Eckdaten:
Für die 41. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 505 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Mag. Stadler: Italien! Wo ist Italien? Wo ist Italien?
Für ein kleines Land wie Österreich, das seit 20 Jahren an der Deutschen Mark hängt, wäre es eine Katastrophe – ich sage das mit allem Nachdruck –, würde sich im Jahr 1999 diese Währungsunion zum Beispiel mit Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg bilden, wenn es nicht dabei wäre. (Abg. Mag. Stadler: Italien! Wo ist Italien? Wo ist Italien?)
Abg. Mag. Stadler: Fragestunde umgekehrt!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Stadler! Darf ich Ihnen eine Frage stellen? (Abg. Mag. Stadler: Fragestunde umgekehrt!) – Angenommen, diese Währungsunion tritt mit 1. Jänner 1999 in Kraft, und es sind die Länder Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande und Luxemburg dabei. Soll Österreich dann dabeisein oder nicht? – Das ist die einzige Frage. (Abg. Mag. Stadler: Solange Italien nicht dabei ist! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Solange Italien nicht dabei ist! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Stadler! Darf ich Ihnen eine Frage stellen? (Abg. Mag. Stadler: Fragestunde umgekehrt!) – Angenommen, diese Währungsunion tritt mit 1. Jänner 1999 in Kraft, und es sind die Länder Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande und Luxemburg dabei. Soll Österreich dann dabeisein oder nicht? – Das ist die einzige Frage. (Abg. Mag. Stadler: Solange Italien nicht dabei ist! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Sie wollen den Schilling beseitigen!
Sie sind der Meinung, daß Österreich dann draußen bleiben sollte? (Abg. Mag. Stadler: Sie wollen den Schilling beseitigen!) Sind Sie der Meinung, daß Österreich draußen bleiben sollte, wenn unser Haupthandelspartner Deutschland in der Währungsunion ist? – Das ist kurios, das zeugt von geringem wirtschaftlichen Verständnis. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sie sind der Meinung, daß Österreich dann draußen bleiben sollte? (Abg. Mag. Stadler: Sie wollen den Schilling beseitigen!) Sind Sie der Meinung, daß Österreich draußen bleiben sollte, wenn unser Haupthandelspartner Deutschland in der Währungsunion ist? – Das ist kurios, das zeugt von geringem wirtschaftlichen Verständnis. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Erlauben Sie mir, folgendes zu sagen: Es handelt sich dabei um kein Wünsch-dir-was-Programm. (Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!) Es handelt sich um kein Programm, bei dem man sagt: Na ja, verschieben wir es ein bißchen, oder machen wir es ein bißchen später, oder ändern wir es. Es gibt seit dem
Abg. Haigermoser: Ohne Wenn und Aber!
Daher stellt sich für Österreich ausschließlich die Frage: Wollen wir im Jahr 1999 dabeisein oder nicht, wenn Deutschland, Belgien, die Niederlande und Frankreich die Währungsunion machen? – Und da gibt es aus meiner Sicht bei jedem wirtschaftlich denkenden Menschen keine Alternative (Abg. Haigermoser: Ohne Wenn und Aber!), weil Deutschland, der größte Handelspartner, dabeisein wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Daher stellt sich für Österreich ausschließlich die Frage: Wollen wir im Jahr 1999 dabeisein oder nicht, wenn Deutschland, Belgien, die Niederlande und Frankreich die Währungsunion machen? – Und da gibt es aus meiner Sicht bei jedem wirtschaftlich denkenden Menschen keine Alternative (Abg. Haigermoser: Ohne Wenn und Aber!), weil Deutschland, der größte Handelspartner, dabeisein wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Die Bürger haben Angst!
Daher ist, meine sehr geehrten Damen und Herren, die Information der Bevölkerung bezüglich des Euro sehr wichtig. Ich bekomme Angst, wenn man die technische Umstellung auf den Euro plötzlich mit einer Währungsreform verwechselt, die nach dem Krieg oder zwischen den Kriegen durchgeführt wurde, bei der die Leute aufgrund von politischen oder kriegerischen Ereignissen Abwertungen ihrer Währung in Kauf nehmen mußten. (Abg. Haigermoser: Die Bürger haben Angst!) Der Euro ist nichts anderes als eine 1 : 1-Umstellung, Schilling : Euro. Da gibt es keinen Wertverlust oder etwas ähnliches. – Alles andere ist bewußte Fehlinformation. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Daher ist, meine sehr geehrten Damen und Herren, die Information der Bevölkerung bezüglich des Euro sehr wichtig. Ich bekomme Angst, wenn man die technische Umstellung auf den Euro plötzlich mit einer Währungsreform verwechselt, die nach dem Krieg oder zwischen den Kriegen durchgeführt wurde, bei der die Leute aufgrund von politischen oder kriegerischen Ereignissen Abwertungen ihrer Währung in Kauf nehmen mußten. (Abg. Haigermoser: Die Bürger haben Angst!) Der Euro ist nichts anderes als eine 1 : 1-Umstellung, Schilling : Euro. Da gibt es keinen Wertverlust oder etwas ähnliches. – Alles andere ist bewußte Fehlinformation. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Wir als Bundesministerium für Finanzen haben gemeinsam mit der Oesterreichischen Nationalbank bereits vier Arbeitsgruppen eingesetzt: Banken – Finanzmarkt, Legistik, Verwaltung, Wirtschaftspolitik und Informationsarbeit, und wir sind in Vorbereitung, im Jahr 1997 vermehrte Informationen über den Euro der österreichischen Bevölkerung zu geben, weil wir wissen, daß die Akzeptanz der Österreicher für diese wirtschaftspolitisch so notwendige Maßnahme unerläßlich ist. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Böhacker: Es gibt auch Kursgewinne, Herr Minister!
Bundesminister für Finanzen Mag. Viktor Klima: Ich habe schon betont, daß das eine Chance ist, daß die österreichische Exportwirtschaft nicht von den Wechselkursspielereien der Amerikaner, also vom Dollar abhängig ist, sondern in ihrer eigenen Währung exportieren kann und keine Wechselkursrisken in Kauf nehmen muß. All diese Sachen würden unsere Wirtschaft und die Arbeitsplätze enorm stabilisieren Daher ist es wichtig (Abg. Böhacker: Es gibt auch Kursgewinne, Herr Minister!), daß sich die Industrie darauf vorbereitet. Wir haben vor, gemeinsam mit den Sozialpartnern eine Arbeitsgruppe einzusetzen, damit sich auch die Banken und die Unternehmer bezüglich ihres Rechnungswesens darauf vorbereiten, da dies selbstverständlich eine wichtige Umstellung ist. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Es wäre besser, die Banken einzubeziehen statt die Sozialpartner!)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Es wäre besser, die Banken einzubeziehen statt die Sozialpartner!
Bundesminister für Finanzen Mag. Viktor Klima: Ich habe schon betont, daß das eine Chance ist, daß die österreichische Exportwirtschaft nicht von den Wechselkursspielereien der Amerikaner, also vom Dollar abhängig ist, sondern in ihrer eigenen Währung exportieren kann und keine Wechselkursrisken in Kauf nehmen muß. All diese Sachen würden unsere Wirtschaft und die Arbeitsplätze enorm stabilisieren Daher ist es wichtig (Abg. Böhacker: Es gibt auch Kursgewinne, Herr Minister!), daß sich die Industrie darauf vorbereitet. Wir haben vor, gemeinsam mit den Sozialpartnern eine Arbeitsgruppe einzusetzen, damit sich auch die Banken und die Unternehmer bezüglich ihres Rechnungswesens darauf vorbereiten, da dies selbstverständlich eine wichtige Umstellung ist. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Es wäre besser, die Banken einzubeziehen statt die Sozialpartner!)
Abg. Dr. Khol: Zwei Fragen! – Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Meine Frage ist: Halten Sie es für verantwortbar, im derzeitigen Stadium den Euro einzuführen, da im nächsten Jahr die Stabilitätskriterien voraussichtlich nicht erreicht werden können? Wenn Sie mit aller Gewalt diesen Euro haben wollen, muß ich Sie fragen: Sind Sie nicht der Ansicht, daß Sie damit die Sparguthaben der Österreicher gefährden? (Abg. Dr. Khol: Zwei Fragen! – Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Gib dein Lehrgeld zurück! – Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Bundesminister für Finanzen Mag. Viktor Klima: Herr Abgeordneter Trattner! (Abg. Dr. Khol: Gib dein Lehrgeld zurück! – Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Herr Abgeordneter Trattner! Ich schätze Sie viel zu sehr, als daß ich annehme, daß Sie diese Frage wirklich ernsthaft stellen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Bundesminister für Finanzen Mag. Viktor Klima: Herr Abgeordneter Trattner! (Abg. Dr. Khol: Gib dein Lehrgeld zurück! – Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Herr Abgeordneter Trattner! Ich schätze Sie viel zu sehr, als daß ich annehme, daß Sie diese Frage wirklich ernsthaft stellen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Kiss: Der Firlinger ist es!
Herr Abgeordneter Trattner! Ich glaube auch nicht, daß Sie jener Berater sind, der Ihrem Parteivorsitzenden immer wieder einredet, die Verlustvorträge hätten etwas mit dem Betriebsergebnis zu tun. (Abg. Kiss: Der Firlinger ist es!) Ich habe das gestern wieder gehört, nämlich die Verlustvorträge seien schuld, daß sich das Betriebsergebnis von Böhler-Uddeholm verschlechtert. (Abg. Haigermoser: Es geht um den Euro! Das ist doch keine Märchenstunde!) Bitte, beratet euch ein bißchen besser. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) In der ersten Klasse Handelsschule lernt man, daß die Betriebsergebnisse nichts mit den Verlustvorträgen zu tun haben. Das wissen Sie.
Abg. Haigermoser: Es geht um den Euro! Das ist doch keine Märchenstunde!
Herr Abgeordneter Trattner! Ich glaube auch nicht, daß Sie jener Berater sind, der Ihrem Parteivorsitzenden immer wieder einredet, die Verlustvorträge hätten etwas mit dem Betriebsergebnis zu tun. (Abg. Kiss: Der Firlinger ist es!) Ich habe das gestern wieder gehört, nämlich die Verlustvorträge seien schuld, daß sich das Betriebsergebnis von Böhler-Uddeholm verschlechtert. (Abg. Haigermoser: Es geht um den Euro! Das ist doch keine Märchenstunde!) Bitte, beratet euch ein bißchen besser. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) In der ersten Klasse Handelsschule lernt man, daß die Betriebsergebnisse nichts mit den Verlustvorträgen zu tun haben. Das wissen Sie.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Herr Abgeordneter Trattner! Ich glaube auch nicht, daß Sie jener Berater sind, der Ihrem Parteivorsitzenden immer wieder einredet, die Verlustvorträge hätten etwas mit dem Betriebsergebnis zu tun. (Abg. Kiss: Der Firlinger ist es!) Ich habe das gestern wieder gehört, nämlich die Verlustvorträge seien schuld, daß sich das Betriebsergebnis von Böhler-Uddeholm verschlechtert. (Abg. Haigermoser: Es geht um den Euro! Das ist doch keine Märchenstunde!) Bitte, beratet euch ein bißchen besser. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) In der ersten Klasse Handelsschule lernt man, daß die Betriebsergebnisse nichts mit den Verlustvorträgen zu tun haben. Das wissen Sie.
Abg. Böhacker: ... Wenn ich Steuer zahle, muß ich sie finanzieren!
Aber nun zu Ihrer konkreten Frage: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! (Abg. Böhacker: ... Wenn ich Steuer zahle, muß ich sie finanzieren!) Sie wissen doch – so hoffe ich – ganz genau, daß sich die Verlustvorträge nach dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ausschließlich auf die Berechnung der Steuerbasis (Abg. Böhacker: Ich muß Fremdkapital dafür aufnehmen!) und damit ausschließlich auf den Jahresüberschuß und den Jahresfehlbetrag auswirken. (Abg. Böhacker: Erste Klasse Handelsschule!) – Erste Klasse Handelsschule: Betriebsergebnis und Verlustvorträge liegen weit auseinander. (Abg. Haigermoser: Nicht genügend, setzen!) Ich weiß, wovon ich rede.
Abg. Böhacker: Ich muß Fremdkapital dafür aufnehmen!
Aber nun zu Ihrer konkreten Frage: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! (Abg. Böhacker: ... Wenn ich Steuer zahle, muß ich sie finanzieren!) Sie wissen doch – so hoffe ich – ganz genau, daß sich die Verlustvorträge nach dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ausschließlich auf die Berechnung der Steuerbasis (Abg. Böhacker: Ich muß Fremdkapital dafür aufnehmen!) und damit ausschließlich auf den Jahresüberschuß und den Jahresfehlbetrag auswirken. (Abg. Böhacker: Erste Klasse Handelsschule!) – Erste Klasse Handelsschule: Betriebsergebnis und Verlustvorträge liegen weit auseinander. (Abg. Haigermoser: Nicht genügend, setzen!) Ich weiß, wovon ich rede.
Abg. Böhacker: Erste Klasse Handelsschule!
Aber nun zu Ihrer konkreten Frage: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! (Abg. Böhacker: ... Wenn ich Steuer zahle, muß ich sie finanzieren!) Sie wissen doch – so hoffe ich – ganz genau, daß sich die Verlustvorträge nach dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ausschließlich auf die Berechnung der Steuerbasis (Abg. Böhacker: Ich muß Fremdkapital dafür aufnehmen!) und damit ausschließlich auf den Jahresüberschuß und den Jahresfehlbetrag auswirken. (Abg. Böhacker: Erste Klasse Handelsschule!) – Erste Klasse Handelsschule: Betriebsergebnis und Verlustvorträge liegen weit auseinander. (Abg. Haigermoser: Nicht genügend, setzen!) Ich weiß, wovon ich rede.
Abg. Haigermoser: Nicht genügend, setzen!
Aber nun zu Ihrer konkreten Frage: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! (Abg. Böhacker: ... Wenn ich Steuer zahle, muß ich sie finanzieren!) Sie wissen doch – so hoffe ich – ganz genau, daß sich die Verlustvorträge nach dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ausschließlich auf die Berechnung der Steuerbasis (Abg. Böhacker: Ich muß Fremdkapital dafür aufnehmen!) und damit ausschließlich auf den Jahresüberschuß und den Jahresfehlbetrag auswirken. (Abg. Böhacker: Erste Klasse Handelsschule!) – Erste Klasse Handelsschule: Betriebsergebnis und Verlustvorträge liegen weit auseinander. (Abg. Haigermoser: Nicht genügend, setzen!) Ich weiß, wovon ich rede.
Abg. Böhacker: Erstes Semester Handelsschule ist das!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Zu Ihrer konkreten Frage: Es ist, glaube ich, der Vertrag von Maastricht aus dem Jahr 1992 viel klüger, als tatsächlich angenommen wird. (Abg. Böhacker: Erstes Semester Handelsschule ist das!) Er nennt nämlich fünf Kriterien: das Wechselkurskriterium, das Inflationskriterium – das erfüllen bereits viele Länder –, das Zinskriterium, das Defizitkriterium und das Stabilitätskriterium. Zu den beiden letzten, die Sie wahrscheinlich meinen, ist zu sagen: Diese sind laut Vertrag von Maastricht zum Beispiel auch dann erfüllt, wenn nur nachhaltig genug zum Beispiel die Reduktion in Richtung 60 Prozent gegeben ist. Das steht schon heute im bestehenden Vertrag von Maastricht. Und ich bin überzeugt davon, daß dieses ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner. ) Dann wird ein Land nicht teilnehmen können, wenn die Schuldenquote darüber hinausgeht. (Abg. Mag. Trattner: Wenn es schon dabei ist und die Stabilitätskriterien nicht erfüllt werden?) Das ist etwas, das Sie, Herr Abgeordneter, vielleicht nicht wissen. (Abg. Mag. Trattner: Das ist nicht so, wie Sie sagen!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Zu Ihrer konkreten Frage: Es ist, glaube ich, der Vertrag von Maastricht aus dem Jahr 1992 viel klüger, als tatsächlich angenommen wird. (Abg. Böhacker: Erstes Semester Handelsschule ist das!) Er nennt nämlich fünf Kriterien: das Wechselkurskriterium, das Inflationskriterium – das erfüllen bereits viele Länder –, das Zinskriterium, das Defizitkriterium und das Stabilitätskriterium. Zu den beiden letzten, die Sie wahrscheinlich meinen, ist zu sagen: Diese sind laut Vertrag von Maastricht zum Beispiel auch dann erfüllt, wenn nur nachhaltig genug zum Beispiel die Reduktion in Richtung 60 Prozent gegeben ist. Das steht schon heute im bestehenden Vertrag von Maastricht. Und ich bin überzeugt davon, daß dieses ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner. ) Dann wird ein Land nicht teilnehmen können, wenn die Schuldenquote darüber hinausgeht. (Abg. Mag. Trattner: Wenn es schon dabei ist und die Stabilitätskriterien nicht erfüllt werden?) Das ist etwas, das Sie, Herr Abgeordneter, vielleicht nicht wissen. (Abg. Mag. Trattner: Das ist nicht so, wie Sie sagen!)
Abg. Mag. Trattner: Wenn es schon dabei ist und die Stabilitätskriterien nicht erfüllt werden?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Zu Ihrer konkreten Frage: Es ist, glaube ich, der Vertrag von Maastricht aus dem Jahr 1992 viel klüger, als tatsächlich angenommen wird. (Abg. Böhacker: Erstes Semester Handelsschule ist das!) Er nennt nämlich fünf Kriterien: das Wechselkurskriterium, das Inflationskriterium – das erfüllen bereits viele Länder –, das Zinskriterium, das Defizitkriterium und das Stabilitätskriterium. Zu den beiden letzten, die Sie wahrscheinlich meinen, ist zu sagen: Diese sind laut Vertrag von Maastricht zum Beispiel auch dann erfüllt, wenn nur nachhaltig genug zum Beispiel die Reduktion in Richtung 60 Prozent gegeben ist. Das steht schon heute im bestehenden Vertrag von Maastricht. Und ich bin überzeugt davon, daß dieses ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner. ) Dann wird ein Land nicht teilnehmen können, wenn die Schuldenquote darüber hinausgeht. (Abg. Mag. Trattner: Wenn es schon dabei ist und die Stabilitätskriterien nicht erfüllt werden?) Das ist etwas, das Sie, Herr Abgeordneter, vielleicht nicht wissen. (Abg. Mag. Trattner: Das ist nicht so, wie Sie sagen!)
Abg. Mag. Trattner: Das ist nicht so, wie Sie sagen!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Zu Ihrer konkreten Frage: Es ist, glaube ich, der Vertrag von Maastricht aus dem Jahr 1992 viel klüger, als tatsächlich angenommen wird. (Abg. Böhacker: Erstes Semester Handelsschule ist das!) Er nennt nämlich fünf Kriterien: das Wechselkurskriterium, das Inflationskriterium – das erfüllen bereits viele Länder –, das Zinskriterium, das Defizitkriterium und das Stabilitätskriterium. Zu den beiden letzten, die Sie wahrscheinlich meinen, ist zu sagen: Diese sind laut Vertrag von Maastricht zum Beispiel auch dann erfüllt, wenn nur nachhaltig genug zum Beispiel die Reduktion in Richtung 60 Prozent gegeben ist. Das steht schon heute im bestehenden Vertrag von Maastricht. Und ich bin überzeugt davon, daß dieses ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner. ) Dann wird ein Land nicht teilnehmen können, wenn die Schuldenquote darüber hinausgeht. (Abg. Mag. Trattner: Wenn es schon dabei ist und die Stabilitätskriterien nicht erfüllt werden?) Das ist etwas, das Sie, Herr Abgeordneter, vielleicht nicht wissen. (Abg. Mag. Trattner: Das ist nicht so, wie Sie sagen!)
Abg. Mag. Trattner: Da sagt die Notenbank etwas anderes! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Es gibt, sehr geehrter Herr Abgeordneter, eine – wie ich glaube – sehr wichtige Diskussion. Es gibt nämlich die Verpflichtung der Länder, die an diesem Euro-Block teilnehmen werden, einen Stabilitätspakt abzuschließen, und zwar genau deswegen, weil es wichtig ist ... (Abg. Mag. Trattner: Da sagt die Notenbank etwas anderes! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Soll ich Ihre Frage beantworten oder? (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen!)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen!
Es gibt, sehr geehrter Herr Abgeordneter, eine – wie ich glaube – sehr wichtige Diskussion. Es gibt nämlich die Verpflichtung der Länder, die an diesem Euro-Block teilnehmen werden, einen Stabilitätspakt abzuschließen, und zwar genau deswegen, weil es wichtig ist ... (Abg. Mag. Trattner: Da sagt die Notenbank etwas anderes! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Soll ich Ihre Frage beantworten oder? (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen!)
Abg. Mag. Stadler: Das tut euch weh, das merkt man!
Abgeordneter Dr. Ewald Nowotny (SPÖ): Herr Bundesminister! Wie wir eben erlebt haben, wird manchmal versucht, einen Zusammenhang zwischen den Währungsschnitten, die die Österreicher in diesem Jahrhundert erleben mußten, und der Umstellung auf den Euro herzustellen. Es ist dieser Versuch etwa auch gestern in der Fernsehdebatte von Abgeordneten Haider, der uns heute nicht die Ehre gibt, unternommen worden (Abg. Mag. Stadler: Das tut euch weh, das merkt man!) – zu seinen Gunsten nehme ich an: wider besseres Wissen.
Bundesminister Mag. Klima wendet sich zu den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Bundesminister Mag. Klima wendet sich zu den Freiheitlichen.) Es geht dabei nicht darum – das wissen Sie –, daß wir eine Abwertung der Währung vornehmen, sondern daß es zu einem bestimmten Zeitpunkt eine festgelegte Definition gibt, wieviel Schilling wieviel Euro sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dort ist der Fragesteller!) – Er weiß es ohnehin; er sagt es anscheinend trotz besseren Wissens falsch. Ich brauche es daher nicht zu erklären.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Dort ist der Fragesteller!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Bundesminister Mag. Klima wendet sich zu den Freiheitlichen.) Es geht dabei nicht darum – das wissen Sie –, daß wir eine Abwertung der Währung vornehmen, sondern daß es zu einem bestimmten Zeitpunkt eine festgelegte Definition gibt, wieviel Schilling wieviel Euro sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dort ist der Fragesteller!) – Er weiß es ohnehin; er sagt es anscheinend trotz besseren Wissens falsch. Ich brauche es daher nicht zu erklären.
Abg. Dr. Haselsteiner: Das war die 4. Frage!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete! Ist das nicht ein Irrtum? War das zur 4. Frage oder zur 3. Frage? (Abg. Dr. Haselsteiner: Das war die 4. Frage!) Dann ist das ein Irrtum.
Abg. Dr. Khol: Das ist sehr gefährlich, Herr Minister!
Abgeordneter Dkfm. Holger Bauer (Freiheitliche): Herr Bundesminister! Ihre bisherigen Antworten decken sich im wesentlichen mit dem, was ich seit vielen Jahren sage. (Abg. Dr. Khol: Das ist sehr gefährlich, Herr Minister!) Das ist doch schön, das ist doch kein Unglück.
Abg. Dkfm. Bauer: Die liegt nicht bei 17 Prozent, sondern bei 53 Prozent! Sie verwechseln die Steuerquote mit der Abgabenquote! – Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima.
Bundesminister für Finanzen Mag. Viktor Klima: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Wie Sie dem Budgetbericht entnehmen können, wird es sogar ein leichtes Senken der Abgabenquote geben. Wir erwarten für das Jahr 1997 eine Abgabenquote von 17,2 Prozent, für das Jahr 2000 ist eine Abgabenquote von 16,5 Prozent prognostiziert. (Abg. Dkfm. Bauer: Die liegt nicht bei 17 Prozent, sondern bei 53 Prozent! Sie verwechseln die Steuerquote mit der Abgabenquote! – Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (fortsetzend): Herr Präsident! Ich komme gleich zur Frage: Wann werden Sie dem Hohen Haus ein Budgetprogramm vorlegen, das dem Gesetz entspricht? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: Das ist eine Frechheit! – Abg. Mag. Stadler: Eine klare Verletzung des Interpellationsrechtes!
Bundesminister für Finanzen Mag. Viktor Klima: Herr Abgeordneter Trattner! Die Bundesregierung ist der Meinung, daß dieses Budgetprogramm dem Gesetz entspricht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: Das ist eine Frechheit! – Abg. Mag. Stadler: Eine klare Verletzung des Interpellationsrechtes!)
Beifall bei der SPÖ.
Bundesminister für Finanzen Mag. Viktor Klima: Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Ich halte es für sehr, sehr wichtig, daß das ein wirklich faires, partnerschaftliches Verhältnis ist, das heißt, daß dieselben Rechte, die die Gemeinden gegenüber den Ländern und dem Bund haben, auch die Länder gegenüber dem Bund und den Gemeinden haben und der Bund gegenüber diesen Partnern hat. Das heißt: Es ist dies eine Vereinbarung, die die Städte und Gemeinden, die Länder und den Bund in gleichen Rechten umfassen muß. Wie das technisch geht, sollen mir dann die Verfassungsexperten sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Die Regierung hat sich nach dem Parlament zu richten, nicht das Parlament nach der Regierung!
Abgeordneter Dr. Hans Peter Haselsteiner (Liberales Forum): Herr Bundesminister! Noch einmal zurück zum Budgetprogramm: Auch ich glaube, daß der § 12 ziffernmäßig fast sinnentleert ist. Glauben Sie nicht, daß es eigentlich korrekter und fairer wäre, die Abschaffung dieses § 12 zu diskutieren? – Er ist sinnlos, wenn Sie nicht bereit sind, die Maßnahmen, so wie dies im Gesetz vorgesehen ist, auch zu quantifizieren, statt nur eine summarische Darstellung zu geben, mit der wirklich niemand etwas anfangen kann. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Die Regierung hat sich nach dem Parlament zu richten, nicht das Parlament nach der Regierung!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Es erscheint aufgrund des Wortlautes von § 7 der Geschäftsordnung klar, daß dieser sich ausschließlich auf den Zusammenschluß, das heißt die Bildung eines neuen Klubs, bezieht. Ich finde diese Interpretation auch sinnvoll, weil es in keiner Weise Aufgabe des Plenums des Nationalrates sein kann, eine politische Wertung darüber abzugeben, daß ein Abgeordneter von der ÖVP über das Liberale Forum nunmehr seinen politischen Weg zur Freiheitlichen Partei gefunden hat. Ich glaube auch nicht, daß es Aufgabe des Plenums des Nationalrates ist, politisch zu bewerten, daß die Flexibilität eines Abgeordneten von einer Fraktion genutzt wird, um 15 Millionen Schilling in dieser Legislaturperiode zu lukrieren. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl bejaht dies.
Herr Abgeordneter Wabl hat beantragt, nach § 59 Abs. 3 der Geschäftsordnung zu beschließen, eine Debatte über den § 7 der Geschäftsordnung durchzuführen. Bleiben Sie bei diesem Antrag, Kollege Wabl, obwohl wir dieses Thema schon erörtert haben? (Abg. Wabl bejaht dies.) – Dann stimmen wir nunmehr darüber ab.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Für uns Freiheitliche besteht daher überhaupt kein Grund, hier in Jubelschreie auszubrechen, wie das Ihr Parteiobmann Dr. Schüssel in der Öffentlichkeit getan hat. Er hat den Bauern damit sicher einen Bärendienst erwiesen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rosemarie Bauer: Geh bitte!
Die Aussagen Schüssels sind in Anbetracht der derzeitigen Situation der Rinderbauern meines Erachtens sogar zynisch. (Abg. Rosemarie Bauer: Geh bitte!) Wenn Sie, Frau Abgeordnete, die Situation kennen würden, wüßten Sie, daß die Stimmung bei den Bauern, vor allem bei den Rinderbauern, derzeit zwischen Resignation und Verzweiflung schwankt. Sie zahlen nämlich die Zeche für die EU-Massenproduktion. Sie sind Leidtragende einer Landwirtschaftspolitik, für die sie nichts können. Ist das die Vision, die Sie in der Landwirtschaft haben?
Beifall bei den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der ÖVP.
Sie tragen die Mitverantwortung dafür, daß die Engländer jetzt den Rindermarkt zusammenschlagen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der ÖVP.) Sie lassen die Bauern im Stich, Herr Kollege, denn sie bekommen ja nur einen Bruchteil des eigentlichen Schadens abgegolten. 3 500 S pro Stück beträgt der Schaden – das sind nicht Berechnungen von den Freiheitlichen, sondern das sagt Präsident Schwarzböck selbst in öffentlichen Erklärungen –, die Bauern aber bekommen im Schnitt nur etwa 700 S abgegolten. Das ist ein Fünftel des eigentlichen Schadens.
Abg. Koppler : Der Firlinger ist paktfähig!
Herr Minister Molterer! Wer ist nicht paktfähig? (Abg. Koppler : Der Firlinger ist paktfähig!) – Wenn jetzt klar wird, Herr Minister, daß Sie mit den Bauern zwar Verträge abgeschlossen haben, aber einen Einstiegsstopp ins Umweltprogramm verfügen, dann ist das Wortbruch! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister Molterer! Wer ist nicht paktfähig? (Abg. Koppler : Der Firlinger ist paktfähig!) – Wenn jetzt klar wird, Herr Minister, daß Sie mit den Bauern zwar Verträge abgeschlossen haben, aber einen Einstiegsstopp ins Umweltprogramm verfügen, dann ist das Wortbruch! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl spricht mit Bundesminister Mag. Molterer.
Das heißt, bei geringsten Irrtümern, bei geringsten Verstößen werden die Bauern kraß zur Verantwortung gezogen. Nur Sie, Herr Molterer, werden nicht finanziell zur Verantwortung gezogen. Allerdings werden Sie, Herr Minister Molterer ... (Abg. Wabl spricht mit Bundesminister Mag. Molterer. ) Vielleicht können Sie mir Ihre Aufmerksamkeit schenken, wenn Herr Wabl seinen Frust über seine mißlungene Aktion bei Ihnen losgeworden ist. (Abg. Mag. Stadler: 10 Minuten geht das schon! Wollen Sie nicht Ihre private Unterhaltung woanders machen? Wollen Sie nicht einen Kaffee servieren lassen? – Das ist ja unglaublich! Ich habe geglaubt, Sie sind lange genug im Parlament gewesen!)
Abg. Mag. Stadler: 10 Minuten geht das schon! Wollen Sie nicht Ihre private Unterhaltung woanders machen? Wollen Sie nicht einen Kaffee servieren lassen? – Das ist ja unglaublich! Ich habe geglaubt, Sie sind lange genug im Parlament gewesen!
Das heißt, bei geringsten Irrtümern, bei geringsten Verstößen werden die Bauern kraß zur Verantwortung gezogen. Nur Sie, Herr Molterer, werden nicht finanziell zur Verantwortung gezogen. Allerdings werden Sie, Herr Minister Molterer ... (Abg. Wabl spricht mit Bundesminister Mag. Molterer. ) Vielleicht können Sie mir Ihre Aufmerksamkeit schenken, wenn Herr Wabl seinen Frust über seine mißlungene Aktion bei Ihnen losgeworden ist. (Abg. Mag. Stadler: 10 Minuten geht das schon! Wollen Sie nicht Ihre private Unterhaltung woanders machen? Wollen Sie nicht einen Kaffee servieren lassen? – Das ist ja unglaublich! Ich habe geglaubt, Sie sind lange genug im Parlament gewesen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Er hat nämlich gemeint: Die Kompetenzen könnt ihr haben, aber das Geld verbleibt in Brüssel. – So kann es nicht gehen! Denn entscheidend ist, daß der Mitgliedsbeitrag gekürzt wird, um mit dem vorhandenen finanziellen Spielraum letztlich eine eigenständige Agrarpolitik in Richtung Einkommenssicherung in der Landwirtschaft zu gewährleisten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wurmitzer: Sockelbetrag!
Wir stellen uns Fixbeträge für den im landwirtschaftlichen Betrieb Beschäftigten vor. (Abg. Wurmitzer: Sockelbetrag!) Das kommt einem Sockelbetrag gleich, Kollege Wurmitzer, aber nicht auf den Betrieb bezogen, sondern auf die Beschäftigungssituation.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das alles würde vor allem einen großen Vorteil haben: einen enormen Abbau der Bürokratie. Damit müssen sich die Bauern jetzt zwar abfinden, aber wie das Beispiel des Bauern aus Maria Saal in Kärnten zeigt, ist er ja entweder mit einem Fuß im Kriminal oder in Gefahr, enorme Summen zurückzahlen zu müssen. Das kann ja nicht Ziel der Bauern sein. Der Bauer soll nicht hinter dem Schreibtisch sitzen und Formulare ausfüllen müssen. Mir wäre es lieber, er könnte seinen ureigensten Aufgaben nachkommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abschließend: Ich bitte, diese Vorstellungen der Freiheitlichen wirklich ernst zu nehmen, und hoffe, daß in Hinkunft auch im Rahmen der Verteilungsdiskussion nicht unter dem Blickwinkel Groß- und Kleinbetriebe Neidkomplexe geschürt werden, sondern daß es wirklich um unser gemeinsames Ziel geht, nämlich die Sicherung des Arbeitsplatzes Bauernhof. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold ... Situation der Rinderbauern!
Abgeordneter Georg Schwarzenberger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Reichhold, so einfach, wie Sie es sich hier gemacht haben, kann man sich diese Diskussion nicht machen. Sie sind selbst buchführender Betrieb für den Grünen Bericht, Sie haben einen der 2 482 Betriebe, die für den Grünen Bericht Buchführung betreiben. Weil Sie gemeint haben, die Aussage unseres Parteiobmanns Schüssel sei zynisch: Diese Aussage war das Ergebnis der 2 482 buchführenden Betriebe. (Abg. Ing. Reichhold ... Situation der Rinderbauern!)
Abg. Ing. Reichhold: Nehmen Sie den Herrn Schüssel einmal zu einer Versteigerung mit! Dann soll er mit den Bauern reden, die mit diesem Preisabfall konfrontiert sind!
An den Beginn Ihrer Rede haben auch Sie die Aussage gestellt, daß die Buchführungsbetriebe ein Plus von 22 Prozent verzeichnen. Daß dabei vom Ausgangspunkt aus gerechnet werden muß, ist klar, auch, daß die tatsächlichen Zahlen auf den Tisch gelegt werden müssen. (Abg. Ing. Reichhold: Nehmen Sie den Herrn Schüssel einmal zu einer Versteigerung mit! Dann soll er mit den Bauern reden, die mit diesem Preisabfall konfrontiert sind!)
Beifall bei der ÖVP.
Das Einkommensplus – das hat auch Abgeordneter Reichhold bestätigt – war nur erreichbar, weil wir bereits im ersten Jahr die EU-Förderungen in vollem Ausmaß ausgeschöpft haben – dank unseres guten Interessenvertretungssystems, unserer Kammern, bis zu den Bezirksbauernkammern, die sehr nahe bei den Bauern sind und die entsprechende Beratung vornehmen konnten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Aumayr: Könnten Sie etwas zur Lage der Bauern sagen, Herr Kollege Schwarzenberger?
Eine sehr pikante Feststellung hat interessanterweise der FPÖ-Abgeordnete Haigermoser getroffen hinsichtlich der Position, wo die einzelnen Parteien stehen. Ich zitiere wörtlich aus dem Stenographischen Protokoll: "Die EG-Gegner ..." (Abg. Aumayr: Könnten Sie etwas zur Lage der Bauern sagen, Herr Kollege Schwarzenberger?) – Ja, darauf werde ich auch noch kommen. Das ist Ihnen peinlich.
Beifall bei der FPÖ.
Haigermoser: "Die EG-Gegner formierten sich nahezu militant in einer unheiligen Allianz, und wir haben auch aus den Worten des Kollegen Wabl ... diese Militanz vernehmen müssen. Stalinisten, Trotzkisten, Maoisten, Anarchisten, versprengte Kommunisten ... haben sich zusammengefunden," – und jetzt horcht bitte – "um im Verein mit Rechtsradikalen ein europafeindliches Bild zu entwerfen. (Beifall bei der FPÖ.)" – Zitat aus dem Stenographischen Protokoll. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Sie kennen den Unterschied zwischen EG und EU nicht, Herr Kollege!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Sie kennen den Unterschied zwischen EG und EU nicht, Herr Kollege!
Haigermoser: "Die EG-Gegner formierten sich nahezu militant in einer unheiligen Allianz, und wir haben auch aus den Worten des Kollegen Wabl ... diese Militanz vernehmen müssen. Stalinisten, Trotzkisten, Maoisten, Anarchisten, versprengte Kommunisten ... haben sich zusammengefunden," – und jetzt horcht bitte – "um im Verein mit Rechtsradikalen ein europafeindliches Bild zu entwerfen. (Beifall bei der FPÖ.)" – Zitat aus dem Stenographischen Protokoll. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Sie kennen den Unterschied zwischen EG und EU nicht, Herr Kollege!)
Zwischenruf der Abg. Aumayr. – Abg. Wenitsch: Das ist ja unglaublich!
Wir haben aber das Ziel noch nicht erreicht. (Zwischenruf der Abg. Aumayr. – Abg. Wenitsch: Das ist ja unglaublich!) Mit Bergbauerneinkommen von durchschnittlich 12 200 S und Bauerneinkommen in einem Nichtbergbauerngebiet von durchschnittlich 16 800 S können wir uns nicht zufriedengeben. Aber es sind hier wichtige und richtige Schritte gesetzt worden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Aumayr: Und Sie wollen ein Bauernvertreter sein?!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Aumayr: Und Sie wollen ein Bauernvertreter sein?!
Wir haben aber das Ziel noch nicht erreicht. (Zwischenruf der Abg. Aumayr. – Abg. Wenitsch: Das ist ja unglaublich!) Mit Bergbauerneinkommen von durchschnittlich 12 200 S und Bauerneinkommen in einem Nichtbergbauerngebiet von durchschnittlich 16 800 S können wir uns nicht zufriedengeben. Aber es sind hier wichtige und richtige Schritte gesetzt worden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Aumayr: Und Sie wollen ein Bauernvertreter sein?!)
Abg. Aumayr: Warum haben Sie es nicht schon gemacht? Vertragsbrecher!
Auch muß es unser Ziel sein – Bundesminister Molterer bemüht sich sehr in dieser Frage –, daß wir für das von den Österreichern so stark angenommene Umweltprogramm, so wie dies die Richtlinie an und für sich möglich machen würde (Abg. Aumayr: Warum haben Sie es nicht schon gemacht? Vertragsbrecher!) , 50 Prozent von der EU erhalten. Ich wünsche dem Herrn Minister viel Erfolg dafür, daß wir das auch einmal erreichen werden. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Auch muß es unser Ziel sein – Bundesminister Molterer bemüht sich sehr in dieser Frage –, daß wir für das von den Österreichern so stark angenommene Umweltprogramm, so wie dies die Richtlinie an und für sich möglich machen würde (Abg. Aumayr: Warum haben Sie es nicht schon gemacht? Vertragsbrecher!) , 50 Prozent von der EU erhalten. Ich wünsche dem Herrn Minister viel Erfolg dafür, daß wir das auch einmal erreichen werden. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Abg. Aumayr: Da kommen Sie erst jetzt drauf?
Ein weiterer Bereich – das wurde bereits angemerkt – ist, daß wir in der Weiterentwicklung etwa der Ausgleichszulage – dieses Bergbauernmemorandum ist bereits in der EU-Kommission eingebracht worden – einen Sockelbetrag fordern (Abg. Aumayr: Da kommen Sie erst jetzt drauf?) , um damit die kleinen und mittleren Betriebe besser fördern zu können. (Abg. Aumayr: Da kommen Sie jetzt erst drauf? Vor 20 Jahren haben wir das schon gefordert!)
Abg. Aumayr: Da kommen Sie jetzt erst drauf? Vor 20 Jahren haben wir das schon gefordert!
Ein weiterer Bereich – das wurde bereits angemerkt – ist, daß wir in der Weiterentwicklung etwa der Ausgleichszulage – dieses Bergbauernmemorandum ist bereits in der EU-Kommission eingebracht worden – einen Sockelbetrag fordern (Abg. Aumayr: Da kommen Sie erst jetzt drauf?) , um damit die kleinen und mittleren Betriebe besser fördern zu können. (Abg. Aumayr: Da kommen Sie jetzt erst drauf? Vor 20 Jahren haben wir das schon gefordert!)
Abg. Aumayr: Sie machen mir Angst!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich komme schon zum Schluß: Wir werden unser Ziel einer flächendeckenden Land- und Forstwirtschaft nicht aufgeben. Derzeit stehen weltweit pro Einwohner 2 000 Quadratmeter an landwirtschaftlicher Nutzfläche zur Verfügung. Bereits in 25 Jahren werden es, weil die Bevölkerung weiter wächst, nur mehr 1 000 Quadratmeter sein. Die Wüsten dehnen sich aus, und immer weniger Süßwasser steht für Bewässerungen zur Verfügung. Wir werden alle unsere Produktionsflächen noch einmal notwendig brauchen. Aber Angst – das sei in Richtung der Freiheitlichen Partei gesagt – ist immer ein schlechter Ratgeber. (Abg. Aumayr: Sie machen mir Angst!) Auch bei den Bauern muß gelten: Mutmacher statt Miesmacher! (Abg. Aumayr: Sie machen mir wirklich Angst!)
Abg. Aumayr: Sie machen mir wirklich Angst!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich komme schon zum Schluß: Wir werden unser Ziel einer flächendeckenden Land- und Forstwirtschaft nicht aufgeben. Derzeit stehen weltweit pro Einwohner 2 000 Quadratmeter an landwirtschaftlicher Nutzfläche zur Verfügung. Bereits in 25 Jahren werden es, weil die Bevölkerung weiter wächst, nur mehr 1 000 Quadratmeter sein. Die Wüsten dehnen sich aus, und immer weniger Süßwasser steht für Bewässerungen zur Verfügung. Wir werden alle unsere Produktionsflächen noch einmal notwendig brauchen. Aber Angst – das sei in Richtung der Freiheitlichen Partei gesagt – ist immer ein schlechter Ratgeber. (Abg. Aumayr: Sie machen mir Angst!) Auch bei den Bauern muß gelten: Mutmacher statt Miesmacher! (Abg. Aumayr: Sie machen mir wirklich Angst!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Dem Grünen Bericht werden wir die Zustimmung geben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Ja, da hast du recht! EWG! Ewiggestrig! – Abg. Wenitsch: Das ist Vergangenheitsbewältigung! – Abg. Aumayr: EWG! – Aber das interessiert ihn gar nicht!
Die Entwicklung gibt uns recht: Im ersten Jahr nach dem EU-Beitritt sind 12 400 Arbeitsplätze vernichtet worden, und in vier Jahren werden es wahrscheinlich mehr als 40 000 sein. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Ja, da hast du recht! EWG! Ewiggestrig! – Abg. Wenitsch: Das ist Vergangenheitsbewältigung! – Abg. Aumayr: EWG! – Aber das interessiert ihn gar nicht!)
Abg. Ing. Reichhold: Beim Lesen tust du dir hart, Barmüller!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Die Liberalen sehen im Grünen Bericht – um den es ja heute auch geht, da wir mehrere Tagesordnungspunkte unter einem verhandeln (Abg. Ing. Reichhold: Beim Lesen tust du dir hart, Barmüller!) – die Festschreibung der Landwirtschaftspolitik der Bundesregierung, die in Teilbereichen die Zustimmung des Liberalen Forums findet. Aber Faktum ist, daß gerade diese Teilbereiche – ich werde später noch näher darauf eingehen – geprägt sind von Tendenzen, von Vorstellungen, von Ankündigungen, wohin die Agrarpolitik gehen soll, und weniger von konkreten Maßnahmen.
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Wabl.
Wir werden daher dem Grünen Bericht in seiner Gesamtheit nicht zustimmen, weil wir mit der Agrarpolitik, wie sie jetzt gemacht wird, nicht zufrieden sind. Wir meinen, daß sie den Bauern in Österreich zu wenig Möglichkeiten, vor allem zu wenig freie Einkommensmöglichkeiten bietet. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Wabl. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist falsch, meine Damen und Herren von der ÖVP, die Augen vor der Tatsache zu verschließen, daß den Bauern die gleichen Möglichkeiten geboten werden müssen, wie sie Gewerbetreibende heute haben. Das ist ein Weg, der gegangen werden muß, und da sollte sich insbesondere die ÖVP mit ihrer Bündestruktur nicht gegenseitig aufreiben, sondern den Bauern die Möglichkeit geben, vermehrt ihren Platz im Markt zu finden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir anerkennen, Herr Bundesminister, daß dieser Bereich in Ihrem Bericht soviel Platz einnimmt, aber wir sehen keine konkreten Maßnahmen, daß das im Bereich der Regierung wirklich umgesetzt wird. (Beifall beim Liberalen Forum.) Wir hätten uns gefreut, wenn etwa Herr Abgeordneter Khol, weil es heute den Landwirtschaftsbericht gibt, sich gestern darauf konzentriert hätte, für erneuerbare Energieträger und für Einspeisetarife einzutreten, anstatt sich in einer Wahlkampfsituation – wo er weiß, daß es sicher keine sachliche Diskussion gibt – Gedanken über die Ausweitung der Erschwernisse zur Erlangung der Staatsbürgerschaft zu machen, so wie er das mit seinem gestrigen Antrag getan hat.
Abg. Wurmitzer: Ich lade Sie ein, sich das in meiner Heimatgemeinde anzusehen!
Und genau das ist das, was Ihnen letztlich die Probleme im Bereich der Landwirtschaft und bei den Bauern bringt, denn diese sehen natürlich auch, daß ihnen das zwar versprochen wird, daß aber die ÖVP dann, wenn es einmal auch um die konkrete Umsetzung geht und darum, daß man in der politischen Diskussion bei den richtigen Prioritäten mit seinem Koalitionspartner auch einmal hart redet, schweigsam ist, daß sie still ist. Da ist dann auf einmal Schweigen Gold für sie. (Abg. Wurmitzer: Ich lade Sie ein, sich das in meiner Heimatgemeinde anzusehen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Aus diesem Grund darf ich einleitend im Namen meiner Fraktion den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ressorts, die sich wieder bemüht haben, in diesem Grünen Bericht sehr informative und interessante Daten zusammenzustellen, herzlich für ihre Arbeit danken, die uns in der weiteren Behandlung der Agrarpolitik sehr dienlich sein wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ
Kollege Reichhold! Wenn du sagst, wir möchten den Neid schüren, muß ich sagen, es mutet ein wenig komisch an, das aus deinem Mund beziehungsweise aus deiner Fraktion zu hören, denn wenn es hier im Haus eine Fraktion gibt, die ständig Neid schüren will, dann ist das wohl deine Fraktion. Wir wollen auf sachlicher Ebene dafür sorgen, daß es eine gerechte Verteilung gibt (Beifall bei der SPÖ) , eine gerechte Verteilung im Hinblick auf regionale Unterschiede, im Hinblick auf Bewirtschaftungsunterschiede und auch im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit in dieser Republik.
Zwischenruf des Abg. Wabl
Eine weitere Graphik des Grünen Berichtes stellt dar (der Redner zeigt eine Graphik), wie sich in Österreich die Einkünfte in der Land- und Forstwirtschaft verteilen. Die dunkelgrünen Flecken sind jene Flecken, wohin die größten Beträge gehen (Zwischenruf des Abg. Wabl ) – richtig,
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir werden dem Grünen Bericht unsere Zustimmung geben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Wabl. – Bitte, Herr Abgeordneter. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 15 Minuten. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Willst du auch zu uns kommen?
Meine Damen und Herren! Wir wissen, daß sich die Meinung mancher Menschen und mancher Parteien sehr rasch ändert. Es ist natürlich jedem vorbehalten, am nächsten Tag gescheiter zu sein, Herr Reichhold, so wie dies Ihrem Kollegen Firlinger gelungen ist. Er hat von der letzten Landwirtschaftsausschußsitzung bis heute seine Meinung geändert und schließt sich nun offensichtlich Ihrer an. (Abg. Ing. Reichhold: Willst du auch zu uns kommen?) Ich bin froh darüber, daß heute wieder der liberale Standpunkt gesiegt hat und Barmüller den Standpunkt der Liberalen im Hinblick auf die Landwirtschaft hier präsentiert hat.
Mag. Ing. Reichhold: Bei welchen konkret?
Aber lassen Sie mich doch folgendes anmerken: Herr Kollege Reichhold! Würde ich die Rede, die Sie heute hier gehalten haben, nur isoliert betrachten, könnte ich sagen – wenn ich nicht ihren Hintergrund kennen würde –: Eine recht passable Rede! Da ich aber weiß, wie Sie sich bisher bei allen Abstimmungen verhalten haben, wie Sie auch in der EU-Frage agiert haben (Mag. Ing. Reichhold: Bei welchen konkret?) – bei den Abstimmungen im Zusammenhang mit der Düngemittelabgabe, bei den Abstimmungen im Zusammenhang mit den Pflanzenschutzmitteln, bei den Abstimmungen im Zusammenhang mit den Forstgesetzen, bei den Abstimmungen im Zusammenhang mit dem EU-Beitritt (Abg. Ing. Reichhold: Keine Verbote!) –, muß ich sagen, Herr Kollege Reichhold: Es ist ein bißchen ein Problem – sagen wir es einmal vorsichtig; ich habe heute meinen vornehmen Tag – mit dem Kollegen Reichhold.
Abg. Ing. Reichhold: Keine Verbote!
Aber lassen Sie mich doch folgendes anmerken: Herr Kollege Reichhold! Würde ich die Rede, die Sie heute hier gehalten haben, nur isoliert betrachten, könnte ich sagen – wenn ich nicht ihren Hintergrund kennen würde –: Eine recht passable Rede! Da ich aber weiß, wie Sie sich bisher bei allen Abstimmungen verhalten haben, wie Sie auch in der EU-Frage agiert haben (Mag. Ing. Reichhold: Bei welchen konkret?) – bei den Abstimmungen im Zusammenhang mit der Düngemittelabgabe, bei den Abstimmungen im Zusammenhang mit den Pflanzenschutzmitteln, bei den Abstimmungen im Zusammenhang mit den Forstgesetzen, bei den Abstimmungen im Zusammenhang mit dem EU-Beitritt (Abg. Ing. Reichhold: Keine Verbote!) –, muß ich sagen, Herr Kollege Reichhold: Es ist ein bißchen ein Problem – sagen wir es einmal vorsichtig; ich habe heute meinen vornehmen Tag – mit dem Kollegen Reichhold.
Abg. Ing. Reichhold: Was hast du gemacht?
Sie sagen auch – Originalzitat Radio "Mittagsjournal" vom 3. November 1995 –: Die ÖVP will keine sachlich vernünftigen Kompromisse machen. – Ich habe nicht gemeint, daß die ÖVP hier keine sachlichen Kompromisse machen möchte, sondern ich habe damals die Auffassung vertreten, daß die ÖVP selbstverständlich zu Recht darauf pocht, daß Verträge einzuhalten sind, und daß die ÖVP naturgemäß Schwierigkeiten hat im Interessenkonflikt mit ihrer Klientel, die sie ja per Gesetz beauftragt ist hier zu vertreten, große Schwierigkeiten hat, Lösungen zu finden. Ihre Fraktion, Herr Abgeordneter Gradwohl, hat damals extrem polemisiert, extrem polarisiert, was für eine politische Partei auch in Ordnung ist. Die FPÖ hat die Gelegenheit genützt, zu zeigen, daß es auch eine Koalition zwischen FPÖ und ÖVP geben kann. (Abg. Ing. Reichhold: Was hast du gemacht?) Meine Damen und Herren! Wir sollten aber heute, hier und jetzt, ... (Abg. Ing. Reichhold: Vorher dagegen gestimmt und dann zugestimmt! Also warst du in der schwarz-blauen Koalition!)
Abg. Ing. Reichhold: Vorher dagegen gestimmt und dann zugestimmt! Also warst du in der schwarz-blauen Koalition!
Sie sagen auch – Originalzitat Radio "Mittagsjournal" vom 3. November 1995 –: Die ÖVP will keine sachlich vernünftigen Kompromisse machen. – Ich habe nicht gemeint, daß die ÖVP hier keine sachlichen Kompromisse machen möchte, sondern ich habe damals die Auffassung vertreten, daß die ÖVP selbstverständlich zu Recht darauf pocht, daß Verträge einzuhalten sind, und daß die ÖVP naturgemäß Schwierigkeiten hat im Interessenkonflikt mit ihrer Klientel, die sie ja per Gesetz beauftragt ist hier zu vertreten, große Schwierigkeiten hat, Lösungen zu finden. Ihre Fraktion, Herr Abgeordneter Gradwohl, hat damals extrem polemisiert, extrem polarisiert, was für eine politische Partei auch in Ordnung ist. Die FPÖ hat die Gelegenheit genützt, zu zeigen, daß es auch eine Koalition zwischen FPÖ und ÖVP geben kann. (Abg. Ing. Reichhold: Was hast du gemacht?) Meine Damen und Herren! Wir sollten aber heute, hier und jetzt, ... (Abg. Ing. Reichhold: Vorher dagegen gestimmt und dann zugestimmt! Also warst du in der schwarz-blauen Koalition!)
Abg. Ing. Reichhold: Warst du in der Koalition!
Herr Kollege Reichhold! Ich habe mit diesem Antrag gestimmt, weil ich der Auffassung war, daß diese Zusagen einzuhalten sind. (Abg. Ing. Reichhold: Warst du in der Koalition!) Dennoch, Herr Kollege Reichhold, habe ich es mir nicht nehmen lassen, Kritik dahin gehend anzubringen, daß es eine ungleiche Verteilungswirkung bei den Förderungen gibt. (Abg. Ing Reichhold: Du warst ja für die EU!)
Abg. Ing Reichhold: Du warst ja für die EU!
Herr Kollege Reichhold! Ich habe mit diesem Antrag gestimmt, weil ich der Auffassung war, daß diese Zusagen einzuhalten sind. (Abg. Ing. Reichhold: Warst du in der Koalition!) Dennoch, Herr Kollege Reichhold, habe ich es mir nicht nehmen lassen, Kritik dahin gehend anzubringen, daß es eine ungleiche Verteilungswirkung bei den Förderungen gibt. (Abg. Ing Reichhold: Du warst ja für die EU!)
Abg. Schwemlein: Stimmt ja gar nicht!
Meine Damen und Herren! Die Frage der Gerechtigkeit der sozialen Verteilung war immer ein Anliegen der Sozialdemokratie, und die Frage der Ökologisierung muß im zentralen Mittelpunkt all dieser gesellschaftlichen Bemühungen stehen. Ich wundere mich daher, daß Sie bereits eineinhalb Jahre haben verstreichen lassen und kein politischer Erfolg in dieser sensiblen Frage vorzuweisen ist. (Abg. Schwemlein: Stimmt ja gar nicht!)
Abg. Ing. Reichhold: Aber dann muß die EU-Agrarpolitik ...!
Ich sage das deshalb, weil die österreichische Bevölkerung vollstes Verständnis für jene Menschen hat, die in der Landwirtschaft arbeiten, die die Ökologisierung vorantreiben, die gesunde Lebensmittel produzieren, dafür, daß auch diese Arbeitsplätze bewahrt werden, aber null Verständnis dafür hat – auch aufgrund Ihrer Argumentation –, daß Gelder in einem Unmaß historische Zustände verewigen. Es gibt nur wenig rationale Gründe dafür, daß Menschen, die Hunderte oder Tausende Hektar haben, durch gesellschaftliche Zuwendungen aus Steuergeldern diesen Zustand verewigen. Das ist nicht einsehbar, das ist nicht argumentierbar, Herr Gradwohl! – Auch Sie sagen das, Ihre Fraktion sagt das, die Grünen sagen das, zum Teil sagt das auch die FPÖ. (Abg. Ing. Reichhold: Aber dann muß die EU-Agrarpolitik ...!) Die EU-Agrarpolitik ist auch ein solch heikler Punkt. (Abg. Ing. Reichhold: Das sind schöne Worte, aber in Österreich allein wirst du das nicht bewältigen können!)
Abg. Ing. Reichhold: Das sind schöne Worte, aber in Österreich allein wirst du das nicht bewältigen können!
Ich sage das deshalb, weil die österreichische Bevölkerung vollstes Verständnis für jene Menschen hat, die in der Landwirtschaft arbeiten, die die Ökologisierung vorantreiben, die gesunde Lebensmittel produzieren, dafür, daß auch diese Arbeitsplätze bewahrt werden, aber null Verständnis dafür hat – auch aufgrund Ihrer Argumentation –, daß Gelder in einem Unmaß historische Zustände verewigen. Es gibt nur wenig rationale Gründe dafür, daß Menschen, die Hunderte oder Tausende Hektar haben, durch gesellschaftliche Zuwendungen aus Steuergeldern diesen Zustand verewigen. Das ist nicht einsehbar, das ist nicht argumentierbar, Herr Gradwohl! – Auch Sie sagen das, Ihre Fraktion sagt das, die Grünen sagen das, zum Teil sagt das auch die FPÖ. (Abg. Ing. Reichhold: Aber dann muß die EU-Agrarpolitik ...!) Die EU-Agrarpolitik ist auch ein solch heikler Punkt. (Abg. Ing. Reichhold: Das sind schöne Worte, aber in Österreich allein wirst du das nicht bewältigen können!)
Abg. Ing. Reichhold: Wo denn?
Das ist die entscheidende Frage, nämlich: Haben wir nationale Spielräume? – Diese haben wir eingeklagt, Herr Minister! (Abg. Ing. Reichhold: Wo denn?) Wir haben in unserem Antrag festgehalten: Wir sollten versuchen, in Österreich nationale Spielräume zu bekommen. Möglicherweise müssen wir die Frage der Förderungen überhaupt renationalisieren (Abg. Ing. Reichhold: Ja, richtig!) , in unserem Bundesstaat regeln. Es kann sein, daß das die bessere Lösung ist, aber eines kann nicht sein, Herr Kollege Gradwohl: daß wir diese Frage immer weiter hinausschieben. Ich habe Ihnen ja schon vorgeschlagen: Schreiben Sie "24. Dezember" drauf, denn dann können Sie sich wieder etwas wünschen. Hätten Sie den Mut gehabt, einem Antrag zuzustimmen, der gut ist, auf dem aber ausnahmsweise nicht "Gradwohl und Schwarzenberger" steht, sondern ein Name der Grünen. Ich weiß, daß das für Sie sehr schwierig ist.
Abg. Ing. Reichhold: Ja, richtig!
Das ist die entscheidende Frage, nämlich: Haben wir nationale Spielräume? – Diese haben wir eingeklagt, Herr Minister! (Abg. Ing. Reichhold: Wo denn?) Wir haben in unserem Antrag festgehalten: Wir sollten versuchen, in Österreich nationale Spielräume zu bekommen. Möglicherweise müssen wir die Frage der Förderungen überhaupt renationalisieren (Abg. Ing. Reichhold: Ja, richtig!) , in unserem Bundesstaat regeln. Es kann sein, daß das die bessere Lösung ist, aber eines kann nicht sein, Herr Kollege Gradwohl: daß wir diese Frage immer weiter hinausschieben. Ich habe Ihnen ja schon vorgeschlagen: Schreiben Sie "24. Dezember" drauf, denn dann können Sie sich wieder etwas wünschen. Hätten Sie den Mut gehabt, einem Antrag zuzustimmen, der gut ist, auf dem aber ausnahmsweise nicht "Gradwohl und Schwarzenberger" steht, sondern ein Name der Grünen. Ich weiß, daß das für Sie sehr schwierig ist.
Abg. Schwemlein: Wabl, möchtest du etwas bewegen oder nur in die Annalen eingehen?
Meine Damen und Herren! Wir haben in der heutigen Debatte ... (Abg. Schwemlein: Wabl, möchtest du etwas bewegen oder nur in die Annalen eingehen?) Herr Kollege! Ich gehe gerne auf Ihre Eitelkeiten ein und ich schaue gerne darüber hinweg, daß Sie regelmäßig oder sehr oft unsere Anträge einfach nur herausnehmen und Ihre Namen draufschreiben – geschenkt! –, aber seien Sie bitte einmal ein bißchen korrekt im Zusammenhang mit parlamentarischen Ab
Beifall bei den Grünen.
Einen Satz noch, Herr Kollege Schwarzenberger! Ich weiß, wie schwierig es in Ihrer Fraktion ist, diese Debatte zu führen, aber ich ersuche Sie dennoch: Haben Sie den Mut, laden Sie die Oppositionsparteien, sofern sie konstruktiv daran teilnehmen wollen, zu dieser Debatte ein. Versuchen Sie nicht wieder, in Ihrem engen Koalitionskorsett diese Frage zu lösen, Sie werden es nicht zustande bringen. Vertrauen Sie ein bißchen – nur ein bißchen! – auf das freie Spiel der Kräfte, auf den Ideenwettbewerb. Sie können sicher sein, bei aller Polemik, der auch ich manchmal – manchmal etwas öfter – anheimfalle, werden wir uns bemühen, eine korrekte Lösung zu finden. Der jetzige Zustand ist auf Dauer schädlich für die österreichische Landwirtschaft, für die gesamte gesellschaftliche Gruppe der Bauern und Bäuerinnen, weil kein einziger Steuerzahler diesen Zustand akzeptiert, die Steuerzahler aber sehr wohl bereit sind, einen Weg der österreichischen Landwirtschaft zu unterstützen, der in Richtung ökologische Landwirtschaft geht und korrekt ist. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Erstens: Aufgrund der Erfahrung des abgelaufenen Jahres 1995 und 1996 sowie der internationalen Entwicklung möchte ich seitens der Bundesregierung und des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft ganz klar festhalten, daß der Beitritt Österreichs auch aus der Sicht der Landwirtschaft der richtige Schritt, der notwendige Schritt war, zu dem es keine Alternative gibt, weil er auch langfristig der bessere für die österreichischen Bauern ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zweitens: Der Grüne Bericht bestätigt eindeutig und klar, daß das Europaabkommen aus dem Jahr 1994 für die österreichische Landwirtschaft, für die Bauern wichtig, notwendig und richtig war. Und ich sowie die Bundesregierung stehen dazu, daß dieses Europaabkommen selbstverständlich auch in Zukunft für die Landwirtschaft umzusetzen ist. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich wende mich von dieser Stelle aus in großer Dankbarkeit an die Konsumenten, denn sie haben in diesem ersten Jahr beziehungsweise in den ersten eineinhalb Jahren unserer Mitgliedschaft den hochqualitativen Produkten österreichischer Bauern in hohem Ausmaß die Treue gehalten, und ich bitte um dieses Vertrauen auch in Zukunft. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Reichhold: Und nach Deutschland?
Meine Damen und Herren! Wir haben auch die Chancen, die uns im Export gegeben sind, genutzt. Was beispielsweise Italien betrifft, so hat im Jahr 1995 der Exportanteil Österreichs um 83 Prozent zugenommen. Wir haben erstmals in der Geschichte aus agrarischer Sicht eine positive Handelsbilanz gegenüber Italien. (Abg. Ing. Reichhold: Und nach Deutschland?)
Abg. Ing. Reichhold: Was haben wir denn verdient in Italien? – Nichts!
In Deutschland, Herr Kollege Reichhold, ist die Situation deswegen etwas anders, weil Italien ein Nachfragemarkt für agrarische Rohprodukte ist – wie Getreide, Fleisch und Milch –, während wir es in Deutschland mit einem scharfen Wettbewerbsmarkt zu tun haben, wo wir Verarbeitungsprodukte liefern müssen. (Abg. Ing. Reichhold: Was haben wir denn verdient in Italien? – Nichts!) Es ist deutlich zu sagen, daß wir in diesem Bereich, jedenfalls was die Verarbeitungsstruktur und Exportstruktur betrifft, noch zusätzliche Schübe brauchen.
Abg. Ing. Reichhold: Sie setzen ja keine!
Die österreichischen Bauern, die keinen einzigen BSE-Fall zu verzeichnen hatten, die in hochqualitativer Weise produzieren, haben dieselben Einkommens- und Marktprobleme wie die Kollegen jenseits der Grenze. Daher ist es notwendig, zusätzliche Maßnahmen zu setzen. (Abg. Ing. Reichhold: Sie setzen ja keine!) Der BSE-Ausgleich mit 335 Millionen Schilling ist ein erster Schritt.
Abg. Ing. Reichhold: Das löst das Problem nicht!
Ich mache darauf aufmerksam, daß die Intervention notwendig ist, Herr Kollege Reichhold. Wir haben in Österreich aus österreichischer Produktion bisher 27 000 Stück per Intervention untergebracht (Abg. Ing. Reichhold: Das löst das Problem nicht!) , die sonst zusätzlichen Marktdruck verursachen würden.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich darf mich an dieser Stelle für die vielfältigen Leistungen der Jahre 1995 und 1996 bedanken: bei den Bäuerinnen und Bauern, die große Umstellungen zu bewältigen hatten, bei der Verwaltung, die diese Umstellungen gut bewältigt hat, und auch bei den Konsumenten – das wiederhole ich noch einmal deutlich –, deren Treue für österreichische Produkte wir brauchen, weil österreichisch-bäuerliche Produkte von jener Qualität sind, bei der der Konsument sicher sein kann, daß er das Beste hat. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Reichhold: Das glauben Sie ja selbst nicht! Die haben Tiermehl verfüttert! – Abg. Aumayr: Bitte die Schweiz hat BSE-Fälle und Österreich nicht!
Im laufenden Jahr 1996 haben wir mit großen Problemen zu kämpfen, die wir aber auch als Drittland zu bewältigen hätten, die unabhängig vom EU-Beitritt zu sehen sind. Das spürt man zum Beispiel bei der Bewältigung der BSE-Problematik in unserem Nachbarland Schweiz. Wären wir nicht in der EU, hätte uns die BSE-Katastrophe genauso getroffen. (Abg. Ing. Reichhold: Das glauben Sie ja selbst nicht! Die haben Tiermehl verfüttert! – Abg. Aumayr: Bitte die Schweiz hat BSE-Fälle und Österreich nicht!) Auch wenn die Schweiz von BSE überhaupt nicht betroffen wäre, hätte sie auf dem Rindermarkt die gleichen Probleme zu bewältigen wie wir als EU-Mitgliedsland.
Abg. Ing. Reichhold: Das ist reine Demagogie! – Abg. Dr. Khol: "Demagogie" hat er gesagt!
Wir haben es fertiggebracht – das kann allerdings nur der Anfang sein (Abg. Ing. Reichhold: Das ist reine Demagogie! – Abg. Dr. Khol: "Demagogie" hat er gesagt!) –, beim BSE-Ausgleich mehr weiterzubringen als andere Mitgliedsländer, die von BSE wesentlich stärker betroffen sind als Österreich. (Beifall bei der ÖVP.) Wir sind eines jener drei Mitgliedsländer, die neben dem Währungsausgleich auch den BSE-Ausgleich mit EU-Mitteln bereits abgewickelt haben. Ich gehe davon aus, daß wir in diesem Bereich noch einiges zu tun haben, um die Einkommensausfälle der Bauern zu kompensieren.
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben es fertiggebracht – das kann allerdings nur der Anfang sein (Abg. Ing. Reichhold: Das ist reine Demagogie! – Abg. Dr. Khol: "Demagogie" hat er gesagt!) –, beim BSE-Ausgleich mehr weiterzubringen als andere Mitgliedsländer, die von BSE wesentlich stärker betroffen sind als Österreich. (Beifall bei der ÖVP.) Wir sind eines jener drei Mitgliedsländer, die neben dem Währungsausgleich auch den BSE-Ausgleich mit EU-Mitteln bereits abgewickelt haben. Ich gehe davon aus, daß wir in diesem Bereich noch einiges zu tun haben, um die Einkommensausfälle der Bauern zu kompensieren.
Beifall bei der ÖVP.
Ohne bäuerliche Betriebe, die dem internationalen Wettbewerbsdruck standhalten, können Sie auch die österreichische Landwirtschaft nicht aufrechterhalten. Daher kann es keine einseitige Nivellierung nach unten geben, sondern die öffentlichen Mittel müssen effizient und sozial gerecht eingesetzt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Wir werden so konsequent wie in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsminister, in Wahrnehmung auch der Interessenvertretungsaufgabe, die Kammern in diesem Land zu erfüllen haben, weiterarbeiten. Aber ich bekenne mich hier vor allem als Abgeordneter der Österreichischen Volkspartei zu dieser Arbeit, dazu, an einem Ziel weiterzuarbeiten, in einer Zeit eines historisch extrem großen Veränderungsdrucks auf die österreichische Land- und Forstwirtschaft, resultierend aus dem GATT-Geschehen, aus den WTO-Verträgen, aus der EU-Integration, aus den politisch-historischen Veränderungen im Osten, wo eine Milliarde Menschen nun real die Chance haben, ebenso großen Wohlstand, Freiheit und Bürgerrechte wie wir zu erreichen, der österreichischen Land- und Forstwirtschaft partnerschaftlich zur Seite zu stehen und das, was uns international Anerkennung gebracht hat, mit dem Konzept der ökosozialen Agrarpolitik so umzusetzen, daß alle in der Land- und Forstwirtschaft Beschäftigten davon Sicherheit ableiten können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzböck: Geschafft, aber nicht bestens!
Herr Kollege Schwarzböck! Sie haben gesagt, die Bauern haben die Umstellung im ersten Jahr nach dem EU-Beitritt bestens geschafft. Sie sind mit der Umstellung fertiggeworden, haben Sie gesagt. (Abg. Schwarzböck: Geschafft, aber nicht bestens!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Schwarzböck! Sie haben mit Ihrer Politik im Jahre 1995 12 000 Bauern fertiggemacht! (Beifall bei den Freiheitlichen.) 12 000 Bauern weniger in einem Jahr! Und Sie stellen sich noch hier heraus und loben diese Politik.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben mit immer mehr Geld immer mehr Höfe liquidiert. Ist Ihnen das überhaupt nicht bewußt? Diese Agrarpolitik ist die teuerste Zusperrpolitik, die es jemals gegeben hat, und zwar europaweit. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie ist völlig gescheitert, geben Sie das doch endlich einmal zu!
Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP.
Verträge werden auf höchster Ministerebene gebrochen. Herr Bundesminister! Sie sind ein Vertragsbrecher! (Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie sind ein Vertragsbrecher! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Verträge werden auf höchster Ministerebene gebrochen. Herr Bundesminister! Sie sind ein Vertragsbrecher! (Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie sind ein Vertragsbrecher! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Das ist beweisbar!
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (fortsetzend) : Herr Präsident! Der ÖPUL-Vertrag ist unterschrieben von der Bundesregierung, vom Bundesminister. Seine Gültigkeitsdauer beträgt fünf Jahre, und es ist normiert, daß die Bauern jederzeit in diesen Vertrag eintreten können. Es ist ein Vertragsbruch begangen worden. (Abg. Ing. Reichhold: Das ist beweisbar!) Die Bauern können jetzt nicht mehr in den ÖPUL-Vertrag eintreten, und es ist zu massiven Kürzungen – obwohl es vorher anderslautende Verträge gegeben hat – gekommen. Dies mit den Stimmen von Vertretern der ÖVP, mit den Stimmen von Bauern, die da heißen: Jakob Auer, Schuster, Horngacher. (Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold. ) Ja wahrscheinlich, mit den Förderungen haben wir ein bißchen Schwierigkeiten.
Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold.
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (fortsetzend) : Herr Präsident! Der ÖPUL-Vertrag ist unterschrieben von der Bundesregierung, vom Bundesminister. Seine Gültigkeitsdauer beträgt fünf Jahre, und es ist normiert, daß die Bauern jederzeit in diesen Vertrag eintreten können. Es ist ein Vertragsbruch begangen worden. (Abg. Ing. Reichhold: Das ist beweisbar!) Die Bauern können jetzt nicht mehr in den ÖPUL-Vertrag eintreten, und es ist zu massiven Kürzungen – obwohl es vorher anderslautende Verträge gegeben hat – gekommen. Dies mit den Stimmen von Vertretern der ÖVP, mit den Stimmen von Bauern, die da heißen: Jakob Auer, Schuster, Horngacher. (Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold. ) Ja wahrscheinlich, mit den Förderungen haben wir ein bißchen Schwierigkeiten.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Genossenschaften sind nichts anderes als Abkassierer! Wo sind denn heute die Genossenschaften? Wo sind denn die Herren Wittmann & Co? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Mit Millionenbeträgen sind die Herren Vorstände und Direktoren in den Ruhestand getreten.
Abg. Dr. Khol: Das ist alles falsch!
Jetzt geht man her und verpaßt den Rinderbauern ein neues Programm. "Herodes" heißt es. Man muß sich einmal folgendes vorstellen: Jetzt werden EU-konform alle Kälber, die jünger als 20 Tage sind, geschlachtet. Dafür gibt es eine Schlachtprämie. (Abg. Dr. Khol: Das ist alles falsch!) Diese werden zu Tiermehl verarbeitet. Man muß sich das vorstellen: In Österreich wird die Herodes-Prämie für die Schlachtung von gesunden Kälbern, die jünger als 20 Tage sind,
Abg. Schwarzenberger: Der Reichhold hat gesagt ...!
Alle Anträge von den Freiheitlichen haben Sie abgelehnt. Einen Antrag nach dem anderen lehnen Sie ab. Nun läßt Herr Vizekanzler Schüssel den Bauern ausrichten, daß ihr Einkommen um 22 Prozent gestiegen ist. Ich sage Ihnen eines, Herr Kollege Schwarzenberger: Wenn Sie einen Bauern finden, der dieses Einkommen hat, dann glaube ich ... (Abg. Schwarzenberger: Der Reichhold hat gesagt ...!) Auch der Reichhold hat es nicht. Machen Sie sich keine Sorgen um den Reichhold. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Alle Anträge von den Freiheitlichen haben Sie abgelehnt. Einen Antrag nach dem anderen lehnen Sie ab. Nun läßt Herr Vizekanzler Schüssel den Bauern ausrichten, daß ihr Einkommen um 22 Prozent gestiegen ist. Ich sage Ihnen eines, Herr Kollege Schwarzenberger: Wenn Sie einen Bauern finden, der dieses Einkommen hat, dann glaube ich ... (Abg. Schwarzenberger: Der Reichhold hat gesagt ...!) Auch der Reichhold hat es nicht. Machen Sie sich keine Sorgen um den Reichhold. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist nämlich so, daß aufgrund des Wasserrechtsgesetzes Grundwassersanierungsgebiete ausgewiesen werden müssen. Laut Gesetzestext ist ein Selbstbehalt in Höhe von 20 Prozent für die Bauern vorgesehen. Wir sind der Meinung: Wenn die Bauern Einkommensverluste im Dienste der Allgemeinheit haben, dann sind ihnen diese zu 100 Prozent abzugelten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Ordnungsruf!
Abgeordneter Georg Schwarzenberger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Aumayr hat in ihrer polemischen Art sehr viele Zahlen verwechselt. (Abg. Ing. Reichhold: Ordnungsruf!) Frau Aumayr hat gesagt, im vergangenen Jahr wurden 12 000 Bauern fertiggemacht. Das ist falsch.
Abg. Aumayr: Was ist mit der Polemik? – Abg. Dr. Khol: Die Wahrheit kann polemisch empfunden werden!
Herr Abgeordneter Auer, Sie sind zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Aumayr: Was ist mit der Polemik? – Abg. Dr. Khol: Die Wahrheit kann polemisch empfunden werden!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Aumayr: Haben Sie dagegengestimmt? – Abg. Dr. Khol: Immer bei der Wahrheit bleiben, Frau Aumayr!
Ich berichtige wie folgt: Es ist unwahr, daß ich zugestimmt habe. Die Freiheitliche Partei hatte eine namentliche Abstimmung verlangt, die auch durchgeführt wurde. Im Protokoll findet sich keine Ja-Stimme des Abgeordneten Auer. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Aumayr: Haben Sie dagegengestimmt? – Abg. Dr. Khol: Immer bei der Wahrheit bleiben, Frau Aumayr!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Redezeit zwingt mich, meine Ausführungen kürzer zu halten. Meine Damen und Herren! Wir Sozialdemokraten bekennen uns zu einem Landwirtschaftsbegriff, der all diese Funktionen umfaßt. Wir bekennen uns dazu, daß die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft auch abgegolten werden. Nur dadurch sichern wir eine intakte Umwelt und eine gepflegte Kulturlandschaft. Nur dadurch können wir auch die Existenz unserer Bauern sichern. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Rauch-Kallat: Ich war die ganze Zeit da!
Da gerade Frau Abgeordnete Rauch-Kallat gekommen ist ... (Abg. Rauch-Kallat: Ich war die ganze Zeit da!) Es freut mich, daß Sie da sind. Ich möchte mit ihr persönlich sprechen, da gerade sie in letzter Zeit immer wieder bei Tierschutzveranstaltungen auftritt. Sie hat auch im Rahmen der ÖVP eine diesbezügliche Initiative mitbegründet. (Abg. Schwarzenberger: Das ist auch gut!) Das wäre gut, wenn Sie es ehrlich meinen würden. Bis heute kann ich das allerdings nicht erkennen.
Abg. Schwarzenberger: Das ist auch gut!
Da gerade Frau Abgeordnete Rauch-Kallat gekommen ist ... (Abg. Rauch-Kallat: Ich war die ganze Zeit da!) Es freut mich, daß Sie da sind. Ich möchte mit ihr persönlich sprechen, da gerade sie in letzter Zeit immer wieder bei Tierschutzveranstaltungen auftritt. Sie hat auch im Rahmen der ÖVP eine diesbezügliche Initiative mitbegründet. (Abg. Schwarzenberger: Das ist auch gut!) Das wäre gut, wenn Sie es ehrlich meinen würden. Bis heute kann ich das allerdings nicht erkennen.
Beifall bei den Grünen.
Die Art und Weise, wie das derzeit läuft, vom Tiertransportgesetz über das Tierschutzförderungsgesetz bis hin zum Tierschutzvolksbegehren, diese Verhaltensweise werden nicht nur die Grünen im Parlament nicht länger akzeptieren, sondern damit brüskieren Sie die Hunderttausenden Österreicherinnen und Österreicher, die mit ihrer Unterschrift für einen verbesserten Tierschutz in Österreich eingetreten sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich sage Ihnen eines: Diese Tierschutzbewegung gemeinsam mit den Biobauern, gemeinsam mit den VerbraucherInnenverbänden wird nicht lockerlassen. Sie wird immer stärker werden. Ihre Initiativen werden das Gegenteil von dem, was Sie wollen, bewirken, nämlich ein positives Image für die ÖVP zu schaffen, wenn Sie in keinem einzigen Punkt den Worten auch Taten folgen lassen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Abgeordnete Petrovic! Ich bin davon überzeugt, daß Ihnen dies ein Anliegen ist. Auch uns Bäuerinnen und Bauern ist Tierschutz ein echtes Anliegen. Wir haben es allerdings nicht gerne, wenn in der Öffentlichkeit immer wieder so getan wird, als wären wir die, die die Tiere quälen oder schlecht behandeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Eine Bäuerin, ein Bauer, der jeden Tag im Stall seine Arbeit macht und mit den Tieren direkt Umgang hat, für diese Tiere sorgt, hat es nicht verdient, daß man immer wieder in diese Richtung Angriffe startet. Wir sind aber auch bereit, dort, wo wirklich Mißstände bestehen, auch Taten zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rossmann: "Dr. Haider" für Sie, Frau Kollegin!
Nun zur Agrarpolitik der Freiheitlichen Partei, wo ich mich wirklich oft nicht zurechtfinde. Wenn Haider sagt (Abg. Rossmann: "Dr. Haider" für Sie, Frau Kollegin!) , wenn also Dr. Haider, euer großer Meister, sagt, die Hälfte der Förderungen gehört gestrichen, oder – nach dem alten Huber-Plan – Nebenerwerbsbetriebe sollen keine Förderungen bekommen, so heißt das für Tirol ganz klar, daß zwei Drittel der Höfe gefährdet sind.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Also ich finde mich da nicht zurecht. Allerdings hätte ich ihm das gerne einmal selbst gesagt. Seit ich im Nationalrat bin, habe ich ihn nicht mehr so oft gesehen wie vorher im Fernsehen. Bitte richten Sie ihm das aus. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Die Landwirtschaft hat ihn nie interessiert!
Ich glaube, er war es, der einmal von leistungsgerechter Bezahlung der Abgeordneten gesprochen hat. Ich sehe ihn allerdings nie. (Abg. Schwarzenberger: Die Landwirtschaft hat ihn nie interessiert!)
Beifall bei der ÖVP.
Der Bauer will, daß seine Produkte auch einen Wert haben, um die Freude am Beruf nicht zu verlieren. Unsere Aufgabe ist es, ihm die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Dafür sind mir unser Minister und der Bauernbund immer noch die besten Garanten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Stefan Salzl (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! An die Adresse meiner Vorrednerin vielleicht ganz kurz ein Spruch aus der Bibel: Sie sieht offensichtlich den Splitter im Auge des anderen, aber den Balken im eigenen Auge sieht sie nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das in bezug auf die Anwesenheit hier im Hohen Haus, denn ich glaube, keine Fraktion ist prozentuell so zahlreich hier bei den Sitzungen vertreten wie gerade die Freiheitlichen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Täuschen Sie sich nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Täuschen Sie sich nicht!
Abgeordneter Dr. Stefan Salzl (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! An die Adresse meiner Vorrednerin vielleicht ganz kurz ein Spruch aus der Bibel: Sie sieht offensichtlich den Splitter im Auge des anderen, aber den Balken im eigenen Auge sieht sie nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das in bezug auf die Anwesenheit hier im Hohen Haus, denn ich glaube, keine Fraktion ist prozentuell so zahlreich hier bei den Sitzungen vertreten wie gerade die Freiheitlichen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Täuschen Sie sich nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zum Landwirtschaftskonzept, das Sie hier kritisiert haben, sehr geehrte Frau Abgeordnete: Wir sind gerne bereit, Ihnen das freiheitliche Landwirtschaftskonzept zukommen zu lassen. Sie können es gerne von uns haben, damit Sie sich endlich einmal im Bereich der Landwirtschaft auskennen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Im heurigen Jahr sicher nicht!
Diese Termine sind gerade in niederschlagsarmen Regionen wie im Bereich des Neusiedler Sees so gesetzt, daß durch diese Begrünung den Weinstöcken enorm Feuchtigkeit entzogen wird. Der wenige Regen wird den Rebstöcken entzogen, und es kommt in der Folge zu enormen Trockenschäden. Das heißt, hier leidet nicht nur ... (Abg. Schwarzenberger: Im heurigen Jahr sicher nicht!) Wir reden ja nicht vom heurigen Jahr, wir reden generell davon, daß hier Korrekturen notwendig sind. Wenn Sie es nicht verstehen, dann schauen Sie sich das bei den Betrieben an, reden Sie mit den Weinbauern dort – die werden Ihnen das erklären!
Abg. Zweytick: Berieselung! In der Wachau berieseln sie!
Sehr geehrter Herr Bundesminister! Ich würde Sie bitten, daß man in diesem Bereich die Situation vielleicht regional etwas auflockert und regionale Maßnahmen setzt, die dem einzelnen Weinbauern in diesem Bereich mehr Gestaltungsmöglichkeit geben, damit unter Umständen auch noch bessere Qualitäten produziert werden können. (Abg. Zweytick: Berieselung! In der Wachau berieseln sie!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich würde Sie bitten, diesen Antrag zu unterstützen und angesichts des morgigen Welttierschutztages diesem Antrag zuzustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Aumayr: Kann man nicht sagen!
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Der Grüne Bericht, der heute im Mittelpunkt dieser Diskussion steht, zeigt wieder einmal ganz deutlich auf, wie falsch es ist, statt Sachpolitik Wahlkampf zu betreiben, wie unverantwortlich es ist, auf Kosten lediglich der landwirtschaftlichen Bevölkerung noch schnell zu versuchen, ein paar Stimmen zu erhaschen. (Abg. Aumayr: Kann man nicht sagen!) Doch, doch, Frau Aumayr! Sie haben das ganz massiv betrieben!
Beifall bei der SPÖ.
Einen weiteren Problempunkt möchte ich in diesem Zusammenhang noch erwähnen: Es sind auch Schäden für den Fremdenverkehr, von dem weite Gebiete Österreichs, insbesondere auch in Vorarlberg, wesentliche Teile ihrer Einkünfte beziehen, wenn man an alten, verfallenen Höfen vorbeigehen muß, wenn Touristen die Ruinen in der Landwirtschaft sehen und Zeugen der leider immer sehr emotional geführten bäuerlichen Verteilungsdiskussion werden. Genau deshalb ist es so wichtig, die Bauern nicht mehr über einen Kamm zu scheren, sondern sehr genau zu trennen, ob nicht etwa der landschaftspflegerische Bereich heute und in Zukunft mehr im Vordergrund stehen sollte. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Aber, Herr Kollege! Ein Betrieb zwischen 20 und 30 Hektar gilt nicht als Großbetrieb!
Um Ihnen das zu illustrieren, möchte ich Ihnen ein paar Fakten bringen. Während österreichweit die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zwischen 1990 und 1993 um 3,8 Prozent gesunken ist, ist die Zahl der großen Betriebe, die zwischen 30 und 20 Hektar bewirtschaften, um 4 Prozent gestiegen. (Abg. Schwarzenberger: Aber, Herr Kollege! Ein Betrieb zwischen 20 und 30 Hektar gilt nicht als Großbetrieb!) 200 Hektar, Entschuldigung! (Abg. Donabauer: Falsch aufgepaßt!) Er paßt sehr gut auf, das ist gut. (Abg. Donabauer: Nicht richtig aufgeschrieben!) Nein, ich habe es richtig aufgeschrieben, wir haben es ganz gewissenhaft ermittelt. Herr Abgeordneter! Es war mir eine Verpflichtung, das genau zu ermitteln.
Abg. Donabauer: Falsch aufgepaßt!
Um Ihnen das zu illustrieren, möchte ich Ihnen ein paar Fakten bringen. Während österreichweit die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zwischen 1990 und 1993 um 3,8 Prozent gesunken ist, ist die Zahl der großen Betriebe, die zwischen 30 und 20 Hektar bewirtschaften, um 4 Prozent gestiegen. (Abg. Schwarzenberger: Aber, Herr Kollege! Ein Betrieb zwischen 20 und 30 Hektar gilt nicht als Großbetrieb!) 200 Hektar, Entschuldigung! (Abg. Donabauer: Falsch aufgepaßt!) Er paßt sehr gut auf, das ist gut. (Abg. Donabauer: Nicht richtig aufgeschrieben!) Nein, ich habe es richtig aufgeschrieben, wir haben es ganz gewissenhaft ermittelt. Herr Abgeordneter! Es war mir eine Verpflichtung, das genau zu ermitteln.
Abg. Donabauer: Nicht richtig aufgeschrieben!
Um Ihnen das zu illustrieren, möchte ich Ihnen ein paar Fakten bringen. Während österreichweit die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zwischen 1990 und 1993 um 3,8 Prozent gesunken ist, ist die Zahl der großen Betriebe, die zwischen 30 und 20 Hektar bewirtschaften, um 4 Prozent gestiegen. (Abg. Schwarzenberger: Aber, Herr Kollege! Ein Betrieb zwischen 20 und 30 Hektar gilt nicht als Großbetrieb!) 200 Hektar, Entschuldigung! (Abg. Donabauer: Falsch aufgepaßt!) Er paßt sehr gut auf, das ist gut. (Abg. Donabauer: Nicht richtig aufgeschrieben!) Nein, ich habe es richtig aufgeschrieben, wir haben es ganz gewissenhaft ermittelt. Herr Abgeordneter! Es war mir eine Verpflichtung, das genau zu ermitteln.
Abg. Aumayr: Die großen auch zusperren!
Für Vorarlberg sehen diese Zahlen noch schlechter aus, denn dort sind aufgrund der bereits erwähnten Struktur in diesem Zeitraum 377 Bauernhöfe aufgelassen worden, das sind 5,4 Prozent aller Bauern in Vorarlberg. (Abg. Aumayr: Die großen auch zusperren!)
Beifall bei der SPÖ.
Verzeihung! Es tut mir leid, in 5 Minuten ist eben leider nicht mehr unterzubringen gewesen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Grün ist er, nicht rosig! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Franz Koller (Freiheitliche): Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Der Grüne Bericht ist keineswegs so rosig, wie er dargestellt wird. (Abg. Schwarzenberger: Grün ist er, nicht rosig! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Er weist zwar 22 Prozent Einkommenssteigerung aus, aber die Bauern spüren das nicht in ihrer Brieftasche. Sehr hoch ist die Hektarverschuldung: Mit durchschnittlich 31 000 S pro Hektar sind die Bauern verschuldet. – Das ist so wie mit dem Glas Wasser: Sie sagen, es ist halb voll, wir meinen, es ist halb leer, aber es ist und bleibt nur halb, genauso wie Ihre Agrarpolitik, die ist auch halb! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die Bauern haben nichts von den schönen Sonntagsreden und von den Schönwetterreden!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Franz Koller (Freiheitliche): Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Der Grüne Bericht ist keineswegs so rosig, wie er dargestellt wird. (Abg. Schwarzenberger: Grün ist er, nicht rosig! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Er weist zwar 22 Prozent Einkommenssteigerung aus, aber die Bauern spüren das nicht in ihrer Brieftasche. Sehr hoch ist die Hektarverschuldung: Mit durchschnittlich 31 000 S pro Hektar sind die Bauern verschuldet. – Das ist so wie mit dem Glas Wasser: Sie sagen, es ist halb voll, wir meinen, es ist halb leer, aber es ist und bleibt nur halb, genauso wie Ihre Agrarpolitik, die ist auch halb! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die Bauern haben nichts von den schönen Sonntagsreden und von den Schönwetterreden!
Abg. Mag. Steindl: Schwarzenberger, nicht Schwarzböck!
Sehr geehrte Damen und Herren! Durch den BSE-Skandal sind die Bauern schwer getroffen und müssen enorme Einkommensverluste hinnehmen. Gerade im Bezirk Hartberg, meinem Heimatbezirk, gibt es noch sehr viele Hörndlbauern. Durch ihre kleine Struktur einerseits und durch den Preisverfall andererseits droht ihnen die Luft auszugehen. Vorige Woche sagte mir ein Bauer wortwörtlich – 10 000 S bekam er für zwei Schlachtkühe –: Ausgeliefert ist man! Das ist deprimierend! Herr Kollege Schwarzböck! Er bezifferte selbst den Verlust pro Rind mit 3 500 S. (Abg. Mag. Steindl: Schwarzenberger, nicht Schwarzböck!) Schwarzböck hat das zitiert! Wer ist jetzt der Präsident der Präsidentenkonferenz? – Das ist Ihr Kollege Schwarzböck! Genauso ist es! – Die Bauern bekamen pro Stück aber nur 727 S.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie von der ÖVP lehnten die freiheitlichen Anträge betreffend Abgeltung des vollen Preisverfalles ab. Das ist Doppelbödigkeit! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Draußen erklären Sie den Bauern: Wir werden ihnen alles ausgleichen – und hier stimmen Sie unsere Anträge nieder! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie von der ÖVP lehnten die freiheitlichen Anträge betreffend Abgeltung des vollen Preisverfalles ab. Das ist Doppelbödigkeit! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Draußen erklären Sie den Bauern: Wir werden ihnen alles ausgleichen – und hier stimmen Sie unsere Anträge nieder! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Kiss: Das ist ja der Huber-Plan!
Unsere Vorschläge sind folgende: Wir wollen unterstützende nationale Ausgleichsmaßnahmen, volle Schadensabgeltung, existenzsichernde Soforthilfe für die Rinderbauern. (Abg. Kiss: Das ist ja der Huber-Plan!) Warum lehnten Sie zwei diesbezügliche Anträge von uns ab? Wir wollen Anreize für eine Frühvermarktung durch Gewährung von Prämien. Durch Prämien soll es für
Abg. Schwarzenberger: Kollege Koller! Österreich importiert kein britisches Rindfleisch!
Sehr geehrte Damen und Herren! Auch die Raiffeisen-Genossenschaften haben versagt. Immer wieder wurde erklärt: Ihr Bauern erzeugt, und wir vermarkten für euch. (Abg. Schwarzenberger: Kollege Koller! Österreich importiert kein britisches Rindfleisch!) Immer wieder taucht das Zauberwort vom "Feinkostladen Österreich" auf. Immer wieder heißt es bei euch: "Feinkostladen Österreich". Die Bauernkammer empfiehlt vielen Bauern, in die Direktvermarktung einzusteigen. Den Bauern werden aber in diesem Bereich Prügel vor die Beine geworfen.
Abg. Aumayr: Und das innerhalb der ÖVP!
Ich zitiere hier den "Kurier" vom 20. September 1996: Präsident Maderthaner für Nahversorgung – gegen Bauernprivilegien. Hier steht wortwörtlich: "Der Konkurrenz durch bäuerliche Direktvermarkter wird hingegen der Kampf angesagt. Die von der Landwirtschaft im Zuge der Novelle zur Gewerbeordnung geforderten weiteren Ausnahmen werden als Ausweitung bäuerlicher Privilegien strikt abgelehnt." – Herr Präsident! Das ist ja bauernfeindlich! (Abg. Aumayr: Und das innerhalb der ÖVP!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie von der ÖVP, die Sie immer wieder behaupten, Sie seien die wahren und echten Bauernvertreter – Sie sind die Bauernzertreter! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich fordere Sie auf: Schaffen Sie klare Regelungen! Schaffen Sie klare Regelungen, damit die Bauern nicht als Kriminelle hingestellt werden. Bauern und Nahversorger müssen zusammenarbeiten. Auch Bauern sind Nahversorger. Produkte, die der Bauer selbst erzeugt, muß er auch selbst verkaufen dürfen. (Abg. Ing. Maderthaner: Das darf er ja!)
Abg. Ing. Maderthaner: Das darf er ja!
Sie von der ÖVP, die Sie immer wieder behaupten, Sie seien die wahren und echten Bauernvertreter – Sie sind die Bauernzertreter! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich fordere Sie auf: Schaffen Sie klare Regelungen! Schaffen Sie klare Regelungen, damit die Bauern nicht als Kriminelle hingestellt werden. Bauern und Nahversorger müssen zusammenarbeiten. Auch Bauern sind Nahversorger. Produkte, die der Bauer selbst erzeugt, muß er auch selbst verkaufen dürfen. (Abg. Ing. Maderthaner: Das darf er ja!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren von der Regierungspartei! Lösen Sie Ihre Versprechen ein! Die Bauern erwarten das. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fuhrmann: Auer, ein bißchen leiser! Nicht so schreien!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gemeldet ist nunmehr Herr Abgeordneter Auer. – Bitte. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 7 Minuten. (Abg. Dr. Fuhrmann: Auer, ein bißchen leiser! Nicht so schreien!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Je schwächer die Argumente, umso größer die Lautstärke, könnte man zu den Beiträgen der Freiheitlichen Partei hier festhalten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Denn eines, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist schon immer wieder interessant: Ein Grüner Bericht, der ein Minus aufweist, wäre aus der Sicht der FPÖ ein guter Bericht, denn dieser würde nachweisen, wie schwierig, wie schlecht die Agrarpolitik ist, wie fehlgeleitet der Bundesminister die Agrarpolitik macht. Und wenn ein Grüner Bericht vorliegt, der Gott sei Dank ein Plus aussagt, dann ist dies kein guter Bericht. Dann heißt es, er habe keine Aussagekraft, ihm würden nicht die tatsächlichen Durchschnittsbetriebe zugrunde gelegt, den Bauern ginge es in Wahrheit wesentlich schlechter.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Kollege Gradwohl hat hier zu Recht darauf hingewiesen, daß der Grüne Bericht interessanter, umfangreicher, aussagekräftiger geworden ist, und er hat zu Recht – und dem schließe ich mich an – auch den Beamten, die verantwortlich zeichnen für den Grünen Bericht, gedankt. Ich ergänze jedoch: Ich danke auch jenen Betrieben, die uns Jahr für Jahr ihre Daten zur Verfügung stellen, denn nur dadurch ist ein objektives Bild und ein dementsprechender Bericht machbar. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es ist unbestritten, daß auch wir unseren Teil zur Sanierung beizutragen haben. Es ist unbestritten, daß auch wir von seiten der Landwirtschaft entsprechende Änderungen in manchen Bereichen nachzuvollziehen haben. Wir haben viele Dinge bereits vollzogen, und wir bekennen uns dazu: das absolute Verbot des Atrazin, die Reduzierung der GVE, also der Großvieheinheiten, die Einschränkung der Stickstoffausbringung pro Hektar – im Wasserrecht normiert – und andere Dinge mehr. Wir müssen jedoch gleichzeitig, trotz dieser für uns belastenden Einschränkungen, den Wettbewerb im großen europäischen Umfeld annehmen, was wir auch tun werden. Ich lasse mir aber gerade von der Freiheitlichen Partei nicht ständig unterstellen, daß die Bauern jene sind, die das Trinkwasser verschmutzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Oje!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Wenitsch. – Bitte. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 10 Minuten. (Rufe bei der ÖVP: Oje!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kollege Auer! Sie haben davon gesprochen und es sogar berichtigt, daß Sie bei der Abstimmung, bei der es um die Kürzung von Bauerngeldern gegangen ist, das Plenum verlassen haben. – Kollege Auer! Ich weiß nicht, ob es immer genügen wird, daß man sich vor der Verantwortung drückt. Ich weiß nicht, wie das in Ihrer Partei ist, aber in der Freiheitlichen Partei getraue ich mich schon zu sagen, wenn ich mit etwas nicht einverstanden bin. Ich lasse mich sicher nicht von jemandem zwingen, für oder gegen etwas zu stimmen, sondern ich nehme meine Verantwortung als frei gewählter Mandatar wahr. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Kollege Auer! Das war aber nicht Ihr einziger Fauxpas. Ich erinnere mich daran, als es im Jahr 1995 darum gegangen ist, den Bauern die Gelder, die ihnen vor der EU-Abstimmung versprochen wurden, abzusichern. Da waren Sie nicht einmal anwesend. Sie und Kollege Freund vom Bauernbund waren nicht einmal hier im Plenum, als es um diese wichtige Frage für die Bauern gegangen ist. Ich erwarte mir von einem Bauernvertreter, in Zukunft so eine Verhaltensweise nicht mehr an den Tag zu legen. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Ich habe gesagt, das war eine positive Maßnahme!
Kollege Präsident Schwarzenberger! Sie haben vorhin den Schuldenstand in der Landwirtschaft angesprochen und waren anscheinend überglücklich, wie sehr sich der Schuldenstand verringert hat. (Abg. Schwarzenberger: Ich habe gesagt, das war eine positive Maßnahme!) Sie haben gesagt, das war eine positive Maßnahme. Ich kann das nicht ganz so empfinden, denn man muß doch einmal fragen, woher dieser Schuldenabbau rührt. – Er rührt daher, daß sehr viele bäuerliche Betriebe aufhören mußten, ihren Betrieb verkaufen mußten. Das ist die Wahrheit! In meinem Bezirk, in Gänserndorf, sind in der Woche drei bis fünf bäuerliche Betriebe auf der Anschlagtafel des Bezirksgerichtes ausgehängt, die versteigert werden. (Abg. Schwarzenberger: Lesen Sie den Grünen Bericht, Seite 115!) Auf den Grünen Bericht komme ich dann noch zu sprechen, Kollege Schwarzenberger.
Abg. Schwarzenberger: Lesen Sie den Grünen Bericht, Seite 115!
Kollege Präsident Schwarzenberger! Sie haben vorhin den Schuldenstand in der Landwirtschaft angesprochen und waren anscheinend überglücklich, wie sehr sich der Schuldenstand verringert hat. (Abg. Schwarzenberger: Ich habe gesagt, das war eine positive Maßnahme!) Sie haben gesagt, das war eine positive Maßnahme. Ich kann das nicht ganz so empfinden, denn man muß doch einmal fragen, woher dieser Schuldenabbau rührt. – Er rührt daher, daß sehr viele bäuerliche Betriebe aufhören mußten, ihren Betrieb verkaufen mußten. Das ist die Wahrheit! In meinem Bezirk, in Gänserndorf, sind in der Woche drei bis fünf bäuerliche Betriebe auf der Anschlagtafel des Bezirksgerichtes ausgehängt, die versteigert werden. (Abg. Schwarzenberger: Lesen Sie den Grünen Bericht, Seite 115!) Auf den Grünen Bericht komme ich dann noch zu sprechen, Kollege Schwarzenberger.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Ich lese Ihnen vor, was Haider gesagt hat, und zwar im Fernsehen! 50prozentige Kürzung!
So kann es nicht weitergehen! Die Bauern haben mit diesem Geld gerechnet – ich habe das schon einmal hier festgehalten –, sie haben mit diesem Geld für die Zukunft geplant, und Sie gehen heute her und machen diesen Bauern einen Strich durch die Rechnung. Das ist, glaube ich, nicht die Aufgabe eines Bauernvertreters. Sie sollten sich sehr gut überlegen, wofür Sie eigentlich noch einstehen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Ich lese Ihnen vor, was Haider gesagt hat, und zwar im Fernsehen! 50prozentige Kürzung!)
Abg. Schwarzenberger: Das hat er nicht getan!
Mit einem Wort: Dieser Grüne Bericht – da haben Sie auch recht, Herr Minister, wenn Sie sagen, er sei nicht sehr repräsentativ, da pflichte ich Ihnen bei – ist wirklich nicht repräsentativ. Aber um so weniger verstehe ich, daß man von seiten der ÖVP, daß der Herr Vizekanzler Schüssel mit diesem Grünen Bericht an die Öffentlichkeit geht und in den Medien, im Fernsehen und im Rundfunk, verkündet, wie großartig er ist und damit die Neidgenossenschaft zwischen Arbeitnehmern und Bauern schürt. (Abg. Schwarzenberger: Das hat er nicht getan!) Das hat er gesagt, ich habe es selbst gehört, und damit hat er die Neidgenossenschaft geschürt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Ich habe in letzter Zeit mit einigen Bauern gesprochen, und die haben mir gesagt, sie wünschen sich jährlich Wahlen. Die Bauern haben den Wunsch, daß in Österreich jährlich gewählt wird, und als Wahltermin wäre ihnen am liebsten Mitte August. Jährlich Wahlen, Wahltermin Mitte August: dann sind die Bauern sicher, daß sie Anfang August einen Teil des ihnen zustehenden Geldes bekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Frau Kollegin, aber eines müssen Sie schon noch dazusagen: daß eine Arbeiterin zumindest sozial abgesichert ist und das Arbeitslosengeld bekommt und die Bäuerin nicht!
Weil immer wieder die soziale Absicherung für die Bäuerin von Ihnen, Frau Abgeordnete Aumayr, gefordert wird, möchte ich Ihnen auch noch sagen, daß bei einem Arbeitsplatzverlust eine Industriearbeiterin oder ein Industriearbeiter, die ja fixe Zahlungen zu leisten haben und auch noch ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, sofort in Schulden geraten. Die Bäuerin hat ein Haus und kann sich mit dem Erwerb aus ihrem Grund und Boden für eine Zeitlang sicherlich durchschlagen, was hingegen bei einer Arbeiterin oder bei einem Arbeiter nicht möglich ist. (Abg. Aumayr: Frau Kollegin, aber eines müssen Sie schon noch dazusagen: daß eine Arbeiterin zumindest sozial abgesichert ist und das Arbeitslosengeld bekommt und die Bäuerin nicht!) Sie zahlt es auch von Anfang an ein. (Abg. Aumayr: Die Nebenerwerbsbäuerinnen zahlen auch Arbeitslosenbeiträge!) Ich rede allgemein von den Bauern und nicht nur von einer Gruppe (Abg. Aumayr: Die Nebenerwerbsbauern zahlen auch Arbeitslosenbeiträge ein, bekommen aber keine Arbeitslose!) , ob das der kleine Bauer, der große Bauer oder der Nebenerwerbsbauer ist. Es geht bei allen um bäuerliche Betriebe. Natürlich sind beim Nebenerwerbsbauern andere Voraussetzungen gegeben. (Weitere Zwischenrufe der Abg. Aumayr. ) Ich würde Ihnen raten, daß Sie nicht immer nur Neidkomplexe schüren, sondern mithelfen, daß Arbeiter und Bauern die gleichen Voraussetzungen haben, und nicht gegeneinander ausgespielt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Die Nebenerwerbsbäuerinnen zahlen auch Arbeitslosenbeiträge!
Weil immer wieder die soziale Absicherung für die Bäuerin von Ihnen, Frau Abgeordnete Aumayr, gefordert wird, möchte ich Ihnen auch noch sagen, daß bei einem Arbeitsplatzverlust eine Industriearbeiterin oder ein Industriearbeiter, die ja fixe Zahlungen zu leisten haben und auch noch ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, sofort in Schulden geraten. Die Bäuerin hat ein Haus und kann sich mit dem Erwerb aus ihrem Grund und Boden für eine Zeitlang sicherlich durchschlagen, was hingegen bei einer Arbeiterin oder bei einem Arbeiter nicht möglich ist. (Abg. Aumayr: Frau Kollegin, aber eines müssen Sie schon noch dazusagen: daß eine Arbeiterin zumindest sozial abgesichert ist und das Arbeitslosengeld bekommt und die Bäuerin nicht!) Sie zahlt es auch von Anfang an ein. (Abg. Aumayr: Die Nebenerwerbsbäuerinnen zahlen auch Arbeitslosenbeiträge!) Ich rede allgemein von den Bauern und nicht nur von einer Gruppe (Abg. Aumayr: Die Nebenerwerbsbauern zahlen auch Arbeitslosenbeiträge ein, bekommen aber keine Arbeitslose!) , ob das der kleine Bauer, der große Bauer oder der Nebenerwerbsbauer ist. Es geht bei allen um bäuerliche Betriebe. Natürlich sind beim Nebenerwerbsbauern andere Voraussetzungen gegeben. (Weitere Zwischenrufe der Abg. Aumayr. ) Ich würde Ihnen raten, daß Sie nicht immer nur Neidkomplexe schüren, sondern mithelfen, daß Arbeiter und Bauern die gleichen Voraussetzungen haben, und nicht gegeneinander ausgespielt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Die Nebenerwerbsbauern zahlen auch Arbeitslosenbeiträge ein, bekommen aber keine Arbeitslose!
Weil immer wieder die soziale Absicherung für die Bäuerin von Ihnen, Frau Abgeordnete Aumayr, gefordert wird, möchte ich Ihnen auch noch sagen, daß bei einem Arbeitsplatzverlust eine Industriearbeiterin oder ein Industriearbeiter, die ja fixe Zahlungen zu leisten haben und auch noch ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, sofort in Schulden geraten. Die Bäuerin hat ein Haus und kann sich mit dem Erwerb aus ihrem Grund und Boden für eine Zeitlang sicherlich durchschlagen, was hingegen bei einer Arbeiterin oder bei einem Arbeiter nicht möglich ist. (Abg. Aumayr: Frau Kollegin, aber eines müssen Sie schon noch dazusagen: daß eine Arbeiterin zumindest sozial abgesichert ist und das Arbeitslosengeld bekommt und die Bäuerin nicht!) Sie zahlt es auch von Anfang an ein. (Abg. Aumayr: Die Nebenerwerbsbäuerinnen zahlen auch Arbeitslosenbeiträge!) Ich rede allgemein von den Bauern und nicht nur von einer Gruppe (Abg. Aumayr: Die Nebenerwerbsbauern zahlen auch Arbeitslosenbeiträge ein, bekommen aber keine Arbeitslose!) , ob das der kleine Bauer, der große Bauer oder der Nebenerwerbsbauer ist. Es geht bei allen um bäuerliche Betriebe. Natürlich sind beim Nebenerwerbsbauern andere Voraussetzungen gegeben. (Weitere Zwischenrufe der Abg. Aumayr. ) Ich würde Ihnen raten, daß Sie nicht immer nur Neidkomplexe schüren, sondern mithelfen, daß Arbeiter und Bauern die gleichen Voraussetzungen haben, und nicht gegeneinander ausgespielt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe der Abg. Aumayr.
Weil immer wieder die soziale Absicherung für die Bäuerin von Ihnen, Frau Abgeordnete Aumayr, gefordert wird, möchte ich Ihnen auch noch sagen, daß bei einem Arbeitsplatzverlust eine Industriearbeiterin oder ein Industriearbeiter, die ja fixe Zahlungen zu leisten haben und auch noch ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, sofort in Schulden geraten. Die Bäuerin hat ein Haus und kann sich mit dem Erwerb aus ihrem Grund und Boden für eine Zeitlang sicherlich durchschlagen, was hingegen bei einer Arbeiterin oder bei einem Arbeiter nicht möglich ist. (Abg. Aumayr: Frau Kollegin, aber eines müssen Sie schon noch dazusagen: daß eine Arbeiterin zumindest sozial abgesichert ist und das Arbeitslosengeld bekommt und die Bäuerin nicht!) Sie zahlt es auch von Anfang an ein. (Abg. Aumayr: Die Nebenerwerbsbäuerinnen zahlen auch Arbeitslosenbeiträge!) Ich rede allgemein von den Bauern und nicht nur von einer Gruppe (Abg. Aumayr: Die Nebenerwerbsbauern zahlen auch Arbeitslosenbeiträge ein, bekommen aber keine Arbeitslose!) , ob das der kleine Bauer, der große Bauer oder der Nebenerwerbsbauer ist. Es geht bei allen um bäuerliche Betriebe. Natürlich sind beim Nebenerwerbsbauern andere Voraussetzungen gegeben. (Weitere Zwischenrufe der Abg. Aumayr. ) Ich würde Ihnen raten, daß Sie nicht immer nur Neidkomplexe schüren, sondern mithelfen, daß Arbeiter und Bauern die gleichen Voraussetzungen haben, und nicht gegeneinander ausgespielt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Weil immer wieder die soziale Absicherung für die Bäuerin von Ihnen, Frau Abgeordnete Aumayr, gefordert wird, möchte ich Ihnen auch noch sagen, daß bei einem Arbeitsplatzverlust eine Industriearbeiterin oder ein Industriearbeiter, die ja fixe Zahlungen zu leisten haben und auch noch ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, sofort in Schulden geraten. Die Bäuerin hat ein Haus und kann sich mit dem Erwerb aus ihrem Grund und Boden für eine Zeitlang sicherlich durchschlagen, was hingegen bei einer Arbeiterin oder bei einem Arbeiter nicht möglich ist. (Abg. Aumayr: Frau Kollegin, aber eines müssen Sie schon noch dazusagen: daß eine Arbeiterin zumindest sozial abgesichert ist und das Arbeitslosengeld bekommt und die Bäuerin nicht!) Sie zahlt es auch von Anfang an ein. (Abg. Aumayr: Die Nebenerwerbsbäuerinnen zahlen auch Arbeitslosenbeiträge!) Ich rede allgemein von den Bauern und nicht nur von einer Gruppe (Abg. Aumayr: Die Nebenerwerbsbauern zahlen auch Arbeitslosenbeiträge ein, bekommen aber keine Arbeitslose!) , ob das der kleine Bauer, der große Bauer oder der Nebenerwerbsbauer ist. Es geht bei allen um bäuerliche Betriebe. Natürlich sind beim Nebenerwerbsbauern andere Voraussetzungen gegeben. (Weitere Zwischenrufe der Abg. Aumayr. ) Ich würde Ihnen raten, daß Sie nicht immer nur Neidkomplexe schüren, sondern mithelfen, daß Arbeiter und Bauern die gleichen Voraussetzungen haben, und nicht gegeneinander ausgespielt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Lambach!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zum Wort gelangt Herr Abgeordneter Anschober. – Bitte. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Lambach!)
Zwischenruf des Abg. DDr. Niederwieser.
Ich war vorletzte Woche bei einem Waldkongreß der Oberösterreichischen Umweltakademie und habe mir dort unter anderem die Ausführungen des Landesforstdirektors angehört. Er hat in seinen Ausführungen sehr konkret, sehr seriös und sehr detailliert von rund 10 000 Hektar sanierungsbedürftigem Schutzwald allein in Oberösterreich gesprochen, von rund 10 000 Hektar, wo derzeit die Handlungsmöglichkeiten der Besitzer – der öffentlichen Hand, aber auch der Privatbesitzer – nicht ausreichen, um dort eine Sanierung zu garantieren. Was ein defekter, ein ruinierter Schutzwald mittelfristig und langfristig bedeutet, das müßte uns wirklich allen klar sein. Es gibt in Tirol schon das geflügelte Wort: Der Berg ruft nicht mehr, er kommt irgendwann! Das sind bedrohliche Zukunftsszenarien, gerade auch aufgrund der sich abspielenden Klimaverschiebung: zunehmende Murentätigkeit, Hangrutschungen ... (Zwischenruf des Abg. DDr. Niederwieser. ) Der Tiroler Niederwieser hat das noch nie gehört. Das ist ein Problem der sozialdemokratischen Bildungsarbeit, das du hier ansprichst. Wir werden dir darüber einen Folder der Grünen Bildungswerkstatt schicken, und dann kannst du ja diesbezüglich nachholend tätig werden.
Beifall bei den Grünen.
Mich würde es freuen, wenn uns noch der Herr Landwirtschaftsminister in dieser Debatte einen Überblick über den derzeitigen Stand dieser politischen Zielsuche geben würde, weil ich glaube, daß die Öffentlichkeit insgesamt ein Anrecht darauf hat, zu wissen, wie es in diesem ökologisch entscheidenden Bereich – Schutzwaldsanierung, Zukunft des österreichischen Staatswaldes – insgesamt weitergeht. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Auch das Verbot von Leistungsförderern und Hormoneinsatz in der Tierhaltung muß EU-weit aufrechterhalten werden. Gerade in diesem Bereich hat sich Bundesminister Molterer durchgesetzt, sodaß dieses Verbot tatsächlich aufrechterhalten bleibt. Dafür danke ich ihm sehr herzlich! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Aumayr: Das müssen Sie Ihrer Ministerin sagen, der Frau Krammer!
Mir sind da zwei Informationen zugekommen. Es schreiben die "Vorarlberger Nachrichten" am 1. Oktober: Ab-Hof-Verkauf bald nur noch Erinnerung? – Es geht dabei darum, daß Hygieneverordnungen eben die kleineren Direktvermarkter möglicherweise abwürgen könnten. – So schreiben es die Vorarlberger Nachrichten. Ich denke mir, es wird nicht so heiß gegessen wie gekocht, es wird wahrscheinlich in diesem Ausmaß nicht passieren, aber es wird den Leuten auch nicht schaden, wenn sie bemüht sind, die entsprechenden Hygienebestimmungen einzuhalten. (Abg. Aumayr: Das müssen Sie Ihrer Ministerin sagen, der Frau Krammer!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwemlein: Euer Minister schreibt das! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Keppelmüller und Schwemlein.
Herr Abgeordneter Schwemlein! Ich glaube schon, für die Bauern zu sprechen, wenn ich sage, daß wir sicher nicht die Verursacher sind, daß wir sicher keinen so intensiven Einsatz von Düngemitteln betreiben, daß das Grundwasser Schaden nimmt. Das gehört schon lange der Vergangenheit an! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwemlein: Euer Minister schreibt das! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Keppelmüller und Schwemlein. )
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zusammenfassend können wir feststellen, daß die Landwirtschaft das Wirtschaftsjahr 1995 gut überstanden hat. Ich möchte all jenen Verantwortungsträgern, die dazu einen Beitrag geleistet haben, sehr herzlich dafür danken, daß dieses Ergebnis erzielt wurde: stellvertretend selbstverständlich unserem Bundesminister Molterer. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Von Herrn Minister Molterer wurden heute wesentliche und interessante Aspekte für die Weiterentwicklung der gemeinsamen Agrarpolitik aufgezeigt. Herr Minister, ich wünsche dir für die Durchsetzung dieser Maßnahmen viel Erfolg! (Beifall bei der ÖVP).
Beifall bei der SPÖ.
Wir fordern daher die Umgestaltung der Gewerbeordnung dahin gehend, daß ein Miteinander und ein Synergienutzen zwischen Gewerbe, Handel und der Branche Landwirtschaft möglich wird. Meine Damen und Herren! Gefordert ist der Bauer als Unternehmer. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Reichhold: Kennen Sie das Einkommen der Schweizer?
Es kommt in diesem Grünen Bericht aber auch zum Ausdruck, wie wir ohne den EU-Beitritt dastünden. Es wäre jetzt vielleicht die GATT-Runde noch nicht voll wirksam, aber es wäre – so wie bei den Schweizer Bauern – ein beträchtlicher Rückschlag im Einkommen, ja ein nahezu aussichtsloser Rückschlag im Einkommen zu verzeichnen. Wir müßten um unsere Exporte bangen, wir müßten Stützungen abbauen, wir müßten Preise senken, wir müßten die Importabgaben abbauen. In der Schweiz hat es bereits einen dramatischen Rückschlag bei Preisen und Einkommen gegeben. (Abg. Ing. Reichhold: Kennen Sie das Einkommen der Schweizer?) Ja, ein Drittel haben sie jetzt weniger. (Abg. Ing. Reichhold: Doppelt so hoch wie unseres!) Nein, nein, die Kosten sind ja auch doppelt so hoch. Das Einkommen der Schweizer Bauern ist bei Gott nicht lustig! Ich kann Ihnen entsprechende Unterlagen zeigen. (Abg. Ing. Reichhold: Die Bergbauern in der Schweiz haben 370 000 S Einkommen! Mehr als doppelt soviel!)
Abg. Ing. Reichhold: Doppelt so hoch wie unseres!
Es kommt in diesem Grünen Bericht aber auch zum Ausdruck, wie wir ohne den EU-Beitritt dastünden. Es wäre jetzt vielleicht die GATT-Runde noch nicht voll wirksam, aber es wäre – so wie bei den Schweizer Bauern – ein beträchtlicher Rückschlag im Einkommen, ja ein nahezu aussichtsloser Rückschlag im Einkommen zu verzeichnen. Wir müßten um unsere Exporte bangen, wir müßten Stützungen abbauen, wir müßten Preise senken, wir müßten die Importabgaben abbauen. In der Schweiz hat es bereits einen dramatischen Rückschlag bei Preisen und Einkommen gegeben. (Abg. Ing. Reichhold: Kennen Sie das Einkommen der Schweizer?) Ja, ein Drittel haben sie jetzt weniger. (Abg. Ing. Reichhold: Doppelt so hoch wie unseres!) Nein, nein, die Kosten sind ja auch doppelt so hoch. Das Einkommen der Schweizer Bauern ist bei Gott nicht lustig! Ich kann Ihnen entsprechende Unterlagen zeigen. (Abg. Ing. Reichhold: Die Bergbauern in der Schweiz haben 370 000 S Einkommen! Mehr als doppelt soviel!)
Abg. Ing. Reichhold: Die Bergbauern in der Schweiz haben 370 000 S Einkommen! Mehr als doppelt soviel!
Es kommt in diesem Grünen Bericht aber auch zum Ausdruck, wie wir ohne den EU-Beitritt dastünden. Es wäre jetzt vielleicht die GATT-Runde noch nicht voll wirksam, aber es wäre – so wie bei den Schweizer Bauern – ein beträchtlicher Rückschlag im Einkommen, ja ein nahezu aussichtsloser Rückschlag im Einkommen zu verzeichnen. Wir müßten um unsere Exporte bangen, wir müßten Stützungen abbauen, wir müßten Preise senken, wir müßten die Importabgaben abbauen. In der Schweiz hat es bereits einen dramatischen Rückschlag bei Preisen und Einkommen gegeben. (Abg. Ing. Reichhold: Kennen Sie das Einkommen der Schweizer?) Ja, ein Drittel haben sie jetzt weniger. (Abg. Ing. Reichhold: Doppelt so hoch wie unseres!) Nein, nein, die Kosten sind ja auch doppelt so hoch. Das Einkommen der Schweizer Bauern ist bei Gott nicht lustig! Ich kann Ihnen entsprechende Unterlagen zeigen. (Abg. Ing. Reichhold: Die Bergbauern in der Schweiz haben 370 000 S Einkommen! Mehr als doppelt soviel!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Der Reichhold ist ein Märchenerzähler! – Abg. Ing. Reichhold: Ein "Demagoge"!
Dazu muß ich sagen: In der Schweiz gibt es schon einzelne Kantone, in denen die Absicht besteht, eine Volksabstimmung über den Beitritt zur EU durchzuführen. Einige sind eben schon draufgekommen, andere halt noch nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Der Reichhold ist ein Märchenerzähler! – Abg. Ing. Reichhold: Ein "Demagoge"!)
Allgemeiner Beifall.
Abschließend möchte ich mich noch für die zehn Jahre, die ich diesem Hause angehört habe, bedanken. Ich habe in beinahe allen Ausschüssen mitgearbeitet, und ich kann sagen, am aufwendigsten waren die Parteienverhandlungen für das Abfallwirtschaftsgesetz, die Hunderte Stunden in Anspruch genommen haben. Mir bleibt meine Arbeit hier in guter Erinnerung, und ich wünsche allen Kolleginnen und Kollegen und allen Bürgern, daß die Politik auch in Zukunft erfolgreich sein wird. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es geht einfach darum, daß die kleineren Betriebe, die oftmals noch dazu am arbeitsintensivsten sind, nicht benachteiligt sein dürfen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage das auch deshalb, weil die gesamte Diskussion rund um diese Neustrukturierung innerhalb der Belegschaft zu großer Unsicherheit und zu großer Angst geführt hat. Ich meine daher, daß schnelles Handeln notwendig ist, um diesen Zustand endlich zu beenden, denn die dort arbeitenden Menschen brauchen als Motivation Sicherheit und vor allem Vertrauen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir in Österreich produzieren zwar kostenintensiver, aber wir produzieren hochwertige Qualität. Ich möchte an dieser Stelle an unsere Konsumenten appellieren, sich diese hochwertige Qualität zu leisten und auf österreichische Produkte größeren Wert zu legen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Der Grüne Bericht 1995 – das wurde heute schon sehr oft ausgeführt – bringt eine realistische Darstellung der Wirtschaftslage auch bei den Gärtnern und Gemüsebauern. Er ist eine gute Grundlage für die künftige Agrarpolitik; eine Politik, die bei unserem Minister Molterer in sehr guten Händen ist. Ich freue mich, daß der Bericht positiv ausgefallen ist in diesem Jahr, und ich gratuliere unserem Bundesminister dazu. Ich wünsche ihm auch für die Zukunft sehr viel Erfolg – im Interesse der Versorgung unserer Konsumenten mit hochwertigen Produkten aus der Landwirtschaft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Minister! Ein erfreulicher Lichtblick kommt aber doch auch aus der blauen Ecke. Ich glaube, wir brauchen uns um die Kanäle und Kläranlagen künftig weniger Sorgen zu machen. Kollege Haider hat ein neues Modell entwickelt, das für Donnerskirchen eingesetzt wird. Ich würde anregen und ersuchen, daß man das vielleicht auf ganz Österreich ausdehnt und in den Öko-Fonds einbringt. Es wäre eine großartige Idee, wenn Kollege Haider die Abwasserprobleme in allen österreichischen Gemeinden privat so lösen würde. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: Es gibt auch andere Verschmutzer! So kann man das nicht sage!
Jetzt können wir hergehen und sagen, die Bauern sind für den Grundwasserzustand verantwortlich. Das ist mit Sicherheit richtig. Das besagt auch die Studie aus dem Landwirtschaftsministerium. Das sagen nicht irgendwelche freiheitlichen Landesräte, sondern das ist ... (Abg. Schwarzenberger: Es gibt auch andere Verschmutzer! So kann man das nicht sage!)
Abg. Schwarzenberger: Es gibt auch andere Verschmutzer! Das sagt auch die Studie aus!
Selbstverständlich, Herr Kollege Schwarzenberger! Selbstverständlich! Aber Ihr Minister gibt diese Studie heraus. Also irgend etwas stimmt da nicht, wenn Sie nicht dieser Meinung sind. (Abg. Schwarzenberger: Es gibt auch andere Verschmutzer! Das sagt auch die Studie aus!) Selbstverständlich, Herr Kollege Schwarzenberger, gibt es andere Verschmutzer.
Abg. Dr. Keppelmüller: 80 Prozent Zuschuß! Das ist doch Unsinn!
Aber es ist wirklich unfair, von einer Berufsgruppe zu verlangen, daß sie die Kosten für die Allgemeinheit alleine trägt. Es ist ein 20prozentiger – (Abg. Dr. Keppelmüller: 80 Prozent Zuschuß! Das ist doch Unsinn!) Geh, Kollege Keppelmüller! – Selbstbehalt! Was würden Sie sagen, wenn man Ihr Einkommen einfach um 20 Prozent kürzt? (Abg. Dr. Keppelmüller: Das Einkommen sinkt nicht um 20 Prozent!) Na selbstverständlich! Herr Kollege Keppelmüller! Ein Selbstbehalt von 20 Prozent ist ein Einkommensverlust! (Abg. Dr. Keppelmüller: Nein!) Na selbstverständlich! Lesen Sie einmal das Gesetz! (Abg. Dr. Keppelmüller: Sie versteht das nicht!)
Abg. Dr. Keppelmüller: Das Einkommen sinkt nicht um 20 Prozent!
Aber es ist wirklich unfair, von einer Berufsgruppe zu verlangen, daß sie die Kosten für die Allgemeinheit alleine trägt. Es ist ein 20prozentiger – (Abg. Dr. Keppelmüller: 80 Prozent Zuschuß! Das ist doch Unsinn!) Geh, Kollege Keppelmüller! – Selbstbehalt! Was würden Sie sagen, wenn man Ihr Einkommen einfach um 20 Prozent kürzt? (Abg. Dr. Keppelmüller: Das Einkommen sinkt nicht um 20 Prozent!) Na selbstverständlich! Herr Kollege Keppelmüller! Ein Selbstbehalt von 20 Prozent ist ein Einkommensverlust! (Abg. Dr. Keppelmüller: Nein!) Na selbstverständlich! Lesen Sie einmal das Gesetz! (Abg. Dr. Keppelmüller: Sie versteht das nicht!)
Abg. Dr. Keppelmüller: Nein!
Aber es ist wirklich unfair, von einer Berufsgruppe zu verlangen, daß sie die Kosten für die Allgemeinheit alleine trägt. Es ist ein 20prozentiger – (Abg. Dr. Keppelmüller: 80 Prozent Zuschuß! Das ist doch Unsinn!) Geh, Kollege Keppelmüller! – Selbstbehalt! Was würden Sie sagen, wenn man Ihr Einkommen einfach um 20 Prozent kürzt? (Abg. Dr. Keppelmüller: Das Einkommen sinkt nicht um 20 Prozent!) Na selbstverständlich! Herr Kollege Keppelmüller! Ein Selbstbehalt von 20 Prozent ist ein Einkommensverlust! (Abg. Dr. Keppelmüller: Nein!) Na selbstverständlich! Lesen Sie einmal das Gesetz! (Abg. Dr. Keppelmüller: Sie versteht das nicht!)
Abg. Dr. Keppelmüller: Sie versteht das nicht!
Aber es ist wirklich unfair, von einer Berufsgruppe zu verlangen, daß sie die Kosten für die Allgemeinheit alleine trägt. Es ist ein 20prozentiger – (Abg. Dr. Keppelmüller: 80 Prozent Zuschuß! Das ist doch Unsinn!) Geh, Kollege Keppelmüller! – Selbstbehalt! Was würden Sie sagen, wenn man Ihr Einkommen einfach um 20 Prozent kürzt? (Abg. Dr. Keppelmüller: Das Einkommen sinkt nicht um 20 Prozent!) Na selbstverständlich! Herr Kollege Keppelmüller! Ein Selbstbehalt von 20 Prozent ist ein Einkommensverlust! (Abg. Dr. Keppelmüller: Nein!) Na selbstverständlich! Lesen Sie einmal das Gesetz! (Abg. Dr. Keppelmüller: Sie versteht das nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie unserem Antrag zustimmen, dann haben wir die Möglichkeit, in Zukunft umweltbewußt und wasserschonend zu produzieren, ohne dabei die Berufsgruppe der Bauern zu ruinieren. Gehen Sie mit unserem Antrag mit, es liegt in Ihrer Hand! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Doch nicht auf Kosten der Bauern!
Abgeordneter Johannes Zweytick (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Werter Herr Bundesminister! Es ist schon viel gesagt worden. Logisch, Frau Kollegin Aumayr, ist gar nichts; wenn Sie mich fragen. Alles ist psychologisch. Werben Sie doch endlich für unsere österreichischen Bauernprodukte, damit machen Sie dieser Wirtschaft einen Gefallen, auch deren Einkommen und deren Wertschöpfung! Daran liegt es! Daß natürlich auch für das Wasser etwas geschehen muß, ist keine Frage. (Abg. Aumayr: Doch nicht auf Kosten der Bauern!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir tun auch schon längst etwas, das beste Beispiel dafür gibt es in der Südsteiermark – ein Kollege hat das heute schon zitiert –: Das Wasser ist in Ordnung, der Nitratgehalt ist gesunken. Es gibt diese Schongebiete, diese Schutzgebiete, und das wirkt sich aus. Diese Agrarpolitik, die wirkt auch, es gibt auch Ausgleichszahlungen dafür. Diese Politik läuft schon. Schauen Sie in die Steiermark! Ich erkläre es Ihnen dann später. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Worauf ist das zurückzuführen? Ist das nicht auf die Bauern zurückzuführen, ist das nicht auf die Agrarpolitik zurückzuführen? Worauf dann? (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich hätte so viel zu sagen, leider kann ich nicht alles sagen. Aber diese freiheitliche Miesmacherei für die Zukunft der Bauern – so kann es nicht weitergehen! Es hat keinen Sinn, lieber Freund Reichhold! Es war die Rede von Sockelbeitrag für die Kleinen und Kleineren. Die Sockelbeiträge für die Beschäftigten bedeuten ja wieder mehr für die Großbetriebe, zu denen dein Betrieb ja auch zählt, weil du ja mehr Leute beschäftigst. Und je mehr du beschäftigst, desto mehr kassierst du auch. Aber damit hilft man nicht wirklich den kleinen familiären bäuerlichen Betrieben, das hast du heute vormittag selbst gesagt! So habe ich das verstanden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Einkommen – das ist auch sehr erfreulich – zwischen Gunstlagen und Berglagen ist enger zusammengedriftet. Diese wichtige Ökologisierung der österreichischen Landwirtschaft ist einzigartig in Europa. Es ist der richtige Weg, auch wenn er am Anfang hart ist, er ist zukunftsweisend und langsichtig, kein Wischi-Waschi, Frau Aumayr, kein Zickzackkurs à la Haider und seiner F. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Aber es gibt auch Leute, die mit dem Bericht nicht konform gehen. Kollege Wenitsch hat gesagt: Strich durch die Rechnung.(Zwischenruf der Abg. Aumayr. ) Er hat auch das ÖPUL-Programm angesprochen. Ich muß ganz ehrlich sagen: Um die gerechte, verantwortungsvolle Umweltpolitik unserer Bauern der Gesellschaft gegenüber aufrechterhalten zu können, waren Kürzungen in diesen Bereichen notwendig, um eben die ärmsten Bereiche zu schützen, zu halten und zu sichern, wie eben Rinderbauern und Bergbauern.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Weiters sagte Herr Firlinger – das ist, bitte, an die F gerichtet –: Meine Damen und Herren! Es ist so, wie ich eingangs gesagt habe. Es ist eine Situation ähnlich wie bei einer Börse in einer heiklen Phase: Je mehr Panikstimmung Sie verbreiten, meine Damen und Herren von der FPÖ, desto sensibler wird der Markt reagieren, desto schlimmer wird die Lage für die direkt Betroffenen. – Ihr neuer Agrarsprecher, an Sie gerichtet. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Seien Sie mir nicht böse; ich hoffe, Sie sind auch Ihrem Kollegen Firlinger nicht böse. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich bin ihm dankbar, wenn er hier eine neue Gesinnung hereinbringt. Es würde auch der F guttun, es würde aber vor allem der Agrarpolitik in Österreich und den Bauern guttun. Das ist Verantwortung! Hier ist einfach der falsche Ort und der falsche Platz, um Kabarett zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Seien Sie mir nicht böse; ich hoffe, Sie sind auch Ihrem Kollegen Firlinger nicht böse. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich bin ihm dankbar, wenn er hier eine neue Gesinnung hereinbringt. Es würde auch der F guttun, es würde aber vor allem der Agrarpolitik in Österreich und den Bauern guttun. Das ist Verantwortung! Hier ist einfach der falsche Ort und der falsche Platz, um Kabarett zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich kann daher abschließend nur sagen, daß sich die ÖVP wie bisher auch weiterhin vollstens für die Bauern einsetzen wird. Ich danke in ihrem Namen und im Namen der österreichischen Landwirtschaft Bundesminister Willi Molterer und wünsche ihm alles Gute für die Zukunft, die ja nicht einfach sein wird. – Unsere Bauern brauchen dich! – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Ing. Mathias Reichhold (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich sehe mich gezwungen, zum wiederholten Male eine falsche Behauptung, diesmal des Abgeordneten Herrn Zweyteck, richtigzustellen. Er hat gemeint ... (Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Was gibt es denn für eine Aufregung? (Rufe: Zweyti ck! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.) Entschuldigung – er heißt Zweytick.
Rufe: Zweyti ck! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Ing. Mathias Reichhold (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich sehe mich gezwungen, zum wiederholten Male eine falsche Behauptung, diesmal des Abgeordneten Herrn Zweyteck, richtigzustellen. Er hat gemeint ... (Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Was gibt es denn für eine Aufregung? (Rufe: Zweyti ck! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.) Entschuldigung – er heißt Zweytick.
Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Er hat dieses Zitat so im Raum stehengelassen. (Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Allgemeine Heiterkeit und Zwischenrufe.
Abgeordneter Dr. Stefan Salzl (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Zweytick hat behauptet, daß der neue Kollege Firlinger der neue Agrarsprecher der Freiheitlichen wäre. Ich stelle richtig, daß nach wie vor Kollege Reichhold unser Agrarsprecher ist. (Allgemeine Heiterkeit und Zwischenrufe.) – Ihr braucht euch nicht aufzuregen, es sind ja nur Fakten, die richtiggestellt werden. (Abg. Koppler: Kollege! War das jetzt eine Drohung? – Weitere Zwischenrufe.) Es sind ja nur Fakten, die richtiggestellt werden und anhand derer man sieht, wie die Wahrheit tatsächlich ausschaut.
Abg. Koppler: Kollege! War das jetzt eine Drohung? – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Dr. Stefan Salzl (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Zweytick hat behauptet, daß der neue Kollege Firlinger der neue Agrarsprecher der Freiheitlichen wäre. Ich stelle richtig, daß nach wie vor Kollege Reichhold unser Agrarsprecher ist. (Allgemeine Heiterkeit und Zwischenrufe.) – Ihr braucht euch nicht aufzuregen, es sind ja nur Fakten, die richtiggestellt werden. (Abg. Koppler: Kollege! War das jetzt eine Drohung? – Weitere Zwischenrufe.) Es sind ja nur Fakten, die richtiggestellt werden und anhand derer man sieht, wie die Wahrheit tatsächlich ausschaut.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weiters hat Herr Abgeordneter Zweytick behauptet, daß die Freiheitlichen gefordert hätten, daß bei Fehlern in Mehrfachanträgen Strafsanktionen eintreten sollen. Ich stelle richtig: Die Freiheitlichen haben darauf hingewiesen, daß die Bürokratie sehr überhandnimmt, die Mehrfachanträge so kompliziert auszufüllen sind, daß zu befürchten ist, daß es aufgrund von Fehlern, die dort passieren, zu Sanktionen kommen könnte, wie wir es derzeit bei 20 Prozent der Anträge erleben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rauch-Kallat: Nach der Rede schon! – Abg. Schwarzenberger: Nach der Rede nicht mehr!
Meine Damen und Herren! Ich als Liberaler bin wirklich unverdächtig, das Eigentum nicht hochzuhalten. (Abg. Rauch-Kallat: Nach der Rede schon! – Abg. Schwarzenberger: Nach der Rede nicht mehr!) – Liebe Frau Bundesministerin a. D! Sie haben noch gar nicht fertig zugehört, aber dann würde ich Sie bitten, es zu beurteilen.
Beifall des Abg. Grabner.
Den Forstleuten geht es wirklich nicht um die Radfahrer, es geht ihnen schlicht und ergreifend ums Abkassieren. Sie wollen möglichst viel Geld dafür haben, daß Österreicher einen Freizeitsport ausüben. (Beifall des Abg. Grabner. ) Das ist der wirkliche Grund. Sie sollten zumindest den Mut haben, es auch zu sagen. Sie sollten laut sagen: Wir sind geldgierig, wir wollen möglichst viel Geld haben, und dann geben wir die Forststraßen frei! – In dem Moment, in dem das Geld fließt, ist es mit den Schutzbehauptungen, die aufgestellt wurden betreffend die Breite der Wege, die Haftungen, die alle wichtig sind, die klärbar sind, die ganz leicht lösbar sind, vorbei.
Abg. Schwarzenberger: Schon dem Grundbesitzer, nicht dem Wild!
Ich habe völliges Verständnis dafür, daß das Wild ein Einstandsrecht hat und nicht dauernd gestört werden darf. Ich möchte nur die Jäger auf eines aufmerksam machen: Der Wald gehört nicht den Jägern. Wenn der Wald jemandem gehört, dann gehört er dem Wild. (Abg. Schwarzenberger: Schon dem Grundbesitzer, nicht dem Wild!) – Herr Kollege, Sie wissen, wie ich das meine. Wenn jemand ökologisch ein Anrecht auf den Wald hat, dann ist es das Wild und nicht der Jäger. Hier geht es auch nicht um die Grundeigentümer. Auch die Jäger sind nicht die Grundeigentümer, sondern überwiegend zumindest die Pächter.
Abg. Dr. Khol: Fragen Sie Firlinger! Er kann beurteilen Preis und Leistung!
Liebe gnädige Frau! Die Frage ist so abgrundtief, daß ich sie gar nicht beantworten kann. Auch Ihr Lachen verbessert die Frage nicht. (Abg. Dr. Khol: Fragen Sie Firlinger! Er kann beurteilen Preis und Leistung!) Die Frage, die Sie da stellen, ist wirklich atemberaubend. Ich meine doch, Sie sollten ein bißchen überlegen, ob wir dann auch von den Wanderern auf den Forststraßen etwas verlangen, denn Sie können keinen Unterschied machen je nachdem, ob jemand wandert oder sich auf ein Rad setzt. Da können Sie nur sehr sophistisch argumentieren. (Abg. Rauch-Kallat: Von einem Mountainbiker niedergefahren zu werden oder von einem Wanderer niedergerannt zu werden – den Unterschied möchte ich Ihnen gerne gönnen!)
Abg. Rauch-Kallat: Von einem Mountainbiker niedergefahren zu werden oder von einem Wanderer niedergerannt zu werden – den Unterschied möchte ich Ihnen gerne gönnen!
Liebe gnädige Frau! Die Frage ist so abgrundtief, daß ich sie gar nicht beantworten kann. Auch Ihr Lachen verbessert die Frage nicht. (Abg. Dr. Khol: Fragen Sie Firlinger! Er kann beurteilen Preis und Leistung!) Die Frage, die Sie da stellen, ist wirklich atemberaubend. Ich meine doch, Sie sollten ein bißchen überlegen, ob wir dann auch von den Wanderern auf den Forststraßen etwas verlangen, denn Sie können keinen Unterschied machen je nachdem, ob jemand wandert oder sich auf ein Rad setzt. Da können Sie nur sehr sophistisch argumentieren. (Abg. Rauch-Kallat: Von einem Mountainbiker niedergefahren zu werden oder von einem Wanderer niedergerannt zu werden – den Unterschied möchte ich Ihnen gerne gönnen!)
Abg. Rauch-Kallat: Ja!
Ich weiß nicht, ob Sie schon einmal auf einem Rad gesessen sind. (Abg. Rauch-Kallat: Ja!) Auf einem Mountainbike auch? (Abg. Rauch-Kallat: Auch!) – Ich gratuliere Ihnen. Hoffentlich auf den eigenen Forststraßen, sonst geht es Ihnen so wie dem Sekretär ... (Abg. Schieder: Aber sie hat Angst vorm Drunterliegen, nicht vorm Draufsitzen!) – Das ist der wahre Grund!
Abg. Rauch-Kallat: Auch!
Ich weiß nicht, ob Sie schon einmal auf einem Rad gesessen sind. (Abg. Rauch-Kallat: Ja!) Auf einem Mountainbike auch? (Abg. Rauch-Kallat: Auch!) – Ich gratuliere Ihnen. Hoffentlich auf den eigenen Forststraßen, sonst geht es Ihnen so wie dem Sekretär ... (Abg. Schieder: Aber sie hat Angst vorm Drunterliegen, nicht vorm Draufsitzen!) – Das ist der wahre Grund!
Abg. Schieder: Aber sie hat Angst vorm Drunterliegen, nicht vorm Draufsitzen!
Ich weiß nicht, ob Sie schon einmal auf einem Rad gesessen sind. (Abg. Rauch-Kallat: Ja!) Auf einem Mountainbike auch? (Abg. Rauch-Kallat: Auch!) – Ich gratuliere Ihnen. Hoffentlich auf den eigenen Forststraßen, sonst geht es Ihnen so wie dem Sekretär ... (Abg. Schieder: Aber sie hat Angst vorm Drunterliegen, nicht vorm Draufsitzen!) – Das ist der wahre Grund!
Abg. Mag. Posch: Man könnte ja auf einem Forstweg auch von einem Pferd getreten werden!
Es geht Ihnen so wie dem Sekretär der Landwirtschaftskammer Salzburg, der bei einer Diskussion in Hallein stolz verkündet hat, daß er natürlich Mountainbiker ist, aber er fährt immer nach Bayern hinüber, denn dort ist es erlaubt, in Österreich darf er nicht. (Abg. Mag. Posch: Man könnte ja auf einem Forstweg auch von einem Pferd getreten werden!) – Das ist auch möglich. Ein Tannenzapfen kann einem auch auf den Kopf fallen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. ) – Man sieht, es ist schon Donnerstag, die Stimmung ist schon locker.
Zwischenruf des Abg. Dr. Khol.
Es geht Ihnen so wie dem Sekretär der Landwirtschaftskammer Salzburg, der bei einer Diskussion in Hallein stolz verkündet hat, daß er natürlich Mountainbiker ist, aber er fährt immer nach Bayern hinüber, denn dort ist es erlaubt, in Österreich darf er nicht. (Abg. Mag. Posch: Man könnte ja auf einem Forstweg auch von einem Pferd getreten werden!) – Das ist auch möglich. Ein Tannenzapfen kann einem auch auf den Kopf fallen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. ) – Man sieht, es ist schon Donnerstag, die Stimmung ist schon locker.
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich meine, es geht hier um eine wesentliche Frage einer neuen Freizeitsportart, die – ich beruhige Sie – nicht nur Gäste, sondern auch Einheimische, sogar überwiegend Einheimische ausüben, wofür wir ein neues Betätigungsfeld schaffen sollten. Die Versicherungsfragen sind zu klären, sie müssen geklärt werden. Gehen wir weg von Schutzbehauptungen! Diskutieren wir über das Thema, und versuchen wir, über eine variable Abgeltung auch den "armen Forstbesitzern" zu Geld zu verhelfen, denn sonst werden sie bitter weinen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Deshalb ist Firlinger ausgetreten!
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Abgeordneter Peter! Ich werde mir erlauben – ich glaube, das muß man einfach tun –, Ihre heutige Rede an alle Wald- und Grundbesitzer zu verschicken und zu zeigen, wie "eigentumsfreundlich" das Liberale Forum eigentlich ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Deshalb ist Firlinger ausgetreten!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Gerade von Ihnen, Herr Abgeordneter Peter, als Unternehmer hätte ich doch etwas mehr Einsicht und Verständnis für andere Berufsgruppen und andere Eigentumsbesitzer erwartet. Ich nehme an, daß Sie – ich glaube, der Vergleich hinkt überhaupt nicht – auch in Ihrem Tourismusbetrieb Wert darauf legen, daß das entsprechende Ausmaß an Arbeit, das Sie bei einer gewissen Leistung haben, auch entsprechend abgegolten wird. (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter. ) Das werde ich Ihnen gleich zu erklären versuchen.
Zwischenruf des Abg. Müller.
Der Forstbesitzer ist darüber hinaus nach dem Forstgesetz, das schon Einschränkungen vorgesehen hat, verpflichtet, die Forstwege so zu erhalten, daß nicht nur Unfälle vermieden werden, sondern er haftet auch in vollem Umfang, und zwar sowohl zivilrechtlich als auch strafrechtlich, für alle Schäden, die in diesem Bereich passieren. Er haftet nicht nur für herabfallende Äste – zum Beispiel auch bei Wanderern –, und das ist auch mit den ... (Zwischenruf des Abg. Müller. ) Na selbstverständlich! (Abg. Müller: Das kann man ja mit einer Versicherung regeln!) Moment! Lassen Sie mich weiterreden! Nicht alles können Sie mit einer Versicherung regeln, Herr Kollege. Sie können mit einer Versicherung die zivilrechtlichen Haftungsfragen regeln (Abg. Dr. Khol: Aber nicht die strafrechtlichen!) , und das ist in der Zwischenzeit auch schon in vielen Fällen mit gemeinsamen Versicherungen von Tourismusverbänden, von Ländern geschehen.
Abg. Müller: Das kann man ja mit einer Versicherung regeln!
Der Forstbesitzer ist darüber hinaus nach dem Forstgesetz, das schon Einschränkungen vorgesehen hat, verpflichtet, die Forstwege so zu erhalten, daß nicht nur Unfälle vermieden werden, sondern er haftet auch in vollem Umfang, und zwar sowohl zivilrechtlich als auch strafrechtlich, für alle Schäden, die in diesem Bereich passieren. Er haftet nicht nur für herabfallende Äste – zum Beispiel auch bei Wanderern –, und das ist auch mit den ... (Zwischenruf des Abg. Müller. ) Na selbstverständlich! (Abg. Müller: Das kann man ja mit einer Versicherung regeln!) Moment! Lassen Sie mich weiterreden! Nicht alles können Sie mit einer Versicherung regeln, Herr Kollege. Sie können mit einer Versicherung die zivilrechtlichen Haftungsfragen regeln (Abg. Dr. Khol: Aber nicht die strafrechtlichen!) , und das ist in der Zwischenzeit auch schon in vielen Fällen mit gemeinsamen Versicherungen von Tourismusverbänden, von Ländern geschehen.
Abg. Dr. Khol: Aber nicht die strafrechtlichen!
Der Forstbesitzer ist darüber hinaus nach dem Forstgesetz, das schon Einschränkungen vorgesehen hat, verpflichtet, die Forstwege so zu erhalten, daß nicht nur Unfälle vermieden werden, sondern er haftet auch in vollem Umfang, und zwar sowohl zivilrechtlich als auch strafrechtlich, für alle Schäden, die in diesem Bereich passieren. Er haftet nicht nur für herabfallende Äste – zum Beispiel auch bei Wanderern –, und das ist auch mit den ... (Zwischenruf des Abg. Müller. ) Na selbstverständlich! (Abg. Müller: Das kann man ja mit einer Versicherung regeln!) Moment! Lassen Sie mich weiterreden! Nicht alles können Sie mit einer Versicherung regeln, Herr Kollege. Sie können mit einer Versicherung die zivilrechtlichen Haftungsfragen regeln (Abg. Dr. Khol: Aber nicht die strafrechtlichen!) , und das ist in der Zwischenzeit auch schon in vielen Fällen mit gemeinsamen Versicherungen von Tourismusverbänden, von Ländern geschehen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Peter: Es ist ein Breitensport, aber fahren dürfen sie nirgends!
Das ist auch mit ein Grund, warum die Österreichische Volkspartei, die das Mountainbiking sehr befürwortet, Bedenken hat. Das Mountainbiking hat sich in den letzten Jahren vom Trendsport, vom Randgruppensport hin zu einem allgemeinen Volkssport entwickelt. Nicht nur Touristen, sondern auch immer mehr einheimische Jugendliche finden darin eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Daher bekennt sich die Österreichische Volkspartei auch in einem hohen Ausmaß zur Förderung dieses Breitensports. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Peter: Es ist ein Breitensport, aber fahren dürfen sie nirgends!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Peter: Aber wandern darf man dort schon!
Wir müssen aber auch bedenken, daß der Wald nicht nur den Mountainbikern gehören darf. Das ist auch der Grund, warum sich die Österreichische Volkspartei immer gegen eine generelle Öffnung der Forststraßen gewandt hat, denn das käme einer kalten Enteignung der Grundbesitzer gleich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Peter: Aber wandern darf man dort schon!)
Abg. Dr. Cap: Reden Sie vom St. Johanns-Klub?!
Ich glaube, daß es notwendig ist, neben der Regelung der Haftungsfragen auch noch die ... (Abg. Dr. Cap: Reden Sie vom St. Johanns-Klub?!) Herr Abgeordneter Cap, dort sind die Malteser. Die fahren nicht mit dem Rad, die machen andere, sehr sinnvolle Dinge, Herr Abgeordneter.
Abg. Parnigoni: Am meisten irritieren das Wild die Jäger!
Neben der Haftungsfrage ist selbstverständlich auch die zeitliche Begrenzung zu klären. Sie haben es völlig richtig gesagt: Es sind im Wald auch naturschutzrechtliche Bestimmungen einzuhalten, es sind im Wald auch Tierschutzbestimmungen einzuhalten. Sie werden ja vielleicht auch einsehen, Herr Abgeordneter Peter, daß die Störung des Wildes durch stille Wanderer etwas geringer ausfällt als durch "wilde" – das sage ich unter Anführungszeichen – Mountainbiker. Das wird Ihnen jeder Forstwirt und jeder Förster sagen, daß das Wild insbesondere durch das rasche Bewegen der Mountainbiker zutiefst irritiert ist, daß es zu verstärktem Wildverbiß im Forst kommt (Abg. Parnigoni: Am meisten irritieren das Wild die Jäger!) und damit auch zu Schaden am Eigentum des Waldbesitzers. Auch der ist hintanzuhalten, denn die Österreichische Volkspartei bekennt sich zum Schutz des Eigentums. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Neben der Haftungsfrage ist selbstverständlich auch die zeitliche Begrenzung zu klären. Sie haben es völlig richtig gesagt: Es sind im Wald auch naturschutzrechtliche Bestimmungen einzuhalten, es sind im Wald auch Tierschutzbestimmungen einzuhalten. Sie werden ja vielleicht auch einsehen, Herr Abgeordneter Peter, daß die Störung des Wildes durch stille Wanderer etwas geringer ausfällt als durch "wilde" – das sage ich unter Anführungszeichen – Mountainbiker. Das wird Ihnen jeder Forstwirt und jeder Förster sagen, daß das Wild insbesondere durch das rasche Bewegen der Mountainbiker zutiefst irritiert ist, daß es zu verstärktem Wildverbiß im Forst kommt (Abg. Parnigoni: Am meisten irritieren das Wild die Jäger!) und damit auch zu Schaden am Eigentum des Waldbesitzers. Auch der ist hintanzuhalten, denn die Österreichische Volkspartei bekennt sich zum Schutz des Eigentums. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, meine Damen und Herren, es bringt überhaupt nichts, wenn wir versuchen, unterschiedliche Interessengruppen gegeneinander aufzurechnen. Es haben die Wanderer im Wald genauso viele Rechte, wie es die Grundbesitzer haben und wie wir sie auch den Mountainbikern gönnen wollen, aber es hat keinen Sinn, Krieg im Wald zu führen und die verschiedenen Interessengruppen gegeneinander auszuspielen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schieder: Treten Sie in die Pedale!
Es ist etwas geschehen, wir sind aber nicht zufrieden, ehe es nicht gesetzlich geregelt wird. Frau Kollegin! Alle die Forderungen, die Sie hier gestellt haben, können wir selbstverständlich gemeinsam erfüllen, indem wir das in dem Gesetz berücksichtigen. Hier können wir die Beschlüsse fassen, und dann gibt es keine Schwierigkeiten. (Abg. Schieder: Treten Sie in die Pedale!)
Abg. Schwarzenberger: Ihr eigener Verfassungsdienst im Bundeskanzleramt sagt, daß die Radwege problematisch sind!
Noch etwas: Sie sprechen von Eigentum. (Abg. Schwarzenberger: Ihr eigener Verfassungsdienst im Bundeskanzleramt sagt, daß die Radwege problematisch sind!) Warum hat dann eigentlich der Herr Landeshauptmann von Tirol ebenfalls die Forderung aufgestellt, daß die Forststraßen freigegeben werden sollen, und warum hat der Gemeinderat von Hohenems – ich glaube, dort ist eine ÖVP-Gemeinderatsmehrheit, Herr Kollege – dort ebenfalls einen solchen Beschluß gefaßt? (Abg. Schieder: Hört! Hört!) Daher hoffe ich, daß wir hier gemeinsam eine Regelung finden können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schieder: Hört! Hört!
Noch etwas: Sie sprechen von Eigentum. (Abg. Schwarzenberger: Ihr eigener Verfassungsdienst im Bundeskanzleramt sagt, daß die Radwege problematisch sind!) Warum hat dann eigentlich der Herr Landeshauptmann von Tirol ebenfalls die Forderung aufgestellt, daß die Forststraßen freigegeben werden sollen, und warum hat der Gemeinderat von Hohenems – ich glaube, dort ist eine ÖVP-Gemeinderatsmehrheit, Herr Kollege – dort ebenfalls einen solchen Beschluß gefaßt? (Abg. Schieder: Hört! Hört!) Daher hoffe ich, daß wir hier gemeinsam eine Regelung finden können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Noch etwas: Sie sprechen von Eigentum. (Abg. Schwarzenberger: Ihr eigener Verfassungsdienst im Bundeskanzleramt sagt, daß die Radwege problematisch sind!) Warum hat dann eigentlich der Herr Landeshauptmann von Tirol ebenfalls die Forderung aufgestellt, daß die Forststraßen freigegeben werden sollen, und warum hat der Gemeinderat von Hohenems – ich glaube, dort ist eine ÖVP-Gemeinderatsmehrheit, Herr Kollege – dort ebenfalls einen solchen Beschluß gefaßt? (Abg. Schieder: Hört! Hört!) Daher hoffe ich, daß wir hier gemeinsam eine Regelung finden können. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ein weiteres: Meine Damen und Herren! Ich habe von einem Professor aus der Steiermark einen Brief bekommen. Er schreibt mir, wie mountainbikefeindlich wir in Österreich eigentlich sind und daß für den Tourismus nichts geschieht. Er verlangt ebenfalls die Öffnung. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Herr Kollege, du hast überhaupt keine Ahnung davon. Rede von etwas, wovon du eine Ahnung hast! Du hast aber von nichts eine Ahnung, daher brauchst du auch nichts zu reden! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Ich glaube, das ist ein ernstes Problem.
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Ein weiteres: Meine Damen und Herren! Ich habe von einem Professor aus der Steiermark einen Brief bekommen. Er schreibt mir, wie mountainbikefeindlich wir in Österreich eigentlich sind und daß für den Tourismus nichts geschieht. Er verlangt ebenfalls die Öffnung. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Herr Kollege, du hast überhaupt keine Ahnung davon. Rede von etwas, wovon du eine Ahnung hast! Du hast aber von nichts eine Ahnung, daher brauchst du auch nichts zu reden! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Ich glaube, das ist ein ernstes Problem.
Abg. Schieder: Reiten auch nicht!
Meine Damen und Herren! 570 000 Fahrräder sind im vorigen Jahr in Österreich verkauft worden. Das ist auch für den Tourismus eine entscheidende Frage. Da gibt es in der Steiermark – Herr Kollege Peter, da gebe ich Ihnen recht – im Forst eine Tafel, auf der steht – hört bitte zu! –: "Fahren, Radfahren, Reiten, Beeren- und Pilzesammeln verboten. Ausgenommen PKW-Zu- und -Abfahrt zur bewirtschafteten Sennhütte." – Also mit dem Auto kann man fahren, aber mit dem Rad darf man nicht fahren! (Abg. Schieder: Reiten auch nicht!) Das hat mir ein Mann aus der Steiermark – ich kenne ihn nicht – geschrieben. (Abg. Schieder: Pfui!) Magister ist er und Professor ebenfalls. (Abg. Dr. Maitz: Das ist eine uralte Tafel!) Ob sie uralt ist oder nicht, sie steht dort, Herr Kollege. (Abg. Schieder: Pfui!) Das möchte ich Ihnen auch dazu sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schieder: Pfui!
Meine Damen und Herren! 570 000 Fahrräder sind im vorigen Jahr in Österreich verkauft worden. Das ist auch für den Tourismus eine entscheidende Frage. Da gibt es in der Steiermark – Herr Kollege Peter, da gebe ich Ihnen recht – im Forst eine Tafel, auf der steht – hört bitte zu! –: "Fahren, Radfahren, Reiten, Beeren- und Pilzesammeln verboten. Ausgenommen PKW-Zu- und -Abfahrt zur bewirtschafteten Sennhütte." – Also mit dem Auto kann man fahren, aber mit dem Rad darf man nicht fahren! (Abg. Schieder: Reiten auch nicht!) Das hat mir ein Mann aus der Steiermark – ich kenne ihn nicht – geschrieben. (Abg. Schieder: Pfui!) Magister ist er und Professor ebenfalls. (Abg. Dr. Maitz: Das ist eine uralte Tafel!) Ob sie uralt ist oder nicht, sie steht dort, Herr Kollege. (Abg. Schieder: Pfui!) Das möchte ich Ihnen auch dazu sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Maitz: Das ist eine uralte Tafel!
Meine Damen und Herren! 570 000 Fahrräder sind im vorigen Jahr in Österreich verkauft worden. Das ist auch für den Tourismus eine entscheidende Frage. Da gibt es in der Steiermark – Herr Kollege Peter, da gebe ich Ihnen recht – im Forst eine Tafel, auf der steht – hört bitte zu! –: "Fahren, Radfahren, Reiten, Beeren- und Pilzesammeln verboten. Ausgenommen PKW-Zu- und -Abfahrt zur bewirtschafteten Sennhütte." – Also mit dem Auto kann man fahren, aber mit dem Rad darf man nicht fahren! (Abg. Schieder: Reiten auch nicht!) Das hat mir ein Mann aus der Steiermark – ich kenne ihn nicht – geschrieben. (Abg. Schieder: Pfui!) Magister ist er und Professor ebenfalls. (Abg. Dr. Maitz: Das ist eine uralte Tafel!) Ob sie uralt ist oder nicht, sie steht dort, Herr Kollege. (Abg. Schieder: Pfui!) Das möchte ich Ihnen auch dazu sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schieder: Pfui!
Meine Damen und Herren! 570 000 Fahrräder sind im vorigen Jahr in Österreich verkauft worden. Das ist auch für den Tourismus eine entscheidende Frage. Da gibt es in der Steiermark – Herr Kollege Peter, da gebe ich Ihnen recht – im Forst eine Tafel, auf der steht – hört bitte zu! –: "Fahren, Radfahren, Reiten, Beeren- und Pilzesammeln verboten. Ausgenommen PKW-Zu- und -Abfahrt zur bewirtschafteten Sennhütte." – Also mit dem Auto kann man fahren, aber mit dem Rad darf man nicht fahren! (Abg. Schieder: Reiten auch nicht!) Das hat mir ein Mann aus der Steiermark – ich kenne ihn nicht – geschrieben. (Abg. Schieder: Pfui!) Magister ist er und Professor ebenfalls. (Abg. Dr. Maitz: Das ist eine uralte Tafel!) Ob sie uralt ist oder nicht, sie steht dort, Herr Kollege. (Abg. Schieder: Pfui!) Das möchte ich Ihnen auch dazu sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! 570 000 Fahrräder sind im vorigen Jahr in Österreich verkauft worden. Das ist auch für den Tourismus eine entscheidende Frage. Da gibt es in der Steiermark – Herr Kollege Peter, da gebe ich Ihnen recht – im Forst eine Tafel, auf der steht – hört bitte zu! –: "Fahren, Radfahren, Reiten, Beeren- und Pilzesammeln verboten. Ausgenommen PKW-Zu- und -Abfahrt zur bewirtschafteten Sennhütte." – Also mit dem Auto kann man fahren, aber mit dem Rad darf man nicht fahren! (Abg. Schieder: Reiten auch nicht!) Das hat mir ein Mann aus der Steiermark – ich kenne ihn nicht – geschrieben. (Abg. Schieder: Pfui!) Magister ist er und Professor ebenfalls. (Abg. Dr. Maitz: Das ist eine uralte Tafel!) Ob sie uralt ist oder nicht, sie steht dort, Herr Kollege. (Abg. Schieder: Pfui!) Das möchte ich Ihnen auch dazu sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kukacka: Wie heißt er?
Sehr viel geschehen ist im Burgenland – da gebe ich Ihnen vollkommen recht –, dort gibt es bereits 1 000 Kilometer Radwege. Das ist wirklich super, möchte ich dazusagen. Aber auch in anderen Ländern – in der Steiermark, in Vorarlberg – ist sehr viel geschehen. Da gibt es auch einen sehr bekannten Sportler – ich kenne ihn persönlich sehr gut –, der meint (Abg. Mag. Kukacka: Wie heißt er?) – es ist David Zwilling vom Club Zwilling in Abtenau; ich glaube, jeder kennt ihn –, 135 Kilometer für das Land Salzburg seien lächerlich. Ich möchte gleich dazusagen: Jeder, der David Zwilling kennt, weiß, daß er kein Sozialdemokrat ist, wohl aber ein guter Sportler. Also 135 Kilometer seien lächerlich für das Land, für ein schönes Mountainbiking wären alleine für Abtenau, für sein Gebiet, 100 Kilometer notwendig. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) Man kann sich darüber lustig machen, wie man will, aber wenn man gerade für den Tourismus hier in Österreich etwas machen will, muß man dieses Forstgesetz ändern und gemeinsam die Probleme lösen. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr viel geschehen ist im Burgenland – da gebe ich Ihnen vollkommen recht –, dort gibt es bereits 1 000 Kilometer Radwege. Das ist wirklich super, möchte ich dazusagen. Aber auch in anderen Ländern – in der Steiermark, in Vorarlberg – ist sehr viel geschehen. Da gibt es auch einen sehr bekannten Sportler – ich kenne ihn persönlich sehr gut –, der meint (Abg. Mag. Kukacka: Wie heißt er?) – es ist David Zwilling vom Club Zwilling in Abtenau; ich glaube, jeder kennt ihn –, 135 Kilometer für das Land Salzburg seien lächerlich. Ich möchte gleich dazusagen: Jeder, der David Zwilling kennt, weiß, daß er kein Sozialdemokrat ist, wohl aber ein guter Sportler. Also 135 Kilometer seien lächerlich für das Land, für ein schönes Mountainbiking wären alleine für Abtenau, für sein Gebiet, 100 Kilometer notwendig. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) Man kann sich darüber lustig machen, wie man will, aber wenn man gerade für den Tourismus hier in Österreich etwas machen will, muß man dieses Forstgesetz ändern und gemeinsam die Probleme lösen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr viel geschehen ist im Burgenland – da gebe ich Ihnen vollkommen recht –, dort gibt es bereits 1 000 Kilometer Radwege. Das ist wirklich super, möchte ich dazusagen. Aber auch in anderen Ländern – in der Steiermark, in Vorarlberg – ist sehr viel geschehen. Da gibt es auch einen sehr bekannten Sportler – ich kenne ihn persönlich sehr gut –, der meint (Abg. Mag. Kukacka: Wie heißt er?) – es ist David Zwilling vom Club Zwilling in Abtenau; ich glaube, jeder kennt ihn –, 135 Kilometer für das Land Salzburg seien lächerlich. Ich möchte gleich dazusagen: Jeder, der David Zwilling kennt, weiß, daß er kein Sozialdemokrat ist, wohl aber ein guter Sportler. Also 135 Kilometer seien lächerlich für das Land, für ein schönes Mountainbiking wären alleine für Abtenau, für sein Gebiet, 100 Kilometer notwendig. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) Man kann sich darüber lustig machen, wie man will, aber wenn man gerade für den Tourismus hier in Österreich etwas machen will, muß man dieses Forstgesetz ändern und gemeinsam die Probleme lösen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Trattner: Mit den Ländern nicht?
Meine Damen und Herren! Zusammenfassend möchte ich an alle Fraktionen dieses Hauses, an alle Institutionen auf Bundes- und Gemeindeebene appellieren, daß wir gemeinsam weiterhin Fortschritte machen, Lösungsansätze finden. Durch beispielhafte Kooperationen (Abg. Mag. Trattner: Mit den Ländern nicht?) – die gehören natürlich dazu – von Waldbesitzern, örtlichen Tourismusverbänden, Gemeindevertretern und Landesstellen müssen wir gemeinsam dieses Problem lösen.
Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.
Ich hoffe, daß die Kolleginnen und Kollegen der Bundesländer, in denen die Landeshauptleute und die Gemeinden bereits Beschlüsse gefaßt haben – das sind alles keine Sozialdemokraten –, dabei mittun. Ich darf dem Herrn Landeshauptmann Weingartner und dem Herrn Gemeinderat von Hohenems sagen: Wir werden alles daransetzen, daß mit diesem Forstgesetz die Forststraßen für Mountainbiker geöffnet werden. (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.)
Abg. Schieder: Schnell in die Pedale treten! – Abg. Schwarzenberger: So schnell wie mit dem Mountainbike!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Grollitsch. – Herr Abgeordneter, ich mache Sie darauf aufmerksam, daß um 15 Uhr eine Dingliche Anfrage aufzurufen ist. (Abg. Schieder: Schnell in die Pedale treten! – Abg. Schwarzenberger: So schnell wie mit dem Mountainbike!)
Abg. Grabner: Sogar 7 Minuten! Ich bin um 16 Uhr auch noch da!
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Kollege Grabner, vielleicht kannst du noch 3 Minuten erübrigen (Abg. Grabner: Sogar 7 Minuten! Ich bin um 16 Uhr auch noch da!) und die Stellungnahme der Freiheitlichen zu diesem Reizthema hören.
Abg. Schwarzenberger: Auf Vertragsbasis!
Daß es nicht eingehalten wird, dafür sind alle Fraktionen verantwortlich, mit einer Ausnahme – das kann ich guten Gewissens sagen –: Die Freiheitlichen haben in der Frage der Mountainbikerei nie mit gespaltener Zunge gesprochen. Wir haben keine Situation für politisches Kleingeld genutzt, wie Sie es alle miteinander getan haben. Ich könnte Ihnen jetzt seitenlang zitieren, wie ÖVP-Politiker im Landwirtschaftsministerium eine klare, brauchbare Regelung vorgeschlagen haben, und am nächsten Tag schreibt die Zeitung: Steiermark öffnet im ganzen Land die Wälder für Mountainbikes. Frau Klasnic macht es möglich: Ganz Steiermark darf mit Mountainbikes befahren werden. (Abg. Schwarzenberger: Auf Vertragsbasis!) – Sie tun alles dazu, um das Thema hochzureizen und im großen und ganzen für politisches Kleingeld zu nutzen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitlichen haben heuer im Sommer zur Versachlichung des Themas Natursportarten eine große Enquete abgehalten. Da waren auch Vertreter der Mountainbiker anwesend und haben gesagt: Gebt uns doch eine Fair-play-Lösung! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das trifft die Sache: Nicht mehr versprechen, als man halten kann, aber Möglichkeiten für diesen gesunden Sport geben. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Wir Freiheitlichen haben heuer im Sommer zur Versachlichung des Themas Natursportarten eine große Enquete abgehalten. Da waren auch Vertreter der Mountainbiker anwesend und haben gesagt: Gebt uns doch eine Fair-play-Lösung! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das trifft die Sache: Nicht mehr versprechen, als man halten kann, aber Möglichkeiten für diesen gesunden Sport geben. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wären Sie mit dem freiheitlichen Antrag vor einem Jahr mitgegangen, hätten Sie den Antrag zu dieser Frage des Forstgesetzes vor einem halben Jahr unterstützt, wir hätten keine Probleme mehr. Dort ist die Natursportanlage als das Ziel dieser Bemühungen vorgesehen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Wir haben eine Insolvenzstatistik, aus der hervorgeht, daß im ersten Quartal 43 Milliarden Volksvermögen vergeudet worden sind. Wir haben 2 700 Konkursanträge, die mangels Masse abgewiesen worden sind. Und man hört immer von Ihnen, Sie starten eine Beschäftigungsoffensive, eine Gründeroffensive, Sie setzen aber Maßnahmen, die genau in die andere Richtung gehen, Maßnahmen, weit entfernt von einem Gründungssparen, weit entfernt von einem Gründungsoffensive. Wie kann man das eine fordern und auf der anderen Seite Neugründungen mit einer Körperschaftsteuervorauszahlung von 50 000 S belasten? Das läßt sich miteinander nicht vereinbaren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Es ist auch etwas wirklich Gravierendes eingetreten, und zwar die Streichung der Verlustvorträge für die Jahre 1996 und 1997. Diese Streichung der Verlustvorträge bringt größte Schwierigkeiten für die Bauträgergesellschaften, da die Vorlaufkosten für diese Projekte nicht mehr gegenverrechnet werden können. Obwohl Sie immer von einer Wohnbauoffensive reden – ich glaube, es ist jetzt schon die vierzehnte oder fünfzehnte Variante –, fügen Sie hier großen Schaden zu und verhindern die Fertigstellung dieser Häuser beziehungsweise deren Verkauf, weil die Ertragssteuerbelastung für die Bauträger so hoch ist, daß sie sich derzeit den Verkauf gar nicht leisten können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Ederer: Sind Sie dafür, daß wir Italien gleich dazunehmen?
In diesem Zusammenhang habe ich eher das Gefühl – und das hat auch die gestrige Debatte, die Fünfer-Diskussion bestätigt –, Sie sind eher so ein Kanzler-International. Sie sind insofern ein Kanzler-International, als Sie sich in erster Linie darum bemühen, wie man der österreichischen Bevölkerung den Euro schmackhaft machen kann. Sie wissen ganz genau, wie die Konvergenzkriterien derzeit in den einzelnen europäischen Staaten ausschauen. Sie wissen ganz genau, daß nur ein Land, nämlich Luxemburg, diese Konvergenzkriterien erreicht. Und Sie brachten in der gestrigen Sendung genau das Beispiel Italien, mit einem Maschinenexport von einer Milliarde Lire, obwohl Sie genau wußten, daß in Dublin in Aussicht gestellt worden ist, daß nur sechs Länder an dieser ersten Währungsunion teilnehmen werden. Das sind die Benelux-Staaten, das ist Frankreich, das ist Deutschland, und das ist Österreich. Von Italien ist überhaupt keine Rede. Für dieses Land gibt es einen EWS 2 mit einer Bandbreite von 15 Prozent. (Abg. Mag. Ederer: Sind Sie dafür, daß wir Italien gleich dazunehmen?) Und mit dieser Bandbreite wollen Sie ausschließen, daß die österreichischen Exporteure dem Währungsrisiko gegenüber den italienischen Importeuren ausweichen können? Das glauben Sie bitte wohl selbst nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
In diesem Zusammenhang habe ich eher das Gefühl – und das hat auch die gestrige Debatte, die Fünfer-Diskussion bestätigt –, Sie sind eher so ein Kanzler-International. Sie sind insofern ein Kanzler-International, als Sie sich in erster Linie darum bemühen, wie man der österreichischen Bevölkerung den Euro schmackhaft machen kann. Sie wissen ganz genau, wie die Konvergenzkriterien derzeit in den einzelnen europäischen Staaten ausschauen. Sie wissen ganz genau, daß nur ein Land, nämlich Luxemburg, diese Konvergenzkriterien erreicht. Und Sie brachten in der gestrigen Sendung genau das Beispiel Italien, mit einem Maschinenexport von einer Milliarde Lire, obwohl Sie genau wußten, daß in Dublin in Aussicht gestellt worden ist, daß nur sechs Länder an dieser ersten Währungsunion teilnehmen werden. Das sind die Benelux-Staaten, das ist Frankreich, das ist Deutschland, und das ist Österreich. Von Italien ist überhaupt keine Rede. Für dieses Land gibt es einen EWS 2 mit einer Bandbreite von 15 Prozent. (Abg. Mag. Ederer: Sind Sie dafür, daß wir Italien gleich dazunehmen?) Und mit dieser Bandbreite wollen Sie ausschließen, daß die österreichischen Exporteure dem Währungsrisiko gegenüber den italienischen Importeuren ausweichen können? Das glauben Sie bitte wohl selbst nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das Institut fordert Sie daher auf, diesen Datennotstand möglichst bald zu beheben. Ja, bitte, auf welchen Zahlen bauen denn Sie auf? Auf welchen Zahlen sollen denn Ihre Beamten diese Budgetprognose erstellen? Es ist ja völlig klar, daß die nicht in der Lage sind, diese zu erstellen, denn die Daten sind nicht vorhanden. Schauen Sie zuerst einmal, daß dieses Institut in Ordnung gebracht wird, und dann versuchen Sie, dem Hohen Haus eine Budgetprognose zur Verfügung zu stellen, die auch gesetzeskonform ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Erklären Sie der österreichischen Bevölkerung, warum sie geschröpft und Geld ins Ausland überwiesen wird, von dem wir überhaupt nicht wissen, was damit passiert. Sagen Sie einmal der österreichischen Bevölkerung, wofür all diese Dinge sind. Das sind abstruse Zahlen. Ich war ganz überrascht, als ich mit dieser Statistik konfrontiert worden bin. Als man mich gefragt hat: Was glauben Sie, was man an internationale Organisationen bezahlt?, da habe ich mir gedacht, 10 Prozent von dieser Summe, vielleicht 7 bis 10 Milliarden Schilling. Aber 73 Milliarden Schilling – das können Sie wirklich niemandem klarmachen! Das ist ja nicht alles. Das, was hier im "Jahrbuch der österreichischen Außenpolitik" angeführt worden ist, ist ja nur ein kleiner Teil. Im Jahr 1994 hatte der Rechnungshof kritisiert, daß viele Beiträge sonst noch bezahlt werden. Das ist dieses Paket, Herr Bundeskanzler, und in diesem Paket sind die anderen Förderungsmaßnahmen vom Rechnungshof aufgeführt, die in diesem "Jahrbuch der österreichischen Außenpolitik" noch gar nicht enthalten sind. Diese Zahlen habe ich noch gar nicht aufsummiert. Aber überlegen Sie einmal, wie Sie mit dem Geld der österreichischen Steuerzahler umgehen. Zuerst muß man wirklich einmal schauen, daß die Arbeitsplätze in Österreich gesichert sind, erst dann kann man überlegen, welche Geldgeschenke man dem Ausland macht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Beliebt will er sich machen!
Sie tun sich da immer recht leicht. Sie fahren zu irgendeiner internationalen Organisation, zu einer Sitzung oder zu einer Konferenz – und schwupp ist schon eine Milliarde weg. Da schenkt man halt eine Milliarde her, man weiß zwar nicht, ist es Entwicklungshilfe, ist es Schuldennachlaß oder was immer. Ob das beschlossen worden ist von der Regierung, ob der Finanzminister gesagt hat, wir haben soviel Geld, diese Milliarde Schilling, das weiß kein Mensch. (Abg. Mag. Stadler: Beliebt will er sich machen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es wäre ganz interessant, das einmal von Ihnen zu erfahren. Die österreichische Bevölkerung würde gerne einmal von Ihnen erfahren, wie es denn mit der Kindergartenmilliarde aussieht, ob die auch sichergestellt ist. Darauf wartet die österreichische Bevölkerung, davon hat man noch nichts gehört. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Sie können nicht vor jeder Wahl der österreichischen Bevölkerung irgendwelche Rosinen streuen und dann, wenn die Wahl vorbei ist, die Rosinen einsammeln. Das kommt mir genauso vor wie bei einem Banker, der bei Sonnenschein einen Regenschirm hergibt, und wenn die ersten Tropfen fallen, dann nimmt er dem betreffenden den Schirm wieder weg und läßt ihn im Regen stehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit.
Herr Bundeskanzler! Sagen Sie wirklich der österreichischen Bevölkerung, wo es langgehen soll, wo die Perspektiven sind! In dem Budgetprogramm ist ein Budget fortgeschrieben, ohne daß sich irgend etwas ändert. Haben Sie jetzt endlich vor, Dinge umzusetzen, die Sie bereits vor 1986 versprochen haben? Haben Sie vor, endlich eine Ökosteuerreform anzugehen? In dem Budgetprogramm ist davon nichts ersichtlich. Dieses Budgetprogramm ist aber – wie Sie auch selbst gesagt haben – das in Zahlen geschmolzene Regierungsprogramm. (Heiterkeit.) Wenn das das in Zahlen geschmolzene Regierungsprogramm ist, Herr Bundeskanzler, dann, muß ich Ihnen ganz ehrlich sagen, haben wir wirklich kein Vertrauen mehr. Wenn dieses Regierungsprogramm umgesetzt wird, dann wird es in Österreich nur mehr zu einer Belastungslawine kommen und zu keinen strukturellen Veränderungen, die Sie und der Finanzminister beziehungsweise die gesamte Bundesregierung bei der Regierungserklärung der österreichischen Bevölkerung versprochen haben. So wird es sicherlich nicht weitergehen. Am 13. Oktober werden Sie die Rechnung präsentiert bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Sagen Sie wirklich der österreichischen Bevölkerung, wo es langgehen soll, wo die Perspektiven sind! In dem Budgetprogramm ist ein Budget fortgeschrieben, ohne daß sich irgend etwas ändert. Haben Sie jetzt endlich vor, Dinge umzusetzen, die Sie bereits vor 1986 versprochen haben? Haben Sie vor, endlich eine Ökosteuerreform anzugehen? In dem Budgetprogramm ist davon nichts ersichtlich. Dieses Budgetprogramm ist aber – wie Sie auch selbst gesagt haben – das in Zahlen geschmolzene Regierungsprogramm. (Heiterkeit.) Wenn das das in Zahlen geschmolzene Regierungsprogramm ist, Herr Bundeskanzler, dann, muß ich Ihnen ganz ehrlich sagen, haben wir wirklich kein Vertrauen mehr. Wenn dieses Regierungsprogramm umgesetzt wird, dann wird es in Österreich nur mehr zu einer Belastungslawine kommen und zu keinen strukturellen Veränderungen, die Sie und der Finanzminister beziehungsweise die gesamte Bundesregierung bei der Regierungserklärung der österreichischen Bevölkerung versprochen haben. So wird es sicherlich nicht weitergehen. Am 13. Oktober werden Sie die Rechnung präsentiert bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Das haben Sie richtig erkannt!
Bundeskanzler Dkfm. Dr. Franz Vranitzky: Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Der Aufhänger zu dieser Dringlichen Anfrage ist ungefähr so: Die Bundesregierung belästigt die österreichische Bevölkerung mit einem Sparpaket und gibt selber – entweder die Bundesregierung insgesamt oder ich selber – dieses Geld dazu aus, um im Ausland Geldgeschenke zu machen. Das ist der Aufhänger. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Das haben Sie richtig erkannt!)
Beifall bei der SPÖ.
Würden wir die Anfrage hier nur auf moralischer Ebene diskutieren, wären wir rasch fertig. Denn ich finde es bezeichnend, daß sich ausgerechnet eine Partei den Kopf zerbricht über Geldgeschenke, die selbst innerhalb der letzten 48 Stunden ein Beispiel geboten hat, wie man das macht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Was haben Sie gegen Feuerwehrautos?
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Die Bundesregierung ... (Abg. Haigermoser: Was haben Sie gegen Feuerwehrautos?) – Ich habe nichts gegen Feuerwehrautos, Herr Abgeordneter, gar nichts! Nur, wenn ich davon ausgehe, daß auch Ihre Partei aus öffentlichen Kassen Parteienfinanzierung in Anspruch nimmt, dann ist das nicht nur das Geld der FPÖ, sondern partiell sicher Geld der Steuerzahler. Also seien Sie schön ruhig mit dem! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Denken Sie daran, was Ihre Briefe kosten!))
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Denken Sie daran, was Ihre Briefe kosten!
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Die Bundesregierung ... (Abg. Haigermoser: Was haben Sie gegen Feuerwehrautos?) – Ich habe nichts gegen Feuerwehrautos, Herr Abgeordneter, gar nichts! Nur, wenn ich davon ausgehe, daß auch Ihre Partei aus öffentlichen Kassen Parteienfinanzierung in Anspruch nimmt, dann ist das nicht nur das Geld der FPÖ, sondern partiell sicher Geld der Steuerzahler. Also seien Sie schön ruhig mit dem! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Denken Sie daran, was Ihre Briefe kosten!))
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Die Bundesregierung hat im Frühjahr dieses Jahres ein Sparpaket geschnürt, das die ... (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Bitte denken Sie daran, wie diszipliniert Ihrem Redner hier zugehört wurde. (Abg. Rossmann: Sie haben gar nicht zugehört!) Wie wollen Sie denn das wissen von dort aus? Sitzen Sie in meinem Gehörgang? (Heiterkeit.) Sie schauen mir verdächtig nach Ferndiagnose aus! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rossmann: Sie haben gar nicht zugehört!
Hohes Haus! Die Bundesregierung hat im Frühjahr dieses Jahres ein Sparpaket geschnürt, das die ... (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Bitte denken Sie daran, wie diszipliniert Ihrem Redner hier zugehört wurde. (Abg. Rossmann: Sie haben gar nicht zugehört!) Wie wollen Sie denn das wissen von dort aus? Sitzen Sie in meinem Gehörgang? (Heiterkeit.) Sie schauen mir verdächtig nach Ferndiagnose aus! (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit.
Hohes Haus! Die Bundesregierung hat im Frühjahr dieses Jahres ein Sparpaket geschnürt, das die ... (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Bitte denken Sie daran, wie diszipliniert Ihrem Redner hier zugehört wurde. (Abg. Rossmann: Sie haben gar nicht zugehört!) Wie wollen Sie denn das wissen von dort aus? Sitzen Sie in meinem Gehörgang? (Heiterkeit.) Sie schauen mir verdächtig nach Ferndiagnose aus! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Hohes Haus! Die Bundesregierung hat im Frühjahr dieses Jahres ein Sparpaket geschnürt, das die ... (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Bitte denken Sie daran, wie diszipliniert Ihrem Redner hier zugehört wurde. (Abg. Rossmann: Sie haben gar nicht zugehört!) Wie wollen Sie denn das wissen von dort aus? Sitzen Sie in meinem Gehörgang? (Heiterkeit.) Sie schauen mir verdächtig nach Ferndiagnose aus! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben dabei nichts verschwiegen, denn die beiden Parteien, die die Regierung bilden, haben das im Wahlkampf, zwar mit unterschiedlicher Intonierung, aber doch, angekündigt. Und erinnern Sie sich bitte zurück: Die beiden Regierungsparteien sind aus dem Wahlkampf gestärkt und die Oppositionsparteien geschwächt hervorgegangen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Bemerkenswert ist, daß die Freiheitlichen in ihrer Anfrage im Zusammenhang mit dem Sparpaket die Regelung bei den Werkverträgen kritisieren. Dies deshalb, weil diese Regelung zwei Zielsetzungen verfolgt, zu denen sie sich offensichtlich nicht bekennen können oder wollen. Ein Ziel ist es, dafür zu sorgen, daß in Österreich wirklich alle Berufstätigen sozialversichert sind. Und es ist dagegen vorzubeugen, daß immer mehr Österreicherinnen und Österreicher durch ihre Arbeitgeber in ein sozialversicherungsfreies, das heißt nicht mit Krankenversicherung, Pensionsversicherung ausgestattetes Dienstverhältnis gedrängt werden. Daher sind wir dafür eingetreten, daß diese Werkvertragsregelung getroffen wurde. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Unglaublich! Moralapostel!
Nun aber zu dem, was Sie "Geldgeschenke" nennen. Auf Ihre fehlende moralische Berechtigung habe ich schon hingewiesen. Ich meine, Sie haben aber auch sonst keine Veranlassung dazu. (Abg. Dr. Graf: Unglaublich! Moralapostel!) Denn was Sie alles in Ihrer Oberflächlichkeit als Geldgeschenke ausweisen, das läßt nur einen Schluß zu: Wenn dieselben Freiheitlichen, die diese Anfrage einbringen, unser Land stärker als bisher im Europäischen Parlament vertreten sollten, dann gute Nacht, wenn sie nicht einmal den Unterschied zwischen Umschuldung und Schuldenerlaß kennen oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das läuft meistens auf das gleiche hinaus! A la longue!) – Herr Bauer, war das damals auch schon so, als Sie im Finanzministerium waren? (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Gemeinsam mit Ihnen!) Eben, denn da waren Sie nämlich dabei. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das läuft meistens auf das gleiche hinaus! A la longue!
Nun aber zu dem, was Sie "Geldgeschenke" nennen. Auf Ihre fehlende moralische Berechtigung habe ich schon hingewiesen. Ich meine, Sie haben aber auch sonst keine Veranlassung dazu. (Abg. Dr. Graf: Unglaublich! Moralapostel!) Denn was Sie alles in Ihrer Oberflächlichkeit als Geldgeschenke ausweisen, das läßt nur einen Schluß zu: Wenn dieselben Freiheitlichen, die diese Anfrage einbringen, unser Land stärker als bisher im Europäischen Parlament vertreten sollten, dann gute Nacht, wenn sie nicht einmal den Unterschied zwischen Umschuldung und Schuldenerlaß kennen oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das läuft meistens auf das gleiche hinaus! A la longue!) – Herr Bauer, war das damals auch schon so, als Sie im Finanzministerium waren? (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Gemeinsam mit Ihnen!) Eben, denn da waren Sie nämlich dabei. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Gemeinsam mit Ihnen!
Nun aber zu dem, was Sie "Geldgeschenke" nennen. Auf Ihre fehlende moralische Berechtigung habe ich schon hingewiesen. Ich meine, Sie haben aber auch sonst keine Veranlassung dazu. (Abg. Dr. Graf: Unglaublich! Moralapostel!) Denn was Sie alles in Ihrer Oberflächlichkeit als Geldgeschenke ausweisen, das läßt nur einen Schluß zu: Wenn dieselben Freiheitlichen, die diese Anfrage einbringen, unser Land stärker als bisher im Europäischen Parlament vertreten sollten, dann gute Nacht, wenn sie nicht einmal den Unterschied zwischen Umschuldung und Schuldenerlaß kennen oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das läuft meistens auf das gleiche hinaus! A la longue!) – Herr Bauer, war das damals auch schon so, als Sie im Finanzministerium waren? (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Gemeinsam mit Ihnen!) Eben, denn da waren Sie nämlich dabei. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Nun aber zu dem, was Sie "Geldgeschenke" nennen. Auf Ihre fehlende moralische Berechtigung habe ich schon hingewiesen. Ich meine, Sie haben aber auch sonst keine Veranlassung dazu. (Abg. Dr. Graf: Unglaublich! Moralapostel!) Denn was Sie alles in Ihrer Oberflächlichkeit als Geldgeschenke ausweisen, das läßt nur einen Schluß zu: Wenn dieselben Freiheitlichen, die diese Anfrage einbringen, unser Land stärker als bisher im Europäischen Parlament vertreten sollten, dann gute Nacht, wenn sie nicht einmal den Unterschied zwischen Umschuldung und Schuldenerlaß kennen oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das läuft meistens auf das gleiche hinaus! A la longue!) – Herr Bauer, war das damals auch schon so, als Sie im Finanzministerium waren? (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Gemeinsam mit Ihnen!) Eben, denn da waren Sie nämlich dabei. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Die Hilfe an die Palästinenser ist ein Geschenk, wenn Sie so wollen. Es ist ein Geschenk, das durch Beschluß der österreichischen Bundesregierung zustande kam. Aber welche Überheblichkeit spricht in diesem konkreten Fall aus dem Wort "Geschenk"? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Das gibt es in Mexico-City auch! Das gibt es überall!
Ich kann es gar nicht glauben, daß man eine solche Behauptung aufstellt! Auch wenn man nie dort war, nie im Gaza-Streifen, nie im Westjordanland, auch wenn man nur ein durchschnittlicher österreichischer Fernsehkonsument ist, bekommt man einen ganz sicheren Eindruck über das wirklich unendliche Elend dieser Menschen dort, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Graf: Das gibt es in Mexico-City auch! Das gibt es überall!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Nur wenn Sie hinfahren, teilen Sie aus! – Abg. Mag. Stadler: Sie sollten einmal sehen, was in Österreich los ist! Sie sollten sich um das Elend in Österreich kümmern! Da wären Sie ausgelastet genug!
Aber hören Sie, deswegen, weil es an mehreren Stellen Elend gibt und man sich für eine Stelle verwendet, wird man doch nicht die Hilfe unterbinden können, nur weil ein anderer auch arm ist. Was ist das für eine Vorstellung? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Nur wenn Sie hinfahren, teilen Sie aus! – Abg. Mag. Stadler: Sie sollten einmal sehen, was in Österreich los ist! Sie sollten sich um das Elend in Österreich kümmern! Da wären Sie ausgelastet genug!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Das ist vielleicht überheblich! Er glaubt, er rettet mit seinen Millionen den Nahost-Frieden!
Wenn wir Hilfe an die Palästinenser geben, dann helfen wir, den Konflikt zwischen den Israelis und den Palästinensern zu entschärfen, und helfen damit dem Nahost-Friedensprozeß. – Vielleicht, meine Damen und Herren! Er ist doch schwierig genug, und er ist doch an unendlich viele Hindernisse gestoßen. Und ich möchte nicht für eine Bundesregierung eintreten und hier stehen, die im Zusammenhang mit einer internationalen Hilfsaktion die Palästinenser just in dem Zeitpunkt im Stich läßt, in denen sie die schwierigsten Verhandlungen für ihre Existenz überhaupt zu führen haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Das ist vielleicht überheblich! Er glaubt, er rettet mit seinen Millionen den Nahost-Frieden!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bezweifle, ob Sie überhaupt ein Politiker sind. Sie sind ganz gewöhnlich der Trompeter der Neidgenossenschaft, sonst überhaupt nichts. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich unterlasse es, jetzt noch darauf hinzuweisen, meine Damen und Herren, weil mir das schmählich vorkäme, daß mit dieser Hilfe, die wir dort geben, auch österreichische Firmen Aufträge erhalten. Ich meine, das ist ein angenehmer Nebeneffekt, aber der darf gar nicht im Zentrum dessen stehen, was wir hier zu tun haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mit anderen Worten heißt das angesichts der Globalisierung, daß die großen Unterschiede bei Einkommens- und Lebensstandards sowie die sozialen Unterschiede zwischen den Kontinenten auszugleichen sind, damit sie dann bei höherem Einkommen, zugegebenermaßen auch bei höheren Produktionskosten unsere Wirtschaft nicht mehr unterlaufen, sondern gleichwertige Partner sind. Das muß doch am Ende einer solchen Zielsetzung stehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Das ist eine unbewiesene Behauptung von Ihnen! – Reine Polemik von der Regierungsbank!
Wenn das nur ein Instrument der Tagespolitik wäre, dann könnten einige polemische Antworten genügen. Ich befürchte, daß es bei Ihnen Verwirrung über diese Zusammenhänge überhaupt gibt, daß Sie, wenn Sie die Chance bekommen, diese Ideen irgendwo in der Welt stärker zu vertreten als heute, unserem Land, unserer Wirtschaft, unserer Gesellschaft schaden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Das ist eine unbewiesene Behauptung von Ihnen! – Reine Polemik von der Regierungsbank!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Auch beim Thema Arbeitsplätze beschränken sich die Aktivitäten der Freiheitlichen auf Dringliche Anfragen im Parlament. Durch Dringliche Anfragen wurden noch nie Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Bis zur DDSG!
Wir in der Bundesregierung – und ich darf das sicher für die beiden Regierungsfraktionen sagen – machen die konsequente Arbeit zur Sicherung von Standorten in der Obersteiermark ebenso wie in Traiskirchen, ebenso wie im Marchfeld oder in anderen Bereichen, in denen das notwendig ist, und zwar bewußt, mit Konsequenz und mit Nachdruck. Wir behaupten auch nicht, daß das einfache Aufgaben sind. Wir behaupten auch nicht, daß uns alles gelungen ist. Wir können aber für uns ins Treffen führen, daß uns vieles gelungen ist. Das trifft zu für die ganze Palette, angefangen von Glanzstoff St. Pölten über Zuckerfabrik Hohenau, über Röhrenwerk Kindberg in der Steiermark bis zu so manch anderen. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Bis zur DDSG!)
Abg. Dr. Graf: So lange wissen Sie das schon und unternehmen nichts!?
Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter, der Sie hier begründet haben! Wenn Sie es genau anschauen – Sie haben sich da sehr mit betriebswirtschaftlichen Zahlen auseinandergesetzt –, dann sehen Sie, daß die Anzahl der für japanische Autoerzeuger gelieferten Reifen bereits zwei Jahre vor dem österreichischen EU-Beitritt zurückgegangen ist, aus dem einzigen klaren Grund: weil die japanische Autoindustrie ihre Produktionsstätten schrittweise aus Japan ausgelagert und nach Europa verlagert hat. Daher konnte der alte Zollvorteil, die 16 Prozent, in Europa nicht angewendet werden und ist dieser marginale Wettbewerbsvorteil weggefallen. Das ist in Wirklichkeit der Hauptgrund, warum das Japangeschäft schon eineinhalb oder zwei Jahre vor dem EU-Beitritt zurückgegangen ist. (Abg. Dr. Graf: So lange wissen Sie das schon und unternehmen nichts!?) Ja, ich gestehe Ihnen ein, ich habe die Japaner nicht dazu bewegen können, ihre Fabriken von England wieder nach Japan zurückzuverlagern. Das ist mir nicht gelungen. (Beifall und Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Das hat niemand verlangt!)
Beifall und Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Das hat niemand verlangt!
Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter, der Sie hier begründet haben! Wenn Sie es genau anschauen – Sie haben sich da sehr mit betriebswirtschaftlichen Zahlen auseinandergesetzt –, dann sehen Sie, daß die Anzahl der für japanische Autoerzeuger gelieferten Reifen bereits zwei Jahre vor dem österreichischen EU-Beitritt zurückgegangen ist, aus dem einzigen klaren Grund: weil die japanische Autoindustrie ihre Produktionsstätten schrittweise aus Japan ausgelagert und nach Europa verlagert hat. Daher konnte der alte Zollvorteil, die 16 Prozent, in Europa nicht angewendet werden und ist dieser marginale Wettbewerbsvorteil weggefallen. Das ist in Wirklichkeit der Hauptgrund, warum das Japangeschäft schon eineinhalb oder zwei Jahre vor dem EU-Beitritt zurückgegangen ist. (Abg. Dr. Graf: So lange wissen Sie das schon und unternehmen nichts!?) Ja, ich gestehe Ihnen ein, ich habe die Japaner nicht dazu bewegen können, ihre Fabriken von England wieder nach Japan zurückzuverlagern. Das ist mir nicht gelungen. (Beifall und Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Das hat niemand verlangt!)
Abg. Mag. Stadler: Das hat Ihr eigener Minister gesagt!
Meine Damen und Herren! Der Hinweis auf die Förderfalle, in der wir uns angeblich befinden, gibt mir die Gelegenheit zu einer kurzen wirtschaftlichen Bilanz unserer EU-Mitgliedschaft. Ich werde mich aber im Gegensatz zu den Anfragestellern nicht auf Mutmaßungen, sondern auf Zahlen stützen. Anhand dieser werde ich belegen, daß die wirtschaftliche Bilanz der EU-Mitgliedschaft eindrucksvoll ist. (Abg. Mag. Stadler: Das hat Ihr eigener Minister gesagt!)
Beifall bei der SPÖ.
Zweitens: Allein im Beitrittsjahr 1995 sind die Exporte in die Staaten der EU um 11 Prozent gestiegen, die Importe aus EU-Staaten nur um 9 Prozent. Ich nenne hier als Beispiel die Schweiz, weil die Schweiz als Nicht-EU-Mitgliedsland immer als ein Schlaraffenland angeführt wird. Die Exportsteigerungen Österreichs seit dem Beitritt 1995 liegen erheblich höher als in der Schweiz. Die Industriellen- und die Anlageinvestitionen in Österreich liegen erheblich höher als in der Schweiz. Die Importe nach Österreich und in die Schweiz sind ungefähr im gleichen Ausmaß gestiegen. Das heißt, meine Damen und Herren, daß die österreichische Wirtschaft sehr wohl die guten Bedingungen, die verbesserten Bedingungen nach dem EU-Beitritt zu nutzen wußte. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: 15 Milliarden davon sind allein vom Billa-Kauf! Das wissen Sie!
Stellen wir uns einmal vor, diese Investitionen im Ausmaß von 27 Milliarden in die großen Unternehmungen wären nicht vorgenommen worden – es wären keine zusätzlichen positiven Effekte für die Klein- und Mittelbetriebe herausgekommen. Stellen wir uns vor, wir hätten in der Automobil-, in der Papier-, in der Zellstoffindustrie, in der Halbleiterindustrie, in der holzverarbeitenden Industrie – das sind alles die konkreten Beispiele – diese Investitionen nicht gehabt! Und die hätten wir dann nicht gehabt, wären wir nicht Mitglied der Europäischen Union geworden. (Abg. Mag. Stadler: 15 Milliarden davon sind allein vom Billa-Kauf! Das wissen Sie!) 15 Milliarden? Na und? Wahrscheinlich war es 15 Milliarden wert. (Abg. Mag. Stadler: Sie sagen, es seien Investitionen in die Schwerindustrie getätigt worden!) Ja, natürlich. (Abg. Mag. Stadler: Dies ist ja nicht wahr! 15 Milliarden davon sind vom Billa-Kauf! Das ist eine Vermögensverschiebung und nicht eine Investition!)
Abg. Mag. Stadler: Sie sagen, es seien Investitionen in die Schwerindustrie getätigt worden!
Stellen wir uns einmal vor, diese Investitionen im Ausmaß von 27 Milliarden in die großen Unternehmungen wären nicht vorgenommen worden – es wären keine zusätzlichen positiven Effekte für die Klein- und Mittelbetriebe herausgekommen. Stellen wir uns vor, wir hätten in der Automobil-, in der Papier-, in der Zellstoffindustrie, in der Halbleiterindustrie, in der holzverarbeitenden Industrie – das sind alles die konkreten Beispiele – diese Investitionen nicht gehabt! Und die hätten wir dann nicht gehabt, wären wir nicht Mitglied der Europäischen Union geworden. (Abg. Mag. Stadler: 15 Milliarden davon sind allein vom Billa-Kauf! Das wissen Sie!) 15 Milliarden? Na und? Wahrscheinlich war es 15 Milliarden wert. (Abg. Mag. Stadler: Sie sagen, es seien Investitionen in die Schwerindustrie getätigt worden!) Ja, natürlich. (Abg. Mag. Stadler: Dies ist ja nicht wahr! 15 Milliarden davon sind vom Billa-Kauf! Das ist eine Vermögensverschiebung und nicht eine Investition!)
Abg. Mag. Stadler: Dies ist ja nicht wahr! 15 Milliarden davon sind vom Billa-Kauf! Das ist eine Vermögensverschiebung und nicht eine Investition!
Stellen wir uns einmal vor, diese Investitionen im Ausmaß von 27 Milliarden in die großen Unternehmungen wären nicht vorgenommen worden – es wären keine zusätzlichen positiven Effekte für die Klein- und Mittelbetriebe herausgekommen. Stellen wir uns vor, wir hätten in der Automobil-, in der Papier-, in der Zellstoffindustrie, in der Halbleiterindustrie, in der holzverarbeitenden Industrie – das sind alles die konkreten Beispiele – diese Investitionen nicht gehabt! Und die hätten wir dann nicht gehabt, wären wir nicht Mitglied der Europäischen Union geworden. (Abg. Mag. Stadler: 15 Milliarden davon sind allein vom Billa-Kauf! Das wissen Sie!) 15 Milliarden? Na und? Wahrscheinlich war es 15 Milliarden wert. (Abg. Mag. Stadler: Sie sagen, es seien Investitionen in die Schwerindustrie getätigt worden!) Ja, natürlich. (Abg. Mag. Stadler: Dies ist ja nicht wahr! 15 Milliarden davon sind vom Billa-Kauf! Das ist eine Vermögensverschiebung und nicht eine Investition!)
Abg. Mag. Stadler: Und das Geld ist in die Schweiz gegangen, in eine Stiftung!
Spielen wir es durch: Die Investitionen von Opel in Aspang sind in die Billa-Laden gegangen. (Abg. Mag. Stadler: Und das Geld ist in die Schweiz gegangen, in eine Stiftung!) Kleine Opel-Autos in die Lade hinein! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Spielen wir es durch: Die Investitionen von Opel in Aspang sind in die Billa-Laden gegangen. (Abg. Mag. Stadler: Und das Geld ist in die Schweiz gegangen, in eine Stiftung!) Kleine Opel-Autos in die Lade hinein! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich sage nicht, daß das ein Ruhekissen ist, auf dem man sich bequem zurücklehnen kann, aber ich meine, daß es realistisch und nüchtern betrachtet wohl dem Selbstbewußtsein des Landes entspricht, diese Leistungen nicht herunterzumachen, diese Lichter nicht unter den Scheffel zu stellen. Das wäre auch eine Beleidigung für die Mitarbeiter! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Das müssen Sie dem Farnleitner sagen!
Zur sogenannten Förderfalle sage ich noch einmal – weil hier immer Schweden genannt wird –, daß die Nettobeiträge Österreichs und Schwedens mit 12 Milliarden Schilling gleich hoch sind. Daß sich Österreich mit der exakt gleichen Nettobeitragsleistung wie Schweden in einer Falle befinden soll, ist mir nicht nachvollziehbar. (Abg. Mag. Stadler: Das müssen Sie dem Farnleitner sagen!) Habe ich schon.
Anhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Herr Präsident! Im Sinne der Geschäftsordnung des Nationalrats und insbesondere unter Berücksichtigung der darin vorgesehenen Redezeit wird die Beantwortung der einzelnen 39 Fragen, soweit dies nicht bereits erfolgt ist, auf schriftlichem Wege nachgereicht. (Anhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Der Herr Bundeskanzler beliebte heute wieder einmal zu scherzen. Immer dann, wenn wir ihn ordentlich im Eck haben, ist er besonders humoristisch (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), möchte er besonders humorvoll erscheinen. Er hat sich anscheinend von seinem gestrigen Abendtief erholt, denn gestern abend hat er keine so gute Figur gemacht. Da hat man den Eindruck gehabt, daß ihm ein Mitglied der Nationalratsfraktion abhanden gekommen sei, nicht der Frau Schmidt. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Der Herr Bundeskanzler beliebte heute wieder einmal zu scherzen. Immer dann, wenn wir ihn ordentlich im Eck haben, ist er besonders humoristisch (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), möchte er besonders humorvoll erscheinen. Er hat sich anscheinend von seinem gestrigen Abendtief erholt, denn gestern abend hat er keine so gute Figur gemacht. Da hat man den Eindruck gehabt, daß ihm ein Mitglied der Nationalratsfraktion abhanden gekommen sei, nicht der Frau Schmidt. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Oder ist es so, Herr Bundeskanzler, daß Ihnen Herr Häupl mit seinen Drohungen schon im Nacken sitzt; mit seiner Drohung, ihren Rücktritt zu fordern, wie er Ihnen ja in der Präsidialsitzung Ihres Parteipräsidiums mitgeteilt hat, wenn die Wahlen am 13. Oktober danebengehen. – Davon können Sie getrost ausgehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Auch Ihre heutige Wortmeldung hat dazu beigetragen, meine Damen und Herren! Daher müssen wir uns auf Herrn Häupl gefaßt machen, der dem Herrn Bundeskanzler im Nacken sitzt.
Zwischenruf des Abg. Grabner.
Der Herr Bundeskanzler hat also beliebt zu scherzen und gemeint, Frau Abgeordnetenkollegin Mares Rossmann würde in seinem Gehörgang sitzen. (Zwischenruf des Abg. Grabner. ) Seien Sie versichert, Herr Bundeskanzler: Im Gegensatz zu so manchem in Ihrer Partei und in Ihrer Genossenschaft sitzt keiner unserer Abgeordneten oder Parteifunktionäre in einem Ihrer allerwertesten Körperteile, und darauf sind wir auch stolz, Herr Bundeskanzler. Wir würden uns dort nicht sehr wohl fühlen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Herr Bundeskanzler hat also beliebt zu scherzen und gemeint, Frau Abgeordnetenkollegin Mares Rossmann würde in seinem Gehörgang sitzen. (Zwischenruf des Abg. Grabner. ) Seien Sie versichert, Herr Bundeskanzler: Im Gegensatz zu so manchem in Ihrer Partei und in Ihrer Genossenschaft sitzt keiner unserer Abgeordneten oder Parteifunktionäre in einem Ihrer allerwertesten Körperteile, und darauf sind wir auch stolz, Herr Bundeskanzler. Wir würden uns dort nicht sehr wohl fühlen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Sie nicht! – Abg. Schieder: Nicht einmal mit dem doppelten Betrag!
Herr Bundeskanzler! Nebst Ihren Scherzchen wollen wir doch auf Ihre Geldgeschenke kommen. Sie finden es geradezu schandbar, im Zusammenhang mit dem Geldgeschenk an die Palästinenser – Sie haben ja zugegeben, daß es ein Geldgeschenk ist – auch nur Kritik anzubringen. Sie waren ja gestern abend besonders stolz darauf, daß Sie mit diesen Geldgeschenken im Ausland empfangen werden. Herr Bundeskanzler! Wenn ich jedesmal 100 Millionen Schilling in der Tasche mitführe, dann werde ich in jedem Land dieser Erde gerne empfangen. (Ruf bei der SPÖ: Sie nicht! – Abg. Schieder: Nicht einmal mit dem doppelten Betrag!) Sie können sicher sein: Ich würde das, was der Herr Bundeskanzler tut, auch nicht tun. (Abg. Schieder: Da gibt es manche, die nehmen jemanden nicht einmal mit 1 Milliarde!) Er verschenkt gutes österreichisches Steuergeld im Ausland, und zwar nur deshalb, damit er dort höflich empfangen und hofiert wird.
Abg. Schieder: Da gibt es manche, die nehmen jemanden nicht einmal mit 1 Milliarde!
Herr Bundeskanzler! Nebst Ihren Scherzchen wollen wir doch auf Ihre Geldgeschenke kommen. Sie finden es geradezu schandbar, im Zusammenhang mit dem Geldgeschenk an die Palästinenser – Sie haben ja zugegeben, daß es ein Geldgeschenk ist – auch nur Kritik anzubringen. Sie waren ja gestern abend besonders stolz darauf, daß Sie mit diesen Geldgeschenken im Ausland empfangen werden. Herr Bundeskanzler! Wenn ich jedesmal 100 Millionen Schilling in der Tasche mitführe, dann werde ich in jedem Land dieser Erde gerne empfangen. (Ruf bei der SPÖ: Sie nicht! – Abg. Schieder: Nicht einmal mit dem doppelten Betrag!) Sie können sicher sein: Ich würde das, was der Herr Bundeskanzler tut, auch nicht tun. (Abg. Schieder: Da gibt es manche, die nehmen jemanden nicht einmal mit 1 Milliarde!) Er verschenkt gutes österreichisches Steuergeld im Ausland, und zwar nur deshalb, damit er dort höflich empfangen und hofiert wird.
Beifall bei den Freiheitlichen
Herr Bundeskanzler! Bleiben Sie zu Hause, das kommt uns billiger, denn dann müssen wir nur Ihre Mietzinsbeihilfe von 230 000 S pro Jahr für Ihre Wohnung bezahlen (Beifall bei den Freiheitlichen) und nicht auch noch 100 Millionen bei jeder Auslandsreise des Herrn Bundeskanzlers nach der Devise: Es darf auch ein bißchen mehr sein. In Kopenhagen hat er gleich eine ganze Milliarde verschenkt. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni. )
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Herr Bundeskanzler! Bleiben Sie zu Hause, das kommt uns billiger, denn dann müssen wir nur Ihre Mietzinsbeihilfe von 230 000 S pro Jahr für Ihre Wohnung bezahlen (Beifall bei den Freiheitlichen) und nicht auch noch 100 Millionen bei jeder Auslandsreise des Herrn Bundeskanzlers nach der Devise: Es darf auch ein bißchen mehr sein. In Kopenhagen hat er gleich eine ganze Milliarde verschenkt. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni. )
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir haben uns lange gefragt, was Sie mit diesem Geldgeschenk bei den Arabern wollen. Daß Sie die Araber hofieren, wissen wir ja, seit wir Ihr Flugblatt kennen, mit dem die SPÖ bei den Arabern um Stimmen wirbt, Herr Bundeskanzler! Eingliederung, Einbürgerung der Araber, Geldgeschenke an Araber – dafür werden sie alle sozialistisch wählen. Das ist ja eine bekannte Taktik der SPÖ, um Stimmen zu organisieren. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Das hat überhaupt nichts damit zu tun, daß ein österreichischer Politiker in Österreich Steuergeld, das ordentlich verwaltet wird, den Österreichern zurückgibt – dort, wo Sie versagen, Herr Bundeskanzler, und das ist im Burgenland der Fall. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dunst: Und Sie kaufen sich im Burgenland die Stimmen!
Ich werde Ihnen beweisen ... (Abg. Dunst: Und Sie kaufen sich im Burgenland die Stimmen!) Ich werde Ihnen beweisen, warum die Schweiz für die Burgenländer so wichtig ist, die Schweiz, von der Sie heute gesagt haben, daß dort die letzten "Armutschkerln" leben, seit die Österreicher in der Europäischen Union sind und die Schweizer noch immer nicht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Sie können gar nicht abschätzen, wie sich der österreichische Lebensstandard entwickelt, weil er von einem Statistischen Zentralamt ermittelt wird, das mit seinen statistischen Daten auf dem Standard eines Entwicklungslandes gelandet ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Meine Damen und Herren! Das ist das Faktum: Sie haben keine anderen statistischen Materialien, denn Sie sind auf der Ebene eines Entwicklungslandes gelandet.
Beifall bei den Freiheitlichen
Aufgrund dieses Datennotstandes, meine Damen und Herren, bezahlen wir jährlich unsere Beiträge an die Europäische Union. Diese Regierung weiß gar nicht, wofür sie überhaupt zahlen soll (Beifall bei den Freiheitlichen), weil sie gar nicht weiß, wie sich die österreichische Konjunktur entwickelt, da der Bundeskanzler ein Statistisches Zentralamt verwaltet, das vom Jahre 1995 lediglich 51,2 Prozent des Datenmaterials überhaupt aufgearbeitet hat. Vom Jahr 1996 sind bis Juli erst 0,2 Prozent überhaupt aufgearbeitet, meine Damen und Herren!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das, was uns dieser Bundeskanzler hier zum besten gibt, ist Kaffeesud. Er hat gar kein Zahlenmaterial! Wenn er sich heute auf Zahlenmaterial beruft, dann hat er es aus den Eingeweiden toter Vögel, wie dereinst die Auguren im alten Rom, oder aus dem Kaffeesud gelesen – diese Beurteilung überlasse ich Ihnen. Glaubhaft sind Ihre Zahlen, Herr Bundeskanzler, jedenfalls nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen.
Schon seit Mai wird das dem Herrn Bundeskanzler und seinem Staatssekretär auch im "Standard" vorgerechnet. Der Staatssekretär behauptet: Wir haben den Datennotstand im Griff!, er weiß aber, daß sogar der "Standard" schon im Mai beklagt hat, daß wir beim Internationalen Währungsfonds mittlerweile Thema sind. Wir sind nicht nur nicht in der Lage, der EU jenes Datenmaterial zur Verfügung zu stellen, das wir aufgrund einer in Gesetzesrang stehenden Anordnung zu liefern haben, sondern wir sind bereits beim Währungsfonds ins Gerede gekommen, was unsere Bonität anlangt, weil in Österreich niemand mehr in der Lage ist – am allerwenigsten die österreichische Bundesregierung –, verläßliches Zahlenmaterial über eine Behörde, die jährlich Milliarden verschlingt, auf den Tisch zu legen. Das ist die Politik dieser Regierung, und daher wissen Sie auch, was Sie von den Zahlen dieser Regierung zu halten haben! (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: 230 000 pro Jahr!
Bundeskanzler Dkfm. Dr. Franz Vranitzky: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Abgeordneter Stadler hat zwei Bemerkungen in seine Rede einfließen lassen, zuerst hat er – wie auch schon früher – erzählt, ich würde Mietzinsbeihilfe beziehen. Die Wahrheit ist: Ich beziehe keine Mietzinsbeihilfe. (Abg. Mag. Stadler: 230 000 pro Jahr!)
Abg. Mag. Stadler: 230 000 S kassieren Sie pro Jahr! Das sollten Sie den Österreichern einmal erklären!
Für die Betriebskosten wird seitens des Bundeskanzleramts ein Ausgleich geleistet – genauso wie bei Dr. Sinowatz und bei Dr. Kreisky. Aus diesem Grund ist meine Aufwandsentschädigung niedriger als bei den anderen Bundesministern. (Abg. Mag. Stadler: 230 000 S kassieren Sie pro Jahr! Das sollten Sie den Österreichern einmal erklären!)
Abg. Mag. Stadler: "Dieses Herrn da"! Ich zitiere eine Zeitung!
Zweitens hat Herr Abgeordneter Stadler hier einen Zeitungsausschnitt hervorgezogen und zitiert oder unterstellt, ich würde mein Geld in der Schweiz anlegen. Ich füge hinzu, daß in diesem Zeitungsartikel auch steht, meine Frau würde ihr Geld in der Schweiz anlegen, und zwar würden das Gelder sein – auch Bürgermeister Zilk wird das unterstellt; ich muß das erzählen, um Ihnen die Seriosität und die Rationalität der Argumentation dieses Herrn ein bißchen näherzubringen ... (Abg. Mag. Stadler: "Dieses Herrn da"! Ich zitiere eine Zeitung!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Wir kommen auf Ihr Angebot schon noch zurück!
Herr Präsident! Ich stelle fest: Ich besitze kein Konto in der Schweiz. Meine Frau besitzt auch kein Konto in der Schweiz. Sollte das dennoch irgend jemand nachweisen, so werde ich den ersten Franken, der auf diesem Konto steht, dem Freiheitlichen Bildungswerk zum Geschenk machen. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Wir kommen auf Ihr Angebot schon noch zurück!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abg. Dr. Khol.
Ich kann also zusammenfassend sagen: Die Kritik, die an dem angeblichen Datenchaos im Statistischen Zentralamt vorgebracht wurde, ist eine Kritik, die möglicherweise in der ersten Jahreshälfte 1995 zum Teil zutreffend gewesen ist, aber dieser Punkt ist inzwischen zum größten Teil befriedigend gelöst worden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abg. Dr. Khol. )
Abg. Parnigoni: Was faseln Sie da daher vom August? Was ist das für eine Berichtigung?
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Herr Präsident! Der Herr Staatssekretär hat soeben behauptet, daß die Probleme beim Statistischen Zentralamt gelöst seien, also die Daten aufgearbeitet seien. Das ist unrichtig. Mir liegt eine Konjunkturstatistik – produzierender Bereich vor, Aufarbeitungsstand vom 26. August 1996, in der von den Meldungen 1 bis 12/1995 – also Meldungen von Jänner bis Dezember 1995 – 51,2 Prozent der Fragebögen aufgearbeitet sind, von den Juni-Meldungen 1996 lediglich 3,7 Prozent und von den Juli-Meldungen 1996 lediglich 0,2 Prozent. (Abg. Parnigoni: Was faseln Sie da daher vom August? Was ist das für eine Berichtigung?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Kritik wird auch in der erst vor rund einer Woche vorgestellten Institutsarbeit des IHS gleich auf Seite 1 in der Einleitung und Zusammenfassung wiederholt und ist aktueller denn je. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist das Entscheidende!
Wir haben nahezu alle Erhebungsbögen bekommen. Die Erhebungsbögen wurden trotz vieler Fehler, die vorgefunden wurden, so bearbeitet, daß es einen Erhebungsstand gibt, der weit über 60 Prozent im ersten Quartal liegt. Für das zweite Quartal 1996 ist der Erhebungsstand natürlich viel geringer (Abg. Mag. Stadler: Das ist das Entscheidende!) , aber das ist ja selbstverständlich, dieser Erledigungsstand muß ja geringer sein.
Abg. Mag. Stadler: Aber die wurden nicht bearbeitet, das ist das Problem!
Sie haben die Statistik vom 23. September 1996. Wir haben am 23. September 1996 beispielsweise für den Juni 1996 von 14 580 Firmen, die verpflichtet werden, die Bögen an uns zu schicken, von 13 290 die Bögen bekommen, und ... (Abg. Mag. Stadler: Aber die wurden nicht bearbeitet, das ist das Problem!) – Lassen Sie mich ausreden. – Davon sind 959 bearbeitet
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, wenn Sie mit dieser Statistik argumentieren, dann argumentieren Sie mit einer Statistik, die eigentlich sehr gut funktioniert. Wenn alles so gut funktionieren würde wie die Einsammlung der Konjunkturstatistik, dann ist Ihre Kritik sicherlich ungerechtfertigt. (Beifall bei der SPÖ.)
allgemeine Heiterkeit – Rufe bei den Freiheitlichen: Oho!
Erstens: Er macht sich ein bißchen Sorgen, ob sich der Herr Bundeskanzler schon von der gestrigen TV-Diskussion der Partivorsitzenden erholt hat – ja oder nein. Der Abgeordnete Haider ist seit gestern nachmittag nicht da, er ist den ganzen heutigen Tag nicht dagewesen. Der Herr Bundeskanzler hat seit halb acht Uhr Termine. Nun gibt es zwei Erklärungen: Entweder erholt sich Abgeordneter Haider noch immer – er braucht sozusagen die Kraft, weil es gestern so arg und so traumatisch für ihn war (allgemeine Heiterkeit – Rufe bei den Freiheitlichen: Oho!), es gibt aber auch böse Stimmen, die sagen, der Herr Abgeordnete Haider sei wahlkämpfen. (Abg. Schwarzenberger: Das traue ich ihm zu!)
Abg. Schwarzenberger: Das traue ich ihm zu!
Erstens: Er macht sich ein bißchen Sorgen, ob sich der Herr Bundeskanzler schon von der gestrigen TV-Diskussion der Partivorsitzenden erholt hat – ja oder nein. Der Abgeordnete Haider ist seit gestern nachmittag nicht da, er ist den ganzen heutigen Tag nicht dagewesen. Der Herr Bundeskanzler hat seit halb acht Uhr Termine. Nun gibt es zwei Erklärungen: Entweder erholt sich Abgeordneter Haider noch immer – er braucht sozusagen die Kraft, weil es gestern so arg und so traumatisch für ihn war (allgemeine Heiterkeit – Rufe bei den Freiheitlichen: Oho!), es gibt aber auch böse Stimmen, die sagen, der Herr Abgeordnete Haider sei wahlkämpfen. (Abg. Schwarzenberger: Das traue ich ihm zu!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Wo waren denn Sie den ganzen Tag? – Abg. Haigermoser winkt mit einem 1 000-S-Schein.
Ich weise das zurück, weil ich weiß, er ist ein fleißiger Abgeordneter. Er kann nur so erschöpft sein, daß er heute den ganzen Tag noch nicht da ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Wo waren denn Sie den ganzen Tag? – Abg. Haigermoser winkt mit einem 1 000-S-Schein.) Ich komme gleich zu dem Tausender, ich komme gleich dazu.
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich habe außerdem geglaubt, daß der Hauptredner zum Thema Geldgeschenke der Herr Abgeordnete Firlinger ist, weil er ist Experte zu diesem Thema. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Ich bin ein bißchen enttäuscht, daß er das nicht ist (Abg. Haigermoser: Selten so gelacht!) , aber vielleicht wird er sich später noch zu Wort melden.
Abg. Haigermoser: Selten so gelacht!
Ich habe außerdem geglaubt, daß der Hauptredner zum Thema Geldgeschenke der Herr Abgeordnete Firlinger ist, weil er ist Experte zu diesem Thema. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Ich bin ein bißchen enttäuscht, daß er das nicht ist (Abg. Haigermoser: Selten so gelacht!) , aber vielleicht wird er sich später noch zu Wort melden.
Abg. Mag. Stadler: Wieso soll der Firlinger der Fachmann sein?
Ich glaube, die Frage, um die es heute bei der Anfrage der Freiheitlichen geht, kann so zusammengefaßt werden: Per Rechtspopulismus wird versucht, den Damen und Herren in Österreich einzureden ... (Abg. Mag. Stadler: Wieso soll der Firlinger der Fachmann sein?)
Abg. Mag. Stadler: Mit der Sozialistischen Internationale wollen wir eh nichts zu tun haben!
Rechtspopulismus versucht – Herr Abgeordneter Stadler, Sie sind ein Rechtspopulist –, den Österreicherinnen und Österreichern einzureden, wir könnten uns von der Welt abschotten und eigentlich nichts mit den anderen zu tun haben. Das versuchen Sie den Leuten einzureden. (Abg. Mag. Stadler: Mit der Sozialistischen Internationale wollen wir eh nichts zu tun haben!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Gestatten Sie mir einen sozialen Zwischenruf: Wir haben in Österreich 1 Million Menschen, die an der Armutsgrenze leben! Die kümmern Sie nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo ist der Tausender, den Sie versprochen haben?
Das würde bedeuten, Herr Abgeordneter Stadler, daß Sie zum Beispiel in der Früh keinen Kaffee mehr trinken, sondern Brennesseltee – das ist wahrscheinlich ohnehin das einzige, was in Ihrem Garten wächst! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Gestatten Sie mir einen sozialen Zwischenruf: Wir haben in Österreich 1 Million Menschen, die an der Armutsgrenze leben! Die kümmern Sie nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo ist der Tausender, den Sie versprochen haben?)
heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Ich möchte in diesem Zusammenhang einige Überlegungen anstellen. – Ich habe leider nur 8 Minuten Zeit. Ich glaube, daß es Armut gibt, und bin überzeugt davon, daß es soziale Probleme in unserem Land gibt. Aber einer, der im Bärental wohnt, der keine Steuern zahlt (heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) , der einen
Abg. Dr. Graf: Wo ist der Tausender? – Abg. Mag. Stadler: 1 Million Menschen leben an der Armutsgrenze!
Ich weiß nicht, warum Sie sich immer so aufregen, wenn ich rede. Das muß offensichtlich an mir liegen. Wenn Sie mich einen Gedanken äußern lassen würden ... (Abg. Dr. Graf: Wo ist der Tausender? – Abg. Mag. Stadler: 1 Million Menschen leben an der Armutsgrenze!)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler.
Wir leben heute in einem "globalen Dorf", Herr Abgeordneter Stadler. "Globales Dorf" – sagt Ihnen das etwas? – Das heißt, daß nicht mehr so wie vor 20 oder 30 Jahren Armut dort bleibt, wo sie ist, sondern Armut wandert. Armut wandert in Form von Wanderungsbewegungen und auch aufgrund anderer Probleme. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler. ) Herr Abgeordneter Stadler! Hören Sie mir zu, denn jetzt komme ich zum Parteiobmann Haider, der wird Ihnen sicherlich mehr sagen! (Abg. Dr. Graf: 160 000 ...)
Abg. Dr. Graf: 160 000 ...
Wir leben heute in einem "globalen Dorf", Herr Abgeordneter Stadler. "Globales Dorf" – sagt Ihnen das etwas? – Das heißt, daß nicht mehr so wie vor 20 oder 30 Jahren Armut dort bleibt, wo sie ist, sondern Armut wandert. Armut wandert in Form von Wanderungsbewegungen und auch aufgrund anderer Probleme. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler. ) Herr Abgeordneter Stadler! Hören Sie mir zu, denn jetzt komme ich zum Parteiobmann Haider, der wird Ihnen sicherlich mehr sagen! (Abg. Dr. Graf: 160 000 ...)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Das ist ein vollkommen richtiger Gedanke. Wir sollen versuchen, dort auch finanzielle Leistungen zu tätigen, damit Volkswirtschaften aufgebaut werden können, damit soziale Leistungen aufgebaut werden können, damit die Menschen nicht wandern, damit es zu keinen existentiellen Konflikten kommt, damit es zu keinen kriegerischen Auseinandersetzungen kommt, damit Sicherheit gegeben ist. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Haigermoser, von Ihnen habe ich bei der Vorbereitung gelesen, daß Sie mit einer Wirtschaftsdelegation im Irak waren; auf das will ich jetzt gar nicht näher eingehen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Sie passen gut zum Swoboda!
Zweitens: Dem Neujahrsaufruf der Freiheitlichen 1990 entnehme ich folgendes Zitat: Dem lautstarken Jubel und den vielen schönen Worten anläßlich des Umbruchs – damit hat er die SPÖ und die ÖVP gemeint – sind leider keine Taten gefolgt, keine wirtschaftliche Hilfe – soviel zum Neujahrsaufruf der Freiheitlichen – und vor allem auch kein Bemühen um Solidarität der wohlhabenden Staaten des Westens, ohne deren Unterstützung die Demokratisierung im Osten nicht von Dauer sein kann. – Neujahrsaufruf der FPÖ 1990, als Sie ganz richtig sagten: Wir müssen dort investieren, wir müssen dort Mittel hintransferieren, um letztendlich dort Stabilität zu gewährleisten. (Ruf bei den Freiheitlichen: Sie passen gut zum Swoboda!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Jessas na!
Letzer Punkt zu dieser Frage: Palästina. Zum einen gab es eine offizielle Parlamentarier- oder Wahlbeobachterdelegation vom österreichischen Parlament. Ihr Abgeordneter Michael Krüger war dabei. Ich habe mich heute erkundigt und man kann sagen, daß er sich dort durchaus gut benommen hat, daß er dort mitarbeitet ... (Rufe bei den Freiheitlichen: Jessas na!) Wundert Sie das so? Das wundert Sie offensichtlich! Ich kenne ihn ja nicht so gut. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Letzer Punkt zu dieser Frage: Palästina. Zum einen gab es eine offizielle Parlamentarier- oder Wahlbeobachterdelegation vom österreichischen Parlament. Ihr Abgeordneter Michael Krüger war dabei. Ich habe mich heute erkundigt und man kann sagen, daß er sich dort durchaus gut benommen hat, daß er dort mitarbeitet ... (Rufe bei den Freiheitlichen: Jessas na!) Wundert Sie das so? Das wundert Sie offensichtlich! Ich kenne ihn ja nicht so gut. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Ein Sternchen hat er bekommen! Ein Pluspünktchen!
Er hat dort durchaus konstruktiv mitgearbeitet, hat sogar einige administrative Aufgaben erledigt. (Abg. Mag. Stadler: Ein Sternchen hat er bekommen! Ein Pluspünktchen!) Tatsache ist, daß er dann auch mehrere Hilfsprojekte ... (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sagen Sie einmal, rege ich Sie so auf – oder geht Ihnen der Haider ab?
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Er hat dort durchaus konstruktiv mitgearbeitet, hat sogar einige administrative Aufgaben erledigt. (Abg. Mag. Stadler: Ein Sternchen hat er bekommen! Ein Pluspünktchen!) Tatsache ist, daß er dann auch mehrere Hilfsprojekte ... (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sagen Sie einmal, rege ich Sie so auf – oder geht Ihnen der Haider ab?
Beifall bei der SPÖ.
Der Abgeordnete Krüger hat einige Hilfsprojekte in Palästina besucht, und bei diesen Hilfsprojekten hat er mehrmals gesagt, daß er das sehr gut findet, daß das so positiv ist und daß es letztendlich im Sinne Österreichs ist, wenn in Palästina Frieden gesichert ist und es zu einem wirtschaftlichen Aufbau kommt. – Er ist heute nicht da. Vielleicht habt ihr ihn eingesperrt, weil er etwas anderes sagen würde als ihr. Ich würde bitten, nicht Dringliche Anfragen zu stellen, sondern den Krüger zu fragen, er könnte euch das vielleicht erklären. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Haider hat gestern in der Fernsehdiskussion wörtlich folgendes gesagt: "im Ausland den Weihnachtsmann zu spielen." (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Jetzt gibt es zwei Erklärungen dafür: Die eine ist, er verwendet absichtlich exakt dieselben Formulierungen wie in diesem Drohbrief (neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) , dann würde einiges darauf schließen lassen, daß es hier eine Nähe gibt, oder er verwendet sie unabsichtlich, dann ist es das Gedankengut, das in Ihren Köpfen drinnen ist und womit Sie auch hier immer wieder solche Situationen provozieren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Befassen Sie sich doch mit Wirtschaft!)
neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Herr Abgeordneter Haider hat gestern in der Fernsehdiskussion wörtlich folgendes gesagt: "im Ausland den Weihnachtsmann zu spielen." (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Jetzt gibt es zwei Erklärungen dafür: Die eine ist, er verwendet absichtlich exakt dieselben Formulierungen wie in diesem Drohbrief (neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) , dann würde einiges darauf schließen lassen, daß es hier eine Nähe gibt, oder er verwendet sie unabsichtlich, dann ist es das Gedankengut, das in Ihren Köpfen drinnen ist und womit Sie auch hier immer wieder solche Situationen provozieren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Befassen Sie sich doch mit Wirtschaft!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Befassen Sie sich doch mit Wirtschaft!
Herr Abgeordneter Haider hat gestern in der Fernsehdiskussion wörtlich folgendes gesagt: "im Ausland den Weihnachtsmann zu spielen." (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Jetzt gibt es zwei Erklärungen dafür: Die eine ist, er verwendet absichtlich exakt dieselben Formulierungen wie in diesem Drohbrief (neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) , dann würde einiges darauf schließen lassen, daß es hier eine Nähe gibt, oder er verwendet sie unabsichtlich, dann ist es das Gedankengut, das in Ihren Köpfen drinnen ist und womit Sie auch hier immer wieder solche Situationen provozieren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Befassen Sie sich doch mit Wirtschaft!)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich würde Sie bitten, über das Klima in diesem Land, über die Art und Weise, wie Sie Menschen beschuldigen und sich letztendlich nicht dafür entschuldigen, nachzudenken. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Es ist diese Radikalisierung, die an sich das wirkliche Problem ist: die gleiche Formulierung "Weihnachtsmann" von Ihrem Klubobmann Haider und im Drohbrief der Bajuwarischen Befreiungsarmee. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der rechte Weihnachtsmann und das linke Christkindl!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der rechte Weihnachtsmann und das linke Christkindl!
Ich würde Sie bitten, über das Klima in diesem Land, über die Art und Weise, wie Sie Menschen beschuldigen und sich letztendlich nicht dafür entschuldigen, nachzudenken. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Es ist diese Radikalisierung, die an sich das wirkliche Problem ist: die gleiche Formulierung "Weihnachtsmann" von Ihrem Klubobmann Haider und im Drohbrief der Bajuwarischen Befreiungsarmee. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der rechte Weihnachtsmann und das linke Christkindl!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich habe Verständnis für die Opposition. Ich habe Verständnis und respektiere auch die Kontrollfunktion einer Opposition in einer parlamentarischen Demokratie, aber Sie verwechseln Kontrolle mit Demagogie und Polemik – das ist aber ein wesentlicher Unterschied. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Wenn man dieses Mixtum compositum von Fragen, um es sehr vornehm zu bezeichnen – ich sage nicht Kraut und Rüben –, die von Palästina bis zum Pariser Klub und von Haftungen bis zu Semperit reichen, durchsieht, fragt man sich, was denn eigentlich das Kriterium ist, das diese Fragen zusammenhängend macht. Was zieht sich hier durch? Es ist wirklich nur das Kriterium Demagogie, Polemik, politisches Kleingeld – zehn Tage vor zwei wichtigen Wahlgängen. Das ist der Zusammenhang dieser 39 Fragen. Ich sehe keinen anderen Zusammenhang. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Zwei Kennzahlen: Erstens: In Österreich hängt jeder zweite Arbeitsplatz direkt oder indirekt vom Waren- und Dienstleistungsexport ab. Zweitens: 1 Prozent Exportsteigerung bedeutet 6 Milliarden Schilling, das sind 6 000 Arbeitsplätze. (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf. ) Sie agieren hier
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Hier tragen wir zweifellos eine wichtige Verantwortung für die Arbeitsplätze in der Exportwirtschaft, meine Damen und Herren! Hier darf man nicht billig politisches Kleingeld wechseln, mit Arbeitsplätzen von Zehntausenden Mitarbeitern. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Im Zweifel sage ich auch: lieber vorsichtig sein mit Steuergeldern und nicht zu großzügig. Aber – und das sollte meine Botschaft sein –: Vergessen wir trotz bevorstehender Wahlkämpfe nicht die Wahrheit – und die Wahrheit lautet: Wir brauchen dieses Instrumentarium zur Absicherung der Exportwirtschaft, zur Absicherung von Zehntausenden Arbeitsplätzen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir haben im Entwicklungshilfeplan, im entwicklungspolitischen Plan dieser Bundesregierung für Palästina in diesen betreffenden Jahren 1,8 Millionen Schilling für ein Technikausbildungsprojekt vorgesehen – völlig in Ordnung. Warum ist es aber in diesem Fall nicht so gewesen, daß die entwicklungspolitisch Verantwortlichen, vielleicht auch das Parlament, vorher mit diesem entwicklungspolitischen, friedenspolitischen Projekt, "Verbesserung der Situation im Gazastreifen" befaßt wurde, damit dieser Plan Ausdruck des politischen Willens der österreichischen Bevölkerung, des österreichischen Staates ist, sodaß der Bundeskanzler mit dieser politischen Willensbildung und Legitimation im Rücken den betroffenen Menschen tatsächlich auch Mittel in die Hand geben kann? Das hätten wir uns vorgestellt, das ist unsere Kritik. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der SPÖ und ÖVP.
Ich möchte nur noch einen Punkt ansetzen, weil aufgrund dieser Anfrage die Rede davon ist, daß die Österreicher etwas hergeben müßten. Ich möchte nur daran erinnern, daß dieser Staat viele Jahre nach 1945 sehr dankbar war, als ihm internationale Solidarität geholfen hat, die fatale Situation nach dem Zweiten Weltkrieg zu beheben. Wir können ruhig etwas zurückzahlen. (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das war im Volksbegehren "Österreich zuerst"!
Meine Damen und Herren! Bezüglich der Auslandschulden möchte ich das Beispiel Rußland heranziehen. Wiederum ist hier für mich sehr grundsätzlich eines klar: In allen Sonntagsreden seit dem Zusammenbruch des Eisernen Vorhanges haben wir gesagt, Westeuropa muß Osteuropa helfen, damit es wirtschaftspolitisch und demokratiepolitisch über die Runden kommt. Alle haben das gesagt, übrigens auch die Freiheitliche Partei – ich erinnere mich gut, daß der Abgeordnete Gugerbauer damals die Idee eines Osthilfefonds geboren hat, der von Österreich zu finanzieren wäre. (Abg. Scheibner: Das war im Volksbegehren "Österreich zuerst"!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.
Das war damals noch ein anderer Geist, Kollege Scheibner! Diese lächerliche, wirklich nationalistische Anfrage – deren Ziel es ist, nur ja nichts hinauszulassen – ist eine wirkliche Verkürzung der internationalen politischen Dimension, wofür man sich eigentlich schämen sollte, besonders auch im Hinblick darauf, was seinerzeit Gugerbauer zu dem 3-Milliarden-Fonds gesagt hat. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Peter: Jetzt ist er ja Wirtschaftsminister – etwas ganz anderes!
Als letzter Punkt zu der Förderungsfalle. Es wundert mich ja wirklich, meine Damen und Herren von der ÖVP, daß ein Wirtschaftsminister sich hinstellt und sagt: Förderungsfalle Europäische Union. Derselbe Wirtschaftsminister sagt das, der seinerzeit bei den Verhandlungen als Sozialpartner dabei war, als diese "Förderungsfalle" unter Anführungszeichen, beschlossen wurde. (Abg. Mag. Peter: Jetzt ist er ja Wirtschaftsminister – etwas ganz anderes!)
Abg. Dr. Khol: Das hat er ja gemeint!
Also das ist eine merkwürdige Geschichte. Ich würde allerdings zugestehen, daß wir uns sehr gut und auch sehr bald überlegen müssen, wie das Förderungssystem der Europäischen Union in Zukunft aussehen soll. (Abg. Dr. Khol: Das hat er ja gemeint!) Kollege Khol! Dann darf er aber nicht von Förderungsfalle sprechen, als damaliger Mitverhandler und sagen: Es ist falsch verhandelt worden. (Abg. Dr. Khol: Das hat er nicht gesagt!) Aber er ist ja in manchen Aussagen recht merkwürdig, und daher meine ich: Konzentrieren wir uns darauf, wie das Förderungssystem der Zukunft ausschaut.
Abg. Dr. Khol: Das hat er nicht gesagt!
Also das ist eine merkwürdige Geschichte. Ich würde allerdings zugestehen, daß wir uns sehr gut und auch sehr bald überlegen müssen, wie das Förderungssystem der Europäischen Union in Zukunft aussehen soll. (Abg. Dr. Khol: Das hat er ja gemeint!) Kollege Khol! Dann darf er aber nicht von Förderungsfalle sprechen, als damaliger Mitverhandler und sagen: Es ist falsch verhandelt worden. (Abg. Dr. Khol: Das hat er nicht gesagt!) Aber er ist ja in manchen Aussagen recht merkwürdig, und daher meine ich: Konzentrieren wir uns darauf, wie das Förderungssystem der Zukunft ausschaut.
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zum Schluß noch einmal: Wir sind für diese internationale Kooperation, wir sind für die österreichische Hilfsbereitschaft, wir haben auch eine Dankesschuld abzuleisten, es ist wichtig, wie wir es machen, und wir haben alles zu tun, damit unsere Hilfe treffsicher ist. Da hat die konkrete Politik einzusetzen, und die Hilfe soll nicht zurückgehen, weil wir sagen: Aus Österreich darf nur ja nichts hinaus, wir genügen uns selbst, was sich in der übrigen Welt abspielt, ist uns Wurscht! Das ist eine falsche, das ist eine negative, das ist eine rückwärtsgerichtete Einstellung, die wir nicht teilen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler, mit Ihrer Politik haben Sie leider nicht dazu beigetragen, den Sozialabbau zu verhindern, Sie haben aber leider doch auch ein Stück dazu beigetragen, diesen Herren in die Hände zu arbeiten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
In der heutigen Situation – wir haben gerade in diesem Jahr ein Belastungspaket beschlossen –, ist es doch nicht ungerechtfertigt, meine Damen und Herren, daß wir sagen: Seien wir doch vorsichtig und verstreuen wir unsere Schuldennachlässe nicht querbeet! Wir unterstellen Ihnen nicht Profilierungssucht, wir sagen Ihnen nur, daß es nicht die Art eines guten Kaufmannes ist und nicht die Art einer Bundesregierung sein sollte, einfach Geschenke zu machen. Und das sind Geschenke. Das müssen Sie zur Kenntnis nehmen! Wir brauchen mehr Kontrolle. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, wir haben mit diesen beiden Entschließungsanträgen keine Polemik betrieben, sondern einen Beitrag zur Kontrolle geleistet. Und wenn meine Redezeit nicht so kurz wäre, könnte ich Ihnen noch einiges erzählen, insbesondere zu einem nicht ausgeführten Förderprogramm, was Niederösterreichs Ziel-1-Gebiet betrifft. Sie haben bis heute 9 Prozent der Förderungen für Niederösterreich ausgeschöpft, aber wir haben bereits Milliarden nach Brüssel bezahlt. Und da dürfen Sie sich nicht wundern, wenn die Opposition der Meinung ist, daß Sie mit ihrem Latein am Ende sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Meisinger: Das stimmt ja!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Abgeordnete Prinzhorn hat davon gesprochen, daß die Bundesregierung mit ihrem Latein am Ende wäre. (Abg. Meisinger: Das stimmt ja!) Auf ihn trifft zu: Ohne daß er mit Latein begonnen hätte, ist er damit bereits am Ende, denn was die Präsentation heute an Widersprüchlichkeiten geboten hat, sollte man sich an Einzelbeispielen auf der Zunge zergehen lassen. (Abg. Dr. Haider: Er spricht deutsch!)
Abg. Dr. Haider: Er spricht deutsch!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Abgeordnete Prinzhorn hat davon gesprochen, daß die Bundesregierung mit ihrem Latein am Ende wäre. (Abg. Meisinger: Das stimmt ja!) Auf ihn trifft zu: Ohne daß er mit Latein begonnen hätte, ist er damit bereits am Ende, denn was die Präsentation heute an Widersprüchlichkeiten geboten hat, sollte man sich an Einzelbeispielen auf der Zunge zergehen lassen. (Abg. Dr. Haider: Er spricht deutsch!)
Abg. Dr. Haider: Das hast du nur nicht verstanden, Gusenbauer! – Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner.
Was ist jetzt Ihre Mutmaßung? Gibt es eine Teilnahme Italiens und Ihrer Meinung nach eine weichere Währung? (Abg. Dr. Haider: Das hast du nur nicht verstanden, Gusenbauer! – Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner. ) Ich verstehe es schon, Herr Kollege Haider, nur, was Sie machen, ist ein mieses Doppelspiel. Die Österreicher davor zu warnen und ihnen Angst einzujagen ...
Abg. Koppler: Er hat ja überhaupt nichts gesagt! Red’ weiter!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter, bitte in der Terminologie vorsichtiger zu sein. (Abg. Koppler: Er hat ja überhaupt nichts gesagt! Red’ weiter!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (fortsetzend): Herr Präsident! Ich werde mich in diesem Zusammenhang an Ihre Anweisungen halten. Aber das muß man doch ganz eindeutig sagen: Hier wird den Österreichern Angst gemacht vor einer europäischen Einheitswährung, weil behauptet wird, die Sparbücher würden entwertet, und gleichzeitig geht heute ein Abgeordneter derselben Partei hier heraus und behauptet das Gegenteil! Was ist die Linie dieser Partei? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mein zweiter Punkt in dem Zusammenhang ist das, was hier über Österreich berichtet wurde unter dem Titel: Bei uns herrschen Situationen und Zustände wie in den Entwicklungsländern! – Kollege Stadler hat diesen Vergleich gebracht. Man läßt völlig außer acht, welchen internationalen Status Österreich heute hat. Diese Österreichbeschimpfung wird schön langsam unerträglich für jenes Land, das an 13. Stelle gemessen an Lebensstandard, Wohlstand und allen anderen Kriterien in der Welt ist, für ein Land, das nachweislich durch die Mitgliedschaft zur Europäischen Union ohne Billa, ohne andere Verkäufe in den vergangenen Jahren 35 Milliarden Schilling Direktinvestitionen aus Westeuropa empfangen hat, für eines jener Länder, das nicht abgesunken ist in seinem Lebensstandard in den vergangenen zehn Jahren, zum Unterschied von anderen westlichen Ländern und von 89 Staaten auf der Erde. Über dieses Land wird hier im Hohen Haus gesprochen wie über ein Entwicklungsland. Das ist skandalös, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Bravo, Schweitzer!
Oh, Kollege Schweitzer ist inzwischen eingelangt, das trifft sich hervorragend. Kollege Schweitzer schwang sich – unter ich weiß nicht welchen Einflüssen, offensichtlich etwas entfernt von der Knute des innenpolitischen Populismus – in Rio de Janeiro dazu auf, zu fordern, daß die österreichische Entwicklungszusammenarbeit kurzfristig auf 0,7 Prozent, längerfristig auf 1,5 Prozent des Bruttosozialproduktes angehoben werden soll. (Ruf bei der SPÖ: Bravo, Schweitzer!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Derzeit gibt Österreich 0,33 Prozent aus, rund 7 Milliarden Schilling alles zusammengenommen, inklusive Exportförderung. Herr Schweitzer will diesen Betrag – in der Sonne von Rio de Janeiro – verfünffachen, und seine Partei echauffiert sich gleichzeitig über 300 Millionen! Das ist unzulässig! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Großruck: Murauer ist bei der ÖVP!
Im übrigen beschränkt es sich gar nicht auf den Schweitzer unter dem Einfluß der Sonne von Rio de Janeiro. Zwei Wochen danach, bei der Diskussion zum Waldbericht, machte Kollege Murauer von der FPÖ denselben Vorschlag, indem auch er meinte, wir sollen in dem Zusammenhang verfünffachen. (Abg. Großruck: Murauer ist bei der ÖVP!) Das heißt, man muß folgendes dazu sagen: Wenn gesagt wird, der Bundeskanzler mache allein aus Höflichkeit Geldgeschenke im Ausland – welche Höflichkeiten müssen dem Herrn Schweitzer in Rio de Janeiro entgegengebracht worden sein, wenn er solche Forderungen dort aufstellt?
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Lesen Sie die Zeitung, die Sie selbst finanzieren!
Sie stellen sich die Frage: Wie hoch war eigentlich die Transfersumme vom Firlinger? – Das ist die Frage, die die Österreicherinnen und Österreicher bewegt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Lesen Sie die Zeitung, die Sie selbst finanzieren!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wenn man die Zeitungen liest, Herr Stadler, dann muß man überhaupt etwas anderes sagen. Der Bundeskanzler hat klargestellt, daß sein Geld nicht in der Schweiz liegt, aber ebenfalls klargestellt ist, daß das Gold einer Ihrer geistigen Vorfeldorganisationen nach wie vor in den Schweizer Banken liegt. Das kann man auch in den Zeitungen nachlesen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ihre geistigen Vorfahren sitzen noch auf den Bäumen!
Und eines sollten sich die Kollegen von der FPÖ auch noch überlegen: Ist es gescheiter, Geld in den friedlichen Aufbau in der Welt zu investieren oder in das Tag für Tag zunehmende Kriegführen? – Wir Sozialdemokraten entscheiden uns für den friedlichen Aufbau und gegen den Krieg. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ihre geistigen Vorfahren sitzen noch auf den Bäumen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Ihnen ist kein Vergleich zu schmutzig!
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich ersuche Sie um einen Ordnungsruf für Kollegen Gusenbauer, und zwar dafür, daß er behauptet hat, eine Organisation im geistigen Vorfeldbereich der FPÖ hätte ihr Gold in der Schweiz angelegt. Herrn Abgeordneten Gusenbauer müßte bekannt sein, daß es sich hierbei um während der schrecklichen Zeit der Naziherrschaft gestohlenes Gold jüdischer Mitbürger handelt. Und diesen geschmacklosen Vergleich weise ich mit Schärfe zurück! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Ihnen ist kein Vergleich zu schmutzig!)
Zwischenruf des Abg. Grabner.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Der Abgeordnete Gusenbauer hat ... (Zwischenruf des Abg. Grabner. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): ... in falscher Zitierung meiner Rede die Behauptung aufgestellt, ich hätte gesagt, Österreich – gemeint als Land – sei auf der Stufe eines Entwicklungslandes. Das ist unrichtig. Ich stelle ausdrücklich richtig: Ich habe gesagt, daß selbst nach Auskunft internationaler Organisationen der Datenverarbeitungsstand beim Österreichischen Statistischen Zentralamt auf dem Stand eines Entwicklungslandes ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Abgeordneter Gusenbauer hat gesagt, ich hätte in meiner Rede behauptet, Italien wird nie bei der Währungsunion dabeisein. Richtig ist vielmehr, daß ich gesagt habe, Italien wird in der erste Runde der Einführung der Eurowährung nicht dabeisein, sondern nur sechs Grundstaaten. Und das Beispiel, das der Herr Bundeskanzler gestern in der Fernsehdiskussion mit dem Maschinenexport gebracht hat, ist daher unrichtig. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Wenn eine Dringliche Anfrage gestellt wird, über deren Wertigkeit man unterschiedlicher Auffassung sein kann, und es auf keine der 36 gestellten Fragen eine konkrete Antwort gibt, so sind das nicht Art und Stil, die der Behandlung parlamentarischer Abläufe gerecht werden. Ich möchte das wirklich zum Ausdruck bringen. (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Abg. Edler: Gibst du rechten Flankenschutz?
Wenn ich über Stil, über Art und Wertigkeit spreche, dann komme ich natürlich dazu, zu sagen: Es ist vieles von dem, was in der Begründung ... (Abg. Edler: Gibst du rechten Flankenschutz?) Nein, überhaupt nicht, Herr Kollege. Aber du wirst vielleicht auch einmal in Opposition sein, und du würdest es dir nicht gefallen lassen, daß du keine Antwort erhältst. Das möchte ich als parlamentarische Identität bezeichnen. Das ist Selbstverständnis. (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Wenn ich über Stil, über Art und Wertigkeit spreche, dann komme ich natürlich dazu, zu sagen: Es ist vieles von dem, was in der Begründung ... (Abg. Edler: Gibst du rechten Flankenschutz?) Nein, überhaupt nicht, Herr Kollege. Aber du wirst vielleicht auch einmal in Opposition sein, und du würdest es dir nicht gefallen lassen, daß du keine Antwort erhältst. Das möchte ich als parlamentarische Identität bezeichnen. Das ist Selbstverständnis. (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, diese Anfrage ist sehr stark unter dem Blickwinkel zu sehen, daß es noch zehn Tage bis zur Wahl der EU-Parlamentarier sind. Aber trotzdem sollte die Art, wie man miteinander umgeht, eine positive sein, indem man Antworten gibt und nicht aneinander vorbeiredet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auf Fördern zu verzichten heißt eigentlich, Arbeitsplätze zu vernichten. Ich meine, darauf muß man, auf eine Kurzformel gebracht, die Einstellung zur Förderung von Exporten beziehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir von der Volkspartei sind immer für die Sicherung von Arbeitsplätzen eingetreten. Ich möchte hier betonen: Wir von der ÖVP üben eine völlige Solidarität mit den jetzt in einer schwierigen Situation befindlichen Arbeitnehmern von Semperit. Das ist ein Bekenntnis, das ich hier heute zum Ausdruck bringen möchte! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Nur: Wenn seitens verantwortlicher Mitarbeiter des Rechnungshofes der Beweis geliefert wurde, daß trotz massiver Förderung in den Jahren 1982 bis 1985 – 1,2 Milliarden Schilling! – vom damaligen Sozialminister keinerlei Verpflichtungen zur Haltung der Arbeitsplätze dort auferlegt worden sind, dann muß ich sagen: Das ist keine gezielte Förderung, und das ist keine konkrete Förderung! Ich meine: Fördern ja, aber unter Auflage von Verpflichtungen an das Unternehmen! Es darf nicht sein, daß ausländische Unternehmungen gutes österreichisches Geld erhalten, aber dann österreichische Arbeitnehmer entlassen. Das ist nicht der Stil, zu dem wir ja sagen können! (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Kolleginnen und Kollegen! Ich habe mir schon immer gewünscht, daß wir in diesem Hohen Hause auch einmal eine wirkliche entwicklungspolitische Debatte führen. Doch das ist auch heute nicht der Fall, und das bedauere ich sehr. Es wird beispielsweise auch das Dreijahresprogramm hier in diesem Hohen Hause nicht diskutiert, sondern nur im Ausschuß behandelt, und dort gibt es keine Öffentlichkeit. Doch mit der Öffentlichkeit und mit einer entsprechenden politischen Debatte wird Information transportiert, und damit steigt in der Bevölkerung nicht nur die Sensibilisierung, sondern auch das Bewußtsein für Entwicklungspolitik, für die Ziele und für die Notwendigkeit verschiedener Maßnahmen im Bereich der Entwicklungspolitik. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Stadler: Der hat auch Beistriche verwendet! Sie trauen sich keine Beistriche zu machen!
Daher verwundert es auch nicht, daß wieder mit alten Feindbildern operiert wird. Einst waren es die Türken. Dazu gibt es übrigens auch eine Parallele eines Zitates, das hier schon gefallen ist, und zwar das Zitat mit dem Weihnachtsmann, nämlich daß der Bundeskanzler als Weihnachtsmann herumgeht. Es hat ein ähnliches Zitat von Ihnen, Herr Kollege Haider, gegeben, als Sie davon gesprochen haben, daß wir – die Betonung liegt auf "wir" – vor Hunderten Jahren die Türken vor Wien geschlagen haben, aber nicht dafür, daß sie uns jetzt zu Hunderten oder Tausenden überschwemmen. Eine solche Passage steht auch in einem der Bekennerbriefe zu den Attentaten. (Abg. Mag. Stadler: Der hat auch Beistriche verwendet! Sie trauen sich keine Beistriche zu machen!) Aber ich möchte hier gar nicht das tun, was Sie tun. Hören Sie mir zu! Ich mache das nicht. Das ist nämlich Ihre Spezialität! – Hier eine Verbindung herzustellen, das will ich gar nicht tun. Ich unterstelle Ihnen überhaupt keine Verbindung von dem einen zu dem anderen. (Abg. Mag. Stadler: Sie unterstellen nichts! Nein! Sie vergleichen nur!) Ich tue nichts anderes, als eine ganz interessante Parallele aufzuzeigen zu Formulierungen, zu Bildern, die Sie zeichnen, die alle zum Ziel haben: ein Feindbild aufzubauen und damit in Österreich zu versuchen, auf eine äußerst populistische Art Politik zu machen. Waren es vor zwei oder drei Jahren die Türken, waren es vor kurzem die Kurden, so sind es jetzt die Araber, die Sie hernehmen, um ein Feindbild zu manifestieren, um darauf irgendwelche diffusen Behauptungen aufzubauen.
Abg. Mag. Stadler: Sie unterstellen nichts! Nein! Sie vergleichen nur!
Daher verwundert es auch nicht, daß wieder mit alten Feindbildern operiert wird. Einst waren es die Türken. Dazu gibt es übrigens auch eine Parallele eines Zitates, das hier schon gefallen ist, und zwar das Zitat mit dem Weihnachtsmann, nämlich daß der Bundeskanzler als Weihnachtsmann herumgeht. Es hat ein ähnliches Zitat von Ihnen, Herr Kollege Haider, gegeben, als Sie davon gesprochen haben, daß wir – die Betonung liegt auf "wir" – vor Hunderten Jahren die Türken vor Wien geschlagen haben, aber nicht dafür, daß sie uns jetzt zu Hunderten oder Tausenden überschwemmen. Eine solche Passage steht auch in einem der Bekennerbriefe zu den Attentaten. (Abg. Mag. Stadler: Der hat auch Beistriche verwendet! Sie trauen sich keine Beistriche zu machen!) Aber ich möchte hier gar nicht das tun, was Sie tun. Hören Sie mir zu! Ich mache das nicht. Das ist nämlich Ihre Spezialität! – Hier eine Verbindung herzustellen, das will ich gar nicht tun. Ich unterstelle Ihnen überhaupt keine Verbindung von dem einen zu dem anderen. (Abg. Mag. Stadler: Sie unterstellen nichts! Nein! Sie vergleichen nur!) Ich tue nichts anderes, als eine ganz interessante Parallele aufzuzeigen zu Formulierungen, zu Bildern, die Sie zeichnen, die alle zum Ziel haben: ein Feindbild aufzubauen und damit in Österreich zu versuchen, auf eine äußerst populistische Art Politik zu machen. Waren es vor zwei oder drei Jahren die Türken, waren es vor kurzem die Kurden, so sind es jetzt die Araber, die Sie hernehmen, um ein Feindbild zu manifestieren, um darauf irgendwelche diffusen Behauptungen aufzubauen.
Abg. Mag. Stadler: Dann müssen wir zahlen! Natürlich! Die Österreicher zahlen ja gerne!
Aber mit Ihrer Einstiegsfrage zeigen Sie, daß Sie überhaupt keine Ahnung von der Materie, die Sie da aufgreifen, haben, etwa wenn Sie die Beiträge zur IDA heranziehen, um damit zu begründen, welch sinnlose Geldzuflüsse da geschehen. Sie wissen offensichtlich nicht einmal, was die IDA ist, und Sie wissen vor allem nicht, warum es jetzt zu weiteren Zahlungen an die IDA kommt, und zwar deshalb, weil sich die Amerikaner aus ihren Zahlungsverpflichtungen zurückgezogen haben. (Abg. Mag. Stadler: Dann müssen wir zahlen! Natürlich! Die Österreicher zahlen ja gerne!)
Abg. Mag. Stadler: 445 Millionen! Lesen Sie nach!
Nach dem Prinzip, das wir mit vereinbart haben, nämlich das Burdensharing, übernehmen wir einen Teil. Das sind 45 Millionen Schilling. Das ist eine Lächerlichkeit! Das hat auch schon einer meiner Vorredner gemeint: Es ist eine Lächerlichkeit im Vergleich zu manchem, was Sie hier vertreten oder fordern. Es ist vom Betrag her nicht der Rede wert. Aber diese 45 Millionen Schilling – und das zeigt, daß Sie keine Ahnung haben! – bewirken Ungeheures in den Ländern, die das dringend brauchen. (Abg. Mag. Stadler: 445 Millionen! Lesen Sie nach!) Es sind 45 Millionen! (Abg. Mag. Stadler: Sie haben eine Dezimalstelle ausgelassen! Es sind 445 Millionen!) Es sind zinsenlose Kredite. Es ist die einzige Möglichkeit für die ärmsten Länder, sich eine Wirtschaft aufzubauen und aus der Spirale des ewigen Schuldens und Verschuldens herauszukommen. Aber offensichtlich haben Sie keine Ahnung davon. (Beifall des Abg. Wabl. )
Abg. Mag. Stadler: Sie haben eine Dezimalstelle ausgelassen! Es sind 445 Millionen!
Nach dem Prinzip, das wir mit vereinbart haben, nämlich das Burdensharing, übernehmen wir einen Teil. Das sind 45 Millionen Schilling. Das ist eine Lächerlichkeit! Das hat auch schon einer meiner Vorredner gemeint: Es ist eine Lächerlichkeit im Vergleich zu manchem, was Sie hier vertreten oder fordern. Es ist vom Betrag her nicht der Rede wert. Aber diese 45 Millionen Schilling – und das zeigt, daß Sie keine Ahnung haben! – bewirken Ungeheures in den Ländern, die das dringend brauchen. (Abg. Mag. Stadler: 445 Millionen! Lesen Sie nach!) Es sind 45 Millionen! (Abg. Mag. Stadler: Sie haben eine Dezimalstelle ausgelassen! Es sind 445 Millionen!) Es sind zinsenlose Kredite. Es ist die einzige Möglichkeit für die ärmsten Länder, sich eine Wirtschaft aufzubauen und aus der Spirale des ewigen Schuldens und Verschuldens herauszukommen. Aber offensichtlich haben Sie keine Ahnung davon. (Beifall des Abg. Wabl. )
Beifall des Abg. Wabl.
Nach dem Prinzip, das wir mit vereinbart haben, nämlich das Burdensharing, übernehmen wir einen Teil. Das sind 45 Millionen Schilling. Das ist eine Lächerlichkeit! Das hat auch schon einer meiner Vorredner gemeint: Es ist eine Lächerlichkeit im Vergleich zu manchem, was Sie hier vertreten oder fordern. Es ist vom Betrag her nicht der Rede wert. Aber diese 45 Millionen Schilling – und das zeigt, daß Sie keine Ahnung haben! – bewirken Ungeheures in den Ländern, die das dringend brauchen. (Abg. Mag. Stadler: 445 Millionen! Lesen Sie nach!) Es sind 45 Millionen! (Abg. Mag. Stadler: Sie haben eine Dezimalstelle ausgelassen! Es sind 445 Millionen!) Es sind zinsenlose Kredite. Es ist die einzige Möglichkeit für die ärmsten Länder, sich eine Wirtschaft aufzubauen und aus der Spirale des ewigen Schuldens und Verschuldens herauszukommen. Aber offensichtlich haben Sie keine Ahnung davon. (Beifall des Abg. Wabl. )
Beifall bei den Grünen.
Keine Rede von der meiner Meinung nach dringend notwendigen solidarischen Art von internationaler Politik, diese scheint bei Ihnen gar nicht mehr auf. Nicht nur daß sie mit dem Kübel ausgeleert wird, noch dazu wird sie in einer Art und Weise beschmutzt, die es schwierig und unmöglich macht – und das scheint Ihre Absicht zu sein –, dafür in der Öffentlichkeit weiter eintreten zu können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Die Vorredner bestätigen eindrucksvoll die Wichtigkeit dieser Debatte, denn es will sich offenbar niemand ernsthaft auch mit den Anliegen der österreichischen Bevölkerung auseinandersetzen. Es wird ständig darum gekämpft, daß wir Solidarität mit der ganzen Welt üben sollen. Es ist schön, die ganze Welt zu umarmen. Aber ich darf Ihnen doch empfehlen, vielleicht auch einmal an Ihre eigenen Landsleute zu denken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine lieben Freunde! Das sind die Dinge, die Sie hier verschweigen: Österreich hat eine Million armer Menschen, die sich den Arztbesuch nicht leisten können, die sich die Beheizung nicht mehr leisten können, die die Miete nicht mehr zahlen können und die den Lebensunterhalt nicht mehr bezahlen können. Da ist es wohl nicht zuviel verlangt, wenn man den Herrn Bundeskanzler auffordert, uns einmal Auskunft darüber zu geben, wie es denn mit der Unterstützung im Osten für den Bau von Mafia-Hotels, bei denen er dann noch als Eröffner auftritt, steht. Dafür ist doch dieses Geld nicht einzusetzen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Dinge wollen wir zur Diskussion stellen! Die Möglichkeiten, daß soziales Unrecht in Österreich zementiert wird, während Sie das Unrecht verteidigen, das können wir nicht hinnehmen und werden wir nicht akzeptieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Vielleicht denken Sie auch einmal darüber nach – weil auch immer wieder die Ausländerpolitik kommt –, daß es eine falsche Entwicklungshilfepolitik ist, so wie es der Herr Einem und der Herr Khol vorhaben, 153 000 Zuwanderer nach Österreich zu holen, damit eine Familienzusammenführung möglich ist. Da knallt man den Österreichern ein Sparpaket hin und sagt: Wir haben nichts mehr für die Familien, wir haben keine Kindergartenplätze, keine Schulplätze, nichts!, und gleichzeitig holt man Kinder, Frauen, Verwandte herein, die auch wieder Wohnungen brauchen, auch wieder Kindergartenplätze brauchen, auch wieder Schulplätze brauchen, auch wieder Lehrplätze brauchen. Wer wird denn bezahlen? – Der Herr Öllinger nicht. Der Herr Bundeskanzler auch nicht, der verzichtet nicht einmal auf die Mietzinsbeihilfe für seine Kanzlervilla. Das ist die Realität in diesem Lande! Und deshalb ist diese Dringliche Anfrage so wichtig! – Wir werden den Kanzler so oft vor dieses Hohe Haus zitieren, bis er endlich die Zivilcourage hat, uns reinen Wein einzuschenken, was mit den Milliarden geschieht, die ins Ausland getragen werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Höchtl kommt heraus und sagt, die Arbeiter haben die Solidarität. Darum können Sie sich nichts kaufen, lieber Kollege Höchtl, wenn seit drei Monaten der schwarze Wirtschaftsminister und der rote Kanzler nicht in der Lage sind, eine konkrete Maßnahme zum Schutz und zur Sicherung der Arbeitsplätze im Werk Semperit zu setzen. Das ist die Realität! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Die Platte, die du vor dem Gehirn trägst! Das ist mit Brettern verschlagen!
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Diese Dringliche Anfrage der Freiheitlichen suggeriert uns heute eigentlich eine neue Sicht dieser Welt. Diese Erde ist nämlich keine Kugel, sie ist eine Platte, und sie endet an den Staatsgrenzen von Österreich. (Abg. Dr. Haider: Die Platte, die du vor dem Gehirn trägst! Das ist mit Brettern verschlagen!) So könnte man euer politisches Weltbild wirklich darstellen.
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Es nützt auch nichts, wenn hier der Bundeskanzler versucht, die Komplexität der Dinge zu erklären und wenn der Herr Kollege Stummvoll herausgeht und über die Probleme spricht, die wir in Österreich haben, wie etwa im internationalen Wettbewerb, im Exportförderungsbereich, und sagt, daß es dort oder da auch einmal schlagend werden kann. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: 72 Milliarden!
Es geht heute, am 3. Oktober, bei dieser Dringlichen im wesentlichen um 300 Millionen Schilling. (Abg. Aumayr: 72 Milliarden!) Es geht außerdem darum, daß am 2. Oktober der große Chef dieser Partei den Vorschlag machte, Österreich müsse in die NATO eintreten. Das kostet jährlich 20 000 Millionen Schilling, mehr als bisher für das österreichische Bundesheer. Also ich glaube, daß diese ... (Abg. Scheibner: So ein Unsinn! Da ist nichts mehr von der Solidarität zu merken! Da seid ihr Kleinkrämer!)
Abg. Scheibner: So ein Unsinn! Da ist nichts mehr von der Solidarität zu merken! Da seid ihr Kleinkrämer!
Es geht heute, am 3. Oktober, bei dieser Dringlichen im wesentlichen um 300 Millionen Schilling. (Abg. Aumayr: 72 Milliarden!) Es geht außerdem darum, daß am 2. Oktober der große Chef dieser Partei den Vorschlag machte, Österreich müsse in die NATO eintreten. Das kostet jährlich 20 000 Millionen Schilling, mehr als bisher für das österreichische Bundesheer. Also ich glaube, daß diese ... (Abg. Scheibner: So ein Unsinn! Da ist nichts mehr von der Solidarität zu merken! Da seid ihr Kleinkrämer!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Lieber Kollege! Lieber Freund! 20 000 Millionen Schilling sind den Österreichern laut Freiheitlicher Partei sehr wohl zumutbar, aber 300 Millionen Schilling sind nicht möglich. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Du als Wehrsprecher müßtest wissen, daß wir unsere Militärausgaben verdoppeln müßten, um den NATO-Kriterien zu entsprechen. (Abg. Ing. Reichhold: Woher hast du das mit den 20 000 Millionen?) Das ist Geld, von dem ich rede, lieber Kollege! (Abg. Scheibner: Das hat nichts mit dem NATO-Beitritt zu tun, lieber Freund! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Woher hast du das mit den 20 000 Millionen?
Lieber Kollege! Lieber Freund! 20 000 Millionen Schilling sind den Österreichern laut Freiheitlicher Partei sehr wohl zumutbar, aber 300 Millionen Schilling sind nicht möglich. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Du als Wehrsprecher müßtest wissen, daß wir unsere Militärausgaben verdoppeln müßten, um den NATO-Kriterien zu entsprechen. (Abg. Ing. Reichhold: Woher hast du das mit den 20 000 Millionen?) Das ist Geld, von dem ich rede, lieber Kollege! (Abg. Scheibner: Das hat nichts mit dem NATO-Beitritt zu tun, lieber Freund! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das hat nichts mit dem NATO-Beitritt zu tun, lieber Freund! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Lieber Kollege! Lieber Freund! 20 000 Millionen Schilling sind den Österreichern laut Freiheitlicher Partei sehr wohl zumutbar, aber 300 Millionen Schilling sind nicht möglich. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Du als Wehrsprecher müßtest wissen, daß wir unsere Militärausgaben verdoppeln müßten, um den NATO-Kriterien zu entsprechen. (Abg. Ing. Reichhold: Woher hast du das mit den 20 000 Millionen?) Das ist Geld, von dem ich rede, lieber Kollege! (Abg. Scheibner: Das hat nichts mit dem NATO-Beitritt zu tun, lieber Freund! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf: Das war jetzt ein dürftiger Applaus!
Es gibt ja wahrscheinlich eine ganz plausible Erklärung für diese "300 Millionen": 20 000 Millionen-Relation. Es ist einfach so: Die Erde ist keine Kugel, und der NATO-Beitritt wird auch unter dem Aspekt gesehen, daß das, was dem Herrn Glock nützt, auch der Freiheitlichen Partei nützt. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf: Das war jetzt ein dürftiger Applaus!)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Herren, die dafür verantwortlich gewesen sind! Sozialistische Wirtschaftspolitik kann sich nicht in Subventionspolitik erschöpfen. Das kann in Zukunft nicht mehr sein. Nehmen Sie bitte Einfluß auch auf Ihre gewerkschaftliche Politik. Interne Einsparungsmaßnahmen hätten vielleicht in früheren Jahren so manches verhindert, und es wäre dadurch vielleicht gelungen, den Standort Traiskirchen bei der Unternehmensleitung von Conti attraktiver zu machen. (Beifall bei der ÖVP.) Das jetzige Aufplustern, diese Drohgebärden, die Sie derzeit an den Tag legen, Streiks und Blockaden, die Sie androhen, dieses theatralische Muskelspiel kann die Fehler der vergangenen Jahrzehnte nicht wiedergutmachen! (Zwischenrufe der Abg. Koppler und Öllinger. ) Sie führen noch verbliebene Arbeitnehmer in die Irre. Sie machen ihnen Hoffnungen, ohne auf die Entscheidungen des Eigentümers in Wahrheit Einfluß nehmen zu können.
Zwischenrufe der Abg. Koppler und Öllinger.
Sehr geehrte Herren, die dafür verantwortlich gewesen sind! Sozialistische Wirtschaftspolitik kann sich nicht in Subventionspolitik erschöpfen. Das kann in Zukunft nicht mehr sein. Nehmen Sie bitte Einfluß auch auf Ihre gewerkschaftliche Politik. Interne Einsparungsmaßnahmen hätten vielleicht in früheren Jahren so manches verhindert, und es wäre dadurch vielleicht gelungen, den Standort Traiskirchen bei der Unternehmensleitung von Conti attraktiver zu machen. (Beifall bei der ÖVP.) Das jetzige Aufplustern, diese Drohgebärden, die Sie derzeit an den Tag legen, Streiks und Blockaden, die Sie androhen, dieses theatralische Muskelspiel kann die Fehler der vergangenen Jahrzehnte nicht wiedergutmachen! (Zwischenrufe der Abg. Koppler und Öllinger. ) Sie führen noch verbliebene Arbeitnehmer in die Irre. Sie machen ihnen Hoffnungen, ohne auf die Entscheidungen des Eigentümers in Wahrheit Einfluß nehmen zu können.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Denn was wäre der nächste logische Schritt? – Der nächste logische Schritt nach der Sozialisierung und der Verstaatlichung der Gewinne wäre die Sozialisierung und die Verstaatlichung der Betriebsmittel und der Unternehmungen, und diesen Irrweg können wir nicht gehen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Nein, Sie brauchen keine Angst zu haben.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Koppler.
Es gibt auch gute Beispiele. Denken Sie an erfolgreiche Privatisierungen. Denken Sie an Böhler-Uddeholm. Denken Sie an VA-Tech. Dort wurde gezeigt, daß positive, aktive Politik positive Ergebnisse mit sich bringen kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Koppler. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die derzeitigen Aktionen in Traiskirchen, meine sehr verehrten Damen und Herren, erfüllen mich mit Sorge. Ich betone noch einmal, daß ich volle Loyalität mit den Arbeitnehmern habe. Aber ich sorge mich um die Arbeitnehmer! Ich denke darüber nach und verspreche ihnen nicht Dinge, die ich dann nicht halten kann! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Die derzeitigen Aktionen in Traiskirchen bewirken jedoch nur – und das muß ich hier sagen –, daß der Wirtschaftsstandort Österreich für ausländische Investoren unberechenbar und nicht mehr attraktiv ist, und das können wir uns in der heutigen Zeit auf keinen Fall leisten! (Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die derzeitigen Aktionen in Traiskirchen, meine sehr verehrten Damen und Herren, erfüllen mich mit Sorge. Ich betone noch einmal, daß ich volle Loyalität mit den Arbeitnehmern habe. Aber ich sorge mich um die Arbeitnehmer! Ich denke darüber nach und verspreche ihnen nicht Dinge, die ich dann nicht halten kann! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Die derzeitigen Aktionen in Traiskirchen bewirken jedoch nur – und das muß ich hier sagen –, daß der Wirtschaftsstandort Österreich für ausländische Investoren unberechenbar und nicht mehr attraktiv ist, und das können wir uns in der heutigen Zeit auf keinen Fall leisten! (Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mertel: Wie der Haider!
Herr Staatssekretär! Der Herr Bundeskanzler ist leider nicht mehr im Haus. Ich möchte nur eines sagen: Es ist wirklich eine Zumutung: Zuerst beantwortet der Herr Bundeskanzler keine der Fragen mehr, dann erzählt er ein paar lustige G’schichtln, und auf einmal geht er. Weg ist er! (Abg. Dr. Mertel: Wie der Haider!) Kein Verständnis für die Sorgen um die Republik Österreich.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie das befürworten, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratischen Partei, dann wäre es besser, Sie würden den Begriff "sozial" aus Ihrer Parteibezeichnung streichen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn Sie noch immer der Meinung sind, daß Österreich hier nicht darauf drängen soll, daß derartige Mittel effizient und kostensparend eingesetzt werden, dann darf ich noch einmal von der Armutskonferenz in Salzburg am 22. November 1995 zitieren: "Je nach der Berechnungsmethode leben im reichen Land Österreich zwischen 700 000 und 1,5 Millionen Menschen an der Armutsgrenze. Davon sind beispielsweise 50 Prozent der Haushalte mit einem Alleinverdiener und zwei Kindern, aber auch rund 70 000 Besitzer von Kleinbetrieben betroffen." – Zitat Caritas-Präsident Helmut Schüller. Daher sollte es unsere Verpflichtung sein, daß wir zunächst auf Österreich und seine Bürger schauen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Klingt "sinnvoll"!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Vorneweg ein klarer Satz zur Zusammenarbeit mit armen Ländern, mit Ländern, die Entwicklungsunterstützung brauchen, mit Ländern, die in schwierigen Situationen sind: Da hat die Bundesregierung die volle Unterstützung der Grünen. Herr Bundeskanzler Vranitzky und die Bundesregierung können darauf zählen, daß die grüne Fraktion jeden konstruktiven Vorschlag, jede klare Unterstützung, jede Entwicklungshilfe, jede Wirtschaftshilfe, die sinnvoll eingesetzt wird, unterstützen wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Klingt "sinnvoll"!)
Beifall bei den Grünen
Meine Damen und Herren! In dieser Anfrage stehen viele wesentliche Fragen, die beantwortet werden müssen, insbesondere im Zusammenhang mit der Frage Semperit, mit der Absiedelung von Arbeitsplätzen in Länder, in denen ein anderes soziales und ökologisches Niveau besteht, und dagegen muß die Sozialdemokratie auftreten (Beifall bei den Grünen) , ja dagegen muß jede Partei in diesem Haus auftreten, die der Meinung ist, daß soziale und ökologische Standards in unserer europäischen Kultur Platz haben und nicht mit Dumping torpediert werden dürfen!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir wissen genau, daß es in vielen Bereichen der Wirtschaftsförderung sehr wohl massive Defizite gibt. Ich erinnere nur daran, daß es gerade im Bereich der Kontrollbank – auch diese Frage ist in dieser Dringlichen Anfrage der Freiheitlichen Partei angesprochen – massive Kontrolldefizite gibt. Dieses Parlament beschließt im Hauptausschuß über Milliardenbeträge, die in andere Länder gehen, hat aber überhaupt kein Kontroll- und Einschaurecht. Einzig und allein die Regierung – ÖVP und SPÖ – weiß, wohin diese Gelder gehen, und die ihr genehmen Firmen können da zugreifen. Das ist ein Zustand, der demokratiepolitisch nicht haltbar ist! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich diesen Zustand, diesen Umstand beschreiben kann, und ich habe mir gedacht, es ist sicher sehr gefährlich, denn Herr Präsident Neisser ist beim Erteilen von Ordnungsrufen sehr streng , aber ich glaube, er wird mir gestatten, daß ich einen guten Freund von Herrn Haider zitiere. Zitat: Doch Haider als Politiker und gleichzeitiger Besitzer eines arisierten Millionenvermögens ist auch ein Symbol für Österreichs Nachkriegsentwicklung. Die Theorie, daß der Schmutz nach oben schwimmt, auch wenn man frisches Wasser dazugießt – das ist ja gestern auch passiert –, stimmt leider so lange, solange man den Schmutz nicht abschöpft oder filtriert. – Ich habe diesem Zitat seines Freundes nichts hinzuzufügen. (Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Ich habe ja zitiert! Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Mein Vorredner hat unter Zitierung eines "Presse"-Artikels die Behauptung aufgestellt, Dr. Haider hätte ein arisiertes Millionenvermögen. – Dies ist unrichtig! (Abg. Wabl: Ich habe ja zitiert! Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das, was er mit Bärental meint, mit diesem Millionenvermögen, war keine Arisierung, weil eine Arisierung unter italienischen Staatsangehörigen nicht möglich war. Demgegenüber besitzt die Gattin des Bundeskanzlers bis heute einen arisierten Betrieb der Firma Normalia. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Es erheben sich nur die Abgeordneten der Grünen von ihren Sitzen. – Heiterkeit. – Abg. Schieder: Das sind ja mehr Zähler als Stimmen! – Auf dem Präsidium erfolgt die Stimmenauszählung.
Ich bitte jetzt jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Petrovic und Genossen sind, sich von den Sitzen zu erheben. (Es erheben sich nur die Abgeordneten der Grünen von ihren Sitzen. – Heiterkeit. – Abg. Schieder: Das sind ja mehr Zähler als Stimmen! – Auf dem Präsidium erfolgt die Stimmenauszählung.)
Heiterkeit.
Ich gebe das Abstimmungsergebnis bekannt: Für den Antrag haben 6 Abgeordnete gestimmt. (Heiterkeit.) – Pardon! Bitte um Entschuldigung! Auch Frau Kollegin Haidlmayr durch Handheben.
Abg. Schieder: In Ordnung!
Der Herr Bundesminister antwortete kurz und bündig: "Ja. Die Geltung dieses Bundesverfassungsgesetzes steht außer Frage. Dies wird selbstverständlich bei Vollzugsakten in meinem Ressort voll und ganz akzeptiert." (Abg. Schieder: In Ordnung!)
Abg. Scheibner: Sein gutes Recht!
Meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Sein gutes Recht!) Das ist das gute Recht eines Staatsbürgers, selbstverständlich, Herr Kollege.(Abg. Scheibner: Auch eines Beamten!) Nein, nicht eines Beamten, der im Landesverteidigungsministerium eine hohe Funktion hat und sich auch in den Vollzugsakten daran zu halten hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Auch eines Beamten!
Meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Sein gutes Recht!) Das ist das gute Recht eines Staatsbürgers, selbstverständlich, Herr Kollege.(Abg. Scheibner: Auch eines Beamten!) Nein, nicht eines Beamten, der im Landesverteidigungsministerium eine hohe Funktion hat und sich auch in den Vollzugsakten daran zu halten hat. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Sein gutes Recht!) Das ist das gute Recht eines Staatsbürgers, selbstverständlich, Herr Kollege.(Abg. Scheibner: Auch eines Beamten!) Nein, nicht eines Beamten, der im Landesverteidigungsministerium eine hohe Funktion hat und sich auch in den Vollzugsakten daran zu halten hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das sind Experten, die wissen, worum es geht!
Sie werden von diesem Parlament kontrolliert, und Sie haben... (Abg. Scheibner: Das sind Experten, die wissen, worum es geht!)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Diese Art der Broschüren, diese Art der Propaganda der ÖVP ist unzulässig. Das ist nahe am Amtsmißbrauch, Herr Bundesminister, das ist nahe am Bruch der Verfassung. (Beifall bei den Grünen.) Sie werden diesem Haus erklären müssen, warum Sie solche Broschüren versenden. Oder ist das Ihr Privatgeld, das Sie sich von irgendeiner Beihilfe abgezweigt haben? Oder sind das Spenden aus der Rüstungsindustrie? – Das wäre nämlich auch möglich. Es wird doch einiges im Bundesheer aus der Rüstungsindustrie finanziert. Erklären Sie diesem Haus, wie Sie die Verletzung der Neutralität hier rechtfertigen! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Diese Art der Broschüren, diese Art der Propaganda der ÖVP ist unzulässig. Das ist nahe am Amtsmißbrauch, Herr Bundesminister, das ist nahe am Bruch der Verfassung. (Beifall bei den Grünen.) Sie werden diesem Haus erklären müssen, warum Sie solche Broschüren versenden. Oder ist das Ihr Privatgeld, das Sie sich von irgendeiner Beihilfe abgezweigt haben? Oder sind das Spenden aus der Rüstungsindustrie? – Das wäre nämlich auch möglich. Es wird doch einiges im Bundesheer aus der Rüstungsindustrie finanziert. Erklären Sie diesem Haus, wie Sie die Verletzung der Neutralität hier rechtfertigen! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wahrscheinlich ist es den Grünen um etwas anderes gegangen: Sie wollten im laufenden Europawahlkampf noch einmal zeigen, wie sehr sie für die Neutralität Österreichs stehen, und einen Gegensatz zu den anderen herstellen. Dieser Gegensatz läßt sich nicht herstellen. Die Sozialdemokratie bekennt sich zur Neutralität Österreichs, die Sozialdemokratie ist für deren Abschaffung nicht zu haben, die Sozialdemokratie ist nicht für einen Beitritt zu einem Militärbündnis zu haben, sondern sie wird so vorgehen, wie es im Koalitionsübereinkommen vorgesehen ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wer ist "wir"?
Abgeordneter Dr. Karl Maitz (ÖVP): Verehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Für die Volkspartei gilt auch im Bereich der äußeren Sicherheit, daß das Beste an Sicherheit für Österreich gerade gut genug ist. Wir in Österreich – und sonst niemand! – bestimmen, wann und unter welchen Bedingungen wir in ein europäisches Sicherheitssystem eintreten. (Abg. Scheibner: Wer ist "wir"?) – Österreich, die Institutionen, die dazu befugt sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Karl Maitz (ÖVP): Verehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Für die Volkspartei gilt auch im Bereich der äußeren Sicherheit, daß das Beste an Sicherheit für Österreich gerade gut genug ist. Wir in Österreich – und sonst niemand! – bestimmen, wann und unter welchen Bedingungen wir in ein europäisches Sicherheitssystem eintreten. (Abg. Scheibner: Wer ist "wir"?) – Österreich, die Institutionen, die dazu befugt sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Eine Irreführung!
Dieser Plakattext lautet: "Österreichs Neutralität stellt sich Ihrer Wahl." Es wird also so getan, als würde die Abstimmung am 13. Oktober eine Abstimmung über die Neutralität – ja oder nein – sein. Das ist natürlich ein glatter Unsinn, und das hat miteinander nichts zu tun. (Abg. Wabl: Eine Irreführung!) Wir und Sie alle wissen, daß am 13. Oktober jene Damen und Herren gewählt werden, die unsere Position, die österreichische Position, die jetzt in der Regierungskonferenz mit erarbeitet wird, in Brüssel und in Straßburg vertreten werden.
Abg. Wabl: Das ist eine Propagandaschrift!
Aber, Herr Kollege Wabl, wenn Sie dann noch einmahnen, daß Beamte und der Minister die verfassungsrechtlichen Institutionen einhalten müßten, und wenn Sie sogar Amtsmißbrauch hier in den Raum stellen, nur deshalb, weil es eine Informationsbroschüre über die Realität von seiten des Verteidigungsministeriums gegeben hat, dann ist das ja wirklich schon – ich will nicht sagen lachhaft, denn es ist in Wahrheit traurig, Herr Kollege Wabl. (Abg. Wabl: Das ist eine Propagandaschrift!)
Abg. Wabl: Was ist mit Ihrer Doppelbödigkeit?
Aus Ihrer Fraktion sind stolze Behauptungen und Aufrufe zum Verfassungsbruch, zum Gesetzesbruch gekommen, Herr Kollege Wabl. Man hat doch aufgerufen zur Wehrdienstverweigerung und hat gesagt, man stehe dazu, denn Gesetze soll man nur dann einhalten, wenn man sie auch für richtig empfindet. Das ist doch doppelbödig, Herr Kollege Wabl! (Abg. Wabl: Was ist mit Ihrer Doppelbödigkeit?)
Abg. Schieder: Erklärung!
Meine Damen und Herren! Eines ist interessant: Abgeordneter Schieder hat gesagt, die Anfragebeantwortung decke sich mit der Regierungsmeinung, anscheinend auch mit seiner Meinung. Ich frage Sie (Abg. Schieder: Erklärung!) , Herr Kollege Schieder, ob Sie auch die Einleitung gelesen haben. (Abg. Schieder: Ich hoffe, Sie wissen als Bundesheerangehöriger genauer, was Sie vertreten! Ich habe gesagt – zuhören! –, es deckt sich mit der Regierungserklärung !) Gut. Aber Sie haben durchaus auch zum Ausdruck gebracht, daß Sie mit dieser Anfragebeantwortung zufrieden sind. (Abg. Schieder: Ja, diese Einleitung deckt sich auch mit meiner Meinung!) Gut! Wunderbar! Nichts anderes wollte ich sagen.
Abg. Schieder: Ich hoffe, Sie wissen als Bundesheerangehöriger genauer, was Sie vertreten! Ich habe gesagt – zuhören! –, es deckt sich mit der Regierungserklärung !
Meine Damen und Herren! Eines ist interessant: Abgeordneter Schieder hat gesagt, die Anfragebeantwortung decke sich mit der Regierungsmeinung, anscheinend auch mit seiner Meinung. Ich frage Sie (Abg. Schieder: Erklärung!) , Herr Kollege Schieder, ob Sie auch die Einleitung gelesen haben. (Abg. Schieder: Ich hoffe, Sie wissen als Bundesheerangehöriger genauer, was Sie vertreten! Ich habe gesagt – zuhören! –, es deckt sich mit der Regierungserklärung !) Gut. Aber Sie haben durchaus auch zum Ausdruck gebracht, daß Sie mit dieser Anfragebeantwortung zufrieden sind. (Abg. Schieder: Ja, diese Einleitung deckt sich auch mit meiner Meinung!) Gut! Wunderbar! Nichts anderes wollte ich sagen.
Abg. Schieder: Ja, diese Einleitung deckt sich auch mit meiner Meinung!
Meine Damen und Herren! Eines ist interessant: Abgeordneter Schieder hat gesagt, die Anfragebeantwortung decke sich mit der Regierungsmeinung, anscheinend auch mit seiner Meinung. Ich frage Sie (Abg. Schieder: Erklärung!) , Herr Kollege Schieder, ob Sie auch die Einleitung gelesen haben. (Abg. Schieder: Ich hoffe, Sie wissen als Bundesheerangehöriger genauer, was Sie vertreten! Ich habe gesagt – zuhören! –, es deckt sich mit der Regierungserklärung !) Gut. Aber Sie haben durchaus auch zum Ausdruck gebracht, daß Sie mit dieser Anfragebeantwortung zufrieden sind. (Abg. Schieder: Ja, diese Einleitung deckt sich auch mit meiner Meinung!) Gut! Wunderbar! Nichts anderes wollte ich sagen.
Abg. Schieder: Das ist wörtlich aus dem Regierungsübereinkommen!
Dann ist aber interessant, was in dieser Einleitung steht. Da wird von einer europäischen Solidarität gesprochen, da wird von einer vollberechtigten Teilnahme an funktionsfähigen europäischen Sicherheitsstrukturen gesprochen. (Abg. Schieder: Das ist wörtlich aus dem Regierungsübereinkommen!) Ja, wunderbar, Herr Kollege Schieder! (Abg. Schieder: Das ist wörtlich
Abg. Schieder: Das hat es vorher auch schon gegeben! Da muß man nicht dabeigewesen sein!
Herr Kollege Schieder! Sie waren leider nicht dabei, als der polnische Verteidigungsminister hier in Österreich, hier in diesem Parlament gewesen ist. (Abg. Schieder: Das hat es vorher auch schon gegeben! Da muß man nicht dabeigewesen sein!) Sie wären beschämt darüber gewesen, was dieser sozialdemokratische Verteidigungsminister etwa über die von Ihnen als "Militärbündnis" apostrophierte NATO gesagt hat. Er hat nicht gesagt, das ist ein Militärbündnis, er hat gemeint, die NATO sei eine Wertegemeinschaft von demokratischen Staaten, die dafür sorgen soll, daß die Friedensprozesse in Europa irreversibel werden, Herr Kollege Schieder.
Abg. Schieder: Richtig! Und das schafft ein Sicherheitssystem!
Das wären doch Ideen einer Solidarität in Europa: daß wir es wirklich schaffen, gemeinsam mit den anderen Staaten, nicht isoliert im Kämmerlein (Abg. Schieder: Richtig! Und das schafft ein Sicherheitssystem!) , nicht isoliert in der Ansicht eines Herrn Kostelka, der sagt: Warten wir, bis alle rund um uns Mitglieder der NATO sind, dann brauchen wir nur mehr Raketen, damit wir die Flieger abschießen können, die über unser Hoheitsgebiet fliegen! (Abg. Dr. Kostelka: Zuhören!) Das sind doch keine vernünftigen Strukturen und Ideen, Herr Kollege Schieder. (Abg. Dr. Kostelka: Zuhören!)
Abg. Dr. Kostelka: Zuhören!
Das wären doch Ideen einer Solidarität in Europa: daß wir es wirklich schaffen, gemeinsam mit den anderen Staaten, nicht isoliert im Kämmerlein (Abg. Schieder: Richtig! Und das schafft ein Sicherheitssystem!) , nicht isoliert in der Ansicht eines Herrn Kostelka, der sagt: Warten wir, bis alle rund um uns Mitglieder der NATO sind, dann brauchen wir nur mehr Raketen, damit wir die Flieger abschießen können, die über unser Hoheitsgebiet fliegen! (Abg. Dr. Kostelka: Zuhören!) Das sind doch keine vernünftigen Strukturen und Ideen, Herr Kollege Schieder. (Abg. Dr. Kostelka: Zuhören!)
Abg. Dr. Kostelka: Zuhören!
Das wären doch Ideen einer Solidarität in Europa: daß wir es wirklich schaffen, gemeinsam mit den anderen Staaten, nicht isoliert im Kämmerlein (Abg. Schieder: Richtig! Und das schafft ein Sicherheitssystem!) , nicht isoliert in der Ansicht eines Herrn Kostelka, der sagt: Warten wir, bis alle rund um uns Mitglieder der NATO sind, dann brauchen wir nur mehr Raketen, damit wir die Flieger abschießen können, die über unser Hoheitsgebiet fliegen! (Abg. Dr. Kostelka: Zuhören!) Das sind doch keine vernünftigen Strukturen und Ideen, Herr Kollege Schieder. (Abg. Dr. Kostelka: Zuhören!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Setzen Sie das um, was Sie hier in Ihrer Regierungserklärung geschrieben haben: Gleichberechtigter Partner am Aufbau eines europäischen Sicherheitssystems mit allen Rechten und Pflichten! – Nicht warten auf 1998, sondern sofort teilnehmen! Damit wäre uns allen geholfen – auch der Reputation Österreichs im Ausland. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf: Ich habe geglaubt, du bist schon General! – Abg. Moser: Noch nicht!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Hans Helmut Moser. – Bitte, Sie haben das Wort. (Ruf: Ich habe geglaubt, du bist schon General! – Abg. Moser: Noch nicht!)
Abg. Scheibner: Das haben sie gar nicht kritisiert!
Abgeordneter Hans Helmut Moser (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Zur Diskussion über diese Antwort des Verteidigungsministers zur parlamentarischen Anfrage der Grünen möchte ich einmal generell festhalten, daß mir die Beantwortung doch etwas zu dürftig erscheint, und insofern habe ich ein gewisses Verständnis dafür, daß die Grünen (Abg. Scheibner: Das haben sie gar nicht kritisiert!) – ich komme schon noch darauf zurück – diese Diskussion heute verlangt haben.
Abg. Wabl: Was für ein Versuch soll das sein?
Da muß ich den Grünen schon sagen, es stimmt schon, daß es offensichtlich nur ein Versuch ist, eine letzte Möglichkeit zu nützen, um noch vor den Europaparlamentswahlen einen Wahlkampfauftritt zu haben. (Abg. Wabl: Was für ein Versuch soll das sein?)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Kollege Wabl! Eines muß mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden: daß Sie hier herausgehen – das finde ich wirklich nicht akzeptabel – und Beispiele bringen, aber den Beamten und Offizieren des Verteidigungsministeriums den Mund verbieten wollen, wenn diese Herren sich zu dieser Frage, zu dieser für die Republik so wichtigen Frage zu Wort melden oder Publikationen schreiben. Herr Kollege Wabl, das geht nicht! Das muß und möchte ich hier mit aller Deutlichkeit gesagt haben. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Scheibner: Der Klubobmann auch!
Herr Bundesminister! Sie erklären, an der NATO führt kein Weg vorbei. Ich kann Ihnen durchaus zustimmen in dieser Frage, aber Ihr Parteichef sagt etwas anderes oder will etwas anderes. (Abg. Scheibner: Der Klubobmann auch!) Sie sagten beispielsweise am 23. Juli, daß 1997 über den NATO-Beitritt entschieden werden wird. Heute kam Kollege Maitz heraus und sagte, daß 1998 darüber entschieden werden wird, weil es so in der Regierungserklärung steht.
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen
Das, meine Damen und Herren, sind Widersprüche (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) , und ich hätte mir erwartet, Herr Bundesminister, daß Sie heute beziehungsweise im Rahmen dieser parlamentarischen Anfrage diese Widersprüche aufklären. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das, meine Damen und Herren, sind Widersprüche (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) , und ich hätte mir erwartet, Herr Bundesminister, daß Sie heute beziehungsweise im Rahmen dieser parlamentarischen Anfrage diese Widersprüche aufklären. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Scheibner: Dem Wabl nicht! Er hat etwas ganz anderes kritisiert!
Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Kolleginnen und Kollegen! Es freut mich ja, daß einigen auch aufgefallen ist, daß die Antworten sehr dürftig sind. (Abg. Scheibner: Dem Wabl nicht! Er hat etwas ganz anderes kritisiert!) Das ist auch der Grund für diese Besprechung, denn eine solch magere Antwort ist überhaupt keine Antwort. (Beifall bei den Grünen.) Da kann man das parlamentarische Instrument der Anfragen in Zukunft einstellen, wenn die Minister sich daran ein Beispiel nehmen und in Zukunft derart verfahren. (Abg. Fink: Das Protokoll der Rede vom Wabl nachlesen!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Kolleginnen und Kollegen! Es freut mich ja, daß einigen auch aufgefallen ist, daß die Antworten sehr dürftig sind. (Abg. Scheibner: Dem Wabl nicht! Er hat etwas ganz anderes kritisiert!) Das ist auch der Grund für diese Besprechung, denn eine solch magere Antwort ist überhaupt keine Antwort. (Beifall bei den Grünen.) Da kann man das parlamentarische Instrument der Anfragen in Zukunft einstellen, wenn die Minister sich daran ein Beispiel nehmen und in Zukunft derart verfahren. (Abg. Fink: Das Protokoll der Rede vom Wabl nachlesen!)
Abg. Fink: Das Protokoll der Rede vom Wabl nachlesen!
Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Kolleginnen und Kollegen! Es freut mich ja, daß einigen auch aufgefallen ist, daß die Antworten sehr dürftig sind. (Abg. Scheibner: Dem Wabl nicht! Er hat etwas ganz anderes kritisiert!) Das ist auch der Grund für diese Besprechung, denn eine solch magere Antwort ist überhaupt keine Antwort. (Beifall bei den Grünen.) Da kann man das parlamentarische Instrument der Anfragen in Zukunft einstellen, wenn die Minister sich daran ein Beispiel nehmen und in Zukunft derart verfahren. (Abg. Fink: Das Protokoll der Rede vom Wabl nachlesen!)
Abg. Schieder: Dann würde ich zur Neutralität nicht den Verteidigungsminister fragen!
Und das ist auch der Grund, warum wir diese Diskussion hier abführen. Wir wollen damit einfach aufzeigen: So ernst nehmen Minister das parlamentarische Instrument, so ernst nehmen Minister das Parlament, wenn es darum geht, daß Abgeordnete etwas wissen wollen. Es ist bitte – das ist nicht nur in der Geschäftsordnung festgelegt – noch immer das Parlament die gesetzgebende Körperschaft, und wir sind die Abgeordneten, die das Recht haben, etwas zu erfahren. (Abg. Schieder: Dann würde ich zur Neutralität nicht den Verteidigungsminister fragen!)
Abg. Scheibner: Deshalb wird man Sie nicht wählen!
Wer hat denn gesagt, daß unsere Plakate so eine Verwirrung gestiftet haben? – Das ehrt ja unsere Plakate, wenn sie so eine Aufmerksamkeit finden und so viele Leute, wie Sie hier behaupten, sich das dann wirklich überlegen. Das wäre ja der Sinn der Plakate. Ich würde mich freuen, wenn das am 13. Oktober den Ausschlag gäbe. (Abg. Scheibner: Deshalb wird man Sie nicht wählen!) Aber das hier (die Rednerin hält neuerlich die genannte Broschüre in die Höhe) , an jeden Haushalt geschickt, verunsichert noch viel, viel mehr, das sage ich Ihnen.
Abg. Scheibner: Ich habe sie nicht gekriegt!
Was haben denn die Wähler und Wählerinnen in den letzten Wochen gelesen? – Sie haben gelesen, daß die Bundesregierung immer wieder beteuert: Wir sind ganz klar für die Neutralität, wir weichen davon nicht ab!, gleichzeitig aber lesen sie Aussagen von einzelnen Regierungsmitgliedern wie: Na ja, man kann sich das schon vorstellen! Warum nicht? Je früher, desto besser! – Und ins Haus bekommen sie diese "nette" Informationsbroschüre geliefert. (Abg. Scheibner: Ich habe sie nicht gekriegt!)
Abg. Scheibner: Aber nein!
Sehen Sie, Herr Kollege Scheibner, während Sie bereits von der zukünftigen Wertegemeinschaft träumen und hier den polnischen Verteidigungsminister zitieren, hat unser Herr Verteidigungsminister ganz andere Vorstellungen von der zukünftigen Wertegemeinschaft. Er bezeichnet diese zukünftige Wertegemeinschaft geradezu als Herd neuer potentieller Gefahren. Er sagt, das sind die neuen Gefahren, die Österreich bedrohen. Diese Länder, die Sie in die Wertegemeinschaft hereinholen wollen, sind die neuen Gefahren, die Österreich bedrohen. (Abg. Scheibner: Aber nein!) Er schreibt wortwörtlich in dieser Broschüre, daß es die "Minderheitenkonflikte in den bedrohten neuen Demokratien" sind, die uns bedrohen. (Abg. Scheibner: Deshalb muß man sie ja hereinholen!)
Abg. Scheibner: Deshalb muß man sie ja hereinholen!
Sehen Sie, Herr Kollege Scheibner, während Sie bereits von der zukünftigen Wertegemeinschaft träumen und hier den polnischen Verteidigungsminister zitieren, hat unser Herr Verteidigungsminister ganz andere Vorstellungen von der zukünftigen Wertegemeinschaft. Er bezeichnet diese zukünftige Wertegemeinschaft geradezu als Herd neuer potentieller Gefahren. Er sagt, das sind die neuen Gefahren, die Österreich bedrohen. Diese Länder, die Sie in die Wertegemeinschaft hereinholen wollen, sind die neuen Gefahren, die Österreich bedrohen. (Abg. Scheibner: Aber nein!) Er schreibt wortwörtlich in dieser Broschüre, daß es die "Minderheitenkonflikte in den bedrohten neuen Demokratien" sind, die uns bedrohen. (Abg. Scheibner: Deshalb muß man sie ja hereinholen!)
Abg. Scheibner: Sie werden das schon organisiert haben! Sie haben das sicher schon organisiert!
Ich bedauere ja nur, daß sich die Kollegen aller anderen Fraktionen hier nach dem Motto verhalten: Streift nicht an uns an! Oh pfui! Was macht ihr denn da? Es ist am Ende gar Wahlkampf! – Ich sage Ihnen etwas: Wenn ich einen Wahlkampfauftritt will – wenn ich mir das so anschaue: von den Medien ist niemand mehr da, von den Kolleginnen und Kollegen sind nur noch ganz wenige da (Abg. Scheibner: Sie werden das schon organisiert haben! Sie haben das sicher schon organisiert!) –, dann stelle ich mich auf den nächsten Marktplatz, da habe ich ein größeres Publikum und ein besseres Echo als bei Ihnen und wahrscheinlich auch ein größeres Verständnis! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schieder: Aber da darf dann der Voggenhuber stehen und nicht Sie!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Schieder: Aber da darf dann der Voggenhuber stehen und nicht Sie!
Ich bedauere ja nur, daß sich die Kollegen aller anderen Fraktionen hier nach dem Motto verhalten: Streift nicht an uns an! Oh pfui! Was macht ihr denn da? Es ist am Ende gar Wahlkampf! – Ich sage Ihnen etwas: Wenn ich einen Wahlkampfauftritt will – wenn ich mir das so anschaue: von den Medien ist niemand mehr da, von den Kolleginnen und Kollegen sind nur noch ganz wenige da (Abg. Scheibner: Sie werden das schon organisiert haben! Sie haben das sicher schon organisiert!) –, dann stelle ich mich auf den nächsten Marktplatz, da habe ich ein größeres Publikum und ein besseres Echo als bei Ihnen und wahrscheinlich auch ein größeres Verständnis! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schieder: Aber da darf dann der Voggenhuber stehen und nicht Sie!)
Beifall bei den Grünen.
Sie bräuchten also nicht so genant tun, daß man hier über dieses Thema nicht diskutieren kann. Wir können da ganz locker diskutieren, denn wir sind fast unter uns! Wir sind fast unter uns, und es wäre ganz gut, wenn wir darüber einmal diskutieren würden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Schieder: Was ist Ostmitteleuropa?
"Innerhalb Europas wird es weiterhin hohe Instabilität in Ostmitteleuropa und Osteuropa sowie dauerhaft den potentiellen Krisenherd Balkan geben." – Wenn Sie diesen Satz so analysieren, wie Sie das gemacht haben, so werden Sie feststellen, daß es heißt: "in Ostmitteleuropa und Osteuropa". (Abg. Schieder: Was ist Ostmitteleuropa?) Es heißt nicht, daß es ganz Ostmitteleuropa oder ganz Osteuropa ist. (Abg. Schieder: Wer ist "Ostmitteleuropa"? Wer ist das? Slowakei? Ungarn? Rumänien? Wer noch? – Abg. Wabl: Österreich!) Auch Sie werden feststellen, daß nicht alle Staaten Osteuropas oder Ostmitteleuropas in Zukunft die Chance haben werden, Mitglied der NATO zu sein.
Abg. Schieder: Wer ist "Ostmitteleuropa"? Wer ist das? Slowakei? Ungarn? Rumänien? Wer noch? – Abg. Wabl: Österreich!
"Innerhalb Europas wird es weiterhin hohe Instabilität in Ostmitteleuropa und Osteuropa sowie dauerhaft den potentiellen Krisenherd Balkan geben." – Wenn Sie diesen Satz so analysieren, wie Sie das gemacht haben, so werden Sie feststellen, daß es heißt: "in Ostmitteleuropa und Osteuropa". (Abg. Schieder: Was ist Ostmitteleuropa?) Es heißt nicht, daß es ganz Ostmitteleuropa oder ganz Osteuropa ist. (Abg. Schieder: Wer ist "Ostmitteleuropa"? Wer ist das? Slowakei? Ungarn? Rumänien? Wer noch? – Abg. Wabl: Österreich!) Auch Sie werden feststellen, daß nicht alle Staaten Osteuropas oder Ostmitteleuropas in Zukunft die Chance haben werden, Mitglied der NATO zu sein.
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Hans Helmut Moser.
Herr Sektionschef Reiter setzt alles daran, um alle Gesetze dieser Republik – gerade deshalb, weil er ein hochrangiger Jurist ist – auch in der Vollziehung voll und ganz zu berücksichtigen. Daß er darüber hinaus auch wissenschaftlich tätig war und ist, unter anderem als Lehrbeauftragter einer Universität in Österreich, sollte, glaube ich, gerade für Sie auch Anlaß sein, die damit verbundenen Rechte und Freiheiten auf freie Meinungsäußerung nicht nur entsprechend zu achten, sondern zu unterstützen, zu fördern und zu schützen. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Hans Helmut Moser. )
Beifall bei der ÖVP.
Ein allfälliger Beitritt Österreichs zu einer Sicherheitsorganisation steht jetzt politisch sicher nicht vordergründig zur Diskussion. Aber das, was als Tatsache anzusehen ist und durch den Prospekt auch ganz klar zum Ausdruck kommt, ist, daß Europa Sicherheit und Frieden bedeutet. Ich glaube, daß wir damit bereits einen ganz wesentlichen Schritt getan haben, der auch von Ihnen entsprechend gewürdigt werden sollte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich finde es richtig, daß jetzt endlich ein Gesetzesvorschlag vorgelegt wurde, und würde mir erwarten, daß man hier parteipolitische Scheuklappen hintanhält und daß es möglichst rasch – zumindest vor der nächsten Saison im kommenden Frühling – zu einer klaren parteiübergreifenden, sinnvollen Lösung kommt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grabner: Nicht nur die SPÖ, auch viele Personen der ÖVP, Bürgermeister und Landeshauptleute!
Abgeordneter Josef Schrefel (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Sport an und für sich verbindet, Mountainbiking im Wald entzweit. Seit die SPÖ und heute auch das Liberale Forum eine generelle Öffnung von Forststraßen mit einer Mindestbreite von 1,5 Metern für Mountainbiking fordern, gehen die Emotionen sehr hoch. (Abg. Grabner: Nicht nur die SPÖ, auch viele Personen der ÖVP, Bürgermeister und Landeshauptleute!) Eine kalte Enteignung von Grund und Boden, sagen die Waldbesitzer, endlich ein Vorstoß gegen unsere Diskriminierung, entgegnen die Radfahrorganisationen.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Der Nationalrat wäre daher gut beraten, das Forstgesetz generell nicht zu ändern, dem Wald keine weiteren Belastungen aufzupfropfen, sondern auf privatrechtliche Nutzungsvereinbarungen zwischen Radfahrern und Grundeigentümern zu setzen. Ein Vorschlag, der die Lasten einseitig verteilt, wird kaum Aussicht auf Erfolg haben. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Nowotny: Sehr viel nicht – siehe Haider!
Abgeordneter Robert Wenitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Anschober ist leider nicht mehr hier. Er hat hier eigentlich nur von Enteignung gesprochen und davon, daß die Waldbesitzer mehr oder weniger die Touristen ausbeuten wollen, indem sie Geld für die Wegebenützung verlangen. Diese Frage hat für mich zwei Seiten. Die eine ist: Diese Waldbesitzer bezahlen Steuern für ihren Besitz – (Abg. Dr. Nowotny: Sehr viel nicht – siehe Haider!) – aber genug! –, und die andere ist: Versuchen Sie heute als Grundbesitzer – egal wo immer – zum Beispiel irgendwo im Wald auf ihrem eigenen Grund ein Haus aufzustellen. Dafür brauchen Sie eine Kommission. Es wird zu 99 Prozent abgelehnt – das wissen Sie auch. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Zu 99 Prozent wird es abgelehnt. Ich besitze selbst einen Hektar Wald – das ist keine Riesenfläche, aber immerhin – und ich hätte keine Chance, dort ein Bauwerk zu errichten, wenn ich es wollte.
Zwischenruf bei der ÖVP.
Abgeordneter Robert Wenitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Anschober ist leider nicht mehr hier. Er hat hier eigentlich nur von Enteignung gesprochen und davon, daß die Waldbesitzer mehr oder weniger die Touristen ausbeuten wollen, indem sie Geld für die Wegebenützung verlangen. Diese Frage hat für mich zwei Seiten. Die eine ist: Diese Waldbesitzer bezahlen Steuern für ihren Besitz – (Abg. Dr. Nowotny: Sehr viel nicht – siehe Haider!) – aber genug! –, und die andere ist: Versuchen Sie heute als Grundbesitzer – egal wo immer – zum Beispiel irgendwo im Wald auf ihrem eigenen Grund ein Haus aufzustellen. Dafür brauchen Sie eine Kommission. Es wird zu 99 Prozent abgelehnt – das wissen Sie auch. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Zu 99 Prozent wird es abgelehnt. Ich besitze selbst einen Hektar Wald – das ist keine Riesenfläche, aber immerhin – und ich hätte keine Chance, dort ein Bauwerk zu errichten, wenn ich es wollte.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber ich bin überzeugt, wir werden Ihnen heuer sicher noch einmal Gelegenheit geben, die Chance wahrzunehmen und diesem Antrag der Freiheitlichen, der wirklich vernünftig ist, Ihre Zustimmung zu geben. Sie werden sicher gut beraten sein, wenn Sie diesen Antrag gemeinsam mit uns Freiheitlichen mitbeschließen. Dieser Antrag von uns beinhaltet ganz klar, daß die Nutzungsarten, das Entgelt und der Zeitpunkt der Benützung in vollstem Einverständnis mit dem Grundbesitzer und den Nutzungsberechtigten dieses Waldes geklärt werden müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Diese Frage wird wahrscheinlich – wahrscheinlich! – von der ÖVP gemeinsam mit den Freiheitlichen zu lösen sein. Wir wollen, wie gesagt, selbstverständlich den Wald für den Tourismus nutzen, aber nur so, daß dabei weder der Grundeigentümer noch der Wald zu Schaden kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Noch einmal geht mein Appell vor allem an die Frauen des Hauses, diesen Antrag sorgfältig zu prüfen und auch daran zu denken, daß wir so etwas wie Vorbildcharakter haben. Gelingt es nicht, in absehbarer Zeit in diesem Haus einen eklatant höheren Anteil von Frauen zu erreichen, so wird es auch für Frauen in den Landtagen und in den Gemeindestuben schwieriger sein, über die nötige Reputation zu verfügen und auch dort mit einer Quote von 50 Prozent vertreten zu sein. Bedenken Sie: Alles, was wir hier machen, hat sicher einen wirksamen und verbindlichen Vorbildcharakter. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich möchte jetzt meinen Diskussionsbeitrag damit beenden, indem ich sage, daß wir uns intensiv und seriös mit den Vorschlägen auseinandersetzen müssen. Es wird auch andere Vorschläge und andere Möglichkeiten geben. Wir sollten uns im Gleichbehandlungsausschuß Zeit dafür nehmen. Ich bin überzeugt davon, daß es mit etwas gutem Willen möglich sein wird, über Schlagworte hinaus etwas für die Erhöhung des Frauenanteils in den Parteien, in der Politik und im besonderen im Parlament zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und Beifall des Abg. Schieder.
Es darf aber auch nicht nur darum gehen, daß wir mehr Mandate, aber im Grunde sehr wenig Einfluß haben. Ich gebe das auch für die eigene Partei durchaus zu. Wir Frauen sind nicht schlechter als unsere Kollegen. Wir sind vielleicht nicht immer besser, aber zumindest gleich gut, würde ich sagen. (Beifall bei der ÖVP und Beifall des Abg. Schieder. ) Allein das rechtfertigt es, daß mehr Frauen in die Politik kommen.
Beifall bei ÖVP, SPÖ und den Grünen.
Wir haben heute bei der Agrardiskussion miterlebt, daß es an und für sich für jede Berufsgruppe wichtig und selbstverständlich ist, daß eine Gruppe ihre Interessen vertritt. Das soll auch für Frauen aus den verschiedensten Berufsbereichen und Altersbereichen zutreffen. Ich wünsche mir ein Selbstvertretungsrecht für Frauen. Frauen sind heute mündig und gebildet, und es sollte im Grunde nicht länger ein Schlagwort sein – ohne Frauen ist kein Staat zu machen; die Zukunft ist weiblich –, sondern wir möchten Politik, Politik von Frauen und Männern hier in diesem Haus. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Kammerlander: Locker!
Ich kann doch hier nicht als Staffage oder als Schild nach außen signalisieren: Schaut her, wir haben in der Partei 40, 50 Prozent Bewerberinnen, wir haben auf unserer Kandidatenliste 50 Prozent Frauen, und jetzt kassiere ich deswegen mehr als die anderen, die das nicht geschafft haben! Frau Kollegin Kammerlander, ich frage Sie jetzt: Wie haben Sie die Kandidatur geschafft? (Abg. Mag. Kammerlander: Locker!) Waren Sie fähig, oder sind Sie als Quotenfrau hier? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wenn Sie fähig gewesen sind, dann sitzen Sie zu Recht hier. Damals hat es keine Quotenregelung gegeben, also gibt es Frauen, die willens sind und sich für diesen Job hier eignen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich kann doch hier nicht als Staffage oder als Schild nach außen signalisieren: Schaut her, wir haben in der Partei 40, 50 Prozent Bewerberinnen, wir haben auf unserer Kandidatenliste 50 Prozent Frauen, und jetzt kassiere ich deswegen mehr als die anderen, die das nicht geschafft haben! Frau Kollegin Kammerlander, ich frage Sie jetzt: Wie haben Sie die Kandidatur geschafft? (Abg. Mag. Kammerlander: Locker!) Waren Sie fähig, oder sind Sie als Quotenfrau hier? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wenn Sie fähig gewesen sind, dann sitzen Sie zu Recht hier. Damals hat es keine Quotenregelung gegeben, also gibt es Frauen, die willens sind und sich für diesen Job hier eignen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das muß langsam wachsen, das können Sie mit einer Quotenregelung, Frau Kollegin, nicht erzwingen! Das geht nicht, und schon gar nicht mit einer Prämie, die dann jenen Parteien zugesprochen wird, die 50 Prozent beziehungsweise mehr oder weniger vorweisen können. – So kann das nicht gehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Tichy-Schreder: Nein, das tut sie nicht!
Ich frage Sie: Haben Sie überhaupt mit Frauen im gehobenen Management gesprochen? Ja glauben Sie, in der Privatwirtschaft hat eine Managerin, die das verdient, was wir hier herinnen verdienen, Anspruch beziehungsweise stellt Anspruch auf Kinderbetreuungseinrichtungen, auf Ersatz einer Babysitterin? Ja glauben Sie das wirklich? Wissen Sie was? – Die lacht Sie aus! (Abg. Tichy-Schreder: Nein, das tut sie nicht!) S ie wird vielmehr fragen, was ihr denn noch alles einzementieren wollt. – Und das machen Sie mit diesem Antrag hier. Ich kann mich damit nicht solidarisch erklären.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen eines: Ich lasse mich nicht vor solche linkslinken Ideen stellen – denn etwas anderes ist das nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Gehen Sie bitte in die Privatwirtschaft und fragen Sie diese fähigen Frauen, wie sie arbeiten müssen. Sie haben wirklich keine Ahnung, keinerlei Ahnung! Sie befinden sich wirklich auf einer Schiene, auf der Sie immer mehr Rechte fordern. (Abg. Koppler: Herr Präsident! Erlösen Sie uns!)
Abg. Koppler: Herr Präsident! Erlösen Sie uns!
Ich sage Ihnen eines: Ich lasse mich nicht vor solche linkslinken Ideen stellen – denn etwas anderes ist das nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Gehen Sie bitte in die Privatwirtschaft und fragen Sie diese fähigen Frauen, wie sie arbeiten müssen. Sie haben wirklich keine Ahnung, keinerlei Ahnung! Sie befinden sich wirklich auf einer Schiene, auf der Sie immer mehr Rechte fordern. (Abg. Koppler: Herr Präsident! Erlösen Sie uns!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist heute schon erwähnt worden: Wir haben wirklich viele, viele Frauenprobleme, die in Österreich zu lösen sind, viel mehr, als momentan hier diskutiert werden. Wir haben es zum Beispiel immer noch nicht geschafft, bei gleicher Arbeit gleiche Bezahlung zu bekommen. Trotz jahrzehntelanger Tätigkeit einer Frauenministerin ist es immer noch nicht so in der Praxis – das wurde heute auch zugegeben –, wir haben es immer noch nicht geschafft, qualifizierte Teilzeitjobs zu schaffen. Das bewegt aber die Frauen, denn das brauchen sie. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Außerdem ist es noch immer nicht möglich, daß die Frauen heute – egal in welcher Berufsklasse, egal in welcher Berufssparte – Wahlfreiheit zwischen Beruf und Familie haben, denn die meisten Frauen, meine Damen hier herinnen, sind deswegen berufstätig, weil sie es sich nicht leisten können, zu Hause zu bleiben. Das gehört abgestellt – aber nicht Kinderbetreuungsstätten im Nationalrat einrichten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Der Weltuntergang!
Abgeordnete Klara Motter (Liberales Forum): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Gatterer! Ich möchte nur sagen, daß ich Ihre Botschaft wohl höre, allein, mir fehlt der Glaube, und ich weiß, wovon ich spreche. Nach fast zehnjähriger Erfahrung in der Frauenpolitik hier im Hohen Haus glaube ich nicht, daß wir über Parteigrenzen hinweg noch besser zusammenarbeiten als bisher, denn diese Zusammenarbeit ist derzeit auf dem Nullpunkt. Das möchte ich eingangs feststellen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Der Weltuntergang!)
Beifall beim Liberalen Forum
Bei allen Bestrebungen der Frauenförderung, in welchem Bereich auch immer, zu denen wir Liberale uns auch bekennen, dürfen aber grundlegende Elemente des demokratischen Rechtsstaates nicht geringgeachtet werden. Wir besprechen heute diesen Antrag. Wir können dieser Fassung sicherlich nie unsere Zustimmung geben, sind aber trotzdem bereit, aktiv im Ausschuß mitzuarbeiten. (Beifall beim Liberalen Forum)
Abg. Dr. Khol: Das wird die Krönung dieser Debatte! Das seh’ ich schon!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist nun Frau Abgeordnete Dr. Petrovic. – Bitte, Frau Abgeordnete. 8 Minuten stehen Ihnen noch zur Verfügung. (Abg. Dr. Khol: Das wird die Krönung dieser Debatte! Das seh’ ich schon!)
Abg. Schieder: Abschminken ist aber auch geschlechtsspezifisch!
Eines sollten wir uns wirklich, glaube ich, ein für allemal abschminken: daß es nicht Quotenregelungen in allen Parteien hier gäbe. Die Grünen haben eine Quotenregelung, ich stehe absolut dazu, ich bin sehr froh, daß wir sie haben. (Abg. Schieder: Abschminken ist aber auch geschlechtsspezifisch!) – Nein, absolut nicht (Abg. Schieder: Nur in Ausnahmefällen nicht!) , aber bitte, das führt auf eine andere Ebene.
Abg. Schieder: Nur in Ausnahmefällen nicht!
Eines sollten wir uns wirklich, glaube ich, ein für allemal abschminken: daß es nicht Quotenregelungen in allen Parteien hier gäbe. Die Grünen haben eine Quotenregelung, ich stehe absolut dazu, ich bin sehr froh, daß wir sie haben. (Abg. Schieder: Abschminken ist aber auch geschlechtsspezifisch!) – Nein, absolut nicht (Abg. Schieder: Nur in Ausnahmefällen nicht!) , aber bitte, das führt auf eine andere Ebene.
Beifall bei den Grünen.
Daß in den Spitzenetagen der Bürokratie der Frauenanteil viel geringer ist als in den unteren Ebenen, das spricht nicht gegen Quotenregelungen, sondern das spricht für Quotenregelungen auf jeder Ebene – auch auf der Ebene des Sektionschefs beziehungsweise der Sektionschefin! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Die Frau Staatssekretärin hat gerade festgestellt, Sie verwechseln die Zahlen!
Herr Kollege Stummvoll! Die Finanzierungsquelle für dieses Abkommen vom Europäischen Entwicklungsfonds ... (Abg. Dr. Stummvoll: Die Frau Staatssekretärin hat gerade festgestellt, Sie verwechseln die Zahlen!) Nein, ich verwechsle nichts, Herr Kollege Stummvoll, Sie können sich das anschauen. (Abg. Schwarzenberger: 0,7 Prozent!) Nein, die Zahlen stehen im Abkommen.
Abg. Schwarzenberger: 0,7 Prozent!
Herr Kollege Stummvoll! Die Finanzierungsquelle für dieses Abkommen vom Europäischen Entwicklungsfonds ... (Abg. Dr. Stummvoll: Die Frau Staatssekretärin hat gerade festgestellt, Sie verwechseln die Zahlen!) Nein, ich verwechsle nichts, Herr Kollege Stummvoll, Sie können sich das anschauen. (Abg. Schwarzenberger: 0,7 Prozent!) Nein, die Zahlen stehen im Abkommen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich muß sagen, daß es unverantwortlich ist, in einer Zeit, in der die Budgetlage des österreichischen Staates so derartig belastet ist, diese Abkommen, ohne genaue Kontrollmöglichkeiten zu haben, ohne zu wissen, wie die anderen Länder mitbeteiligt sind, zu beschließen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)