Eckdaten:
Für die 67. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 493 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Herr Bundesminister! Ich gebe Ihnen Recht, dass in der GAP-Reform die Biobauern nicht benachteiligt sind, sie sind es aber durch die nationale Umsetzung. Das geht auch aus einer Aussendung der ARGE Biobauern hervor, die wegen der geplanten Agrarreform enttäuscht und verärgert sind und auch befürchten (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) – ich komme schon zur Frage, Herr Präsident –, dass durch das von Ihnen vorgeschlagene Österreich-Modell der Umsetzung und durch die eingefrorene Prämiensituation zukünftig geringere Prämien für Biobetriebe festgeschrieben sind.
Abg. Mag. Mainoni: Das ist eine Fragestunde!
Präsident Dr. Andreas Khol (das Glockenzeichen gebend): Herr Abgeordneter, formulieren Sie die Frage! (Abg. Mag. Mainoni: Das ist eine Fragestunde!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.
Wir konservieren das, was an Förderungsvolumen da war, auch für die Biobauern in Zukunft, und wir werden – um auf Ihre Frage zurückzukommen – ganz klar auch in der neuen Periode der ländlichen Entwicklung mit einem eigenen Umweltprogramm, mit einer eigenen Bio-Förderung, die in diesem Ausmaß in Europa einzigartig ist, jedenfalls in die Verhandlungen gehen und für die neue Periode diese Summen auch sicherstellen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.)
Abg. Brosz: ... Frage, bitte! – Abg. Mag. Molterer: Das war die Aufklärung für den Brosz!
Welche Effekte sind es aus Ihrer Sicht (Abg. Brosz: ... Frage, bitte! – Abg. Mag. Molterer: Das war die Aufklärung für den Brosz!), die das österreichische Programm für die Entwicklung des ländlichen Raumes nach sich zieht?
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.
Die ländliche Entwicklung umfasst nicht nur das Umweltprogramm für die Bauern, die Ausgleichszulage für die Bergbauern, sondern auch – mit dem Artikel 33 – ein Programm, durch das Projekte, integrative Projekte unterstützt und verwirklicht werden können – Projekte, die im Sozialbereich, im Tourismusbereich, im Wirtschaftsbereich und im Landwirtschaftsbereich angesiedelt sind. Wir geben also in der ländlichen Entwicklung weit über den agrarischen Kernbereich hinaus Antworten für die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.)
Rufe bei der ÖVP: Frage! Frage!
Ich zitiere aus einer Mitteilung des Hauptverbandes der Land- und Forstwirtschafts-Betriebe (Rufe bei der ÖVP: Frage! Frage!):
weitere Rufe bei der ÖVP: Frage! Frage!
Würde sich nun Österreich für die einheitliche Flächenprämie auf Bundesländerbasis entscheiden, ergäbe das eine österreichische Einheitsprämie (weitere Rufe bei der ÖVP: Frage! Frage!) von rund 250 € pro Hektar. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Dies ergeben Berechnungen des Bundesministeriums, Abteilung III/7. – Ende des Zitats.
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Würde sich nun Österreich für die einheitliche Flächenprämie auf Bundesländerbasis entscheiden, ergäbe das eine österreichische Einheitsprämie (weitere Rufe bei der ÖVP: Frage! Frage!) von rund 250 € pro Hektar. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Dies ergeben Berechnungen des Bundesministeriums, Abteilung III/7. – Ende des Zitats.
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben uns für das Betriebsprämien-Modell entschieden. Warum? – Weil wir keine Verwerfungen in Österreich zwischen den Produktionssparten haben. Sie sehen alleine an dieser Publikation, dass wir niemandem – niemandem! – Berechnungen und Sonstiges vorenthalten haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zweitens: Wir haben in Österreich im Rahmen der Steuerreform mit dem Agrardiesel, der überfällig war und jetzt mit 50 Millionen € verwirklicht werden wird, eine wettbewerbsstrategisch richtige Antwort gegeben, und auch das Tierschutzgesetz erfüllt diesen Sinn. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Gerne!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Bundesminister! Zur gentechnikfreien Produktion haben Sie mir nicht geantwortet, aber vielleicht können Sie das ausführlich tun, nachdem ich meine Zusatzfrage formuliert habe (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Gerne!), welche lautet:
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: In der Frage der Gentechnik sind wir ohne Zweifel europäischer Spitzenreiter. Sie kennen die Position von mir und der Bundesregierung zu diesem Thema, und wir sind, was die Frage der Schwellenwerte für Saatgut und andere Fragen betrifft, ganz vorne mit dabei. Wir werden auch in der Frage der Ausrichtung der ländlichen Entwicklung, des Umweltprogramms alle Fragen, die in Zukunft behandelt werden müssen, entsprechend gemeinsam diskutieren und einer entsprechenden Lösung zuführen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Genau aus diesen Gründen werde ich ein Stufenmodell vorschlagen, um nicht schlagartig einen riesigen Flächenbedarf abzurufen. Klar ist, dass alleine der Bedarf an Biodiesel durch österreichische Flächen in Hinkunft strategisch nicht gedeckt werden kann. Und deshalb werden wir auch ein Hauptaugenmerk auf die Produktion von Äthanol legen müssen. Äthanol ist international als Beimischung bereits stark im Vormarsch, und ich denke, dass in dieser Ausgewogenheit zwischen Biodieselproduktion und Beimischung einerseits und der Frage der Äthanolverwendung andererseits ein vernünftiges Verhältnis gesucht werden muss, um Umweltauswirkungen, Monokulturen und Probleme für die Bäuerinnen und Bauern in der Fruchtfolge hintanzuhalten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Gesundheit!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Was die Frage der Einrichtung von gentechnikfreien Zonen, die Frage der Koexistenz und der Haftung, die unmittelbar damit verbunden sind, betrifft, gibt es einen intensiven Diskussionsprozess mit den Bundesländern und mit dem Bundesministerium für Frauen und, und (Abg. Dr. Pirklhuber: Gesundheit!) Gesundheit – danke schön! Wir werden auf dieser Ebene gemeinsam die entsprechenden Antworten geben.
Beifall bei der ÖVP.
Zweitens: Natürlich sind die Kontrollsysteme in Österreich ganz klar aufgestellt: mit der Agentur für Ernährungssicherheit, Lebensmittelkontrolle – Sie kennen die Abläufe. Es hat sich jeder an die Gesetze zu halten. Und es ist seit 18. April Gesetz, gentechnisch veränderte Produkte jedenfalls kennzeichnen zu müssen. Ich gehe davon aus, dass diese Ströme entsprechend kontrolliert, ausgewiesen und dargestellt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Haftungsfrage!
Präsident Dr. Andreas Khol: Den 6. Fragekomplex leitet Frau Abgeordnete Schiefermair durch ihre Frage ein. – Frau Kollegin, bitte formulieren Sie die Frage! (Abg. Dr. Gabriela Moser: Haftungsfrage!)
Abg. Dr. Glawischnig: Nein, das war falsch!
Eine weitere Zusatzfrage formuliert Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig. – Bitte, Frau Kollegin. (Abg. Dr. Glawischnig: Nein, das war falsch!) – Gemeldet ist Pirklhuber.
Abg. Scheibner: Das war ja schon!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Bundesminister! Für welche konkreten Maßnahmen werden Sie die aus der Modulation frei werdenden Mittel in der Höhe von 18 Millionen € jährlich umsetzen? Also welche Maßnahmen werden Sie mit diesen 18 Millionen €, die frei werden, setzen? (Abg. Scheibner: Das war ja schon!)
Beifall bei der ÖVP.
Zweiter und entscheidender Punkt: Mit der Reform der Agrarpolitik im Juni 2003 mussten wir handeln, um für Österreich das Bestmögliche herauszuholen: nämlich durch diese Neuverteilung für die Milchbewirtschaftung der Zukunft die meisten Finanzmittel, die möglich sind, nach Österreich und auf unsere Höfe zu bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrter Herr Abgeordneter Gaßner! Soweit ich das sehe – ich komme aus einer kleinen Gemeinde und kann sagen, die Gemeinden liegen mir sehr am Herzen (Beifall bei der ÖVP) –, kann ich Ihnen sagen, dass die Frage der Gemeinden, des ländlichen Raumes insgesamt und die Frage der Verteilung der Gelder zentrales Thema des Finanzausgleichs sein werden und dort auch die entsprechenden Maßnahmen und Lenkungseffekte zu erzielen sind. Stichwort Dorferneuerung, Artikel 33, hier können Projekte auch von Gemeinden unterstützt werden, und das tun wir, aber der grundsätzliche Aufgaben- oder Verteilungsschlüssel wird im FAG festzulegen sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrter Herr Abgeordneter Gaßner! Soweit ich das sehe – ich komme aus einer kleinen Gemeinde und kann sagen, die Gemeinden liegen mir sehr am Herzen (Beifall bei der ÖVP) –, kann ich Ihnen sagen, dass die Frage der Gemeinden, des ländlichen Raumes insgesamt und die Frage der Verteilung der Gelder zentrales Thema des Finanzausgleichs sein werden und dort auch die entsprechenden Maßnahmen und Lenkungseffekte zu erzielen sind. Stichwort Dorferneuerung, Artikel 33, hier können Projekte auch von Gemeinden unterstützt werden, und das tun wir, aber der grundsätzliche Aufgaben- oder Verteilungsschlüssel wird im FAG festzulegen sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wittauer: Ich verzichte!
Präsident Dr. Andreas Khol: Die nächste Zusatzfrage formuliert Herr Abgeordneter Wittauer. (Abg. Wittauer: Ich verzichte!) – Er verzichtet.
Beifall bei der SPÖ.
Der Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes und der Rechnungshof haben in ihren Begutachtungs-Stellungnahmen diese Art der Gesetzesnovellen sehr gut begründet kritisiert. Dieser Kritik, geschätzte Damen und Herren, können wir uns nur anschließen und sie um einen Punkt erweitern: Weder die Vollziehung noch der Bürger oder die Bürgerin haben durch eine derartige Sammelgesetznovelle eine Rechtssicherheit beziehungsweise einen leichteren Umgang mit dem Gesetz zu gewärtigen, sondern das Gegenteil ist der Fall! – Das bedauern wir zutiefst. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die einzige Ausnahme stellt das Weingesetz dar. Ich bedauere namens meiner Fraktion, dass Sie, Herr Bundesminister, die Chance der gemeinsamen Gesetzgebung in diesem Fall wieder nicht genützt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
wohl. Wer heute, meine Damen und Herren, während der Fragestunde objektiv zugehört hat, hat feststellen können, dass der Herr Bundesminister in klaren Antworten perfekte Kompetenz gezeigt hat und dementsprechend glaubwürdig aufgetreten ist. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) – In klaren Antworten, Herr Kollege Gradwohl! Es handelt sich nicht, wie Sie behaupten, um eine Kraut- und Rüben-Gesetzesnovelle, sondern in ganz klaren Punkten werden klare Antworten gegeben, die von den österreichischen Bauern auch erwartet werden.
Abg. Faul: Pestizide!
Meine Damen und Herren! Um auf einem Markt bestehen zu können, ist eine Positionierung notwendig. Man braucht dazu eine Marke, die unverkennbar, unverwechselbar, nachvollziehbar und auf Regionen bezogen ist. Dafür braucht man Marketing und Mittel, um dieses Marketing auch bewerben und die Absatzmöglichkeiten absichern zu können. (Abg. Faul: Pestizide!) – Ja, gerade das Stichwort Pestizide. Das ist ja wirklich nett! Offensichtlich haben Sie nicht aufgepasst, was der Herr Bundesminister auf die Frage einer Ihrer Kolleginnen geantwortet hat. Er hat gesagt, dass der Pestizideinsatz deutlich zurückgegangen ist, weil sich in Österreich in etwa 90 Prozent der österreichischen Bauern am Umweltprogramm, dem ÖPUL, beteiligen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Um auf einem Markt bestehen zu können, ist eine Positionierung notwendig. Man braucht dazu eine Marke, die unverkennbar, unverwechselbar, nachvollziehbar und auf Regionen bezogen ist. Dafür braucht man Marketing und Mittel, um dieses Marketing auch bewerben und die Absatzmöglichkeiten absichern zu können. (Abg. Faul: Pestizide!) – Ja, gerade das Stichwort Pestizide. Das ist ja wirklich nett! Offensichtlich haben Sie nicht aufgepasst, was der Herr Bundesminister auf die Frage einer Ihrer Kolleginnen geantwortet hat. Er hat gesagt, dass der Pestizideinsatz deutlich zurückgegangen ist, weil sich in Österreich in etwa 90 Prozent der österreichischen Bauern am Umweltprogramm, dem ÖPUL, beteiligen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Herr Dr. Puswald, von der Landwirtschaft verstehen Sie so viel wie der Teufel vom Weihwasser! Nehmen Sie das einmal zur Kenntnis! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Es ist ja besonders bemerkenswert, wenn hier immer wieder Einwendungen hinsichtlich überschaubarer Produktion kommen. Gleichzeitig wird aber täglich ein Mehr an Kontrollen, an Auflagen, an Hindernissen und Erschwernissen gefordert. Wer wird denn diese Auflagen noch erfüllen können, wenn nicht der größere Betrieb, weil es eben dem kleineren nicht möglich ist! (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Auch der Konsument hat es in der Hand, ein klares Bekenntnis zur österreichischen Landwirtschaft abzugeben, ebenso der Handel. Was machte der Handel in den letzten Monaten? – Schleuderaktionen: minus 50, minus 51 Prozent. Da werden Geburtstage auf Kosten der Bauern gefeiert, die relativ teuer sind. Was machen verschiedene Handelsketten? (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wieso hat der ein Guthaben?
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Puswald! Ein Guthaben ist verbraucht. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wieso hat der ein Guthaben?)
Abg. Mag. Johann Maier: Wie verhält sich der Bauer beim Einkauf?
Verehrte Damen und Herren! Interessant war vor kurzem eine Umfrage: Wie verhält sich der Konsument beim Einkauf? Es wird ja immer wieder gesagt, die Qualität sei das Wichtigste. Ich freue mich darüber. (Abg. Mag. Johann Maier: Wie verhält sich der Bauer beim Einkauf?) – Herr Kollege Maier! Ich freue mich darüber. Diese Umfrage stammt gerade aus Ihrem Bundesland, aus Salzburg. Immer mehr achten auf Preis und Qualität, war die Frage. Wissen Sie, wie die Antwort gelautet hat? – Dass im Vergleich zum Jahr 2002 12 Prozent der Befragten weniger auf die Qualität und dafür mehr auf den Preis achten.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich habe manches Mal sogar Verständnis dafür. Nur eines wird nicht machbar sein: hier in acht Gesetzesbereichen zusätzliche Verschärfungen zu fordern, zusätzliche Auflagen zu fordern, zusätzliche Bedingungen zu formulieren, aber auf die Preisvoraussetzungen, nämlich darauf, dass auch der Bauer, dass auch der Produzent, dass auch der bäuerliche Familienbetrieb gestiegene Produktionskosten hat, keine Rücksicht zu nehmen! Das wird nicht möglich sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das wissen wir alle schon! – Abg. Mag. Molterer: Aber nicht andere!
Meine Damen und Herren! Über 60 Prozent der österreichischen Bauern sind im Nebenerwerb tätig. Die Zahl derer, die das tun müssen, steigt. Unsere klein strukturierte Landwirtschaft – immerhin bewirtschaften 44 Prozent der österreichischen bäuerlichen Betriebe weniger als 10 Hektar, 18 Prozent liegen noch darunter, und 21 Prozent bewirtschaften eine Kulturfläche zwischen 10 und 20 Hektar – müssen wir erhalten! (Abg. Dr. Pirklhuber: Das wissen wir alle schon! – Abg. Mag. Molterer: Aber nicht andere!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Eines sollte man schon auch wissen: wie abhängig das Funktionieren gerade auch des ländlichen Raumes von den bäuerlichen Betrieben ist. Gerade der ländliche Raum ist abhängig von der Investitionsfähigkeit und -möglichkeit von bäuerlichen Betrieben. Da ist eine entsprechende Stärkung notwendig. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Obwohl es nicht in direktem Zusammenhang steht, noch eine Bitte: Es wurde heute in der Fragestunde vom Kollegen Gaßner angesprochen, dass die Frage des Finanzausgleiches im kommenden Herbst ein entscheidendes Thema sein wird. Es ist dies auch eine bestimmende Frage des ländlichen Raumes, so wie die klare Vollziehung jener Gesetze, die wir heute behandeln. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Kommt aber jetzt auch nichts Neues! Du wirst sehen!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber. 6 Minuten Wunschredezeit. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Kommt aber jetzt auch nichts Neues! Du wirst sehen!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Laufen ist nicht die Stärke des Ministers, glaube ich!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Bundesminister! Kollege Auer, hier den Minister aufzufordern, unbeirrt in die falsche Richtung weiterzulaufen, das kann es doch nicht sein (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Laufen ist nicht die Stärke des Ministers, glaube ich!), obwohl Fakten auf dem Tisch liegen, die deutlich zeigen, dass sich da Missstände perpetuieren beziehungsweise Gefahren sowohl für die Bäuerinnen und Bauern
weitere Zwischenrufe
(weitere Zwischenrufe) – ich komme schon noch dazu – als auch für die KonsumentInnen in Österreich bestehen. Es gibt also gute Argumente dagegen.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ
Punkt eins: Ein so wichtiges Gesetz wie das Pflanzenschutzmittelgesetz gehört nicht in eine Sammelnovelle. Herr Bundesminister! Hören Sie auf mit dieser Art und Weise von Versteckspiel! Das gehört klar und transparent diskutiert in diesem Haus (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), und das gehört auch in der Öffentlichkeit so dargestellt.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wer hat sie herausgenommen?
Ich erinnere an ein Beispiel. Am 6. Februar trat diese Verordnung in Kraft, und damit wurde auch Cyhexatin, eine erbverändernde Substanz, wie Sie in einer Anfragebeantwortung auch erklärt haben – ja, das stimmt, das ist eine gefährliche Substanz –, vom 6. Februar bis zum 17. März wieder zugelassen, Herr Bundesminister. Eineinhalb Monate war eine Substanz plötzlich wieder zugelassen, die hoch gefährlich ist, wie Sie selbst sagen! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wer hat sie herausgenommen?) Also ein Pestizidchaos, wie man es sich nicht besser vorstellen kann. Leider, muss ich sagen, ist das dramatisch, weil Sie damit viele KonsumentInnen verunsichern und auch viele Bauern und Bäuerinnen im Regen stehen lassen, Herr Bundesminister.
Beifall bei den Grünen
Bitte, es kann doch nicht in unserem Interesse sein, dass wir die Bäuerinnen und Bauern ermutigen, so zu handeln, wo sie selbst die Ersten sind, die dann einen Schaden davontragen (Beifall bei den Grünen), und zwar einerseits bezüglich ihrer eigenen Gesundheit, wenn sie nicht wissen, wie sie diese Mittel korrekt einsetzen sollen, andererseits, weil sie damit Rückstände in Lebensmitteln erzeugen.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Sehr genau!
Wir würden Sie daher ersuchen, in Zukunft wirklich genau zu sein und uns auch die Unterlagen zur Verfügung zu stellen. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Sehr genau!) – Nein, bitte. Sie haben mir in der Fragestunde nicht beantwortet, warum Sie uns die Unterlagen nicht zur Verfügung stellen, die ein Landwirtschaftsverband, wie der Hauptverband der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe, bekommt, wie etwa die Unterlagen über die Einheitsprämie, Kollege Auer, die im Ministerium gerechnet werden. Weder dem Landwirtschaftsausschuss haben Sie sie bisher zur Verfügung gestellt noch dem Rechnungshofunterausschuss, wo Ihr Vertreter aus Ihrem Ressort gesagt hat, er wisse nicht, ob es Untersuchungen und Berechnungen in Ihrem Ressort gibt. Ich erwarte mir wirklich, dass Sie heute hier noch Stellung dazu beziehen, wann Sie uns diese Fördermodell-Berechnungen mit sämtlichen Unterlagen zur Verfügung stellen werden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie wissen ganz genau, Herr Bundesminister, dass uns das bisher verweigert wurde. Ich ersuche Sie, nehmen Sie dazu Stellung! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – zu dem sich noch beim Rednerpult befindenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Bleibst du bei mir heraußen? – Rufe: Wäre gescheiter!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Scheuch. 5 Minuten Wunschredezeit. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – zu dem sich noch beim Rednerpult befindenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Bleibst du bei mir heraußen? – Rufe: Wäre gescheiter!)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
Herr Kollege Auer hat davon gesprochen, dass der Herr Minister klares Auftreten hat und klare Antworten gibt. Ich sehe das ein bisschen differenzierter. Klares Auftreten – das kann ich wirklich teilen. Klare Antworten – ich habe heute in der Fragestunde aufgepasst und muss sagen, auf meine zwei Fragen habe ich keine Antworten bekommen, effektiv keine Antworten. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich möchte aber, damit ich mich nicht zu sehr verzettle, am Anfang einmal Dank aussprechen, das hat mir bei meinen Vorrednern auch gefehlt, nämlich nicht nur an die Landwirtschaft und die Bauern, sondern ich möchte im Rahmen dieses Tagesordnungspunktes auch einmal der Präsidiale dafür danken, dass es Gott sei Dank gelungen ist, eine Agrardebatte einmal an den Beginn der Diskussion zu stellen, denn sonst ist es meistens so, dass wir erst um 22 Uhr, also in der Nacht, über Bauernthemen diskutieren. Das ist einmal ein Schritt in die richtige Richtung. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall der Abgeordneten Bucher und Keuschnigg.
Man kann bei dieser Gelegenheit auch einmal darüber sprechen, dass diese Bundesregierung für die Bauern sehr viel tut. Ich glaube, das sollte auch wieder einmal erwähnt werden, denn das vergessen die Leute sehr schnell. (Beifall der Abgeordneten Bucher und Keuschnigg.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Ich habe mir nur zwei Punkte aufgeschrieben. Wenn man davon spricht, dass wir sehr wohl den Agrardiesel eingeführt haben: Jahrelang hat auch die SPÖ das gefordert. In meiner Landwirtschaftskammer in Kärnten haben die Roten vier Mal den Antrag eingebracht, Agrardiesel durch ihre Fraktion einzuführen. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Dass die SPÖ dann, wenn er eingeführt wird, dagegen stimmt, das finde ich echt faszinierend, das muss ich ehrlich sagen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es wäre wirklich erforderlich, hier die Parteipolitik einmal hintanzustellen und Sachpolitik zu machen. Agrarpolitik muss Berufsvertretung sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Agrarpolitik darf und kann keine Politik sein, wo Parteipolitik im Vordergrund steht, denn dafür ist die Sache, glaube ich, zu wichtig. (Zwischenruf des Abg. Faul.)
Zwischenruf des Abg. Faul.
Es wäre wirklich erforderlich, hier die Parteipolitik einmal hintanzustellen und Sachpolitik zu machen. Agrarpolitik muss Berufsvertretung sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Agrarpolitik darf und kann keine Politik sein, wo Parteipolitik im Vordergrund steht, denn dafür ist die Sache, glaube ich, zu wichtig. (Zwischenruf des Abg. Faul.)
Zwischenruf.
Oder viele andere Dinge. (Zwischenruf.) Du sprichst die Sozialversicherung an, natürlich, aber es sind auch kritische Punkte dabei, da muss man aufpassen. Nicht nur Sozialversicherung, sondern auch Tierschutz, Gentechnik, Agrarreform und so weiter, all das sind Bereiche, wo man genauer aufpassen wird müssen, um das Gleichgewicht nicht aus den Angeln zu heben. Gerade die Sozialversicherung ist ein Bereich, über den wir noch sehr intensiv diskutieren werden, um eine Lösung zu finden. Und dann werde ich mich auch hier heraus stellen und werde für diese Lösung eintreten. Vorher habe ich es nicht getan, auch wenn ich dafür zum Teil aus den eigenen Reihen gehaut worden bin, weil ich als Bauer auch in meinen eigenen Reihen in der Minderheit bin. Aber ich glaube, dass es sich auszahlt, dafür zu kämpfen, hier Rahmenbedingungen zu schaffen, auch im Sozialversicherungsbereich, die den Bauern den Fortbestand ermöglichen.
Abg. Marizzi: Raiffeisen, nicht Europa!
Seien wir doch ehrlich: Die Agrarpolitik ist ja zu 80, 90 Prozent Europapolitik. In Wirklichkeit wird uns sehr viel vorgegeben, agrarpolitisch geschieht sehr viel in Europa (Abg. Marizzi: Raiffeisen, nicht Europa!) – von Kollegen Fischler, der jetzt hoffentlich Kommissionspräsident wird und damit Platz macht für einen jüngeren, dynamischeren Agrarpolitiker, der uns vielleicht ein bisschen stärker helfen kann.
Zwischenruf des Abg. Faul.
Wir hier im Hohen Haus, im Parlament, haben nicht viel Spielraum, um Bauernpolitik zu machen. Da gibt es zwei Bereiche, eben den sozialrechtlichen und den steuerrechtlichen Bereich. (Zwischenruf des Abg. Faul.) Und ich denke, dass wir in beiden Bereichen diesen Spielraum werden nutzen müssen. Das Lippenbekenntnis, das immer wieder von allen kommt, wird ersetzt werden müssen durch ein klares Bekenntnis für mehr als 200 000 Arbeitsplätze. Es wird endlich einmal das Bekenntnis dazu kommen müssen, auch von der Opposition, dass wir über 200 000 Familien in der Landwirtschaft haben. Es ist wichtig, dass wir hier wirklich den Garant, von dem immer gesprochen wird, für gesunde Nahrungsmittel, für eine gesunde Umwelt, für flächendeckende Landwirtschaft haben. Wir werden uns dazu bekennen müssen, wir werden da einfach mitarbeiten müssen, um dafür zu sorgen, dass die flächendeckende Landwirtschaft auch künftig abgesichert ist.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
mir vorgegebenen 5 Minuten sprechen –, nur noch sagen: Ich möchte jetzt und hier dazu auffordern, endlich dazu überzugehen, in diesen Bereichen, in denen es wirklich um sachpolitische Fragen geht, die Parteipolitik hintanzustellen und die Interessen der Bauern, die Interessen der bäuerlichen Familien und damit im Endeffekt die Interessen Österreichs voranzustellen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Abgeordnete Gabriele Binder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Scheuch, ich bin absolut Ihrer Meinung, wenn es darum geht, jenen Menschen, die in landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten und leben, Respekt zu zollen. Da bin ich wirklich einer Meinung mit Ihnen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll
Sie bleiben insgesamt Ihrer Linie treu (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll), denn der Waldbericht oder der Grüne Bericht werden im Ausschuss enderledigt und nicht mehr im Plenum diskutiert (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das macht das Parlament, nicht der Minister!), und da frage ich mich ... – Ja, genau so ist es, jetzt sind wir wieder dort, bei der Verantwortung, die das Parlament trägt. Sie machen es sich da sehr leicht, aber ich stelle mir die Frage, wie Sie es insgesamt mit der Wertigkeit und dem Stellenwert des Parlaments halten (Zwischenruf des Abg. Wittauer) und wie Sie diese Wertigkeit tatsächlich zum Ausdruck bringen. Auf eine breite Meinungsfindung scheinen Sie, Herr Minister, keinen Wert zu legen.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das macht das Parlament, nicht der Minister!
Sie bleiben insgesamt Ihrer Linie treu (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll), denn der Waldbericht oder der Grüne Bericht werden im Ausschuss enderledigt und nicht mehr im Plenum diskutiert (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das macht das Parlament, nicht der Minister!), und da frage ich mich ... – Ja, genau so ist es, jetzt sind wir wieder dort, bei der Verantwortung, die das Parlament trägt. Sie machen es sich da sehr leicht, aber ich stelle mir die Frage, wie Sie es insgesamt mit der Wertigkeit und dem Stellenwert des Parlaments halten (Zwischenruf des Abg. Wittauer) und wie Sie diese Wertigkeit tatsächlich zum Ausdruck bringen. Auf eine breite Meinungsfindung scheinen Sie, Herr Minister, keinen Wert zu legen.
Zwischenruf des Abg. Wittauer
Sie bleiben insgesamt Ihrer Linie treu (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll), denn der Waldbericht oder der Grüne Bericht werden im Ausschuss enderledigt und nicht mehr im Plenum diskutiert (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das macht das Parlament, nicht der Minister!), und da frage ich mich ... – Ja, genau so ist es, jetzt sind wir wieder dort, bei der Verantwortung, die das Parlament trägt. Sie machen es sich da sehr leicht, aber ich stelle mir die Frage, wie Sie es insgesamt mit der Wertigkeit und dem Stellenwert des Parlaments halten (Zwischenruf des Abg. Wittauer) und wie Sie diese Wertigkeit tatsächlich zum Ausdruck bringen. Auf eine breite Meinungsfindung scheinen Sie, Herr Minister, keinen Wert zu legen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist eine „Mischkultur“, Frau Kollegin? – Abg. Binder – das Rednerpult verlassend –: Ich sage es Ihnen später! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Eine Mischkultur ist ein Unkrautacker!
Vermischung von gesetzlichen Regelungen zum Nachteil der Bäuerinnen und Bauern. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist eine „Mischkultur“, Frau Kollegin? – Abg. Binder – das Rednerpult verlassend –: Ich sage es Ihnen später! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Eine Mischkultur ist ein Unkrautacker!)
Abg. Gradwohl: Ja wie bitte?
Abgeordneter Nikolaus Prinz (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Von Rechtssicherheit sprechen die einen, von Chaos die anderen. Ich möchte die Debatte nützen, verstärkt über den Aspekt der Verlässlichkeit zu diskutieren. Da geht es zum einen um das Vertrauen der Konsumenten in die österreichischen bäuerlichen Produkte, zum anderen geht es darum, dass sich unsere Bauern auf die Rahmenbedingungen, die wir als Politiker vorgeben, verlassen können. (Abg. Gradwohl: Ja wie bitte?) Und nur dann, wenn sich der Kreis zwischen beiden schließt, kommen beide, Bauern wie Konsumenten, auf ihre Rechnung. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.
Abgeordneter Nikolaus Prinz (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Von Rechtssicherheit sprechen die einen, von Chaos die anderen. Ich möchte die Debatte nützen, verstärkt über den Aspekt der Verlässlichkeit zu diskutieren. Da geht es zum einen um das Vertrauen der Konsumenten in die österreichischen bäuerlichen Produkte, zum anderen geht es darum, dass sich unsere Bauern auf die Rahmenbedingungen, die wir als Politiker vorgeben, verlassen können. (Abg. Gradwohl: Ja wie bitte?) Und nur dann, wenn sich der Kreis zwischen beiden schließt, kommen beide, Bauern wie Konsumenten, auf ihre Rechnung. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nicht nur der Preis bestimmt den Markt, gerade dann, wenn es um die Gesundheit der Lebensmittel geht, muss auch die Qualität eine Rolle spielen. Und unsere Produkte haben Qualität – unabhängig, ob aus biologischer oder konventioneller Produktion. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Landwirtschaft und Konsumenten sicheren die hohe Qualität unserer Lebensmittel für die Zukunft. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Rest-Hinterseer: Ja!
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Abgeordnete! Ich darf Sie davon unterrichten, dass Sie einen Entschließungsantrag zum Tagesordnungspunkt 7 eingebracht haben. Wir diskutieren jetzt die Tagesordnungspunkte 1 bis 6. Ich kann diesen Antrag daher jetzt nicht zulassen. Ich würde vorschlagen, Sie bringen ihn bei Punkt 7 ein und ziehen ihn jetzt zurück. (Abg. Rest-Hinterseer: Ja!) – Danke.
Beifall bei den Grünen für die das Rednerpult verlassende Abg. Rest-Hinterseer.
(Beifall bei den Grünen für die das Rednerpult verlassende Abg. Rest-Hinterseer.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das erste Mal!
Präsident Dr. Andreas Khol: Bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile, gebe ich bekannt, dass die Abgeordneten Dr. Kräuter, Kolleginnen und Kollegen gemäß § 33 Abs. 1 der Geschäftsordnung beantragt haben, einen Untersuchungsausschuss betreffend die Beschaffung von Kampfflugzeugen einzusetzen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das erste Mal!)
Abg. Gradwohl: Du hast ja gehört, wie er sich auskennt!
Abgeordneter Puswald, der mit Landwirtschaft wirklich überhaupt nichts zu tun hat, hat sich hier „aufgemauschelt“, er sollte sich besser am Kollegen Gradwohl ein Beispiel nehmen, der sich inhaltlich damit auseinander setzt, aber kein Schreigeheul gegenüber dem Minister und gegenüber dem Redner macht. Kollege Puswald sollte schauen, dass er sich bei der Materie auskennt, sollte einmal eine Ausschusssitzung besuchen, dann könnte ich das in irgendeiner Form akzeptieren. (Abg. Gradwohl: Du hast ja gehört, wie er sich auskennt!)
Abg. Binder: Nein! Nein!
Meine Vorrednerin von den Sozialdemokraten hat von Mischkultur geredet. Daran sieht man auch wieder, wie weit sich jemand auskennt. Wahrscheinlich hat sie etwas anderes gemeint, Mischwald, Verunkrautung oder sonst irgendetwas in der Richtung. (Abg. Binder: Nein! Nein!) Oder sie hat gemeint, dass es eine Kulturfolge gibt. Auch darüber können wir diskutieren, aber ich würde bitten, dass man sich auf die Themen inhaltlich vorbereitet.
Zwischenruf
Ich möchte aber schon jeden daran erinnern, dass die Leistungen der Landwirtschaft wichtig sind – gerade der Bürgermeister von Imst, Abgeordneter Reheis, weiß, was das in Imst mit den Steilhängen bedeutet. Bei uns darf wirklich nicht die Frage der Kosten entscheidend sein, sondern wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, auch Förderungsbedingungen (Zwischenruf) – ganz klar –, unter denen die Landwirtschaft erhalten bleibt.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir waren immer dafür – das kann auch Herr Abgeordneter Scheuch bestätigen; auch in der Vergangenheit –, diese Arbeitsplätze zu sichern. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Faul: Noch!
Es wird immer der Pestizideinsatz kritisiert. Ich weiß – man kann das hier immer wieder nur betonen –: Im europäischen Vergleich werden bei uns am wenigsten Pestizide eingesetzt; wir sind in diesem Bereich Vorbild. (Abg. Faul: Noch!) Wir haben Vorbildwirkung für ganz Europa, das muss man herausstreichen. Man darf also nicht nur schimpfen, sondern ich würde mir von den Sozialdemokraten auch erwarten, dass sie das loben, auch die Leistungen dieser Bundesregierung loben. Es geschieht viel in schwierigen Zeiten für die Landwirtschaft, und da wäre es wichtig, das aktiv zu unterstützen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dass Sie bei dieser Gesetzesnovellierung nicht zustimmen, bedauere ich, weil da das Beste aus einer schlechten Situation gemacht wird. Ich gebe Abgeordnetem Gradwohl Recht, ein Sammelgesetz ist nicht immer etwas Günstiges, auch für die Vollziehung nicht. Da könnte man in Zukunft etwas ändern. Aber vielleicht geben Sie sich einen Ruck und stimmen doch zu. Wir wollen das Beste, diese Regierung will das Beste für die Landwirtschaft und für die Bauern – und wir Freiheitlichen ganz besonders. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, da hier auf der Besuchergalerie sehr viele junge Menschen sitzen, möchte ich sagen, das zählt umso mehr. Attribute wie „Kraut und Rüben“, „Pestizid-Chaos“, „in die falsche Richtung marschieren“ und so weiter sind weder angesichts dieses Agrarrechtsänderungsgesetzes angebracht noch schaffen sie Vertrauen bei den Konsumenten noch schaffen sie Sicherheit und Vertrauen bei den Bauern. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es konnte importiert werden! Direkt!
Ich möchte hier als Beispiel ein Thema herausgreifen. Herr Abgeordneter Pirklhuber hat gesagt: Cyhexatin war zugelassen. – Man muss präzise bleiben! Es wurde nicht zur Zulassung angemeldet, war nie in Österreich für das Inverkehrbringen zugelassen (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es konnte importiert werden! Direkt!) und wurde mit einer eigenen Verbotsverordnung von mir, wie auch andere hormonähnliche Substanzen, explizit herausgenommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Direktimport!) Man muss das, wenn man das anspricht, auch Punkt für Punkt klar ausführen, weil es um Sicherheit geht, weil es um das geht, was uns am meisten wert ist, nämlich eine Lebensmittelqualität, die wir gemeinsam in diesem Land haben wollen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Direktimport!
Ich möchte hier als Beispiel ein Thema herausgreifen. Herr Abgeordneter Pirklhuber hat gesagt: Cyhexatin war zugelassen. – Man muss präzise bleiben! Es wurde nicht zur Zulassung angemeldet, war nie in Österreich für das Inverkehrbringen zugelassen (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es konnte importiert werden! Direkt!) und wurde mit einer eigenen Verbotsverordnung von mir, wie auch andere hormonähnliche Substanzen, explizit herausgenommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Direktimport!) Man muss das, wenn man das anspricht, auch Punkt für Punkt klar ausführen, weil es um Sicherheit geht, weil es um das geht, was uns am meisten wert ist, nämlich eine Lebensmittelqualität, die wir gemeinsam in diesem Land haben wollen.
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne liegt mit dem Agrarrechtsänderungsgesetz ein Gesetzentwurf vor, der jene Antworten, die ich eingangs aufgezählt habe, gibt: nämlich Verlässlichkeit, klare Rahmenbedingungen und Zukunftsperspektiven für die bäuerlichen Betriebe und Sicherheit auch und vor allem für die österreichischen Konsumenten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Schauen Sie nach bei den Weinbauern! Die würden Ihnen sagen, dass Qualität ihren Preis im Einsatz, aber auch im Konsum haben kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Österreich hat den höchsten Anteil an biologischer Landwirtschaft in der EU. Die Landwirtschaft ist klein strukturiert und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Ich bin davon überzeugt: Bundesminister Pröll geht den richtigen Weg und nicht den falschen, wie Sie das hier vermuten oder zum Ausdruck gebracht haben, denn unser Bundesminister hat ein großes Sensorium für die Bauern und für die Konsumenten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das war der Minister! Nicht wir!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Es kann also keine Rede von einem Agrar-Umweltfiasko sein, wie das heute wieder Abgeordneter Pirklhuber gesagt hat; er hat das ja schon vergangene Woche in den Medien getan. Sie verunsichern mit Ihren Äußerungen nur die Bauern und auch die Konsumenten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das war der Minister! Nicht wir!) Das möchte ich auf das Schärfste zurückweisen, denn nirgends in Europa gibt es so klare Regelungen und so klare Vorgabe wie hier in Österreich.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte Ihnen auch Folgendes sagen: Sie kritisieren, dass es Importe von Pflanzenschutzmitteln aus Deutschland gibt. Meines Wissens ist in Deutschland schon lange und nicht erst seit Monaten eine grüne Landwirtschaftsministerin in der Regierung. Ihr könnten Sie eigentlich vertrauen, wie das letzten Endes auch unsere Bauern und unsere Konsumenten tun. Ich glaube, Sie machen sich hier unnötig Gedanken, Sie sollten lieber dazu beitragen, dass in diesem Bereich Rechtssicherheit herrscht und dass unsere Konsumenten und Bauern nicht verunsichert werden. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Leider ist Herr Kollege Auer nicht da. Mir hat es „gefallen“, wie er den Handel mehr oder weniger beschimpft hat – und das in Richtung der SPÖ blickend, so als ob dort ... (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer.) – Nicht der Herr Diplomingenieur, ich meine meinen Kollegen Bürgermeister!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: ... „Konsum“! – Abg. Silhavy: Das war ein besonders „qualitativer“ Zwischenruf!
Jakob Auer hat in Richtung SPÖ geschaut und hat den Handel beschimpft. Ich habe heute in der Früh, da höre ich immer ein bisschen Radio, von der Partnerschaft einer ganz großen Handelskette – jene mit den 50 Prozent – gehört, die „mit unseren Bauern“ geworben hat. Ich denke, man sollte sich einmal mit dieser großen Handelskette unterhalten und nicht der SPÖ vorwerfen, dass der Handel nicht ganz in Ihre Richtung spielt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: ... „Konsum“! – Abg. Silhavy: Das war ein besonders „qualitativer“ Zwischenruf!)
Beifall bei der SPÖ.
Wie wollen Sie denn die privaten Importe aus Deutschland und Holland in den Griff bekommen, Herr Bundesminister? – Wir von der SPÖ sind der Meinung, dass uns dieses vorliegende Gesetzessammelsurium sicher nicht im Bereich des Schutzes der Konsumenten und im Bereich des Schutzes des Grundwassers weiterhelfen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ein bisschen spät! Zehn Jahre zu spät!
Meine Damen und Herren! Grundsätzlich ist diese Änderung zu begrüßen. Der Herr Minister hat auf die Erweiterung beziehungsweise positive Weiterentwicklung des DAC-Begriffes hingewiesen. Ich darf anmerken, dass das mit dem Grünen Veltliner, der ja jetzt auch weltweit Furore macht, wirklich eine Erfolgsgeschichte ist. (Abg. Scheibner: Ein bisschen spät! Zehn Jahre zu spät!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn Klubobmann Scheibner sagt, um Jahre oder um zehn Jahre zu spät, dann ist das vielleicht auch ein Grund dafür, warum die Freiheitlichen in der Regierung sind und weiter in der Regierung bleiben sollen, denn es gibt hier sehr viele, die dem guten Wein, zwar nicht hier im Haus, aber doch gerne in der Freizeit zusprechen. Das erhöht zum einen den Absatz und zum anderen das Bewusstsein für einen guten Weinbausektor. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter, das ist keine Berichtigung, sondern das ist eine Erklärung! Was berichtigen Sie jetzt? (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Na na! Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Das geht nicht! Nehmen Sie wieder Platz!
Abgeordneter Heinz Gradwohl (fortsetzend): Ich berichtige, Herr Präsident, dass Herr Kollege Wittauer unrichtigerweise behauptet hat, Frau Kollegin Binder hätte keine Ahnung und hätte Mischwald mit Mischkulturen verwechselt. (Abg. Scheibner: Na na! Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Das geht nicht! Nehmen Sie wieder Platz!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Gradwohl.
(Beifall bei Abgeordneten der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Gradwohl.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Aber, um jetzt auf eine weitere Aussage von dir, Herr Kollege, zurückzukommen: Du vermisst das Lob für die Bundesregierung seitens der Opposition, seitens der SPÖ. Jetzt frage ich dich: Für diesen Eintopf erwartest du dir Lob von der SPÖ? Oder erwartest du dir Lob für die Agrarpolitik der letzten Jahre, Kollege Wittauer? (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Wittauer: Sockelbetrag für die Bergbauern!
Ich erinnere an die desaströse Situation bei der bäuerlichen Sozialversicherung. (Abg. Wittauer: Sockelbetrag für die Bergbauern!)
Abg. Wittauer: Ihr habt ja keine! Wir vertreten sie ja!
Ich erinnere dich daran, dass die Bauern in Österreich jedes Jahr weniger werden bei eurer blau-schwarzen Politik. Dafür, Kollege, erhoffst du dir Lob? (Abg. Wittauer: Ihr habt ja keine! Wir vertreten sie ja!)
Abg. Wittauer: Das hat er ja gar nicht gesagt! – Abg. Scheibner: Aber ihr stimmt dagegen! – Abg. Wittauer: Das hat er ja gar nicht gesagt! Er hat gesagt, in der Kammer haben die Roten zugestimmt, und dann haben sie dagegengestimmt! – Abg. Grillitsch: Wahlmöglichkeit hat er! Erkundigen Sie sich genau! Sie wissen gar nicht, wovon Sie sprechen!
Dann, im Jahr 2000: schwarz-blaues – oder damals noch blau-schwarzes – Regierungsübereinkommen: Einführung des Agrardiesels. Aber was ist passiert? – Der blaue Finanzminister Grasser hat diesen Agrardiesel „geschmissen“. Er musste auf schwarz mutieren, bis jetzt ein Agrardiesel kommt. (Abg. Wittauer: Das hat er ja gar nicht gesagt! – Abg. Scheibner: Aber ihr stimmt dagegen! – Abg. Wittauer: Das hat er ja gar nicht gesagt! Er hat gesagt, in der Kammer haben die Roten zugestimmt, und dann haben sie dagegengestimmt! – Abg. Grillitsch: Wahlmöglichkeit hat er! Erkundigen Sie sich genau! Sie wissen gar nicht, wovon Sie sprechen!)
Abg. Grillitsch: Erkundigen Sie sich!
Wie kommt der Agrardiesel, Kollege Wittauer? – Nicht bezogen auf den Bedarf, sondern wieder bezogen auf die Fläche. Das ist eine ungerechte Förderung, mit der wir nicht einverstanden sind. (Abg. Grillitsch: Erkundigen Sie sich!) Ich bitte dich, worüber haben wir denn diskutiert? Wir haben darüber diskutiert, wie der Agrardiesel ausschauen soll! Das war euch alles nicht recht. Böse Zungen behaupten, manche hätten sich den Agrardiesel dann nicht in den Mercedes einfüllen können. Jetzt, über die Fläche, sind alle Möglichkeiten offen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wie kommt der Agrardiesel, Kollege Wittauer? – Nicht bezogen auf den Bedarf, sondern wieder bezogen auf die Fläche. Das ist eine ungerechte Förderung, mit der wir nicht einverstanden sind. (Abg. Grillitsch: Erkundigen Sie sich!) Ich bitte dich, worüber haben wir denn diskutiert? Wir haben darüber diskutiert, wie der Agrardiesel ausschauen soll! Das war euch alles nicht recht. Böse Zungen behaupten, manche hätten sich den Agrardiesel dann nicht in den Mercedes einfüllen können. Jetzt, über die Fläche, sind alle Möglichkeiten offen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn ich heute lese, dass wir einen geographischen Begriff einführen, dass der DAC jetzt bis auf Rieden hinunter vergeben werden kann, bitte ich dich: Wirke dem entgegen! Für mich war es nämlich ein maßgebliches Kriterium für den Erfolg des DAC, dass es uns gelungen ist, dem Markt eine größere Menge vergleichbarer Qualität zur Verfügung zu stellen. Von diesem Grundsatz, Herr Minister, sollten wir nicht abweichen! – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In diesem Sinne bitte ich alle um Unterstützung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Dass wir sehr gerne vom „Feinkostladen Österreich“ sprechen, von den besten Standards, aber auch von der notwendigen Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Landwirtschaft, und dass die bäuerliche Standesvertretung zu Recht appelliert, dass österreichische Produkte, die beste Qualität aufweisen, gekauft werden sollen, kann ich nur begrüßen, aber es kann nicht die Meinung vertreten werden, wie heute hier der Kollege Auer eigentlich vermittelt hat, dass Kontrollen eine Schikane für den Bauern, für den Landwirt seien. Das sind keine Schikanen, sondern im Gegenteil: Es ist eine Garantie für den Konsumenten, dass er zukünftig mit österreichischer Qualität auch wirklich kontrollierte Qualität kaufen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Kollege Auer hat heute auch gesagt, dass die Konsumenten zu den billigsten Produkten greifen würden. No na net! Freilich werden sie zu den günstigsten Produkten greifen, wenn sie auf Grund der Politik, die Sie vertreten, leider immer mehr zum Sparen gezwungen werden, weil sie weniger Einkommen haben. Sie müssen ja zu den billigen Produkten greifen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit ist nur möglich durch ehrliche Erzeugung von Feinkost, durch ehrliche Erzeugung von Qualität und wirklich gesunder Produkte, die auch als solche für den Konsumenten erkennbar sein müssen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Ich darf auch an dieser Stelle (in Richtung Zuschauergalerie gewandt) die Studenten der Fachhochschule Wieselburg sehr herzlich begrüßen! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich danke Herrn Bundesminister Pröll auch für diese Regierungsvorlage. In den nächsten Wochen und Monaten wird es an den künftigen Partnern sowie an den handelnden Personen liegen, dieses Gesetz nach bestem Wissen und Gewissen mit Leben zu erfüllen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, bitte bekennen Sie sich zum Konsumentenschutz – und korrigieren Sie dieses Gesetzeskonvolut in sinnvoller Weise! Darum ersuche ich Sie! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Sburny: Ausgerechnet!
Zur Frage des Standpunktes: Das Thema öko-soziale Marktwirtschaft ist von unserem ehemaligen Landwirtschaftsminister Josef Riegler vor vielen, vielen Jahren hier ins Hohe Haus gebracht worden. Öko-soziale Marktwirtschaft hat folgende Bedeutung: ökologisch, ökonomisch und sozial. – Wenn man das jedoch vom Standpunkt des Kollegen Pirklhuber her sieht, bestimmt nur der Faktor „Ökologie“ den richtigen Standpunkt. (Abg. Sburny: Ausgerechnet!) – Nein, es muss darum gehen, dass ökologische, ökonomische und soziale Standpunkte in Einklang gebracht werden! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Sburny.
Zur Frage des Standpunktes: Das Thema öko-soziale Marktwirtschaft ist von unserem ehemaligen Landwirtschaftsminister Josef Riegler vor vielen, vielen Jahren hier ins Hohe Haus gebracht worden. Öko-soziale Marktwirtschaft hat folgende Bedeutung: ökologisch, ökonomisch und sozial. – Wenn man das jedoch vom Standpunkt des Kollegen Pirklhuber her sieht, bestimmt nur der Faktor „Ökologie“ den richtigen Standpunkt. (Abg. Sburny: Ausgerechnet!) – Nein, es muss darum gehen, dass ökologische, ökonomische und soziale Standpunkte in Einklang gebracht werden! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Beifall bei der ÖVP.
Nochmals: Es ist wichtig, Brücken zu bauen – und nicht Gräben aufzureißen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
sidium sitzt, denn bisher hat man sich nicht umdrehen müssen und einfach automatisch „Herr Präsident“ sagen können. Das ist jetzt also eine neue Qualität im Präsidium des Nationalrates! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Also wenn man so etwas will, Zulassungen von Pestiziden aus anderen Ländern einfach 1 : 1 zu übernehmen, dann, Herr Bundesminister, muss man es zumindest gut vorbereiten, sonst kommt ein Durcheinander heraus, wie es jetzt der Fall ist, und das finde ich sehr bedauernswert. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist deshalb auch kein Wunder, dass diese Diskussion noch weitergeführt werden muss und dass wir heute diesem Teilbereich auf keinen Fall unsere Zustimmung geben können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Rainer Wimmer (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Kollegin Schiefermair, wir können das Blatt drehen und wenden, wie wir wollen, Sammelgesetzesänderungen enthalten immer den Verdacht, dass etwas durchgepeitscht wird, dass etwas schnell gehen soll, dass man ein bisschen etwas verstecken will, dass man ein bisschen etwas vertuschen will, aber zumindest, dass man die Diskussion ganz massiv einschränken will. Das ist der Grund, warum wir diese Vorgangsweise nicht goutieren und uns dagegen auflehnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Sehr ernst!
Herr Bundesminister! Wir werden uns ganz genau anschauen, wie ernst Ihre Beteuerungen und Versprechungen zu nehmen sind. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Sehr ernst!) Wir werden da ganz genau aufpassen.
Beifall bei der SPÖ.
Lassen Sie mich zum Abschluss hier drei Punkte anführen: Wir wollen die freie Begehbarkeit des Waldes in gar keiner Weise eingeschränkt sehen. Wir sehen den freien Zugang zum Wald wirklich als Grundrecht für die Menschen in diesem Land, und wir werden dieses Grundrecht mit allen demokratischen Mitteln verteidigen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube, jetzt können Sie zustimmen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Ist der Antrag schon verteilt?
Ich schließe die Debatte. (Ruf bei der ÖVP: Ist der Antrag schon verteilt?) Der Antrag ist verlesen worden!
Abg. Dr. Pirklhuber: Für die Landwirtschaft ein Fluch!
Bei dieser Materie, die man sehr eingehend diskutieren muss und wo man sich auch genau informieren sollte, muss man die Frage in den Raum stellen: Ist die Gentechnik in Wahrheit ein Fluch oder ein Segen? (Abg. Dr. Pirklhuber: Für die Landwirtschaft ein Fluch!) Diese Frage sollten wir hier in diesem Hohen Haus ganz offen diskutieren.
Bravorufe und Beifall bei der ÖVP.
Ein weiterer Grund, warum es keine Zulassung von GVO’s geben kann, ist natürlich die Klärung der Haftungsfrage. Eines sage ich auch ganz ehrlich: Den Letzten dürfen da nicht die Hunde beißen! Es sind zwar die Ersten die Bauern, wir wissen das, aber die Bauern werden nie die Letzten von Gestern sein, sondern die Bauern werden – davon bin ich überzeugt – die Ersten von Morgen sein, wenn wir die entsprechenden Rahmenbedingungen haben und wenn wir die entsprechenden Bedingungen haben, um in diesem Land entsprechend wirtschaften zu können. (Bravorufe und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn.
Daher brauchen wir, glaube ich, Rahmenbedingungen, die den Bauern Rechtssicherheit geben, die den Bauern Planbarkeit geben, die den Bauern Kalkulierbarkeit geben – damit sie das tun können, was die Konsumenten von ihnen wünschen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
In diesem Sinne freut es mich, dass es heute im Ausschuss möglich war, und zwar einige Minuten vor Behandlung hier im Nationalrat, eine Vier-Parteien-Einigung zustande zu bringen, und wir werden beiden Anträgen unsere Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube, mit diesem Antrag wird etwas Positives bewirkt. Natürlich unterstützen wir Freiheitliche jede weiterreichende Möglichkeit, um besser, schneller und im Sinne der Bürger diese Maßnahmen umzusetzen. Deshalb bin ich froh und glücklich, dass wir bis zuletzt nicht nur gehofft, sondern auch gemeinsam daran gearbeitet haben, diesen Antrag zustande zu bringen. – Danke (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ich würde Sie ersuchen, diesen Diskussionsprozess gemeinsam mit uns zu führen, im Interesse der österreichischen Landwirtschaft und einer gentechnikfreien Lebensmittelbranche in Österreich. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen auch in dieser Frage strategisch die richtigen Antworten geben. Zu diesem Zweck kämpfe ich in Europa für einheitliche Regelungen, was die Koexistenz und die Haftung betrifft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
So gesehen, ist heute die Vier-Parteien-Einigung und der Änderungsantrag hier ein klares und gutes Zeichen, das die österreichische Position seitens des Nationalrates, aber auch seitens der Verantwortungsträger, der Minister einmal mehr in der EU kräftig unterstützt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Welche Politik machen wir? – Erstens: Priorität für alles haben europäische Regelungen. Zweitens müssen wir uns die Zeit nehmen, die dafür notwendig ist, die offenen Fragen, sprich Haftung und Koexistenz, zu klären. Drittens halte ich es für zukunftsorientiert und für ganz besonders notwendig, Rahmenbedingungen für Modellregionen zu finden, in denen auf den Einsatz von Gentechnologie verzichtet wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Daher sehe ich hier überhaupt kein Problem! Und ich frage mich, warum man da nicht einen Schritt weitergeht. Ich habe ein bisschen das Gefühl, das sind bloß Lippenbekenntnisse. (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Nein!
Wenn man sich vor Augen führt, dass dies jetzt ein einziger Zulassungsantrag ist und dass weitere 32 in der europäischen Pipeline stecken, dann scheint mir: Eine gewisse Mutlosigkeit und eine gewisse stille Akzeptanz, dass es irgendwann einmal passieren wird, ist auf der Regierungsbank bereits zu verspüren. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Nein!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Und: Schauen Sie auch beim ÖPUL nach und überlegen Sie sich noch einmal ernsthaft, ob das nicht der am einfachsten gangbare Weg wäre, um die österreichische Landwirtschaft auf einer sehr großen Fläche automatisch und noch dazu EU-konform gentechnikfrei zu halten! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Unsere Botschaft an die Konsumentinnen und Konsumenten muss daher sein: Wer die hervorragenden Produkte von österreichischen Bauern kauft, kauft gentechnikfrei! (Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei den Grünen.
Wir wissen, dass wir in dieser Frage der Gentechnik – im Gegensatz zur Medizin – sehr skeptisch sein wollen und müssen, und wir können sicherstellen, dass wir in Österreich, solange wir über diese Fragen nicht wirklich Gewissheit haben, auf den Anbau verzichten werden und auch dauerhaft verzichten wollen. (Demonstrativer Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kann Ihnen nur noch Folgendes sagen: Wir haben heute eine „Kraut-und-Rüben-Diskussion“ gehabt, und da fühle ich mich doch irgendwie zuständig. Beim Thema Rüben kann ich Ihnen ganz bestimmt versichern, dass wir noch auf sehr lange Zeit auf die Gentechnik verzichten können, weil die nichts haben, was wir brauchen. Beim Zuckerrohr ist das ja schon heute nicht der Fall. Denken Sie daran! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es ja nicht!
Genau das ist auch der Grund, warum man jetzt nicht unbedingt dafür sein kann, dass im ÖPUL die Gentechnikfreiheit zur Auflage gemacht wird. Ich komme aus dem Bundesland Salzburg im Grenzgebiet zu Deutschland. In Deutschland will man die Gentechnik, und wenn durch Pollenflug plötzlich jemand in Österreich, jemand bei mir im Bundesland auf seinem Feld gentechnisch veränderte Pflanzen hätte (Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es ja nicht!), dann wäre es dem EU-Kontrollor nämlich Wurscht, wie die da hingekommen sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Gentechnikfreies Saatgut wird gefordert!) Er würde den Bauern liebend gerne auffordern, fünf Jahre Direktzahlungen zurückzuzahlen. (Abg. Dr. Glawischnig: Das ist ein Missverständnis!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Gentechnikfreies Saatgut wird gefordert!
Genau das ist auch der Grund, warum man jetzt nicht unbedingt dafür sein kann, dass im ÖPUL die Gentechnikfreiheit zur Auflage gemacht wird. Ich komme aus dem Bundesland Salzburg im Grenzgebiet zu Deutschland. In Deutschland will man die Gentechnik, und wenn durch Pollenflug plötzlich jemand in Österreich, jemand bei mir im Bundesland auf seinem Feld gentechnisch veränderte Pflanzen hätte (Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es ja nicht!), dann wäre es dem EU-Kontrollor nämlich Wurscht, wie die da hingekommen sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Gentechnikfreies Saatgut wird gefordert!) Er würde den Bauern liebend gerne auffordern, fünf Jahre Direktzahlungen zurückzuzahlen. (Abg. Dr. Glawischnig: Das ist ein Missverständnis!)
Abg. Dr. Glawischnig: Das ist ein Missverständnis!
Genau das ist auch der Grund, warum man jetzt nicht unbedingt dafür sein kann, dass im ÖPUL die Gentechnikfreiheit zur Auflage gemacht wird. Ich komme aus dem Bundesland Salzburg im Grenzgebiet zu Deutschland. In Deutschland will man die Gentechnik, und wenn durch Pollenflug plötzlich jemand in Österreich, jemand bei mir im Bundesland auf seinem Feld gentechnisch veränderte Pflanzen hätte (Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es ja nicht!), dann wäre es dem EU-Kontrollor nämlich Wurscht, wie die da hingekommen sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Gentechnikfreies Saatgut wird gefordert!) Er würde den Bauern liebend gerne auffordern, fünf Jahre Direktzahlungen zurückzuzahlen. (Abg. Dr. Glawischnig: Das ist ein Missverständnis!)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir diesem Antrag zustimmen, dann stimmen wir für die Bauern in unserem Land, wir stimmen für die Bürger in unserem Land, und ich bedanke mich schon im Vorhinein dafür, dass Sie das so machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: So schaut es aus!
Bitte aufhören damit, Wasser zu predigen und Wein zu trinken! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: So schaut es aus!)
Beifall bei der SPÖ, den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Der Tagesordnungspunkt 8, Bericht des Rechnungshofausschusses betreffend den Tätigkeitsbericht des Rechnungshofes über das Verwaltungsjahr 2002, gibt die Möglichkeit, sich einerseits mit dem Inhalt dieses Berichtes auseinander zu setzen, aber natürlich auch, hier namens der Fraktion den Dank für die gewissenhafte und korrekte Arbeit von Franz Fiedler, dem Rechnungshofpräsidenten, noch einmal eindeutig zum Ausdruck zu bringen. (Beifall bei der SPÖ, den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Der künftige Präsident oder die künftige Präsidentin werden natürlich auch an der Arbeit und an der Tätigkeit des bisherigen Präsidenten gemessen werden, der – das möchte ich noch einmal betonen – sehr gewissenhaft, sehr korrekt diese Tätigkeit erfüllt hat und auch mit der entsprechenden Öffentlichkeit viele Problemstellungen aufgezeigt und auch Anregungen geliefert hat, was die nachhaltige Lösung betrifft. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Da wissen Sie schon mehr als wir! – Abg. Dr. Fekter: Sie beziehen sich nur auf Zeitungsmeldungen!
Ich höre immer nur Gerüchte darüber, wer es werden soll. Ich weiß nicht, wie weit überhaupt die Fraktionen da einbezogen sind, ob nur ein kleiner Kreis darüber bestimmt, wen man jetzt auf zwölf Jahre zum Rechnungshofpräsidenten macht. Ist es jetzt Josef Moser, der ehemalige Klubdirektor der Freiheitlichen? Ist er es nicht? Ist es Herr Raschauer, der da eine sehr ideologisch bestimmte Definition seiner Tätigkeit eingebracht hat? (Abg. Dr. Stummvoll: Da wissen Sie schon mehr als wir! – Abg. Dr. Fekter: Sie beziehen sich nur auf Zeitungsmeldungen!) Die kommenden Redner der beiden Regierungsfraktionen könnten hier Licht ins Rechnungshof-Dunkel für die künftige Bestellung des Präsidenten bringen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich fordere Sie auf, dass Sie dazu auch Stellung nehmen! Ich fordere Sie auf, dass Sie diese Kriterien auch an die Arbeit des künftigen Rechnungshofpräsidenten anlegen, und ich fordere Sie auf, dass es ein öffentliches Hearing am 23. Juni zu geben hat. Dies wäre wirklich im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher und der Tatsache, dass sie das mit Ihren Steuergeldern zu finanzieren haben, was diese Kontrolltätigkeit aufzudecken hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
Wo immer es um Strukturoptimierungen und Verbesserungen im öffentlichen Bereich ging, haben Sie sich massiv eingebracht. Dafür ein Danke! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
Zwölf Jahre Rechnungshofpräsident Fiedler: Es wurde vieles bewegt, es wurden die Qualität und Effizienz der Kontrolle massiv gesteigert. Es wurde aber andererseits auch die Unabhängigkeit der Kontrolle gewahrt und die Glaubwürdigkeit der Kontrolle verbessert. Ich glaube, alle stimmen hier zu: Präsident Fiedler hat dieses Amt im höchsten Maße überparteilich geführt. Er hat damit sich selbst gefestigt und damit auch nach außen ein gutes Zeugnis abgegeben. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen, der SPÖ und der Grünen.
Für Ihre persönliche Zeit wünsche ich Ihnen, dass Sie Ihre Interessen und Ihre Pläne weiter verfolgen können. Viel Erfolg und Glück für die Zukunft! Alles Gute! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen, der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher bin auch ich der Meinung, dass die Latte für Ihren Nachfolger sehr, sehr hoch liegt und es überhaupt nicht einzusehen ist, warum dieser Nachfolger/diese Nachfolgerin sich nicht auch in einem öffentlichen Hearing bestätigen sollte. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Die Abgeordneten Reheis und Dr. Cap: Ein heimliches Hearing!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Neudeck. Seine freiwillige Redezeit stelle ich auf 6 Minuten ein. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Die Abgeordneten Reheis und Dr. Cap: Ein heimliches Hearing!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Neudeck reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Präsidenten des Rechnungshofes Dr. Fiedler die Hand.
Herr Präsident! Das ist wirklich ein sehr netter Zug von Ihnen, dass Sie das freiwillig – und mit Genuss noch dazu – tun. Ich darf Ihnen – ich sage jetzt nicht: trotz dieses Lasters, sondern: trotz dieser positiven Sucht – und Ihrer Familie alles Gute und Gesundheit wünschen. Es war eine Freude, in den letzten vier Jahren mit Ihnen zusammenzuarbeiten! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Neudeck reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Präsidenten des Rechnungshofes Dr. Fiedler die Hand.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ, der ÖVP und der Freiheitlichen.
Nüchtern gesprochen, Herr Dr. Fiedler: Sie haben diese Aufgaben für den Rechnungshof überall übernommen, und mein Eindruck ist, dass Sie alle diese Aufgaben überall und im Großen und Ganzen und im Wesentlichen zu allergrößter Zufriedenheit des Parlaments – ich sage das deshalb, weil es ja immer ein bisschen eigenartig heißt, aber so lautet eben die Bezeichnung: der Rechnungshof ist „ein Organ des Parlaments“; aber ich meine, in diesem Fall über alle Fraktionen hinweg urteilen zu dürfen –, also zur größten Zufriedenheit des Auftraggebers gelöst haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ, der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Rasinger.
Ich bin der Meinung, dass das eine ganz herausragende Leistung war – und im Übrigen natürlich auch so beibehalten werden soll –, weil es nämlich dazu führt, dass die Aufgaben des Rechnungshofes, die er übernimmt, entsprechende zusätzliche Bedeutung gewinnen. Und das haben Sie, Herr Präsident, nicht nur eingeleitet, sondern das haben Sie dann selbst auch entsprechend ausgefüllt – auch wenn es dann hier im Haus, manchmal sogar unserer Fraktion, nicht immer gepasst hat, was Sie da dann befundet haben, was Sie kritisiert haben, wie Sie manche Gegenäußerung wiederum bewertet haben und wie Sie Ihr Gesamturteil gebildet haben. Aber das ist es eben, was aus meiner Sicht so hervorstreichenswert ist: dass Sie diesen Freiraum, den die österreichischen Gesetze zulassen – und den vielleicht ein weiser Gesetzgeber sogar so wollte –, genau ausgeleuchtet haben und entsprechend verantwortungsvoll und letztlich doch zurückhaltend beschritten haben – zum Nutzen des Ganzen. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Rasinger.)
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ und der ÖVP.
Es war eben die ausgewogene Amtsführung, und es ist auch Ihre Vermittlungskunst sehr wohl zu kritisieren, das auch den Ministerien oder der Regierung als Ganzes so zu vermitteln, dass auch relativ rasch Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet werden können, denn hier liegt ja im Übrigen die allergrößte Wirkung des Rechnungshofes: sowohl ex post, dass etwas verbessert wird, aber noch viel mehr ex ante, dass nämlich viele Dinge überhaupt erst gar nicht einreißen, weil man weiß, dass es erstens den Rechnungshof gibt, dass er zweitens diese verfassungsmäßige Stellung hat, wie er sie hat, die ihm drittens diese Freiräume einräumt, und dass wir viertens einen Präsidenten haben, der das eben genau so ausfüllt, dass das diese Wirkungen zeitigt. Und das ist meiner Meinung nach das große Verdienst von Franz Fiedler. Da hat er sich von den Vorgängern abgehoben, und da ist etwas Neues entstanden, das meines Erachtens natürlich auch beibehalten werden soll. Davor habe ich den allergrößten Respekt: dass Sie das mit diesen kleinen Mitteln, die Ihnen für diese Sache zur Verfügung gestanden sind, so gelöst haben – im Interesse des Ganzen! (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ und der ÖVP.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
gemacht werden könnte. Das ist jetzt die einzige Bemerkung, die ich mir, anknüpfend an Kollegen Cap, erlaube, was das Procedere zur Findung Ihres Nachfolgers betrifft: dass wir tatsächlich der Meinung sind, dass ein Hearing über dieses wichtige Amt, so wie es von mir beschrieben wurde, im Hauptausschuss, wie es die Gesetze vorsehen, durchaus öffentlich abgehalten werden sollte – eben aus genau all jenen Gründen, die ich vorher erwähnt habe. Mir scheint da nichts Verkehrtes dabei zu sein, sondern ganz im Gegenteil: Das ist eigentlich geradezu ein sich aufdrängendes Bild, das man hier bekommt. Und es ist ja noch nicht das letzte Wort gesprochen, wir werden ja sicher noch verhandeln. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Allgemeiner Beifall.
Ich meine, es ist vielleicht schon nahe liegend für Parlamentarier, wenn der Rechungshof hier zugeordnet ist, andererseits aber hat man sich auch jedes Mal davon überzeugen können, mit welcher Kompetenz dort gearbeitet und wie gut das Haus geführt wird. Auch das ist nicht selbstverständlich. Vielen Dank dafür von Seiten des Parlaments! (Allgemeiner Beifall.)
Heiterkeit bei den Grünen und der ÖVP
Aber ich habe auch von Ihnen sehr viel gelernt. Eigentlich sind Sie – und meiner Meinung nach sind Sie in diesen Funktionen verkannt (Heiterkeit bei den Grünen und der ÖVP) – durch und durch ein Homo Politicus, schon kraft dessen, womit alles Sie sich beschäftigen müssen – und da habe ich viel gelernt!
Allgemeiner Beifall. – Abg. Mag. Kogler reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Präsidenten des Rechnungshofes Dr. Fiedler die Hand.
Ich glaube, man kann im Wesentlichen nur davon profitieren. Auf diesen weiteren Wegen, wo auch immer Sie hinführen mögen, wünsche ich Ihnen alles Gute und darf mich noch einmal persönlich und namens meiner Fraktion bedanken. – Vielen Dank! (Allgemeiner Beifall. – Abg. Mag. Kogler reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Präsidenten des Rechnungshofes Dr. Fiedler die Hand.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Im Großen und Ganzen, darf ich mich, Herr Präsident, dem Dank anschließen und Ihnen für die Zukunft ebenfalls alles Gute wünschen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Damit komme ich zum Schluss meiner Ausführungen: Neben aller Kritik sollte man auch jene Punkte herausnehmen, die Sie bestärkt und die Sie als positiv gesehen haben. Sie haben gemeint, dass es im Bereich des Wirtschaftsministeriums durchaus zu eindeutigen Verbesserungen gekommen sei, und das will ich heute auch nicht unter den Tisch fallen lassen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Aus Zeitgründen erspare ich mir und Ihnen jetzt die Aufzählung von Details aus anderen Tätigkeitsberichten beziehungsweise eine Aufzählung weiterer Kritikpunkte – und darf nur noch kurz eine persönliche Anmerkung machen: Herr Präsident Dr. Fiedler war immer offen, und zwar sowohl was eine schriftliche als auch eine mündliche Auskunft betraf, wenn es um Dinge ging, die auch auf informellem Wege erledigt werden konnten. Auch dafür ein herzliches Dankeschön! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Lebenslänglich ist eher was für ...!
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrte Herren Präsidenten! Werte Damen und Herren! Werte Zuhörer und Zuschauer! Wenn ich Sie, Frau Kollegin Moser, jetzt richtig verstanden habe, fordern Sie sozusagen ein „Lebenslang“ für einen Rechnungshofpräsidenten; schon eine sehr lang dauernde Zeit! (Abg. Dr. Gabriela Moser: Lebenslänglich ist eher was für ...!) – Lebenslang!
Abg. Mag. Mainoni: Sehr schwer!
Ich habe den Rechnungshofpräsidenten Franz Fiedler nicht so lange Zeit erlebt wie viele meiner Vorredner. Ich bin erst seit eineinhalb Jahren im Parlament und hier unter anderem im Rechnungshofausschuss tätig, ich muss aber sagen: Auch ich kann mir eine Präsidentschaft des Rechnungshofs ohne Franz Fiedler nur schwer vorstellen. (Abg. Mag. Mainoni: Sehr schwer!) Schon, lieber Kollege Mainoni, weil er inzwischen einfach eine so feste Instanz geworden ist, auch eine gewisse moralische Instanz innerhalb des Rechnungshofs.
Allgemeiner Beifall. – Abg. Dr. Bleckmann reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler die Hand.
Genau das haben Sie gemacht, Herr Präsident Fiedler, und dafür danke ich Ihnen und wünsche Ihnen alles Gute für Ihren weiteren Weg. (Allgemeiner Beifall. – Abg. Dr. Bleckmann reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler die Hand.)
Allgemeiner Beifall. – Abg. Mag. Becher reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler die Hand.
Ganz besonders freut es mich, dass Sie die höchste Auszeichnung der Stadt Wien, das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien, erhalten haben, dass Sie damit geehrt wurden. Ich bin mir aber sicher, dass die größte und schönste Auszeichnung für Sie der Dank und die Anerkennung der Bevölkerung für Ihre Tätigkeit sein werden. In diesem Sinne möchte ich Ihnen persönlich herzlich danken und viel Erfolg und alles Gute für Ihre weiteren Tätigkeiten wünschen. (Allgemeiner Beifall. – Abg. Mag. Becher reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler die Hand.)
Allgemeiner Beifall. – Abg. Hornek reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler die Hand.
Geschätzte Damen und Herren! Ich möchte aber diese Gelegenheit auch noch dazu wahrnehmen, als Vorsitzender des Rechnungshofunterausschusses und auch im Namen meiner Vorgänger – ich habe diese Funktion von Herrn Dr. Trinkl übernommen – Herrn Rechnungshofpräsidenten Fiedler für die exzellente Zusammenarbeit zu danken. Ich darf ihm für seine weiteren Tätigkeiten alles erdenklich Gute wünschen. (Allgemeiner Beifall. – Abg. Hornek reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler die Hand.)
Allgemeiner Beifall. – Abg. Faul reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler die Hand.
In diesem Sinne, Herr Präsident, herzlichen Dank für Ihre korrekte Arbeit und Ihr Bemühen! Ich darf Ihnen persönlich sagen: Ich werde – wie ich das bereits in der Vergangenheit gemacht habe – auch in Zukunft, wenn ich über Sie spreche, nur in höchster persönlicher Achtung über Sie reden. – Herzlichen Dank, Herr Präsident Dr. Fiedler! (Allgemeiner Beifall. – Abg. Faul reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler die Hand.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Edeltraud Lentsch (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! Geschätzte Damen und Herren! Auch ich möchte mich gleich zu Beginn meiner Ausführungen bei Ihnen, sehr geehrter Herr Präsident Fiedler, für die gute Zusammenarbeit bedanken. Ich habe sehr oft bewundert, mit welcher Ruhe und Geduld Sie unsere Fragen beantwortet haben, selbst dann noch, wenn die Fragen nicht ganz gentlemanlike waren. Sie haben das einfach übergangen und trotzdem geantwortet. Sie waren immer höflich. Ich kann mich da an eine Episode erinnern, als Sie auf eine Frage von mir nur gemeint haben: Diese Frage beantworte ich nicht. – Möglicherweise war sie so dumm gestellt. Trotzdem herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit. Auch ich möchte Ihnen für Ihren weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute wünschen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mandak: Es sind aber leider nicht alle grünbewegt!
Das, was rund um den Neusiedler See punkto Naturschutz gemacht wurde, ist sicherlich einmalig in Österreich und hat eine Vorbildwirkung für ganz Europa. Dass ausgerechnet hier ein international anerkannter Nationalpark verwirklicht wurde, ist kein Zufall. Das ist das Ergebnis einer sehr langen und sehr mühsamen Vorbereitungsarbeit gewesen. Ich kann nur allen Grünbewegten – und da meine ich nicht nur die Damen und Herren von den Grünen, sondern alle Kolleginnen und Kollegen hier im Hohen Haus – empfehlen, sich dieses Beispiel anzuschauen. (Abg. Mandak: Es sind aber leider nicht alle grünbewegt!) Es sind nicht alle grünbewegt, das weiß ich, daher habe ich ja extra die Grünbewegten angesprochen. (Beifall bei der ÖVP.) Sie müssen mir zuhören, liebe Frau Kollegin! (Abg. Mandak: Ich habe schon verstanden!) Ich habe das liebevoll gemeint.
Beifall bei der ÖVP.
Das, was rund um den Neusiedler See punkto Naturschutz gemacht wurde, ist sicherlich einmalig in Österreich und hat eine Vorbildwirkung für ganz Europa. Dass ausgerechnet hier ein international anerkannter Nationalpark verwirklicht wurde, ist kein Zufall. Das ist das Ergebnis einer sehr langen und sehr mühsamen Vorbereitungsarbeit gewesen. Ich kann nur allen Grünbewegten – und da meine ich nicht nur die Damen und Herren von den Grünen, sondern alle Kolleginnen und Kollegen hier im Hohen Haus – empfehlen, sich dieses Beispiel anzuschauen. (Abg. Mandak: Es sind aber leider nicht alle grünbewegt!) Es sind nicht alle grünbewegt, das weiß ich, daher habe ich ja extra die Grünbewegten angesprochen. (Beifall bei der ÖVP.) Sie müssen mir zuhören, liebe Frau Kollegin! (Abg. Mandak: Ich habe schon verstanden!) Ich habe das liebevoll gemeint.
Abg. Mandak: Ich habe schon verstanden!
Das, was rund um den Neusiedler See punkto Naturschutz gemacht wurde, ist sicherlich einmalig in Österreich und hat eine Vorbildwirkung für ganz Europa. Dass ausgerechnet hier ein international anerkannter Nationalpark verwirklicht wurde, ist kein Zufall. Das ist das Ergebnis einer sehr langen und sehr mühsamen Vorbereitungsarbeit gewesen. Ich kann nur allen Grünbewegten – und da meine ich nicht nur die Damen und Herren von den Grünen, sondern alle Kolleginnen und Kollegen hier im Hohen Haus – empfehlen, sich dieses Beispiel anzuschauen. (Abg. Mandak: Es sind aber leider nicht alle grünbewegt!) Es sind nicht alle grünbewegt, das weiß ich, daher habe ich ja extra die Grünbewegten angesprochen. (Beifall bei der ÖVP.) Sie müssen mir zuhören, liebe Frau Kollegin! (Abg. Mandak: Ich habe schon verstanden!) Ich habe das liebevoll gemeint.
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Grünen.
Es ist uns natürlich eine doppelte Genugtuung, wenn unsere Art der Politik ein so gutes Ergebnis bringt, wie eben dieser Bericht zeigt. Dieser Bericht zeigt aber auch, dass wir Schwarzen schon immer die besseren Grünen waren. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Schon zu einer Zeit, wo es sie noch gar nicht gegeben hat, waren wir Schwarzen die besseren Grünen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Regler: So ist es!)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Regler: So ist es!
Es ist uns natürlich eine doppelte Genugtuung, wenn unsere Art der Politik ein so gutes Ergebnis bringt, wie eben dieser Bericht zeigt. Dieser Bericht zeigt aber auch, dass wir Schwarzen schon immer die besseren Grünen waren. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Schon zu einer Zeit, wo es sie noch gar nicht gegeben hat, waren wir Schwarzen die besseren Grünen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Regler: So ist es!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lentsch reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler die Hand.
Ich möchte mich aber auch bei den Beamtinnen und Beamten des Rechnungshofes für diesen positiven Bericht bedanken und Ihnen, Herr Präsident, noch einmal alles erdenklich Gute wünschen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lentsch reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler die Hand.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Rechnungshofpräsident! Herr Staatssekretär! Kollegin Lentsch, Sie sagen, Sie waren schon immer die besseren Grünen. – Man kann vielleicht sagen, dass die ÖVP noch sehr grün hinter den Ohren ist, was Umweltschutz betrifft. Das ist das Einzige, was mir zu grün und ÖVP einfällt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Rechnungshofpräsident, Sie haben uns oft eine Freude gemacht, weil Sie die Regierung kritisiert oder die Regierungspropaganda als Propaganda entlarvt haben. Sie haben uns manchmal auch weniger Freude gemacht, wenn Sie die Regierung gelobt haben, aber Sie haben im Wesentlichen Ihren neutralen Standpunkt nie verlassen. Dafür gebühren Ihnen und natürlich auch Ihren Mitarbeitern im Rechnungshof Dank und Anerkennung. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Präsident Dr. Fiedler, da das heute Ihre letzte Plenumssitzung ist, darf ich einfach an dieser Stelle sagen: Herzlichen Dank! Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf mich auch kurz an den Herrn Präsidenten des Rechnungshofes wenden. All die Ausführungen der Vorredner sind ja nur zu unterstreichen. Herr Präsident, Sie haben mit Ihrer objektiven, sachlichen und konsequenten Arbeit unsere politische Arbeit im Parlament bestens unterstützt. Ich darf Ihnen dafür recht herzlich danken und für die Zukunft alles Gute wünschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Persönlich möchte ich Ihnen alles erdenklich Gute und viel Wohlergehen wünschen, viel Freude auch an Ihrer Arbeit im Österreich-Konvent, bei dieser verantwortungsvollen Tätigkeit, die Sie in den nächsten Wochen und Monaten sicherlich auch sehr entscheidend fordern wird. Auf Grund der jugendlichen Frische, mit der Sie da vor uns sitzen, erlaube ich mir zu sagen: Noch lange keine Pension, weil ich es mit vielen in diesem Lande halte, die sich wünschen, dass Sie noch weiter arbeiten mit Freude und Begeisterung im Interesse der Menschen dieses Landes und zum Wohle unserer Republik Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Die SPÖ nimmt als Interessenvertreterin der österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler den vorliegenden Bericht nicht zur Kenntnis. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich zolle – und das gebe ich gerne zu – als relativ junger Abgeordneter dem Rechnungshof, seinem Präsidenten und den im Rechnungshof Beschäftigen großen Respekt, insbesondere weil ich in der kurzen Zeit meiner Tätigkeit im Rechnungshofausschuss Herrn Präsidenten Dr. Fiedler als personifizierte Genauigkeit und Unabhängigkeit kennen lernen durfte. Ihre messescharfen Feststellungen und präzisen Formulierungen, Herr Präsident, haben mich schwer beeindruckt und geprägt. Herr Präsident Fiedler! Ich danke Ihnen für Ihre unverzichtbare Arbeit, die zu wichtiger Transparenz und Kontrolle innerstaatlicher Vorgänge beiträgt, und wünsche Ihnen für die Zukunft alles erdenklich Gute. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Beispiele genug, um dem Rechnungshof und seinem Präsidenten für die Anregungen und Vorschläge zu danken. Besonders wichtig wäre es natürlich auch, diese Anregungen und Vorschläge umzusetzen, und da hat diese Regierung genug zu tun. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das kann man von dir nicht behaupten!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Präsident des Rechnungshofes! Dem Lob meiner Vorredner für Sie und Ihre hervorragenden Mitarbeiter etwas draufsetzen zu wollen, wäre schon kitschig, und Kitsch ist bekanntlich nicht Ihre Sache, sondern Sie sind, wie Kollege Kogler richtig gesagt hat, ein Mann der feinen Klinge. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das kann man von dir nicht behaupten!) Das sieht man etwa daran, wie Sie die Freunderlwirtschaft dieser schwarz-blauen Regierung im zu diskutierenden Bericht beschreiben, und zwar mit den Worten: „Die Immobilienmanagementgesellschaft wendete 2001 1,46 Mill EUR ohne Umsatzsteuer für externe Berater auf. Ein Großteil dieser Summe (1,12 Mill EUR) entfiel auf ein Unternehmen“. – Freunderlwirtschaft.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Geh, geh, du verlierst sogar beim Rechnungshofpräsidenten!
Herr Präsident! Ich verspreche, ich werde versuchen, auch die Anregung vom Kollegen Scheuch aufzunehmen, und mich zukünftig dieser eleganten Umschreibungen für die Husch-Pfusch-Gesetzgebung und Freunderlwirtschaft dieser Regierung bedienen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Geh, geh, du verlierst sogar beim Rechnungshofpräsidenten!)
Beifall bei der SPÖ.
Bruno Kreisky hatte bekanntlich die absolute Mehrheit, als er damals der Opposition, und zwar der damals wie heute nahe dem parlamentarischen Existenzminimum herumkrebsenden FPÖ, Broesigke als Rechnungshofpräsidenten ermöglichte. Ich bin neugierig – und daran wird man auch das Demokratieverständnis der Regierung messen können –, wie Sie sich in den nächsten Wochen bei der Wahl des neuen Präsidenten des Rechnungshofes verhalten werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Prähauser begibt sich zur Regierungsbank und reicht Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler die Hand.
Meine Damen und Herren! Ich möchte zum scheidenden Herrn Präsidenten sagen: Respekt und Anerkennung Ihnen, Herr Präsident, und Ihrer Mannschaft für die in den letzten zwölf Jahren geleistete Arbeit! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Prähauser begibt sich zur Regierungsbank und reicht Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler die Hand.)
Abg. Neudeck: Die ersten acht Jahre waren die härtesten!
Magennerven. Wenn man zwölf Jahre lang als oberster Controller der Republik den verschiedensten Regierungen gegenübersitzt, dann ist das schon eine gewisse Belastung – auch der Magennerven. (Abg. Neudeck: Die ersten acht Jahre waren die härtesten!) Nervenstärke werden Sie ja auch noch im Rahmen des Konvents brauchen, und insofern bleiben Sie ja der res publica noch einige Zeit erhalten. (Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn begibt sich zu Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler und reicht diesem die Hand.)
Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn begibt sich zu Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler und reicht diesem die Hand.
Magennerven. Wenn man zwölf Jahre lang als oberster Controller der Republik den verschiedensten Regierungen gegenübersitzt, dann ist das schon eine gewisse Belastung – auch der Magennerven. (Abg. Neudeck: Die ersten acht Jahre waren die härtesten!) Nervenstärke werden Sie ja auch noch im Rahmen des Konvents brauchen, und insofern bleiben Sie ja der res publica noch einige Zeit erhalten. (Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn begibt sich zu Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler und reicht diesem die Hand.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Kräuter überreicht Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler eine Flasche Kräuterlikör.
Für Sie persönlich, Herr Dr. Fiedler, alles Gute, viel Gesundheit! Es begleiten Sie die besten Wünsche der Sozialdemokratie. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Kräuter überreicht Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler eine Flasche Kräuterlikör.)
Allgemeiner Beifall.
Würde man das übersetzen, Herr Präsident Fiedler – du verzeihst, dass ich das jetzt etwas volkstümlich sage –, dann könnte man dieses Anforderungsprofil in der Kurzfassung auch so beschreiben: So, wie es der Fiedler gemacht hat. – Das ist ein Kompliment, lieber Herr Präsident Fiedler! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich denke, dass du auch weißt, dass diese zwölf Jahre deiner Amtsführung nicht nur die Prüftätigkeit, nicht nur die Qualität der Arbeit, sondern vor allem auch das Ansehen der Institution Rechnungshof massiv gesteigert haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Allgemeiner Beifall.
nungshofes zu dieser Qualitäts-Höchstleistung zu motivieren – dies auch deshalb, weil dir, Herr Präsident, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rechnungshofes und auch deren dienstrechtliche Stellung immer ein besonderes Anliegen waren. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auffällig ist – und das sei schon gesagt –, dass nach zwölfjähriger Tätigkeit Franz Fiedlers auch jene von seinen Qualitäten überzeugt sind, die vor zwölf Jahren das Gegenteil gesagt haben. Das ist ein Leistungsbeweis, der eigentlich für sich spricht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Allgemeiner Beifall. – Abg. Mag. Molterer begibt sich zur Regierungsbank und reicht Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler die Hand.
In diesem Sinne: Danke! – Es ist ja nicht dein endgültiger Abschied; der Konvent wartet weiter auf deine Arbeitsleistung. Danke und alles Gute! (Allgemeiner Beifall. – Abg. Mag. Molterer begibt sich zur Regierungsbank und reicht Rechnungshofpräsidenten Dr. Fiedler die Hand.)
Allgemeiner Beifall.
Ich glaube, die Mitarbeiter des Rechnungshofes haben es sich verdient, dass ihre dienstrechtliche Stellung in einem besonderen Gesetz Anerkennung und Würdigung erfährt, wie es ihrer Qualität und ihrem Engagement entspricht. – Diese Bitte möchte ich noch aussprechen. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Das hat man dann durchaus akzeptiert, und ich danke dem Nationalrat dafür. Ich glaube, es war der Umweltausschuss, der in einem Bericht auch zum Ausdruck gebracht hat, dass der Rechnungshof im Bereiche des Umweltschutzes seine Prüfungstätigkeit weiterhin fortsetzen soll. Ich bin Ihnen sehr zu Dank verpflichtet, dass Sie uns unterstützt und in der Meinung bestärkt haben, dass wir auch diesen Bereich in der Zukunft weiter prüfen sollen. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Ich darf aber insgesamt dem Nationalrat dafür danken, dass bei all diesen Neuerungen, die auf den Rechnungshof zugekommen sind, niemals vergessen wurde, dass auch die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen sind. Ich darf dem Nationalrat und wirklich allen Fraktionen dafür danken, dass wir immer jenes Budget bekommen haben, das wir uns gewünscht haben. – Dafür recht herzlichen Dank! (Allgemeiner Beifall.)
Lang anhaltender allgemeiner Beifall.
Ich wünsche eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Rechnungshof und dem Nationalrat in den kommenden zwölf Jahren. Ich wünsche Ihnen und dem Rechnungshof viel Erfolg im Interesse der Steuerzahler und unserer Republik. – Danke schön. (Lang anhaltender allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Ich möchte Ihnen im Namen aller im Haus vertretenen Fraktionen Dank und Anerkennung aussprechen für Ihre großartige Arbeit. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Wir wissen, dass Sie als Vorsitzender des Österreich-Konvents Ihre langjährigen Erfahrungen in den Dienst der Republik stellen. – Herzlichen Dank! Alles Gute, Herr Präsident Dr. Franz Fiedler! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Präsident, ich möchte zunächst sagen: Ich nehme meine umstrittene Äußerung vom 4. Juni 2004 mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Aus diesem Grund neigt sich die Waagschale für uns trotz vieler positiver Ansätze am Schluss des Tages doch in Richtung Nein. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Broukal: Danke!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Broukal, ich bedanke mich für Ihren Einleitungssatz. Er entspricht dem, was in der Präsidialkonferenz vereinbart wurde. Damit ist die Sache für uns erledigt. (Abg. Broukal: Danke!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
1,2 Milliarden € an zusätzlichen Mitteln für Forschung und Entwicklung freimachen können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich lasse mir noch etwas Zeit für das Ende der Rede, um mit Ihnen von der SPÖ während der dringlichen Debatte zu diskutieren und Sie einzuladen, doch noch zu einer Vier-Parteien-Mehrheit zu kommen. Ich bin zuversichtlich, ich sehe gute Signale. Lassen wir uns auf dieses parlamentarische Experiment ein! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne hätte ich natürlich gerne gesehen, wenn der Wunsch der SPÖ nach einer etwas erweiterten Arbeitnehmervertretung in Erfüllung gegangen wäre. Grosso modo aber glaube ich, dass durch unsere Hartnäckigkeit – eigentlich aller vier Parteien –, durch das erstmalig von mir beobachtete Über-den-Schatten-Hüpfen einiger Vertreter der Regierungsparteien und durch die ausgleichende, sehr kollegiale Beratung der zuständigen Beamten etwas gelungen ist, was vielleicht Schule machen könnte, dass man nämlich das nächste Mal früher zu debattieren anfängt und den Hausverstand mehr einsetzt, als nur Befehle von oben zu erfüllen. Wenn dem so wäre, könnte das Parlament vielleicht spannende Tage erleben, vielleicht auch Tage, an denen sich mehr als ein Drittel der Abgeordneten für dieses Thema interessiert. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Grünen.
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Herr Vizekanzler! Es wird sozusagen bis zum Schluss verhandelt, und ich denke, das ist einerseits gut, aber andererseits ein bisschen schwierig – sage ich einmal. Aber bis zum Schluss wird sicher ein geeigneter Abänderungsantrag vorliegen, dem eigentlich alle Parteien zustimmen könnten. Im Laufe der Verhandlungen haben sich im Endeffekt sehr viele Übereinstimmungen ergeben, wobei man auch seitens der Regierungsfraktionen den Wünschen der Opposition nachgekommen ist, weil sie einerseits berechtigt waren. Andererseits sind Frauen, wenn es um Frauenanliegen geht und wenn Frauen mitverhandelt haben, auch wichtig. Ich meine, dass man dann schon zu Übereinstimmungen kommen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Grünen.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Ich danke auch den Männern, die geklatscht haben. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.) – Noch einmal, wunderbar.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich möchte auch auf Ihre Ausführungen eingehen, Kollege Grünewald. Sie haben die Zersplitterung der Zuständigkeiten für die Forschung in den Ministerien angesprochen. In den Ministerien war es sehr gut möglich, zu einem gemeinsamen Entwurf zu kommen, auf der parlamentarischen Ebene wird jetzt eben weiterverhandelt. Wenn es heißt, welche Klientel wie und wo berücksichtigt wird, dann bitte ich Sie, jetzt schon auch diese Verhandlungen genau zu betrachten. Ich gehe davon aus, dass ein großer Teil der SPÖ den Kompromissvorschlag, den Sie selbst eingebracht haben, nämlich dass ein Aufsichtsratsmitglied aus der Arbeiterkammer im Aufsichtsrat der Gesellschaft vertreten ist, ein zweites, nicht stimmberechtigtes Mitglied beigezogen wird, befürwortet. Das war ein eigener Vorschlag der SPÖ, der in die Verhandlungen, in eine der vielen Unterverhandlungen, die wir hatten, eingebracht wurde. Dieser wurde von der Regierung aufgenommen, weil sie gesagt hat, uns ist die Zustimmung der Opposition so wichtig, weil wir einfach finden, dass die Forschung ein Bereich ist, den man als Partei nicht alleine sehen kann, sondern der über die Parteigrenzen hinweg betrachtet werden muss. Da muss man einfach schauen, dass es zu einem gemeinsamen nationalen Konsens kommt. Deshalb war uns das wichtig! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen, der ÖVP sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Umso mehr begrüße ich es, dass die Grünen sagen, für sie sei das in Ordnung, wir seien sehr vielen Wünschen nachgekommen. Ich wünsche trotzdem, dass die Forschung ein gutes Weiterbestehen mit dieser neuen historischen Gesellschaft hat, die nämlich wirklich seit 40 Jahren eine ganz neue Veränderung in diesem Bereich bringt. Ich denke, es ist ein Aufbruch in ein neues Zeitalter für die Forschungsgeschichte in Österreich. Dazu gratuliere ich all jenen, die heute zustimmen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen, der ÖVP sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die letzten Wochen und auch die letzten Tage – mediale Berichterstattung, mediale Stellungnahmen, insbesondere von Seiten der Sozialdemokratie – haben Ihre Positionen zur Bildungspolitik und zu bildungspolitischen Maßnahmen in unserem Land sehr deutlich gemacht. Ich bedauere eigentlich sehr, dass das eine Positionierung ist, die man nicht gerade als konstruktiv bezeichnen kann. Ich möchte sogar so weit gehen, zu sagen, dass es eine sehr konstruktive Haltung ist, die von anderen Parteien in diesem Haus eingenommen worden ist, während die Sozialdemokratie eine ausgesprochen destruktive Haltung in bildungspolitischen Fragen einnimmt, was ich sehr bedauere. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn etwa der Global Competitiveness Report, eine interessante Vergleichsstudie, in Rahmen welcher 4 800 Führungskräfte weltweit befragt wurden, wo Bildungssysteme unterschiedlichster Art miteinander verglichen worden sind, Österreich gemeinsam mit Finnland an die erste Stelle aller Bildungssysteme der Welt reiht, wenn wir in der PISA-Studie in allen abgetesteten Bereichen immerhin eine Position im ersten Drittel der abgetesteten Länder erreichen und wenn das alljährliche Bildungsmonitoring, das im Auftrag des Bildungsministeriums durchgeführt wird, ausweist, dass fast 80 Prozent aller Betroffenen dem österreichischen Bildungssystem die Note „Sehr gut“ oder „Gut“ geben, dann glaube ich, meine Damen und Herren, dass wir das österreichische Bildungssystem nicht krankzujammern und nicht krankzureden brauchen. Es ist in seiner Qualität hervorragend! Dafür gebührt der Dank auch allen Lehrerinnen und Lehrern, aber natürlich auch all jenen, die sich konstruktiv an der Bildungspolitik beteiligen, wo an der Spitze unsere Bildungsministerin Elisabeth Gehrer steht! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kuntzl: Wo? Wo fordern wir das?
Wenn die SPÖ etwa im Oktober des letzten Jahres die zwangsweise Einführung von flächendeckenden Ganztagsschulen ... (Abg. Mag. Kuntzl: Wo? Wo fordern wir das?) – Ich zitiere es für Sie, nicht so ungeduldig! Ich komme genau darauf zu sprechen.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! 92 Prozent aller Pflichtschulen in Österreich haben weniger als 300 Schülerinnen und Schüler. Das ist daher eine Konzeption, die definitiv abzulehnen ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Ja! Ja! Mehr! Mehr! – Weitere Rufe bei der SPÖ: Ja!
Jetzt könnten Sie hergehen und mir Polemik unterstellen. (Abg. Dr. Cap: Ja! Ja! Mehr! Mehr! – Weitere Rufe bei der SPÖ: Ja!) Ich habe das angenommen. Daher möchte ich jetzt gar nicht so sehr meine Worte bewertet wissen, sondern ich zitiere einen aus Ihren Reihen, jemanden, den Sie, glaube ich, gut kennen, der nicht irgendjemand ist, sondern der Unterrichtsminister gewesen ist und langjähriger Bürgermeister von Wien war: Helmut Zilk.
Beifall bei der ÖVP.
Da stelle ich die Gegenfrage: Was ist denn die Herausforderung der Zeit? Geht es um die Umsetzung eines ideologischen Konzeptes aus einem Justamentstandpunkt heraus oder darum, dass wir eine Antwort geben? Die Herausforderung der Zeit ist doch die, dass wir heute, wenn mehr als 60 Prozent der Frauen erwerbstätig sind, ein breiteres Angebot an Nachmittagsbetreuung brauchen. – Da decken sich unsere Auffassungen, meine Damen und Herren von der SPÖ. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die richtige Antwort haben wir gegeben, indem Bildungsministerin Elisabeth Gehrer vorgeschlagen hat, die Nachmittagsbetreuung im gesamten Bundesgebiet nach Bedarf um 20 Prozent zu erhöhen – aber auf freiwilliger Basis! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Fragen Sie in der Steiermark Ihre eigenen Politiker!
Wenn Sie nämlich jede zweite Schule zu einer Ganztagsschule machen, dann frage ich Sie, was Sie denn dann im ländlichen Raum den Eltern anbieten wollen, wo es doch dort oft nur einen Schulstand gibt. Da nehmen Sie den Eltern diese Wahlmöglichkeit, meine Damen und Herren, und das lehnen wir ab! (Abg. Dr. Jarolim: Fragen Sie in der Steiermark Ihre eigenen Politiker!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Oder: die Forderung der SPÖ nach Einführung der Gesamtschule. – Ich unterstelle Ihnen nicht, dass Sie damit nicht hehre Ziele verfolgen wollen. Sie wollen damit Chancengleichheit schaffen. Nur: Menschen sind doch unterschiedlich! Menschen haben unterschiedliche Begabungen. Menschen haben unterschiedliche Neigungen. Menschen haben unterschiedliche Interessen. Also: Wenn Sie ungleiche Menschen gleich behandeln, behandeln Sie sie in Wirklichkeit ungleich! Sie müssten doch die Kinder und Jugendlichen dort abholen, wo sie stehen, also ein differenziertes Angebot machen, um diese Chancengleichheit tatsächlich zu erreichen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Brosz: Weil die dasselbe Bildungssystem haben wie Österreich!
Warum sagt er das? (Abg. Brosz: Weil die dasselbe Bildungssystem haben wie Österreich!) – Weil die Bildungschancen etwa in Bayern oder in Baden-Württemberg hervorragend sind – diese Länder haben fast mit den gleichen Werten wie die Österreicher in der PISA-Studie abgeschnitten –, besser sind als in anderen Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland, meine Damen und Herren.
Abg. Dr. Jarolim: So ein Unsinn! So ein Holler!
Wir sind im Global Competitiveness Report nämlich nicht deshalb an erster Stelle, weil wir ein Modell haben, wie es anderswo in Europa praktiziert wird, sondern deshalb, weil wir ein Modell haben, das auch eine gute Antwort ist etwa auf die Frage der Jugendbeschäftigung. (Abg. Dr. Jarolim: So ein Unsinn! So ein Holler!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir wissen aus allen Untersuchungen, aus allen Studien, dass gerade die Frage der Ausbildung in berufsbildenden höheren und mittleren Schulen, dass gerade die Ausbildung im dualen Berufsausbildungssystem mit ein Grund dafür ist, dass wir die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa haben. Dabei soll es auch bleiben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist schwer genug, das sicherzustellen, aber es ist wichtig, dass wir Bildung vor Ort anbieten, und nicht Kleinkinder schon zu Pendlern machen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, dass die Herausforderungen groß genug sind, die wir bewältigen müssen. Wir können uns nicht auf den sehr guten Ergebnissen, die wir in internationalen Vergleichsstudien haben, ausruhen. Nein, das wollen wir nicht! Wir wollen das Bildungssystem weiterhin mit der hohen Qualität bedenken, die es heute hat. Gehen Sie doch ein Stück mit auf diesem Weg! Ich lade Sie wirklich dazu ein – aber gehen Sie bitte ab von diesem starren ideologischen Konzept! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Brosz: Ist das Gegenstand der Vollziehung?
Zur 1. Frage: „Wie beurteilen Sie die SPÖ-Vorschläge zum österreichischen Schulsystem?“ (Abg. Brosz: Ist das Gegenstand der Vollziehung?)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist ja absurd! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Wittmann und Sburny.
Ich meine, dass wir grundsätzlich unterschiedliche Auffassungen darüber haben, was die Qualität des Bildungswesens ausmacht. In der SPÖ orte ich das Bedürfnis nach ständiger Umorganisation des Schulwesens. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist ja absurd! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Wittmann und Sburny.) Das heißt, es werden an mich sehr viele Vorschläge herangetragen, welche die Umorganisation des Schulwesens beinhalten. Da gibt es den Vorschlag, eine Grenze zu ziehen für Pflichtschulen zwischen 300 und 1 000, der im Österreich-Konvent eingebracht wurde. Es gibt die Vorschläge ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.
Ich meine, dass wir grundsätzlich unterschiedliche Auffassungen darüber haben, was die Qualität des Bildungswesens ausmacht. In der SPÖ orte ich das Bedürfnis nach ständiger Umorganisation des Schulwesens. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist ja absurd! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Wittmann und Sburny.) Das heißt, es werden an mich sehr viele Vorschläge herangetragen, welche die Umorganisation des Schulwesens beinhalten. Da gibt es den Vorschlag, eine Grenze zu ziehen für Pflichtschulen zwischen 300 und 1 000, der im Österreich-Konvent eingebracht wurde. Es gibt die Vorschläge ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren! Ich glaube aber, gute Bildungspolitik darf sich nicht im Umorganisieren erschöpfen (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), sondern gute Bildungspolitik muss die Qualität im Vordergrund haben, die Qualität, die auch auf der europäischen Ebene eine immer größere Rolle spielt. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich glaube aber, gute Bildungspolitik darf sich nicht im Umorganisieren erschöpfen (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), sondern gute Bildungspolitik muss die Qualität im Vordergrund haben, die Qualität, die auch auf der europäischen Ebene eine immer größere Rolle spielt. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Viele Vertreter in Parlament, der Oppositionsparteien meinen, das Glück liege im Umorganisieren: Schaffung neuer Bildungsregionen, Zusammenlegung von Schulen, neue Gesamtschulen und neue Ganztagsschulen. Ich jedoch meine, die gute Qualität von Bildung liegt in den modernen Angeboten, liegt in den Inhalten, liegt bei den Lehrern und Lehrerinnen, und Gott sei Dank haben wir sehr gute Lehrer und Lehrerinnen, die beste Bildungsqualität bieten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Wo gibt es die?
Was sind nun diese Vorschläge, die wir derzeit schon umsetzen? – Meine Damen und Herren, eine Qualitätsoffensive entsteht ja nicht so, dass sich einmal Experten zusammensetzen, anschließend das Parlament irgendein Gesetz beschließt oder das Ministerium eine Verordnung erlässt, und das ist dann die Qualitätsoffensive! (Abg. Dr. Jarolim: Wo gibt es die?) Das ist ein Prozess, den wir 1995 begonnen haben und den wir kontinuierlich weiterführen, und zwar mit immer wieder wichtigen, neuen Schwerpunkten.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
und wir werden diese Aktion gerne auch auf Kindergärten und andere Einrichtungen ausdehnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) – So viel zu den Fragen 2 und 3.
Abg. Öllinger: Nein, sie wollen sie haben!
Ich bin eine Verfechterin, das zu fördern, was gefordert wird. Die Eltern fordern Betreuung, wenn sie sie brauchen. (Abg. Öllinger: Nein, sie wollen sie haben!) Sie wollen aber nicht flächendeckend ihre Kinder am Nachmittag in der Schule haben. Deswegen sage ich Ihnen: Die Landesschulräte und die Länder werden melden, wo noch eine Nachmittagsbetreuung gebraucht wird. Wir werden die notwendigen Stundenressourcen zur Verfügung stellen. Wir fördern, was gefordert ist, und das ist moderne Politik! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bin eine Verfechterin, das zu fördern, was gefordert wird. Die Eltern fordern Betreuung, wenn sie sie brauchen. (Abg. Öllinger: Nein, sie wollen sie haben!) Sie wollen aber nicht flächendeckend ihre Kinder am Nachmittag in der Schule haben. Deswegen sage ich Ihnen: Die Landesschulräte und die Länder werden melden, wo noch eine Nachmittagsbetreuung gebraucht wird. Wir werden die notwendigen Stundenressourcen zur Verfügung stellen. Wir fördern, was gefordert ist, und das ist moderne Politik! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, auch wenn Sie es immer wieder vehement abstreiten, so stimmt es dennoch: Es wurde von der SPÖ eine Mindestgröße für Schulen beantragt, eine Mindestgröße zwischen 300 und 1 000 Schülern als Untergrenze. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wenn Sie eine Mindestgrenze von 300 Schülern für die Pflichtschulen vorsehen, dann muss ich Ihnen sagen: Es befinden sich 91,5 Prozent der Schulen unter dieser Mindestgrenze von 300 Schülern und Schülerinnen. Das ist so! Dieses Ihr Vorhaben ist nachzulesen in Ihren Aussendungen und in Ihren Vorschlägen für den Österreich-Konvent.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen: Ich halte es für wichtig, dass die Schule im Dorf erhalten bleibt. Eine Schule mit drei Kindern kann nicht mehr geführt werden, aber Schulen mit zehn, zwölf, fünfzehn Kindern, das sind Kleinschulen am Land, die erhalten bleiben sollen. Ich weiß auch, dass die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen dies wollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bitte Sie wirklich, die Verantwortung, die von den Landeshauptleuten mit dem Finanzminister übernommen wurde, auch so darzustellen und nicht ständig zu sagen, die Bildungsministerin habe wieder neue Sparpläne. Ich habe überhaupt keine Sparpläne! Ich meine, Schulen müssen gut ausgestattet sein, und dieses Verhältnis ist ein gutes Verhältnis. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich werde alles daransetzen, dass im nächsten Finanzausgleich an diesen Verhältniszahlen nicht mehr gedreht wird. Ich bin mit allen Bürgermeistern, mit allen Landeshauptleuten, mit vielen im Gespräch, die politische Verantwortung tragen: Diese Verhältniszahlen dürfen in den Verhandlungen zum Finanzausgleich nicht mehr verändert werden! Das sind Verhältniszahlen, mit denen wir leben können, aber weniger ist nicht mehr möglich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Erstens einmal, dass wir berufsbildendes Schulwesen und allgemeines Schulwesen nicht miteinander vermischen. Das ist einmal das Erste! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Zukunftsorientierte Bildungspolitik heißt, gute Rahmenbedingungen zu schaffen: von der baulichen Voraussetzung her, von den Computern her, von der Einrichtung her, von den Möglichkeiten her, die an den Schulen gegeben sind. Gute Bildungspolitik heißt, bestqualifizierte Lehrer und Lehrerinnen zu haben – und Gott sei Dank haben wir diese in Österreich! Ich höre immer wieder, welch gute Leistungen von den Lehrerinnen und Lehrern erbracht werden – und gerade zu Schulende sollte man wieder einmal ein Danke dafür sagen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Gute Bildungspolitik heißt auch, die Qualität des Unterrichts, die Qualität des Angebotes kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ich lade Sie alle ein, mit der Qualitätsoffensive 2004 und mit dem Bildungsplan 2010 mit uns in Richtung Qualitätsentwicklung des Schulwesens zu gehen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Mich freut, dass wir hier heute im Zusammenhang mit dieser Dringlichen Anfrage auch einmal die Widersprüchlichkeit und die tief-sozialistischen, ideologisch geprägten Bildungsvorschläge der SPÖ diskutieren können. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Parallel dazu entwickelte sich aber bald seitens der SPÖ-Alleinregierung – unter dem Titel „Chancengleichheit“ – die so genannte sozialistische Schulpolitik. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Das werde ich Ihnen gleich sagen, was da passiert ist! Von da an begann ein ständiges Herunternivellieren der Leistungen; sämtliche Leistungen wurden in Frage gestellt. (Abg. Binder: ... Das ist unmöglich!) – Ich wusste, dass Sie jetzt aufschreien werden; mit dem habe ich gerechnet! Trotzdem werde ich Ihnen noch Weiteres schildern!
Abg. Binder: ... Das ist unmöglich!
Parallel dazu entwickelte sich aber bald seitens der SPÖ-Alleinregierung – unter dem Titel „Chancengleichheit“ – die so genannte sozialistische Schulpolitik. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Das werde ich Ihnen gleich sagen, was da passiert ist! Von da an begann ein ständiges Herunternivellieren der Leistungen; sämtliche Leistungen wurden in Frage gestellt. (Abg. Binder: ... Das ist unmöglich!) – Ich wusste, dass Sie jetzt aufschreien werden; mit dem habe ich gerechnet! Trotzdem werde ich Ihnen noch Weiteres schildern!
Abg. Sburny: Was sollen sie denn in der Hand haben?
Jegliche Autorität der Lehrer wurde schrittweise untergraben. Und wenn Sie heute mit Lehrern sprechen, werden Sie merken, genau das ist der Ansatzpunkt, dass diese sagen: Wir haben heute den Kindern gegenüber nichts mehr in der Hand! Womit sollen wir noch in irgendeiner Form Autorität ausüben? Wie sollen wir die Kinder leiten? (Abg. Sburny: Was sollen sie denn in der Hand haben?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
In weiterer Folge – das sehen wir ja heute anhand der Schulpolitik speziell in der Stadt Wien – wurde auch noch eine völlig falsche Integrationspolitik betrieben, die so weit geht, dass diese falsche Integration mittlerweile zu großen Lernschwächen in den Schulen Wiens geführt hat – und darin mündet, dass die Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache nicht Deutsch und daher auch dem Unterricht nicht folgen können sowie dass die Jugendarbeitslosigkeit, ja die Arbeitslosigkeit überhaupt in Wien geradezu einen negativen Höhepunkt erreicht hat! Sämtliche Arbeitslosenzahlen in Österreich fußen auf diesem schlechten Ergebnis der Stadt Wien! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Genau die, die heute ständig das Schulsystem kritisieren, dieses schlechtreden, alles infrage stellen, sind diejenigen, die vor 30 Jahren diese völlig falsche Entwicklung eingeleitet haben! Stehen Sie doch dazu! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Aber was sagt Maria Theresia?
Eine Umkehr – das sage ich Ihnen auch – geht nur langsam voran. Mein Kollege Amon hat ja bereits darauf hingewiesen, dass Frau Bundesministerin Gehrer da mit einer Umkehr begonnen hat, jedoch: Mühsame einzelne Schritte sind das! (Abg. Dr. Cap: Aber was sagt Maria Theresia?)
Abg. Dr. Cap: Aber was sagt Maria Theresia?
Infolge der notwendigen Zweidrittelmehrheit sind Sie von der SPÖ nicht bereit – jedes Mal haben wir hier herinnen eine Debatte darüber –, auch nur irgendeiner Änderung zuzustimmen, die in Richtung Modernisierung des Schulsystems geht. (Abg. Dr. Cap: Aber was sagt Maria Theresia?) Ich bin wirklich gespannt, wie das im Österreich-Konvent weitergehen wird, wie weit Sie von der SPÖ da zu Änderungen bereit sein werden.
Beifall der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Amon.
Diese Veranstaltung in St. Johann war eine hervorragende Veranstaltung, Herr Kollege Niederwieser, auch wenn Sie das nicht so empfunden haben. (Beifall der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Amon.) Als ich Ihnen zugehört habe, habe ich gedacht, Sie müssen bei einer anderen Veranstaltung gewesen sein! Ich kann Ihnen sagen: Es war das eine hervorragende Veranstaltung! Die Lehrer haben sich sehr wohl gefühlt, haben konstruktiv mitgearbeitet – und haben genau das aufgezeigt, was ich zuvor ausgeführt habe, nämlich dass ihnen in der Erziehung mittlerweile die Hände gebunden sind. (Abg. Dr. Cap: Was sagen Sie zum 18. Jahrhundert?)
Abg. Dr. Cap: Was sagen Sie zum 18. Jahrhundert?
Diese Veranstaltung in St. Johann war eine hervorragende Veranstaltung, Herr Kollege Niederwieser, auch wenn Sie das nicht so empfunden haben. (Beifall der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Amon.) Als ich Ihnen zugehört habe, habe ich gedacht, Sie müssen bei einer anderen Veranstaltung gewesen sein! Ich kann Ihnen sagen: Es war das eine hervorragende Veranstaltung! Die Lehrer haben sich sehr wohl gefühlt, haben konstruktiv mitgearbeitet – und haben genau das aufgezeigt, was ich zuvor ausgeführt habe, nämlich dass ihnen in der Erziehung mittlerweile die Hände gebunden sind. (Abg. Dr. Cap: Was sagen Sie zum 18. Jahrhundert?)
Abg. Steibl: Den Cap interessiert doch nichts! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Ich werde Ihnen jetzt ganz etwas anderes sagen, Herr Kollege Cap, und das wird Sie sicherlich interessieren. (Abg. Steibl: Den Cap interessiert doch nichts! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Ich werde jetzt die Schule der Zukunft nach dem
Abg. Dr. Cap: Was sagen Sie zum 18. Jahrhundert?
„Modell Gusenbauer“ aufzeigen. Das ist hochinteressant! (Abg. Dr. Cap: Was sagen Sie zum 18. Jahrhundert?)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Eine Schule nach dem „Modell Gusenbauer“ schaut folgendermaßen aus: Die Schule hat eine Größe von 300 bis 1 000 Schülern. – Entsetzlich! (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Das heißt, alle Landschulen werden geschlossen; diese Debatte gibt es dann gar nicht mehr. Das ist Ihnen offensichtlich recht.
Abg. Riepl: Wo steht das?
Weiters: Alle 6- bis 15-Jährigen kommen in einen Schultyp. (Abg. Riepl: Wo steht das?) Das ist alles „Modell Gusenbauer“, eine Zusammenfassung Ihrer Bildungsprogramme beziehungsweise Pressekonferenzen dazu. (Abg. Wattaul: Das hat er in Moskau gesehen!) – Alle 6- bis 15-Jährigen werden in einem Schultyp zusammengefasst. Jetzt frage ich Sie: Wo bleibt da die Sonderschule? Wo bleibt da die Hauptschule? Speziell die Landhauptschulen, wie das ja schon mein Kollege Amon gesagt hat, haben einen hervorragenden Ruf; diese Schulen haben sich spezialisiert, sind modern im wahrsten Sinn des Wortes, auch im Hinblick auf die Berufsausbildung. (Abg. Dr. Cap: Bleiben Sie doch beim Text!)
Abg. Wattaul: Das hat er in Moskau gesehen!
Weiters: Alle 6- bis 15-Jährigen kommen in einen Schultyp. (Abg. Riepl: Wo steht das?) Das ist alles „Modell Gusenbauer“, eine Zusammenfassung Ihrer Bildungsprogramme beziehungsweise Pressekonferenzen dazu. (Abg. Wattaul: Das hat er in Moskau gesehen!) – Alle 6- bis 15-Jährigen werden in einem Schultyp zusammengefasst. Jetzt frage ich Sie: Wo bleibt da die Sonderschule? Wo bleibt da die Hauptschule? Speziell die Landhauptschulen, wie das ja schon mein Kollege Amon gesagt hat, haben einen hervorragenden Ruf; diese Schulen haben sich spezialisiert, sind modern im wahrsten Sinn des Wortes, auch im Hinblick auf die Berufsausbildung. (Abg. Dr. Cap: Bleiben Sie doch beim Text!)
Abg. Dr. Cap: Bleiben Sie doch beim Text!
Weiters: Alle 6- bis 15-Jährigen kommen in einen Schultyp. (Abg. Riepl: Wo steht das?) Das ist alles „Modell Gusenbauer“, eine Zusammenfassung Ihrer Bildungsprogramme beziehungsweise Pressekonferenzen dazu. (Abg. Wattaul: Das hat er in Moskau gesehen!) – Alle 6- bis 15-Jährigen werden in einem Schultyp zusammengefasst. Jetzt frage ich Sie: Wo bleibt da die Sonderschule? Wo bleibt da die Hauptschule? Speziell die Landhauptschulen, wie das ja schon mein Kollege Amon gesagt hat, haben einen hervorragenden Ruf; diese Schulen haben sich spezialisiert, sind modern im wahrsten Sinn des Wortes, auch im Hinblick auf die Berufsausbildung. (Abg. Dr. Cap: Bleiben Sie doch beim Text!)
Abg. Dr. Cap: Aber was sagt Maria Theresia?
Wo bleibt der Schwerpunkt Allgemeinbildung, wenn Sie AHS und BHS zusammenlegen, Herr Kollege Cap?! Wie wollen Sie das der Wirtschaft erklären, dass es keine HTL-Schwerpunkte, dass es keine kaufmännischen Schwerpunkte mehr geben soll?! Wie wollen Sie das erklären?! (Abg. Dr. Cap: Aber was sagt Maria Theresia?)
Abg. Dr. Cap: Aber was sagt Maria Theresia?!
Wie wollen Sie von der SPÖ das auch all jenen erklären, die durchaus noch Interesse an einer humanistischen Ausbildung haben, die beispielsweise ab der dritten Klasse Latein haben. (Abg. Dr. Cap: Aber was sagt Maria Theresia?!) – Maria Theresia hat meinen Vornamen als Kosenamen gehabt, falls Sie das interessiert; das hat sie seinerzeit niedergeschrieben!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Laut einer Spectra-Umfrage wollen in der Volksschule 73 Prozent Noten haben; 87 Prozent in der AHS. Das Notensystem ist zeitgemäß – und ich sage Ihnen auch, warum: weil im Berufsleben auch Bewertungen erfolgen. Man muss sich immer Bewertungen stellen! Und deshalb brauchen die Kinder dieses Notensystem! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Das war zu hart!
Das ist Gusenbauer’sche Schule, das ist Ihr Modell, wo Sie stecken geblieben sind! (Abg. Dr. Cap: Das war zu hart!)
Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Cap.
Ich habe Zilk zitiert, das ist nicht zu hart. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Cap.) Sie lachen, aber es ist eigentlich sehr traurig, muss ich sagen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich hoffe, Sie sind vernünftig und nehmen sich zu Herzen, was Ihnen Ihr Genosse ausgerichtet hat. – Danke sehr. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Dazu zählen noch alle Schulaktivitäten, die im Bereich der Verwaltung abgedeckt werden, Krankenstände, Kuraufenthalte und auch Bildungsfortbildung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Die werden sie jetzt verteidigen!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Wir reden heute über eine Dringliche Anfrage betreffend „Bedrohung der österreichischen Bildungslandschaft durch SPÖ-Schulreform-Vorschläge“. (Abg. Dr. Cap: Die werden sie jetzt verteidigen!)
Der Redner stellt das erwähnte Bildchen auf die Regierungsbank. – Ironische Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen – Abg. Steibl: Sehr „lieb“! – Abg. Lentsch: Sehr kindisch!
Wir wussten aber auch nicht, dass Sie sich so vor unseren Vorschlägen fürchten, und damit Sie sich bei meiner Rede – einer Rede eines sozialdemokratischen Bildungssprechers – nicht fürchten müssen, stelle ich Ihnen ein Schutzengel-Bildchen auf die Regierungsbank. (Der Redner stellt das erwähnte Bildchen auf die Regierungsbank. – Ironische Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen – Abg. Steibl: Sehr „lieb“! – Abg. Lentsch: Sehr kindisch!) Da brauchen Sie sich jetzt nicht mehr weiter zu fürchten!
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
„Bedrohung“ ist aber ein gutes Stichwort, Kolleginnen und Kollegen. „Bedrohung“ – das ist etwas, was das Bildungssystem tatsächlich derzeit verspürt, und zwar nicht von unserer Seite, sondern von Ihrer Seite. Bedroht fühlen sich die Menschen im Bildungsbereich von dieser Bundesregierung und von dieser Parlamentsmehrheit. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das schreibt der Dachverband der Elternvereine! Da reden Sie noch darüber, dass die Schulen sich von uns bedroht fühlen, wenn Sie so mit den Schulen umgehen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rossmann: Die Sie organisieren!
Bei Ihnen ist das aber anders: Ihre Bildungspolitik lässt Menschen auf die Barrikaden steigen! (Abg. Rossmann: Die Sie organisieren!) Wir sagen: Sie haben Recht, dass sie sich zur Wehr setzen (Abg. Rossmann: Sie organisieren das!) – und wir unterstützen sie dabei!
Abg. Rossmann: Sie organisieren das!
Bei Ihnen ist das aber anders: Ihre Bildungspolitik lässt Menschen auf die Barrikaden steigen! (Abg. Rossmann: Die Sie organisieren!) Wir sagen: Sie haben Recht, dass sie sich zur Wehr setzen (Abg. Rossmann: Sie organisieren das!) – und wir unterstützen sie dabei!
Zwischenruf des Abg. Dr. Spindelegger.
So viel zu den Bedrohungen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Spindelegger.) Etwas Geduld, Kollege Spindelegger!
anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP
Ich erinnere daran: Gendarmerieposten gestrichen, Postämter gestrichen, Postbus gestrichen (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), und jetzt kommen auch noch die Schulen dazu. – Das ist der wahre Skandal!
Beifall bei der SPÖ.
Was Sie heute mit dieser Dringlichen Anfrage versuchen, ist nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver von Ihrer radikalen Kürzungspolitik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Amon schüttelt verneinend den Kopf.
die Sie haben, den ich sehr schätze, bezeichnet sie als Tagesschulen; Sie sollten ihm besser zuhören! –, und natürlich gibt es in diesen Ländern, die in der PISA-Studie vor uns liegen, durchgehend keine Trennung der Kinder mit dem zehnten Lebensjahr, sondern es gibt eine gemeinsame Schule bis zum 14. oder 15. Lebensjahr, und natürlich gibt es dort auch, Kollege Amon, eine individuelle Förderung. Wenn man auf das Kind individuell eingehen will, dann muss man es nicht in unterschiedliche Schultypen trennen, sondern das Geheimnis erfolgreicher Schulsysteme ist es, dass sie auf die individuellen Stärken und Schwächen der Kinder in einer gemeinsamen Schule eingehen und die Kinder gemeinsam unterrichten. (Abg. Amon schüttelt verneinend den Kopf.) Dieses System hat sich als dem unseren überlegen dargestellt. Das sollten Sie wirklich zur Kenntnis nehmen!
Abg. Dr. Cap: So schaut’s aus!
„Nach Auffassung der Zukunftskommission sind beim Repetieren die Nachteile deutlich größer als die damit erzielten Vorteile.“ – Zitatende. (Abg. Dr. Cap: So schaut’s aus!)
Ruf bei der ÖVP: Sie – oder die Eltern?
Reden wir auch konkret über die ganztägigen Schulformen! – Sie von ÖVP und FPÖ behaupten, wir möchten solche flächendeckend für ganz Österreich einführen. Die Zukunftskommission schlägt – und das unterstützen wir – einen gesetzlich garantierten Anspruch auf Betreuung vor, wenn Eltern dies wünschen. Wir haben das konkret umzusetzen versucht und gesagt: Wir möchten 100 000 Plätze in den nächsten zehn Jahren schaffen! (Ruf bei der ÖVP: Sie – oder die Eltern?) Wir möchten, dass die Bildungspolitik zusätzlich 100 000 Plätze an ganztägigen Schulformen in den nächsten zehn Jahren schafft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Reden wir auch konkret über die ganztägigen Schulformen! – Sie von ÖVP und FPÖ behaupten, wir möchten solche flächendeckend für ganz Österreich einführen. Die Zukunftskommission schlägt – und das unterstützen wir – einen gesetzlich garantierten Anspruch auf Betreuung vor, wenn Eltern dies wünschen. Wir haben das konkret umzusetzen versucht und gesagt: Wir möchten 100 000 Plätze in den nächsten zehn Jahren schaffen! (Ruf bei der ÖVP: Sie – oder die Eltern?) Wir möchten, dass die Bildungspolitik zusätzlich 100 000 Plätze an ganztägigen Schulformen in den nächsten zehn Jahren schafft. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Lentsch: Weil es keine Kinder gibt!
Aber bleiben wir noch bei den Standards in Mathematik und reden wir von den Stellenplan-Richtlinien! – Hunderte Lehrerinnen und Lehrer werden im heurigen Herbst keine Anstellung mehr bekommen. Die Frage ist: Warum? (Abg. Lentsch: Weil es keine Kinder gibt!)
Abg. Dr. Fasslabend: Das ist eine Frage an „Radio Eriwan“!
Frage: Gibt es dadurch bei gleich bleibender Schülerzahl weniger, gleich viel oder mehr Lehrerinnen und Lehrer? (Abg. Dr. Fasslabend: Das ist eine Frage an „Radio Eriwan“!) Die meisten von uns, würden wohl sagen: weniger!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Cap: Ja, das würde sie sagen!
Wenn Ihnen – und Sie, Frau Bundesministerin Gehrer, waren Lehrerin – ein Schüler auf diese einfache Frage so eine Antwort geben würde, dann würden Sie wahrscheinlich sagen: Pflanz einen anderen, nicht genügend, setzen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Cap: Ja, das würde sie sagen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Was wollen Sie jetzt damit sagen?
Ich sage Ihnen: Veränderung funktioniert nur dann nachhaltig, wenn man sich traut, die Qualität zu hinterfragen – und nicht so, wie Sie es seit den sechziger Jahren tun, nämlich immer die gleichen Dinge zu predigen, alte Hüte zu präsentieren und nur rein organisatorische Fragen zu behandeln. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Was wollen Sie jetzt damit sagen?)
Abg. Dr. Cap: Was ist die Botschaft?
Die Qualität des Unterrichts hängt von der Auswahl des Lehrstoffes, von einer modernen Methodik und der Nachhaltigkeit der Vermittlung aus. (Abg. Dr. Cap: Was ist die Botschaft?) Die Botschaft, Herr Kollege Cap, ist eine ganz einfache: Wir bekennen uns zu einem guten und differenzierten Schulsystem! Der Grundsatz lautet: Durchlässigkeit anstatt Sackgasse zu haben!
Beifall bei der ÖVP.
Sie von der SPÖ wollen eine Gesamtschule. – Wir von der ÖVP wollen ein Schulsystem, das auf unterschiedliche Talente, Stärken und Schwächen Jugendlicher Rücksicht nimmt. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie von der SPÖ wollen einen Einheitsbrei aller 6- bis 15-Jährigen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Wir von der ÖVP sind der Meinung, dass es gut ist, dass alle Menschen unterschiedlich sind, dass es positiv ist, dass jeder von uns unterschiedliche Stärken und Schwächen hat. (Abg. Dr. Cap: Sie sind ja leistungsfeindlich!)
Abg. Dr. Cap: Sie sind ja leistungsfeindlich!
Sie von der SPÖ wollen einen Einheitsbrei aller 6- bis 15-Jährigen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Wir von der ÖVP sind der Meinung, dass es gut ist, dass alle Menschen unterschiedlich sind, dass es positiv ist, dass jeder von uns unterschiedliche Stärken und Schwächen hat. (Abg. Dr. Cap: Sie sind ja leistungsfeindlich!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Was haben Sie gegen Leistung?
Stellen Sie sich vor, hier im Parlament würden lauter Menschen sitzen, die alle gleich sind! Das wäre doch langweilig! Es ist doch positiv, Vielfalt zu haben! Das gehört auch entsprechend gefördert! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Was haben Sie gegen Leistung?)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die SPÖ will für alle Kinder die gleiche Ausbildung – unabhängig davon, welche Talente, welche Fähigkeiten und welche Neigungen sie haben. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich würde Ihnen raten: Akzeptieren Sie endlich, dass das Kind und das Individuum im Mittelpunkt stehen muss – und nicht ein ideologisches Konzept, dass Sie seit 40 Jahren umzusetzen versuchen, das aber erst recht nicht funktioniert! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
In Wien gibt es den Beweis dafür: Da sind die Hauptschulen vernachlässigt worden, die AHS-Unterstufen gehen über – und all das nur deshalb, weil Sie von der SPÖ parteipolitische Interessen in den Vordergrund stellen und das Kind nicht entsprechend würdigen! – Ich glaube, dass das ein großer Fehler ist! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Was Finnland betrifft, das immer als Vorbild herangezogen wird und wo übrigens natürlich auch das differenzierte Schulsystem vorherrscht, hat Kollege Niederwieser vergessen, zu sagen, dass Finnland, das ,wie gesagt, so gerne als Vorbild hingestellt wird, bei der Jugendarbeitslosigkeit nicht so gut abschneidet. Da trauen Sie sich nicht dasselbe Beispiel zu bringen, denn die Jugendarbeitslosigkeit in Finnland ist dreimal so hoch wie in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Niederwieser: Das gilt dann auch für die Zukunftskommission!
Was Sie hier betreiben, ist eine Politik der alten Hüte, eine Politik der Realitätsverweigerung! (Abg. Dr. Niederwieser: Das gilt dann auch für die Zukunftskommission!)
Abg. Dr. Cap: Was haben Sie gegen Leistung?
Ich appelliere an Sie von der SPÖ, endlich einmal einzusehen, dass Sie sich zu Qualität, Leistung und Vielfalt bekennen sollen! (Abg. Dr. Cap: Was haben Sie gegen Leistung?)
Abg. Dr. Cap: Was haben Sie gegen Leistung?
Ich würde mir wirklich wünschen, dass Sie endlich auch einsehen, dass jedes Kind das Recht auf Vielfalt hat, ein Anrecht darauf, eine entsprechende Ausbildung zu bekommen! (Abg. Dr. Cap: Was haben Sie gegen Leistung?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Nicht umsonst wird im Bildungsmonitoring zum Ausdruck gebracht, dass 79 Prozent der Befragten dem österreichischen Schulsystem ein „Sehr gut“ oder ein „Gut“ geben. Glauben Sie, das passiert umsonst oder das kommt von nirgendwoher?! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Insbesondere der SPÖ sei Folgendes ins Stammbuch geschrieben: Wenn man von Investitionen spricht, dann geht es nicht immer nur um materielle Investitionen, sondern es geht auch um etwas, was gratis ist, aber sicher nicht umsonst, und das nennt sich Hirnschmalz. Das setzen Sie anscheinend nicht ein, denn sonst würden Sie nicht seit 40 Jahren immer mit den gleichen Papieren daherkommen! (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen abschließend: Von der Jugend bekommt die SPÖ ein deutliches „Nicht genügend“, und Sie können froh sein, dass es im Parlament kein Sitzenbleiben gibt! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Wattaul – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Ich habe sie in der Hand!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Frau Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Schauen wir uns rückwirkend an, was geplant war! Ich glaube, am Wochenende oder zu Wochenbeginn hat die SPÖ angekündigt, dass sie eine Dringliche Anfrage zum Thema „Eurofighter“ einbringen will. (Abg. Wattaul – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Ich habe sie in der Hand!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Heute haben wir eine „rasend“ interessante und „aktuelle“ Dringliche Anfrage zum Thema „SPÖ-Versagen in der Bildungspolitik“. Es gibt hier „brechend volle“ Journalistenreihen, die Abgeordneten von den Regierungsfraktionen „tummeln“ sich hier nur so im Raum, ja es ist eigentlich unglaublich, dieser „massenhafte Auflauf“. Die Klubobleute haben sich überhaupt schon vor einer Stunde absentiert. – Also ein „Musterbeispiel“ für lebendigen Parlamentarismus in Österreich. „Gratulation“ an die Regierungsparteien! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Großruck: Haben Sie schon einmal die Bevölkerungsstatistik in Österreich gesehen? Da sehen Sie, wie viele in den Ballungszentren wohnen!
Wenn man sich mit der Frage beschäftigt, ob die Schulorganisation Auswirkungen darauf hat, ob in Österreich faire Chancen gegeben sind oder nicht, würde ich durchaus raten, einmal in diese meiner Meinung nach hochinteressanten Studien des Instituts für Familienforschung hineinzuschauen. Sie behaupten ja immer, wir hätten ein durchlässiges Schulsystem, es gäbe zwar eine große Differenzierung, aber da hätten alle die gleichen Chancen. – Diese Studie stammt aus dem Jahr 2002 und war ein Rückblick auf die Entwicklung der Bildungsabschlüsse in Österreich in den letzten drei bis vier Jahrzehnten. Sie kommt zum Schluss, dass nach wie vor nur 10 Prozent der Kinder von Eltern, die den niedrigsten Bildungsabschluss haben, Maturaniveau erreichen, während 80 Prozent der Kinder von AkademikerInnen Maturaniveau haben. Man kann das auch weiterspielen: 80 Prozent der SchülerInnen, die in eine AHS-Unterstufe gehen, beenden ihrer Schullaufbahn mit Matura, aber nur 12 Prozent derer, die in die Hauptschulen gehen, schließen die Schulzeit mit Matura ab. – Und angesichts dieser Fakten sagen Sie, dass die Schulorganisation Wurscht ist, Sie nicht interessiert und keine Fragen aufwirft. (Abg. Großruck: Haben Sie schon einmal die Bevölkerungsstatistik in Österreich gesehen? Da sehen Sie, wie viele in den Ballungszentren wohnen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Amon.
Herr Kollege Großruck, Sie werden wahrscheinlich wieder mit einem Vierzeiler hier her kommen, aber Sie können ja dennoch auch Statistiken lesen. Sie könnten sie sich einmal anschauen. Wer ernsthaft glaubt und behauptet, dass man im Alter von zehn Jahren feststellen kann, ob ein Kind in der richtigen Schule ist, dass man im Alter von 9,5 oder zehn Jahren mit Sicherheit sagen kann, welche Kinder wir sozusagen ausselektieren können und für höhere Bildung nicht geeignet sind, welche Kinder also nicht die Chance bekommen sollen, eine höhere Bildung zu bekommen, maturieren zu können, der ist am falschen Dampfer. Genau das passiert aber in Österreich nach wie vor. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Amon.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
52 Prozent Hauptschule – das ist ja kein Widerspruch. Wenn ein Vielfaches der Kinder in die Hauptschule geht und dann immer noch mehr MaturantInnen aus der AHS-Unterstufe hervorgehen, ist das ja kein Widerspruch. Das lässt sich mathematisch relativ leicht auflösen! Die Chance, die Matura zu machen, wenn man in die AHS-Unterstufe geht, ist drei Mal so hoch wie bei einem Hauptschulbesuch, und dann gibt es eben gleich viele MaturantInnen. Na kein Wunder! Das könnte man leicht ausrechnen; angesichts des 10. Platzes in der PISA-Studie sollte das auch Abgeordneten dieses Landes einigermaßen möglich sein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dann kommt Sie von den Koalitionsparteien daher und sagen, Deutschland sei ein Beispiel dafür, dass Gesamtschulsysteme nicht funktionierten. Das ist dieses Parlaments wirklich unwürdig, Werner Amon, das muss ich dir schon sagen! Das hat mit der Realität einfach nichts zu tun! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn man dagegen in die skandinavischen Länder schaut, sieht man, diese haben genau die Erfolgsmodelle praktiziert, die für Österreich angebracht wären. Ich finde das langsam echt peinlich, wie diese Auseinandersetzung von Ihnen immer wieder angezettelt wird! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Amon: Viermal so hoch!
kurze Zeit schulischen Unterricht –, ob das die Antwort der Zukunft sein kann, wenn man sich die technologische Entwicklung in den Lehrberufen anschaut. Und ich sage Ihnen: Es ist kein Wunder, dass genau die SchülerInnen dann auch in hohem Ausmaß in der Arbeitslosigkeit landen. – Wenn Sie sich dagegen Finnland anschauen, dann werden Sie zwei Entwicklungen feststellen: Die Jugendarbeitslosigkeit in Finnland sinkt, allerdings ausgehend von einem wesentlich höheren Niveau. (Abg. Amon: Viermal so hoch!)
Widerspruch bei der ÖVP.
Jeder, der über Finnland vernünftig redet, wird feststellen, dass es sich um ein Land handelt, das allein von der Sprache her in einer sehr schwierigen Situation ist. Eine eigene Sprache, die gerade mal von ein paar Millionen Einwohnern gesprochen wird, das bringt einfach wirtschaftliche Nachteile. Die Finnen haben beispielsweise in Hochtechnologie sehr stark investiert: Nokia als Beispiel. Ein Unternehmen wie Nokia in Finnland könnte mit einem Schulsystem, wie wir eines haben, schwerlich existieren. (Widerspruch bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es geht darum, dass ein entsprechender Anteil der Bevölkerung eine Ausbildung hat, um im Hochtechnologiebereich arbeiten zu können. Das ist nämlich die Grundlage für eine solche wirtschaftliche Entwicklung. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Das löst bei Ihnen Aufschreie aus; vielleicht lesen Sie einmal in den entsprechenden Studien nach. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Es geht darum, dass ein entsprechender Anteil der Bevölkerung eine Ausbildung hat, um im Hochtechnologiebereich arbeiten zu können. Das ist nämlich die Grundlage für eine solche wirtschaftliche Entwicklung. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Das löst bei Ihnen Aufschreie aus; vielleicht lesen Sie einmal in den entsprechenden Studien nach. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Finnen sind einen Weg gegangen, dessen Ziel es ist, möglichst viele Menschen zu einem hohen Bildungsabschluss zu bringen, und sie gehen ihn erfolgreich. – Die Regierung in Österreich ist die einzige in Europa, die sagt: Wir wollen 40 Prozent der Bevölkerung in dualer Ausbildung halten – und dabei noch meint, dass das die Antwort der Zukunft ist. Ich sage Ihnen, das ist sie nicht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage dagegen: Zur Ausbildung gehören genauso auch die berufsbildenden Schulen. Und ich sage auch: Die Lehrlinge und die Facharbeiter sind eine wesentliche Stütze unserer Klein- und Mittelbetriebe – und nicht nur dieser. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Meinen Sie Frauen?
In einem Betrieb wie Nokia, weil Sie den gerade angesprochen haben, werden nicht die Akademiker sitzen und Handys zusammenbauen, sondern dafür braucht man wirklich Fachkräfte (Abg. Öllinger: Meinen Sie Frauen?), die mit den hochwertigen Maschinen arbeiten können, und genau dafür braucht man diese Menschen auch. So ein Betrieb braucht eine Vielfalt an Ausbildungen. Ich meine auch, dass das nicht nur in Finnland funktioniert, sondern sehr gut auch bei uns hier.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich habe bereits am Anfang gesagt, dass ich nicht beurteilen möchte, ob das gut oder schlecht ist. Ich wollte nur einmal Ihre Positionen, Ihre Vorschläge hier vorlegen, damit das auch die Zuschauer hier noch einmal sehen, und die können sich wirklich ihre eigene Meinung bilden. Ich würde mir wünschen, dass Sie konkrete Vorschläge machen, dass Sie dann zu diesen Vorschlägen auch stehen und dass das ein einheitliches Konzept ist. Irgendwo habe ich gelesen, das es noch bis zum Herbst dauern wird, bis das Konvolut einmal wirklich fertig sein wird. Vielleicht können wir dann noch einmal darüber diskutieren. Aber ich sage einmal: Die Halbzeit ist nicht sehr imponierend. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Richtig ist, dass das die Kosten sind, die der öffentlichen Hand erwachsen. Die Beiträge für die Eltern sind nicht die 250 €, sondern die Essensbeiträge. Das ist die korrekte Formulierung, wenn Sie das alles genau durchlesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Wieder einmal erleben wir in diesem Haus eine Dringliche der Regierungsparteien. Wieder einmal ist es Ihnen gelungen, ein Thema aufzugreifen, das Ihre eigenen Kollegen und Kolleginnen als offenbar wirklich dringliche Dringliche empfinden. So kann man die heftige Beteiligung aus Ihren Reihen wohl werten. Wieder einmal ist es Ihnen gelungen, Verdrehungen, Schreckgespenster riesengroß aufzublasen, um dann dagegen anzurennen. Und wieder einmal ist es Ihnen gelungen, aus der untersten Schublade Plattitüden auszupacken, die wirklich an sehr wohl ideologisch begründete Debatten von Ihrer Seite aus den sechziger Jahren erinnern, wo wir uns doch denken, dass wir die in der bildungspolitischen Debatte schon lange überwunden hätten. Leider fallen Sie wieder in diese Phase zurück. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das alles beweist genau zwei Dinge: Erstens scheuen Sie die Debatte über die Abfangjäger offenbar ganz entsetzlich, verständlicherweise. Und zweitens sind Sie ganz offensichtlich nicht bereit, mit uns eine sachliche Debatte über unsere tatsächlichen Vorschläge zur Bildungspolitik zu führen. Das zeigt auch, auf welch tönernen Beinen Ihre eigenen bildungspolitischen Vorschläge stehen, von denen man in dieser Debatte herzlich wenig hört. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In Wirklichkeit muss man Sie von den Koalitionsparteien dazu zwingen, nämlich politisch dazu zwingen, dass Sie den Bedürfnissen der Eltern und der Schüler und Schülerinnen nachkommen und dieses Angebot endlich auch schaffen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Großruck.
Die Wahrheit ist, dass die kleinen Standorte sehr wohl bedroht sind, aber, Frau Bundesministerin, nicht durch unsere Vorschläge, sondern – im Gegenteil – durch Ihre Einsparungsmaßnahmen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Silhavy: Genau so ist es! Das ist ein Skandal!
Ihre Einsparungsmaßnahmen führen nämlich dazu, dass durch die Kürzung bei den Schülerverhältniszahlen eine Situation hervorgerufen wird, dass letztlich allein in Niederösterreich – allein in einem Bundesland! – 40 Schulen geschlossen werden müssen! Und das, Frau Bundesministerin, sehr geehrte Damen und Herren, wollen Sie durch die Verdrehung konstruktiver und sinnvoller Vorschläge unsererseits kaschieren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Silhavy: Genau so ist es! Das ist ein Skandal!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Jawohl!
Ihre Phantasie, die Sie aufgewendet haben, um die Argumente betreffend diese Anfrage zu erfinden, sollten Sie das nächste Mal doch eher dazu verwenden, um sich zu überlegen, wie Sie die Vorschläge Ihrer eigenen Zukunftskommission umsetzen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Jawohl!)
Abg. Eder: Aber!
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Ich habe mich noch einmal zu Wort gemeldet, weil ich über den Verlauf dieser Diskussion sehr erstaunt bin. (Abg. Eder: Aber!)
Abg. Silhavy: Für Ihre Partei offensichtlich schon!
Ist es denn so unwichtig, über Bildung zu reden, meine Damen und Herren? (Abg. Silhavy: Für Ihre Partei offensichtlich schon!) Ist es wirklich notwendig, dass man dieses Thema mit Schutzengelbildchen lächerlich macht, die mir da hergestellt werden? (Abg. Steibl – in Richtung SPÖ –: Das ist unterste Schublade!) Ist es notwendig, das Ganze ins Lächerliche zu ziehen mit Fragen und Rechenaufgaben, die man stellt, die angeblich schwierig zu lösen oder aber auch simpel sein sollen?
Abg. Steibl – in Richtung SPÖ –: Das ist unterste Schublade!
Ist es denn so unwichtig, über Bildung zu reden, meine Damen und Herren? (Abg. Silhavy: Für Ihre Partei offensichtlich schon!) Ist es wirklich notwendig, dass man dieses Thema mit Schutzengelbildchen lächerlich macht, die mir da hergestellt werden? (Abg. Steibl – in Richtung SPÖ –: Das ist unterste Schublade!) Ist es notwendig, das Ganze ins Lächerliche zu ziehen mit Fragen und Rechenaufgaben, die man stellt, die angeblich schwierig zu lösen oder aber auch simpel sein sollen?
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Meine Damen und Herren, ich bitte Sie, wirklich einmal zur Kenntnis zu nehmen, dass das Finanzausgleichsgesetz, auf dessen Basis diese Verhältniszahlen aufbauen, hier im Parlament beschlossen wurde und dass es sich hiebei um eine Vereinbarung zwischen den Landeshauptleuten und dem Finanzminister handelt. Ich bitte Sie von der SPÖ wirklich dringend, gerade in Wien darauf zu achten, dass nicht wieder Lehrer und Schüler verängstigt werden, indem man über eine „Sparpolitik der Bildungsministerin“ spricht. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.
Meine Damen und Herren! Es müssen noch einige Dinge klargestellt werden. Herr Abgeordneter Niederwieser hat dieses Rechenbeispiel gebracht. – Von 14,5 Kindern ist in der Vereinbarung zwischen den Landeshauptleuten und dem Finanzminister die Rede. Ich sage Ihnen: Wenn es immer weniger Kinder gibt, dann werden einige Standorte geschlossen werden müssen! (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.
Wir wollen auch nicht, dass zehn Gemeinden mit 30 Kindern zu einer Schulverwaltung zusammengelegt werden. Das wäre ja die Konsequenz aus Ihrer Idee, dass mindestens 300 Kinder in einer Schulverwaltung sein müssen! Demnach würden dann zehn Gemeinden mit 30 Kindern einen Direktor haben. Das funktioniert doch nicht! Ich will die kleinen Schulstandorte mit ihren eigenen Direktoren und Direktorinnen erhalten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es wurde hier wieder Finnland erwähnt: Ich möchte nur richtig stellen, dass sich die PISA-Studie auf die Lesefähigkeit bezogen hat. – Ich möchte wirklich zurückweisen, dass man hier herausgeht und feststellt, dass die Firma Nokia wahrscheinlich in Österreich ihr erfolgreiches Wirken nicht umsetzen könnte, weil das Schulsystem nicht gut genug ist. Das haben sich die österreichischen Schulen und die österreichischen Lehrer und Lehrerinnen nicht verdient, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: War das eine anonyme Befragung?
Die Weltgesundheitsorganisation hat am 4. Juni einen Bericht veröffentlicht. Die Weltgesundheitsorganisation hat in 35 Ländern Schüler und Schülerinnen danach befragt, ob sie die Schule sehr mögen, weniger mögen oder gar nicht mögen. – Österreich liegt mit dem vierten Platz weltweit an hervorragender Stelle! Von den 15-jährigen Schülern und Schülerinnen in Österreich sagen 27 Prozent der Burschen und 23 Prozent der Mädchen, dass sie die Schule sehr mögen. (Abg. Dr. Cap: War das eine anonyme Befragung?) Ich habe jetzt nur die Antwort „sehr mögen“ genommen.
Abg. Mag. Molterer: Das spricht für sich!
Ich darf Ihnen jetzt aber auch noch sagen, welches Ergebnis für die finnische Schule vorliegt: In den finnischen Schulen fühlen sich die Jugendlichen am wenigsten wohl. Nur 4 Prozent der Burschen und 4,5 Prozent der Mädchen sagen dort, dass sie die Schule sehr mögen. (Abg. Mag. Molterer: Das spricht für sich!) Ich bin stolz auf unsere
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Bei dieser Befragung müssen die Lehrer dabei gewesen sein!
österreichischen Schulen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Bei dieser Befragung müssen die Lehrer dabei gewesen sein!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn Ihr eigener SPÖ-Unterrichtsminister davon spricht, dass Sie zehn bis 20 Jahre Rückstand in der Bildungspolitik haben, dann werden es wohl in Wirklichkeit 30 oder 40 Jahre sein! Sie von der SPÖ kramen heute bildungspolitisch in einer ideologischen Mottenkiste! Sie sind für, diese bürgerliche Regierung hingegen ist gegen eine Ganztagsschule! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Wer hat die Rede geschrieben? Woher haben Sie den Text?
Wir sind gegen die SPÖ-Forderung, dass Lehrer ganztags an der Schule tätig sind. Wo Lehrer die Hausübungen anschauen, Schularbeiten korrigieren und sich vorbereiten, das sollen sie selbst entscheiden! Österreichs Pädagogen leisten ausgezeichnete Arbeit, sie sind auch auf den verschiedensten Ebenen ehrenamtlich tätig. Ohne unsere Pädagogen würde Österreich im Sozial-, Sport- und Kulturbereich wirklich einen Fehlbestand aufweisen! (Abg. Dr. Cap: Wer hat die Rede geschrieben? Woher haben Sie den Text?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir sind für eine noch bessere Ausbildung der Pädagogen. Daher werden die Pädagogischen Akademien zu Hochschulen aufgewertet. Hiebei geht es vor allem um die Verbesserung von Kernkompetenzen und um das Anbieten von zusätzlichen Qualifikationen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was haben die Sozialdemokraten zur Hochschulreform beigetragen? – 57 Mal haben sie beeinsprucht, weil sie diese Reform eigentlich überhaupt abgelehnt haben. Sie sind nicht für die moderne Entwicklung einer modernen Bildungspolitik. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich sage das nach jedem ÖVP-Redner gerne noch einmal. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Sehr weit nicht!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin weit davon entfernt, alles verteidigen zu wollen, was die Sozialdemokraten an Bildungspolitik bis jetzt gemacht haben. (Abg. Scheibner: Sehr weit nicht!) Wir haben in Wien auch genügend Sträuße mit ihnen ausgefochten, was diese Bildungspolitik betrifft.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Führen Sie eine sachliche Diskussion?
Was Sie von den Regierungsfraktionen aber mit Ihrer so genannten Dringlichen Anfrage da heute produzieren, ist angesichts der Probleme, die es im Schulbereich tatsächlich gibt, ein Affront! Das ist ein Affront für alle, die in der Schule beschäftigt sind – und das ist überhaupt keine Basis für eine sachliche Diskussion, die Sie immer wieder einfordern. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Führen Sie eine sachliche Diskussion?) Ich versuch’s! (Abg. Mag. Molterer: Das werden wir gleich sehen!)
Abg. Mag. Molterer: Das werden wir gleich sehen!
Was Sie von den Regierungsfraktionen aber mit Ihrer so genannten Dringlichen Anfrage da heute produzieren, ist angesichts der Probleme, die es im Schulbereich tatsächlich gibt, ein Affront! Das ist ein Affront für alle, die in der Schule beschäftigt sind – und das ist überhaupt keine Basis für eine sachliche Diskussion, die Sie immer wieder einfordern. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Führen Sie eine sachliche Diskussion?) Ich versuch’s! (Abg. Mag. Molterer: Das werden wir gleich sehen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Alter von zehn Jahren oder womöglich noch früher in völliger Ausprägung feststellbar. Das heißt: Wir verlangen daher eine gemeinsame Schule und innerhalb der Schule einen hohen Differenzierungsgrad, um all den Begabungen, welche die Kinder in sehr unterschiedlicher Art und Weise aufweisen, gerecht zu werden und diese Begabungen zu fördern. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
In Finnland zum Beispiel werden 93 Prozent individuell innerhalb der Schule gefördert, in Schweden 68 Prozent, und das ist der große Unterschied. Bei uns in Österreich sind es 32 Prozent, die außerhalb der Schule – was ja durchaus Ihrem Konzept entspricht – auf private Maßnahmen zurückgreifen müssen, womit wir wieder einmal dort sind, dass diejenigen, die mehr Geld haben, es sich vielleicht auch leisten können, während andere auf der Strecke bleiben und die Segregation zwischen unseren Kindern immer stärker wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Diesen Widerspruch sollten Sie einmal aufklären, weil Sie sonst in den Verdacht kommen, dass Sie die Probleme vom Land auf die Stadt hinschieben, nur um dann feststellen zu können, dass zum Beispiel in Wien wieder einmal alles ganz furchtbar ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sagen Sie, wenn man eine Dringliche Anfrage einbringt, wovor muss man sich da fürchten?
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Diese Dringliche von heute macht zwei Dinge ganz deutlich: erstens, dass sich die Abgeordneten der derzeitigen Regierungsparteien vor einer Besprechung zum Thema Eurofighter fürchten, und zweitens, dass sie nicht verstanden haben ... (Abg. Scheibner: Sagen Sie, wenn man eine Dringliche Anfrage einbringt, wovor muss man sich da fürchten?)
Abg. Großruck: Wer versteht das nicht?
Sie verstehen also nicht die Vorgänge in der Schulpolitik; Sie verstehen das aber auch gesellschaftspolitisch nicht. (Abg. Großruck: Wer versteht das nicht?) Sie verstehen es auch nicht familienpolitisch – und schon gar nicht im Bereich der Frauenpolitik, wie Sie ja gestern sehr beeindruckend gezeigt haben. (Abg. Steibl: Was hat Sie da beeindruckt?) Diese Bildungspolitik, über die wir jetzt sprechen, steht ja nicht im luftleeren Raum.
Abg. Steibl: Was hat Sie da beeindruckt?
Sie verstehen also nicht die Vorgänge in der Schulpolitik; Sie verstehen das aber auch gesellschaftspolitisch nicht. (Abg. Großruck: Wer versteht das nicht?) Sie verstehen es auch nicht familienpolitisch – und schon gar nicht im Bereich der Frauenpolitik, wie Sie ja gestern sehr beeindruckend gezeigt haben. (Abg. Steibl: Was hat Sie da beeindruckt?) Diese Bildungspolitik, über die wir jetzt sprechen, steht ja nicht im luftleeren Raum.
Abg. Dr. Brinek: Das ist eine ungeheuerliche Bemerkung! „Aufbewahrung“!
Wir wollen eine Ganztagsschule mit einer pädagogisch sinnvollen Zeiteinteilung und keine Aufbewahrung am Nachmittag, wie Sie das wollen. (Abg. Dr. Brinek: Das ist eine ungeheuerliche Bemerkung! „Aufbewahrung“!) Sie können sich offensichtlich aus dem starren Denken und verkrusteten Strukturen nicht herauslösen. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir wollen eine Ganztagsschule mit einer pädagogisch sinnvollen Zeiteinteilung und keine Aufbewahrung am Nachmittag, wie Sie das wollen. (Abg. Dr. Brinek: Das ist eine ungeheuerliche Bemerkung! „Aufbewahrung“!) Sie können sich offensichtlich aus dem starren Denken und verkrusteten Strukturen nicht herauslösen. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir von der SPÖ wollen eine Schule, die integriert und Möglichkeiten bietet, nach der eigenen Geschwindigkeit und den eigenen Talenten zu persönlichen Höchstleistungen zu gelangen. – Sie von ÖVP und FPÖ wollen alle über einen Kamm scheren, und letztendlich wollen Sie alle gleich machen; nur einige wenige sind eben „gleicher“. Das ist Ihr Ansatz, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Nein! Subsidiarität nennt man das!
Ich frage mich, wenn Sie immer und überall jede politische Verantwortung auslagern (Abg. Großruck: Nein! Subsidiarität nennt man das!): Wozu brauchen wir diese Regierung überhaupt noch, meine Damen und Herren? (Abg. Großruck: Subsidiaritätsprinzip!)
Abg. Großruck: Subsidiaritätsprinzip!
Ich frage mich, wenn Sie immer und überall jede politische Verantwortung auslagern (Abg. Großruck: Nein! Subsidiarität nennt man das!): Wozu brauchen wir diese Regierung überhaupt noch, meine Damen und Herren? (Abg. Großruck: Subsidiaritätsprinzip!)
Abg. Großruck: Die Sabinerinnen haben sie damals auch geraubt! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wie bereits erwähnt, stellen wir immer öfter fest, dass die politische Verantwortung Ihrerseits, seitens der jetzigen Regierung, einfach negiert wird und die zuständigen Regierungsverantwortlichen schweigen, anstatt zu handeln. Ein ganz plakatives Beispiel dafür ist das Chaos rund um das Kunsthistorische Museum. Sie kennen alle die Vorgänge um den Raub der „Saliera“, aber auch um die Käufe und Verkäufe des Privatmanns und Geschäftsführer-Direktors des Kunsthistorischen Museums. (Abg. Großruck: Die Sabinerinnen haben sie damals auch geraubt! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir wollten diese Dinge hier im Parlament mit Ihnen diskutieren, Frau Ministerin, aber Sie entziehen sich immer wieder dieser Diskussion, auch gestern, als wir diese Angelegenheit hier im Parlament besprochen haben. Es gibt also eine ganze Reihe von Punkten, die zu diesem Bereich hinterfragt und diskutiert werden sollen. Schließlich geht es ja um Kunstschätze, und es geht um den Umgang mit österreichischen Steuergeldern. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Vielleicht waren die Wörter ...!
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (fortsetzend): Es geht um die Bildung und Kultur. (Abg. Großruck: Vielleicht waren die Wörter ...!) Daher werden Sie, Frau Ministerin, sich auch kritische Fragen gefallen lassen müssen, nicht nur im Bereich der Kulturpolitik, sondern auch im Bereich der Bildungspolitik. Und Sie werden sich weiterhin mit innovativen Vorschlägen der SPÖ auseinandersetzen müssen.
Beifall bei der SPÖ.
Da kann ich nur sagen: Herr Amon, das wird Ihnen auch nicht erspart bleiben! Ich hoffe, Sie fürchten sich dann nicht allzu sehr! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Lichtenegger: Das waren aber mehr Worte!
Über die Kollegin Fuhrmann möchte ich nur ein Wort verlieren: eigentlich unwissend, was diese Bildungsdebatte anlangt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Lichtenegger: Das waren aber mehr Worte!)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Gehrer.
Wir haben ein sehr klares Problem auf dem Tisch liegen, auch wenn Sie, Frau Ministerin, immer wieder sagen, dass der Finanzausgleich mit dem Finanzministerium und mit den Landeshauptmännern und -frauen ausgehandelt wurde. Tatsache ist, dass wir mit diesen Werten die Schulorganisation nicht mehr aufrechterhalten können. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Gehrer.)
Abg. Amon: Das war nicht mein Thema!
Wir haben einen Abbau im Bereich der individuellen Begabungsförderung, und da geht es nicht um die Hochbegabtenförderung, wie sie Kollege Amon immer mit Begeisterung fordert. Wer sind denn die Hochbegabten? Sind das diejenigen, die das Einmaleins fünfmal geschwinder aufsagen können? – Begabungen gilt es zu fördern, Herr Kollege Amon, nicht die Hochbegabten! (Abg. Amon: Das war nicht mein Thema!) Das steht in allen Ihren Papieren drin: nur die Hochbegabten, und das sind die bei Ihnen nachprüfbaren Werte.
Abg. Mag. Molterer: Ich bin so froh, dass Frau Gehrer Unterrichtsministerin ist!
Wir haben in all diesen Bereichen keine Fördermaßnahmen, und keinen einzigen Ansatz haben Sie noch gezeigt. Was tun wir mit jenen Schülerinnen und Schülern, die Teilleistungsschwächen haben? Was machen wir mit denen? (Abg. Mag. Molterer: Ich bin so froh, dass Frau Gehrer Unterrichtsministerin ist!) – Die haben Begabungen, diese Begabungen gilt es zu fördern. Darum geht es!
Abg. Mag. Molterer: Aber dann wird man nicht gescheiter!
Das Sitzenbleiben, das Sie immer wieder als ein so großartiges pädagogisches Mittel und Förderungsmittel ansprechen: Was bringt das Sitzenbleiben – außer volkswirtschaftlichen Schaden? Nicht mehr als volkswirtschaftlichen Schaden! Wir haben das hochgerechnet, das ist immer noch im Milliardenbereich von Schillingbeträgen angesiedelt. Es ist viel gescheiter, wenn Sie unser sozialdemokratisches Bildungsprogramm lesen (Abg. Mag. Molterer: Aber dann wird man nicht gescheiter!), was wir mit Modulen für diese Schülerinnen und Schüler auffangen wollen. (Abg. Mag. Molterer: Man wird nicht gescheiter, wenn man das Programm liest!)
Abg. Mag. Molterer: Man wird nicht gescheiter, wenn man das Programm liest!
Das Sitzenbleiben, das Sie immer wieder als ein so großartiges pädagogisches Mittel und Förderungsmittel ansprechen: Was bringt das Sitzenbleiben – außer volkswirtschaftlichen Schaden? Nicht mehr als volkswirtschaftlichen Schaden! Wir haben das hochgerechnet, das ist immer noch im Milliardenbereich von Schillingbeträgen angesiedelt. Es ist viel gescheiter, wenn Sie unser sozialdemokratisches Bildungsprogramm lesen (Abg. Mag. Molterer: Aber dann wird man nicht gescheiter!), was wir mit Modulen für diese Schülerinnen und Schüler auffangen wollen. (Abg. Mag. Molterer: Man wird nicht gescheiter, wenn man das Programm liest!)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Mit Sitzenbleiben, Herr Klubobmann, wird man nicht gescheiter! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Damit wird man sicherlich nicht gescheiter! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mit Sitzenbleiben, Herr Klubobmann, wird man nicht gescheiter! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Damit wird man sicherlich nicht gescheiter! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rossmann: Das waren organisierte ...!
Es waren Hunderte Lehrerinnen und Lehrer, und ich war damals verblüfft, welche Lehrerinnen und Lehrer auf der Straße protestiert, sich hingestellt und gesagt haben: So nicht mit uns! (Abg. Rossmann: Das waren organisierte ...!) Sie haben ganz klare Grenzen aufgezeigt. Ich kenne die Situation aus Vorarlberg, von der Basis her, und weiß, dass damals sehr viel zerstört worden ist in diesem Verhältnis zwischen den Lehrerinnen und Lehrern und Ihnen. (Abg. Mag. Molterer: Ja, aber von wem?) Das spürt man auch herinnen, dass das keine Basis sein kann, auf der eine wirkliche Reform getragen wird, die Platz macht für Visionen, die eine wirkliche Verbesserung für unser Bildungssystem ermöglichen würden. Schade, sehr schade darum! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Lichtenegger: War aber ein magerer Applaus!)
Abg. Mag. Molterer: Ja, aber von wem?
Es waren Hunderte Lehrerinnen und Lehrer, und ich war damals verblüfft, welche Lehrerinnen und Lehrer auf der Straße protestiert, sich hingestellt und gesagt haben: So nicht mit uns! (Abg. Rossmann: Das waren organisierte ...!) Sie haben ganz klare Grenzen aufgezeigt. Ich kenne die Situation aus Vorarlberg, von der Basis her, und weiß, dass damals sehr viel zerstört worden ist in diesem Verhältnis zwischen den Lehrerinnen und Lehrern und Ihnen. (Abg. Mag. Molterer: Ja, aber von wem?) Das spürt man auch herinnen, dass das keine Basis sein kann, auf der eine wirkliche Reform getragen wird, die Platz macht für Visionen, die eine wirkliche Verbesserung für unser Bildungssystem ermöglichen würden. Schade, sehr schade darum! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Lichtenegger: War aber ein magerer Applaus!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Lichtenegger: War aber ein magerer Applaus!
Es waren Hunderte Lehrerinnen und Lehrer, und ich war damals verblüfft, welche Lehrerinnen und Lehrer auf der Straße protestiert, sich hingestellt und gesagt haben: So nicht mit uns! (Abg. Rossmann: Das waren organisierte ...!) Sie haben ganz klare Grenzen aufgezeigt. Ich kenne die Situation aus Vorarlberg, von der Basis her, und weiß, dass damals sehr viel zerstört worden ist in diesem Verhältnis zwischen den Lehrerinnen und Lehrern und Ihnen. (Abg. Mag. Molterer: Ja, aber von wem?) Das spürt man auch herinnen, dass das keine Basis sein kann, auf der eine wirkliche Reform getragen wird, die Platz macht für Visionen, die eine wirkliche Verbesserung für unser Bildungssystem ermöglichen würden. Schade, sehr schade darum! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Lichtenegger: War aber ein magerer Applaus!)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Wie schreibt man das?
Wenn man solche Visionen und solche Konzepte anspricht, dann heißt Ihre Antwort nur: Ähh? Ganztagsschule? Weg damit! – Das ist Ihre Antwort darauf. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Wie schreibt man das?) Das ist jetzt symptomatisch: Sie wollen wissen, wie man das schreibt. Hören Sie lieber, was ich sage! Das ist gescheiter. Es geht um etwas Wichtiges. Es geht um eine Vision. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Großruck: Sie reden nur fürs Protokoll!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Großruck: Sie reden nur fürs Protokoll!
Wenn man solche Visionen und solche Konzepte anspricht, dann heißt Ihre Antwort nur: Ähh? Ganztagsschule? Weg damit! – Das ist Ihre Antwort darauf. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Wie schreibt man das?) Das ist jetzt symptomatisch: Sie wollen wissen, wie man das schreibt. Hören Sie lieber, was ich sage! Das ist gescheiter. Es geht um etwas Wichtiges. Es geht um eine Vision. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Großruck: Sie reden nur fürs Protokoll!)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
schulen. Da hat es kein Gymnasium gegeben, und die große Mehrzahl der Kinder ist im Tal geblieben. Genau das hat zu der Durchmischung der Hauptschulen geführt, die Sie ja offenbar auch wollen, nämlich die Durchmischung, dass die Kinder verschiedenster Begabungen in der gleichen Stufe der Zehn- bis Vierzehnjährigen geblieben sind. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Großruck: Gerade haben Sie gesagt, sie funktionieren nicht!
Schauen Sie unsere Volksschulen an! Die funktionieren ja gut, und da haben wir auch die interne Differenzierung. (Abg. Großruck: Gerade haben Sie gesagt, sie funktionieren nicht!) Auch da haben wir Kinder mit völlig unterschiedlichen Begabungsniveaus, und das ist gut. Das Gleiche wäre im Hauptschulbereich möglich, aber leider blockieren Sie da völlig. Ihre Worte sagen etwas anderes. Es ist schade, dass dieses Wort der „Gesamtschule“ ein derart rotes Tuch, im wahrsten Sinn des Wortes, für Sie ist, sodass Sie nicht mehr in der Lage sind, inhaltlich zu überlegen: Was ist dran? Welche Chancen würden wir den Kindern geben? – Denken Sie nach darüber! Es wäre eine große Möglichkeit. Reden Sie mit Ihren Kollegen und Kolleginnen aus Gemeinden in solchen Talschaften, welche Erfahrungen sie haben. Lassen Sie sich von ihnen erzählen, was für ausgezeichnete Schülerinnen und Schüler aus diesen Hauptschulen herauskommen. Das wäre eine Möglichkeit in Richtung einer Gesamtschule. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Schauen Sie unsere Volksschulen an! Die funktionieren ja gut, und da haben wir auch die interne Differenzierung. (Abg. Großruck: Gerade haben Sie gesagt, sie funktionieren nicht!) Auch da haben wir Kinder mit völlig unterschiedlichen Begabungsniveaus, und das ist gut. Das Gleiche wäre im Hauptschulbereich möglich, aber leider blockieren Sie da völlig. Ihre Worte sagen etwas anderes. Es ist schade, dass dieses Wort der „Gesamtschule“ ein derart rotes Tuch, im wahrsten Sinn des Wortes, für Sie ist, sodass Sie nicht mehr in der Lage sind, inhaltlich zu überlegen: Was ist dran? Welche Chancen würden wir den Kindern geben? – Denken Sie nach darüber! Es wäre eine große Möglichkeit. Reden Sie mit Ihren Kollegen und Kolleginnen aus Gemeinden in solchen Talschaften, welche Erfahrungen sie haben. Lassen Sie sich von ihnen erzählen, was für ausgezeichnete Schülerinnen und Schüler aus diesen Hauptschulen herauskommen. Das wäre eine Möglichkeit in Richtung einer Gesamtschule. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Faul: Muss das sein? – Abg. Neudeck: Das hätte man beim Rada auch sagen können! – Abg. Faul – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Großruck –: Bitte keine Vierzeiler!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Großruck. Ich erteile es ihm. (Abg. Faul: Muss das sein? – Abg. Neudeck: Das hätte man beim Rada auch sagen können! – Abg. Faul – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Großruck –: Bitte keine Vierzeiler!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Lieber Kollege Brosz! – Ist er hier? – Er ist nicht hier, aber ich sage es ihm trotzdem. Ah, da kommt er jetzt herein. – Ich war an und für sich etwas enttäuscht von Ihrer Rede. Sie gelten doch auch im Unterrichtsausschuss als sachlicher Politiker, aber was Sie heute gesagt haben, ist Ihrer nicht würdig. Wenn Sie Nokia anführen und sagen, dass eine Firma Nokia im Gegensatz zu Finnland in Österreich nicht möglich wäre, dann beleidigen Sie wirklich viele: Sie beleidigen nicht nur die Lehrer, die Schüler, wie die Frau Bundesministerin gesagt hat, sondern Sie beleidigen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren hervorragenden Betrieben. Und ich glaube, dass wir in Österreich uns wirtschaftsmäßig und betriebsmäßig nicht vor Nokia zu verstecken brauchen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Lieber Kollege Niederwieser, von dir habe ich leider nur den Schluss gehört. Als ich hereingekommen bin, hast du gesagt: Nicht genügend! Setzen! Dann bist du vom Rednerpult weggegangen und hast dich auf deinen Platz gesetzt. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Ich habe mir gedacht, Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Bitte, so weitermachen! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Lieber Kollege Niederwieser, von dir habe ich leider nur den Schluss gehört. Als ich hereingekommen bin, hast du gesagt: Nicht genügend! Setzen! Dann bist du vom Rednerpult weggegangen und hast dich auf deinen Platz gesetzt. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Ich habe mir gedacht, Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Bitte, so weitermachen! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei der ÖVP. – Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben heute ein Nein gehört zu einem vielfältigen Angebot. Wir wollen, lieber Herr Niederwieser, eine pädagogische Blumenwiese statt einem sozialistischen Bürstenhaarschnitt, was die Pädagogik anlangt. (Heiterkeit bei der ÖVP. – Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP
Ist Ihnen schon aufgefallen, meine Damen und Herren, dass der Herrgott oder – für die Agnostiker – die Natur (lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP) die Menschen mit verschiedenen Talenten, Begabungen, Neigungen, Interessen ausgestattet hat? Und das ist gut so. Jeder sitzt herinnen mit verschiedenen Begabungen, Interessen, und deshalb haben wir auch ein Bildungssystem, das diesen Interessen gerecht wird, das den jungen Menschen die bestmögliche Ausbildung bei ihren Interessen, bei ihren Neigungen, bei ihren Begabungen bieten soll. Das ist die Vielfalt, die wir haben, und die gehört erweitert, die gehört ausgebaut, die gehört natürlich auch verbessert. Aber jetzt herzugehen und zu sagen – wie wir gehört haben –, unser Schulsystem sei schlecht, die Schüler hätten – so wie Frau Mandak vorhin gesagt hat – viel mehr lernen können, als sie jetzt lernen, also auch da macht uns natürlich der Vergleich sicher, wenn wir das internationale Ranking anschauen.
Zwischenruf bei der SPÖ.
Und da immer Finnland und die PISA-Studie erwähnt werden, so wissen wir ja ganz genau, dass die das Lesen betrifft. Da war kürzlich einmal eine Delegation in Finnland und hat sich das angeschaut. Frau Mandak, wissen Sie, warum die so gut lesen können? Weil Finnisch eine Sprache ist, die im Fernsehen nicht gern synchronisiert wird. Jetzt sitzen die Kinder dort, sehen fern und müssen, um mitzukommen, lesen, was auf Finnisch dort steht. Und das ist der Grund, sagen uns die Experten, warum in Finnland das Lesen derart an oberster Stelle rangiert. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Gut, das mag sein, aber es ist schlüssig, meine Damen und Herren.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nein, danke, sagen wir zu dem, was Sie den Österreichern zumuten. Ja, danke, sage ich zu unserer Bundesministerin, weil bei ihr die Bildung, weil bei ihr die Pädagogik, weil bei ihr die Schulreformen in bester Hand sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Faul: Nein! Bitte nicht!
Lassen Sie mich, meine Damen und Herren, zum Abschluss noch in einem Vierzeiler die Schule à la Gusi definieren (Abg. Faul: Nein! Bitte nicht!):
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Faul: Bei ihm hat das Bildungssystem versagt! Der Herrgott hat wirklich an der Begabung gespart bei ihm!
(Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Faul: Bei ihm hat das Bildungssystem versagt! Der Herrgott hat wirklich an der Begabung gespart bei ihm!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Faul: Mehr als vier Zeilen versteht er nicht!
Wahr hingegen ist: Die SPÖ möchte das nicht! Die SPÖ möchte sie auf der Verwaltungsebene zu größeren Einheiten zusammenfassen, um die einzelnen Schulstandorte zu erhalten. – Ich sage es Ihnen gerne immer wieder. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Faul: Mehr als vier Zeilen versteht er nicht!)
Abg. Mag. Mainoni: Da wird was herauskommen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Brosz. (Abg. Mag. Mainoni: Da wird was herauskommen!) Sie haben noch 1 Minute Restredezeit für Ihren Klub. – Bitte.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Sie haben gesagt, dass eine Firma wie Nokia in Österreich nicht vorstellbar wäre!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Um das nicht so stehen zu lassen – möglicherweise war meine Ausführung bezüglich Nokia in Finnland nicht hundertprozentig korrekt –, möchte ich klarstellen: Meine Aussage war, dass ein Land, das so auf Hochtechnologie setzt wie Finnland – und wie andere skandinavische Länder auch –, ein entsprechendes Schulsystem braucht, wodurch eine möglichst hohe Anzahl der Kinder und Jugendlichen einen hohen Bildungsabschluss hat, weil sonst so eine technologische Entwicklung in einem Land kaum möglich wäre. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Sie haben gesagt, dass eine Firma wie Nokia in Österreich nicht vorstellbar wäre!)
Abg. Faul: Der „Amon-iak“!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Amon hat sich noch zu Wort gemeldet. (Abg. Faul: Der „Amon-iak“!) Die Restredezeit für den ÖVP-Klub beträgt 7 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Binder: Aber geh!
Erstens haben Sie ganz klar – und das ist nachzulesen – in Ihren Vorschlägen im Ausschuss 4 des Österreich-Konvents gesagt, dass Sie Schuleinheiten nur dann für sinnvoll halten, wenn sie zwischen 300 und 1 000 Schülerinnen und Schüler umfassen. Da über 90 Prozent aller Pflichtschulen weniger als 300 Schüler haben, ist die logische Schlussfolgerung daraus, dass Sie entweder zusammengelegt oder zugesperrt werden müssen. Also die SPÖ ist für die Schließung von Kleinschulen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Binder: Aber geh!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist die Position der SPÖ. – Es ist nicht die unsere. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Vielmehr ist die Position der SPÖ in diesem Ausschuss auch, dass man auf der Verwaltungsebene größere Einheiten schaffen soll. Sie sollten sich bei Ihren Kollegen im Ausschuss erkundigen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich sage das gerne noch einmal! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Neudeck: Zeltfeste!
Hohes Haus! Allen Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren und auch den Gemeindeverantwortlichen sind die Schwierigkeiten bei der Finanzierung von neuen Gerätschaften, technischen Einrichtungen und Gebäuden nur zu gut bewusst. Hier werden über die Einsätze hinaus viele gemeinsame Anstrengungen unternommen, um durch Veranstaltungen und Aktivitäten – wir kennen sie alle – wie Heurigen, Bälle, Sommerfeste, Spendensammlungen in den Gemeinden und dergleichen (Abg. Neudeck: Zeltfeste!), auch Zeltfeste zum Beispiel, das notwendige Geld für die Anschaffung der notwendigen Gerätschaften aufzutreiben.
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne bitte ich Sie, dem Fristsetzungsantrag Ihre Zustimmung zu geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Bravo!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Aufforderung, dass wir den Feuerwehren und den Hilfseinrichtungen helfen und sie unterstützen sollen, kann man durchaus zustimmen, Herr Kollege! (Ruf bei der SPÖ: Bravo!)
Rufe bei der SPÖ: Oje!
Meine Damen und Herren, ich sage aber gleich vorweg: Der Fristsetzung stimmen wir nicht zu (Rufe bei der SPÖ: Oje!), wir sichern Ihnen jedoch zu, dass dieser Antrag am 30. Juni im Finanzausschuss auf die Tagesordnung kommt. Dafür haben Sie unser Versprechen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, ich sage aber gleich vorweg: Der Fristsetzung stimmen wir nicht zu (Rufe bei der SPÖ: Oje!), wir sichern Ihnen jedoch zu, dass dieser Antrag am 30. Juni im Finanzausschuss auf die Tagesordnung kommt. Dafür haben Sie unser Versprechen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
bekennen, dass sie zu finanzieren sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Auer: Auf die Tagesordnung!
Aber was mir auffällt und was ich jetzt nicht verstehe, Herr Kollege Auer, ist: Wenn wir einen Fristsetzungsantrag einbringen, der begründet ist – und Sie haben ihn selbst in Ihrer Wortmeldung auch begründet –, dann sagen Sie zu uns: Wir versprechen euch, wir bringen das im Finanzausschuss am 30. Juni ein! (Abg. Auer: Auf die Tagesordnung!)
Abg. Scheibner: Na weil wir es nicht brauchen, Herr Kollege!
Dann verstehe ich aber nicht, warum Sie dieser Fristsetzung heute nicht zustimmen – nur weil die Fristsetzung jetzt von der Opposition kommt! (Abg. Scheibner: Na weil wir es nicht brauchen, Herr Kollege!) Das kann mir wirklich niemand erklären, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dann verstehe ich aber nicht, warum Sie dieser Fristsetzung heute nicht zustimmen – nur weil die Fristsetzung jetzt von der Opposition kommt! (Abg. Scheibner: Na weil wir es nicht brauchen, Herr Kollege!) Das kann mir wirklich niemand erklären, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Das rote Lämpchen am Rednerpult leuchtet. – Abg. Mag. Mainoni: Redezeit! – Der Redner wendet sich Präsidentin Mag. Prammer zu.
Kollege Heinzl hat die Problematik sehr deutlich gemacht. Worum geht es? – Die Feuerwehren schaffen um 50 bis 60 Millionen € jährlich Geräte an; davon – wir wissen es – fallen 12 Millionen € an Mehrwertsteuer an. Wenn man sich das ansieht, auch im letzten Finanzausschuss, dann muss man sagen, dass die Feuerwehren, wie heute ebenfalls schon angeschnitten wurde ... (Das rote Lämpchen am Rednerpult leuchtet. – Abg. Mag. Mainoni: Redezeit! – Der Redner wendet sich Präsidentin Mag. Prammer zu.) – Habe ich 5 Minuten oder stimmt das? (Bedienstete der Parlamentsdirektion schalten das rote Lämpchen aus.) – Darf ich weiterreden? Okay! – Man sieht also, dass um mindestens 15 Prozent weniger aus dem Katastrophenfonds kommen. 15 Prozent! (Abg. Neudeck – in Anspielung auf das rote Lämpchen –: Es brennt bei der SPÖ!)
Abg. Neudeck – in Anspielung auf das rote Lämpchen –: Es brennt bei der SPÖ!
Kollege Heinzl hat die Problematik sehr deutlich gemacht. Worum geht es? – Die Feuerwehren schaffen um 50 bis 60 Millionen € jährlich Geräte an; davon – wir wissen es – fallen 12 Millionen € an Mehrwertsteuer an. Wenn man sich das ansieht, auch im letzten Finanzausschuss, dann muss man sagen, dass die Feuerwehren, wie heute ebenfalls schon angeschnitten wurde ... (Das rote Lämpchen am Rednerpult leuchtet. – Abg. Mag. Mainoni: Redezeit! – Der Redner wendet sich Präsidentin Mag. Prammer zu.) – Habe ich 5 Minuten oder stimmt das? (Bedienstete der Parlamentsdirektion schalten das rote Lämpchen aus.) – Darf ich weiterreden? Okay! – Man sieht also, dass um mindestens 15 Prozent weniger aus dem Katastrophenfonds kommen. 15 Prozent! (Abg. Neudeck – in Anspielung auf das rote Lämpchen –: Es brennt bei der SPÖ!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Kollege! Wenn Sie wenigstens etwas von der Feuerwehr verstehen würden! Dann könnten Sie sich nämlich zu Wort melden! Sie können ja auch selbst ans Rednerpult treten! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) – Das ist ein zu ernstes Thema. Da geht es nämlich um 300 000 Feuerwehrleute und um 5 000 Feuerwehren. Wenn Ihnen das egal ist und wenn Sie das lächerlich machen, dann sagen Sie es den Leuten draußen! (Abg. Neudeck: Es geht ja nicht um die Feuerwehr! Es geht um das rote Licht!)
Abg. Neudeck: Es geht ja nicht um die Feuerwehr! Es geht um das rote Licht!
Herr Kollege! Wenn Sie wenigstens etwas von der Feuerwehr verstehen würden! Dann könnten Sie sich nämlich zu Wort melden! Sie können ja auch selbst ans Rednerpult treten! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) – Das ist ein zu ernstes Thema. Da geht es nämlich um 300 000 Feuerwehrleute und um 5 000 Feuerwehren. Wenn Ihnen das egal ist und wenn Sie das lächerlich machen, dann sagen Sie es den Leuten draußen! (Abg. Neudeck: Es geht ja nicht um die Feuerwehr! Es geht um das rote Licht!)
Abg. Neudeck: Ist ja auch auf der Tagesordnung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, dass es notwendig ist, dass wir im Parlament, parteiübergreifend, einen Beschluss fassen, um den Feuerwehren das Überleben, die Modernisierung zu garantieren. Und, Herr Kollege Auer, Sie haben Recht, Sie haben das aufgezeigt; ich bin auch aktiver Feuerwehrmann – wahrscheinlich habe ich nur nicht die gleichen Ausbildungen wie Sie –, ich verstehe auch Ihre Aussagen, aber: Springen Sie doch über Ihren Schatten, wenn wir einmal als Opposition einen Fristsetzungsantrag über eine sinnvolle Sache einbringen! (Abg. Neudeck: Ist ja auch auf der Tagesordnung!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Gehen Sie doch einmal parteiübergreifend mit und springen Sie über den eigenen Schatten! Sobald die Opposition einmal etwas sagt und einmal etwas einbringt, sagen Sie stante pede nein! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ich rege mich nicht auf, aber ich denke mir nur, es wäre eine kleine Geste, hier einmal mitzustimmen. Wir stimmen ja auch bei Ihnen manchmal mit. (Abg. Auer: Nur manchmal!) Es geht hier nicht um Schwarz, Blau, Grün oder Rot, sondern es geht um Rot-Weiß-Rot, es geht um unsere Feuerwehren, und die sind uns wichtig! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Abg. Auer: Nur manchmal!
Gehen Sie doch einmal parteiübergreifend mit und springen Sie über den eigenen Schatten! Sobald die Opposition einmal etwas sagt und einmal etwas einbringt, sagen Sie stante pede nein! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ich rege mich nicht auf, aber ich denke mir nur, es wäre eine kleine Geste, hier einmal mitzustimmen. Wir stimmen ja auch bei Ihnen manchmal mit. (Abg. Auer: Nur manchmal!) Es geht hier nicht um Schwarz, Blau, Grün oder Rot, sondern es geht um Rot-Weiß-Rot, es geht um unsere Feuerwehren, und die sind uns wichtig! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Gehen Sie doch einmal parteiübergreifend mit und springen Sie über den eigenen Schatten! Sobald die Opposition einmal etwas sagt und einmal etwas einbringt, sagen Sie stante pede nein! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ich rege mich nicht auf, aber ich denke mir nur, es wäre eine kleine Geste, hier einmal mitzustimmen. Wir stimmen ja auch bei Ihnen manchmal mit. (Abg. Auer: Nur manchmal!) Es geht hier nicht um Schwarz, Blau, Grün oder Rot, sondern es geht um Rot-Weiß-Rot, es geht um unsere Feuerwehren, und die sind uns wichtig! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Abg. Marizzi: Stimmen Sie zu!
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Kollege Marizzi! Es liegt uns fern, die Politik in dieses sehr wichtige Thema hineinzubringen. Das wollen wir überhaupt nicht, weil auch wir die Leistungen der österreichischen Feuerwehren im höchsten Maße schätzen. (Abg. Marizzi: Stimmen Sie zu!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich denke, dass wir die Möglichkeit haben, am 30. Juni im Finanzausschuss darüber zu sprechen. Wir sind für eine sehr wohlwollende und für die österreichischen Feuerwehren unterstützende Entscheidung im Finanzausschuss. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Wir sind schon weiter wie Sie ...!
Wenn das jetzt gleichzeitig von den Regierungsparteien zugesagt wird, dann sieht man daran nur, welch eigenartige Blüten das Ganze hier im Haus schon treibt: Man nimmt zwar das Anliegen auf, stimmt aber nicht zu. Dazu könnten Sie sich ja vielleicht trotzdem durchringen! Sei ’s drum! (Abg. Neudeck: Wir sind schon weiter wie Sie ...!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ, der ÖVP und der Freiheitlichen.
Deshalb ein Ja zur Fristsetzung! Die Sache selbst – Absicherung der Feuerwehren dort, wo das gebraucht wird, und Finanzierung – ist wirklich eine Frage des effizienten Mitteleinsatzes. Und ob da die Mehrwertsteuer-Sonderregelung die beste aller Antworten ist? – Ich habe sie noch nicht! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ, der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine, dass wir uns in zwei bis drei Jahren anschauen sollten, ob das, was wir alle von der Zusammenführung unter ein Dach erwarten, auch wirklich eingetreten ist, ob es die Synergien gibt, die wir erwarten, ob die Bündelung wirklich vorhanden ist – oder ob es nur eine Basis für eine Umfärbung der Forschungspolitik in Österreich ist. Und diesfalls werden, so denke ich, dann auf jeden Fall noch sehr weit reichende strukturelle Änderungen notwendig sein. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Einem: Fünf für die Wirtschaft, Herr Kollege! Den Posten haben Sie, nicht wir!
Mir tut es Leid, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass dieses Entgegenkommen, das wir aufrechterhalten – diese ausgestreckte Hand bleibt ausgestreckt –, von Ihrer Seite mit einem Nein beantwortet wird: einem Nein – und das ist die einzige Begründung, warum Sie hier nicht zustimmen, die letztlich geblieben ist –, weil es Ihnen in einer alten Prägung, in einer Form von alten Politik, um Postenbesetzungen geht, weil Ihnen irgendein Aufsichtsratssitz, den Sie sich noch unter den Nagel reißen wollen, zu wenig ist. Deswegen sagen Sie nein. (Abg. Dr. Einem: Fünf für die Wirtschaft, Herr Kollege! Den Posten haben Sie, nicht wir!)
Rufe bei der SPÖ: „Nein“!, „Nein“!
Das ist, bitte, zu wenig, das ist keine moderne Forschungs- und Technologiepolitik! Uns geht es nicht um Postenbesetzungen (Rufe bei der SPÖ: „Nein“!, „Nein“!), uns geht es um moderne, um erfolgreiche Forschungs- und Technologieentwicklung, so wie in den vergangenen Jahren auch. Ihnen geht es leider wieder nur um dieses eine: um die Frage der Postenbesetzungen, und das ist sehr schade. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Silhavy: ... rot werden bei diesen Behauptungen! – Abg. Dr. Einem: Das glauben Sie ja nicht einmal selber!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Silhavy: ... rot werden bei diesen Behauptungen! – Abg. Dr. Einem: Das glauben Sie ja nicht einmal selber!
Das ist, bitte, zu wenig, das ist keine moderne Forschungs- und Technologiepolitik! Uns geht es nicht um Postenbesetzungen (Rufe bei der SPÖ: „Nein“!, „Nein“!), uns geht es um moderne, um erfolgreiche Forschungs- und Technologieentwicklung, so wie in den vergangenen Jahren auch. Ihnen geht es leider wieder nur um dieses eine: um die Frage der Postenbesetzungen, und das ist sehr schade. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Silhavy: ... rot werden bei diesen Behauptungen! – Abg. Dr. Einem: Das glauben Sie ja nicht einmal selber!)
demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Trotzdem: Wir seitens der Grünen haben uns, auch auf Grund der Verhandlungen, entschieden, diesem Gesetz mit den Abänderungen unsere Zustimmung zu geben (demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), weil es aus unserer Sicht tatsächlich substantielle Veränderungen sind und weil wir uns auch internationale Erfahrungen sozusagen zum Vorbild nehmen wollen, die zeigen, dass es gerade im Forschungsbereich notwendig und sinnvoll ist, parteiübergreifend zu agieren.
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dr. Einem.
Jetzt ist es natürlich schwierig, so etwas in einem Gesetz zu verankern, wo es noch dazu um eine GesmbH geht. Aber ich bin doch einigermaßen erfreut darüber – und ich möchte auch den BeamtInnen in beiden Ministerien, die sich bemüht haben, da eine Formulierung zu finden, an dieser Stelle danken –, dass jetzt auch im Gesetz festgelegt ist, dass „bei der Bestellung der Organe und Beiräte“ „der Frage eines ausgewogenen Geschlechterverhältnisses besondere Beachtung zu schenken“ ist. – Das klingt zwar zunächst einmal sehr allgemein, es ist aber das erste Mal, dass das in dieser Form in einem Gesetz festgelegt worden ist, und es handelt sich in diesem Sinn um einen Präzedenzfall, den man, glaube ich, nicht hoch genug loben kann. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dr. Einem.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Alles in allem haben wir, glaube ich, noch ein ganz schönes Stück Weg vor uns, eine verbindliche, gemeinsam erarbeitete, parteiübergreifend erarbeitete Forschungsstrategie zu entwickeln, die dann auch mehrere – und vielleicht auch unterschiedliche – Regierungen überleben kann. Aber dieses Gesetz ist zumindest ein Schritt auf diesem Weg. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
erkundigt, wie diese Zahlen zustande kommen. Es ist eindeutig ein methodisches Konzept, das zu diesen Zahlen führt – zumindest schließe ich das aus den Aussagen, dass sie sowohl international als auch über Jahre hindurch sehr gut vergleichbar sind. Es tut natürlich weh, wenn man als SPÖ zugestehen muss, dass die Forschungs- und Entwicklungsquote in den letzten Jahren der schwarz-blauen Regierung rasant gestiegen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die finanziellen Mittel bedeuten natürlich nicht alles. So ist es unbedingt notwendig, dass auch Strukturen optimiert werden, damit genau diese Mittel, die nun vermehrt ausgeschüttet werden, auch effizient einsetzbar sind. Es ist ausgezeichnet, dass diese zersplitterte Forschungslandschaft endlich in eine Gesellschaft zusammengefasst wird, dass ein einheitlicher Ansprechpartner für die Wirtschaft zur Verfügung steht und dass auch der Aspekt der Kundennähe näher in Betracht gezogen worden ist, indem Abläufe und Strukturen verbessert wurden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist ja nicht so, dass die Wirtschaft nur von den Forschungsgeldern lebt. Nein, die Forschungsgelder ermöglichen es, neue und vermehrte Investitionen in die Forschungslandschaft einzubringen. Das ist unbedingt notwendig, damit wir auch das hoch gesteckte Ziel von Lissabon erreichen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich kann in erster Linie unserem Forschungsminister dazu gratulieren, dass dieser weitere Mosaikstein und Meilenstein in der Forschungspolitik getätigt wurde. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Frau Kollegin Brinek! Wir haben uns über diese Frage, ob in Organen – zum Beispiel Universitätsbeirat – Frauen ausgewogen vertreten sein sollen, schon in den Verhandlungen zum Universitätsgesetz unterhalten, und Sie haben letztlich – so gesehen ist das ja keine Premiere – diesem Ansinnen auch zugestimmt. Ich frage mich daher wirklich: Was geht in diesen beiden Regierungsparteien vor, wenn sie diese Frauenbeteiligung nicht automatisch, nicht von sich aus hineinschreiben, sondern darauf warten, dass wir kommen und sagen: Das gehört doch heutzutage dazu, dass Frauen ausgewogen vertreten sind!? (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Wieso können Sie und Kollegin Achleitner nicht von sich aus sagen: Das wollen wir! und eine Gesetzesvorlage, eine Regierungsvorlage einbringen, wo das schon von vornherein drinsteht? (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Abg. Dr. Brinek: Wer bringt das Geld ein?
Dasselbe gilt für die Frage, ob in den Aufsichtsräten die überparteilichen Interessen-, die überbetrieblichen Interessenvertretungen halbwegs ausgewogen vertreten sind. Es ist doch eine Provokation, zu sagen: Wir konstruieren einen Aufsichtsrat: zweimal Wirtschaftskammer, einmal Industriellenvereinigung (Abg. Dr. Brinek: Wer bringt das Geld ein?), wir berücksichtigen die Wirtschaftspartner. So lautete doch Ihr ursprünglicher Vorschlag! Gnadenhalber sagen Sie dann: Natürlich gibt es die Arbeitnehmer auch noch – es sind ja nur 2 Millionen! –, und die werden wir jetzt auch noch berücksichtigen. (Abg. Dr. Brinek: Wer bringt das Geld ein?)
Abg. Dr. Brinek: Wer bringt das Geld ein?
Dasselbe gilt für die Frage, ob in den Aufsichtsräten die überparteilichen Interessen-, die überbetrieblichen Interessenvertretungen halbwegs ausgewogen vertreten sind. Es ist doch eine Provokation, zu sagen: Wir konstruieren einen Aufsichtsrat: zweimal Wirtschaftskammer, einmal Industriellenvereinigung (Abg. Dr. Brinek: Wer bringt das Geld ein?), wir berücksichtigen die Wirtschaftspartner. So lautete doch Ihr ursprünglicher Vorschlag! Gnadenhalber sagen Sie dann: Natürlich gibt es die Arbeitnehmer auch noch – es sind ja nur 2 Millionen! –, und die werden wir jetzt auch noch berücksichtigen. (Abg. Dr. Brinek: Wer bringt das Geld ein?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Wer bringt das Geld ein? Wer bringt die Forschungsmittel? Das war der Maßstab!
Da erwarten Sie, dass wir in Dankbarkeit vor Ihnen niederknien und sagen: Super, was Sie uns da zugestanden haben!, wenn es doch eine Selbstverständlichkeit ist, dass das in ein solches Gesetz hineingeschrieben gehört. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Wer bringt das Geld ein? Wer bringt die Forschungsmittel? Das war der Maßstab!)
Abg. Großruck: Dann hätten Sie nichts zu reden gehabt!
Der dritte Punkt betrifft das Parlament an sich, denn wir haben hier im Ausschuss schon lange darüber diskutiert. Natürlich gebe ich Ihnen Recht, das ist eine neue Qualität, dass das Parlament über die Forschungsziele diskutieren kann, sie vielleicht sogar beschließen kann – das wissen wir noch nicht, das wird die Praxis zeigen; das wäre tatsächlich etwas völlig Neues und Positives –, aber ich frage auch: Wieso schreiben wir das dann nicht in das Gesetz hinein, wenn wir das ohnehin alle wollen? Wieso steht in Ihrem Antrag, dass der jährliche Bericht des FTE-Rates auch im Plenum verhandelt werden soll? (Abg. Großruck: Dann hätten Sie nichts zu reden gehabt!)
Abg. Dr. Brinek: Aber geh! Wer ist der Beleidigte!?
Diesmal eben leider nicht! (Abg. Dr. Brinek: Aber geh! Wer ist der Beleidigte!?) Daher wäre es uns lieber gewesen, es wäre im Gesetz gestanden, dann hätten wir uns als Fraktion wahrscheinlich auch leichter getan, zu sagen: Ja, wir wollen diesem Gesetz auch zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Diesmal eben leider nicht! (Abg. Dr. Brinek: Aber geh! Wer ist der Beleidigte!?) Daher wäre es uns lieber gewesen, es wäre im Gesetz gestanden, dann hätten wir uns als Fraktion wahrscheinlich auch leichter getan, zu sagen: Ja, wir wollen diesem Gesetz auch zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist, wie ich meine, entscheidend und ist uns sehr gut gelungen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Deshalb mein Appell an Sie – wir wissen inzwischen leider, dass er beim größeren Teil der Opposition ungehört verhallen wird –, diese Bemühungen um das Begehen neuer Wege auch politisch zu würdigen und abzusegnen. Verhandlungsbereitschaft war bis vor kurzem da. Die Hoffnung auf wirkliche Kooperation ist enttäuscht worden, zwar nicht von den Grünen, aber leider von der SPÖ. Anscheinend hat man eine Vorgangsweise gewählt, die aus politisch-taktischen Gründen eine angepeilte große Architektur gleich im Ansatz wenn nicht zerstören kann, so doch wenigstens nach Kräften stören will. Das ist schade, denn die Erreichung des großen Ziels einer Forschungsquote von 3 Prozent des BIP bis 2010 ist wichtig, sie ist realistisch. Dorthin, meine Damen und Herren, sind wir nicht zuletzt durch die heute zu beschließenden Gesetzesvorlagen auf einem guten, leider aber nicht ganz gemeinsamen Weg. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Brinek: Zwei Stunden lang!
einzugehen. (Abg. Dr. Brinek: Zwei Stunden lang!) Es war jedenfalls keine Differenz zwischen uns, Frau Kollegin. Das werden Sie zur Kenntnis nehmen müssen.
Beifall bei der SPÖ.
Jedenfalls ist bei uns im Endeffekt der Eindruck entstanden, dass es letztlich doch nicht darum geht, ein im Konsens getragenes Konzept hier zu beschließen, sondern dass es Ihnen letztlich doch darum geht, eine neue Struktur zu schaffen, um entsprechende parteipolitische Einfärbungen vorzunehmen. Deswegen können wir diesem Entwurf letztlich unsere Zustimmung doch nicht geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte hier abschließend noch betonen, dass wir sehr gerne bereit sind, über neue Modelle der Sozialpartnerschaft zu diskutieren und Verkrustungen aufzubrechen. Aber wir sind, sehr geehrte Damen und Herren, für eine Weiterentwicklung der demokratischen Mitentscheidungsmöglichkeiten und nicht für eine Rückentwicklung demokratischer Mitsprachemöglichkeiten zu gewinnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Damit zeigt sich also, dass diese Politik der Investition – besonders auch in Forschung und Bildung – die richtige Politik ist, um die Zukunft für die jungen Menschen zu sichern. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Mit ist es ein besonders großes Anliegen gewesen, eine gemeinsame Beschlussfassung zu erreichen, denn ich glaube, genauso wie Bildung sollte auch Forschung etwas sein, was von einer breiten gemeinsamen Basis in einem Staat getragen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf Ihnen jetzt etwa nur die Titelseite der letzten Ausgabe von „nature“ vom 17. Juni 2004 zeigen. (Die Rednerin hält die genannte Fachzeitschrift in die Höhe.) „Nature“ beschäftigt sich mit den Ergebnissen dieses österreichischen Institutes für Quantenoptik und Quanteninformation! Diesem Institut ist es weltweit zum ersten Mal gelungen, Quanten zu beamen, eine Teleportation von Quanten vorzunehmen! Das ist eine Sensation! Und: Wer keine Sensation erforscht hat, über den wird auch nicht in „nature“ berichtet! Dazu gratuliere ich den Forschern jedenfalls sehr, sehr herzlich! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben damit eine gute Basis geschaffen für unseren Forschungsnachwuchs, für die jungen Forscherinnen und Forscher und für die Forschungsarbeit an den Universitäten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Forscherinnen und Forscher sind auch froh darüber, dass diese Ansprechpartner Zeit haben, zusätzliche Beratungsleistungen sozusagen aus einer Hand gewähren – ich möchte da jetzt gleich für die schon bisher geleistete tolle Arbeit danken – und den Forscherinnen und Forschern so das Leben und deren Arbeit leichter machen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Da liegen wir im Bereich der entwicklungsrelevanten, zukunftsrelevanten und nachhaltigkeitsrelevanten Forschung im Segment der nachhaltigen Umweltpolitik, wo wir exzellent sind, international unter den 21 reichsten Industrienationen bereits an der weltweit drittbesten Stelle, weil wir in vielen Bereichen, insbesondere auch im steuerlichen Bereich, in der Erhöhung der Forschungsmittel in den letzten Jahren derartig große Erfolge zu verzeichnen hatten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Steibl: Was heißt da „sektiererisch“? Kann man das übersetzen? Das werden wir unseren Bauern sagen! Die SPÖ sagt, die Bauern sind sektiererisch!
Ich glaube, es fehlt nach wie vor die Landwirtschaft, die ja im Landwirtschaftsministerium immer sozusagen sehr sektiererisch mit einem relativ großen Forschungsbudget vertreten war. (Abg. Steibl: Was heißt da „sektiererisch“? Kann man das übersetzen? Das werden wir unseren Bauern sagen! Die SPÖ sagt, die Bauern sind sektiererisch!) – Ja, sie steht einfach außerhalb der österreichischen Forschung und bleibt jetzt auch außerhalb, und das ist grundsätzlich einmal schlecht. Ich höre ja aus den Gesprächen derer, die dabei waren, dass gar kein so großes Interesse vorhanden war, die Bauern oder die landwirtschaftliche Forschung hier mit zu integrieren.
Abg. Großruck: Haben der Raab und der Figl gesetzt!
Weil die Frau Bundesministerin die Tiroler Quantenforscher erwähnt hat, darf ich sagen: Diese Grundlagenforscher sind jetzt nicht deshalb so toll unterwegs, weil diese Bundesregierung in den letzten vier Jahren so viel für die Forschung getan hat, sondern weil die Voraussetzungen für diese Erfolge – und wir wissen, Grundlagenforschung ist ein langfristiges Projekt (Abg. Großruck: Haben der Raab und der Figl gesetzt!) – schon viel früher geschaffen wurden.
Beifall bei der SPÖ.
Das soll uns nur zusätzlich in der Überzeugung bestärken, dass unsere Forscher eine langfristige Finanzierungsgarantie benötigen. In diesem Sinne möchte ich an Sie appellieren, in dieser Richtung weiterzuarbeiten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Genehmigung der längerfristigen Programme durch die Minister ermöglicht auch verstärkte Planungssicherheit, und die dadurch eintretende Verwaltungsvereinfachung ist ebenfalls nicht zu übersehen. Die Umwandlung des Rates für Forschung und Technologieentwicklung in eine juristische Person wird ebenfalls von mir begrüßt. Ich denke mir, auch Sie, meine geschätzten Damen und Herren von der SPÖ, könnten sich einen Stoß geben und dieser Vorlage zustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster erteile ich Frau Abgeordneter Mag. Trunk das Wort, der ich bei dieser Gelegenheit sehr herzlich zu ihrem heutigen Geburtstag gratuliere. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Mag. Molterer: Dass Sie nicht zustimmen!
Es ist eine Tatsache und sehr gut so, dass die SPÖ-Fraktion sehr wesentliche Veränderungen bewirken konnte. Aber was bedeutet das? (Abg. Mag. Molterer: Dass Sie nicht zustimmen!) – Das bedeutet nicht, dass sich die SPÖ mit effizienten und für die Forschung und die Forschungsstruktur hervorragenden Konzepten durchgesetzt hat, sondern die Veränderungen beziehen sich auf ganz dringend notwendige Reparaturmaßnahmen, und das ist es.
Abg. Großruck: Uns tut nichts weh! – Zwischenruf des Abg. Murauer.
Wenn es Ihnen auch wehtut: Ich erinnere Sie in diesem Zusammenhang an die Pensionsreform, Ihre Privatisierungsmaßnahmen, die ich in Wirklichkeit Verschleuderung von Staatsvermögen nenne – bei der Abfangjäger-Geschichte und dergleichen. (Abg. Großruck: Uns tut nichts weh! – Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Murauer: Da merke ich gar nichts davon! – Abg. Großruck: Das ist das Parlament und keine Wunschsendung!
Tatsache ist nämlich, dass heute so oft von Verhandlungen und Kooperation die Rede ist, weil sich diese Regierung und diese Koalition von ÖVP und FPÖ in Wirklichkeit in einer schweren, dramatischen Krise befindet. (Abg. Murauer: Da merke ich gar nichts davon! – Abg. Großruck: Das ist das Parlament und keine Wunschsendung!) Deshalb verwendet man das Zauber- und Codewort, spricht von Verhandlungen und redet eine Kooperation herbei, die Sie in Wirklichkeit gar nicht wünschen.
Abg. Großruck: Nehmen Sie ein demokratisches Wahlergebnis zur Kenntnis!
Der zweiter Punkt ist ein Bundeskanzler, der im Kopf halb in Brüssel war und sich heute grußlos aus dem EU-Rat verabschiedet, eine Koalitionspartei, die bei der Bevölkerung noch 6 Prozent Zustimmung hat, und das Schweigen der gesamten Regierung zur Tatsache, dass jemand wie Andreas Mölzer Österreich in der EU vertritt. – Das wird unserem Image nicht förderlich sein. (Abg. Großruck: Nehmen Sie ein demokratisches Wahlergebnis zur Kenntnis!) Das ist die Wirklichkeit, und die glauben Sie, mit den Code- und Zauberworten „Kooperation“, „Zusammenarbeit“ und „Partnerschaft“ wettmachen zu können. (Abg. Wittauer: Zur Sache bitte! – Abg. Mag. Molterer: Meinen Sie die Kärntner Regierungskoalition?) Es trifft nur, was betrifft, und Ihre Aufregung bestätigt meine Aussagen.
Abg. Wittauer: Zur Sache bitte! – Abg. Mag. Molterer: Meinen Sie die Kärntner Regierungskoalition?
Der zweiter Punkt ist ein Bundeskanzler, der im Kopf halb in Brüssel war und sich heute grußlos aus dem EU-Rat verabschiedet, eine Koalitionspartei, die bei der Bevölkerung noch 6 Prozent Zustimmung hat, und das Schweigen der gesamten Regierung zur Tatsache, dass jemand wie Andreas Mölzer Österreich in der EU vertritt. – Das wird unserem Image nicht förderlich sein. (Abg. Großruck: Nehmen Sie ein demokratisches Wahlergebnis zur Kenntnis!) Das ist die Wirklichkeit, und die glauben Sie, mit den Code- und Zauberworten „Kooperation“, „Zusammenarbeit“ und „Partnerschaft“ wettmachen zu können. (Abg. Wittauer: Zur Sache bitte! – Abg. Mag. Molterer: Meinen Sie die Kärntner Regierungskoalition?) Es trifft nur, was betrifft, und Ihre Aufregung bestätigt meine Aussagen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Großruck: Uns sitzt bei der SPÖ nichts gegenüber, wenn wir in die erste Reihe schauen!
Gutes Nachdenken! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Großruck: Uns sitzt bei der SPÖ nichts gegenüber, wenn wir in die erste Reihe schauen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Besonders bedauerlich finde ich als Wissenschaftsfan, dass die SPÖ in Anbetracht der großen Bedeutung dieser heutigen Forschungsneuorientierung nicht mitgeht und sich eigentlich sehr ins Abseits stellt. Wie wir jedoch als Fußballexperten wissen, kann man aus so einem Abseits ganz einfach herauskommen, indem man einen Schritt in die richtige Richtung setzt. Wir jedenfalls sind Ihnen viele Schritte entgegengekommen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Hoffentlich redet der jetzt zur Sache! – Abg. Dr. Jarolim: Mehr als die Frau Ministerin jedenfalls! – Abg. Mag. Molterer: Das kann nur der Jarolim gewesen sein! Die „Qualität“ des Zwischenrufes weist auf Jarolim hin!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Krainer. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Hoffentlich redet der jetzt zur Sache! – Abg. Dr. Jarolim: Mehr als die Frau Ministerin jedenfalls! – Abg. Mag. Molterer: Das kann nur der Jarolim gewesen sein! Die „Qualität“ des Zwischenrufes weist auf Jarolim hin!)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist eine simplifizierte Sichtweise!
Der ursprüngliche Vorschlag der Regierung, diesen Aufsichtsrat mit den vier Ministerienvertretern und mit einer Art „Sozialpartnerschaft neu“ zu besetzen, nämlich mit fünf Arbeitgebervertretern und null Arbeitnehmervertretern, ist in Wahrheit beschämend. Mindestens so beschämend waren die Erklärungsversuche im Ausschuss dazu, unter dem Motto: Die Wirtschaft sind wir alle, und wenn ein Wirtschaftsvertreter dort ist, vertritt er ohnehin alle! (Abg. Dr. Jarolim: Das ist eine simplifizierte Sichtweise!) – Nicht nur simplifiziert, sondern das gab es schon, und das waren für mich im Prinzip sehr überraschende Dinge.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Es hat ja auch zu Gelächter geführt, als wir meinten, wir schlagen fünf Arbeitnehmervertreter und null Arbeitgebervertreter vor. Dieser Vorschlag ist natürlich genauso sinnlos. Ich glaube, dass Arbeitnehmervertreter genauso einen Beitrag zur Forschungspolitik leisten können wie Arbeitgebervertreter, und finde es eigentlich schade, dass das von der Regierung nicht so gesehen wird. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn ich mir hingegen anschaue, wie viele Initiativanträge und Gesetzesvorschläge wir hier eingebracht haben und wie vielen von Seiten der Regierung oder der kleinen Koalition zugestimmt wurde, muss ich sagen: Da fällt mir nur ein einziger Antrag in der laufenden Gesetzgebungsperiode ein. Man kommt also sehr schnell drauf: Die Fundamentalisten sitzen auf der Regierungsbank und in den Reihen der kleinen Koalition, aber sicher nicht auf Seiten der Opposition. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wahrscheinlich war das Gewicht von Herrn Broukal in dieser Waagschale zu gering. Aber, geschätzte Damen und Herren der SPÖ, die Tür ist noch offen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Es ist also leider so, dass wir zu keiner Einigung kommen konnten. Insgesamt weist das neue Gesetz sehr gute Züge auf, bei manchen Dingen konnten wir aber leider nicht mitgehen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Abg. Dr. Jarolim: Der Herr Murauer hat sicher einen anderen Eindruck!
Am Ende dieser Debatte entsteht für mich jetzt immer mehr der Eindruck, dass die SPÖ eigentlich mitgehen möchte. (Abg. Dr. Jarolim: Der Herr Murauer hat sicher einen anderen Eindruck!) Ich vermute da ein bisschen ein schlechtes Gewissen bei den Rednern, lieber Kollege, und das ist auch berechtigt. Ich weiß nicht, welches Problem Sie haben. Und wenn jemand den anderen Provokation vorwirft, dann möchte ich Ihnen in Erinnerung rufen, dass vor wenigen Tagen von dieser Stelle aus eine sehr starke Provokation ausgegangen ist, aber nicht von den Regierungsparteien, liebe Kollegin Walther.
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Für diese Entwicklung gibt es ja ganz klare Gründe; ein Grund dafür ist eben diese heutige Gesetzesvorlage, ebenso die Steuerreform in unserem Lande. Und ein weiterer Grund mag möglicherweise der deutsche Bundeskanzler selbst sein. Ich weiß es nicht, aber ich vermute das beziehungsweise habe ich gehört, dass manche Unternehmer in Deutschland keine Zukunft mehr sehen, diese aber für das Unternehmen, für jeden Unternehmerverantwortlichen, letztlich auch für die Arbeitnehmer auf Nummer sicher gehen möchten und daher rechtzeitig wichtige Entscheidungen treffen, damit ihr Unternehmen überleben kann. Dabei geht es aber nicht nur ums Überleben der Firma, sondern auch um den Weiterbestand der Arbeitsplätze für die Mitarbeiter. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abschließend: Forschung und Entwicklung wird damit auch für die Zukunft gesichert. Wenn jemand glaubt, wir dürfen uns nicht weiterentwickeln: Bei dieser Abstimmung wird jeder an seinem Verhalten gemessen werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Brinek: Das hat sie gesagt! Betriebsansiedlung!
Etwas habe ich allerdings in diesem Zusammenhang vermisst, nämlich die Steuerbelastung in unserem Lande. Diese Steuerbelastung wurde uns in den vergangenen Diskussionen nicht ... (Abg. Dr. Brinek: Das hat sie gesagt! Betriebsansiedlung!) – Nein, die Frau Bundesminister hat das nicht gesagt! Lesen Sie doch das Stenographische Protokoll nach! Die Frau Minister hat uns vorgegaukelt, dass die Steuerpolitik in unserem Lande ein wichtiges Ansiedelungsmoment sei. (Abg. Dr. Brinek: Die Steuerreform, das hat sie gesagt!)
Abg. Dr. Brinek: Die Steuerreform, das hat sie gesagt!
Etwas habe ich allerdings in diesem Zusammenhang vermisst, nämlich die Steuerbelastung in unserem Lande. Diese Steuerbelastung wurde uns in den vergangenen Diskussionen nicht ... (Abg. Dr. Brinek: Das hat sie gesagt! Betriebsansiedlung!) – Nein, die Frau Bundesminister hat das nicht gesagt! Lesen Sie doch das Stenographische Protokoll nach! Die Frau Minister hat uns vorgegaukelt, dass die Steuerpolitik in unserem Lande ein wichtiges Ansiedelungsmoment sei. (Abg. Dr. Brinek: Die Steuerreform, das hat sie gesagt!)
Abg. Zweytick: Umso wichtiger ist dieses Gesetz!
Der zweite Punkt, den ich hier erwähnen möchte, ist diese Sache mit Baxter. Frau Bundesministerin, ich wünsche mir auch, dass Baxter in den kommenden Jahren 700 neue Arbeitsplätze in Österreich schafft. – Die Wirklichkeit schaut jedoch so aus, dass Baxter vergangene Woche 85 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gekündigt hat! Das ist die Wirklichkeit! Das ist noch dazu in einer Form geschehen, die nicht nachahmenswürdig ist! (Abg. Zweytick: Umso wichtiger ist dieses Gesetz!)
Abg. Zweytick: Im Gegenteil: Das regt an!
Weshalb ich zu dieser Feststellung komme: Zwei Ministerien sind dafür zuständig, Gesellschafterrechte wahrzunehmen. Minister Bartenstein aber, der dafür auch zuständig ist, sitzt jetzt gar nicht hier auf der Regierungsbank. Und ein drittes Ministerium muss da auch noch eingebunden werden. Das provoziert natürlich Konflikte zwischen Ministerien (Abg. Zweytick: Im Gegenteil: Das regt an!), das provoziert lange Entscheidungswege, das provoziert auch Konflikte bei der Geschäftsführerbestellung, denn da ist auch noch der Aufsichtsrat einzubinden. Ich erwähne in diesem Zusam-
Zwischenruf des Abg. Zweytick.
Nächster Punkt, meine sehr geehrten Damen und Herren: Es gibt da drei verschiedene Aufsichtsratsgremien. (Zwischenruf des Abg. Zweytick.) – Hör zu! – Es gibt den Aufsichtsrat, dann gibt es einen Aufsichtsrat ohne Stimmrecht und weiters einen Beirat. Jetzt ist natürlich schon richtig: Das Wort „Aufsichtsrat“ an sich beinhaltet ja „Aufsicht“ und „Rat“. Die Frage ist jedoch: Warum braucht man da einen Aufsichtsrat ohne Stimmrecht? So nach dem Motto: Beratet die Berater!, müssen die die Aufsichtsräte beraten. Dann kommt noch zusätzlich der Beirat, der wiederum die Gesellschaft beraten und auch noch Projekte beschließen soll. – Es ist also wirklich nicht klar, wer da letztlich was zu bestimmen hat!
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man sich das so anschaut, dann kann man nur zu dem Schluss kommen, dass es sich dabei um ein organisations-theoretisches und gesellschaftsrechtliches Tohuwabohu handelt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zu diesem Beispiel fällt mir nur mehr Folgendes ein: Wer aus Fehlern der Vergangenheit – sprich Austria Wirtschafts Service – nichts lernt, ist gezwungen, diese zu wiederholen! – Aber nicht mit uns Sozialdemokraten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Als Letztes – es wurde schon im Ausschuss gefragt, wie das nun mit Aufsichtsrat und Beirat ist –: Hohes Haus! Ich war selber viele Jahre lang Geschäftsführer der Forschungsgesellschaft für das Straßenwesen. Ich sage Ihnen, es ist ganz wichtig, dass es auf der einen Seite die Geschäftsführung gibt und auf der anderen Seite einen wissenschaftlichen Beirat, der die Forschungsansuchen begutachtet, Stellungnahmen abgibt, der weiß, was alles geforscht wird, der Zugang zur Dokumentation et cetera hat und damit optimal beraten kann, welche Ansuchen gefördert werden sollen. Wir sind hier also auf einem guten Weg. Ich wünsche der neuen Forschungsorganisation in Österreich ein herzliches Glückauf. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich hoffe, dass all diese Dinge, die vorgeschlagen sind, der Vergangenheit angehören und wir nicht mehr in einem Wirrwarr und in einem Dschungel von Ministerkompetenzen stecken bleiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.
Schade, dass Sie nicht mitziehen! Wir hoffen, dass es Ihnen bei den künftigen Themen, die uns noch beschäftigen werden – mehr Frauen in der Forschung, die Förderung des Techniknachwuchses –, vielleicht doch gelingen wird, auf diesem national wichtigen Weg mit uns mitzugehen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Deshalb mein Plädoyer: Stimmen Sie nicht einfach meinen Antrag weg, sondern geben Sie ihm noch eine Chance! Wenn Sie das nicht tun, dann bringe ich ihn noch einmal in einer anderen Form ein. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Bleckmann.
Ich glaube, dass diese Verknüpfung zwischen wissenschaftlicher und unternehmerischer Erfahrung der einzige und richtige Weg ist, um eine positive Zukunft für den Bereich Forschung und Entwicklung sicherzustellen. Ich frage noch einmal die SPÖ, ob Sie es wirklich verantworten können, auf Grund einer einzigen Personalentscheidung diesem Gesetz, diesem wichtigen Gesetz nicht zuzustimmen. Ich dachte, dass wir im Parlament schon weiter sind. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Bleckmann.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher alles Gute für die neue Forschungsförderungsgesellschaft. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Minister sind auch noch da!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Hoch geschätzte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Großruck: Minister sind auch noch da!) – Frau Ministerin! Herr Minister! Diese Dringliche Anfrage, Herr Kollege Stummvoll, war natürlich ein Ausdruck Ihres schlechten Gewissens, das Sie im Zusammenhang mit dem Eurofighter-Deal haben, und hat im Übrigen jäh mit einem bildungspolitischen Eigentor geendet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: So schwach, wie Ihre Begründung ist, nehmen Sie sich selber nicht ernst!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: So schwach, wie Ihre Begründung ist, nehmen Sie sich selber nicht ernst!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Hoch geschätzte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Großruck: Minister sind auch noch da!) – Frau Ministerin! Herr Minister! Diese Dringliche Anfrage, Herr Kollege Stummvoll, war natürlich ein Ausdruck Ihres schlechten Gewissens, das Sie im Zusammenhang mit dem Eurofighter-Deal haben, und hat im Übrigen jäh mit einem bildungspolitischen Eigentor geendet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: So schwach, wie Ihre Begründung ist, nehmen Sie sich selber nicht ernst!)
Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal die Begründung von Ihrem Antrag! Sie nehmen sich selbst nicht ernst!
Ziel, meine Damen und Herren, war es einzig und allein, eine Diskussion über dieses Abfangjäger-Desaster abzuwürgen. Das wissen Sie, das weiß die Öffentlichkeit, das ist allgemein bekannt und sogar in Zeitungen nachzulesen. (Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal die Begründung von Ihrem Antrag! Sie nehmen sich selbst nicht ernst!) Sie, Kollege Scheibner stecken einfach den Kopf in den Sand. Sie wollen nichts hören, Sie wollen nichts sehen, Sie wollen nichts sagen – und vor allem wollen Sie nicht wissen, was sich international abspielt, Kollege Scheibner, denn Ihr Eurofighter-Projekt – das ist auch Ihres! – zerbröselt, im wahrsten Sinn des Wortes. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ziel, meine Damen und Herren, war es einzig und allein, eine Diskussion über dieses Abfangjäger-Desaster abzuwürgen. Das wissen Sie, das weiß die Öffentlichkeit, das ist allgemein bekannt und sogar in Zeitungen nachzulesen. (Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal die Begründung von Ihrem Antrag! Sie nehmen sich selbst nicht ernst!) Sie, Kollege Scheibner stecken einfach den Kopf in den Sand. Sie wollen nichts hören, Sie wollen nichts sehen, Sie wollen nichts sagen – und vor allem wollen Sie nicht wissen, was sich international abspielt, Kollege Scheibner, denn Ihr Eurofighter-Projekt – das ist auch Ihres! – zerbröselt, im wahrsten Sinn des Wortes. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
So allerdings wird eine Abrechnung durch den Wähler erfolgen, die sich gewaschen hat! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ellmauer: Weil ihm nichts mehr einfällt!
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Kräuter und GenossInnen! – 10 Minuten hätte er Zeit gehabt, 3 Minuten hat er gesprochen. (Abg. Ellmauer: Weil ihm nichts mehr einfällt!) Ihm fällt nichts mehr ein, denn das ist heute schon die 44. Auflage irgendeiner Anfrage, schriftlich oder mündlich, und wir erzählen uns gegenseitig immer wieder das Gleiche. Also, machen wir es heute noch einmal! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Kräuter und GenossInnen! – 10 Minuten hätte er Zeit gehabt, 3 Minuten hat er gesprochen. (Abg. Ellmauer: Weil ihm nichts mehr einfällt!) Ihm fällt nichts mehr ein, denn das ist heute schon die 44. Auflage irgendeiner Anfrage, schriftlich oder mündlich, und wir erzählen uns gegenseitig immer wieder das Gleiche. Also, machen wir es heute noch einmal! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das glaub’ ich Ihnen!
Eine interessante Bewertung der Politik finde ich in der morgigen „Kronen Zeitung“ von Dr. Nenning, der eigentlich sehr treffend darauf hinweist, wie er die Politik der Sozialdemokratie einschätzt. Ich schließe mich seinen Ausführungen natürlich gerne an. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das glaub’ ich Ihnen!)
Heiterkeit.
Meine Damen und Herren, sogar der Kollege Öllinger ist meiner Meinung. – Da muss ich fast nachdenken, ob ich wirklich richtig liege. (Heiterkeit.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines ist klar: Ohne Luftraumüberwachung gibt es keine internationalen Veranstaltungen mehr in unserem Land. Ohne Luftraumüberwachung gibt es keine Olympischen Spiele, auch nicht in Portugal die Fußball-Europameisterschaft. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Es gibt keine internationalen Konferenzen, und auch 2006 wird es schwierig schein, den Aspekt der Sicherheit für unser Land im Rahmen des Europäischen Vorsitzes darzustellen. (Abg. Gradwohl: Herr Kollege, wir haben ja noch gar keinen Eurofighter!)
Abg. Gradwohl: Herr Kollege, wir haben ja noch gar keinen Eurofighter!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines ist klar: Ohne Luftraumüberwachung gibt es keine internationalen Veranstaltungen mehr in unserem Land. Ohne Luftraumüberwachung gibt es keine Olympischen Spiele, auch nicht in Portugal die Fußball-Europameisterschaft. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Es gibt keine internationalen Konferenzen, und auch 2006 wird es schwierig schein, den Aspekt der Sicherheit für unser Land im Rahmen des Europäischen Vorsitzes darzustellen. (Abg. Gradwohl: Herr Kollege, wir haben ja noch gar keinen Eurofighter!)
Widerspruch der Abg. Bures. – Abg. Gradwohl: Welches Koalitionspapier sprechen Sie an?
Herr Kollege, mit euch ist es nicht einfach: 1999 wart ihr noch dafür ... – Frau Bures, schütteln Sie nicht den Kopf! Sie waren ja bei der Verhandlung dabei und haben darunter geschrieben: Jawohl, Bures ist für Luftraumüberwachung und Ankauf von Abfangjägern. (Widerspruch der Abg. Bures. – Abg. Gradwohl: Welches Koalitionspapier sprechen Sie an?)
Beifall bei der ÖVP.
Damals waren Sie dabei – und heute können Sie sich nicht mehr erinnern, weil es eine andere Koalition gibt! Warum macht ihr euch das denn so einfach? Mit der Sicherheit kann man – ich bitte euch höflich – nicht so umgehen! (Beifall bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Prähauser: Wir haben das ausgehandelt! Ihr wart in Opposition! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Da Herr Kollege Kräuter und GenossInnen in der Anfrage und in den Erläuterungen auf die Gegengeschäfte hingewiesen haben: Wir haben gesehen, dass es bei den Draken eine 100-prozentige Gegengeschäftsbestätigung gegeben hat. Nun haben wir einen Flieger gekauft, wo wir 200 Prozent verhandelt haben. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Prähauser: Wir haben das ausgehandelt! Ihr wart in Opposition! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das glauben Sie natürlich nicht, selbstverständlich, Herr Einem! Ist ja ganz klar. Wie könnten Sie einmal irgendetwas bestätigen, was von der ÖVP kommt?! Da können Sie nicht drüber; dafür habe ich Verständnis.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Lebhafte ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Sie sagen jetzt: Die Gegengeschäfte sind überhaupt das Schlechteste, das werden wir nie kriegen! – Wir werden es Ihnen in den nächsten 15 Jahren beweisen, wo selbstverständlich die ÖVP den Bundeskanzler stellen wird – und auch den Verteidigungsminister. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Lebhafte ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das heißt, wir haben bestens verhandelt, das Verhältnis Kosten – Nutzen stimmt, und es gibt keinen Anlass zu einer Prüfung oder zu einem Untersuchungsausschuss – schon gar nicht aus parteipolitischen Überlegungen, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich erinnere Sie an die Regierungsverhandlungen 1999. Es kam zu einem Ergebnis, in dem es hieß: nach Maßgabe der budgetären Möglichkeiten. – Diese sind bis heute nicht gegeben. Also von einem Beschluss der Sozialdemokraten, Flieger anzuschaffen, kann man hier beileibe nicht sprechen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Es gibt keine Wunde!
Wir als Opposition werden natürlich dafür sorgen, meine Damen und Herren, dass man hier Licht ins Dunkel bringt. Das ist unsere Aufgabe. Es ist Alarmstufe Rot. Warum verhindern Sie jede wirkliche Diskussion? Es ist uns ja nicht daran gelegen, Ihnen zu schaden, sondern gemeinsam Österreich zu helfen. Eine Dringliche Anfrage mit vordergründigen Sorgen um die Bildung zu stellen ist Ihre Sache. Wir werden hier keine Ruhe geben, wir werden den Finger so oft in diese Wunde legen, wie es uns richtig erscheint und so oft es für Österreich notwendig ist, um Geld zu sparen und eine vernünftige Politik voranzutreiben. (Abg. Großruck: Es gibt keine Wunde!)
Abg. Großruck: Wer glaubt denn so einen Blödsinn?
Aber es geht um etwas anderes. Der Flieger ist inzwischen in Deutschland in der ersten Stufe im Einsatz, und dort freut man sich, dass zeitweise bis zu 40 Prozent der bisher gelieferten Flieger flugtauglich sind. Manchmal sind es auch nur zwei Flieger und dann wieder fünf. (Abg. Großruck: Wer glaubt denn so einen Blödsinn?)
Abg. Mag. Molterer: Sie wollen, dass wir Schaden erleiden?!
Sie allerdings haben die Verantwortung, meine Damen und Herren, und die wollen wir Ihnen natürlich nicht abnehmen. Wir wollen Ihnen aber helfen, selbst Schaden zu erleiden. (Abg. Mag. Molterer: Sie wollen, dass wir Schaden erleiden?!) Daher werden wir versuchen, diese Punkte gemeinsam anzusprechen, gemeinsam aufzuklären und vielleicht doch einen Weg zu finden, Österreich dieses unselige Geschäft zu ersparen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie allerdings haben die Verantwortung, meine Damen und Herren, und die wollen wir Ihnen natürlich nicht abnehmen. Wir wollen Ihnen aber helfen, selbst Schaden zu erleiden. (Abg. Mag. Molterer: Sie wollen, dass wir Schaden erleiden?!) Daher werden wir versuchen, diese Punkte gemeinsam anzusprechen, gemeinsam aufzuklären und vielleicht doch einen Weg zu finden, Österreich dieses unselige Geschäft zu ersparen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das war hoffentlich keine Verwechslung, Frau Präsidentin?!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Bösch, Sie sind nun tatsächlich der Nächste auf der Rednerliste. Verzeihen Sie noch einmal die Verwechslung! – Bitte. (Abg. Scheibner: Das war hoffentlich keine Verwechslung, Frau Präsidentin?!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Prähauser, dass sich die SPÖ nicht mehr an die Zeiten erinnert, in denen sie Verantwortung für dieses Land getragen hat, ist bezeichnend. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Es reichen die alten!
Meine Damen und Herren! Sie haben auch in diesem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses überhaupt keine neuen Aspekte gebracht. (Abg. Öllinger: Es reichen die alten!) Die Argumente sind nach wie vor nicht stichhaltig.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir Freiheitlichen werden diesem Antrag selbstverständlich nicht zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es ist ein eigenartiges Phänomen, dass ausgerechnet in Österreich immer wieder davon gesprochen wird, dass man dann Verantwortung trägt, wenn man in der Regierung ist, während man sonst offensichtlich überhaupt nur verantwortungslos durchs Leben schlendert, und auch verantwortungslos auf dem Abgeordnetensessel sitzt. Da liegt ein Missverständnis vor, das eigentlich Ihnen von der FPÖ nicht passieren sollte, denn so oft und so viel regieren Sie auch nicht, und wenn, ist es desaströs. Also, man kann auch verantwortungslos regieren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber ich sage Ihnen: Die wirklich großen und erfolgreichen Aufklärungsprojekte und auch Untersuchungsausschüsse haben diese Vorläufe gehabt. Und immer waren es die Regierenden, die nicht anders, sondern genauso argumentiert haben, wie Ihre Redner das jetzt hier tun. Auch wenn Sie sich schon langweilen oder wenn es Sie belustigt: Das hat nur den Hintergrund des Tarnens, weil man sich den wirklichen Dingen nicht zuwenden will. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir haben aber recherchiert. Es ist keine Rede davon, dass Gegengeschäfte im Ausmaß von 1 Milliarde € unterschrieben sind, nicht einmal 10 Prozent davon! Das ist alles lächerlich, was Sie hier vorbringen! Und jetzt frage ich Sie: Wie schaut dieser Vertrag aus? Wer hat ihn gebrochen? Beziehungsweise: Warum werden die Zahlen nicht auf den Tisch gelegt, obwohl es versprochen wurde? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Murauer: Na, na, na, na, na!
Zu den Kosten, Kollege Murauer, damit auch da das Protokoll nicht ewig mit Unwahrheiten gestraft bleiben muss. (Abg. Murauer: Na, na, na, na, na!) Wenn Sie schon deutsche Vergleichspreise zitieren, dann nehmen Sie die richtigen! Es wird ja kein Zufall sein, dass der deutsche Rechnungshof den Haushaltsausschuss davor warnt, die zweite Tranche, aus der Österreich beziehen soll, zu diesen Preisen zu kaufen, wenn noch nicht einmal klar ist, zu welcher Menge, zu welcher Verfügbarkeit und Tauglichkeit das Gerät überhaupt zur Verfügung steht.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wissen Sie, was? Überall will man sich vom Eurofighter verabschieden, sogar in den Entwicklungs- und Betreiberländern, nur Sie wollen draufbleiben. – Gute Nacht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)