Eckdaten:
Für die 69. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 583 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Präsident des Rechnungshofes: Dr. Josef Moser
Annahme des Ausschussantrages (Präsident des Rechnungshofes: Dr. Josef Moser) 118
überreicht vom Abgeordneten Anton Heinzl
Petition betreffend „Für die Erhöhung des amtlichen Kilometergeldes“ (Ordnungsnummer 34) (überreicht vom Abgeordneten Anton Heinzl)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Kommission wird gestärkt beim Defizitverfahren gegenüber dem Status quo. Die gemeinsame Erklärung von Deutschland und Österreich, der sich übrigens am ersten Tag bereits die irische Ratspräsidentschaft angeschlossen hat, eine EuratoM-Revisionskonferenz durchzuführen, trägt unsere Handschrift und ist ein großer Erfolg unserer Außenministerin. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Spanier und die Portugiesen wollten, dass die Bevölkerung stärker gegenüber dem Konventstext berücksichtigt wird. Es ist so, dass etwa ein Drittel der Bevölkerung eine Entscheidung blockieren kann. Wir verstehen das. Aber auf der anderen Seite muss auch jede Entscheidung die klare Mehrheit der Mitgliedstaaten hinter sich haben. Der Konvent war von 13 Mitgliedstaaten ausgegangen, wir sind heute bei 15 Mitgliedstaaten beziehungsweise 55 Prozent. Und das hat immerhin sichergestellt, dass das Stimmgewicht Österreichs weitaus besser gewahrt bleibt, als etwa noch im Konventstext vorgesehen war, daher ist das für uns voll akzeptabel. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich würde daher dafür plädieren, dass man diesem Mann jedenfalls einen Vertrauensvorschuss gibt, denn Vertrauen, Unterstützung von allen Seiten wird die Kommission brauchen, gerade im Interesse der kleineren und mittleren Länder. Nachdem seine Wahl auch dem Mehrheitswillen der europäischen Bevölkerung entspricht, wird er die volle Unterstützung Österreichs genießen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Mein Dank gilt den vielen Ländern, die mit uns zusammengearbeitet haben, und der Außenministerin, die vor allem die Mitteleuropäische Partnerschaft zum ersten Mal zum Leuchten gebracht hat. Das hat wirklich gut funktioniert. Danke daher an die Außenministerin, an das Team im Außenressort und im Bundeskanzleramt, an die Konventsmitglieder und an die Parlamentarier, die uns hier permanent unterstützt haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aus dem Regierungsteam ausgeschieden sind der bisherige Justizminister Dr. Böhmdorfer und der Staatssekretär im Gesundheitsministerium Universitätsprofessor Dr. Reinhart Waneck. Ich möchte beiden Ausgeschiedenen sehr herzlich danken. Sie waren mehr als vier Jahre hindurch in diesem Team und haben gute Arbeit für Österreich geleistet. Und was mich besonders freut, ist, dass das mittlerweile auch die Opposition eingesehen hat und hier Lob nachgerufen hat. Nur: Manchmal ist es besser, auch ein bisschen im Voraus Vertrauen zu schenken, als nachher zu sagen, es sei eigentlich eh alles super gewesen. – Vielleicht können wir es bei den neuen Kollegen so halten, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Politik ist nicht einfach, das wissen wir, das wissen alle, die hier sitzen. Niemand kommt als Minister, als Staatssekretär, als Regierungschef oder als Abgeordneter auf die Welt, das muss man sich aneignen. Man hat eine gewisse Fähigkeit dazu, Neugier, fachliche Kompetenz und auch politisches Networking – all das gehört dazu. Aber zunächst einmal geht es darum, die erfolgreiche Arbeit, die vor 16 Monaten mit dieser Bundesregierung mit der Angelobung begonnen hat, weiterzuführen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
gen Wochen das Tempo, das zu hohe Tempo beklagt haben. Wie hätten Sie es denn gerne? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Oder nehmen Sie als Beispiel die Bundesbahnreform! – Inklusive Dienstrecht gab es hier eine Einigung – vor einem Jahr begonnen, jetzt abgeschlossen –, eine Einigung unter der kundigen Führung des Vizekanzlers, an der die ÖBB-Führung, der Vorstand, die Gewerkschaft und das Ministerium mitgewirkt haben, und damit ist das Unternehmen im Wettbewerb der Verkehrsträger wesentlich besser gestellt. – So macht man das, liebe Freunde! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Oder: „Team 04“, die andere Baustelle im Sicherheitsapparat. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Bundesminister Strasser hat ein Konzept für die seit Jahrzehnten überfällige Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie erarbeitet. Der Probebetrieb läuft bereits, meine Damen und Herren, Mitte 2005 wird der Vollbetrieb vollzogen sein. Ziel ist es, einen effizienten Personaleinsatz für die Sicherheit im Interesse der Bürger zustande zu bringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) – Herr Abgeordneter Parnigoni, Sie sind nie in die Nähe eines Gesetzes gekommen. Das ist der Unterschied: Wir machen das!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Oder: „Team 04“, die andere Baustelle im Sicherheitsapparat. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Bundesminister Strasser hat ein Konzept für die seit Jahrzehnten überfällige Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie erarbeitet. Der Probebetrieb läuft bereits, meine Damen und Herren, Mitte 2005 wird der Vollbetrieb vollzogen sein. Ziel ist es, einen effizienten Personaleinsatz für die Sicherheit im Interesse der Bürger zustande zu bringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) – Herr Abgeordneter Parnigoni, Sie sind nie in die Nähe eines Gesetzes gekommen. Das ist der Unterschied: Wir machen das!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Arbeit ist nicht weniger geworden. Wir sind soeben den Finanzausgleich angegangen, sind mittendrin in der Gesundheitsreform, die Budgeterstellung für die nächste Zeit wird im Sommer beginnen – drei wichtige Vorhaben. Sie sind eingeladen, daran mitzuarbeiten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das freut Sie auch noch?
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Als Vizekanzler der Republik Österreich freut es mich, Ihnen heute zwei neue Mitglieder im freiheitlichen Regierungsteam präsentieren zu dürfen. (Abg. Öllinger: Das freut Sie auch noch?)
Abg. Brosz: Wie viele Regierungsmitglieder gibt es denn noch von damals?
Ich möchte ganz kurz dort beginnen, wo die Freiheitlichen in die Bundesregierung eingetreten sind, nämlich im Jahre 2000. Das geschah mit dem Ziel, Österreich gerechter, Österreich moderner und sicherer zu machen. (Abg. Brosz: Wie viele Regierungsmitglieder gibt es denn noch von damals?) Es geschah auch mit dem Ziel, eine vernünftige zukunftsorientierte Politik mit Herz und Verstand zu machen, in deren Mittelpunkt eindeutig der Mensch und sonst niemand steht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich möchte ganz kurz dort beginnen, wo die Freiheitlichen in die Bundesregierung eingetreten sind, nämlich im Jahre 2000. Das geschah mit dem Ziel, Österreich gerechter, Österreich moderner und sicherer zu machen. (Abg. Brosz: Wie viele Regierungsmitglieder gibt es denn noch von damals?) Es geschah auch mit dem Ziel, eine vernünftige zukunftsorientierte Politik mit Herz und Verstand zu machen, in deren Mittelpunkt eindeutig der Mensch und sonst niemand steht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen
Es geschah natürlich auch – und hören Sie zu von Seiten der Opposition! – mit dem Ziel, das endlich in Angriff zu nehmen, was jahrzehntelang liegen geblieben ist, nämlich notwendige Reformen, um die Zukunft Österreichs auch wirklich zu sichern, meine Damen und Herren! Es ist der Reformkraft der Freiheitlichen Partei und des freiheitlichen Regierungsteams zuzuschreiben (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen) und zu verdanken, dass diese wichtigen Reformen auch umgesetzt wurden. (Abg. Öllinger: Postenschacher!)
Abg. Öllinger: Postenschacher!
Es geschah natürlich auch – und hören Sie zu von Seiten der Opposition! – mit dem Ziel, das endlich in Angriff zu nehmen, was jahrzehntelang liegen geblieben ist, nämlich notwendige Reformen, um die Zukunft Österreichs auch wirklich zu sichern, meine Damen und Herren! Es ist der Reformkraft der Freiheitlichen Partei und des freiheitlichen Regierungsteams zuzuschreiben (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen) und zu verdanken, dass diese wichtigen Reformen auch umgesetzt wurden. (Abg. Öllinger: Postenschacher!)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Denken Sie – ich nenne schon Beispiele, warten Sie ein bisschen – etwa an die Unfinanzierbarkeit des Pensionssystems auf Grund von 30 Jahren verfehlter Sozialpolitik. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Herbert Haupt und Uschi Haubner haben die Pensionssicherungsreform – kein leichtes Vorhaben – federführend vorangetrieben. Wir haben es gemeinsam beschlossen, und zwar so behutsam wie möglich, aber gleichzeitig auch so konsequent wie notwendig. Und das ist gut so für die Österreicherin/für den Österreicher in Richtung eines würdigen Lebensabends. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Denken Sie – ich nenne schon Beispiele, warten Sie ein bisschen – etwa an die Unfinanzierbarkeit des Pensionssystems auf Grund von 30 Jahren verfehlter Sozialpolitik. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Herbert Haupt und Uschi Haubner haben die Pensionssicherungsreform – kein leichtes Vorhaben – federführend vorangetrieben. Wir haben es gemeinsam beschlossen, und zwar so behutsam wie möglich, aber gleichzeitig auch so konsequent wie notwendig. Und das ist gut so für die Österreicherin/für den Österreicher in Richtung eines würdigen Lebensabends. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Marizzi: 50 000 jugendliche Arbeitslose!
Denken Sie aber vielleicht auch an eine urfreiheitliche Forderung schlechthin, nämlich an das Kindergeld, das eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie bringt, eine massive Unterstützung für die Frauen bedeutet, und daran, dass Österreich – und hören Sie jetzt zu! – durch diese Initiative zum familien- und jugendfreundlichsten Land Europas überhaupt geworden ist! (Abg. Marizzi: 50 000 jugendliche Arbeitslose!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Denken Sie aber auch an die schon erwähnte zweite Etappe der Steuerreform! – Gesamt gesehen, nach der ersten, mit Konjunkturpaketen, die beschlossen wurden, und zwar zum richtigen Zeitpunkt, mit einer Entlastung von 4 Milliarden € die größte Steuerreform in der Zweiten Republik, eine Entlastung für die Bürger und eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes Österreich. – So macht man wirtschafts- und bürgernahe Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Rufe bei den Grünen: Leider!
Leider wird der bisherige Staatssekretär Dr. Reinhart Waneck nicht mehr der freiheitlichen Regierungsmannschaft angehören. (Rufe bei den Grünen: Leider!) Auf einige Punkte seiner vierjährigen Tätigkeit möchte ich deshalb hinweisen. Durch die Arbeit von Staatssekretär Reinhart Waneck ist es zu spürbaren Verbesserungen für die Patienten gekommen. (Abg. Öllinger: Wo denn?)
Abg. Öllinger: Wo denn?
Leider wird der bisherige Staatssekretär Dr. Reinhart Waneck nicht mehr der freiheitlichen Regierungsmannschaft angehören. (Rufe bei den Grünen: Leider!) Auf einige Punkte seiner vierjährigen Tätigkeit möchte ich deshalb hinweisen. Durch die Arbeit von Staatssekretär Reinhart Waneck ist es zu spürbaren Verbesserungen für die Patienten gekommen. (Abg. Öllinger: Wo denn?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich möchte aber auch Dr. Wanecks internationalen Kontakte erwähnen, die er gut geknüpft hat und so österreichischen Firmen im Bereich der Gesundheitsindustrie zu vielen guten, interessanten Aufträgen verholfen hat, wodurch auch zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen werden konnten. Ich bin mir dessen sicher: Es ist jetzt nicht möglich, alle guten Taten von Reinhart Waneck aufzuzählen, aber ich möchte Dr. Waneck in meiner Funktion als Vizekanzler, aber auch, was meine Mitgliedschaft zur Freiheitlichen Partei betrifft, recht herzlich danken und ihm für seinen weiteren Weg alles Gute wünschen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Weshalb tritt er zurück?
Geschätzte Damen und Herren! Die zweite Neuerung im freiheitlichen Team betrifft das Justizministerium. Dass Dieter Böhmdorfer hervorragende Arbeit geleistet hat, hat auch die Opposition – zwar spät, aber doch – erkannt; auch die Fachwelt gibt diesbezüglich Recht und sagt: Dr. Böhmdorfer war einer der wichtigsten und besten Justizminister der Nachkriegszeit. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Weshalb tritt er zurück?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Warum ist er zurückgetreten?
Ich zähle jetzt nur einige Großtaten Dieter Böhmdorfers auf: So hat er etwa die drastische Verschärfung des Sexualstrafrechtes durchgesetzt; lebenslange Haftstrafe für Drogenbosse hat er erreicht; die Modernisierung des Außerstreitgesetzes hat er ermöglicht; eine Verbesserung des Opferschutzes im Strafprozess ist seine Errungenschaft; ein neues Gesetz gegen Sozialbetrug durch Scheinfirmen hat Dr. Böhmdorfer geschaffen – und vieles mehr. Herzlichen Dank, Dieter Böhmdorfer, es war eine Superleistung, die du hingelegt hast! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Warum ist er zurückgetreten?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Mag. Miklautsch ist die erste weibliche Justizministerin dieser Republik, die siebente übrigens in Europa – und wir wünschen ihr natürlich einen guten Start! Karin Miklautsch kann auf dem, was Dieter Böhmdorfer geschaffen beziehungsweise bereits eingeleitet hat, aufbauen. Mag. Miklautsch hat auch gemeint, sie möchte sich heute, sozusagen innerhalb meiner Redezeit, selbst dem Hohen Haus vorstellen, was ich natürlich begrüße und mich deshalb jetzt in meinen Ausführungen entsprechend einschränke und daher nur sage: Liebe Karin, ich weiß, wie das ist, wenn man das erste Mal auf der Regierungsbank sitzt. Es ist ein besonderes Gefühl, vielleicht auch ein bisschen mulmiges Gefühl, aber: Reformen für Österreichs Bürgerinnen und Bürger zu machen und für eine gute Zukunft in unserem Land zu arbeiten, ist ein schönes, vielleicht das schönste Gefühl überhaupt, welches man in der Politik haben kann! Alles Gute dafür! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Insgesamt freue ich mich darauf, mit diesem erneuerten Team wieder voll durchstarten zu können: für unsere Republik und für die Bürgerinnen und Bürger Österreichs! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Den haben wir eh schon in der Zeitung gelesen!
Bundesministerin für Justiz Mag. Karin Miklautsch: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Liebe Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Da mich das Hohe Haus noch nicht kennt, ist es mir ein Anliegen, Ihnen kurz meinen beruflichen Werdegang zu schildern. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Den haben wir eh schon in der Zeitung gelesen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin Praktikerin aus den Bereichen der Justiz und Verwaltung. Mir ist wichtig – und darin weiß ich mich mit meinem Amtsvorgänger einig –, dass sich die Justiz für die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes öffnet. Dazu bedarf es einer verständlichen Sprache und auch der Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen. Justizpolitik, meine sehr geehrten Damen und Herren des Hohen Hauses, ist Gesellschaftspolitik. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Mir ist auch die Weiterführung der Reformen im Bereich der Opferhilfe wichtig. Ich nenne hier nur das Stichwort „Opferschutz vor Täterschutz“. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Eine weitere Verbesserung für die Bevölkerung unseres Landes sehe ich im ehrgeizigen Projekt der Verfahrensbeschleunigung in Zivilprozessen. Mein Ziel ist es, dass privatrechtliche Streitigkeiten vor Gerichten erster Instanz in Zukunft nicht länger als ein Jahr dauern dürfen. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sozialbetrug soll unter meiner Ministerschaft einer strengen Bestrafung zugeführt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich will eine Justizministerin für alle Bürgerinnen und Bürger dieses Landes sein. In diesem Sinne freue ich mich schon auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen! Ich habe vor, bereits in den nächsten Tagen Gespräche mit den Justizsprecherinnen und dem Justizsprecher der Parlamentsparteien zu führen, und hoffe auf ihre Unterstützung. – Herzlichen Dank! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Herr Bundeskanzler hat auf das wesentliche Werk einer Europäischen Verfassung verwiesen, das in der Tat von ganz großer Bedeutung ist, weil damit die Bürgerinnen und Bürger Europas das erste Mal eine gemeinsame Verfassung erhalten. Es ist richtig, dass viele der Wünsche, die es an diese Verfassung gegeben hat, nicht realisiert werden konnten. Es ist diese Verfassung leider weiterhin sehr intransparent, was die Entscheidungsverfahren betrifft, und es sind ganz wesentliche Erfordernisse europäischer Politik nicht geregelt. Aber es ist diese Verfassung noch immer besser als der Zustand davor, und daher begrüßen wir Sozialdemokraten den Beschluss dieser Europäischen Verfassung ganz deutlich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin für eine offene Diskussion zu diesem Thema bereit. Liegt nicht ein Teil des Problems darin, dass bei jeder nationalen Wahl die Menschen den Eindruck haben, sie wählen nicht nur ein Parlament, sondern sie bestimmen auch mit über eine künftige Regierung? Gerade in Europa ist das aber nicht der Fall. Wäre es daher nicht besser, wenn bei den Wahlen zum Europäischen Parlament an der Spitze der Parteien jene Kandidatinnen und Kandidaten stünden, die man für das künftige Amt des Kommissionspräsidenten vorsieht, und man diese Frage nicht wochenlangen Geheimverhandlungen hinter gepolsterten Türen überließe, sondern die Entscheidung über den Präsidenten der Europäischen Kommission in die Hand der Bürgerinnen und Bürger Europas gäbe? – Das wäre eine Demokratisierung, die mit Sicherheit Europa den Menschen näher bringen würde, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Ich finde, es wäre sinnvoll, wenn zum Beispiel der künftige österreichische Kommissar oder die künftige österreichische Kommissarin eingeladen würde, auch hier im Hohen Haus das Arbeitsprogramm der EU-Kommission zu vertreten und mit den Mitgliedern des Hohen Hauses diese Frage zu diskutieren, damit nämlich Europapolitik Teil unserer Arbeit hier im Hohen Haus wird. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich finde, dass sich der europäische Zug nicht allein darauf reduzieren lassen sollte, wie die Abstimmung in einem Land ausgeht. Wenn man wirklich eine europäische Verfassung will, dann wäre doch das Allerfairste, dass alle Bürgerinnen und Bürger Europas gleichzeitig über diese Verfassung abstimmen. Und wenn die Mehrheit der Staaten und die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Europas für die Verfassung ist, dann soll es die gemeinsame europäische Verfassung sein, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Bundeskanzler, ich sage Ihnen: Hier ist politische Verantwortung gefordert, denn den Aufbruch kann man nicht herbeireden, den muss man politisch gestalten! Das ist die Erwartung, die die Bevölkerung hat. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Herr Bundeskanzler! Sie haben gemeint, früher sei alles so schnell gegangen und jetzt werde die Stagnation beklagt. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Niemand wirft Ihnen vor, dass Sie nichts tun. Nein, das ist nicht der Vorwurf. Durch das, was Sie tun, werden allerdings die Probleme unseres Landes nicht gelöst, sondern es werden in Wirklichkeit große Probleme erst geschaffen, meine Damen und Herren! Das ist das Problem dieser Bundesregierung und der Bilanz, die Sie heute zu vertreten haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Bundeskanzler! Sie haben gemeint, früher sei alles so schnell gegangen und jetzt werde die Stagnation beklagt. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Niemand wirft Ihnen vor, dass Sie nichts tun. Nein, das ist nicht der Vorwurf. Durch das, was Sie tun, werden allerdings die Probleme unseres Landes nicht gelöst, sondern es werden in Wirklichkeit große Probleme erst geschaffen, meine Damen und Herren! Das ist das Problem dieser Bundesregierung und der Bilanz, die Sie heute zu vertreten haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Herr Bundeskanzler, durch die viel gerühmte Universitätsreform ist kein Problem der Universitäten gelöst worden. Ganz im Gegenteil – um bei Ihrem Bild zu bleiben –: Die Baustelle Universität ist durch Ihre Reform entstanden. Was ist durch die Bildungspolitik der Frau Bundesministerin und die Kürzungen der Mittel in den Schulen entstanden? (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) – Nicht eine bessere Qualität von Schule, sondern enorme Probleme der Lehrerinnen und Lehrer, dort heute überhaupt zu unterrichten. Herr Bundeskanzler, durch Ihre Politik ist die Arbeitslosigkeit in Österreich nicht reduziert, sondern erhöht worden! – Das ist das Problem: dass Ihre Politik die Probleme schafft und nicht löst, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Bundeskanzler, durch die viel gerühmte Universitätsreform ist kein Problem der Universitäten gelöst worden. Ganz im Gegenteil – um bei Ihrem Bild zu bleiben –: Die Baustelle Universität ist durch Ihre Reform entstanden. Was ist durch die Bildungspolitik der Frau Bundesministerin und die Kürzungen der Mittel in den Schulen entstanden? (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) – Nicht eine bessere Qualität von Schule, sondern enorme Probleme der Lehrerinnen und Lehrer, dort heute überhaupt zu unterrichten. Herr Bundeskanzler, durch Ihre Politik ist die Arbeitslosigkeit in Österreich nicht reduziert, sondern erhöht worden! – Das ist das Problem: dass Ihre Politik die Probleme schafft und nicht löst, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Großruck: Ist falsch!
Und das Beste ist, dass Herr Arbeitslosenminister Bartenstein, der uns jetzt monatelang erklärt hat, man könne gegen die Arbeitslosigkeit nichts unternehmen, man müsse halt einfach darauf warten, dass sich die wirtschaftliche Lage bessert, nun das erste Mal mit einem Vorschlag in die Öffentlichkeit getreten ist. Und der ist ganz einfach: Minister Bartenstein meint, das Problem der Arbeitslosigkeit löst man dadurch, dass die Menschen länger arbeiten und weniger verdienen. (Abg. Großruck: Ist falsch!) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist der falsche Weg, das wird die Arbeitslosigkeit erhöhen und nicht bekämpfen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Und das Beste ist, dass Herr Arbeitslosenminister Bartenstein, der uns jetzt monatelang erklärt hat, man könne gegen die Arbeitslosigkeit nichts unternehmen, man müsse halt einfach darauf warten, dass sich die wirtschaftliche Lage bessert, nun das erste Mal mit einem Vorschlag in die Öffentlichkeit getreten ist. Und der ist ganz einfach: Minister Bartenstein meint, das Problem der Arbeitslosigkeit löst man dadurch, dass die Menschen länger arbeiten und weniger verdienen. (Abg. Großruck: Ist falsch!) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist der falsche Weg, das wird die Arbeitslosigkeit erhöhen und nicht bekämpfen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Schön langsam stellt sich die Frage, wie denn ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, ich verstehe schon Ihre Aufregung. Von dieser Bartenstein-Formel werden Sie auch betroffen sein.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was ist denn die Botschaft an die Bevölkerung aus den letzten Monaten? – Die Pensionen werden überfallsartig gekürzt, die Arbeitslosigkeit steigt, und der Herr Arbeitsminister kündigt an, in Zukunft werde die Arbeitszeit länger werden und die Leute würden wenig verdienen. Das soll Motivation in Österreich schaffen? Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das, was Sie hier machen, ist ein Demotivationsprogramm der österreichischen Bevölkerung und der österreichischen ArbeitnehmerInnen. Das ist die Wahrheit der Bilanz dieser Regierung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Der allgemeine Eindruck der österreichischen Bevölkerung von dieser Regierungsumbildung ist klar: Sie löst kein Problem der FPÖ, sie löst kein Problem der Regierung und sie löst kein Problem unseres Landes. Das ist die Bilanz dieser Regierungsumbildung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben auch in Ihren heutigen Ausführungen nicht gesagt, wie Sie gedenken, die künftigen Probleme zu lösen. Wenn Sie einige der Reformerfolge genannt haben, dann, meine ich, ist bezeichnend, dass die größten Reformerfolge ohne Zutun der Bundesregierung stattgefunden haben. Ich erinnere daran, meine Damen und Herren: Die Regierungsvorlage zum Tierschutzgesetz ist meilenweit von dem entfernt, was zum Glück dann das Hohe Haus in einer Vier-Parteien-Einigung beschlossen hat. Das heißt, dort, wo eine Reform wirklich Sinn gemacht hat, war es nicht der Regierungsvorschlag, sondern die Arbeit des österreichischen Parlaments, und das zeigt, wo echte Reformarbeit sinnvoll gemacht werden kann: hier im Hohen Haus und nicht in der schwarz-blauen Regierung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Wo leben denn Sie?
Wenn Sie der Arbeit der Bundesheerreformkommission, mit dem ehemaligen Wiener Bürgermeister Helmut Zilk an der Spitze, mit Recht ein positives Zeugnis ausstellen und sagen, dass das ein gutes Reformkonzept ist – auch außerhalb der schwarz-blauen Regierung erarbeitet –, dann stelle ich mir die Frage, Herr Bundeskanzler: Wie sicher sind Sie sich denn, dass diese Zilk-Reform tatsächlich hier beschlossen wird, wenn Ihr eigener Koalitionspartner vergangene Woche ausrichten lässt, mit der FPÖ sei diese Bundesheerreform nicht abgesprochen und nicht vereinbart!? (Abg. Großruck: Wo leben denn Sie?) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es gibt einen guten Vorschlag, aber keinerlei Garantie, dass die derzeitige schwarz-blaue Regierungsmehrheit das auch umsetzen kann.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn Sie am Beginn des Baustellensommers über die Baustellen gesprochen haben, dann kann man sagen: Jawohl, Sie signalisieren Stabilität, und zwar Stabilität der Stagnation, Stabilität steigender Arbeitslosigkeit, Stabilität größerer Belastungen der Bürgerinnen und Bürger, Stabilität der Pensionskürzung, Stabilität der Lösungsunfähigkeit im Gesundheitssystem und Stabilität der Perspektivenlosigkeit für die österreichischen Jugendlichen auf dem Lehrstellensektor. Auf diese Art von Stabilität kann die österreichische Bevölkerung in der Tat verzichten, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Lebhafter Beifall bei der SPÖ.
Daher ist diese Regierungsumbildung eine verlorene Chance. Sie hätten die Chance gehabt, durch diese Regierungsumbildung eine grundsätzliche Änderung Ihrer Politik einzuleiten. Das wäre grundsätzlich notwendig gewesen. Sie haben lediglich eine kleine Korrektur vorgenommen, die die großen Probleme des Landes nicht löst. Sie haben damit erneut eine große Chance verspielt. (Lebhafter Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Gusenbauer! Der allgemeine Eindruck, den Österreich hat, ist: Das Problem der SPÖ heißt Gusenbauer – nach dieser Rede eindrucksvoll bestätigt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Sie kommen mir vor wie ein roter Schwarzseher. Sie kommen mir vor wie ein Fuchs, dem die Trauben viel zu hoch hängen. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Herr Kollege Gusenbauer, es ist eine Ihrer vielen Reden, die Sie hier im Nationalrat gehalten haben, wo wieder einmal kein einziger Vorschlag, keine einzige Alternative auf den Tisch gelegt wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Gusenbauer! Der allgemeine Eindruck, den Österreich hat, ist: Das Problem der SPÖ heißt Gusenbauer – nach dieser Rede eindrucksvoll bestätigt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Sie kommen mir vor wie ein roter Schwarzseher. Sie kommen mir vor wie ein Fuchs, dem die Trauben viel zu hoch hängen. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Herr Kollege Gusenbauer, es ist eine Ihrer vielen Reden, die Sie hier im Nationalrat gehalten haben, wo wieder einmal kein einziger Vorschlag, keine einzige Alternative auf den Tisch gelegt wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Gusenbauer! Der allgemeine Eindruck, den Österreich hat, ist: Das Problem der SPÖ heißt Gusenbauer – nach dieser Rede eindrucksvoll bestätigt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Sie kommen mir vor wie ein roter Schwarzseher. Sie kommen mir vor wie ein Fuchs, dem die Trauben viel zu hoch hängen. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Herr Kollege Gusenbauer, es ist eine Ihrer vielen Reden, die Sie hier im Nationalrat gehalten haben, wo wieder einmal kein einziger Vorschlag, keine einzige Alternative auf den Tisch gelegt wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
So gesehen, denke ich, Herr Kollege Gusenbauer, wenn Sie bei dieser Strategie bleiben, werden Sie dort bleiben, wo Sie jetzt sitzen und offensichtlich sehr gut aufgehoben sind. Viel Erfolg bei dieser Strategie! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich bin stolz darauf, dass diese Europäische Verfassung nun auf dem Tisch liegt, diese gute neue Europäische Verfassung, die erstmals fast 500 Millionen Menschen auf diesem Kontinent gleiche Spielregeln für Demokratie, Freiheit und Marktwirtschaft gibt. Daher ist es eine gute Verfassung, und wir sind als Volkspartei voll Überzeugung für diese Verfassung, wir sagen ja zu dieser neuen Europäischen Verfassung. (Beifall bei der ÖVP.) Sie baut auf der guten Arbeit des Konvents auf, und sie ist dank der hervorragenden Arbeit der Staats- und Regierungschefs in wesentlichen Punkten verbessert worden. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Herr Kollege Öllinger, wir werden das sicher auch noch diskutieren, nicht nur heute, sondern auch in der Folge.
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Meine Damen und Herren! Ich bin stolz darauf, dass diese Europäische Verfassung nun auf dem Tisch liegt, diese gute neue Europäische Verfassung, die erstmals fast 500 Millionen Menschen auf diesem Kontinent gleiche Spielregeln für Demokratie, Freiheit und Marktwirtschaft gibt. Daher ist es eine gute Verfassung, und wir sind als Volkspartei voll Überzeugung für diese Verfassung, wir sagen ja zu dieser neuen Europäischen Verfassung. (Beifall bei der ÖVP.) Sie baut auf der guten Arbeit des Konvents auf, und sie ist dank der hervorragenden Arbeit der Staats- und Regierungschefs in wesentlichen Punkten verbessert worden. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Herr Kollege Öllinger, wir werden das sicher auch noch diskutieren, nicht nur heute, sondern auch in der Folge.
Abg. Öllinger: Wo?
Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das solide Fundament des Konvents eine Ursache für den Erfolg dieser neuen Verfassung ist, zweifelsfrei. Aber genauso wichtig ist die solide Arbeit der Staats- und Regierungschefs (Abg. Öllinger: Wo?), insbesondere auch unseres Bundeskanzlers Dr. Wolfgang Schüssel, der in dieser Frage eine Schlüsselrolle für den Erfolg gespielt hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das solide Fundament des Konvents eine Ursache für den Erfolg dieser neuen Verfassung ist, zweifelsfrei. Aber genauso wichtig ist die solide Arbeit der Staats- und Regierungschefs (Abg. Öllinger: Wo?), insbesondere auch unseres Bundeskanzlers Dr. Wolfgang Schüssel, der in dieser Frage eine Schlüsselrolle für den Erfolg gespielt hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
vor allem aber ein Erfolg für Europa, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Einem: Für „hohe Beschäftigung“!
Es ist – viertens – ein sozialeres Europa, das mit dieser neuen Verfassung begründet wird. Denken Sie nur etwa an die Verankerung der sozialen Marktwirtschaft, die Verankerung des sozialen Dialoges, der Sozialpartner in der Europäischen Union. Das ist etwas, was völlig neu ist. Das Österreich-Modell der Sozialpartnerschaft, wenn Sie so wollen, wurde auf Europa übertragen – gut und richtig –, genauso wie die Verankerung der Grundrechte oder etwa auch die Zielsetzung der Vollbeschäftigung und die Sozialklausel als horizontale Verpflichtung (Abg. Dr. Einem: Für „hohe Beschäftigung“!), dass alle Entscheidungen, die Europa trifft, nach diesem Maßstab der Sozialklausel bewertet werden müssen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen
Selbstverständlich – und das ist der fünfte Punkt, meine Damen und Herren – bringt diese Verfassung jene Sensibilität – und auch hier danke und Gratulation an unseren Bundeskanzler! –, dass auf wichtige österreichische Anliegen Rücksicht genommen worden ist. Ich sage Ihnen ganz offen: Das ist kein „Kantönli-Geist“, nein, sondern das ist das legitime Interesse eines Landes, für seine Bürgerinnen und Bürger in Europa die Interessen im wohl gemeinten Sinne durchzusetzen (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen), etwa in der Daseinsvorsorge, etwa in der Sicherung unserer Wasserreserven, etwa in der Frage der Bergregionen – ein Lebensanliegen für
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Ist Ihnen die Regierungsumbildung schon aufgefallen?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Selbstverständlich ist auch die personelle Entscheidung an der Spitze der Europäischen Kommission ein wesentliches, ganz entscheidendes Signal. Es spricht für Österreichs Rolle in der Europäischen Union, es spricht für die Leistung dieser Bundesregierung und es spricht für die Persönlichkeit unseres Bundeskanzlers, dass Dr. Wolfgang Schüssel eine Schlüsselrolle auch in diesem Zusammenhang gespielt hat. – Ich gratuliere, sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Nur wer Qualität hat, ist für diese Funktion im Gespräch! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Ist Ihnen die Regierungsumbildung schon aufgefallen?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Erstens: Österreich muss im internationalen Wettbewerb gestärkt werden. Das ist die Voraussetzung für Arbeit und für Vollbeschäftigung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Darum gibt es eine Umbildung der Regierung! – Heiterkeit bei den Grünen.
Aber gestärkt werden wir international im Wettbewerb nur dann, wenn wir den Mut zur Veränderung haben. (Abg. Öllinger: Darum gibt es eine Umbildung der Regierung! – Heiterkeit bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Postenschacher!
Herr Kollege Gusenbauer, da unterscheiden wir uns einfach: Wir haben den Mut zur Veränderung! Wir haben die Uni-Reform mit unseren Stimmen beschlossen – Sie haben dagegengestimmt. Wir haben die Forschungs- und Entwicklungsstrategie mit unseren Stimmen beschlossen – Sie haben dagegengestimmt. Wir haben die Steuerreform, die Entlastung der Wirtschaft und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit unseren Stimmen beschlossen – Sie haben dagegengestimmt. Wir haben die Reform der Österreichischen Bundesbahnen mit unseren Stimmen beschlossen (Abg. Öllinger: Postenschacher!) – Sie haben dagegengestimmt. (Abg. Öllinger: Postenschacher! – Abg. Reheis: Darauf brauchen Sie nicht stolz zu sein, auf diese Leistung!) Wir haben beispielsweise die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur mit unseren Stimmen beschlossen – Sie haben dagegengestimmt. – Ihnen fehlt der Mut zur Zukunft, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Postenschacher! – Abg. Reheis: Darauf brauchen Sie nicht stolz zu sein, auf diese Leistung!
Herr Kollege Gusenbauer, da unterscheiden wir uns einfach: Wir haben den Mut zur Veränderung! Wir haben die Uni-Reform mit unseren Stimmen beschlossen – Sie haben dagegengestimmt. Wir haben die Forschungs- und Entwicklungsstrategie mit unseren Stimmen beschlossen – Sie haben dagegengestimmt. Wir haben die Steuerreform, die Entlastung der Wirtschaft und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit unseren Stimmen beschlossen – Sie haben dagegengestimmt. Wir haben die Reform der Österreichischen Bundesbahnen mit unseren Stimmen beschlossen (Abg. Öllinger: Postenschacher!) – Sie haben dagegengestimmt. (Abg. Öllinger: Postenschacher! – Abg. Reheis: Darauf brauchen Sie nicht stolz zu sein, auf diese Leistung!) Wir haben beispielsweise die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur mit unseren Stimmen beschlossen – Sie haben dagegengestimmt. – Ihnen fehlt der Mut zur Zukunft, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Kollege Gusenbauer, da unterscheiden wir uns einfach: Wir haben den Mut zur Veränderung! Wir haben die Uni-Reform mit unseren Stimmen beschlossen – Sie haben dagegengestimmt. Wir haben die Forschungs- und Entwicklungsstrategie mit unseren Stimmen beschlossen – Sie haben dagegengestimmt. Wir haben die Steuerreform, die Entlastung der Wirtschaft und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit unseren Stimmen beschlossen – Sie haben dagegengestimmt. Wir haben die Reform der Österreichischen Bundesbahnen mit unseren Stimmen beschlossen (Abg. Öllinger: Postenschacher!) – Sie haben dagegengestimmt. (Abg. Öllinger: Postenschacher! – Abg. Reheis: Darauf brauchen Sie nicht stolz zu sein, auf diese Leistung!) Wir haben beispielsweise die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur mit unseren Stimmen beschlossen – Sie haben dagegengestimmt. – Ihnen fehlt der Mut zur Zukunft, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Die Arbeitszeiten!
Das zweite große Ziel: Wir müssen in diesem Land die soziale Balance, das soziale Gleichgewicht halten. Gleichgewicht in der Sozialpolitik, Balance in der Gerechtigkeit gibt es nur dann, wenn wir den Mut zur Veränderung haben, meine Damen und Herren. (Abg. Öllinger: Die Arbeitszeiten!) Verändern, weil sich die Gesellschaft verändert, ist Voraussetzung dafür, dass auch in Zukunft das soziale Gleichgewicht in diesem Land gewährleistet ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das zweite große Ziel: Wir müssen in diesem Land die soziale Balance, das soziale Gleichgewicht halten. Gleichgewicht in der Sozialpolitik, Balance in der Gerechtigkeit gibt es nur dann, wenn wir den Mut zur Veränderung haben, meine Damen und Herren. (Abg. Öllinger: Die Arbeitszeiten!) Verändern, weil sich die Gesellschaft verändert, ist Voraussetzung dafür, dass auch in Zukunft das soziale Gleichgewicht in diesem Land gewährleistet ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Ja?! – ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger
Frage der Pensionsharmonisierung und bei der Gesundheitsreform werden Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, selbstverständlich auf dem Prüfstand stehen (Abg. Öllinger: Ja?! – ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger): ob Sie den Mut zur Veränderung haben oder ob Ihnen, so wie in anderen Bereichen, der Mut zur Zukunft fehlt. (Abg. Öllinger: Sie stehen auf dem Prüfstand!)
Abg. Öllinger: Sie stehen auf dem Prüfstand!
Frage der Pensionsharmonisierung und bei der Gesundheitsreform werden Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, selbstverständlich auf dem Prüfstand stehen (Abg. Öllinger: Ja?! – ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger): ob Sie den Mut zur Veränderung haben oder ob Ihnen, so wie in anderen Bereichen, der Mut zur Zukunft fehlt. (Abg. Öllinger: Sie stehen auf dem Prüfstand!)
Abg. Öllinger schüttelt den Kopf.
Die dritte große Fragestellung dieser Bundesregierung, meine Damen und Herren, ist, den Menschen in diesem Lande Sicherheit zu geben. Sicherheit geben bedeutet ebenfalls, den Mut zur Veränderung zu haben. Daher wird mit unseren Stimmen, meine Damen und Herren, die Bundesheerreform umgesetzt und mit unseren Stimmen team04 umgesetzt. Wir haben das Asylrecht beschlossen – Sie haben dagegengestimmt. Wir haben die Punkte der Justizreform beschlossen – Sie haben in weiten Bereichen dagegengestimmt, weil bei Ihnen auch da der Mut zur Zukunft fehlt. (Abg. Öllinger schüttelt den Kopf.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Apropos Justizpolitik: Ich möchte mich beim Kollegem Dr. Böhmdorfer für seine Arbeit im Justizressort herzlich bedanken. Er hat Zeichen gesetzt, Zeichen, die anfangs umstritten gewesen sind. Ich erinnere daran, dass immerhin sieben Misstrauensanträge Dieter Böhmdorfer ereilt haben. Jetzt, meine Damen und Herren von der Opposition, höre ich ganz andere Töne. Messen Sie bitte, was Sie am Anfang gesagt haben, mit dem, was Sie jetzt gesagt haben, und ändern Sie bitte Vorurteil auf Urteil! Die Taten sind das Entscheidende und nicht das, was Sie an Vorurteilen haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Welche?
Ich danke auch Kollegem Waneck, der dabei mitgearbeitet hat, den Grundstein für die erfolgreiche Gesundheitsreform zu legen. (Abg. Öllinger: Welche?)
Abg. Öllinger: Wo ist die Gesundheitsreform?
Ich wünsche der neuen Frau Justizministerin und dem Staatssekretär (Abg. Öllinger: Wo ist die Gesundheitsreform?) alles Gute und viel Erfolg bei der Arbeit in dieser Bundesregierung, die klare Ziele hat: Österreich im Wettbewerb stärken, soziales Gleichgewicht halten und Sicherheit geben.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Bundesregierung, meine Damen und Herren, handelt, diese Bundesregierung verändert, diese Bundesregierung gestaltet. Mit Wolfgang Schüssel an der Spitze wird diese Bundesregierung unbeirrt und konsequent an diesen Zielen festhalten und im Interesse Österreichs diese Ziele umsetzen. Alles Gute der neuen Kollegin und dem neuen Kollegen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Wittauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Van der Bellen –: Eine Entschuldigung für die Frau Abgeordnete Moser wäre aber angesagt!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Van der Bellen. 15 Minuten Redezeit. – Herr Kollege, Sie sind am Wort. (Abg. Wittauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Van der Bellen –: Eine Entschuldigung für die Frau Abgeordnete Moser wäre aber angesagt!)
Heiterkeit bei den Grünen. – Zwischenruf bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! „Die Bundesregierung startet durch!“ – Der politische Asphalt ist schon ganz schwarz von diesem ewigen Durchstarten. (Heiterkeit bei den Grünen. – Zwischenruf bei der ÖVP.) – Ja, Schwarz ist eine gute Farbe (demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), wenn auch nur beim Durchdrehen der Räder; sonst bringt es ja nichts.
demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! „Die Bundesregierung startet durch!“ – Der politische Asphalt ist schon ganz schwarz von diesem ewigen Durchstarten. (Heiterkeit bei den Grünen. – Zwischenruf bei der ÖVP.) – Ja, Schwarz ist eine gute Farbe (demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), wenn auch nur beim Durchdrehen der Räder; sonst bringt es ja nichts.
Abg. Parnigoni: Neun Tage, Kollege Van der Bellen!
Bundesminister Krüger tritt zurück, hat vorzügliche Arbeit geleistet in den wenigen Wochen, die er hatte (Abg. Parnigoni: Neun Tage, Kollege Van der Bellen!) – die Bundesregierung „startet durch“!
Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen und der SPÖ
Vizekanzlerin Riess-Passer tritt zurück – allerdings mit einem gewissen Verzögerungseffekt –; man dankt ihr für die vorzügliche Arbeit – und die Bundesregierung, dann schon Schüssel II, tritt ... – nein, tritt nicht zurück (Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen und der SPÖ), sondern „startet durch“! – Es ist sehr schwer, da die Übersicht zu behalten. (Abg. Wittauer: Da waren Neuwahlen dazwischen, das muss man auch sagen!)
Abg. Wittauer: Da waren Neuwahlen dazwischen, das muss man auch sagen!
Vizekanzlerin Riess-Passer tritt zurück – allerdings mit einem gewissen Verzögerungseffekt –; man dankt ihr für die vorzügliche Arbeit – und die Bundesregierung, dann schon Schüssel II, tritt ... – nein, tritt nicht zurück (Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen und der SPÖ), sondern „startet durch“! – Es ist sehr schwer, da die Übersicht zu behalten. (Abg. Wittauer: Da waren Neuwahlen dazwischen, das muss man auch sagen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Da lachen auch nur die Grünen! Aber sonst ist das nicht witzig! Das ist eine langweilige Rede!
Bundesminister Reichhold tritt zurück; FPÖ und ÖVP danken für die vorzügliche Arbeit – und „starten durch“! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Da lachen auch nur die Grünen! Aber sonst ist das nicht witzig! Das ist eine langweilige Rede!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist eine langweilige Rede!
Staatssekretärin Rossmann – FPÖ – tritt zurück. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist eine langweilige Rede!) – Das ist absolut langweilig! Ich stimme Ihnen absolut zu, Frau Kollegin! (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Staatssekretärin Rossmann – FPÖ – tritt zurück. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist eine langweilige Rede!) – Das ist absolut langweilig! Ich stimme Ihnen absolut zu, Frau Kollegin! (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten sich mehr einfallen lassen sollen, Herr Professor Van der Bellen!
Das ist es ja gerade! Auf Französisch sagt man dazu „Déjà vu“, glaube ich: Zehn Mal, elf Mal „Déjà vu“! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten sich mehr einfallen lassen sollen, Herr Professor Van der Bellen!)
Abg. Mag. Molterer: ... Reifen! – Abg. Dr. Stummvoll: Man merkt den Wirtschaftsprofessor bei dieser Rede!
Rossmann habe ich schon erwähnt. – Staatssekretär Waneck tritt zurück; man dankt heute für die vorzügliche Arbeit, die er in seinem Ressort geleistet hat – und Vizekanzler und Bundeskanzler „starten durch“! Der Asphalt raucht wieder, Herr Kollege Stummvoll von der ÖVP! (Abg. Mag. Molterer: ... Reifen! – Abg. Dr. Stummvoll: Man merkt den Wirtschaftsprofessor bei dieser Rede!)
Ruf bei den Grünen: „Startet durch“!
Justizminister Böhmdorfer tritt zurück; man dankt, wie heute, für die vorzügliche Arbeit, die Minister Böhmdorfer in diesen vier Jahren – fast vier Jahren, ungefähr vier Jahren – geleistet hat – und die Bundesregierung (Ruf bei den Grünen: „Startet durch“!) – erraten! – „startet durch“! (Abg. Mag. Molterer: Gut vorbereitet!) – Molterer glaubt seinen Ohren nicht.
Abg. Mag. Molterer: Gut vorbereitet!
Justizminister Böhmdorfer tritt zurück; man dankt, wie heute, für die vorzügliche Arbeit, die Minister Böhmdorfer in diesen vier Jahren – fast vier Jahren, ungefähr vier Jahren – geleistet hat – und die Bundesregierung (Ruf bei den Grünen: „Startet durch“!) – erraten! – „startet durch“! (Abg. Mag. Molterer: Gut vorbereitet!) – Molterer glaubt seinen Ohren nicht.
Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen und der SPÖ.
Minister Grasser, habe ich da stehen ... – Das muss ein Irrtum sein. (Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen und der SPÖ.) Minister Grasser ist zwar zurückgetreten, man hat ihm für seine vorzügliche Arbeit gedankt, aber irgendwie hat er es geschafft, ... – „durchzustarten“. „Durchzustarten“ hat er geschafft. (Ruf bei der ÖVP: Ist der Schmäh schon aus?)
Ruf bei der ÖVP: Ist der Schmäh schon aus?
Minister Grasser, habe ich da stehen ... – Das muss ein Irrtum sein. (Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen und der SPÖ.) Minister Grasser ist zwar zurückgetreten, man hat ihm für seine vorzügliche Arbeit gedankt, aber irgendwie hat er es geschafft, ... – „durchzustarten“. „Durchzustarten“ hat er geschafft. (Ruf bei der ÖVP: Ist der Schmäh schon aus?)
Abg. Dr. Fekter: Das ist Ihrer nicht würdig!
Vizekanzler Haupt – ihn habe ich noch nicht erwähnt – ist zurückgetreten; man hat ihm für seine vorzügliche Arbeit als Vizekanzler gedankt (Abg. Dr. Fekter: Das ist Ihrer nicht würdig!) – und die Bundesregierung „startet durch“!
Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen und der SPÖ
anschließenden Durchstartens (Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen und der SPÖ) der Bundesregierung Vorschläge machen soll. Wirklich originell! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Eine ausgezeichnete Rede!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Eine ausgezeichnete Rede!
anschließenden Durchstartens (Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen und der SPÖ) der Bundesregierung Vorschläge machen soll. Wirklich originell! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Eine ausgezeichnete Rede!)
Abg. Dr. Rasinger: ...! Außerdem: Wir haben den Turbo!
Es gibt ja bei diesem „Durchstarten“, bei diesen ständig neuen Angelobungen immer die Debatte: Sollen wir jetzt 100 Tage oder 90 Tage oder 110 Tage Schonfrist geben? (Abg. Dr. Rasinger: ...! Außerdem: Wir haben den Turbo!) – Frau Justizministerin, es ist halt so eine Sache: Ich bin an sich durchaus gewillt, in diesem Fall diese 100 Tage einzuräumen, aber nach meiner Aufzählung werden Sie auch verstehen, dass das eine bedingte Zusage ist, denn wenn wir nach all diesen Rücktritten und „Durchstartereien“ immer 100 Tage Schonfrist geben, dann steht die Bundesregierung unter einer Dauerschonfrist und die Opposition könnte inzwischen auf Urlaub gehen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Es gibt ja bei diesem „Durchstarten“, bei diesen ständig neuen Angelobungen immer die Debatte: Sollen wir jetzt 100 Tage oder 90 Tage oder 110 Tage Schonfrist geben? (Abg. Dr. Rasinger: ...! Außerdem: Wir haben den Turbo!) – Frau Justizministerin, es ist halt so eine Sache: Ich bin an sich durchaus gewillt, in diesem Fall diese 100 Tage einzuräumen, aber nach meiner Aufzählung werden Sie auch verstehen, dass das eine bedingte Zusage ist, denn wenn wir nach all diesen Rücktritten und „Durchstartereien“ immer 100 Tage Schonfrist geben, dann steht die Bundesregierung unter einer Dauerschonfrist und die Opposition könnte inzwischen auf Urlaub gehen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Lentsch: Aber nur bei Ihrer Partei! Wir arbeiten!
Aber Sie haben ja ohnedies etwas Zeit: Die Strategie der FPÖ – diesen Punkt finde ich ziemlich genial – war, dass sie den Amtsantritt jetzt auf Ende Juni gelegt hat. Das heißt, weil Juli und August normalerweise sowieso ziemlich ruhig sind (Abg. Lentsch: Aber nur bei Ihrer Partei! Wir arbeiten!), dass Sie mit 60 Tagen wahrscheinlich rechnen können. Viel länger garantiere ich nicht. (Abg. Dr. Fekter: Wir sind für die Bürger immer da! Wir gehen nicht auf Sommerpause!)
Abg. Dr. Fekter: Wir sind für die Bürger immer da! Wir gehen nicht auf Sommerpause!
Aber Sie haben ja ohnedies etwas Zeit: Die Strategie der FPÖ – diesen Punkt finde ich ziemlich genial – war, dass sie den Amtsantritt jetzt auf Ende Juni gelegt hat. Das heißt, weil Juli und August normalerweise sowieso ziemlich ruhig sind (Abg. Lentsch: Aber nur bei Ihrer Partei! Wir arbeiten!), dass Sie mit 60 Tagen wahrscheinlich rechnen können. Viel länger garantiere ich nicht. (Abg. Dr. Fekter: Wir sind für die Bürger immer da! Wir gehen nicht auf Sommerpause!)
Abg. Scheibner: Nicht übertreiben! Nicht übertreiben!
Ganz bewusst hat die ÖVP vor ungefähr 15 Monaten eine zweite Auflage dieser Regierung gewählt – mit einer allerdings auf ein Drittel geschrumpften FPÖ; mein Beileid, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Nicht übertreiben! Nicht übertreiben!) –, und derzeit versucht die ÖVP so eine Art Alleinregierung, soweit ich das richtig verstehe, mit den Versuchen, die FPÖ hin und wieder durch die Vergabe von Posten – wie zuletzt jenen des Rechnungshofpräsidenten – zu beschwichtigen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ganz bewusst hat die ÖVP vor ungefähr 15 Monaten eine zweite Auflage dieser Regierung gewählt – mit einer allerdings auf ein Drittel geschrumpften FPÖ; mein Beileid, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Nicht übertreiben! Nicht übertreiben!) –, und derzeit versucht die ÖVP so eine Art Alleinregierung, soweit ich das richtig verstehe, mit den Versuchen, die FPÖ hin und wieder durch die Vergabe von Posten – wie zuletzt jenen des Rechnungshofpräsidenten – zu beschwichtigen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.
Es war wirklich sehr interessant, wie er da einmal – für einen Politiker absolut ungewöhnlich – ehrlich Auskunft gab darüber, was in ihm die große Frustration ausgelöst hat: zum Beispiel, die Ergebnisse der Regierungskonferenz der Europäischen Union am Montag in der Bundesregierung vorgelegt zu bekommen – allerdings nur das Deckblatt! (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.) Und am nächsten Tag bekommt man 10 Minuten vor der entscheidenden Sitzung tatsächlich ein Konvolut von 100 Seiten (Abg. Großruck: Können Sie irgendwelche Vorschläge bringen, Kollege Van der Bellen? Bringen Sie Vorschläge! – Sie haben keine!) – von 100 Seiten! –, die man dann in 10 Minuten durchstudieren und absegnen soll. – Wenn das die Art der Vorgangsweise der Regierung ist, ja eigentlich der Alleinregierung der ÖVP, der sich die FPÖ im Laufe der Jahre offenbar angeschlossen hat, dann muss ich sagen: Na ja, wenn es Ihnen
Abg. Großruck: Können Sie irgendwelche Vorschläge bringen, Kollege Van der Bellen? Bringen Sie Vorschläge! – Sie haben keine!
Es war wirklich sehr interessant, wie er da einmal – für einen Politiker absolut ungewöhnlich – ehrlich Auskunft gab darüber, was in ihm die große Frustration ausgelöst hat: zum Beispiel, die Ergebnisse der Regierungskonferenz der Europäischen Union am Montag in der Bundesregierung vorgelegt zu bekommen – allerdings nur das Deckblatt! (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.) Und am nächsten Tag bekommt man 10 Minuten vor der entscheidenden Sitzung tatsächlich ein Konvolut von 100 Seiten (Abg. Großruck: Können Sie irgendwelche Vorschläge bringen, Kollege Van der Bellen? Bringen Sie Vorschläge! – Sie haben keine!) – von 100 Seiten! –, die man dann in 10 Minuten durchstudieren und absegnen soll. – Wenn das die Art der Vorgangsweise der Regierung ist, ja eigentlich der Alleinregierung der ÖVP, der sich die FPÖ im Laufe der Jahre offenbar angeschlossen hat, dann muss ich sagen: Na ja, wenn es Ihnen
Abg. Mag. Molterer: Krokodilstränen!
Aber Vizekanzler Gorbach scheint da mitzuspielen. Wie ich dem „profil“ von heute entnehmen kann, war Vizekanzler Gorbach sogar einer derjenigen, die die Ablöse von Böhmdorfer betrieben haben. Böhmdorfer war in der Tat lästig in der Regierung! Es ist richtig, dass wir Grünen in nur wenigen Punkten mit ihm einverstanden waren, aber dass er als Minister im Laufe der Zeit – jetzt subtrahiere ich die Jahre 2000 und 2001, sagen wir einmal – Profil entwickelt hat, dazu muss man sagen: Ja, hat er! Nicht unser Profil – das wäre ja noch schöner –, aber das Profil der FPÖ. Und dieser Minister, der wird abgelöst (Abg. Mag. Molterer: Krokodilstränen!) – „mit herzlichem Dank“, mit Aussagen wie „vorzügliche Arbeit“, „wunderbar“, und „jetzt können wir endlich durchstarten“ – auf Betreiben, wie ich den Medien entnehme, nicht zuletzt des Vizekanzlers Gorbach. Und Ersatz – „gute Planung“, „hervorragende Strategie“ – haben Sie, verehrte Damen und Herren von den Regierungsparteien, so schnell nicht gefunden; das war gerade noch, bevor Sie zwecks Angelobung zu Bundespräsident Klestil gegangen sind. Das ist wirklich „meisterhafte Planung“ auf der FPÖ-Seite, aber auch auf ÖVP-Seite.
Abg. Scheibner: Die Grünen noch nicht!
Die Krise der FPÖ – man könnte ja sagen: Was tangiert das die Grünen? – Aber die sind in der Bundesregierung! (Abg. Scheibner: Die Grünen noch nicht!) Das ist ja nicht irgendein Kegelverein – jedenfalls noch nicht. (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Krise der FPÖ – man könnte ja sagen: Was tangiert das die Grünen? – Aber die sind in der Bundesregierung! (Abg. Scheibner: Die Grünen noch nicht!) Das ist ja nicht irgendein Kegelverein – jedenfalls noch nicht. (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Welche „Böcke“?
Insofern müssen wir uns schon Sorgen machen: Was ist das für eine Führungsstruktur, deren Verbesserung Sie da nicht und nicht zustande bringen, mit einem Vizekanzler, der keine parteiliche Verantwortung trägt, mit einer Parteichefin – ab Samstag oder Sonntag, sofern ich es richtig im Kopf habe –, die aber in der Bundesregierung Staatssekretärin ist, im Übrigen bei einem Minister, der die größten Böcke zu verantworten hat – oder seien wir vorsichtig: vielleicht die zweitgrößten Böcke, aber jedenfalls mit die größten Böcke –, die diese Bundesregierung geschossen hat? (Abg. Scheibner: Welche „Böcke“?)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Es gibt schon etwas anderes auch noch, hätte ich gedacht, nämlich vernünftig zu regieren, allerdings mit einem vernünftigen Minister. – Wir danken für die vorzügliche Arbeit, heißt es jetzt. Wenn Haupt gegangen ist, wird die Bundesregierung endlich durchstarten können. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.
Im Übrigen ist meine Diagnose nicht so originell, da Staatssekretärin Haubner selbst in der „Pressestunde“ am Sonntag wörtlich gesagt hat, das jetzige Arrangement sei nicht das Führungsmodell der Zukunft. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) – Ich weiß nicht, was das Führungsmodell der Zukunft für die FPÖ ist, das hat mich auch nicht so zu interessieren, ich habe jedoch der gestrigen Ausgabe der Sendung „Offen gesagt“ mit großem Interesse entnommen, dass die Freiheitlichen die wahren Verfechter des basisdemokratischen Prinzips sind. (Abg. Dolinschek: Die Grünen sicher nicht!) – Gut, wenn Sie uns da folgen.
Abg. Dolinschek: Die Grünen sicher nicht!
Im Übrigen ist meine Diagnose nicht so originell, da Staatssekretärin Haubner selbst in der „Pressestunde“ am Sonntag wörtlich gesagt hat, das jetzige Arrangement sei nicht das Führungsmodell der Zukunft. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) – Ich weiß nicht, was das Führungsmodell der Zukunft für die FPÖ ist, das hat mich auch nicht so zu interessieren, ich habe jedoch der gestrigen Ausgabe der Sendung „Offen gesagt“ mit großem Interesse entnommen, dass die Freiheitlichen die wahren Verfechter des basisdemokratischen Prinzips sind. (Abg. Dolinschek: Die Grünen sicher nicht!) – Gut, wenn Sie uns da folgen.
Abg. Großruck: Wie viele Misstrauensanträge haben Sie eingebracht gegen ihn?
Herr Mainoni hat sich bis jetzt als Verkehrssprecher betätigt – aber lassen wir das, die Schonfristen, ungeachtet der Problematik ihrer ständigen Verlängerung, lassen wir es einmal so stehen. Das ist Verantwortung einer Regierungspartei? Böhmdorfer als einziger Nein-Sager, als Einziger mit Profil in dieser Bundesregierung wird auf Betreiben des Vizekanzlers entfernt. (Abg. Großruck: Wie viele Misstrauensanträge haben Sie eingebracht gegen ihn?) Super, es gibt mehrere FPÖs, das ist offensichtlich. Die FPÖ von früher gibt es nicht mehr. Aber mich – ich betone das noch einmal – berührt das nur insofern, als Sie Mitglieder einer Bundesregierung sind, die die Republik Österreich zu vertreten und zu regieren hat (Abg. Mag. Molterer: Und dies auch tun!), und das tun Sie nicht!
Abg. Mag. Molterer: Und dies auch tun!
Herr Mainoni hat sich bis jetzt als Verkehrssprecher betätigt – aber lassen wir das, die Schonfristen, ungeachtet der Problematik ihrer ständigen Verlängerung, lassen wir es einmal so stehen. Das ist Verantwortung einer Regierungspartei? Böhmdorfer als einziger Nein-Sager, als Einziger mit Profil in dieser Bundesregierung wird auf Betreiben des Vizekanzlers entfernt. (Abg. Großruck: Wie viele Misstrauensanträge haben Sie eingebracht gegen ihn?) Super, es gibt mehrere FPÖs, das ist offensichtlich. Die FPÖ von früher gibt es nicht mehr. Aber mich – ich betone das noch einmal – berührt das nur insofern, als Sie Mitglieder einer Bundesregierung sind, die die Republik Österreich zu vertreten und zu regieren hat (Abg. Mag. Molterer: Und dies auch tun!), und das tun Sie nicht!
Abg. Wittauer: Das ist eure Lieblingsbeschäftigung!
Wir sind Woche für Woche mit den internen Problemen dieser Regierungspartei beschäftigt, und Sie können niemandem einreden, dass das nur das Problem der FPÖ ist. (Abg. Wittauer: Das ist eure Lieblingsbeschäftigung!) Das ist das Problem der ÖVP as well, Herr Kollege Molterer. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Es ist genauso das Problem der ÖVP, und Sie werden gemeinsam mit diesem jetzt schon kenternden Schiff untergehen. (Abg. Mag. Molterer: Das sagen Sie seit Jahren!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wir sind Woche für Woche mit den internen Problemen dieser Regierungspartei beschäftigt, und Sie können niemandem einreden, dass das nur das Problem der FPÖ ist. (Abg. Wittauer: Das ist eure Lieblingsbeschäftigung!) Das ist das Problem der ÖVP as well, Herr Kollege Molterer. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Es ist genauso das Problem der ÖVP, und Sie werden gemeinsam mit diesem jetzt schon kenternden Schiff untergehen. (Abg. Mag. Molterer: Das sagen Sie seit Jahren!)
Abg. Mag. Molterer: Das sagen Sie seit Jahren!
Wir sind Woche für Woche mit den internen Problemen dieser Regierungspartei beschäftigt, und Sie können niemandem einreden, dass das nur das Problem der FPÖ ist. (Abg. Wittauer: Das ist eure Lieblingsbeschäftigung!) Das ist das Problem der ÖVP as well, Herr Kollege Molterer. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Es ist genauso das Problem der ÖVP, und Sie werden gemeinsam mit diesem jetzt schon kenternden Schiff untergehen. (Abg. Mag. Molterer: Das sagen Sie seit Jahren!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Zu Fragen der EU-Reform. Die Regierungsparteien haben es nicht übers Herz gebracht, im Nationalrat eine Debatte ausschließlich zur Regierungsumbildung zu machen – das war sogar Ihnen zu dünn. Deswegen haben Sie gesagt: Gut, wir reden ein bisschen über die Regierungsumbildung und ein bisschen über die Regierungskonferenz! – Was die Grünen betrifft, wird meine Kollegin Eva Lichtenberger, die im Juli ins Europäische Parlament wechselt, zu diesen Fragen Stellung nehmen. – Ich danke Ihnen sehr für Ihre gespannte Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ und den Grünen – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Durchstarten!
Präsident Dr. Andreas Khol: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Scheibner für 15 Minuten ans Rednerpult. – Sie sind am Wort, Herr Kollege. (Rufe bei der SPÖ und den Grünen – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Durchstarten!)
Abg. Parnigoni: Es wird schon werden!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Wie meinen, Herr Parnigoni? (Abg. Parnigoni: Es wird schon werden!) Herr Kollege Parnigoni, gegenüber Ihnen habe ich es immer noch leichter, auch in der FPÖ, da können Sie sicher sein!
Abg. Dr. Van der Bellen: Haben wir ja schon, haben wir des Öfteren!
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Van der Bellen, es ist schade, dass Sie die Kompetenz in den EU-Fragen jetzt an Ihre Kollegin Lichtenberger abgegeben haben, denn ich hätte ganz gerne auch über Ihre Meinung zur EU-Verfassung diskutiert. (Abg. Dr. Van der Bellen: Haben wir ja schon, haben wir des Öfteren!) Schade. Es war ganz nett, Ihnen zuzuhören, aber für eine Diskussion braucht man eben auch ein paar Inhalte. (Ruf: Durchstarten!) Durchstarten allein ist als Inhalt zu wenig – da finden wir uns vielleicht.
Ruf: Durchstarten!
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Van der Bellen, es ist schade, dass Sie die Kompetenz in den EU-Fragen jetzt an Ihre Kollegin Lichtenberger abgegeben haben, denn ich hätte ganz gerne auch über Ihre Meinung zur EU-Verfassung diskutiert. (Abg. Dr. Van der Bellen: Haben wir ja schon, haben wir des Öfteren!) Schade. Es war ganz nett, Ihnen zuzuhören, aber für eine Diskussion braucht man eben auch ein paar Inhalte. (Ruf: Durchstarten!) Durchstarten allein ist als Inhalt zu wenig – da finden wir uns vielleicht.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Deshalb hätte ich mir gerade von Ihnen, die Sie ja nicht beim Durchstarten sind, sondern irgendwo im Hangar warten und hoffen, dass sich die Tür zum Hangar einmal öffnet und ein bisschen Kerosin in den Tank kommt, sodass Sie auch einmal abfliegen können, erwartet, dass Sie ein paar Inhalte zur EU oder auch zur Regierungspolitik bringen, Herr Kollege Van der Bellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Nur so weiter!
dieser Regierungsbank sitzen dürfen, dass sie endlich diese Chance haben, weil es diese Bundesregierung, auf gut Wienerisch, „zerreißt“. Aber leider nein, Herr Kollege Van der Bellen! (Abg. Dr. Van der Bellen: Nur so weiter!) Sie alle können auf Urlaub fahren, all die Sorgen, dass Sie etwas umstellen müssen, sind unbegründet – Gott sei Dank, sage ich, auch für Österreich. Ihren Unkenrufen zum Trotz ist diese Regierung nicht nur arbeitsfähig, sie setzt auch Initiativen, und zwar nicht nur in Form von schönen Sonntagsreden, sondern ganz konkrete Initiativen für die Bevölkerung Österreichs. (Abg. Öllinger: Baustellen setzen Sie!)
Abg. Öllinger: Baustellen setzen Sie!
dieser Regierungsbank sitzen dürfen, dass sie endlich diese Chance haben, weil es diese Bundesregierung, auf gut Wienerisch, „zerreißt“. Aber leider nein, Herr Kollege Van der Bellen! (Abg. Dr. Van der Bellen: Nur so weiter!) Sie alle können auf Urlaub fahren, all die Sorgen, dass Sie etwas umstellen müssen, sind unbegründet – Gott sei Dank, sage ich, auch für Österreich. Ihren Unkenrufen zum Trotz ist diese Regierung nicht nur arbeitsfähig, sie setzt auch Initiativen, und zwar nicht nur in Form von schönen Sonntagsreden, sondern ganz konkrete Initiativen für die Bevölkerung Österreichs. (Abg. Öllinger: Baustellen setzen Sie!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Gerade jetzt, da Sie alles schlechtreden, wird in wenigen Tagen der zweite Teil der größten Steuerreform dieses Landes in Kraft treten, wird ein Entlastungspaket für die Wirtschaft in Kraft treten, Herr Kollege Van der Bellen, Herr Kollege Gusenbauer, das notwendig ist, um Österreich – wenn wir EU-Fragen diskutieren, müssen wir auch das sagen – europafit, konkurrenzfähig zu machen. Das schafft Arbeitsplätze, das garantiert Arbeitsplätze für die Zukunft, nicht Ihre Reden, die Sie hier zum Besten geben, meine Damen und Herren von der Opposition! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Von der ÖVP!
Da Herr Kollege Van der Bellen gefragt hat, ob es in der Regierung so lustig ist, möchte ich ihm auch eine Antwort darauf geben. Meine Damen und Herren, Herr Kollege Van der Bellen, ich sage Ihnen: Es war nicht lustig, im Jahr 2000 einen Scherbenhaufen mit einem Rekorddefizit zu übernehmen (Abg. Dr. Van der Bellen: Von der ÖVP!) und diesen Scherbenhaufen zu sanieren! Doch es ist dieser Bundesregierung gelungen, nicht nur dieses Chaos zu sanieren.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn wir schon von Regierungsumbildungen reden, sei Ihnen auch gesagt: Den Rekord von Kanzler Vranitzky, innerhalb kürzester Zeit 20 Minister zu verbrauchen und trotzdem nichts weiterzubringen, werden wir sicher nicht brechen, da hätten wir noch einen sehr weiten Weg zurückzulegen und könnten noch oft durchstarten – und Sie könnten noch oft Inhalte durch nette kabarettistische Einlagen ersetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei den Grünen
Ein weiterer Punkt: Mich ärgert an diesen Personaldiskussionen – man soll ja offen und ehrlich sein (ironische Heiterkeit bei den Grünen); ja, da können Sie lachen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Mehr als lachen können sie ja nicht!), ich gebe es wenigstens zu, meine Damen und Herren –, dass all die positiven Initiativen der österreichischen Bundesregierung, auch des Parlaments und der Regierungsparteien dadurch völlig zugedeckt werden können, dass durch diese unentwegten Personaldiskussionen aber auch Ihre Konzeptlosigkeit in all den Angelegenheiten zugedeckt wird. (Abg. Dr. Lichtenberger: Der Moser muss zugedeckt werden! – Abg. Öllinger: Moser!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Mehr als lachen können sie ja nicht!
Ein weiterer Punkt: Mich ärgert an diesen Personaldiskussionen – man soll ja offen und ehrlich sein (ironische Heiterkeit bei den Grünen); ja, da können Sie lachen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Mehr als lachen können sie ja nicht!), ich gebe es wenigstens zu, meine Damen und Herren –, dass all die positiven Initiativen der österreichischen Bundesregierung, auch des Parlaments und der Regierungsparteien dadurch völlig zugedeckt werden können, dass durch diese unentwegten Personaldiskussionen aber auch Ihre Konzeptlosigkeit in all den Angelegenheiten zugedeckt wird. (Abg. Dr. Lichtenberger: Der Moser muss zugedeckt werden! – Abg. Öllinger: Moser!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Der Moser muss zugedeckt werden! – Abg. Öllinger: Moser!
Ein weiterer Punkt: Mich ärgert an diesen Personaldiskussionen – man soll ja offen und ehrlich sein (ironische Heiterkeit bei den Grünen); ja, da können Sie lachen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Mehr als lachen können sie ja nicht!), ich gebe es wenigstens zu, meine Damen und Herren –, dass all die positiven Initiativen der österreichischen Bundesregierung, auch des Parlaments und der Regierungsparteien dadurch völlig zugedeckt werden können, dass durch diese unentwegten Personaldiskussionen aber auch Ihre Konzeptlosigkeit in all den Angelegenheiten zugedeckt wird. (Abg. Dr. Lichtenberger: Der Moser muss zugedeckt werden! – Abg. Öllinger: Moser!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Immer alles schlecht machen!
Auf den ehemaligen Klubdirektor der FPÖ – das werfen Sie ihm ja vor – Moser werden wir heute auch noch zu sprechen kommen. Aber das ist ja Ihr Mechanismus, meine Damen und Herren von den Grünen und von der SPÖ (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Immer alles schlecht machen!), dass Sie zuerst alles schlecht machen, auch die Perso-
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Permanent vernadern!
nen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Permanent vernadern!), ganz, ganz tief in die Kiste greifen wie Abgeordneter Pilz, der jetzt nicht im Saal ist. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der ist ja nie da!) Er ist überhaupt selten im Hohen Haus, wenn es um bestimmte Themen geht, aber Personen schlecht machen, diskreditieren, das kann er allemal noch! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das kann er!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der ist ja nie da!
nen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Permanent vernadern!), ganz, ganz tief in die Kiste greifen wie Abgeordneter Pilz, der jetzt nicht im Saal ist. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der ist ja nie da!) Er ist überhaupt selten im Hohen Haus, wenn es um bestimmte Themen geht, aber Personen schlecht machen, diskreditieren, das kann er allemal noch! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das kann er!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das kann er!
nen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Permanent vernadern!), ganz, ganz tief in die Kiste greifen wie Abgeordneter Pilz, der jetzt nicht im Saal ist. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der ist ja nie da!) Er ist überhaupt selten im Hohen Haus, wenn es um bestimmte Themen geht, aber Personen schlecht machen, diskreditieren, das kann er allemal noch! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das kann er!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Freiheitliche!
Das, meine Damen und Herren, werfen wir Ihnen vor: Zuerst einmal machen Sie alles schlecht – bis hinein ins Persönliche –, um dann zu sagen: War eigentlich doch nicht so schlecht! Justizminister Böhmdorfer, habe ich heute gehört, war der Einzige mit Profil – das hat Kollege Van der Bellen gesagt. (Abg. Dr. Van der Bellen: Freiheitliche!) Auch Justizsprecher Jarolim weint Minister Böhmdorfer Tränen nach. – Meine Damen und Herren! Haben Sie vergessen, dass die Opposition sieben Misstrauensanträge gegen diesen erfolgreichen Justizminister eingebracht hat? (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Herr Kollege Jarolim, sieben Misstrauensanträge! War all das nur oppositionelle Praxis oder doch ernst gemeint? Oder brauchen Sie wirklich so lang, nämlich vier Jahre lang, meine Damen und Herren von der Opposition, bis Sie endlich draufkommen, dass es gute Leute sind, die die Freiheitlichen in die österreichische Bundesregierung schicken? (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Das, meine Damen und Herren, werfen wir Ihnen vor: Zuerst einmal machen Sie alles schlecht – bis hinein ins Persönliche –, um dann zu sagen: War eigentlich doch nicht so schlecht! Justizminister Böhmdorfer, habe ich heute gehört, war der Einzige mit Profil – das hat Kollege Van der Bellen gesagt. (Abg. Dr. Van der Bellen: Freiheitliche!) Auch Justizsprecher Jarolim weint Minister Böhmdorfer Tränen nach. – Meine Damen und Herren! Haben Sie vergessen, dass die Opposition sieben Misstrauensanträge gegen diesen erfolgreichen Justizminister eingebracht hat? (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Herr Kollege Jarolim, sieben Misstrauensanträge! War all das nur oppositionelle Praxis oder doch ernst gemeint? Oder brauchen Sie wirklich so lang, nämlich vier Jahre lang, meine Damen und Herren von der Opposition, bis Sie endlich draufkommen, dass es gute Leute sind, die die Freiheitlichen in die österreichische Bundesregierung schicken? (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das, meine Damen und Herren, werfen wir Ihnen vor: Zuerst einmal machen Sie alles schlecht – bis hinein ins Persönliche –, um dann zu sagen: War eigentlich doch nicht so schlecht! Justizminister Böhmdorfer, habe ich heute gehört, war der Einzige mit Profil – das hat Kollege Van der Bellen gesagt. (Abg. Dr. Van der Bellen: Freiheitliche!) Auch Justizsprecher Jarolim weint Minister Böhmdorfer Tränen nach. – Meine Damen und Herren! Haben Sie vergessen, dass die Opposition sieben Misstrauensanträge gegen diesen erfolgreichen Justizminister eingebracht hat? (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Herr Kollege Jarolim, sieben Misstrauensanträge! War all das nur oppositionelle Praxis oder doch ernst gemeint? Oder brauchen Sie wirklich so lang, nämlich vier Jahre lang, meine Damen und Herren von der Opposition, bis Sie endlich draufkommen, dass es gute Leute sind, die die Freiheitlichen in die österreichische Bundesregierung schicken? (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Warum werden die guten Leute abgelöst, wenn sie so gut sein sollen?
Meine Damen und Herren! Genauso ist es beim Rechnungshofpräsidenten. Wir haben doch all das schon beim Präsidenten Fiedler gehört (Abg. Öllinger: Warum werden die guten Leute abgelöst, wenn sie so gut sein sollen?): Eine parteipolitische Besetzung! Packelei! Das ist ungeheuerlich, ein Parteifunktionär wird an diese Position gesetzt! – Und jetzt? Gerade, dass bei der letzten Nationalratsdebatte nicht auch faktisch Rosensträuße auf die Regierungsbank gelegt wurden. Jetzt heißt es, der Nachfolger wird sich an dieser großartigen Leistung von Präsident Fiedler zu messen haben.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ja, Dr. Moser wird sich daran zu messen haben, und er wird sich daran auch messen, denn ich bin überzeugt davon, dass wir mit Dr. Moser im Hauptausschuss den bestqualifizierten Kandidaten dafür gewählt haben. Diskreditieren Sie nicht Kandidaten, bevor diese noch unter Beweis stellen konnten, was sie für das Amt leisten. Dann, wenn sie zurücktreten, wenn die Amtszeit endet, Lob zu streuen, das ist zu spät. Wir brauchen eine konstruktive – sicher auch kritische – Mitarbeit und Zusammenarbeit aller Parteien in diesem Hohen Haus. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ja, wir schaffen es, wenn wir alle wollen – wenn auch Sie es wollen –, gemeinsam wie beim Tierschutzgesetz einen Konsens zustande zu bringen für diese wichtige Reform, sodass es in Zukunft nur noch ein einziges Pensionssystem, fair und gerecht, für alle Beschäftigten in Österreich gibt. Legen Sie in diesem Fall die parteipolitischen Scheuklappen ab! Zuerst waren die Arbeiterkammerwahlen, da durfte nichts weitergehen, dann die EU-Wahl, dann waren andere Dinge, die so wichtig waren, irgendwelche Landtagswahlen, und all das hat Sie gehindert, dynamisch an einem Ergebnis zu arbeiten. Legen Sie die parteipolitischen Scheuklappen ab, arbeiten Sie gemeinsam mit uns für diese wichtige Reform! Das ist unser Appell an Sie. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist konsequente Politik, das ist auch konsequente freiheitliche Handschrift in dieser Bundesregierung, und das wird auch in den nächsten beiden Jahren so sein, auch wenn Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, sich anderes wünschen. Aber das kann ich Ihnen garantieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Bundesministerin, wir haben noch Handlungsbedarf. Justizminister Böhmdorfer hat viele Initiativen gesetzt, aber wir müssen etwa im Rahmen der Bekämpfung der Drogenkriminalität weiterhin konsequent gemeinsam mit dem Innenminister daran arbeiten, dass all jenen das Handwerk gelegt wird, die unserer Jugend mit Drogen, mit dieser Versuchung die Zukunft verbauen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es gibt auch ein wichtiges Signal in Richtung Einstimmigkeitsprinzip für essentielle Fragen – aber viele Fragen sind auch noch offen geblieben, etwa im Zusammenhang mit der Demokratie, wie es denn mit Volksabstimmungen auf EU-Ebene bei wichtigen Fragen aussieht, zum Beispiel mit einer Volksabstimmung über diese Verfassung selbst. Warum fürchtet man sich vor den Instrumenten der direkten Demokratie in der Europäischen Union so sehr? Gerade die Wahlenthaltung so vieler Menschen in Europa zeigt doch, dass hier der falsche Weg gegangen wurde. Die EU darf kein Europa der Bürokraten sein! Die EU darf kein Europa der Lobbyisten sein, sondern sie muss endlich wieder ein Europa der Menschen werden! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Dann werden wir eine höhere Wahlbeteiligung haben und auch eine europäische Identität finden.
Abg. Dr. Lichtenberger: Der Mölzer wird das schon machen mit der europäischen Idee!
Meine Damen und Herren! Da werden wir noch einiges zu tun haben. (Abg. Dr. Lichtenberger: Der Mölzer wird das schon machen mit der europäischen Idee!) Ja. Frau Kollegin Lichtenberger, Sie werden in Zukunft im Europaparlament unter Beweis stellen können, ob Sie, wie wir das immer gesehen und gefordert haben, ein Vertreter Österreichs und österreichischer Interessen in Brüssel sind oder ob Sie meinen, wie es in der Vergangenheit auch Ihre Vertreter in Brüssel gemacht haben, alles in Brüssel vertreten zu müssen, was Sie glauben, das die Österreicher nachzuvollziehen haben. Das ist der falsche Weg, das sagen wir Ihnen!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.
Wir wollen österreichische Repräsentanten in Brüssel, die in erster Linie der eigenen Bevölkerung und den eigenen Interessen verbunden sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist ein absolut „erfolgreiches“ Modell, wenn das alle machen!
Meine Damen und Herren! Deshalb hoffen wir, dass diese Bundesregierung so wie auch vor dieser Umbildung dynamisch und aktiv für die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher eintritt, die vielen wichtigen Projekte – Pensionsreform, Gesundheitsreform, auch Veränderungen etwa in der österreichischen Sicherheitsordnung – in Angriff nimmt, gemeinsam mit dem österreichischen Parlament diese Reformen angeht und dass diese Bundesregierung in Europa und auch alle Abgeordneten, Frau Kollegin Lichtenberger, im Europaparlament diese Verantwortung wahrnehmen nach dem Motto: Österreich zuerst in Europa!, die Verantwortung, ein gemeinsames Europa auf dem Bewusstsein der Bevölkerung zu gründen (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist ein absolut „erfolgreiches“ Modell, wenn das alle machen!), aber aufzupassen, dass die Lobbyisten und Bürokraten nicht über unsere Interessen drüberfahren. Das würden wir uns erwarten.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nein, die wird uns nicht abgehen!
Alles Gute für die neuen Regierungsmitglieder, auch für Staatssekretär Mainoni, sie werden unsere Unterstützung haben – die Unterstützung der Opposition wird ihnen wahrscheinlich abgehen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nein, die wird uns nicht abgehen!), aber die Verantwortung für Österreich ist klarerweise etwas anderes, als nur die eigenen Parteiinteressen im Vordergrund zu sehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Alles Gute für die neuen Regierungsmitglieder, auch für Staatssekretär Mainoni, sie werden unsere Unterstützung haben – die Unterstützung der Opposition wird ihnen wahrscheinlich abgehen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nein, die wird uns nicht abgehen!), aber die Verantwortung für Österreich ist klarerweise etwas anderes, als nur die eigenen Parteiinteressen im Vordergrund zu sehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es gibt jedoch genügend Gründe – das möchte ich heute und hier auch deutlich sagen –, ja zu dem zu sagen, was herausgekommen ist. Das liegt im Wesentlichen daran, dass es wirklich zu einer Stärkung des Europäischen Parlaments und damit derjenigen kommt, die direkt von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt sind, um deren Interessen in Europa zu vertreten – nicht Länderinteressen, sondern Interessen von konkreten Menschen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das Zweite ist Folgendes: Natürlich ist es auch ein Ja wert, dass es endlich zur rechtsverbindlichen Verankerung der Europäischen Grundrechtscharta kommt, dass es rechtsverbindliche und gerichtlich durchsetzbare Grund- und Freiheitsrechte, Menschen- und Bürgerrechte auch auf europäischer Ebene geben wird. Das sind die beiden Gründe dafür, warum wir ein ganz klares Ja zu dieser Verfassung und zu ihrer Verabschiedung sagen, weil die Stärkung des Europäischen Parlaments zugleich die Hoffnung mit sich bringt, dass die Art des erbärmlichen Kuhhandels, die die Streiterei der Regierungschefs um Machtfragen jedes Mal bedeutet, vielleicht zu Gunsten der Lebensinteressen der Bürgerinnen und Bürger überwunden werden kann. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Gabriela Moser und Mag. Stoisits. – Abg. Mag. Molterer: Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer!
Es ist schon einiges dazu gesagt worden. Herr Abgeordneter Molterer – vielleicht darf ich kurz Ihre Aufmerksamkeit gewinnen –, Sie haben sich darüber gewundert, dass die Sozialdemokraten Herrn Böhmdorfer so anerkannt haben. Sie haben schon das letzte Mal, als ich gesprochen habe, nicht verstehen können, dass es ein politisches Urteil gibt. Und das politische Urteil ist, dass wir mit den Reformen, die Böhmdorfer im Auge hatte, nicht einverstanden sind. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Gabriela Moser und Mag. Stoisits. – Abg. Mag. Molterer: Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer!)
Abg. Wittauer: Das ist nicht euer Problem!
Aber lassen Sie mich vielleicht eines zum Schluss sagen: Ich denke, Herr Bundeskanzler, Sie sollten sich darauf einstellen, noch weitere Regierungsumbildungen in der laufenden Regierungsperiode vornehmen zu müssen. (Abg. Wittauer: Das ist nicht euer Problem!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Eine Enquete mit den qualifiziertesten Steuerexperten, die heute stattgefunden hat, kommt zum Ergebnis, dass Minister Grassers Versuch, sich für die Begünstigung – genauer gesagt: für die Beschenkung – durch die Industriellenvereinigung rein zu waschen, nicht gelungen ist. Herr Bundeskanzler! Sie werden sich über einen Nachfolger für Minister Grasser Gedanken machen müssen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Lassen Sie mich ein zweites Beispiel anführen: Arbeits- und Wirtschaftsminister Bartenstein, dem seit vier Jahren bei der Bekanntgabe der Arbeitslosenzahlen nie etwas anderes einfällt, als zu sagen, wir hoffen, dass es jetzt bald nicht mehr so weitergeht, sondern dass es besser wird, genau derselbe Bundesminister Bartenstein, der für Arbeit und Wirtschaft zuständig ist, glaubt, jetzt – nach vier Jahren ständig steigender Arbeitslosigkeit – vorschlagen zu müssen, dass man die Arbeitszeit verlängern muss, weil wir nicht lange genug arbeiten, damit diejenigen, die heute schon mit dem Stress der Arbeit kaum mehr zurechtkommen, noch länger arbeiten müssen und die anderen weiterhin keine Arbeit haben. – Glückwunsch, Herr Arbeitsminister! Sie sind reif für die Ablöse! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die Aufzählung, die ich jetzt vorgenommen habe, ließe sich ohne weiteres fortsetzen, meine Damen und Herren. Es geht nicht darum, hier schwarz zu malen. Es geht auch nicht darum, hier Personen schlecht zu machen. Es geht darum, endlich Schlussfolgerungen aus einer verfehlten Politik zum Nachteil der österreichischen Bevölkerung zu ziehen. Das ist es, worum es heute ginge. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Öllinger: Sie vergleichen die Regierung mit ...?
Ich möchte zuerst auf die von Herrn Kollegen Van der Bellen dargestellte Durchstart-Philosophie bei Regierungsumbildungen replizieren. Herr Kollege Van der Bellen, Boxenstopps in der Formel 1 dauern inzwischen nur mehr sechs Sekunden, und sie dienen dazu, das Renngeschehen zu optimieren. Wir sind die Formel 1 hier in dieser Bundesregierung (Abg. Öllinger: Sie vergleichen die Regierung mit ...?), nämlich leistungsstark, spannend und mit großer Problemlösungskapazität ausgestattet! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Schieder: Weil Sie im Kreis gehen! – Abg. Öllinger: Formel 1 ist „im Kreis fahren“!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Schieder: Weil Sie im Kreis gehen! – Abg. Öllinger: Formel 1 ist „im Kreis fahren“!
Ich möchte zuerst auf die von Herrn Kollegen Van der Bellen dargestellte Durchstart-Philosophie bei Regierungsumbildungen replizieren. Herr Kollege Van der Bellen, Boxenstopps in der Formel 1 dauern inzwischen nur mehr sechs Sekunden, und sie dienen dazu, das Renngeschehen zu optimieren. Wir sind die Formel 1 hier in dieser Bundesregierung (Abg. Öllinger: Sie vergleichen die Regierung mit ...?), nämlich leistungsstark, spannend und mit großer Problemlösungskapazität ausgestattet! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Schieder: Weil Sie im Kreis gehen! – Abg. Öllinger: Formel 1 ist „im Kreis fahren“!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Kollegen Einem möchte ich eine tatsächliche Berichtigung entgegenhalten. Er hat gegen Ende seiner Rede behauptet, der Herr Wirtschafts- und Arbeitsminister hätte eine Arbeitszeitverlängerung gefordert. – Das ist eindeutig falsch. Der Herr Wirtschafts- und Arbeitsminister hat von Arbeitszeitflexibilisierung gesprochen, was nicht zwangsläufig Arbeitszeitverlängerung bedeutet. Dass er hier falsch zitiert worden ist, dafür kann ich nichts. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Frau Präsidentin Prammer hat in der großen Koalition noch gemeint: Nur über meine Leiche wird es eine gemeinsame Obsorge nach der Scheidung geben. – Daher sind wir froh darüber, dass diese Koalitionsregierung in der Justizpolitik bisher so viel gemeinsam weitergebracht hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stoisits: Das ist falsch!
Nicht mitgetragen hat die Opposition die große Strafprozessreform, ein Jahrhundertwerk, und die elektronischen Ermittlungsmethoden für die Exekutive. Die Opposition hat auch gegen Strafverschärfung bei Drogendelikten und Sexualdelikten gestimmt. (Abg. Mag. Stoisits: Das ist falsch!) Da ist die linke Oppositionsideologie, nämlich für Drogenliberalisierung und für Entkriminalisierung von Straftätern, meilenweit von der ÖVP-FPÖ-Regierungsarbeit entfernt. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Nicht mitgetragen hat die Opposition die große Strafprozessreform, ein Jahrhundertwerk, und die elektronischen Ermittlungsmethoden für die Exekutive. Die Opposition hat auch gegen Strafverschärfung bei Drogendelikten und Sexualdelikten gestimmt. (Abg. Mag. Stoisits: Das ist falsch!) Da ist die linke Oppositionsideologie, nämlich für Drogenliberalisierung und für Entkriminalisierung von Straftätern, meilenweit von der ÖVP-FPÖ-Regierungsarbeit entfernt. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Dr. Puswald: Wer war damals in der großen Koalition?
Dr. Böhmdorfer hat Ihnen, Frau Ministerin Mag. Miklautsch, ein gut geführtes Ressort übertragen. Meine sehr verehrten Damen und Herren, auch das zeichnet diese Bundesregierung aus, nämlich dass Amtsübergaben korrekt und sachlich vonstatten gehen. Es ist nicht so, wie wir es im Jahr 2000 erlebt haben, als manche sozialistischen Minister Chaos hinterlassen haben und sich weigerten, eine ordnungsgemäße Amtsübergabe durchzuführen. (Abg. Dr. Puswald: Wer war damals in der großen Koalition?) Damals gab es herausgerissene Telefonleitungen, unbenützbare Computer und keine Übergabe der Ressorts. Das unterscheidet das Team um Bundeskanzler Schüssel ganz wesentlich von sozialistischen Regierungen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dr. Böhmdorfer hat Ihnen, Frau Ministerin Mag. Miklautsch, ein gut geführtes Ressort übertragen. Meine sehr verehrten Damen und Herren, auch das zeichnet diese Bundesregierung aus, nämlich dass Amtsübergaben korrekt und sachlich vonstatten gehen. Es ist nicht so, wie wir es im Jahr 2000 erlebt haben, als manche sozialistischen Minister Chaos hinterlassen haben und sich weigerten, eine ordnungsgemäße Amtsübergabe durchzuführen. (Abg. Dr. Puswald: Wer war damals in der großen Koalition?) Damals gab es herausgerissene Telefonleitungen, unbenützbare Computer und keine Übergabe der Ressorts. Das unterscheidet das Team um Bundeskanzler Schüssel ganz wesentlich von sozialistischen Regierungen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Oh-Rufe bei der SPÖ.
Wir haben noch Arbeit vor uns, wir modernisieren nachhaltig. Wir verändern, denn: Nur wer verändert, kann Gutes bewahren. – Ein Zitat unseres Bundeskanzlers. (Beifall bei der ÖVP. – Oh-Rufe bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
All jenen sei eine klare Absage erteilt, die glauben, durch Entkriminalisierung und einem Darüber-Hinwegsehen könnten diese Probleme gelöst werden. Wir werden nicht den gewerbsmäßigen Diebstahl liberalisieren und entkriminalisieren. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Frau Ministerin! Es steht viel Arbeit vor Ihnen. Wir von der ÖVP werden Sie dabei tatkräftig unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung der sich zu ihrem Platz begebenden Abg. Dr. Fekter –: Ich weiß nicht, ob sich die Frau Minister diese Unterstützung wünscht! – Ruf: Ruhig, Herr Jarolim!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr gelangt Frau Abgeordnete Dr. Lichtenberger ans Rednerpult. 8 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung der sich zu ihrem Platz begebenden Abg. Dr. Fekter –: Ich weiß nicht, ob sich die Frau Minister diese Unterstützung wünscht! – Ruf: Ruhig, Herr Jarolim!)
Abg. Dr. Fekter: Das ist ein gutes Bild!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Fekter, Ihr Bild des Boxenstopps macht ein bisschen nachdenklich. (Abg. Dr. Fekter: Das ist ein gutes Bild!) Wenn ich mir das mit den sechs Sekunden so überlege, muss ich sagen: Bei Boxenstopps werden üblicherweise Reifen ausgetauscht, bei Ihnen Regierungsmitglieder. Wenn das jetzt in immer noch kürzeren Abständen erfolgen soll, dann fürchte ich, dass in diesem Land überhaupt nichts mehr entschieden werden kann! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Fekter, Ihr Bild des Boxenstopps macht ein bisschen nachdenklich. (Abg. Dr. Fekter: Das ist ein gutes Bild!) Wenn ich mir das mit den sechs Sekunden so überlege, muss ich sagen: Bei Boxenstopps werden üblicherweise Reifen ausgetauscht, bei Ihnen Regierungsmitglieder. Wenn das jetzt in immer noch kürzeren Abständen erfolgen soll, dann fürchte ich, dass in diesem Land überhaupt nichts mehr entschieden werden kann! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Unter Vranitzky war das genauso!
Es ist einfach eine klare Sache: Wenn man beobachtet, was für ein Karussell in der Postenfrage bei den Freiheitlichen mittlerweile eingetreten ist, dann wird das schön langsam bedenklich. (Abg. Dr. Fekter: Unter Vranitzky war das genauso!) Ich habe zuerst vermutet, dass die jetzige Regierungsumbildung, dass man diese nämlich genau auf den jetzigen Zeitpunkt „hingetimt“ hat, natürlich damit zu tun hat, dass man die Diskussion um den ehemaligen freiheitlichen Klubdirektor Moser als neuen Rechnungshofpräsidenten so schnell wie möglich loswerden wollte, weil das natürlich eine äußerst peinliche Diskussion ist. (Abg. Dr. Fekter: Das ist der nächste Tagesordnungspunkt!)
Abg. Dr. Fekter: Das ist der nächste Tagesordnungspunkt!
Es ist einfach eine klare Sache: Wenn man beobachtet, was für ein Karussell in der Postenfrage bei den Freiheitlichen mittlerweile eingetreten ist, dann wird das schön langsam bedenklich. (Abg. Dr. Fekter: Unter Vranitzky war das genauso!) Ich habe zuerst vermutet, dass die jetzige Regierungsumbildung, dass man diese nämlich genau auf den jetzigen Zeitpunkt „hingetimt“ hat, natürlich damit zu tun hat, dass man die Diskussion um den ehemaligen freiheitlichen Klubdirektor Moser als neuen Rechnungshofpräsidenten so schnell wie möglich loswerden wollte, weil das natürlich eine äußerst peinliche Diskussion ist. (Abg. Dr. Fekter: Das ist der nächste Tagesordnungspunkt!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Moser hat nämlich in der letzten Zeit nicht unbedingt gute Bilder dafür abgeliefert, wie objektiv er bestimmte Sachen angeht. Wir werden ohnehin am Nachmittag noch Gelegenheit haben, darüber zu diskutieren. Dass nun als sein Nachfolger bei den ÖBB der glücklose Ex-Verkehrsminister Reichhold im Gespräch ist, der inzwischen bei Magna zwischengeparkt worden ist, das setzt aus meiner Sicht dem Ganzen wirklich die Krone auf. Ich halte das in dieser Vorgangsweise für skandalös! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Bleckmann: So, wie der Schelm denkt, ist er!
Es zeichnet sich offensichtlich ab, dass die freiheitliche Parteizentrale jetzt aus dem Sozialministerium in das Verkehrsministerium wandert, denn es hat in der letzten Zeit schon eine große Aufstockung gegeben. Das größte jemals existierende Kabinett eines Ministers ist nun im Verkehrsministerium angesiedelt. Auf das Verkehrsministerium bezogen, handelt es sich nicht um ein Verkehrsministerium, sondern um eine Parteizentrale, die dort aufgebaut wird. Diese soll jetzt offensichtlich nicht mehr die Filiale sein, sondern der Hauptsitz. (Abg. Dr. Bleckmann: So, wie der Schelm denkt, ist er!) Ich frage mich: Was geschieht dann im Verkehrsministerium? Verkehrspolitik oder Postenschacher für freiheitliche Parteigänger? – Das ist aus meiner Sicht für die drängenden Probleme im Verkehrssektor wirklich unzumutbar. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es zeichnet sich offensichtlich ab, dass die freiheitliche Parteizentrale jetzt aus dem Sozialministerium in das Verkehrsministerium wandert, denn es hat in der letzten Zeit schon eine große Aufstockung gegeben. Das größte jemals existierende Kabinett eines Ministers ist nun im Verkehrsministerium angesiedelt. Auf das Verkehrsministerium bezogen, handelt es sich nicht um ein Verkehrsministerium, sondern um eine Parteizentrale, die dort aufgebaut wird. Diese soll jetzt offensichtlich nicht mehr die Filiale sein, sondern der Hauptsitz. (Abg. Dr. Bleckmann: So, wie der Schelm denkt, ist er!) Ich frage mich: Was geschieht dann im Verkehrsministerium? Verkehrspolitik oder Postenschacher für freiheitliche Parteigänger? – Das ist aus meiner Sicht für die drängenden Probleme im Verkehrssektor wirklich unzumutbar. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Jarolim.
ich sage Ihnen eines: Wenn Sie so fortsetzen, dass diese Kombinationen in der Debatte die Regel sein werden, dann wird der europäische Geist noch sehr, sehr lange auf sich warten lassen! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Jarolim.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist eben nicht nur im Parlament der Fall, sondern das ist ganz eklatant offensichtlich auch in der Regierung der Fall. Herr Böhmdorfer hat gestern in aller Breite geschildert, welchen Stellenwert europäische Politik in dieser Regierung hat, nämlich wenn man eine 100-Seiten-Vorlage zehn Minuten vor der Abstimmung in die Hand gedrückt bekommt und wenn man dann eben irgendwie dafür entscheidet, ohne die Details wirklich zu kennen. Meine Damen und Herren, das ist nicht europäische Politik, das ist ein dramatischer Boxenstopp im Nirwana! Wirklich! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Auch die Bundesregierung!
Herr Bundeskanzler! Wie können Sie das vereinbaren mit einer Friedenspolitik, die in Österreich einmal Tradition hatte und zu der ein ganz großer Teil der Bevölkerung in Österreich steht? (Abg. Mag. Molterer: Auch die Bundesregierung!) Herr Bundeskanzler, diese Frage müssen Sie dem Nationalrat, müssen Sie der österreichischen Bevölkerung beantworten, denn das ist eine jener Fragen, die die Menschen interessiert. Nicht die Zahl der Kommissare, nicht die äußerst komplexen Bestellungsmodalitäten für die Kommissare, sondern die Frage der Friedenspolitik tangiert die Lebensinteressen der Bevölkerung ganz besonders. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Wie können Sie das vereinbaren mit einer Friedenspolitik, die in Österreich einmal Tradition hatte und zu der ein ganz großer Teil der Bevölkerung in Österreich steht? (Abg. Mag. Molterer: Auch die Bundesregierung!) Herr Bundeskanzler, diese Frage müssen Sie dem Nationalrat, müssen Sie der österreichischen Bevölkerung beantworten, denn das ist eine jener Fragen, die die Menschen interessiert. Nicht die Zahl der Kommissare, nicht die äußerst komplexen Bestellungsmodalitäten für die Kommissare, sondern die Frage der Friedenspolitik tangiert die Lebensinteressen der Bevölkerung ganz besonders. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Das ist eine dramatische Analyse, und der Herr Bundeskanzler hat sie ja selbst unterstützt. Er hat nämlich Renner mit dessen Aussage zitiert: Die Nationen werden immer streiten. – Sie, Herr Bundeskanzler, waren derjenige, der das Vorrecht der Regierungen gegenüber der Kommission, gegenüber dem Parlament, gegenüber den europäischen Instituten immer vehement verteidigt hat. Sie, Herr Bundeskanzler, sind hier Täter – und nicht Kommentator einer historischen Entwicklung. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
ÖVP, ist das Ziel, das Sie in Österreich und auf EU-Ebene verwirklichen wollen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Zuerst einmal zu Ihnen, Frau Abgeordnete Lichtenberger: Ich meine, es ist doch wirklich das legitime Interesse von Nationalstaaten, für ihre Interessen auch zu kämpfen. Das Paradoxe ist, dass alle EU-Länder für ihre nationalen Interessen kämpfen. Ich kann mich erinnern, dass beispielsweise Spanien sich vehement dagegen gewehrt hat, dass die Mittel, die Spanien von der EU bekommt, anlässlich der Erweiterung gekürzt werden. Nur von den Österreichern verlangen Sie, dass sie nicht für die nationalen Interessen kämpfen. Das finde ich wirklich etwas paradox. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Und wenn Sie den Herrn Bundeskanzler angreifen – ich bin nicht der erste Verteidiger des Herrn Bundeskanzlers, das liegt an der ÖVP, aber trotzdem –, möchte ich schon in Erinnerung rufen, was da aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Beim EU-Gipfel in Rom, bei dem 25 Staats- und Regierungschefs anwesend waren, bewies unser „kleiner“ Kanzler wieder Mut gegen die EU-Großen: Er hat sich nämlich an die Spitze der Revolte der Kleinen gegen den Entwurf einer neuen EU-Verfassung gestellt, der die Großen bevorzugt. – Ich finde, dafür sollten wir alle dem Bundeskanzler dankbar sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Nach 20 Jahren?!
Ich habe offensichtlich noch immer eine zu gute Meinung von Ihnen, von der Opposition (Abg. Scheibner: Nach 20 Jahren?!), weil ich geglaubt habe, Sie werden sich mit dieser Regierungsumbildung ernsthaft auseinander setzen, aber nicht nebulos, lächerlich, langweilig, wie Herr Van der Bellen das getan hat, oder diskriminierend wie Frau Abgeordnete Lichtenberger. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Ich habe offensichtlich noch immer eine zu gute Meinung von Ihnen, von der Opposition (Abg. Scheibner: Nach 20 Jahren?!), weil ich geglaubt habe, Sie werden sich mit dieser Regierungsumbildung ernsthaft auseinander setzen, aber nicht nebulos, lächerlich, langweilig, wie Herr Van der Bellen das getan hat, oder diskriminierend wie Frau Abgeordnete Lichtenberger. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Rufe bei der SPÖ: Wann?
Was die Frau Justizministerin angeht, hat man ja wirklich in die unterste Lade gegriffen, obwohl man ... (Rufe bei der SPÖ: Wann?) Passen Sie auf, ich werde Ihnen gleich etwas zitieren! Obwohl niemand die Frau Justizministerin genau gekannt hat, hat Frau Bures – sie gehört ja offensichtlich noch der SPÖ an, nehme ich an (Abg. Scheibner: Wir nehmen sie nicht!) – gesagt, Frau Karin Miklautsch sei eine völlig unerfahrene Juristin. – Immerhin hat die Frau Justizministerin drei Anwaltsjahre in einer Kanzlei und
Abg. Scheibner: Wir nehmen sie nicht!
Was die Frau Justizministerin angeht, hat man ja wirklich in die unterste Lade gegriffen, obwohl man ... (Rufe bei der SPÖ: Wann?) Passen Sie auf, ich werde Ihnen gleich etwas zitieren! Obwohl niemand die Frau Justizministerin genau gekannt hat, hat Frau Bures – sie gehört ja offensichtlich noch der SPÖ an, nehme ich an (Abg. Scheibner: Wir nehmen sie nicht!) – gesagt, Frau Karin Miklautsch sei eine völlig unerfahrene Juristin. – Immerhin hat die Frau Justizministerin drei Anwaltsjahre in einer Kanzlei und
Abg. Dr. Jarolim: Politisch unerfahren!
mehr als zehn Jahre als Verantwortungsträgerin in der Landesregierung gearbeitet, und das bezeichnen Sie als unerfahren, als eine verantwortungslose Regierung?! (Abg. Dr. Jarolim: Politisch unerfahren!) – Was ist da verantwortungslos?
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie fordern immer die Kultur des Dialogs, aber tatsächlich praktizieren Sie nur das Prinzip der verbrannten Erde. Das ist Ihre Politik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ
Ich kann mich noch ganz genau erinnern: Als Herr Bundesminister Böhmdorfer angelobt wurde, haben Sie ihm jede fachliche Eignung – ich muss mich da (in Richtung SPÖ und Grüne) hinwenden, denn Sie waren es ja – für das Ressort abgesprochen. Sie sagen jetzt: die ideologische. Haben Sie während der Amtsführung des Herrn Ministers Böhmdorfer einmal gemerkt, dass er in irgendeiner Weise ideologisch vorgegangen ist? – Nein, überhaupt nicht (ironische Heiterkeit bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ), denn seine Politik war getragen von dem Gedanken, eine Justizpolitik für Österreich zu machen, die allen Österreichern zum Nutzen gereicht, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Dr. Jarolim: Das war auch der Grund, ...! Das ist auch der Grund seines Abgangs!
Jetzt loben Sie Minister Böhmdorfer. Im Justizausschuss haben Herr Abgeordneter Jarolim und Frau Abgeordnete Stoisits den Justizminister – ich würde sagen – sogar mehr gelobt als ich selbst, denn ich habe mit dem Justizminister hin und wieder Auseinandersetzungen gehabt. (Abg. Dr. Jarolim: Das war auch der Grund, ...! Das ist auch der Grund seines Abgangs!) Ich war beispielsweise nicht mit ihm einer Meinung, was die StPO-Reform betrifft, aus anderen Gründen als Sie, aber Sie haben ihn über alles gelobt! In Wirklichkeit war Herr Justizminister Böhmdorfer der Reformminister, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das hat es bisher nicht gegeben: einen Justizminister, der die dringenden Probleme rasch und zügig erledigt hat. (Abg. Riepl: Warum ist er dann weg?) – Das war sein persönlicher Wunsch, Herr Abgeordneter, das haben Sie ja gehört.
Abg. Riepl: Warum ist er dann weg?
Jetzt loben Sie Minister Böhmdorfer. Im Justizausschuss haben Herr Abgeordneter Jarolim und Frau Abgeordnete Stoisits den Justizminister – ich würde sagen – sogar mehr gelobt als ich selbst, denn ich habe mit dem Justizminister hin und wieder Auseinandersetzungen gehabt. (Abg. Dr. Jarolim: Das war auch der Grund, ...! Das ist auch der Grund seines Abgangs!) Ich war beispielsweise nicht mit ihm einer Meinung, was die StPO-Reform betrifft, aus anderen Gründen als Sie, aber Sie haben ihn über alles gelobt! In Wirklichkeit war Herr Justizminister Böhmdorfer der Reformminister, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das hat es bisher nicht gegeben: einen Justizminister, der die dringenden Probleme rasch und zügig erledigt hat. (Abg. Riepl: Warum ist er dann weg?) – Das war sein persönlicher Wunsch, Herr Abgeordneter, das haben Sie ja gehört.
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen – Abg. Öllinger: Sie verstehen es nicht? – Sie sollten auch sofort zurücktreten!
Genauso unsachlich, wie Ihre Bemerkungen waren, als Böhmdorfer das Justizressort übernommen hat, agieren Sie auch heute wieder. Und es wird Ihnen wahrscheinlich Ähnliches passieren. Die Frau Justizminister wird beweisen, dass sie eine gute Justizpolitik macht, eine Justizpolitik im Interesse der Staatsbürger. Und sie hat ja heute schon ihre Schwerpunkte dargelegt. Sie hat gesagt: Stärkung der Opferrechte, eine verständliche Sprache – was wirklich notwendig ist, denn viele Gesetze verstehen nicht einmal wir Juristen, nicht einmal die, die im Justizausschuss sind (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen – Abg. Öllinger: Sie verstehen es nicht? – Sie sollten auch sofort zurücktreten!), eine Beschleunigung des Verfahrens und so weiter.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie haben wirklich keine Argumente, gegen diese Bundesregierung vorzugehen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Herr Abgeordneter Öllinger, schreien Sie mir nicht immer drein, sondern hören Sie einmal zu!
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Wir haben ein Bruttoinlandsprodukt, das absolut im Durchschnitt liegt. Wir haben eine Steuerreform durchgesetzt, die 2,5 Millionen Menschen begünstigt: die Hälfte der Steuerzahler zahlt keine Steuer mehr! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Daher kann ich nur wieder – meine Redezeit ist zu Ende – den Appell an Sie richten: Arbeiten Sie in dieser schweren Zeit mit der Regierung zusammen – im Interesse der Staatsbürger – und versuchen Sie nicht immer, politisches Kleingeld aus allem zu schlagen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Das wird aber jetzt nicht besser!
Abgeordneter Mag. Norbert Darabos (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren der Bundesregierung! Hohes Haus! Ich stehe zum ersten Mal hier vor Ihnen und sage ganz offen: Ich bin ein bisschen verwundert und enttäuscht über den bisherigen Verlauf der Debatte. (Abg. Neudeck: Das wird aber jetzt nicht besser!) Verwundert deshalb, weil es mir jetzt schon so vorkommt, Frau Kollegin Pablé, als ob wir die Regierungsmitglieder der FPÖ abgelöst hätten, und nicht Sie. (Beifall bei der SPÖ.) Enttäuscht deshalb, weil der heutige Tag ja auch Ihnen die Gelegenheit gegeben hätte zu sagen: Okay, das Votum bei den letzten Wahlen, zuletzt jenes bei der Wahl zum Europäischen Parlament, zeigt uns, dass wir schlechte Zensuren bekommen haben. Wir tauschen daher nicht nur Personen aus, wir machen auch eine andere Politik.
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Norbert Darabos (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren der Bundesregierung! Hohes Haus! Ich stehe zum ersten Mal hier vor Ihnen und sage ganz offen: Ich bin ein bisschen verwundert und enttäuscht über den bisherigen Verlauf der Debatte. (Abg. Neudeck: Das wird aber jetzt nicht besser!) Verwundert deshalb, weil es mir jetzt schon so vorkommt, Frau Kollegin Pablé, als ob wir die Regierungsmitglieder der FPÖ abgelöst hätten, und nicht Sie. (Beifall bei der SPÖ.) Enttäuscht deshalb, weil der heutige Tag ja auch Ihnen die Gelegenheit gegeben hätte zu sagen: Okay, das Votum bei den letzten Wahlen, zuletzt jenes bei der Wahl zum Europäischen Parlament, zeigt uns, dass wir schlechte Zensuren bekommen haben. Wir tauschen daher nicht nur Personen aus, wir machen auch eine andere Politik.
Beifall bei der SPÖ.
Sie von ÖVP und FPÖ aber bunkern sich hier ein und haben heute quer durch die Regierungsfraktionen gesagt, Sie wollen diese Politik weiter betreiben. Da kann ich eine Prophezeiung gleich anschließen: Wenn Sie diese Politik weiter betreiben, wird diese personelle Kosmetik nicht ausreichen. Sie werden den schleichenden Sterbeprozess dieser schwarz-blauen Bundesregierung nur vorantreiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir haben die besseren Werte!
Wissen Sie, was das Schlimme an dieser Situation ist? – Das Schlimme an der Situation ist, dass der Bundeskanzler an der Spitze und die gesamte Bundesregierung wissen, dass sie am Ende sind, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr hinter ihnen steht. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir haben die besseren Werte!) 39 Prozent der Bevölkerung haben Sie bei der EU-Wahl gewählt. Das ist weit entfernt von einer absoluten Mehrheit! Und die Bundesregierung weiß, dass sie nicht mehr die Kraft hat (Abg. Dr. Fekter: Das wünscht ihr euch, aber das ist nicht so!), eine gestalterische und phantasievolle Politik für Österreich zu machen.
Abg. Dr. Fekter: Das wünscht ihr euch, aber das ist nicht so!
Wissen Sie, was das Schlimme an dieser Situation ist? – Das Schlimme an der Situation ist, dass der Bundeskanzler an der Spitze und die gesamte Bundesregierung wissen, dass sie am Ende sind, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr hinter ihnen steht. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir haben die besseren Werte!) 39 Prozent der Bevölkerung haben Sie bei der EU-Wahl gewählt. Das ist weit entfernt von einer absoluten Mehrheit! Und die Bundesregierung weiß, dass sie nicht mehr die Kraft hat (Abg. Dr. Fekter: Das wünscht ihr euch, aber das ist nicht so!), eine gestalterische und phantasievolle Politik für Österreich zu machen.
Beifall bei der SPÖ.
Der Herr Bundeskanzler hat uns gefragt: Wie hätten Sie es denn gern? – „Speed kills“, eine Politik der Geschwindigkeit, des Drüberfahrens – ich erinnere nur an Ambulanzgebühren, Unfallrentenbesteuerung, Studiengebühren –, wollen wir nicht. Und jetzt machen Sie eine Politik des Stillstands. Wie wir es gerne hätten? – Wir hätten gerne eine soziale Politik, die verträglich ist, die Reformen mit Augenmaß durchführt. Das hätten wir gern, und das hätte auch die große Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher gern! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Erstens: Das Austauschen von Personen wird diese Regierung nicht gesunden lassen. Ich habe nichts gegen die zwei neuen Regierungsmitglieder; sie werden versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen zu arbeiten. Es wäre aber für die FPÖ sinnvoller, ihre Politik zu überdenken und sich aus dieser Umklammerung durch die ÖVP zu befreien, denn der wahre Grund dafür, dass Sie Wahlen verlieren, ist, dass Sie eine neoliberale Politik mittragen und damit gefangen sind in einer Regierungskonstellation, die einem Verrat an Ihren Wählern gleichkommt. Deshalb haben Sie 17 Prozent bei der EU-Wahl verloren, und nicht, weil der Herr Böhmdorfer hier hinten gesessen ist, oder ein anderer Staatssekretär. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Weiß das der Ambrozy auch?
Zweitens – und das sei auch gesagt, weil das immer wieder in den Medien kolportiert wird –: Jörg Haider ist nicht der Löser eines Problems, er ist ein Teil des Problems selbst. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Weiß das der Ambrozy auch?) Die große Mehrheit der Bevölkerung steht nicht mehr hinter seinem Kurs, und ich würde auch den Kurs mit diesen drei Flügeln, die es bereits gibt in der FPÖ, einmal überdenken.
Beifall bei der SPÖ.
Drittens, Herr Bundeskanzler: Sie können sich nicht, wie Ihre Propagandamaschinerie versucht, der Öffentlichkeit weiszumachen, aus der Verantwortung stehlen und auf Stabilität setzen. Sie sind der Stabilitätsfaktor. Sie sind der Mitverursacher dieses Chaos der Regierung, denn Sie haben lange dazu geschwiegen, und Sie sind nicht nur verantwortlich für die ÖVP-Regierungsmitglieder, sondern genauso verantwortlich für die FPÖ-Regierungsmitglieder. Und man hätte sich von Ihnen schon früher ein klares Wort in diese Richtung erwartet. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Prinz: Sie lesen offenbar sehr wenig! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Der einzige Grund, warum wir froh sind, dass Sie nicht nach Brüssel wechseln – im Übrigen ist das ja nur in Österreich kolportiert worden, in sonst keinem europäischen Staat; keine europäische Zeitung hat das geschrieben (Abg. Prinz: Sie lesen offenbar sehr wenig! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) –, ist die Tatsache, dass Sie für die Politik, die Sie mit dieser Regierung zu verantworten haben, früher oder später geradezustehen haben. – Wir freuen uns auf den Tag, an dem das der Fall sein wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der einzige Grund, warum wir froh sind, dass Sie nicht nach Brüssel wechseln – im Übrigen ist das ja nur in Österreich kolportiert worden, in sonst keinem europäischen Staat; keine europäische Zeitung hat das geschrieben (Abg. Prinz: Sie lesen offenbar sehr wenig! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) –, ist die Tatsache, dass Sie für die Politik, die Sie mit dieser Regierung zu verantworten haben, früher oder später geradezustehen haben. – Wir freuen uns auf den Tag, an dem das der Fall sein wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Michael Spindelegger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Kollege Darabos, Sie haben bei Ihrer ersten Rede Ihrer Enttäuschung Ausdruck verliehen, dass die Diskussion heute nicht in einer so sachlichen und besonderen Art stattfindet, wie Sie sich das vorstellen. Aber ich muss Ihnen diese Enttäuschung zurückgeben: Ihre erste Rede in diesem Hohen Haus, im Nationalrat, haben Sie eigentlich zu nichts anderem verwendet als dazu, die Plattitüden aus der Löwelstraße zu wiederholen. – Meine Damen und Herren! Das ist zu wenig für ein Parlament wie dieses. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich glaube, es ist schon ein beeindruckender Meilenstein, der mit dieser Europäischen Verfassung geschaffen wurde. Und ich möchte das für meine Fraktion auch sehr begrüßen, weil wir pro Europa stehen und glauben, dass sich darauf ein gutes neues Europa aufbauen lässt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
sorge, Herr Kollege Einem, interessiert jeden Österreicher, weil jeder gerne wissen möchte, wo für ihn die Gesundheitsvorsorge entschieden wird: in Österreich oder in Brüssel? Wo wird für ihn entschieden, wie die Müllbeseitigung zu erfolgen hat, von der Kommune oder in Brüssel? – Wir stehen dafür, dass es in Österreich entschieden wird, und so haben wir das auch umgesetzt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ein weiteres Beispiel: das Thema Wasser, das von Ihnen so oft im Wahlkampf als ein so entscheidendes Thema zitiert wurde. Bei dieser Regierungskonferenz wurde eben entschieden, dass auch Fragen des Wassers zukünftig der Einstimmigkeit unterliegen und hier nicht durch irgendwelche europäischen Gesetze Veränderungen herbeigeführt werden können. – Ein Erfolg für diese Bundesregierung, meine Damen und Herren, denn der Bundeskanzler hat das letztlich im Europäischen Rat durchgesetzt. Und das halte ich für ganz wesentlich, denn wir wollen weiter über unsere Wasserressourcen entscheiden; ohne uns gibt es in diesem Bereich nichts, was verändert werden kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich möchte ein drittes Beispiel anführen, das die Österreicher interessiert. Natürlich geht es auch um die Mitbestimmung in allen Institutionen. Die Kommission ist nun einmal der Motor der ganzen Europäischen Union. Und wenn Österreich keinen Kommissar hat, heißt das, dass man auch abgeschnitten ist von Informationsprozessen. Wir haben bis 2014 einen Kommissar. Das heißt, noch zwei weitere Perioden wird ein österreichischer Kommissar in der Kommission sitzen und mitentscheiden. Wir halten das für wichtig und gut. Der Bundeskanzler hat das durchgesetzt, Kollege Einem – Sie hätten das gleich gestrichen. Wir wollen das nicht, sondern wir wollen, dass wir weiterhin in allen Institutionen vertreten sind – ein Erfolg unseres Bundeskanzlers! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich glaube daher, auf diesem Fundament lässt sich aufbauen, und wir begrüßen diese Entscheidung der Staats- und Regierungschefs. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Jössas na! Sie haben ihn doch immer gelobt! Sie haben doch riesige Lobeshymnen für ihn gehabt!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Poštovane dame i gospodo! Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Als Erstes möchte ich eines feststellen: Ich weine dem Herrn Bundesminister Böhmdorfer keine Träne nach! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jössas na! Sie haben ihn doch immer gelobt! Sie haben doch riesige Lobeshymnen für ihn gehabt!) Ich weine ihm wahrlich keine Träne nach und erinnere Sie daran, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass genau er es war, der die Vorschläge Jörg Haiders, „Vaterlandsverräter“, oppositionelle Politiker, die Kritik an der Regierungspolitik üben, von der Strafjustiz zu verfolgen, für verfolgenswert hielt (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ehrlich sind Sie wirklich nicht!), dass Justizminister Böhmdorfer derjenige gewesen ist, der Jörg Haider seinerzeit in der so genannten Spitzelaffäre als „über jeden Verdacht erhaben“ bezeichnet hat. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum haben Sie ihn dann in jeder Sitzung gelobt? Bedankt haben Sie sich für die Politik, die er macht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ehrlich sind Sie wirklich nicht!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Poštovane dame i gospodo! Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Als Erstes möchte ich eines feststellen: Ich weine dem Herrn Bundesminister Böhmdorfer keine Träne nach! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jössas na! Sie haben ihn doch immer gelobt! Sie haben doch riesige Lobeshymnen für ihn gehabt!) Ich weine ihm wahrlich keine Träne nach und erinnere Sie daran, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass genau er es war, der die Vorschläge Jörg Haiders, „Vaterlandsverräter“, oppositionelle Politiker, die Kritik an der Regierungspolitik üben, von der Strafjustiz zu verfolgen, für verfolgenswert hielt (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ehrlich sind Sie wirklich nicht!), dass Justizminister Böhmdorfer derjenige gewesen ist, der Jörg Haider seinerzeit in der so genannten Spitzelaffäre als „über jeden Verdacht erhaben“ bezeichnet hat. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum haben Sie ihn dann in jeder Sitzung gelobt? Bedankt haben Sie sich für die Politik, die er macht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum haben Sie ihn dann in jeder Sitzung gelobt? Bedankt haben Sie sich für die Politik, die er macht!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Poštovane dame i gospodo! Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Als Erstes möchte ich eines feststellen: Ich weine dem Herrn Bundesminister Böhmdorfer keine Träne nach! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jössas na! Sie haben ihn doch immer gelobt! Sie haben doch riesige Lobeshymnen für ihn gehabt!) Ich weine ihm wahrlich keine Träne nach und erinnere Sie daran, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass genau er es war, der die Vorschläge Jörg Haiders, „Vaterlandsverräter“, oppositionelle Politiker, die Kritik an der Regierungspolitik üben, von der Strafjustiz zu verfolgen, für verfolgenswert hielt (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ehrlich sind Sie wirklich nicht!), dass Justizminister Böhmdorfer derjenige gewesen ist, der Jörg Haider seinerzeit in der so genannten Spitzelaffäre als „über jeden Verdacht erhaben“ bezeichnet hat. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum haben Sie ihn dann in jeder Sitzung gelobt? Bedankt haben Sie sich für die Politik, die er macht!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
den sind, mehr als berechtigt gewesen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich lasse mir die Protokolle bringen!
Die Frage allerdings, warum gerade dieser Minister abgelöst wird, von dem die Regierung behauptet, dass ihm die Opposition Tränen nachweine, und der heute von der Regierung ach so gelobt wurde (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich lasse mir die Protokolle bringen!), konnte nicht beantwortet werden. Diesen Widerspruch konnte noch niemand von den Rednern und Rednerinnen der Regierungsfraktionen hier aufklären.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie waren aber eine Jubelperserin!
Ja, meine Damen und Herren, wenn er so gut war, wie Sie tun, dann würde er ja immer noch hier sitzen und dürfte in seiner Arbeit fortfahren! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie waren aber eine Jubelperserin!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber für uns – und das möchte ich auch noch klarstellen – ist ein Justizminister, der die Jugendgerichtsbarkeit in Österreich zerschlagen hat, so wie der Herr Bundesminister außer Dienst Böhmdorfer, ein Justizminister, in dessen Ära die Häftlingszahlen in Österreich so hoch gestiegen sind wie noch nie zuvor, was unmittelbar mit seiner Politik zu tun hat, wahrlich kein Minister, dem man eine Träne nachzuweinen hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie wird auch keinen Wert darauf legen!
Frau Bundesministerin Mag. Miklautsch! Ich habe Ihre Bestellung bisher nicht kommentiert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie wird auch keinen Wert darauf legen!) Was hätte ich auch kommentieren sollen? Ich bin keine Spezialistin in Sachen Kärntner Wasserqualität. Ich kann Ihre Arbeit als Kärntner Wasserrechtsspezialistin nicht kommentieren, weil ich mich bisher nicht damit beschäftigt habe. (Abg. Neudeck: Und so etwas ist Justizsprecherin!) Ich habe mich in den letzten Jahren als Justizsprecherin der Grünen mit dem Justizressort in Österreich, mit dem Rechtsstaat sehr wohl auseinander gesetzt, und da kann ich nur sagen: Ich bin mehr als verwundert, dass genau diese Bundesregierung jemanden, der selber zugibt, ahnungslos in all diesen Dingen in Bezug auf das Justizressort zu sein – das war ja Ihre erste Reaktion auf Ihre Bestellung –, in dieses Ressort, das ein Schlüsselressort eines jeden Staates ist, setzt. Das Justizressort ist nicht ein Ressort wie jedes andere. Der Ressortverantwortliche – in dem Fall jetzt Sie – steht jenem Ressort vor, das eine der Staatsgewalten, nämlich die Justiz, verwaltet. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nach einem halben Jahr werden Sie sie wieder bejubeln!)
Abg. Neudeck: Und so etwas ist Justizsprecherin!
Frau Bundesministerin Mag. Miklautsch! Ich habe Ihre Bestellung bisher nicht kommentiert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie wird auch keinen Wert darauf legen!) Was hätte ich auch kommentieren sollen? Ich bin keine Spezialistin in Sachen Kärntner Wasserqualität. Ich kann Ihre Arbeit als Kärntner Wasserrechtsspezialistin nicht kommentieren, weil ich mich bisher nicht damit beschäftigt habe. (Abg. Neudeck: Und so etwas ist Justizsprecherin!) Ich habe mich in den letzten Jahren als Justizsprecherin der Grünen mit dem Justizressort in Österreich, mit dem Rechtsstaat sehr wohl auseinander gesetzt, und da kann ich nur sagen: Ich bin mehr als verwundert, dass genau diese Bundesregierung jemanden, der selber zugibt, ahnungslos in all diesen Dingen in Bezug auf das Justizressort zu sein – das war ja Ihre erste Reaktion auf Ihre Bestellung –, in dieses Ressort, das ein Schlüsselressort eines jeden Staates ist, setzt. Das Justizressort ist nicht ein Ressort wie jedes andere. Der Ressortverantwortliche – in dem Fall jetzt Sie – steht jenem Ressort vor, das eine der Staatsgewalten, nämlich die Justiz, verwaltet. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nach einem halben Jahr werden Sie sie wieder bejubeln!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Nach einem halben Jahr werden Sie sie wieder bejubeln!
Frau Bundesministerin Mag. Miklautsch! Ich habe Ihre Bestellung bisher nicht kommentiert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie wird auch keinen Wert darauf legen!) Was hätte ich auch kommentieren sollen? Ich bin keine Spezialistin in Sachen Kärntner Wasserqualität. Ich kann Ihre Arbeit als Kärntner Wasserrechtsspezialistin nicht kommentieren, weil ich mich bisher nicht damit beschäftigt habe. (Abg. Neudeck: Und so etwas ist Justizsprecherin!) Ich habe mich in den letzten Jahren als Justizsprecherin der Grünen mit dem Justizressort in Österreich, mit dem Rechtsstaat sehr wohl auseinander gesetzt, und da kann ich nur sagen: Ich bin mehr als verwundert, dass genau diese Bundesregierung jemanden, der selber zugibt, ahnungslos in all diesen Dingen in Bezug auf das Justizressort zu sein – das war ja Ihre erste Reaktion auf Ihre Bestellung –, in dieses Ressort, das ein Schlüsselressort eines jeden Staates ist, setzt. Das Justizressort ist nicht ein Ressort wie jedes andere. Der Ressortverantwortliche – in dem Fall jetzt Sie – steht jenem Ressort vor, das eine der Staatsgewalten, nämlich die Justiz, verwaltet. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nach einem halben Jahr werden Sie sie wieder bejubeln!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber nichtsdestotrotz: Als erste und damit jetzt siebente Justizministerin in Österreich wünsche ich Ihnen alles Gute und hoffe auf eine fortgesetzt gute Zusammenarbeit, wie es im Justizausschuss immer üblich war. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Kollegin Stoisits, mich hat gefreut, dass viele Redner der Opposition Dieter Böhmdorfer und seine Arbeit gelobt haben, aber wenn Sie das auch noch getan hätten, dann hätte ich vielleicht gedacht, dass er irgendetwas falsch gemacht hat. Deshalb, Frau Stoisits, bin ich froh, dass Sie Dieter Böhmdorfer keine Träne nachweinen. Das ist für mich ein Beweis dafür, dass er eine ausgezeichnete Politik gemacht hat. Ich danke Ihnen sehr! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das sind alles Meilensteine gewesen in der Innenpolitik dieser Republik, die ohne die Beteiligung von uns Freiheitlichen nicht möglich gewesen wären. Deshalb ist diese Bundesregierung auf dem richtigen Weg, und deshalb werden wir Freiheitlichen auch alle Kraft hineinlegen, um diesen erfolgreichen Weg weiterzuführen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir müssen uns zweifellos auch im Lichte der Bürgernähe überlegen, wie man im Rahmen einer Volksabstimmung nun diese Verfassung legitimiert. Wenn es gelingt, auf europäischer Ebene eine Volksabstimmung abzuhalten, dann soll mir das recht sein, dann ist es ein guter Schritt in die richtige Richtung. Aber wir müssen uns auch als Österreicher fragen, inwieweit diese neue Europäische Verfassung in die Verfassungsrealität unserer österreichischen Verfassung eingreift. Diese Diskussion, meine Damen und Herren, sollten wir auch führen, um festzulegen, ob auch hier eine Volksabstimmung notwendig sein wird. – Ich danke Ihnen sehr. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Das fürchten wir!
betrifft. (Abg. Mag. Molterer: Das fürchten wir!) Wir würden uns wieder eine Bildungspolitik wünschen, die die Chancen der Kinder in den Mittelpunkt stellt und nicht die Chancen der Kinder wegspart. Wir würden uns wünschen eine Rundumerneuerung in der Arbeitsmarktpolitik, die die Chancen der Jugendlichen wieder in den Mittelpunkt stellt und sich nicht damit abfindet, dass so viele junge Menschen in unserem Land keine Arbeit finden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
betrifft. (Abg. Mag. Molterer: Das fürchten wir!) Wir würden uns wieder eine Bildungspolitik wünschen, die die Chancen der Kinder in den Mittelpunkt stellt und nicht die Chancen der Kinder wegspart. Wir würden uns wünschen eine Rundumerneuerung in der Arbeitsmarktpolitik, die die Chancen der Jugendlichen wieder in den Mittelpunkt stellt und sich nicht damit abfindet, dass so viele junge Menschen in unserem Land keine Arbeit finden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
In Summe, sehr geehrte Damen und Herren, würden wir uns von Ihnen eine Politik wünschen, wo sich die Leute nicht mehr fürchten müssen, wenn sie das Wort „Reform“ hören, so wie das im Moment der Fall ist. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das wären wichtige frauenpolitische Ansagen! (Beifall bei der SPÖ.) Hier hätten Sie viel Handlungsspielraum, um sinnvolle Dinge zu tun, aber leider gibt es hier nur absoluten Stillstand.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Herr Staatssekretär, nehmen Sie Ihren Job wirklich ernst! Kämpfen Sie für mehr Forschungsmittel, für mehr Budgetmittel! Das ist eine wichtige Rolle, die Sie da übernommen haben. Wir stärken Ihnen dabei sehr gerne den Rücken! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Abg. Mag. Molterer: Wir werden mit der Arbeit nicht Halt machen!
In Summe gesehen möchte ich sagen: Machen Sie weiter mit der Rundumerneuerung! Machen Sie nicht Halt damit, belassen Sie es nicht dabei, ein paar Köpfe auszutauschen! (Abg. Mag. Molterer: Wir werden mit der Arbeit nicht Halt machen!) Machen Sie Rundumerneuerung, was die Substanz Ihrer Politik betrifft! Die Menschen in diesem Land hätten es bitter nötig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In Summe gesehen möchte ich sagen: Machen Sie weiter mit der Rundumerneuerung! Machen Sie nicht Halt damit, belassen Sie es nicht dabei, ein paar Köpfe auszutauschen! (Abg. Mag. Molterer: Wir werden mit der Arbeit nicht Halt machen!) Machen Sie Rundumerneuerung, was die Substanz Ihrer Politik betrifft! Die Menschen in diesem Land hätten es bitter nötig. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Ah so?!
Da kann ich nur sagen: Der Vergleich macht uns sicher! (Abg. Dr. Van der Bellen: Ah so?!)
Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn wir heute die Europäische Verfassung diskutieren, so macht uns folgender Vergleich sicher, meine Damen und Herren: Erinnern wir uns zurück an das Frühjahr 2000 und vergleichen wir es mit dem heutigen Zustand! – 2000: Sanktionen aller EU 14 gegen Österreich. Heute: eine neue Europäische Verfassung, wo viele Vorredner zu Recht gesagt haben, dass sie in großem Ausmaß die Handschrift unseres Bundeskanzlers und unserer Außenministerin trägt. Wir alle und alle Österreicherinnen und Österreicher konnten in den letzten Wochen erleben, welch große Wertschätzung unser Bundeskanzler in Europa hat. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.) – Welch Vergleich, meine Damen und Herren, zwischen 2000 und heute! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir heute die Europäische Verfassung diskutieren, so macht uns folgender Vergleich sicher, meine Damen und Herren: Erinnern wir uns zurück an das Frühjahr 2000 und vergleichen wir es mit dem heutigen Zustand! – 2000: Sanktionen aller EU 14 gegen Österreich. Heute: eine neue Europäische Verfassung, wo viele Vorredner zu Recht gesagt haben, dass sie in großem Ausmaß die Handschrift unseres Bundeskanzlers und unserer Außenministerin trägt. Wir alle und alle Österreicherinnen und Österreicher konnten in den letzten Wochen erleben, welch große Wertschätzung unser Bundeskanzler in Europa hat. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.) – Welch Vergleich, meine Damen und Herren, zwischen 2000 und heute! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundeskanzler, denn es gibt keinen Besseren, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Nur auf dem Papier! Sehr hohe Arbeitslosigkeit!
Es macht uns auch ein zweiter Vergleich sicher, meine sehr geehrten Damen und Herren – und das wissen jene Kollegen aus dem Finanzausschuss, die dabei waren, als die Experten des Währungsfonds vor eineinhalb Monaten in diesem Haus waren, und dort waren alle vier Fraktionen vertreten –: Die Experten des Währungsfonds haben gesagt, dass seit der politischen Wende 2000 Österreich, was die notwendigen Reformen betrifft, ein Herzeigemodell für Europa – ein Showcase für Europa – geworden ist. Österreich ist unter den Top 3, was den Lissabon-Prozess betrifft. Lissabon-Prozess heißt: wirtschaftlicher Aufholprozess, heißt Arbeitsplätze, Einkommenschancen, soziale Sicherheit – und wir sind unter den Top 3 mit einer hervorragenden Leistungsbilanz dieser Bundesregierung, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Parnigoni: Nur auf dem Papier! Sehr hohe Arbeitslosigkeit!) Herr Kollege Parnigoni, die folgenden Zahlen sind sehr einfach, die verstehst auch du.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was die neue Justizministerin betrifft, so hat sie neben ihrer eigenen Qualifikation ein hervorragendes Haus mit exzellenten Experten und die Parlamentsmehrheit hinter sich. Sie hat mit unserer Maria Theresia Fekter als Justizausschussobfrau eine kongeniale Partnerin. Da kann ich nur sagen: Glück auf in dieser neuen Funktion, Frau Justizministerin! Sie werden die Justizreformen erfolgreich fortsetzen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Lieber Kollege Edi Mainoni, du hast hervorragende Chancen, aber wir wissen: Wir können die schönsten Gesetze beschließen, aber sie müssen auch vollzogen werden! Diese Chance liegt jetzt bei dir, und wir sind sehr hoffnungsfroh und wünschen dir alles Gute für diese faszinierende Aufgabe in dieser neuen Funktion. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Broukal.
Meine Damen und Herren! Wir wissen, dass diese Mannschaft, die jetzt auf der Regierungsbank sitzt, alle Voraussetzungen mitbringt, und zwar auf Grund der bisherigen Leistungen. (Zwischenruf des Abg. Broukal.) Herr Kollege Broukal, diese Leistungen können Sie nicht zerreden! Das sind Daten und Fakten, die lassen sich nicht zerreden!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.
Ich selbst habe vorige Woche in meinem Wahlkreis die Donau-Uni in Krems besucht. Ich darf Sie daran erinnern: Seinerzeit von Ihnen belächelt – heute gibt es dort 3 000 Hörer aus 40 Nationen der Welt, und die Uni weist einen Selbstfinanzierungsgrad von 80 Prozent aus. – Das ist die Erfolgsstory der Bildungspolitik dieser Bundesregierung, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.
Herr Kollege Bauer, auch du hast damals gelächelt! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.) Ich kann mich noch daran erinnern, wie Altlandeshauptmann Sigi Ludwig diese Visionen, wo sich manche auf den Kopf geklopft haben, in die Wirklichkeit umgesetzt hat.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist die Stärke dieser Bundesregierung: Sie hat eine Perspektive – Österreich 2010. Dieses Land ist bei dieser Bundesregierung in guten Händen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Wir sind keine Genossen!
Erst vor kurzem haben wir erlebt, wie wenig erfolgreich die Debatte um die Themen „Vaterlandsverräter“ und „Champagner“ von Ihnen geführt wurde, und nun offerieren Sie uns eine wenig originelle Umbildung der Bundesregierung, die ich nicht so spannend finde wie all Ihre Parteigenossinnen und -genossen. (Abg. Dr. Stummvoll: Wir sind keine Genossen!) Wir hören zu wiederholtem Male die Schlagworte „Aufbruchstimmung“, „Erneuerung“, „Kompetenz“, aber niemand verblüfft das, weil wir das immer schon gehört haben. Immer wieder haben Sie erneut umgebildet – mit oder ohne quietschende, rauchende Gummis.
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Was Sie aber gleichzeitig gemacht haben, das ist Folgendes: Sie haben ein neues staatspolitisches Amt geboren, nämlich das eines Kärntner Konsulenten. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Dessen Ratschläge allerdings würde ich mehr als Schläge gegen ein erfolgreiches Regieren betrachten denn als Rat. Wenn Sie jedoch hören, was die Kommentatoren dazu schreiben und sagen, dann sollten Sie zumindest stutzig werden, ob so ein Amt dienlich ist, Österreich und die Republik zu führen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was Sie aber gleichzeitig gemacht haben, das ist Folgendes: Sie haben ein neues staatspolitisches Amt geboren, nämlich das eines Kärntner Konsulenten. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Dessen Ratschläge allerdings würde ich mehr als Schläge gegen ein erfolgreiches Regieren betrachten denn als Rat. Wenn Sie jedoch hören, was die Kommentatoren dazu schreiben und sagen, dann sollten Sie zumindest stutzig werden, ob so ein Amt dienlich ist, Österreich und die Republik zu führen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
wettet hat, indem er auf die Tragfähigkeit der Regierung setzte. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich will jetzt niemanden desavouieren – und ich will weder Mainoni noch die jetzige Justizministerin hier anklagen –, trotzdem bleibt etwas: Man braucht Mut, um nicht zu sagen, eine gewisse Tollkühnheit oder Respektlosigkeit den Anforderungen eines Amtes gegenüber, wenn man zu allem ja sagt, zu all dem, wozu man berufen wird – egal, ob geeignet oder nicht geeignet! Und das finde ich bedenklich! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Herr Bundeskanzler, was mich am meisten irritiert: Sie nehmen das alles in Kauf, diese Art Alleinregierung, dieses „Wegzaubern“ von fachkompetenter Ressortsteuerung, nur um Ihre Macht, nur um diese Koalition zu erhalten! Und das – sagen Sie mir dann, ob Sie’s anders sehen – halte ich für ich einen Verrat an der Republik, einen Verrat an den WählerInnen. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.) – „Landesverrat“ habe ich nicht gesagt, aber es ist ein Verrat! Ich sehe das so.
Abg. Scheibner: Also Sie haben Sorgen – wirklich wahr!
Sie, die neue Frau Justizministerin, könne „gut zupacken“, hat es geheißen; sie „traut sich etwas“, sagt Lopatka über die neue Bundesministerin. – Ich meine: „Zupacken“ tut man bei Möbelfirmen, und „trauen“ tut man sich vielleicht etwas als Stuntman/Stuntwoman: Ob das jedoch dazu berechtigt, ein Justizressort zu führen, weiß ich nicht. (Abg. Scheibner: Also Sie haben Sorgen – wirklich wahr!)
Abg. Dr. Bösch: Ungeheuerlich! Unverschämtheit!
den Kopf geschlagen, dass diese Funktionen nicht mehr möglich sind. (Abg. Dr. Bösch: Ungeheuerlich! Unverschämtheit!)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Ich weiß jetzt nicht, ob Sie vielleicht versteinerte „Kärntner Kasnudeln“ genommen haben (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), um sich gegenseitig zu bewerfen (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist unglaublich!), aber ich glaube, dass ein Koma in diesem Sinne dann schon mit Verantwortung verbunden wäre. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist unglaublich!
Ich weiß jetzt nicht, ob Sie vielleicht versteinerte „Kärntner Kasnudeln“ genommen haben (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), um sich gegenseitig zu bewerfen (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist unglaublich!), aber ich glaube, dass ein Koma in diesem Sinne dann schon mit Verantwortung verbunden wäre. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich weiß jetzt nicht, ob Sie vielleicht versteinerte „Kärntner Kasnudeln“ genommen haben (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), um sich gegenseitig zu bewerfen (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist unglaublich!), aber ich glaube, dass ein Koma in diesem Sinne dann schon mit Verantwortung verbunden wäre. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Peinlich, peinlich! Und das will ein Arzt sein!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (fortsetzend): Herr Bundeskanzler! Aus dieser Verantwortung möchte ich Sie nicht entlassen: Schauen Sie, dass die Bundesregierung wieder kognitive Fähigkeiten bekommt, die wir verstehen! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Peinlich, peinlich! Und das will ein Arzt sein!)
Zwischenruf bei den Grünen.
Begonnen hat es bereits in der Früh mit Frau Kollegin Moser, die sich disqualifiziert hat mit ihrem Zwischenruf einer neuen Justizministerin gegenüber, der wirklich aus der tiefsten Lade gekommen ist! (Zwischenruf bei den Grünen.) Kollegin Stoisits hat dann ein bisschen nachgesetzt, und was Herr Dr. Grünewald zum Schluss gesagt hat, entbehrt wirklich jeglicher Kompetenz, die man auch von den Grünen, zumindest hin und wieder, erwarten könnte! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Begonnen hat es bereits in der Früh mit Frau Kollegin Moser, die sich disqualifiziert hat mit ihrem Zwischenruf einer neuen Justizministerin gegenüber, der wirklich aus der tiefsten Lade gekommen ist! (Zwischenruf bei den Grünen.) Kollegin Stoisits hat dann ein bisschen nachgesetzt, und was Herr Dr. Grünewald zum Schluss gesagt hat, entbehrt wirklich jeglicher Kompetenz, die man auch von den Grünen, zumindest hin und wieder, erwarten könnte! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Momentan ist es wohl noch so, dass sich die Bevölkerung überhaupt nicht damit beschäftigt; die Bevölkerung nimmt Europa, nimmt die EU nicht wirklich wahr, das hat sich ja auch in den Wahlergebnissen gezeigt, die übrigens für alle Parteien nicht besonders gut waren, möchte ich einmal sagen, wenn man die absoluten Zahlen hernimmt. Zugegeben: auch für die Freiheitlichen nicht. – Warum waren die Ergebnisse nicht gut? – Die Bevölkerung ist EU-kritisch, und sie kann diese Verfassung sozusagen nicht angreifen. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
erste Heimat Österreich sein sollte – und erst unsere zweite Europa. Wir Freiheitlichen stehen jedenfalls dafür, dass das auch in Zukunft so bleiben wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Von Ihnen!
Es ist wirklich traurig, wenn man hier in einem nationalen Parlament mit Vertretern der Opposition über dieses Thema spricht – und dabei sehen muss, dass von der Opposition alle Grundsätze über Bord geworfen werden. (Abg. Öllinger: Von Ihnen!) Nichts von all dem – nichts! –, mit dem Sie in den Wahlkampf ziehen, hält! (Abg. Öllinger: Ganz klein sind Sie in der Regierung!) – Wir Freiheitlichen sind vielleicht momentan eine kleine Partei, Herr Kollege Öllinger, da mögen Sie Recht haben. Ja, wir waren schon einmal größer, wir sind kleiner geworden, aber: Sie jedoch mit Ihrer Politik werden nie viel größer werden! Heute haben Sie in diesen drei Stunden Fernsehübertragung gezeigt, dass Sie nicht in der Lage, dass Sie nicht willens sind, jemandem eine Chance zu geben, und Sie haben in drei Stunden Fernsehübertragung bewiesen, dass Ihre Parteipolemik und Ihre Zwischenrufe nur dazu dienen sollen, etwas schlecht zu machen und eine Menschenhatz zu veranstalten! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Ganz klein sind Sie in der Regierung!
Es ist wirklich traurig, wenn man hier in einem nationalen Parlament mit Vertretern der Opposition über dieses Thema spricht – und dabei sehen muss, dass von der Opposition alle Grundsätze über Bord geworfen werden. (Abg. Öllinger: Von Ihnen!) Nichts von all dem – nichts! –, mit dem Sie in den Wahlkampf ziehen, hält! (Abg. Öllinger: Ganz klein sind Sie in der Regierung!) – Wir Freiheitlichen sind vielleicht momentan eine kleine Partei, Herr Kollege Öllinger, da mögen Sie Recht haben. Ja, wir waren schon einmal größer, wir sind kleiner geworden, aber: Sie jedoch mit Ihrer Politik werden nie viel größer werden! Heute haben Sie in diesen drei Stunden Fernsehübertragung gezeigt, dass Sie nicht in der Lage, dass Sie nicht willens sind, jemandem eine Chance zu geben, und Sie haben in drei Stunden Fernsehübertragung bewiesen, dass Ihre Parteipolemik und Ihre Zwischenrufe nur dazu dienen sollen, etwas schlecht zu machen und eine Menschenhatz zu veranstalten! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist wirklich traurig, wenn man hier in einem nationalen Parlament mit Vertretern der Opposition über dieses Thema spricht – und dabei sehen muss, dass von der Opposition alle Grundsätze über Bord geworfen werden. (Abg. Öllinger: Von Ihnen!) Nichts von all dem – nichts! –, mit dem Sie in den Wahlkampf ziehen, hält! (Abg. Öllinger: Ganz klein sind Sie in der Regierung!) – Wir Freiheitlichen sind vielleicht momentan eine kleine Partei, Herr Kollege Öllinger, da mögen Sie Recht haben. Ja, wir waren schon einmal größer, wir sind kleiner geworden, aber: Sie jedoch mit Ihrer Politik werden nie viel größer werden! Heute haben Sie in diesen drei Stunden Fernsehübertragung gezeigt, dass Sie nicht in der Lage, dass Sie nicht willens sind, jemandem eine Chance zu geben, und Sie haben in drei Stunden Fernsehübertragung bewiesen, dass Ihre Parteipolemik und Ihre Zwischenrufe nur dazu dienen sollen, etwas schlecht zu machen und eine Menschenhatz zu veranstalten! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Die hat gar nicht gesprochen!
Frau Kollegin Bures zum Beispiel hat gesagt, die neue Justizministerin hätte keine Kompetenz, keine Erfahrung. (Abg. Öllinger: Die hat gar nicht gesprochen!) – Ich muss ehrlich sagen: Ich erinnere mich an eine Sondersitzung von vor rund drei Wochen hier, und da ist auch jemand von der SPÖ hier heraußen gestanden. Dazu: Wenn das, was Herr Kollege Broukal hier heraußen gesagt hat, von politischer Kompetenz und von politischer Erfahrung zeugt, dann, muss ich sagen, bin ich froh über die Entscheidung meiner Bundespartei, wirklich gute und kompetente Leute nach vorne zu stellen – und nicht irgendwo im ORF nach irgendwelchen Leuten zu suchen, die dann bei der erstbesten Gelegenheit hier im Hohen Haus ausrasten und hier auch vor der Öffentlichkeit zeigen, auf welch tiefer Ebene sie sich befinden! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Frau Kollegin Bures zum Beispiel hat gesagt, die neue Justizministerin hätte keine Kompetenz, keine Erfahrung. (Abg. Öllinger: Die hat gar nicht gesprochen!) – Ich muss ehrlich sagen: Ich erinnere mich an eine Sondersitzung von vor rund drei Wochen hier, und da ist auch jemand von der SPÖ hier heraußen gestanden. Dazu: Wenn das, was Herr Kollege Broukal hier heraußen gesagt hat, von politischer Kompetenz und von politischer Erfahrung zeugt, dann, muss ich sagen, bin ich froh über die Entscheidung meiner Bundespartei, wirklich gute und kompetente Leute nach vorne zu stellen – und nicht irgendwo im ORF nach irgendwelchen Leuten zu suchen, die dann bei der erstbesten Gelegenheit hier im Hohen Haus ausrasten und hier auch vor der Öffentlichkeit zeigen, auf welch tiefer Ebene sie sich befinden! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abschließend noch ein paar Worte zu den neuen Mitgliedern in der Bundesregierung: Herr Mag. Mainoni ist ja allen hier herinnen bekannt; ich glaube, über ihn braucht man nicht viel zu sagen. Mag. Mainoni, ein tief verwurzelter Freiheitlicher, wird seinen Weg ganz sicherlich gehen. Ich möchte an ihn aber auch an dieser Stelle die Bitte richten, dass er eben nicht vergisst, den Kontakt zu den Bürgern zu suchen, dass er nie vergisst, dieses Gespür der Freiheitlichen für die Menschen wahrzunehmen – und dass er immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Probleme der Menschen hat! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen, jedoch nicht der Abg. Dr. Glawischnig, die gerade etwas schreibt.
Zur Frau Justizministerin Mag. Miklautsch, über die heute hier schon sehr viel gesprochen wurde: Ich habe das Glück, sage ich einmal, bin ich doch einer der wenigen hier herinnen, der sie persönlich kennt, auch aus verschiedenen Verhandlungen. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen, jedoch nicht der Abg. Dr. Glawischnig, die gerade etwas schreibt.) – Frau Dr. Glawischnig, Sie können ruhig lachen darüber, das zeichnet Sie in diesem Fall aber nicht aus (Abg. Dr. Glawischnig: Ich rechne!); Sie, Frau Dr. Lichtenberger auch nicht! Es zeichnet Sie nicht aus, über eine junge Justizministerin zu lachen. (Abg. Öllinger: Das tun Sie höchstens!) Das möchte ich ganz klar an dieser Stelle sagen! Das ist wirklich etwas Verwerfliches! Das möchte ich Ihnen ins Stammbuch schreiben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Ich rechne!
Zur Frau Justizministerin Mag. Miklautsch, über die heute hier schon sehr viel gesprochen wurde: Ich habe das Glück, sage ich einmal, bin ich doch einer der wenigen hier herinnen, der sie persönlich kennt, auch aus verschiedenen Verhandlungen. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen, jedoch nicht der Abg. Dr. Glawischnig, die gerade etwas schreibt.) – Frau Dr. Glawischnig, Sie können ruhig lachen darüber, das zeichnet Sie in diesem Fall aber nicht aus (Abg. Dr. Glawischnig: Ich rechne!); Sie, Frau Dr. Lichtenberger auch nicht! Es zeichnet Sie nicht aus, über eine junge Justizministerin zu lachen. (Abg. Öllinger: Das tun Sie höchstens!) Das möchte ich ganz klar an dieser Stelle sagen! Das ist wirklich etwas Verwerfliches! Das möchte ich Ihnen ins Stammbuch schreiben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das tun Sie höchstens!
Zur Frau Justizministerin Mag. Miklautsch, über die heute hier schon sehr viel gesprochen wurde: Ich habe das Glück, sage ich einmal, bin ich doch einer der wenigen hier herinnen, der sie persönlich kennt, auch aus verschiedenen Verhandlungen. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen, jedoch nicht der Abg. Dr. Glawischnig, die gerade etwas schreibt.) – Frau Dr. Glawischnig, Sie können ruhig lachen darüber, das zeichnet Sie in diesem Fall aber nicht aus (Abg. Dr. Glawischnig: Ich rechne!); Sie, Frau Dr. Lichtenberger auch nicht! Es zeichnet Sie nicht aus, über eine junge Justizministerin zu lachen. (Abg. Öllinger: Das tun Sie höchstens!) Das möchte ich ganz klar an dieser Stelle sagen! Das ist wirklich etwas Verwerfliches! Das möchte ich Ihnen ins Stammbuch schreiben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zur Frau Justizministerin Mag. Miklautsch, über die heute hier schon sehr viel gesprochen wurde: Ich habe das Glück, sage ich einmal, bin ich doch einer der wenigen hier herinnen, der sie persönlich kennt, auch aus verschiedenen Verhandlungen. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen, jedoch nicht der Abg. Dr. Glawischnig, die gerade etwas schreibt.) – Frau Dr. Glawischnig, Sie können ruhig lachen darüber, das zeichnet Sie in diesem Fall aber nicht aus (Abg. Dr. Glawischnig: Ich rechne!); Sie, Frau Dr. Lichtenberger auch nicht! Es zeichnet Sie nicht aus, über eine junge Justizministerin zu lachen. (Abg. Öllinger: Das tun Sie höchstens!) Das möchte ich ganz klar an dieser Stelle sagen! Das ist wirklich etwas Verwerfliches! Das möchte ich Ihnen ins Stammbuch schreiben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei den Grünen.
Ich bin davon überzeugt, dass Frau Minister Miklautsch ihren Weg gehen wird, und ich bin auch davon überzeugt, dass sie sich sehr gut einarbeiten und gute Arbeit leisten wird. Wir Freiheitlichen werden sie jedenfalls nach bestem Wissen und Gewissen unterstützen; der freiheitliche Klub wird immer hinter ihr stehen! (Zwischenruf bei den Grünen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Wir werden auf alle Fälle beweisen, dass die Opposition auch da mit ihren Aussagen falsch liegt, und ich habe mir überlegt (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), was man der Frau Bundesministerin mit auf die Reise geben soll. – Ich komme schon zum Schlusssatz, Herr Präsident. – Einer Frau sollte man ein paar Blumen mit auf die Reise geben, und als Zweites möchte ich der Frau Justizministerin ein Bild von Justitia mit den Unterschriften meiner Nationalratskolleginnen und -kollegen geben, dass sie es in Ehren hält. Die Grundsätze von Justitia mögen ihr dabei helfen! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch begibt sich zur Regierungsbank und überreicht Bundesministerin Mag. Miklautsch einen Blumenstrauß und das erwähnte Bild der Justitia.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch begibt sich zur Regierungsbank und überreicht Bundesministerin Mag. Miklautsch einen Blumenstrauß und das erwähnte Bild der Justitia.
Wir werden auf alle Fälle beweisen, dass die Opposition auch da mit ihren Aussagen falsch liegt, und ich habe mir überlegt (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), was man der Frau Bundesministerin mit auf die Reise geben soll. – Ich komme schon zum Schlusssatz, Herr Präsident. – Einer Frau sollte man ein paar Blumen mit auf die Reise geben, und als Zweites möchte ich der Frau Justizministerin ein Bild von Justitia mit den Unterschriften meiner Nationalratskolleginnen und -kollegen geben, dass sie es in Ehren hält. Die Grundsätze von Justitia mögen ihr dabei helfen! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch begibt sich zur Regierungsbank und überreicht Bundesministerin Mag. Miklautsch einen Blumenstrauß und das erwähnte Bild der Justitia.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es ist uns ein ganz wichtiges Anliegen: Der nächste Rechnungshofpräsident muss wieder ein unabhängiger Rechnungshofpräsident sein, damit er diese Tätigkeit auch so ausfüllt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Und Nowotny ist kein Parteikandidat?
ÖVP und FPÖ haben genau diesen Gedankengang Neissers offensiv gebrochen, denn Dr. Josef Moser, ehemaliger Klubdirektor der FPÖ, ist natürlich ein Parteikandidat und eine Vertrauensperson der beiden Regierungsparteien. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Und Nowotny ist kein Parteikandidat?)
Abg. Neudeck: Sie haben Cap sehen wollen!
Mit dieser Geisteshaltung wurde also dieses Hearing durchgeführt. Was haben Sie den dreien eigentlich gesagt? Und dem Dr. Wolf aus dem Rechnungshof, der auch nur ein Zählkandidat war? Was haben Sie denen gesagt? Nimm vorher Schauspielunterricht, damit man dir glaubt, dass du an deine Chance glaubst, es zu werden!? – Oder was war der Hintergrund? (Abg. Neudeck: Sie haben Cap sehen wollen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich muss Ihnen sagen: Wenn man so mit der Einrichtung des Hauptausschusses und mit der Einrichtung des Hearings umgeht, dann verstehe ich auch, warum Sie die Anwesenheit der Medien nicht wollten: damit nämlich der Österreicher und die Österreicherin nicht sehen, welche Farce Sie geplant hatten. Das verstehe ich dann! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Für die SPÖ!
Sie von den Koalitionsparteien wollen also eine Selbstkontrolle mit Augenzwinkern. Heimlich haben Sie Dr. Moser ausgemacht. Das Hearing war eine Farce! Dann war die Abstimmung: 17 Stimmen waren für Dr. Moser, 12 für Dr. Ewald Nowotny, der bei weitem der qualifizierteste Kandidat im Hearing war! Das war in Wirklichkeit der Hearing-Sieger! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Für die SPÖ!)
Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen.
Drei Stimmen waren für Dr. Heinz Mayer. Und dann in der Schlussabstimmung hat die ÖVP nicht einmal einen ihrer drei Kandidaten des ÖVP-Wahlvorschlages nominiert, weil sie anscheinend nach dem Hearing der Meinung war, Dr. Moser ist der Beste und die drei anderen sind gar nicht so gut. (Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Eine solche Wertschätzung über die Parteigrenzen hinweg kennen Sie eben nicht!
Als ob Sie ihn gar nicht gekannt hätten! Dr. Moser ist immerhin zehn Jahre im Parlament gewesen. – Also den Applaus, der da gerade gekommen ist, sollten Sie sich zu Gemüte führen. Das sage ich Ihnen nur, damit das nicht ganz in Vergessenheit gerät. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Eine solche Wertschätzung über die Parteigrenzen hinweg kennen Sie eben nicht!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: „Angeblich“ ist nicht die Wahrheit!
gen kommen und nicht bloß die vermeintliche Rückzugsposition: „Ich bin kein Plastiksackerl-Träger!“ – Oder: Wie man aus anderen Medien vernehmen durfte, hat Dr. Moser angeblich ein Kuvert abgegeben, in dem 10 Millionen Schilling waren. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: „Angeblich“ ist nicht die Wahrheit!) Dazu hat Dr. Moser gesagt, es habe ihn nicht interessiert, was in dem Kuvert gewesen sei. – Na, das wünscht man sich immer, dass jemand Dinge transportiert und gar kein Interesse daran hat, was da drinnen ist!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich sage Ihnen nur eines: Nach § 4 Parteiengesetz müssen die Spendenlisten der Parteien an den Rechnungshof weitergegeben werden. Daher muss doch bitte hier ein Rechnungshofpräsident sitzen, der über jeden Verdacht erhaben ist! Das sei einmal in dieser Deutlichkeit auch in diesem Rahmen hier festgestellt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Neudeck: Ist das jetzt ein Gesetzesantrag?
Ich will Ihnen noch etwas sagen: Wenn Ihnen von der ÖVP das alles egal ist, wenn Sie nichts anderes im Kopf haben, als diesen Pakt hier einzuhalten – Rechnungshof blau, dafür etwas anderes dann wieder schwarz, schwarz, schwarz, dann wieder lang nichts und dann wieder blau –, wenn Sie das alles vorhaben, dann gehen Sie heraus und sagen Sie es! (Abg. Neudeck: Ist das jetzt ein Gesetzesantrag?) Dann ersparen wir uns in Zukunft das Hearing, dann brauchen wir eigentlich gar keine Plenardebatte, nur das Fernsehen sollte man nicht ausschalten, denn man sollte nämlich sehen, dass Sie hier wirklich in einer Sklaventreue gegenüber diesen Pakten vorgehen und den Intentionen Heinrich Neissers hier überhaupt keine Folge mehr leisten. Alles, was Sie in der Zeit, als Sie noch in Opposition waren, einmal hier vorgetragen haben, interessiert Sie nicht mehr!
Abg. Neudeck: Dazu gibt es eine Presseaussendung, die genau das Gegenteil besagt!
Auch auf diese Vorwürfe, die in den Medien sogar mit Abdruck entsprechender Kopien angeführt wurden, erwarte ich mir von den folgenden Rednerinnen und Rednern Antworten, weil wir mit Recht diese Antworten zu erwarten haben. (Abg. Neudeck: Dazu gibt es eine Presseaussendung, die genau das Gegenteil besagt!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wenn er so viel schreibt, hat er ohnehin keine Zeit zu kontrollieren!
Zum letzten Punkt: Professor Ewald Nowotny, der im Übrigen 54 wissenschaftliche Artikel und 8 Bücher veröffentlicht hat, übrigens über den öffentlichen Sektor, der Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank und hier lange Zeit Finanzsprecher, im Rechnungshofausschuss war ... (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wenn er so viel schreibt, hat er ohnehin keine Zeit zu kontrollieren!) – Ja, das macht Sie unruhig! Dr. Nowotny war nämlich der Einzige, der wirklich alle Qualifikationen erfüllt hat und alle Kompetenzfragen exzellent geklärt hat. Er hat nur einen einzigen „Nachteil“ gehabt: Er kommt nicht von der ÖVP und er kommt auch nicht von der FPÖ. Daher kann er noch so qualifiziert sein, das Hearing noch so gut absolvieren, er wird es einfach nicht! Punkt! – Das ist Ihre Geisteshaltung. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Genau!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Genau!
Zum letzten Punkt: Professor Ewald Nowotny, der im Übrigen 54 wissenschaftliche Artikel und 8 Bücher veröffentlicht hat, übrigens über den öffentlichen Sektor, der Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank und hier lange Zeit Finanzsprecher, im Rechnungshofausschuss war ... (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wenn er so viel schreibt, hat er ohnehin keine Zeit zu kontrollieren!) – Ja, das macht Sie unruhig! Dr. Nowotny war nämlich der Einzige, der wirklich alle Qualifikationen erfüllt hat und alle Kompetenzfragen exzellent geklärt hat. Er hat nur einen einzigen „Nachteil“ gehabt: Er kommt nicht von der ÖVP und er kommt auch nicht von der FPÖ. Daher kann er noch so qualifiziert sein, das Hearing noch so gut absolvieren, er wird es einfach nicht! Punkt! – Das ist Ihre Geisteshaltung. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Genau!)
Beifall bei der SPÖ.
Da kann ich Ihnen nur sagen: Es wird Zeit, dass Ihnen der Wähler bald die Rechnung präsentiert für den Schacher, den Sie hier zu verantworten haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Werner Fasslabend (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Die Rede des Herrn Klubobmannes Cap war nach meiner Meinung ein Musterbeispiel für eine Rede, wie sie in einer derartigen Situation unangemessen, und zwar im höchsten Ausmaß, ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Wir haben gehört, was Cap gesagt hat! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Unvorstellbar!
Herr Kollege Cap, Sie kommen hier heraus, zitieren den ehemaligen Präsidenten Neisser, der gesagt hat, es sollte keine Vertrauensperson einer Partei sein, und im gleichen Atemzug verteidigen Sie die Nominierung von Ewald Nowotny, der jahrelang nicht nur Mitglied der SPÖ, sondern sogar Klubobmann-Stellvertreter und damit einer der wichtigsten Funktionsträger der SPÖ war. Das wollen Sie den Leuten als ehrlich verkaufen? Das verstehe ich nicht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Wir haben gehört, was Cap gesagt hat! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Unvorstellbar!)
Abg. Dr. Niederwieser: Vorlesen!
Ich erinnere an Präsident Kandutsch, an Präsident Broesigke oder zuletzt an Präsident Fiedler. Sie alle waren ursprünglich einmal Mitglied und auch Funktionär einer Partei, aber sie haben es verstanden, diese Funktion parteiunabhängig auszuüben. Und ich könnte Ihnen vorlesen, was Sie, und zwar die Grünen und die SPÖ, damals anlässlich der Wahl von Präsident Fiedler gesagt haben. (Abg. Dr. Niederwieser: Vorlesen!) Als „vergifteten Köder“ hat ihn Frau Abgeordnete Stoisits bezeichnet, als „Hausmeister“ ist er von Wabl und Voggenhuber bezeichnet worden. Die SPÖ hat gesagt, und zwar der damalige – ich glaube, er war es damals gerade noch – Klubobmann Fuhrmann, dass er dem Ansehen dieses Hauses und der Republik nicht dienen wird, wenn er in diese Funktion gewählt wird. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Unglaublich!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Unglaublich!
Ich erinnere an Präsident Kandutsch, an Präsident Broesigke oder zuletzt an Präsident Fiedler. Sie alle waren ursprünglich einmal Mitglied und auch Funktionär einer Partei, aber sie haben es verstanden, diese Funktion parteiunabhängig auszuüben. Und ich könnte Ihnen vorlesen, was Sie, und zwar die Grünen und die SPÖ, damals anlässlich der Wahl von Präsident Fiedler gesagt haben. (Abg. Dr. Niederwieser: Vorlesen!) Als „vergifteten Köder“ hat ihn Frau Abgeordnete Stoisits bezeichnet, als „Hausmeister“ ist er von Wabl und Voggenhuber bezeichnet worden. Die SPÖ hat gesagt, und zwar der damalige – ich glaube, er war es damals gerade noch – Klubobmann Fuhrmann, dass er dem Ansehen dieses Hauses und der Republik nicht dienen wird, wenn er in diese Funktion gewählt wird. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich kann es Ihnen wörtlich zitieren, ich habe mir die Reden herausgeholt und könnte Ihnen jedes einzelne Wort zitieren. Und ähnlich argumentieren Sie heute! Das Bild von Fiedler hat sich auch bei den heutigen Oppositionsparteien entscheidend verändert: Er ist in allen Lagern Österreichs über alle Maßen angesehen. Ich denke, das kann man sagen, und er verdient es auch, dass nicht mit Polemik begonnen wird, sondern dass wir ihm an dieser Stelle am heutigen Tag ein großes Danke dafür sagen, dass er der Republik Österreich so hervorragende Dienste geleistet hat. Und ich würde mich freuen, wenn auch die Opposition dabei mitzieht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Ihre Gesinnung tatsächlich ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) So ähnlich halten Sie es jetzt auch mit Moser. Moser – und jeder, der ihn kennt, und die meisten in diesem Hause kennen ihn, wird das bestätigen – ist zweifellos ein hervorragender Mann, dem niemand seine Kompetenz abstreiten kann, der eine Dynamik hat, der Arbeitseinsatz zeigt und der es auch verstanden hat, sich überall dort, wo er agiert hat, so weit Vertrauen zu erwerben, dass man sagen kann: Dieser Mann hat Handschlagqualität! – Sie stellen ihn heute so hin, als stünde er in einem zwielichtigen Licht, als könne man ihm nicht trauen und als wäre er in jedem Fall ungeeignet. Sie machen damit wieder haargenau das Gleiche, das Sie bereits vor zwölf Jahren getan haben.
Abg. Dr. Jarolim: Danke, dass Sie uns das zugestehen!
Was Sie damit aber in Wirklichkeit tun, ist, dass Sie das Ansehen dieses wichtigen Staatsamtes in Frage stellen, dass Sie das Ansehen dieses Staatsamtes beschädigen. Spätestens am Wahltag sollte man davon Abstand nehmen und sollte man nicht mit Vorurteilen agieren, sondern mit berechtigtem Urteil – auch in kritischer Hinsicht, das steht einer Opposition durchaus zu (Abg. Dr. Jarolim: Danke, dass Sie uns das zugestehen!), dies aber so, dass man sich auch nachher noch in die Augen schauen kann und dass nicht nachher plötzlich etwas ganz anderes gilt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was Sie damit aber in Wirklichkeit tun, ist, dass Sie das Ansehen dieses wichtigen Staatsamtes in Frage stellen, dass Sie das Ansehen dieses Staatsamtes beschädigen. Spätestens am Wahltag sollte man davon Abstand nehmen und sollte man nicht mit Vorurteilen agieren, sondern mit berechtigtem Urteil – auch in kritischer Hinsicht, das steht einer Opposition durchaus zu (Abg. Dr. Jarolim: Danke, dass Sie uns das zugestehen!), dies aber so, dass man sich auch nachher noch in die Augen schauen kann und dass nicht nachher plötzlich etwas ganz anderes gilt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Was heißt bei diesem Kandidaten „über die Parteigrenzen hinweg denken“?
Ich stelle mir die Frage, warum Herr Klubobmann Cap hier heraus geht, warum er hier auf diese Art und Weise spricht, die eigentlich entwürdigend ist in dieser Situation. Ich bin vollkommen überzeugt, dass die Menschen das auch nicht verstehen, dass sie wollen, dass wir auch über Parteigrenzen hinweg denken können, dass wir auch bereit sind, einem Mann einen Vertrauensvorschuss zu geben, dass wir auch in der Lage sind, zuerst an das Ansehen der Republik zu denken und nicht nur an das Ansehen der Partei. (Abg. Mag. Wurm: Was heißt bei diesem Kandidaten „über die Parteigrenzen hinweg denken“?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Sehr unseriös!
Herr Klubobmann Cap, wenn man nicht in der Lage ist, für ein derartiges Amt einen Kandidaten zu finden, der auch parteiübergreifend eine Mehrheit erhalten kann, dann ist man nicht in der Lage, Verantwortung für diese Republik zu tragen. Und wenn man dazu den anderen noch beschuldigt, dann ist man unfähig! Das möchte ich Ihnen in aller Deutlichkeit sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Sehr unseriös!)
Abg. Dr. Jarolim: Der Klubdirektor im Haus war!
Ich möchte zum Schluss diese Bitte um das Vertrauen nicht nur an meine eigenen Fraktionskollegen richten, sondern durchaus auch an die Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ und von den Grünen. Meine Damen und Herren! Seien Sie bereit, für dieses unabhängige Amt einen Mann zu wählen, der bereit und der fähig ist, dieses Amt entsprechend auszuüben! (Abg. Dr. Jarolim: Der Klubdirektor im Haus war!) Ich selbst habe zum Beispiel erst im Hearing erfahren, dass er nicht einmal Mitglied der FPÖ war. Moser hat für die FPÖ gearbeitet, hat aber als Person auch so viel Eigenständigkeit bewiesen, dass er nicht einmal Mitglied geworden ist. Ich finde das anerkennenswert. (Abg. Dr. Glawischnig: Wieso? Müssen bei Ihnen alle Angestellten Parteimitglieder sein?)
Abg. Dr. Glawischnig: Wieso? Müssen bei Ihnen alle Angestellten Parteimitglieder sein?
Ich möchte zum Schluss diese Bitte um das Vertrauen nicht nur an meine eigenen Fraktionskollegen richten, sondern durchaus auch an die Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ und von den Grünen. Meine Damen und Herren! Seien Sie bereit, für dieses unabhängige Amt einen Mann zu wählen, der bereit und der fähig ist, dieses Amt entsprechend auszuüben! (Abg. Dr. Jarolim: Der Klubdirektor im Haus war!) Ich selbst habe zum Beispiel erst im Hearing erfahren, dass er nicht einmal Mitglied der FPÖ war. Moser hat für die FPÖ gearbeitet, hat aber als Person auch so viel Eigenständigkeit bewiesen, dass er nicht einmal Mitglied geworden ist. Ich finde das anerkennenswert. (Abg. Dr. Glawischnig: Wieso? Müssen bei Ihnen alle Angestellten Parteimitglieder sein?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Springen Sie über Ihren Schatten! Geben auch Sie ihm das Vertrauen! Zeigen Sie, dass Sie nicht einfach nur einer taktischen Variante Ihres Klubobmanns Folge leisten. Unterstützen Sie das Ansehen des Amtes des Rechnungshofpräsidenten, und Sie werden in der glücklichen Lage sein, in wenigen Monaten das gleiche Lob über Mosers Amtsführung auszusprechen, wie Sie es bisher über diejenige Fiedlers getan haben, nachdem er bei seiner Bestellung in Grund und Boden gestampft worden ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Der Vorsitzende sucht sich seinen Chef aus!
Deshalb appelliere ich an Sie, sich die Frage zu stellen, ob wir diesen Schritt, den der Hauptausschuss dem Plenum vorschlägt, wirklich in dieser Art und Weise nachvollziehen sollen. – Ich begründe das jetzt mit verschiedenen Vorgängen im Vorfeld dieser möglichen Bestellung. (Abg. Neudeck: Der Vorsitzende sucht sich seinen Chef aus!)
Abg. Scheibner: Das glaubt er von Ihnen!
Also wer der Chef von wem ist, Kollege Neudeck? An dieser Ihrer Bemerkung sehen wir schon wieder, welch eigenartiges Verständnis Sie haben. (Abg. Scheibner: Das glaubt er von Ihnen!) Das Parlament ist das Organ der Republik, das den Rechnungshof als verlängerten Arm hat – und nicht umgekehrt! Aber es geht nicht darum, ob wir uns alleine hier jemanden aussuchen, sondern es geht darum, ob eine einstimmige Wahl möglich gewesen wäre oder noch möglich ist. Und das war immer die Initiative und der Vorschlag der Grünen. (Abg. Neudeck: Im Gegensatz zu Van der Bellen waren Sie beim Hearing!)
Abg. Neudeck: Im Gegensatz zu Van der Bellen waren Sie beim Hearing!
Also wer der Chef von wem ist, Kollege Neudeck? An dieser Ihrer Bemerkung sehen wir schon wieder, welch eigenartiges Verständnis Sie haben. (Abg. Scheibner: Das glaubt er von Ihnen!) Das Parlament ist das Organ der Republik, das den Rechnungshof als verlängerten Arm hat – und nicht umgekehrt! Aber es geht nicht darum, ob wir uns alleine hier jemanden aussuchen, sondern es geht darum, ob eine einstimmige Wahl möglich gewesen wäre oder noch möglich ist. Und das war immer die Initiative und der Vorschlag der Grünen. (Abg. Neudeck: Im Gegensatz zu Van der Bellen waren Sie beim Hearing!)
Beifall bei den Grünen.
Sie wissen ganz genau, dass es viele Bemühungen gegeben hat, einen, wie ich meine, parteifernen, aber sehr politikerfahrenen und hochrangigen Experten dem Plenum vorzuschlagen. Und das verstehen wir unter parteifrei – und nicht das, was Sie hier erklärt haben, Kollege Fasslabend! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das merkt man eh daran, was Sie jetzt aufführen, dass das richtig war!
Es war immer der Vorschlag, dass wir vor der EU-Wahl dem Parlament die Kandidaten nennen. Sie haben es mit Ihrer Mehrheit geschafft, dass das Ganze nach der EU-Wahl gemacht wird. Erklären Sie doch den Leuten (Abg. Scheibner: Das merkt man eh daran, was Sie jetzt aufführen, dass das richtig war!), wieso die Nominierung von Rechnungshof-Präsidentschaftskandidaten mit dem Termin der EU-Wahl in Zusammenhang steht! Das kann doch nur mit Ihrer Vorgangsweise in irgendeinem Zusammenhang stehen, und genauso war es dann auch: Je mehr die FPÖ bei der EU-Wahl verliert, desto mehr muss sie im Nachhinein kompensiert werden, damit sie nicht noch kopfscheuer wird, als sie es ohnehin schon ist. – Und das ist eine schlechte Voraussetzung
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
für die Bestellung eines Rechnungshofpräsidenten! Das war der erste Kardinalfehler. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Seit zwölf Jahren ist bekannt, dass dieser Tag, der 30. Juni, kommen wird, und Sie haben es geschafft, bis auf zwei Tage davor zu warten. Ich finde das dem scheidenden Präsidenten gegenüber eine unangenehme Vorgangsweise, aber ich finde es auch gegenüber dem Neuen schlecht, egal, wer es ist. Es ist jedenfalls Ausdruck dessen, dass Sie Ihre parteipolitische Taktik nur mehr darauf abstellen, wie Sie sich von Termin zu Termin lavieren können und Ihre restlichen wenigen Prinzipien der Regierungspolitik noch unterbringen können. Es ist in diesem Fall klipp und klar ein ganz ordinärer Postenschacher, dieser Vorwurf ist Ihnen nicht zu ersparen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Großruck: Die Geschäftsordnung ist nicht da, um umschifft zu werden!
Nun gab es den Versuch, dass man dieses so genannte Hearing im Hauptausschuss aus vielen guten Gründen öffentlich macht. Das ist geschäftsordnungsmäßig schwierig, aber umschiffbar. Jeder und jede, die guten Willens gewesen wären, hätten das Problem lösen können, die Vorschläge waren auf dem Tisch. (Abg. Großruck: Die Geschäftsordnung ist nicht da, um umschifft zu werden!) Doch die Mehrheit hier im Haus, die Regierungsfraktionen haben ein öffentliches Hearing verhindert.
Abg. Neudeck: Kollege Pilz wäre nicht abgegangen!
Im Nachhinein wissen wir auch, warum. Wir haben schon geglaubt, dass das Ganze irgendeinen Sinn hat. Ich sage Ihnen ganz offen: Hätte ich vorher gewusst, was Sie hier unter der Regie der Regierungsparteien im Hauptausschuss für ein Schauspiel aufführen, hätte ich meiner Fraktion empfohlen, daran gar nicht teilzunehmen, und wir hätten uns überlegt, ob wir überhaupt einen Kandidaten nominieren. Auch Sie hätten sich überlegen sollen, ob Sie dort Menschen hinschicken, um auf diese Art und Weise hintergangen zu werden, muss ich fast sagen. (Abg. Neudeck: Kollege Pilz wäre nicht abgegangen!) Das war eine Farce, ein widerwärtiges Schauspiel, ich möchte das nie mehr im Parlament erleben! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Im Nachhinein wissen wir auch, warum. Wir haben schon geglaubt, dass das Ganze irgendeinen Sinn hat. Ich sage Ihnen ganz offen: Hätte ich vorher gewusst, was Sie hier unter der Regie der Regierungsparteien im Hauptausschuss für ein Schauspiel aufführen, hätte ich meiner Fraktion empfohlen, daran gar nicht teilzunehmen, und wir hätten uns überlegt, ob wir überhaupt einen Kandidaten nominieren. Auch Sie hätten sich überlegen sollen, ob Sie dort Menschen hinschicken, um auf diese Art und Weise hintergangen zu werden, muss ich fast sagen. (Abg. Neudeck: Kollege Pilz wäre nicht abgegangen!) Das war eine Farce, ein widerwärtiges Schauspiel, ich möchte das nie mehr im Parlament erleben! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Parteipolitik ist eine Sache, aber dass sich der wichtigste Ausschuss im Parlament für solch ein Schauspiel hergibt, ist der Tiefpunkt, und so lauteten auch die Kommentare im Nachhinein: Tiefpunkt und Schande für den Hauptausschuss und für das Parlament! Und das hat nun einmal die Mehrheit der Regierungsfraktionen zu verantworten, und davon kann ich auch den Parlamentspräsidenten leider nicht ausnehmen. (Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Abg. Mag. Molterer: Das ist geschäftsordnungsgemäß!
Man hätte ja noch hoffen dürfen, dass dieses Hearing irgendeinen Sinn hat. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass es einen Sinn gehabt hat. Ich darf ein Ergebnis dieses Hearings vorwegnehmen: Wieder mit Ihrer Mehrheit im Übrigen ist ausdrücklich ein Einer-Vorschlag an das Plenum durchgedrückt worden. (Abg. Mag. Molterer: Das ist geschäftsordnungsgemäß!) Wissen Sie, auf wen dieses Los gefallen ist? – Genau jener Kandidat, der nachweislich Fragen der Abgeordneten in einem Hearing nicht beantwortet hat, ist Gegenstand (Abg. Neudeck: Das stimmt doch nicht!) dieses dem
Abg. Neudeck: Das stimmt doch nicht!
Man hätte ja noch hoffen dürfen, dass dieses Hearing irgendeinen Sinn hat. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass es einen Sinn gehabt hat. Ich darf ein Ergebnis dieses Hearings vorwegnehmen: Wieder mit Ihrer Mehrheit im Übrigen ist ausdrücklich ein Einer-Vorschlag an das Plenum durchgedrückt worden. (Abg. Mag. Molterer: Das ist geschäftsordnungsgemäß!) Wissen Sie, auf wen dieses Los gefallen ist? – Genau jener Kandidat, der nachweislich Fragen der Abgeordneten in einem Hearing nicht beantwortet hat, ist Gegenstand (Abg. Neudeck: Das stimmt doch nicht!) dieses dem
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Plenum des Nationalrates und Ihnen aufgezwungenen Einer-Vorschlags! Sie sind Ihrer Wahlmöglichkeit beraubt worden, Sie dürfen nur mehr jenen wählen, der nachweislich die Fragen nicht beantwortet hat. So weit ist es gekommen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
All das hätten Sie sich selbst, der Opposition, vor allem den Kandidatinnen und Kandidaten und letztlich auch der Öffentlichkeit ersparen können. Nun stehen wir vor der Situation, dass hier ein Vorschlag vorliegt, angesichts dessen man nur mehr resümieren kann: Wenn Sie das wirklich ehrlich betrachten und das Ganze noch retten wollen, dann müssen Sie zurück an den Start! – Deshalb wird es heute auch einen Rückverweisungsantrag geben. Über diesen Vorschlag des Hauptausschusses soll nicht abgestimmt werden, sondern er soll an den Hauptausschuss rückverwiesen werden, mit dem ehrlichen Bemühen, das Ganze noch einmal zu probieren. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Abg. Neudeck: Wir wählen so lange, bis es Ihrer ist, dann sind Sie zufrieden!
Wenn es schon ein Hearing gibt, dann sollte dieses ehrlich abgeführt werden – oder man beschließt gleich Parteienverhandlungen, so wie wir es Ihnen ursprünglich vorgeschlagen haben. (Abg. Neudeck: Wir wählen so lange, bis es Ihrer ist, dann sind Sie zufrieden!) Aber das, was Sie jetzt hier vorliegen haben, ist nicht richtig. Wenn Sie jetzt in geheimer Abstimmung diesem Vorschlag zustimmen, dann haben Sie den größtmöglichen Schaden für das Parlament und letztlich – das ist zu befürchten – auch für den Rechnungshof herbeigeführt.
Abg. Wittauer: Er hat einen Namen!
Deshalb appelliere ich an Sie an dieser Stelle in der Sache selbst: Wenn wir uns diesem Hearing zuwenden, dann muss man sagen, dass der nun vorgeschlagene Kandidat ein paar Riesenprobleme aufgeworfen hat. (Abg. Wittauer: Er hat einen Namen!) – Er hat den Namen Dr. Moser; vielen Dank. – Dr. Moser ist Bediensteter, Chefmanager der HL-AG, mit dem Tag des Hearings wäre er eigentlich für die ÖBB-Holding vorgesehen gewesen. Es ist wahrscheinlich nur ein purer Zufall, dass der designierte Kandidat für die ÖBB-Holding seinen diesbezüglichen Vertrag – der Herr Verkehrsminister hinter mir weiß das – an diesem Tag oder knapp danach hätte unterzeichnen sollen.
Abg. Neudeck: Wenn er so schlecht ist, müssen doch die ÖBB froh sein!
Das ist im Übrigen auch ein Riesenproblem in der ÖBB. Herr Vizekanzler, Sie haben doch selbst gesagt, dass Ihnen die Geschichte mit Dr. Moser jetzt bald schon zu viel wird. Er solle sich einmal auf irgendetwas konzentrieren. Er möge doch einmal in der ÖBB zeigen, was er kann, und außerdem wollen Sie sich die Vorgänge, die jetzt dort wiederum anlaufen, ersparen. (Abg. Neudeck: Wenn er so schlecht ist, müssen doch die ÖBB froh sein!) Sie müssen jetzt wieder einen Manager suchen – und im Übrigen sind wieder ein paar blaue Kandidaten und niemand anderer im Gespräch. Der Vorsitzende der ÖBB sagt: Das Ganze ist doch eine Farce des Aufsichtsrates! Und Sie haben auch noch in diese Gestionierung eingegriffen. Wenn dem so ist, wird Ihnen das Problem gleich bekannt sein.
Abg. Neudeck: Konsequent sind Sie nicht in Ihrer Überlegung!
Dr. Moser war von 2002 bis 2004 in der HL-AG verantwortlich und war vorbereitend verantwortlich bei der ÖBB-Reform. Eines der wichtigsten Überprüfungsgebiete des Rechnungshofes ist das Verkehrswesen, die öffentliche Verkehrswirtschaft. Wie wird er sich da verhalten? – Das wird sehr schwierig. (Abg. Neudeck: Konsequent sind Sie nicht in Ihrer Überlegung!) Zumindest für die Jahre 2002 bis 2004 wird er sich befangen erklären müssen, wenn er seriös ist. Das ist das erste Problem. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Dr. Moser war von 2002 bis 2004 in der HL-AG verantwortlich und war vorbereitend verantwortlich bei der ÖBB-Reform. Eines der wichtigsten Überprüfungsgebiete des Rechnungshofes ist das Verkehrswesen, die öffentliche Verkehrswirtschaft. Wie wird er sich da verhalten? – Das wird sehr schwierig. (Abg. Neudeck: Konsequent sind Sie nicht in Ihrer Überlegung!) Zumindest für die Jahre 2002 bis 2004 wird er sich befangen erklären müssen, wenn er seriös ist. Das ist das erste Problem. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Abg. Scheibner: Das wisst ihr nicht, da könnt ihr nicht mitreden!
Daraus leiten Sie keine Befangenheit ab? – Die Koordination der Regierungstätigkeit ist irgendetwas, was mit Regieren zu tun hat! Möglicherweise ist das bei der FPÖ nicht so, aber jedenfalls scheint mir hier eine gewisse Befangenheit gegeben zu sein. (Abg. Scheibner: Das wisst ihr nicht, da könnt ihr nicht mitreden!)
Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht!
Letzter Punkt: Ein Rechnungshofpräsident, der auf den Vorhalt, ob er in illegale Parteienfinanzierung verwickelt ist oder nicht – ganz egal, wie die Sache gerichtlich weitergegangen wäre oder ausgegangen wäre –, nichts anderes sagen kann als: Ich bin kein Plastiksackerlträger!, dazu muss ich sagen, das ist ein bisschen dünn. (Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht!) – Natürlich stimmt das, Sie waren offensichtlich nicht immer dabei. (Abg. Scheibner: Ich war schon dabei!) Das Zitat ist mehrmals gefallen und verbrieft: Ich bin kein Plastiksackerlträger! – Gratuliere, wenn das die Hauptqualifikation ist! Auch deshalb fordere ich: Zurück an den Start! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ich war schon dabei!
Letzter Punkt: Ein Rechnungshofpräsident, der auf den Vorhalt, ob er in illegale Parteienfinanzierung verwickelt ist oder nicht – ganz egal, wie die Sache gerichtlich weitergegangen wäre oder ausgegangen wäre –, nichts anderes sagen kann als: Ich bin kein Plastiksackerlträger!, dazu muss ich sagen, das ist ein bisschen dünn. (Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht!) – Natürlich stimmt das, Sie waren offensichtlich nicht immer dabei. (Abg. Scheibner: Ich war schon dabei!) Das Zitat ist mehrmals gefallen und verbrieft: Ich bin kein Plastiksackerlträger! – Gratuliere, wenn das die Hauptqualifikation ist! Auch deshalb fordere ich: Zurück an den Start! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Letzter Punkt: Ein Rechnungshofpräsident, der auf den Vorhalt, ob er in illegale Parteienfinanzierung verwickelt ist oder nicht – ganz egal, wie die Sache gerichtlich weitergegangen wäre oder ausgegangen wäre –, nichts anderes sagen kann als: Ich bin kein Plastiksackerlträger!, dazu muss ich sagen, das ist ein bisschen dünn. (Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht!) – Natürlich stimmt das, Sie waren offensichtlich nicht immer dabei. (Abg. Scheibner: Ich war schon dabei!) Das Zitat ist mehrmals gefallen und verbrieft: Ich bin kein Plastiksackerlträger! – Gratuliere, wenn das die Hauptqualifikation ist! Auch deshalb fordere ich: Zurück an den Start! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Rechtsstaat ist für Sie ein Fremdwort!
Sie bringen immer als Vergleich Dr. Fiedler. – Dr. Fiedler hat vielleicht eine gewisse ÖVP-Nähe gehabt, aber er war zuvor sechs Jahre lang Vizepräsident des Rechnungshofes, und Dr. Fiedler hat nie ein derartiges Loyalitätsverhältnis zu wesentlichen Politikern aus der Regierungskoalition gepflegt. (Abg. Scheibner: Rechtsstaat ist für Sie ein Fremdwort!) Das ist das Problem. Fähig oder nicht fähig – darüber rede ich jetzt nicht weiter. Wir haben sieben Kandidatinnen und Kandidaten gehabt, davon wäre jeder fähiger gewesen als Dr. Moser, allein deswegen, weil die anderen gewillt waren, die Fragen zu beantworten, und weil niemand in dieser Art und Weise in einem Loyalitätskonflikt steckt wie Dr. Moser. Das Problem müssen Sie aber mit sich selbst ausmachen, das haben Sie zu verantworten. Und deshalb ist dieser Vergleich mit Fiedler völlig falsch.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Redezeit!
Natürlich kann sich jeder in dieser Funktion profilieren. Das ist eine andere Sache, aber man muss deshalb im Vorfeld nicht jenen auswählen, der die größten Bedenken mit sich schleppt und nicht gewillt ist, die Fragen der Abgeordneten zu beantworten. Das sollte Sie interessieren, wenn Sie heute hier mit „ja“ stimmen wollen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Redezeit!)
Präsidentin Mag. Prammer: Ja!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Frau Präsidentin! Waren das 15 Minuten? – (Präsidentin Mag. Prammer: Ja!) Gut, dann darf ich danken. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Frau Präsidentin! Waren das 15 Minuten? – (Präsidentin Mag. Prammer: Ja!) Gut, dann darf ich danken. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie wissen genau, die Abgeordneten können fragen, was sie wollen, und die Experten können ebenfalls die Antworten geben, die sie wollen. Es ist wohl verständlich, dass auf die gleiche Frage immer wieder die gleiche Antwort gegeben wird. Für Sie ist ein Ergebnis nur dann richtig, wenn das, was Sie haben wollen, eintrifft. Wenn Sie Recht behalten, dann war es ordnungsgemäß und dann war es richtig, wenn Sie nicht Recht behalten, ist es Postenschacherei und Packelei und was weiß ich. Man kann sich halt leider die Demokratie nicht aussuchen. Es gibt nun einmal auch andere Spielregeln. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie selbst sagen „angebliche Transporte“, weil Sie selbst wissen, dass es nicht stimmt, aber Sie versuchen, einen schon abgeschlossenen Fall wieder ans Tageslicht zu zerren, obwohl es nichts gibt. Sie wissen, dass nichts dahinter ist, dass es nur haltlose Unterstellungen Ihrerseits sind, die wir nicht zulassen. Sie legen verzweifelte Skandalisierungsversuche an den Tag. Sie wissen selbst, dass erst nach dem Tod des Industriellen Turnauer über diese Dinge gesprochen wurde. Weder in seinen Büchern noch in der Partei wurden all diese Gelder, von denen Sie sprechen, gefunden. Und jemand, der schon tot ist, kann leider selbst keine Stellungnahme mehr dazu abgeben, ob es irgendwelche Parteispenden gegeben hätte. Und genau das ist verwerflich: Dinge, die abgeschlossen sind, die beendet sind, die von unserer Justiz abgeschlossen sind, werden von Ihnen wieder ans Tageslicht gezerrt, um einen Kandidaten, der Ihnen nicht passt, anzuschütten und schlecht zu machen. Und dagegen verwahren wir uns! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Postenschacher hinter Polstertüren!
werben sich zukünftig auch wieder um Jobs. Deshalb sage ich auch im Sinne Ihrer Kandidaten: Es ist gut und richtig, dass es kein öffentliches Hearing gegeben hat, wie auch diese Diskussion, so wie sie heute abläuft und die sicherlich von Kollegen Pilz wieder weitergetragen werden wird, zeigt. Es ist gut, dass sich die Kandidaten – die wir alle für gut halten, aber es muss nun einmal einer der beste sein – diesem nicht stellen mussten. (Abg. Mag. Kogler: Postenschacher hinter Polstertüren!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kriterium, das Sie als erstes genannt haben, nie entsprechen könnte! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Matznetter: Loyal?!
Oder: „Kurier“: „Moser ... gilt als umgänglich, loyal und kompetent, aber auch als hart in der Sache.“ (Abg. Dr. Matznetter: Loyal?!) – Ja, loyal in der Position, die er gerade innehat, und das ist das Wichtige! Als Rechnungshofpräsident wird er dem Rechnungshof und somit auch dem Hohen Haus gegenüber loyal sein. Sie werden sehen, dass das so sein wird.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
bei Dr. Fiedler sagen: Er war ein guter Kandidat! – Dessen bin ich mir ganz sicher! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Ein schöner Blödsinn, was Sie da sagen!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Hohes Haus! Frau Kollegin Bleckmann, Sie wissen natürlich als Generalsekretärin Ihrer Partei ganz genau, was wirklich geplant war. Wirklich geplant war, Staatssekretär Alfred Finz zum Rechnungshofpräsidenten zu machen, und Ihre Partei wäre mit einigen Posten entschädigt worden. Nur: Finz ist untragbar geworden, er hat sich disqualifiziert. (Ruf bei den Freiheitlichen: Ein schöner Blödsinn, was Sie da sagen!)
Abg. Neudeck: Das ist 30 Jahre sozialdemokratische Politik, was du da erzählst!
Ich erinnere Sie, Herr Kollege, an die Weiß-Wasch-Aktion in der Causa Grasser. (Abg. Neudeck: Das ist 30 Jahre sozialdemokratische Politik, was du da erzählst!) Ja, Kollege Neudeck, die innenpolitischen Journalisten Österreichs haben schallend gelacht bei diesem Persilschein-Austeilen des Herrn Finz, daher ist er untragbar geworden und daher ist es zu der heutigen Situation gekommen.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.
Meine Damen und Herren! Finz hat sich nicht nur für das Amt des Rechnungshofpräsidenten disqualifiziert und ist dafür untragbar geworden, sondern er ist, wenn Sie mich fragen, für jedes Amt in der Republik Österreich untragbar. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Den ehemaligen Anhängern Haiders dreht es den Magen um, wenn sie das hören und lesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Bleckmann: Was machen Sie jetzt?
Werner Doralt, ein sehr ehrenwerter Mann, ein guter Kandidat damals, Universitätsprofessor in Innsbruck: Dr. Haider hat ihn in die Nähe von Korruption gerückt, später hat sich alles aufgeklärt, alles war frei erfunden und nicht wahr! – Es war menschenverachtend, was Dr. Haider damals gemacht hat. (Abg. Dr. Bleckmann: Was machen Sie jetzt?) Trocknen Sie also Ihre Krokodilstränen! Es ist vollkommen unglaubwürdig, was Sie hier sagen, Frau Bleckmann! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Werner Doralt, ein sehr ehrenwerter Mann, ein guter Kandidat damals, Universitätsprofessor in Innsbruck: Dr. Haider hat ihn in die Nähe von Korruption gerückt, später hat sich alles aufgeklärt, alles war frei erfunden und nicht wahr! – Es war menschenverachtend, was Dr. Haider damals gemacht hat. (Abg. Dr. Bleckmann: Was machen Sie jetzt?) Trocknen Sie also Ihre Krokodilstränen! Es ist vollkommen unglaubwürdig, was Sie hier sagen, Frau Bleckmann! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner. – Abg. Großruck: Seit wann haben Pensionisten einen Gehaltszettel?
traurige Wahrheit? – Wenn die ältere Generation heute auf ihre Gehaltszettel schaut, steht ein Minus davor, und das haben Sie natürlich mitzuverantworten, meine Damen und Herren von der FPÖ! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner. – Abg. Großruck: Seit wann haben Pensionisten einen Gehaltszettel?)
Abg. Neudeck: Na wo?
Dr. Moser hat solche Privilegien, meine Damen und Herren! (Abg. Neudeck: Na wo?) Wie will er künftig so etwas überprüfen? Wollen Sie den Bock zum Gärtner machen? – Dr. Haider ist begeistert, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Welche Privilegien? – Abg. Neudeck: Was hat er für Privilegien?)
Abg. Scheibner: Welche Privilegien? – Abg. Neudeck: Was hat er für Privilegien?
Dr. Moser hat solche Privilegien, meine Damen und Herren! (Abg. Neudeck: Na wo?) Wie will er künftig so etwas überprüfen? Wollen Sie den Bock zum Gärtner machen? – Dr. Haider ist begeistert, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Welche Privilegien? – Abg. Neudeck: Was hat er für Privilegien?)
Abg. Scheibner: Welche Privilegien hat er im Gegensatz zu Ihren Leuten? – Abg. Neudeck: Was hat er für Privilegien?
Jetzt von Dr. Haider zu Dr. Khol – es ist ein ganz kurzer Weg. (Abg. Scheibner: Welche Privilegien hat er im Gegensatz zu Ihren Leuten? – Abg. Neudeck: Was hat er für Privilegien?) Er hält sich nicht an die Vertragsschablonenverordnung, Kollege Neudeck, das müssen Sie doch wissen, Sie können das ja nachlesen. (Abg. Neudeck: Das ist eine untragbare Behauptung!)
Abg. Neudeck: Das ist eine untragbare Behauptung!
Jetzt von Dr. Haider zu Dr. Khol – es ist ein ganz kurzer Weg. (Abg. Scheibner: Welche Privilegien hat er im Gegensatz zu Ihren Leuten? – Abg. Neudeck: Was hat er für Privilegien?) Er hält sich nicht an die Vertragsschablonenverordnung, Kollege Neudeck, das müssen Sie doch wissen, Sie können das ja nachlesen. (Abg. Neudeck: Das ist eine untragbare Behauptung!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
So schaut’s aus, Herr Fasslabend! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Meine Damen und Herren, das spricht wirklich für sich! (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) Ein trauriges Kapitel in der österreichischen Innenpolitik!
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Diese „Medizin“, meine Damen und Herren von der ÖVP, die Rechnungshofpräsident heißt und die Sie der FPÖ geben, wird das Siechtum der FPÖ nur kurz verlängern – und diese „Medizin“ hat Nebenwirkungen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Es wird die FPÖ, Herr Kollege Scheibner, längst dahingeschieden sein, wird die ÖVP noch an
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Seien Sie ein bisschen vorsichtiger mit Ihren merkwürdigen Bemerkungen!
den Nebenwirkungen leiden! Es ist das nämlich ein anti-demokratischer „Ausschlag“, den Sie sich heute hier zuziehen – und das macht Sie für Wählerinnen und Wähler in Zukunft ausgesprochen unattraktiv! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Seien Sie ein bisschen vorsichtiger mit Ihren merkwürdigen Bemerkungen!)
Zwischenruf des Abg. Neudeck
Ich erinnere Sie, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien, nur daran: In diesem Ressort hat sich einmal ein Herr Schmid versucht (Zwischenruf des Abg. Neudeck), dann die unsägliche Frau Forstinger, Herr Reichhold, dann Gorbach. – Da war FPÖ-Klubdirektor Dr. Moser für die Koordination zuständig. Später ist Moser ohnehin als Manager im Verkehrsbereich tätig. Damit ist er doch Akteur! Das soll keine Befangenheit sein, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien?!
Beifall bei der SPÖ.
Wenn jetzt ein Rechnungshofpräsident Dr. Moser Verkehrspolitik in Österreich kontrolliert, da muss er sich ja selbst ein fürchterliches Zeugnis ausstellen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was war 1992?
Kollege Scheibner, ich bin seit dem Jahre 1991 im Rechnungshofausschuss, bin dort der dienstälteste Abgeordnete (Abg. Scheibner: Was war 1992?), und ich werde Ihnen jetzt etwas sagen. (Abg. Scheibner: Haben Sie 1992 ein öffentliches Hearing abgehalten, wenn Sie schon so gescheit reden?) Dr. Moser hat sich im Hauptausschuss als
Abg. Scheibner: Haben Sie 1992 ein öffentliches Hearing abgehalten, wenn Sie schon so gescheit reden?
Kollege Scheibner, ich bin seit dem Jahre 1991 im Rechnungshofausschuss, bin dort der dienstälteste Abgeordnete (Abg. Scheibner: Was war 1992?), und ich werde Ihnen jetzt etwas sagen. (Abg. Scheibner: Haben Sie 1992 ein öffentliches Hearing abgehalten, wenn Sie schon so gescheit reden?) Dr. Moser hat sich im Hauptausschuss als
Abg. Neudeck: War der Nowotny!
nervöser Schnellredner präsentiert, der gehörig ins Schwitzen gekommen ist: bei Privilegien, Befangenheit und mit seinen Affären! – Professor Hengstschläger und Professor Mayer hingegen haben sich kompetent, sehr sachlich und als durchaus geeignet präsentiert, aber eine Klasse für sich, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ – und das wissen alle, die dabei waren – (Abg. Neudeck: War der Nowotny!), war Professor Ewald Nowotny! Das war eine wirklich souveräne Vorstellung, das muss gesagt werden, auch, was die Konzeption betrifft sowie Dr. Nowotnys Wirtschafts- und Finanzkompetenz! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Peinlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Peinlich!
nervöser Schnellredner präsentiert, der gehörig ins Schwitzen gekommen ist: bei Privilegien, Befangenheit und mit seinen Affären! – Professor Hengstschläger und Professor Mayer hingegen haben sich kompetent, sehr sachlich und als durchaus geeignet präsentiert, aber eine Klasse für sich, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ – und das wissen alle, die dabei waren – (Abg. Neudeck: War der Nowotny!), war Professor Ewald Nowotny! Das war eine wirklich souveräne Vorstellung, das muss gesagt werden, auch, was die Konzeption betrifft sowie Dr. Nowotnys Wirtschafts- und Finanzkompetenz! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Peinlich!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wissen Sie, meine Damen und Herren, was Wählerinnen und Wähler nicht wollen? – Dass sich die Mächtigen, dass sich die Regierung selbst kontrolliert! Sie, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien, werden dafür, wenn Sie das wirklich machen, zur Verantwortung gezogen werden – und die Rechnung dafür wird Ihnen bei den nächsten Nationalratswahlen präsentiert werden! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Genau!
Abgeordneter Hermann Gahr (ÖVP): Werte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Mit der heutigen Wahl des Rechnungshofpräsidenten geht es einzig und allein darum, eine gute Entscheidung für die nächsten zwölf Jahre in Bezug auf die Kontrolle in unserem Staate zu treffen. (Abg. Mag. Kogler: Genau!) Es geht nicht darum, politisch abzurechnen, sondern wir müssen die am besten geeignete Person für diese wichtige Position wählen. (Abg. Mag. Kogler: Genau! – Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Abg. Mag. Kogler: Genau! – Zwischenruf des Abg. Reheis.
Abgeordneter Hermann Gahr (ÖVP): Werte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Mit der heutigen Wahl des Rechnungshofpräsidenten geht es einzig und allein darum, eine gute Entscheidung für die nächsten zwölf Jahre in Bezug auf die Kontrolle in unserem Staate zu treffen. (Abg. Mag. Kogler: Genau!) Es geht nicht darum, politisch abzurechnen, sondern wir müssen die am besten geeignete Person für diese wichtige Position wählen. (Abg. Mag. Kogler: Genau! – Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Fiedler hat über zwölf Jahre lang die Kontrolleinrichtung des Staates gut geführt: durch Kontinuität, mit Umsicht und Kompetenz. – Der heutige Kandidat Dr. Moser bringt diese Kompetenz sicherlich auch mit, und er wird dieses Amt gut ausfüllen, diese Tätigkeit bestens fortsetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Kollege Kogler, Ihrem Antrag auf Rückverweisung können wir nicht zustimmen, das wäre verantwortungslos, denn das hieße, am 1. Juli gäbe es in Österreich keinen Rechnungshofpräsidenten! Das können wir für die Zukunft unseres Landes wirklich nicht verantworten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Genau!
Da heute hier behauptet wurde, Herr Dr. Moser hätte Fragen nicht beantwortet. (Abg. Mag. Kogler: Genau!) – Ich bin froh, dass es da kein öffentliches Hearing gab (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), denn das waren keine Fragen, sondern Unterstellungen,
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Da heute hier behauptet wurde, Herr Dr. Moser hätte Fragen nicht beantwortet. (Abg. Mag. Kogler: Genau!) – Ich bin froh, dass es da kein öffentliches Hearing gab (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), denn das waren keine Fragen, sondern Unterstellungen,
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dr. Josef Moser wird als kompetenter Prüfer und Berater des Rechnungshofes agieren. Es wird, Kollege Kogler, unter Ihrer Vorsitzführung – das sage ich auch ganz offen: auch mit Dr. Moser wird das so sein – sicherlich eine konstruktive Arbeit im Rechnungshofausschuss geben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Erwartet habe ich es nicht, erhofft hätte ich es!
Das Einzige, was bei diesem Hearing aus meiner Sicht vielleicht nicht gepasst hat, war eigentlich Kollege Pilz, von welchem ich mir mehr Stil und Niveau erwartet hätte. (Abg. Neudeck: Erwartet habe ich es nicht, erhofft hätte ich es!) – Jawohl, erhofft haben wir es, Kollege.
Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.
Die Vorwürfe der Packelei sind aus unserer Sicht politisches Hickhack. Dr. Moser sollte mit allen Mitteln etwas angehängt werden. Ich persönlich meine, dass die FPÖ diesmal einen sehr potenten, kompetenten Kandidaten stellt und wir hier mitgehen können, weil wir uns sicher sind, dass Dr. Moser ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.) – Kollege Einem, ich habe Ihr Zeitungszitat gelesen, aber in der Presse wird auch sehr viel Unwahrheit verbreitet. Ich kann das eigentlich nicht nachvollziehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Vorwürfe der Packelei sind aus unserer Sicht politisches Hickhack. Dr. Moser sollte mit allen Mitteln etwas angehängt werden. Ich persönlich meine, dass die FPÖ diesmal einen sehr potenten, kompetenten Kandidaten stellt und wir hier mitgehen können, weil wir uns sicher sind, dass Dr. Moser ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.) – Kollege Einem, ich habe Ihr Zeitungszitat gelesen, aber in der Presse wird auch sehr viel Unwahrheit verbreitet. Ich kann das eigentlich nicht nachvollziehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Gaßner: Beim Fußball!
Der Rechnungshof wurde unter Dr. Fiedler gut aufgestellt. Angesichts der derzeit stattfindenden Fußballereignisse kann man sagen: Der Vergleich mit einem Teamchef ist angebracht. Es gibt einen Teamchefwechsel, es gibt eine gute Mannschaft mit viel Potential, und ein neuer Chef wird neuen Schwung bringen. Wir kennen ihn, und wir wissen, was er kann. Er wird die Erwartungen, die an ihn gestellt werden, auch erfüllen und darauf achten, dass Steuermittel sparsam und zweckmäßig eingesetzt werden. (Abg. Mag. Gaßner: Beim Fußball!) – Freiwillig? Beim Fußball, aber bei Dr. Moser wird das nicht passieren, Herr Kollege.
Beifall bei der ÖVP.
Es soll auch in Zukunft das Vertrauen in die öffentliche Verwaltung und in die Kontrolle gewahrt bleiben. Wir müssen Einsparungsmöglichkeiten im staatsnahen Bereich aufzeigen, wir müssen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen objektiv und transparent sein. Dem Rechnungshof muss es in Zukunft aber vor allem auch erlaubt sein, staatliche Strukturen genau zu hinterfragen. Es wurde heute hier schon betont: Hätten wir die Strukturreformen bei den ÖBB, bei Polizei und Gendarmerie früher gemacht, hätten wir manches einsparen können. Genau diese Empfehlung hat Dr. Fiedler immer abgegeben. Wir haben vielleicht viel zu spät auf diese Empfehlungen gehorcht. Ich hoffe, dass das zukünftig besser sein wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es geht heute darum, dass die Kontrolle im Staat funktioniert, dass sie unabhängig bleibt, dass die Qualität der Kontrolle laufend verbessert wird und dass Österreichs Rechnungshof seinen Ruf, den er im Inland und auch im Ausland genießt, auch in Zukunft beibehält. Deshalb unsere Unterstützung für Dr. Moser. Er ist der richtige Mann für diese wichtige Position! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pilz begibt sich mit einem BILLA-Sackerl zum Rednerpult. – Abg. Neudeck: Ich habe nicht geglaubt, dass du noch tiefer sinken kannst!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Bevor ich nun Herrn Abgeordnetem Dr. Pilz das Wort erteile, mache ich darauf aufmerksam, dass wir gewissermaßen zur letzten Runde der Redner und Rednerinnen während der Fernsehzeit kommen. Ich werde mir daher erlauben – wir brauchen exakt 35 Minuten –, punktgenau abzuläuten und Sie auch zu unterbrechen. Herr Abgeordneter Pilz! Ihre Redezeit beträgt 10 Minuten, sobald Sie sich am Rednerpult befinden. – Bitte. (Abg. Dr. Pilz begibt sich mit einem BILLA-Sackerl zum Rednerpult. – Abg. Neudeck: Ich habe nicht geglaubt, dass du noch tiefer sinken kannst!)
Abg. Scheibner: Wir sind in einem Rechtsstaat! Da müssen Sie etwas beweisen, nicht umgekehrt!
das, was nach Auskunft von Zeugen bei gerichtlichen Aussagen in dem Plastiksackerl war, nicht gegeben. Nichts davon ist wahr, weil es kein Plastiksackerl, weil es keine 5 Millionen Schilling, weil es keine illegale Parteienfinanzierung der Freiheitlichen Partei geben darf. Nur dann, wenn es kein Plastiksackerl gibt, wenn es keine 5 Millionen Schilling gibt und wenn es keine illegale Parteifinanzierung der Freiheitlichen Partei durch Herrn Dr. Moser gegeben hat, kann er Rechnungshofpräsident werden, und deswegen gibt es für Sie real existente Plastiksackerl einfach nicht. (Abg. Scheibner: Wir sind in einem Rechtsstaat! Da müssen Sie etwas beweisen, nicht umgekehrt!) Ich behaupte: Ein Plastiksackerl ist ein Plastiksackerl, eine illegale Parteienfinanzierung ist eine illegale Parteienfinanzierung, und ein ungeeigneter Kandidat für die Funktion des Präsidenten des Rechnungshofes ist auch für Mehrheitsfraktionen in diesem Hohen Hause ein ungeeigneter Kandidat! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Der BILLA wird mit dem Pilz keine Freude haben!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Der BILLA wird mit dem Pilz keine Freude haben!
das, was nach Auskunft von Zeugen bei gerichtlichen Aussagen in dem Plastiksackerl war, nicht gegeben. Nichts davon ist wahr, weil es kein Plastiksackerl, weil es keine 5 Millionen Schilling, weil es keine illegale Parteienfinanzierung der Freiheitlichen Partei geben darf. Nur dann, wenn es kein Plastiksackerl gibt, wenn es keine 5 Millionen Schilling gibt und wenn es keine illegale Parteifinanzierung der Freiheitlichen Partei durch Herrn Dr. Moser gegeben hat, kann er Rechnungshofpräsident werden, und deswegen gibt es für Sie real existente Plastiksackerl einfach nicht. (Abg. Scheibner: Wir sind in einem Rechtsstaat! Da müssen Sie etwas beweisen, nicht umgekehrt!) Ich behaupte: Ein Plastiksackerl ist ein Plastiksackerl, eine illegale Parteienfinanzierung ist eine illegale Parteienfinanzierung, und ein ungeeigneter Kandidat für die Funktion des Präsidenten des Rechnungshofes ist auch für Mehrheitsfraktionen in diesem Hohen Hause ein ungeeigneter Kandidat! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Der BILLA wird mit dem Pilz keine Freude haben!)
Abg. Scheibner: Es geht um den Rechtsstaat! Ist untersucht worden, ist etwas herausgekommen? – Darum geht es!
Die Vorwürfe gegen Herrn Dr. Moser stammen nicht von uns und sind nicht Erfindungen der Opposition. Wissen Sie, wann der Name Dr. Moser das erste Mal im Zusammenhang mit illegaler Parteienfinanzierung aufgetaucht ist? – Im Bericht der Wirtschaftspolizei über die Spitzelaffäre. Da werden die ersten Zeugeneinvernahmen wiedergegeben, und da wird darauf hingewiesen, dass es vom persönlichen Sekretär von Dr. Haider eine telefonische Intervention gegeben habe, kein Wort mehr über diese 5 Millionen zu reden und das einfach zu leugnen. Trotzdem hat der, der angerufen worden ist, nämlich der persönliche Chauffeur von Herrn Dr. Haider, vor der Wirtschaftspolizei unter Wahrheitspflicht ausgesagt. Diese Aussage liegt Ihnen, liegt uns, liegt vielen vor. Sie ist öffentlich diskutiert worden. Jemand hat hier, ohne irgendeinen Vorteil erwarten zu können, unter anderem Herrn Dr. Moser schwer belastet. Es ist nicht damit getan, dass Sie sagen, Sie nehmen das einfach nicht zur Kenntnis. (Abg. Scheibner: Es geht um den Rechtsstaat! Ist untersucht worden, ist etwas herausgekommen? – Darum geht es!) Es geht nicht um Sie, es geht nicht um die Regierungsmehrheit, es geht nicht um die persönliche Zukunft von Herrn Dr. Moser, sondern es geht um das Ansehen und die Integrität einer der wichtigsten Einrichtungen dieser Republik und eines der wichtigsten Instrumente des österreichischen Nationalrates. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie dem Rechnungshof diesen Respekt und diese Sorgfalt im Umgang mit seinem Ansehen zukommen lassen, die sich die Beamten und Beamtinnen dort und letzten Endes auch der Nationalrat als sein Auftraggeber verdienen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Vorwürfe gegen Herrn Dr. Moser stammen nicht von uns und sind nicht Erfindungen der Opposition. Wissen Sie, wann der Name Dr. Moser das erste Mal im Zusammenhang mit illegaler Parteienfinanzierung aufgetaucht ist? – Im Bericht der Wirtschaftspolizei über die Spitzelaffäre. Da werden die ersten Zeugeneinvernahmen wiedergegeben, und da wird darauf hingewiesen, dass es vom persönlichen Sekretär von Dr. Haider eine telefonische Intervention gegeben habe, kein Wort mehr über diese 5 Millionen zu reden und das einfach zu leugnen. Trotzdem hat der, der angerufen worden ist, nämlich der persönliche Chauffeur von Herrn Dr. Haider, vor der Wirtschaftspolizei unter Wahrheitspflicht ausgesagt. Diese Aussage liegt Ihnen, liegt uns, liegt vielen vor. Sie ist öffentlich diskutiert worden. Jemand hat hier, ohne irgendeinen Vorteil erwarten zu können, unter anderem Herrn Dr. Moser schwer belastet. Es ist nicht damit getan, dass Sie sagen, Sie nehmen das einfach nicht zur Kenntnis. (Abg. Scheibner: Es geht um den Rechtsstaat! Ist untersucht worden, ist etwas herausgekommen? – Darum geht es!) Es geht nicht um Sie, es geht nicht um die Regierungsmehrheit, es geht nicht um die persönliche Zukunft von Herrn Dr. Moser, sondern es geht um das Ansehen und die Integrität einer der wichtigsten Einrichtungen dieser Republik und eines der wichtigsten Instrumente des österreichischen Nationalrates. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie dem Rechnungshof diesen Respekt und diese Sorgfalt im Umgang mit seinem Ansehen zukommen lassen, die sich die Beamten und Beamtinnen dort und letzten Endes auch der Nationalrat als sein Auftraggeber verdienen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Die Grünen werden das schon ändern!
Wer das in Deutschland tut, was Herr Dr. Moser mit Herrn Dr. Haider und anderen ganz offensichtlich getan hat – zumindest steht er im Verdacht, es getan zu haben –, der hätte auf jeden Fall mit Konsequenzen zu rechnen, denn das ist in der Bundesrepublik Deutschland strafbar und wäre ein Grund für ein Gerichtsverfahren. – Bei uns gibt es dafür keine Strafbestimmung. (Abg. Neudeck: Die Grünen werden das schon ändern!) Also sagt der Staatsanwalt im schlimmsten Fall: Ja, das ist wirklich nicht in Ordnung, das widerspricht auch dem Gesetz, aber es tut mir Leid, mangels Strafbestimmung kann ich diesen Fall nicht verfolgen!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt bleibt noch Dr. Moser der Regierungskoordinator – jemand, von dem Sie ernsthaft erwarten, dass er sich selbst und die Früchte seiner Regierungskoordinationstätigkeit der letzten Jahre als Präsident prüfen soll? Ein Spezialist für Schlupflöcher in der Parteienfinanzierung soll die Parteienfinanzierung kontrollieren? Ein Spezialist für Schlupflöcher in der Anti-Privilegiengesetzgebung soll die Privilegien kontrollieren? Ein Spezialist für Regierungskoordination und Umsetzung von Regierungspolitik – wie immer man sie bewerten will – soll die Ergebnisse dieser Regierungspolitik kontrollieren? – Da mache ich lieber hundert Böcke zum Gärtner als Dr. Moser zum Rechnungshofpräsidenten, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Miedl: Das glaube ich nicht, Herr Kollege!
Aber ich möchte trotzdem mit etwas nicht ganz Positivem, aber nicht ganz Hoffnungslosem schließen: In der Sitzung des Hauptausschusses hatte ich den Eindruck, dass insbesondere die Kolleginnen und Kollegen der Österreichischen Volkspartei alles andere als begeistert hinter diesem Vorschlag stehen. Ich hatte nicht nur bei dem Abgeordneten der ÖVP, der sich dann weigerte, überhaupt als Berichterstatter vor dieses Haus zu treten (Abg. Miedl: Das glaube ich nicht, Herr Kollege!) – und deswegen
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich ersuche Sie, das noch einmal zu überlegen. Der Rechnungshof und der Nationalrat haben sich Besseres als diesen Kandidaten verdient. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Eder: Im Protokoll steht er!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es zeigt sich eindeutig, wie selten Kollege Pilz hier im Hohen Haus ist, denn der Berichterstatter berichtet schon lange nicht mehr über eine Angelegenheit oder nur in Fällen, in denen etwas zu berichtigen ist. (Abg. Eder: Im Protokoll steht er!) Er steht im Protokoll. Es war gar nicht das Problem, dass er diese Verantwortung nicht übernehmen wollte. Aber wie so viel bei Kollegem Pilz ist ja nicht wichtig der Inhalt ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Eder und Mag. Kogler.) Weil er der Meinung ist, dass der Berichterstatter nichts ist, was so wichtig ist, dass wir es im ... (Weitere Zwischenrufe.) – Das ist ja nicht wahr! Er hat ja zu dieser Angelegenheit geredet, daher steht er auch im Protokoll. Fragen Sie ihn doch! Fragen Sie ihn selbst, und verbreiten Sie nicht Gerüchte!
Zwischenrufe der Abgeordneten Eder und Mag. Kogler.
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es zeigt sich eindeutig, wie selten Kollege Pilz hier im Hohen Haus ist, denn der Berichterstatter berichtet schon lange nicht mehr über eine Angelegenheit oder nur in Fällen, in denen etwas zu berichtigen ist. (Abg. Eder: Im Protokoll steht er!) Er steht im Protokoll. Es war gar nicht das Problem, dass er diese Verantwortung nicht übernehmen wollte. Aber wie so viel bei Kollegem Pilz ist ja nicht wichtig der Inhalt ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Eder und Mag. Kogler.) Weil er der Meinung ist, dass der Berichterstatter nichts ist, was so wichtig ist, dass wir es im ... (Weitere Zwischenrufe.) – Das ist ja nicht wahr! Er hat ja zu dieser Angelegenheit geredet, daher steht er auch im Protokoll. Fragen Sie ihn doch! Fragen Sie ihn selbst, und verbreiten Sie nicht Gerüchte!
Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es zeigt sich eindeutig, wie selten Kollege Pilz hier im Hohen Haus ist, denn der Berichterstatter berichtet schon lange nicht mehr über eine Angelegenheit oder nur in Fällen, in denen etwas zu berichtigen ist. (Abg. Eder: Im Protokoll steht er!) Er steht im Protokoll. Es war gar nicht das Problem, dass er diese Verantwortung nicht übernehmen wollte. Aber wie so viel bei Kollegem Pilz ist ja nicht wichtig der Inhalt ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Eder und Mag. Kogler.) Weil er der Meinung ist, dass der Berichterstatter nichts ist, was so wichtig ist, dass wir es im ... (Weitere Zwischenrufe.) – Das ist ja nicht wahr! Er hat ja zu dieser Angelegenheit geredet, daher steht er auch im Protokoll. Fragen Sie ihn doch! Fragen Sie ihn selbst, und verbreiten Sie nicht Gerüchte!
Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.
Für mich waren ja das beste Beispiel für Desinteresse und vorgefasste Meinung der Parteiobmann der Grünen Van der Bellen und der Parteiobmann der SPÖ Gusenbauer, die es nicht für wert gefunden haben, bei dem Hearing anwesend zu sein, uns aber nach zwei, drei Stunden Hearing-Dauer über den Pressedienst mitgeteilt haben: Das Hearing ist eine Farce, im Hearing gibt es keine Inhalte! – (Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.) Das haben Sie vorher abgemacht, dass Sie das aussenden?
Abg. Parnigoni: Er ist einer der Besten!
Welche Macht der Klubdirektor in der SPÖ hat, das muss unvorstellbar sein! (Abg. Parnigoni: Er ist einer der Besten!) – Das ist schade genug, wenn er einer der Besten ist, Kollege Parnigoni! Du schaffst es heute schon dreimal, dass dein Name genannt wird – aber nur bei den Zwischenrufen.
Abg. Gradwohl: Nein, nein, an eurer Misswirtschaft seid ihr schon selbst schuld!
Der Klubdirektor der FPÖ führt anscheinend die Regierung, er ist schuld, wenn Minister ausgetauscht werden, ist schuld an der Politik, die die Regierung macht (Abg. Gradwohl: Nein, nein, an eurer Misswirtschaft seid ihr schon selbst schuld!) – denn Sie haben ja gesagt: Klubdirektor Moser ist an all diesen Dingen schuld! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Dann musst du dir das mit dem Kräuter ausmachen. Er sagt, Moser sei an all diesen Dingen schuld. Das kann er ja nur dann, wenn er solche Dinge auch seinem Klubdirektor in der SPÖ anrechnet.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Der Klubdirektor der FPÖ führt anscheinend die Regierung, er ist schuld, wenn Minister ausgetauscht werden, ist schuld an der Politik, die die Regierung macht (Abg. Gradwohl: Nein, nein, an eurer Misswirtschaft seid ihr schon selbst schuld!) – denn Sie haben ja gesagt: Klubdirektor Moser ist an all diesen Dingen schuld! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Dann musst du dir das mit dem Kräuter ausmachen. Er sagt, Moser sei an all diesen Dingen schuld. Das kann er ja nur dann, wenn er solche Dinge auch seinem Klubdirektor in der SPÖ anrechnet.
Abg. Dr. Glawischnig: ...! Wir sind gegen Klonen!
Meine Damen und Herren! Was will die Opposition? – Die Opposition will anscheinend einen Rechnungshofpräsidenten aus der Retorte (Abg. Dr. Glawischnig: ...! Wir sind gegen Klonen!), denn er soll alle Erfahrungen haben, die es gibt, er soll wirtschaftlich kompetent sein, er soll Verwaltungserfahrung haben, er soll Finanzerfahrung haben, er soll politische Erfahrung haben, nur: Er darf sie nirgends sammeln – außer vielleicht, mit etwas Glück, im Dunstkreis der SPÖ. Dort ist es durchaus möglich, denn Kollege Nowotny sei ja ein unparteiischer Kandidat, hieß es im Hearing.
Abg. Eder: Beim Haider!
Ich darf jetzt nur ganz kurz den bisher von den Oppositionsrednern so negativ geschilderten Kandidaten Dr. Josef Moser etwas näher vorstellen. Er ist 1981 in den Finanzlandesdienst Kärnten eingetreten, hat einen Ausbildungslehrgang für den höheren Finanzdienst mit mehreren Auszeichnungen abschließen können und wurde 1985 zum Vorstandstellvertreter der Personal- und Präsidialabteilung der Finanzlandesdirektion bestellt. (Abg. Eder: Beim Haider!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Dr. Josef Moser hat in seiner Vorstellung im Hearing aus meiner Sicht als Einziger weitreichende Vorstellungen für Modernisierungen und Änderungen im Rechnungshof präsentiert. Er hat eine verstärkte ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Kollege, ich war die ganze Zeit im Ausschuss – und nicht so wie du, Kollege Puswald, meistens vor dem Ausschusslokal.
Abg. Broukal: Wo? Bei der HL-AG?
Zu seinen Bezügen: Meine Damen und Herren! Dr. Josef Moser verdient wesentlich weniger als sein Vorgänger, der – ohne dass man lange raten muss – ein Mitglied der SPÖ war. Er ist kein Versorgungsfall. Er geht in den Rechnungshof, obwohl er dort ... (Abg. Broukal: Wo? Bei der HL-AG?) – Bei den ÖBB. Beziehungsweise bei der HL-AG war sein Vorgänger natürlich ein SPÖ-Parteigänger.
Abg. Broukal: Und er hat wesentlich mehr verdient? Sind Sie sicher?
Weiters: Er ist, so wie viele, die Beamte sind, dienstfrei gestellt. (Abg. Broukal: Und er hat wesentlich mehr verdient? Sind Sie sicher?) – Nun, Sie wissen das ja sicher, Sie kennen sich ja aus bei der Bahn, Kollege Broukal. (Abg. Broukal: Wer bei der HL-AG? Nur damit wir es gleich tatsächlich berichtigen können!) – Kollege Brenner war bei der HL-AG. Gut? – Dann werden Sie also sofort nachschauen und werden blass werden, wenn Sie sein Gehalt sehen.
Abg. Broukal: Wer bei der HL-AG? Nur damit wir es gleich tatsächlich berichtigen können!
Weiters: Er ist, so wie viele, die Beamte sind, dienstfrei gestellt. (Abg. Broukal: Und er hat wesentlich mehr verdient? Sind Sie sicher?) – Nun, Sie wissen das ja sicher, Sie kennen sich ja aus bei der Bahn, Kollege Broukal. (Abg. Broukal: Wer bei der HL-AG? Nur damit wir es gleich tatsächlich berichtigen können!) – Kollege Brenner war bei der HL-AG. Gut? – Dann werden Sie also sofort nachschauen und werden blass werden, wenn Sie sein Gehalt sehen.
Abg. Eder: Die waren nicht dabei beim Hearing, die Medien, darum können sie auch nichts sagen! Die habt ihr ja nicht hineingelassen!
Kollege Moser ist ein Beamter, der dienstfrei gestellt ist, und seine Bezüge werden von der HL-AG beziehungsweise dem Bund gegenüber ersetzt. Somit handelt es sich nicht um einen Doppelbezug, so wie Sie es darstellen. Wenn man dann noch sieht, wie unabhängige Medien Dr. Moser qualifizieren, dann kann man nur sagen: Das, was die Opposition gemacht hat oder was sie machen will, ist, einen guten Kandidaten zu verhindern, denn Josef Moser wird auch von den Medien als respektabler Rechnungshofpräsident dargestellt. (Abg. Eder: Die waren nicht dabei beim Hearing, die Medien, darum können sie auch nichts sagen! Die habt ihr ja nicht hineingelassen!) Ein blinder Parteihengst, wie die Opposition ihm unterstellt, einer zu sein, war er nie.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Auch Fiedler musste einen anfänglichen Misstrauensvorschuss wegen seiner Herkunft aus dem Parlamentsklub einer Partei erst widerlegen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Schöls.
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Kollege Neudeck hat gesagt, Herr Moser hinterlasse ein riesiges Loch bei den ÖBB. Wir sind nicht in der Lage, das nachzuvollziehen, weil die Dauer seiner Arbeitszeit es aus unserer Sicht einfach noch nicht zulässt, das zu beurteilen. Das Einzige, was wir sagen können, ist: Im Budget der ÖBB hinterlässt er natürlich ein großes Loch: 100 000 € Abfertigung für unverschuldetes Ausscheiden ist nicht schwach, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Schöls.)
Beifall bei der SPÖ.
Um zu präzisieren, was „unverschuldetes Ausscheiden“ betrifft: Es muss auch jemand schuld am Ausscheiden sein, und das sind Sie, meine Damen und Herren von der Koalition! Ich würde daher vorschlagen, dass sich die Eisenbahn die Summe von 100 000 € von Ihren Klubs wieder zurückholt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Der kleinen Oppositionspartei!
Ich darf Ihnen aber eines sagen: 1964 ging der Rechnungshof in die richtige Richtung. Die damalige Koalition hat einen Oppositionspolitiker mit der Führung des Rechnungshofes beauftragt. Es war damals Jörg Kandutsch, der 1964 bis 1980 als dessen Präsident tätig war. 1980, auf der Höhe der sozialdemokratischen Alleinregierung, wurde auch ein Politiker der Opposition (Abg. Dr. Fekter: Der kleinen Oppositionspartei!), nämlich Tassilo Broesigke, zum Rechnungshofpräsidenten bestellt. (Abg. Dr. Fekter: Immer von der kleinen Oppositionspartei!)
Abg. Dr. Fekter: Immer von der kleinen Oppositionspartei!
Ich darf Ihnen aber eines sagen: 1964 ging der Rechnungshof in die richtige Richtung. Die damalige Koalition hat einen Oppositionspolitiker mit der Führung des Rechnungshofes beauftragt. Es war damals Jörg Kandutsch, der 1964 bis 1980 als dessen Präsident tätig war. 1980, auf der Höhe der sozialdemokratischen Alleinregierung, wurde auch ein Politiker der Opposition (Abg. Dr. Fekter: Der kleinen Oppositionspartei!), nämlich Tassilo Broesigke, zum Rechnungshofpräsidenten bestellt. (Abg. Dr. Fekter: Immer von der kleinen Oppositionspartei!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wieso „auch“? Der Nowotny war ja nicht parteifrei!
Wir wollten auch 1992 einen parteifreien Nachfolger für Broesigke haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wieso „auch“? Der Nowotny war ja nicht parteifrei!) Das ist nicht möglich gewesen, weil die Probe für die kleine Koalition damals schon gemacht wurde. Es ist also unserem Koalitionspartner damals gelungen, die Opposition für sich, für einen ihrer Kandidaten zu gewinnen. Er hat sich gegen einen parteilosen Kandidaten ausgesprochen und hiermit Fiedler gewählt.
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Aber wir nehmen zur Kenntnis: Die Mehrheit entscheidet, die Mehrheit versteckt sich hinter irgendwelchen Aussagen. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) – Herr Kollege Fasslabend, ich gehöre zu jenen, die Sie eigentlich sehr, sehr schätzen, aber was Sie heute hier von sich gegeben haben, war aus meiner Sicht einstudiert wie von einem Schauspieler, der von irgendetwas berichtet, bei dem er gar nicht dabei gewesen ist. Sie sprachen wie nach einem Drehbuch, das Sie vorgelegt bekommen haben. – Ich glaube, du weißt, was ich meine.
Abg. Scheibner: War 1992 ein Hearing?
Meine Damen und Herren! Ich denke auch, in Zukunft sollten wir für uns daraus unsere Schlüsse ziehen. Schalten wir die Öffentlichkeit doch nicht aus! Scheuen wir uns nicht, zu sagen: Wenn jemand sich für solch ein Amt bewirbt, dann wird er auch nichts dagegen haben, dass sich eine breite Öffentlichkeit über seine Fähigkeit ein Bild machen kann! (Abg. Scheibner: War 1992 ein Hearing?) – 1992 war kein Hearing. (Abg. Scheibner: Warum nicht?) Es kam nicht dazu, weil Sie sich mit der ÖVP auf andere Weise durchgesetzt haben. (Abg. Scheibner: Was? Vorher? Vor der Abstimmung?)
Abg. Scheibner: Warum nicht?
Meine Damen und Herren! Ich denke auch, in Zukunft sollten wir für uns daraus unsere Schlüsse ziehen. Schalten wir die Öffentlichkeit doch nicht aus! Scheuen wir uns nicht, zu sagen: Wenn jemand sich für solch ein Amt bewirbt, dann wird er auch nichts dagegen haben, dass sich eine breite Öffentlichkeit über seine Fähigkeit ein Bild machen kann! (Abg. Scheibner: War 1992 ein Hearing?) – 1992 war kein Hearing. (Abg. Scheibner: Warum nicht?) Es kam nicht dazu, weil Sie sich mit der ÖVP auf andere Weise durchgesetzt haben. (Abg. Scheibner: Was? Vorher? Vor der Abstimmung?)
Abg. Scheibner: Was? Vorher? Vor der Abstimmung?
Meine Damen und Herren! Ich denke auch, in Zukunft sollten wir für uns daraus unsere Schlüsse ziehen. Schalten wir die Öffentlichkeit doch nicht aus! Scheuen wir uns nicht, zu sagen: Wenn jemand sich für solch ein Amt bewirbt, dann wird er auch nichts dagegen haben, dass sich eine breite Öffentlichkeit über seine Fähigkeit ein Bild machen kann! (Abg. Scheibner: War 1992 ein Hearing?) – 1992 war kein Hearing. (Abg. Scheibner: Warum nicht?) Es kam nicht dazu, weil Sie sich mit der ÖVP auf andere Weise durchgesetzt haben. (Abg. Scheibner: Was? Vorher? Vor der Abstimmung?)
Abg. Scheibner: Na geh!
Herr Kollege Scheibner! Es hat genauso Absprachen vorher gegeben wie jetzt auch. (Abg. Scheibner: Na geh!) Das nach zehn oder zwölf Jahren aufzurühren, ist eigentlich verlorene Liebesmüh. (Abg. Scheibner: Ich wollte nur wissen, ob es ein öffentliches Hearing gegeben hat!)
Abg. Scheibner: Ich wollte nur wissen, ob es ein öffentliches Hearing gegeben hat!
Herr Kollege Scheibner! Es hat genauso Absprachen vorher gegeben wie jetzt auch. (Abg. Scheibner: Na geh!) Das nach zehn oder zwölf Jahren aufzurühren, ist eigentlich verlorene Liebesmüh. (Abg. Scheibner: Ich wollte nur wissen, ob es ein öffentliches Hearing gegeben hat!)
Abg. Scheibner: Was Sie alles beobachten!
Tatsache ist: Dieses Mal war in jeder Facette des Hearings Ihre Zielrichtung erkennbar. Sie war auch dadurch gut erkennbar, dass Ihre Hearing-Teilnehmer sich großteils dadurch hervorgetan haben, sich immer abzuwechseln. Niemand von Ihrer Fraktion hat alle Kandidatinnen und Kandidaten gehört! Sie haben immer rechtzeitig dafür gesorgt, dass wieder der Ersatz gekommen ist. Wir Sozialdemokraten sind vom Anfang bis zum Ende da gewesen und waren für jeden Kandidaten ein Gesprächspartner. (Abg. Scheibner: Was Sie alles beobachten!)
Abg. Scheibner: Da hätten Sie aber auf die Kandidaten aufpassen müssen und nicht auf die FPÖ-Mitglieder!
Ich war den ganzen Tag herinnen, Herr Kollege Scheibner, daher weiß ich das. (Abg. Scheibner: Da hätten Sie aber auf die Kandidaten aufpassen müssen und nicht auf die FPÖ-Mitglieder!) Das allein ist die Gewähr dafür, ein objektives Bild zeichnen zu können: Wer dabei ist, kann darüber reden!
Beifall bei der SPÖ.
Sie waren die meiste Zeit nicht dabei. Wir werden diesen Kandidaten natürlich jetzt nicht unterstützen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Abgeordneter Dipl.-Ing. Mag. Roderich Regler (ÖVP): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich war die ganze Zeit bei dem Hearing dabei, ich habe keine einzige Minute versäumt (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), und ich kann Ihnen sagen: Es war ein reales Hearing! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Mag. Roderich Regler (ÖVP): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich war die ganze Zeit bei dem Hearing dabei, ich habe keine einzige Minute versäumt (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), und ich kann Ihnen sagen: Es war ein reales Hearing! (Beifall bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Wurm.
Es war kein „virtuelles Hearing“, kein „Cyber-Hearing“, keine „Farce“, kein „Schauspiel“, was alles schon gesagt worden ist. Ich kann Ihnen auch versichern: Für uns war das Ergebnis des Hearings sehr wohl relevant! (Ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Wurm.)
Ruf bei der SPÖ: „Super“ war das!
Ich bin auch der Meinung, die schon von vielen geäußert worden ist, dass es ein hervorragendes Hearing war (Ruf bei der SPÖ: „Super“ war das!), weil alle Kandidaten
Abg. Öllinger: Das war die Münze, oder was?
Aber wir müssen einen Präsidenten auswählen – wir können nicht sieben Präsidenten und Präsidentinnen wählen (Abg. Öllinger: Das war die Münze, oder was?), und daher geht es um die Frage: Wer hat das breiteste Spektrum, die breiteste Palette, die ihn für dieses Amt befähigt? (Abg. Dr. Einem: Jetzt hören Sie aber auf!)
Abg. Dr. Einem: Jetzt hören Sie aber auf!
Aber wir müssen einen Präsidenten auswählen – wir können nicht sieben Präsidenten und Präsidentinnen wählen (Abg. Öllinger: Das war die Münze, oder was?), und daher geht es um die Frage: Wer hat das breiteste Spektrum, die breiteste Palette, die ihn für dieses Amt befähigt? (Abg. Dr. Einem: Jetzt hören Sie aber auf!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: No na!
Ich muss gleich sagen: Besonders gut hat mir zum Beispiel die Präsentation von Anna-Maria Hochhauser von der Wirtschaftskammer Österreich gefallen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: No na!)
Abg. Öllinger: Warum habt ihr sie nicht gewählt?
Ich muss sagen: Gerade diese Präsentation hat der Sache der Frauen einen sehr guten Dienst erwiesen (Abg. Öllinger: Warum habt ihr sie nicht gewählt?), und ich freue mich schon auf die Zeit, wo einmal sowohl das Amt des Bundespräsidenten als auch das Amt des Rechnungshofpräsidenten mit Frauen besetzt sein wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich muss sagen: Gerade diese Präsentation hat der Sache der Frauen einen sehr guten Dienst erwiesen (Abg. Öllinger: Warum habt ihr sie nicht gewählt?), und ich freue mich schon auf die Zeit, wo einmal sowohl das Amt des Bundespräsidenten als auch das Amt des Rechnungshofpräsidenten mit Frauen besetzt sein wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Das darf nicht wahr sein!
All das zusammen – eben die Menge, das ganze Spektrum an Qualifikationen, das, wie bereits mehrfach ausgeführt wurde, bei Josef Moser vorhanden ist – hat uns dann dazu bewogen (Abg. Öllinger: Das darf nicht wahr sein!), dem Vorschlag der Freiheitlichen Partei zuzustimmen. (Abg. Öllinger: ... 14 Tage!)
Abg. Öllinger: ... 14 Tage!
All das zusammen – eben die Menge, das ganze Spektrum an Qualifikationen, das, wie bereits mehrfach ausgeführt wurde, bei Josef Moser vorhanden ist – hat uns dann dazu bewogen (Abg. Öllinger: Das darf nicht wahr sein!), dem Vorschlag der Freiheitlichen Partei zuzustimmen. (Abg. Öllinger: ... 14 Tage!)
Abg. Öllinger: Das darf ja nicht wahr sein!
Es ist schon gesagt worden, dass durch Jahrzehnte hindurch von der FPÖ nominierte Persönlichkeiten das Amt des Rechnungshofpräsidenten innehatten. Ich denke da an Kandutsch und an Broesigke, die ja bereits genannt worden sind. Diese wurden damals von der jeweils kleinsten Fraktion im Parlament vorgeschlagen, und die großen Fraktionen wollten eben damit die Unabhängigkeit des Rechnungshofes betonen. Auch jetzt wird der Vorschlag weder von der ÖVP noch von der SPÖ präsentiert, also scheint auch damit die Unabhängigkeit gewährleistet (Abg. Öllinger: Das darf ja nicht wahr sein!), zumal niemand sagen kann, wie lange oder in welcher Zeit welche Regierungsform an der Regierung ist. (Abg. Öllinger: Sie sollten als Büttenredner auftreten! – Das ist ja unglaublich!)
Abg. Öllinger: Sie sollten als Büttenredner auftreten! – Das ist ja unglaublich!
Es ist schon gesagt worden, dass durch Jahrzehnte hindurch von der FPÖ nominierte Persönlichkeiten das Amt des Rechnungshofpräsidenten innehatten. Ich denke da an Kandutsch und an Broesigke, die ja bereits genannt worden sind. Diese wurden damals von der jeweils kleinsten Fraktion im Parlament vorgeschlagen, und die großen Fraktionen wollten eben damit die Unabhängigkeit des Rechnungshofes betonen. Auch jetzt wird der Vorschlag weder von der ÖVP noch von der SPÖ präsentiert, also scheint auch damit die Unabhängigkeit gewährleistet (Abg. Öllinger: Das darf ja nicht wahr sein!), zumal niemand sagen kann, wie lange oder in welcher Zeit welche Regierungsform an der Regierung ist. (Abg. Öllinger: Sie sollten als Büttenredner auftreten! – Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Ich bin sicher, dass diesem riesigen Schaden für die ÖBB ein ganz besonders großer Nutzen für den Rechnungshof, das Parlament und die Republik Österreich gegenübersteht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn man mit Vertretern der Opposition unter vier Augen spricht, dann klingt das immer alles ganz anders als hier vom Rednerpult aus, denn dann sagt man selbstverständlich, dass Dr. Moser ein ausgezeichneter Experte war und ist und auch in Zukunft sein wird, und man ist auch so wie wir der Meinung, dass mit Dr. Moser ein ausgezeichneter Experte in Zukunft den Rechnungshof führen wird. Davon sind wir auch überzeugt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Widerspruch bei der SPÖ
Meine Damen und Herren! Wir würden nie Kandidaten so abqualifizieren, wie Sie das gemacht haben (Widerspruch bei der SPÖ), und auch nicht das Hearing! Es war ein gutes Hearing. Alle Kandidaten haben sich dort entsprechend positiv qualifiziert und präsentiert. Wir sind aber der Meinung, dass auf Grund von Curriculum, Erfahrung im Verwaltungsbereich, Erfahrung in der Privatwirtschaft, Erfahrung auch im parlamentarischen Betrieb Dr. Moser die besten Voraussetzungen für den Rechnungshof mitgebracht hat. Deshalb wird er heute hier als Kandidat nominiert, und wir gehen davon aus und hoffen, dass er mit einer möglichst breiten Zustimmung auch in dieses wichtige Amt gewählt wird.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass es völlig egal ist, wer den Rechnungshofpräsidenten nominiert, es soll der Beste sein! Er soll bestens qualifiziert sein, durchschlagskräftig, unabhängig, dynamisch – und das ist mit Dr. Moser gegeben, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig: Aber da waren Sie für ein öffentliches!
Sie sagen, das Hearing hätte öffentlich sein sollen. Sie wissen, dass die Geschäftsordnung das gar nicht vorsieht. Sie wissen, Herr Kollege von der SPÖ – das wollten Sie nicht zugeben –: 1992, als Sie die Mehrheit gehabt haben, hat es auch kein öffentliches Hearing gegeben. (Abg. Dr. Glawischnig: Aber da waren Sie für ein öffentliches!)
Abg. Dr. Fekter: Weil er die Gesetze mitbeschlossen hat! – Heiterkeit der Abg. Dr. Fekter
Frau Kollegin Glawischnig, die Unvereinbarkeit ist hier auch angesprochen worden: Dr. Moser dürfe jetzt alle möglichen Dinge nicht prüfen, weil er für die Koordinierung zuständig gewesen ist. – Sie wissen doch selbst, was das bedeutet, wenn ein Klubdirektor in die Regierungskoordinierung mit einbezogen ist: Da hat er ja keine Entscheidungskompetenz! – Wenn man das nachvollziehen würde, dann hätte Ihr Kandidat Nowotny, meine Damen und Herren von der SPÖ, auch ein Problem gehabt (Abg. Dr. Fekter: Weil er die Gesetze mitbeschlossen hat! – Heiterkeit der Abg. Dr. Fekter), bei den Universitäten eine entsprechende Prüfung vorzunehmen. Also bleiben Sie hier wirklich bei der Wahrheit und bei einer konsequenten Argumentation!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ganz anders war das bei den Grünen, oder ich würde es einmal einschränken auf den Abgeordneten Pilz: Abgeordneter Pilz, der ja den ganzen Tag bei der Debatte nicht anwesend war, geht hier herunter, gibt hier seine Wortspende ab, diffamiert Personen, verdächtigt sie in der Art eines Großinquisitors – und ist jetzt schon wieder nicht da. Das ist das Verständnis eines Abgeordneten, dem es überhaupt nicht um die Sache geht, sondern nur um ein Kriminalisieren, Diskreditieren, Hineinhauen! Das ist die Methode von Herrn Pilz – und das lehnen wir ab, meine Damen und Herren! Aber ich gehe einmal davon aus, dass Sie auch nicht sehr glücklich über eine solche Art von Politik sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn man fünf Mal dasselbe fragt, dann wird man auch fünf Mal die gleiche Antwort bekommen. In einem Rechtsstaat gilt Gott sei Dank – und hoffentlich bleibt es noch lange so in Österreich, auch wenn es sich Herr Pilz vielleicht anders wünscht! – nicht nur die Unschuldsvermutung, sondern da muss man Beweise bringen, wenn man irgendwelche Verdächtigungen ausspricht. Nur hier von diesem Rednerpult aus kann man, wie es Kollege Pilz gemacht hat, sagen, was man will. Aber wir alle als Abgeordnete können uns und auch die Öffentlichkeit kann sich ohnehin ein Bild von der Seriosität solcher Aussagen machen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Herbert Scheibner (fortsetzend): Ich bin überzeugt davon, dass Sie in zwölf Jahren dasselbe Schicksal erleiden werden wie Ihre Fraktion damals bei Dr. Fiedler: Vorher schimpfen und nachher loben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie haben sich durch Ihre Zwischenrufe schon selbst disqualifiziert! Man braucht Ihnen nicht mehr zuzuhören!
Verschiedene Beobachter der innenpolitischen Szene haben sehr wohl auch einen eigentlich ablösereifen Minister wiederholt genannt. Dieser eine ablösereife Minister waren Sie, Herr Finanzminister! Ich brauche nicht aufzuzählen, Sie wissen es ja selbst: Zur Homepage-Affäre steht noch einiges aus, gerade zu dem, was der Rechnungshof bereits im Rohbericht erarbeitet hat. Darum ist in Anbetracht der Bestellung von Herrn Dr. Moser besonders interessant, was jetzt im Endbericht stehen wird, da doch der Rohbericht durchaus Besonderes über diese Finanzprüfung innerhalb des Ressorts des Herrn Finanzministers betreffend seine Homepage-Geschichte bringt. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie haben sich durch Ihre Zwischenrufe schon selbst disqualifiziert! Man braucht Ihnen nicht mehr zuzuhören!)
Abg. Neudeck: Es geht doch um die Bundeswohnungen und nicht um die Flieger!
Der dritte Teil, der uns im Parlament schon häufig beschäftigte, war natürlich die Frage der Eurofighter, der Kampfflugzeuge. Auch diesbezüglich ist wiederholt dokumentiert worden, dass der Kauf dieses teuersten aller Fluggeräte, das selbst vom Bundesheer aus fachlichen Gründen abgelehnt wird, kraft Ihrer blitzschnellen Entscheidung vor einem gewissen Ministerrat dann doch über die Bühne gegangen ist. (Abg. Neudeck: Es geht doch um die Bundeswohnungen und nicht um die Flieger!)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Jetzt kommen wir zur eigentlichen Tatsache: Sie gedachten, sich im Immobilienwesen sozusagen als großer Zampano aufzuführen, und stellten vor etwa 14 Tagen oder drei Wochen den Verkauf von 62 000 Bundeswohnungen und – und das ist sehr wesentlich! – von 5,1 Millionen Quadratmetern unbebautem Grund um sage und schreibe 850 Millionen € als großen Erfolg dar. (Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Abg. Großruck: Die Zahlen sind falsch!
Herr Finanzminister! Sie brauchen doch nur einfach zu rechnen! (Abg. Großruck: Die Zahlen sind falsch!) Ich habe die Nettozahlen genommen, Herr Kollege Großruck! Ich habe die aushaftenden Darlehen abgezogen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Großruck.) Ja freilich! Ich sage es Ihnen doch gerne! Aber das ist doch nichts, was der Herr Minister einnehmen kann! (Abg. Amon: Sie haben keine Ahnung!) Das sind aushaftende Darlehen, die kann man ja nicht einnehmen, sondern die muss ich doch vom Kaufpreis mehr oder weniger abziehen! Darum bekommt er ja unter dem Strich nicht mehr als 850 Millionen und, wie ich glaube, 55 Millionen für die „Wiener Eisenbahner“. Das ist praktisch die Nettosumme!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Großruck.
Herr Finanzminister! Sie brauchen doch nur einfach zu rechnen! (Abg. Großruck: Die Zahlen sind falsch!) Ich habe die Nettozahlen genommen, Herr Kollege Großruck! Ich habe die aushaftenden Darlehen abgezogen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Großruck.) Ja freilich! Ich sage es Ihnen doch gerne! Aber das ist doch nichts, was der Herr Minister einnehmen kann! (Abg. Amon: Sie haben keine Ahnung!) Das sind aushaftende Darlehen, die kann man ja nicht einnehmen, sondern die muss ich doch vom Kaufpreis mehr oder weniger abziehen! Darum bekommt er ja unter dem Strich nicht mehr als 850 Millionen und, wie ich glaube, 55 Millionen für die „Wiener Eisenbahner“. Das ist praktisch die Nettosumme!
Abg. Amon: Sie haben keine Ahnung!
Herr Finanzminister! Sie brauchen doch nur einfach zu rechnen! (Abg. Großruck: Die Zahlen sind falsch!) Ich habe die Nettozahlen genommen, Herr Kollege Großruck! Ich habe die aushaftenden Darlehen abgezogen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Großruck.) Ja freilich! Ich sage es Ihnen doch gerne! Aber das ist doch nichts, was der Herr Minister einnehmen kann! (Abg. Amon: Sie haben keine Ahnung!) Das sind aushaftende Darlehen, die kann man ja nicht einnehmen, sondern die muss ich doch vom Kaufpreis mehr oder weniger abziehen! Darum bekommt er ja unter dem Strich nicht mehr als 850 Millionen und, wie ich glaube, 55 Millionen für die „Wiener Eisenbahner“. Das ist praktisch die Nettosumme!
Abg. Dr. Fekter: Plus die Schulden!
Rechnen Sie doch einmal nach! Wenn man von 850 Millionen € ausgeht, dann wird pro Wohnung ungefähr der Preis von 40 000 € erzielt. Wenn man jetzt den Grundstückspreis ... (Abg. Dr. Fekter: Plus die Schulden!) Die Schulden habe ich schon weggezählt! (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber der Wert, der dazugezählt werden muss!) Frau Kollegin Fekter! Das ist vielleicht wirklich ein gutes Rechenbeispiel für Sie: Wir haben 5,1 Millionen Quadratmeter. Wenn es sich um Bauland handelt – und Wohnbaugesellschaften kaufen ja mit Vorliebe Bauland –, dann kann man vielleicht, wenn man freundlich rechnet, pro Quadratmeter Bauland im städtischen Bereich – und die BUWOG und die WAG haben hauptsächlich städtische Liegenschaften und entsprechend auch Bauland akquiriert – mit durchschnittlich 100 € rechnen. Und da bin ich schon der billigste aller Jakobe, die es gibt, nicht wahr?
Abg. Dr. Fekter: Das ist aber der Wert, der dazugezählt werden muss!
Rechnen Sie doch einmal nach! Wenn man von 850 Millionen € ausgeht, dann wird pro Wohnung ungefähr der Preis von 40 000 € erzielt. Wenn man jetzt den Grundstückspreis ... (Abg. Dr. Fekter: Plus die Schulden!) Die Schulden habe ich schon weggezählt! (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber der Wert, der dazugezählt werden muss!) Frau Kollegin Fekter! Das ist vielleicht wirklich ein gutes Rechenbeispiel für Sie: Wir haben 5,1 Millionen Quadratmeter. Wenn es sich um Bauland handelt – und Wohnbaugesellschaften kaufen ja mit Vorliebe Bauland –, dann kann man vielleicht, wenn man freundlich rechnet, pro Quadratmeter Bauland im städtischen Bereich – und die BUWOG und die WAG haben hauptsächlich städtische Liegenschaften und entsprechend auch Bauland akquiriert – mit durchschnittlich 100 € rechnen. Und da bin ich schon der billigste aller Jakobe, die es gibt, nicht wahr?
Abg. Dr. Fekter: Dazu gehören aber auch die Gärten und Höfe!
Jetzt rechnen Sie 100 mal 5,1 Millionen: Da kommen Sie auf sage und schreibe 500 Millionen €. Der Herr Finanzminister erzielt aber in Summe 850 plus 55 Millionen! Ich meine, das ist das Problem! (Abg. Dr. Fekter: Dazu gehören aber auch die Gärten und Höfe!) – Frau Kollegin Fekter! Sie sollten sich dann vielleicht selbst zu Wort melden, wenn Sie schon ein so großes Redebedürfnis entwickeln! – Es ist ganz einfach: In Summe ist der erzielte Preis für das, was insgesamt an Immobilienwerten der Republik zur Verfügung steht, meines Erachtens ein halber Sommerschlussverkauf!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist aus meiner Sicht das große Problem und auch der Hintergrund dafür, dass ich Ihnen jetzt schon über 26 Anfragen zu dieser Materie gestellt habe und dass wir schon mindestens dreimal in diesem Parlament darüber auch in Form von Anfragebesprechungen diskutieren, weil ich diese Ernte, die Sie jetzt kurzfristig finanzpolitisch einfahren wollen, für eine wohnungspolitische Hypothek halte! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Mir ist es recht, wenn Sie die Schulden abbauen, mir wäre es aber lieber, wenn Sie die Wohnungen nicht verkauften. Mir ist es natürlich sehr recht, wenn man das Geld investiert, das Nichtverkaufen wäre aber für mich die Option schlechthin. Rechnen Sie doch nach: Sie selbst haben in Ihrer Amtsperiode in der Zeit zwischen 2001 und 2003 an Dividenden sage und schreibe 187 Millionen € von den Gesellschaften lukriert – in drei Jahren 187 Millionen! –, und Sie verkaufen diese Gesellschaften nun auf einmal um 850 Millionen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen). Rechnen Sie sich das selbst aus: In fünf Jahren haben Sie mit dem ganzen Verkauf eigentlich ein Defizitgeschäft gemacht! Aber so ist Ihre Politik! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mir ist es recht, wenn Sie die Schulden abbauen, mir wäre es aber lieber, wenn Sie die Wohnungen nicht verkauften. Mir ist es natürlich sehr recht, wenn man das Geld investiert, das Nichtverkaufen wäre aber für mich die Option schlechthin. Rechnen Sie doch nach: Sie selbst haben in Ihrer Amtsperiode in der Zeit zwischen 2001 und 2003 an Dividenden sage und schreibe 187 Millionen € von den Gesellschaften lukriert – in drei Jahren 187 Millionen! –, und Sie verkaufen diese Gesellschaften nun auf einmal um 850 Millionen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen). Rechnen Sie sich das selbst aus: In fünf Jahren haben Sie mit dem ganzen Verkauf eigentlich ein Defizitgeschäft gemacht! Aber so ist Ihre Politik! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Finanzminister! Hohes Haus! Das, was Sie, Frau Moser, jetzt gebracht haben, ist Ihrer unwürdig! Das würde ich vielleicht von Herrn Cap oder vielleicht sogar von Frau Bures erwarten, aber nicht von Ihnen! (Zwischenruf des Abg. Eder.) Ich hätte von Ihnen nicht erwartet, dass Sie derart unsachlich argumentieren, hier Hypotheken in den Raum stellen und die Leute verunsichern!
Abg. Eder: So eine Überheblichkeit!
Ich werde auf Ihre Argumente eingehen. Bitte hören Sie mir zu! Ich hoffe, dass Sie vom Saulus zum Paulus beziehungsweise von der Saula zur Paula werden, wenn Sie meine Argumente hören. (Abg. Eder: So eine Überheblichkeit!) Das, was Sie hier geboten haben, ist alter Wein in alten Schläuchen, den Sie nicht einmal selbst trinken! Den Österreicherinnen und Österreichern muten Sie dieses Getränk jedoch zu! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Eder: Das ist unsympathisch bis zum Gehtnichtmehr!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Eder: Das ist unsympathisch bis zum Gehtnichtmehr!
Ich werde auf Ihre Argumente eingehen. Bitte hören Sie mir zu! Ich hoffe, dass Sie vom Saulus zum Paulus beziehungsweise von der Saula zur Paula werden, wenn Sie meine Argumente hören. (Abg. Eder: So eine Überheblichkeit!) Das, was Sie hier geboten haben, ist alter Wein in alten Schläuchen, den Sie nicht einmal selbst trinken! Den Österreicherinnen und Österreichern muten Sie dieses Getränk jedoch zu! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Eder: Das ist unsympathisch bis zum Gehtnichtmehr!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Bures.
Dann haben wir hier von allen Seiten der Opposition gehört: Gefahr! Es besteht die Gefahr, dass die Wohnbaugesellschaften ans Ausland verkauft werden! – Das ist ebenso falsch! Den Zuschlag hat ein Österreich-Konsortium mit der Raiffeisen Landesbank, der Wiener Städtischen, der Oberösterreichischen Landesbank, der Oberösterreichischen Versicherung und der Immofinanz bekommen. Das Ziel war, dass die Wohnungen beziehungsweise die Gesellschaften in Österreich bleiben und dass die Garantie gegeben ist, dass eine entsprechende Fortsetzung auch für die Mieter erfolgt. Sie wissen genau, Frau Kollegin Moser, dass eine Mietpreiserhöhung nicht in Frage kommt, denn es heißt: Einmal gemeinnützig, immer gemeinnützig! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Bures.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
(Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Es war ein Sechszeiler!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Großruck, ich bin echt froh, dass Ihnen ab und zu noch ein Vierzeiler einfällt, denn das war die einzige Bereicherung Ihrer Ausführungen hier heute. (Abg. Neudeck: Es war ein Sechszeiler!)
Abg. Hornek: Wo ist der Unterschied zur Gemeinde Wien?
Wir haben 62 000 Wohnungen, das sind 4,5 Millionen Quadratmeter Wohnfläche, wir haben 5 Millionen Quadratmeter unbebaute Fläche (Abg. Hornek: Wo ist der Unterschied zur Gemeinde Wien?), die hier völlig unseriös und unvorbereitet verscherbelt werden. Das Einzige, das wir schon fix haben, ist eine Reihe von Kosten: für Beratungsfirmen fast 11 Millionen € (Abg. Hornek: Das ist unrichtig!) – das sind 150 Millionen Schilling, die da an Beratungskosten geflossen sind! Mit diesem Geld hätten wir 50 Einfamilienhäuser für Mehrkinderfamilien bauen können (Abg. Hornek: Das ist unrichtig, was Sie sagen!), mit diesem Geld, das Sie für völlig unnötige Beratung durch den Rauchfang gejagt haben, wie das auch der Rechnungshof sieht, weil das Ministerium ausreichend Experten gehabt hätte. Man hätte sich diese Kosten sparen können. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Abg. Hornek: Das ist unrichtig!
Wir haben 62 000 Wohnungen, das sind 4,5 Millionen Quadratmeter Wohnfläche, wir haben 5 Millionen Quadratmeter unbebaute Fläche (Abg. Hornek: Wo ist der Unterschied zur Gemeinde Wien?), die hier völlig unseriös und unvorbereitet verscherbelt werden. Das Einzige, das wir schon fix haben, ist eine Reihe von Kosten: für Beratungsfirmen fast 11 Millionen € (Abg. Hornek: Das ist unrichtig!) – das sind 150 Millionen Schilling, die da an Beratungskosten geflossen sind! Mit diesem Geld hätten wir 50 Einfamilienhäuser für Mehrkinderfamilien bauen können (Abg. Hornek: Das ist unrichtig, was Sie sagen!), mit diesem Geld, das Sie für völlig unnötige Beratung durch den Rauchfang gejagt haben, wie das auch der Rechnungshof sieht, weil das Ministerium ausreichend Experten gehabt hätte. Man hätte sich diese Kosten sparen können. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Abg. Hornek: Das ist unrichtig, was Sie sagen!
Wir haben 62 000 Wohnungen, das sind 4,5 Millionen Quadratmeter Wohnfläche, wir haben 5 Millionen Quadratmeter unbebaute Fläche (Abg. Hornek: Wo ist der Unterschied zur Gemeinde Wien?), die hier völlig unseriös und unvorbereitet verscherbelt werden. Das Einzige, das wir schon fix haben, ist eine Reihe von Kosten: für Beratungsfirmen fast 11 Millionen € (Abg. Hornek: Das ist unrichtig!) – das sind 150 Millionen Schilling, die da an Beratungskosten geflossen sind! Mit diesem Geld hätten wir 50 Einfamilienhäuser für Mehrkinderfamilien bauen können (Abg. Hornek: Das ist unrichtig, was Sie sagen!), mit diesem Geld, das Sie für völlig unnötige Beratung durch den Rauchfang gejagt haben, wie das auch der Rechnungshof sieht, weil das Ministerium ausreichend Experten gehabt hätte. Man hätte sich diese Kosten sparen können. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.
Wir haben 62 000 Wohnungen, das sind 4,5 Millionen Quadratmeter Wohnfläche, wir haben 5 Millionen Quadratmeter unbebaute Fläche (Abg. Hornek: Wo ist der Unterschied zur Gemeinde Wien?), die hier völlig unseriös und unvorbereitet verscherbelt werden. Das Einzige, das wir schon fix haben, ist eine Reihe von Kosten: für Beratungsfirmen fast 11 Millionen € (Abg. Hornek: Das ist unrichtig!) – das sind 150 Millionen Schilling, die da an Beratungskosten geflossen sind! Mit diesem Geld hätten wir 50 Einfamilienhäuser für Mehrkinderfamilien bauen können (Abg. Hornek: Das ist unrichtig, was Sie sagen!), mit diesem Geld, das Sie für völlig unnötige Beratung durch den Rauchfang gejagt haben, wie das auch der Rechnungshof sieht, weil das Ministerium ausreichend Experten gehabt hätte. Man hätte sich diese Kosten sparen können. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler. – Abg. Hornek: Diese Rede ist vom Vorjahr!
So gehen Sie mit dem Steuergeld um! Herr Finanzminister, Sie verschleudern Steuergeld für Beratung, die völlig unnötig ist! Außer Spesen nichts gewesen – das ist die Bilanz Ihres Deals! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler. – Abg. Hornek: Diese Rede ist vom Vorjahr!)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Herr Finanzminister! Im Jahr 2001 haben Sie noch gesagt: 3 Milliarden € werden wir durch diesen Immobiliendeal erwirtschaften. Vor einem Jahr haben Sie dann die Summe reduziert und gesagt: 2 Milliarden € sind ja allemal noch viel, wir werden 2 Milliarden aus diesem Deal bekommen! – Heute wissen wir: Es sind knapp 1 Milliarde €. Die Rechnung des Herrn Großruck ist eine Bauernrechnung, die stimmt nicht (Zwischenrufe bei der ÖVP), da sind langfristige Darlehen enthalten, die so nicht zu berechnen sind! (Abg. Mag. Molterer: Was ist eine „Bauernrechnung“?) Knapp 1 Milliarde € beträgt heute der Erlös. (Abg. Mag. Molterer: Was ist eine „Bauernrechnung“? – Abg. Hornek: Frau Bures, Bauern können gut rechnen!)
Abg. Mag. Molterer: Was ist eine „Bauernrechnung“?
Herr Finanzminister! Im Jahr 2001 haben Sie noch gesagt: 3 Milliarden € werden wir durch diesen Immobiliendeal erwirtschaften. Vor einem Jahr haben Sie dann die Summe reduziert und gesagt: 2 Milliarden € sind ja allemal noch viel, wir werden 2 Milliarden aus diesem Deal bekommen! – Heute wissen wir: Es sind knapp 1 Milliarde €. Die Rechnung des Herrn Großruck ist eine Bauernrechnung, die stimmt nicht (Zwischenrufe bei der ÖVP), da sind langfristige Darlehen enthalten, die so nicht zu berechnen sind! (Abg. Mag. Molterer: Was ist eine „Bauernrechnung“?) Knapp 1 Milliarde € beträgt heute der Erlös. (Abg. Mag. Molterer: Was ist eine „Bauernrechnung“? – Abg. Hornek: Frau Bures, Bauern können gut rechnen!)
Abg. Mag. Molterer: Was ist eine „Bauernrechnung“? – Abg. Hornek: Frau Bures, Bauern können gut rechnen!
Herr Finanzminister! Im Jahr 2001 haben Sie noch gesagt: 3 Milliarden € werden wir durch diesen Immobiliendeal erwirtschaften. Vor einem Jahr haben Sie dann die Summe reduziert und gesagt: 2 Milliarden € sind ja allemal noch viel, wir werden 2 Milliarden aus diesem Deal bekommen! – Heute wissen wir: Es sind knapp 1 Milliarde €. Die Rechnung des Herrn Großruck ist eine Bauernrechnung, die stimmt nicht (Zwischenrufe bei der ÖVP), da sind langfristige Darlehen enthalten, die so nicht zu berechnen sind! (Abg. Mag. Molterer: Was ist eine „Bauernrechnung“?) Knapp 1 Milliarde € beträgt heute der Erlös. (Abg. Mag. Molterer: Was ist eine „Bauernrechnung“? – Abg. Hornek: Frau Bures, Bauern können gut rechnen!)
Abg. Mag. Molterer: Was ist eine „Bauernrechnung“, Frau Bures?
Herr Finanzminister, Sie sind nicht nur ein Mal hier gestanden, sondern des Öfteren und haben gesagt: Wir machen die Wohnungsmieter zu Wohnungseigentümern! (Abg. Mag. Molterer: Was ist eine „Bauernrechnung“, Frau Bures?) – 98 Prozent der Wohnungsmieter konnten die Wohnung nicht kaufen. Es waren gerade 2 Prozent der Mieter, die die Chance hatten, die Wohnung zu erwerben. (Abg. Mag. Molterer: Ich möchte wissen, was eine „Bauernrechnung“ ist! Was ist eine „Bauernrechnung“?)
Abg. Mag. Molterer: Ich möchte wissen, was eine „Bauernrechnung“ ist! Was ist eine „Bauernrechnung“?
Herr Finanzminister, Sie sind nicht nur ein Mal hier gestanden, sondern des Öfteren und haben gesagt: Wir machen die Wohnungsmieter zu Wohnungseigentümern! (Abg. Mag. Molterer: Was ist eine „Bauernrechnung“, Frau Bures?) – 98 Prozent der Wohnungsmieter konnten die Wohnung nicht kaufen. Es waren gerade 2 Prozent der Mieter, die die Chance hatten, die Wohnung zu erwerben. (Abg. Mag. Molterer: Ich möchte wissen, was eine „Bauernrechnung“ ist! Was ist eine „Bauernrechnung“?)
Abg. Mag. Molterer: Frau Bures, was ist eine „Bauernrechnung“?
Wissen Sie, warum die Mieter die Wohnungen nicht kaufen konnten? – Der Herr Finanzminister und Sie, Herr Molterer, haben den Mietern 1 470 € pro Quadratmeter Wohnfläche in Rechnung gestellt. Und wissen Sie, was Sie heute von Immobilieninvestoren verlangen? – 300 €! (Abg. Mag. Molterer: Frau Bures, was ist eine „Bauernrechnung“?) Immobilieninvestoren bekommen die Wohnungen um 300 €, der Mieter aber musste 1 400 € zahlen! (Ruf bei der SPÖ: Unerhört!) Das ist Sand-in-die-Augen-Streuen! Sie haben nie Interesse daran gehabt, Mieter zu Wohnungseigentümern zu machen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Frau Bures, was ist eine „Bauernrechnung“? – Sie hat keine Ahnung! Sie weiß nicht, was eine „Bauernrechnung“ ist!)
Ruf bei der SPÖ: Unerhört!
Wissen Sie, warum die Mieter die Wohnungen nicht kaufen konnten? – Der Herr Finanzminister und Sie, Herr Molterer, haben den Mietern 1 470 € pro Quadratmeter Wohnfläche in Rechnung gestellt. Und wissen Sie, was Sie heute von Immobilieninvestoren verlangen? – 300 €! (Abg. Mag. Molterer: Frau Bures, was ist eine „Bauernrechnung“?) Immobilieninvestoren bekommen die Wohnungen um 300 €, der Mieter aber musste 1 400 € zahlen! (Ruf bei der SPÖ: Unerhört!) Das ist Sand-in-die-Augen-Streuen! Sie haben nie Interesse daran gehabt, Mieter zu Wohnungseigentümern zu machen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Frau Bures, was ist eine „Bauernrechnung“? – Sie hat keine Ahnung! Sie weiß nicht, was eine „Bauernrechnung“ ist!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Frau Bures, was ist eine „Bauernrechnung“? – Sie hat keine Ahnung! Sie weiß nicht, was eine „Bauernrechnung“ ist!
Wissen Sie, warum die Mieter die Wohnungen nicht kaufen konnten? – Der Herr Finanzminister und Sie, Herr Molterer, haben den Mietern 1 470 € pro Quadratmeter Wohnfläche in Rechnung gestellt. Und wissen Sie, was Sie heute von Immobilieninvestoren verlangen? – 300 €! (Abg. Mag. Molterer: Frau Bures, was ist eine „Bauernrechnung“?) Immobilieninvestoren bekommen die Wohnungen um 300 €, der Mieter aber musste 1 400 € zahlen! (Ruf bei der SPÖ: Unerhört!) Das ist Sand-in-die-Augen-Streuen! Sie haben nie Interesse daran gehabt, Mieter zu Wohnungseigentümern zu machen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Frau Bures, was ist eine „Bauernrechnung“? – Sie hat keine Ahnung! Sie weiß nicht, was eine „Bauernrechnung“ ist!)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Es ist die falsche Rechnung. Herr Großruck kann nicht einmal addieren, das ist das Problem, denn er bietet Wohnungsmietern die Wohnung um 1 400 € pro Quadratmeter an, während Investoren nur 300 € zu bezahlen haben, obwohl Sie den Mietern versprochen haben, dass sie Wohnungseigentum erwerben können. Nichts konnten sie erwerben! (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) In Wirklichkeit haben Sie die Wohnungen den Investoren in den Hals geworfen, das ist das Problem.
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Weil Sie gesagt haben, es werde sich bei den Mieten nichts ändern, einmal Wohnungsgemeinnützigkeit sei immer Wohnungsgemeinnützigkeit: Die Frage ist doch, wer das Gemeinnützigkeitsgesetz beschließt und wie sich die Mieten in diesem Zusammenhang gestalten! ÖVP und FPÖ haben das immer in Nacht-und-Nebel-Aktionen erhöht, die Mieten in Österreich sind gestiegen, die Einkommen sind gesunken (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), die Pensionen haben Sie gekürzt – und die Menschen können sich in Zukunft das Wohnen nicht mehr leisten. Das ist die Bilanz Ihrer falschen Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Weil Sie gesagt haben, es werde sich bei den Mieten nichts ändern, einmal Wohnungsgemeinnützigkeit sei immer Wohnungsgemeinnützigkeit: Die Frage ist doch, wer das Gemeinnützigkeitsgesetz beschließt und wie sich die Mieten in diesem Zusammenhang gestalten! ÖVP und FPÖ haben das immer in Nacht-und-Nebel-Aktionen erhöht, die Mieten in Österreich sind gestiegen, die Einkommen sind gesunken (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), die Pensionen haben Sie gekürzt – und die Menschen können sich in Zukunft das Wohnen nicht mehr leisten. Das ist die Bilanz Ihrer falschen Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Das haben Sie nicht verstanden!
In Wirklichkeit haben Sie vor, für alle Menschen, die in Genossenschaftswohnungen wohnen (Abg. Neudeck: Das haben Sie nicht verstanden!) – das sind 2,2 Millionen Menschen –, die Mieten zu erhöhen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Sagen Sie das auch, und verhindern Sie nicht – ich komme zum Schlusssatz, Frau Präsidentin – eine Rechnungshofkontrolle! Ich hoffe, dass Josef Moser, wenn er beschlossen wird, auch tatsächlich diesen Deal kontrolliert, das wäre nämlich höchst notwendig. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
In Wirklichkeit haben Sie vor, für alle Menschen, die in Genossenschaftswohnungen wohnen (Abg. Neudeck: Das haben Sie nicht verstanden!) – das sind 2,2 Millionen Menschen –, die Mieten zu erhöhen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Sagen Sie das auch, und verhindern Sie nicht – ich komme zum Schlusssatz, Frau Präsidentin – eine Rechnungshofkontrolle! Ich hoffe, dass Josef Moser, wenn er beschlossen wird, auch tatsächlich diesen Deal kontrolliert, das wäre nämlich höchst notwendig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In Wirklichkeit haben Sie vor, für alle Menschen, die in Genossenschaftswohnungen wohnen (Abg. Neudeck: Das haben Sie nicht verstanden!) – das sind 2,2 Millionen Menschen –, die Mieten zu erhöhen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Sagen Sie das auch, und verhindern Sie nicht – ich komme zum Schlusssatz, Frau Präsidentin – eine Rechnungshofkontrolle! Ich hoffe, dass Josef Moser, wenn er beschlossen wird, auch tatsächlich diesen Deal kontrolliert, das wäre nämlich höchst notwendig. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Gabriela Moser.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Ich bin dankbar dafür, dass wir nach einer sehr erfolgreichen Veräußerung unseres Wohnungsportfolios eine direkte Information des Hohen Hauses vornehmen können. (Zwischenruf der Abg. Dr. Gabriela Moser.) Frau Abgeordnete Moser hat ja mehrfach mit uns hier einen Dialog geführt. (Abg. Öllinger: Einen ziemlich einseitigen!)
Abg. Öllinger: Einen ziemlich einseitigen!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Ich bin dankbar dafür, dass wir nach einer sehr erfolgreichen Veräußerung unseres Wohnungsportfolios eine direkte Information des Hohen Hauses vornehmen können. (Zwischenruf der Abg. Dr. Gabriela Moser.) Frau Abgeordnete Moser hat ja mehrfach mit uns hier einen Dialog geführt. (Abg. Öllinger: Einen ziemlich einseitigen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich konnte seit dem Jahr 2000 den Ministerrat sechsmal über diesen Wohnungsverkauf informieren. Es hat insgesamt 26 parlamentarische Anfragen gegeben, wir haben zehn Debatten im Parlament gehabt. Wir haben die Privatisierung fünfmal im parlamentarischen Rechnungshofausschuss behandelt, und es hat auch eine Rechnungshofkontrolle über die Vergabe der Beraterauswahl gegeben. Ich darf Ihnen sagen, Frau Abgeordnete Bures, ich freue mich schon darauf, wenn es einen Rechnungshofbericht über das Gesamtergebnis dieser Privatisierung gibt, weil es selten in Österreich eine solch professionelle Vorgangsweise und ein solch gutes Ergebnis, sowohl für den Steuerzahler als auch für die Mieter, gegeben hat wie bei dieser Privatisierung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, noch einmal ganz kurz: Warum haben wir privatisiert? – Wir haben privatisiert in der festen Überzeugung, dass der Staat kein guter Unternehmer ist. Wohnbau, Wohnungsvermietung, das ist nicht mehr das Kerngeschäft eines modernen Staates; man muss nicht Eigentümer, nicht Besitzer von Wohnungen sein, sondern man hat über attraktive Rahmenbedingungen – sprich: über Gesetze; das angesprochene Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz – für attraktive und günstige Mieten zu sorgen, insbesondere dort, wo es um kleine Einkommen geht. Das ist unsere Zielsetzung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Sie irren sich mit den Jahreszahlen!
Ich darf Ihnen einen kleinen Hinweis geben auf eine Privatisierung, und zwar betreffend die Eisenbahnwohnungsgesellschaften, die in Deutschland stattgefunden hat. Die deutsche Bundesregierung – sie besteht, wie Sie wissen, aus Rot/Grün – hat dort, wie Sie sagen, Vermögensverschleuderung betrieben; ich sage: sinnvoll Wohnungen privatisiert. (Abg. Bures: Sie irren sich mit den Jahreszahlen!) Man hat dort, Frau Abgeordnete, für 100 000 Wohnungen Beraterkosten von 38 Millionen € in Kauf genommen. 38 Millionen € Beraterkosten in Deutschland! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Bures.) Sie wissen, dass es bei uns ein absoluter Bruchteil an Kosten war, der hier angefallen ist.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Bures.
Ich darf Ihnen einen kleinen Hinweis geben auf eine Privatisierung, und zwar betreffend die Eisenbahnwohnungsgesellschaften, die in Deutschland stattgefunden hat. Die deutsche Bundesregierung – sie besteht, wie Sie wissen, aus Rot/Grün – hat dort, wie Sie sagen, Vermögensverschleuderung betrieben; ich sage: sinnvoll Wohnungen privatisiert. (Abg. Bures: Sie irren sich mit den Jahreszahlen!) Man hat dort, Frau Abgeordnete, für 100 000 Wohnungen Beraterkosten von 38 Millionen € in Kauf genommen. 38 Millionen € Beraterkosten in Deutschland! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Bures.) Sie wissen, dass es bei uns ein absoluter Bruchteil an Kosten war, der hier angefallen ist.
Abg. Bures: 2 Prozent!
Wesentliche Punkte, meine Damen und Herren: Was war unsere Zielsetzung? – Die Zielsetzung war, dass wir die Interessen der Mieter absichern. Wir haben zuallererst gesagt – und das war der erste Schritt in diesem Verfahren –: Bieten wir als erste Bundesregierung überhaupt in Österreich diese Wohnungen den Mietern zum Kauf an! Und ich bin froh darüber, dass sich mehr als 1 000 Mieter tatsächlich entschlossen haben, diese Wohnungen käuflich zu erwerben. Wir waren die Ersten, die diese Möglichkeit eingeräumt haben – mehr als 1 000 haben sie genützt. (Abg. Bures: 2 Prozent!) Die anderen haben sie deswegen nicht genützt, weil sie sich zu Recht darauf verlassen, dass es weiterhin bei den Mieten Durchschnittspreise, Frau Abgeordnete, von etwa 2,40 € pro Quadratmeter geben wird. (Abg. Bures: Garantieren Sie 2,40 €?) Wenn Sie das mit dem privaten Wohnungsmarkt vergleichen, dann wissen Sie, dass man dort bis zu 7 €, in vielen Fällen sogar über 7 € pro Quadratmeter bezahlt. (Abg. Bures: Garantieren Sie 2,40 €?)
Abg. Bures: Garantieren Sie 2,40 €?
Wesentliche Punkte, meine Damen und Herren: Was war unsere Zielsetzung? – Die Zielsetzung war, dass wir die Interessen der Mieter absichern. Wir haben zuallererst gesagt – und das war der erste Schritt in diesem Verfahren –: Bieten wir als erste Bundesregierung überhaupt in Österreich diese Wohnungen den Mietern zum Kauf an! Und ich bin froh darüber, dass sich mehr als 1 000 Mieter tatsächlich entschlossen haben, diese Wohnungen käuflich zu erwerben. Wir waren die Ersten, die diese Möglichkeit eingeräumt haben – mehr als 1 000 haben sie genützt. (Abg. Bures: 2 Prozent!) Die anderen haben sie deswegen nicht genützt, weil sie sich zu Recht darauf verlassen, dass es weiterhin bei den Mieten Durchschnittspreise, Frau Abgeordnete, von etwa 2,40 € pro Quadratmeter geben wird. (Abg. Bures: Garantieren Sie 2,40 €?) Wenn Sie das mit dem privaten Wohnungsmarkt vergleichen, dann wissen Sie, dass man dort bis zu 7 €, in vielen Fällen sogar über 7 € pro Quadratmeter bezahlt. (Abg. Bures: Garantieren Sie 2,40 €?)
Abg. Bures: Garantieren Sie 2,40 €?
Wesentliche Punkte, meine Damen und Herren: Was war unsere Zielsetzung? – Die Zielsetzung war, dass wir die Interessen der Mieter absichern. Wir haben zuallererst gesagt – und das war der erste Schritt in diesem Verfahren –: Bieten wir als erste Bundesregierung überhaupt in Österreich diese Wohnungen den Mietern zum Kauf an! Und ich bin froh darüber, dass sich mehr als 1 000 Mieter tatsächlich entschlossen haben, diese Wohnungen käuflich zu erwerben. Wir waren die Ersten, die diese Möglichkeit eingeräumt haben – mehr als 1 000 haben sie genützt. (Abg. Bures: 2 Prozent!) Die anderen haben sie deswegen nicht genützt, weil sie sich zu Recht darauf verlassen, dass es weiterhin bei den Mieten Durchschnittspreise, Frau Abgeordnete, von etwa 2,40 € pro Quadratmeter geben wird. (Abg. Bures: Garantieren Sie 2,40 €?) Wenn Sie das mit dem privaten Wohnungsmarkt vergleichen, dann wissen Sie, dass man dort bis zu 7 €, in vielen Fällen sogar über 7 € pro Quadratmeter bezahlt. (Abg. Bures: Garantieren Sie 2,40 €?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben angeführt – und das wurde von Frau Abgeordneter Moser gefragt –: „Einmal WGG, immer WGG!“ – Genau das war unsere Zielsetzung. Das heißt, dieser Verkauf der Wohnungen wird keine Auswirkungen auf die bestehenden Mietverhältnisse haben. Der neue Eigentümer kann in keiner Weise in die bestehenden Mietverhältnisse eingreifen. Und damit haben wir für den Mieter das Optimum erreicht, nämlich auf der einen Seite eine österreichische Lösung, was das neue Eigentum betrifft, und auf der anderen Seite günstige, attraktive Mieten in Zukunft. Besser geht es für den Mieter nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist nicht Mut, sondern Unwissenheit!
Frau Abgeordnete Bures, es gehört schon ein gehörig Maß an politischem Mut dazu – um es diplomatisch auszudrücken –, wenn Sie sich hier herausstellen und sagen, wir hätten Vermögen des Steuerzahlers verschleudert! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist nicht Mut, sondern Unwissenheit!)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Gegenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Frau Abgeordnete Bures, ich konnte Sie bereits einmal hier im Hohen Haus damit konfrontieren – Sie wissen es ohnehin ganz genau –, dass es im Jahre 1997 den Versuch der Sozialdemokratie gab, und zwar mit dem Initiativantrag Nr. 413/A der Abgeordneten Eder und Genossen, wo man im Jahre 1997 die Geschäftsanteile des Bundes an drei Eisenbahnsiedlungsgesellschaften, nämlich jenen in Villach, Wien und Linz, an die Gemeinnützige allgemeine Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Wien verkaufen wollte, an eine Genossenschaft, die im Einflussbereich der Sozialdemokratie beziehungsweise der Gewerkschaft steht. Damals ging es um einen Verkauf von über 20 000 Wohnungen, den Sie für 13,1 Millionen € durchführen wollten! 20 000 Wohnungen für 13,1 Millionen €! (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Gegenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Uns geht es um die Mieter!
Heute stellen Sie sich hier heraus, Frau Abgeordnete Bures, und sprechen so – nachdem Sie von der SPÖ solch ein Geschäft zugunsten der Sozialdemokratie und der Gewerkschaft, jedoch zu Lasten des Steuerzahlers machen wollten! Vermögen des Steuerzahlers wollten Sie in die Sphäre der SPÖ beziehungsweise der Gewerkschaft – und das ganz offensichtlich zu einem sehr, sehr niedrigen Preis – nahezu verschenken! (Abg. Bures: Uns geht es um die Mieter!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Bures: Sie verkaufen die Mieter! Das Einzige, was Sie verkaufen, sind die Mieter!
Ich sage Ihnen: Der Vergleich macht uns sicher, Frau Abgeordnete! So etwas hätten wir niemals auch nur ins Auge gefasst, weil wir das Vermögen des Steuerzahlers optimal und bestmöglich verkaufen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Bures: Sie verkaufen die Mieter! Das Einzige, was Sie verkaufen, sind die Mieter!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Bures.
Frau Abgeordnete Bures, um auf Ihre Zwischenrufe gerne weiter einzugehen und vor Ihrer Türe kehren zu dürfen, darf ich Ihnen noch etwas sagen: Sie haben sich sehr, sehr oft hier heraus gestellt und behauptet, wir würden Gesellschaften, die wir gar nicht verkaufen dürfen, verkaufen, so zum Beispiel die WBG. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Bures.) – Wir haben dann die WBG auf Grund dieser rechtlichen Probleme vorerst nicht verkauft, weil die BWS, eine gemeinnützige Genossenschaft der Eisenbahner mit lauter sozialdemokratischen Führungsfunktionären, Einspruch erhoben hat. Sie haben uns geklagt vor dem Zivilgericht, vor dem Handelsgericht, vor dem Obersten Gerichtshof sowie dem Verwaltungsgerichtshof, und sie haben uns bei der Veräußerung dieser Gesellschaft alle Probleme gemacht, die nur irgendwie möglich sind.
Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Oho! – Abg. Großruck: Das ist der wahre Skandal!
Meine Damen und Herren! Was glauben Sie, wie diese Sache weitergegangen ist? – Auf Grund all dieser Probleme haben wir uns dazu entschlossen, die WBG aus diesem Bündel von fünf Gesellschaften herauszulösen, und haben gesagt: Wir verkaufen eine gesondert! Wir haben sie verkauft an die BWS, und zwar zu einem fairen Marktpreis, das muss ich betonen. Wir haben sie an die Gesellschaft sozialdemokratischer Eisenbahner verkauft, und zwar für 55 Millionen € plus Schuldenübernahme. Und was glauben Sie, was passiert ist? – Alle rechtlichen Einwände, die es gab, wurden sofort zurückgezogen! (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Oho! – Abg. Großruck: Das ist der wahre Skandal!)
Abg. Bures: Sagen Sie, warum!
Die Stadt Wien, die MA 50, die Aufsichtsbehörde der Stadt Wien, hat auf einmal erklärt: Voll und ganz zu Recht ist man da seitens der österreichischen Bundesregierung vorgegangen! (Abg. Bures: Sagen Sie, warum!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Am besten ist es also, man verkauft an die Sozialdemokratie, dann hat man es Ihrer Ansicht nach richtig gemacht! – Das ist Doppelbödigkeit, die wir ablehnen! Wir privatisieren aus voller Überzeugung: im Interesse der Mieter und der Steuerzahler – und erreichen die bestmöglichen Ergebnisse, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: 600 Millionen für zwei! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Frau Abgeordnete Moser, da bin ich jetzt bei Ihnen, und wenn Sie bitte Fairness walten lassen wollen in Ihrer Beurteilung: Sie sind hier heraußen gestanden in mehreren kurzen Debatten und haben zu mir gesagt: Wir werden ja sehen, ob Sie es schaffen, zu erreichen, was der Rechnungshof vorgegeben hat, nämlich 500 Millionen € an Verkaufserlösen zustande zu bringen! Das war die Mindestgrenze, die der Rechnungshof festgelegt hat. (Abg. Dr. Gabriela Moser: 600 Millionen für zwei! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Für zwei, nicht für vier!
Meine Damen und Herren! Der Betriebserfolg dieser Gesellschaften lag im letzten Jahr, im Jahre 2003, bei 21,5 Millionen €. Die Rechnung des Rechnungshofes war die: Wenn wir 25 Millionen € pro Jahr erzielen und das Ganze auf der anderen Seite mit einem 5-prozentigen Zinssatz rechnen, den wir heute haben, um die Finanzschuld der Republik bedienen zu können, dann müssen wir, damit wir ein gutes Geschäft für den Steuerzahler machen, zumindest 500 Millionen € erreichen. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Für zwei, nicht für vier!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir haben nicht 500 Millionen € erreicht, sondern wir haben an liquiden Mitteln 1 016 Millionen €, also mehr als das Doppelte erreicht – und wir haben damit ein sehr, sehr gutes Geschäft für den Steuerzahler gemacht, auf das wir zu Recht stolz sein können! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
So wünsche ich mir Privatisierungserfolge auch in Zukunft. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Ganz bestimmt!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es ist ja fast ein Eigentor, das sich Frau Kollegin Moser mit dieser Besprechung einer Anfragebeantwortung geschossen hat. (Abg. Dr. Fekter: Ganz bestimmt!) – Ganz bestimmt ein Eigentor! Gut, wenn Frauen etwas sagen, dann folge ich: Das ist ein Eigentor, meint Frau Kollegin Fekter.
Abg. Dr. Gabriela Moser: Sie wollen das WGG ändern!
Wenn sich da etwas zu Ungunsten der Mieter und zu Gunsten der Eigentümer bei den sozialdemokratisch geführten Genossenschaften ändert, dann soll der Staat über diesen Besserungsschein – weil sich natürlich in der Nachfolge auch die Mieten in diesen verkauften Gesellschaften ändern würden – auch etwas dafür bekommen. Zu diesem Passus stehe ich; ich finde es sehr weitblickend, dass dieser in diesem Vertrag enthalten ist. Er ist aber nicht deswegen enthalten, weil wir eine Erhöhung vorhaben. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Sie wollen das WGG ändern!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kollegin Bures, Sie haben diese Anfragebeantwortung natürlich wieder dazu genutzt, für die Mietervereinigung, der Sie ja vorstehen, die Werbetrommel zu rühren. Sie haben jedoch vergessen zu sagen, dass der größte Hausherr Europas die Gemeinde Wien ist, wo am meisten über die Betriebskosten, die ebenfalls die Gemeinde Wien mit ihren Kanalgebühren, Versicherungsgebühren et cetera erhöht, gejammert wird. Es sind nicht die Mietrechtsgesetze und die Mieten am freien Sektor, die derart steigen, sondern die Betriebskosten, die nicht in der Gestion der Eigentümer liegen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ordnungsrufverdächtig!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Mindestens zwei Vorredner haben hier den Begriff „Scheinheiligkeit“ traktiert (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ordnungsrufverdächtig!), der Kollege aus Oberösterreich durfte wieder seine Vierzeiler außerhalb seiner Redezeit vortragen und hat hier die Rechnungshofsache angesprochen. – Ich sage Ihnen eines: Ich habe mich ja vorhin wirklich sehr zurückgehalten, aber wenn irgendetwas am heutigen Tag scheinheilig ist, immer noch scheinheilig ist (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das darf der gar nicht sagen, Frau Präsidentin!), dann der Vorgang, wie hier ein Rechnungshofpräsident gefunden werden soll. Das sollten Sie von der ÖVP sich besonders überlegen und sich nicht mit diesem Vokabel an die Opposition wenden!
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das darf der gar nicht sagen, Frau Präsidentin!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Mindestens zwei Vorredner haben hier den Begriff „Scheinheiligkeit“ traktiert (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ordnungsrufverdächtig!), der Kollege aus Oberösterreich durfte wieder seine Vierzeiler außerhalb seiner Redezeit vortragen und hat hier die Rechnungshofsache angesprochen. – Ich sage Ihnen eines: Ich habe mich ja vorhin wirklich sehr zurückgehalten, aber wenn irgendetwas am heutigen Tag scheinheilig ist, immer noch scheinheilig ist (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das darf der gar nicht sagen, Frau Präsidentin!), dann der Vorgang, wie hier ein Rechnungshofpräsident gefunden werden soll. Das sollten Sie von der ÖVP sich besonders überlegen und sich nicht mit diesem Vokabel an die Opposition wenden!
Abg. Großruck: Wir sind bei der Wohnbaugeschichte!
Wir wissen genau, wer in Ihrer Partei Personalpolitik macht. (Abg. Großruck: Wir sind bei der Wohnbaugeschichte!) Wir wissen genau, wer das ist: der Bundeskanzler, der Parlamentspräsident, manchmal der Herr Klubobmann. Bei Ihnen heißen sie die Heiligen Drei Könige. Das sind wirklich die „scheinheiligen drei Könige“ in dieser Angelegenheit, das kann ich Ihnen sagen. Und hören Sie auf, der Opposition in diesem Zusammenhang und in ähnlichen Zusammenhängen solche Dinge zu unterstellen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Sicherlich sind Sie scheinheilig!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Sicherlich sind Sie scheinheilig!
Wir wissen genau, wer in Ihrer Partei Personalpolitik macht. (Abg. Großruck: Wir sind bei der Wohnbaugeschichte!) Wir wissen genau, wer das ist: der Bundeskanzler, der Parlamentspräsident, manchmal der Herr Klubobmann. Bei Ihnen heißen sie die Heiligen Drei Könige. Das sind wirklich die „scheinheiligen drei Könige“ in dieser Angelegenheit, das kann ich Ihnen sagen. Und hören Sie auf, der Opposition in diesem Zusammenhang und in ähnlichen Zusammenhängen solche Dinge zu unterstellen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Sicherlich sind Sie scheinheilig!)
Abg. Großruck: Die Kommunisten in Berlin verkaufen auch!
Jetzt kommen wir zu dem, was solch ein toller Verkaufserfolg sein soll. Ich meine, was ich wirklich anerkenne, Herr Bundesminister, ist, dass Sie nie einen Hehl daraus machen, dass Sie das auch aus ideologischen Gründen – in Ihrer Welt durchaus überzeugend – verkaufen wollen. (Abg. Großruck: Die Kommunisten in Berlin verkaufen auch!) Das haben Sie ja auch heute wieder betont. – So weit, so schlecht; so weit, so gut.
Beifall bei den Grünen.
Aber schlimmer noch für diese ganze Aktion: Es sind zwar jetzt nicht 10 Komma irgendetwas Millionen an Beraterhonorar, sondern, auf Grund der Konstruktion, die nun endgültig zum Zug gekommen ist, eben nur 8,5 Millionen € – aber immer noch 8,5 Millionen und damit weit mehr als 100 Millionen Schilling – an Beraterhonorar, und zwar für eine Truppe, die nicht österreichisch – wie Sie, Herr Minister, gesagt haben – ist und die sich ohnehin nur Subunternehmer bedient, also wieder nur auf bestimmte Bieter zurückkommen kann, die im Verfahren unterlegen sind – mit einem Bruchteil der Kosten des angeblichen Bestbieters. Was wir zu diesen Beraterverträgen hier im Haus noch hören werden, das ist noch offen. Loben Sie in dieser Causa den Tag nicht vor dem Abend! Gerade Sie sollten im Zusammenhang mit Beraterverträgen die notwendige und Ihnen wirklich selbst gedeihliche Zurückhaltung üben, denn sonst haben wir das nächste Problem. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich darf noch einmal auf den viel zitierten Herrn Plech eingehen. Da Sie gesagt haben, das sei im Unterausschuss des Rechnungshofausschusses alles schon geklärt worden: Das ist überhaupt nicht der Fall! Herr Plech, in Multifunktionen von Ihnen hineingesetzt, hat im „kleinen Untersuchungsausschuss“ nicht einmal gewusst, in welcher Rolle er die Antworten geben soll. Ich habe hier die Protokolle. – So viel zu Ihrer Transparenz und Unvereinbarkeit. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neudeck: Haben Sie das vom Pilz abgeschrieben oder wissen Sie das? Haben Sie das gesehen?
Ich wiederhole nur einfach: Der Rechnungshof prüft die Parteienfinanzierungen. – Ihr Kandidat hat bei Parteienfinanzierungstransfers eigenartige Handhabungen gehabt oder eigenartige Dienste geleistet – steht im Protokoll der Wirtschaftspolizei. Das sage nicht ich, das besagt das Protokoll der Wirtschaftspolizei! (Abg. Neudeck: Haben Sie das vom Pilz abgeschrieben oder wissen Sie das? Haben Sie das gesehen?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Und der Herr Nowotny? Wie würde der Herr Nowotny das machen?
Nächster Bereich. Sie wählen einen Herrn zum Rechnungshofpräsidenten, der aus Kärnten kommt, der ein Naheverhältnis zum Kärntner Landeshauptmann hat, der in persönlicher Beziehung zu diesem „Konsulenten“ der FPÖ steht. Und Sie wählen einen Herrn zum Rechnungshofpräsidenten, der dann ÖBB-Projekte zu prüfen hat, die Kärnten allein nützen. Ich erwähne nur den Koralmtunnel. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Und der Herr Nowotny? Wie würde der Herr Nowotny das machen?)
Abg. Neudeck: Hättet ihr ihn nicht so für euch vereinnahmt!
Herr Professor Mayer ist ein wirklich unbestrittener Experte. Er ist sehr wohl geeignet! (Abg. Neudeck: Hättet ihr ihn nicht so für euch vereinnahmt!) Da gab es auch von Ihrer Partei, von der FPÖ, ein Signal, da gab es von Ihrem Landeshauptmann in Kärnten ein Signal. Aber es musste dann jemand sein, der in einem Naheverhältnis zu Ihnen steht, in einem Vertrauensverhältnis, obwohl er nicht Parteimitglied ist. Aber dieses Vertrauensverhältnis ist ein viel engeres, als es jeweils ein Parteibuch sein könnte. Das ist unser Eindruck – unser Eindruck auch auf Grund dessen, was ich im Hearing zu hören bekam.
Beifall bei den Grünen.
Sie haben gesagt, er sei höher gewesen. – Nein, er war niedriger! Wieder so ein Beweis dafür, wie ein Herr, der aus dem Parlamentsdienst kommt, sich dann in der Privatwirtschaft sehr wohl die Rosinen herauspickt. Das sei ihm unbenommen, das kann er, von mir aus; aber das, was er nicht kann, ist meines Erachtens, dann Präsident einer unabhängigen Kontrollinstanz zu werden. Das ist für mich unvereinbar! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Nicht umsonst ist heute der Tag, an dem der Transfer von der HL-AG zu den ÖBB hätte unterschrieben werden sollen. Und nun soll dieser Mann Rechnungshofpräsident werden. Das passt nicht zusammen. Ihnen fehlt es dort und da! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall des Abg. Dr. Jarolim.
Jener FPÖ-Kandidat Moser konnte den Vorwurf nicht entkräften, dass er Spenden in der Höhe von 5 Millionen Schilling am Parteienfinanzierungsgesetz vorbeigeschwindelt zu haben schien. (Beifall des Abg. Dr. Jarolim.)
Abg. Neudeck: War sehr kompetent!
Bei den ÖVP-Kandidaten war das Auftreten so, als wären sie wie Holzpuppen am seidenen Faden der Meister Gepetto, Molterer und Khol, gezappelt. Es waren hier: Professor Hengstschläger, ein ÖVP-Kandidat, der sich selbst keine Chancen ausgerechnet hat, Frau Mag. Hochhauser, die mehr über ihre Tätigkeit in der Wirtschaftskammer gesprochen hat und prompt als neue Generalsekretärin der Wirtschaftskammer vorgeschlagen wurde (Abg. Neudeck: War sehr kompetent!), ein weiterer ÖVP-Kandidat, Dr. Lengheimer, der vor In-Kraft-Treten der neuen Bezügeregelung schnell als Bezirksvorsteher in Pension ging, um eine Abfertigung und eine hohe Pension zu erhalten, um dann nach einigen Monaten als Bezirksrat weiterzuarbeiten.
Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Im Gegensatz dazu Professor Ewald Nowotny: Er hat sich im Hearing als fundierter Kenner herausgestellt (Heiterkeit bei den Freiheitlichen), hat konkrete Vorschläge gemacht, ja, er hat sogar internationale Überlegungen eingebracht. All das sind entscheidende Dinge, die für so eine wichtige Position notwendig sind. Wir bedanken uns für seine hervorragende Performance! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Gegensatz dazu Professor Ewald Nowotny: Er hat sich im Hearing als fundierter Kenner herausgestellt (Heiterkeit bei den Freiheitlichen), hat konkrete Vorschläge gemacht, ja, er hat sogar internationale Überlegungen eingebracht. All das sind entscheidende Dinge, die für so eine wichtige Position notwendig sind. Wir bedanken uns für seine hervorragende Performance! (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.
Professor Nowotny war der einzige Kandidat, der sich nicht in Stehsätzen und Plattitüden ergangen ist, sondern sehr weit reichende Visionen entwickelt hat. (Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Also bitte!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn die ÖVP Unabhängigkeit sagt, macht sie Puppenspielermethoden, wenn die ÖVP Objektivität sagt, entwickelt sie Basarmethoden, wenn die ÖVP von Integrität spricht, dann frage ich mich, was ist dann mit den „Plastiksackerlträgern“ und wer ist es nicht? Wenn die ÖVP von Kompetenz spricht, kommen Stehsätze und Plattitüden heraus. So wird eine wichtige Kontrollposition im Staat in einem lächerlichen Puppenspiel besetzt. Das hat sich der Rechnungshof wahrlich nicht verdient! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Also bitte!)
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Wir hören alle zu!
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Es ist heute schon viel zu der Causa Rechnungshofpräsident-Nachfolger gesagt worden. Ich möchte schon – da mich der Kollege Fasslabend gerade so nett anschaut und mir zuhört (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Wir hören alle zu!) – sagen, dass ich mich darüber freue, dass du bei diesem Hearing schon etwas gelernt hast, nämlich, dass der Kollege Moser kein FPÖ-Parteibuch hatte, und das hat dich sehr beeindruckt.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Aber bei euch auch!
Ich kann mir das schon vorstellen: In der ÖVP wäre das nicht möglich, nicht? Das glaube ich schon. Dort hat ein Klubsekretär schon ein Parteibuch zu haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Aber bei euch auch!)
Ruf bei der SPÖ: Liebenswert!
Kollege Neudeck, der mich auch so nett anschaut – die Regierungsfraktionen sind ja wirklich so nett zur Opposition (Ruf bei der SPÖ: Liebenswert!), direkt liebenswert, höre ich da (Abg. Dr. Partik-Pablé: Endlich sagt ihr die Wahrheit!) –, hat gemeint, die Berichterstatterfrage sei kein Thema gewesen. Na ja! Es ist schon eigenartig: Man einigt sich so wunderbar auf den Kollegen Moser, dann kommt die Phase der Beratungsunterbrechung, und danach meint Präsident Khol zum Klubobmann Molterer, die ÖVP hätte die Berichterstattung im Hohen Haus zu übernehmen. – Ich weiß schon, dass dort oben niemand sitzt, aber es geht ja um das Formalprotokoll.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Endlich sagt ihr die Wahrheit!
Kollege Neudeck, der mich auch so nett anschaut – die Regierungsfraktionen sind ja wirklich so nett zur Opposition (Ruf bei der SPÖ: Liebenswert!), direkt liebenswert, höre ich da (Abg. Dr. Partik-Pablé: Endlich sagt ihr die Wahrheit!) –, hat gemeint, die Berichterstatterfrage sei kein Thema gewesen. Na ja! Es ist schon eigenartig: Man einigt sich so wunderbar auf den Kollegen Moser, dann kommt die Phase der Beratungsunterbrechung, und danach meint Präsident Khol zum Klubobmann Molterer, die ÖVP hätte die Berichterstattung im Hohen Haus zu übernehmen. – Ich weiß schon, dass dort oben niemand sitzt, aber es geht ja um das Formalprotokoll.
Abg. Dr. Jarolim: Ist so etwas schon einmal vorgekommen?
Da haben sich in der ÖVP auf einmal alle umgeschaut, und dann ist der Name von meinem Bezirkskollegen Maier gefallen. Der hat sich mit Händen und Füßen gewehrt und hat gesagt, er mache das nicht. Ich habe mir gedacht, es wird schon einen Grund haben. – Ich weiß ihn bis jetzt noch nicht, aber vielleicht kannst du ihn mir einmal sagen. (Abg. Dr. Jarolim: Ist so etwas schon einmal vorgekommen?) Jedenfalls war der ÖVP die Berichterstattung anscheinend äußerst unangenehm, weil es nicht der Kandidat der ÖVP war, sondern der Vorschlag der freiheitlichen Partei. So ist dann halt der Berichterstatter aus den Reihen der Freiheitlichen Partei gekommen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das hat der Kollege Cap gesagt!
die Eisenbahner gar nicht mehr, sondern die machen ihr Geschäft, schauen, dass die Züge fahren, und oben wird halt versucht, dem einen oder anderen Parteigünstling das eine oder andere Geschäft zuzuschachern. Ich glaube, der Moser geht bei der Eisenbahn auch nicht ab. Die Züge werden morgen sicher genauso weiterfahren, als wäre heute der Vertrag unterschrieben worden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das hat der Kollege Cap gesagt!)
Abg. Dr. Jarolim: Aber noch nicht so etwas Komisches!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was mich bei der ganzen Sache aber ärgert, ist, dass man honorige Leute, honorige Professoren zu einem Hearing einlädt, das wirklich unwürdig war. Ich war auch schon bei vielen Hearings, was Unternehmungen anbelangt. Ich habe schon Assessment Centers mit angesehen und teilweise sogar mit geleitet (Abg. Dr. Jarolim: Aber noch nicht so etwas Komisches!), aber das, was ich da einen ganzen Tag lang gehört habe und anhören musste – da teile ich die Meinung des Kollegen Regler, wir sind beide den ganzen Tag dagesessen –, war sehr eigenartig.
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Die war auch sehr gut! Hervorragend!
Es wurde heute vom Kollegen Regler die Kollegin Maria Hochhauser gelobt – eine Frau, die meines Erachtens einen sehr guten Eindruck gemacht hat. (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Die war auch sehr gut! Hervorragend!) – Ja, aber das war ja sinnlos. Zu dem Zeitpunkt, als man sich noch gefreut hat, dass man einen guten Eindruck macht, war schon längst fix, dass der Kollege Moser Rechnungshofpräsident werden soll. Das ist eigentlich das, was ich hier verurteile.
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Eine gute Wasserrechtlerin!
Auch die Frau Bundesminister, die heute hier vorgestellt wurde, muss nach einem unheimlich schwierigen Ausleseverfahren so blitzartig gefunden worden sein. (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Eine gute Wasserrechtlerin!) – Eine gute Wasserrechtlerin, höre ich sogar. – Na ja, das Wasser reicht der Regierung ohnehin bis zum Hals, da braucht man langsam eine Wasserrechtlerin, die das Wasser wieder ein bisschen absenkt! Dieser Meinung bin ich auch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Regler: Das ist wichtig! Kärntner Seen, sehr wichtig!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Regler: Das ist wichtig! Kärntner Seen, sehr wichtig!
Auch die Frau Bundesminister, die heute hier vorgestellt wurde, muss nach einem unheimlich schwierigen Ausleseverfahren so blitzartig gefunden worden sein. (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Eine gute Wasserrechtlerin!) – Eine gute Wasserrechtlerin, höre ich sogar. – Na ja, das Wasser reicht der Regierung ohnehin bis zum Hals, da braucht man langsam eine Wasserrechtlerin, die das Wasser wieder ein bisschen absenkt! Dieser Meinung bin ich auch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Regler: Das ist wichtig! Kärntner Seen, sehr wichtig!)
Abg. Scheibner: Eure Beispiele brauchen wir nicht!
Es war ja gerade die Freiheitliche Partei, die den Postenschacher immer so verurteilt hat. – Ich kann mich noch an viele Reden von euch erinnern. (Abg. Scheibner: Eure Beispiele brauchen wir nicht!) Ihr seid die allerärgsten Postenschacherer! So eine Schacherei wie unter der freiheitlichen Regierungsbeteiligung hat es in diesem Land
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das glaubst ja selber nicht!
überhaupt noch nie gegeben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das glaubst ja selber nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Die Wiener SPÖ ...!
Ich sage nur eines: Dieser Regierung ist das Augenmaß verloren gegangen, und deswegen vertreten Sie auch schon lange nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung. Sie werden bald bemerken, dass Sie nicht mehr allzu lange in diesem Geschäft, in der Regierung sein werden. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Die Wiener SPÖ ...!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Das haben wir heute schon ein paar Mal gehört! Kommt etwas Neues?
Abgeordnete Mag. Ruth Becher (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Hearing hat bei mir einen sehr bitteren Nachgeschmack hinterlassen, denn es erinnerte mich fatal an eine Pro-forma-Eignungsprüfung bei einem Vorstadtstegreiftheater: Zwar werden die sieben als Hauptdarsteller in Frage kommenden Personen von der Jury auf Herz und Nieren geprüft, aber das Ergebnis steht von Anfang an fest. (Abg. Dr. Mitterlehner: Das haben wir heute schon ein paar Mal gehört! Kommt etwas Neues?) Die Hauptrolle erhält genau derjenige, der als einziger bei dieser Eignungsprüfung in zwei Kriterien nicht entsprochen hat, zwei Kriterien nicht erfüllen konnte.
Abg. Neudeck: Haben Sie keine spannendere Geschichte? Das ist mühsam!
Dazu schreibt auch die „Presse“ – es wurde ja heute schon aus Zeitungen zitiert, und die „Presse“ ist wahrlich keine der SPÖ nahe stehende Zeitung – am 24. Juni: „Sechs weitere Kandidaten,“ – für das Amt des Rechnungshofpräsidenten – „die sich am Mittwoch dem Hearing“ – im Hauptausschuss – „stellten, wurden zu Marionetten degradiert.“ (Abg. Neudeck: Haben Sie keine spannendere Geschichte? Das ist mühsam!) – Hören Sie mir zu, Herr Kollege Neudeck! Ich habe Ihnen ja auch zugehört. (Abg. Neudeck: Das war aber nicht so mühsam!) – Das wollen Sie natürlich nicht gerne hören, das ist unangenehm für Sie. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Sehen Sie, jetzt habe ich Ihnen zu einem Applaus verholfen!)
Abg. Neudeck: Das war aber nicht so mühsam!
Dazu schreibt auch die „Presse“ – es wurde ja heute schon aus Zeitungen zitiert, und die „Presse“ ist wahrlich keine der SPÖ nahe stehende Zeitung – am 24. Juni: „Sechs weitere Kandidaten,“ – für das Amt des Rechnungshofpräsidenten – „die sich am Mittwoch dem Hearing“ – im Hauptausschuss – „stellten, wurden zu Marionetten degradiert.“ (Abg. Neudeck: Haben Sie keine spannendere Geschichte? Das ist mühsam!) – Hören Sie mir zu, Herr Kollege Neudeck! Ich habe Ihnen ja auch zugehört. (Abg. Neudeck: Das war aber nicht so mühsam!) – Das wollen Sie natürlich nicht gerne hören, das ist unangenehm für Sie. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Sehen Sie, jetzt habe ich Ihnen zu einem Applaus verholfen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Sehen Sie, jetzt habe ich Ihnen zu einem Applaus verholfen!
Dazu schreibt auch die „Presse“ – es wurde ja heute schon aus Zeitungen zitiert, und die „Presse“ ist wahrlich keine der SPÖ nahe stehende Zeitung – am 24. Juni: „Sechs weitere Kandidaten,“ – für das Amt des Rechnungshofpräsidenten – „die sich am Mittwoch dem Hearing“ – im Hauptausschuss – „stellten, wurden zu Marionetten degradiert.“ (Abg. Neudeck: Haben Sie keine spannendere Geschichte? Das ist mühsam!) – Hören Sie mir zu, Herr Kollege Neudeck! Ich habe Ihnen ja auch zugehört. (Abg. Neudeck: Das war aber nicht so mühsam!) – Das wollen Sie natürlich nicht gerne hören, das ist unangenehm für Sie. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Sehen Sie, jetzt habe ich Ihnen zu einem Applaus verholfen!)
Abg. Neudeck: Können Sie das auch begründen, oder behaupten Sie das nur?
degradiert wurde. (Abg. Neudeck: Können Sie das auch begründen, oder behaupten Sie das nur?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Ich hoffe, Sie ziehen die Anschuldigungen zurück, wenn er gewählt ist!
Das hat sich der österreichische Rechnungshof, der in der Bevölkerung sehr angesehen ist, bei weitem nicht verdient, und das hat sich schon gar nicht die österreichische Bevölkerung verdient. Das ist ein sehr trauriges Schauspiel, das Sie uns hier bieten, aber letztendlich werden Sie die Rechnung dafür präsentiert bekommen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Ich hoffe, Sie ziehen die Anschuldigungen zurück, wenn er gewählt ist!)
Abg. Großruck: Der „parteilose“ Nowotny! – Abg. Neudeck: Wir haben nur aufgezeigt, wie Sie sich bei Fiedler gedreht haben!
Nun, wir haben heute nicht darüber zu entscheiden, was in zwölf Jahren sein wird, sondern darüber, was wir auf Grund des Hearings für einen Eindruck von der Kandidatin und den Kandidaten hatten und welche Person für dieses wichtige Amt wirklich geeignet ist. (Abg. Großruck: Der „parteilose“ Nowotny! – Abg. Neudeck: Wir haben nur aufgezeigt, wie Sie sich bei Fiedler gedreht haben!)
Abg. Neudeck: Über etwas, das es nicht gibt, kann man nichts wissen!
Frau Bleckmann hat gemeint, es gehe hier um Qualität, es gehe keinesfalls darum, dass da gepackelt worden sei. – Kollegin Bleckmann! Ausgerechnet Sie als Generalsekretärin müssten genau über diese Packeleien zwischen ÖVP und FPÖ Bescheid wissen. (Abg. Neudeck: Über etwas, das es nicht gibt, kann man nichts wissen!)
Ruf bei der ÖVP: Auf einer SPÖ-Versammlung!
Kollege Fasslabend! Sie haben gemeint, die Menschen werden verstehen, was Sie hier heute tun. – Ich kann Ihnen sagen, was ich aus einigen Gesprächen weiß (Ruf bei der ÖVP: Auf einer SPÖ-Versammlung!): Das Gegenteil ist der Fall: Die Menschen verstehen absolut nicht, was hier heute geschieht, weil es eine parteipolitische Entscheidung ist. Sie verstehen überhaupt nicht, dass eine Partei wie die ÖVP drei Kandidaten nominiert und am Ende des Hearings dann sagt, es sei nichts gewesen, sie hätten sich alle angesehen und ihre drei Kandidaten hätten leider nicht bestanden. – Das haben Sie sich ja wohl vorher schon gut überlegt, wer hier bestehen wird!
Abg. Neudeck: Es war nicht geheim, sondern „nicht öffentlich“!
Die Menschen verstehen auch nicht, dass dieses Hearing geheim sein musste, denn es wäre selbstverständlich für die Bevölkerung ... (Abg. Neudeck: Es war nicht geheim, sondern „nicht öffentlich“!) – Es war geheim! Es war nicht öffentlich. (Abg. Neudeck: Es war nicht öffentlich, aber nicht geheim!) – Es war keine öffentliche Sitzung, kein öffentliches Hearing, und Sie haben gute Gründe dafür gehabt, das nicht öffentlich
Abg. Neudeck: Es war nicht öffentlich, aber nicht geheim!
Die Menschen verstehen auch nicht, dass dieses Hearing geheim sein musste, denn es wäre selbstverständlich für die Bevölkerung ... (Abg. Neudeck: Es war nicht geheim, sondern „nicht öffentlich“!) – Es war geheim! Es war nicht öffentlich. (Abg. Neudeck: Es war nicht öffentlich, aber nicht geheim!) – Es war keine öffentliche Sitzung, kein öffentliches Hearing, und Sie haben gute Gründe dafür gehabt, das nicht öffentlich
Abg. Neudeck: Das wird doch nicht schon wieder der Nowotny sein!
Wir hatten – und das wurde von einigen schon erwähnt – zwei Bewerber, die ohne Zweifel sehr viel in dieses Hearing eingebracht haben, sich auch sehr kompetent zu dieser neuen Funktion geäußert haben und einen exzellenten Eindruck hinterlassen haben. (Abg. Neudeck: Das wird doch nicht schon wieder der Nowotny sein!) – Das war selbstverständlich Universitätsprofessor Nowotny, und es war auch Universitätsprofessor Mayer. Auch Professor Hengstschläger hat durchaus einen sehr guten Eindruck hinterlassen.
Abg. Großruck: Das ist aber neu! Der ist doch parteilos!
Daher hat das Hearing bestätigt, dass es gerechtfertigt war, dass wir Professor Nowotny als den geeignetsten Kandidaten in die Wahl und in den Vorschlag gebracht haben. Nur war es so: Professor Nowotny durfte es nicht werden, denn er ist Sozialdemokrat. (Abg. Großruck: Das ist aber neu! Der ist doch parteilos!) Professor Mayer durfte es nicht werden, denn er ist von den Grünen nominiert worden. Professor Hengstschläger durfte es nicht werden, weil die ÖVP ihn zwar nominiert hat, aber sie ihre Stimmen schon dem FPÖ-Kandidaten Moser versprochen hat und daher ihren eigenen Kandidaten nicht unterstützen konnte.
Beifall bei der SPÖ.
Diese Art von Auswahl, wie sie heute getroffen wird und wie sie im Anschluss an das Hearing getroffen wurde, ist ein Tiefpunkt im Parlamentarismus, und dafür sollten sich vor allem jene in der ÖVP schämen, die zuvor sehr großspurig davon gesprochen haben, man wolle den Besten auswählen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Nicht vorhandene Bundesregierung! Werte Damen und Herren Kollegen im Hohen Hause! Spätestens seit dem 23. Juni, seit dem Hearing der Kandidaten für das Amt des Rechnungshofpräsidenten, heißt es – salopp formuliert –: Statt Schüssel nach Brüssel Schüssel im „Reindl“. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das kommt nicht zufällig, denn die FPÖ ist genau wegen dieser Packelei um den Rechnungshofpräsidenten so verfallen, weil sie genau für das, wofür sie immer angetreten ist, nicht mehr steht – sich nicht mehr im Kampf gegen Privilegien betätigt, nicht mehr gegen den Postenschacher auftritt, sondern selbst wesentlicher Teil dieses Schachers ist. Genau deswegen ist die FPÖ auch so verloren und steht auf verlorenem Posten! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Wenn Sie etwa davon sprechen, dass Sie Probleme angehen und lösen, so muss ich dem entgegenhalten: Das ist genauso unwahr! (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Wenn Sie davon sprechen, dass Sie Reformen durchführen, so muss ich sagen: Auch das ist nicht richtig, denn außer Pensionskürzungen, Verscherbeln von Bundesvermögen und sonstigen nachteiligen Handlungen zu Lasten der österreichischen Bürgerinnen und Bürger haben Sie nichts getan, gar nichts! (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Wenn Sie etwa davon sprechen, dass Sie Probleme angehen und lösen, so muss ich dem entgegenhalten: Das ist genauso unwahr! (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Wenn Sie davon sprechen, dass Sie Reformen durchführen, so muss ich sagen: Auch das ist nicht richtig, denn außer Pensionskürzungen, Verscherbeln von Bundesvermögen und sonstigen nachteiligen Handlungen zu Lasten der österreichischen Bürgerinnen und Bürger haben Sie nichts getan, gar nichts! (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege, da helfen auch Ihre scherzhaften oder weniger scherzhaften Vierzeiler nichts! Sie können nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Regierung inhaltlich am Ende ist und sich nur mehr mit Packelei die Mehrheitsbeschaffung durch die FPÖ sichert, um sich so bis 2006 noch über die Runden zu retten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihr wolltet den Nowotny machen! Das ist auch ein Roter!
Ich möchte aber in diesem Zusammenhang auch eines erwähnen, weil heute immer wieder auf den alten Themen herumgeritten wird, wie zum Beispiel „Chaos“. Sie versuchen vom heutigen Chaos, das gerade durch diese Konstellation und durch die Packelei um den Rechnungshofpräsidenten offenkundig wurde, abzulenken, indem Sie vom angeblichen Chaos im Jahr 2000 sprechen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihr wolltet den Nowotny machen! Das ist auch ein Roter!)
Abg. Murauer: Welches „Chaos“?
Das Chaos, das heute besteht, ist etwas wesentlich anderes als jenes, das 2000 von Ihnen als Chaos bezeichnet wurde. Dieses Chaos heute ist nämlich durch nichts mehr sanierbar und auch durch nichts mehr zu rechtfertigen (Abg. Murauer: Welches „Chaos“?), nämlich jenes Chaos, dass Sie Politik durch Packelei ersetzen (Abg. Murauer: Welche „Packelei“?), dass Sie Problemlösung durch Worthülsen ersetzen, und dass Sie sich in Wahrheit, Herr Kollege, von der politischen Bühne schon längst verabschiedet haben und sich nur mehr am politischen Leben erhalten, indem Sie die FPÖ noch irgendwie beruhigen, um sich ins Jahr 2006 zu retten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Murauer: Welche „Packelei“?
Das Chaos, das heute besteht, ist etwas wesentlich anderes als jenes, das 2000 von Ihnen als Chaos bezeichnet wurde. Dieses Chaos heute ist nämlich durch nichts mehr sanierbar und auch durch nichts mehr zu rechtfertigen (Abg. Murauer: Welches „Chaos“?), nämlich jenes Chaos, dass Sie Politik durch Packelei ersetzen (Abg. Murauer: Welche „Packelei“?), dass Sie Problemlösung durch Worthülsen ersetzen, und dass Sie sich in Wahrheit, Herr Kollege, von der politischen Bühne schon längst verabschiedet haben und sich nur mehr am politischen Leben erhalten, indem Sie die FPÖ noch irgendwie beruhigen, um sich ins Jahr 2006 zu retten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Chaos, das heute besteht, ist etwas wesentlich anderes als jenes, das 2000 von Ihnen als Chaos bezeichnet wurde. Dieses Chaos heute ist nämlich durch nichts mehr sanierbar und auch durch nichts mehr zu rechtfertigen (Abg. Murauer: Welches „Chaos“?), nämlich jenes Chaos, dass Sie Politik durch Packelei ersetzen (Abg. Murauer: Welche „Packelei“?), dass Sie Problemlösung durch Worthülsen ersetzen, und dass Sie sich in Wahrheit, Herr Kollege, von der politischen Bühne schon längst verabschiedet haben und sich nur mehr am politischen Leben erhalten, indem Sie die FPÖ noch irgendwie beruhigen, um sich ins Jahr 2006 zu retten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, Sie haben Dr. Moser auch nicht ins Gesicht gesehen, während er sich aufgeregt, völlig nervös und meinem Eindruck nach überhaupt nicht gut aussehend über die Runden schleppte – aus meiner Sicht ein Mann, der die letzte Chance seiner persönlichen Lebensplanung darin gesehen hat, sich als einziger Kitt der Koalition darzustellen, gestützt von Ihnen, Kollege Scheibner von der FPÖ, die auch die letzte Chance darin sieht, diesen bedeutenden Posten und diese bedeutungsvolle Position in unserem Staat zu besetzen, bevor sie selbst in die Bedeutungslosigkeit verschwindet. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Wittauer: Jetzt hört’s einmal auf!
So, meine sehr verehrten Damen und Herren, wird wohl jemand Rechnungshofpräsident, der aus meiner Sicht nur von sich selbst überzeugt ist – aber auch das ist ihm nicht in allen Phasen gelungen – und der sich mit der Position eines Rechnungshofpräsidenten eine Position auf zwölf Jahre – länger ist es nicht möglich – sichert, die er bei den ÖBB sicher nicht gehabt hätte. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Wittauer: Jetzt hört’s einmal auf!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Noch ein Allerletztes, meine sehr verehrten Damen und Herren, zu dieser Parteispendenaffäre, zu den Turnauer-Millionen, von denen Kollege Pilz bereits gesprochen hat, die den Weg von Wien nach Kärnten angetreten hätten. Auch wenn der zukünftige Rechnungshofpräsident Dr. Moser zigmal beteuert hätte, dass er kein Packerlträger ist, möchte ich doch sagen, lieber Kollege Wittauer: Der Schatten des Packerls wird immer über ihm schweben, egal, ob diese Affäre jemals aufgeklärt wird oder nicht, denn ausgepackelt war seine Position immer zwischen euch beiden! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Nur wenn Sie reden!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Leere Regierungsbank! (Ruf bei der ÖVP: Nur wenn Sie reden!) Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Es ist doch bezeichnend, welches Interesse diese Bundesregierung überhaupt noch diesem Haus gegenüber zeigt. (Abg. Scheibner: Gehen Sie hinein und lernen Sie die Geschäftsordnung! – Abg. Neudeck: Sie kennen sich nicht aus!) Zumindest eines der vielen Regierungsmitglieder könnte sich die Mühe machen, hier anwesend zu sein. Weil aber dieses Spiel hier ein abgekartetes ist, ein von vornherein abgekartetes Spiel, bei dem Ihr Stimmverhalten, meine Damen und Herren – und ich
Abg. Scheibner: Gehen Sie hinein und lernen Sie die Geschäftsordnung! – Abg. Neudeck: Sie kennen sich nicht aus!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Leere Regierungsbank! (Ruf bei der ÖVP: Nur wenn Sie reden!) Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Es ist doch bezeichnend, welches Interesse diese Bundesregierung überhaupt noch diesem Haus gegenüber zeigt. (Abg. Scheibner: Gehen Sie hinein und lernen Sie die Geschäftsordnung! – Abg. Neudeck: Sie kennen sich nicht aus!) Zumindest eines der vielen Regierungsmitglieder könnte sich die Mühe machen, hier anwesend zu sein. Weil aber dieses Spiel hier ein abgekartetes ist, ein von vornherein abgekartetes Spiel, bei dem Ihr Stimmverhalten, meine Damen und Herren – und ich
Abg. Mag. Molterer: Da haben Sie aber nicht aufgepasst!
Ich komme aber zur Kernfrage zurück: Sieben Kandidaten in einem Hearing, bei dem wir alle anwesend waren. Klubobmann Molterer hat am Ende zusammengefasst, dass es eine Reihe positiver Vorschläge für die weitere Entwicklung dieses Amtes gegeben habe. (Abg. Mag. Molterer: Da haben Sie aber nicht aufgepasst!) Ich habe genau aufgepasst, was Sie genannt haben. Bis auf die Frage der Beschleunigung der Prüfberichte, die jeder der Kandidaten genannt hat, habe ich nichts gefunden, was aus dem Bereich des Dr. Moser gekommen ist. Ich habe genau aufgepasst und kann sagen: Das haben alle Kandidaten gesagt!
Beifall bei der SPÖ.
Wirkliche Vorschläge zur Weiterentwicklung des Rechnungshofes – getragen von der Vorstellungswelt moderner Prüfungstätigkeit, unter Berücksichtigung der Möglichkeit der Kooperation mit anderen Dienststellen und vor allem auch anderen Prüfinstitutionen – gab es eigentlich nur von Professor Nowotny, und ich möchte an dieser Stelle Professor Nowotny dafür danken. Er ist gekommen, obwohl er wusste, dass er bei Ihnen keine Mehrheit finden wird, und er hat uns dort vorgeführt, wer wirklich ein geeigneter Kandidat für dieses Amt gewesen wäre und wer würdig gewesen wäre, dieses Amt zu bekleiden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin aber nicht jemand, der vorweg sagt, der Betreffende kann es nicht schaffen. Ich sage nur: Sie sollten die Chance ergreifen, in einer geheimen Wahl noch einmal in sich zu gehen und – vor allem die Abgeordneten beider Regierungsfraktionen; beider! – zu überlegen, ob sie in einer geheimen Wahl wirklich Dr. Moser die Stimme geben. Es würde heute niemandem unangenehm auffallen, wenn es in der geheimen Wahl ein paar Stimmen weniger wären. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Rechnungshofpräsident sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heiterkeit
Meine Damen und Herren! Es war für mich eine sehr schöne und auch lehrreiche Zeit. Ich habe viel gelernt. Ich bin 1999 als Quereinsteigerin hierher gekommen. Ich kannte im SPÖ-Klub eigentlich niemanden – außer Klubchef Kostelka und Josef Cap aus dem Fernsehen (Heiterkeit), sonst eigentlich niemanden. Es war am Anfang nicht ganz einfach, zurechtzukommen. (Ruf bei der ÖVP: Gusenbauer ist unangenehm aufgefallen!) Also, Alfred Gusenbauer war damals noch nicht Parteichef, wenn ich Sie daran erinnern darf. (Abg. Neudeck: Aber Abgeordneter schon!)
Ruf bei der ÖVP: Gusenbauer ist unangenehm aufgefallen!
Meine Damen und Herren! Es war für mich eine sehr schöne und auch lehrreiche Zeit. Ich habe viel gelernt. Ich bin 1999 als Quereinsteigerin hierher gekommen. Ich kannte im SPÖ-Klub eigentlich niemanden – außer Klubchef Kostelka und Josef Cap aus dem Fernsehen (Heiterkeit), sonst eigentlich niemanden. Es war am Anfang nicht ganz einfach, zurechtzukommen. (Ruf bei der ÖVP: Gusenbauer ist unangenehm aufgefallen!) Also, Alfred Gusenbauer war damals noch nicht Parteichef, wenn ich Sie daran erinnern darf. (Abg. Neudeck: Aber Abgeordneter schon!)
Abg. Neudeck: Aber Abgeordneter schon!
Meine Damen und Herren! Es war für mich eine sehr schöne und auch lehrreiche Zeit. Ich habe viel gelernt. Ich bin 1999 als Quereinsteigerin hierher gekommen. Ich kannte im SPÖ-Klub eigentlich niemanden – außer Klubchef Kostelka und Josef Cap aus dem Fernsehen (Heiterkeit), sonst eigentlich niemanden. Es war am Anfang nicht ganz einfach, zurechtzukommen. (Ruf bei der ÖVP: Gusenbauer ist unangenehm aufgefallen!) Also, Alfred Gusenbauer war damals noch nicht Parteichef, wenn ich Sie daran erinnern darf. (Abg. Neudeck: Aber Abgeordneter schon!)
Beifall bei der SPÖ, den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte nun allen Kolleginnen und Kollegen aus meiner Fraktion danken, die mir am Anfang wirklich sehr geholfen haben, mich in diesem Haus zurechtzufinden. Ich möchte auch jenen danken, die mich am Anfang als Quereinsteigerin, glaube ich, ein bisschen kritischer beäugt haben, mir aber dann wirklich geholfen haben und mich als eine der Ihren akzeptiert haben. Danke! (Beifall bei der SPÖ, den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Der Gusenbauer für den Rest! – Heiterkeit.
Ein Dank auch an meine beiden Klubobleute, Peter Kostelka und Josef Cap. Ich glaube, sie haben es nicht immer einfach mit mir gehabt. Es hat auch manchmal Auseinandersetzungen gegeben, und ich glaube, Josef Cap verdankt mindestens eins, wenn nicht zwei seiner grauen Haare mir. (Abg. Mag. Molterer: Der Gusenbauer für den Rest! – Heiterkeit.) Wir haben uns dann am Schluss doch irgendwie zusammengerauft.
Abg. Mag. Molterer: Die es ja nicht gibt!
Was die Arbeit betrifft, muss ich rückblickend sagen: Es ist für Oppositionsabgeordnete nicht immer einfach, weil die Arbeit eigentlich hauptsächlich darin besteht, die Verfehlungen der Bundesregierung aufzuzeigen (Abg. Mag. Molterer: Die es ja nicht gibt!) – die es vielleicht manchmal doch gibt –, aber nicht wirklich konstruktiv mitzuarbeiten. Deswegen habe ich das Tierschutzgesetz, das wir vor kurzem hier beschlossen haben, als einen der Höhepunkte meiner politischen Arbeit in diesem Haus erlebt, weil es möglich war, durch die entsprechende Konstellation, für die es sehr viele Jahre gebraucht hat, sehr konstruktive Vorschläge einzubringen und Änderungen, ganz konkrete Verbesserungen auch für die Tiere durchzusetzen und dann ein Gesetz zu be-
Allgemeiner Beifall.
schließen, auf das sehr viele Menschen viele Jahre gewartet haben. Darauf bin ich eigentlich sehr stolz, und das hat mir viel Spaß gemacht. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Meine Damen und Herren! Ich freue mich auf meine neue Herausforderung in Wien. Ich bin nicht ganz aus der Welt, und wir werden sicher noch voneinander hören, weil ich auch vorhabe, mich als Umweltstadträtin ein bisschen in der Bundespolitik einzumischen. – Vielen Dank. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Abgeordnete Mag. Sima, Sie verlassen jetzt nach vier Jahren dieses Haus. Sie haben sich als Umweltexpertin über die Fraktionen hinaus Achtung erworben. Wir wünschen Ihnen für Ihre neue Funktion als Stadträtin viel Glück und Erfolg! Alles Gute! (Allgemeiner Beifall.)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Werden Sie auch Stadtrat? – Abg. Nürnberger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich werde nicht Stadtrat, Herr Bundeskanzler!
Nächster Redner in einer ähnlichen Sache ist Herr Abgeordneter Nürnberger. 5 Minuten. – Bitte. (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Werden Sie auch Stadtrat? – Abg. Nürnberger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich werde nicht Stadtrat, Herr Bundeskanzler!)
Allgemeine Heiterkeit, weil Abg. Nürnberger das Rednerpult zu weit nach unten gestellt hat.
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Allgemeine Heiterkeit, weil Abg. Nürnberger das Rednerpult zu weit nach unten gestellt hat.) – Macht nichts! (Zwischenrufe, diverse Ratschläge hinsichtlich des Verstellens des Rednerpultes beinhaltend.)
Zwischenrufe, diverse Ratschläge hinsichtlich des Verstellens des Rednerpultes beinhaltend.
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Allgemeine Heiterkeit, weil Abg. Nürnberger das Rednerpult zu weit nach unten gestellt hat.) – Macht nichts! (Zwischenrufe, diverse Ratschläge hinsichtlich des Verstellens des Rednerpultes beinhaltend.)
Heiterkeit.
Es sei mir auch gestattet, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieses Hauses ein herzliches Dankeschön zu sagen. In 21 Jahren hat man die Unterstützung von fast allen Mitarbeitern dieses Hauses gebraucht. Vor allem die Stenographen haben es mit mir nicht immer leicht gehabt, aber im Protokoll habe ich meine Rede dann immer in wunderbarem Deutsch lesen können! (Heiterkeit.) Dafür sei Ihnen (in Richtung Protokollführung) herzlichst gedankt! (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Es sei mir auch gestattet, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieses Hauses ein herzliches Dankeschön zu sagen. In 21 Jahren hat man die Unterstützung von fast allen Mitarbeitern dieses Hauses gebraucht. Vor allem die Stenographen haben es mit mir nicht immer leicht gehabt, aber im Protokoll habe ich meine Rede dann immer in wunderbarem Deutsch lesen können! (Heiterkeit.) Dafür sei Ihnen (in Richtung Protokollführung) herzlichst gedankt! (Allgemeiner Beifall.)
Lang anhaltender allgemeiner Beifall.
Ihnen allen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, sage ich: Es war eine schöne Zeit, es war eine lehrreiche Zeit. Ich wünsche Ihnen persönlich für die Zukunft alles Gute! Herzliches Glückauf! (Lang anhaltender allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall. – Abg. Nürnberger erhebt sich von seinem Platz und dankt mit einer Verbeugung.
Ich möchte auch meine persönliche Wertschätzung an Sie als sozialistischen Gewerkschafter aussprechen. Sie haben immer mit offenem Visier gekämpft. Ich kann mich an manche Unterredung erinnern. Sie waren sehr direkt, immer mit Humor, Handschlagqualität, ein Sozialpartner von Schrot und Korn. Wir bedauern, dass Sie dieses Haus verlassen! Alles Gute, Herr Kollege! Glück auf! (Allgemeiner Beifall. – Abg. Nürnberger erhebt sich von seinem Platz und dankt mit einer Verbeugung.)
Zahlreiche Oje-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Zu Wort gemeldet ist als Nächster Herr Abgeordneter Pilz. 5 Minuten Redezeit. Das ist aber keine Abschiedsrede, nehme ich an. (Zahlreiche Oje-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Bitte, Herr Abgeordneter.
Allgemeine Heiterkeit.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Das ist ein Willkommen, wie ich es mir in einem langen Parlamentarierleben verdient habe! (Allgemeine Heiterkeit.) Trotzdem möchte ich Sie darauf hinweisen: Ich werde heute nicht dieses Haus verlassen. (Neuerliche Oje-Rufe.) Ich werde Ihnen erhalten bleiben, und ich kann Ihnen versichern: Sie haben mich verdient. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Neuerliche Oje-Rufe.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Das ist ein Willkommen, wie ich es mir in einem langen Parlamentarierleben verdient habe! (Allgemeine Heiterkeit.) Trotzdem möchte ich Sie darauf hinweisen: Ich werde heute nicht dieses Haus verlassen. (Neuerliche Oje-Rufe.) Ich werde Ihnen erhalten bleiben, und ich kann Ihnen versichern: Sie haben mich verdient. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Das ist ein Willkommen, wie ich es mir in einem langen Parlamentarierleben verdient habe! (Allgemeine Heiterkeit.) Trotzdem möchte ich Sie darauf hinweisen: Ich werde heute nicht dieses Haus verlassen. (Neuerliche Oje-Rufe.) Ich werde Ihnen erhalten bleiben, und ich kann Ihnen versichern: Sie haben mich verdient. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf: Nicht weinen!
Bevor ich jetzt ganz melancholisch werde (Ruf: Nicht weinen!), füge ich hinzu, dass es jemanden gibt, von dem ich mich jetzt sehr, sehr gerne verabschieden würde, das ist Dr. Josef Moser; aus vielen guten Gründen, die heute schon genannt worden sind, aus einem Grund, der noch nicht genannt worden ist, und dieser Grund heißt Rechtsanwalt Dr. Machold.
Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf: Das war er nie!
Wir haben heute noch nicht darüber gesprochen, weil diese Zeugenaussage noch nicht vollinhaltlich veröffentlicht worden ist, nämlich dass nicht nur ein Haider-Chauffeur, sondern auch Rechtsanwalt Dr. Machold vor dem Staatsanwalt ausgesagt und unter Wahrheitspflicht zu Protokoll gegeben hat, dass Dr. Josef Moser in seiner Eigenschaft als freiheitlicher Klubobmann eines Tages (Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf: Das war er nie!), als Klubdirektor – entschuldigen Sie; das nehme ich mit jedwedem Ausdruck zurück –, als Klubdirektor in der Kanzlei von Dr. Böhmdorfer aufgetaucht ist und dem völlig überraschten und in der Kanzlei allein anwesenden damaligen Konzipienten Mag. Machold einen Sack übergeben hat, in dem sich, mit Banderolen umwickelt, genau die genannten 5 Millionen Schilling befunden haben. Später hat sich Dr. Böhmdorfers Kollegin und Kanzleimiteigentümerin Frau Mag. Gheneff in der Kanzlei gemeldet, gefragt, wo das Geld verblieben ist, und es dann in Folge auch sichergestellt.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir haben auch die Aussage von Dr. Moser!
Wir haben jetzt zwei gerichtliche Aussagen, unter Wahrheitspflicht gemacht: die des Haider-Chauffeurs und die eines damaligen Mitarbeiters der Kanzlei Böhmdorfer-Gheneff. Beide bestätigen, dass der Plastiksack mit den 5 Millionen Schilling von Dr. Moser abgeholt und persönlich in die Kanzlei Böhmdorfer gebracht worden ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir haben auch die Aussage von Dr. Moser!) Dies tat er als freiheitlicher Klubdirektor.
Abg. Scheibner: Wenn Sie ihn kritisieren, ist das für ihn eine Auszeichnung! Das kann ich Ihnen sagen!
Diesen Herrn wollen Sie nun zum Rechnungshofpräsidenten wählen (Abg. Scheibner: Wenn Sie ihn kritisieren, ist das für ihn eine Auszeichnung! Das kann ich Ihnen sagen!) – jemanden, über den nicht nur ein Chauffeur, sondern ein heutiger Rechtsanwalt, sein Risiko für seinen Beruf und für seine künftige Tätigkeit wohl kennend, aussagt, dass er sehr wohl Augenzeuge eines Aktes wahrscheinlich illegaler Parteienfinanzierung geworden ist!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie das Wort „Rechtsstaat“ nicht in den Mund! Es wäre besser, Sie nähmen das Wort „Rechtsstaat“ nicht in den Mund!
Meine Damen und Herren! Vielleicht ist es Ihnen wirklich egal, weil Sie das schon gewöhnt sind, vielleicht ist das in Ihrer Partei das Normalste der Welt. Im Rechtsstaat Österreich ist illegale Parteienfinanzierung mit Sicherheit nicht das Normalste der Welt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie das Wort „Rechtsstaat“ nicht in den Mund! Es wäre besser, Sie nähmen das Wort „Rechtsstaat“ nicht in den Mund!) Ein Dr. Moser an der Spitze des Rechnungshofes ist ein schwere Beeinträchtigung und Gefährdung der Arbeit dieser seriösen Einrichtung, die dem Nationalrat nahe steht, wie nur wenige Einrichtungen dieser Republik.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mit der Wahl, die jetzt stattfinden wird, haben wir eine letzte Chance, und ich appelliere wirklich an Sie, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei: Geben Sie dem Rechnungshof dadurch eine Chance, dass Sie Dr. Moser nicht zu seinem Präsidenten wählen! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Über Namensaufruf durch den Schriftführer Wimmer und die Schriftführerin Dr. Fekter begeben sich die Abgeordneten in die Wahlzellen und werfen sodann die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch den Schriftführer Wimmer und die Schriftführerin Dr. Fekter begeben sich die Abgeordneten in die Wahlzellen und werfen sodann die Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Somit ist Herr Dr. Josef Moser zum Präsidenten des Rechnungshofes gewählt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)