwarzenberger: Nein, beim AMA-Gütesiegel muß auch die Mast in Österreich stattfinden! Das wäre ein Betrug, was Sie hier sagen!) Ich habe die Information, daß das so gehandhabt wird. (Abg. Schwarzenberger: Importierte Tiere dürfen nicht das AMA-Gütesiegel tragen! – Beifall bei der SPÖ.) Entschuldigung, ich muß fortsetzen, weil ich meine Redezeit einzuhalten habe.
Abg. Schwarzenberger: Beim Frischfleisch müssen 100 Prozent aus Österreich sein!
Geschätzte Damen und Herren! Die Bauern wissen, daß ... (Abg. Schwarzenberger: Beim Frischfleisch müssen 100 Prozent aus Österreich sein!) – Herr Kollege! Darf ich fortfahren?
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Bauern wissen, daß der durch Seuchenmeldungen verunsicherte Konsument nur durch eine glaubhafte Deklarierung der Qualitätsprodukte wiedergewonnen werden kann. Das kann ja nur im Sinne der Landwirtschaft sein. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Rauch-Kallat: Die jetzt schon dem TGI gerecht wird! Gott sei Dank!
Geschätzte Damen und Herren! Es war eine durchaus positive Entwicklung, als sich 1993 die Bundesländer auf eine gemeinsame Vereinbarung über den Schutz von Nutztieren in der Landwirtschaft mit der Verpflichtung für die Länder, die den in den Vereinbarungen enthaltenen Mindestvorschriften entsprechenden Bestimmungen zu erlassen, einigten. Das ist die sogenannte und von der ÖVP oft zitierte Artikel-15a-Vereinbarung betreffend Nutztierhaltung. (Abg. Rauch-Kallat: Die jetzt schon dem TGI gerecht wird! Gott sei Dank!) Frau Kollegin! Diese Vereinbarung war durchaus ein Schritt in die richtige Richtung. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Es war eine durchaus positive Entwicklung, als sich 1993 die Bundesländer auf eine gemeinsame Vereinbarung über den Schutz von Nutztieren in der Landwirtschaft mit der Verpflichtung für die Länder, die den in den Vereinbarungen enthaltenen Mindestvorschriften entsprechenden Bestimmungen zu erlassen, einigten. Das ist die sogenannte und von der ÖVP oft zitierte Artikel-15a-Vereinbarung betreffend Nutztierhaltung. (Abg. Rauch-Kallat: Die jetzt schon dem TGI gerecht wird! Gott sei Dank!) Frau Kollegin! Diese Vereinbarung war durchaus ein Schritt in die richtige Richtung. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Aber jetzt kommt’s: Diese Vereinbarung wäre bis September 1996 von allen Bundesländern umzusetzen gewesen. Tatsächlich umgesetzt haben diese Mindestvorschriften lediglich Wien, die Steiermark und Kärnten, kundgemacht haben sie die Länder Niederösterreich und Burgenland, und Entwürfe gibt es von Oberösterreich und Salzburg. Untätig waren bisher Tirol und Vorarlberg. (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. )
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Kollege! Man sieht, daß das Engagement für Tiere und für den Schutz der Tiere recht unterschiedlich ist. Ich möchte nur auf einen Bericht im "Wiener" hinweisen, wonach – das mußte ich mit Entsetzen feststellen – in Vorarlberg Hunde und Katzen gegessen werden. Das ist ein ganz ausführlicher Bericht, ihn zu lesen würde ich Ihnen empfehlen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Wurmitzer
Geschätzte Damen und Herren! Weiters entspricht die Artikel-15a-Vereinbarung nicht den gültigen EU-Richtlinien (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer ), und das wissen Sie auch. Selbst Kommissar Fischler hat in der letzten Hauptausschußsitzung darauf aufmerksam gemacht, daß diese Richtlinien noch nicht umgesetzt sind, und er hat sie eingefordert. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Weiters entspricht die Artikel-15a-Vereinbarung nicht den gültigen EU-Richtlinien (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer ), und das wissen Sie auch. Selbst Kommissar Fischler hat in der letzten Hauptausschußsitzung darauf aufmerksam gemacht, daß diese Richtlinien noch nicht umgesetzt sind, und er hat sie eingefordert. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Kollege und Frau Kollegin von der ÖVP! Die Artikel-15a-Vereinbarung ist unzureichend! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie kann nur als Vorstufe beziehungsweise als Instrument zur Bewußtseinsbildung dienen, denn die Ländervereinbarung kann – und das wissen Sie auch – einseitig aufgehoben werden, wenn der Landeshauptmann mit der einheitlichen Regelung nicht einverstanden ist. Die Lebensbedingungen verschiedener Tierarten werden außerdem überhaupt nicht geregelt.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Präsident! Abschließend beantrage ich, den Bericht des Verfassungsausschusses über das Volksbegehren (171 der Beilagen) gemäß § 72 Abs. 6 GOG nochmals an den Verfassungsausschuß zu verweisen, um weitere Beratungen vornehmen zu können. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Schwemlein.
Das ist falsch. In beiden Bundesländern sind die Landesgesetze bereits beschlossen. In Salzburg ist – zugegebenermaßen – erst im Herbst 1996 das letzte dieser Landesgesetze mit den Stimmen der ÖVP und der Freiheitlichen Partei beschlossen worden. Nach Unterlagen von Dozent Dr. Bartussek, der einen Tiergerechtheitsindex aufgestellt hat, entspricht der Mindeststandard des Salzburger Nutztierschutzgesetzes 1996 sogar 16 bis 20 Punkten. Damit ist er höher als der Vorschlag für das Bundes-Tierschutzgesetz. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Schwemlein. )
Beifall bei der ÖVP.
Die Experten haben sich primär mit der Heimtierhaltung, mit Jagd- und Fischereirechten, mit dem Schlachten und Schächten von Tieren und mit Tiertransportfragen beschäftigt. Sie haben bei der Nutztierhaltung vor allem immer wieder auf den Tiergerechtheitsindex, der zum Beispiel – wie Abgeordneter Schwarzenberger schon mehrfach angeführt hat – in den nach der Artikel-15a-Vereinbarung beschlossenen Landesgesetzen bereits enthalten ist, gepocht. Diese Artikel-15a-Vereinbarungen wurden vor dem Tierschutzvolksbegehren geschlossen, und zwar auf Initiative der Österreichischen Volkspartei und der Bauern, die dabei von sich aus etwas schneller waren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Umsetzung der Artikel-15a-Vereinbarung in den Bundesländern – sie setzt die Mindeststandards, die Rahmenrichtlinien, zu denen sich alle neun Bundesländer, also alle neun Landeshauptleute, verpflichtet haben, fest – hat auch zur Folge gehabt, daß es in einigen Bundesländern, zum Beispiel in Salzburg, zu besseren Lösungen gekommen ist, als es diese Mindeststandards vorsehen. Ein Bundesgesetz, welches sich aber am niedrigsten Standard orientiert – das befürchtet die Österreichische Volkspartei bei einem Bundesgesetz –, würde für einige Bundesländer sogar eine Verschlechterung bedeuten. Dazu wird die Österreichische Volkspartei sicher nicht ihre Zustimmung geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Gerade das Tiertransportgesetz zeigt, wie wichtig EU-weite Regelungen sind. Wir haben in den letzten Wochen trotz dramatischer Bilder von der österreichisch-deutschen Grenze erlebt, daß Tiertransporte, die aus der EU kommen, in Österreich nicht belangt werden können, weil das Tiertransportgesetz der Europäischen Union nicht jenen strengen Standards entspricht, die sich Österreich auferlegt hat. Das zeigt, daß nicht nur beim Tiertransportgesetz, sondern auch bei der Nutztierhaltung EU-weite Regelungen notwendig sind, insbesondere deshalb, weil wir den österreichischen Bauern faire Wettbewerbsbedingungen in Europa sichern wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger – auf die leeren Plätze der Grünen zeigend –: Soviel "Interesse" haben sie an der Diskussion!
Frau Petrovic ist leider nicht mehr da. (Abg. Schwarzenberger – auf die leeren Plätze der Grünen zeigend –: Soviel "Interesse" haben sie an der Diskussion!) Wenn sie sagt, sie mache sich Sorgen um die österreichischen Bauern, dann kommt mir fast das Lachen, weil die Grünen genau mit den Bestimmungen, die sie hier verfolgen, unglaublich viele österreichische Bauern zum Sterben, zum Verlust ihres Arbeitsplatzes verurteilen und damit den österreichischen Bauern ihre Existenzgrundlage entziehen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Steindl. ) Meine Damen und Herren! Das wird die Österreichische Volkspartei sicher nicht zulassen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Soviel "Interesse" haben die Grünen an der Debatte! – Abg. Wurmitzer: Die Grünen sind Schnitzel essen!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Steindl.
Frau Petrovic ist leider nicht mehr da. (Abg. Schwarzenberger – auf die leeren Plätze der Grünen zeigend –: Soviel "Interesse" haben sie an der Diskussion!) Wenn sie sagt, sie mache sich Sorgen um die österreichischen Bauern, dann kommt mir fast das Lachen, weil die Grünen genau mit den Bestimmungen, die sie hier verfolgen, unglaublich viele österreichische Bauern zum Sterben, zum Verlust ihres Arbeitsplatzes verurteilen und damit den österreichischen Bauern ihre Existenzgrundlage entziehen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Steindl. ) Meine Damen und Herren! Das wird die Österreichische Volkspartei sicher nicht zulassen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Soviel "Interesse" haben die Grünen an der Debatte! – Abg. Wurmitzer: Die Grünen sind Schnitzel essen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Soviel "Interesse" haben die Grünen an der Debatte! – Abg. Wurmitzer: Die Grünen sind Schnitzel essen!
Frau Petrovic ist leider nicht mehr da. (Abg. Schwarzenberger – auf die leeren Plätze der Grünen zeigend –: Soviel "Interesse" haben sie an der Diskussion!) Wenn sie sagt, sie mache sich Sorgen um die österreichischen Bauern, dann kommt mir fast das Lachen, weil die Grünen genau mit den Bestimmungen, die sie hier verfolgen, unglaublich viele österreichische Bauern zum Sterben, zum Verlust ihres Arbeitsplatzes verurteilen und damit den österreichischen Bauern ihre Existenzgrundlage entziehen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Steindl. ) Meine Damen und Herren! Das wird die Österreichische Volkspartei sicher nicht zulassen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Soviel "Interesse" haben die Grünen an der Debatte! – Abg. Wurmitzer: Die Grünen sind Schnitzel essen!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren aller Fraktionen! Wir laden Sie sehr herzlich zur Mitarbeit dabei ein. Wenn es Ihnen nämlich nicht nur um Kompetenzverschiebungen, sondern auch um tatsächliche Verbesserungen im Tierschutz geht, werden Sie dazu schwer nein sagen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bekenne mich auch deshalb zum Tierschutz, weil er eine echte Chance für die kleinbäuerlichen Betriebe in Österreich darstellt. Ich bekenne mich dazu, weil er der beste Garant gegen die bedrohlichen Entwicklungen in der Massentierhaltung ist, die uns Erscheinungen wie BSE-Krise, Gentechnik und Klonung bringt und auch Seuchen wie Hühnerpest und Schweinepest sowie Antibiotika-Resistenzen provoziert. Jeder Konsument – ich verstehe das – bekommt einen Horror vor Lebensmitteln, wenn täglich in den Zeitungen über die Auswirkungen der Massentierhaltung zu lesen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn aber von den österreichischen Produzenten verlangt wird, daß die Standards hinsichtlich des Tierschutzes höher sein müssen als jene der Europäischen Union, dann muß auch für Wettbewerbsgleichheit gesorgt werden. Man kann sich nicht zur Europäischen Union bekennen, aber zugleich ständig ganze Sektoren dadurch benachteiligen, daß sie unter schwierigeren Bedingungen zu produzieren haben. Es müssen seitens des Staates entsprechende Förderungen fließen, damit die Investitionen, die eine Erhöhung der Standards im Tierschutzbereich nach sich ziehen, auch vorgenommen werden können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Seit 1990 in Kraft!
Ich glaube, daß wir auch Gefahr laufen, das Thema zu verschlafen. Herr Kollege Schwarzenberger! Als im Jahre 1989 Kollege Haupt ein Importverbot für Rindfleisch aus England forderte, weil damals schon von BSE die Rede war, wurden wir nicht ernst genommen. Oder: Als das Fütterungsverbot für Tiermehl gefordert wurde, und zwar auch von unserer Fraktion (Abg. Schwarzenberger: Seit 1990 in Kraft!), wurden wir – ich habe die Protokolle nachgelesen – zum Teil als Nestbeschmutzer beschimpft. Ich glaube, wenn Sie sich jetzt auch im Tierschutzbereich defensiv verhalten, dann verschlafen Sie wieder einmal eine für Österreich und die österreichischen Bauern wichtige Entwicklung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, daß wir auch Gefahr laufen, das Thema zu verschlafen. Herr Kollege Schwarzenberger! Als im Jahre 1989 Kollege Haupt ein Importverbot für Rindfleisch aus England forderte, weil damals schon von BSE die Rede war, wurden wir nicht ernst genommen. Oder: Als das Fütterungsverbot für Tiermehl gefordert wurde, und zwar auch von unserer Fraktion (Abg. Schwarzenberger: Seit 1990 in Kraft!), wurden wir – ich habe die Protokolle nachgelesen – zum Teil als Nestbeschmutzer beschimpft. Ich glaube, wenn Sie sich jetzt auch im Tierschutzbereich defensiv verhalten, dann verschlafen Sie wieder einmal eine für Österreich und die österreichischen Bauern wichtige Entwicklung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Huber: Das tut ja niemand!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Genauso lehne ich es ab, liebe Kollegen von der SPÖ, wenn Sie hier neue Feindbilder schaffen. Ich glaube, es hat keinen Sinn, auf die Bauern loszugehen und sie als die größten Tierquäler darzustellen. (Abg. Huber: Das tut ja niemand!) Der Kostelka-Entwurf geht uns nicht weit genug, da er sich fast ausschließlich auf die Landwirtschaft konzentriert. Dieser Entwurf müßte sich auch auf andere Bereiche erstrecken (Abg. Dr. Maitz: Wie der Bauernbund gesagt hat!), wie etwa den gesamten Jagd- und Fischereibereich oder die Kleintierhaltung und die Liebhaberei. Das sind Bereiche, die, wenn auch im Kleinen, große Bedeutung für den Tierschutz haben. Keine Feindbilder, liebe Kollegen von der SPÖ!
Abg. Dr. Maitz: Wie der Bauernbund gesagt hat!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Genauso lehne ich es ab, liebe Kollegen von der SPÖ, wenn Sie hier neue Feindbilder schaffen. Ich glaube, es hat keinen Sinn, auf die Bauern loszugehen und sie als die größten Tierquäler darzustellen. (Abg. Huber: Das tut ja niemand!) Der Kostelka-Entwurf geht uns nicht weit genug, da er sich fast ausschließlich auf die Landwirtschaft konzentriert. Dieser Entwurf müßte sich auch auf andere Bereiche erstrecken (Abg. Dr. Maitz: Wie der Bauernbund gesagt hat!), wie etwa den gesamten Jagd- und Fischereibereich oder die Kleintierhaltung und die Liebhaberei. Das sind Bereiche, die, wenn auch im Kleinen, große Bedeutung für den Tierschutz haben. Keine Feindbilder, liebe Kollegen von der SPÖ!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wabl: Grasser kontrolliert ausländische Bären!
Heute wurde viel von Kontrolle gesprochen, aber sehen Sie sich die Situation in Österreich einmal an: Die einzigen Landesräte, die kontrollieren – sie haben ja die Zuständigkeit –, sind freiheitliche Landesräte: Landesrat Thaler in Salzburg und Landesrat Grasser in Kärnten. Wo sind die Landesräte der anderen Parteien in den anderen Bundesländern, die heute an den Grenzen Kontrollen bei den Tiertransporten durchführen? – Es ist nichts darüber zu hören. Ich weiß nicht, ob die Gesetze, die wir in Österreich schon haben, auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit – auch von Ihren Kollegen in den Regierungsparteien – umgesetzt werden. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wabl: Grasser kontrolliert ausländische Bären!)
Abg. Dr. Feurstein – auf die leeren Bänke der Grünen weisend –: Vollkommen allein gelassen!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! (Abg. Dr. Feurstein – auf die leeren Bänke der Grünen weisend –: Vollkommen allein gelassen!) Damit ich mir den Applaus der ÖVP sichere, werde ich zuerst den Wortlaut einer Erklärung der österreichischen Bischöfe vorlesen (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist zuwenig!), und zwar die Forderung nach artgerechter Tierhaltung.
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist zuwenig!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! (Abg. Dr. Feurstein – auf die leeren Bänke der Grünen weisend –: Vollkommen allein gelassen!) Damit ich mir den Applaus der ÖVP sichere, werde ich zuerst den Wortlaut einer Erklärung der österreichischen Bischöfe vorlesen (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist zuwenig!), und zwar die Forderung nach artgerechter Tierhaltung.
Beifall bei der SPÖ.
Ich als Konsumentensprecherin muß für dieses einheitliche Tierschutzgesetz eintreten, weil wir Regelungen brauchen, die mit der nicht artgerechten Tierhaltung aufräumen. Hühner in Legebatterien, angebundene Schweine, gemästete Gänse stehen unter Streß, und Streß erzeugt Krankheit, und Krankheiten müssen behandelt werden. Damit schließt sich der Kreis. Daher fordere ich mit allem Nachdruck speziell von den Damen und Herren von der ÖVP: Stimmen Sie im Ausschuß einem bundeseinheitlichen Tierschutzgesetz zu, denn Tierschutz ist nicht zuletzt auch Konsumentenschutz! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! So wie heute die Debatte verläuft, kann man an den Tierschutz nicht herangehen: mit Schuldzuweisungen und der Projizierung von europäischen Mißständen auf Österreich, um zu suggerieren, daß es in Österreich so zuginge wie in den anderen EU-Ländern. So kann man an die Problematik des Tierschutzes und deren Diskussion nicht mit Ernsthaftigkeit herangehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist auch gut, wenn Filme, Fotos und Pressebeiträge ins Haus geliefert werden, die uns aufzeigen, wie in europäischen Ländern – nicht in Österreich, meine Damen und Herren! – teilweise mit Tieren umgegangen wird und welche Verbrechen an Tieren geschehen. Dagegen müssen wir uns aussprechen, dagegen müssen wir uns verwahren, und dagegen müssen wir ankämpfen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir lassen uns Tierquälerei und die Mißachtung des Tierschutzes nicht in die Schuhe schieben! Im Gegenteil: Als Angehörigen einer christlich-sozialen Volkspartei ist uns von unserer Einstellung her geboten, Ehrfurcht vor der Schöpfung und den Tieren zu haben. Das beweisen wir auch mit den Gesetzen, die wir jetzt schon in Österreich haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb ist es notwendig – ich appelliere wie Sie an die österreichischen Europa-Abgeordneten –, in Brüssel Lobbyismus für den Tierschutz zu betreiben, in Brüssel das Thema Tierschutz zu behandeln und Regelungen herbeizuführen, die europaweit greifen. Denn Tierschutz und Tierleid kennen, wie wir gehört haben, keine Grenzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Franz Koller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Hohes Haus! Das Tierschutz-Volksbegehren haben 460 000 Österreicherinnen und Österreicher unterschrieben. Der Tierschutz wird durch neun Ländergesetze geregelt. Eine Zersplitterung in neun Gesetze und etliche Verordnungen behindert den Vollzug des Tierschutzrechtes. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Deshalb brauchen wir ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Einige Beispiele: Die Kastration ohne Betäubung ist in Kärnten und Tirol bei bis zu zwei Monate alten Tieren erlaubt, in der Steiermark und im Burgenland bei bis zu vier Wochen alten Tieren und in Oberösterreich bei bis zu drei Wochen alten Tieren. Oder: Das Schächten ist in Wien, in der Steiermark und in Kärnten erlaubt, in allen anderen Bundesländern aber verboten. Sie sehen, wie wichtig aufgrund der unterschiedlichen Regelungen ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz wäre. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Was soll das?
Tierschutz, Tierleid kennen keine Grenzen. Abgeordneter Donabauer hat das im Ausschuß gesagt, und er hat auch gesagt, er ist vom Saulus zum Paulus gereift. Lieber Kollege Donabauer! Es ist sehr gefährlich, die Bibel zu zitieren, besonders die Apostel, denn unter den Aposteln war auch einer, der Judas hieß. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Was soll das?) Das beweist einmal mehr die Doppelbödigkeit der ÖVP: Im Ausschuß schöne Worte, aber wenn es an das Eingemachte geht, dann ist die ÖVP dagegen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Tierschutz, Tierleid kennen keine Grenzen. Abgeordneter Donabauer hat das im Ausschuß gesagt, und er hat auch gesagt, er ist vom Saulus zum Paulus gereift. Lieber Kollege Donabauer! Es ist sehr gefährlich, die Bibel zu zitieren, besonders die Apostel, denn unter den Aposteln war auch einer, der Judas hieß. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Was soll das?) Das beweist einmal mehr die Doppelbödigkeit der ÖVP: Im Ausschuß schöne Worte, aber wenn es an das Eingemachte geht, dann ist die ÖVP dagegen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Auer.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ein Bundes-Tierschutzgesetz wäre nur ein Vorteil für die Landwirtschaft. Die Bauern könnten nicht länger gegeneinander ausgespielt werden. Die Bauern sind nämlich auch Beratungsopfer. Die Stallbauweisen wurden den Bauern oft regelrecht aufgezwungen. Von den Kammerberatern wurden den Bauern oft viel zu teure, nicht artgerechte Stallungen empfohlen. (Zwischenruf des Abg. Auer. ) Ein klassisches Beispiel dafür ist der Kurzstand, ein anderes der Kuhtrainer. Das sind Beispiele einer nicht artgerechten Tierhaltung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ein Bundes-Tierschutzgesetz wäre nur ein Vorteil für die Landwirtschaft. Die Bauern könnten nicht länger gegeneinander ausgespielt werden. Die Bauern sind nämlich auch Beratungsopfer. Die Stallbauweisen wurden den Bauern oft regelrecht aufgezwungen. Von den Kammerberatern wurden den Bauern oft viel zu teure, nicht artgerechte Stallungen empfohlen. (Zwischenruf des Abg. Auer. ) Ein klassisches Beispiel dafür ist der Kurzstand, ein anderes der Kuhtrainer. Das sind Beispiele einer nicht artgerechten Tierhaltung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Auch nicht mehr für Zuchtvieh?
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir fordern klare Regelungen. Schächten darf nur durch eine Fachkraft im Inlandsschlachthof erfolgen. Wir wollen keine Lebendtiertransporte in islamische Staaten und keine Subventionen für Lebendtiertransporte. Wir fordern auch Übergangsfristen und Beihilfen für Betriebsumstellungen in der Landwirtschaft. (Abg. Schwarzenberger: Auch nicht mehr für Zuchtvieh?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zusammenfassend ist zu sagen: Tierschutz darf sich nicht nur mit der Nutztierhaltung befassen, sondern es gehören auch in freier Natur lebende Tiere, Heimtiere und Tiere in Streichelzoos mit einbezogen. Tierschutz muß das Anliegen aller sein! Wir Freiheitlichen wollen keine Förderung des Stierkampfes in Spanien, wie dies die EU-Abgeordnete Schierhuber von der ÖVP unterstützt. Wir lehnen auch das Gänsestopfen in Ungarn und den Vogelfang in Italien strikte ab. Wir wollen ein in Europa vorbildliches Tierschutzgesetz, bei dem sowohl die Interessen der Bauern als auch die der Konsumenten berücksichtigt werden. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Von den Kollegen von der ÖVP wurde heute des öfteren von einem Wettbewerbsnachteil gesprochen. Ich sage Ihnen, in Wirklichkeit ist genau das Gegenteil der Fall: Gerade durch die unterschiedlichen Behandlungen in den einzelnen Bundesländern gibt es Wettbewerbsnachteile. Und wenn Kollege Großruck damit argumentiert, daß wir solch ein umfassendes Tierschutzgesetz nur im Einklang mit der Europäischen Union durchsetzen und einführen sollten, dann darf ich Ihnen sagen, meine sehr geehrten Damen und Herren, daß das in Wirklichkeit ein Hinausschieben des Problems ist. Wir müssen zuerst – das sage ich ganz deutlich – bei uns aufräumen und dürfen nicht immer darauf warten, daß es andere für uns tun! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Sehr viel ist Ihnen zu diesem wichtigen Thema Tierschutz nicht eingefallen, auch Ihnen nicht, Herr Kollege Koller! Sie haben wieder einmal in Ihrer beeindruckend angenehmen Art hier Ihre Pflichtleseübung gehalten. Und wenn Sie gesagt haben, ich bin vom Saulus zum Paulus geworden, dann stehe ich dazu und beziehe es auch auf die Tatsache (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), daß ich sagte: Die Art der Diskussion, wie wir uns bei diesem Thema letzten Endes bemüht haben, hat mir gefallen. Ich war anfangs über diese Enquete skeptisch, auch über die Fachberatung mit Experten im Ausschuß. Aber das war positiv, das hat Sinn gemacht, und dazu stehe ich. Und deshalb bin ich da ein Paulus. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Sehr viel ist Ihnen zu diesem wichtigen Thema Tierschutz nicht eingefallen, auch Ihnen nicht, Herr Kollege Koller! Sie haben wieder einmal in Ihrer beeindruckend angenehmen Art hier Ihre Pflichtleseübung gehalten. Und wenn Sie gesagt haben, ich bin vom Saulus zum Paulus geworden, dann stehe ich dazu und beziehe es auch auf die Tatsache (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), daß ich sagte: Die Art der Diskussion, wie wir uns bei diesem Thema letzten Endes bemüht haben, hat mir gefallen. Ich war anfangs über diese Enquete skeptisch, auch über die Fachberatung mit Experten im Ausschuß. Aber das war positiv, das hat Sinn gemacht, und dazu stehe ich. Und deshalb bin ich da ein Paulus. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parfuss: Kommt!
Meine Damen und Herren! Wo bleibt denn die Verordnung zum Tiertransportgesetz betreffend Schienenverkehr? (Abg. Parfuss: Kommt!) Ja, sie kommt! Sie könnte schon dasein. Wo bleiben, bitte, die Kontrollen? Auch wenn hier gelobt wurde, daß es ein paar Bundesländer machen und ein paar nicht so genau, muß ich sagen, daß das Bundessache ist. Das hat gemeinsam erledigt zu werden.
Beifall bei der ÖVP.
Weisen Sie uns nach, daß ein österreichischer Bauer beteiligt ist! Für Dinge, die anderswo passieren, machen Sie nicht uns verantwortlich! Ein Tierschutzgesetz löst dieses Problem bei Gott nicht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Belehrungen, wer immer sie macht, bringen uns keinen Schritt weiter. Ich glaube, wir haben uns gemeinsam der Verantwortung zu stellen. Sie haben in uns einen korrekten Gesprächspartner, aber nur für brauchbare Lösungen, die wir auch morgen in unserem Land durchstehen können! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: Baulöwen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Haselsteiner. – Bitte. (Abg. Schwarzenberger: Baulöwen!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir haben folgendes immer beschworen, als wir noch um den EU-Beitritt geworben haben: Wir werden dort laut vernehmbar und wirkungsvoll mitgestalten, wir werden die Stimme erheben, wir werden der EU in wichtigen Bereichen und bei wichtigen Themen unseren Stempel aufdrücken. – Das war mit ein Grund, warum die Bevölkerung Österreichs in solch großem Ausmaß dem EU-Beitritt die Zustimmung gegeben hat, nämlich unsere aktive Rolle. Jetzt haben wir in diesem Zusammenhang auch noch das Glück, daß wir in der EU einen Kommissar haben, der Österreicher ist, der Landwirtschaftsminister war und der seine Wurzeln – wie viele von uns, auch ich – in der bäuerlichen Bevölkerung beziehungsweise im bäuerlichen Bevölkerungsteil hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Leiner: Der Urgroßvater vielleicht!
Es tut mir leid, daß mein Großvater ... (Abg. Dr. Leiner: Der Urgroßvater vielleicht!) – Nein, noch mein Großvater. Ich könnte es auch beweisen, aber es ist wahrscheinlich Ihnen gegenüber nicht der Mühe wert.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wenn ich aber noch einmal auf das vorher Gesagte zurückkommen darf und wenn Sie, Frau Fekter, mir "mit Ihren Wurzeln" folgen würden, dann müssen wir doch feststellen, daß ein EU-Land, wenn es in der EU glaubwürdig die Stimme erheben möchte, irgend etwas vorleben muß. Es ist doch unerträglich, daß wir sagen: Die Massentierhaltung, die Subvention für den Export von Lebendvieh und die Transportsubventionen sind abzuschaffen!, aber selbst im Inland nicht einmal dazu kommen, eine Kleinigkeit zu regeln, und zwar eine in diesen Dimensionen vergleichbare Winzigkeit – und das ist ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Schwarzenberger: Der Bund muß erst Strukturen schaffen!
Ich verstehe Ihre Argumentation nicht. Ich glaube, Verantwortung zu spüren, Herr Donabauer, ist zuwenig. Verantwortung muß man tragen und nicht verspüren. Sie gehen heraus und sagen: Wir verspüren Verantwortung, und alle Tiere – ja selbstverständlich alle, nicht nur die Nutztiere, sondern auch die Haustiere, auch die Schildkröten, die von Ihnen strapaziert wurden – verdienen ein Tierschutzgesetz! – Aber warum nicht ein bundeseinheitliches, Herr Donabauer?! (Abg. Schwarzenberger: Der Bund muß erst Strukturen schaffen!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Herr Schwarzenberger! Sie trauen sich nicht, weil es in einzelnen Bundesländern Widerstände gibt, vor denen Sie w. o. geben. Hier gibt es wirtschaftliche Interessen. Damit gefährden Sie den Ruf unserer Bauern, die nicht Massentierhalter sind, die ein anständiges Verhältnis zu ihrem Tier haben – hart, aber herzlich. Das gefährden Sie damit. Sie werfen sie damit tendenziell in einen Topf, weil Sie so tun, als wäre ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz gegen die Bauern oder gegen die ländliche Bevölkerung gerichtet. Und das ist nicht wahr! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Schwarzenberger: Haben Sie schon je etwas von 15a-Verträgen in der Bundesverfassung gehört?
Ein Tier in der Steiermark oder in Kärnten oder in Tirol kann nach denselben Normen, die dieses Haus zu verabschieden hat, behandelt werden. Es widerspricht jeglicher Logik, daß zwischen Kärnten, Steiermark oder Tirol diesbezüglich Unterschiede bestehen, Herr Schwarzenberger! (Abg. Schwarzenberger: Haben Sie schon je etwas von 15a-Verträgen in der Bundesverfassung gehört?)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Herr Schwarzenberger! Geben Sie eine Ruhe! Nichts hindert dieses Haus, mit Mehrheit ein Bundestierschutzgesetz zu verabschieden, wenn es die Mehrheit wollte. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Kiss: Was erzählen Sie für einen Blödsinn?
Zum Beispiel zeigt sich, daß der Umstand, daß insbesondere die beiden Regierungsparteien gelegentlich ihre Volksgruppenarbeit auch dazu instrumentalisiert haben, daß sie parteinahe Volksgruppenorganisationen finanzieren, eine überschießende Tendenz bekommen kann. Wir haben auf Seite 5 des Volksgruppenberichts eine Position, die sich mit der Arbeitsgemeinschaft kroatischer Kommunalpolitik im Burgenland befaßt, von der ein Insider weiß, daß es sich um eine ÖVP-nahe Organisation handelt. Dazu ist in der Debatte im Ausschuß hervorgekommen, daß Förderungsmittel, die diesem Verein – durchaus richtigerweise – zugeflossen sind, für einzelne Aktionen, unter anderem auch für die Produktion einer Compact Disc mit Musik, verwendet wurden. Das ist sehr gut, aber leider ist auf der Compact Disc als Förderer die ÖVP aufgeschienen. Das ist etwas, was im Ausschuß hervorgekommen ist. (Abg. Kiss: Was erzählen Sie für einen Blödsinn?)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Kiss.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Kiss. ) Es geht um die Terminologie! – Herr Abgeordneter Dr. Kier, Sie sind am Wort.
Abg. Kiss: Worüber reden Sie?
Abgeordneter Dr. Volker Kier (fortsetzend): Es ist in der Diskussion im Ausschuß hervorgekommen ... (Abg. Kiss: Worüber reden Sie?) – Herr Kollege Kiss, bitte unterbrechen Sie mich nicht! Sie haben dann Gelegenheit, hier zu sprechen, und wenn das nicht richtig sein sollte, dann werden Sie das gerne sagen können. Ich berichte das, was im Ausschuß hervorgekommen ist. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kiss. )
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kiss.
Abgeordneter Dr. Volker Kier (fortsetzend): Es ist in der Diskussion im Ausschuß hervorgekommen ... (Abg. Kiss: Worüber reden Sie?) – Herr Kollege Kiss, bitte unterbrechen Sie mich nicht! Sie haben dann Gelegenheit, hier zu sprechen, und wenn das nicht richtig sein sollte, dann werden Sie das gerne sagen können. Ich berichte das, was im Ausschuß hervorgekommen ist. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kiss. )
Weiterer Zwischenruf des Abg. Kiss.
Das ist dort unwidersprochen geblieben, und das war etwas, worüber wir diskutiert haben. Es wurde hervorgehoben, daß sich die Volksgruppenförderung der Bundesregierung am Ende einer langen Kette von Abläufen in die Förderung einer politischen Partei verwandelt hat. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Kiss. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie werden mir erlauben, Herr Kollege Kiss, daß ich sage, das ist mir nicht sympathisch, und es ist außerdem auch schade, daß Sie mit Zwischenrufen versuchen, mich niederzurufen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Kiss: Sie wissen leider gar nicht, wovon Sie reden!
Das finde ich schade, denn wer die Wahrheit fürchtet, muß sie durch Lärm überdecken. Es tut mir leid. (Abg. Kiss: Sie wissen leider gar nicht, wovon Sie reden!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich habe im Ausschuß gefragt: Ist das Volksgruppenpolitik, wenn wir im Rahmen eines Opferfürsorgegesetzes den Opfern eines Terrorregimes Zuwendungen zuweisen, oder ist das eine individuelle Wiedergutmachung beziehungsweise eben eine partielle Schadloshaltung? Hat das mit Volksgruppenpolitik etwas zu tun? – Staatssekretär Schlögl mußte zugeben, daß das eigentlich nicht wirklich hineingehört, daß man das wahrscheinlich nur hineingeschrieben hat – das sage ich Ihnen jetzt –, damit die Beträge höher werden, damit man so tun kann, als ob man mehr für die Volksgruppen getan hätte, als man tut. Und das ist wieder schade. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Auch das mußte der damalige Staatssekretär, der nunmehrige Bundesminister für Inneres, durchaus einräumen. Ich zitiere bewußt seine Worte, denn es hat mir imponiert. Er sagte: Das war unsensibel. – Ich erwarte mir, daß im nächsten Bericht, in jenem über das Jahr 1996, solche Positionen nicht mehr aufscheinen. Wir haben das nicht notwendig. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Kiss.
Wir haben es nicht notwendig, die Zahlen im Bereich der Volksgruppenförderung künstlich aufzublasen. Was von der Grundhaltung anzunehmen ist, das hat uns an und für sich – so würde ich sagen – die Zwischenrufphase deutlich gemacht. Es ist kein ernsthafter Wille vorhanden, Volksgruppenpolitik als etwas anderes aufzufassen als etwas, womit man sich schmücken kann. Ich finde, das ist nicht gut. – Insbesondere Kollege Kiss ist schon wieder ungehalten. (Zwischenruf des Abg. Kiss. )
Abg. Kiss: In welcher?
Sie selbst sind in einer Lage, in der ich das nicht von Ihnen erwartet hätte. (Abg. Kiss: In welcher?) – Ich meine einfach, Herr Kollege Kiss, Sie haben es nicht notwendig, den Anliegen der Volksgruppen in dieser Weise einen schlechten Dienst zu erweisen, indem Sie das, was ich über den Ausschuß berichtet habe, einfach nur bestreiten, obwohl Sie ganz genau wissen, daß es so war. (Abg. Kiss: Ich kann es ja beweisen, daß es falsch ist! Ich behaupte nicht etwas, sondern ich weiß, daß es falsch ist!)
Abg. Kiss: Ich kann es ja beweisen, daß es falsch ist! Ich behaupte nicht etwas, sondern ich weiß, daß es falsch ist!
Sie selbst sind in einer Lage, in der ich das nicht von Ihnen erwartet hätte. (Abg. Kiss: In welcher?) – Ich meine einfach, Herr Kollege Kiss, Sie haben es nicht notwendig, den Anliegen der Volksgruppen in dieser Weise einen schlechten Dienst zu erweisen, indem Sie das, was ich über den Ausschuß berichtet habe, einfach nur bestreiten, obwohl Sie ganz genau wissen, daß es so war. (Abg. Kiss: Ich kann es ja beweisen, daß es falsch ist! Ich behaupte nicht etwas, sondern ich weiß, daß es falsch ist!)
Abg. Kiss: Sie haben davon keine Ahnung!
Ich würde verstehen, daß Sie nervös sind, wenn ich den Anspruch erheben würde, daß diese Förderungsmittel zurückzuzahlen sind. Das habe ich aber gar nicht gesagt. Dann wären Sie vielleicht beweispflichtig. (Abg. Kiss: Sie haben davon keine Ahnung!) Aber ich bin der Meinung, daß das eine Frage der politischen Kultur ist. Aber im Sinne Ihrer politischen Kultur ist es eben korrekt, daß da "Partei" draufpickt, wenn "Republik" draufstehen sollte, und das sagt meiner Meinung nach mehr über die Staatsgesinnung Ihrer Fraktion aus als alles andere. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich würde verstehen, daß Sie nervös sind, wenn ich den Anspruch erheben würde, daß diese Förderungsmittel zurückzuzahlen sind. Das habe ich aber gar nicht gesagt. Dann wären Sie vielleicht beweispflichtig. (Abg. Kiss: Sie haben davon keine Ahnung!) Aber ich bin der Meinung, daß das eine Frage der politischen Kultur ist. Aber im Sinne Ihrer politischen Kultur ist es eben korrekt, daß da "Partei" draufpickt, wenn "Republik" draufstehen sollte, und das sagt meiner Meinung nach mehr über die Staatsgesinnung Ihrer Fraktion aus als alles andere. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: 0,5 Promille!
Weil es einen Antrag beziehungsweise eine Initiative der steirischen Slowenen gibt, in den Volksgruppenbeirat aufgenommen zu werden, und weil nach dem Volksgruppengesetz die gleiche Anzahl von Volksgruppenvertretern vorgesehen ist und daher eine Aufstockung notwendig wäre und wir uns nicht sicher sind, ob die Kärntner Slowenen damit einverstanden sind (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: 0,5 Promille!) , sind wir dafür, daß das Bundeskanzleramt prüfen möge, auf welcher rechtlich korrekten Basis die steirischen Slowenen hier einbezogen werden könnten. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Haben Sie eine Ahnung, wie viele es gibt?)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Haben Sie eine Ahnung, wie viele es gibt?
Weil es einen Antrag beziehungsweise eine Initiative der steirischen Slowenen gibt, in den Volksgruppenbeirat aufgenommen zu werden, und weil nach dem Volksgruppengesetz die gleiche Anzahl von Volksgruppenvertretern vorgesehen ist und daher eine Aufstockung notwendig wäre und wir uns nicht sicher sind, ob die Kärntner Slowenen damit einverstanden sind (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: 0,5 Promille!) , sind wir dafür, daß das Bundeskanzleramt prüfen möge, auf welcher rechtlich korrekten Basis die steirischen Slowenen hier einbezogen werden könnten. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Haben Sie eine Ahnung, wie viele es gibt?)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Der ist törisch! Nicht nur vorlesen, sondern auch nachdenken, was du sagst!
Daher stellen die Abgeordneten Posch und Steibl folgenden Entschließungsantrag (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Der ist törisch! Nicht nur vorlesen, sondern auch nachdenken, was du sagst!) :
Abg. Dr. Fuhrmann: Dobar ve#er!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar ve#er, poštovane dame i gospodo! (Abg. Dr. Fuhrmann: Dobar ve#er!) Dobar ve#er, gospodin Wittmann! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte ganz besonders herzlich den Herrn Staatssekretär Dr. Wittmann hier begrüßen, denn er ist jetzt der vierte Staatssekretär, mit dem ich zu tun habe, seitdem ich Minderheitensprecherin der Grünen bin. Ein bißchen kommt es mir so vor, als wäre das Thema Volksgruppenpolitik innerhalb der Bundesregierung eine Art Wanderpokal: Begonnen haben wir mit dem jetzigen Klubobmann, damals Staatssekretär, Kostelka (Abg. Dr. Kostelka: Ich war es vier Jahre!) , dann war es der Dr. Einem, dann war es der Herr Mag. Schlögl, jetzt ist es der Herr Dr. Wittmann. (Abg. Dr. Kostelka: Was wir Ihnen an Abwechslung bieten!) Wer weiß, wer nächstes Jahr zuständig ist. Aber, Herr Dr. Wittmann, das ist kein Mißtrauen Ihrer Person gegenüber, sondern eher ein Mißtrauen gegenüber dem jeweiligen Bundeskanzler, wo ich mich frage, wie ernst er es mit den Agenden in Volksgruppenangelegenheiten meint. Es wäre wünschenswert, da einmal eine gewisse Kontinuität entstehen zu lassen.
Abg. Dr. Kostelka: Ich war es vier Jahre!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar ve#er, poštovane dame i gospodo! (Abg. Dr. Fuhrmann: Dobar ve#er!) Dobar ve#er, gospodin Wittmann! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte ganz besonders herzlich den Herrn Staatssekretär Dr. Wittmann hier begrüßen, denn er ist jetzt der vierte Staatssekretär, mit dem ich zu tun habe, seitdem ich Minderheitensprecherin der Grünen bin. Ein bißchen kommt es mir so vor, als wäre das Thema Volksgruppenpolitik innerhalb der Bundesregierung eine Art Wanderpokal: Begonnen haben wir mit dem jetzigen Klubobmann, damals Staatssekretär, Kostelka (Abg. Dr. Kostelka: Ich war es vier Jahre!) , dann war es der Dr. Einem, dann war es der Herr Mag. Schlögl, jetzt ist es der Herr Dr. Wittmann. (Abg. Dr. Kostelka: Was wir Ihnen an Abwechslung bieten!) Wer weiß, wer nächstes Jahr zuständig ist. Aber, Herr Dr. Wittmann, das ist kein Mißtrauen Ihrer Person gegenüber, sondern eher ein Mißtrauen gegenüber dem jeweiligen Bundeskanzler, wo ich mich frage, wie ernst er es mit den Agenden in Volksgruppenangelegenheiten meint. Es wäre wünschenswert, da einmal eine gewisse Kontinuität entstehen zu lassen.
Abg. Dr. Kostelka: Was wir Ihnen an Abwechslung bieten!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar ve#er, poštovane dame i gospodo! (Abg. Dr. Fuhrmann: Dobar ve#er!) Dobar ve#er, gospodin Wittmann! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte ganz besonders herzlich den Herrn Staatssekretär Dr. Wittmann hier begrüßen, denn er ist jetzt der vierte Staatssekretär, mit dem ich zu tun habe, seitdem ich Minderheitensprecherin der Grünen bin. Ein bißchen kommt es mir so vor, als wäre das Thema Volksgruppenpolitik innerhalb der Bundesregierung eine Art Wanderpokal: Begonnen haben wir mit dem jetzigen Klubobmann, damals Staatssekretär, Kostelka (Abg. Dr. Kostelka: Ich war es vier Jahre!) , dann war es der Dr. Einem, dann war es der Herr Mag. Schlögl, jetzt ist es der Herr Dr. Wittmann. (Abg. Dr. Kostelka: Was wir Ihnen an Abwechslung bieten!) Wer weiß, wer nächstes Jahr zuständig ist. Aber, Herr Dr. Wittmann, das ist kein Mißtrauen Ihrer Person gegenüber, sondern eher ein Mißtrauen gegenüber dem jeweiligen Bundeskanzler, wo ich mich frage, wie ernst er es mit den Agenden in Volksgruppenangelegenheiten meint. Es wäre wünschenswert, da einmal eine gewisse Kontinuität entstehen zu lassen.
Abg. Kiss: In welcher Eigenschaft?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Niki Berlakovich hat dort nicht sein Geld verteilt. Er hat Geld verteilt, das aus Volksgruppenförderungsmitteln stammt. (Abg. Kiss: In welcher Eigenschaft?) Wo kommen wir denn hin, wenn österreichische Politiker Mittel, die das Gesetz der Volksgruppenförderung widmet, wie ihre eigenen wie Mäzene in der Gegend verteilen? – Das ist das Selbstverständnis, das da dahintersteckt.
Zwischenruf des Abg. Kiss.
Wo kommen wir denn hin, wenn es so weitergeht wie seit 1988: Die ÖVP-Organisation der Gemeindevertreter, die Organisation von ÖVP-Mandataren, hat 2 250 000 S bekommen – nur dafür? (Zwischenruf des Abg. Kiss. ) Die SPÖ-Seite: 2,7 Millionen Schilling. Wenn dieses Geld für Volksgruppenaktivitäten verwendet würde, wäre es ja nicht so schlimm, aber was passiert wirklich damit? – Zum Beispiel wird Geld zur Deckung von Infrastrukturkosten direkt in die Kassen von Landesparteiorganisationen überwiesen. (Abg. Kiss: Welcher Partei?) Der Verband der SPÖ-Mandatare überweist die Telefonkosten direkt an die SPÖ-Burgenland. (Abg. Dr. Graf: Parteienfinanzierung ist das! Das nennt man "Parteienfinanzierung"!)
Abg. Kiss: Welcher Partei?
Wo kommen wir denn hin, wenn es so weitergeht wie seit 1988: Die ÖVP-Organisation der Gemeindevertreter, die Organisation von ÖVP-Mandataren, hat 2 250 000 S bekommen – nur dafür? (Zwischenruf des Abg. Kiss. ) Die SPÖ-Seite: 2,7 Millionen Schilling. Wenn dieses Geld für Volksgruppenaktivitäten verwendet würde, wäre es ja nicht so schlimm, aber was passiert wirklich damit? – Zum Beispiel wird Geld zur Deckung von Infrastrukturkosten direkt in die Kassen von Landesparteiorganisationen überwiesen. (Abg. Kiss: Welcher Partei?) Der Verband der SPÖ-Mandatare überweist die Telefonkosten direkt an die SPÖ-Burgenland. (Abg. Dr. Graf: Parteienfinanzierung ist das! Das nennt man "Parteienfinanzierung"!)
Abg. Dr. Graf: Parteienfinanzierung ist das! Das nennt man "Parteienfinanzierung"!
Wo kommen wir denn hin, wenn es so weitergeht wie seit 1988: Die ÖVP-Organisation der Gemeindevertreter, die Organisation von ÖVP-Mandataren, hat 2 250 000 S bekommen – nur dafür? (Zwischenruf des Abg. Kiss. ) Die SPÖ-Seite: 2,7 Millionen Schilling. Wenn dieses Geld für Volksgruppenaktivitäten verwendet würde, wäre es ja nicht so schlimm, aber was passiert wirklich damit? – Zum Beispiel wird Geld zur Deckung von Infrastrukturkosten direkt in die Kassen von Landesparteiorganisationen überwiesen. (Abg. Kiss: Welcher Partei?) Der Verband der SPÖ-Mandatare überweist die Telefonkosten direkt an die SPÖ-Burgenland. (Abg. Dr. Graf: Parteienfinanzierung ist das! Das nennt man "Parteienfinanzierung"!)
Abg. Dr. Graf: In die Parteikasse fließen sie!
Das stinkt doch wirklich zum Himmel. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bitte beginnen Sie endlich, das abzustellen, damit nicht wieder eine Peinlichkeit wie jene der letzten Jahre auftritt, als 92 Prozent der Mittel, die diese Organisationen aufwenden – diese Summen stimmen für beide Parteien; das sind Zahlen direkt aus dem Volksgruppenbericht beziehungsweise aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung vom ehemaligen Bundeskanzler Dr. Vranitzky –, für die Infrastruktur aufgewendet wurden. Arbeiten können die nichts, denn sie haben dafür ja kein Geld mehr. Sie haben ja nur 8 Prozent der Mittel, um kulturelle Aktivitäten zu starten, um etwas zu unterstützen. Die Mittel fließen in die Miete für die SPÖ-Burgenland, in Telefonkosten für die SPÖ-Burgenland. (Abg. Dr. Graf: In die Parteikasse fließen sie!) Das ist direkt in die Parteikasse, und das ist auf der SPÖ-Seite genauso wie auf der ÖVP-Seite. (Abg. Kiss: Das ist eine glatte Lüge! Für die ÖVP verwahre ich mich dagegen! Das ist eine glatte Lüge!)
Abg. Kiss: Das ist eine glatte Lüge! Für die ÖVP verwahre ich mich dagegen! Das ist eine glatte Lüge!
Das stinkt doch wirklich zum Himmel. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bitte beginnen Sie endlich, das abzustellen, damit nicht wieder eine Peinlichkeit wie jene der letzten Jahre auftritt, als 92 Prozent der Mittel, die diese Organisationen aufwenden – diese Summen stimmen für beide Parteien; das sind Zahlen direkt aus dem Volksgruppenbericht beziehungsweise aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung vom ehemaligen Bundeskanzler Dr. Vranitzky –, für die Infrastruktur aufgewendet wurden. Arbeiten können die nichts, denn sie haben dafür ja kein Geld mehr. Sie haben ja nur 8 Prozent der Mittel, um kulturelle Aktivitäten zu starten, um etwas zu unterstützen. Die Mittel fließen in die Miete für die SPÖ-Burgenland, in Telefonkosten für die SPÖ-Burgenland. (Abg. Dr. Graf: In die Parteikasse fließen sie!) Das ist direkt in die Parteikasse, und das ist auf der SPÖ-Seite genauso wie auf der ÖVP-Seite. (Abg. Kiss: Das ist eine glatte Lüge! Für die ÖVP verwahre ich mich dagegen! Das ist eine glatte Lüge!)
Abg. Kiss: Das ist eine glatte Lüge!
Herr Kollege Kiss! Wenn du Altbundeskanzler Dr. Vranitzky der Lüge in parlamentarischen Anfragebeantwortungen bezichtigst, wird er sich zu wehren wissen. Das hat er mir in einer Anfragebeantwortung geschrieben. Ich weiß, daß das abgrundtief peinlich ist. (Abg. Kiss: Das ist eine glatte Lüge!) Wäre es nicht die Wahrheit, dann müßte Kollege Kiss jetzt auch nicht so laut zwischenrufen. Den Volksgruppen ist damit nicht gedient!
Abg. Dr. Graf: Deswegen ist er ja nicht mehr Bundeskanzler!
Uns geht es darum, zu arbeiten. Uns geht es darum, das Volksgruppengesetz zu novellieren, eine Staatszielbestimmung zu schaffen. (Abg. Dr. Graf: Deswegen ist er ja nicht mehr Bundeskanzler!) Und diesbezüglich erhoffe ich mir mit Hilfe der Initiative von Präsidenten Fischer und mit der Hilfe von Herrn Dr. Wittmann, dem neuen Staatssekretär, bis zum Mai konkrete Ergebnisse. Und ich hoffe, daß die nächste Diskussion anläßlich der Beschlußfassung der Novelle zum Volksgruppengesetz oder des B-VG stattfindet. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Uns geht es darum, zu arbeiten. Uns geht es darum, das Volksgruppengesetz zu novellieren, eine Staatszielbestimmung zu schaffen. (Abg. Dr. Graf: Deswegen ist er ja nicht mehr Bundeskanzler!) Und diesbezüglich erhoffe ich mir mit Hilfe der Initiative von Präsidenten Fischer und mit der Hilfe von Herrn Dr. Wittmann, dem neuen Staatssekretär, bis zum Mai konkrete Ergebnisse. Und ich hoffe, daß die nächste Diskussion anläßlich der Beschlußfassung der Novelle zum Volksgruppengesetz oder des B-VG stattfindet. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Wer hat den Ordnungsruf erhalten?
Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Kiss gemeldet. (Abg. Dr. Graf: Wer hat den Ordnungsruf erhalten?) – Der Abgeordnete Kiss ist am Wort. Redezeit: 2 Minuten. – Bitte.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Jetzt betreibst du Kindesweglegung oder was?
Frau Kollegin Stoisits! Sie behaupten hier zum wiederholten Male wider besseres Wissen im Schutze Ihrer Immunität etwas, was so in der Sache nicht stimmt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Jetzt betreibst du Kindesweglegung oder was?)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Elmecker.
Bei aller Wertschätzung gegenüber der Kollegin Stoisits muß ich wirklich sagen: Ich wünsche mir öfters, daß gerade die Grünen und in der Folge das Volksgruppenzentrum einen Ansatz eines gemeinsamen Miteinander-Arbeitens haben und nicht Menschen, die sich für die Minderheiten und die Volksgruppen einsetzen, noch diffamieren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Elmecker. )
Abg. Mag. Stoisits: Das ist ein Blödsinn! – Abg. Großruck: "Das ist ein Blödsinn!", hat sie gesagt!
Bundesminister Schlögl hat ja auch gesagt, daß es auch den anderen Parteien zusteht, aktiv zu werden – ich meine, aktiv auch beim Arbeiten, nicht nur beim Reden. Sie könnten genauso, wenn Sie konkrete Vorschläge oder Projekte einbringen, Förderungen erhalten, liebe Kollegin. (Abg. Mag. Stoisits: Das ist ein Blödsinn! – Abg. Großruck: "Das ist ein Blödsinn!", hat sie gesagt!) Blödsinn ist des öfteren etwas von der Opposition.
Abg. Kiss: Weil seitens der Kollegin Stoisits mit Sachen aufgewartet wird, die nachweislich nicht den Tatsachen entsprechen, Herr Präsident, die glatte Lügen sind!
Abgeordnete Ridi Steibl (fortsetzend): Die geförderten Vereine werden sehr streng kontrolliert. Es ist auch geplant, daß in der nächsten Zeit ... (Abg. Kiss: Weil seitens der Kollegin Stoisits mit Sachen aufgewartet wird, die nachweislich nicht den Tatsachen entsprechen, Herr Präsident, die glatte Lügen sind!) Ja, genauso ist es. Ich glaube, daß wir hier einmal ehrlich reden müssen, daß wir keinen negativen Lobbyismus betreiben sollten, sondern für die Volksgruppen, für die Minderheiten arbeiten sollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Ridi Steibl (fortsetzend): Die geförderten Vereine werden sehr streng kontrolliert. Es ist auch geplant, daß in der nächsten Zeit ... (Abg. Kiss: Weil seitens der Kollegin Stoisits mit Sachen aufgewartet wird, die nachweislich nicht den Tatsachen entsprechen, Herr Präsident, die glatte Lügen sind!) Ja, genauso ist es. Ich glaube, daß wir hier einmal ehrlich reden müssen, daß wir keinen negativen Lobbyismus betreiben sollten, sondern für die Volksgruppen, für die Minderheiten arbeiten sollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Weiters ist festzuhalten, daß das österreichische Minderheitenschutzgesetz in mehrfacher Hinsicht ein positives Beispiel für die Entwicklung in Europa darstellt und daß wir gut daran täten, den Vorschlag Khol – Kostelka auch umzusetzen, was jedoch leider nicht so einfach ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Schmidt: Was ist daran populistisch?
Ich glaube, daß, wenn die Liberalen mit Herrn Barmüller einen Entschließungsantrag einbringen wollen, bei dem, obwohl von den neun Abgeordneten der Liberalen fünf davon leicht unterschreiben könnten, nur einer unterschreibt und sie die steirischen Abgeordneten um eine Unterstützung bitten, das sehr populistisch ist. (Abg. Dr. Schmidt: Was ist daran populistisch?)
Abg. Steibl: Das ist nicht notwendig!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Kier hat bereits ausgeführt, daß der Bericht über die Förderungen, die den Volksgruppen in Österreich zuteil werden, sehr numerisch ist, daß ihm die politische Dimension fehlt. Der Antrag, den Frau Abgeordnete Ridi Steibl bereits angesprochen hat, ist einer jener Anträge, Frau Abgeordnete, die genau jene politische Dimension näher beleuchten sollen. (Abg. Steibl: Das ist nicht notwendig!) Daß es ein konkret steirisches Problem ist, ist nichts Schlechtes, wir beide sind uns darin doch einig.
Beifall beim Liberalen Forum.
Nicht nur die steirischen Abgeordneten sind aufgerufen, darüber zu entscheiden, ob sie wollen, daß dieser Antrag behandelt wird, sondern alle Abgeordneten dieses Hauses sind aufgefordert, sich darüber eine Meinung zu bilden und aufzustehen oder sitzen zu bleiben, wenn es darum geht, daß die österreichischen Staatsbürger der Steiermark mit slowenischer Muttersprache mit Sitz und Stimme im Volksgruppenbeirat vertreten sein sollen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Kiss: So schauen sie auch aus!
Frau Abgeordnete Steibl! Daß auch von den Regierungsparteien reagiert und ein entsprechender Antrag gestellt wurde, ebenfalls die steirischen Slowenen und den Volksgruppenbeirat betreffend, finde ich positiv. Es ist ein reaktiver Antrag – Abgeordneter Kiss wird mir das zugestehen –, denn es geht dabei nicht um CDs, die angeblich gesponsert worden sind, sondern darum – und das ist der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Anträgen (Abg. Kiss: So schauen sie auch aus!) –, daß die Regierungsfraktionen die Bundesregierung oder den Bundeskanzler konkret aufrufen, zu untersuchen und zu prüfen, inwieweit eine Vertretung der steirischen Slowenen im Volksgruppenbeirat eingerichtet werden kann. Es ist überhaupt keine Frage, daß dies möglich ist, wenn es die politische Mehrheit in diesem Lande, in diesem Hause, will. Über die Zeit der Prüfung sind wir aber längst hinaus.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich meine, daß Ihr Antrag deshalb zu kurz greift, weil Sie nur geprüft haben wollen. Natürlich ist das möglich, die Frage ist aber, ob wir die Vertretung einrichten, und nicht, ob wir prüfen sollen oder nicht. Die Liberalen stehen dafür, daß wir eine solche Vertretung einrichten, und wir wollen das nicht zu einer parteipolitischen Sache machen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir meinen, daß ihnen jene Rechte, die ihnen nach dem Staatsvertrag zustehen, auch wirklich gewährt werden sollten – besser heute als morgen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Kiss: Wo steht dort ein Wort über die ÖVP?
Und der Pauli Kiss hat auch recht, wenn er da im Brustton der Überzeugung darauf hingewiesen hat, daß das nicht die ÖVP bekommt, und er hat inkludiert, daß es wahrscheinlich auch nicht die SPÖ bekommt. Beide Parteien treten in entsprechenden Verkleidungen auf. Auf Seite 3 des Förderungsberichtes steht das "Präsidium der SPÖ-Mandatare aus kroatischen und gemischtsprachigen Gemeinden", das 625 000 S bekommt, und nur zwei Seiten weiter hinten, auf Seite 5, steht die "Arbeitsgemeinschaft kroatischer Kommunalpolitiker im Burgenland" (der ÖVP) mit 850 000 S. (Abg. Kiss: Wo steht dort ein Wort über die ÖVP?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss begibt sich in die Nähe des Rednerpults.
Jetzt kannst du herauskommen und sagen, daß das auch nicht stimmt! Als du meiner Vor-Vorrednerin gesagt hast, daß das nicht die ÖVP sei, habe ich noch schmunzeln können. Wenn du jetzt wieder sagst, daß das nicht stimmt, dann wende dich vertrauensvoll an das Bundeskanzleramt und sage, sie hätten einen Druckfehler eingebaut. – Es ist aber wirklich so! Es gibt die Umwegrentabilität, aber man tritt schamhafterweise nicht unter seinem richtigen Namen auf, sondern läßt für sich durch Gruppierungen die Hand aufhalten. Das ist ein Faktum! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss begibt sich in die Nähe des Rednerpults.)
Der Redner wendet sich an Abg. Kiss.
Ich würde mich mit dem Thema lieber weniger befassen, weil man sich genieren muß. (Der Redner wendet sich an Abg. Kiss. ) Zeige mir deinen Zettel! Gib ihn her! Schlag Seite 5 auf! – Nein, gib ihn mir gleich, ich mache das für dich! (Der Redner nimmt ein Schriftstück von Abg. Kiss . – Abg. Kiss : Was steht da alles drauf?) Ich sage es dir gleich! Es ist die "Arbeitsgemeinschaft kroatischer Kommunalpolitiker im Burgenland". Schüchtern und dezent kommt er heraus und fragt: Wo steht "ÖVP"? – Nirgends! Es ist die ÖVP, es ist eine Gliederung der ÖVP! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Der Redner nimmt ein Schriftstück von Abg. Kiss . – Abg. Kiss : Was steht da alles drauf?
Ich würde mich mit dem Thema lieber weniger befassen, weil man sich genieren muß. (Der Redner wendet sich an Abg. Kiss. ) Zeige mir deinen Zettel! Gib ihn her! Schlag Seite 5 auf! – Nein, gib ihn mir gleich, ich mache das für dich! (Der Redner nimmt ein Schriftstück von Abg. Kiss . – Abg. Kiss : Was steht da alles drauf?) Ich sage es dir gleich! Es ist die "Arbeitsgemeinschaft kroatischer Kommunalpolitiker im Burgenland". Schüchtern und dezent kommt er heraus und fragt: Wo steht "ÖVP"? – Nirgends! Es ist die ÖVP, es ist eine Gliederung der ÖVP! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich würde mich mit dem Thema lieber weniger befassen, weil man sich genieren muß. (Der Redner wendet sich an Abg. Kiss. ) Zeige mir deinen Zettel! Gib ihn her! Schlag Seite 5 auf! – Nein, gib ihn mir gleich, ich mache das für dich! (Der Redner nimmt ein Schriftstück von Abg. Kiss . – Abg. Kiss : Was steht da alles drauf?) Ich sage es dir gleich! Es ist die "Arbeitsgemeinschaft kroatischer Kommunalpolitiker im Burgenland". Schüchtern und dezent kommt er heraus und fragt: Wo steht "ÖVP"? – Nirgends! Es ist die ÖVP, es ist eine Gliederung der ÖVP! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Du kannst uns auf die Dauer nicht pflanzen, lieber Pauli. Ich schätze dich sehr, du kannst noch die Terezija Stoisits einschüchtern ... Jetzt grinst er schon! Jetzt haben wir dich schon "aufgemacht", mein lieber Freund! (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Natürlich steht nicht "ÖVP" da, das ist eine Vereinigung von ÖVP-Kommunalpolitikern. Du kannst schon herauskommen, sage es mir, ich sage auch das gleich. (Abg. Kiss: Tatsächliche!) Jetzt nimmt er es wieder mit! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Den Schmäh kannst nicht einmal im Burgenland anbringen!)
Abg. Kiss: Tatsächliche!
Du kannst uns auf die Dauer nicht pflanzen, lieber Pauli. Ich schätze dich sehr, du kannst noch die Terezija Stoisits einschüchtern ... Jetzt grinst er schon! Jetzt haben wir dich schon "aufgemacht", mein lieber Freund! (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Natürlich steht nicht "ÖVP" da, das ist eine Vereinigung von ÖVP-Kommunalpolitikern. Du kannst schon herauskommen, sage es mir, ich sage auch das gleich. (Abg. Kiss: Tatsächliche!) Jetzt nimmt er es wieder mit! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Den Schmäh kannst nicht einmal im Burgenland anbringen!)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Den Schmäh kannst nicht einmal im Burgenland anbringen!
Du kannst uns auf die Dauer nicht pflanzen, lieber Pauli. Ich schätze dich sehr, du kannst noch die Terezija Stoisits einschüchtern ... Jetzt grinst er schon! Jetzt haben wir dich schon "aufgemacht", mein lieber Freund! (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Natürlich steht nicht "ÖVP" da, das ist eine Vereinigung von ÖVP-Kommunalpolitikern. Du kannst schon herauskommen, sage es mir, ich sage auch das gleich. (Abg. Kiss: Tatsächliche!) Jetzt nimmt er es wieder mit! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Den Schmäh kannst nicht einmal im Burgenland anbringen!)
Unruhe und Zwischenrufe.
Mein lieber Pauli! Wenn du mir jetzt auch eine Lüge nachsagst, dann werde ich dir "helfen", aber außerhalb des Parlaments. Das traust du dich aber eh nicht. Das hast du leicht einer Dame gegenüber machen können, aber bei mir bist du eher etwas zurückhaltend. (Unruhe und Zwischenrufe.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben nicht nur mit einem ungeheuren Ausmaß an Arbeitslosigkeit zu kämpfen, sondern auch mit Analphabetismus, wie wir ihn uns in Mitteleuropa überhaupt nicht mehr vorstellen können. Sie müssen überall bei Null oder unter Null anfangen. Alles, was auf diesem Sektor in den letzten Jahren versprochen worden ist, ist nicht gehalten worden. Es wurde alles vergessen! Wer sich das dort anschaut, der wird sich davon überzeugen können: die Not ist echt und die Diskriminierung alt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist von Vorrednern intensiv die Problematik Slowenen in der Steiermark behandelt worden. Ich schlage vor, daß man sich dieser Frage und dieses Problems einmal beiderseits der Grenze zwischen Österreich und Slowenien annimmt, daß man prüft, was man tun kann für Slowenen in der Steiermark oder, wie es jemand genannt hat, für österreichische Staatsbürger slowenischer Zunge in der Steiermark und gleichzeitig und im Gleichklang für slowenische Staatsbürger deutscher Zunge, also Altösterreicher deutscher Zunge in Slowenien. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man sollte sich grenzüberschreitend beider Probleme annehmen, im Bemühen, sie im Gleichklang einer Lösung zuzuführen. Vielleicht wäre so am ehesten etwas zu erreichen, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Lächerlich macht er sich da! Eine Verhöhnung des Parlaments!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter Kiss hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung gemeldet. – Herr Abgeordneter, ich bitte Sie, mit der Behauptung zu beginnen, die Sie berichtigen wollen. Redezeit: 2 Minuten. (Abg. Dr. Graf: Lächerlich macht er sich da! Eine Verhöhnung des Parlaments!)
Abg. Dr. Graf: Bei welcher Partei sind denn die? Sind das FPÖ-Mandatare?
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Der vormalige Justizminister, aktive Rechtsanwalt und Abgeordnete Ofner hat hier tatsachenwidrig zitiert, und zwar aus dem Förderungsbericht der Bundesregierung III-58 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen des Nationalrates, XX. Gesetzgebungsperiode, Seite 5: Arbeitsgemeinschaft kroatischer Kommunalpolitiker (Abg. Dr. Graf: Bei welcher Partei sind denn die? Sind das FPÖ-Mandatare?) im Burgenland, Klammer: (ÖVP).
Abg. Dr. Graf: Wie viele Parteien sind darin vertreten?
Ich berichtige tatsächlich: In den parlamentarischen Unterlagen steht auf Seite 5 zum Titel Arbeitsgemeinschaft kroatischer Kommunalpolitiker im Burgenland natürlich nicht der Klammerausdruck ÖVP. (Abg. Dr. Graf: Wie viele Parteien sind darin vertreten?) Somit ist diese Behauptung, die im Schutze der Immunität aufgestellt wurde, tatsachenwidrig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich berichtige tatsächlich: In den parlamentarischen Unterlagen steht auf Seite 5 zum Titel Arbeitsgemeinschaft kroatischer Kommunalpolitiker im Burgenland natürlich nicht der Klammerausdruck ÖVP. (Abg. Dr. Graf: Wie viele Parteien sind darin vertreten?) Somit ist diese Behauptung, die im Schutze der Immunität aufgestellt wurde, tatsachenwidrig. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Ich melde mich zu einer persönlichen Erwiderung, daß falsch zitiert worden ist!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter, wozu melden Sie sich? (Abg. Dr. Ofner: Ich melde mich zu einer persönlichen Erwiderung, daß falsch zitiert worden ist!) Herr Abgeordneter, das ist nicht möglich. (Abg. Dr. Ofner: Dann melde ich mich zu Wort!) Gut.
Abg. Dr. Ofner: Dann melde ich mich zu Wort!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter, wozu melden Sie sich? (Abg. Dr. Ofner: Ich melde mich zu einer persönlichen Erwiderung, daß falsch zitiert worden ist!) Herr Abgeordneter, das ist nicht möglich. (Abg. Dr. Ofner: Dann melde ich mich zu Wort!) Gut.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich möchte abschließend noch sagen, daß für die Sozialdemokraten in diesem Land die Arbeit für die Volksgruppen, die Unterstützung der Volksgruppen eine Verpflichtung ist, der wir gerne mit ganzem Herzen nachkommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Er beharrt auf seinem Verhalten!
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich frage mich seit Beginn dieser Diskussion, wie man eine bewußt wahrheitswidrige Behauptung, die man im Schutze der Immunität aufstellt, zum wiederholten Male, wider besseres Wissen, anders nennen kann als eine glatte Lüge. (Abg. Dr. Ofner: Er beharrt auf seinem Verhalten!)
Beifall bei der ÖVP.
Kollegin Stoisits! Das ist falsch. Das wurde zum wiederholten Male von Ihnen behauptet. Ich habe hier die Original-CD. Sie haben nie die CD vorgelegt, sondern nur in diese Richtung im Ausschuß argumentiert, ohne den Beweis zu führen. Ich beweise hier und jetzt, daß Sie bewußt gelogen haben, und ich stehe dazu! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie, Frau Kollegin Stoisits, tragen Ihren Teil dazu bei, daß die Grünen zumindest im Burgenland so dastehen, nämlich nackt und bloß und ohne Stimmen. Bedienen Sie sich anderer Mittel, gehen Sie mit der Wahrheit korrekt um, seien Sie diejenige, die das tut, was ein aufrechter Parlamentarier tut, nämlich das zu sagen, was er beweisen kann, und nicht bewußt zu lügen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieso eigentlich?
Ich möchte aber hier schon an das Haus appellieren. Es weiß jeder Abgeordnete um die Sanktion für diese Ausdrucksweise. Manchmal habe ich das Gefühl, daß das geradezu sozusagen provoziert wird. Ich bitte wirklich, in Zukunft zu berücksichtigen, daß der Gebrauch des Wortes "Lüge" als direkter Vorwurf an jemanden in diesem Haus einen Ordnungsruf nach sich zieht. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieso eigentlich?) Herr Abgeordneter! Schauen Sie in den Kommentaren zur Geschäftsordnung nach, so werden Sie finden, daß das seit jeher so war.
Abg. Mag. Steindl: Na und?
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gibt nichts tatsächlich zu berichtigen beim Herrn Kollegen Kiss. Ich möchte Sie nur fragen, ob Herr Dipl.-Ing. Niki Berlakovich ÖVP-Landtagsabgeordneter ist? Ist er das – ja oder nein? (Abg. Mag. Steindl: Na und?)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Er ist es, schreibt seinen Namen auf eine CD, die ausschließlich aus Volksgruppenfördermitteln produziert wurde, und schmückt sich mit Steuermitteln. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist eine Vorgangsweise, die ich aufs schärfste verurteile, und das ist eine Politik, die sich die Volksgruppenangehörigen nicht länger gefallen lassen werden. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Wenn Paul Kiss beleidigt ist, weil man ihn abgewählt hat als Volksgruppensprecher seiner Partei, dann ist das sein Problem. (Abg. Dr. Schwimmer: Sie geben zu, bewußt die Unwahrheit gesagt zu haben!) Aber die Volksgruppen werden sehr wohl registrieren, daß er sich nicht mehr für ihre Anliegen interessiert, sondern nur mehr für meine Person, was mich freut. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Er ist es, schreibt seinen Namen auf eine CD, die ausschließlich aus Volksgruppenfördermitteln produziert wurde, und schmückt sich mit Steuermitteln. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist eine Vorgangsweise, die ich aufs schärfste verurteile, und das ist eine Politik, die sich die Volksgruppenangehörigen nicht länger gefallen lassen werden. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Wenn Paul Kiss beleidigt ist, weil man ihn abgewählt hat als Volksgruppensprecher seiner Partei, dann ist das sein Problem. (Abg. Dr. Schwimmer: Sie geben zu, bewußt die Unwahrheit gesagt zu haben!) Aber die Volksgruppen werden sehr wohl registrieren, daß er sich nicht mehr für ihre Anliegen interessiert, sondern nur mehr für meine Person, was mich freut. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schwimmer: Sie geben zu, bewußt die Unwahrheit gesagt zu haben!
Er ist es, schreibt seinen Namen auf eine CD, die ausschließlich aus Volksgruppenfördermitteln produziert wurde, und schmückt sich mit Steuermitteln. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist eine Vorgangsweise, die ich aufs schärfste verurteile, und das ist eine Politik, die sich die Volksgruppenangehörigen nicht länger gefallen lassen werden. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Wenn Paul Kiss beleidigt ist, weil man ihn abgewählt hat als Volksgruppensprecher seiner Partei, dann ist das sein Problem. (Abg. Dr. Schwimmer: Sie geben zu, bewußt die Unwahrheit gesagt zu haben!) Aber die Volksgruppen werden sehr wohl registrieren, daß er sich nicht mehr für ihre Anliegen interessiert, sondern nur mehr für meine Person, was mich freut. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Er ist es, schreibt seinen Namen auf eine CD, die ausschließlich aus Volksgruppenfördermitteln produziert wurde, und schmückt sich mit Steuermitteln. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist eine Vorgangsweise, die ich aufs schärfste verurteile, und das ist eine Politik, die sich die Volksgruppenangehörigen nicht länger gefallen lassen werden. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Wenn Paul Kiss beleidigt ist, weil man ihn abgewählt hat als Volksgruppensprecher seiner Partei, dann ist das sein Problem. (Abg. Dr. Schwimmer: Sie geben zu, bewußt die Unwahrheit gesagt zu haben!) Aber die Volksgruppen werden sehr wohl registrieren, daß er sich nicht mehr für ihre Anliegen interessiert, sondern nur mehr für meine Person, was mich freut. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kiss: Nein! – Abg. Mag. Stoisits: Natürlich!
Abgeordneter Dr. Harald Ofner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Der Abgeordnete Kiss hat es wirklich nicht leicht. Ich beneide ihn überhaupt nicht, denn er ist offenbar nach dem Motto unterwegs: Angriff ist die beste Verteidigung. Er soll uns einmal sagen, wer sich hinter der Arbeitsgemeinschaft kroatischer Kommunalpolitiker im Burgenland wirklich verbirgt. Sind das ausschließlich ÖVP-Kommunalpolitiker oder nicht, Paul Kiss? (Abg. Kiss: Nein! – Abg. Mag. Stoisits: Natürlich!) Na geh! Sag mir noch irgendeinen anderen, der da dabei ist.
Abg. Kiss: Der Obmann des Vereins!
Dann frage ich dich: Auf dieser CD oder was immer es ist sind zwei Titel drauf: der Name des Herrn Dipl.-Ing. Niki Berlakovich – ich weiß nicht, wer das ist, ist das ein Musiker oder vielleicht ein Abgeordneter? (Abg. Kiss: Der Obmann des Vereins!) Und was ist er sonst noch? (Abg. Kiss: Bauer!) Bei welcher Partei ist er denn? Kroate wird er schon sein. Ist er vielleicht ein ÖVP-Kroate? Oder was sonst? (Abg. Dr. Khol: Tierarzt!)
Abg. Kiss: Bauer!
Dann frage ich dich: Auf dieser CD oder was immer es ist sind zwei Titel drauf: der Name des Herrn Dipl.-Ing. Niki Berlakovich – ich weiß nicht, wer das ist, ist das ein Musiker oder vielleicht ein Abgeordneter? (Abg. Kiss: Der Obmann des Vereins!) Und was ist er sonst noch? (Abg. Kiss: Bauer!) Bei welcher Partei ist er denn? Kroate wird er schon sein. Ist er vielleicht ein ÖVP-Kroate? Oder was sonst? (Abg. Dr. Khol: Tierarzt!)
Abg. Dr. Khol: Tierarzt!
Dann frage ich dich: Auf dieser CD oder was immer es ist sind zwei Titel drauf: der Name des Herrn Dipl.-Ing. Niki Berlakovich – ich weiß nicht, wer das ist, ist das ein Musiker oder vielleicht ein Abgeordneter? (Abg. Kiss: Der Obmann des Vereins!) Und was ist er sonst noch? (Abg. Kiss: Bauer!) Bei welcher Partei ist er denn? Kroate wird er schon sein. Ist er vielleicht ein ÖVP-Kroate? Oder was sonst? (Abg. Dr. Khol: Tierarzt!)
Abg. Dr. Schwimmer: Darf ein Kroate kein ÖVPler sein?
Was steht auf der CD noch drauf? Steht vielleicht auf der CD: Arbeitsgemeinschaft kroatischer Kommunalpolitiker in Burgenland? (Abg. Dr. Schwimmer: Darf ein Kroate kein ÖVPler sein?) Du redest laut, aber ich habe ein Mikrophon. Du hast es nicht leicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was steht auf der CD noch drauf? Steht vielleicht auf der CD: Arbeitsgemeinschaft kroatischer Kommunalpolitiker in Burgenland? (Abg. Dr. Schwimmer: Darf ein Kroate kein ÖVPler sein?) Du redest laut, aber ich habe ein Mikrophon. Du hast es nicht leicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Das heißt mit anderen Worten, die ÖVP-Vereinigung kassiert, sie tut so, als würde sie aus der eigenen Tasche, aus den Ersparnissen der Großmutter für die Volksgruppe etwas tun, und in Wahrheit sind es unser aller Steuergelder, die vom Bundeskanzleramt ausgeschüttet werden, und dann tun die Herren Niki Berlakovich und die Arbeitsgemeinschaft dieser ÖVP-Kommunalpolitiker so, als ob sie großzügig aus ihrem Erbteil die Volksgruppe bedenken würden. – Du hast es nicht leicht, lieber Paul! (Beifall bei den Freiheitlichen, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Blünegger: Wofür ist er dann zuständig?
Das stört mich nicht weiters. Interessant dabei ist nur, daß sich auch der Herr Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten, bei dem bekanntlich die Bundesstraßenkompetenz liegt, für keinen der freiheitlichen Anträge als zuständig erklärt hat. Er hat zwar ein Ressort, in dem die öffentliche Bauwirtschaft angesiedelt ist, aber er hat sich nicht für zuständig erklärt – ganz egal, ob es sich um die Nord-Umfahrung der Ennstrasse handelt oder um das Kärntner Bundesstraßenprogramm oder um unseren Antrag über flankierende Maßnahmen zur Belebung der Bauwirtschaft. Sie, sehr geehrter Herr Bundesminister, haben im Ausschuß dauernd den gleichen Stehsatz verwendet, Sie seien schlichtweg nicht zuständig. (Abg. Blünegger: Wofür ist er dann zuständig?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Sie flüchten – ich hoffe, daß Sie mir das nicht krumm nehmen, aber das ist eine Feststellung – bei unangenehmen Dingen gerne in die Nichtzuständigkeit, und das kann es doch wohl nicht sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Sie haben im Ausschuß gesagt, es liege nicht an Ihnen, sondern am freiheitlichen Baureferenten, wenn in unserem Entschließungsantrag die geforderten Kärntner Bauvorhaben nicht realisiert würden. Das haben Sie im Ausschuß gesagt. Ich bin der Sache auf den Grund gegangen. Ich habe nochmals beim Kärntner Baureferenten nachgefragt. In unserem Entschließungsantrag gibt es unter dem Kapitel "Instandsetzungsarbeiten" insgesamt 16 Bauvorhaben. Acht von diesen 16 Bauvorhaben haben Sie, Herr Bundesminister, im Zuge der Budgetgespräche mit dem Kärntner Baureferenten, mit dem Amt der Kärntner Landesregierung abgelehnt. Für die acht verbliebenen Bauvorhaben unter dem Kapitel "Instandsetzungen", einschließlich Tauernautobahn und A 2, haben Sie auch noch nicht alle Mittel freigegeben. Aber Sie sagen im Ausschuß, Sie seien nicht zuständig, und ich möge mich an den Straßenbaureferenten des Landes Kärnten wenden, der soll das machen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Tatsache ist aber, daß das ein wesentliches Signal in einem lokalen Umfeld wäre, um gegen die Arbeitslosigkeit vorzugehen. Sie haben das jedoch unterlassen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Anschober: Nein!
Ich kann nicht umhin, Herr Bundesminister, von Ihnen einzufordern, daß Sie sich auch in Zukunft dieser Sache annehmen. Ich kann Sie nur auffordern, sich Ihr Budget nochmals anzuschauen, Umschichtungen vorzunehmen und vielleicht mit den Kärntner Landesbaureferenten noch einmal zu sprechen. An uns wird es sicher nicht liegen. Wir lassen uns sicher nicht den Vorwurf gefallen, populistisch gehandelt zu haben, wie das im Ausschuß wegen der Kärntner Gemeinderatswahlen formuliert wurde (Abg. Anschober: Nein!) , sondern wir wollen ein Zeichen setzen für eine offensive Beschäftigung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich kann nicht umhin, Herr Bundesminister, von Ihnen einzufordern, daß Sie sich auch in Zukunft dieser Sache annehmen. Ich kann Sie nur auffordern, sich Ihr Budget nochmals anzuschauen, Umschichtungen vorzunehmen und vielleicht mit den Kärntner Landesbaureferenten noch einmal zu sprechen. An uns wird es sicher nicht liegen. Wir lassen uns sicher nicht den Vorwurf gefallen, populistisch gehandelt zu haben, wie das im Ausschuß wegen der Kärntner Gemeinderatswahlen formuliert wurde (Abg. Anschober: Nein!) , sondern wir wollen ein Zeichen setzen für eine offensive Beschäftigung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Peter: Herr Minister! Jetzt haben Sie alle Chancen dieser Welt!
Herr Bundesminister! Abschließend appelliere ich an Sie, unsere Vorschläge besonders dann, wenn sich das, was Sie im Ausschuß gesagt haben, als unrichtig herausstellt, in Zukunft ernster zu nehmen. Es wäre ein klares Signal von Ihnen, und Sie würden dann wahrhaft ein besserer Minister für öffentliche Wirtschaft sein, wenn Sie sich von Ihrem Amtsvorgänger Schüssel, der alles negiert hat, was von freiheitlicher Seite kam, wohltuend abheben würden. Noch sind Sie kein besserer Minister, aber Sie haben die Chance, es zu werden. Bitte strengen Sie sich an, an uns soll es nicht liegen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Peter: Herr Minister! Jetzt haben Sie alle Chancen dieser Welt!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Weniger Bürokratie und Verwaltungsaufwand sind Forderungen, die der Bürger tagtäglich an die Politik richtet. Weniger Bürokratie schafft Arbeit. Mit dieser Gesetznovelle können wir in dieser Richtung sicherlich einen Beitrag leisten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Da mein Vorredner, Kollege Firlinger, gefragt hat, wofür denn dieser Wirtschaftsminister überhaupt zuständig ist, möchte ich seinem Vorwurf entgegentreten, denn gerade die von mir vorhin genannten Maßnahmen sind es, wofür sich der Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten voll eingesetzt hat, damit diese auch innerhalb der Bundesregierung umgesetzt werden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Als Abgeordneter der Österreichischen Volkspartei begrüße ich die Änderungen des Bundesstraßengesetzes sowie die Impulse auf dem Bausektor und stimme natürlich dieser Novelle gerne zu. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: Kollege! Wir haben unseren Antrag vor einem Jahr eingebracht! Da war noch keine Rede von Gemeinderatswahlen!
Kollege Reichhold, so kann man verkehrspolitisch nicht weiterkommen! (Abg. Ing. Reichhold: Kollege! Wir haben unseren Antrag vor einem Jahr eingebracht! Da war noch keine Rede von Gemeinderatswahlen!) Gut, dann ist es eben die Gunst der Zeit, daß ausgerechnet knapp vor den Kärntner Gemeinderatswahlen jetzt diese Anträge im Plenum zur Abstimmung stehen.
Abg. Dr. Fekter: Lambach!
Letzter Punkt: ein tatsächlicher Beitrag zur Ankurbelung der Bauwirtschaft von grüner Seite. Zumindest oberösterreichische Politiker, Frau Kollegin Fekter, ersuche ich, jetzt sehr aufzupassen, wenn es um das Ankurbeln der Bauwirtschaft geht. (Abg. Dr. Fekter: Lambach!) Da hört die Kollegin Fekter gleich zu, und ich bin froh, daß ich mir ihrer Stimme sicher sein kann.
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! So kurz vor der oberösterreichischen Landtagswahl werden Sie doch das realisieren, was Sie in unserer gemeinsamen Heimat Oberösterreich immer ankündigen, und ich bin mir daher ganz sicher, daß dieser grüne Antrag eine überwältigende Mehrheit in diesem Haus bekommen wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tichy-Schreder.
All diese angeführten Probleme müssen in den kommenden Wochen gelöst werden. Für politisch motivierte Geplänkel bleibt einfach keine Zeit mehr. Ich appelliere daher, meine Damen und Herren, nochmals an die Politiker der betroffenen Gebietskörperschaften, hier möglichst rasch einen Konsens mit dem Bundesminister für Bauten zu erzielen. – Ich danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tichy-Schreder. )
Abg. Eder: Die bleiben ja bei den Ländern!
Abgeordneter Ing. Mathias Reichhold (Freiheitliche): Hohes Haus! Sehr verehrter Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe sehr aufmerksam der Rede meines Vorredners gelauscht, und ich muß sagen, es ist schon etwas belustigend, wenn man jetzt die Ausgliederung der Straßenverwaltungen in die Sondergesellschaften so bejubelt. Sie kennen doch die empirischen Erhebungen über die Kostenvergleiche zwischen den Straßensondergesellschaften und den Landes- und Bundesstraßenverwaltungen, die bei den Ländern angesiedelt sind. Die Erhaltungskosten pro Fahrstreifenkilometer sind in den Sondergesellschaften ... (Abg. Eder: Die bleiben ja bei den Ländern!) Ja schon, aber es gibt einen Vergleich zwischen jenen Streckenabschnitten, die in der Verwaltung der Länder liegen, und jenen, die über die Sondergesellschaften betreut werden. Und Sie können einfach nicht abstreiten, Herr Kollege, daß dort die Erhaltungskosten pro Fahrstreifenkilometer im Durchschnitt um 20 bis 25 Prozent höher liegen. Das ist ein Beweis dafür, daß noch erhebliche Spar- und Rationalisierungsmaßnahmen gegeben wären.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Trotzdem – und das ist der Punkt, auf den ich Sie, Herr Bundesminister, ansprechen muß –: Wenn ich heute feststelle, daß Kärnten wieder nur die normalen Tranchen bekommt, wie sie auch andere Bundesländer bekommen, und kein Wort mehr davon gesprochen wird, daß die Versprechungen, die Ihre Vorgänger in Kärnten gemacht haben, auch eingelöst werden, dann müssen wir Freiheitliche hier vehement aufschreien. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Firlinger: Pühringer-Promenade!
Daher ist das Anliegen zwar richtig, denn es wäre sicher sehr sinnvoll, sich um diesen Wachstumsknoten, der durch den Hafen Enns entsteht, konsequent zu kümmern, aber der Entschließungsantrag, der unter Tagesordnungspunkt 5 in Verhandlung steht, würde das nicht verändern. Denn daß das Parlament diese Meinung vertritt, kann ein aufmerksamer Beobachter, der dieser Debatte gefolgt ist, erkennen, aber ich glaube nicht, daß ein Landeshauptmann vom Zuschnitt eines Pühringer sich dadurch wirklich irritiert zeigen wird. Der wird weiter das machen, was er für richtig hält, und sich vielleicht eher mit dem Projekt Lambach befassen als mit dem Wachstumsknoten Enns. Er wird seine Verewigung in Projekten suchen, die vielleicht sein Namensschild tragen können (Abg. Mag. Firlinger: Pühringer-Promenade!) , aber die Nordumfahrung Enns ist dafür natürlich nicht so gut geeignet. Daher muß man verstehen, daß er nicht so besonders daran interessiert ist.
Abg. Ing. Reichhold: Sie sind ja ein alter Kärntner!
Was die Frage der im Bundesland Kärnten offenen Projekte anlangt, bin ich jetzt natürlich innerlich sehr gespalten – das sage ich Ihnen ganz ehrlich –, denn ich bin mir dessen bewußt, daß der Antrag sicherlich völlig korrekt und völlig sachlich (Abg. Ing. Reichhold: Sie sind ja ein alter Kärntner!) – ja, ja – die offenen Projekte wiedergibt, weil ich mir vorstellen kann, daß der zuständige Landesrat, der der Fraktion der Antragsteller nicht fernsteht, in der Lage ist, unter Zuhilfenahme seiner Mitarbeiter die offenen Projekte annähernd lückenlos aufzulisten. Es ist auch im Ausschuß, was die Projektauflistung anlangt, von seiten der Regierungsvertreter, von seiten des Herrn Bundesministers und seiner Damen und Herren aus dem Ressort kein Widerspruch gekommen. Also die Projektliste wurde nicht bemängelt.
Abg. Ing. Reichhold: Kein Geld!
Jetzt wird das vielleicht nicht für jedes einzelne Projekt auf dieser Liste zutreffen, aber offenbar gibt es hier einen Abwicklungsstau – das ist erkennbar –, und es gibt offenbar auch (Abg. Ing. Reichhold: Kein Geld!) Finanzmittel dafür. Vielleicht nicht ausreichend. (Abg. Ing. Reichhold: Kein Geld! Es gibt kein Geld, Herr Kollege!) Ich sage ja, Herr Kollege Reichhold, vielleicht nicht ausreichend; Kollege Anschober hat das schon beleuchtet. (Abg. Ing. Reichhold: Reine Versprechungen!) Möglicherweise sind eben die zögerliche Haltung der Bundesregierung rund um das Road-pricing und die dadurch nicht zustande gebrachten Einnahmen im Sinne von Kostenwahrheit im Verkehr ein Grund dafür, daß die Budgetansätze hiefür knapp sind.
Abg. Ing. Reichhold: Kein Geld! Es gibt kein Geld, Herr Kollege!
Jetzt wird das vielleicht nicht für jedes einzelne Projekt auf dieser Liste zutreffen, aber offenbar gibt es hier einen Abwicklungsstau – das ist erkennbar –, und es gibt offenbar auch (Abg. Ing. Reichhold: Kein Geld!) Finanzmittel dafür. Vielleicht nicht ausreichend. (Abg. Ing. Reichhold: Kein Geld! Es gibt kein Geld, Herr Kollege!) Ich sage ja, Herr Kollege Reichhold, vielleicht nicht ausreichend; Kollege Anschober hat das schon beleuchtet. (Abg. Ing. Reichhold: Reine Versprechungen!) Möglicherweise sind eben die zögerliche Haltung der Bundesregierung rund um das Road-pricing und die dadurch nicht zustande gebrachten Einnahmen im Sinne von Kostenwahrheit im Verkehr ein Grund dafür, daß die Budgetansätze hiefür knapp sind.
Abg. Ing. Reichhold: Reine Versprechungen!
Jetzt wird das vielleicht nicht für jedes einzelne Projekt auf dieser Liste zutreffen, aber offenbar gibt es hier einen Abwicklungsstau – das ist erkennbar –, und es gibt offenbar auch (Abg. Ing. Reichhold: Kein Geld!) Finanzmittel dafür. Vielleicht nicht ausreichend. (Abg. Ing. Reichhold: Kein Geld! Es gibt kein Geld, Herr Kollege!) Ich sage ja, Herr Kollege Reichhold, vielleicht nicht ausreichend; Kollege Anschober hat das schon beleuchtet. (Abg. Ing. Reichhold: Reine Versprechungen!) Möglicherweise sind eben die zögerliche Haltung der Bundesregierung rund um das Road-pricing und die dadurch nicht zustande gebrachten Einnahmen im Sinne von Kostenwahrheit im Verkehr ein Grund dafür, daß die Budgetansätze hiefür knapp sind.
Abg. Mag. Firlinger: Nein, nein, das hat andere Ursachen!
Eines steht für mich allerdings fest: Offenbar ist diese Liste auch deswegen so lange, weil es einen Projektstau gibt, der möglicherweise auch vom Landesstraßenbaureferenten und stellvertretenden Landeshauptmann mitzuverantworten ist. (Abg. Mag. Firlinger: Nein, nein, das hat andere Ursachen!) Das können wir hier nicht verhandeln, aber ich weiß eines sicher, Herr Kollege Firlinger: Der nämliche Straßenbaureferent hat sich eine Zeitlang damit beschäftigt, wie er die Vergaben, die er zu machen hat, anders steuern könnte. Es ist inzwischen eine semantische Verwirrung aufgetreten, ob das eine Weisung war, daß Unternehmen nicht zum Zug kommen sollen, welche nicht ausschließlich Inländer oder EU-Bürger beschäftigen, oder ob es nur ein Diskussionsprozeß innerhalb der Landesverwaltung war. Das ist nicht bekannt.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Haigermoser: Schlimm genug für Kärnten! – Abg. Ing. Reichhold: Herr Kollege, eine Zwischenfrage!
Wenn sich jemand, der für die zügige Abwicklung von Projekten zuständig ist, mit solchen Fragen beschäftigt, die ich politisch jetzt gar nicht weiter vertieft bewerten will, dann kommt er vielleicht gerade noch dazu, die offene Liste der nicht erledigten Projekte bei seiner Nationalratsfraktion abzugeben, aber offenbar nicht zu seinem eigentlichen Geschäft. Das ist mein Eindruck. Es tut mir leid, denn ich bin an sich in Kärnten aufgewachsen, und daher ist mir alles, was für Kärnten gut ist, lieb und wert. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Haigermoser: Schlimm genug für Kärnten! – Abg. Ing. Reichhold: Herr Kollege, eine Zwischenfrage!) Bitte, ich bin ganz Ohr, ich bin debattenfreudig. (Abg. Ing. Reichhold: Wären Sie einmal bereit, nach Kärnten zu kommen und bei einem Sprechtag dabeizusein, wo Sie arbeitswillige junge Kärntner haben, soviel Sie wollen?)
Abg. Ing. Reichhold: Wären Sie einmal bereit, nach Kärnten zu kommen und bei einem Sprechtag dabeizusein, wo Sie arbeitswillige junge Kärntner haben, soviel Sie wollen?
Wenn sich jemand, der für die zügige Abwicklung von Projekten zuständig ist, mit solchen Fragen beschäftigt, die ich politisch jetzt gar nicht weiter vertieft bewerten will, dann kommt er vielleicht gerade noch dazu, die offene Liste der nicht erledigten Projekte bei seiner Nationalratsfraktion abzugeben, aber offenbar nicht zu seinem eigentlichen Geschäft. Das ist mein Eindruck. Es tut mir leid, denn ich bin an sich in Kärnten aufgewachsen, und daher ist mir alles, was für Kärnten gut ist, lieb und wert. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Haigermoser: Schlimm genug für Kärnten! – Abg. Ing. Reichhold: Herr Kollege, eine Zwischenfrage!) Bitte, ich bin ganz Ohr, ich bin debattenfreudig. (Abg. Ing. Reichhold: Wären Sie einmal bereit, nach Kärnten zu kommen und bei einem Sprechtag dabeizusein, wo Sie arbeitswillige junge Kärntner haben, soviel Sie wollen?)
Abg. Ing. Reichhold: Sie haben gesagt, es kann kein Bau mehr durchgeführt werden, dabei gibt es so viele Arbeitslose!
Ja, Herr Kollege Reichhold, das ist ein Problem. Es ist erkannt, es ist akzeptiert, aber das kann nicht dazu verführen, daß man alle Grundsätze des Rechtsstaates über Bord wirft und das erste Mal in dieser Republik das Mittel der Rechtsordnung verwendet, um eindeutige Absichten durchzusetzen. Das löst das Problem nicht! (Abg. Ing. Reichhold: Sie haben gesagt, es kann kein Bau mehr durchgeführt werden, dabei gibt es so viele Arbeitslose!)
Abg. Mag. Barmüller: Es hat sogar einen Landeshauptmann gegeben!
Schauen Sie, wenn Sie das für ein Problem halten – und das ist ein Problem –, dann ist es im speziellen ein Problem des Versagens der Kärntner Wirtschaftspolitik, und darin ist Ihre Partei durch die Proporzregelungen maßgeblich miteingebunden – maßgeblich! –, und das ist kein ... (Abg. Mag. Barmüller: Es hat sogar einen Landeshauptmann gegeben!) Es hat einen freiheitlichen Landeshauptmann gegeben, es gibt einen freiheitlichen Landeshauptmann-Stellvertreter, und Kärnten ist eines der Länder, das nicht ... (Abg. Ing. Reichhold: Da haben wir 4 Prozent Arbeitslose gehabt!) ... und Kärnten ist eines der Länder ... (Abg. Ing. Reichhold: 4 Prozent Arbeitslose haben wir gehabt unter Landeshauptmann Haider! Jetzt haben wir 15 Prozent!)
Abg. Ing. Reichhold: Da haben wir 4 Prozent Arbeitslose gehabt!
Schauen Sie, wenn Sie das für ein Problem halten – und das ist ein Problem –, dann ist es im speziellen ein Problem des Versagens der Kärntner Wirtschaftspolitik, und darin ist Ihre Partei durch die Proporzregelungen maßgeblich miteingebunden – maßgeblich! –, und das ist kein ... (Abg. Mag. Barmüller: Es hat sogar einen Landeshauptmann gegeben!) Es hat einen freiheitlichen Landeshauptmann gegeben, es gibt einen freiheitlichen Landeshauptmann-Stellvertreter, und Kärnten ist eines der Länder, das nicht ... (Abg. Ing. Reichhold: Da haben wir 4 Prozent Arbeitslose gehabt!) ... und Kärnten ist eines der Länder ... (Abg. Ing. Reichhold: 4 Prozent Arbeitslose haben wir gehabt unter Landeshauptmann Haider! Jetzt haben wir 15 Prozent!)
Abg. Ing. Reichhold: 4 Prozent Arbeitslose haben wir gehabt unter Landeshauptmann Haider! Jetzt haben wir 15 Prozent!
Schauen Sie, wenn Sie das für ein Problem halten – und das ist ein Problem –, dann ist es im speziellen ein Problem des Versagens der Kärntner Wirtschaftspolitik, und darin ist Ihre Partei durch die Proporzregelungen maßgeblich miteingebunden – maßgeblich! –, und das ist kein ... (Abg. Mag. Barmüller: Es hat sogar einen Landeshauptmann gegeben!) Es hat einen freiheitlichen Landeshauptmann gegeben, es gibt einen freiheitlichen Landeshauptmann-Stellvertreter, und Kärnten ist eines der Länder, das nicht ... (Abg. Ing. Reichhold: Da haben wir 4 Prozent Arbeitslose gehabt!) ... und Kärnten ist eines der Länder ... (Abg. Ing. Reichhold: 4 Prozent Arbeitslose haben wir gehabt unter Landeshauptmann Haider! Jetzt haben wir 15 Prozent!)
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Herr Präsident! Können Sie mir vielleicht zum Wort verhelfen, denn es geht mir jetzt schon ein bißchen auf die Nerven. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Kärnten ist eines der Bundesländer (anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) , das unter vitaler Verantwortung der Freiheitlichen offenbar miserable Wirtschaftsdaten ausweist. Das ist richtig. Ich rede nicht von Alleinverantwortung, aber von Mitverantwortung, und gerade der angesprochene Landeshauptmann-Stellvertreter führt ein Wirtschaftsressort. (Abg. Mag. Barmüller: Aber schlecht!)
Abg. Mag. Barmüller: Aber schlecht!
Kärnten ist eines der Bundesländer (anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) , das unter vitaler Verantwortung der Freiheitlichen offenbar miserable Wirtschaftsdaten ausweist. Das ist richtig. Ich rede nicht von Alleinverantwortung, aber von Mitverantwortung, und gerade der angesprochene Landeshauptmann-Stellvertreter führt ein Wirtschaftsressort. (Abg. Mag. Barmüller: Aber schlecht!)
Abg. Ing. Reichhold: Er scheitert an der Bundespolitik!
Ich weiß, daß die Strukturprobleme in Kärnten schwierig zu lösen sind (Abg. Ing. Reichhold: Er scheitert an der Bundespolitik!) , aber das kann nicht dazu verführen, das darf nicht dazu verführen, daß man eklatante Rechtsverletzungen zum Mittel der Alltagsverwaltung macht. (Beifall beim Liberalen Forum.) Wenn er das haben will, dann muß er Gesetze ändern, aber einstweilen gibt es in diesem Land in keiner der Gebietskörperschaften eine Mehrheit, die sich dazu bereit findet, Gesetze zu beschließen, die so eindeutig sind, wie das, was Landeshauptmann-Stellvertreter Grasser mit einer Weisung erreichen wollte.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich weiß, daß die Strukturprobleme in Kärnten schwierig zu lösen sind (Abg. Ing. Reichhold: Er scheitert an der Bundespolitik!) , aber das kann nicht dazu verführen, das darf nicht dazu verführen, daß man eklatante Rechtsverletzungen zum Mittel der Alltagsverwaltung macht. (Beifall beim Liberalen Forum.) Wenn er das haben will, dann muß er Gesetze ändern, aber einstweilen gibt es in diesem Land in keiner der Gebietskörperschaften eine Mehrheit, die sich dazu bereit findet, Gesetze zu beschließen, die so eindeutig sind, wie das, was Landeshauptmann-Stellvertreter Grasser mit einer Weisung erreichen wollte.
Abg. Mag. Firlinger: Das haben wir schon im Ausschuß widerlegt! Das ist falsch!
Daß wir hier einen Zielkonflikt haben, ist evident. Sie wissen aber ganz genau, daß die Problematik der strukturellen Arbeitslosigkeit, insbesondere auch in der Bauwirtschaft, kein spezifisch kärntnerisches Problem ist, sondern daß sie ganz Österreich beschäftigt. Daß wir hier aufgrund von Produktivitätssteigerungen und rückläufigem Bauvolumen teilweise ein echtes Problem haben, wissen Sie. Sie wissen, daß wir ein verhatschtes Ausländerregime haben. Das alles wissen Sie. Aber das – das war hier einmal zu sagen – war nicht der richtige Weg. Das war nicht nur rechtswidrig – es wurde zurückgenommen, höre ich –, das war auch populistisch, und das war natürlich ausschließlich auf die Landtagswahlen hin getimed. (Abg. Mag. Firlinger: Das haben wir schon im Ausschuß widerlegt! Das ist falsch!)
Abg. Mag. Peter: Was stimmt jetzt?
Wir haben erst vor kurzem hier in diesem Haus, nämlich am 18. Feber, eine Sitzung gehabt, bei der uns mit Kraft vorgetragen wurde, der Investitionsfreibetrag müsse abgeschafft werden, und zwar ganz schnell, denn das ermögliche – in einem bestimmten Kontext – die Schaffung von Arbeitsplätzen. Heute verhandeln wir den Antrag der Kollegen Prinzhorn, Schöll und Haigermoser, in dem sich die Forderung findet, daß der Investitionsfreibetrag bei bestimmten Projekten – insbesondere im Bereich der Bauwirtschaft für unmittelbar Betriebszwecken dienende Bauinvestitionen – angehoben werden soll. (Abg. Mag. Peter: Was stimmt jetzt?)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher meine ich, um zum Schluß zu kommen, denn meine Kollegin deutet mir und ich fürchte, die Restredezeit wird sonst zu knapp: Dieser Antrag ist ein Beweis für wirtschaftspolitische Beliebigkeit und Inkompetenz. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenrufe des Abg. Mag. Barmüller und des Abg. Dr. Kier.
Erstens war das keine Weisung, zweitens war das nicht rechtswidrig. Ich führe als Beweis ... (Zwischenrufe des Abg. Mag. Barmüller und des Abg. Dr. Kier. ) Eben! Erstens war das keine Weisung. (Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Und wenn es eine gewesen wäre, dann wäre sie nicht rechtswidrig gewesen. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. ) Jetzt paß einmal auf, Barmüller! Ich lese dir jetzt eine Stellungnahme des Verfassungsdienstes des Amtes der Kärntner Landesregierung vom 24. 2. dieses Jahres vor, sie ist also ganz frisch. Darin steht: "Die seitens des Büros des Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Grasser vorgeschlagene" – in Klammern – "(unverbindliche) Empfehlung in den Ausschreibungsbedingungen, wonach Bauunternehmer ersucht werden, bei der Durchführung von öffentlichen Bauvorhaben auf die kritische Lage des heimischen Arbeitsmarktes Bedacht zu nehmen, erscheint zulässig." Daher ist das nicht rechtswidrig, Herr Volker Kier! (Abg. Mag. Barmüller : Das war vor zwei Tagen, bevor das Ganze ruchbar geworden ist!) Ich weiß nicht, brauchst du Beruhigungstabletten? Du bekommst dann welche, aber jetzt hör zu! (Abg. Mag. Barmüller: War es vielleicht ein weisungsgebundener Beamter, der das schreiben mußte, der dem Grasser unterstellt ist?)
Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Erstens war das keine Weisung, zweitens war das nicht rechtswidrig. Ich führe als Beweis ... (Zwischenrufe des Abg. Mag. Barmüller und des Abg. Dr. Kier. ) Eben! Erstens war das keine Weisung. (Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Und wenn es eine gewesen wäre, dann wäre sie nicht rechtswidrig gewesen. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. ) Jetzt paß einmal auf, Barmüller! Ich lese dir jetzt eine Stellungnahme des Verfassungsdienstes des Amtes der Kärntner Landesregierung vom 24. 2. dieses Jahres vor, sie ist also ganz frisch. Darin steht: "Die seitens des Büros des Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Grasser vorgeschlagene" – in Klammern – "(unverbindliche) Empfehlung in den Ausschreibungsbedingungen, wonach Bauunternehmer ersucht werden, bei der Durchführung von öffentlichen Bauvorhaben auf die kritische Lage des heimischen Arbeitsmarktes Bedacht zu nehmen, erscheint zulässig." Daher ist das nicht rechtswidrig, Herr Volker Kier! (Abg. Mag. Barmüller : Das war vor zwei Tagen, bevor das Ganze ruchbar geworden ist!) Ich weiß nicht, brauchst du Beruhigungstabletten? Du bekommst dann welche, aber jetzt hör zu! (Abg. Mag. Barmüller: War es vielleicht ein weisungsgebundener Beamter, der das schreiben mußte, der dem Grasser unterstellt ist?)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.
Erstens war das keine Weisung, zweitens war das nicht rechtswidrig. Ich führe als Beweis ... (Zwischenrufe des Abg. Mag. Barmüller und des Abg. Dr. Kier. ) Eben! Erstens war das keine Weisung. (Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Und wenn es eine gewesen wäre, dann wäre sie nicht rechtswidrig gewesen. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. ) Jetzt paß einmal auf, Barmüller! Ich lese dir jetzt eine Stellungnahme des Verfassungsdienstes des Amtes der Kärntner Landesregierung vom 24. 2. dieses Jahres vor, sie ist also ganz frisch. Darin steht: "Die seitens des Büros des Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Grasser vorgeschlagene" – in Klammern – "(unverbindliche) Empfehlung in den Ausschreibungsbedingungen, wonach Bauunternehmer ersucht werden, bei der Durchführung von öffentlichen Bauvorhaben auf die kritische Lage des heimischen Arbeitsmarktes Bedacht zu nehmen, erscheint zulässig." Daher ist das nicht rechtswidrig, Herr Volker Kier! (Abg. Mag. Barmüller : Das war vor zwei Tagen, bevor das Ganze ruchbar geworden ist!) Ich weiß nicht, brauchst du Beruhigungstabletten? Du bekommst dann welche, aber jetzt hör zu! (Abg. Mag. Barmüller: War es vielleicht ein weisungsgebundener Beamter, der das schreiben mußte, der dem Grasser unterstellt ist?)
Abg. Mag. Barmüller : Das war vor zwei Tagen, bevor das Ganze ruchbar geworden ist!
Erstens war das keine Weisung, zweitens war das nicht rechtswidrig. Ich führe als Beweis ... (Zwischenrufe des Abg. Mag. Barmüller und des Abg. Dr. Kier. ) Eben! Erstens war das keine Weisung. (Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Und wenn es eine gewesen wäre, dann wäre sie nicht rechtswidrig gewesen. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. ) Jetzt paß einmal auf, Barmüller! Ich lese dir jetzt eine Stellungnahme des Verfassungsdienstes des Amtes der Kärntner Landesregierung vom 24. 2. dieses Jahres vor, sie ist also ganz frisch. Darin steht: "Die seitens des Büros des Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Grasser vorgeschlagene" – in Klammern – "(unverbindliche) Empfehlung in den Ausschreibungsbedingungen, wonach Bauunternehmer ersucht werden, bei der Durchführung von öffentlichen Bauvorhaben auf die kritische Lage des heimischen Arbeitsmarktes Bedacht zu nehmen, erscheint zulässig." Daher ist das nicht rechtswidrig, Herr Volker Kier! (Abg. Mag. Barmüller : Das war vor zwei Tagen, bevor das Ganze ruchbar geworden ist!) Ich weiß nicht, brauchst du Beruhigungstabletten? Du bekommst dann welche, aber jetzt hör zu! (Abg. Mag. Barmüller: War es vielleicht ein weisungsgebundener Beamter, der das schreiben mußte, der dem Grasser unterstellt ist?)
Abg. Mag. Barmüller: War es vielleicht ein weisungsgebundener Beamter, der das schreiben mußte, der dem Grasser unterstellt ist?
Erstens war das keine Weisung, zweitens war das nicht rechtswidrig. Ich führe als Beweis ... (Zwischenrufe des Abg. Mag. Barmüller und des Abg. Dr. Kier. ) Eben! Erstens war das keine Weisung. (Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Und wenn es eine gewesen wäre, dann wäre sie nicht rechtswidrig gewesen. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. ) Jetzt paß einmal auf, Barmüller! Ich lese dir jetzt eine Stellungnahme des Verfassungsdienstes des Amtes der Kärntner Landesregierung vom 24. 2. dieses Jahres vor, sie ist also ganz frisch. Darin steht: "Die seitens des Büros des Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Grasser vorgeschlagene" – in Klammern – "(unverbindliche) Empfehlung in den Ausschreibungsbedingungen, wonach Bauunternehmer ersucht werden, bei der Durchführung von öffentlichen Bauvorhaben auf die kritische Lage des heimischen Arbeitsmarktes Bedacht zu nehmen, erscheint zulässig." Daher ist das nicht rechtswidrig, Herr Volker Kier! (Abg. Mag. Barmüller : Das war vor zwei Tagen, bevor das Ganze ruchbar geworden ist!) Ich weiß nicht, brauchst du Beruhigungstabletten? Du bekommst dann welche, aber jetzt hör zu! (Abg. Mag. Barmüller: War es vielleicht ein weisungsgebundener Beamter, der das schreiben mußte, der dem Grasser unterstellt ist?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Leopold Schöggl (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Es wäre jetzt natürlich verlockend, auf die Schmutzkübelkampagne durch den liberalen Sympathieträger Dr. Kier einzugehen. Als Oppositionspartei setzen wir uns aber lieber mit der Regierung auseinander als mit den anderen Oppositionsparteien. Nur soviel: Die Liberalen können sich noch so andienen, die Ampel wird wahrscheinlich nicht zustande kommen. Aber dienen Sie ruhig weiter! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es wird allerdings weder der Regierung noch den Kärntner Arbeitslosen helfen, wenn Sie Ihre Ausführungen auf diese Weise fortsetzen.
Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.
Wir wollten diese Nordumfahrung Enns. Wir haben wirklich darum gebeten, diese auf die Prioritätenliste zu setzen. Es ist ja keine Katastrophe, wenn etwas auf eine Prioritätenliste gesetzt wird. Aber auch das wurde abgeschmettert. Man hätte ja ganz einfach sagen können: Der Vorschlag kommt von den Freiheitlichen, und weil er von den Freiheitlichen kommt, wird er nicht auf die Prioritätenliste gesetzt. Ich meine allerdings, daß das eine etwas magere Begründung ist, da meiner Auffassung nach die verkehrspolitische Lösung der Anbindung dieses aufstrebenden Wirtschaftsgebietes an die Autobahn wirklich eine wichtige Maßnahme ist. Ich denke, daß jede Verschleppung dieses Projekts diesem aufstrebenden Gebiet schadet. (Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger. ) Ich habe all diese Reden über Infrastrukturmaßnahmen und über eine Infrastrukturoffensive als Sonntagsreden entlarvt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte als regionaler Abgeordneter des Mürztals noch ganz kurz auf den Semmering-Schnellstraßentunnel zu sprechen kommen: Sie haben uns in der letzten Anfragebeantwortung vom 29. Jänner – also erst vor kurzem – wieder Hoffnung gemacht: Am 28. Februar ist Anbotseröffnung, und im April 1997 wird zu bauen begonnen. Ich hoffe, daß die Realisierung des Baus dieser notwendigen Straße wirklich beginnt. Ich habe mir den Baubeginn im April 1997 dick in meinem Kalender vorgemerkt, und ich werde dann jeden Tag den Semmering bereisen und schauen, ob mit den Baumaschinen dort wirklich schon zu arbeiten begonnen wird. Ich denke, daß das wirklich ein Lichtblick ist. Die Bauwirtschaft ist die Triebkraft der Konjunktur. Und Sie, Herr Wirtschaftsminister, haben die Kurbel in der Hand, um diesen Motor zu starten! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.
Herr Kollege Firlinger! Sie haben hier genau zitiert, was im Ausschuß gesprochen wurde. Ich habe auch mitgeschrieben: Der Herr Minister hat betreffend das Programm in Kärnten geantwortet, daß es für Kärnten bereits bewilligte Projekte im Umfang von 160 Millionen Schilling gibt. Ich habe ganz genau mitgeschrieben! Das war die Antwort, das sage ich nur dazu. (Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger. ) Das betrifft Kärnten, Herr Kollege!
Abg. Mag Firlinger: Man hat ein Industriegebiet geplant und auf die Straßen nicht geachtet! Das hat der Minister im Ausschuß zugegeben!
Betreffend die Nordumfahrung Enns wird auch noch in Erinnerung sein, daß es sowohl im Detail als auch insgesamt zwischen beiden Bundesländern noch sehr viel an Koordination bedarf, bis man soweit ist, um das tatsächlich freigeben zu können. Die Umfahrung Enns ist natürlich auch eine wichtige Sache. (Abg. Mag Firlinger: Man hat ein Industriegebiet geplant und auf die Straßen nicht geachtet! Das hat der Minister im Ausschuß zugegeben!) Er hat auch gesagt, daß es zwischen den zwei Bundesländern und im Detail noch einiges zu tun gibt. Abgeordneter Anschober hat das auch gerade bestätigt. Ich will meine Zeit aber jetzt nicht damit verbrauchen, daß ich auf all diese Zwischenrufe und Aussagen eingehe.
Beifall bei der ÖVP.
Zum Schluß erlaube ich mir noch, auf die nach wie vor prekäre Situation hinzuweisen, die im Ennstal wegen der Nichterledigung der ennsnahen Trasse bis heute herrscht. Mir ist völlig klar, Herr Minister, daß das nicht Ihre erste Aufgabe ist! Es gilt jetzt vor allem, die Interessen der Steiermark und der EU in Angriff zu nehmen. Ich darf Sie jedoch sehr herzlich ersuchen, daß Sie dennoch, wo immer Sie die Möglichkeit haben, im eigenen Haus oder bei Gesprächen innerhalb der EU, Ihren Einfluß geltend machen, damit auch diese so wichtige Investition betreffend das Selzthaler Kreuz möglichst bald in Angriff genommen wird. Wir alle haben ein Recht darauf, sowohl die, die dort leben, als auch die Wirtschaft und unsere Gäste, daß diese 20 Jahre lang bestehende Engstelle im Ennstal möglichst bald durch eine gezielte bautechnische Maßnahme nahe der Enns in Form einer Bundesstraße beseitigt wird. – Für Selzthal sage ich besonderen Dank, aber auch für die Beschleunigung von Programmen insgesamt in allen Bundesländern. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Ich bin sehr froh, daß sich Kollege Anschober heute sehr für die Schaffung der Infrastruktur beim Ennshafen eingesetzt hat. Normalerweise hat man den Eindruck, daß es sich beim Kollegen Anschober, wenn man "Auto" und "Straße" sagt, ähnlich verhält wie beim Teufel und dessen Großmutter. Daher bin ich heute froh, daß auch Kollege Anschober jetzt die Straßen offenbar ein bisserl mehr liebt. Das ist eigentlich ein großer Erfolg! (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Das ist also keine Wunderwaffe. Es verhält sich eher so, wie es im "profil" steht: "Haiders Wundertüte. Mit seinem Bündnis für Arbeit will Jörg Haider 190 000 Jobs schaffen. Experten schmunzeln da nur." (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Freiheitlichen! Weil Sie so frech und lustig sind, lese ich Ihnen noch etwas vor. Ich habe jetzt das morgige "NEWS" in der Hand: "Überraschende Wende im Fall Grasser" lese ich da. Ich erspare Ihnen jetzt einiges. Das ist vielleicht besser für Sie. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenrufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Ich zitiere nur etwas: Bis zu diesem Vorfall hatte das Autohaus Grasser insgesamt 14 Ausländer aus Polen, Slowenien, Kroatien, Jugoslawien, Bosnien als Mechanikerhelfer, Lackierer und Autowäscher eingesetzt. Am 20. 2. 1994 wurde das Autohaus Grasser zu einer Geldstrafe von 5 000 S wegen Beschäftigung illegaler Ausländer verurteilt. (Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenrufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.) Heute sind nur 19 Mitarbeiter und nur noch ein Ausländer aus einem EU-Staat beschäftigt.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! Nehmen Sie das ein bißchen ernst! Bleiben Sie ein bißchen seriös! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Firlinger: Warum habt ihr der Entschließung dann nicht zugestimmt?
Wir verlangen, daß rasch entschieden wird, daß ein Teil der Nordumfahrung mit dem Anschluß Eckmayr-Knoten gebaut wird, damit der Schwerverkehr dort fahren kann und somit die Bevölkerung entlastet wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Firlinger: Warum habt ihr der Entschließung dann nicht zugestimmt?)
Abg. Dr. Stippel: Das ist typisch!
Sehr verehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Herr Abgeordneter Prinzhorn von den Freiheitlichen hat in seinem Antrag eine Befürchtung ausgesprochen. Er befürchtet, daß ein starkes Ansteigen der Zahl von EU-Arbeitskräften – insbesondere aus Spanien, Portugal und Griechenland – in Österreich einsetzen könnte, und er macht sich Sorgen, daß dieser Umstand zu einem Sozial- und Lohndumping bei uns führen könnte. Ich möchte, bevor ich auf diese Sorge eingehe, nur darauf hinweisen, daß es bemerkenswert ist, daß ein Mitglied des Hohen Hauses Anträge stellt, aber dann bei der Diskussion seines eigenen Antrages gar nicht im Saal anwesend ist, offensichtlich also etwas Besseres vorhat, als sich hier um seinen Antrag zu kümmern und vielleicht die Argumente der anderen zu seinem Antrag zu hören. Aber das ist eben in die Kategorie des Sittenbildes der Freiheitlichen einzureihen. (Abg. Dr. Stippel: Das ist typisch!)
Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Freund.
Sehr verehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Abschließend möchte ich daher allen Bauarbeitern – sowohl den Inländern als auch den ausländischen Arbeitnehmern im Baube- reich –, die vielfach bei jedem Wetter und oft trotz höchster Unfallgefahr tätig sind, und das bei Tag und bei Nacht, einmal für ihre Leistungen herzlichen Dank sagen. (Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Freund. )
Abg. Ing. Reichhold: Im Mai 1996 haben wir ihn eingebracht! – Abg. Mag. Firlinger: Das kommt davon, daß ihr die Anträge immer so versandeln laßt!
Bei genauer Betrachtung des Entschließungsantrages, lieber Kollege Reichhold, fällt auf, daß er sehr eilig geschrieben worden sein muß (Abg. Ing. Reichhold: Im Mai 1996 haben wir ihn eingebracht! – Abg. Mag. Firlinger: Das kommt davon, daß ihr die Anträge immer so versandeln laßt!) , da nicht einmal die Straßenbezeichnungen richtig sind. In dem einen Antrag steht nämlich, daß die B 100 die Plöckenpaßstraße ist. – Bei mir ist das aber noch immer die Drautalstraße.
Beifall bei der SPÖ.
Da dieser Entschließungsantrag offensichtlich nur aus wahltaktischen Gründen gestellt worden ist, großteils im Bauprogramm schon enthalten und somit teilweise hinfällig ist, kann meine Fraktion derartigen Alibi-Aktionen keine Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Müller, der zu seinem Platz gehen wollte, kommt zurück zum Rednerpult, hält dem Redner eine Unterlage hin und zeigt mit dem Finger auf ein bestimmtes Wort: Kannst du nicht lesen?
Abgeordneter Ing. Mathias Reichhold (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte die Ausführungen meines Vorredners, des Herrn Abgeordneten Karl Gerfried Müller, tatsächlich berichtigen. Er hat hier gemeint, wir Freiheitlichen hätten die Plöckenpaßstraße mit der Drautalbundesstraße verwechselt. Das ist nicht der Fall. Es handelt sich in diesem Antrag um die B 110 Plöckenpaßstraße und den Ausbau des Kleinen Tales, eine sehr lawinengefährdete, rutschgefährdete Straße. (Abg. Müller, der zu seinem Platz gehen wollte, kommt zurück zum Rednerpult, hält dem Redner eine Unterlage hin und zeigt mit dem Finger auf ein bestimmtes Wort: Kannst du nicht lesen?) Kollege Müller! B 110 steht hier, das ist hier ersichtlich.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Sophie Bauer: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Herr Präsident! Zweite Berichtigung: Mein Vorredner, Herr Abgeordneter Gerfried Müller, hat vorhin gemeint, daß ein Großteil der in unserem Antrag angeführten Vorhaben ohnehin verwirklicht wird. Das ist nicht der Fall. Von den 21 Vorhaben, die angemeldet worden sind, werden lediglich acht verwirklicht. Für den Rest hat das Land Kärnten kein Geld, obwohl dem Land Kärnten diese Mittel von vielen Bundespolitikern bei diversen Wahlkämpfen versprochen wurden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Sophie Bauer: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Anschober: Sind Mühlbachler und Schuster jetzt auf dem Antrag drauf oder nicht?
(Abg. Anschober: Sind Mühlbachler und Schuster jetzt auf dem Antrag drauf oder nicht?) Bei dir sind sie nicht drauf. (Allgemeine Heiterkeit.)
Allgemeine Heiterkeit.
(Abg. Anschober: Sind Mühlbachler und Schuster jetzt auf dem Antrag drauf oder nicht?) Bei dir sind sie nicht drauf. (Allgemeine Heiterkeit.)
Abg. Mag. Stadler: Ihre eigene Fraktion fragt, ob Sie müde sind! Posch fragt, ob Sie müde sind! Bevor Sie zu schlafen anfangen, ...
(Abg. Mag. Stadler: Ihre eigene Fraktion fragt, ob Sie müde sind! Posch fragt, ob Sie müde sind! Bevor Sie zu schlafen anfangen, ...) Herr Kollege Stadler, darüber brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Ich habe den Antrag eingebracht, der uns für das Mühlviertel so wichtig erscheint, um den Ausbau der Bahn voranzutreiben, um damit den Gütertransit auf die Bahn zu bringen und nicht so wie bisher zu viel Straßenbelastung zu haben.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bitte Sie, diesem Entschließungsantrag Ihre Zustimmung zu geben. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Karl Gerfried Müller (SPÖ): Hohes Haus! Herr Abgeordneter Reichhold hat in einer nicht zu übertreffenden Selbstsicherheit hier meine Aussagen berichtigt. Ich stelle klar, daß der offizielle Antrag 200/A (E) vom 22. Mai 1996, jener Antrag, der allen Abgeordneten zugegangen ist, unter B 100 die Bezeichnung "Plöckenpaßstraße" trägt. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Der Dachstein!
Das eigentlich Betrübliche daran war aber, daß sich dann in der Steiermark die Diskussion daran entzündet hat, daß man – ich sage ganz bewußt "man", denn es waren männliche Kommentatoren, die das gesagt haben – das in Abrede gestellt hat und gesagt hat: Das ist einfach natürlich ... (Ruf bei der ÖVP: Der Dachstein!)
Abg. Dr. Nowotny: Gott sei Dank!
Sie können ruhig weiterblödeln! Ich aber sage Ihnen: Zu Recht hat es seinerzeit einen Brief an die Richterinnen des Verfassungsgerichtshofes gegeben, als es in jenem Fall der zwei Frauen, die ein Hochschulstudium absolviert und die Bezeichnung "Magister" erhalten haben, diesen bewußten Bescheid des Verfassungsgerichtshofes gegeben hat. Der Verfassungsgerichtshof hat dem Einspruch damals recht gegeben. Danach hat dieses Hohe Haus – Sie waren wahrscheinlich mit dabei, viele von Ihnen – das Hochschulstudiengesetz geändert und den Titel "Magistra" eingeführt. (Abg. Dr. Nowotny: Gott sei Dank!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Maitz: Sie wissen aber schon, daß Frau Klasnic "Frau Landeshauptmann" genannt werden will?! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Grünen.
Ich meine, ich muß Ihnen nicht vorlesen, was dieses Haus schon alles beschlossen hat, was die sprachliche Gleichstellung betrifft. Es handelt sich um eine Selbstverständlichkeit – fast möchte ich sagen: eine Lappalie –, aber sie gehört beschlossen und durchgeführt. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Maitz: Sie wissen aber schon, daß Frau Klasnic "Frau Landeshauptmann" genannt werden will?! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das, was in diesem Antrag angesprochen ist, kann nur ein Aspekt sein, aber auch damit muß man sich befassen. Ich meine, daß wir abgesehen davon aber ein ganzes Paket von frauenfördernden Maßnahmen brauchen, und das sollten wir gemeinsam in Angriff nehmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP
Viele Funktionsbezeichnungen sind nach wie vor auf Männer zugeschnitten. Wie Kollegin Kammerlander bereits ausgeführt hat, glaube auch ich, daß es heutzutage nicht mehr sinnvoll ist, aus der Militärsprache übernommene Funktionsbezeichnungen beizubehalten. Ich glaube, wir sollen uns über neue Funktionsbezeichnungen, in denen weder der Begriff "Mann" noch "Frau" dezidiert enthalten ist, Gedanken machen und wirklich Funktionsbezeichnungen finden und anwenden, die sowohl Frauen als auch Männer tragen können und die leicht adaptierbar sind. Deswegen meine ich, daß wir den längeren Weg wählen und noch nachdenken sollten, einen Weg, der à la longue sicherlich der beste und der sinnvollste ist. (Beifall bei der ÖVP).
Abg. Schieder: Am verwirrendsten ist das Wort "Generalsekretärin", denn darin sind Mann und Frau, General und Sekretärin, enthalten!
Ich glaube, manchmal wird diese Art der geschlechtsneutralen Formulierung schon in einem Maße betrieben, daß wir nicht Klarheit, sondern eher Sprachverwirrung schaffen, indem wir bemüht sind, Frauen und Männer in jedem Satz vorkommen zu lassen. Wir sollten uns in diesem Zusammenhang Gedanken machen, wie wir das besser machen könnten! (Abg. Schieder: Am verwirrendsten ist das Wort "Generalsekretärin", denn darin sind Mann und Frau, General und Sekretärin, enthalten!)
Beifall bei der ÖVP.
Da Sie gerade "Sekretärin" sagen, fällt mir noch etwas ein. Die grundsätzlichen Gedanken meiner Fraktion habe ich bereits eingebracht. Ich möchte nur noch sagen: Ich glaube, das wichtigste ist, daß das Umdenken in den Köpfen stattfindet. Daß das noch nicht der Fall ist, zeigte sich heute wieder, als Kollege Jung bei der Neutralitätsdebatte sagte: "Ach, nur die Frau Staatssekretärin ist hier!" – Das ist das Problem! In den Köpfen muß eine Änderung stattfinden. Daß dieser Wandel auf dem Papier vollzogen wird, genügt nicht! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Meine Damen und Herren! Frau Abgeordnete Pollet-Kammerlander! Ich weiß nicht, wie ich Sie ansprechen soll! Ihr Name hat auch eine sehr männliche Form. Soll ich sagen: Kammerländerin, Kammerlanderin oder – die russische Version – Kammerlanderova? (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Nürnberger: Das ist eine Verhöhnung!
Frau Kollegin! Diese Debatte ist mit Sicherheit nicht lächerlich, aber sie ist die unnötigste und nachrangigste Debatte dieser Legislaturperiode. Meine Damen und Herren! Wegen Frau Landeshauptfrau Klasnic die Bundesverfassung zu ändern ... (Abg. Nürnberger: Das ist eine Verhöhnung!) Ich mache Ihnen noch ein paar Vorschläge! (Weiterer Zwischenruf des
Abg. Schieder: Ha, ha, ha!
Herr Kollege Nürnberger! Klären Sie mich auf: Sollen in Zukunft beim Bundesheer, wenn dereinst Damen zum Bundesheer dürfen, Angelobungen der "Jungmänner und Jungfrauen" vorgenommen werden? Wie stellt man sich das vor, meine Damen und Herren? Wie soll das in Zukunft gehen? (Abg. Schieder: Ha, ha, ha!) Das ist wirklich eine "unglaublich wichtige" Angelegenheit!
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es gibt 300 000 Arbeitslose in diesem Land. Die Tatsache, daß das Schwergewicht der Verarmung von einer Million armutsbedrohter Menschen in diesem Land bei den Frauen liegt, schert die Damen und Herren von den Linken offenbar nicht! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wichtig sind für Sie nur geschlechtsneutrale Titel! Wichtig ist, daß in Zukunft eine Landeshauptfrau nicht mehr "Landeshauptmann" heißt, sondern "Landeshauptfrau" oder "Landeshauptmensch". Erklären Sie mir, wie dann Schachner-Blazizek heißen soll: "Stellvertretende Landeshauptfrau"? Wie soll das gehen? Erklären Sie mir das einmal! Das ist absurd, das ist lächerlich! Das ist die unnötigste Debatte, die in dieser Legislaturperiode geführt wird. Wir werden den Antrag ablehnen und keine Silbe mehr verlieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt 300 000 Arbeitslose in diesem Land. Die Tatsache, daß das Schwergewicht der Verarmung von einer Million armutsbedrohter Menschen in diesem Land bei den Frauen liegt, schert die Damen und Herren von den Linken offenbar nicht! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wichtig sind für Sie nur geschlechtsneutrale Titel! Wichtig ist, daß in Zukunft eine Landeshauptfrau nicht mehr "Landeshauptmann" heißt, sondern "Landeshauptfrau" oder "Landeshauptmensch". Erklären Sie mir, wie dann Schachner-Blazizek heißen soll: "Stellvertretende Landeshauptfrau"? Wie soll das gehen? Erklären Sie mir das einmal! Das ist absurd, das ist lächerlich! Das ist die unnötigste Debatte, die in dieser Legislaturperiode geführt wird. Wir werden den Antrag ablehnen und keine Silbe mehr verlieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Martina Gredler (Liberales Forum): Vielen Dank, Herr Präsident! Ich habe auf dem Weg einen Zettel bekommen, der von einem Mann für einen Mann geschrieben worden ist: "Si tacuisses, philosophus mansisses." Herr Stadler! Hätten Sie geschwiegen, wären Sie ein Philosoph geblieben. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Das sagen ausgerechnet Sie!
Ich glaube, Sie repräsentieren nicht nur einen, der auf den Gefühlen von Frauen herumtrampelt, sondern überhaupt eine Herde von Elefanten in diesem Haus! (Abg. Haigermoser: Das sagen ausgerechnet Sie!) Das sage ich, weil ich der Meinung bin, daß man sich ernsthaft mit diesem Thema zu befassen hat. Man kann nicht ein Thema, das manchen Frauen wichtig ist, als lächerlich abtun!
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich zitiere in diesem Zusammenhang Karl Kraus, der sicherlich kein Feminist ist, Herr Stadler, der aber 1912 schrieb: "Frauenrechtler mögen verzweifeln, aber es läßt sich nun einmal nicht ändern: Die Sprache hält es mit dem Mann, sie ist noch immer nicht emanzipiert." – Seit 1912, Herr Stadler, hat sich daran nichts geändert! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich weiß, daß Herr Stadler sehr oft überfordert ist, aber ich vertraue auf die Männer, und deshalb möchte ich ihm nicht absprechen, daß er vielleicht auch einmal lernen kann und sich nicht mehr lustig machen wird über Familiennamen von Angehörigen des Parlaments. Denn das war wirklich zu viel! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Stadler : Wie macht man aus einer Hebamme eine geschlechtsneutrale Person?
Abgeordnete Dr. Martina Gredler (fortsetzend): Diskriminierung beginnt, wo Sprache, Existenz, Geschichte, Arbeit, Leistung und Kompetenz von Frauen verschwiegen werden. Sie, Herr Stadler, verweigern die Kompetenz von Frauen in Funktionen! (Abg. Mag. Stadler : Wie macht man aus einer Hebamme eine geschlechtsneutrale Person?)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordnete Dr. Martina Gredler (fortsetzend): Deshalb möchte ich an Sie appellieren, sich noch einmal zu überlegen, welche Ungeheuerlichkeit Sie jetzt begangen haben! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Lebhafte Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ, dem Liberalen Forum und den Freiheitlichen.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Frau Bundesministerin! Frau Präsidentin Brauneder! Meine sehr geehrten Damen! (Lebhafte Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ, dem Liberalen Forum und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Frau Antun Petrovic!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): Es scheint sich offenbar so zu verhalten, daß Frau Kollegin Stadler Schwierigkeiten hat, zwischen Titeln und Namen zu unterscheiden. Aber das wird schon noch kommen! Wenn irgend jemand Zweifel an der Notwendigkeit einer wirklich durchgehenden Berücksichtigung weiblicher Titel und Berufsbezeichnungen gehabt hat, dann wird sie diese, wie ich meine, nach den Ausführungen der Frau Kollegin Stadler wohl nicht mehr haben! (Abg. Mag. Stadler: Frau Antun Petrovic!)
Beifall bei den Grünen.
Sprache ist immer verräterisch. Ich habe noch nie gehört, daß irgend jemand von einer "Frau Bediener" gesprochen hätte. Das heißt, daß dort, wo es um untergeordnete, gesellschaftlich nicht sehr geschätzte Funktionen geht, weibliche Bezeichnungen wie "Bedienerin" immer schon akzeptiert waren. Bei den Funktionen ganz oben hingegen waren weibliche Bezeichnungen stets sehr, sehr rar. Daher bin ich überzeugt davon, daß die gesamte Bundesregierung mit der Frau Bundeskanzlerin an der Spitze diese Regelung sehr begrüßen und die Frau Bundespräsidentin sie gerne gegenzeichnen würde. (Beifall bei den Grünen.)