Eckdaten:
Für die 165. Sitzung der 25. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 480 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von den Abgeordneten Mag. Dr. Wolfgang Zinggl, Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich und Michael Bernhard
Petition betreffend „Kulturzentrum Mattersburg vor Abriss – Petition zur Rettung eines wichtigen Vertreters des Brutalismus in Österreich“ (Ordnungsnummer 99) (überreicht von den Abgeordneten Mag. Dr. Wolfgang Zinggl, Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich und Michael Bernhard)
überreicht vom Abgeordneten Erwin Angerer
Petition betreffend „Anerkennung von Heu als Lebensmittel“ (Ordnungsnummer 100) (überreicht vom Abgeordneten Erwin Angerer)
überreicht vom Abgeordneten Erwin Angerer
Petition betreffend „Erhalt der touristischen Einrichtungen am Reißeck/Kreuzeck sowie der dort befindlichen Schrägaufzüge“ (Ordnungsnummer 101) (überreicht vom Abgeordneten Erwin Angerer)
Die Anwesenden erheben sich von ihren Sitzplätzen. – Auf dem ehemaligen Platz auf der Regierungsbank von Bundesministerin Oberhauser liegt ein Bukett rosafarbener Rosen. – Die Abgeordneten und Regierungsmitglieder der SPÖ tragen rote Nelken am Revers.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich darf Sie bitten, sich für eine Gedenkminute von Ihren Plätzen zu erheben. (Die Anwesenden erheben sich von ihren Sitzplätzen. – Auf dem ehemaligen Platz auf der Regierungsbank von Bundesministerin Oberhauser liegt ein Bukett rosafarbener Rosen. – Die Abgeordneten und Regierungsmitglieder der SPÖ tragen rote Nelken am Revers.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Werte Kolleginnen und Kollegen! Es ist jetzt nicht so einfach, nach der Trauerminute als Erstrednerin hier zu stehen, aber ich glaube, es wäre auch im Sinne unserer verstorbenen Gesundheitsministerin gewesen, hier die politische Debatte wirklich weiterzuführen. Frau Präsidentin, Sie haben schon vieles gesagt, aber eines möchte ich noch ergänzen: Es war Frau Bundesministerin Oberhauser, die bis zum Schluss, trotz ihrer sehr schweren Erkrankung, immer die politische Debatte gesucht hat, und ich glaube, es wäre auch in ihrem Sinne, heute hier die Debatte weiterzuführen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen: Das ist der falsche Weg, denn letzten Endes werden wir diese Menschen alle wieder beim AMS haben – jene, die jetzt verdrängt werden, sowieso, und es werden immer weitere nachgeholt werden, denn dafür stehen Sie und Ihre Politik. Und das ist der falsche Weg, Herr Bundesminister! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn, dann müssen wir ordentlich in die Heimatländer abschieben, aber da – das muss man ehrlicherweise sagen – gibt es ein großes Problem, denn wir haben einen Außenminister, der die letzten zwei Jahre offensichtlich auf Urlaub gewesen ist. Jetzt tut er gerade so, als hätte er überhaupt nichts mitbekommen – vielleicht hatte er kein Telefon oder kein Internet –, aber Tatsache ist, er stellt sich hin, hält große Reden, wacht jetzt auf und spielt den Kraftmeier. In Wirklichkeit hat er bis heute kein einziges Rückführabkommen zustande gebracht, aber ohne das wird es nicht funktionieren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.
Ich sage Ihnen eines, Herr Bundesminister: Dieser Beschäftigungsbonus, den Sie bringen, ist ein einziges Bürokratiemonster, das Sie hier aufbauen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.
Das müssen Sie mir jetzt erklären! Da werden Steuermittel, Steuergelder über einen privaten Verein ausbezahlt, wo es doch das AMS gibt. Wozu haben wir denn das AMS? – Es wäre also ganz nett, wenn Sie mir, uns allen und vor allem den österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern das noch ein wenig näher erklärten. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.)
Beifall bei der FPÖ.
Es wird nicht funktionieren, wenn Sie nicht versuchen, den österreichischen Arbeitsmarkt nachhaltig zu stabilisieren. Dazu braucht es nun einmal eine sektorale Schließung des Arbeitsmarktes. (Beifall bei der FPÖ.) Denn der Sinn der Arbeitnehmerfreizügigkeit war schon, dass es zu einem Ausgleich von Arbeitskräften kommt – und nicht zu einer Einbahn in Richtung Österreich. Das ist heute kein Ausgleich, und daher wäre es so notwendig, dass Sie sich auf EU-Ebene für eine Schließung einsetzen. Sie haben uns im Sozialausschuss erklärt, dass Sie es probiert haben, aber Sie seien allein geblieben. – Dann ist das ganz genau das Problem! Die österreichische Bundesregierung und ihre Mitglieder bleiben immer allein in der EU, weil sie es einfach nicht mit Nachhaltigkeit und mit Druck versuchen, sondern sie denken nur etwas an, sie reden über etwas. Dann werden sie niedergestimmt und dann schweigen sie.
Beifall bei der FPÖ.
Das ist doch das Problem! Darum ist Österreich auch das einzige EU-Land, in dem die Arbeitslosigkeit permanent steigt, während sie in allen anderen EU-Ländern sinkt. Es ist nicht so, dass es nicht möglich wäre, etwas zu tun. Erinnern Sie sich: Bevor es zum Brexit kam, hatten die Briten bereits ausverhandelt, dass die Arbeitnehmerfreizügigkeit eben eingeschränkt wird. Warum ist es für Großbritannien gegangen? Warum geht es für Österreich nicht? Erklären Sie das bitte jetzt den Zusehern! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen eines – und das sage ich Ihnen in aller Deutlichkeit –: Für uns gilt nach wie vor: Österreich zuerst! Es kann nicht sein, dass in Österreich ein Verdrängungswettbewerb stattfindet, wo unqualifiziertes Personal, wo Niedriglohnarbeiter in Massen importiert werden, die die eigenen, im Land befindlichen Menschen verdrängen. Österreich ist nicht das Welt-Sozialamt, nicht das Welt-Arbeitsamt, nicht das Welt-Ausbildungsamt. Mit dieser Flickschusterei werden Sie den Arbeitsmarkt jedenfalls nicht umdrehen können! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Dann hättet ihr es machen müssen!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Alois Stöger, diplômé, betraut mit der Fortführung der Verwaltung des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren Zuseherinnen und Zuseher hier und vor den Bildschirmen! Ich darf mich bedanken – bedanken bei der FPÖ, dass sie dieses Thema für die Aktuelle Stunde gewählt hat. Ich bedanke mich deshalb, weil deutlich geworden ist, dass die Bundesregierung dem Thema Arbeitsmarktpolitik und dem Thema Beschäftigung auch höchsten Stellenwert einräumt. (Abg. Kickl: Dann hättet ihr es machen müssen!)
Abg. Neubauer: Warum? Wieso denn?
Manches an Kritik ist durchaus berechtigt. Es gibt auf dem europäischen Arbeitsmarkt tatsächlich ein zentrales Problem, nämlich dadurch begründet, dass viele Investitionsmaßnahmen nicht stattfinden konnten und auch die staatlichen Spielräume massiv eingeschränkt wurden. (Abg. Neubauer: Warum? Wieso denn?) Wir als Österreich haben uns dafür starkgemacht, dass wir den österreichischen Arbeitsmarkt verbessern, dass wir den österreichischen Arbeitsmarkt mit Investitionen stärken können.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht übers ...!
Wir haben im Regierungsprogramm sehr klar gesagt, dass der Beschäftigungsbonus sehr wichtig ist, weil wir der Industrie, den Betrieben für die zusätzlichen Arbeitsplätze, die geschaffen werden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht übers ...!), Unterstützung bieten wollen. Wir haben ganz klar gesagt, wir machen eine „Beschäftigungsaktion 20.000“. Wir wollen 20 000 Menschen, die langzeitarbeitslos sind und nur einen Mangel haben – und das ist kein Mangel, das ist Erfahrung –, und zwar den, dass sie das Alter haben, das ich habe, nämlich älter als 50 zu sein, fördern. Sie haben auf dem Arbeitsmarkt deshalb keine Chance, weil sie einfach ein Lebensalter erreicht haben, das über 50 liegt.
Beifall bei der SPÖ.
Diese Menschen haben immer gut gearbeitet, und vielleicht ist die Firma geschlossen worden, in Konkurs gegangen – was auch immer. Nur aufgrund dieser Tatsache sind viele Menschen arbeitslos, und wir haben gesagt, wir wollen diesen Menschen eine Garantie geben, dass sie im öffentlichen Bereich Arbeit finden – Arbeitsplätze in Unternehmen, bei Gemeinden oder auch bei Sozialträgern. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Von wem?
Sie haben den Beschäftigungsbonus angesprochen: Auch da werden wir drei Jahre lang 50 Prozent der Lohnnebenkosten für jene Unternehmen, die zusätzliches Personal aufnehmen, zur Verfügung stellen. Warum macht das das aws? – Das sage ich ganz deutlich: Da geht es um eine Förderung, und das aws ist der Förderungsabwickler der Wirtschaft. Daher macht das auch das aws. Es ist auch relativ gut kontrolliert (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Von wem?), es ist eine Einrichtung des Wirtschaftsministeriums und natürlich auch parlamentarisch kontrolliert.
Beifall bei der SPÖ.
1 500 € Mindestlohn bekommen. Ich bedanke mich daher bei den Sozialpartnern dafür, dass sie bereit waren, zuzugestehen, bis zum Sommer eine Lösung zu haben, damit der Mindestlohn von 1 500 € umgesetzt werden kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kassegger: Hoffentlich nicht! – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.
Da Sie im Thema der Aktuellen Stunde auch die Pensionen angesprochen haben: Ich habe in den letzten Tagen und Wochen auch viele Diskussionen mit Menschen aus der Bundesrepublik Deutschland geführt. Es sind Abgeordnete in dieses Haus gekommen und haben gefragt: Wie macht denn ihr das mit der Pension?, weil sie gemerkt haben, dass das österreichische Pensionsrecht jenes Recht ist, das zur Benchmark in ganz Europa geworden ist. (Abg. Kassegger: Hoffentlich nicht! – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.) Daran sehen wir, dass die Themen, die Sie hier im Parlament beschlossen haben, auch international sehr gut ankommen.
Abg. Peter Wurm: ... Männer!
Wir haben ganz deutlich gesagt, wir brauchen ein Integrationsjahr in Österreich. Warum? – Weil Menschen zu uns kommen, junge Menschen, die unsere Kultur kennenlernen müssen (Abg. Peter Wurm: ... Männer!), die sich auch mit den Arbeitsmöglichkeiten in Österreich auseinandersetzen müssen. Wir wissen natürlich, die beste Integrationsform ist, in Arbeit zu stehen und für den eigenen Lebensunterhalt durch Arbeit selbst sorgen zu können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wissen wir eh!) Das wollen wir. Daher haben wir das Integrationsjahr ganz deutlich umgesetzt, bei dem es darum geht, die Sprache zu vermitteln, die Werte zu vermitteln, Arbeitstrainings zu ermöglichen, aber auch die Qualifikationen dieser Menschen hervorzuheben.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wissen wir eh!
Wir haben ganz deutlich gesagt, wir brauchen ein Integrationsjahr in Österreich. Warum? – Weil Menschen zu uns kommen, junge Menschen, die unsere Kultur kennenlernen müssen (Abg. Peter Wurm: ... Männer!), die sich auch mit den Arbeitsmöglichkeiten in Österreich auseinandersetzen müssen. Wir wissen natürlich, die beste Integrationsform ist, in Arbeit zu stehen und für den eigenen Lebensunterhalt durch Arbeit selbst sorgen zu können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wissen wir eh!) Das wollen wir. Daher haben wir das Integrationsjahr ganz deutlich umgesetzt, bei dem es darum geht, die Sprache zu vermitteln, die Werte zu vermitteln, Arbeitstrainings zu ermöglichen, aber auch die Qualifikationen dieser Menschen hervorzuheben.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Sprachkurse wären das genau?
Was mir ganz wichtig ist – Sie haben es angesprochen –: Es geht um die Frage der Qualifikation. Wir haben in Österreich Menschen, die als Ausbildung eine Lehre absolviert haben. Wir wissen, dass das österreichische Beschäftigungswunder auch damit zu tun hat, dass die Menschen in der dualen Berufsausbildung Fertigkeiten entwickelt haben, die sie und damit Österreich gegenüber anderen Ländern auszeichnen. Diese Menschen, die eine Lehre gemacht haben, wollen wir stärken. Daher haben wir ganz deutlich gesagt, wir wollen die Lehre aufwerten, indem wir die Kosten von Vorbereitungskursen für die Lehrabschlussprüfung übernehmen, indem wir die Finanzierung von Sprachkursen zustande bringen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Sprachkurse wären das genau?)
Zwischenruf der Abg. Schimanek.
Ich hätte auch gerne die Lehre aufgewertet, indem wir auch die Führerscheinprüfung unterstützen. (Zwischenruf der Abg. Schimanek.) Das ist noch nicht umgesetzt, aber es wäre eine wichtige Maßnahme in diesem Bereich. Ich selbst habe eine Lehre absolviert, und daher weiß ich, was alles man da lernen kann und wie wichtig das für die österreichische Wirtschaft ist. Und daher möchte ich mich gerade an jene Menschen wenden, die die österreichische Facharbeit so stärken.
Abg. Kickl: „Wünsch Dir was“!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zum Schluss kommend: Die Lebensbedingungen der Menschen daheim sind entscheidend, sie sind auch für Europa entscheidend. Die Lebensbedingungen und Arbeitsbedingungen müssen in Europa gleich, und zwar gleich gut werden – für alle. (Abg. Kickl: „Wünsch Dir was“!) Dazu müssen wir uns verstärkt anstrengen, denn wenn die Distanz zwischen Wien und anderen
Abg. Kickl: Und weiße Weihnachten! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was genau werdet ihr da machen? – Zwischenruf des Abg. Lugar.
Ländern sehr kurz ist – 60, 70 Kilometer –, dann ist es wichtig, dass die Lebensbedingungen auf dieser Seite und auf der anderen Seite der Grenze gleich sind. (Abg. Kickl: Und weiße Weihnachten! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was genau werdet ihr da machen? – Zwischenruf des Abg. Lugar.) Das ist eine Herausforderung für Europa. In diese Richtung werden wir arbeiten.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mit österreichischem Steuergeld!
Da ist die Stärkung der sozialen Säule in Europa ein wichtiges Thema. Das werden wir in den nächsten Räten ganz intensiv einbringen. Wir arbeiten dafür. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mit österreichischem Steuergeld!) Kritik ist etwas Einfaches – das ist leicht –, aber es ist ganz entscheidend, dass wir hier die weiteren Schritte setzen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... nächsten zwei Jahre!
Mit dem Regierungsprogramm, mit dem Beschäftigungsprogramm „Beschäftigungsaktion 20.000“, mit der Maßnahme des Beschäftigungsbonus, mit der Qualifikationsoffensive, mit der Stärkung der Lehre hat die Bundesregierung ihre Beiträge geleistet. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... nächsten zwei Jahre!)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Bevor ich mich dem Thema widme, darf ich die Schülerinnen und Schüler der Neuen Mittelschule Schwertberg im Namen unserer Abgeordneten Marianne Gusenbauer-Jäger und aller Abgeordneten dieses Hohen Hauses recht herzlich begrüßen. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Walter Rosenkranz: Na ja, das, was sie sagt, schon!
Wir leben in einer sehr bewegten Zeit – wir alle bekommen das mit –; und ja, Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein, es ist nicht alles super. (Abg. Walter Rosenkranz: Na ja, das, was sie sagt, schon!) Wir haben natürlich mit Problemen zu kämpfen, was den Arbeitsmarkt betrifft, der sehr schwierige Rahmenbedingungen hat. Und wenn Sie in Ihrem Statement von Masseneinwanderung sprechen, sichere Arbeitsplätze und Pensionen fordern und sagen, unser Sozialsystem sei gefährdet, dann muss ich schon sagen, man muss sich die Ursachen anschauen.
Abg. Mölzer: Wir haben das nicht unterschätzt! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Peter Wurm.
Sie werden mir sicherlich recht geben: Eine der größten Ursachen ist, dass wir das vielleicht alle miteinander etwas unterschätzt haben. (Abg. Mölzer: Wir haben das nicht unterschätzt! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Peter Wurm.) Die Personenfreizügigkeit ist eine der vier Grundfreiheiten und damit Teil dieses EU-Vertrags, und auch Sie, die FPÖ, haben als Partei in Regierungsverantwortung 2003 die EU-Erweiterung mitbeschlossen. (Abg. Schopf: Genau! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber der Arbeitsmarkt war nicht geöffnet!) Schieben und reden wir die Dinge nicht immer weg, sondern sagen wir ganz einfach: Ja, die größte EU-Erweite-
Abg. Schopf: Genau! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber der Arbeitsmarkt war nicht geöffnet!
Sie werden mir sicherlich recht geben: Eine der größten Ursachen ist, dass wir das vielleicht alle miteinander etwas unterschätzt haben. (Abg. Mölzer: Wir haben das nicht unterschätzt! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Peter Wurm.) Die Personenfreizügigkeit ist eine der vier Grundfreiheiten und damit Teil dieses EU-Vertrags, und auch Sie, die FPÖ, haben als Partei in Regierungsverantwortung 2003 die EU-Erweiterung mitbeschlossen. (Abg. Schopf: Genau! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber der Arbeitsmarkt war nicht geöffnet!) Schieben und reden wir die Dinge nicht immer weg, sondern sagen wir ganz einfach: Ja, die größte EU-Erweite-
Zwischenrufe bei der FPÖ.
rung ist 2003 in diesem Hohen Haus beschlossen worden unter Regierungsverantwortung der FPÖ und mit einstimmiger Annahme der FPÖ. Das sind einmal die Fakten. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Die größte EU-Erweiterung hat am 9. Juli 2003 stattgefunden.
Abg. Kickl: Ihnen! – Heiterkeit bei der FPÖ.
Anstatt jetzt hier in diesem Hohen Haus zu diskutieren, welche Stelle was abwickeln soll, wäre es viel gescheiter, daran zu arbeiten, wie wir es schaffen, diesen Beschäftigungsbonus bestmöglich umzusetzen. Ich möchte Sie an die Worte unseres Bundeskanzlers erinnern, der Sie, alle Oppositionsparteien, eingeladen hat, auch an diesem Maßnahmenpaket in den nächsten Wochen und Monaten mitzuwirken, und es wird an Sie liegen, sich entsprechend einzubringen. (Abg. Kickl: Ihnen! – Heiterkeit bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Aubauer.
Es liegt jetzt wirklich an uns allen – den politischen Parteien –, in den nächsten Wochen und Monaten hier politische Arbeit zu leisten, um diesen Einflüssen entgegenzuwirken. Dazu lade ich Sie ein, und ich erwarte mir wirklich, dass wir in dieser Diskussion inhaltlich sehr sachlich und auch fair miteinander umgehen. – In diesem Sinne danke ich für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Aubauer.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
zur „Masseneinwanderung ins Sozialsystem“, wie es im Titel heißt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Steinbichler. – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.
Für uns als ÖVP ist absolut klar, dass alles zu unternehmen ist, um die Arbeitslosigkeit entschieden zu bekämpfen; und das geht in erster Linie – und so sieht es die Österreichische Volkspartei immer – durch die Unterstützung der heimischen Wirtschaft, damit Arbeitsplätze entstehen. Es ist aber auch die ÖVP, die sich immer wieder ganz konsequent auch im Diskurs mit dem Koalitionspartner für ein zukunftsfittes Pensionssystem einsetzt. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler. – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es ist uns allen klar, dass wir hier entsprechende Schritte setzen müssen, um das Pensionssystem dauerhaft abzusichern; und wir haben gerade auch mit dem Pensionspaket Ende letzten Jahres, 2016, wieder wichtige Schritte gesetzt. Für uns ist aber klar, dass dem auch weitere folgen müssen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn?!
Zum zweiten Teil Ihres Themas der Aktuellen Stunde, der „Masseneinwanderung ins Sozialsystem“, einige Feststellungen: Es ist die ÖVP, die ganz vehement darauf drängt und in der operativen Umsetzung in der Bundesregierung auch schaut, die Zuwanderung zu begrenzen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn?!) Wir sprechen uns ganz klar für Obergrenzen aus und auch für Abschiebungen. Gerade gestern im Ministerrat wurde das aktuelle Fremdenrechtspaket beschlossen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla! – Abg. Schwentner: Sind Sie stolz darauf?), und da haben Sie als FPÖ die Gelegenheit (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla!), dem zuzustimmen und nicht so wie beim Staatsschutzgesetz alles zu fordern und dann bei der Abstimmung hier im Haus zu kneifen. So stellt man sich konsequente Arbeit nicht vor. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla! – Abg. Schwentner: Sind Sie stolz darauf?
Zum zweiten Teil Ihres Themas der Aktuellen Stunde, der „Masseneinwanderung ins Sozialsystem“, einige Feststellungen: Es ist die ÖVP, die ganz vehement darauf drängt und in der operativen Umsetzung in der Bundesregierung auch schaut, die Zuwanderung zu begrenzen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn?!) Wir sprechen uns ganz klar für Obergrenzen aus und auch für Abschiebungen. Gerade gestern im Ministerrat wurde das aktuelle Fremdenrechtspaket beschlossen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla! – Abg. Schwentner: Sind Sie stolz darauf?), und da haben Sie als FPÖ die Gelegenheit (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla!), dem zuzustimmen und nicht so wie beim Staatsschutzgesetz alles zu fordern und dann bei der Abstimmung hier im Haus zu kneifen. So stellt man sich konsequente Arbeit nicht vor. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla!
Zum zweiten Teil Ihres Themas der Aktuellen Stunde, der „Masseneinwanderung ins Sozialsystem“, einige Feststellungen: Es ist die ÖVP, die ganz vehement darauf drängt und in der operativen Umsetzung in der Bundesregierung auch schaut, die Zuwanderung zu begrenzen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn?!) Wir sprechen uns ganz klar für Obergrenzen aus und auch für Abschiebungen. Gerade gestern im Ministerrat wurde das aktuelle Fremdenrechtspaket beschlossen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla! – Abg. Schwentner: Sind Sie stolz darauf?), und da haben Sie als FPÖ die Gelegenheit (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla!), dem zuzustimmen und nicht so wie beim Staatsschutzgesetz alles zu fordern und dann bei der Abstimmung hier im Haus zu kneifen. So stellt man sich konsequente Arbeit nicht vor. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum zweiten Teil Ihres Themas der Aktuellen Stunde, der „Masseneinwanderung ins Sozialsystem“, einige Feststellungen: Es ist die ÖVP, die ganz vehement darauf drängt und in der operativen Umsetzung in der Bundesregierung auch schaut, die Zuwanderung zu begrenzen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn?!) Wir sprechen uns ganz klar für Obergrenzen aus und auch für Abschiebungen. Gerade gestern im Ministerrat wurde das aktuelle Fremdenrechtspaket beschlossen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla! – Abg. Schwentner: Sind Sie stolz darauf?), und da haben Sie als FPÖ die Gelegenheit (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla!), dem zuzustimmen und nicht so wie beim Staatsschutzgesetz alles zu fordern und dann bei der Abstimmung hier im Haus zu kneifen. So stellt man sich konsequente Arbeit nicht vor. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es wird bei diesem neuen Fremdenrechtspaket für diejenigen, die ausreisepflichtig sind, keine Grundversorgung mehr geben, und es wird auch schnellere Ausweisungen und Asylaberkennungen bei straffälligen Asylwerbern geben. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Walter Rosenkranz: Ha, ha, wann denn?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ein Wort auch, weil Sie das immer wieder ansprechen, zur Bedarfsorientierten Mindestsicherung: Die ÖVP ist immer für eine Deckelung der Mindestsicherung eingetreten, und vor allem auch für eine niedrigere Mindestsicherung für Asylberechtigte. (Abg. Walter Rosenkranz: Ha, ha, wann denn?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Gerade in den ÖVP-geführten Bundesländern – in Oberösterreich sind Sie sogar mit in der Landesregierung –, in Oberösterreich und Niederösterreich sind diese Deckelungen und Restriktionen schon eingeführt worden (Abg. Kickl: Der Pühringer ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ); und Sie können Ihren Fokus ganz stark auf die Stadt Wien legen, da hat nämlich der Rechnungshof gerade dieser Tage einen erschütternden Bericht vorgelegt. Da sind Handlungen zu setzen, da ist gegenzusteuern! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Der Pühringer ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Ein Wort auch, weil Sie das immer wieder ansprechen, zur Bedarfsorientierten Mindestsicherung: Die ÖVP ist immer für eine Deckelung der Mindestsicherung eingetreten, und vor allem auch für eine niedrigere Mindestsicherung für Asylberechtigte. (Abg. Walter Rosenkranz: Ha, ha, wann denn?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Gerade in den ÖVP-geführten Bundesländern – in Oberösterreich sind Sie sogar mit in der Landesregierung –, in Oberösterreich und Niederösterreich sind diese Deckelungen und Restriktionen schon eingeführt worden (Abg. Kickl: Der Pühringer ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ); und Sie können Ihren Fokus ganz stark auf die Stadt Wien legen, da hat nämlich der Rechnungshof gerade dieser Tage einen erschütternden Bericht vorgelegt. Da sind Handlungen zu setzen, da ist gegenzusteuern! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein Wort auch, weil Sie das immer wieder ansprechen, zur Bedarfsorientierten Mindestsicherung: Die ÖVP ist immer für eine Deckelung der Mindestsicherung eingetreten, und vor allem auch für eine niedrigere Mindestsicherung für Asylberechtigte. (Abg. Walter Rosenkranz: Ha, ha, wann denn?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Gerade in den ÖVP-geführten Bundesländern – in Oberösterreich sind Sie sogar mit in der Landesregierung –, in Oberösterreich und Niederösterreich sind diese Deckelungen und Restriktionen schon eingeführt worden (Abg. Kickl: Der Pühringer ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ); und Sie können Ihren Fokus ganz stark auf die Stadt Wien legen, da hat nämlich der Rechnungshof gerade dieser Tage einen erschütternden Bericht vorgelegt. Da sind Handlungen zu setzen, da ist gegenzusteuern! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Steinbichler, Schimanek, Kickl und Walter Rosenkranz.
Da es gerade dazupasst: Für die ÖVP ist Folgendes auch selbstverständlich, und wir werden es auch durchziehen: die Anpassung der Familienbeihilfe bei ausländischen Kindern an das dortige Preisniveau. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit, und wir werden das auch entsprechend umsetzen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Steinbichler, Schimanek, Kickl und Walter Rosenkranz.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Riemer: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Walter Rosenkranz: Wer zu spät kommt, den bestraft die Bürokratie!
Für uns ist klar: Jede und jeder Arbeitslose ist eine/einer zu viel, und wir müssen Maßnahmen setzen, um diese in Beschäftigung zu bringen. Die ÖVP und die Bundesregierung tun das. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Riemer: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Walter Rosenkranz: Wer zu spät kommt, den bestraft die Bürokratie!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Werner Neubauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrter Kollege Muchitsch! Sehr geehrter Kollege Hammer! Zur Personenfreizügigkeit in der EU ist ja wohl ganz klar eines festzuhalten: Illegale Zuwanderung ist gesetzwidrig, war gesetzwidrig und wird gesetzwidrig bleiben! (Beifall bei der FPÖ.) Und dafür steht diese Bundesregierung, und deshalb hat sie auch die Verantwortung dafür zu übernehmen, wie diese Angelegenheit in der Gegenwart und in der Zukunft zu bewältigen sein wird.
Beifall bei der FPÖ.
Zum Pensionssystem, meine sehr geehrten Damen und Herren, möchte ich sagen, die Freiheitliche Partei bekennt sich natürlich zum staatlichen Pensionssystem, dem sogenannten Umlageverfahren, aber zwei Dinge sind für uns dabei maßgeblich, nämlich: Einerseits muss sichergestellt sein, dass die Pension ein Altern in Würde auf jeden Fall gewährleistet, und andererseits darf es keine Armut in der Pension geben. (Beifall bei der FPÖ.) Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind die beiden wichtigsten Herausforderungen, vor denen wir stehen, und diese Herausforderungen haben wir – wie Herr Bundesminister Stöger auch schon angesprochen hat – in der letzten Woche auch gemeinsam mit Vertretern aus dem Deutschen Bundestag besprochen.
Beifall bei der FPÖ
Sie haben gesagt, die Situation in Österreich sei so toll, die Deutschen würden uns darum beneiden. Dazu darf ich Ihnen schon eines sagen: Dieses Sozialschmarotzertum, das es hier in Österreich gibt, das ist das, was uns, was dieses Pensionssystem an den Rand der Leistbarkeit bringt (Beifall bei der FPÖ), und das ist wirklich nichts, worum uns die Deutschen beneiden! Praktisch jede Woche wird ein neuer Skandal aufgedeckt, wo das Sozialsystem in Österreich durch irgendwelche Kanäle ausgenutzt wird. Und das soll es in Zukunft nicht mehr geben! Erst vor einer Woche hat der Rechnungshof wieder aufgezeigt, was hier in Wien los ist, wie hier das System ausgenutzt wird. Ich bin überzeugt davon, dass mein Kollege Wurm darauf noch näher eingehen wird.
Beifall bei der FPÖ.
kommen, entstanden. Es wird kaum mehr wirklich Produktives in unser Sozialsystem eingezahlt, und dieses Geld fehlt uns dann auch bei den Pensionen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Deshalb bekommen wir auch immer geringere Pensionen ausbezahlt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Strolz und Dietrich.
Dem müssen wir massiv gegensteuern! Zu dem System bekennen wir uns, aber, Herr Bundesminister, wir müssen endlich darangehen, eine Harmonisierung des Pensionssystems zu erreichen, alle Systeme nach dem ASVG geregelt zu bekommen. Es liegt in Ihrer Verantwortung, endlich mit allen dafür Zuständigen in Wien, in den Bundesländern, die das bis heute nicht umgesetzt haben, in Kontakt zu treten und auf eine Umsetzung zu drängen. Es kann nicht sein, dass Sie bei den von der Sozialdemokratie dominierten Ländern immer wieder zuschauen, dass keine Harmonisierung des Systems erfolgt, dass das Pensionsantrittsalter nicht eingehalten wird – es fehlen teilweise zehn und mehr Jahre auf das gesetzliche Pensionsantrittsalter von 65 Jahren –, dass bei den ÖBB das Pensionsantrittsalter nicht eingehalten wird, dass in Wien das Pensionsantrittsalter nicht eingehalten wird. Wir alle zahlen für die mit! Daneben gibt es auch noch die Luxuspensionen, die bis heute nicht in dem Ausmaß geregelt sind, wie wir uns das vorstellen würden. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Strolz und Dietrich.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Strolz und Dietrich.
Vor zwei Tagen hat die Industriellenvereinigung gemeinsam mit dem IHS eine Studie veröffentlicht. Wissen Sie, Herr Bundesminister, was aus dieser Studie hervorgegangen ist? – Die Forderung, die neun Gebietskrankenkassen auf vier zusammenzulegen, weil man darin das größte Einsparungspotenzial im Sozialsystem ortet! Was fordert Kollege Kickl seit zehn Jahren? – Genau diese Zusammenlegung der Gebietskrankenkassen! Herr Bundesminister, es wird wirklich Zeit, dass Sie endlich handeln und die Zusammenlegung der Gebietskrankenkassen vorantreiben! Da sind Sie wirklich gefordert, Herr Bundesminister! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Strolz und Dietrich.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abg. Dietrich.
Eines muss klar sein: Dieses Pensionssystem ist nur dann noch leistbar, wenn wir all diese notwendigen Schritte setzen, anderenfalls sind Sie in der Pflicht, der Jugend zu erklären, warum sie einmal keine Pension mehr bekommen wird. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abg. Dietrich.)
Rufe bei der FPÖ: Wie der Herr Bundeskanzler!
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Frau Präsidentin! Guten Morgen, Herr Minister! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich erspare mir jetzt nähere Kommentare, weil ich, ganz ehrlich gesagt, nicht nachvollziehen kann, worauf die FPÖ jetzt abzielt – das waren bisher sehr verwirrende Statements Ihrerseits zu dem von Ihnen selbst gewählten Thema –, was ich aber schon anmerken möchte, ist, dass es offensichtlich Ihrem Klubobmann, Herrn Strache, nicht wert ist, anwesend zu sein, wenn es um nichts Geringeres als um das Sozialsystem in Österreich, um die Menschen in Österreich geht. Ihm ist es wichtiger, bei einer Veranstaltung der rechtspopulistischen Partei AfD in Deutschland zu sein (Rufe bei der FPÖ: Wie der Herr Bundeskanzler!) und hier zu fehlen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neubauer: Wo ist die Glawischnig?) – Frau Glawischnig ist hier, sie ist kurz hinausgegangen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neubauer: Wo ist die Glawischnig?
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Frau Präsidentin! Guten Morgen, Herr Minister! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich erspare mir jetzt nähere Kommentare, weil ich, ganz ehrlich gesagt, nicht nachvollziehen kann, worauf die FPÖ jetzt abzielt – das waren bisher sehr verwirrende Statements Ihrerseits zu dem von Ihnen selbst gewählten Thema –, was ich aber schon anmerken möchte, ist, dass es offensichtlich Ihrem Klubobmann, Herrn Strache, nicht wert ist, anwesend zu sein, wenn es um nichts Geringeres als um das Sozialsystem in Österreich, um die Menschen in Österreich geht. Ihm ist es wichtiger, bei einer Veranstaltung der rechtspopulistischen Partei AfD in Deutschland zu sein (Rufe bei der FPÖ: Wie der Herr Bundeskanzler!) und hier zu fehlen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neubauer: Wo ist die Glawischnig?) – Frau Glawischnig ist hier, sie ist kurz hinausgegangen.
Abg. Neubauer: Dann reden Sie halt zum Thema!
Ihr Klubobmann feiert lieber Aschermittwoch mit der AfD, als sich hier zu einem Thema, das angeblich ach so wichtig für Sie ist, zu Wort zu melden. (Abg. Neubauer: Dann reden Sie halt zum Thema!)
Abg. Deimek: Das tut euch weh, das ist ganz klar! Aber mit euren 12 Prozent?!
Ich versuche, einen Faden zu finden bei all dem, was vorgekommen ist. Ich glaube, die Botschaft ist kurz, die Botschaft ist relativ simpel, daher beschäftigt mich viel mehr, wie sehr von ÖVP- und teilweise auch von SPÖ-Seite auf diese Debatte eingegangen wird. Mein Vorredner von der ÖVP hat ja nur bestätigt und Ihnen mehr oder weniger schon ein Koalitionsangebot gemacht (Abg. Deimek: Das tut euch weh, das ist ganz klar! Aber mit euren 12 Prozent?!), zumindest was sozialpolitische Themen anlangt. Ich frage mich wirklich: Was gefährdet unser Sozialsystem wirklich? (Ruf bei der FPÖ: Die Grünen!) Ist es die permanent in Rede gebrachte Pflegerin, die 24-Stunden-Betreuerin, die uns angeblich so viel wegnimmt? Oder ist es zum Beispiel die ewig lange Debatte um die Mindestsicherung im letzten Jahr, die von Schwarz und Blau, die dank schwarz-blauer Koalitionen angetrieben worden ist, die in einigen Ländern, in Niederösterreich und Oberösterreich, sogar bis an die Spitze getrieben worden ist, in der es darum gegangen ist, Menschen auszugrenzen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Machen wir es wie in Wien, keine Kontrollen!)
Ruf bei der FPÖ: Die Grünen!
Ich versuche, einen Faden zu finden bei all dem, was vorgekommen ist. Ich glaube, die Botschaft ist kurz, die Botschaft ist relativ simpel, daher beschäftigt mich viel mehr, wie sehr von ÖVP- und teilweise auch von SPÖ-Seite auf diese Debatte eingegangen wird. Mein Vorredner von der ÖVP hat ja nur bestätigt und Ihnen mehr oder weniger schon ein Koalitionsangebot gemacht (Abg. Deimek: Das tut euch weh, das ist ganz klar! Aber mit euren 12 Prozent?!), zumindest was sozialpolitische Themen anlangt. Ich frage mich wirklich: Was gefährdet unser Sozialsystem wirklich? (Ruf bei der FPÖ: Die Grünen!) Ist es die permanent in Rede gebrachte Pflegerin, die 24-Stunden-Betreuerin, die uns angeblich so viel wegnimmt? Oder ist es zum Beispiel die ewig lange Debatte um die Mindestsicherung im letzten Jahr, die von Schwarz und Blau, die dank schwarz-blauer Koalitionen angetrieben worden ist, die in einigen Ländern, in Niederösterreich und Oberösterreich, sogar bis an die Spitze getrieben worden ist, in der es darum gegangen ist, Menschen auszugrenzen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Machen wir es wie in Wien, keine Kontrollen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Machen wir es wie in Wien, keine Kontrollen!
Ich versuche, einen Faden zu finden bei all dem, was vorgekommen ist. Ich glaube, die Botschaft ist kurz, die Botschaft ist relativ simpel, daher beschäftigt mich viel mehr, wie sehr von ÖVP- und teilweise auch von SPÖ-Seite auf diese Debatte eingegangen wird. Mein Vorredner von der ÖVP hat ja nur bestätigt und Ihnen mehr oder weniger schon ein Koalitionsangebot gemacht (Abg. Deimek: Das tut euch weh, das ist ganz klar! Aber mit euren 12 Prozent?!), zumindest was sozialpolitische Themen anlangt. Ich frage mich wirklich: Was gefährdet unser Sozialsystem wirklich? (Ruf bei der FPÖ: Die Grünen!) Ist es die permanent in Rede gebrachte Pflegerin, die 24-Stunden-Betreuerin, die uns angeblich so viel wegnimmt? Oder ist es zum Beispiel die ewig lange Debatte um die Mindestsicherung im letzten Jahr, die von Schwarz und Blau, die dank schwarz-blauer Koalitionen angetrieben worden ist, die in einigen Ländern, in Niederösterreich und Oberösterreich, sogar bis an die Spitze getrieben worden ist, in der es darum gegangen ist, Menschen auszugrenzen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Machen wir es wie in Wien, keine Kontrollen!)
Abg. Kickl: Unglaublich bei diesem rot-grünen Saustall, der in Wien herrscht!
Es ist immer nur um die Frage gegangen: Wie und wem können wir noch mehr wegnehmen? Es ist immer nur darum gegangen: Wie können wir Menschen (Abg. Kickl: Unglaublich bei diesem rot-grünen Saustall, der in Wien herrscht!), wie können wir Menschen, die sich in unserem Sozialstaat bereits ganz unten in der Hierarchie befinden, noch etwas wegnehmen? Leider ist es in der Debatte nie darum gegangen: Wie schaffen wir es, Menschen von der Mindestsicherung wegzubringen? Wie können wir Inklusion gewährleisten, damit Menschen am Arbeitsmarkt Fuß fassen, damit sie Arbeitsplätze finden? Wie finden wir neue Arbeitsplätze in Bereichen, wo wir sie brauchen, nämlich in der Bildung, im Sozialbereich, in der Pflege? Nein, Ihnen geht es nicht darum, Ihnen geht es darum, möglichst viele perfide Wege zu finden, Menschen etwas wegzunehmen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Darauf sind Sie spezialisiert mit immer neuen Steuervorschlägen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Darauf sind Sie spezialisiert mit immer neuen Steuervorschlägen!
Es ist immer nur um die Frage gegangen: Wie und wem können wir noch mehr wegnehmen? Es ist immer nur darum gegangen: Wie können wir Menschen (Abg. Kickl: Unglaublich bei diesem rot-grünen Saustall, der in Wien herrscht!), wie können wir Menschen, die sich in unserem Sozialstaat bereits ganz unten in der Hierarchie befinden, noch etwas wegnehmen? Leider ist es in der Debatte nie darum gegangen: Wie schaffen wir es, Menschen von der Mindestsicherung wegzubringen? Wie können wir Inklusion gewährleisten, damit Menschen am Arbeitsmarkt Fuß fassen, damit sie Arbeitsplätze finden? Wie finden wir neue Arbeitsplätze in Bereichen, wo wir sie brauchen, nämlich in der Bildung, im Sozialbereich, in der Pflege? Nein, Ihnen geht es nicht darum, Ihnen geht es darum, möglichst viele perfide Wege zu finden, Menschen etwas wegzunehmen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Darauf sind Sie spezialisiert mit immer neuen Steuervorschlägen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Können Sie zum Thema gar nichts sagen?
Somit wäre ich jetzt bei der 24-Stunden-Betreuerin, über die sehr viel gesprochen worden ist, und diese möchte ich jetzt einmal in diesen Raum hereinholen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Können Sie zum Thema gar nichts sagen?), denn ich glaube, wir vergegenwärtigen uns nicht, wie diese Frauen in Haushalten bei uns meistens leben. Sie arbeiten 24 Stunden – so heißt ihr Job: 24-Stunden-Betreuung –, sie arbeiten rund um die Uhr, sie pflegen unsere Eltern, unsere Großeltern, sie sind in jeder Minute da. Sie sind mitunter ziemlich überfordert mit ihrem Alleinsein, mit dem, was sie an Tätigkeiten zu vollbringen haben. Und wo sind ihre Kinder? – Ihre Kinder sind zu Hause, sind in Rumänien, in Ungarn, in der Slowakei. Das aber nicht deswegen, weil sie ihre Kinder nicht gerne bei sich hätten, sondern weil erstens der Job das gar nicht erlaubt und weil sie es sich zweitens wahrscheinlich gar nicht leisten könnten, ihre Kinder zu sich zu holen. Es geht auch gar nicht, neben der 24-Stunden-Betreuung auch noch die Kinder um sich zu haben.
Abg. Deimek: Und was hat das mit der Höhe zu tun?
Diese Frauen kommen in der Regel alle zwei Wochen oder einmal im Monat nach Hause. Nur dann können sie ihre Kinder sehen. Darüber hinaus kommunizieren sie per Skype. Sie fühlen sich hier einsam und finden keinen Anschluss. (Abg. Deimek: Und was hat das mit der Höhe zu tun?) – Ja, das erkläre ich Ihnen jetzt, was das mit dem Thema Ihrer Aktuellen Stunde zu tun hat.
Abg. Deimek: Das heißt, in Rumänien kostet alles so viel wie bei uns?! Das ist ein Kostenausgleich, Madame! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie behaupten, dass man diesen Frauen ganz einfach die Familienbeihilfe entziehen kann. Diese Frauen, die genauso Steuern bei uns zahlen und ein Recht auf die Familienbeihilfe haben, sollen sie nicht mehr bekommen, weil sie sie Ihrer Meinung nach nicht verdient haben. (Abg. Deimek: Das heißt, in Rumänien kostet alles so viel wie bei uns?! Das ist ein Kostenausgleich, Madame! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Und die ÖVP – weil Sie auch zwischenrufen, Herr Rädler –, die ÖVP beteiligt sich munter an diesem perfiden Spiel des Wegnehmens. (Beifall bei den Grünen. – Abg.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Kickl: Unglaublich! Unglaublich! Sie betreiben Inländerdiskriminierung!) Es ist unglaublich – unglaublich! –, was Sie seit Monaten betreiben. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie bringen eine Gruppe von Menschen in Misskredit, die wir hier in unserem Land dringend brauchen. Menschen, die in der Pflege tätig sind, bringen Sie in Misskredit. (Abg. Kickl: So ein Schmarrn! Das wird immer schlechter!)
Abg. Kickl: So ein Schmarrn! Das wird immer schlechter!
Kickl: Unglaublich! Unglaublich! Sie betreiben Inländerdiskriminierung!) Es ist unglaublich – unglaublich! –, was Sie seit Monaten betreiben. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie bringen eine Gruppe von Menschen in Misskredit, die wir hier in unserem Land dringend brauchen. Menschen, die in der Pflege tätig sind, bringen Sie in Misskredit. (Abg. Kickl: So ein Schmarrn! Das wird immer schlechter!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber die Redezeit ist aus!
Sie tun es nicht? – Dann reden wir einmal darüber, ob diese Personen, die bei der Wirtschaftskammer angemeldet sind, tatsächlich selbständig sind! Ich würde behaupten, sie sind maximal Scheinselbständige. Sie arbeiten an einem Arbeitsplatz rund um die Uhr und sind keine Selbständigen. Bitte, beschäftigen wir uns einmal damit! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber die Redezeit ist aus!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (fortsetzend): Es gibt so viele Fragen, also spielen Sie nicht permanent Menschen gegeneinander aus, sondern kümmern wir uns um die Fragen, die wirklich gewährleisten, dass wir einen stabilen Sozialstaat haben! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den NEOS.
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (fortsetzend): Jawohl, das werde ich machen, wir werden aber trotzdem weiter gegen diese Missstände ankämpfen, weil es Missstände sind! (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Hübner: Wieso bitte?
Zum Thema Arbeitsmarkt und Jobs: Ja, es wird jetzt viel diskutiert, und ich frage die SPÖ und die ÖVP, einst tapfere Mitstreiter auf dem Weg für ein starkes Europa: Was ist mit euch passiert? Was ist passiert mit ÖVP und SPÖ? Was ist mit den ehemaligen Europaparteien los? Sie waren auf dem Weg zu einem starken Europa, denn es ist Europa, wo wir leben werden, auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, und dann haben Sie gemerkt, da kommt Gegenwind auf. Und was haben Sie, die ÖVP, die SPÖ, gesagt? – Ui, ein Gegenwind! Können wir den in einen Rückenwind verkehren? Und dann haben Sie eine Kehrtwende gemacht, und heute sind Sie Geisterfahrer wider die europäische Einigungsidee. (Abg. Hübner: Wieso bitte?)
Abg. Kickl: Man könnte das auch Steuerung bezeichnen!
Sie kommen jede Woche mit anderen Vorschlägen, die haarsträubend sind: Abschottung des Arbeitsmarktes beispielsweise. Natürlich haben wir mancherorts Probleme im Grenzbereich mit Leuten, die über die Grenze hereinkommen, aber wir haben auch großartig davon profitiert. (Abg. Kickl: Man könnte das auch Steuerung bezeichnen!) Es gibt Licht und Schatten, und Sie diskutieren im Moment nur über den Schatten und Sie spielen so mit den Ängsten der Menschen. Von der FPÖ weiß ich, dass sie immer mit dem Verbreiten von Ängsten Stimmen gemacht hat, das ist ihr Geschäftsmodell, dass SPÖ und ÖVP in diesen Chor einstimmen, das ist eine echte Enttäuschung.
Abg. Kickl: Das ist aber eine bescheidene Erfolgsbilanz der EU!
„Die Presse“ schreibt heute (einen Zeitungsartikel in die Höhe haltend), es gibt kein anderes Land unter 28 EU-Ländern, das vom europäischen Binnenmarkt mehr profitiert hat, es gibt kein Land in Europa, das von der Osterweiterung mehr profitiert hat. (Abg. Kickl: Das ist aber eine bescheidene Erfolgsbilanz der EU!) Unsere Eltern, Großeltern werden gepflegt von über 50 000 Pflegekräften aus dem Osten. Sie, ÖVP, SPÖ und FPÖ, müssen dazusagen, wenn Sie weiterhin eine sektorale Abschottung verfolgen, dass dann auch das nicht mehr möglich sein wird. Sie müssen den Familien sagen, dass die 24-Stunden-Pflege in dieser Form nicht mehr möglich sein wird. Haben Sie den Mut, das den Familien zu sagen! (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
„Die Presse“ schreibt heute (einen Zeitungsartikel in die Höhe haltend), es gibt kein anderes Land unter 28 EU-Ländern, das vom europäischen Binnenmarkt mehr profitiert hat, es gibt kein Land in Europa, das von der Osterweiterung mehr profitiert hat. (Abg. Kickl: Das ist aber eine bescheidene Erfolgsbilanz der EU!) Unsere Eltern, Großeltern werden gepflegt von über 50 000 Pflegekräften aus dem Osten. Sie, ÖVP, SPÖ und FPÖ, müssen dazusagen, wenn Sie weiterhin eine sektorale Abschottung verfolgen, dass dann auch das nicht mehr möglich sein wird. Sie müssen den Familien sagen, dass die 24-Stunden-Pflege in dieser Form nicht mehr möglich sein wird. Haben Sie den Mut, das den Familien zu sagen! (Beifall bei den NEOS.)
Rufe bei der FPÖ: Aufpassen! Aufpassen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht Ängste schüren!
Sie sind elende Rosinenpicker, völlig verantwortungslos! In welcher Welt wollen diese jungen Menschen leben? (Rufe bei der FPÖ: Aufpassen! Aufpassen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht Ängste schüren!) Auf 28 Inseln mit Stacheldrahtzaun rundherum? – Nein! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie schüren permanent Ängste!) Der Wohlstand, die Lebensqualität, der Frieden auf diesem Planeten, vor allem aber auf diesem Kontinent werden nur in einem Miteinander zu kultivieren sein, Sie aber befeuern im Moment das Gegeneinander. Die FPÖ hat damit angefangen, und SPÖ und ÖVP stimmen jetzt mit ein. Das ist grundfalsch, das ist Zukunftsraub, das ist verantwortungslos gegenüber den jungen Menschen! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Kickl: Das war eine Angstmacherrede! – Abg. Rädler: Die Auftragsrede von Haselsteiner!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie schüren permanent Ängste!
Sie sind elende Rosinenpicker, völlig verantwortungslos! In welcher Welt wollen diese jungen Menschen leben? (Rufe bei der FPÖ: Aufpassen! Aufpassen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht Ängste schüren!) Auf 28 Inseln mit Stacheldrahtzaun rundherum? – Nein! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie schüren permanent Ängste!) Der Wohlstand, die Lebensqualität, der Frieden auf diesem Planeten, vor allem aber auf diesem Kontinent werden nur in einem Miteinander zu kultivieren sein, Sie aber befeuern im Moment das Gegeneinander. Die FPÖ hat damit angefangen, und SPÖ und ÖVP stimmen jetzt mit ein. Das ist grundfalsch, das ist Zukunftsraub, das ist verantwortungslos gegenüber den jungen Menschen! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Kickl: Das war eine Angstmacherrede! – Abg. Rädler: Die Auftragsrede von Haselsteiner!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Kickl: Das war eine Angstmacherrede! – Abg. Rädler: Die Auftragsrede von Haselsteiner!
Sie sind elende Rosinenpicker, völlig verantwortungslos! In welcher Welt wollen diese jungen Menschen leben? (Rufe bei der FPÖ: Aufpassen! Aufpassen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht Ängste schüren!) Auf 28 Inseln mit Stacheldrahtzaun rundherum? – Nein! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie schüren permanent Ängste!) Der Wohlstand, die Lebensqualität, der Frieden auf diesem Planeten, vor allem aber auf diesem Kontinent werden nur in einem Miteinander zu kultivieren sein, Sie aber befeuern im Moment das Gegeneinander. Die FPÖ hat damit angefangen, und SPÖ und ÖVP stimmen jetzt mit ein. Das ist grundfalsch, das ist Zukunftsraub, das ist verantwortungslos gegenüber den jungen Menschen! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Kickl: Das war eine Angstmacherrede! – Abg. Rädler: Die Auftragsrede von Haselsteiner!)
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.
Das ist das Problem, vor dem wir stehen, und die Politik schaut weg! Die Politik schaut weg, anstatt hinzuschauen und sich vor die Bevölkerung zu stellen, und zwar schützend vor die Bevölkerung zu stellen. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.
Es geht nicht darum, dass wir unser Sozialsystem herunterfahren – was auch viele angeregt haben und heißt: machen wir unser Sozialsystem für alle schlechter! –, sondern das Thema in einem Sozialstaat ist immer: Wir können nur dann ein Sozialsystem erhalten, wenn viele Leistung erbringen und wenige, die es wirklich brauchen, Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Sobald alle diese Leistungen in Anspruch nehmen wollen, ist es wie bei einer Versicherung: Das System kollabiert. – Das muss man einmal verstehen. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ.
Deswegen, Herr Minister: Sie sind in Wirklichkeit der Totengräber jenes Sozialstaates, den Sie vorgeben erhalten zu wollen! Das ist genau das Problem dieser Regierung. Die SPÖ stellt sich immer hin und sagt: Wir wollen den Sozialstaat erhalten!, und gleichzeitig machen Sie eine Tür auf, wodurch genau dieser Sozialstaat umgebracht wird. – Das muss aufhören! Das erwartet sich die Bevölkerung, und das erwarte auch ich mir von einem ordentlichen Minister. – Danke. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ.)
Abg. Peter Wurm: Natürlich!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher vor den Fernsehschirmen! Ich möchte nach den Ausführungen des Kollegen Lugar wieder zum Thema der Aktuellen Stunde, „Sichere Arbeitsplätze und Pensionen statt Masseneinwanderung ins Sozialsystem“, zurückkommen, weil ich denke, es ist ein Thema, das wichtig ist; da bin ich ganz der Meinung der Freiheitlichen Partei. Ich habe mir nur, als ich den Titel gelesen habe, die Frage gestellt: Was möchte die Freiheitliche Partei damit? Möchte sie sich ernsthaft mit den großen Themen, die uns beschäftigen, auseinandersetzen (Abg. Peter Wurm: Natürlich!), auch mit Arbeitslosigkeit, auch mit den Pensionen? Ich habe mir auch die Frage gestellt, was das eine mit dem anderen zu tun hat, denn ganz schlüssig war das für mich nicht; ich werde das dann noch ein bisschen erläutern. Oder möchte die Freiheitliche Partei wieder schwarz-weiß malen? Möchte sie die Welt wieder einteilen: wir und die anderen?
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da hätten Sie zuhören müssen!
Letzteres. Ich habe nicht viele Antworten gehört, die Sie auf diese großen Fragen geben können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da hätten Sie zuhören müssen!) – Ich habe Ihnen zugehört. (Abg. Neubauer: Dann geben uns halt Sie welche!) Kollege Muchitsch hat Ihnen ja in seiner Rede gesagt, dass Sie bei der EU-Osterweiterung auch mitgestimmt haben. Die Freiheitliche Partei war damals dabei! (Abg. Neubauer: EU-Osterweiterung heißt nicht Afrika!) Sie waren dabei. Sie wissen auch, dass Österreich die Übergangsregelungen so lange ausgeschöpft hat, wie es möglich war. Wir haben das gemacht.
Abg. Neubauer: Dann geben uns halt Sie welche!
Letzteres. Ich habe nicht viele Antworten gehört, die Sie auf diese großen Fragen geben können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da hätten Sie zuhören müssen!) – Ich habe Ihnen zugehört. (Abg. Neubauer: Dann geben uns halt Sie welche!) Kollege Muchitsch hat Ihnen ja in seiner Rede gesagt, dass Sie bei der EU-Osterweiterung auch mitgestimmt haben. Die Freiheitliche Partei war damals dabei! (Abg. Neubauer: EU-Osterweiterung heißt nicht Afrika!) Sie waren dabei. Sie wissen auch, dass Österreich die Übergangsregelungen so lange ausgeschöpft hat, wie es möglich war. Wir haben das gemacht.
Abg. Neubauer: EU-Osterweiterung heißt nicht Afrika!
Letzteres. Ich habe nicht viele Antworten gehört, die Sie auf diese großen Fragen geben können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da hätten Sie zuhören müssen!) – Ich habe Ihnen zugehört. (Abg. Neubauer: Dann geben uns halt Sie welche!) Kollege Muchitsch hat Ihnen ja in seiner Rede gesagt, dass Sie bei der EU-Osterweiterung auch mitgestimmt haben. Die Freiheitliche Partei war damals dabei! (Abg. Neubauer: EU-Osterweiterung heißt nicht Afrika!) Sie waren dabei. Sie wissen auch, dass Österreich die Übergangsregelungen so lange ausgeschöpft hat, wie es möglich war. Wir haben das gemacht.
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kickl. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir aber auch gefordert: Verlängern Sie die Übergangsfristen!
Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, wo die Freiheitliche Partei jedoch nicht dabei war – und das sollten auch die ZuseherInnen wissen –, das war beim Beschluss des Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes. (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kickl. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir aber auch gefordert: Verlängern Sie die Übergangsfristen!) Dort, wo es möglich ist, die Stimme zu erheben, sind Sie leise, aber da, wo es darum geht, Menschen gegeneinander auszuspielen, sind Sie immer ganz laut zu hören, geschätzte Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, wo die Freiheitliche Partei jedoch nicht dabei war – und das sollten auch die ZuseherInnen wissen –, das war beim Beschluss des Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes. (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kickl. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir aber auch gefordert: Verlängern Sie die Übergangsfristen!) Dort, wo es möglich ist, die Stimme zu erheben, sind Sie leise, aber da, wo es darum geht, Menschen gegeneinander auszuspielen, sind Sie immer ganz laut zu hören, geschätzte Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Neubauer: Ja, aber wenn ich ..., kann ich nichts einzahlen!
Würden Sie mit Fakten argumentieren, dann wüssten Sie ganz genau – und das könnten auch die Zuseherinnen und Zuseher vielleicht eher nachvollziehen –, dass es gar nicht möglich ist, zum Beispiel in das Pensionssystem „einzuwandern“, wie Sie das schreiben. Sie alle wissen ganz genau, dass das Pensionssystem ein Versicherungsprinzip ist. Nur wenn man in das Pensionssystem einzahlt, bekommt man auch eine Leistung daraus. (Abg. Neubauer: Ja, aber wenn ich ..., kann ich nichts einzahlen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wahnsinn! – Abg. Neubauer: Das ist ja eigentlich eine ganz logische Sache!
Gemäß einer Studie, die Sie alle kennen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, haben im Jahr 2016 AusländerInnen – allgemein gesagt – 3 Milliarden € in die Pensionsversicherung einbezahlt und lediglich 821 Millionen € aus der Versicherung herausbekommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wahnsinn! – Abg. Neubauer: Das ist ja eigentlich eine ganz logische Sache!) Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Ausgleichszulage. – Geschätzter Herr Kollege Neubauer, Ihnen ist das so wichtig, dann hören Sie mir vielleicht einmal zu! (Abg. Neubauer: Gerne!) – 217 940 Menschen haben im Vorjahr in Österreich eine Ausgleichszulage erhalten, 930 Millionen € wurden dafür aufgewendet. Davon waren 19 025 Menschen aus Drittstaaten und 6 805 Menschen aus dem EU-Ausland, für diese wurden 97 Millionen € beziehungsweise 35 Millionen € aufgewendet. Es ist also wirklich nicht so, wie Sie es immer behaupten, dass man in ein System „einwandert“, sondern das sind durch Versicherungsleistungen erworbene Rechte. (Abg. Neubauer: Das hab’ ich ja gar nicht gesagt! Das haben Sie nicht verstanden!)
Abg. Neubauer: Gerne!
Gemäß einer Studie, die Sie alle kennen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, haben im Jahr 2016 AusländerInnen – allgemein gesagt – 3 Milliarden € in die Pensionsversicherung einbezahlt und lediglich 821 Millionen € aus der Versicherung herausbekommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wahnsinn! – Abg. Neubauer: Das ist ja eigentlich eine ganz logische Sache!) Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Ausgleichszulage. – Geschätzter Herr Kollege Neubauer, Ihnen ist das so wichtig, dann hören Sie mir vielleicht einmal zu! (Abg. Neubauer: Gerne!) – 217 940 Menschen haben im Vorjahr in Österreich eine Ausgleichszulage erhalten, 930 Millionen € wurden dafür aufgewendet. Davon waren 19 025 Menschen aus Drittstaaten und 6 805 Menschen aus dem EU-Ausland, für diese wurden 97 Millionen € beziehungsweise 35 Millionen € aufgewendet. Es ist also wirklich nicht so, wie Sie es immer behaupten, dass man in ein System „einwandert“, sondern das sind durch Versicherungsleistungen erworbene Rechte. (Abg. Neubauer: Das hab’ ich ja gar nicht gesagt! Das haben Sie nicht verstanden!)
Abg. Neubauer: Das hab’ ich ja gar nicht gesagt! Das haben Sie nicht verstanden!
Gemäß einer Studie, die Sie alle kennen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, haben im Jahr 2016 AusländerInnen – allgemein gesagt – 3 Milliarden € in die Pensionsversicherung einbezahlt und lediglich 821 Millionen € aus der Versicherung herausbekommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wahnsinn! – Abg. Neubauer: Das ist ja eigentlich eine ganz logische Sache!) Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Ausgleichszulage. – Geschätzter Herr Kollege Neubauer, Ihnen ist das so wichtig, dann hören Sie mir vielleicht einmal zu! (Abg. Neubauer: Gerne!) – 217 940 Menschen haben im Vorjahr in Österreich eine Ausgleichszulage erhalten, 930 Millionen € wurden dafür aufgewendet. Davon waren 19 025 Menschen aus Drittstaaten und 6 805 Menschen aus dem EU-Ausland, für diese wurden 97 Millionen € beziehungsweise 35 Millionen € aufgewendet. Es ist also wirklich nicht so, wie Sie es immer behaupten, dass man in ein System „einwandert“, sondern das sind durch Versicherungsleistungen erworbene Rechte. (Abg. Neubauer: Das hab’ ich ja gar nicht gesagt! Das haben Sie nicht verstanden!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Köchl. – Abg. Kickl: Eine ziemlich vereinfachte Darstellung!
Und ich frage Sie daher wirklich, Kolleginnen und Kollegen von der Freiheitlichen Partei: Wo sehen Sie da eine Einwanderung in unser Sozialsystem? Ich kann eine solche nicht sehen. Das Empfangen von Sozialleistungen ist, wie ich gesagt habe, nur dann möglich, wenn man mit Leistung, mit Beiträgen, die man in die Systeme einzahlt, auch tatsächlich Anwartschaften erwirbt. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Köchl. – Abg. Kickl: Eine ziemlich vereinfachte Darstellung!)
Abg. Neubauer: Ja wenn ihr wenigstens Wege hättet! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das hören wir seit Jahren! – Abg. Kickl: Das hören wir seit zehn Jahren, und die Talfahrt geht weiter!
Wir wollen sinnvolle Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit; Herr Minister Stöger hat sie heute angesprochen. Mit dem Beschäftigungsbonus werden wir Arbeitsplätze schaffen, davon bin ich überzeugt. (Abg. Neubauer: Ja wenn ihr wenigstens Wege hättet! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das hören wir seit Jahren! – Abg. Kickl: Das hören wir seit zehn Jahren, und die Talfahrt geht weiter!) Auch die ÜBAs haben einen großen Anteil daran, dass junge Menschen in Lehrstellen, in Beschäftigungsverhältnisse gebracht werden. Das ist nicht schlecht. Da können junge Menschen nachreifen. Das ist ganz, ganz wichtig für viele junge Menschen – wurscht, ob es AusländerInnen oder ÖsterreicherInnen sind. Wenn Sie bei uns das Recht haben, in eine ÜBA zu kommen, dann können sie dort auch nachreifen. Das ist ganz wichtig. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Wir wollen sinnvolle Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit; Herr Minister Stöger hat sie heute angesprochen. Mit dem Beschäftigungsbonus werden wir Arbeitsplätze schaffen, davon bin ich überzeugt. (Abg. Neubauer: Ja wenn ihr wenigstens Wege hättet! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das hören wir seit Jahren! – Abg. Kickl: Das hören wir seit zehn Jahren, und die Talfahrt geht weiter!) Auch die ÜBAs haben einen großen Anteil daran, dass junge Menschen in Lehrstellen, in Beschäftigungsverhältnisse gebracht werden. Das ist nicht schlecht. Da können junge Menschen nachreifen. Das ist ganz, ganz wichtig für viele junge Menschen – wurscht, ob es AusländerInnen oder ÖsterreicherInnen sind. Wenn Sie bei uns das Recht haben, in eine ÜBA zu kommen, dann können sie dort auch nachreifen. Das ist ganz wichtig. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weiterwurschteln ist Ihr Weg!
Kolleginnen und Kollegen, unser Weg ist es, sinnvolle Maßnahmen zu schaffen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weiterwurschteln ist Ihr Weg!) Ihr Weg ist, immer nur schwarz-weiß zu malen und Ressentiments zu schaffen, aber Sie haben keine Antworten. Ich bin überzeugt davon, dass die Menschen den richtigen Weg erkennen werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Seit wie vielen Jahren steigt die Arbeitslosigkeit?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Seit wie vielen Jahren steigt die Arbeitslosigkeit?
Kolleginnen und Kollegen, unser Weg ist es, sinnvolle Maßnahmen zu schaffen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weiterwurschteln ist Ihr Weg!) Ihr Weg ist, immer nur schwarz-weiß zu malen und Ressentiments zu schaffen, aber Sie haben keine Antworten. Ich bin überzeugt davon, dass die Menschen den richtigen Weg erkennen werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Seit wie vielen Jahren steigt die Arbeitslosigkeit?)
Abg. Neubauer: Wie ist das jetzt mit der Familienbeihilfe?
Präsident Karlheinz Kopf: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Dr. Winzig. – Bitte. (Abg. Neubauer: Wie ist das jetzt mit der Familienbeihilfe?)
Rufe bei der FPÖ: Blau-Weiß!
Abgeordnete Dr. Angelika Winzig (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ja, der Titel dieser Aktuellen Stunde suggeriert in gewohnter FPÖ-Manier einen kausalen Zusammenhang, der in dieser Schwarz-Weiß-Form sicherlich nicht gegeben ist. (Rufe bei der FPÖ: Blau-Weiß!)
Beifall bei der ÖVP. – Rufe bei der FPÖ: Wow! Wahnsinn!
Ich war gestern bei einem Vortrag von AMS-Chef Kopf, der berichtet hat, es sind aktuell 15 000 Asylberechtigte von dieser Flüchtlingswelle beim AMS gemeldet. Erfreulich dabei ist, dass wir, anders als andere Länder, bereits im ersten Jahr 15,1 Prozent in den Arbeitsmarkt integrieren konnten. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe bei der FPÖ: Wow! Wahnsinn!) Nichtsdestotrotz diskutieren wir heute ein wichtiges Thema, das uns auch sehr beschäftigt.
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Sie das Thema wirklich ernst nehmen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, dann unterstützen Sie das Fremdenrechtspaket, unterstützen Sie das Integrationspaket, stimmen Sie dem Freihandelsabkommen für mehr Export zu und auch den Maßnahmen des aktuellen Regierungsübereinkommens, denn all diese Maßnahmen wurden von den Wirtschaftsexperten als sehr positiv zur Schaffung von Arbeit und Beschäftigung bewertet! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Grün-Blau ist im Anmarsch!
Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Werte Zuseher hier im Saal und zu Hause! Heute muss ich einmal Frau Schwentner von den Grünen recht geben; das tue ich grundsätzlich selten. (Abg. Rädler: Grün-Blau ist im Anmarsch!) Natürlich müsste man als Freiheitlicher froh sein, wenn man sich aktuell, während der letzten Wochen, anschaut, wie Rot und Schwarz unsere Positionen und Forderungen in den Sonntagsreden übernehmen, aber es ist ein riesengroßer Marketing-Gag à la Kern und Kurz, ohne Substanz, nur den aktuell schlechten Umfrageergebnissen geschuldet. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Werte Zuseher hier im Saal und zu Hause! Heute muss ich einmal Frau Schwentner von den Grünen recht geben; das tue ich grundsätzlich selten. (Abg. Rädler: Grün-Blau ist im Anmarsch!) Natürlich müsste man als Freiheitlicher froh sein, wenn man sich aktuell, während der letzten Wochen, anschaut, wie Rot und Schwarz unsere Positionen und Forderungen in den Sonntagsreden übernehmen, aber es ist ein riesengroßer Marketing-Gag à la Kern und Kurz, ohne Substanz, nur den aktuell schlechten Umfrageergebnissen geschuldet. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Ruf bei der ÖVP: ... Eurofighter!
Wie gesagt, die ÖVP ist plötzlich für eine Obergrenze bei der Mindestsicherung, die ÖVP ist plötzlich für eine Beschränkung der Familienbeihilfe, die SPÖ hat plötzlich erkannt, dass der Zuzug ausländischer Mitarbeiter ein Lohn- und Sozialdumping in Österreich nach sich zieht. (Ruf bei der ÖVP: ... Eurofighter!) Das sind sehr späte Erkenntnisse und, wie gesagt, in Wirklichkeit ein riesengroßer Schmäh, und ich hoffe, dass die Österreicher bei der nächsten Wahl wissen, wo sie ihr Kreuz machen müssen, damit diese Probleme wirklich gelöst werden. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Rolle rückwärts!)
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Rolle rückwärts!
Wie gesagt, die ÖVP ist plötzlich für eine Obergrenze bei der Mindestsicherung, die ÖVP ist plötzlich für eine Beschränkung der Familienbeihilfe, die SPÖ hat plötzlich erkannt, dass der Zuzug ausländischer Mitarbeiter ein Lohn- und Sozialdumping in Österreich nach sich zieht. (Ruf bei der ÖVP: ... Eurofighter!) Das sind sehr späte Erkenntnisse und, wie gesagt, in Wirklichkeit ein riesengroßer Schmäh, und ich hoffe, dass die Österreicher bei der nächsten Wahl wissen, wo sie ihr Kreuz machen müssen, damit diese Probleme wirklich gelöst werden. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Rolle rückwärts!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Schatz: Die kriegen auch keine Leistungen!
Vielleicht kurz erklärt: Ein Topf, aus dem man Mittel verteilen will, muss natürlich gefüllt werden. Wenn die Leute in der Tschechei oder in der Slowakei angestellt sind und dort Sozialabgaben leisten, dann wird der Topf in Österreich natürlich nicht gefüllt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Schatz: Die kriegen auch keine Leistungen!) Das sollte man einmal verstehen. Man kann nur das verteilen, was man vorher eingenommen hat. Falls das jemand vergessen haben sollte: 2016 hat Österreich im Budget ein Minus von 4,5 Milliarden € – oder sogar 9 Milliarden €, je nach Rechnung – gemacht. Das heißt, unsere Töpfe sind sowieso schon leer.
Abg. Loacker: Und wie viel Prozent Deutsche?
Zur Sozialquote noch einmal ganz kurz: Wir reden hier bitte von Zahlen aus dem Jahr 2015, teilweise mit Werten von 2014. Die Realität schaut im März 2017 wesentlich bitterer und schlimmer aus, und das Loch ist noch wesentlich größer. Unser Sozialsystem kracht wie eine Kaisersemmel, und natürlich sind die ungebremste Zuwanderung der letzten Jahre und das Asylchaos 2015/2016 schuld an dieser Entwicklung. Eine Zahl noch ganz kurz: 8,8 Millionen Einwohner hat Österreich, darunter bereits 1,4 Millionen Ausländer. (Abg. Loacker: Und wie viel Prozent Deutsche?)
Beifall bei der FPÖ.
len, es gab Phantomauszahlungen und, und, und – und das betrifft nur Wien, das System ist aber in ganz Österreich das gleiche! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Loacker.
Ganz schlimm ist meiner Meinung nach, Herr Minister – und Sie haben das ja im letzten Sozialausschuss zugegeben –, dass Sie überhaupt keine aktuellen Zahlen, Daten, Fakten haben. Es gibt sogar Bundesländer – aktuell Kärnten –, die nicht einmal genaue Zahlen und Daten zur Mindestsicherung erheben, und die schreiben das auch in Anfragebeantwortungen. Das heißt, das ist ein Blindflug des Sozialministers ohne Ende. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Loacker.)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Ich habe auch die Gemeindeebene erwähnt und kann noch einmal kurz ein Beispiel aus meiner Gemeinde erwähnen: In meiner Gemeinde haben sich die Sozialausgaben im Bereich der Mindestsicherung in fünf Jahren vervierfacht. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Schlusssatz: Wir Freiheitliche fordern ganz klar, dass die Sozialausgaben für jene da sind, die in diesen Sozialtopf auch eingezahlt haben, nämlich für die Österreicher. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Das fällt den Grünen eh schwer, einen roten Faden zu finden!
Abgeordnete Mag. Birgit Schatz (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Einige haben es schon angesprochen: Es ist ein bisschen schwierig, bei dieser Debatte einen roten Faden zu finden. (Abg. Neubauer: Das fällt den Grünen eh schwer, einen roten Faden zu finden!) Es wird da alles, was wir irgendwie an Problemen haben, hineingepackt. (Abg. Rädler: Bei den Eurofightern habt ihr ihn ja gefunden!)
Abg. Rädler: Bei den Eurofightern habt ihr ihn ja gefunden!
Abgeordnete Mag. Birgit Schatz (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Einige haben es schon angesprochen: Es ist ein bisschen schwierig, bei dieser Debatte einen roten Faden zu finden. (Abg. Neubauer: Das fällt den Grünen eh schwer, einen roten Faden zu finden!) Es wird da alles, was wir irgendwie an Problemen haben, hineingepackt. (Abg. Rädler: Bei den Eurofightern habt ihr ihn ja gefunden!)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Winter
Man konnte in Österreich jahrzehntelang davon ausgehen, dass man sich einen gewissen Wohlstand, eine gewisse materielle Sicherheit schaffen kann, wenn man engagiert und fleißig arbeitet. Und wo stehen wir heute? – Die Regierungsparteien sagen, es sei ihr Ziel, einen Mindestlohn von 1 500 € durchzusetzen. Das sind 1 200 € netto. 1 200 € netto für Vollzeitarbeit – auf so einem Einkommen kann man keine Lebensperspektive aufbauen (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Winter), denn die Lohnsteigerungen sind – das sieht man bei den Kollektivverträgen – da nicht rapide, sondern man bleibt im unteren Einkommenssegment, wenn man da drinnen steckt.
Beifall bei den Grünen.
Wenn Menschen mit so niedrigem Einkommen dann arbeitslos werden, bekommen sie 55 Prozent ihres letzten Einkommens. Das ist deutlich weniger, als die Mindestsicherung beträgt, und damit werden sie zwangsläufig zu Mindestsicherungsbeziehern. Das ist das nächste Problem, das wir haben: Arbeitslosigkeit führt Hunderttausende Menschen sofort in die Armut. Diese Situation ist unhaltbar. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Die FPÖ sagt, an all dem seien die Ausländer schuld. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Und was tun jetzt die Regierungsparteien? – Die sagen, an all dem seien die rumänischen Kinder schuld, ihnen müsse man die 150 € Familienbeihilfe wegnehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die FPÖ sagt, an all dem seien die Ausländer schuld. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Und was tun jetzt die Regierungsparteien? – Die sagen, an all dem seien die rumänischen Kinder schuld, ihnen müsse man die 150 € Familienbeihilfe wegnehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: SPÖ und ÖVP!
Ich frage Sie: Wer ist schuld daran, dass wir keinen existenzsichernden Mindestlohn haben? Die Ausländer? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: SPÖ und ÖVP!) Wer ist schuld daran, dass das Arbeitslosengeld so niedrig ist? Die Ausländer? – Nein, es ist die Regierungspolitik der vergangenen Jahre (Abg. Deimek: ... ideologisches Weltbild!), die uns dorthin geführt hat, wo wir jetzt sind. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Deimek: ... ideologisches Weltbild!
Ich frage Sie: Wer ist schuld daran, dass wir keinen existenzsichernden Mindestlohn haben? Die Ausländer? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: SPÖ und ÖVP!) Wer ist schuld daran, dass das Arbeitslosengeld so niedrig ist? Die Ausländer? – Nein, es ist die Regierungspolitik der vergangenen Jahre (Abg. Deimek: ... ideologisches Weltbild!), die uns dorthin geführt hat, wo wir jetzt sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich frage Sie: Wer ist schuld daran, dass wir keinen existenzsichernden Mindestlohn haben? Die Ausländer? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: SPÖ und ÖVP!) Wer ist schuld daran, dass das Arbeitslosengeld so niedrig ist? Die Ausländer? – Nein, es ist die Regierungspolitik der vergangenen Jahre (Abg. Deimek: ... ideologisches Weltbild!), die uns dorthin geführt hat, wo wir jetzt sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Wir brauchen eine Politik, die für stabile und faire Arbeitsverhältnisse sorgt und für Einkommen, von denen die Leute leben können. Wir brauchen leistbares Wohnen und nicht jahrelanges Gerede darüber. Wir brauchen Bildungseinrichtungen, die allen Kindern in unserem Land die besten Chancen geben. Darauf sollten wir uns konzentrieren. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Es ist immer so schön berechenbar, wenn die FPÖ das Thema der Aktuellen Stunde vorschlägt; dann ist die Quintessenz: Die Ausländer sind schuld. Und Sie haben viel geschafft, denn inzwischen sehen SPÖ und ÖVP das ja auch so: Die Ausländer sind schuld. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Falsch! Von uns nicht!
Das ist die Vorstellung von Rot, Schwarz und Blau von Österreich als einer wirtschaftlichen Insel. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Falsch! Von uns nicht!) Auf dieser Insel glauben Sie zu leben, aber ich sage Ihnen, es ist eine Traumwelt. Wer sich den österreichischen Arbeitsmarkt genau anschaut, der sieht nämlich, dass die Probleme im Wesentlichen hausgemacht sind. Wir haben so viele offene Stellen wie noch nie, nur passen die Arbeitsuchenden nicht auf diese offenen Stellen, weil die Qualifikation nicht stimmt. (Abg. Peter Wurm: Das haben Sie bestritten, Herr Loacker! Das haben Sie bestritten!) Das heißt, reden müssen wir über Ausbildung, über Weiterbildung, über Bildung generell, aber nicht über Ausländer, denn es gibt ja genug Österreicher, die keinen Pflichtschulabschluss haben und deswegen arbeitslos sind. (Abg. Peter Wurm: Das sage ich seit Jahren! – Zwischenruf des Abg. Höbart.)
Abg. Peter Wurm: Das haben Sie bestritten, Herr Loacker! Das haben Sie bestritten!
Das ist die Vorstellung von Rot, Schwarz und Blau von Österreich als einer wirtschaftlichen Insel. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Falsch! Von uns nicht!) Auf dieser Insel glauben Sie zu leben, aber ich sage Ihnen, es ist eine Traumwelt. Wer sich den österreichischen Arbeitsmarkt genau anschaut, der sieht nämlich, dass die Probleme im Wesentlichen hausgemacht sind. Wir haben so viele offene Stellen wie noch nie, nur passen die Arbeitsuchenden nicht auf diese offenen Stellen, weil die Qualifikation nicht stimmt. (Abg. Peter Wurm: Das haben Sie bestritten, Herr Loacker! Das haben Sie bestritten!) Das heißt, reden müssen wir über Ausbildung, über Weiterbildung, über Bildung generell, aber nicht über Ausländer, denn es gibt ja genug Österreicher, die keinen Pflichtschulabschluss haben und deswegen arbeitslos sind. (Abg. Peter Wurm: Das sage ich seit Jahren! – Zwischenruf des Abg. Höbart.)
Abg. Peter Wurm: Das sage ich seit Jahren! – Zwischenruf des Abg. Höbart.
Das ist die Vorstellung von Rot, Schwarz und Blau von Österreich als einer wirtschaftlichen Insel. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Falsch! Von uns nicht!) Auf dieser Insel glauben Sie zu leben, aber ich sage Ihnen, es ist eine Traumwelt. Wer sich den österreichischen Arbeitsmarkt genau anschaut, der sieht nämlich, dass die Probleme im Wesentlichen hausgemacht sind. Wir haben so viele offene Stellen wie noch nie, nur passen die Arbeitsuchenden nicht auf diese offenen Stellen, weil die Qualifikation nicht stimmt. (Abg. Peter Wurm: Das haben Sie bestritten, Herr Loacker! Das haben Sie bestritten!) Das heißt, reden müssen wir über Ausbildung, über Weiterbildung, über Bildung generell, aber nicht über Ausländer, denn es gibt ja genug Österreicher, die keinen Pflichtschulabschluss haben und deswegen arbeitslos sind. (Abg. Peter Wurm: Das sage ich seit Jahren! – Zwischenruf des Abg. Höbart.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... dürfen Sie nicht vergessen! – Zwischenruf der Abg. Schimanek.
Dieser rot-schwarze Populismustrieb, der sich da gerade aufbaut, wird zu einer ökonomischen Gefahr für das Land. Wir haben auch ohne Zuwanderung ein massives Problem, und das sehen Sie, wenn Sie sich die Langzeitarbeitslosigkeit anschauen. Langzeitarbeitslos sind ja nicht diejenigen, die letztes Jahr und vorletztes Jahr aus Syrien und aus dem Irak gekommen sind. Langzeitarbeitslose sind Menschen, die schon sehr lange hier sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... dürfen Sie nicht vergessen! – Zwischenruf der Abg. Schimanek.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Wir haben eine steigende Zahl an Beziehern der Notstandshilfe. Da sind Leute dabei, die zehn Jahre, 15 Jahre, 20 Jahre lang Notstandshilfe beziehen, weil es oft auch zu attraktiv ist, in der Versorgung der Arbeitslosenversicherung zu bleiben. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) In Wirklichkeit hätte man die Bezugsdauer für Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung schon längst auf zwei Jahre beschränken und die Personen danach in die Mindestsicherung überführen müssen, damit es nicht zwei soziale Sicherungssysteme nebeneinander gibt, sondern, wie es der Rechnungshof schon lange fordert, ein gemeinsames soziales Absicherungssystem.
Zwischenruf des Abg. Katzian.
Es gehört auch die Arbeitslosenversicherung degressiv gestaltet, das heißt, dass man am Anfang eine sehr gute Arbeitslosenleistung bekommt und das in Stufen zurückgeht, wenn man länger arbeitslos ist. Das haben in der EU alle Länder außer zwei, nämlich Belgien und Österreich. (Zwischenruf des Abg. Katzian.) Wenn Sie bei uns einmal in der Komfortzone gelandet sind, dann können Sie dort bleiben.
Zwischenruf des Abg. Katzian
spezifischen Empfehlungen der EU-Kommission noch einmal anzuschauen (Zwischenruf des Abg. Katzian); da steht nämlich zum wiederholten Male drin, dass wir das Pensionsalter an die steigende Lebenserwartung anpassen müssen, dass wir das Frauenpensionsalter rascher erhöhen müssen. Sie können das nicht nur bei der EU-Kommission nachlesen, sondern auch bei der OECD und beim Internationalen Währungsfonds, aber auf der ökonomischen Insel, auf der Sie und die Bundesregierung sich befinden, da schottet man sich ab, da schaut man natürlich nicht zu den Experten über die Grenzen.
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer könnte es? Die NEOS?
SPÖ und ÖVP schaffen es nicht, die arbeitsmarktpolitischen Hausaufgaben zu lösen, und heute ist sichtbar geworden: Die FPÖ kann es auch nicht. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer könnte es? Die NEOS?)
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.
Das heißt, ein Sozialsystem, das nachhaltig für die Bürger eines Landes da sein sollte, braucht auch einen Schutz, denn es ist nicht unendlich belastbar. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Sie alle können sich wahrscheinlich noch an den Slogan „Wir schaffen das“ vom August 2015 erinnern. Der damalige SPÖ-Bundeskanzler Faymann meinte, man könne die Leute nicht aussperren, der jetzige Vizekanzler sagte sogar, wir brauchen eine „Schubumkehr im Denken“, und Außenminister Kurz hat gesagt: Warum die Aufregung, der durchschnittliche Zuwanderer von heute ist gebildeter als der durchschnittliche Österreicher. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Das alles sind Aussagen, die auf ein kollektives Staatsversagen hindeuten. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.
Sie alle können sich wahrscheinlich noch an den Slogan „Wir schaffen das“ vom August 2015 erinnern. Der damalige SPÖ-Bundeskanzler Faymann meinte, man könne die Leute nicht aussperren, der jetzige Vizekanzler sagte sogar, wir brauchen eine „Schubumkehr im Denken“, und Außenminister Kurz hat gesagt: Warum die Aufregung, der durchschnittliche Zuwanderer von heute ist gebildeter als der durchschnittliche Österreicher. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Das alles sind Aussagen, die auf ein kollektives Staatsversagen hindeuten. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Peter Wurm: ... schlechter, leider Gottes!
Meine geschätzten Damen und Herren! „Die Flüchtlinge werden Österreich verändern“ (Abg. Peter Wurm: ... schlechter, leider Gottes!), so hat „profil“ im September 2015 getitelt, und das stimmt, weil eine unkontrollierte Zuwanderung vorwiegend ins Sozialsystem die Zukunft unserer Kinder, die Zukunft unserer Jugend gefährdet. Das ist nicht nur meine Meinung, das hat Hans-Werner Sinn, einer der renommiertesten Ökonomen in Deutschland, gesagt; er meinte, wir müssten alle länger arbeiten, damit wir uns diese Flüchtlingskrise leisten können. Das entspricht auch einer Prognose des Finanz-
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Wir haben da also ein riesiges Problem, und ich bin schon neugierig, wie es dem Sozialminister gelingen wird, wie es dem AMS gelingen wird, jemanden, der mit 35 Jahren als Analphabet nach Österreich kommt, so in das System zu integrieren, dass er selbst Fuß fassen kann. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.
Abschließend: Die Aktuelle Stunde ist punktgenau dem richtigen Thema gewidmet, denn die Zusammenhänge kann und darf man nicht leugnen. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Franz.
Das soziale Gefüge unseres Staates, meine sehr geehrten Damen und Herren, kommt ins Wanken und aus dem Lot. Unser Brauchtum, unsere Kultur werden infrage gestellt. Was ist das für eine Entwicklung? – Diese Entwicklung in dieser Form lehne ich ganz entschieden ab. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Franz.)
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach sowie der Abgeordneten Franz und Gerhard Schmid.
Überall heißt es, wir müssen sparen, wenn es aber um unser Sozialsystem geht, hat es den Anschein, als sei dieses ein Selbstbedienungsladen für Nichtösterreicher. Dieser Topf ist mehr als leer, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das AMS wird immer mehr zum modernen Reisebüro für Einwanderer. Für uns alle hier müsste es selbstverständlich sein, dass für die Arbeits- und Sozialpolitik unsere Menschen in unserem Land an erster Stelle stehen und nicht andere. – Herzlichen Dank. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach sowie der Abgeordneten Franz und Gerhard Schmid.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Doppler.
Schlussfolgerung: Es besteht massiver Handlungsbedarf. – Danke. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Doppler.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Marcus Franz (ohne Klubzugehörigkeit)|: Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Der Nobelpreisträger Milton Friedman, Nobelpreisträger für Ökonomie, hat einmal gesagt: „Man kann einen Sozialstaat haben – und man kann offene Grenzen haben. Aber man kann nicht beides gleichzeitig haben.“ (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach sowie des Abg. Doppler.
Diese Schlussfolgerung ist logisch und liegt absolut auf der Hand. Was wir brauchen, sind geschlossene Grenzen. Geschlossene Grenzen heißt ja nicht, dass wir alles zumachen, rickeracke, und Abschottungspolitik betreiben, sondern dass wir genau kontrollieren, wer hereinkommt. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach sowie des Abg. Doppler.) Wir wissen, es kommen noch immer mehr als genügend Leute herein, die hier nichts verloren haben – gar nichts verloren haben.
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abgeordneten Hagen, Steinbichler und Doppler.
Warum geht Österreich nicht her und prescht in der EU nach vorne und sagt: Okay, wir mieten Zonen in Libyen oder in einem anderen arabischen Land an? Ich denke, das ist machbar, wenn man Geld in die Hand nimmt. Das Geld ist ja da, dort kostet ja die Versorgung nur ein Zwanzigstel von dem, was sie hier kostet. Warum machen wir als Land das nicht? Warum schicken wir nicht alle Leute in betreute Flüchtlingszonen vor Ort? Wir hören immer von der Hilfe vor Ort, aber es geschieht nichts. Wir hören Bekenntnisse in Brüssel, aber es geschieht nichts. – Na bitte, dann nehmen wir doch als Österreich, das ohnehin mehr als genug geleistet hat, die Sache in die Hand und machen wir das! Ich verstehe nicht, dass noch keine Aktionen in diese Richtung gesetzt worden sind. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abgeordneten Hagen, Steinbichler und Doppler.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abgeordneten Hagen, Steinbichler und Doppler.
Noch einmal: Wir müssen, wenn wir das durchdenken, die Grenzen zumachen, denn wir kommen sonst nicht weiter. Wir kommen zur Milton-Friedman’schen Erkenntnis, dass es so nicht gehen wird. Wir machen den Sozialstaat kaputt. Wir haben im Lande mehr als genug Probleme: Wir haben das Pensionssystem; wir haben eine extrem hohe Arbeitslosenrate; wir haben das Gesundheitssystem, das neu aufgestellt werden muss; wir haben die Lohnnebenkosten, die die Wirtschaftsbetriebe drücken und irgendwann erwürgen; und wir haben in erster Linie eine Verantwortung für Österreich, der wir endlich nachkommen sollten. – Danke schön. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abgeordneten Hagen, Steinbichler und Doppler.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Minister! Ich werde vielleicht ein bisschen an das anschließen, was die vorige Debatte gebracht hat, sie war nämlich über weite Teile von einer Realitätsverweigerung gezeichnet. (Beifall bei der FPÖ.) Diese Realitätsverweigerung hat bei manchen Fraktionen meiner Ansicht nach bedenkliche Ausmaße erreicht.
Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.
Wir haben von Zahlen gehört, die absurd verzerrend dargestellt wurden. Die eine Kollegin von der SPÖ hat uns zum Beispiel weisgemacht, dass die Ausländer viel mehr in das Pensionssystem einzahlen, als sie entnehmen. (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Ja, wissen Sie, warum das zustande kommt? – Das kommt daher, dass die Ausländer in der Regel nicht als Pensionisten, sondern als Arbeitskräfte einwandern, im Laufe ihres Arbeitslebens aber üblicherweise österreichische Staatsbürger werden und die Pension dann als österreichische Staatsbürger beziehen. Dadurch haben sie einen relativ hohen Bezugsanteil an der Pension. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Neubauer: Ungeheuerlich! – Abg. Königsberger-Ludwig: Weil sie einbezahlt haben!) Aber das ändert ja nichts daran: Wenn ich die Ausländer als Ausländer einzahlen lasse, und dann werden sie Österreicher, dann fallen sie aus dem System heraus. Dann beziehen sie auf einmal nichts, und dann komme ich natürlich zu
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Neubauer: Ungeheuerlich! – Abg. Königsberger-Ludwig: Weil sie einbezahlt haben!
Wir haben von Zahlen gehört, die absurd verzerrend dargestellt wurden. Die eine Kollegin von der SPÖ hat uns zum Beispiel weisgemacht, dass die Ausländer viel mehr in das Pensionssystem einzahlen, als sie entnehmen. (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Ja, wissen Sie, warum das zustande kommt? – Das kommt daher, dass die Ausländer in der Regel nicht als Pensionisten, sondern als Arbeitskräfte einwandern, im Laufe ihres Arbeitslebens aber üblicherweise österreichische Staatsbürger werden und die Pension dann als österreichische Staatsbürger beziehen. Dadurch haben sie einen relativ hohen Bezugsanteil an der Pension. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Neubauer: Ungeheuerlich! – Abg. Königsberger-Ludwig: Weil sie einbezahlt haben!) Aber das ändert ja nichts daran: Wenn ich die Ausländer als Ausländer einzahlen lasse, und dann werden sie Österreicher, dann fallen sie aus dem System heraus. Dann beziehen sie auf einmal nichts, und dann komme ich natürlich zu
Abg. Königsberger-Ludwig: Aber sie zahlen in das System ein! Sie verstehen das nicht!
absurden Zahlen. (Abg. Königsberger-Ludwig: Aber sie zahlen in das System ein! Sie verstehen das nicht!) – Frau Kollegin, ich verstehe das schon. Sie wollen nur die Statistiken nicht korrekt darstellen und richtig lesen. (Abg. Königsberger-Ludwig: Sie wollen das nicht verstehen!)
Abg. Königsberger-Ludwig: Sie wollen das nicht verstehen!
absurden Zahlen. (Abg. Königsberger-Ludwig: Aber sie zahlen in das System ein! Sie verstehen das nicht!) – Frau Kollegin, ich verstehe das schon. Sie wollen nur die Statistiken nicht korrekt darstellen und richtig lesen. (Abg. Königsberger-Ludwig: Sie wollen das nicht verstehen!)
Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.
Das Jahr 2015 war das Jahr, in dem uns allen, vielleicht ausgenommen vom Kollegen Strolz und einigen anderen, klar werden musste, dass in der Europäischen Union im ganzen System der Wurm in einer Weise drinnen ist, dass wir aufschreien müssen. (Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.) Da zur Tagesordnung überzugehen und die üblichen Phrasen wie in den Vorjahren zu bemühen – nur lösbar im Rahmen des europäischen Konzepts und Stärkung der europäischen Idee und so weiter –, ist Realitätsverweigerung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das Jahr 2015 war das Jahr, in dem uns allen, vielleicht ausgenommen vom Kollegen Strolz und einigen anderen, klar werden musste, dass in der Europäischen Union im ganzen System der Wurm in einer Weise drinnen ist, dass wir aufschreien müssen. (Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.) Da zur Tagesordnung überzugehen und die üblichen Phrasen wie in den Vorjahren zu bemühen – nur lösbar im Rahmen des europäischen Konzepts und Stärkung der europäischen Idee und so weiter –, ist Realitätsverweigerung. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.
Das ist der Grund dafür, warum dieses Kapitel – ich möchte Sie jetzt aber nicht propagandistisch überhöhen – fast strolzianisch ist. (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.) Das steht in einem gewissen Konflikt zu den Äußerungen des Außenministers, die er auch gestern getätigt hat, wo er selbst klargestellt hat, dass eine Reform der EU an Kopf und Gliedern unvermeidlich ist. Das ist ja jedem klar, außer vielleicht dem Kollegen Strolz. (Abg. Strolz: Mehr, mehr!) – Das ist meine letzte Erwähnung. Ich hoffe, wir bekommen da ein entsprechendes PR-Angebot zurück. (Abg. Strolz: Wir organisieren das!)
Abg. Strolz: Mehr, mehr!
Das ist der Grund dafür, warum dieses Kapitel – ich möchte Sie jetzt aber nicht propagandistisch überhöhen – fast strolzianisch ist. (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.) Das steht in einem gewissen Konflikt zu den Äußerungen des Außenministers, die er auch gestern getätigt hat, wo er selbst klargestellt hat, dass eine Reform der EU an Kopf und Gliedern unvermeidlich ist. Das ist ja jedem klar, außer vielleicht dem Kollegen Strolz. (Abg. Strolz: Mehr, mehr!) – Das ist meine letzte Erwähnung. Ich hoffe, wir bekommen da ein entsprechendes PR-Angebot zurück. (Abg. Strolz: Wir organisieren das!)
Abg. Strolz: Wir organisieren das!
Das ist der Grund dafür, warum dieses Kapitel – ich möchte Sie jetzt aber nicht propagandistisch überhöhen – fast strolzianisch ist. (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.) Das steht in einem gewissen Konflikt zu den Äußerungen des Außenministers, die er auch gestern getätigt hat, wo er selbst klargestellt hat, dass eine Reform der EU an Kopf und Gliedern unvermeidlich ist. Das ist ja jedem klar, außer vielleicht dem Kollegen Strolz. (Abg. Strolz: Mehr, mehr!) – Das ist meine letzte Erwähnung. Ich hoffe, wir bekommen da ein entsprechendes PR-Angebot zurück. (Abg. Strolz: Wir organisieren das!)
Abg. Strolz: Probleme gibt es, aber andere Lösungen!
Kommen wir einmal zu dieser Problematik der Masseneinwanderung: Die führt dazu, dass Europa sein Gesicht in einer Weise ändert, die unübersehbar ist. Wir sind dabei, dass Städte in Österreich, in Deutschland sich den Städten in Frankreich – Lyon, Grenoble, Lille –, dem Norden Frankreichs angleichen. Wer das will, der soll das sagen. Wer will, dass sich weite Teile Europas in Exklaven der Dritten Welt verwandeln, der soll das sagen und den Leuten reinen Wein einschenken. Wer das wegdiskutieren will oder nicht zur Kenntnis nehmen will und sagt: Wir reden darüber gar nicht, das ist Hetze, Ausgrenzung, Ärmste gegen Ärmste ausspielen, wir müssen nur integrieren!, der soll das auch den Leuten offen sagen. Er soll sagen: Ich sehe das Problem nicht, das Problem gibt es nicht, die Städte schauen zwar anders aus, aber es ist viel besser als früher. (Abg. Strolz: Probleme gibt es, aber andere Lösungen!)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn ich sage, wir haben ein Recht, nicht zu Lille, Grenoble oder Saint-Denis im Norden von Paris zu werden – ich hoffe, diese erwähnten Städte sind mir nicht böse –, dann muss ich Maßnahmen verlangen und die Schuldigen nennen. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Ja, unfassbar!
Die Schuldigen sind zu einem großen Teil die völlig versagenden EU-Institutionen. Ich kann nicht von Grenzschutz, von Grenzsicherung und von Herstellen der Souveränität über die Grenze als Mittel gegen die Masseneinwanderung sprechen, wenn ich gleichzeitig alle möglichen Anreize setze, damit die Leute hierherkommen. Wir haben ja das perverse System, dass wir alles machen, um sie anzulocken, die Botschaft geben: Wer hier ist, der bleibt hier. – Siehe zum Beispiel Ceuta in den letzten Tagen: Die Grenze wird gewaltsam aufgebrochen, die Leute sind in der Europäischen Union und bleiben da. (Ruf bei der FPÖ: Ja, unfassbar!)
Beifall bei der FPÖ.
Glauben Sie, irgendwo in der Europäischen Union hat es Maßnahmen oder Druck gegeben, dass die Spanier diese Menschen nach Marokko zurückschicken? Glauben Sie, irgendwo ist man an die marokkanische Regierung herangetreten und hat gesagt: Freunde, ihr habt jetzt 24 Stunden um a) diese illegal und gewaltsam in die Europäische Union Eingebrochenen wieder zurückzunehmen, b) eure Grenzen zu sichern und das künftig zu verhindern, sonst gibt es a) keine Hilfe im Rahmen der Mittelmeerunion – minus 700 Millionen € pro Jahr für Marokko – und b) das Ende des Freihandelsabkommens?! Ich wage zu behaupten: Marokko würde innerhalb von 24 Stunden all dem zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Kennen sie eh!
Das Jahr 2015 ist das Kulminationsjahr des Versagens. Niemand – ich sage es noch einmal: außer einigen totalen Realitätsverweigerern, deren Namen ich nicht noch einmal nennen will (Ruf bei der FPÖ: Kennen sie eh!) – kann das übersehen.
Beifall bei der FPÖ.
Ich denke, in Österreich ist es die Regierung dem Volk, dem Parlament schuldig – und die Parlamentarier sind es den Bürgern schuldig –, dass diese Dinge beim Namen genannt werden. (Beifall bei der FPÖ.) Damit komme ich schon zum Ende: Wir können diesen Außen- und Europapolitischen Bericht deswegen nicht zur Kenntnis nehmen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich denke, in Österreich ist es die Regierung dem Volk, dem Parlament schuldig – und die Parlamentarier sind es den Bürgern schuldig –, dass diese Dinge beim Namen genannt werden. (Beifall bei der FPÖ.) Damit komme ich schon zum Ende: Wir können diesen Außen- und Europapolitischen Bericht deswegen nicht zur Kenntnis nehmen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! Herr Außenminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Außen- und Europapolitische Bericht, der uns heute vorliegt, zeigt, dass wir vor Herausforderungen stehen, die es noch vor wenigen Jahren in dem Ausmaß nicht einmal annähernd gegeben hat. Die Europäische Union steht natürlich an einer Wegkreuzung: Einerseits brauchen wir mehr Europa. Abgeordneter Hübner hat es jetzt vermieden, zum neuen Vorschlag von Strache Stellung zu nehmen, was eine gemeinsame europäische Armee – sogar mit österreichischer Beteiligung, natürlich unter Einhaltung der Neutralität – betrifft. Mich freut es, wenn die FPÖ für mehr Europa ist, vielleicht hören wir das heute noch von einem Redner. Der FPÖ-Klubobmann kann leider nicht das Wort ergreifen, weil er verhindert ist. Ich möchte es nur sagen: Mich freut es, wenn an einem Tag wie heute, an dem ja auch andere Reden von der Freiheitlichen Partei gehalten werden, Aussagen für mehr Europa kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Mal mehr, mal weniger! – Zwischenruf des Abg. Kogler.
Auf der anderen Seite waren die Gründerväter der Europäischen Union, die vor allem aus unserer Parteienfamilie gekommen sind, immer der Auffassung, dass die Europäische Union nur funktionieren kann, wenn der Subsidiaritätsgedanke am Leben bleibt. Wir brauchen also nicht nur immer mehr Europa, sondern auch in manchen Bereichen weniger Europa. Wir müssen sehen, wo wir nationalstaatlich bessere Lösungen finden, dort brauchen wir keine europäischen Lösungen. Das sind die Grundsätze der Österreichischen Volkspartei seit 1945. (Abg. Kickl: Mal mehr, mal weniger! – Zwischenruf des Abg. Kogler.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer. – Ruf bei der FPÖ: Zur Verteidigung!
sehen freut es mich, dass sich die FPÖ hier klar festgelegt hat, denn wir brauchen diese Balance. (Zwischenruf des Abg. Neubauer. – Ruf bei der FPÖ: Zur Verteidigung!) Supranationale Lösungen, um die EU-Außengrenzen zu schützen, sind uns ein Anliegen. Dort, wo das nicht gelingt, müssen wir nationalstaatlich agieren, aber europäische Lösungen sind in der Flüchtlingsfrage und in anderen großen Fragen natürlich besser. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nur gibt’s die nicht!) Das ist selbstverständlich, wenn ich zum Beispiel an den Klimaschutz denke. Dort, wo es nicht gelingt, handeln wir nationalstaatlich.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nur gibt’s die nicht!
sehen freut es mich, dass sich die FPÖ hier klar festgelegt hat, denn wir brauchen diese Balance. (Zwischenruf des Abg. Neubauer. – Ruf bei der FPÖ: Zur Verteidigung!) Supranationale Lösungen, um die EU-Außengrenzen zu schützen, sind uns ein Anliegen. Dort, wo das nicht gelingt, müssen wir nationalstaatlich agieren, aber europäische Lösungen sind in der Flüchtlingsfrage und in anderen großen Fragen natürlich besser. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nur gibt’s die nicht!) Das ist selbstverständlich, wenn ich zum Beispiel an den Klimaschutz denke. Dort, wo es nicht gelingt, handeln wir nationalstaatlich.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die EU schafft’s noch immer nicht!
Dort, wo es die Europäische Union eine Zeit lang nicht geschafft hat, war es Außenminister Sebastian Kurz, der aktiv geworden ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die EU schafft’s noch immer nicht!) Denken Sie an die Schließung der Westbalkanroute: Wie ist er am Beginn kritisiert worden! Und wie wird er jetzt sogar von Angela Merkel am Parteitag der CDU dafür gelobt? (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kickl.) Es ist wichtig, den Mut zu haben, voranzugehen. Das ist die Außenpolitik, für die Sebastian Kurz steht.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Dort, wo es die Europäische Union eine Zeit lang nicht geschafft hat, war es Außenminister Sebastian Kurz, der aktiv geworden ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die EU schafft’s noch immer nicht!) Denken Sie an die Schließung der Westbalkanroute: Wie ist er am Beginn kritisiert worden! Und wie wird er jetzt sogar von Angela Merkel am Parteitag der CDU dafür gelobt? (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kickl.) Es ist wichtig, den Mut zu haben, voranzugehen. Das ist die Außenpolitik, für die Sebastian Kurz steht.
Abg. Neubauer: Habt’s das dem Karas auch schon gesagt?
Zur Familienbeihilfe sage ich Ihnen: Darüber, dass wir es jetzt in Angriff nehmen, die Leistungen, die ins Ausland gehen, zu regeln, bin ich persönlich sehr froh. (Abg. Neubauer: Habt’s das dem Karas auch schon gesagt?) Warum bin ich froh? – Ich habe das schon im Jahr 2010 als Finanzstaatssekretär machen wollen, habe es aber nicht geschafft. (Abg. Kickl: Wer hat’s verhindert?) Wir werden es jetzt schaffen, weil wir jetzt auch die Unterstützung seitens der Sozialdemokratie haben werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind Sie da ganz sicher?) Ich sage Ihnen: Es gibt da in Europa riesige Unterschiede. (Zwischenruf des Abg. Kogler.) – Ja, weil wir eine Familienpartei sind, wollen wir, dass wir unsere Gesetze ernst nehmen.
Abg. Kickl: Wer hat’s verhindert?
Zur Familienbeihilfe sage ich Ihnen: Darüber, dass wir es jetzt in Angriff nehmen, die Leistungen, die ins Ausland gehen, zu regeln, bin ich persönlich sehr froh. (Abg. Neubauer: Habt’s das dem Karas auch schon gesagt?) Warum bin ich froh? – Ich habe das schon im Jahr 2010 als Finanzstaatssekretär machen wollen, habe es aber nicht geschafft. (Abg. Kickl: Wer hat’s verhindert?) Wir werden es jetzt schaffen, weil wir jetzt auch die Unterstützung seitens der Sozialdemokratie haben werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind Sie da ganz sicher?) Ich sage Ihnen: Es gibt da in Europa riesige Unterschiede. (Zwischenruf des Abg. Kogler.) – Ja, weil wir eine Familienpartei sind, wollen wir, dass wir unsere Gesetze ernst nehmen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind Sie da ganz sicher?
Zur Familienbeihilfe sage ich Ihnen: Darüber, dass wir es jetzt in Angriff nehmen, die Leistungen, die ins Ausland gehen, zu regeln, bin ich persönlich sehr froh. (Abg. Neubauer: Habt’s das dem Karas auch schon gesagt?) Warum bin ich froh? – Ich habe das schon im Jahr 2010 als Finanzstaatssekretär machen wollen, habe es aber nicht geschafft. (Abg. Kickl: Wer hat’s verhindert?) Wir werden es jetzt schaffen, weil wir jetzt auch die Unterstützung seitens der Sozialdemokratie haben werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind Sie da ganz sicher?) Ich sage Ihnen: Es gibt da in Europa riesige Unterschiede. (Zwischenruf des Abg. Kogler.) – Ja, weil wir eine Familienpartei sind, wollen wir, dass wir unsere Gesetze ernst nehmen.
Zwischenruf des Abg. Kogler.
Zur Familienbeihilfe sage ich Ihnen: Darüber, dass wir es jetzt in Angriff nehmen, die Leistungen, die ins Ausland gehen, zu regeln, bin ich persönlich sehr froh. (Abg. Neubauer: Habt’s das dem Karas auch schon gesagt?) Warum bin ich froh? – Ich habe das schon im Jahr 2010 als Finanzstaatssekretär machen wollen, habe es aber nicht geschafft. (Abg. Kickl: Wer hat’s verhindert?) Wir werden es jetzt schaffen, weil wir jetzt auch die Unterstützung seitens der Sozialdemokratie haben werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind Sie da ganz sicher?) Ich sage Ihnen: Es gibt da in Europa riesige Unterschiede. (Zwischenruf des Abg. Kogler.) – Ja, weil wir eine Familienpartei sind, wollen wir, dass wir unsere Gesetze ernst nehmen.
Zwischenruf der Abg. Moser.
Kollege Kogler – in der letzten Reihe sitzend, eigentlich wäre dein Platz in der ersten Reihe –, ich weiß nicht, was innerhalb der Grünen vorgefallen ist, dass du jetzt so weit zurückversetzt worden bist. (Zwischenruf der Abg. Moser.) Vielleicht war der Faschingsdienstag zu lange, dass es besser ist, irgendwie im Dunkeln zu bleiben, aber gut. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kogler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kogler.
Kollege Kogler – in der letzten Reihe sitzend, eigentlich wäre dein Platz in der ersten Reihe –, ich weiß nicht, was innerhalb der Grünen vorgefallen ist, dass du jetzt so weit zurückversetzt worden bist. (Zwischenruf der Abg. Moser.) Vielleicht war der Faschingsdienstag zu lange, dass es besser ist, irgendwie im Dunkeln zu bleiben, aber gut. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kogler.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Kogler.
Was ich sagen möchte, ist: Die Familienbeihilfe ist kein Einkommensbestandteil. Kollege Kogler, die Familienbeihilfe ist auch keine Leistung, die aufgrund einer Versicherung erbracht wird, sondern die Familienbeihilfe ist per definitionem eine Leistung, um einen Beitrag für Lebenshaltungskosten zu gewähren. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Kogler.) Es gibt natürlich riesige Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten zum Beispiel zwischen Österreich und Rumänien, oder auch im Vergleich zu unserem unmittelbaren Nachbarn Ungarn. Man sieht, wie hoch dort die Kinderbeihilfeleistungen sind: in Rumänien pro Monat 20 €, in Ungarn 39 €. Wenn wir jetzt auf diesen Index, was die Lebenshaltungskosten betrifft, abstellen, bekommt eine Arbeitnehmerin, die in Österreich zum Beispiel als Pflegerin arbeitet, noch immer ein Vielfaches an Familienbeihilfe im Vergleich zu einer Arbeitnehmerin, die in Ungarn ist (Zwischenruf des Abg. Kogler), aber natürlich nicht mehr jene Summe, die man erhält, wenn man gemeinsam mit den Kindern in Österreich ist.
Zwischenruf des Abg. Kogler
Was ich sagen möchte, ist: Die Familienbeihilfe ist kein Einkommensbestandteil. Kollege Kogler, die Familienbeihilfe ist auch keine Leistung, die aufgrund einer Versicherung erbracht wird, sondern die Familienbeihilfe ist per definitionem eine Leistung, um einen Beitrag für Lebenshaltungskosten zu gewähren. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Kogler.) Es gibt natürlich riesige Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten zum Beispiel zwischen Österreich und Rumänien, oder auch im Vergleich zu unserem unmittelbaren Nachbarn Ungarn. Man sieht, wie hoch dort die Kinderbeihilfeleistungen sind: in Rumänien pro Monat 20 €, in Ungarn 39 €. Wenn wir jetzt auf diesen Index, was die Lebenshaltungskosten betrifft, abstellen, bekommt eine Arbeitnehmerin, die in Österreich zum Beispiel als Pflegerin arbeitet, noch immer ein Vielfaches an Familienbeihilfe im Vergleich zu einer Arbeitnehmerin, die in Ungarn ist (Zwischenruf des Abg. Kogler), aber natürlich nicht mehr jene Summe, die man erhält, wenn man gemeinsam mit den Kindern in Österreich ist.
Abg. Kickl: Tun!
erkenne die Realitäten in der Europäischen Union – dann muss ich so vorgehen, wie wir vorgehen wollen – oder ich träume. Nur: Am Ende werden wir uns das nicht leisten können. (Abg. Kickl: Tun!) Daher ist dieser Schritt, diese Änderung bei den Familienleistungen für jene, deren Kinder im Ausland leben, ein richtiger Schritt. Auch da gehen wir wieder voran, und andere Staaten in Europa werden uns folgen. Davon bin ich fest überzeugt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
erkenne die Realitäten in der Europäischen Union – dann muss ich so vorgehen, wie wir vorgehen wollen – oder ich träume. Nur: Am Ende werden wir uns das nicht leisten können. (Abg. Kickl: Tun!) Daher ist dieser Schritt, diese Änderung bei den Familienleistungen für jene, deren Kinder im Ausland leben, ein richtiger Schritt. Auch da gehen wir wieder voran, und andere Staaten in Europa werden uns folgen. Davon bin ich fest überzeugt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
Meine Damen und Herren, der entscheidende Punkt ist die Frage, die uns mehr als alle anderen hier im Hohen Haus in den letzten Jahren beschäftigt hat: Wie gehen wir mit jenen um, die zu uns kommen? Wie schaffen wir es, dass so etwas wie im Jahr 2015 nie mehr wieder passiert? – Natürlich verfolgen wir da einen ganzheitlichen Ansatz: Schutz der EU-Außengrenzen, alles tun, damit schon an den EU-Außengrenzen die Flüchtlingsströme gestoppt werden; alles tun, damit vor Ort entsprechende humanitäre Unterstützung da ist. Denn: Wir werden von Österreich aus die Probleme, die zur Flucht führen, nicht lösen können. Denken Sie an die kriegerischen Auseinandersetzungen im Irak, in Syrien! (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Niemand von uns weiß, wann sie ein Ende finden werden.
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Cap und Muttonen.
Wir können auch im Rahmen unserer internationalen Aufgaben, die wir wahrnehmen, viel leisten. Wien leistet auch als Standort viel für internationale Organisationen. Da ist Österreich größer als seine Einwohnerzahl oder die Fläche des Landes. Die Außenpolitik, die von Sebastian Kurz vertreten wird, ist eine, die von starkem Mut und starkem Willen gezeichnet ist, um voranzugehen und nicht hinterherzulaufen. Sebastian Kurz verdient parteiübergreifend unsere Unterstützung, so wie wir es auch bei der Tagung der OSZE gemacht haben. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Cap und Muttonen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Lopatka: ... Familienlastenausgleich! Das zahlen auch die, die keine Kinder haben! Es ist falsch, was Sie sagen! Es ist falsch!
ArbeitnehmerInnen, die in das System einzahlen, und sie zahlen alle das Gleiche ein, haben auch das Recht, dasselbe herauszubekommen – ganz einfach! Ganz einfach! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Lopatka: ... Familienlastenausgleich! Das zahlen auch die, die keine Kinder haben! Es ist falsch, was Sie sagen! Es ist falsch!)
Abg. Kickl: Wie ist denn das bei der Mindestpension? – Umgekehrt gilt es nicht!
Es sind die ArbeitnehmerInnen aus der Europäischen Union, die hier wichtige Arbeit leisten, insbesondere Frauen, die in Österreich Arbeit leisten, die notwendig ist, gerade in der Alten- und Pflegeversorgung. (Abg. Kickl: Wie ist denn das bei der Mindestpension? – Umgekehrt gilt es nicht!) Und dann zu sagen, für die Kinder, die in
Abg. Lopatka: Das zahlen auch die, die keine Kinder haben! Es ist falsch!
ihren Ländern zu Hause bleiben müssen, weil es sonst nicht mehr geht, bekommt man weniger ausbezahlt, ist eigentlich eine Schande, eine Schande für die ÖVP als Familienpartei, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Abg. Lopatka: Das zahlen auch die, die keine Kinder haben! Es ist falsch!)
Abg. Kickl: Krieg hat er noch keinen angefangen, wie so manche andere!
Jetzt aber zurück zur Weltpolitik: Meine sehr verehrten Damen und Herren, Sie haben es alle mitbekommen: Donald Trump hielt vor ein paar Stunden seine erste Rede vor dem Kongress. Diese Rede wurde mit großer Spannung erwartet und natürlich auch von Protesten begleitet. Nach seinen verbalen Attacken und Entgleisungen – Stichwort Frauenpolitik, Stichwort Minderheitenpolitik –, aber auch den Entgleisungen in seinen ersten Tagen als US-Präsident, was die politische Ausrichtung betrifft (Abg. Kickl: Krieg hat er noch keinen angefangen, wie so manche andere!) – Stichwort Einreiseverbote gerade für muslimische Menschen –, war es ja auch wichtig, genau hinzuschauen.
Beifall bei den Grünen.
Er hat sich zwar möglicherweise an das Skriptum gehalten und irgendwie Irrwege seiner Gedankengänge zumindest nicht verbalisiert, dennoch ist es politisch inhaltlich ganz klar, in welche Richtung es mit Trump und den USA gehen wird, wenn dies so fortgesetzt wird: Investitionen, Infrastruktur, Jobs schaffen natürlich, aber auch die ungerechte Position der USA in Handelsfragen und natürlich auch der Mauerbau zu Mexiko – dieser als Zeichen einer Politik, die von der FPÖ natürlich begrüßt wird, und nicht nur von der FPÖ begrüßt wird, sondern durchaus auch von Außenminister Sebastian Kurz. Dieses Wahnsinnsprojekt löst weltweit Kopfschütteln aus, und Sebastian Kurz hat es dennoch zumindest mit Verständnis bedacht – eine Jubelbekundung, die aus meiner Sicht vollkommen inakzeptabel ist und vor allem auch die neutrale Stellung der Außenpolitik Österreichs vollkommen konterkariert. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es geht anscheinend nur mehr um den Bau von Mauern, um den Bau von Grenzen, darum, dass alles plötzlich nicht mehr inhaltlich sicherheitspolitisch ist – auch das, was notwendig wäre –, es geht nur mehr darum: Wie kann ich Mauern und Grenzen aufziehen? – Das ist etwas, was ich zutiefst ablehne. Auch Herr Klubobmann Lopatka hat es mit seinen Gründervätern – ich hoffe, es gibt auch Gründermütter in der ÖVP – angesprochen, dass einfach Mauern abgebaut wurden, abgerissen wurden, Grenzen abgebaut wurden, und das sollte eigentlich auch weiterhin klare Prämisse des österreichischen Außenministers sein, nämlich eine Situation zu schaffen, in der Grenzen nicht aufgebaut, sondern wieder abgebaut werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Schimanek: Auch hier in Österreich!
Anstatt den weltweiten Kampf gegen Frauen- und Kinderzwangsverheiratungen, gegen Ausbeutung und Diskriminierung (Abg. Schimanek: Auch hier in Österreich!) von Frauen tatsächlich voranzubringen, geht US-Präsident Trump in die andere Richtung und sagt: Nein, Gesundheitsvorsorge für die ganze Welt, für die Frauen dieser Welt, bleibt auf der Strecke.
Beifall bei den Grünen.
Notwendig erscheint das deshalb, weil eben diese Regelung umgesetzt werden soll und auch Europa als starkes gemeinsames Europa ein klares Zeichen dagegen setzen muss. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Gut, jetzt kann man darüber reden, welcher Ausschuss besser geeignet ist, aber wir haben im Außenpolitischen Ausschuss schon zweimal darüber diskutiert. Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass der Europaminister diesbezüglich auch klare Regelungen vollziehen soll, dass es da Gespräche auf europäischer Ebene braucht und nicht über den Wirtschaftsausschuss und dass er als zuständiger Europa- und Außenminister auch die Verantwortung trägt, klare Regeln in Österreich umzusetzen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das alles sind Herausforderungen, die der Außen- und Europaminister einfach auch angehen muss. Leider höre ich davon viel zu wenig, außer manchmal einen populistischen Aufschrei, aber das ist zu wenig. Es braucht tatsächlich inhaltliche Initiativen für Frieden, nicht nur im OSZE-Raum, sondern weltweit. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Kassegger: Das können wir unterschreiben!
Ich finde, dass wir da durchaus gemeinsam agieren sollten, aber wir sollten das auch ein bisschen unter dem Gesichtspunkt tun: starkes Europa – ja, aber mit starken nationalen Staaten, die auch wirklich einen Beitrag leisten können, und dazu bekenne ich mich, und ich glaube, das können wir alle hier gemeinsam unterschreiben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Kassegger: Das können wir unterschreiben!)
Beifall beim Team Stronach.
In diesem Bereich findet doch einiges an Betrug statt, und man muss auch überlegen: Warum hat man die Kinderbeihilfe damals eingeführt, und was für einen Zweck hat sie gehabt? – Der Zweck war, dass man hier in Österreich die Familien stärkt, damit man sich Kinder wieder leisten kann, damit die Kaufkraft hier in Österreich wieder gestärkt wird, denn dieses Geld geht in die Wirtschaft und ein Teil kommt dann über Steuern wieder zurück. Das hat ja sehr wohl Sinn, und wenn ich das Geld ins Ausland schicke, dann ist es für immer verloren. Da muss man sich schon überlegen, ob man diese Kinderbeihilfe nicht überhaupt nur noch im Inland auszahlt, nämlich für Kinder, die hier in Österreich leben und wohnen. Das wäre meiner Ansicht nach der richtige Schritt. Vielleicht denken Sie einmal darüber nach, Herr Minister, das wäre der erste Punkt. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Ich glaube, der österreichische Steuerzahler und die österreichische Steuerzahlerin erwarten, dass jetzt einmal diese Regierung handelt und dass diese Probleme gelöst werden, von denen wir schon über Jahre hier sprechen. Sie kennen meinen Vorschlag zu Wartecamps in Nordafrika. Das ist – Kollege Franz hat es vorhin schon angedeutet – ein Vorschlag, der seit über einem Jahr hier im Parlament liegt und der eine Lösung für dieses Problem wäre, denn wenn diese Menschen wüssten, dass sie nicht in Europa bleiben können, wenn sie hier illegal einreisen, nicht mit gutem Willen zu uns kommen, und auch wirklich wieder außer Landes gebracht werden, dann würden sich diese Flüchtlingsströme reduzieren, und zwar ganz massiv, und dann hätte man einen Riesenschritt gemacht. – Danke schön. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Hübner: Wow, das ist ganz schlecht!
Diese Europapolitik, sofern man sie überhaupt noch so bezeichnen kann, läuft im Moment unter dem Titel „Österreich zuerst“. Von Bundeskanzler Kern hören wir, dass er einen Beschäftigungsbonus einführen will. Dieser soll nur für Inländer gelten, aber nicht für EU-Bürger. Das halte ich auch für etwas zynisch und problematisch, wenn man auf Deutschland schimpft wegen der dortigen Autobahnmaut, aber bei uns dasselbe macht: ein Beschäftigungsbonus für Inländer, aber nicht für EU-Bürger. Das scheint irgendwie so nach dem Motto zu gehen: Österreichisches Geld für österreichische Bürger! (Abg. Hübner: Wow, das ist ganz schlecht!)
Abg. Hübner: Die Frage ist: Wer vertritt denn die Interessen der österreichischen Steuerzahler im Parlament? Das ist die Frage!
Und dann sollten wir uns auch fragen: Wo wird dieses österreichische Steuergeld verdient? – Na klarerweise nicht nur in Österreich. Es wird vor allem durch Exporte verdient. (Abg. Hübner: Die Frage ist: Wer vertritt denn die Interessen der österreichischen Steuerzahler im Parlament? Das ist die Frage!) Österreich lebt zu einem Großteil von seinen Exporten. Drei Viertel unserer Exporte gehen in den europäischen Binnenmarkt. Dort wird unser Geld verdient, dort wird auch unser österreichisches Steuergeld verdient. Darauf beruht der Erfolg unserer Betriebe, darauf beruhen unsere Arbeitsplätze, und dieser Erfolg und diese Arbeitsplätze beruhen zu einem wesentlichen Teil auf den europäischen Grundfreiheiten. (Abg. Hübner: Ja, natürlich!)
Abg. Hübner: Ja, natürlich!
Und dann sollten wir uns auch fragen: Wo wird dieses österreichische Steuergeld verdient? – Na klarerweise nicht nur in Österreich. Es wird vor allem durch Exporte verdient. (Abg. Hübner: Die Frage ist: Wer vertritt denn die Interessen der österreichischen Steuerzahler im Parlament? Das ist die Frage!) Österreich lebt zu einem Großteil von seinen Exporten. Drei Viertel unserer Exporte gehen in den europäischen Binnenmarkt. Dort wird unser Geld verdient, dort wird auch unser österreichisches Steuergeld verdient. Darauf beruht der Erfolg unserer Betriebe, darauf beruhen unsere Arbeitsplätze, und dieser Erfolg und diese Arbeitsplätze beruhen zu einem wesentlichen Teil auf den europäischen Grundfreiheiten. (Abg. Hübner: Ja, natürlich!)
Abg. Hübner: Wow! Das ist eine Frechheit!
Doch leider äußert sich auch Außenminister Kurz in der letzten Zeit ähnlich in diese Richtung. Sie wollen die Familienbeihilfe einschränken für EU-Bürger, deren Kinder in anderen EU-Staaten leben. Da lasse ich jetzt einmal beiseite, dass Ökonomen uns vorrechnen, dass die Einsparungseffekte nicht so sein werden, wie Sie uns glauben machen wollen. Was mir allerdings schon wichtig ist und was ich sehr zentral finde in der Debatte, das ist das politische Signal, das hier ausgesendet wird, das Sie, Herr Außenminister, hier aussenden, wenn Sie von EU-Bürgern als Ausländern sprechen (Abg. Hübner: Wow! Das ist eine Frechheit!), wenn Sie von EU-Bürgern und deren Kindern als belastender Migration sprechen. (Abg. Hübner: Da muss das Verhetzungsrecht sofort novelliert werden! Unglaublich!)
Abg. Hübner: Da muss das Verhetzungsrecht sofort novelliert werden! Unglaublich!
Doch leider äußert sich auch Außenminister Kurz in der letzten Zeit ähnlich in diese Richtung. Sie wollen die Familienbeihilfe einschränken für EU-Bürger, deren Kinder in anderen EU-Staaten leben. Da lasse ich jetzt einmal beiseite, dass Ökonomen uns vorrechnen, dass die Einsparungseffekte nicht so sein werden, wie Sie uns glauben machen wollen. Was mir allerdings schon wichtig ist und was ich sehr zentral finde in der Debatte, das ist das politische Signal, das hier ausgesendet wird, das Sie, Herr Außenminister, hier aussenden, wenn Sie von EU-Bürgern als Ausländern sprechen (Abg. Hübner: Wow! Das ist eine Frechheit!), wenn Sie von EU-Bürgern und deren Kindern als belastender Migration sprechen. (Abg. Hübner: Da muss das Verhetzungsrecht sofort novelliert werden! Unglaublich!)
Beifall bei den NEOS.
Wir NEOS stehen auf jeden Fall dazu, wir stehen zu diesem gemeinsamen Europa, wir werden davon auch nicht abrücken, egal ob bei Rückenwind oder heftigem Gegenwind. Wir bekennen uns weiter dazu und werden weiter für dieses Zukunftsprojekt, für dieses gemeinsame Projekt Europa kämpfen und dafür eintreten. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Lugar.
Abgeordneter Dr. Andreas F. Karlsböck (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Hable, das war jetzt ein klassisches Beispiel der vorhin erwähnten Realitätsverweigerung. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Lugar.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Minister, ich sage es noch einmal mit aller Deutlichkeit und ich lasse es damit auch bewenden – ich habe Vertraulichkeit zugesagt und werde hier keine Einzelfälle nennen; es gibt nicht nur einen Einzelfall, es gibt aus unserer Sicht mehrere solche Fälle –: Es kann nicht sein, dass systematisch versucht wird, herauszufinden, mit wem sich österreichische Oppositionspolitiker im Ausland treffen, mit welchen ihrer Pendant-Abgeordneten, was dort besprochen wird und was die weiteren Pläne derjenigen sind. Das ist striktest abzulehnen, Herr Minister! Ich ersuche Sie hier mit aller Eindringlichkeit, diesen Unfug abzustellen, und wenn das nicht der Fall sein sollte, werden wir uns mit allen parlamentarischen Mitteln, die uns als Opposition zur Verfügung stehen, zu wehren wissen. – Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Gisela Wurm.
Gerade was die Schaffung von Sicherheit für Frauen in bewaffneten Konflikten angeht, ist noch viel zu tun, und es bedarf großer Anstrengungen, um in diesem Bereich weitere Verbesserungen zu erreichen – daher auch ein Dankeschön an das Außenministerium und die anderen befassten Ministerien, verbunden mit der Bitte, an diesem wichtigen Thema weiter dranzubleiben. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Gisela Wurm.)
Abg. Kogler: Richtig!
Das wäre eine Außenpolitik, die nach den Gründen fragt, warum Menschen entwurzelt werden, warum Menschen ihre Heimat verlassen: weil sie dort keine Existenzgrundlage mehr haben. So zum Beispiel in Senegal, wo im Jahr 2014 von der EU, von unserer Europäischen Union, von der wir ein Achtundzwanzigstel sind, die Fischereirechte vor der senegalesischen Küste aufgekauft wurden (Abg. Kogler: Richtig!), wodurch mit einem Schlag Hunderttausende Fischer und Fischerinnen in Senegal arbeitslos geworden sind, ihre Arbeits- und Lebensgrundlage losgeworden sind.
Abg. Deimek: Erdoğan in Österreich ist gut und Erdoğan in der Türkei ist böse?
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir stehen vor der Gretchenfrage: Wie halten wir es mit Demokratie und Menschenrechten – nicht nur hierzulande in Österreich, sondern zum Beispiel auch in der Türkei? Und unsere Bundesregierung und alle Regierungen der EU-Länder stehen vor der Entscheidung. Sie werden sich entweder für Demokratie, Menschenrechte und Meinungsfreiheit entscheiden oder für den schmutzigen EU-Türkei-Flüchtlingsdeal (Abg. Deimek: Erdoğan in Österreich ist gut und Erdoğan in der Türkei ist böse?), damit keine Flüchtlinge die EU erreichen können. Wir haben die Wahl.
Beifall bei den Grünen und Bravorufe des Abg. Kogler.
In diesem Sinne: Freiheit für Deniz Yücel, Freiheit für alle inhaftierten Journalisten und Journalistinnen in der Türkei! – Danke. (Beifall bei den Grünen und Bravorufe des Abg. Kogler.)
Abg. Korun – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Den bringen die Kollegen ein!
Präsident Karlheinz Kopf: Frau Abgeordnete, wollten Sie nicht einen Entschließungsantrag einbringen? (Abg. Korun – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Den bringen die Kollegen ein!) – Okay. Danke.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Berlakovich und Durchschlag.
In diesem Sinne ersuche ich Sie, diesen Antrag zu unterstützen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Berlakovich und Durchschlag.)
Beifall bei der FPÖ.
Kollegen von den NEOS. Er erkennt bereits, dass die Europäische Union, wenn es keine Änderungen gibt, am Abgrund steht. Sie sind noch nicht so weit, Sie werden das aber noch lernen müssen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Herr Kollege Cap hat es schon angedeutet: Die neue Administration in den USA wird sich vielleicht zum Segen für Europa auswirken. Wir wissen nämlich nicht, in welche Richtung sich die NATO entwickeln wird: Entweder wird sie zerbrechen, indem der transatlantische Partner wegbricht, oder sie wird vermehrt zu einem Instrument aggressiver US-Außenpolitik werden. Wir wissen es nicht. Aber vielleicht können dieser Konflikt und diese Krise dazu beitragen, dass die europäischen Länder endlich erwachsen werden und sich darauf besinnen, dass sie eine eigene Außenpolitik zu betreiben haben und eine Äquidistanz zwischen den USA und Russland die richtige Linie für Europa ist (Beifall bei der FPÖ), anstatt sich einseitig an das Gängelband der USA nehmen zu lassen. Wir haben das ja im Fall der Sanktionen gegen Russland, die uns auch heute noch wirtschaftspolitisch schädigen, schmerzhaft erlebt.
Beifall bei der FPÖ.
Diese europäische Armee kann aber nicht eine europäische Berufsarmee sein, die unter dem zentralistischen Kommando einer zentralistischen EU steht, sondern das muss vom Willen der Mitgliedsländer getragen werden. (Beifall bei der FPÖ.) Und der Beitrag österreichischer Soldaten muss immer hier in Wien beschlossen werden, das ist doch eine Selbstverständlichkeit.
Beifall bei der FPÖ.
Das ist die Problematik der Europäischen Union, und wir haben dazu beizutragen, dass sich die Union dramatisch ändert und dass die Union vor allem auch ihre wichtigsten Aufgaben erfüllt, und dazu zählt vor allem die Sicherung der Außengrenze. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Europa, meine Damen und Herren – und darüber müssen wir uns alle im Klaren sein –, nicht zur Festung wird, dann wird es zur Ruine werden. Wir sollten das nicht zulassen. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS): Herr Präsident! Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Bürgerinnen und Bürger! Die FPÖ macht sich heute ganz viele Sorgen um die NEOS. Ich finde das geradezu rührend. Allerdings: Die Vorhalte, die Sie hier vorbringen, dass wir hier ein Stück weit die Realität nicht akzeptieren wollen, sind einfach nicht zutreffend. (Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Kollege Karlsböck, Kollege Hübner, Kollege Bösch, für uns NEOS ist ganz klar, dass die Europäische Union in ihrer derzeitigen Verfasstheit keinen Bestand haben kann, sie muss sich natürlich weiterentwickeln, das steht für uns völlig außer Streit. Gleichermaßen außer Streit steht für uns, dass wir auch morgen in Europa leben werden und leben wollen. Das ist der Ort, an dem wir zu Hause sind: Europa, Österreich, Vorarlberg, Dalaas, Wald, Außerwald, Obere Gasse. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Wir schaffen es durchaus, multiple Identitäten zu haben, und Europa ist dabei eine ganz zentrale Identität von uns.
Abg. Kogler: Genau! Geisterfahrer! – Abg. Deimek: Was schlagen Sie vor? – Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Wo liegt nun das Problem? – Bei der FPÖ und zunehmend auch bei der ÖVP und der SPÖ, den ehemaligen Europaparteien. Wir haben das Problem, dass sie sich offensichtlich in fortschreitendem Tempo vom Le-Pen- und Trump-Virus anstecken lassen, und das leitet ihre Handlungen. Neonationalistischer Populismus der Marke FPÖ, der Marke AfD, neonationalistischer Populismus ist das, was SPÖ und ÖVP zunehmend machen. Ich halte das für grundfalsch. (Abg. Kogler: Genau! Geisterfahrer! – Abg. Deimek: Was schlagen Sie vor? – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Deimek: Das ist übelster Rassismus weißer, europäischer Männer!
Ich würde mir von unserem Europaminister wünschen, dass er anlässlich der Diskussionen, die derzeit laufen, sagt, ja, es gibt Licht und Schatten und wir haben Probleme, wir haben aber gleichermaßen auch, liebe Österreicherinnen und Österreicher, 68 000 Arbeitsplätze durch den europäischen Binnenmarkt gewonnen. (Abg. Deimek: Das ist übelster Rassismus weißer, europäischer Männer!) Wir haben 53 000 Arbeitsplätze allein in den ersten zehn Jahren nach der EU-Osterweiterung für Österreich gewonnen. – Das heißt: Für Arbeitsplätze ist Europa immens wichtig! (Abg. Deimek: Was ist mit der Solidarität mit Asien? Was ist mit der Solidarität mit Afrika? ... Das ist ein Skandal! Das ist unsinnig! So etwas schlagen Sie vor! Europäischer Rassismus!)
Abg. Deimek: Was ist mit der Solidarität mit Asien? Was ist mit der Solidarität mit Afrika? ... Das ist ein Skandal! Das ist unsinnig! So etwas schlagen Sie vor! Europäischer Rassismus!
Ich würde mir von unserem Europaminister wünschen, dass er anlässlich der Diskussionen, die derzeit laufen, sagt, ja, es gibt Licht und Schatten und wir haben Probleme, wir haben aber gleichermaßen auch, liebe Österreicherinnen und Österreicher, 68 000 Arbeitsplätze durch den europäischen Binnenmarkt gewonnen. (Abg. Deimek: Das ist übelster Rassismus weißer, europäischer Männer!) Wir haben 53 000 Arbeitsplätze allein in den ersten zehn Jahren nach der EU-Osterweiterung für Österreich gewonnen. – Das heißt: Für Arbeitsplätze ist Europa immens wichtig! (Abg. Deimek: Was ist mit der Solidarität mit Asien? Was ist mit der Solidarität mit Afrika? ... Das ist ein Skandal! Das ist unsinnig! So etwas schlagen Sie vor! Europäischer Rassismus!)
Abg. Deimek: Das ist ein Skandal, was der sagt! – Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.
Was kommt diesbezüglich von Sebastian Kurz? Was kommt von Herrn Stöger? – Es kommt nix. Herr Stöger sagt, wir müssen jetzt einen strammen Kurs einschlagen – so im übertragenen Sinne –, weil wir dichtmachen müssen, sonst sind die Rechten am Vormarsch. Das kann doch nicht ernsthaft Ihre Politik sein, Sebastian Kurz, Sie als Vertreter der Generation Erasmus! (Abg. Deimek: Das ist ein Skandal, was der sagt! – Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.) Ich hoffe, dass noch viele hinausgehen – Lehrlinge, Studierende, SchülerInnen – und Europa erleben, aber dann dürfen wir nicht Grenzen bauen, dann dürfen wir nicht teilabschotten, abschotten, dann müssen wir das Miteinander kultivieren. Und das ist das, was mir fehlt: das Miteinander zu kultivieren! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Deimek: Der neue europäische Rassismus ist das, was Sie betreiben! – Abg. Neubauer: Erasmus!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Deimek: Der neue europäische Rassismus ist das, was Sie betreiben! – Abg. Neubauer: Erasmus!
Was kommt diesbezüglich von Sebastian Kurz? Was kommt von Herrn Stöger? – Es kommt nix. Herr Stöger sagt, wir müssen jetzt einen strammen Kurs einschlagen – so im übertragenen Sinne –, weil wir dichtmachen müssen, sonst sind die Rechten am Vormarsch. Das kann doch nicht ernsthaft Ihre Politik sein, Sebastian Kurz, Sie als Vertreter der Generation Erasmus! (Abg. Deimek: Das ist ein Skandal, was der sagt! – Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.) Ich hoffe, dass noch viele hinausgehen – Lehrlinge, Studierende, SchülerInnen – und Europa erleben, aber dann dürfen wir nicht Grenzen bauen, dann dürfen wir nicht teilabschotten, abschotten, dann müssen wir das Miteinander kultivieren. Und das ist das, was mir fehlt: das Miteinander zu kultivieren! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Deimek: Der neue europäische Rassismus ist das, was Sie betreiben! – Abg. Neubauer: Erasmus!)
Abg. Neubauer: Die sagen ganz einfach, wer wählt uns, und die vertreten sie! – Abg. Deimek: Ihr seid ganz einfach Europarassisten!
Sie kultivieren das Gegeneinander in Europa, im Großen und im Kleinen, auch als Regierung. Sie sollten sich vorbereiten, Sebastian Kurz, auch der Herr Kern, auf die EU-Ratspräsidentschaft von Österreich. Was machen Sie? – Wieder zwei getrennte Arbeitsgruppen und Arbeitsprozesse. Jeder zieht in die eigene Richtung, jeder befeuert nur seine parteitaktisch wichtigen Themen. (Abg. Neubauer: Die sagen ganz einfach, wer wählt uns, und die vertreten sie! – Abg. Deimek: Ihr seid ganz einfach Europarassisten!)
Abg. Deimek: Europarassismus!
Sie verwechseln Europapolitik mit Parteitaktik, und das ist falsch, so kann sich Europa natürlich nicht vorwärtsbewegen. Europa und die europäische Einigungsidee wird derzeit durch nationalpolitische Logiken erwürgt. (Abg. Deimek: Europarassismus!) 28 Länder machen innenpolitische Wahlkämpfe – taktisch, klein-klein –, so wird Europa natürlich den Wohlstand, den Frieden, die Lebensqualität nicht weiter aufrechterhalten können, deswegen kultivieren wir eine andere Vision. Wir haben die Vision, dass die Menschen eines Tages das tun werden, was sie seit 2 500 Jahren machen, wenn das Fass überläuft: Sie rufen die Republik aus. Der Tag wird kommen. Es werden nicht 28 Staaten sein, aber es wird der Tag kommen, da werde ich den gleichen Pass wie Menschen aus Istrien, möglicherweise aus Südböhmen und möglicherweise auch aus dem Elsass haben, und das ist gut so. Es müssen nicht alle mitmachen, in diesem weiteren Schritt der Einigung. Wir werden Europa in einem weiteren Schritt vorantreiben, bei dem manche später dazukommen, aber dafür braucht es Visionen. (Abg. Neubauer: Ihr werdet bald gar nichts mehr vorantreiben! – Abg. Hübner: ... in eurer fiktiven Parallelwelt!)
Abg. Neubauer: Ihr werdet bald gar nichts mehr vorantreiben! – Abg. Hübner: ... in eurer fiktiven Parallelwelt!
Sie verwechseln Europapolitik mit Parteitaktik, und das ist falsch, so kann sich Europa natürlich nicht vorwärtsbewegen. Europa und die europäische Einigungsidee wird derzeit durch nationalpolitische Logiken erwürgt. (Abg. Deimek: Europarassismus!) 28 Länder machen innenpolitische Wahlkämpfe – taktisch, klein-klein –, so wird Europa natürlich den Wohlstand, den Frieden, die Lebensqualität nicht weiter aufrechterhalten können, deswegen kultivieren wir eine andere Vision. Wir haben die Vision, dass die Menschen eines Tages das tun werden, was sie seit 2 500 Jahren machen, wenn das Fass überläuft: Sie rufen die Republik aus. Der Tag wird kommen. Es werden nicht 28 Staaten sein, aber es wird der Tag kommen, da werde ich den gleichen Pass wie Menschen aus Istrien, möglicherweise aus Südböhmen und möglicherweise auch aus dem Elsass haben, und das ist gut so. Es müssen nicht alle mitmachen, in diesem weiteren Schritt der Einigung. Wir werden Europa in einem weiteren Schritt vorantreiben, bei dem manche später dazukommen, aber dafür braucht es Visionen. (Abg. Neubauer: Ihr werdet bald gar nichts mehr vorantreiben! – Abg. Hübner: ... in eurer fiktiven Parallelwelt!)
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Kogler. – Abg. Hübner: I have a dream! – Abg. Rädler: Ja, I have a dream!
Sebastian Kurz, das würde ich mir für einen wünschen, der noch 60 Jahre Lebenserwartung vor sich hat, das wäre etwas für die nächste Generation, und nicht neonationalistischer Populismus. Den kann die FPÖ gut genug, den braucht sonst niemand. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Kogler. – Abg. Hübner: I have a dream! – Abg. Rädler: Ja, I have a dream!)
Abg. Aslan: Was tun sie?
Abgeordneter Wendelin Mölzer (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Herr Kollege Strolz, wir beschäftigen uns nicht deswegen mit den NEOS, weil wir uns Sorgen um Sie machen, sondern weil Sie offenbar, zumindest nach außen hin, die Rolle derer übernommen haben, die völlig ohne Wenn und Aber einen europäischen Zentralstaat forcieren. (Abg. Aslan: Was tun sie?) Sie betreiben – muss ich fast sagen – demagogische Schwarz-Weiß-Malerei, die nämlich genau die Ursache für diese Probleme ist, die wir in Europa haben; in Wirklichkeit sind das nicht irgendwelche angeblich bösen Populisten und dergleichen, sondern das System ist falsch, der ganze Grundgedanke in dieser Form, mit diesem Zentralismus ist falsch. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: ... wofür gibt es demokratische Spielregeln?)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: ... wofür gibt es demokratische Spielregeln?
Abgeordneter Wendelin Mölzer (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Herr Kollege Strolz, wir beschäftigen uns nicht deswegen mit den NEOS, weil wir uns Sorgen um Sie machen, sondern weil Sie offenbar, zumindest nach außen hin, die Rolle derer übernommen haben, die völlig ohne Wenn und Aber einen europäischen Zentralstaat forcieren. (Abg. Aslan: Was tun sie?) Sie betreiben – muss ich fast sagen – demagogische Schwarz-Weiß-Malerei, die nämlich genau die Ursache für diese Probleme ist, die wir in Europa haben; in Wirklichkeit sind das nicht irgendwelche angeblich bösen Populisten und dergleichen, sondern das System ist falsch, der ganze Grundgedanke in dieser Form, mit diesem Zentralismus ist falsch. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: ... wofür gibt es demokratische Spielregeln?)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitliche bekennen uns natürlich zu einer europäischen Einigung, zu europäischen Werten, nur glauben Sie mir – das sind genau die falschen Symbolismen –, wir brauchen keinen gemeinsamen Pass, um etwa mit Istrianern an einem gemeinsamen Strang zu ziehen, sondern wir brauchen Politik für unsere Völker, für unsere Vielfalt in Europa, dann werden wir eine gute Zukunft haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: In Ihren Augen!
Damit komme ich zum eigentlichen Thema, zu dem ich heute kurz sprechen möchte: Wir haben ja heute schon mehrfach gehört, dass Herr Minister Kurz oder auch die Bundesregierung im Gesamten, wenn man so will, so etwas wie Ankündigungskaiser sind, die sich in Wirklichkeit als Umsetzungszwerge herausstellen. (Abg. Rädler: In Ihren Augen!) – Ja, schon, das muss man ganz klar sagen. Es wird viel gesprochen, viel Gutes gesprochen – in Fragen der Zuwanderungspolitik und dergleichen fort –, wie wir heute schon mehrfach festgestellt haben.
Beifall bei der FPÖ.
Da stellen wir uns die Frage, was wirklich passiert ist, Herr Minister: Wollen Sie uns nicht genau sagen, was da los ist? Wir haben wieder eine Anfrage vorbereitet, da können Sie das machen und uns das genau sagen, oder vielleicht auch heute, wenn Sie hier zu uns sprechen. Passiert in Wirklichkeit gar nichts? – Dann muss ich mich schon fragen, was Sie von Entschließungen des Nationalrates halten. Auf jeden Fall, meine Damen und Herren, werden wir Freiheitliche uns weiterhin mit Anträgen, Anfragen und dergleichen für die Anerkennung der deutschsprachigen Minderheit in Slowenien einsetzen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Minister, ich ersuche Sie also, da tätig zu werden, uns auch Antworten auf die Frage, was in den letzten fünf Jahren passiert ist, zu geben. Ich bitte auch darum, im Außenpolitischen Bericht 2016 vielleicht nicht wieder den gleichen Satz mit „Steuerung+C“ einzufügen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strolz: Ich habe nicht gesagt, dass er nichts tut!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Strolz, Sie haben sich heute als Dr. med. versucht, indem Sie der ÖVP und auch anderen Parteien irgendwelche Virusinfektionen in Richtung Populismus unterstellt haben, um dann selbst in einen unglaublichen Populismus zu verfallen und zu sagen, Außenminister Kurz tue nichts. (Abg. Strolz: Ich habe nicht gesagt, dass er nichts tut!) Das ist doch Populismus par excellence, Ihre rhetorischen Übertreibungen und populistischen Ausritte sprechen für sich selbst, und die Aktion widerlegt doch Ihre Anwürfe. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Ja!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Ja!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Strolz, Sie haben sich heute als Dr. med. versucht, indem Sie der ÖVP und auch anderen Parteien irgendwelche Virusinfektionen in Richtung Populismus unterstellt haben, um dann selbst in einen unglaublichen Populismus zu verfallen und zu sagen, Außenminister Kurz tue nichts. (Abg. Strolz: Ich habe nicht gesagt, dass er nichts tut!) Das ist doch Populismus par excellence, Ihre rhetorischen Übertreibungen und populistischen Ausritte sprechen für sich selbst, und die Aktion widerlegt doch Ihre Anwürfe. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Ja!)
Abg. Rädler: Er ist blind, der Herr Strolz!
Gerade in der Frage der Bewältigung der Flüchtlings- und Migrationskrise hat Sebastian Kurz europäische Politik gemacht, hat vorgezeigt, wie es gehen kann, in Kooperation mit den Mitgliedstaaten. (Abg. Rädler: Er ist blind, der Herr Strolz!) Insofern sind die Ausführungen meines Vorredners Mölzer – hier werde nur angekündigt und nichts getan – daher auch nicht zulässig. (Abg. Neubauer: Bei den Slowenen passiert nichts!)
Abg. Neubauer: Bei den Slowenen passiert nichts!
Gerade in der Frage der Bewältigung der Flüchtlings- und Migrationskrise hat Sebastian Kurz europäische Politik gemacht, hat vorgezeigt, wie es gehen kann, in Kooperation mit den Mitgliedstaaten. (Abg. Rädler: Er ist blind, der Herr Strolz!) Insofern sind die Ausführungen meines Vorredners Mölzer – hier werde nur angekündigt und nichts getan – daher auch nicht zulässig. (Abg. Neubauer: Bei den Slowenen passiert nichts!)
Beifall bei der ÖVP.
dass in diesen Monaten nur mehr ein Bruchteil der flüchtenden Menschen nach Österreich und in die Länder rundherum kommt. Das ist eine konkrete Politik, die Ergebnisse liefert, europäische Ergebnisse, die gut für Österreich sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich meine, dass sich Österreich da als Brückenbauer und Staat, der auch zwischen Konfliktparteien vermittelt, sehr gut einbringen kann. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neubauer: Das kennen wir!
Ich kann an dieser Stelle nur sagen, dass ich Verständnis für alle habe, die damals geglaubt haben, man tue mit dem Weiterwinken der Flüchtlinge etwas Gutes. Ich habe damals von Anfang an davor gewarnt und bin dafür massiv kritisiert worden, als ich gesagt habe, dass das Weiterwinken der Flüchtlinge die Situation nicht verbessern wird, den Schleppern die Geschäftsgrundlage nicht entziehen wird und auch das Sterben im Mittelmeer nicht beenden wird, sondern, ganz im Gegenteil, alles nur noch verschlimmern und zusätzlich zu einer massiven Überforderung in Mitteleuropa führen wird. (Abg. Neubauer: Das kennen wir!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin froh, dass es gelungen ist, das Weiterwinken entlang der Balkanroute zu stoppen. Alle Kollegen von der FPÖ, die gesagt haben, dass es nach wie vor Menschen gibt, die über diese Route kommen, haben selbstverständlich recht. Es ist nach wie vor notwendig, dort gegen Schlepper anzukämpfen, aber bitte geben Sie schon auch zu, dass es einen großen Unterschied macht, ob 100 Menschen pro Tag mit Schleppern versuchen, an den Polizeibehörden vorbeizukommen, oder ob staatlich und europäisch organisiert 15 000 pro Tag weitergewinkt werden. Ich bin froh, dass es uns gelungen ist, das zu beenden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, wir alle dürfen mit dem Status quo nicht zufrieden sein, denn es gibt massive Spannungen innerhalb der Europäischen Union, auch aufgrund der Flüchtlingskrise. Mit Großbritannien ist ein großes Land, eine der größten Volkswirtschaften der Europäischen Union, gerade dabei, aus Europa beziehungsweise aus der Europäischen Union auszutreten, und es gibt auch Fehlentwicklungen, die dringend gestoppt werden müssen. Wer ein Proeuropäer ist, ist nicht zufrieden mit dem Status quo und bejubelt ihn, sondern engagiert sich dafür, Europa besser zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kogler: Richtig!
braucht in der Europäischen Union mehr Fokussierung (Abg. Kogler: Richtig!), wir brauchen einen Fokus auf die großen Fragen, bei denen es gemeinsame Regelungen braucht, und wir brauchen gleichzeitig eine Europäische Union, die sich zurücknimmt, Nationalstaaten und auch Regionen wieder mehr Entscheidungsspielraum in Bereichen einräumt, in denen auf regionaler und nationaler Ebene besser entschieden werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
braucht in der Europäischen Union mehr Fokussierung (Abg. Kogler: Richtig!), wir brauchen einen Fokus auf die großen Fragen, bei denen es gemeinsame Regelungen braucht, und wir brauchen gleichzeitig eine Europäische Union, die sich zurücknimmt, Nationalstaaten und auch Regionen wieder mehr Entscheidungsspielraum in Bereichen einräumt, in denen auf regionaler und nationaler Ebene besser entschieden werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kogler: Das ist überhaupt das ...! – Abg. Pirklhuber: Für das ..., das Wie kann man infrage stellen!
Das heißt nicht, dass diese Regelung schlecht ist, sondern die Frage ist, ob so etwas auf europäischer Ebene geregelt werden muss. (Abg. Kogler: Das ist überhaupt das ...! – Abg. Pirklhuber: Für das ..., das Wie kann man infrage stellen!)
Abg. Pirklhuber: Wer entscheidet denn? Das ist der Rat, das sind die Minister! Keine Transparenz über unsere Politiker in Europa! Setzen Sie sich doch einmal dafür ein!
All jene, die der Meinung sind, dass das eine Verfehlung einzig von Brüssel oder den europäischen Institutionen ist, liegen massiv falsch (Abg. Pirklhuber: Wer entscheidet denn? Das ist der Rat, das sind die Minister! Keine Transparenz über unsere Politiker in Europa! Setzen Sie sich doch einmal dafür ein!), denn der Grund für ein Mehr an Bürokratie, der Grund für die hohe Regelungsdichte, die wir haben, liegt oft nicht in Brüssel, sondern der Grund sind nationale Politiker, die alles, was sie selbst für das eigene Land für richtig erachten, sofort auf die europäische Ebene heben, um es für ganz Europa zu regeln, und es sind nationale Politiker, die, wenn sie selbst keine Lösung finden, sofort nach der europäischen Lösung rufen, ohne sich zunächst einmal selbst zu bemühen. (Abg. Pirklhuber: Da gehören Sie auch dazu!)
Abg. Pirklhuber: Da gehören Sie auch dazu!
All jene, die der Meinung sind, dass das eine Verfehlung einzig von Brüssel oder den europäischen Institutionen ist, liegen massiv falsch (Abg. Pirklhuber: Wer entscheidet denn? Das ist der Rat, das sind die Minister! Keine Transparenz über unsere Politiker in Europa! Setzen Sie sich doch einmal dafür ein!), denn der Grund für ein Mehr an Bürokratie, der Grund für die hohe Regelungsdichte, die wir haben, liegt oft nicht in Brüssel, sondern der Grund sind nationale Politiker, die alles, was sie selbst für das eigene Land für richtig erachten, sofort auf die europäische Ebene heben, um es für ganz Europa zu regeln, und es sind nationale Politiker, die, wenn sie selbst keine Lösung finden, sofort nach der europäischen Lösung rufen, ohne sich zunächst einmal selbst zu bemühen. (Abg. Pirklhuber: Da gehören Sie auch dazu!)
Beifall bei der ÖVP.
Insofern hoffe ich sehr auf Ihre Unterstützung, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, das Prinzip der Subsidiarität in Europa zu stärken. Ich glaube, es ist ein wichtiges Fundament für ein Europa der Zukunft, für ein stärkeres, besseres und effizienteres Europa. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Windbüchler-Souschill.
Ich möchte auch noch ein paar Worte zu dem sagen, was du, lieber Matthias Strolz, angesprochen hast, was aber auch andere thematisiert haben betreffend den Bereich Zahlung von Familienbeihilfe ins Ausland oder auch betreffend den Grenzschutz und Grenzkontrollen – vorhin ist gesagt worden, Mauern sollen gebaut und Zäune sollen errichtet werden; sogar Alois Mock ist strapaziert worden. (Zwischenruf der Abg. Windbüchler-Souschill.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich meine, wenn wir es mit dieser Europäischen Union ernst meinen und wenn wir wollen, dass sie weiter Bestand hat, dann haben wir die Verantwortung, bei Fehlentwicklungen gegenzusteuern. Ich halte die Niederlassungsfreiheit für ein hohes Gut, und ich halte es für entscheidend, dass man die Möglichkeit hat, in anderen europäischen Staaten zu arbeiten, aber wenn die Niederlassungsfreiheit so interpretiert wird, dass man nicht nur anderswo arbeiten darf, sondern dass man den vollen Anspruch auf Sozialleistungen hat, auch wenn man vielleicht nur einen Tag dort gearbeitet hat, dann wird das nicht dazu führen, dass die Niederlassungsfreiheit erhalten bleibt, sondern, ganz im Gegenteil, das wird dazu führen, dass die Niederlassungsfreiheit in Kürze schon infrage gestellt wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwentner: Weisen Sie das einmal nach! – Zwischenruf der Abg. Korun – Abg. Rädler: Kollegin Korun, wenn Sie bitte nicht stören würden!
Wenn wir Hunderte Millionen Euro an Familienbeihilfe ins Ausland zahlen und dabei zusehen, dass es zu einer massiven Verzerrung kommt, weil die Zahlungen, die aus Österreich kommen, einfach viel, viel höher sind als die dortigen Lebenshaltungskosten und es dadurch für jemanden aus Rumänien oder aus Ungarn noch attraktiver wird, sich auf den Weg zu machen, um in Österreich zu arbeiten – denn wenn er dort zwei Kinder hat, wird das Durchschnittseinkommen in seinem Land in dieses Land überwiesen (Abg. Schwentner: Weisen Sie das einmal nach! – Zwischenruf der Abg. Korun – Abg. Rädler: Kollegin Korun, wenn Sie bitte nicht stören würden!) –, dann
Abg. Kogler: Ja, dann sollen sie aber auch weniger einzahlen!
führt das nicht dazu, dass die Europäische Union stärker wird und dass die Grundfreiheiten erhalten bleiben, sondern ganz im Gegenteil: Es wird zu Entscheidungen wie dem Brexit-Votum führen, und es wird dazu führen, dass es immer mehr Abschottung und Nationalismus gibt. (Abg. Kogler: Ja, dann sollen sie aber auch weniger einzahlen!)
Abg. Schwentner: Die Fehlentwicklungen passieren doch ...! – Abg. Pirklhuber: Aber Sie müssen das doch in Europa vortragen!
Insofern lade ich alle dazu ein, dass man hier nicht mit populistischen Maßnahmen oder mit nationalen Maßnahmen, die als nationalistisch abgetan werden, agiert, sondern ich lade alle dazu ein, dass wir uns bei Fehlentwicklungen anschauen: Ist das wirklich sachlich richtig, was da passiert? (Abg. Schwentner: Die Fehlentwicklungen passieren doch ...! – Abg. Pirklhuber: Aber Sie müssen das doch in Europa vortragen!) Ist es sachlich notwendig, Hunderte Millionen Euro an Familienbeihilfe ins EU-Ausland zu überweisen, auch wenn die Zahlungen dort nicht der Höhe in Österreich entsprechen, sondern wenn die Zahlungen dort ein Durchschnittseinkommen sind? (Beifall bei der ÖVP.) Ich halte es für massiv entscheidend, dass wir bei diesen Fehlentwicklungen gegensteuern.
Beifall bei der ÖVP.
Insofern lade ich alle dazu ein, dass man hier nicht mit populistischen Maßnahmen oder mit nationalen Maßnahmen, die als nationalistisch abgetan werden, agiert, sondern ich lade alle dazu ein, dass wir uns bei Fehlentwicklungen anschauen: Ist das wirklich sachlich richtig, was da passiert? (Abg. Schwentner: Die Fehlentwicklungen passieren doch ...! – Abg. Pirklhuber: Aber Sie müssen das doch in Europa vortragen!) Ist es sachlich notwendig, Hunderte Millionen Euro an Familienbeihilfe ins EU-Ausland zu überweisen, auch wenn die Zahlungen dort nicht der Höhe in Österreich entsprechen, sondern wenn die Zahlungen dort ein Durchschnittseinkommen sind? (Beifall bei der ÖVP.) Ich halte es für massiv entscheidend, dass wir bei diesen Fehlentwicklungen gegensteuern.
Zwischenruf des Abg. Kogler – Abg. Rädler – in Richtung Abg. Kogler –: Sozialromantiker! – Abg. Kogler – in Richtung Abg. Rädler –: Schlechtmensch!
Ein letzter Punkt ist mir noch wichtig – vielleicht darf ich den loswerden, ohne dauernd unterbrochen zu werden (Zwischenruf des Abg. Kogler – Abg. Rädler – in Richtung Abg. Kogler –: Sozialromantiker! – Abg. Kogler – in Richtung Abg. Rädler –: Schlechtmensch!) –, zu den Grenzen und zu Alois Mock: Wenn heute wieder Grenzkontrollen mitten in Europa stattfinden, etwa zwischen Deutschland und Österreich oder zwischen Österreich und unseren anderen Nachbarstaaten, dann sollten wir uns schon die Frage stellen, warum es diese Grenzkontrollen gibt. Sind dafür Politiker wie ich verantwortlich, die 2015 schon vor dem Weiterwinken gewarnt haben (Ruf: Ja!), oder sind diese Grenzkontrollen vielleicht das Ergebnis der falschen Flüchtlingspolitik (Abg. Korun: Waffenhandel!) und all derjenigen, die damals am Westbahnhof und anderswo voller Euphorie für die unbeschränkte Aufnahme in Mitteleuropa eingetreten sind? (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Ruf: Ja!
Ein letzter Punkt ist mir noch wichtig – vielleicht darf ich den loswerden, ohne dauernd unterbrochen zu werden (Zwischenruf des Abg. Kogler – Abg. Rädler – in Richtung Abg. Kogler –: Sozialromantiker! – Abg. Kogler – in Richtung Abg. Rädler –: Schlechtmensch!) –, zu den Grenzen und zu Alois Mock: Wenn heute wieder Grenzkontrollen mitten in Europa stattfinden, etwa zwischen Deutschland und Österreich oder zwischen Österreich und unseren anderen Nachbarstaaten, dann sollten wir uns schon die Frage stellen, warum es diese Grenzkontrollen gibt. Sind dafür Politiker wie ich verantwortlich, die 2015 schon vor dem Weiterwinken gewarnt haben (Ruf: Ja!), oder sind diese Grenzkontrollen vielleicht das Ergebnis der falschen Flüchtlingspolitik (Abg. Korun: Waffenhandel!) und all derjenigen, die damals am Westbahnhof und anderswo voller Euphorie für die unbeschränkte Aufnahme in Mitteleuropa eingetreten sind? (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Korun: Waffenhandel!
Ein letzter Punkt ist mir noch wichtig – vielleicht darf ich den loswerden, ohne dauernd unterbrochen zu werden (Zwischenruf des Abg. Kogler – Abg. Rädler – in Richtung Abg. Kogler –: Sozialromantiker! – Abg. Kogler – in Richtung Abg. Rädler –: Schlechtmensch!) –, zu den Grenzen und zu Alois Mock: Wenn heute wieder Grenzkontrollen mitten in Europa stattfinden, etwa zwischen Deutschland und Österreich oder zwischen Österreich und unseren anderen Nachbarstaaten, dann sollten wir uns schon die Frage stellen, warum es diese Grenzkontrollen gibt. Sind dafür Politiker wie ich verantwortlich, die 2015 schon vor dem Weiterwinken gewarnt haben (Ruf: Ja!), oder sind diese Grenzkontrollen vielleicht das Ergebnis der falschen Flüchtlingspolitik (Abg. Korun: Waffenhandel!) und all derjenigen, die damals am Westbahnhof und anderswo voller Euphorie für die unbeschränkte Aufnahme in Mitteleuropa eingetreten sind? (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Ein letzter Punkt ist mir noch wichtig – vielleicht darf ich den loswerden, ohne dauernd unterbrochen zu werden (Zwischenruf des Abg. Kogler – Abg. Rädler – in Richtung Abg. Kogler –: Sozialromantiker! – Abg. Kogler – in Richtung Abg. Rädler –: Schlechtmensch!) –, zu den Grenzen und zu Alois Mock: Wenn heute wieder Grenzkontrollen mitten in Europa stattfinden, etwa zwischen Deutschland und Österreich oder zwischen Österreich und unseren anderen Nachbarstaaten, dann sollten wir uns schon die Frage stellen, warum es diese Grenzkontrollen gibt. Sind dafür Politiker wie ich verantwortlich, die 2015 schon vor dem Weiterwinken gewarnt haben (Ruf: Ja!), oder sind diese Grenzkontrollen vielleicht das Ergebnis der falschen Flüchtlingspolitik (Abg. Korun: Waffenhandel!) und all derjenigen, die damals am Westbahnhof und anderswo voller Euphorie für die unbeschränkte Aufnahme in Mitteleuropa eingetreten sind? (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Zwischenrufe bei den Grünen
Dass wir heute Grenzkontrollen mitten in Europa haben, ist das Ergebnis einer falschen Flüchtlingspolitik (Zwischenrufe bei den Grünen), und diejenigen, die damals falsch abgebogen sind, sollten sich bewusst sein, was sie angerichtet haben. Ich werde alles tun, und ich werde mich weiterhin dafür einsetzen (Abg. Korun: Waffenhandel!), dass wir auch in Zukunft ein Europa ohne Binnengrenzen haben – und das wird nur funktionieren, wenn wir unsere Außengrenzen ordentlich schützen. (Abg. Korun: Reden wir über Waffenhandel!)
Abg. Korun: Waffenhandel!
Dass wir heute Grenzkontrollen mitten in Europa haben, ist das Ergebnis einer falschen Flüchtlingspolitik (Zwischenrufe bei den Grünen), und diejenigen, die damals falsch abgebogen sind, sollten sich bewusst sein, was sie angerichtet haben. Ich werde alles tun, und ich werde mich weiterhin dafür einsetzen (Abg. Korun: Waffenhandel!), dass wir auch in Zukunft ein Europa ohne Binnengrenzen haben – und das wird nur funktionieren, wenn wir unsere Außengrenzen ordentlich schützen. (Abg. Korun: Reden wir über Waffenhandel!)
Abg. Korun: Reden wir über Waffenhandel!
Dass wir heute Grenzkontrollen mitten in Europa haben, ist das Ergebnis einer falschen Flüchtlingspolitik (Zwischenrufe bei den Grünen), und diejenigen, die damals falsch abgebogen sind, sollten sich bewusst sein, was sie angerichtet haben. Ich werde alles tun, und ich werde mich weiterhin dafür einsetzen (Abg. Korun: Waffenhandel!), dass wir auch in Zukunft ein Europa ohne Binnengrenzen haben – und das wird nur funktionieren, wenn wir unsere Außengrenzen ordentlich schützen. (Abg. Korun: Reden wir über Waffenhandel!)
Abg. Korun: Flüchtlingskonvention!
Da hat Matthias Strolz recht, aber ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Es geht nicht nur darum, dort zu kontrollieren, wer hereinkommt und wer nicht hereinkommt – beziehungsweise wer hereinkommt und wer hinausgeht, hast du gesagt –, sondern es geht auch darum, dort zu entscheiden, ob jemand überhaupt hereinkommen darf (Abg. Korun: Flüchtlingskonvention!), und ihn dort, wenn er sich illegal auf den Weg nach Europa gemacht hat, zu stoppen, zu versorgen und wieder zurückzustellen. (Abg. Korun: Lesen Sie einmal die Genfer Flüchtlingskonvention!) Wenn wir das nicht tun, dann wird es in Zukunft keinen Schengenraum geben, und das würde ich als massiv negativ empfinden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Korun: Lesen Sie einmal die Genfer Flüchtlingskonvention!
Da hat Matthias Strolz recht, aber ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Es geht nicht nur darum, dort zu kontrollieren, wer hereinkommt und wer nicht hereinkommt – beziehungsweise wer hereinkommt und wer hinausgeht, hast du gesagt –, sondern es geht auch darum, dort zu entscheiden, ob jemand überhaupt hereinkommen darf (Abg. Korun: Flüchtlingskonvention!), und ihn dort, wenn er sich illegal auf den Weg nach Europa gemacht hat, zu stoppen, zu versorgen und wieder zurückzustellen. (Abg. Korun: Lesen Sie einmal die Genfer Flüchtlingskonvention!) Wenn wir das nicht tun, dann wird es in Zukunft keinen Schengenraum geben, und das würde ich als massiv negativ empfinden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da hat Matthias Strolz recht, aber ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Es geht nicht nur darum, dort zu kontrollieren, wer hereinkommt und wer nicht hereinkommt – beziehungsweise wer hereinkommt und wer hinausgeht, hast du gesagt –, sondern es geht auch darum, dort zu entscheiden, ob jemand überhaupt hereinkommen darf (Abg. Korun: Flüchtlingskonvention!), und ihn dort, wenn er sich illegal auf den Weg nach Europa gemacht hat, zu stoppen, zu versorgen und wieder zurückzustellen. (Abg. Korun: Lesen Sie einmal die Genfer Flüchtlingskonvention!) Wenn wir das nicht tun, dann wird es in Zukunft keinen Schengenraum geben, und das würde ich als massiv negativ empfinden. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Korun
Und damit wieder zur Flüchtlingspolitik: Als damals das Weiterwinken nach Mitteleuropa perfektioniert wurde (Zwischenruf der Abg. Korun) – und es sitzen viele hier in diesem Parlament, die das damals abgefeiert haben (Abg. Steinhauser: ... Innen-
Abg. Korun: ... Familienbeihilfe! – Abg. Rädler – in Richtung Abg. Korun –: Korun! ... Anstand!
minister? ÖVP-Innenministerin!) –, war das ein Bruch des europäischen Rechts, und es gab Politiker, die massiv dafür kritisiert worden sind, dass sie das damals angesprochen haben. Ich hätte mir gewünscht, dass es, wenn wir uns schon über europäisches Recht hinwegsetzen und das nicht gemeinsam beschlossen wird (Abg. Korun: ... Familienbeihilfe! – Abg. Rädler – in Richtung Abg. Korun –: Korun! ... Anstand!), zumindest eine Sitzung gibt, in der darüber geredet wird.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Korun: ÖVP-Innenministerin! – Abg. Steinhauser: Wer war denn Innenministerin damals? Wer war in der Regierung? – Ruf bei der ÖVP: Wer waren denn die Willkommensklatscher?
Ich hätte mir von allen, die jetzt bei der Familienbeihilfe und bei anderen Themen laut aufschreien, gewünscht, dass sie das damals auch getan und damals vielleicht auch die Frage gestellt hätten: Ist es wirklich richtig, europäisches Recht zu brechen, ohne das auch nur ein einziges Mal in Brüssel zu diskutieren? – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Korun: ÖVP-Innenministerin! – Abg. Steinhauser: Wer war denn Innenministerin damals? Wer war in der Regierung? – Ruf bei der ÖVP: Wer waren denn die Willkommensklatscher?)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Rupert Doppler (ohne Klubzugehörigkeit): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Minister, ich bedanke mich für Ihre Ausführungen – das, was Sie zum Schluss gesagt haben –, denn das, was Sie aufgezeigt haben, ist ein Problem für die Bevölkerung und ein Problem für unsere heimische Wirtschaft. Ich bedanke mich für diese Ausführungen, das war sehr richtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall des Abg. Rädler.
als Austragungsort für heikle internationale Verhandlungen. Das sind positive Ansätze in diesem Bericht, und dafür bedanke ich mich. – Herzlichen Dank. (Beifall des Abg. Rädler.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Da von Herrn Bundesminister Kurz die Rechtskonformität angesprochen wurde: Es ist auch immer rechtskonform zu handeln, wenn es um Menschenrechte geht und wenn es um die Einhaltung der Genfer Flüchtlingskonvention geht. – Auch das sei hier erwähnt. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
großes, großes, großes Anliegen – und offensichtlich nicht nur mir. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Lopatka: Na bitte, es geht doch!
Lassen Sie mich am Ende meines Debattenbeitrags noch einen Antrag einbringen, und zwar den Entschließungsantrag der Kollegen Mag. Andreas Schieder, Dr. Reinhold Lopatka (Abg. Lopatka: Na bitte, es geht doch!), Mag. Alev Korun, Dr. Matthias Strolz und Ing. Robert Lugar. Darin geht es um die Menschenrechtssituation in der Türkei, die auch immer wieder Thema im Europarat gewesen ist; wir haben viel darüber diskutiert. Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt, dass die Türkei die Todesstrafe wieder einführt beziehungsweise exekutiert. In diesem Antrag wird auf die Menschenrechtssituation insbesondere betreffend Journalisten und Journalistinnen eingegangen – und dass die Frage der Medienfreiheit eine ganz zentrale ist, das ist, wie ich meine, uns allen hier bewusst.
Beifall bei SPÖ und Grünen.
(Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Ruf: Darum Klimaschutz!
Herr Minister Kurz hat vorhin von falscher Flüchtlingspolitik gesprochen, und ich denke, ein Teil dieser Falschbewertung der Flüchtlingspolitik liegt daran, dass man einfach nicht genau definiert, ob es sich dabei um Kriegsflüchtlinge handelt, wie allgemein diskutiert wird, weil man immer nur von Kriegsflüchtlingen spricht, obwohl man weiß, dass 80 Prozent davon Klima- und Wirtschaftsflüchtlinge sind. (Ruf: Darum Klimaschutz!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich denke, wir können europäische Politik – auch nationale Politik – nur dann machen, wenn es uns gelingt, jene Konzerne, die die Hauptprofiteure dieser Rohstoffgewinne, dieser Landvernichtungen sind, zur Übernahme von Kosten zu verpflichten, dass sie also die Kosten übernehmen, sowohl was die Schäden anlangt, aber auch natürlich ihrer Steuerpflicht nachkommen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei Team Stronach und Grünen.
Ich war von der medialen Berichterstattung der UNESCO wirklich enttäuscht. Es wird gesagt (die Tafel mit dem Balkendiagramm umdrehend, wodurch das Foto eines unterernährten Kindes sichtbar wird): Hilfe, 1,4 Millionen Kindern in Afrika droht der Hungertod! – genau wir sind aber die Verursacher. Das ist an Falschheit nicht zu überbieten! Wir müssen uns längst dessen bewusst sein, welche Auswirkungen unser Tun und unser Handeln vor Ort für die regionale Zivilbevölkerung hat. Wir nehmen ihnen nicht nur die Heimat, wir nehmen ihnen – und das bestätigt der Konzernbericht 2015 – durch diese Zentralisierung in der industriellen Lebensmittelproduktion auch jede Überlebenschance dort. (Beifall bei Team Stronach und Grünen.) Ich denke, es ist berechtigt, dass diese Leute sich dann als Flüchtlinge auf den Weg machen und natürlich versuchen, dieses Europa zu erreichen.
Abg. Pirklhuber: ... europäische Banken!
Wenn man weiß, dass bei Palmöl sogar mit Qualitätsgütesiegeln gehandelt wird, wenn man weiß, dass 90 Prozent – 90 Prozent! – illegale Rodungen im Spiel sind (Abg. Pirklhuber: ... europäische Banken!) – richtig, Herr Kollege Pirklhuber! –, und wenn man weiß, dass da auch deutsche Banken investieren und der Hauptinvestor die britische HSBC mit 16,5 Milliarden ist – mit 16,5 Milliarden US-Dollar! –, dann wissen wir, welche Größenordnungen wir hier diskutieren, dann wissen wir, Herr Minister, dass hier anzusetzen ist.
Abg. Pirklhuber – in Richtung Bundesminister Kurz weisend –: Er spielt lieber am Smartphone! Er spielt lieber am Smartphone, statt dass er zuhört! – Bundesminister Kurz: Ich kann beides!
Beispielsweise sind durch die Produktion im Lebensmittelbereich die Konsumentinnen und Konsumenten europa- und weltweit betroffen, und wir füttern sie mit diesem giftigen Glyphosat, das wir hier manches Mal oberflächlich diskutieren. Über die Agrarproduktion füttern wir das den Menschen direkt. (Abg. Pirklhuber – in Richtung Bundesminister Kurz weisend –: Er spielt lieber am Smartphone! Er spielt lieber am Smartphone, statt dass er zuhört! – Bundesminister Kurz: Ich kann beides!) – Er hört zu.
Beifall beim Team Stronach.
Wir bitten um Unterstützung. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Das sind auch Bemühungen im Sinne der Menschenwürde, wie sie auch in der österreichischen Verfassung verankert werden muss. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Kurz.
Ich möchte nicht unerwähnt lassen, warum diese größere Fluchtbewegung in Sicht war: Das World Food Programme, also das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, musste die Zuwendungen kürzen, es hatte nicht mehr die Gelder, um die Zehntausenden Flüchtlinge, die in Massenlagern im Libanon, in Jordanien, in der Türkei, in Ägypten und in anderen Nachbarländern Syriens untergebracht waren, zu ernähren. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Kurz.)
Beifall bei den Grünen.
Auch das muss man dazusagen: Ja, leider haben wir im Jahr 2015 eine ziemlich unfähige Innenministerin und eine nicht handlungsfähige Regierung erlebt, sodass es nicht möglich war, dass jene Menschen, die an die österreichische Grenze gekommen sind, ordnungsgemäß registriert werden, aufgenommen werden und von der EU gemeinsam versorgt werden. – In diesem Sinne: Vergessen wir die Wahrheit bitte nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neubauer.
Meine Damen und Herren, es gibt viele Themen, die Österreich und Südtirol verbinden, beschäftigen und gemeinsamer Beratungen bedürfen. Wir werden – so wie bisher – auch weiterhin im Sinne unserer Schutzmachtfunktion den aktiven Dialog und die enge Zusammenarbeit auf allen Ebenen suchen und pflegen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neubauer.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne: Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Da Partnerschaftsabkommen eine gute Basis für Freihandelsabkommen sind, bin ich auch zuversichtlich, dass die Verhandlungen, über die sich die zwei Vertragsparteien EU und Neuseeland bereits im Oktober 2015 geeinigt haben, nun gestartet werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Eines möchte ich an dieser Stelle in Zeiten eines wieder erstarkenden Nationalismus, Protektionismus und der Tendenz zur Selbstisolation schon betonen: Es muss hervorgehoben werden, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit ist, wirtschaftlich und politisch, als Basis für eine gedeihliche wirtschaftliche Entwicklung, aber vor allem als Basis für ein friedliches Zusammenleben in unserer Welt. Und wir haben nur diese eine Welt, und die haben wir alle gemeinsam. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Mit diesem Abkommen wird die EU dagegenhalten. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Der Klimawandel ist zu verhindern, dafür gibt es den Weltklimavertrag, aber dafür braucht es auch klare Maßnahmen. Solange diese Maßnahmen nicht tatsächlich greifen, wird es Klimaflüchtlinge geben, und diese Klimaflüchtlinge dürfen wir auch nicht außen vor lassen. Deshalb müssen wir auch von Neuseeland lernen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
In den Handelsbeziehungen liegt auch der Grund dafür, dass die Europäische Union noch in diesem Jahr die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Neuseeland aufnehmen möchte. Es bleibt zu fordern, dass die Europäische Kommission Lehren aus dem Schlamassel der letzten großen Freihandelsverhandlungen zieht und jene Produkte, die wir selbst ausreichend produzieren, nicht aus Neuseeland einführen lässt. Wir fordern eine umsichtige Handelspolitik. Denken wir bei der Handelspolitik innerhalb der EU auch an Transportwege! Das hilft in diesem Fall nicht nur Neuseeland, sondern ist auch ein wichtiger Punkt im Zusammenhang mit dem CO2-Ausstoß. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich betone noch einmal: Handelsabkommen sind wichtig, und wir sollten diese Abkommen möglichst nüchtern betrachten. Auch dann, wenn es sich um so – unter Anführungszeichen – „furchtbare“ Staaten wie Kanada handeln könnte, sollten wir doch ein Auge darauf werfen, was für uns als Wirtschafts- und Exportnation wichtig ist. Deswegen appelliere ich an Sie, dieses Abkommen, welches irgendwann wieder hier diskutiert werden wird, möglichst sachlich zu behandeln. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das Abkommen ist daher für Österreich, für die EU und für Kasachstan sinnvoll, und wir sollten diesem Abkommen zustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt: Ja zum Partnerschaftsabkommen, aber genau hinschauen, was politischer Dialog ist, und genau hinschauen, wie es tatsächlich mit dem Friedensdialog aus-schaut. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Zusammenfassend: Eine Intensivierung der Partnerschaft zwischen Kasachstan und Österreich beziehungsweise der EU ist im beiderseitigen Interesse, und Österreich setzt damit auch seine bedeutende außenpolitische Tradition fort. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Frau Minister hat damals gesagt, als ich ihr ein Zitat aus dem „Kurier“ vorgehalten habe: Sie werden doch nicht alles glauben, was in der Zeitung steht. – Das ist auch sehr bezeichnend dafür, wie die ÖVP hier handelt und draußen in den Medien – wenn man Ihnen glauben kann – agiert und was sie dort verlautbart. (Beifall bei der FPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Asdin El Habbassi, BA (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Bevor ich beginne, möchte ich im Namen meines Kollegen Georg Strasser die Gruppe aus dem fünften Jahrgang des Francisco Josephinums aus Wieselburg ganz herzlich begrüßen. Liebe Josephinen, liebe Josephiner, herzlich willkommen bei uns im Parlament! Schön, dass ihr hier seid. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Julian Schmid.
Zum Ersten bin ich dankbar dafür, dass man bei der Erstellung dieses Jugendberichtes nicht nur quasi auf Studien, die ja zuhauf gemacht werden, Rücksicht genommen hat, dass man nicht nur sehr wertvolle Daten gesammelt hat, sondern dass man vor allem einem ganz wichtigen Kriterium, das wir Jugendsprecherinnen und Jugendsprecher hier im Haus immer wieder fordern, entsprochen hat, nämlich dass bei der Erstellung des Berichts auch junge Menschen und deren Sichtweisen einbezogen worden sind und dass sich diese Erkenntnisse über die Lebenswelten und die Realitäten der jungen Menschen in Österreich jetzt auch in diesem Bericht wiederfinden. – Dafür ein herzliches Dankeschön an die Frau Ministerin! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Julian Schmid.) Sie dürfen ruhig klatschen, denn es geht um die Interessen der jungen Menschen.
Beifall bei der ÖVP.
Die zweite Bitte ist, dass wir immer wieder bedenken, dass Jugendpolitik Querschnittspolitik ist, dass Politik für junge Menschen die Politik für die Zukunft in diesem Land ist. Das müssen wir bei allen Maßnahmen und Entscheidungen, die wir hier im Haus treffen, immer im Hinterkopf behalten. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den NEOS
Da fragt man sich: Was hat das Ministerium denn in den letzten drei Jahren gemacht (Beifall bei den NEOS), wenn man sich noch auf keine Definition des Begriffes Beteiligungsprojekte einigen konnte, um dieses strategische Ziel, das da festgemacht ist, für den nächsten Bericht vielleicht auch messbar zu machen?
Beifall bei den NEOS.
Es gibt darüber hinaus auch noch das Thema Generationengerechtigkeit, das heute auch schon hier zur Sprache gekommen ist. Jedes Mal, wenn es um Verschuldung geht, wenn es darum geht, welche Auswirkungen Gesetze auf junge Menschen haben, könnte sich das Jugendministerium dazu zu Wort melden, sich damit auseinandersetzen. Ein Beispiel etwa wäre der vor nicht allzu langer Zeit hier beschlossene Pensionshunderter, der eigentlich eine Katastrophe für die jungen Menschen in Österreich ist. Im Übrigen wird auch das Thema Generationengerechtigkeit in diesem Bericht mit keinem Wort erwähnt. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Das Jugendministerium ist kein Thinktank, sondern sollte die Situation der jungen Menschen in Österreich verbessern, und wenn es das nicht kann und nicht tut, dann brauchen wir es vielleicht gar nicht. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin sehr froh, dass es diesen Jugendbericht gibt, und wir werden ihn auch zur Kenntnis nehmen. Ich hoffe, dass er eine Basis bildet, dass man davon ausgehend weiterarbeitet und dass die Kritikpunkte, die von Expertinnen und Experten geäußert worden sind, in den neuen Bericht auch einfließen werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe prinzipiell nichts dagegen, wenn sich Jugendliche länger in Ausbildung befinden, um eine höhere Qualifikation zu erreichen, doch Letzteres ist nicht der Fall. Im Gegenteil, die Jugendlichen sitzen länger in der Schule, können jedoch immer weniger. 30 Prozent der Pflichtschulabsolventen in Österreich können nicht sinnerfassend lesen und schreiben. Und was macht die Regierung? – Anstatt das Bildungssystem, das eines der teuersten in ganz Europa ist, qualitativ zu verbessern, erweitert sie die Ausbildungspflicht bis 18 und verpflichtet damit die Schüler, einfach länger in diesem System auszuharren. Genau das ist der falsche Ansatz, sehr geehrte Damen und Herren! Es kommt auf die Qualität der Bildung und nicht auf die Quantität der Ausbildungsjahre an! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Natürlich haben neben der Politik auch die Eltern eine große Verantwortung. Wie sollen die Kinder die Sprache erlernen – richtig erlernen! –, wenn man sie nicht einmal zu Hause spricht? Wir haben die Situation, dass jedes vierte Kind zu Hause nicht Deutsch spricht. Das ist in Wien sogar noch schlimmer, denn da spricht jedes zweite Kind zu Hause nicht Deutsch. Es gibt keinerlei Integrationsbemühungen von zu Hause aus. Für diese Menschen braucht es daher endlich irgendeine Form der Konsequenz. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber nicht nur zu Hause, auch in der Schule sprechen die Kinder untereinander nicht Deutsch. Es gibt in Wien teilweise Schulklassen mit einem Ausländeranteil von 90 Prozent, wo vom Deutschsprechen oder von einer gelungenen Integration überhaupt keine Rede mehr sein kann, denn jeder weiß: Solange der Ausländeranteil in einer Klasse gering ist, ist Integration möglich, sobald der Ausländeranteil über der Hälfte liegt, ist Integration nicht mehr möglich. Daher wäre es zum Beispiel dringend notwendig, Deutsch in der Schulpause verpflichtend einzuführen. – Auch eine Forderung, die wir schon seit Jahren aussprechen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Man erinnert sich in diesem Zusammenhang auch an die Wiener Studie über die Radikalisierung der Jugend, die vor einem Jahr herausgekommen ist und die aufgezeigt hat, dass viele junge Muslime eine hochexplosive und radikale Einstellung haben. Ständig – und das stört mich besonders – stecken wir unsere Ressourcen in diese importierten Probleme, anstatt uns mit den Problemen der eigenen, der österreichischen Jugend zu beschäftigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zusammenfassend ist zu diesem Bericht zu sagen: Es ist ein Versagensbericht. Um eine positive Zukunft für die österreichische Jugend, für die nächsten Generationen sicherzustellen, ist ein Umdenken dringend notwendig. Dazu ist diese Regierung aber anscheinend nicht imstande, das hat sie mit dem hundertsten Neustart bereits mehrfach bewiesen. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.
Ich werde mich jetzt kurz auf einen Aspekt konzentrieren, der – wie der Bericht auch aufzeigt – sehr wichtig für junge Menschen ist, nämlich: leistbares Wohnen. Die Mieten in den Städten sind in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Erstens wirkt sich das bei den Jugendlichen so aus, dass sie länger zu Hause wohnen, was ihre Eltern an die Grenze der Armutsgefährdung bringt. Zweitens wirkt sich das aus, wenn sie ausziehen und ihre erste eigene Wohnung beziehen wollen, weil das immer schwieriger wird. Und drittens wirkt sich das aus, wenn sie eine Familie gründen wollen und sich deshalb eine Wohnung suchen müssen. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Zanger.
Der zweite Punkt – und es ist mir wichtig, diesen hier auch einmal zu erwähnen – sind die Maklergebühren. Man muss gleich zwei Monatsmieten an Maklergebühren zahlen; das gilt für die meisten neuen Wohnungen. Zu diesem Punkt habe ich bisher zwei Anträge eingebracht, und diese zwei Anträge sind von den Regierungsparteien im Ausschuss einfach – man nennt das so – vertagt worden. Das heißt, sie verschwinden in der Schublade, damit sie hier im Plenum nicht diskutiert werden. (Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Beifall bei den Grünen.
Deutschland hat letztes Jahr das Modell des Bestellerprinzips eingeführt: Diejenigen, die den Makler beauftragen, zahlen den Makler; bei uns zahlen immer nur die Mieter und Mieterinnen die Maklergebühren. Wir Grüne sind dafür, dass – so wie das in Deutschland der Fall ist – diejenigen zahlen, die den Auftrag erteilen. (Beifall bei den Grünen.) Das soll in Österreich bitte endlich eingeführt werden! Das wäre etwas, womit wir akut etwas dafür tun könnten, Wohnraum für junge Menschen, für junge Familien günstiger zu machen, für Entlastung in diesem Bereich zu sorgen.
Beifall bei den Grünen.
immer, es gibt jedoch keine Leistung mehr dafür, das Geld geht nur an das Finanzamt. Das wäre etwas, was wir als Staat, was wir Politiker hier von heute auf morgen einfach abschaffen könnten. Auch das würde beim Abschluss neuer Mietverträge in den Städten für Entlastung sorgen. Ich finde, das wäre Solidarität, das wäre angebracht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Gamon.
Es geht nicht, dass nur wir Junge uns anpassen, indem wir später aus dem Elternhaus ausziehen, indem wir in WGs ziehen, sozusagen auf kleinerem Raum leben. In einer Zeit, in der immer mehr Menschen in die Städte ziehen, bezieht sich Solidarität nicht nur darauf, dass man sich einseitig an diese neue Situation anpasst, sondern auch darauf, dass sich die Vermieter ebenfalls an diese Situation anpassen und dass Gesetze so gemacht werden, dass sozusagen keiner den anderen wirklich rücksichtslos ausbeuten kann. Letzteres ist angesichts dieser Spekulationsblase, die es im Moment gibt, leider viel zu oft der Fall. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Gamon.)
Beifall des Abg. Steinbichler.
Aus diesem Bericht geht auch eindeutig hervor, dass die jungen Menschen Ausbildung, Bildung, einen sicheren Arbeitsplatz benötigen. Auf das, was Herr Kollege Julian Schmid angesprochen hat, nämlich die Wohnungspreise, ist natürlich großes Augenmerk zu legen. Wir müssen alles daran setzen, damit Jugendliche in Österreich auch in Zukunft Chancen haben und abgesichert sind. – Herzlichen Dank. (Beifall des Abg. Steinbichler.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Zanger.
den Jugendbericht ernst nehmen, und wenn ich mir die Präsenz hier im Saal ansehe, so bin ich als Großvater von 14 Enkeln sehr betroffen. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Zanger.) – Ja, die Familienpartei ÖVP ist am lautesten, genau. Euch werde ich heute noch auf die Probe stellen. Ihr könnt heute, beim nächsten Tagesordnungspunkt, noch beweisen, wie ihr den Familienstandpunkt vertretet.
Abg. Eßl: Ist die freiwillig gekommen?
Sie hat eigentlich ganz positiv gesprochen. Das war ja höchst interessant. (Abg. Eßl: Ist die freiwillig gekommen?) Sie hat gesagt, die Angebote für die Jugend seien großartig und hat auch darum gebeten, dass sich die Jugend mehr einbringt und mehr anbietet und nicht nur fordert, wie wir es gerade gehört haben.
Beifall der Abg. Dietrich.
Wenn jemand das harte Los, zu studieren, wählt, dann wird er halt mit den Mietwohnungen, die da angeboten werden, auskommen müssen. Da können wir jetzt nicht sagen, wir müssen wahrscheinlich Studentenresidenzen bauen – die würden noch ein bisschen teurer werden! –, sondern wir müssen die Realität, glaube ich, mit dem nötigen Augenmaß betrachten. Das ist da ganz wichtig. Ich bin besonders bei den Jugendlichen sehr zuversichtlich. (Beifall der Abg. Dietrich.) – Danke.
Beifall beim Team Stronach.
Wir vom Team Stronach sind ganz zuversichtlich, was die Jugend anbelangt. Ich bin auch ganz zuversichtlich, dass wir uns auf die Jugend verlassen können. Wir als Politik dürfen ihnen diese Zuversicht, diese Freude und diesen Mut nur nicht nehmen. (Beifall beim Team Stronach.) Das ist das Wesentliche, dass sich die Politik darauf beschränkt, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Beifall beim Team Stronach sowie der Abg. Tamandl.
Deshalb: Die Zukunft gilt der Jugend! (Beifall beim Team Stronach sowie der Abg. Tamandl.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abschließend möchte ich sagen, dass dieser Jugendbericht kein Abschlussbericht ist, deswegen ist er auch schon jetzt präsentiert worden. Er ist eine Ausgangsgrundlage für weitere, überparteiliche Diskussionen, und ich lade wirklich alle ein – so wie das im Ausschuss, finde ich, sehr positiv stattgefunden hat –, sich gemeinsam mit den verschiedensten Themen auseinanderzusetzen, zu diskutieren und weitere Schritte auszuarbeiten, nicht nur in Bezug auf den nächsten Bericht. Auch dort können wir natürlich bestimmte Themen vertiefend aufgreifen und noch einmal einen besonderen Schwerpunkt darauf legen, aber besonders wichtig wäre mir wirklich, gemeinsam an den jugendpolitischen Herausforderungen, die in der Tat eine Querschnittmaterie sind, weiterzuarbeiten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Doppler, wenn Sie vielleicht außer der Executive Summary auch die anderen Daten lesen, dann werden Sie sehen, dass ich keine falschen Zahlen verwendet habe. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Hier sieht man: Programme, die auf Bundesebene auf den Weg gebracht werden, werden in den Bundesländern und auch in den Gemeinden abgearbeitet. Ich darf mich bei der Frau Bundesministerin und allen anderen Beteiligten für ihr Engagement im Zusammenhang mit der Bundesjugendförderung und ganz speziell bei der Österreichischen Landjugend bedanken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, wenn wir gemeinsam unsere Ziele verfolgen, wird es noch viel zu feiern geben. Der Jugendbericht ist ein gutes Beispiel dafür, dass es immer wieder auch sehr schöne Ergebnisse zu präsentieren gibt, wenn man an einem Strang zieht. In diesem Sinn: danke schön und alles Gute. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ, NEOS und Team Stronach.
Abgeordnete Katharina Kucharowits (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Liebe Zuseherinnen und Zuseher hier im Haus oder vor den TV-Geräten! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich würde gerne an den Kollegen Strasser anschließen und mich nicht nur bei einer Organisation für ihre Arbeit bedanken, sondern bei etlichen ehrenamtlichen Jugendorganisationen, ob politisch oder nicht politisch, die einfach ungemein viel für Kinder und Jugendliche in ganz Österreich leisten. Das möchte ich vorausschicken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ, NEOS und Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf daran erinnern, dass man Wohnbaufördermittel – und da sind die Länder auch in der Pflicht – zweckwidmen und endlich junges Wohnen durch diese Methode bezahlbar machen soll. (Beifall bei der SPÖ.) Im Übrigen haben wir auch Vorschläge auf dem Tisch, was das Mietrecht anbelangt. Da appelliere ich auch an den Koalitionspartner, denn dadurch würde bezahlbares Wohnen auch möglich.
Beifall bei der SPÖ.
Ganz zum Schluss: Es ist wichtig, dass es diesen Jugendbericht gibt. Wir brauchen ihn nur aussagekräftiger, und wir brauchen alle Lebensrealitäten von Jugendlichen abgebildet. Kinder kommen gar nicht vor. Deshalb meine große Bitte: Wir brauchen eine ganzheitliche Jugendstrategie. Alle Ministerien, alle Bundesländer müssen an einem Strang ziehen. Ich fordere Sie an dieser Stelle auf, sich für einen expliziten Kinderbericht starkzumachen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Alles in allem kann man aber trotzdem sagen: Ds ist ein sehr informativer Bericht, der die Problembereiche gut aufzeigt und daher auch eine gute Handlungsgrundlage für die verschiedenen Ministerien, die das betrifft, darstellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein weiterer Punkt, den ich kurz ansprechen möchte, ist die Tatsache, dass in Sonderschulen auffällig viele Jugendliche mit Migrationshintergrund untergebracht sind. Frau Ministerin, ich appelliere wirklich an Sie, in dieser Debatte eine ehrliche Diskussion über eine mögliche Abschaffung der Sonderschulen zu führen, denn es nützt nichts, wenn man Kinder in Sonderschulen auslagert. Die Probleme sind damit nicht weg. Man muss diese Diskussion ganz ehrlich führen, denn ich glaube nicht, dass Kinder mit Migrationshintergrund per se einfach unintelligenter sind. Das kann ich mir einfach nicht vorstellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
derungen die gleichen Kontrollmöglichkeiten erhalten, egal, in welcher Einrichtung sie leben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher hoffe ich, dass wir diesen Bedarf, der direkt aus den Familien kommt, bundesweit unterstützen können, und ich zähle auch auf Ihre Unterstützung, um das bundesweit angehen zu können. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, wir im Nationalrat sollten allen jungen Menschen gleiche Chancen geben, und dann müssen wir auch hier im Hohen Haus voranschreiten und handeln. In diesem Sinne freue ich mich, auf dem Jugendbericht aufbauen zu können. Es gilt jetzt, vorwärtszugehen und für unsere Jugend zu arbeiten. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Unser Anliegen, um die geringe Geburtenrate zu erhöhen, ist daher: Das Kinderbetreuungsgeld sollte bei Folgegeburten parallel ausbezahlt werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Bei Mehrlingsgeburten fordern wir einen 100-prozentigen Zuschlag, denn jedes Kind hat den gleichen Wert und den gleichen Status in unserer Gesellschaft, zumindest nach unseren Prinzipien der Familienförderung. – Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Was heißt das jetzt: „sollte es nicht“?
Abgeordneter Dipl.-Ing. Georg Strasser (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Bundesministerin! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Ganz kurz einleitend zum Antrag des Teams Stronach – Frau Kollegin Mühlberghuber hat es schon kurz ausgeführt –: Wenn zwei Kinder relativ kurz hintereinander geboren werden, dann hat es früher sein können, dass man um einen gewissen Anteil des Kinderbetreuungsgeldes umgefallen ist. Diesen Sachverhalt sollte es eigentlich jetzt mit dem Kinderbetreuungsgeld-Konto Neu nicht geben, weil es möglich ist, am Ende der Bezugsdauer den Restbetrag abzuholen und dann in die nächste Phase überzugehen. (Abg. Neubauer: Was heißt das jetzt: „sollte es nicht“?) – Das ist so.
Beifall bei der ÖVP.
Ich komme zum Schluss, meine Damen und Herren, Frau Bundesministerin, und fasse zusammen: Die Geburtenrate steigt. Es sagen immer mehr Menschen in diesem Land: Ja, Österreich ist ein familienfreundliches Land! Wir haben im Europa-Ranking schon den zweiten Platz. Und es sind wichtige und richtige Projekte auf den Weg gebracht worden. Wir bleiben dran, und das mit aller Konsequenz. – Danke schön und alles Gute. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Doppler und Gerhard Schmid.
Deshalb richte ich mich heute auch mit der Bitte an die Kolleginnen und Kollegen von der Familienpartei – die sich ja ganz massiv dafür einsetzen, ein Bekenntnis abzulegen – sowie an alle anderen Kolleginnen und Kollegen, uns zu unterstützen. – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Doppler und Gerhard Schmid.)
Beifall bei der SPÖ.
Und den zweiten Antrag kommentiere ich nur mehr so: Das Thema Pensionszeiten pro Kind, Kindererziehungszeiten haben wir lange im Ausschuss diskutiert. Du kennst sämtliche Gründe, aus denen wir nicht zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Frau Kollegin Lueger! Dieser Antrag hat sich nicht erledigt, sondern ist weiterhin offen! Das Kinderbetreuungsgeld wird für das jüngste Kind gewährt. Das stimmt schon. Es gibt Neuerungen beim Kindergeldkonto, Frau Ministerin. Nichtsdestotrotz, was die Mehrlingsgeburten und Zwillingsgeburten anbelangt, ist dieser Antrag nicht erledigt. Das muss ich ganz ehrlich sagen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Familien, mehr Familien gehören gefördert und unterstützt. Es ist nicht so, wie Frau Kollegin Lueger gesagt hat: Der Antrag hat sich erledigt. Dieser ist nach wie vor wichtiger denn je! – Danke schön. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Ich denke, einer der Vorteile dieses Kinderbetreuungsgeldkontos Neu ist tatsächlich der, dass man in der Mitte der Zeit oder wann auch immer noch einmal wechseln kann. Das heißt, wenn man plötzlich noch ein zweites Kind ungeplanterweise bekommt und eine andere Frist beantragt hat, dann kann man wechseln, das Geld ausbezahlen lassen und neu beantragen. Das ist tatsächlich ein Vorteil. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich hätte noch mehr Kritik – leider ist meine Redezeit zu Ende. Wir bringen aber noch laufend entsprechende Anträge ein, weil beim Kinderbetreuungsgeldkonto Neu einiges zu reparieren ist. Ich bitte um Unterstützung, um diese Missstände im Laufe der Zeit zu beheben. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Lueger.
Wir von den NEOS haben einen Vorschlag eingebracht – wir haben schon verschiedene Vorschläge eingebracht –, nämlich: Im Wesentlichen wäre es aus unserer Sicht sinnvoll, die Vorteile aus beiden Varianten zu nutzen, nämlich, dass man die Pauschalvariante nimmt, anstatt der Pauschalvariante einfach einen Mindestbetrag, das aber einkommensabhängig und auch monatsabhängig gestaltet. Das heißt, das Kinderbetreuungsgeld so, wie es jetzt ist, ist ein deutlicher Schritt nach vorne, es hilft aber nicht, um tatsächlich die Väterbeteiligung zu heben und auch die Mütter ... (Zwischenruf der Abg. Lueger.)
Beifall bei den NEOS.
Wichtiger und abschließender Punkt ist: Nach der Reform ist vor der Reform. Es wäre aus meiner Sicht der nächste wichtige Schritt, in einer Übersicht zusammenzufassen – dann gäbe es auch weniger Anrufe im Ministerium –, wie es genau funktioniert: Mindestdeckel und einkommensabhängig und noch einmal bedeutend kürzer, kombiniert mit einem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem ersten Lebensjahr, denn es hilft keiner Mutter, dass sie früher arbeiten gehen kann, wenn sie keinen Betreuungsplatz hat. Das muss bis hin zur letzten Marktgemeinde geregelt sein, nicht nur in Wien. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP.
Summa summarum ist es, glaube ich, wirklich eine sehr gute neue Systematik, um das Kinderbetreuungsgeld oder die finanzielle Leistung nach der Geburt für bis zu 35 Monate zu gestalten. Aber ganz wichtig ist mir persönlich, dass wir mehr Flexibilität, Individualität und Freiheit für die Familien anbieten und mit der Familienzeit, mit dem Partnerschaftsbonus zusätzlich langfristig tatsächlich Geschlechterrollenstereotype aufbrechen können und so ein partnerschaftliches Familienbild prägen werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, Familienfreundlichkeit beginnt bei der ganz persönlichen Einstellung, und sie endet mit einem umfassenden Bekenntnis dazu, die Bedürfnisse der Kinder und Familien wahrzunehmen und Kinder und Familien zu fördern und zu unterstützen. Die familien- und sozialpolitischen Maßnahmen, die seitens der Politik geleistet werden, unterstützen das. Wir leisten mit dem heutigen Beschluss, wodurch das Kinderbetreuungsgeldkonto mit 1. März wirksam wird, einen wertvollen Beitrag in diese Richtung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
Geld. Daher ist meine Bitte an unsere Ministerin, dass sie auch weiterhin dranbleibt, und meine Bitte an uns alle, dass nicht nur wir Politiker, wir Bürgermeister – egal, in welcher Funktion – auch dranbleiben, dass für die Familien in Zukunft immer wieder ein neuer Schritt gesetzt werden kann, um etwas zu verbessern. So ist auf jeden Fall die Möglichkeit gegeben, dass Österreich wieder ein Stück familienfreundlicher und attraktiver für unsere jungen Menschen wird, dass diese sich auch in Zukunft entscheiden, ein Kind zu bekommen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Gahr.
Frau Präsidentin des Rechnungshofes! Ich meine, dieser Bericht sollte Anlass dazu sein, dass wir das in ähnlicher Form machen. Ich glaube, dass es für uns als Nationalrat wichtig ist, zunächst den Kontakt mit unserem Vertreter im Europäischen Rechnungshof zu haben und eine Aussprache zu führen und dann gemeinsam mit Ihnen in Bezug auf Ihren aktuellen Bericht dasselbe zu tun. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Gahr.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Finanztransaktionssteuer wird hier sicher noch mehr Thema sein müssen, und Moscovici redet auch davon, dass wir wegmüssen von der Transferunion, dass wir eine gerechtere Mittelverteilung in den Ländern brauchen, um mehr Effektivität zu schaffen. Ich glaube, da sind wir in Zukunft sicher sehr stark gefordert, und ich glaube, da liegt sehr viel Arbeit vor uns. Ich hoffe aber doch auf eine gute Zukunft. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rossmann: So stimmt das aber nicht!
Wenn ich mir die Situation in der Realpolitik so anschaue und mir dann vergegenwärtige, wie mit diesen Rückflüssen umgegangen wird, muss ich sagen: Es heißt zwar immer, wir bekommen von der Europäischen Union Geld, aber man darf nicht vergessen, dass wir wesentlich mehr Geld nach Brüssel schicken, als wir unter dem Strich zurückbekommen. Um das bildhaft zu formulieren: Wir geben 1 € aus, bekommen 50 Cent retour (Abg. Rossmann: So stimmt das aber nicht!) und sagen dann: Danke schön, liebe Europäische Union, dass wir so eine großartige Unterstützung bekommen! – Das möchte ich schon einmal bildhaft auf den Punkt bringen, damit auch die Relationen klar sind. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Lugar.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Lugar.
Wenn ich mir die Situation in der Realpolitik so anschaue und mir dann vergegenwärtige, wie mit diesen Rückflüssen umgegangen wird, muss ich sagen: Es heißt zwar immer, wir bekommen von der Europäischen Union Geld, aber man darf nicht vergessen, dass wir wesentlich mehr Geld nach Brüssel schicken, als wir unter dem Strich zurückbekommen. Um das bildhaft zu formulieren: Wir geben 1 € aus, bekommen 50 Cent retour (Abg. Rossmann: So stimmt das aber nicht!) und sagen dann: Danke schön, liebe Europäische Union, dass wir so eine großartige Unterstützung bekommen! – Das möchte ich schon einmal bildhaft auf den Punkt bringen, damit auch die Relationen klar sind. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Lugar.)
Zwischenruf der Abg. Schimanek.
Da schon der Transitvertrag nicht das gehalten hat, was man uns versprochen hat, war es richtig und notwendig, den Brenner Basistunnel zu bauen. (Zwischenruf der Abg. Schimanek.) Da ist man ursprünglich im Jahr 2002 von Gesamtkosten in Höhe von 4,5 Milliarden € ausgegangen, und die Europäische Union sollte dazu bis zum Jahr 2019 1,7 Milliarden € beisteuern. Das sind knapp 50 Prozent. Mittlerweile ist es allerdings so, dass die Kosten nicht mehr bei 4,5 Milliarden € liegen, sondern bei 8,7 Milliarden € – nach oben hin relativ offen.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Lugar.
Das heißt, die Kosten haben sich verdoppelt, nur der Beitrag der Europäischen Union, obwohl sie diese Problematik und Thematik verursacht hat, ist nicht gestiegen. Da sehe ich massiven zusätzlichen Handlungsbedarf in dieser für die Tiroler Bevölkerung absolut notwendigen und wichtigen Frage. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Lugar.)
Abg. Schimanek: ... Deutschen!
Jetzt ist genau das Gegenteil eingetreten. Auf der einen Seite sind die Kosten explodiert – auf 8,7 Milliarden € (Abg. Schimanek: ... Deutschen!) –, und auf der anderen Seite werden die Beiträge der Europäischen Union reduziert. Wie schon festgehalten werden für 2020 die zugesagten 411 Millionen € für dieses Projekt Brenner Basistunnel nicht ausgezahlt. Da fehlen uns 411 Millionen €.
Zwischenruf der Abg. Moser.
Frage: Wer stemmt denn das Ganze? – Gerade hatten wir eine Debatte über Familienpolitik. Überlegen Sie sich einmal, wie viel zusätzliche familienpolitische Leistungen man allein mit diesen 411 Millionen € heben und stemmen könnte! Auf diese Frage möchte ich schon eine Antwort. Für uns in Tirol und auch für Österreich ist es schon essenziell, wie es mit der Gesamtfinanzierung des Tunnels ausschaut. (Zwischenruf der Abg. Moser.) 411 Millionen € fehlen. – Bitte, wer soll denn das bezahlen?
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Moser
Das heißt, auf der einen Seite haben wir ein riesengroßes Finanzierungsproblem. Das ist das erste Problem, mitverursacht von der Europäischen Union (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Moser), was ja auch von Mag. Herics offen angesprochen worden ist. Der hat das richtigerweise festgestellt, dass die Gesamtfinanzierung nicht steht. (Abg. Moser: Das sage ich seit 20 Jahren!)
Abg. Moser: Das sage ich seit 20 Jahren!
Das heißt, auf der einen Seite haben wir ein riesengroßes Finanzierungsproblem. Das ist das erste Problem, mitverursacht von der Europäischen Union (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Moser), was ja auch von Mag. Herics offen angesprochen worden ist. Der hat das richtigerweise festgestellt, dass die Gesamtfinanzierung nicht steht. (Abg. Moser: Das sage ich seit 20 Jahren!)
Abg. Moser: Warum?
Auf der anderen Seite wird – das ist das zweite Problem – der Tunnel gebohrt, und die Zulaufstrecken sind auch noch nicht auf Schiene. Wir haben Zulaufstrecken von Norden und auch von Süden und speziell von Deutschland her für dieses Projekt, bei welchen man sich bis jetzt noch nicht einmal über die Trassen einigen konnte. Das Ganze passiert unter dem Dach der Europäischen Union, die das auch mit öffentlichen Mitteln steuern soll. Man darf nicht vergessen, dass die Europäische Union für den Zeitraum 2007 bis 2013 28 Milliarden € in dieses Projekt investiert hat. Es gibt aber keine abgestimmte Strategie. Auf der einen Seite wird in Tirol der Tunnel gebaut (Abg. Moser: Warum?), auf der anderen Seite fehlen die Finanzierungen und sind die Zulaufstrecken nicht auf Schiene. (Abg. Moser: Dann hat es gar keinen Sinn!)
Abg. Moser: Dann hat es gar keinen Sinn!
Auf der anderen Seite wird – das ist das zweite Problem – der Tunnel gebohrt, und die Zulaufstrecken sind auch noch nicht auf Schiene. Wir haben Zulaufstrecken von Norden und auch von Süden und speziell von Deutschland her für dieses Projekt, bei welchen man sich bis jetzt noch nicht einmal über die Trassen einigen konnte. Das Ganze passiert unter dem Dach der Europäischen Union, die das auch mit öffentlichen Mitteln steuern soll. Man darf nicht vergessen, dass die Europäische Union für den Zeitraum 2007 bis 2013 28 Milliarden € in dieses Projekt investiert hat. Es gibt aber keine abgestimmte Strategie. Auf der einen Seite wird in Tirol der Tunnel gebaut (Abg. Moser: Warum?), auf der anderen Seite fehlen die Finanzierungen und sind die Zulaufstrecken nicht auf Schiene. (Abg. Moser: Dann hat es gar keinen Sinn!)
Abg. Schimanek: 37!
Das Dritte, das wir Freiheitlichen immer kritisiert haben: Es gibt auch keine Garantie für die Verlagerung der Lkws von der Straße auf die Schiene, wenn der Tunnel tatsächlich einmal auf Schiene ist. Jetzt vermutet man, dass das gesamte Projekt vielleicht 2027 realisiert wird. (Abg. Schimanek: 37!) Das sind also gut und gerne noch zehn Jahre bis zu diesem Zeitpunkt – zehn Jahre, in denen die Tiroler Bevölkerung unter diesen zusätzlichen Belastungen leiden wird.
Abg. Moser: Das nutzt ja alles nichts!
Ich fordere hier also schon endlich einmal die fixe Finanzierungsgarantie ein. Es fehlen nicht nur die 411 Millionen € (Abg. Moser: Das nutzt ja alles nichts!), sondern der Beitrag der Europäischen Union ist aufzustocken. Das ist unsere Forderung! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Moser.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Moser.
Ich fordere hier also schon endlich einmal die fixe Finanzierungsgarantie ein. Es fehlen nicht nur die 411 Millionen € (Abg. Moser: Das nutzt ja alles nichts!), sondern der Beitrag der Europäischen Union ist aufzustocken. Das ist unsere Forderung! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Moser.)
Beifall bei der FPÖ.
Man kann uns da nicht so einfach im Regen stehen lassen. Da erwarte ich mir ein entsprechendes Vorstellen in Europa mit einer Forderung, mit einem Finanzpaket auf dem Tisch, denn ohne eine entsprechende Zusage können wir nicht zufrieden sein. Wir werden das auf jeden Fall massiv einfordern. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wer heute die Zeitung „Die Presse“ gelesen hat, der weiß – vielleicht (einen Zeitungsartikel in die Höhe haltend) kann ich das ein bisschen näher präsentieren –, dass Österreich zu den großen Profiteuren des Binnenmarktes gehört. Laut einer Studie der US-amerikanischen Handelskammer ist es so, dass Österreich die größten Wohlstandszuwächse von allen EU-Staaten zu verzeichnen hat. (Beifall bei den Grünen.) Das heißt, diese Nettozahlerposition, die wir in Österreich haben, hat sich mehrfach gerechnet. Das sei an dieser Stelle schon gesagt.
Abg. Pirklhuber: Das ist es, genau!
Ein abschließendes Wort: Das Problem des Wohlstandszuwachses besteht darin, dass dieser Zuwachs nicht gleichmäßig und vor allem nicht auf die unteren Einkommen verteilt wurde. (Abg. Pirklhuber: Das ist es, genau!) Aber darauf komme ich in der Debatte über den nächsten Tagesordnungspunkt, unter dem wir den Einkommensbe-
Beifall bei den Grünen.
richt des Rechnungshofes besprechen, noch einmal in aller Ausführlichkeit zurück. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Hafenecker.
Als gescheitert kann man auch die Europäische Migrationsagenda 2015 bezeichnen. Wir haben im Ausschuss mit den Vertretern des Europäischen Rechnungshofes darüber diskutiert, und auch dort wurde das bestätigt. Es gibt zwei Prüfberichte, die demnächst auch fertiggestellt werden. Die Europäische Migrationsagenda 2015 ist gescheitert. Leider gibt es dazu nichts Konkretes, das ist also ein Problem, mit dem wir sicher noch sehr lange zu tun haben werden. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Hafenecker.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Hafenecker.
wurde bis dato komplett ausgespart. Da gilt es anzusetzen, denn da liegt viel Geld, viel Kapital, das gehoben werden muss. Daran zu arbeiten sollten wir alle Interesse haben. – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Hafenecker.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist der Appell, den ich an Sie richten will, aber insgesamt betrachtet ist Europa – und davon bin ich selbst überzeugt –, auch wenn natürlich vieles zu verbessern ist, eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte, bringt beziehungsweise schafft viele Arbeitsplätze und ist für Österreich sehr wichtig. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall des Abg. Hagen.
Wie von mir gerade angesprochen fällt durch den Brexit ein Nettozahler weg, und ich glaube, das verheißt für die Zukunft nichts Gutes. Dann müssen wir mehr zahlen, und dazu sage ich: Nein, danke! (Beifall des Abg. Hagen.)
Abg. Rossmann: Haben Sie zugehört? Haben Sie mir zugehört?
Der Mittelstand wird ausgesaugt, wird zur größten Melkkuh der Nation degradiert und dafür missbraucht, zahlt im Prinzip den gesamten Staat, vom Baby bis zum Greis. Also da merke ich von einer Wohlstandsvermehrung nicht wirklich viel, Herr Kollege! Das müssen Sie mir bitte schön ein bisschen näher erklären. (Abg. Rossmann: Haben Sie zugehört? Haben Sie mir zugehört?) Wenn die logische Schlussfolgerung die ist, dass Reiche immer reicher werden und die Großen sich immer nehmen, dann, muss ich sagen, ist dieses Konstrukt der EU auch für mich der falsche Weg. Warum sollen es sich ein paar immer richten können und reicher und gstopfter werden und die untere Einkommensschicht übrig bleiben? Das kann es doch nicht sein! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Der Mittelstand wird ausgesaugt, wird zur größten Melkkuh der Nation degradiert und dafür missbraucht, zahlt im Prinzip den gesamten Staat, vom Baby bis zum Greis. Also da merke ich von einer Wohlstandsvermehrung nicht wirklich viel, Herr Kollege! Das müssen Sie mir bitte schön ein bisschen näher erklären. (Abg. Rossmann: Haben Sie zugehört? Haben Sie mir zugehört?) Wenn die logische Schlussfolgerung die ist, dass Reiche immer reicher werden und die Großen sich immer nehmen, dann, muss ich sagen, ist dieses Konstrukt der EU auch für mich der falsche Weg. Warum sollen es sich ein paar immer richten können und reicher und gstopfter werden und die untere Einkommensschicht übrig bleiben? Das kann es doch nicht sein! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesem Zusammenhang lasse ich mir von Ihnen gerne EU-Bashing vorwerfen, denn das ist kein Bashing, sondern berechtigte Kritik. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.
Die Rückflüsse betrafen primär den Agrarfonds in Höhe von 1,2 Milliarden € und zu einem geringeren Teil die beiden Strukturfonds, nämlich den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und den Europäischen Sozialfonds, jeweils im Umfang von rund 70 Millionen €. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Allgemeiner Beifall.
Rechnungshof beteiligt. – Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Bericht bestätigt eines generell, nämlich einen generellen Einkommensnachteil für Frauen. Woran liegt das? – Das liegt einerseits an den branchenspezifischen Unterschieden, Frauen arbeiten vermehrt in minderbezahlten Berufen und bis dato weniger in männerdominierten Bereichen wie Finanz- und Versicherungswesen oder dem Energiesektor. Es liegt aber auch daran, wie die Dienstverhältnisse ausschauen. Stellen wir uns doch die Frage, warum sich gerade viele junge Frauen für Teilzeitdienstverhältnisse entscheiden oder entscheiden müssen. – Sie wissen ihre Kinder nicht betreut. Deshalb war es eine richtige und wichtige Initiative der Bundesregierung, den Ausbau der Kinderbetreuungsstätten ganz massiv in Angriff zu nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kogler.
Sehr geehrte Damen und Herren, dieser Bericht und diese Zahlen zeigen einen deutlichen Handlungsbedarf. Ich bin zuversichtlich, dass die Forderung nach einem Mindestlohn in der Höhe von 1 500 € breite Zustimmung finden wird – das ist ja auch im Regierungsprogramm verankert –, und ich appelliere an Sie, für innerbetriebliche Lohntransparenz zu plädieren – ich ersuche Sie darum –, damit würden wir Frauen ein Instrument in die Hand geben, mit dem sie bei Lohnverhandlungen entsprechend agieren können. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kogler.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Vorschläge sind ein Beitrag dazu, Frauen während ihrer beruflichen Laufbahn, während ihrer aktiven Laufbahn zu unterstützen und ihnen Gleichstellung zu ermöglichen. Sie sind aber vor allem ein Beitrag dazu, der Armut von Frauen, insbesondere im Alter, rechtzeitig entgegenzuwirken. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Schimanek.
Mit einer persönlichen Forderung möchte ich schließen: Der Bericht zeigt, dass trotz punktueller Verbesserungen Frauen bei gleicher Leistung weiterhin weniger verdienen als Männer. Setzen wir alles daran, dass auch in dieser Frage Gerechtigkeit einkehrt! – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Schimanek.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Erwin Angerer (FPÖ): Herr Präsident! Frau Rechnungshofpräsidentin! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Ich glaube, so verzerrend ist der Bericht nicht, sondern er ist eigentlich eindeutig und bestätigt das, was viele Arbeiterinnen und Arbeiter in Österreich spüren, dass nämlich die Kluft zwischen Gutverdienern und Wenigverdienern massiv auseinandergeht. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Eßl.
Jetzt handelt es sich aber dabei ja nicht um eine kleine Gruppe, sondern es geht um 40 Prozent der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die davon betroffen sind. Und da frage ich mich: Warum lässt man das zu? – Wenn ich jetzt zur ÖVP schaue, dann ist mir das schon klar, die haben für den Arbeitnehmer noch nie viel übriggehabt. (Zwischenruf des Abg. Eßl.) – Stimmt schon, Sie haben schon etwas übriggehabt, wie der Bericht zeigt: Viel Arbeit, wenig Lohn haben Sie übriggehabt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt handelt es sich aber dabei ja nicht um eine kleine Gruppe, sondern es geht um 40 Prozent der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die davon betroffen sind. Und da frage ich mich: Warum lässt man das zu? – Wenn ich jetzt zur ÖVP schaue, dann ist mir das schon klar, die haben für den Arbeitnehmer noch nie viel übriggehabt. (Zwischenruf des Abg. Eßl.) – Stimmt schon, Sie haben schon etwas übriggehabt, wie der Bericht zeigt: Viel Arbeit, wenig Lohn haben Sie übriggehabt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und was tut man – wir haben das heute ja schon ausführlich diskutiert – noch zusätzlich? – Man lässt über eine unkontrollierte Zuwanderung Leute in unser Land herein, die genau in dieser Berufsgruppe, wenn sie überhaupt Arbeit bekommen, landen und noch massiven Druck auf diese Berufsgruppe ausüben werden, wenn sie nicht direkt im Sozialsystem landen, das wiederum von diesen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern hart erarbeitet werden muss, sodass dieser Sozialtopf, den sie ausnutzen, gefüllt werden kann. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zusätzlich lässt man noch zu, dass Arbeitnehmer aus dem Ausland, aus den nahen EU-Ländern, auf den österreichischen Arbeitsmarkt Druck ausüben, obwohl wir schon lange eine sektorale Schließung des Arbeitsmarktes verlangen, um die Leute hier in Österreich, die Österreicherinnen und Österreicher zu schützen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich hätte da einen viel besseren Vorschlag: Man sollte vielleicht einen dieser Vorstände mit einer Gage von 1 Million € einsparen, dann würde noch ein bisschen etwas übrigbleiben, und wir könnten die beiden Bahnen und 30 Arbeitsplätze in unserer Region erhalten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Peter Wurm: Beide!
Da es in diesen Konzernen aber natürlich üblich ist, dass im Proporz immer ein Roter und ein Schwarzer eingesetzt werden, müsste man wahrscheinlich zwei herausnehmen, sonst hätte man ja wieder Streit darüber, ob jetzt der Schwarze oder der Rote gehen müsste – also würden wir sogar 2 Millionen € sparen. (Abg. Peter Wurm: Beide!)
Beifall bei der FPÖ.
Fazit: Liebe Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ich muss Ihnen leider die schlechte Botschaft und Prophezeiung aussprechen: Solange diese beiden Parteien, SPÖ und ÖVP, an der Regierung sind, wird sich hier leider für Sie nichts ändern. Wahrscheinlich oder ziemlich sicher wird der Einkommensbericht 2018 dasselbe Bild zeichnen und wieder ein Einkommensverlust für Sie eintreten. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Angerer: ... genau für diese Gruppe!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Herr Präsident! Frau Präsidentin Kraker! Herr Kollege Zanger, nationaler Wohlstand wird in Österreich verteilt, nicht in der EU. Für die Einkommensschere, die sich in Österreich auftut, ist also nicht die EU verantwortlich, sondern dafür ist Österreich selbst verantwortlich. Ihre Partei ist zwischen 2000 und Anfang 2007 in Regierungsverantwortung gestanden. Wenn ich mir den Einkommensbericht und die sich öffnende Einkommensschere anschaue, so sehe ich, dass diese Schere seit 1998 aufgegangen ist, also auch – und das sei auch Herrn Kollegen Angerer gesagt – in jener Zeit, als Sie in Regierungsverantwortung gestanden sind. Wischen Sie das nicht einfach so zur Seite! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Angerer: ... genau für diese Gruppe!)
Ah-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Hübner: Jaaa! Aber jetzt ehrlich sein!
Schauen wir uns einmal an, was sich denn am Arbeitsmarkt tut! (Ah-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Hübner: Jaaa! Aber jetzt ehrlich sein!) – Na, das sind nicht nur die Zuwanderer! Das sind nicht nur die Zuwanderer aus den Oststaaten. (Abg. Hübner:
Abg. Hübner: Ich habe nur gesagt, dass ich gespannt bin!
Jetzt bin ich aber gespannt! Jetzt bin ich gespannt, Herr Rossmann!) – Ich werde Ihnen das gleich erklären, Herr Kollege Hübner. Warten Sie einmal ein bisschen! (Abg. Hübner: Ich habe nur gesagt, dass ich gespannt bin!) Zentral sind die immer instabiler werdenden Arbeitsverhältnisse mit steigender unterjähriger Arbeitslosigkeit auf der einen Seite (Abg. Hübner: Und das hat mit dem ... am Arbeitsmarkt nichts zu tun?) und die Teilzeitbeschäftigung auf der anderen Seite.
Abg. Hübner: Und das hat mit dem ... am Arbeitsmarkt nichts zu tun?
Jetzt bin ich aber gespannt! Jetzt bin ich gespannt, Herr Rossmann!) – Ich werde Ihnen das gleich erklären, Herr Kollege Hübner. Warten Sie einmal ein bisschen! (Abg. Hübner: Ich habe nur gesagt, dass ich gespannt bin!) Zentral sind die immer instabiler werdenden Arbeitsverhältnisse mit steigender unterjähriger Arbeitslosigkeit auf der einen Seite (Abg. Hübner: Und das hat mit dem ... am Arbeitsmarkt nichts zu tun?) und die Teilzeitbeschäftigung auf der anderen Seite.
Abg. Loacker schüttelt den Kopf.
Teilzeitbeschäftigung ist eben nicht zu 90 Prozent freiwillig, ist aber eine der wesentlichen Ursachen. (Abg. Loacker schüttelt den Kopf.) – Ja, schütteln Sie nur den Kopf, Herr Kollege Loacker! Ich weiß eh, Sie wollen diese Fakten nicht zur Kenntnis nehmen. (Abg. Loacker: Jeder Vierte würde gerne weniger arbeiten, Herr Rossmann!) So schaut’s aus, es ist der Arbeitsmarkt!
Abg. Loacker: Jeder Vierte würde gerne weniger arbeiten, Herr Rossmann!
Teilzeitbeschäftigung ist eben nicht zu 90 Prozent freiwillig, ist aber eine der wesentlichen Ursachen. (Abg. Loacker schüttelt den Kopf.) – Ja, schütteln Sie nur den Kopf, Herr Kollege Loacker! Ich weiß eh, Sie wollen diese Fakten nicht zur Kenntnis nehmen. (Abg. Loacker: Jeder Vierte würde gerne weniger arbeiten, Herr Rossmann!) So schaut’s aus, es ist der Arbeitsmarkt!
Beifall bei den Grünen.
Der Einkommensbericht zeigt ja ganz deutlich: Wenn durchgängige Beschäftigungsverhältnisse gegeben wären und diese auch nur zwei Jahre anhielten, würden diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Einkommensplus erzielen – kein Einkommensminus. Das ist ja wohl der eindeutige Beweis, würde ich sagen, dafür, dass diese Arbeitsverhältnisse am Arbeitsmarkt die zentrale Ursache für das Auseinanderklaffen der Einkommensverhältnisse in Österreich sind. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
Die Schlussfolgerung, die man daraus ziehen kann und muss: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, vor allem einkommensschwache und von instabiler und kurzfristiger Beschäftigung besonders betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, verlieren seit Jahren Einkommen und damit Zukunftsperspektiven, und das ist auch eine der wesentlichen Ursachen für die weitere Ausbreitung des Rechtspopulismus in unserem Lande und in anderen Ländern. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Damit lässt sich aus diesem Einkommensbericht ganz klar ein politischer Auftrag für uns ableiten (Abg. Peter Wurm: ... das freiheitliche Modell!), der lautet: Wir müssen uns viel stärker den Arbeitsverhältnissen auf dem Arbeitsmarkt widmen, denn das ist eine der zentralen Ursachen, wir müssen diese Ungleichheit aber auch mit anderen Mitteln bekämpfen. (Abg. Steinbichler: Ihr tuts ja nur studieren, ihr wollts ja nicht arbeiten!)
Abg. Peter Wurm: ... das freiheitliche Modell!
Die Schlussfolgerung, die man daraus ziehen kann und muss: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, vor allem einkommensschwache und von instabiler und kurzfristiger Beschäftigung besonders betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, verlieren seit Jahren Einkommen und damit Zukunftsperspektiven, und das ist auch eine der wesentlichen Ursachen für die weitere Ausbreitung des Rechtspopulismus in unserem Lande und in anderen Ländern. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Damit lässt sich aus diesem Einkommensbericht ganz klar ein politischer Auftrag für uns ableiten (Abg. Peter Wurm: ... das freiheitliche Modell!), der lautet: Wir müssen uns viel stärker den Arbeitsverhältnissen auf dem Arbeitsmarkt widmen, denn das ist eine der zentralen Ursachen, wir müssen diese Ungleichheit aber auch mit anderen Mitteln bekämpfen. (Abg. Steinbichler: Ihr tuts ja nur studieren, ihr wollts ja nicht arbeiten!)
Abg. Steinbichler: Ihr tuts ja nur studieren, ihr wollts ja nicht arbeiten!
Die Schlussfolgerung, die man daraus ziehen kann und muss: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, vor allem einkommensschwache und von instabiler und kurzfristiger Beschäftigung besonders betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, verlieren seit Jahren Einkommen und damit Zukunftsperspektiven, und das ist auch eine der wesentlichen Ursachen für die weitere Ausbreitung des Rechtspopulismus in unserem Lande und in anderen Ländern. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Damit lässt sich aus diesem Einkommensbericht ganz klar ein politischer Auftrag für uns ableiten (Abg. Peter Wurm: ... das freiheitliche Modell!), der lautet: Wir müssen uns viel stärker den Arbeitsverhältnissen auf dem Arbeitsmarkt widmen, denn das ist eine der zentralen Ursachen, wir müssen diese Ungleichheit aber auch mit anderen Mitteln bekämpfen. (Abg. Steinbichler: Ihr tuts ja nur studieren, ihr wollts ja nicht arbeiten!)
Abg. Lugar: 2 000! Oder 3 000! Oder gar 5 000!
Eine Vorrednerin hat ja schon darauf hingewiesen, dass der Mindestlohn ein Instrument wäre. – Ja, natürlich, aber die 1 500 € sind natürlich nur eine Einstiegsdroge. Wir müssen in Wirklichkeit bei 1 700 € anlangen, wenn wir in diesem Bereich etwas Substanzielles tun wollen. (Abg. Lugar: 2 000! Oder 3 000! Oder gar 5 000!) – Ja, ja – 1 700 €. Schauen Sie nur einmal, Herr Kollege Lugar, wie positiv die Erfahrungen in Deutschland waren, als man dort den Mindestlohn eingeführt hat!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Damit zeigt sich, was man mit einer Einkommenspolitik bewirken kann, die sich verstärkt den unteren Einkommen zuwendet. Das ist der politische Handlungsauftrag, den wir zu erfüllen haben. Vielen Dank, Frau Präsidentin Kraker, für diesen Bericht, und vielen Dank auch an die Statistik Austria, die maßgeblich an diesem Bericht mitgewirkt hat. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm
Es gibt aber – und ich glaube, das hat man auch an den vorhergehenden Redebeiträgen gesehen – schon auch Stellen in diesem Bericht, die sehr irreführend sein können. Auf der einen Seite bietet der Bericht auch mir als Feministin abseits des linken Mainstreams eine gute Datengrundlage (Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm), um besser zu erklären, was mit dem Gender Pay Gap eigentlich gemeint ist, woher er kommt, was wirklich die Gründe dafür sind – wenn man schon eine gute Datenlage zur Verfügung hat, kann man auch dieses Problem besser erklären –, andererseits zeigt er aber auch relativ eindringlich, dass es vordergründig um die Teilzeitproblematik geht.
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.
Also nicht „It’s the labour market, stupid!“, sondern: It’s the statistics, stupid! – wenn man das schon als Beispiel bringt. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Das ist im Übrigen nicht nur etwas, was wir NEOS sagen, sondern auch die Europäische Kommission hat das in ihrem Bericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt als Hauptpunkt für die niedrigeren Löhne von Frauen angegeben. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) Das ist das, was dort unter dem Begriff Financial Disincentives subsumiert wird.
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es gibt keinen Grund, Teilzeitarbeit grundsätzlich zu verteufeln oder sie politisch verunmöglichen zu wollen. Was aber schon ein Problem ist, ist, dass man, wenn man die Langzeitfolgen ignoriert, dann noch zusätzlich Rahmenbedingungen schafft, die eigentlich noch mehr dazu führen, dass Frauen in Teilzeit arbeiten, und sich dann im Nachhinein beschwert: Oje, wir haben Frauen eigentlich nie die Chance gegeben, dass sie Vollzeit arbeiten und dass sie dann auch gleich viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen! Danach wundert man sich und fordert als Einstiegsdroge einen Mindestlohn. Da zäumt man das Pferd wirklich von hinten auf, und zwar auf eine ganz absurde Art und Weise. Dann im Nachhinein zu sagen: Ach, das ist nur die Einstiegsdroge, steigen wir gleich auf Crystal Meth mit 1 700 € um!, kann auch nicht die Lösung sein. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim Team Stronach.
Meine Vorredner haben schon einige Themen angesprochen, die problematisch erscheinen. Vor allem der Bereich die Gehälter von Frauen betreffend ist nach wie vor ein schlechter. Darauf muss besonderes Augenmerk gelegt werden, und es bedarf vieler zusätzlicher Fördermaßnahmen und Begleitmaßnahmen für Frauen, vor allem in Bezug auf Unterbrechungen durch Kindererziehungszeiten. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Beim nächsten Tagesordnungspunkt komme ich noch näher auf die Reform des Rechnungshofes zu sprechen. Die Frage ist: Wie kann der Rechnungshof entlastet werden? – Wir wissen ja, dass die finanziellen Mittel des Rechnungshofes sehr gering sind, ebenso die personellen Mittel. Die Kapazitätsgrenzen sind schon erreicht, die Kernaufgaben können kaum mehr erfüllt werden, und darum soll der Rechnungshof auch von Mehraufgaben entlastet werden. – Wie gesagt, dazu kommen wir auch beim nächsten Tagesordnungspunkt. In dem nun behandelten Bereich gäbe es aber, denke ich, auch eine Möglichkeit zur Entlastung des Rechnungshofes, und diese sollten wir auch in die Diskussion mit einfließen lassen, nämlich dass der Allgemeine Einkommensbericht nicht mehr unter die Pflichten des Rechnungshofes fällt und dieser somit mehr Kapazitäten für seine Kernaufgaben frei hat. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ.
ist, ist, dass wir diesmal keine CD mehr bekommen haben, sondern dass das wirklich transparent auf der Homepage des Rechnungshofes in einer PDF-Datei nachzulesen ist. Dies soll auch in Zukunft der Transparenz der Einkommen dienen – recht herzlichen Dank dafür. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Viele Arbeitsplätze und Arbeitszeiten haben sich verändert. Ich möchte nur an die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten erinnern. Herr Angerer hat das vorhin nicht angesprochen, er hat nur auf den Populismus gesetzt, aber auch das hat die schwarz-blaue Koalition hier in diesem Hohen Haus 2006 beschlossen. Das haben Sie wahrscheinlich irgendwie vergessen, aber es hat auch zu einer prekären Arbeitsteilung beigetragen, nämlich genau im Damensektor. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Zwischenruf des Abg. Obernosterer
Da haben wir eine große Schere, und wir wissen auch, warum: Dort, wo Industriezonen sind, wo es normale Arbeitsplätze gibt, wo Gewerkschaften die Löhne verhandeln, haut es noch einigermaßen hin. Dort, wo es aber um prekäre Arbeitsverhältnisse geht, in der Gastronomie, in Hotelbetrieben (Zwischenruf des Abg. Obernosterer), wo es keine Vertretungen gibt, dort liegen die Mindestlöhne natürlich weit unter der Grenze, und das betrifft leider Gottes immer die Gleichen, nämlich die Damen.
Abg. Brosz: Das hat der Kern gefordert! Forderung Kern, öffentlich nachlesbar! Gewerkschaft ...! – Zwischenruf des Abg. Kogler.
Wenn man heute hier hört: 1 500 € sind zu wenig, gehen wir gleich auf 1 700 €!, dann, muss ich Ihnen sagen, ist der Populismus wieder im Vordergrund; man muss sich das auch erwirtschaften und leisten können. (Abg. Brosz: Das hat der Kern gefordert! Forderung Kern, öffentlich nachlesbar! Gewerkschaft ...! – Zwischenruf des Abg. Kogler.) Dass das geht, das zeigt auch die Industrie: Da gibt es interessanterweise den geringsten Unterschied zwischen Frauen und Männern. Wo es aber nicht funktioniert, das ist in allen Teilzeitbeschäftigungsbetrieben, nämlich dort, wo der Handel zu Hause ist. Interessant ist auch, dass aufgrund der Präsentation dieses Berichts letzte Woche ein Handelskonzern beispielgebend sofort vor die Presse gegangen ist und gesagt hat: Wir erhöhen den Mindestlohn aller unserer Angestellten! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brosz.) Also dass es funktionieren kann, wissen wir.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brosz.
Wenn man heute hier hört: 1 500 € sind zu wenig, gehen wir gleich auf 1 700 €!, dann, muss ich Ihnen sagen, ist der Populismus wieder im Vordergrund; man muss sich das auch erwirtschaften und leisten können. (Abg. Brosz: Das hat der Kern gefordert! Forderung Kern, öffentlich nachlesbar! Gewerkschaft ...! – Zwischenruf des Abg. Kogler.) Dass das geht, das zeigt auch die Industrie: Da gibt es interessanterweise den geringsten Unterschied zwischen Frauen und Männern. Wo es aber nicht funktioniert, das ist in allen Teilzeitbeschäftigungsbetrieben, nämlich dort, wo der Handel zu Hause ist. Interessant ist auch, dass aufgrund der Präsentation dieses Berichts letzte Woche ein Handelskonzern beispielgebend sofort vor die Presse gegangen ist und gesagt hat: Wir erhöhen den Mindestlohn aller unserer Angestellten! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brosz.) Also dass es funktionieren kann, wissen wir.
Abg. Angerer: ... kleiner Unterschied ..., aber ich erkläre es dir gerne!
wo du herkommst. (Abg. Angerer: ... kleiner Unterschied ..., aber ich erkläre es dir gerne!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Köchl. – Abg. Angerer: ... Regierungsform ...!
Last, but not least noch zum Management: Ich möchte nur daran erinnern, dass die teuerste Managerin, die in Kärnten ein Milliardengrab hinterlassen hat, auch von der FPÖ bestellt wurde, nämlich Frau Manegold. Diese Baustellen haben wir noch heute zusammenzuräumen, und du stellst dich hier heraus und sagst, der Proporz sei schuld. – Ja bitte, Einladung zur Zustimmung in Kärnten, und dann werden wir auch das wegräumen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Köchl. – Abg. Angerer: ... Regierungsform ...!)
Zwischenruf des Abg. Knes.
Abgeordnete Dorothea Schittenhelm (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Frau Präsidentin des Rechnungshofes! Hohes Haus! Ganz kurz zu meinem Vorredner: Das muss man schon zurückweisen, dass die Frauenbeschäftigung in irgendeiner Form mit einer schwarz-blauen Regierung zu tun hat. Das ist an den Haaren herbeigezogen. (Zwischenruf des Abg. Knes.) Es kommt natürlich immer darauf an, wie die Wirtschaftslage ist, wie sie sich entwickelt; also es wäre ja fatal, wenn das in dieser Konstellation Auswirkungen hätte.
Beifall der Abg. Yılmaz.
Wir können das weiter bejammern und uns jedes Mal, wenn ein Bericht kommt, darüber aufregen. Letztendlich hilft es uns nicht, und es gibt auch die Lösung, die wir uns wünschen, nicht, das heißt, da müssen die Sozialpartner ansetzen, da braucht es Kollektivverhandlungen, vor allem auch in den Dienstleistungsbetrieben, in denen mehrheitlich Frauen tätig sind. Es kann nicht sein, dass die Arbeit mit dem Menschen und für den Menschen schlechter bezahlt ist als die Arbeit an der Maschine und am Gerät. (Beifall der Abg. Yılmaz.) Das ist, glaube ich, ein gemeinsames Anliegen, das wir haben, und vor allem angesichts der Einkommensunterschiede wesentlich.
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Es ist machbar, es wird machbar sein müssen, und ich hoffe sehr, dass der nächste Rechnungshofbericht, sehr geehrte Frau Präsidentin, einer ist, angesichts dessen wir sagen können: Ja, wir haben es geschafft! Ich fürchte nur, wir werden noch viele Reden dazu halten müssen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie von der SPÖ und von der ÖVP haben es zu verantworten, dass die voreilige Öffnung des österreichischen Arbeitsmarkts Nachteile gebracht hat. Davon betroffen sind jetzt nicht mehr nur die untersten, sondern auch die mittleren Einkommensschichten, daher ist eine sektorale Schließung des Arbeitsmarkts zum Schutz der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer notwendig. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.
Eine eher mittelalterlich anmutende Sache ist die Gehaltskluft zwischen Männern und Frauen, wie sie der Einkommensbericht ganz eindeutig aufzeigt. Daran ändert eine sinnlose Genderpolitik nichts, sondern nur eine Entlohnungspolitik, die auf Leistung beruht. Zur Leistung zählen auch die Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen, und dies wird vor allem von Frauen geleistet. Es ist eine langjährige Forderung unserer Fraktion, dass diese wertvolle Leistung für Familie und Gesellschaft belohnt wird, dass sie Anerkennung findet und vor allem Eingang ins Pensionssystem findet, dass Frauen wenigstens dann im Alter mehr Gerechtigkeit widerfährt. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.) – Für Männer gilt es ja sowieso!
Beifall bei der FPÖ.
Wie sich das neue Programm der Regierung auf die Einkommensentwicklung der Österreicherinnen und Österreicher auswirkt, das wird uns der nächste Einkommensbericht zeigen. Viel Anlass zur Hoffnung haben wir bis jetzt noch nicht. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.
Insbesondere ist darauf hinzuweisen – und das erkennt man, wenn man den Bericht genau liest –, dass die Gruppe der Teilzeitbeschäftigten sehr inhomogen ist. Der häufigste Grund für Teilzeitarbeit ist mit 33 Prozent die Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Erwachsenen, gefolgt von schulischer und beruflicher Aus- und Fortbildung mit 17 Prozent. Wegen Krankheit oder sonstiger Gründe sind nur wenige teilzeitbeschäftigt. Bei Frauen sind Betreuungspflichten der wichtigste Grund für die Teilzeitarbeit, 41 Prozent haben dies als Grund für die Reduktion der Wochenarbeitszeit angegeben, bei Männern sind es 5 Prozent. (Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Deshalb lade ich Sie ein: Denken wir anhand des Einkommensberichts gemeinsam über jene maßgeblichen Faktoren nach, die dazu führen können, dass man mit dem Einkommen aus Erwerbsarbeit auch auskommen kann! – Danke schön. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kogler: Bravo!
Zweiter Punkt ist noch die Wirtschaftskammer, da möchte ich gar nicht ins Detail gehen: Es ist aber klar, dass bei solchen Einkommensstrukturen die Beiträge, die man an die Wirtschaftskammer leistet, wesentlich gravierender sind als jene für Angestellte und Arbeiter an die Arbeiterkammer, weil die ja doch fast das Doppelte verdienen. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kogler: Bravo!)
Beifall bei den NEOS.
Vor dieser Diskussion verschließt die Regierung die Augen. Da kann man durch Nichtstun nur verlieren. Die Verlierer werden am Ende aber nicht nur die Roten, nicht nur die SPÖ, sein, sondern Verlierer wird die gesamte Bevölkerung sein. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt: Meine Schlussfolgerung ist eine andere als jene, die Kollegin Lintl hier geäußert hat, denn die Kinderbetreuung in entsprechenden Einrichtungen ist natürlich eine wesentliche Voraussetzung für Berufstätigkeit. Die Kindertagesheimstatistik der Statistik Austria vom vorigen Jahr zeigt sehr genau, wo der Schuh drückt. Es gibt eine gute Entwicklung, im Durchschnitt ist ein Viertel aller Kinder unter drei Jahren in Kindertagesheimen. Es gibt auch lokale Unterschiede. In Wien haben wir eine Quote von über 45 Prozent, aber in den Bundesländern gibt es sehr oft nur Vormittagsbetreuung. Eine Ausweitung der Kinderbetreuungsangebote ist somit ein Gebot der Stunde. Das ist im Interesse der Kinder und der Familien und im Bereich der Einkommenschancen für Frauen natürlich eine ganz wesentliche Voraussetzung. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Im Unterschied zum Kollegen Loacker sind wir mit dem Zahlenmaterial, das Sie uns im Einkommensbericht geliefert haben, wirklich sehr zufrieden. Es ist umfassend, es ist aufschlussreich, und auch wir sind der Meinung, dass dieses Zahlenmaterial nicht nur für die Mitglieder des Rechnungshofausschusses von Bedeutung ist, sondern auch für jeden Mandatar des Hohen Hauses, für den es geradezu eine Verpflichtung ist, weil nämlich aufgrund dieses Zahlenmaterials auch die richtigen politischen Rückschlüsse zu ziehen sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist heute auch von Ihnen schon mehrmals angesprochen worden: Arbeit muss sich lohnen! Man kann dieses Zahlenmaterial drehen und wenden, wie man will, Fakt ist einfach, dass heutzutage auch mit einer vollen Beschäftigung die Einkommen teilweise zum Auskommen nicht mehr ausreichen. Zukünftig muss es unser Ziel sein, dass jemand, der eine Vollzeitarbeit hat, mit seinem Einkommen auch auskommt. Wenn wir das nicht erreichen, dann haben wir in der Politik etwas falsch gemacht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Herr Kollege Rossmann, Sie fordern immer wieder ein, dass man die politische Auseinandersetzung ehrlich und fair führt. Nehmen Sie aber bitte zur Kenntnis, dass die Freiheitliche Partei im Jahr 2004 einen Neubeginn gemacht hat, dass all jene, die keine freiheitliche Politik gemacht und nicht dafür gesorgt haben, dass die Einkommen zum Auskommen reichen, sich von der Freiheitlichen Partei abgespaltet haben. Unter Heinz-Christian Strache haben wir im Jahr 2004 einen gänzlichen Neubeginn in Knittelfeld begonnen (Beifall bei der FPÖ), und unsere Vorgänger – bis auf Barbara Rosenkranz und Reinhard Bösch, die jetzt noch im Parlament sitzen – sind samt und sonders zum BZÖ gewandert.
Beifall bei der FPÖ
Man kann also pauschal feststellen: Es ist so, dass alle, die damals in der Politik Geld verdient haben, zum BZÖ gegangen sind, und all jene, die sich ehrenamtlich für freiheitliche Ideen eingesetzt haben, bei der Freiheitlichen Partei geblieben sind (Beifall bei der FPÖ), die Ärmel aufgekrempelt haben und den Neustart der Freiheitlichen Partei, der sehr erfolgreich verlaufen ist, 2004 gemacht haben. Da nützt es auch nichts, dass Sie wiederholt hierher ans Rednerpult treten und sagen: Ihr als Freiheitliche Partei habt ...! – Wir haben gar nicht! Wir haben einen Neustart gemacht. Wir wissen, wo wir stehen. Wir stehen auf der Seite der Arbeiter, wir stehen auf der Seite der Angestellten. Wir sind jene Partei, die von sich behauptet, die soziale Heimatpartei zu sein, und dafür steht, dass sich Arbeit unterm Strich lohnen muss. Da sind wir berechenbar. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Man kann also pauschal feststellen: Es ist so, dass alle, die damals in der Politik Geld verdient haben, zum BZÖ gegangen sind, und all jene, die sich ehrenamtlich für freiheitliche Ideen eingesetzt haben, bei der Freiheitlichen Partei geblieben sind (Beifall bei der FPÖ), die Ärmel aufgekrempelt haben und den Neustart der Freiheitlichen Partei, der sehr erfolgreich verlaufen ist, 2004 gemacht haben. Da nützt es auch nichts, dass Sie wiederholt hierher ans Rednerpult treten und sagen: Ihr als Freiheitliche Partei habt ...! – Wir haben gar nicht! Wir haben einen Neustart gemacht. Wir wissen, wo wir stehen. Wir stehen auf der Seite der Arbeiter, wir stehen auf der Seite der Angestellten. Wir sind jene Partei, die von sich behauptet, die soziale Heimatpartei zu sein, und dafür steht, dass sich Arbeit unterm Strich lohnen muss. Da sind wir berechenbar. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Regierung vorhat, bei einer Gesamtinflation von 5 Prozent und das Ganze erst ab dem Jahr 2019, was viel zu spät ist. – Ich danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Schimanek: Es gibt keinen Streit bei uns!
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Spannende Debatte: Zahlen, Daten, Fakten liegen auf dem Tisch, werden aber völlig unterschiedlich gesehen und argumentiert. Man erkennt unterschiedliche Richtungen. Für mich die Krönung war die Rede des Kollegen Hauser: Sie haben jetzt ganz offen gesagt, es hat einen Neubeginn seitens der Freiheitlichen Partei gegeben, und jetzt ist aus Ihrer Sicht alles happy-peppi. Sie haben gesagt, wie toll man sich auch für den kleinen Mann und für die Arbeiter einsetzt. – Das stimmt aber in Wirklichkeit nicht. Gehen wir einfach nur durch, was in der Vergangenheit so die letzten Beschlüsse waren! Es dürfte wirklich einen Richtungsstreit, einen Flügelkampf innerhalb der Freiheitlichen Partei zwischen einem neoliberalen Flügel und einem anderen geben – ich weiß nicht, welchem Bereich Sie sich zuordnen würden. (Abg. Schimanek: Es gibt keinen Streit bei uns!)
Abg. Deimek: Geh, Philip, ...!
Gehen wir nur kurz die letzten Gesetzesbeschlüsse durch, schauen wir uns an, wie die Freiheitliche Partei gestimmt hat (Abg. Deimek: Geh, Philip, ...!): Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz – gegen die Stimmen der Freiheitlichen; die Steuerentlastung – gegen die Stimmen der Freiheitlichen. Das alles sind Fakten! Bankenabgabe – gegen die Stimmen der Freiheitlichen. Diese Liste könnten wir weiter fortführen. Die Millionärsabgabe ist aus Sicht der Freiheitlichen etwas ganz Schreckliches. Das alles sind konkrete Abstimmungsverhalten der Freiheitlichen Partei. Sie haben es in der Hand! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Köchl.) Das sind keine Maßnahmen, mit denen Sie den Menschen in Österreich wirklich helfen, dass sie mehr Geld verdienen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Matznetter.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Köchl.
Gehen wir nur kurz die letzten Gesetzesbeschlüsse durch, schauen wir uns an, wie die Freiheitliche Partei gestimmt hat (Abg. Deimek: Geh, Philip, ...!): Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz – gegen die Stimmen der Freiheitlichen; die Steuerentlastung – gegen die Stimmen der Freiheitlichen. Das alles sind Fakten! Bankenabgabe – gegen die Stimmen der Freiheitlichen. Diese Liste könnten wir weiter fortführen. Die Millionärsabgabe ist aus Sicht der Freiheitlichen etwas ganz Schreckliches. Das alles sind konkrete Abstimmungsverhalten der Freiheitlichen Partei. Sie haben es in der Hand! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Köchl.) Das sind keine Maßnahmen, mit denen Sie den Menschen in Österreich wirklich helfen, dass sie mehr Geld verdienen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Matznetter.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Matznetter.
Gehen wir nur kurz die letzten Gesetzesbeschlüsse durch, schauen wir uns an, wie die Freiheitliche Partei gestimmt hat (Abg. Deimek: Geh, Philip, ...!): Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz – gegen die Stimmen der Freiheitlichen; die Steuerentlastung – gegen die Stimmen der Freiheitlichen. Das alles sind Fakten! Bankenabgabe – gegen die Stimmen der Freiheitlichen. Diese Liste könnten wir weiter fortführen. Die Millionärsabgabe ist aus Sicht der Freiheitlichen etwas ganz Schreckliches. Das alles sind konkrete Abstimmungsverhalten der Freiheitlichen Partei. Sie haben es in der Hand! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Köchl.) Das sind keine Maßnahmen, mit denen Sie den Menschen in Österreich wirklich helfen, dass sie mehr Geld verdienen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Matznetter.)
Abg. Deimek: Das hat er nicht selbst geschrieben! Glaubst du selbst, was du erzählst? Das ist so viel Unwahrheit!
Ich weiß nicht, wie Sie Kollegen Haimbuchner einschätzen würden, Sie kennen die Beispiele, wo er gesagt hat: In Wirklichkeit könnten wir die Mindestpensionen kürzen, das ist dann – wie hat das geheißen – „Mut zur Wahrheit“. Als Herausgeber sagt er sehr offen, was er wirklich denkt. (Abg. Deimek: Das hat er nicht selbst geschrieben! Glaubst du selbst, was du erzählst? Das ist so viel Unwahrheit!) Das sind dann die Beispiele, wo die Freiheitlichen sich wirklich entlarven.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Deimek: Glaubst du das selber? Das ist doch jämmerlich, was du erzählst! Unwahrheit!
Wir müssen nicht in die Vergangenheit gehen, aber ein Neustart, ein sozial gerechter Neustart schaut definitiv anders aus. Vielleicht gibt es die Möglichkeit – auch beim nächsten Bundesparteitag –, offen darüber zu reden. Aber die neoliberale Politik hat in der Freiheitlichen Partei wirklich Einkehr gehalten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Deimek: Glaubst du das selber? Das ist doch jämmerlich, was du erzählst! Unwahrheit!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Deimek.
Ich darf Sie bitten, dass Sie innerhalb der eigenen Partei die Debatten führen. Und ich darf auch wirklich alle Fraktionen dazu einladen – ich sage das auch sehr selbstkritisch in Richtung meiner eigenen Fraktion –: Wir müssen noch mehr tun! Das Feuer, die Begeisterung brennt für diesen Bereich. Wir müssen, gerade wenn es um die kleinen Einkommen geht, deutlich besser werden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Deimek.) Wir haben zahlreiche Maßnahmen gesetzt.
Abg. Schimanek: Bei den Wählern habt ihr schon lange die Glaubwürdigkeit verloren!
Die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen ist bereits genannt worden, da müssen wir besser werden. Das ist leider im Parlament nicht möglich. (Abg. Schimanek: Bei den Wählern habt ihr schon lange die Glaubwürdigkeit verloren!) – Die Frauensprecherin beschwert sich gerade. Aber von den Beschwerden, liebe Frau Kollegin, von den Beschwerden allein wird sich gar nichts ändern. Es kann nicht sein, dass Frauen für die gleiche Leistung noch immer weniger verdienen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schimanek: Wir haben doch keinen Streit wie die Grünen!
Das alles sind politische Maßnahmen, die wir setzen müssen. Ich darf Sie dazu einladen und auch dazu, zuallererst aber den Richtungsstreit innerhalb der FPÖ einmal auszudiskutieren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schimanek: Wir haben doch keinen Streit wie die Grünen!)
Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Präsident Karlheinz Kopf: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mayer. (Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.) Meine Damen und Herren, der Fasching ist vorbei! Können wir wieder zur Sachlichkeit zurückkehren?! – Bitte, Herr Abgeordneter Mayer.
Abg. Schimanek: Jetzt fangen Sie auch noch an!
Abgeordneter Elmar Mayer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Es ist ein Musterbeispiel, wie es treffender Philip Kucher nicht hätte kontern können, wie hier freiheitliche Kindesweglegung geschieht – offensichtlich schon in Vorausahnung, was beim Eurofighter-Untersuchungsausschuss kommt. Da sagt man: Wir tun das alles weg, 2004 war der große Schluss! (Abg. Schimanek: Jetzt fangen Sie auch noch an!) Wir haben nichts mit Grasser, nichts mit Schüssel am Hut gehabt, wir haben mit allen ...! (Abg. Zanger: Ist ja wahr, weißt du’s noch immer nicht?) Das geht uns alles nichts an! Das alles war die böse alte Haider-Partie, uns geht das alles nichts an!
Abg. Zanger: Ist ja wahr, weißt du’s noch immer nicht?
Abgeordneter Elmar Mayer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Es ist ein Musterbeispiel, wie es treffender Philip Kucher nicht hätte kontern können, wie hier freiheitliche Kindesweglegung geschieht – offensichtlich schon in Vorausahnung, was beim Eurofighter-Untersuchungsausschuss kommt. Da sagt man: Wir tun das alles weg, 2004 war der große Schluss! (Abg. Schimanek: Jetzt fangen Sie auch noch an!) Wir haben nichts mit Grasser, nichts mit Schüssel am Hut gehabt, wir haben mit allen ...! (Abg. Zanger: Ist ja wahr, weißt du’s noch immer nicht?) Das geht uns alles nichts an! Das alles war die böse alte Haider-Partie, uns geht das alles nichts an!
Abg. Peter Wurm: Wer ist die Regierung? Welche Regierung? Welcher Bundeskanzler?
Gleiches gilt für die Maßnahmen im Bereich der sozialen Verschlechterung, die genau dazu geführt haben, dass wir das heute zu diskutieren haben – was alle zu Recht diskutieren –, dass man hier Änderungen machen muss. Genau diese Dinge haben Sie in Zeiten der Hochkonjunktur, der Vollbeschäftigung beschlossen. (Abg. Peter Wurm: Wer ist die Regierung? Welche Regierung? Welcher Bundeskanzler?) Dort waren Sie Teil jener, die die Arbeitnehmerrechte untergraben haben (Abg. Schimanek: Aber Sie sind jetzt in der Regierung!), die die Pensionsabsicherung untergraben haben (Beifall bei der SPÖ), die – ganz wesentlich – einfach gedacht haben: Jetzt sind wir einmal am Trog, jetzt nehmen wir uns unseren Teil! (Abg. Peter Wurm: Die Sozialdemokratie sitzt am Trog!) Sie waren diejenigen, die nachweislich zu der Zeit, in der Sie die Möglichkeit gehabt hätten, die Dinge zu verbessern, sie verschlechtert haben und sich bedient haben. (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Und jetzt sich abzuputzen und zu sagen, 2004 ist der große Trennungsstrich erfolgt, das heißt nichts anderes, als dass Sie genau wissen, was auf Sie zukommt, wenn man im Detail über die Dinge reden kann. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Schimanek: Aber Sie sind jetzt in der Regierung!
Gleiches gilt für die Maßnahmen im Bereich der sozialen Verschlechterung, die genau dazu geführt haben, dass wir das heute zu diskutieren haben – was alle zu Recht diskutieren –, dass man hier Änderungen machen muss. Genau diese Dinge haben Sie in Zeiten der Hochkonjunktur, der Vollbeschäftigung beschlossen. (Abg. Peter Wurm: Wer ist die Regierung? Welche Regierung? Welcher Bundeskanzler?) Dort waren Sie Teil jener, die die Arbeitnehmerrechte untergraben haben (Abg. Schimanek: Aber Sie sind jetzt in der Regierung!), die die Pensionsabsicherung untergraben haben (Beifall bei der SPÖ), die – ganz wesentlich – einfach gedacht haben: Jetzt sind wir einmal am Trog, jetzt nehmen wir uns unseren Teil! (Abg. Peter Wurm: Die Sozialdemokratie sitzt am Trog!) Sie waren diejenigen, die nachweislich zu der Zeit, in der Sie die Möglichkeit gehabt hätten, die Dinge zu verbessern, sie verschlechtert haben und sich bedient haben. (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Und jetzt sich abzuputzen und zu sagen, 2004 ist der große Trennungsstrich erfolgt, das heißt nichts anderes, als dass Sie genau wissen, was auf Sie zukommt, wenn man im Detail über die Dinge reden kann. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ
Gleiches gilt für die Maßnahmen im Bereich der sozialen Verschlechterung, die genau dazu geführt haben, dass wir das heute zu diskutieren haben – was alle zu Recht diskutieren –, dass man hier Änderungen machen muss. Genau diese Dinge haben Sie in Zeiten der Hochkonjunktur, der Vollbeschäftigung beschlossen. (Abg. Peter Wurm: Wer ist die Regierung? Welche Regierung? Welcher Bundeskanzler?) Dort waren Sie Teil jener, die die Arbeitnehmerrechte untergraben haben (Abg. Schimanek: Aber Sie sind jetzt in der Regierung!), die die Pensionsabsicherung untergraben haben (Beifall bei der SPÖ), die – ganz wesentlich – einfach gedacht haben: Jetzt sind wir einmal am Trog, jetzt nehmen wir uns unseren Teil! (Abg. Peter Wurm: Die Sozialdemokratie sitzt am Trog!) Sie waren diejenigen, die nachweislich zu der Zeit, in der Sie die Möglichkeit gehabt hätten, die Dinge zu verbessern, sie verschlechtert haben und sich bedient haben. (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Und jetzt sich abzuputzen und zu sagen, 2004 ist der große Trennungsstrich erfolgt, das heißt nichts anderes, als dass Sie genau wissen, was auf Sie zukommt, wenn man im Detail über die Dinge reden kann. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Peter Wurm: Die Sozialdemokratie sitzt am Trog!
Gleiches gilt für die Maßnahmen im Bereich der sozialen Verschlechterung, die genau dazu geführt haben, dass wir das heute zu diskutieren haben – was alle zu Recht diskutieren –, dass man hier Änderungen machen muss. Genau diese Dinge haben Sie in Zeiten der Hochkonjunktur, der Vollbeschäftigung beschlossen. (Abg. Peter Wurm: Wer ist die Regierung? Welche Regierung? Welcher Bundeskanzler?) Dort waren Sie Teil jener, die die Arbeitnehmerrechte untergraben haben (Abg. Schimanek: Aber Sie sind jetzt in der Regierung!), die die Pensionsabsicherung untergraben haben (Beifall bei der SPÖ), die – ganz wesentlich – einfach gedacht haben: Jetzt sind wir einmal am Trog, jetzt nehmen wir uns unseren Teil! (Abg. Peter Wurm: Die Sozialdemokratie sitzt am Trog!) Sie waren diejenigen, die nachweislich zu der Zeit, in der Sie die Möglichkeit gehabt hätten, die Dinge zu verbessern, sie verschlechtert haben und sich bedient haben. (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Und jetzt sich abzuputzen und zu sagen, 2004 ist der große Trennungsstrich erfolgt, das heißt nichts anderes, als dass Sie genau wissen, was auf Sie zukommt, wenn man im Detail über die Dinge reden kann. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Zanger.
Gleiches gilt für die Maßnahmen im Bereich der sozialen Verschlechterung, die genau dazu geführt haben, dass wir das heute zu diskutieren haben – was alle zu Recht diskutieren –, dass man hier Änderungen machen muss. Genau diese Dinge haben Sie in Zeiten der Hochkonjunktur, der Vollbeschäftigung beschlossen. (Abg. Peter Wurm: Wer ist die Regierung? Welche Regierung? Welcher Bundeskanzler?) Dort waren Sie Teil jener, die die Arbeitnehmerrechte untergraben haben (Abg. Schimanek: Aber Sie sind jetzt in der Regierung!), die die Pensionsabsicherung untergraben haben (Beifall bei der SPÖ), die – ganz wesentlich – einfach gedacht haben: Jetzt sind wir einmal am Trog, jetzt nehmen wir uns unseren Teil! (Abg. Peter Wurm: Die Sozialdemokratie sitzt am Trog!) Sie waren diejenigen, die nachweislich zu der Zeit, in der Sie die Möglichkeit gehabt hätten, die Dinge zu verbessern, sie verschlechtert haben und sich bedient haben. (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Und jetzt sich abzuputzen und zu sagen, 2004 ist der große Trennungsstrich erfolgt, das heißt nichts anderes, als dass Sie genau wissen, was auf Sie zukommt, wenn man im Detail über die Dinge reden kann. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Gleiches gilt für die Maßnahmen im Bereich der sozialen Verschlechterung, die genau dazu geführt haben, dass wir das heute zu diskutieren haben – was alle zu Recht diskutieren –, dass man hier Änderungen machen muss. Genau diese Dinge haben Sie in Zeiten der Hochkonjunktur, der Vollbeschäftigung beschlossen. (Abg. Peter Wurm: Wer ist die Regierung? Welche Regierung? Welcher Bundeskanzler?) Dort waren Sie Teil jener, die die Arbeitnehmerrechte untergraben haben (Abg. Schimanek: Aber Sie sind jetzt in der Regierung!), die die Pensionsabsicherung untergraben haben (Beifall bei der SPÖ), die – ganz wesentlich – einfach gedacht haben: Jetzt sind wir einmal am Trog, jetzt nehmen wir uns unseren Teil! (Abg. Peter Wurm: Die Sozialdemokratie sitzt am Trog!) Sie waren diejenigen, die nachweislich zu der Zeit, in der Sie die Möglichkeit gehabt hätten, die Dinge zu verbessern, sie verschlechtert haben und sich bedient haben. (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Und jetzt sich abzuputzen und zu sagen, 2004 ist der große Trennungsstrich erfolgt, das heißt nichts anderes, als dass Sie genau wissen, was auf Sie zukommt, wenn man im Detail über die Dinge reden kann. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Peter Wurm: Ihr solltet euch schämen!
Daher ist es wichtig – und da bin ich anderer Meinung als Kollege Loacker, obwohl er es anders gemeint hat –: Frau Präsidentin, dieser Bericht ist ein guter Bericht. Er ist tatsächlich einer – da gebe ich Kollegen Hauser recht –, der in alle Ausschüsse gehört. Er stellt tatsächlich faktenbasiertes Material dar, mit dem man arbeiten kann, sei das im bildungs-, im sozial-, im gesundheitspolitischen Bereich. Das soll man tun. Das soll man machen. Aber was Sie (in Richtung FPÖ) als Hauptverantwortliche dafür, dass wir in vielen Bereichen soziale Verschlechterung haben, hier aufführen, nämlich jetzt anderen noch die Schuld zuzuschieben, das ist eine Meisterleistung. Dafür sollten Sie sich schämen, und das ordentlich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Peter Wurm: Ihr solltet euch schämen!)
Abg. Steinbichler stellt eine Tafel auf das Rednerpult, auf der unter der Überschrift „Arbeiter verlieren, Beamte gewinnen“ in drei Blöcken die finanzielle Situation von Arbeitern, Angestellten und Beamten dargestellt wird.
Präsident Karlheinz Kopf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Steinbichler. – Bitte. (Abg. Steinbichler stellt eine Tafel auf das Rednerpult, auf der unter der Überschrift „Arbeiter verlieren, Beamte gewinnen“ in drei Blöcken die finanzielle Situation von Arbeitern, Angestellten und Beamten dargestellt wird.)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Matznetter: Bei welcher Partei warst du in der Zeit?
Abgeordneter Leopold Steinbichler (STRONACH): Herr Präsident! Geschätzte Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen! Zuseherinnen und Zuseher dort oben auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! Eigentlich möchte ich dort anschließen, wo mein Vorredner aufgehört hat. Dafür hat man sich wirklich zu schämen. Da diskutieren wir eines der wichtigsten Kapitel, nämlich den allgemeinen Einkommensbericht, und dann gibt es nichts als Schuldzuweisungen bis zurück ins letzte Jahrtausend. Es ist peinlich! Wir sollten uns überbieten mit guten Vorschlägen, wie wir es angehen, wie wir es besser machen, anstatt Schuldzuweisungen zu treffen, und jenen Bürgerinnen und Bürgern, die es verdient haben und sich hier ein Bild darüber, wie die Zukunft aussieht, machen möchten, Antworten geben. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Matznetter: Bei welcher Partei warst du in der Zeit?) – Mein lieber Kollege, deine hochgeistige Frage hat die Zeit beantwortet. Ich bin nicht mehr bei den Systemverteidigern, sondern ich habe das System gewechselt, weil ich gewusst habe, dieses System schadet den Bürgerinnen und Bürgern. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Peter Wurm.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Peter Wurm.
Abgeordneter Leopold Steinbichler (STRONACH): Herr Präsident! Geschätzte Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen! Zuseherinnen und Zuseher dort oben auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! Eigentlich möchte ich dort anschließen, wo mein Vorredner aufgehört hat. Dafür hat man sich wirklich zu schämen. Da diskutieren wir eines der wichtigsten Kapitel, nämlich den allgemeinen Einkommensbericht, und dann gibt es nichts als Schuldzuweisungen bis zurück ins letzte Jahrtausend. Es ist peinlich! Wir sollten uns überbieten mit guten Vorschlägen, wie wir es angehen, wie wir es besser machen, anstatt Schuldzuweisungen zu treffen, und jenen Bürgerinnen und Bürgern, die es verdient haben und sich hier ein Bild darüber, wie die Zukunft aussieht, machen möchten, Antworten geben. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Matznetter: Bei welcher Partei warst du in der Zeit?) – Mein lieber Kollege, deine hochgeistige Frage hat die Zeit beantwortet. Ich bin nicht mehr bei den Systemverteidigern, sondern ich habe das System gewechselt, weil ich gewusst habe, dieses System schadet den Bürgerinnen und Bürgern. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Peter Wurm.)
Beifall beim Team Stronach.
Ich darf ein Beispiel bringen, wieder aus dem Konzernbericht 2017: Der Ketchup-Hersteller Heinz wurde vom Konzern Kraft Foods gekauft – minus 8 000 Arbeitsplätze in den nächsten zehn Monaten. Kolleginnen und Kollegen, wo war da die Gewerkschaft? Wo waren jene, die gesagt haben: Wir treten für diese 8 000 Leute ein!? – Das sind die Fakten. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Doppler und Gerhard Schmid.
Da gilt es anzusetzen, da kann man Ausgewogenheit schaffen, steuern, mitsteuern. Deshalb unser ganz klarer Ansatz, ganz besonders bei dieser Thematik: Globalisierung dient den Konzernen, Regionalisierung, Herr Kollege Rossmann – jetzt bin ich wieder bei dir –, dient dem Menschen. Deshalb gilt es, den Menschen in den Mittelpunkt all unserer Entscheidungen zu stellen! (Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Doppler und Gerhard Schmid.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abgeordneten Doppler und Gerhard Schmid
Man kann das aber auch ganz anders interpretieren, man kann nämlich sagen: Es gibt den Auftrag, etwas für die Familien zu tun, speziell für die berufstätigen Mütter und die alleinerziehenden Mütter (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abgeordneten Doppler und Gerhard Schmid), indem wir nämlich die Pensionen für Mütter, die in der Jugend und im mittleren Erwachsenenalter Kinder bekommen haben und für die Kinder und für den Staat zu Hause geblieben sind, erhöhen. Das macht man ja nicht nur für sich selbst, wenn man Kinder bekommt, sondern das macht man immer auch für den Staat und für das Staatsvolk. – Das geht völlig unter. (Zwischenruf des Abg. Walser.)
Zwischenruf des Abg. Walser.
Man kann das aber auch ganz anders interpretieren, man kann nämlich sagen: Es gibt den Auftrag, etwas für die Familien zu tun, speziell für die berufstätigen Mütter und die alleinerziehenden Mütter (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abgeordneten Doppler und Gerhard Schmid), indem wir nämlich die Pensionen für Mütter, die in der Jugend und im mittleren Erwachsenenalter Kinder bekommen haben und für die Kinder und für den Staat zu Hause geblieben sind, erhöhen. Das macht man ja nicht nur für sich selbst, wenn man Kinder bekommt, sondern das macht man immer auch für den Staat und für das Staatsvolk. – Das geht völlig unter. (Zwischenruf des Abg. Walser.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abgeordneten Doppler und Gerhard Schmid.
Man kann nicht sagen: Okay, wenn diese Zahlen so sind, dann muss man eben die Kinder wegnehmen, die gehören alle betreut, weil die armen Frauen in der Teilzeit sind! – Fragen Sie doch einmal die Frauen, wie gern sie zu Hause bleiben würden, wenn das Geld stimmen würde! Und fragen Sie die Frauen, ob sie nicht freiwillig in die Teilzeit gehen! Die meisten gehen nämlich freiwillig in die Teilzeit oder können nicht anders, weil die familiären Verhältnisse aufgrund der Finanzsituation so prekär sind, dass sie in die Teilzeit gehen müssen. Da muss man ansetzen. Die Familien muss man stärken und nicht den Staat. Man soll nicht sagen, die Kinder gehören eben dem Familienverband entzogen, wie das heute in einigen Ansprachen durchgeklungen ist. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abgeordneten Doppler und Gerhard Schmid.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abgeordneten Doppler und Gerhard Schmid.
Überlegen wir ein Hausfrauengehalt, überlegen wir ein Müttergehalt, überlegen wir höhere Pensionen für Mütter! Das wäre sozial gerecht, um diesen linken Ausdruck hier einmal zu gebrauchen. – Danke schön. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abgeordneten Doppler und Gerhard Schmid.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich darf mich bei den Damen und Herren des Rechnungshofes recht herzlich für die Arbeit bedanken und wünsche mir weitere gute Zusammenarbeit zwischen dem Ausschuss und dem Rechnungshof. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kogler: Ja, vor allem dann, wenn man den Bankenausschuss nicht abgedreht hätte!
Wir sollten aus dem Desaster Hypo Alpe-Adria lernen, bei dem es durchaus, glaube ich, unter den Kontrolleinrichtungen wenig Kooperation gegeben hat, sonst hätten wir so manche Missstände früher aufdecken können. (Abg. Kogler: Ja, vor allem dann, wenn man den Bankenausschuss nicht abgedreht hätte!) Insgesamt, glaube ich, ist wichtig, dass wir unser Kontrollsystem laufend verbessern, optimieren, angleichen und auf aktuelle Entwicklungen in Bund, Ländern und Gemeinden ausrichten.
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte mich auch, was die Ausbildung der Rechnungshofprüforgane betrifft, bedanken. Dahin gehend wird es in relativ kurzer Zeit gemeinsame Ausbildungen geben; der erste Lehrgang wird demnächst starten. Dies wird auch dazu beitragen, dass die Prüfqualität sowohl auf Landesebene als auch auf Bundesebene steigen wird. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mayer: Achtung, Achtung!
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Herr Präsident! Frau Präsidentin des Rechnungshofes! Kollege Mayer, ich sehe dir an, dein Adrenalinspiegel ist schon wieder ein bisschen gesunken. (Abg. Mayer: Achtung, Achtung!) Du bist ja schon sehr lange in
He-Rufe und Zwischenrufe bei der SPÖ.
der Politik, du müsstest dich, wie ich annehme, auskennen. Beim Kollegen Kucher verstehe ich das, der ist sowieso ein „KKK“, überdies noch sehr jung in der Politik; „KKK“, ihr wisst: Kucher, Kärntner, große Klappe. Das bist du nicht, lieber Kollege Mayer ... (He-Rufe und Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Weninger.
2002, Knittelfeld, Reinigungsprozess der FPÖ eingeleitet: Ich war damals live dabei. Das ist meine Heimatstadt, ich bin stolz darauf, dass das auch dort stattgefunden hat, muss ich sagen. (Zwischenruf des Abg. Weninger.) Du weißt, dass wir mit vielem, was damals passiert ist, nicht einverstanden waren, und die Freiheitliche Partei, so, wie sie hier sitzt, sicher nichts damit am Hut hat, dass es, wenn es sie gegeben hat (Zwischenruf des Abg. Rädler), Verschlechterungen für die eigenen Leute gegeben hat – ganz sicher nicht.
Zwischenruf des Abg. Rädler
2002, Knittelfeld, Reinigungsprozess der FPÖ eingeleitet: Ich war damals live dabei. Das ist meine Heimatstadt, ich bin stolz darauf, dass das auch dort stattgefunden hat, muss ich sagen. (Zwischenruf des Abg. Weninger.) Du weißt, dass wir mit vielem, was damals passiert ist, nicht einverstanden waren, und die Freiheitliche Partei, so, wie sie hier sitzt, sicher nichts damit am Hut hat, dass es, wenn es sie gegeben hat (Zwischenruf des Abg. Rädler), Verschlechterungen für die eigenen Leute gegeben hat – ganz sicher nicht.
Beifall bei der FPÖ.
Eines möchte ich aber schon noch herausstreichen, lieber Kollege Mayer: Die SPÖ ist mittlerweile seit zehn Jahren in der Regierung, und es ist euch als der sogenannten Arbeiterpartei nicht gelungen, Verbesserungen mit der ÖVP auszuverhandeln. Das ist eigentlich die Schwäche, die ich sehe. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Loacker
Ich würde mir wünschen, dass man dort vielleicht einmal ansetzt und auch selbstkritisch ist, denn eines muss ich schon sagen: Gerade im Sozialausschuss gibt es zig Anträge der Freiheitlichen Partei, die dort dahindümpeln, vertagt werden oder überhaupt abgelehnt werden. Da könnten sich die Kollegen aus eurer Partei vielleicht durchaus einmal die Mühe machen (Zwischenruf des Abg. Loacker), im Sozialausschuss zu überlegen, ob da nicht ein paar gescheite und sinnvolle Sachen dabei wären, die es wert wären, weiterverfolgt zu werden.
Abg. Schimanek: Nein, das sind ja ehrliche Gauner!
Die ÖVP macht das auch; sie nimmt sehr gute Ideen der Freiheitlichen Partei auf. Sie tut dann zwar so, als ob es ihre eigenen wären, siehe Kurz, Sobotka et cetera. Das könntet ihr auch machen. (Abg. Schimanek: Nein, das sind ja ehrliche Gauner!) Die FPÖ hat als Oppositionspartei, als die große Oppositionspartei in Österreich, sehr, sehr viel getan, das eigentlich die Regierungsparteien zu tun hätten. Wenn ihr das jetzt umsetzt, ist das für mich okay, aber seid dann auch ehrlich dabei und heftet es euch nicht selbst auf die Fahnen, so wie die ÖVP das die ganze Zeit versucht. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die ÖVP macht das auch; sie nimmt sehr gute Ideen der Freiheitlichen Partei auf. Sie tut dann zwar so, als ob es ihre eigenen wären, siehe Kurz, Sobotka et cetera. Das könntet ihr auch machen. (Abg. Schimanek: Nein, das sind ja ehrliche Gauner!) Die FPÖ hat als Oppositionspartei, als die große Oppositionspartei in Österreich, sehr, sehr viel getan, das eigentlich die Regierungsparteien zu tun hätten. Wenn ihr das jetzt umsetzt, ist das für mich okay, aber seid dann auch ehrlich dabei und heftet es euch nicht selbst auf die Fahnen, so wie die ÖVP das die ganze Zeit versucht. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ.
Für mich ganz besonders spannend sind immer die Follow-up-Überprüfungen, die ja wieder zeigen, was gemacht wurde und was nicht. Eine Lanze breche ich für die zwar sehr aufwendigen Querschnittsprüfungen, die aber wirklich etwas bringen, bei denen man sieht, in welchen Teilbereichen ein Land, eine Gemeinde etwas anders macht als andere, wie man am Erfolg des anderen partizipieren kann oder wo vielleicht etwas passiert, das nicht so gut ist; aber es wird dadurch eine Vergleichbarkeit hergestellt und auch ein bisschen mehr Transparenz in die Sache gebracht. Das halte ich für wirklich ganz hervorragend, und wir sollten alles tun, um diese Querschnittsprüfungen auszuweiten. Ich weiß, das ist derzeit nicht möglich. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Pfurtscheller: Das ist jetzt ...!
Vielleicht auch eine Empfehlung an den Rechnungshof: Wir haben heute in einem vorangegangenen Punkt wieder von den Leader-Programmen gehört. Es ist Kollege Hanger, der immer über diese regionalen Entwicklungsprojekte spricht und für diese eine Lanze bricht. Ich muss sagen, es mag schon sein, dass es da und dort, in einigen ausgewählten Bereichen, ganz gut funktioniert, aber ich glaube – und belasse es bei der Vermutung; das ist keine absolute Unterstellung, aber ich vermute es –, dass in vielen dieser regionalen Entwicklungseinrichtungen, wie sie alle heißen, ob Leader, Regionalmanagement et cetera, sehr viel an Überschriften und heißer Luft produziert wird und das Ganze eigentlich nur eine Versorgungsstation für abgehalfterte ÖVP- oder SPÖ-Politiker ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Pfurtscheller: Das ist jetzt ...!) – Ja, das ist halt so, das ist meine Wahrnehmung. Es wäre ja nichts dahinter (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), wenn man den Rechnungshof dort einmal hineinschauen lässt, dann würde man sehen (Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller), was diese Überschriften dann auch an tatsächlichem Inhalt beinhalten.
anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP
Vielleicht auch eine Empfehlung an den Rechnungshof: Wir haben heute in einem vorangegangenen Punkt wieder von den Leader-Programmen gehört. Es ist Kollege Hanger, der immer über diese regionalen Entwicklungsprojekte spricht und für diese eine Lanze bricht. Ich muss sagen, es mag schon sein, dass es da und dort, in einigen ausgewählten Bereichen, ganz gut funktioniert, aber ich glaube – und belasse es bei der Vermutung; das ist keine absolute Unterstellung, aber ich vermute es –, dass in vielen dieser regionalen Entwicklungseinrichtungen, wie sie alle heißen, ob Leader, Regionalmanagement et cetera, sehr viel an Überschriften und heißer Luft produziert wird und das Ganze eigentlich nur eine Versorgungsstation für abgehalfterte ÖVP- oder SPÖ-Politiker ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Pfurtscheller: Das ist jetzt ...!) – Ja, das ist halt so, das ist meine Wahrnehmung. Es wäre ja nichts dahinter (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), wenn man den Rechnungshof dort einmal hineinschauen lässt, dann würde man sehen (Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller), was diese Überschriften dann auch an tatsächlichem Inhalt beinhalten.
Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller
Vielleicht auch eine Empfehlung an den Rechnungshof: Wir haben heute in einem vorangegangenen Punkt wieder von den Leader-Programmen gehört. Es ist Kollege Hanger, der immer über diese regionalen Entwicklungsprojekte spricht und für diese eine Lanze bricht. Ich muss sagen, es mag schon sein, dass es da und dort, in einigen ausgewählten Bereichen, ganz gut funktioniert, aber ich glaube – und belasse es bei der Vermutung; das ist keine absolute Unterstellung, aber ich vermute es –, dass in vielen dieser regionalen Entwicklungseinrichtungen, wie sie alle heißen, ob Leader, Regionalmanagement et cetera, sehr viel an Überschriften und heißer Luft produziert wird und das Ganze eigentlich nur eine Versorgungsstation für abgehalfterte ÖVP- oder SPÖ-Politiker ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Pfurtscheller: Das ist jetzt ...!) – Ja, das ist halt so, das ist meine Wahrnehmung. Es wäre ja nichts dahinter (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), wenn man den Rechnungshof dort einmal hineinschauen lässt, dann würde man sehen (Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller), was diese Überschriften dann auch an tatsächlichem Inhalt beinhalten.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller
Schauen wir es uns ganz einfach an, ist ja nichts dahinter! Man braucht sich nicht davor zu sträuben (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller), jemanden Kompetenten wie den Rechnungshof das anschauen zu lassen. Dann wüssten wir alle Bescheid, bräuchten uns gegenseitig nichts zu unterstellen und ihr bräuchtet nicht jedes Mal so in Saft gehen. – Ich danke. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Doppler.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Doppler.
Schauen wir es uns ganz einfach an, ist ja nichts dahinter! Man braucht sich nicht davor zu sträuben (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller), jemanden Kompetenten wie den Rechnungshof das anschauen zu lassen. Dann wüssten wir alle Bescheid, bräuchten uns gegenseitig nichts zu unterstellen und ihr bräuchtet nicht jedes Mal so in Saft gehen. – Ich danke. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Doppler.)
Beifall der Abgeordneten Moser, Rossmann und Lopatka.
Man muss wirklich sagen, dass der österreichische Rechnungshof in vielerlei Hinsicht eine herausragende Stellung hat. Selbst im Europäischen Rechnungshof, der heute schon Thema war, ist der österreichische Rechnungshof insofern herausragend, als jetzt dort wirklich ein ebenso herausragender Vertreter, der in diesem Bundesrechnungshof sozusagen sein Handwerk gelernt hat, tätig ist und hervorragend und ambitioniert berichtet. Wenn alle Rechnungshöfe der Europäischen Union so wären, dann hätten wir viel gewonnen. Auch die Kooperation mit dem Europäischen Rechnungshof wird ja immer besser, ebenso, was diese Berichtslagen hier betrifft – also großes Kompliment! (Beifall der Abgeordneten Moser, Rossmann und Lopatka.)
Beifall bei den Grünen.
Es wird wirklich Zeit, dass wir uns nicht vom Finanzminister und der Regierung ein Budget ins Haus bringen lassen und uns als Kontrollore, als Abgeordnete ausrichten lassen, wie viel das Kontrollorgan Rechnungshof – der da dazugehört – kosten darf. Jeder Euro ist da fünfmal bestens investiert, das wissen wir. Da gibt es ja auch die entsprechenden Evaluierungen. Die Rechnungshöfe prüfen sie ja und überprüfen sich ja auch europaweit wechselseitig – also lauter Gutes. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Mir geht es darum ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, hören Sie einmal zu! Mir geht es darum, dass dort eine ganz große Steuergeldverschwendung droht oder im Begriff ist zu beginnen; aber da kann man noch Monate gegenwirken. Deshalb schicke ich voraus, dass wir diese Intransparenz, die dort mit all den Finanzströmen herrscht, beenden müssen, denn bei diesem Projekt wird eine Reihe von Begleitbauten notwendig, die irgendwo anders budgetiert sind. Und es geht fast nur um öffentliches Geld, einerseits ist da die EStAG als Investor, der Verbund, der hineinwill, und das Land Steiermark und die Stadt Graz, die im Kreis herum fördern wie bei einem Hütchenspiel, bei dem der Herr Finanzlandesrat und der Stadtfinanzrat selbst nicht plausibel beantworten können, was da überhaupt los ist. Sie sind Hütchenspieler; ob sie Trickdiebe sind, wissen wir noch nicht, aber das gehört einmal angeschaut.
Beifall bei den Grünen.
Allein das, und es wird immer weggeschwiegen, ist Grund genug, dass sich da einmal der Richtige – und wie ich meine, der Bundesrechnungshof – darum kümmert, diese Intransparenz aufrollt, die Steuergeldverschwendung stoppt, und in diesem Zeitraum hat ein Baustopp zu herrschen. Wir könnten die entsprechenden Entscheidungsschritte prüfen, denn wir können ja keine begleitende Kontrolle machen, und diese Nachdenkpause wäre höchst gepflogen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das gilt insbesondere in einer Stadt, in der der Herr Bürgermeister auf Universitätsprofessoren, die solche Dinge vorbringen, mit den Worten losgeht, sie seien Chaoten, aber selbst verschweigt, dass für seine Wahlkämpfe die Grazer ÖVP von der Telekom abgeschmiert worden ist. Das ist eine feine Gesellschaft, und wir werden einmal schauen, wer bei diesem Projekt profitiert. Deshalb: Baustopp, Nachdenkpause, Bundesrechnungshof. Wir werden es vorbereiten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kogler: Die Verhältnisse der Rechnungshöfe zueinander! – Abg. Moser: Ist pro futuro! – Heiterkeit der Rednerin.
Abgeordnete Claudia Angela Gamon, MSc (WU) (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Rechnungshofpräsidentin! Kollege Kogler, das war eine kreative Interpretation des Tätigkeitsberichts des Rechnungshofes! (Abg. Kogler: Die Verhältnisse der Rechnungshöfe zueinander! – Abg. Moser: Ist pro futuro! – Heiterkeit der Rednerin.) Ich möchte die Debatte dazu nutzen, die Veränderungen im Rechnungshof anzusprechen, die mit der neuen Präsidentin mit sich gekommen sind, und diese auch zu loben.
Abg. Kogler: Das stimmt!
Das gefällt mir deshalb, weil ich glaube, wir profitieren eigentlich alle davon, wenn die Rechnungshofberichte mehr Menschen, mehr Bürgerinnen und Bürgern zugänglich sind und auch gelesen werden (Abg. Kogler: Das stimmt!), denn oft ist die Verkürzung, die in den Medien rüberkommt, ja nicht das, was in einem Rechnungshofbericht wirklich drinsteht. Auch die Onlinebefragung, die leider, wie wir schon gehört haben, nicht von allen Abgeordneten ausgefüllt wurde, aber doch von ein paar, ist eine Supersache. Der Rechnungshof zeigt, dass er sich auch gerne als Instrument des Parlaments sieht und das gerne so leben möchte.
Abg. Lugar: Ist mit Sicherheit so!
Man kann sich das eigentlich nur so erklären und die Vermutung haben, dass die Regierungsparteien nicht an Kontrolle interessiert sind. Das ist sehr schade, denn die nächste Wahl rückt, glaube ich, mit jedem Tag näher (Abg. Lugar: Ist mit Sicherheit so!), und der eine oder andere wird sich dann Gedanken darüber machen müssen, wie es denn sein wird, wenn man plötzlich in Opposition ist. Dann könnte es sein, dass man es bereut, dass man das wichtigste Kontrollinstrument eines Abgeordneten, einer Abgeordneten nicht im vollen Umfang nutzen kann. Spätestens an diesem Tag wird man merken, dass man den Rechnungshof vielleicht im Vorjahr bei der Budgetrunde nicht hätte unterdotieren sollen, und man wird es sich für die nächste Regierungsperiode, wenn man dann wieder drinsitzt, hoffentlich aufschreiben. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.
Man kann sich das eigentlich nur so erklären und die Vermutung haben, dass die Regierungsparteien nicht an Kontrolle interessiert sind. Das ist sehr schade, denn die nächste Wahl rückt, glaube ich, mit jedem Tag näher (Abg. Lugar: Ist mit Sicherheit so!), und der eine oder andere wird sich dann Gedanken darüber machen müssen, wie es denn sein wird, wenn man plötzlich in Opposition ist. Dann könnte es sein, dass man es bereut, dass man das wichtigste Kontrollinstrument eines Abgeordneten, einer Abgeordneten nicht im vollen Umfang nutzen kann. Spätestens an diesem Tag wird man merken, dass man den Rechnungshof vielleicht im Vorjahr bei der Budgetrunde nicht hätte unterdotieren sollen, und man wird es sich für die nächste Regierungsperiode, wenn man dann wieder drinsitzt, hoffentlich aufschreiben. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Team Stronach.
ser Stelle zu Beginn auch sehr herzlich bei der Frau Präsidentin und vor allem auch bei ihrem engagierten Team im Rechnungshof, bei den Prüferinnen und Prüfern, bei den Sektionschefinnen und Sektionschefs bedanken, die da eine sehr, sehr gute Arbeit leisten, eine sehr gute Arbeit für die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, denn der Rechnungshof schaut auf das Geld der Steuerzahler und schaut eben, ob es effektiv, sinnvoll und wirtschaftlich eingesetzt wird. Dafür gibt es ein herzliches Dankeschön von meiner Seite. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Was ich nicht verstehen kann, und darüber haben wir auch schon sehr oft gesprochen, das ist der Bereich der Finanzen, wenn es nämlich darum geht, dem Rechnungshof mehr Mittel zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich ja nicht um viel Geld, das wurde heute schon gesagt, und bedenken wir, wie viel Geld der Rechnungshof uns einzusparen hilft! Er würde gar nicht viel mehr Geld brauchen, aber es hapert eben immer bei den Finanzverhandlungen, wenn es ums Budget, um die entsprechenden Mittel für den Rechnungshof geht. Daher gilt an dieser Stelle auch mein Appell den Abgeordneten der Regierungsparteien, sich beim nächsten Budget wirklich dafür einzusetzen, dass der Rechnungshof, wie wir das auch mit der Frau Präsidentin besprochen haben, wirklich die finanzielle Ausstattung bekommt, die er tatsächlich braucht, denn, wie gesagt, der Rechnungshof schaut auf das Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, und das ist gut und richtig und muss uns auch etwas wert sein. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall des Abg. Loacker.
Einen Anstoß möchte ich noch geben, was die Verkürzung der regulären Begutachtungsfrist von sechs Wochen betrifft. Dazu hat der Rechnungshofbericht aufgezeigt, dass die Frist bei 47 der versendeten Entwürfe teils erheblich unterschritten wurde, in einigen Fällen sogar auf unter zehn Tage verkürzt wurde. In Einzelfällen kann das sicher gerechtfertigt sein und ist auch nachvollziehbar, aber der Grundtenor muss sein, dass so viele Meinungen aus allen Teilen der Gesellschaft wie möglich eingeholt werden können, und das braucht einfach dementsprechend Zeit. (Beifall des Abg. Loacker.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Loacker.
Wir schulden es den Bürgerinnen und den Bürgern draußen, Reformpakete nur dann zu beschließen, wenn wir ihre Auswirkungen mit entsprechender Sorgfalt überprüft haben. Und keinesfalls dürfen Speed-kills-Methoden angewendet werden. Wie auch unser ehemaliger Bundespräsident Heinz Fischer gesagt hat, bedeutet Speed kills nichts anderes als: Je rascher man etwas durchpeitscht, desto weniger können sich die Betroffenen wehren. – Und das kann und darf nicht in unserem Sinn sein. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Loacker.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend noch einmal herzlichen Dank für diese Berichte und auch für den Tätigkeitsbericht, auf den Kollege Gahr schon ausführlich eingegangen ist. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Team Stronach.
Zum Schluss: ein herzliches Dankeschön an Sie und an Ihr Team für Ihre tolle Arbeit. Herzlichen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Danke schön. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Präsidentin! Sie haben nach wie vor ein breites Spektrum an Themen zur Verfügung, um uns damit in den Ohren zu liegen, und ich höre Ihnen gerne zu. Ob das die anderen machen, weiß ich nicht. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Allgemeiner Beifall.
Ich bedanke mich abschließend bei den Fraktionen auch dafür, dass sie sich so intensiv mit dem Thema eines gemeinsamen Konsenses für die Weiterentwicklung der Rechtsgrundlagen für den Rechnungshof auseinandersetzen. Ich sehe diesen Ergebnissen mit Interesse entgegen und freue mich, wenn Sie bereit sind, die Finanzkontrolle in Österreich auf eine zeitgemäße Basis zu stellen. – Danke schön. (Allgemeiner Beifall.)