Eckdaten:
Für die 6. Sitzung der 23. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 393 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Grüß Gott, Frau Präsidentin! Schönen guten Morgen, Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn Sie die österreichischen Zeitungen der letzten Tage Revue passieren lassen, dann werden Sie relativ häufig Überschriften, Schlagzeilen wie diese lesen: „Ein kleines Wirtschaftswunder“ – gemeint ist: in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt Tageszeitungen, die Österreich betreffend titeln: Wirtschaftswachstum – Die Wirtschaft boomt. Oder: Zunahme an Beschäftigung – 50 000 Menschen finden in Österreich Arbeit. Und wir können stolz darauf sein, meine Damen und Herren, dass wir in Österreich genau in dieser Situation – daher auch die Aktualität und die Aktuelle Stunde heute – auf eine Wirtschaftsentwicklung blicken können, die uns zuversichtlich macht und die uns sicher macht, dass wir mit Optimismus in eine gute Zukunft blicken können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wachstum der Wirtschaft ist die Voraussetzung für Vollbeschäftigung, und daher ist Wachstumspolitik ein zentrales Anliegen der Politik der Österreichischen Volkspartei. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist aber nicht eine Frage, die einzelne Unternehmen betrifft, sondern das ist wesentlich für uns alle. Was uns besonders zuversichtlich stimmen kann, meine Damen und Herren, ist, dass wir etwa bei der Kaufkraftparität, beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf eine wirkliche Schallmauer durchbrochen haben, etwas, was uns wenige zugetraut haben in Österreich. Wir haben im heurigen Jahr mit einem Bruttoinlandsprodukt von 34 000 € pro Kopf die so reiche Schweiz überholt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Wachstumsperspektive, meine Damen und Herren, ermöglicht es uns, auch im Bereich Arbeitsmarkt ganz offensiv Ziele zu definieren. Es ist das erklärte Ziel, dass wir uns anstrengen, gemeinsam anstrengen, dass in Österreich bis zum Jahr 2010 Vollbeschäftigung gegeben ist. Vollbeschäftigung ist das Ziel unserer Politik, vor allem und in besonderer Weise für die jungen Menschen, damit wir auch das Problem Jugendarbeitslosigkeit entsprechend beseitigen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Zahlen weisen darauf hin: Wir sind auf einem guten Weg. Die Arbeitslosenrate sinkt. Wir haben etwa im November einen Rückgang bei den Arbeitslosen in absoluten Zahlen von fast 10 Prozent – 10 Prozent weniger Arbeitslose! –, und im selben Zeitraum, im November, haben wir über 65 000 mehr Menschen, die Arbeit haben. Das heißt: Die Richtung Vollbeschäftigung stimmt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auf diesem Weg, meine Damen und Herren, müssen wir bleiben, auf diesem Wachstumspfad dürfen wir uns nicht beirren lassen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Dafür, meine Damen und Herren, gibt es aus unserer Sicht, gibt es aus Sicht der Österreichischen Volkspartei natürlich einige wesentliche Eckpunkte und Elemente. Wir meinen, dass ein ausgeglichener Haushalt, stabile Staatsfinanzen selbstverständlich auch in Zukunft außer Streit stehen müssen. Warum? – Weil nur stabile Staatsfinanzen unserem Ziel der Generationengerechtigkeit tatsächlich gerecht werden: Schulden sind das Unfairste der jungen Generation gegenüber (Beifall bei der ÖVP), und ein ausgeglichener Haushalt ist wichtig für die Wachstumsperspektive.
Beifall bei der ÖVP.
Wir brauchen – zweitens – Investitionen in die Zukunft, etwa im Infrastrukturbereich, in Forschung und Entwicklung, Bildung, aber auch im Energiesektor – im Sinne einer nachhaltigen Energiepolitik. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir brauchen drittens – und das ist essentiell auch für Wachstum – einen weiteren Schritt zur Entlastung im Sinne der Senkung der Steuer- und Abgabenquote. – Natürlich auch mit einer sozialen Dimension, aber vor allem auch mit dem Hintergrund, die Wachstumsperspektive zu stärken und nicht zu schwächen. Jedes falsche Signal würde Betriebe nicht anlocken, sondern vertreiben – und damit Arbeitsplätze gefährden und nicht Arbeitsplätze schaffen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen das Ziel der Vollbeschäftigung nicht nur anstreben, sondern ich bin davon überzeugt, wir können es erreichen, etwa mit, was wir hier im Parlament ja schon außer Streit gestellt haben, der Dotierung des Arbeitsmarktservice, aber auch mit den notwendigen Reformen, beispielsweise was die Zumutbarkeitsbestimmungen angeht, damit wir die Mobilität der Arbeitnehmer erhöhen und Anreize zur Arbeit schaffen, meine Damen und Herren – Anreize zur Arbeit! (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Daher bin ich froh darüber, dass klargestellt ist, dass ein arbeitsloses Grundeinkommen kein Ziel sein kann (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), sondern ein Mindestlohn durch Arbeit ist unsere Zielsetzung (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP) – eine Zielsetzung, die durch Mitarbeiterbeteiligung im Sinne einer modernen Arbeitnehmerpolitik abgerundet wird (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen), weil eines klar ist: Wir brauchen Wachstum, damit wir Vollbeschäftigung erreichen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Daher bin ich froh darüber, dass klargestellt ist, dass ein arbeitsloses Grundeinkommen kein Ziel sein kann (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), sondern ein Mindestlohn durch Arbeit ist unsere Zielsetzung (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP) – eine Zielsetzung, die durch Mitarbeiterbeteiligung im Sinne einer modernen Arbeitnehmerpolitik abgerundet wird (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen), weil eines klar ist: Wir brauchen Wachstum, damit wir Vollbeschäftigung erreichen! (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Daher bin ich froh darüber, dass klargestellt ist, dass ein arbeitsloses Grundeinkommen kein Ziel sein kann (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), sondern ein Mindestlohn durch Arbeit ist unsere Zielsetzung (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP) – eine Zielsetzung, die durch Mitarbeiterbeteiligung im Sinne einer modernen Arbeitnehmerpolitik abgerundet wird (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen), weil eines klar ist: Wir brauchen Wachstum, damit wir Vollbeschäftigung erreichen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher bin ich froh darüber, dass klargestellt ist, dass ein arbeitsloses Grundeinkommen kein Ziel sein kann (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), sondern ein Mindestlohn durch Arbeit ist unsere Zielsetzung (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP) – eine Zielsetzung, die durch Mitarbeiterbeteiligung im Sinne einer modernen Arbeitnehmerpolitik abgerundet wird (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen), weil eines klar ist: Wir brauchen Wachstum, damit wir Vollbeschäftigung erreichen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Klubobmann Molterer hat bereits darauf hingewiesen: Eine derartige Schlagzeile, einen derartigen Aufmacher habe ich in den vielen Jahren meiner politischen Tätigkeit noch nicht erlebt: „Ein kleines Wirtschaftswunder“! Mehr als 3 Prozent Wachstum, viele neue Jobs, Unternehmensgründungen, Bruttoinlandsprodukt pro Kopf höher als das der Schweiz! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Es war nicht irgendwer, der uns das bestätigt, sondern, Herr Kollege Westenthaler, das war immerhin der Internationale Währungsfonds, der gesagt hat, Österreich liegt nicht nur vor Deutschland – da sind wir schon seit Jahren derartige Meldungen gewohnt –, sondern erstmals auch vor der Schweiz.
Beifall bei der ÖVP.
Klubobmann Molterer hat die beeindruckenden Zahlen genannt: Wenn man bei etwas über 3 Millionen – zirka 3,3 Millionen – Jobs in Österreich pro Jahr 65 000 Jobs aufbaut, ist das beeindruckend! Wussten Sie, dass das der höchste Job-Zugewinn seit 1991 ist, also seit gut 15 Jahren? – Das ist doch wirklich beeindruckend und erfreulich und zeigt, dass wir aus einer guten Konjunktur mit einer guten Wirtschafts- und Arbeits- und Finanzpolitik das Beste gemacht haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Plus 800 Millionen € an Bundesmitteln zusätzlich zum Budget, zusätzlich zu Offensiv-Mitteln, zusätzlich zu dem, was aus der Nationalstiftung kommt, 800 Millionen € drauf! Und die Experten bestätigen uns, dass wir damit die 3 Prozent im Jahre 2010 erreichen werden (Beifall bei der ÖVP), auf der Basis: zwei Drittel zahlt der private Sektor, ein Drittel die öffentliche Hand. – Zukunftsabsicherung par excellence!
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Wir wissen heute, dass das über Lohnpolitik – so gut diese in Österreich auch von Sozialpartnern gemacht wird – nicht zu 100 Prozent erreicht werden kann. Und deswegen, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist es wichtig, dass wir uns für die nächsten Jahre darauf verständigt haben – Sozialdemokratie und Volkspartei; und, Hand aufs Herz, das war so ziemlich unsere Initiative –, die Mitarbeiterbeteiligung stärker auszubauen, die Mitarbeiterbeteiligung zu verdoppeln in diesem Land. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Von Ihnen ist es nicht gekommen! Sie wissen das, Sie sind da eben nicht so ganz dafür. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wissen heute, dass das über Lohnpolitik – so gut diese in Österreich auch von Sozialpartnern gemacht wird – nicht zu 100 Prozent erreicht werden kann. Und deswegen, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist es wichtig, dass wir uns für die nächsten Jahre darauf verständigt haben – Sozialdemokratie und Volkspartei; und, Hand aufs Herz, das war so ziemlich unsere Initiative –, die Mitarbeiterbeteiligung stärker auszubauen, die Mitarbeiterbeteiligung zu verdoppeln in diesem Land. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Von Ihnen ist es nicht gekommen! Sie wissen das, Sie sind da eben nicht so ganz dafür. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Herr Bartenstein, bitte!
Deutschland, die von geteilter Effizienz und auch nicht gerade von Meinungsübereinstimmung gekennzeichnet ist. Da freue ich mich, dass wir hier vereinbart haben, dass wir auf Basis auch einer Sozialpartnerposition eine gesetzliche Festlegung von Mindestlöhnen weiterhin ablehnen – wer von uns will einmal im Jahr über Mindestlöhne diskutieren?; das ist nicht gut, das passt nicht in das Plenum eines Nationalrates (Abg. Öllinger: Herr Bartenstein, bitte!) –, aber dass die Sozialpartner eingeladen werden, einen Generalkollektivvertrag abzuschließen für die Einführung eines Mindestlohns in Höhe von derzeit 1 000 €. Das ist sinnvoll und wichtig, damit auch für die kleinen Verdiener etwas drinnen ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deutschland, die von geteilter Effizienz und auch nicht gerade von Meinungsübereinstimmung gekennzeichnet ist. Da freue ich mich, dass wir hier vereinbart haben, dass wir auf Basis auch einer Sozialpartnerposition eine gesetzliche Festlegung von Mindestlöhnen weiterhin ablehnen – wer von uns will einmal im Jahr über Mindestlöhne diskutieren?; das ist nicht gut, das passt nicht in das Plenum eines Nationalrates (Abg. Öllinger: Herr Bartenstein, bitte!) –, aber dass die Sozialpartner eingeladen werden, einen Generalkollektivvertrag abzuschließen für die Einführung eines Mindestlohns in Höhe von derzeit 1 000 €. Das ist sinnvoll und wichtig, damit auch für die kleinen Verdiener etwas drinnen ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Wenn heute das Hohe Haus in Sachen Mindestpensionen einen großen weiteren Schritt setzt mit dieser wirklich markanten Anhebung des AZ-Richtsatzes, also der Mindestpension, auf dann 726 €, dann rundet das dieses Bild ab: Wir sorgen dafür, dass die Wirtschaft läuft oder „brummt“, wie die „Presse“ schreibt. Wir sorgen dafür, dass das Wachstum exzellente Größen erreicht, wir sorgen dafür, dass der Arbeitsmarkt boomt, und wir sorgen in dem Zusammenhang auch dafür, dass der Wohlstand, der entsteht, so umgesetzt wird, dass die Menschen in diesem Lande auch etwas davon haben – auch die, die zu den schwächeren Menschen in diesem Lande gehören. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Öllinger: Alles war gut! Alles war gut!
Als Erster gelangt Herr Abgeordneter Dr. Matznetter zu Wort. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Öllinger: Alles war gut! Alles war gut!)
Rufe von der Galerie.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Zweieinhalb Monate sind seit dem 1. Oktober vergangen, und Wählerin und Wähler – die sich schon grundsätzlich nicht irren können – haben vollkommen richtig entschieden. Es ist Zeit ... (Rufe von der Galerie.) Es ist Zeit für einen Kurswechsel! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Zweieinhalb Monate sind seit dem 1. Oktober vergangen, und Wählerin und Wähler – die sich schon grundsätzlich nicht irren können – haben vollkommen richtig entschieden. Es ist Zeit ... (Rufe von der Galerie.) Es ist Zeit für einen Kurswechsel! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Aber die jungen Menschen haben Recht, wenn sie einfordern, dass Bildung nicht behindert werden soll!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren auf der Galerie, ich ersuche Sie dringend, Platz zu nehmen! Ansonsten müssen Sie die Galerie verlassen. (Abg. Dr. Matznetter: Aber die jungen Menschen haben Recht, wenn sie einfordern, dass Bildung nicht behindert werden soll!)
Abg. Mag. Molterer: „Genau“: Wachstum, ...!
Wir haben jetzt ein Jahrzehnt seit 2000 hinter uns, bestimmt durch eine gemeinsame Politik der scheidenden Bundesregierung. Wir haben dabei ein schweres Erbe übernommen (Abg. Mag. Molterer: „Genau“: Wachstum, ...!), und ich möchte Ihnen dieses schwere Erbe erläutern.
Abg. Dr. Fekter: Weil ihr es nicht könnt, drum ist euch das so ...!
Teil 1: Während die Währungsreserven im Jahr 2000 noch 20 Milliarden € betragen haben (Abg. Dr. Fekter: Weil ihr es nicht könnt, drum ist euch das so ...!), sind es mittlerweile nur noch 10 Milliarden, Frau Kollegin Fekter! 105 Tonnen Gold – ein Viertel der Goldreserven (Abg. Großruck: Haben Sie den Herrn Liebscher nicht gehört?) – verkauft! Und was geschah mit diesem Geld? – Über 7 Milliarden € sind zur Deckung der Budgetlöcher geflossen. (Abg. Dr. Cap: So schaut’s aus! – Ruf bei der ÖVP: Geh!) Gleichzeitig sind die Schulden auf über 160 Milliarden € gestiegen! Gleichzeitig sind weitere 20 Milliarden € im Bereich von Schiene und Straße außerbudgetär versteckt worden. (Abg. Mag. Kukacka: „Versteckt“?! – Das war schon bei der SPÖ so!) Faktum ist: Wir sind in der Situation, dass wir dringende Maßnahmen für die Zukunft setzen müssen und dass die Kassen, die Sie übergeben, leer sind. (Abg. Dr. Brinek: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Großruck: Haben Sie den Herrn Liebscher nicht gehört?
Teil 1: Während die Währungsreserven im Jahr 2000 noch 20 Milliarden € betragen haben (Abg. Dr. Fekter: Weil ihr es nicht könnt, drum ist euch das so ...!), sind es mittlerweile nur noch 10 Milliarden, Frau Kollegin Fekter! 105 Tonnen Gold – ein Viertel der Goldreserven (Abg. Großruck: Haben Sie den Herrn Liebscher nicht gehört?) – verkauft! Und was geschah mit diesem Geld? – Über 7 Milliarden € sind zur Deckung der Budgetlöcher geflossen. (Abg. Dr. Cap: So schaut’s aus! – Ruf bei der ÖVP: Geh!) Gleichzeitig sind die Schulden auf über 160 Milliarden € gestiegen! Gleichzeitig sind weitere 20 Milliarden € im Bereich von Schiene und Straße außerbudgetär versteckt worden. (Abg. Mag. Kukacka: „Versteckt“?! – Das war schon bei der SPÖ so!) Faktum ist: Wir sind in der Situation, dass wir dringende Maßnahmen für die Zukunft setzen müssen und dass die Kassen, die Sie übergeben, leer sind. (Abg. Dr. Brinek: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Dr. Cap: So schaut’s aus! – Ruf bei der ÖVP: Geh!
Teil 1: Während die Währungsreserven im Jahr 2000 noch 20 Milliarden € betragen haben (Abg. Dr. Fekter: Weil ihr es nicht könnt, drum ist euch das so ...!), sind es mittlerweile nur noch 10 Milliarden, Frau Kollegin Fekter! 105 Tonnen Gold – ein Viertel der Goldreserven (Abg. Großruck: Haben Sie den Herrn Liebscher nicht gehört?) – verkauft! Und was geschah mit diesem Geld? – Über 7 Milliarden € sind zur Deckung der Budgetlöcher geflossen. (Abg. Dr. Cap: So schaut’s aus! – Ruf bei der ÖVP: Geh!) Gleichzeitig sind die Schulden auf über 160 Milliarden € gestiegen! Gleichzeitig sind weitere 20 Milliarden € im Bereich von Schiene und Straße außerbudgetär versteckt worden. (Abg. Mag. Kukacka: „Versteckt“?! – Das war schon bei der SPÖ so!) Faktum ist: Wir sind in der Situation, dass wir dringende Maßnahmen für die Zukunft setzen müssen und dass die Kassen, die Sie übergeben, leer sind. (Abg. Dr. Brinek: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Mag. Kukacka: „Versteckt“?! – Das war schon bei der SPÖ so!
Teil 1: Während die Währungsreserven im Jahr 2000 noch 20 Milliarden € betragen haben (Abg. Dr. Fekter: Weil ihr es nicht könnt, drum ist euch das so ...!), sind es mittlerweile nur noch 10 Milliarden, Frau Kollegin Fekter! 105 Tonnen Gold – ein Viertel der Goldreserven (Abg. Großruck: Haben Sie den Herrn Liebscher nicht gehört?) – verkauft! Und was geschah mit diesem Geld? – Über 7 Milliarden € sind zur Deckung der Budgetlöcher geflossen. (Abg. Dr. Cap: So schaut’s aus! – Ruf bei der ÖVP: Geh!) Gleichzeitig sind die Schulden auf über 160 Milliarden € gestiegen! Gleichzeitig sind weitere 20 Milliarden € im Bereich von Schiene und Straße außerbudgetär versteckt worden. (Abg. Mag. Kukacka: „Versteckt“?! – Das war schon bei der SPÖ so!) Faktum ist: Wir sind in der Situation, dass wir dringende Maßnahmen für die Zukunft setzen müssen und dass die Kassen, die Sie übergeben, leer sind. (Abg. Dr. Brinek: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Dr. Brinek: Das stimmt ja nicht!
Teil 1: Während die Währungsreserven im Jahr 2000 noch 20 Milliarden € betragen haben (Abg. Dr. Fekter: Weil ihr es nicht könnt, drum ist euch das so ...!), sind es mittlerweile nur noch 10 Milliarden, Frau Kollegin Fekter! 105 Tonnen Gold – ein Viertel der Goldreserven (Abg. Großruck: Haben Sie den Herrn Liebscher nicht gehört?) – verkauft! Und was geschah mit diesem Geld? – Über 7 Milliarden € sind zur Deckung der Budgetlöcher geflossen. (Abg. Dr. Cap: So schaut’s aus! – Ruf bei der ÖVP: Geh!) Gleichzeitig sind die Schulden auf über 160 Milliarden € gestiegen! Gleichzeitig sind weitere 20 Milliarden € im Bereich von Schiene und Straße außerbudgetär versteckt worden. (Abg. Mag. Kukacka: „Versteckt“?! – Das war schon bei der SPÖ so!) Faktum ist: Wir sind in der Situation, dass wir dringende Maßnahmen für die Zukunft setzen müssen und dass die Kassen, die Sie übergeben, leer sind. (Abg. Dr. Brinek: Das stimmt ja nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Frau Kollegin, ein Land mit heuer über 3 Prozent Wachstum sollte längst finanzielle Reserven im öffentlichen Haushalt haben, um in die Bildung, in die Wissenschaft, in die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, in das Land zu investieren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Wir haben sie!
Wir wollen vorne sein, Kolleginnen und Kollegen! Und in diesem Sinne: Arbeiten wir zusammen! Machen Sie mit uns gemeinsam ein Programm genau im Sinn Ihrer Aktuellen Stunde: mehr Jobs, mehr Wachstum, mehr Innovation! (Bundesminister Dr. Bartenstein: Wir haben sie!)
Abg. Dr. Cap: ... an der Spitze!
Seien wir froh, wenn Sie diese jetzt mit uns gemeinsam umsetzen! Das wird unser Land nämlich dorthin bringen, wo nicht mehr sieben Länder vor uns sind, sondern hoffentlich nur mehr sechs, fünf, vier, drei (Abg. Dr. Cap: ... an der Spitze!) – und vielleicht sind wir wieder einmal unter den Top Drei beim Wachstum, wie wir es jahrzehntelang unter sozialdemokratischer Führung waren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Seien wir froh, wenn Sie diese jetzt mit uns gemeinsam umsetzen! Das wird unser Land nämlich dorthin bringen, wo nicht mehr sieben Länder vor uns sind, sondern hoffentlich nur mehr sechs, fünf, vier, drei (Abg. Dr. Cap: ... an der Spitze!) – und vielleicht sind wir wieder einmal unter den Top Drei beim Wachstum, wie wir es jahrzehntelang unter sozialdemokratischer Führung waren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Hornek: Speziell in Wien!
Da Sie, Herr Bundesminister Bartenstein, die Arbeitslosigkeit angesprochen haben, die Frage Trendwende: Ganz ehrlich, wir hätten in den negativen Trend niemals kommen dürfen! Österreich mag manche Schwächen gehabt haben – Sie haben die Forschung angesprochen, wo ich gar nicht sicher bin, ob nicht so manches an der Statistik lag –, aber bei der Arbeitslosigkeit haben wir in der zweiten Hälfte, genauer in den letzten drei Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts die beste oder zumindest die zweitbeste Position in Europa innegehabt. – Und jetzt, in diesem Jahrzehnt, ist bei uns in Österreich die Arbeitslosenquote drastisch hinaufgegangen (Abg. Hornek: Speziell in Wien!), während die Europäische Union als Ganzes, ja auch die alten Industrieländer ab 1999 eine zurückgehende Arbeitslosigkeit zu verzeichnen hatten!
Abg. Dr. Stummvoll: Eine gefährliche Drohung!
Ganz offen: Machen Sie gemeinsam mit uns den Kurswechsel (Abg. Dr. Stummvoll: Eine gefährliche Drohung!), dann wird das in vier Jahren wirklich eine Aktuelle Stunde sein, wo Sie sagen können: Jetzt haben wir es geschafft! Ich lade Sie dazu ein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ganz offen: Machen Sie gemeinsam mit uns den Kurswechsel (Abg. Dr. Stummvoll: Eine gefährliche Drohung!), dann wird das in vier Jahren wirklich eine Aktuelle Stunde sein, wo Sie sagen können: Jetzt haben wir es geschafft! Ich lade Sie dazu ein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Mitterlehner –: Jetzt wird es schwer!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Dr. Mitterlehner zu Wort. 5 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Mitterlehner –: Jetzt wird es schwer!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Irgendwer hat gesagt: „Jetzt wird es schwer!“ – Da muss ich wirklich sagen: Ich glaube, Herr Kollege Matznetter, Sie sind irgendwo im falschen Film! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.) Mit Ihnen ist da noch die Berichterstattung aus der letzten Periode, in der Sie in der Regierung waren, durchgegangen, denn wenn Sie hier die Schulden ansprechen, so darf ich Sie erinnern: Die hat ja nicht diese Bundesregierung gemacht, sondern die haben wir übernommen! (Abg. Dr. Matznetter: Na geh! – Weitere Zwischenrufe bei
Abg. Silhavy: Im Vergessen seid ihr ...!
der SPÖ.) Wir haben ja den blauen Brief von der EU fast schon in der Hand gehabt und mussten jetzt ein Sanierungsprogramm einleiten. Daher wundere ich mich, dass Sie da die Vergangenheit vergessen (Abg. Silhavy: Im Vergessen seid ihr ...!), aber auch über anderes, etwa wie Sie mit statistischen Daten umgehen.
Abg. Csörgits: Wo sind denn die? – Weiterer Ruf bei der SPÖ: Wo sind sie denn?
Sie sagen: Ein Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent im Verhältnis zu jenem der EU in Höhe von 2,8 Prozent, das ist eigentlich ohnedies fast das Gleiche! – Dazu darf ich schon anmerken: Mit diesen 0,5 Prozent möchte ich Klavier spielen! (Abg. Csörgits: Wo sind denn die? – Weiterer Ruf bei der SPÖ: Wo sind sie denn?) Das sind nämlich Tausende Arbeitsplätze, die dahinter liegen! – Aber das sehen Sie nicht, das ist einfach nichts. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des BZÖ.
Sie sagen: Ein Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent im Verhältnis zu jenem der EU in Höhe von 2,8 Prozent, das ist eigentlich ohnedies fast das Gleiche! – Dazu darf ich schon anmerken: Mit diesen 0,5 Prozent möchte ich Klavier spielen! (Abg. Csörgits: Wo sind denn die? – Weiterer Ruf bei der SPÖ: Wo sind sie denn?) Das sind nämlich Tausende Arbeitsplätze, die dahinter liegen! – Aber das sehen Sie nicht, das ist einfach nichts. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner
Wenn man jetzt bei den Betrieben sagt, die Gewinne gehören neu verteilt, dann erwidere ich: Damit schränken Sie möglicherweise die Investitionen ein! Es fahren ja nicht alle mit den Gewinnen in die Karibik, um sie dort irgendwo zu veranlagen, auch wenn es nur fiktive Gewinne sind (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner), sondern die Betriebe verwenden die Gewinne für Investitionen!
Abg. Öllinger: Da dauert es wieder fünf Jahre!
Meine Ansicht und vielleicht auch die Ansicht von vielen in unserer Partei ist: Eigentlich sanieren wir damit die Systeme! Die Arbeitslosenversicherung hat derzeit ein Defizit, die Pensionsversicherung ist nicht für alle Ewigkeit gesichert. Daher sollten wir sehr sorgsam umgehen mit dem, was wir an Mehreinnahmen haben, und da habe ich ein bestimmtes Problem mit Ideen der Grundsicherung, aber auch mit einer gesetzlichen Vorgabe dahin gehend, dass hier das Mindesteinkommen entsprechend festgelegt wird. Ich bin froh, dass das jetzt anders ist, dass die Kollektivvertragspartner das tun sollen, denn: Was bewirken Sie damit? (Abg. Öllinger: Da dauert es wieder fünf Jahre!) Wenn Sie in den Markt eingreifen, auch mit einer überhöhten Grundsicherung,
Abg. Mag. Molterer: Genau!
klingt das positiv – es haben alle mehr Einkommen, tadellos –, aber Sie bekommen ein Problem mit den Anreizen für die Aktiven. (Abg. Mag. Molterer: Genau!) Sie bekommen aber ein anderes Problem auch noch: Die Gehaltspyramide, die Lohnpyramide geht nach oben, die Preise gehen nach oben, die Lohnforderungen – weil alle anderen auch mehr haben wollen – gehen auch nach oben, und damit haben Sie dann eigentlich weniger Investitionen und weniger Arbeitsplätze!
Abg. Öllinger: England! England hat einen höheren Mindestlohn!
Daher würde ich schon sehr sorgsam darauf achten, alles, was mit Grundsicherung zusammenhängt, alles, was zu stark in den Markt eingreift, zurückzustellen. (Abg. Öllinger: England! England hat einen höheren Mindestlohn!) Systeme verbessern, Arbeitslosenversicherungssystem verbessern – alles gut; aber da pauschal sozusagen mit der Gießkanne drüberzufahren, das ist der falsche Weg!
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Folgendes bestätigt doch insgesamt die Linie: Die Betriebe waren gut, die Arbeitnehmer waren gut – aber die Weichenstellungen der Regierung werden sicherlich nicht die falschen gewesen sein! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Dr. Cap – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Sburny –: Den Weihrauch zuerst wegblasen, sonst sieht man nichts! – Gegenrufe der Abgeordneten Mag. Molterer und Dr. Stummvoll.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Sburny. 5 Minuten Redezeit. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Cap – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Sburny –: Den Weihrauch zuerst wegblasen, sonst sieht man nichts! – Gegenrufe der Abgeordneten Mag. Molterer und Dr. Stummvoll.)
Abg. Mag. Molterer: Es gibt im Budget nämlich Ausgaben auch, nicht nur Einnahmen!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Mitterlehner, mich würde ja sehr interessieren, wo Sie Ihre 3 Milliarden € an Mehreinnahmen herhaben und wie Sie dann auf 1,2 Prozent Defizit kommen. Das würde mich sehr interessieren! Erklären Sie mir das vielleicht noch einmal! (Abg. Mag. Molterer: Es gibt im Budget nämlich Ausgaben auch, nicht nur Einnahmen!)
Abg. Mag. Kukacka: Wie schaut das im Europavergleich aus?
Genauso zu dieser Senkung der Arbeitslosigkeit: Wir haben jetzt sechs Jahre schwarz-blau-oranger Regierung hinter uns, und in allen diesen sechs Jahren ist die Arbeitslosigkeit die ganze Zeit gestiegen, gestiegen, gestiegen. (Abg. Mag. Kukacka: Wie schaut das im Europavergleich aus?) Jetzt, wo die schwarz-blau-orange Regierung abgewählt wurde, 15 Prozent verloren hat – man darf sich ja fragen: vielleicht steigt der Optimismus jetzt in Österreich? (ironische Heiterkeit bei der ÖVP) –, jetzt gibt es eine Trendwende. Jedenfalls dürfen Sie sich schon fragen, warum es Ihnen in den sechs Jahren nicht gelungen ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei der ÖVP
Genauso zu dieser Senkung der Arbeitslosigkeit: Wir haben jetzt sechs Jahre schwarz-blau-oranger Regierung hinter uns, und in allen diesen sechs Jahren ist die Arbeitslosigkeit die ganze Zeit gestiegen, gestiegen, gestiegen. (Abg. Mag. Kukacka: Wie schaut das im Europavergleich aus?) Jetzt, wo die schwarz-blau-orange Regierung abgewählt wurde, 15 Prozent verloren hat – man darf sich ja fragen: vielleicht steigt der Optimismus jetzt in Österreich? (ironische Heiterkeit bei der ÖVP) –, jetzt gibt es eine Trendwende. Jedenfalls dürfen Sie sich schon fragen, warum es Ihnen in den sechs Jahren nicht gelungen ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Genauso zu dieser Senkung der Arbeitslosigkeit: Wir haben jetzt sechs Jahre schwarz-blau-oranger Regierung hinter uns, und in allen diesen sechs Jahren ist die Arbeitslosigkeit die ganze Zeit gestiegen, gestiegen, gestiegen. (Abg. Mag. Kukacka: Wie schaut das im Europavergleich aus?) Jetzt, wo die schwarz-blau-orange Regierung abgewählt wurde, 15 Prozent verloren hat – man darf sich ja fragen: vielleicht steigt der Optimismus jetzt in Österreich? (ironische Heiterkeit bei der ÖVP) –, jetzt gibt es eine Trendwende. Jedenfalls dürfen Sie sich schon fragen, warum es Ihnen in den sechs Jahren nicht gelungen ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Österreich war immer sehr gut bei hoher Qualifizierung – das war auch ein Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Ländern –, mittlerweile haben wir aber auf Grund Ihrer Reformen einen wesentlich schlechteren Status. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) Wir haben die drittniedrigste AkademikerInnenquote der EU-15. Und es ist mittlerweile so, dass die Betriebe nicht mehr deswegen nach Österreich kommen, weil es hier gut qualifizierte Leute gibt, sondern es schlägt viel stärker zu Buche, dass wir nicht die niedrigsten Kosten haben.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Das heißt, wir brauchen höhere Qualifizierungen, einen besseren Abschluss im AkademikerInnenbereich (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), aber auch eine stärkere Nachfrage für innovative Produkte, wie zum Beispiel im Umwelttechnikbereich (Abg. Steibl: Redezeit!), wo Sie die Strukturen auch in die falsche Richtung gelegt haben. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Redezeit!
Das heißt, wir brauchen höhere Qualifizierungen, einen besseren Abschluss im AkademikerInnenbereich (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), aber auch eine stärkere Nachfrage für innovative Produkte, wie zum Beispiel im Umwelttechnikbereich (Abg. Steibl: Redezeit!), wo Sie die Strukturen auch in die falsche Richtung gelegt haben. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt, wir brauchen höhere Qualifizierungen, einen besseren Abschluss im AkademikerInnenbereich (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), aber auch eine stärkere Nachfrage für innovative Produkte, wie zum Beispiel im Umwelttechnikbereich (Abg. Steibl: Redezeit!), wo Sie die Strukturen auch in die falsche Richtung gelegt haben. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf bei der ÖVP
einem ja schon fast Tränen vor lauter Rührung bei dem, was man von Seiten der ÖVP gehört hat (Zwischenruf bei der ÖVP), Tränen vor lauter Rührung, wie toll alles ist, wie viel mehr Jobs es in diesem Land gibt und wie gut alles geworden ist. Man hat auch auf die Tränendrüse gedrückt und gemeint, welch hohe Schulden man ja übernommen habe. – Ja, es stimmt schon: Die Staatsverschuldung lag im Jahr 2000 bei 2 200 Milliarden Schilling. Das haben natürlich vor allem auch die Roten, die SPÖ zu verantworten, aber wo waren denn Sie von der ÖVP? Sie tun so, als hätten Sie hier nur etwas übernommen, aber Sie waren doch die ganze Zeit mit in der Bundesregierung! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
einem ja schon fast Tränen vor lauter Rührung bei dem, was man von Seiten der ÖVP gehört hat (Zwischenruf bei der ÖVP), Tränen vor lauter Rührung, wie toll alles ist, wie viel mehr Jobs es in diesem Land gibt und wie gut alles geworden ist. Man hat auch auf die Tränendrüse gedrückt und gemeint, welch hohe Schulden man ja übernommen habe. – Ja, es stimmt schon: Die Staatsverschuldung lag im Jahr 2000 bei 2 200 Milliarden Schilling. Das haben natürlich vor allem auch die Roten, die SPÖ zu verantworten, aber wo waren denn Sie von der ÖVP? Sie tun so, als hätten Sie hier nur etwas übernommen, aber Sie waren doch die ganze Zeit mit in der Bundesregierung! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Welche sind denn die tollen Jobs, die neu geschaffen worden sind? – Es wird immer erzählt, dass man so viele neue tolle Jobs geschaffen hat. Aber das sind unterbezahlte Teilzeitjobs! Menschen brauchen heute teilweise zwei, drei, vier dieser Jobs, um überleben zu können. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Prinzhorn!
Welcher Wirtschaft geht es denn heute gut in Österreich? – In erster Linie geht es den Großkonzernen gut. (Ruf bei der ÖVP: Prinzhorn!) Für diese haben Sie Entlastungen möglich gemacht, aber im Bereich der kleineren und mittleren Unternehmen, wo wir Entlastungen gebraucht hätten, haben Sie geschlafen.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Das Wifo sagt ja auch – ich zitiere (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) –: „Seit 1995 sind nur die obersten 5 Prozent der Einkommen leicht um 1,2 Prozent gestiegen.“ Stark gestiegen sind die oberen Einkommen.
Beifall bei der FPÖ.
Ich komme zum Schlusssatz: Das heißt und zeigt, dass die oberen Einkommen, nämlich das obere ein Prozent der Einkommensschiene starke Steigerungen erlebt hat, aber alle anderen Einkommensschichten in Österreich dramatisch verloren haben. – Das ist nicht der Weg, den wir unterstützen können. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit – Abg. Strache: Im Unterschied zu Ihnen war ich Unternehmer! Sie haben ja nie etwas Gescheites gemacht!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Frau Präsidentin! Nach den ersprießlichen Aussagen von Österreichs „größtem“ Ökonomen, des Herrn Strache (Heiterkeit – Abg. Strache: Im Unterschied zu Ihnen war ich Unternehmer! Sie haben ja nie etwas Gescheites gemacht!), kommen wir zurück zur Realität.
Abg. Strache: Sie waren immer Parteisekretär!
Herr Kollege Strache, Sie sprechen ständig von „sinkenden Löhnen“ in diesem Land. (Abg. Strache: Sie waren immer Parteisekretär!) Ich zitiere Ihnen Herrn Bernhard Felderer – er war erst in der „Pressestunde“ und ist ein wirklich anerkannter Ökonom in diesem Land –, im „Kurier“ am 21. Juli 2006 sagte Felderer Folgendes: „Besonders die unterste Einkommensschicht sei“ unter dieser Regierung „wie nie zuvor entlastet worden.“ – Das ist auch die Wahrheit.
Abg. Strache: Trotzdem weiterhin Neuverschuldung!
Und zu den Ausführungen des Kollegen Matznetter, der offenbar nicht mehr im Saal ist und schon das Haus verlassen hat – nein, hier ist er –: Kollege Matznetter hat gesagt, er müsse jetzt ein schweres Erbe antreten. – Er muss ein „schweres“ Erbe jetzt antreten: Wir haben die besten Wirtschaftsdaten seit 25 Jahren (Abg. Strache: Trotzdem weiterhin Neuverschuldung!), wir haben etwa 3 Prozent Wachstum, wir haben höhere Löhne, eine niedrigere Inflation, florierende Exporte, eine höhere Kaufkraft, 30 000 Unternehmensgründungen und, und, und – man könnte noch viel mehr aufzählen.
Beifall beim BZÖ.
Diese Sorge habe ich, wenn Sie jetzt wieder Regierungsverantwortung übernehmen, das Rad zurückdrehen, Schulden machen, koste es, was es wolle, Regulierungswut, alles soll reguliert werden, am Besten auch vieles verboten, Freiheit ist egal, wir machen eine Verbotspolitik gegenüber der Bevölkerung – zurück in die Vergangenheit! Ich sage Ihnen, die Menschen haben da ein Sensorium. Natürlich liegt die Wahl schon einige Zeit zurück, aber seither haben Sie bereits Vertrauen wieder abgebaut, und wenn Sie so weitermachen, Schulden machen, Milliarden-Forderungen stellen, die unerfüllbar sind, weiter in dieser Politik verharren, dann werden das nächste Mal bei der Wahl wieder Sie Ihr Wunder erleben und dann wird es auch hier wieder eine Veränderung geben, die für Österreich offensichtlich besser sein wird. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ebenso ist es notwendig, weitere Entlastungen des Mittelstandes in Form einer dritten Etappe der Steuerreform durchzuführen. Weiters ist es wichtig, die Gleichstellung von Mann und Frau am Arbeitsplatz voranzutreiben – für gleiche Arbeit gleichen Lohn, das ist wichtig. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Cap: Schlechter geht es nicht mehr!
Die Sorge, die ich habe, ist, dass eine große Koalition leider die Politik der neunziger Jahre wieder hervorkramt und wir wieder zu einer schlechteren Entwicklung zurückkehren, als sie diese Regierung in den letzten sechs Jahren zustande gebracht hat. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Cap: Schlechter geht es nicht mehr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem die Gewerkschaftsmitglieder! – Abg. Scheibner: Die Gewerkschaftsmitglieder sind sehr sensibel!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Sehr geschätzte Damen und Herren! Gerade die Rede des Herrn Abgeordneten Westenthaler hat gezeigt, dass die Bevölkerung in Österreich, die Arbeiter, die Angestellten, die Beamten, wesentlich sensibler sind und sehen, was in den letzten Jahren nicht zu ihrem Vorteil geschehen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem die Gewerkschaftsmitglieder! – Abg. Scheibner: Die Gewerkschaftsmitglieder sind sehr sensibel!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin davon überzeugt, dass es den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen, wenn es zu einer Wende in diesem Land kommen wird, wieder besser gehen wird als in den letzten sechs Jahren, die sie unter Ihrer Regierung verbringen mussten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Darüber hinaus ist auch eine aktive Arbeitsmarktpolitik wichtig. Es gibt hier sehr viele gute Ansätze. Es ist das Weißbuch zitiert worden, wo ein guter Plan für die nächsten zehn Jahre aufgestellt worden ist, wo Aktivmaßnahmen gesetzt werden, um gegen die Arbeitslosigkeit anzukämpfen, wo darüber hinaus auch ein guter Vorschlag der Sozialpartner und -partnerinnen dieses Landes ausgearbeitet worden ist und wo ganz einfach auch Mittel und Möglichkeiten aufgezeigt werden. Man muss nur wollen, sehr geschätzte Damen und Herren! Die Sozialdemokratie wollte immer haben – und wird das auch in Zukunft immer haben wollen –, dass in Österreich die Arbeitslosigkeit mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft wird! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Schauen Sie sich den Gewerkschaftsbund an! – Abg. Mag. Molterer: Wie ist das beim ÖGB?
Ich habe heute in der Früh gehört, dass die Schuldnerberatung davor warnt, dass man sich auf Grund der Tatsache, dass Weihnachten vor der Tür steht und Geschenke gemacht werden, verschuldet. – Sie haben dieses Land sehr stark verschuldet. (Abg. Mag. Donnerbauer: Schauen Sie sich den Gewerkschaftsbund an! – Abg. Mag. Molterer: Wie ist das beim ÖGB?) Sie haben aber keine Geschenke gemacht, zumindest nicht den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen dieses Landes! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe heute in der Früh gehört, dass die Schuldnerberatung davor warnt, dass man sich auf Grund der Tatsache, dass Weihnachten vor der Tür steht und Geschenke gemacht werden, verschuldet. – Sie haben dieses Land sehr stark verschuldet. (Abg. Mag. Donnerbauer: Schauen Sie sich den Gewerkschaftsbund an! – Abg. Mag. Molterer: Wie ist das beim ÖGB?) Sie haben aber keine Geschenke gemacht, zumindest nicht den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen dieses Landes! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Csörgits
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Csörgits, Ihre Ausführungen hier und die Schneid, die Sie damit an den Tag legen, das ringt ja förmlich Respekt ab (Zwischenruf der Abg. Csörgits), denn wohin eine verfehlte Wirtschafts- und Finanzpolitik führt, erleben Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ÖGB gerade am eigenen Leib, das muss ich Ihnen wirklich sagen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Ursula Haubner.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Ursula Haubner.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Csörgits, Ihre Ausführungen hier und die Schneid, die Sie damit an den Tag legen, das ringt ja förmlich Respekt ab (Zwischenruf der Abg. Csörgits), denn wohin eine verfehlte Wirtschafts- und Finanzpolitik führt, erleben Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ÖGB gerade am eigenen Leib, das muss ich Ihnen wirklich sagen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Ursula Haubner.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sollten bei allem Kleinkrieg, der hier geführt wird, eines nicht vergessen: Die hervorragenden Wirtschafts- und Wachstumsdaten, die wir Gott sei Dank in unserem Lande haben, sind letztlich auch das Ergebnis der Arbeit fleißiger Österreicherinnen und Österreicher. Und ihnen sollten wir alle hier Dank zollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Sburny.
Herr Bundesminister Bartenstein hat in sehr beeindruckender Weise die Erfolgszahlen dargelegt. Es ist bedauerlich, dass man sich nicht gemeinsam darüber freuen kann, und es ist auch bedauerlich, dass man sich – selbst wenn die Nationalratswahlen zurückliegen – fast in hämischer Freude darüber ergeht, dass diese Daten jetzt in diesem Ausmaß bekannt werden. Das gipfelt, Frau Kollegin Sburny, in der wirklich schlichten Betrachtung, dass die Wirtschaftsdaten und die Arbeitslosendaten in Wahrheit deshalb jetzt so gut wären, weil die Österreicherinnen und Österreicher froh wären, dass diese Regierung abgewählt ist. (Zwischenruf der Abg. Sburny.) Genauso platt könnte man zurückgeben, die Österreicherinnen und Österreicher sind froh darüber, dass sich Rot-Grün nicht ausgeht, denn da haben sie Erfahrungen aus der Bundesrepublik Deutschland. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister Bartenstein hat in sehr beeindruckender Weise die Erfolgszahlen dargelegt. Es ist bedauerlich, dass man sich nicht gemeinsam darüber freuen kann, und es ist auch bedauerlich, dass man sich – selbst wenn die Nationalratswahlen zurückliegen – fast in hämischer Freude darüber ergeht, dass diese Daten jetzt in diesem Ausmaß bekannt werden. Das gipfelt, Frau Kollegin Sburny, in der wirklich schlichten Betrachtung, dass die Wirtschaftsdaten und die Arbeitslosendaten in Wahrheit deshalb jetzt so gut wären, weil die Österreicherinnen und Österreicher froh wären, dass diese Regierung abgewählt ist. (Zwischenruf der Abg. Sburny.) Genauso platt könnte man zurückgeben, die Österreicherinnen und Österreicher sind froh darüber, dass sich Rot-Grün nicht ausgeht, denn da haben sie Erfahrungen aus der Bundesrepublik Deutschland. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Sburny: Können Sie einen Scherz nicht von einer Polemik unterscheiden, Herr Kollege?
Ich denke, so einfach sollte man es sich dann doch nicht machen. Sie werden – so glaube ich – zugestehen, dass die Grundlagen für eine gute Wirtschaftsentwicklung, für die Zahlen am Arbeitsmarkt, nicht am 1. Oktober gelegt wurden, sondern natürlich davor. (Abg. Sburny: Können Sie einen Scherz nicht von einer Polemik unterscheiden, Herr Kollege?)
Beifall bei der ÖVP
Dann monieren Sie, Frau Kollegin Sburny, dass die schlechte Bildungspolitik im Lande Firmen verschrecken würde. Wahr ist, bitte, das Gegenteil! Wahr ist, dass in den letzten Jahren hunderte Betriebe aus dem Ausland nach Österreich gekommen sind, sich hier angesiedelt haben, weil wir einen guten Wirtschaftsstandort haben – und dazu zählt auch das Bildungssystem, meine Damen und Herren (Beifall bei der ÖVP), das man nicht bei jeder Gelegenheit – Sie lassen keine aus! – schlechtreden soll.
Zwischenruf der Abg. Sburny.
Eines ist schon auch klar: Selbst in Zeiten der europäischen und weltweiten Rezession, die wir in den letzten Jahren durchaus verspürt haben, hat Österreich im internationalen Vergleich immer relativ gut abgeschnitten – sowohl was die Arbeitslosendaten anlangt, insbesondere aber auch was die Daten der Jugendarbeitslosigkeit anlangt. Ich schätze dabei nicht gering und nehme es nicht auf die leichte Schulter, dass das in jedem Einzelfall dramatische Auswirkungen hat. Jeder Arbeitslose ist jederzeit einer zu viel – das ist überhaupt keine Frage! Dennoch ist es zulässig, den Vergleich anzustellen: Wie machte es diese Bundesregierung, und wie machten es andere Regierungen weltweit und in Europa? (Zwischenruf der Abg. Sburny.) Und da hat diese Bundesregierung, so denke ich, einen durchaus herzeigbaren Vergleich, den sie vorlegen kann, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Eines ist schon auch klar: Selbst in Zeiten der europäischen und weltweiten Rezession, die wir in den letzten Jahren durchaus verspürt haben, hat Österreich im internationalen Vergleich immer relativ gut abgeschnitten – sowohl was die Arbeitslosendaten anlangt, insbesondere aber auch was die Daten der Jugendarbeitslosigkeit anlangt. Ich schätze dabei nicht gering und nehme es nicht auf die leichte Schulter, dass das in jedem Einzelfall dramatische Auswirkungen hat. Jeder Arbeitslose ist jederzeit einer zu viel – das ist überhaupt keine Frage! Dennoch ist es zulässig, den Vergleich anzustellen: Wie machte es diese Bundesregierung, und wie machten es andere Regierungen weltweit und in Europa? (Zwischenruf der Abg. Sburny.) Und da hat diese Bundesregierung, so denke ich, einen durchaus herzeigbaren Vergleich, den sie vorlegen kann, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Gerade diese berufsbildenden Ausbildungsgänge sind es doch letztlich auch, die einen wesentlichen Beitrag zu einer der niedrigsten Jugendarbeitslosenraten in Europa leisten. Daran sollten wir auf alle Fälle festhalten! (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Ich möchte abschließend noch einen Satz sagen, den ich mir aufgeschrieben habe, weil ich glaube, dass es durchaus erfreulich ist (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) – ich bin schon beim Schlusssatz, Frau Präsidentin! –, dass Herr Kollege Matznetter gemeint hat, im Wachstum müsse man Überschüsse produzieren:
Beifall bei der ÖVP.
Daran sollten wir in den nächsten Wochen, die uns noch für den Abschluss einer allfälligen Koalition verbleiben, denken. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Großruck: Ja, ja! Der ist schon da!
Im Jahre 2005 waren etwa 253 000 Menschen in Österreich ohne Arbeit. Das soll die Vollbeschäftigung sein, Herr Abgeordneter Molterer – er ist nicht hier (Abg. Großruck: Ja, ja! Der ist schon da!) –, von der Sie gesprochen haben, und das soll die Vollbeschäftigung sein, die Ihre Partei uns im Wahlkampf 2002 und 2006 versprochen hat? – Mit Sicherheit nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Im Jahre 2005 waren etwa 253 000 Menschen in Österreich ohne Arbeit. Das soll die Vollbeschäftigung sein, Herr Abgeordneter Molterer – er ist nicht hier (Abg. Großruck: Ja, ja! Der ist schon da!) –, von der Sie gesprochen haben, und das soll die Vollbeschäftigung sein, die Ihre Partei uns im Wahlkampf 2002 und 2006 versprochen hat? – Mit Sicherheit nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Eine Folge der steigenden Arbeitslosigkeit war ein Anstieg der Armut und Armutsgefährdung. Die Zahl der Menschen, die von akuter Armut bedroht sind, ist stark angestiegen. Zusätzlich leben mehr als eine Million Menschen unter Armutsgefährdung. Und das, so frage ich Sie allen Ernstes, soll eine Erfolgsstory sein? – Eine Schande ist das für ein reiches Land wie Österreich! (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Schließlich werden – es ist mir ganz wichtig, darauf hinzuweisen! – gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge ausgeblendet. Ausgeblendet wird die Frage der Schwäche der Binnennachfrage in Österreich wie in Europa – der private Konsum wächst nach wie vor schwach –, und die Europäische Zentralbank verfolgt eine Politik, die nicht dazu angetan ist, diejenigen Produktivitätspotentiale, die die österreichische und europäische Wirtschaft hat, zu nutzen. Die Europäische Zentralbank wäre gut beraten, statt die Zinssätze zu erhöhen, ihre Kraft nicht für das Aufspüren der Inflationsgefahren zu vergeuden, sondern der Produktivität in Europa nachzuspüren. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Eine einseitig auf Strukturreformen, Liberalisierung und Stabilisierung ausgerichtete Wirtschaftspolitik wird daher in Zukunft auch zu kurz greifen. Was wir brauchen, ist ein Kurswechsel in diesem Lande, ein Kurswechsel, den wir unseren Arbeitslosen und von Armut gefährdeten Menschen schuldig sind. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn man jetzt noch dazunimmt, dass Sie in den letzten Jahren die Währungsreserven der Nationalbank stark reduziert und 105 Tonnen Gold verkauft haben, muss man sagen: Es ist so viel Geld da, sodass es geradezu beschämend ist, dass Sie vor 14 Tagen hier beschlossen haben, den Pensionisten lediglich ein Almosen zu geben! Das ist auf Grund dieser Zahlen, die vorliegen müssten, beschämend! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Großruck: Na!
Noch eine Anmerkung zur Wirtschaftskompetenz des Herrn Ing. Westenthaler. Soviel ich weiß, war Heinz-Christian Strache Unternehmer, und Sie, Herr Westenthaler, waren Sekretär. Unternehmer treffen Entscheidungen, Sekretäre sind Zuträger und Informationsbringer und treffen keine Entscheidungen. (Abg. Großruck: Na!) So viel zur „Wirtschaftskompetenz“ eines Sekretärs gegenüber der eines Unternehmers. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das meinen Sie aber nicht ernst, oder?) Das sei auch einmal hier festgehalten.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das meinen Sie aber nicht ernst, oder?
Noch eine Anmerkung zur Wirtschaftskompetenz des Herrn Ing. Westenthaler. Soviel ich weiß, war Heinz-Christian Strache Unternehmer, und Sie, Herr Westenthaler, waren Sekretär. Unternehmer treffen Entscheidungen, Sekretäre sind Zuträger und Informationsbringer und treffen keine Entscheidungen. (Abg. Großruck: Na!) So viel zur „Wirtschaftskompetenz“ eines Sekretärs gegenüber der eines Unternehmers. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das meinen Sie aber nicht ernst, oder?) Das sei auch einmal hier festgehalten.
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt kommen wir zum Wirtschaftsthema und der Lobhudelei, die Sie hier betreiben. Sie stellen sich hier allen Ernstes ans Rednerpult und behaupten mit einer Selbstherrlichkeit, Sie hätten ein Wirtschaftswunder vollbracht. Sie sollten sich einmal von dem Irrglauben verabschieden, dass Politik Jobs schafft! Politik schafft keine Jobs. Jobs schaffen nach wie vor Unternehmer – fleißige Unternehmer! – und die Wirtschaft selbst. (Beifall bei der FPÖ.) Die Wirtschaft ist sehr wohl in der Lage, auf geänderte Rahmenbedingungen schnellstens einzugehen.
Beifall bei der FPÖ.
Was mich überhaupt im Zuge dieser Wirtschaftsdiskussionen in den letzten Jahren stört, ist, dass wir uns permanent mit Schlechteren vergleichen. Sie kommen mir vor wie ein Schüler, der seine mittelmäßigen Noten damit rechtfertigt, dass es in der Klasse „Europa“ permanent Schlechtere gibt. Das kann ja nicht Ziel einer Wirtschaftspolitik sein, die in Österreich zielführend zur Senkung der Arbeitslosenzahlen herangezogen werden kann. (Beifall bei der FPÖ.) Wenn Sie sich Ihre Zahlen anschauen, dann sehen Sie, dass wir eben nur im Vergleich gut liegen.
Beifall bei der FPÖ.
Wissen Sie, sich laufend mit jenen zu vergleichen, die schlechter sind, ist falsch! Wenn Sie in der Vergangenheit immer wieder gesagt haben, wir seien besser als unsere deutschen Nachbarn, dann haben Sie das falsch ausgedrückt. Sie müssten sagen: Es gibt Bessere als wir, und unsere deutschen Nachbarn sind noch schlechter als wir. – Das wäre richtig und würde den Nagel auf den Kopf treffen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Fasslabend: Das stimmt nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Falsch!
Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch etwas sagen: Wir haben mehr Arbeitslose als jemals zuvor! Sie haben es geschafft, die Statistik so zu ... (Abg. Dr. Fasslabend: Das stimmt nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Falsch!) Es gibt inklusive der Personen, die beim AMS in den Umschulungskursen sind, die Sie übrigens in der Zwischenzeit mit der Zahl von 61 000 in eine exorbitante Höhe getrieben haben, mehr Arbeitslose als je zuvor (Abg. Dr. Fasslabend: Das ist falsch!), wenn man die Gesamtzahl der österreichischen Bevölkerung hernimmt. Was Sie vergessen: Die österreichische Bevölkerung ist ja auch gewachsen und nicht nur die Zahl der Arbeitslosen, wenn Sie es so sehen.
Abg. Dr. Fasslabend: Das ist falsch!
Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch etwas sagen: Wir haben mehr Arbeitslose als jemals zuvor! Sie haben es geschafft, die Statistik so zu ... (Abg. Dr. Fasslabend: Das stimmt nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Falsch!) Es gibt inklusive der Personen, die beim AMS in den Umschulungskursen sind, die Sie übrigens in der Zwischenzeit mit der Zahl von 61 000 in eine exorbitante Höhe getrieben haben, mehr Arbeitslose als je zuvor (Abg. Dr. Fasslabend: Das ist falsch!), wenn man die Gesamtzahl der österreichischen Bevölkerung hernimmt. Was Sie vergessen: Die österreichische Bevölkerung ist ja auch gewachsen und nicht nur die Zahl der Arbeitslosen, wenn Sie es so sehen.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Wir liegen weit unter dem Schnitt. Wenn wir in der Wirtschaft in Zukunft reüssieren wollen und unsere Arbeitslosenzahlen auf einen angenehmen Stand bringen wollen – so wie das zum Beispiel in Dänemark, in den Niederlanden oder auch in Irland der Fall ist, die Sie nie erwähnen, weil diese wesentlich besser sind –, wenn wir in der Wirtschaftspolitik wieder auf dem Stockerl stehen wollen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) und uns nicht permanent damit rechtfertigen müssen, nicht der
Beifall bei der FPÖ.
Schlechteste zu sein, dann müssen Sie aus den gegebenen Möglichkeiten mehr machen, als Sie bisher gemacht haben. (Beifall bei der FPÖ.)
ironische Heiterkeit bei der FPÖ
Abgeordneter Veit Schalle (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Themessl, eines muss ich Ihnen schon sagen – aber das sollten Sie eigentlich schon wissen! –: Herr Westenthaler war vier Jahre lang Spitzenmanager in einem internationalen Weltkonzern (ironische Heiterkeit bei der FPÖ), in einem Weltkonzern, der in Österreich enorm viele Arbeitsplätze schafft! – Das nur vorweg. (Abg. Strache: Als Eurofighter-Dankeschön! – Weitere Zwischenrufe bei Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.)
Abg. Strache: Als Eurofighter-Dankeschön! – Weitere Zwischenrufe bei Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.
Abgeordneter Veit Schalle (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Themessl, eines muss ich Ihnen schon sagen – aber das sollten Sie eigentlich schon wissen! –: Herr Westenthaler war vier Jahre lang Spitzenmanager in einem internationalen Weltkonzern (ironische Heiterkeit bei der FPÖ), in einem Weltkonzern, der in Österreich enorm viele Arbeitsplätze schafft! – Das nur vorweg. (Abg. Strache: Als Eurofighter-Dankeschön! – Weitere Zwischenrufe bei Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Stummvoll.
Ich kann nur hoffen, dass die zukünftige Regierungskoalition diese Ziele und dieses Handeln weiter beibehalten wird. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Stummvoll.)
Abg. Dr. Cap: Na, na, na!
Man muss ja eines fragen: Wie hat denn eigentlich die Wirtschaftspolitik vor dem Jahr 2000 ausgesehen, meine Damen und Herren von der SPÖ? (Abg. Dr. Cap: Na, na, na!) Die Budgetpolitik basierte auf einer enormen Schuldenpolitik, ohne steuerliche Erleichterungen oder Senkungen. (Abg. Dr. Cap: Das ist der Weg der ÖVP!) – Nein, nein!
Abg. Dr. Cap: Das ist der Weg der ÖVP!
Man muss ja eines fragen: Wie hat denn eigentlich die Wirtschaftspolitik vor dem Jahr 2000 ausgesehen, meine Damen und Herren von der SPÖ? (Abg. Dr. Cap: Na, na, na!) Die Budgetpolitik basierte auf einer enormen Schuldenpolitik, ohne steuerliche Erleichterungen oder Senkungen. (Abg. Dr. Cap: Das ist der Weg der ÖVP!) – Nein, nein!
Zwischenruf des Abg. Marizzi.
würden hundert Arbeitsplätze zusätzlich geschaffen werden. (Zwischenruf des Abg. Marizzi.) Was noch viel wichtiger ist: Ich denke, auch die Mitarbeiter würden sehr davon profitieren, weil sie nämlich 100-prozentige Zuschläge bekämen. Dass es für die Unternehmen auch lukrativ wäre, versteht sich – so glaube ich – von selbst.
Abg. Schopf: Sonntagsarbeit!
Im Sinne der Stärkung des Wirtschaftsstandortes Österreich haben wir eine Reihe von kurz- und langfristigen Initiativen getroffen (Abg. Schopf: Sonntagsarbeit!) – nein! –, die das Wirtschaftswachstum angekurbelt, die Beschäftigung erhöht haben. Ich erinnere nur an die vielen Konjunkturbelebungspakete. (Abg. Schopf: Die nichts genutzt haben!) – Doch!
Abg. Schopf: Die nichts genutzt haben!
Im Sinne der Stärkung des Wirtschaftsstandortes Österreich haben wir eine Reihe von kurz- und langfristigen Initiativen getroffen (Abg. Schopf: Sonntagsarbeit!) – nein! –, die das Wirtschaftswachstum angekurbelt, die Beschäftigung erhöht haben. Ich erinnere nur an die vielen Konjunkturbelebungspakete. (Abg. Schopf: Die nichts genutzt haben!) – Doch!
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da ich in meinem Berufsleben über 40 Jahre in der Wirtschaft tätig war und – mit vielen Höhen und Tiefen getragen – mit guter oder verfehlter Wirtschaftspolitik konfrontiert war, kann ich der zukünftigen Regierung nur empfehlen: Gehen Sie diesen Weg weiter, den die ÖVP an der Seite des BZÖ zum Wohle der Österreicher eingeschlagen hat! – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das, wofür wir jetzt sorgen müssen, ist, dass das Versprechen, das die Bundesregierung damals gegeben hat, nämlich, dass das einklagbar ist und wir das durchsetzen können, auch in der Realität eingelöst wird. Insofern werden wir dem Entschließungsantrag zustimmen und sind gespannt auf die Erfolge dieser Klage. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Ich möchte zu Beginn erwähnen, dass eigentlich nach wie vor die Nullvariante unser Ziel ist und dieses Ziel auch weiterhin verfolgt werden muss. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Eine gute rechtliche Ausarbeitung der Klage und das rasche und wirksame Einbringen und Umsetzen derselben, das wäre unserer Meinung nach die richtige Vorgangsweise – vor allem im Sinne der betroffenen Bevölkerung, insbesondere der oberösterreichischen Bevölkerung. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Mit dem 13. November dieses Jahres, also vor einem Monat, ist vermutlich der Schlussstein endgültig gelegt worden, und wenn es jetzt von österreichischer Seite keinen massiven Widerstand und keinen massiven Protest in Form einer Völkerrechtsklage gibt, dann ist das Temelín-Kapitel in Wahrheit erledigt und der ganze Widerstand vor Ort und der ganze Widerstand der Anti-Atombewegung und der Bürgerinnen und Bürger waren umsonst. Es ist auch die Politik mitverantwortlich dafür, dass es dazu kommen konnte. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pilz – in Richtung Regierungsbank –: Lernen Sie Tschechisch!
Entschuldigung – aber der Bescheid ist am 13. November ergangen, also es ist ein ganzes Monat seither verstrichen. Ich glaube nicht, dass Ihre Experten im Umweltministerium einen Monat dafür brauchen, einen Bescheid zu übersetzen und dann daraus die notwendigen Schlüsse zu ziehen. (Abg. Dr. Pilz – in Richtung Regierungsbank –: Lernen Sie Tschechisch!)
Beifall bei den Grünen.
nicht wirklich ernsthaft mit diesem Problem auseinanderzusetzen, auch weiterhin tun wollen und eigentlich froh wären, wenn sich das Problem irgendwann einmal von selbst erledigen würde, und zwar so, dass man dann ohnehin nichts mehr tun könnte. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Handeln Sie, Herr Minister! Nehmen Sie das Ganze ernst – und beenden Sie Ihre Ausreden! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Geschätzte Präsidentin! Hohes Haus! Zu Beginn dieser heutigen Sitzung hatten wir eine Aktuelle Stunde, und wir hörten Lobeshymnen erster Ordnung, wie unglaublich hervorragend und erfolgreich die Arbeit unserer „hochgeschätzten“ und „geliebten“ Bundesregierung bis heute sei. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit
Ich habe den düsteren Eindruck, dass in Sachen Temelín eine Politik auf zwei Ebenen betrieben wird: Auf der einen Ebene, nach außen hin, stehen wir, die österreichischen Politiker, von ganz links bis nach ganz rechts – also bis zu mir, wenn Sie so wollen (Heiterkeit) – geschlossen voll und ganz zur Null-Lösung: Wir wollen kein Atomkraftwerk im südlichen Teil Böhmens! Das wollen wir nicht! Das sagen wir auch. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe den düsteren Eindruck, dass in Sachen Temelín eine Politik auf zwei Ebenen betrieben wird: Auf der einen Ebene, nach außen hin, stehen wir, die österreichischen Politiker, von ganz links bis nach ganz rechts – also bis zu mir, wenn Sie so wollen (Heiterkeit) – geschlossen voll und ganz zur Null-Lösung: Wir wollen kein Atomkraftwerk im südlichen Teil Böhmens! Das wollen wir nicht! Das sagen wir auch. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sollten endlich ein Zeichen setzen und den Tschechen zeigen, dass wir uns nicht alles gefallen lassen, und zwar sollten wir das nicht nur im Parlament tun, sondern auch im Rahmen der Regierung – und dazu fordere ich Sie auf! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Zeitungen von heute bringen im Titel unter anderem einen Appell des Temelίn-Beauftragten des Landes Oberösterreich, der sagt: Wird Temelίn nicht gestoppt, dann droht eine Riesengefahr! – Wenn wir das lesen, dann wissen wir, dass die Lage sehr, sehr ernst ist. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Wir tun das und taten das auch rund um Temelίn. Und nicht zuletzt auf Grund der Auseinandersetzung der österreichischen Bundesregierung mit diesem Thema ist es dann auch zu den Melker Verträgen und Brüsseler Beschlüssen gekommen, die bis heute alternativlos, im Vergleich mit allen anderen Bestrebungen einzigartig dastehen als gesetzliche und rechtliche Grundlage zwischen der Republik Österreich und Tschechien für eine Handlungsanleitung, die erstens – und wir werden niemals von diesem Thema abgehen, und ich denke, auch die zukünftige Bundesregierung wird sich dazu verpflichten müssen – die Nullvariante weiterhin zentral in den Mittelpunkt unserer Bestrebungen stellt. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne möchte ich zusammenfassen: All jene, die übereilt auf Tempo drücken, gefährden unser letztes Mittel in dieser Angelegenheit. Wir müssen zum Schutz der Menschen in Österreich Qualität vor Tempo setzen. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist die kluge Variante, das ist die sichere Variante, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Beifall bei der ÖVP.
Der vorliegende Entschließungsantrag wird für mich und für uns Handlungsanleitung sein, die nächsten konsequenten Schritte einzuleiten und auch zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Für die Klage!
Und Sie, Herr Bundesminister, Sie sagen uns: Qualität vor Tempo! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Für die Klage!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie des Abg. Dr. Bösch.
Herr Bundesminister, Tempo ist gefragt! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie des Abg. Dr. Bösch.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Gaßner, der Sie uns hier „Untätigkeit“ vorwerfen: Wir alle wissen natürlich, wie schwierig es ist, international auf österreichischer Ebene erfolgreich tätig zu sein! Und wenn Sie schon kritisieren, dann muss ich natürlich auch die Regierungen der Jahre 1980 und 1986 kritisieren, denn gerade bei der konkreten Beschlussfassung, gerade bei Beginn des Baus wäre es noch möglich gewesen, effektiver einzugreifen. Wenn erst ein paar Milliarden Euro investiert sind, ist es natürlich umso schwieriger, durch eine Stopp-Politik die Schließung dieses Kraftwerkes zu erreichen, wofür sich im Übrigen heute auch Herr Bundesminister Pröll sehr, sehr klar ausgesprochen hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.
Damals hat die EU-Abgeordnete Berger zum Melker Ergebnis gesagt, die Tschechen sind uns wirklich sehr weit entgegengekommen – die tschechische Regierung wird jetzt im eigenen Land massiv kritisiert, dass sie Österreich zu viele Zugeständnisse gemacht hat –, Österreich hat sicher ein sehr gutes Ergebnis erreicht, so ein Abkommen gibt es sonst in ganz Europa für kein Atomkraftwerk. – Wenn wir darauf aufbauen und die Tschechen letztendlich auch in die Pflicht nehmen, hoffe ich, dass wir zu einem guten Ergebnis kommen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Da hat es Proteste bedurft. Da hat es Gipfeltreffen in Oberösterreich bedurft. Da hat es, ich glaube, 99 Störfälle im AKW Temelín bedurft. Da hat es Initiativen von Seiten Atombeauftragter bedurft. Da haben die ganzen Anti-AKW-Initiativen Oberösterreichs Druck ausüben müssen. Da hat es sogar Grenzblockaden gegeben. Und trotz dieses massiven Widerstands vor Ort, aus der Region war es nicht möglich, das in der ersten Parlamentssitzung zum gemeinsamen Thema zu machen. Es hat wieder Verzögerungen gegeben, Herr Minister, Verzögerungen, die nicht notwendig gewesen wären. Jetzt haben wir es dank des Drucks aus Oberösterreich wirklich so weit gebracht, dass wir heute diesen konsensualen Beschluss fassen können. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schopf.
Ich stimme Ihnen durchaus zu, die völkerrechtliche Klage ist eines der letzten Instrumente, wenn nicht überhaupt das letzte Instrument, und insofern muss sie sehr sorgfältig vorbereitet werden, nur, Herr Minister, die Vorarbeiten entbehren meiner Ansicht nach jeder Qualität! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schopf.)
Beifall bei den Grünen.
Heute haben Sie gesagt, Sie unterstützen die Grenzblockaden. – Ich wäre eher dafür, dass Sie alles dafür tun, dass so ein letztes Instrument des Protestes nicht in Anspruch genommen werden muss, weil es dadurch immer zu Verstimmungen kommt zwischen zwei benachbarten Bevölkerungsgruppen, die an sich dasselbe Interesse haben. Deswegen, Herr Minister, plädiere ich dafür und dringe darauf, dass Sie jetzt endlich Tempo und Qualität machen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das habe ich nicht gesagt!
Sie sagen: nicht zu viel Tempo (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das habe ich nicht gesagt!), besonnen müsse das alles gemacht werden. – Das steht ja völlig außer Frage! Daran hat es ja nie gefehlt, waren wir doch immer so besonnen. Es war ja auch überhaupt keine Frage – das war ja deutlich zu sehen –, dass vor allem die ÖVP natürlich das Ziel der Osterweiterung keinesfalls irgendeinem anderen Ziel unterordnen würde. Man hat dann das Melker Abkommen zustande gebracht, das war notwendig, um die Bevölkerung in den sensiblen Regionen wenigstens einigermaßen zu befriedigen.
Beifall bei der FPÖ.
Ich verstehe ja, dass man übergeordnete Ziele hat, aber ich meine, dass man auch gut daran tut, den Spielraum bis dorthin im Interesse der Achtung, die man sich selbst auf dem politischen und vor allem auf dem internationalen und europäischen Parkett erwirbt, ein bisschen zu festigen, den Spielraum auszudehnen. Das heißt jetzt nicht, dass ich zu Unbesonnenheit auffordere oder dass man irgendetwas machen sollte, was nicht üblich ist. Ich meine aber, dass die österreichische Regierung gerade in diesen Fragen und gerade gegenüber Tschechien nie das gemacht hat, was notwendig wäre, um der Bevölkerung und ihren Interessen Genüge zu tun, aber auch – und das möchte ich Ihnen eindrücklich sagen; Sie sind ein junger Politiker, Sie fangen neu an – nicht das gemacht hat, mit dem man sich Respekt erwirbt. Respekt wird einem nicht nachgeworfen, Respekt muss man sich erwerben! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Unsere fahrlässige Nachgiebigkeit und unsere Unterwürfigkeit und unsere Selbstvergessenheit gegenüber den legitimen Interessen hat nicht dazu geführt – natürlich nicht dazu geführt –, dass uns das auf europäischem Parkett irgendeinen Vorteil eingebracht hätte, sondern ganz im Gegenteil, jeder hat den richtigen Schluss gezogen: Mit Österreich kann man machen, was man will! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bitte Sie daher, das zu tun, was längst hätte getan werden müssen im Interesse der Österreicher, der Sicherheit der Österreicher, aber auch im Interesse der Selbstachtung dieser Regierung und des Landes: unsere Interessen gegenüber jedermann solide, maßvoll, aber nachhaltig zu vertreten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: No na!
schon Recht, dass man nicht hergehen kann und einfach irgendetwas hineinschreibt (Abg. Strache: No na!), sondern man muss natürlich einmal die exakte Übersetzung abwarten und so weiter. Das ist keine Frage, das ist ganz logisch. Aber man muss jetzt auch den zeitlichen Druck erhöhen, Herr Bundesminister! Man muss den zeitlichen Druck erhöhen, damit das so schnell wie möglich passiert, denn die Bevölkerung ist beunruhigt, und wir müssen hier Nägel mit Köpfen machen. Wir sollten schleunigst diese Völkerrechtsklage vorbereiten und sie auch einbringen, denn es sind alle derselben Meinung: Dieses Kraftwerk gehört ganz einfach geschlossen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
schon Recht, dass man nicht hergehen kann und einfach irgendetwas hineinschreibt (Abg. Strache: No na!), sondern man muss natürlich einmal die exakte Übersetzung abwarten und so weiter. Das ist keine Frage, das ist ganz logisch. Aber man muss jetzt auch den zeitlichen Druck erhöhen, Herr Bundesminister! Man muss den zeitlichen Druck erhöhen, damit das so schnell wie möglich passiert, denn die Bevölkerung ist beunruhigt, und wir müssen hier Nägel mit Köpfen machen. Wir sollten schleunigst diese Völkerrechtsklage vorbereiten und sie auch einbringen, denn es sind alle derselben Meinung: Dieses Kraftwerk gehört ganz einfach geschlossen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strache.
Meine Damen und Herren! Ich möchte zu Beginn auch die Gelegenheit nützen, mich als Mühlviertler bei den vielen Aktivistinnen und Aktivisten in der Anti-Atom-Bewegung, insbesondere in meinem Heimatbezirk Freistadt, herzlich zu bedanken, weil es letztendlich diese Aktivistinnen und Aktivisten waren, die in den letzten Wochen und Monaten, ja eigentlich schon über ein Jahrzehnt immer wieder sehr, sehr engagiert gegen Atomkraft und insbesondere gegen das Atomkraftwerk Temelín aufgetreten sind. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strache.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strache.
Daher bitte ich Sie, Herr Minister, schneller aktiv zu sein – nicht so, wie Sie das im Ausschuss gemeint haben. Aber ich ersuche auch darum – immerhin gibt es einen Bundeskanzler –, dass der Herr Bundeskanzler persönlich aktiv wird und mit den Regierungskollegen der Tschechischen Republik ein Gespräch führt beziehungsweise auch eine persönliche Protestnote diesbezüglich überbringt. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strache.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Werner Neubauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Es wurde heute schon sehr viel über die Verdienste gesagt, die sich manche zum Thema Temelín an den Hut heften. Wir haben eine Fünf-Parteien-Einigung, das ist schön. Aber eines muss auch ganz klar gesagt sein: Dass wir diese Fünf-Parteien-Einigung haben, das haben wir besonders zwei Umständen zu verdanken, nämlich einerseits den unermüdlich kämpfenden überparteilichen Plattformen, die bis heute nicht aufgegeben haben, die wirklich überparteilich agieren und die sich auch nie irgendeinem politischen Druck haben aussetzen lassen. Denen haben wir zu danken, dass diese heutige Einigung auch wirklich zustande gekommen ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Weiters haben wir diese heutige Einigung sicher auch 1 Million Österreicherinnen und Österreichern zu verdanken, die damals in einer ungeahnten Form – nicht geahnt von der Politik – eben mit 1 Million Unterschriften ein Volksbegehren unterzeichnet und es erst ermöglicht haben, dass etwas in der Politik weiterging. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Weiters wurde es verabsäumt, die Europäische Kommission in die Pflicht zu nehmen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Europäische Kommission hat Österreich damals praktisch genötigt, diesen Vertrag des Melker Abkommens mit Tschechien zu unterfertigen. Das ist jetzt der Punkt, an dem wir sagen müssen, die Europäische Kommission muss auch heute in die Pflicht genommen werden, auf Tschechien einzuwirken, damit alle Punkte des Melker Vertrages zumindest als Minimalforderungen umgesetzt und erfüllt werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen auch Folgendes: Wenn Herr Bundeskanzler Schüssel diesen Vertrag unterfertigt hat, dann ist er in die Pflicht zu nehmen, mit seinen Ministern in Prag vorzusprechen, um Druck auszuüben. Ansonsten geht in Tschechien nichts weiter. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Sinne von allen Menschen, gerade auch von uns Europäerinnen und Europäern, die wir nur 5 Prozent der globalen Bevölkerung darstellen, ist klar, dass ein Kampf gegen unsichere AKWs, gegen klimaschädliche Emissionen international sein muss, solidarisch geführt werden muss und dass auch kein Weg an der Steigerung der Energieeffizienz vorbeiführen wird. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Werte Kolleginnen! Werte Kollegen! Erinnern wir uns daran, dass der Störfall im Reaktor Tschernobyl leider über 170 000 unschuldige Menschen das Leben kostete! Erinnern wir uns an die Millionen Strahlenopfer und erinnern wir uns an die jahrelangen Produktionseinschränkungen! Es darf sich ein solch schrecklicher Fall nicht wiederholen; es ist daher höchst an der Zeit, hier mit aller Schärfe und aller Härte vorzugehen. Weitere Verzögerungen darf es nicht mehr geben. Es muss endlich Schluss sein mit der Taktik des Aussitzens und des Abwartens. Es muss jetzt rasch gehandelt werden, es müssen ebenso rasch Taten folgen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der vorliegende Entschließungsantrag beauftragt den Bundesminister für Landwirtschaft und die Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten, alle erforderlichen Schritte zu unternehmen. – Das ist gut so, wenn es auch noch rasch passiert. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das stimmt nicht! – Abg. Grillitsch: Das ist eine Unterstellung!
Die Kernenergie ist für uns, aber auch für nachkommende Generationen an Politikern die große Herausforderung schlechthin. Besonders für uns als aktive Mandatare gilt es, alles zu tun, um die Probleme, die auf uns zukommen und die bei der Bevölkerung zu Recht Ängste hervorrufen, zu lösen. Es ist daher nicht egal, Herr Minister, wie wir mit diesem Problem umgehen. Sie müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, zumindest in der Zeit, in der Sie tätig sind, nicht entschieden und entschlossen genug mitgearbeitet zu haben. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das stimmt nicht! – Abg. Grillitsch: Das ist eine Unterstellung!)
Beifall bei der SPÖ.
Sollten Sie tatsächlich, Herr Minister, einer neuen Regierung angehören, dann hoffe ich, dass diese von einem Regierungschef geführt wird, dem eine konsequente Anti-Atom-Politik am Herzen liegt und dem die Ängste der Menschen ein echtes Anliegen sind, denn Ziel muss sein, dass Temelín vom Netz kommt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister, es herrscht höchster Handlungsbedarf! Ich fordere Sie auf: Werden Sie bitte aktiv! Handeln Sie! Handeln Sie zum Wohle aller Menschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dolinschek und Mag. Stadler.
Eine kleine Anmerkung noch aus Kärntner Sicht: Auch wenn Temelín zu Recht im Brennpunkt des österreichischen Interesses steht, dürfen wir nicht vergessen, dass auch wir im Süden Österreichs an den Grenzen Kärntens eine Atomkraftwerksbombe haben, deren Uhr ebenfalls tickt. Krško ist eine ebenso große Bedrohung und steht sogar auf einer Erdbebenlinie. Krško ist eine Bedrohung wie Temelín, und daher fordere ich Sie und das Hohe Haus auf, das Augenmerk auch auf dieses Atomkraftwerk zu richten. Herr Minister! Handeln Sie! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dolinschek und Mag. Stadler.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Der Atomic-Konkurs ist die mutwillige Zerstörung eines Flaggschiffunternehmens der österreichischen Ski-Industrie gewesen. Es war der mutwillige Ausverkauf eines österreichischen Unternehmens. Weil die BAWAG bereits damals durch die Karibik-Geschäfte von Flöttl junior das erste Mal ins Trudeln gekommen ist, hat man sich über den Atomic-Konzern, über das Atomic-Unternehmen des Herrn Kommerzialrates Rohrmoser zum ersten Mal sanieren können, um dort stille Reserven herauszuholen, die man in der BAWAG dringend benötigt hat, um die Karibik-Geschäfte zum ersten Mal kaschieren zu können! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Es ist nur leider kein Ruhmesblatt der österreichischen Justiz, dass man nicht bereit war, den Strafakt aufzumachen und das Strafverfahren so zu führen, wie es zu führen gewesen wäre. Ich bin froh darüber und ein wenig stolz darauf, dass es mir gelungen ist, dafür zu sorgen, dass im Jänner 2005 Herr Kommerzialrat Rohrmoser wenigstens als unbescholtener Bürger sterben konnte, meine Damen und Herren. Dieser Mann ist aber an der mutwilligen Zerstörung seines Lebenswerkes, seines Aufbauwerkes zerbrochen. Ich halte das nebenbei auch noch für einen menschlichen Skandal, der hier stattgefunden hat. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP sowie des Abg. Schalle.
Daher bedanke ich mich noch einmal bei den Privatanklägern, denn über eines müssen Sie sich ab jetzt im Klaren sein: Ab jetzt wird auch im Bankenausschuss, aber darüber hinaus auch in diesem Strafprozess für Aufklärung gesorgt werden. Und das mache ich mit ausdrücklicher Unterstützung, gemäß dem ausdrücklichen Willen auch der Witwe und der Tochter des leider verstorbenen Kommerzialrats Rohrmoser, und ich fühle mich heute noch moralisch verpflichtet, diesen einmaligen Skandal der österreichischen Wirtschafts- und Justizgeschichte weder straf- noch kommentarlos durchgehen zu lassen! (Beifall bei FPÖ und ÖVP sowie des Abg. Schalle.)
Abg. Mag. Molterer: Die EU-Kommission!
Klubchef Molterer zitierte internationale Institutionen und meinte, Österreich sei für diese Vorbild für Innovation, Modell und Inspiration. (Abg. Mag. Molterer: Die EU-Kommission!) Die EU-Kommission – dann kann es vielleicht ein Übersetzungsfehler aus dem Portugiesischen sein, wenn Sie gleich anschließend Bildung und Forschung mehr oder weniger im selben Atemzug genannt haben, denn da schaut es nämlich anders aus.
Beifall bei den Grünen.
Was signalisieren wir aber jungen Menschen? – Bildung muss bezahlt werden. Bildung muss ich mir kaufen. Dann kommt die Frage: Kann ich mir das leisten? Und wenn man die Gebühren runterdividiert – Was kostet das pro Tag? –, und es sind dann nur mehr drei Stollwerck oder eine Breze, so sind das einfach lächerliche, zynische Rechnungen. Wenn man sich das Durchschnittseinkommen österreichischer Haushalte anschaut, ist das ein Betrag, der viele trifft und der durch Studienbeihilfen nicht aufgefangen wird. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Sie tun das!
Wir vermitteln den Studierenden Bildung sozusagen als eine Art Ware, und das ist eine Verkürzung des Bildungsbegriffes. Wir vermitteln ihnen, sie werden nicht gewünscht. Wir vermitteln ihnen, unsere Universitäten sterben im Chaos, wenn man mehr zulässt. (Abg. Mag. Donnerbauer: Sie tun das!)
Beifall bei den Grünen.
Na was vermittle ich? – Etwas anderes, jedenfalls das Gegenteil. Wenn Sie das nicht verstehen, sitzen Sie sogar im falschen Raum, wie ich meine, und sind vom Bildungsbegriff aber auch weit entfernt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir möchten Zuversicht vermitteln, sollten Sie diesen Begriff kennen, wir möchten Perspektiven vermitteln, sollten Sie diesen Begriff kennen. Junge Leute brauchen das. Aber da ich keine Perspektive mehr habe – das zeigt nur das rote Licht, aber nicht die Zukunft –, beendige ich das und hoffe auf Einsicht, Entideologisierung und vernünftige Gespräche. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Gegenruf des Abg. Rädler.
schaffung der Studiengebühren. Wir halten die Studiengebühren für nicht notwendig, ja sogar für hinderlich. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Gegenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Sie wollen es nicht verstehen!
Ich verstehe Sie gar nicht. Wenn Sie mir das nachher sagen, können wir vielleicht im Couloir miteinander sprechen. (Abg. Rädler: Sie wollen es nicht verstehen!) Nein, ich verstehe Sie nicht. Sie sprechen so undeutlich. Ich weiß nicht, woran das liegt.
Abg. Rädler: Werden wir sehen!
Hier im Nationalrat – und das ist das Problem – ist es natürlich so, dass eine Mehrheit der Abgeordneten die Studiengebühren beibehalten will: ÖVP, FPÖ, BZÖ. Es bleibt also für die SPÖ nur der Weg über die Regierungsverhandlungen, und diesen Weg werden und wollen wir gehen, und zwar mit Nachdruck und Entschlossenheit. (Abg. Rädler: Werden wir sehen!) Ich hoffe, Sie lachen dann am Schluss auch mit, wenn die Studiengebühren abgeschafft wurden, wenn es gelungen ist, endlich auch Sie zu überzeugen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Hier im Nationalrat – und das ist das Problem – ist es natürlich so, dass eine Mehrheit der Abgeordneten die Studiengebühren beibehalten will: ÖVP, FPÖ, BZÖ. Es bleibt also für die SPÖ nur der Weg über die Regierungsverhandlungen, und diesen Weg werden und wollen wir gehen, und zwar mit Nachdruck und Entschlossenheit. (Abg. Rädler: Werden wir sehen!) Ich hoffe, Sie lachen dann am Schluss auch mit, wenn die Studiengebühren abgeschafft wurden, wenn es gelungen ist, endlich auch Sie zu überzeugen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Brosz: Keine Ahnung hat sie!
Nun, auch heute, vier Jahre später, ist das die Haltung der Frau Bundesministerin. Es wäre einmal interessant, wenn sie uns das auch öffentlich ... (Abg. Brosz: Keine Ahnung hat sie!) – Ja, eben, aber Sie haben gesehen, damals sind Sie auch nicht an das Ende gekommen. Die ÖVP hat nein gesagt. (Abg. Brosz: Keine Ahnung hat sie!) Das ist der Zustand bis heute. Man kann das jetzt zwar bedauern, wir haben hier ja auch noch keine Einigung. Warten Sie doch bis zum Ende des Tages! Warten Sie es ab, Herr Kollege Brosz, und verschütten wir die Milch nicht, bevor sie heiß ist!
Abg. Brosz: Keine Ahnung hat sie!
Nun, auch heute, vier Jahre später, ist das die Haltung der Frau Bundesministerin. Es wäre einmal interessant, wenn sie uns das auch öffentlich ... (Abg. Brosz: Keine Ahnung hat sie!) – Ja, eben, aber Sie haben gesehen, damals sind Sie auch nicht an das Ende gekommen. Die ÖVP hat nein gesagt. (Abg. Brosz: Keine Ahnung hat sie!) Das ist der Zustand bis heute. Man kann das jetzt zwar bedauern, wir haben hier ja auch noch keine Einigung. Warten Sie doch bis zum Ende des Tages! Warten Sie es ab, Herr Kollege Brosz, und verschütten wir die Milch nicht, bevor sie heiß ist!
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Eine Bitte habe ich noch an Sie ... (Zwischenruf des Abg. Brosz.) – Haben Sie ein wenig Geduld! Über die Abschaffung der Studiengebühren ist die SPÖ nach wie vor fest entschlossen ernst und bis zur letzten Konsequenz zu verhandeln.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Bitte an die Grünen ist: Könnten Sie Ihren jungen StudentInnen, die vor der SPÖ-Parteizentrale stehen, vielleicht raten, dass sie wenigstens einen halben Tag zur ÖVP-Zentrale gehen sollten. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Cap: Frau Oberlehrer!
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Von meinen Vorrednern ist mehr Rationalität eingefordert worden. – Ja, gerne. Da können wir schon mit der allgemeinen Generalisierung des Kollegen Broukal anfangen. Das gehört nicht zur akademischen Attitüde. Dazu gehört differenziertes Argumentieren. Fangen wir also mit der Auflösung und Diskussion der falschen Prämissen an, Herr Kollege Grünewald, mit denen Sie arbeiten. (Abg. Dr. Cap: Frau Oberlehrer!) Ja, Unterlehrer können auch Zwischenrufe machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Von meinen Vorrednern ist mehr Rationalität eingefordert worden. – Ja, gerne. Da können wir schon mit der allgemeinen Generalisierung des Kollegen Broukal anfangen. Das gehört nicht zur akademischen Attitüde. Dazu gehört differenziertes Argumentieren. Fangen wir also mit der Auflösung und Diskussion der falschen Prämissen an, Herr Kollege Grünewald, mit denen Sie arbeiten. (Abg. Dr. Cap: Frau Oberlehrer!) Ja, Unterlehrer können auch Zwischenrufe machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Schmeckt aber gut!
Meine Damen und Herren, erfreuliches Ergebnis: die höchste je erreichte Studierendenzahl. 250 000 Menschen studieren an Universitäten und Fachhochschulen. Wir haben im europäischen Vergleich immer die Hochschulen mit einbezogen, Herr Kollege Grünewald. Also bitte dann auch hier. Nicht Äpfel mit Birnen vermischen und dazu nicht die klare Bezeichnung sagen! (Abg. Dr. Cap: Schmeckt aber gut!) Ja, schmeckt gut im Obstsalat, aber nicht bei der Statistik der Hochschulabgänger. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, erfreuliches Ergebnis: die höchste je erreichte Studierendenzahl. 250 000 Menschen studieren an Universitäten und Fachhochschulen. Wir haben im europäischen Vergleich immer die Hochschulen mit einbezogen, Herr Kollege Grünewald. Also bitte dann auch hier. Nicht Äpfel mit Birnen vermischen und dazu nicht die klare Bezeichnung sagen! (Abg. Dr. Cap: Schmeckt aber gut!) Ja, schmeckt gut im Obstsalat, aber nicht bei der Statistik der Hochschulabgänger. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Danke!
Das heißt, sozial gestaffelte, sozial abgefederte Studienbeiträge sind sozial gerecht! (Abg. Dr. Cap: Danke!) Der Ausbau der Studienförderung ist uns ein Anliegen. Halten wir aber fest, dass wir mit mehr Rationalität die künftigen Fragen der Studienbeitragsentwicklung diskutieren müssen. (Abg. Dr. Cap: Danke!) – Danke, Herr Oberlehrer Cap! Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Danke!
Das heißt, sozial gestaffelte, sozial abgefederte Studienbeiträge sind sozial gerecht! (Abg. Dr. Cap: Danke!) Der Ausbau der Studienförderung ist uns ein Anliegen. Halten wir aber fest, dass wir mit mehr Rationalität die künftigen Fragen der Studienbeitragsentwicklung diskutieren müssen. (Abg. Dr. Cap: Danke!) – Danke, Herr Oberlehrer Cap! Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das heißt, sozial gestaffelte, sozial abgefederte Studienbeiträge sind sozial gerecht! (Abg. Dr. Cap: Danke!) Der Ausbau der Studienförderung ist uns ein Anliegen. Halten wir aber fest, dass wir mit mehr Rationalität die künftigen Fragen der Studienbeitragsentwicklung diskutieren müssen. (Abg. Dr. Cap: Danke!) – Danke, Herr Oberlehrer Cap! Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen – Abg. Dr. Cap: Bravo!
Abgeordnete Mag. Birgit Schatz (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wir Grüne sind gegen die Studiengebühren (Beifall bei den Grünen – Abg. Dr. Cap: Bravo!), wir sind für ihre Abschaffung. Studiengebühren verhindern Studien und behindern das Studieren – und das wollen wir sicher nicht, sondern wir wollen bessere und mehr Bildung in diesem Land!
Abg. Dr. Brinek: Gott sei Dank war er schon Epigone!
Gesellschaftliche Aufstiegschancen, Selbstbewusstsein – nicht neu, aber immer aktuell. (Abg. Dr. Brinek: Gott sei Dank war er schon Epigone!) Ich hoffe halt, dass Sie das auch so sehen. Selbständigkeit gegen die Tradition der Untertänigkeit, Einsicht – Einsicht! – in die ökonomische und soziale Wirklichkeit: Genau das soll Bildung bringen; höhere Bildung in noch verstärktem Maße. (Abg. Dr. Brinek: Nicht neu!)
Abg. Dr. Brinek: Nicht neu!
Gesellschaftliche Aufstiegschancen, Selbstbewusstsein – nicht neu, aber immer aktuell. (Abg. Dr. Brinek: Gott sei Dank war er schon Epigone!) Ich hoffe halt, dass Sie das auch so sehen. Selbständigkeit gegen die Tradition der Untertänigkeit, Einsicht – Einsicht! – in die ökonomische und soziale Wirklichkeit: Genau das soll Bildung bringen; höhere Bildung in noch verstärktem Maße. (Abg. Dr. Brinek: Nicht neu!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Broukal: Genau!
Doch seien Sie ehrlich, meine Damen und Herren: Ist es das, was Sie wollen: mehr Einsicht, mehr Unabhängigkeit von Obrigkeit? Oder wollen Sie vielleicht etwas ganz anderes? Halten Sie es vielleicht mehr mit dem Motto: Wenn ich ein Prinz bin und du auch ein Prinz sein willst, wer treibt denn dann noch den Esel an? – Vielleicht halten Sie es eher mit diesem Motto. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Broukal: Genau!)
Beifall bei den Grünen.
Studiengebühren verhindern höhere Bildung. Wir haben eine Akademikerquote von 14 Prozent – und das ist kein Märchen! – bei einem OECD-Durchschnitt von 24 Prozent. Sie und wir wissen, dass es bildungspolitisch peinlich ist, dass es volkswirtschaftlich eine Katastrophe ist, so etwas zu haben. (Beifall bei den Grünen.) Und Studiengebühren, die Studien behindern, sind da wohl nicht der richtige Weg.
Abg. Broukal: So schaut es aus: längste Studiengebühr in Europa!
Ja, natürlich, dann kommt das Argument: Es gibt eine Studienbeihilfe, die Studienbeihilfe gleicht hier alles aus! – Ja, es gibt Leute, die Studienbeihilfe beziehen, aber es gibt zahlreiche Studierende, die die Kriterien nicht erfüllen können, weil sie gezwungen sind, nebenbei zu arbeiten. Sie schaffen es nicht rechtzeitig, Prüfungen abzulegen, weil sie ihr Studium finanzieren müssen. (Abg. Broukal: So schaut es aus: längste Studiengebühr in Europa!)
Abg. Dr. Cap: So schaut es aus!
Aber der Großteil der Studierenden bezieht keine Studienbeihilfe, weil die Eltern mittlere oder höhere Einkommen haben. Das heißt ja noch lange nicht, dass diese Studierenden auch Geld von ihren Eltern bekommen! (Abg. Dr. Cap: So schaut es aus!) Und wissen Sie, was die gesetzliche Lage dazu ist? – Studierende, die zum Beispiel die Studiengebühren nicht selbst finanzieren können, sollen ihre Eltern auf Unterhalt klagen! Sie als Familienpartei schlagen das als Lösung vor: Unterhaltsklagen, um vielleicht Geld von den Eltern zu bekommen? – Wir wollen das nicht!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wir wollen das nicht, wir lehnen die Studiengebühren ab. Studiengebühren verhindern Studien, sie behindern Studien, sie sollen weg – je früher, desto besser. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Jetzt wird es versachlicht!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Kollege Dr. Graf. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Cap: Jetzt wird es versachlicht!)
Abg. Broukal: Zwei Doktorate gemacht!
Gleich zu den Ausführungen meiner Vorrednerin: Studienbeiträge verhindern oder behindern das Studieren. – Dem kann ich mich nicht wirklich anschließen. Ich war selbst Werkstudent, habe einige Erfahrung aus diesem Bereich, komme aus einer Arbeiterfamilie, habe daher auch darin Erfahrung und kann mich dem nicht ganz anschließen, zumal es ja auch so ist ... (Abg. Broukal: Zwei Doktorate gemacht!) – Ich habe keine zwei Doktorate gemacht, aber das macht nichts – eines zumindest.
Abg. Broukal: Aber auch kaum ein Nutzen!
Mit den Studienbeiträgen ist erreicht worden, dass man diejenigen, die nicht wirklich studieren, tatsächlich von den Universitäten auch abgehalten hat, und zwar insofern – im positiven Sinne –, als sie gar nicht mehr inskribiert haben. Aber ich glaube, dass dadurch nicht wirklich ein volkswirtschaftlicher Schaden eingetreten ist. (Abg. Broukal: Aber auch kaum ein Nutzen!)
Abg. Broukal: Es sind 23 Prozent!
Parallel dazu haben wir – und das fehlt in dem Antrag des Kollegen Grünewald – selbstverständlich die Studienbeihilfen enorm erhöht: Nahezu 40 Prozent – 40 Prozent! – der Studierenden zahlen keine Studienbeiträge, weil sie entweder befreit sind oder Studienförderung bekommen. Das muss man auch sagen. (Abg. Broukal: Es sind 23 Prozent!) – 23 Prozent? – Wir werden es uns genau anschauen und dieses Argument durchleuchten.
Beifall bei der FPÖ.
Dafür wollen wir uns einsetzen. Aber wenn es am Ende die Studienbeiträge nicht mehr geben sollte, wird das die Freiheitliche Partei auch überleben, weil es nicht die Fahnenfrage ist. Mir ist die Frage viel wichtiger: Wie geht es den Studierenden, wie gehen wir um mit der Ressource Zeit für die Studenten, und wofür wird überhaupt Geld an der Universität ausgegeben? – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Bevor ich hier jetzt genauer auf das Thema Studienbeiträge eingehe, möchte ich festhalten, dass ich nicht Punkt für Punkt des Initiativantrages der Grünen durchgehen werde, da dieser doch sehr lieblos verfasst wurde. So wurden in manchen Paragraphen die Studienbeiträge gestrichen – no na! –, und im Gegensatz dazu ist in manchen Paragraphen der Studienbeitrag durch ein anderes Wort zu ersetzen. Also: einmal streichen, dann gibt es ihn doch wieder! Und in einem Absatz ist auch die falsche Ziffer genannt, in der eine Korrektur durchgeführt werden soll. Vielleicht ist ja gerade diese Fehlerlastigkeit auch ein Grund dafür, dass die Grünen keinen Willen zur Beteiligung an einer Regierung haben. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Abg. Öllinger: Ihr Beitrag kommt von Herzen, das merkt man!
Die Anfängerzahl in den Universitäten ist seit Einführung der Studiengebühr, des Studienbeitrages bis heute um 24 Prozent gestiegen, bei den Fachhochschulen um 81 Prozent. (Abg. Öllinger: Ihr Beitrag kommt von Herzen, das merkt man!) Das kommt von Herzen.
Beifall beim BZÖ.
Mit diesen Zahlen im Hinterkopf möchte ich zum Abschluss den politischen Gruppierungen, die für eine Abschaffung des Studienbeitrages eintreten, die Frage stellen, wieso es für einen Studenten, der es sich leisten kann – und ich habe vorhin gesagt, die, die es sich nicht leisten können und die außerordentlich gut studieren, sind befreit –, nicht zumutbar ist, 2 € pro Tag in seine Ausbildung und damit in seine Zukunft zu investieren, die übrige österreichische Bevölkerung jedoch ohne Bezug, vielleicht auch weil kein eigenes Kind die Universität besucht, für das gesamte Studium aufkommen soll. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
sozialen Studiengebühren! Daran hat sich nichts geändert. Und ob lieblos formuliert oder nicht, der Antrag ist sachlich richtig, und von Seiten der SPÖ wird volle Unterstützung dafür gegeben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Ja, Ärzte!
Die steigenden Studentenzahlen freuen uns. Was uns eher betroffen macht, ist, dass die Anzahl der Lehrenden zurückgeht. So war zum Beispiel die Medizinische Universität Wien gezwungen, in den letzten Jahren mehr als 70 Ärztinnen und Ärzte abzubauen. (Abg. Dr. Brinek: Ja, Ärzte!) Sie müssten, glaube ich, wissen, dass an der Universität Wien zwischen Forschung und Lehre nicht wirklich unterschieden wird und dass sehr wohl auch Lehrende am Krankenbett tätig sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die steigenden Studentenzahlen freuen uns. Was uns eher betroffen macht, ist, dass die Anzahl der Lehrenden zurückgeht. So war zum Beispiel die Medizinische Universität Wien gezwungen, in den letzten Jahren mehr als 70 Ärztinnen und Ärzte abzubauen. (Abg. Dr. Brinek: Ja, Ärzte!) Sie müssten, glaube ich, wissen, dass an der Universität Wien zwischen Forschung und Lehre nicht wirklich unterschieden wird und dass sehr wohl auch Lehrende am Krankenbett tätig sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Österreich liegt, was die Akademikerquote angeht, knapp vor der Türkei. Wenn wir diesen Standpunkt weiterhin haben wollen, dann bitte weiter so! Für die Sozialdemokratische Partei ist eines ganz klar: Studiengebühren heißt Sparen am falschen Platz! Und wir fordern den freien Zugang zur Bildung für unsere Kinder, Enkelkinder und zukünftige Generationen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Broukal: Wie viel? – Abg. Dr. Grünewald: Das stimmt nicht!
Ich kann nicht sehen, wie Sie damit umgehen wollen. Ich kann aus Ihrem Antrag auch nicht ablesen, wie Sie die 460 Millionen €, die die Abschaffung der Studiengebühren kosten würde, tatsächlich bedecken wollen. (Abg. Broukal: Wie viel? – Abg. Dr. Grünewald: Das stimmt nicht!) 460 Millionen €,o ja! Das ist auf drei Jahre hochgerechnet. Das ist für die Periode der ersten Leistungsvereinbarung von 2007 bis 2009.
Beifall bei der ÖVP.
Wir würden mehr ausländische Studenten ausbilden und hätten dafür weniger Geld zur Verfügung. Ich muss sagen: Das sind wirklich „rosige“ Zukunftsaussichten für die Universitäten! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Grünewald: Was gut wäre!
Man muss sich vor allem genau ansehen, wer in anderen Ländern überhaupt als Akademiker gilt. Es gibt auch Länder, in denen auch Pflichtschullehrer und Kindergärtnerinnen als Akademiker gelten. (Abg. Dr. Grünewald: Was gut wäre!) Sie sehen also, wir haben es im Moment mit völlig undifferenzierten Vergleichszahlen zu tun. (Abg. Dr. Grünewald: Das ist unsere Schuld!)
Abg. Dr. Grünewald: Das ist unsere Schuld!
Man muss sich vor allem genau ansehen, wer in anderen Ländern überhaupt als Akademiker gilt. Es gibt auch Länder, in denen auch Pflichtschullehrer und Kindergärtnerinnen als Akademiker gelten. (Abg. Dr. Grünewald: Was gut wäre!) Sie sehen also, wir haben es im Moment mit völlig undifferenzierten Vergleichszahlen zu tun. (Abg. Dr. Grünewald: Das ist unsere Schuld!)
Abg. Dr. Grünewald: Nein! Under-graduate!
Wollen Sie allen Ernstes, dass wir permanent mit völlig undifferenzierten Vergleichszahlen messen? – Außerdem kann ich Sie ohnehin beruhigen: Ab 1. Oktober 2007, wenn die Pädagogischen Hochschulen eröffnet werden, werden wir ja mehr Akademiker haben, weil dann auch die Pflichtschullehrer Akademiker sind. Sie gelten dann als Akademiker, und das muss Ihnen ja eigentlich entgegenkommen. (Abg. Dr. Grünewald: Nein! Under-graduate!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Grünewald: Lehrer brauchen Jobs! – Abg. Sburny: Was ist Ihre Konsequenz?
Außerdem möchte ich Ihnen noch eine Frage stellen, weil Sie immer wieder betonen, wir bräuchten in Österreich mehr Akademiker: Sagen Sie das auch den Absolventen von Lehramtsstudien, die nach dem Studium jahrelang auf der Warteliste stehen? Sagen Sie das auch den frischgebackenen Ärzten, Psychologen oder Biologen, wenn Sie von ihnen im Taxi chauffiert werden? Ich finde es wirklich zynisch, junge Menschen in Studien zu hetzen, die keine Zukunftsperspektive bieten! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Grünewald: Lehrer brauchen Jobs! – Abg. Sburny: Was ist Ihre Konsequenz?)
Beifall bei der ÖVP.
Sehen Sie: Das verstehe ich unter Sachpolitik! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Fragen um die Produktpiraterie werden uns weiter beschäftigen. Voraussetzung ist natürlich, dass uns Abgeordneten entsprechende Berichte dafür zur Verfügung gestellt werden. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ziel des vorliegenden Antrages ist ein jährlicher Bericht des Finanzministers über den Vollzug des Produktpirateriegesetzes, der dem Nationalrat vorgelegt wird, damit wir als Gesetzgeber rasch auf mögliche neue Entwicklungen auf diesem Gebiet sowie auf Vollzugsprobleme reagieren können. Und ich hoffe, dass sich eine möglichst breite Mehrheit hier im Hohen Haus finden wird, die diese Anliegen unterstützt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich darf zum Abschluss noch Folgendes anmerken: Es wäre auch eine Aufgabe – und damit wollen wir uns auch im neuen Konsumentenschutzausschuss auseinandersetzen –, dass wir vielleicht zu Beginn des nächsten Jahres auf parlamentarischer Ebene eine Enquete einberufen, bei der wir uns mit diesen Fragen – wohin entwickelt sich der Konsumentenschutz in Österreich? – auseinandersetzen. Das wäre mein Wunsch zu diesem Aufgabenbereich, den wir vielleicht auch durch diesen Vier- oder jetzt Fünf-Parteien-Antrag umsetzen können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Johann Maier.
Was meiner Ansicht nach auf alle Fälle klar ist, ist, dass wir eine globale Strategie brauchen, damit wir diesem Betrug, der sowohl volkswirtschaftlich als auch konsumentenpolitisch enormen Schaden anrichtet, endlich Einhalt gebieten können. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Johann Maier.)
Beifall bei der FPÖ.
Dieses Hohe Haus ist ja in der vergangenen Legislaturperiode selbst Opfer der Produktpiraterie geworden. Erinnern wir uns daran, dass eine kleine Gruppe nicht demokratisch legitimierter Personen einen politischen Markenklau begangen hat und unter dem Titel „freiheitlich“ hier politische Produktpiraterie begangen hat – und dann auch eine entsprechende Strafe vom Wähler dafür erhalten hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Murauer: Nur in Österreich, oder was?
Ich werfe Ihnen nicht vor, dass Sie für sämtliche Entwicklungen im geopolitischen Bereich verantwortlich sind, aber Sie tragen sehr wohl die Verantwortung dafür, dass Österreich heute ein Spielball der Globalisierung ist und es auch nicht weiter ein Wunder ist, dass Kopisten und Fälscher Österreich mit Waren überschwemmen und international bereits ein Volumen von 500 Milliarden € erreicht wurde. (Abg. Murauer: Nur in Österreich, oder was?)
Beifall bei der FPÖ.
Wir halten es dennoch für gut, ein Berichtswesen zum Thema Produktpiraterie in die Wege zu leiten. Ein Berichtswesen allein aber ist zu wenig, es müssen daraus auch die richtigen Folgerungen getroffen werden. Da muss man die Probleme beim Namen nennen, muss auch die Probleme ansprechen, die sich mit China ergeben, die sich mit erschlichenen Visa-Genehmigungen ergeben, muss sich mit Fälscherwerkstätten in Europa und auch hier in Österreich beschäftigen und in diesem Bereich auch die richtigen Maßnahmen an den Tag legen. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
In unserer schnelllebigen Zeit, bei der Globalisierung, die wir mit Sicherheit nicht aufhalten können, auch in Zukunft nicht, wird es notwendig sein, dass man Mechanismen findet, mit denen man die Kriminalität, die Produktpiraterie einschränken kann; egal, ob das Fälscherwerkstätten sind oder anderes, ob in fernen Ländern, anderen Kontinenten oder innerhalb Europas. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim BZÖ.
Produktpiraterie hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark auf Markenprodukte und Luxusgüter beschränkt, jetzt sind es zunehmend auch schon Güter des täglichen Bedarfs: Lebensmittel, Mobiltelefone, Akkus genauso wie Kinderspielzeug und Autoteile und sogar lebenswichtige Arzneimittel. Und wenn das die Verkehrssicherheit, den Gesundheitsbereich oder die Sicherheit allgemein betrifft, ist das schon sehr bedenklich. Deswegen glaube ich, dass es sehr wichtig ist, dass wir hier Maßnahmen setzen, die in Zukunft greifen und die österreichische Bevölkerung und die europäischen Volkswirtschaften, die Wirtschaft überhaupt schützen. Eine Wirtschaft kann nur dann leben, wenn sie, was die Sicherheit betrifft, von der Politik geschützt wird, sodass sie auch wettbewerbsfähig sein kann und nicht unterwandert wird. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ganz egal, ob 200 Arbeitsplätze jetzt auf Grund von Wirtschaftskriminalität oder auf Grund einer fehlerhaften Wirtschaftspolitik verloren gehen: Jeder verlorene Arbeitsplatz ist einer zu viel! In diesem Sinne sollten wir der Produktpiraterie Einhalt gebieten – und dafür ist jedes Mittel nützlich, natürlich auch dieser Bericht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Diese drei Säulen würden einer vernünftigen Erneuerung, die, wie ich wiederhole, reinen modellhaften Charakter für eine Demokratie-Organisation haben und ideologiefrei sein müssen, guttun. Ich werbe daher um möglichst breite Zustimmung in diesem Haus und danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, wir sollten in diese Richtung arbeiten. Ich kann Ihnen hier die Unterstützung meiner Fraktion zusichern, über die genaue Formulierung muss man sich noch Gedanken machen. Ich denke aber, dass das eine Materie ist, die von allen Parteien in diese Richtung getragen werden sollte, weil das eine vernünftige Neuregelung wäre, und ich hoffe, dass wir hier zu einem breiten Konsens kommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und FPÖ. – Abg. Öllinger: Passt!
Ich kann Ihnen sagen, dass wir für solche Gespräche sehr offen sind und in jede Richtung mitwirken werden. In diesem Sinne danke ich. (Beifall bei SPÖ und FPÖ. – Abg. Öllinger: Passt!)
Beifall bei der ÖVP.
Für mich ist es viel wichtiger, dass wir uns hier, bevor wir uns darüber unterhalten, wer künftig Bundeswahlleiter ist, wer die Bundeswahlbehörde beruft und wie schnell man einen Beschluss dieser beeinspruchen kann, über die längst überfällige Einführung der Briefwahl unterhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Wittmann: Themenverfehlung!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich glaube, es liegt in unser aller Interesse, dem ständigen Sinken der Wahlbeteiligung entgegenzuwirken. Ein wichtiger Schritt wäre die Möglichkeit der Stimmabgabe mittels Brief bei allen bundesweiten Wahlen, auch bei Landtags- und Gemeinderatswahlen. (Abg. Dr. Wittmann: Themenverfehlung!)
Abg. Sburny: Da müsst ihr einen eigenen Antrag einbringen, wenn ihr das diskutieren wollt!
Ich darf daran erinnern, dass bei den letzten Nationalratswahlen 23 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht nicht Gebrauch machten. (Abg. Sburny: Da müsst ihr einen eigenen Antrag einbringen, wenn ihr das diskutieren wollt!) Von den 52 000 Auslandsösterreichern haben sogar nur etwa 19 000 ihre Stimme abgegeben. Das, meine sehr geschätzten Damen und Herren, erfordert Maßnahmen.
Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!
sich – Gott sei Dank – Auslandsreisen leisten. Aber auch für andere, die beruflich unterwegs sind (Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!), ist es oft schwierig, am Wahltag nach Hause zu kommen. Gerade diesen Menschen sollte man entgegenkommen, indem man das Wahlrecht entsprechend ändert.
Abg. Öllinger: Zum Antrag, bitte!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Bei der Briefwahl würde das so aussehen (Abg. Öllinger: Zum Antrag, bitte!), dass der Briefwähler den von ihm gekennzeichneten Stimmzettel im Wahlkuvert verschließt und auf der Wahlkarte die eidesstattliche Erklärung unterschreibt. Damit bestätigt der Wähler, dass er den Stimmzettel persönlich und unbeobachtet gekennzeichnet hat. So wird dann das Wahlkuvert mit der Briefwahlkarte auf dem Postweg an die Bezirkswahlbehörde gesandt und langt spätestens um 12 Uhr des Wahltages dort ein. (Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!) Damit würde auch das Wahlergebnis am selben Tag feststehen.
Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Bei der Briefwahl würde das so aussehen (Abg. Öllinger: Zum Antrag, bitte!), dass der Briefwähler den von ihm gekennzeichneten Stimmzettel im Wahlkuvert verschließt und auf der Wahlkarte die eidesstattliche Erklärung unterschreibt. Damit bestätigt der Wähler, dass er den Stimmzettel persönlich und unbeobachtet gekennzeichnet hat. So wird dann das Wahlkuvert mit der Briefwahlkarte auf dem Postweg an die Bezirkswahlbehörde gesandt und langt spätestens um 12 Uhr des Wahltages dort ein. (Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!) Damit würde auch das Wahlergebnis am selben Tag feststehen.
Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!
Erstens: Die Stimmabgabe im Ausland wird vereinfacht. (Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!)
Abg. Öllinger: Sie sprechen ja von einem anderen Thema! – Abg. Sburny: Von einem anderen Antrag, den Sie nicht eingebracht haben!
Bisher hat dies die SPÖ immer abgelehnt mit dem Argument ... (Abg. Öllinger: Sie sprechen ja von einem anderen Thema! – Abg. Sburny: Von einem anderen Antrag, den Sie nicht eingebracht haben!) – Das gehört natürlich auch zur Nationalrats-Wahlordnung und ist im Gesamtkomplex zu diskutieren. Deshalb spreche ich die Briefwahl an. (Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!)
Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!
Bisher hat dies die SPÖ immer abgelehnt mit dem Argument ... (Abg. Öllinger: Sie sprechen ja von einem anderen Thema! – Abg. Sburny: Von einem anderen Antrag, den Sie nicht eingebracht haben!) – Das gehört natürlich auch zur Nationalrats-Wahlordnung und ist im Gesamtkomplex zu diskutieren. Deshalb spreche ich die Briefwahl an. (Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Warum waren Sie nicht in der Lage, einen eigenen Antrag ...?
Ich weiß, dass es für Sie, Herr Kollege Öllinger, keine Bedeutung hat, auf die Wünsche der Bevölkerung einzugehen, und so beschäftigen wir uns eben damit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Warum waren Sie nicht in der Lage, einen eigenen Antrag ...?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.
In den letzten Tagen gab es in den Medien einige Anzeichen, dass sich die Einstellung der SPÖ zu diesem Thema verändert hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.) Ich hoffe sehr, dass es nun endlich zu einem Konsens kommen kann. Wir brauchen in Österreich ein einfaches und wählerfreundliches, aber auch vor Missbrauch sicheres System. Ich bin überzeugt davon, dass dies mit dem Vorschlag der ÖVP gegeben wäre. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In den letzten Tagen gab es in den Medien einige Anzeichen, dass sich die Einstellung der SPÖ zu diesem Thema verändert hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.) Ich hoffe sehr, dass es nun endlich zu einem Konsens kommen kann. Wir brauchen in Österreich ein einfaches und wählerfreundliches, aber auch vor Missbrauch sicheres System. Ich bin überzeugt davon, dass dies mit dem Vorschlag der ÖVP gegeben wäre. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Freund.
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Kollege Freund, ich nehme zur Kenntnis, dass Sie entweder keine Lust hatten oder nicht in der Lage waren, den Antrag zu lesen, der vorliegt, oder dass Sie keine Lust gehabt haben, einen eigenen Antrag einzubringen, und sich gedacht haben, Sie sprechen über das, was Sie interessiert, halt irgendwo. – Okay. (Zwischenruf des Abg. Freund.) Wir wissen daher nicht, welche Position die ÖVP vertritt, aber das ist vielleicht auch nicht so wichtig, wenn sich die anderen einig werden.
Beifall bei den Grünen.
Aus meiner Sicht gehören zu dem, was Sie da vorschlagen, jedenfalls auch diese beiden Gesetzesänderungen dazu, die wir noch entsprechend einbringen sollten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Über die Ortstafeln!
Wir könnten auch über das Wahlalter diskutieren, wir könnten durchaus auch über die Frage des Wahlrechts an und für sich, auch über die Zuordnung der Mandate diskutieren, denn eines bei dieser ganzen ... (Abg. Öllinger: Über die Ortstafeln!) – Wir können auch über die Ortstafeln diskutieren, Kollege Öllinger – sehr gut!
Beifall beim BZÖ. – Abg. Parnigoni: Das haben wir doch auch getan!
Ich hoffe doch, dass dann, wenn wir endlich wieder eine Regierung haben werden, alle Ankündigungen auch umgesetzt werden, dass etwa bei der großen Verfassungsreform, auf die wir alle schon so lange warten und an der wir so lange schon gearbeitet haben – leider umsonst, weil Sie damals noch in Opposition waren und nicht bereit waren, mitzustimmen –, auch die Frage der Modernisierung des Wahlrechts einer Lösung zugeführt werden wird. Im Gegensatz zu Ihnen werden wir auch in der Opposition konstruktiv mitarbeiten, und wenn es etwas Gescheites gibt, dann werden wir auch unsere Zustimmung geben. Das werden wir allerdings noch sehen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Parnigoni: Das haben wir doch auch getan!)
Abg. Lentsch: Der sitzt auf seinem Platz!
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Kollege Scheibner, wir haben auch – wo ist er hingegangen? (Abg. Lentsch: Der sitzt auf seinem Platz!) – durchaus konstruktiv mitgearbeitet, eine Reihe von Gesetzen sind auch in unserer Oppositionszeit mit unseren Stimmen beschlossen worden, aber es ist überhaupt keine Frage, dass natürlich im Vorfeld der Nationalratswahl 2006 eine Verwirrung bei den Wählern über die Frage geherrscht hat, inwieweit dem BZÖ ein Sitz in der Bundeswahlbehörde einzuräumen ist und das etwa von der Regierung damit begründet worden ist, dass das irgendwie die Rechtsnachfolge der FPÖ sei.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Wir werden das erklären!
Dem Kollegen Freund kann ich nur sagen, er kann versichert sein, dass wir uns sehr massiv dafür einsetzen werden, dass das Wahlrecht der 16-Jährigen kommt. Wir werden uns diesbezüglich sehr bemühen. Ich halte das für mindestens so wichtig wie andere Bereiche. Kollege Freund hat sich offenbar zurückgezogen, aber wir sind dennoch interessiert, zu hören, wie die ÖVP zu diesem Antrag steht. Da noch die Redebeiträge der Kollegen Großruck und Murauer folgen, bin ich guter Hoffnung, dass sie uns das noch erklären werden und nicht nochmals eine Abhandlung über die Briefwahl vorbringen werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Wir werden das erklären!)
Rufe bei der SPÖ – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Großruck –: Vierzeiler! – Abg. Öllinger: Ein Hoch auf die große Koalition als Vierzeiler! Das wünschen wir uns!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Großruck. 4 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Sie sind am Wort. (Rufe bei der SPÖ – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Großruck –: Vierzeiler! – Abg. Öllinger: Ein Hoch auf die große Koalition als Vierzeiler! Das wünschen wir uns!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Das war okay!
Das wünsche ich dem Christkind und Ihnen, Herr Cap. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Das war okay!)
Allgemeine Heiterkeit und Beifall.
Bitte, Herr Abgeordneter. (Allgemeine Heiterkeit und Beifall.)
Beifall bei den Grünen.
Ich finde, das Erste, was wir wirklich schauen müssen, ist, dass wir in diesen Bereichen Klarheit in den Gesetzen schaffen! Eine Wahlanfechtung wird es immer geben können, aber das ist etwas, was das Parlament machen kann. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da habt Ihr Erfahrung!
und der Möglichkeit, die Parteien zu benennen. Das kommt nämlich da auch nicht vor. Die große Streitfrage war ja dann: Kann der Bundeswahlvorschlag sich von Landeswahlvorschlägen unterscheiden? (Abg. Ing. Westenthaler: Da habt Ihr Erfahrung!) Auch da wäre es wohl sinnvoll, Klarheit zu schaffen und das nicht im Nachhinein zu behandeln – bis zu der Frage, ob eine Partei, die dann 4,11 Prozent – glaube ich – gehabt hat, möglicherweise durch eine Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes auch aus dem Parlament fallen kann.
Beifall bei den Grünen.
Das im Vorhinein zu klären, wird – so denken wir – schwierig sein, aber im Ausschuss werden wir genauer darüber reden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Sburny: Was der Herr Freund ...! Sie haben nicht zugehört!
Wenn Frau Sburny gemeint hat, sie weiß nicht, was die Österreichische Volkspartei im Zusammenhang mit der Briefwahl gerne möchte, dann darf ich auf die Diskussion der neuen Verfassung hinweisen. Vielleicht blättern Sie nach, damit Sie sehen, welche Vorstellungen zur Briefwahl die Österreichische Volkspartei hat. (Abg. Sburny: Was der Herr Freund ...! Sie haben nicht zugehört!)
Beifall bei der ÖVP.
Seit vielen Jahren liegt der entsprechende Vorschlag der Österreichischen Volkspartei hier im Parlament auf. Meine Damen und Herren, wenn wir über Wahlrechtsreform und Erneuerung in diesem Zusammenhang reden, dann möchte ich es nicht verabsäumen, Sie zu ersuchen, dass wir den Missstand, nicht mittels Briefwahl wählen zu können, endlich abstellen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Sie ist finanzierbar, sie ist rasch machbar. Wenn wir sie im Parlament beschließen könnten, dann würde sie bereits für das nächste Jahr gelten. Damit würden wir vielen, vielen Frauen ein wunderbares Weihnachtsgeschenk machen, die wahrscheinlich Weihnachten am 24. Dezember ganz anders als wir alle hier erleben werden. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Monatlich!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Ing. Westenthaler, als Frau war ich, als ich Ihnen jetzt zugehört habe, zutiefst betroffen. Sie sprachen von den großartigen Leistungen, die diese Frauen erbracht haben – da gebe ich Ihnen Recht –, aber Sie wollen diese Frauen mit 150 € abspeisen (Abg. Ing. Westenthaler: Monatlich!), eine Zuwendung, auf die sie nicht einmal einen Rechtsanspruch haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Zusätzlich monatlich!) Das ist eine typische Almosenpolitik, die Sie da betreiben, nach dem Motto: Wer brav ist und uns gefällt, der kriegt Almosen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Von Ihnen haben sie gar nichts bekommen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zusätzlich monatlich!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Ing. Westenthaler, als Frau war ich, als ich Ihnen jetzt zugehört habe, zutiefst betroffen. Sie sprachen von den großartigen Leistungen, die diese Frauen erbracht haben – da gebe ich Ihnen Recht –, aber Sie wollen diese Frauen mit 150 € abspeisen (Abg. Ing. Westenthaler: Monatlich!), eine Zuwendung, auf die sie nicht einmal einen Rechtsanspruch haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Zusätzlich monatlich!) Das ist eine typische Almosenpolitik, die Sie da betreiben, nach dem Motto: Wer brav ist und uns gefällt, der kriegt Almosen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Von Ihnen haben sie gar nichts bekommen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Von Ihnen haben sie gar nichts bekommen!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Ing. Westenthaler, als Frau war ich, als ich Ihnen jetzt zugehört habe, zutiefst betroffen. Sie sprachen von den großartigen Leistungen, die diese Frauen erbracht haben – da gebe ich Ihnen Recht –, aber Sie wollen diese Frauen mit 150 € abspeisen (Abg. Ing. Westenthaler: Monatlich!), eine Zuwendung, auf die sie nicht einmal einen Rechtsanspruch haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Zusätzlich monatlich!) Das ist eine typische Almosenpolitik, die Sie da betreiben, nach dem Motto: Wer brav ist und uns gefällt, der kriegt Almosen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Von Ihnen haben sie gar nichts bekommen!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Das soll noch dazu nach Maßgabe der budgetären Mittel geschehen, die vorhanden sind. Da frage ich mich: Was machen Sie damit in Wahrheit? – In Wahrheit machen Sie Folgendes: Sie versuchen diese Gruppe von Frauen mit ganz wenig abzuspeisen. Und das halte ich wirklich für einen Skandal. Das hat mit Sozialpolitik und mit sozialer Wärme überhaupt nichts zu tun. Das ist nämlich das Gegenteil: Das ist Zynismus pur diesen Frauen gegenüber! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Abg. Ing. Westenthaler spricht mit einem Mitarbeiter.
Ich würde mir sehr wünschen ... (Abg. Ing. Westenthaler spricht mit einem Mitarbeiter.) – Vielleicht könnten Sie mir zuhören, Herr Ing. Westenthaler, es ist nicht ganz „un-
Abg. Ing. Westenthaler spricht weiterhin mit einem Mitarbeiter.
geschickt“, was ich hier sage! (Abg. Ing. Westenthaler spricht weiterhin mit einem Mitarbeiter.) – Gut, okay, soll nicht sein, macht nichts; man kann es ja nachlesen, wenn es einen wirklich interessiert.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wenn Sie davon reden, dass diese Frauen Nachteile haben, weil sie Kinder erzogen haben, muss ich Ihnen sagen: Leider ja – aber das gehört nicht nur der Vergangenheit an! Sie brauchen die Pensionsreform und die Anrechnung der Kindererziehungszeiten hier nicht so hochzuloben. Schauen Sie sich vielmehr an, wie sehr die Frauen heute noch auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind! Schauen Sie sich an, wie die Wirtschaft sich Frauen gegenüber verhält! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Schauen Sie sich an, wie Sie sich zum Beispiel selber und persönlich, Herr Kollege Scheibner, beim Frauen-Volksbegehren verhalten haben! Da haben Sie deutlich gezeigt, was Sie von den Frauen halten!
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind peinlich!
Ich muss ehrlich sagen: Das ist empörend – und es tut mir Leid, dass auch Frauen diese Anschauung haben! Das verstehe ich, wenn man sagen will, man will einzelnen Personen helfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind peinlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein peinlicher Auftritt ist das, bis zum Gehtnichtmehr!
Nein, peinlich sind Sie! Äußerst peinlich! Und gerne bringe ich das den Frauen zur Kenntnis, was Sie da gesagt haben, denn das ist peinlich, weil das sozialer Zynismus pur ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein peinlicher Auftritt ist das, bis zum Gehtnichtmehr!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Frauen überhaupt nichts gegeben! Jahrzehntelang nicht!
Da bin ich gerne peinlich, im Gegensatz zu Ihnen, denn mir ist es lieber, peinlich zu sein, als zynisch zu sein, und mir ist es lieber, die Menschen zu lieben, als sie zu verachten, Herr Kollege! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Frauen überhaupt nichts gegeben! Jahrzehntelang nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Bei so viel Unsinn fällt es mir schwer, Ihnen zuzuhören! Bei so viel Unsinn, was da verzapft wird!
Sie sagen, die Grundsicherung sei etwas für die soziale Hängematte. Wir sagen, das ist das Mindeste, was wir diesen Menschen zugestehen. Und ich muss Ihnen ehrlich sagen: Wir sollten uns sogar gemeinsam bemühen, über diese Bedarfsorientierung drüberzukommen, um für das Alter zumindest eine Grundsicherung zu haben. Aber darüber kann man mit Ihnen nicht einmal reden, denn Sie sind nicht einmal in der Lage, zuzuhören. Das ist überhaupt das Peinlichste! Ich frage mich, wozu Sie überhaupt hier herinnen sitzen, wenn Sie nicht einmal zuhören können! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Bei so viel Unsinn fällt es mir schwer, Ihnen zuzuhören! Bei so viel Unsinn, was da verzapft wird!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie stehen seit 8 Minuten draußen und haben eigentlich noch nichts gesagt!
kann, dann ist er sowieso fehl am Platz. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie stehen seit 8 Minuten draußen und haben eigentlich noch nichts gesagt!) Aber die Wählerinnen und Wähler haben Ihnen ohnehin gesagt, wo Sie am Platz sind, nämlich nicht da im Haus, sondern in erster Linie woanders. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum Sie 8 Minuten Redezeit haben! Damit Sie nichts sagen in 8 Minuten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum Sie 8 Minuten Redezeit haben! Damit Sie nichts sagen in 8 Minuten!
kann, dann ist er sowieso fehl am Platz. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie stehen seit 8 Minuten draußen und haben eigentlich noch nichts gesagt!) Aber die Wählerinnen und Wähler haben Ihnen ohnehin gesagt, wo Sie am Platz sind, nämlich nicht da im Haus, sondern in erster Linie woanders. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum Sie 8 Minuten Redezeit haben! Damit Sie nichts sagen in 8 Minuten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kein Geld für die Frauen wollen Sie!
Herr Ing. Westenthaler, ich habe Ihnen gesagt, was wir von Ihrem Antrag halten. Ich habe Ihnen gesagt, was das eigentlich sozialpolitisch bedeutet. (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Geld für die Frauen wollen Sie!) Nein! Wir wollen mehr Geld für die Frauen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben sie keines gekriegt!) Wir wollen, dass die Frauen einen gerechten Anteil haben – und nicht, dass die Frauen mit Almosen abgespeist werden, wie Sie es machen, denn das ist zynisch. Das haben sich die Frauen nicht verdient! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben sie keines gekriegt!
Herr Ing. Westenthaler, ich habe Ihnen gesagt, was wir von Ihrem Antrag halten. Ich habe Ihnen gesagt, was das eigentlich sozialpolitisch bedeutet. (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Geld für die Frauen wollen Sie!) Nein! Wir wollen mehr Geld für die Frauen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben sie keines gekriegt!) Wir wollen, dass die Frauen einen gerechten Anteil haben – und nicht, dass die Frauen mit Almosen abgespeist werden, wie Sie es machen, denn das ist zynisch. Das haben sich die Frauen nicht verdient! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Ing. Westenthaler, ich habe Ihnen gesagt, was wir von Ihrem Antrag halten. Ich habe Ihnen gesagt, was das eigentlich sozialpolitisch bedeutet. (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Geld für die Frauen wollen Sie!) Nein! Wir wollen mehr Geld für die Frauen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben sie keines gekriegt!) Wir wollen, dass die Frauen einen gerechten Anteil haben – und nicht, dass die Frauen mit Almosen abgespeist werden, wie Sie es machen, denn das ist zynisch. Das haben sich die Frauen nicht verdient! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden ja im Ausschuss noch Gelegenheit haben, weiter darüber zu sprechen. Ich bin aber froh und dankbar, dass Sie sich heute offenbart haben. Wir können das den Frauen gerne weitersagen. Aber ich nehme an, die haben Sie schon längst nicht mehr gewählt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre ein Ehrentitel für die Frau!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Herr Kollege Westenthaler, ich verweise nur darauf, dass in der XVIII. GP für den Ausdruck „Unsinn“ ein Ordnungsruf erteilt worden ist. Ich verzichte heute noch darauf, aber ich würde Sie bitten, sich in Zukunft ein bisschen zu mäßigen. – Danke. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre ein Ehrentitel für die Frau!)
Abg. Öllinger: Originell! – Abg. Dr. Rada: Keine gute Aussage!
wird und den wir hier auf Erden permanent entleeren können. (Abg. Öllinger: Originell! – Abg. Dr. Rada: Keine gute Aussage!)
Abg. Öllinger: Das waren lauter Wiederholungen, die Sie gemacht haben, Frau Lentsch!
Dass jetzt aber das BZÖ diesen Konsolidierungskurs verlässt, schmerzt mich eigentlich ein wenig, aber so ist es nun einmal. Die einen fordern 800 € Grundsicherung, die anderen fordern 150 € pro Monat für Frauen über 60. Und es ist wirklich kein Ende abzusehen. Aber wir sind hier leider nicht bei „Wünsch Dir was!“, sondern im Nationalrat, und ich kann nur wiederholen, was ich schon bei der Pensionsdebatte gesagt habe: Wünschen kann man sich natürlich sehr viel, geschätzte Damen und Herren (Abg. Öllinger: Das waren lauter Wiederholungen, die Sie gemacht haben, Frau Lentsch!), aber ob das auch – ich verstehe Sie nicht! – finanziert werden kann, das ist hier die Frage.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das waren lauter Wiederholungen, was Sie gesagt haben! – Abg. Lentsch – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Sie machen das auch immer! – Heiterkeit.
So, Herr Öllinger, jetzt können Sie mit mir sprechen, jetzt höre ich Sie. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das waren lauter Wiederholungen, was Sie gesagt haben! – Abg. Lentsch – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Sie machen das auch immer! – Heiterkeit.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein!
Wenn Sie sagen: Es ist eine Verpflichtung!, dann machen Sie das Gesetz auch so, dass es verpflichtend ist. Sie tun genau das Gegenteil: Sie machen ein Almosen daraus! (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) Sie machen eine Kann-Bestimmung: Wenn wir genug Geld haben, dann bekommt ihr das Geld, wenn wir es nicht haben, gute Frauen, dann habt ihr Pech gehabt, dann schaut ihr durch die Finger! (Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben sie es gar nicht gekriegt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben sie es gar nicht gekriegt!
Wenn Sie sagen: Es ist eine Verpflichtung!, dann machen Sie das Gesetz auch so, dass es verpflichtend ist. Sie tun genau das Gegenteil: Sie machen ein Almosen daraus! (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) Sie machen eine Kann-Bestimmung: Wenn wir genug Geld haben, dann bekommt ihr das Geld, wenn wir es nicht haben, gute Frauen, dann habt ihr Pech gehabt, dann schaut ihr durch die Finger! (Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben sie es gar nicht gekriegt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dafür gibt es einen Heizkostenzuschuss!
Ich sage Ihnen: Die Antwort auf dieses Problem – und dieses Problem haben wir; diese Menschen gibt es, und die wissen wirklich nicht, wie sie morgen heizen sollen (Abg. Ing. Westenthaler: Dafür gibt es einen Heizkostenzuschuss!) –, also die Antwort auf dieses Problem kann nur eine Grundpension für alle sein, so wie es ja unser grünes Pensionsmodell vorsieht, und zwar mit einem Rechtsanspruch für jede und jeden in Österreich – aber nicht ein Antrag wie Ihrer, der neues Unrecht schafft, neue Unklarheit im rechtlichen Bereich schafft. Das kann nicht die Lösung für dieses Problem sein, sondern die Lösung kann nur in einer klaren gesetzlichen Regelung bestehen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich sage Ihnen: Die Antwort auf dieses Problem – und dieses Problem haben wir; diese Menschen gibt es, und die wissen wirklich nicht, wie sie morgen heizen sollen (Abg. Ing. Westenthaler: Dafür gibt es einen Heizkostenzuschuss!) –, also die Antwort auf dieses Problem kann nur eine Grundpension für alle sein, so wie es ja unser grünes Pensionsmodell vorsieht, und zwar mit einem Rechtsanspruch für jede und jeden in Österreich – aber nicht ein Antrag wie Ihrer, der neues Unrecht schafft, neue Unklarheit im rechtlichen Bereich schafft. Das kann nicht die Lösung für dieses Problem sein, sondern die Lösung kann nur in einer klaren gesetzlichen Regelung bestehen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Bitte?
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Wollen Sie, Frau Abgeordnete Rosenkranz, nun für eine oder zwei Minuten sprechen – oder sollen wir die Sitzung unterbrechen, und Sie machen Ihre Wortmeldung dann? Was ist Ihnen lieber? (Abg. Rosenkranz: Bitte?)
Zwischenruf des Abg. Donabauer.
zwischen 30 Prozent und 150 Prozent abgedeckt – und das sogar in einem Agrarumweltprogramm. Das halten wir für nicht akzeptabel. (Zwischenruf des Abg. Donabauer.)
Abg. Scheibner: Sie reden 10 Minuten, das ist gegen die Vereinbarung!
Zweitens: Es gibt erstmalig Förderungen für den integrierten Rübenanbau. Das war ein Bereich, der bisher keine Umweltförderungen bekommen hat, keine Gelder aus dem Agrarumweltprogramm bekommen hat. Plötzlich bekommen die Rübenbauern 150 € pro Hektar Förderung. Oder: die bodennahe Gülleausbringung wird plötzlich mit 1 € pro Kubikmeter gefördert. (Abg. Scheibner: Sie reden 10 Minuten, das ist gegen die Vereinbarung!) Kollege Scheibner, das ist nicht zum Schmunzeln und auch nicht zum Lachen, sondern das ist eine höchst brisante Angelegenheit.
Abg. Grillitsch: Du weißt auch, warum!
Kommen wir vielleicht auch noch zum Finanzaspekt. Die Finanzverteilung im Rahmen dieses Programms ist eine, die den Umweltbereich massiv kürzt. Wir haben Kürzungen von bis zu 130 Millionen € im Agrarumweltprogramm. 130 Millionen € weniger als bisher! Im Jahr 2005 wurden 653 Millionen ausgegeben, in Zukunft sind es jährlich maximal 524 Millionen. (Abg. Grillitsch: Du weißt auch, warum!) Kollege Grillitsch, es gibt eine Deckelung mit 80 Prozent (Abg. Grillitsch: Genau!), diese Deckelung wird aber in diesem Programm nicht ausgeschöpft. Es gäbe weitere Maßnahmen, diese Dotation der Umweltförderungen zu verbessern, etwa durch Umschichtung, durch Modulation aus der ersten Säule. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Bis zu 20 Prozent, Herr Kollege Grillitsch. Das haben wir mehrfach angedacht, das haben wir immer wieder eingebracht, das wird derzeit in Deutschland ernsthaft diskutiert.
Abg. Grillitsch: Genau!
Kommen wir vielleicht auch noch zum Finanzaspekt. Die Finanzverteilung im Rahmen dieses Programms ist eine, die den Umweltbereich massiv kürzt. Wir haben Kürzungen von bis zu 130 Millionen € im Agrarumweltprogramm. 130 Millionen € weniger als bisher! Im Jahr 2005 wurden 653 Millionen ausgegeben, in Zukunft sind es jährlich maximal 524 Millionen. (Abg. Grillitsch: Du weißt auch, warum!) Kollege Grillitsch, es gibt eine Deckelung mit 80 Prozent (Abg. Grillitsch: Genau!), diese Deckelung wird aber in diesem Programm nicht ausgeschöpft. Es gäbe weitere Maßnahmen, diese Dotation der Umweltförderungen zu verbessern, etwa durch Umschichtung, durch Modulation aus der ersten Säule. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Bis zu 20 Prozent, Herr Kollege Grillitsch. Das haben wir mehrfach angedacht, das haben wir immer wieder eingebracht, das wird derzeit in Deutschland ernsthaft diskutiert.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Kommen wir vielleicht auch noch zum Finanzaspekt. Die Finanzverteilung im Rahmen dieses Programms ist eine, die den Umweltbereich massiv kürzt. Wir haben Kürzungen von bis zu 130 Millionen € im Agrarumweltprogramm. 130 Millionen € weniger als bisher! Im Jahr 2005 wurden 653 Millionen ausgegeben, in Zukunft sind es jährlich maximal 524 Millionen. (Abg. Grillitsch: Du weißt auch, warum!) Kollege Grillitsch, es gibt eine Deckelung mit 80 Prozent (Abg. Grillitsch: Genau!), diese Deckelung wird aber in diesem Programm nicht ausgeschöpft. Es gäbe weitere Maßnahmen, diese Dotation der Umweltförderungen zu verbessern, etwa durch Umschichtung, durch Modulation aus der ersten Säule. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Bis zu 20 Prozent, Herr Kollege Grillitsch. Das haben wir mehrfach angedacht, das haben wir immer wieder eingebracht, das wird derzeit in Deutschland ernsthaft diskutiert.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sicher nicht! Aus Protest lese ich den Antrag nicht!
Schlussendlich möchte ich noch festhalten: Natürlich haben wir im Rahmen der begleitenden Veranstaltungen intensiv mitgearbeitet, wir haben unsere Themen eingebracht, aber letztendlich braucht es auch die gesetzliche Normierung. Daher ersuche ich Sie: Unterstützen Sie unseren Fristsetzungsantrag, damit im Landwirtschaftsausschuss endlich ein echtes Rahmengesetz beschlossen werden kann! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sicher nicht! Aus Protest lese ich den Antrag nicht!)
Abg. Grillitsch: Aber Gaßner kommt vor Grillitsch!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Frau Präsidentin! Ich habe noch die erste Rednerliste vor Augen gehabt, und darauf stand der Name Grillitsch vor meinem. (Abg. Grillitsch: Aber Gaßner kommt vor Grillitsch!) Gut, ich werde Sie beim Wort nehmen, Herr Kollege Grillitsch, dass Gaßner immer vor Grillitsch kommt. (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Frau Präsidentin! Ich habe noch die erste Rednerliste vor Augen gehabt, und darauf stand der Name Grillitsch vor meinem. (Abg. Grillitsch: Aber Gaßner kommt vor Grillitsch!) Gut, ich werde Sie beim Wort nehmen, Herr Kollege Grillitsch, dass Gaßner immer vor Grillitsch kommt. (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Also auch europäische Institutionen erkennen, dass dieser Weg, den die ÖVP eingeschlagen hat, nicht der richtige ist. Aber wir haben ja dann, wenn dieser Grüne Pakt zurückkommt, noch die Möglichkeit, zu überlegen, wie wir die Mittel verteilen können. Daher sehen wir uns heute – auch gerade aus dem Grund, dass die Bauern nächstes Jahr nicht ohne Fördermittel dastehen – außerstande, dieser Fristsetzung zuzustimmen, sind aber sehr gespannt, wie sich die ÖVP in Zukunft verhalten wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin sehr froh darüber, dass nun einigermaßen Sicherheit in diese Diskussion gekommen ist, auch politische Sicherheit, als Rahmenbedingung für die Bäuerinnen und Bauern, gerade was diesen ländlichen Raum betrifft, denn wenn ich mich zurückerinnere an die Diskussionen des letzten Jahres, der letzten eineinhalb Jahre zu diesem ländlichen Raum, in denen die Rede von Kürzungen von 50 Prozent und mehr war, dann muss ich sagen: Das ist eigentlich ein großer Erfolg, was Josef Pröll und Wolfgang Schüssel in Brüssel gelungen ist, dass sie nämlich nicht nur gleich viele, sondern wesentlich mehr Mittel für Österreich herausverhandeln konnten! – Ein großartiger Erfolg von Josef Pröll, Wolfgang Schüssel und seinem Team! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Lassen wir die Kirche im Dorf, Herr Kollege Pirklhuber! Es ist ein gutes Programm, das auf Schiene ist, das in Brüssel liegt, das in Brüssel anerkannt werden muss, und wir hoffen, dass es möglichst rasch nach Österreich zurückkommt. Beschäftigen wir uns im Frühjahr auch mit einem Marktordnungsgesetz, wo es einige Dinge zu reparieren gibt! Diese Aufgabe haben wir hier im Parlament zu tun, aber der hier vorliegende Antrag ist in Wahrheit ein scheinheiliger Antrag. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Freund.
Die Papiere wurden bereits nach Brüssel geliefert. – Das mag schon sein, aber offiziell eingereicht wurden sie bis dato noch nicht. Auf Beamtenebene passieren laufende Veränderungen ständig. Dass die Beamten darüber diskutieren, ist auch richtig, aber dass das Projekt schon so auf Schiene ist, dass es keinerlei Bearbeitungsmöglichkeiten mehr gibt, stimmt einfach nicht. (Zwischenruf des Abg. Freund.) Ja, es tut mir Leid, es stimmt nicht!
Beifall bei den Grünen.
Wichtig ist, dass die Ziele abgesichert werden, dass das, was in diesem Programm drinnen steht, auch wirklich eine Rechtsverbindlichkeit bekommt. Momentan ist das nicht der Fall. Momentan ist es so, dass es ein wunderschönes Programm ist, eine so genannte Sonderrichtlinie, die man im Streitfall maximal zivilgerichtlich einklagen könnte. Es hätten sich die Bauern und Bäuerinnen verdient, dass sie eine rechtliche Grundlage haben. Das würde nur durch ein Rahmengesetz geschehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es wird diese Frauenquote von EU-Seite wesentlich gefordert. Die Umsetzung bedeutet aber auch, dass wir dringend im ländlichen Bereich an der Kinderbetreuung arbeiten müssen und auch daran, welches Rollenbild gerade in der Agrarpolitik verfestigt ist. Es kann nicht sein, dass diese tradierten Geschlechtsbilder nicht in Frage gestellt werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
ganz im Gegenteil, ein Rahmengesetz für die Umsetzung wäre dringend notwendig. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Der Landwirt soll aber nach meinem Verständnis im Bereich der Agrarförderungen nicht als Bittsteller angesehen werden. Die Förderungen stellen nämlich einen wesentlichen Einkommensbestandteil der Landwirtschaft dar, deshalb muss dem Landwirt auch die Rechtsdurchsetzung erheblich erleichtert werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das zeigen die Wahlergebnisse, gell?
Und den Herren der ÖVP möchte ich mitteilen: Tun Sie doch nicht so, als ob Sie sich weiß Gott wie für die Landwirtschaft einsetzen! Sie haben sich in Wirklichkeit von den Landwirten schon lange entfernt! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das zeigen die Wahlergebnisse, gell?)
Abg. Dr. Van der Bellen: Was heißt „mehr als“? – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Blödsinn!
alles in Ordnung, nur ... (Abg. Dr. Van der Bellen: Was heißt „mehr als“? – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Blödsinn!) – Nein, das ist kein Blödsinn! Ich rede überhaupt keinen Blödsinn hier, darauf möchte ich Sie schon aufmerksam machen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
alles in Ordnung, nur ... (Abg. Dr. Van der Bellen: Was heißt „mehr als“? – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Blödsinn!) – Nein, das ist kein Blödsinn! Ich rede überhaupt keinen Blödsinn hier, darauf möchte ich Sie schon aufmerksam machen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!
Jetzt gebe ich Ihnen schon zu, dass das im Präsidialprotokoll unscharf formuliert ist. Es gibt deshalb auch das Ersuchen um Korrektur. Ich möchte jetzt gar nicht so weit gehen, zu sagen, dass da irgendeine Absicht dahinter steht, dass Herr Pirklhuber irgendwie Einfluss genommen hat auf das Präsidialprotokoll. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!) Nein, das glaube ich natürlich nicht. Aber wenn Sie sich erkundigt hätten, dann hätten Sie sicherlich gewusst, dass man selbstverständlich in der Präsidiale gesagt hat, für beide Tage keine Sonderaktionen, sonst wäre ja der Sozialausschuss nicht so dringlich gewesen, und da hätten wir eben diese Zeit nicht gehabt.
Abg. Dr. Pirklhuber: Tatsächliche Berichtigung!
Uns wäre auch einiges eingefallen, Herr Kollege Pirklhuber, was hier auch dringlich zu behandeln gewesen wäre, Fristsetzungsdebatten, alles Mögliche. Nein, wir haben zu Ihren Gunsten verzichtet, und deshalb ärgert es mich, dass Sie dann da herauskommen und gegen diese Vereinbarungen diese Debatte hier entfachen, die volle Redezeit ausschöpfen und sich jetzt wieder aufregen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Tatsächliche Berichtigung!) Sie können sich jetzt nicht mehr zu Wort melden – lesen Sie in der Geschäftsordnung nach!
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Sburny: Das war nicht vereinbart!
Ich sage Ihnen nur: Wenn das Ihre Art und Weise ist, Vereinbarungen in der Präsidiale umzusetzen, dann war das die erste und letzte Vereinbarung, die wir mit Ihnen in diesem Gremium geschlossen haben. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Sburny: Das war nicht vereinbart!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Zur Geschäftsordnung!
Herr Abgeordneter Pirklhuber und Herr Klubobmann Van der Bellen: Ich mache nur darauf aufmerksam, wie beim Kollegen Westenthaler, auch das Wort „Blödsinn“ war in der XVIII. GP ordnungsrufwürdig. Ich bitte auch Sie, sich zu mäßigen. Ich erteile heute noch keine Ordnungsrufe, aber bitte, das ein bisschen im Hinterkopf zu behalten, was den Stil der Auseinandersetzung kurz vor Weihnachten betrifft. (Abg. Dr. Van der Bellen: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Scheibner: Das geht nicht! Man muss einen Antrag stellen! Das geht nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht aber wirklich nicht, dass man sich jetzt aus der Bank meldet zur Geschäftsordnung als Replik auf einen Redebeitrag!
in dieser Debatte nicht melden kann. Deswegen gehe ich geschäftsordnungsmäßig auf die Aussage von Herrn Scheibner ein, der ja ... (Abg. Scheibner: Das geht nicht! Man muss einen Antrag stellen! Das geht nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht aber wirklich nicht, dass man sich jetzt aus der Bank meldet zur Geschäftsordnung als Replik auf einen Redebeitrag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da hat er einen Antrag zu stellen!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Ich bitte um Ruhe! Eine Wortmeldung zur Geschäftsordnung ist immer möglich, sofern ein Antrag gestellt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat er einen Antrag zu stellen!) Das wurde aber in der Vergangenheit nicht so gehandhabt. Eine Runde zur Geschäftsordnung wurde immer zugelassen. Sie können sich gerne auch zur Geschäftsordnung zu Wort melden. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht als Antwort auf einen Redner! Der kann doch nicht aus der Bank auf einen Redner antworten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht als Antwort auf einen Redner! Der kann doch nicht aus der Bank auf einen Redner antworten!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Ich bitte um Ruhe! Eine Wortmeldung zur Geschäftsordnung ist immer möglich, sofern ein Antrag gestellt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat er einen Antrag zu stellen!) Das wurde aber in der Vergangenheit nicht so gehandhabt. Eine Runde zur Geschäftsordnung wurde immer zugelassen. Sie können sich gerne auch zur Geschäftsordnung zu Wort melden. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht als Antwort auf einen Redner! Der kann doch nicht aus der Bank auf einen Redner antworten!)
Abg. Dr. Graf: Wo ist der Antrag?
Tatsache ist, dass für heute Donnerstag keinerlei derartige Vereinbarung in der Präsidiale getroffen wurde. (Abg. Dr. Graf: Wo ist der Antrag?) Und gelten tut für mich zumindest, Herr Scheibner, das, was im Präsidialprotokoll vorgesehen ist.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Antrag!
Und einmalig ist wirklich, während laufender Sitzung um 14 Uhr eine Veränderung des Präsidialprotokolls zu beantragen, wie das Herr Klubobmann Molterer gemacht hat. Das ist wirklich einmalig! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Antrag!)
Beifall beim BZÖ.
Herr Van der Bellen, Sie waren vorher bei mir und haben gesagt, es war richtig, dass es eine Präsidiale gegeben hat, wo wir auch für den ersten Tag – selbstverständlich – eine diesbezügliche Vereinbarung getroffen haben. Dass Sie das jetzt plötzlich anders sehen, verwundert mich, aber es zeigt auch einen gewissen nicht vorhandenen Respekt vor Präsidialsitzungen und der Geschäftsordnung. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn man weiterhin generell so agiert, dass „speed kills“, obwohl das ja anders werden soll, hier in diesem Hohen Haus Einzug hält und man entgegen der Geschäftsordnung permanent sozusagen Vorgaben in der Präsidiale definiert, dann werden wir auch unseren Protest erheben, und das werden wir nicht nur heute tun, sondern auch morgen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, im Jänner aber nicht, aber wirklich nicht! – Abg. Mag. Molterer: Jetzt melde ich mich auch!
Ich mache den Vorschlag, nachdem das in der Präsidiale eine sehr schwierige Plenarvorbereitung war, dass wir das noch nachbesprechen, selbstverständlich dann im Jänner. Und ich gehe davon aus, dass ... (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, im Jänner aber nicht, aber wirklich nicht! – Abg. Mag. Molterer: Jetzt melde ich mich auch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, genau, jetzt!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin, Sie haben das Jahr nicht dazu gesagt. Wenn wir ein Problem haben, dann werden wir das heute klären. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, genau, jetzt!) Und ich sage Ihnen: Es war so, und zwar in der vorigen Präsidiale und in jener dieser Woche, dass wir das für beide Tage vereinbart haben, so wie es Herr Kollege Van der Bellen mir auch bestätigt hat. Ich lege daher Wert darauf, dass es jetzt oder im Anschluss eine kurze Runde der Klubobmänner gibt, dass wir bestätigen, was wir ausgemacht haben.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Ich bedauere nur, dass diese Vorgangsweise notwendig ist. Für mich war es bisher immer so: Das, was wir ausgemacht haben, hat gehalten. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Rufe bei der ÖVP und beim BZÖ: Nein! Nein!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Herr Kollege Cap, habe ich das richtig verstanden, dass Sie das auch unterstützen, dass man eine kurze Sitzungsunterbrechung macht (Rufe bei der ÖVP und beim BZÖ: Nein! Nein!) und eine Runde der Klubobleute – oder danach eine Präsidiale? (Abg. Dr. Cap: Zwischendurch!) – Könnten Sie das noch einmal wiederholen, was der Vorschlag war? (Unruhe im Saal.) Ich bitte um Ruhe, sonst kann ich da heroben nichts verstehen. Danke!
Abg. Dr. Cap: Zwischendurch!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Herr Kollege Cap, habe ich das richtig verstanden, dass Sie das auch unterstützen, dass man eine kurze Sitzungsunterbrechung macht (Rufe bei der ÖVP und beim BZÖ: Nein! Nein!) und eine Runde der Klubobleute – oder danach eine Präsidiale? (Abg. Dr. Cap: Zwischendurch!) – Könnten Sie das noch einmal wiederholen, was der Vorschlag war? (Unruhe im Saal.) Ich bitte um Ruhe, sonst kann ich da heroben nichts verstehen. Danke!
Heiterkeit.
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Gut, das ist ein Vorschlag. Ich schaue jetzt einmal kurz in die Gesichter der Klubobleute. (Heiterkeit.) – Findet das Einvernehmen? Setzen Sie sich halt zusammen und teilen Sie mir das mit!
Abg. Dr. Graf: Da ist es so laut, da hört man überhaupt nichts!
Insofern ist das Anliegen, das in diesem Antrag vorgelegt wird, natürlich überaus berechtigt, und es war seit jeher ein familienpolitisches ceterum censeo der FPÖ – und das hat sich offenbar auch trotz allem weiter vererbt –, dass hier eine Lösung gesucht und geschaffen werden muss. Was die konkrete Ausführung allerdings betrifft, kann man skeptisch sein. (Abg. Dr. Graf: Da ist es so laut, da hört man überhaupt nichts!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (fortsetzend): Ich möchte dem Anliegen, dass auch Mütter und vor allem Mütter eine Pension haben müssen, wenn der Gerechtigkeit nur einigermaßen Genüge getan werden soll – das wäre schon gut –, Gehör verschaffen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Neugebauer.
Folgendes muss ich am Schluss schon noch hinzufügen. Frau Ministerin, ich habe es, als ich Sie noch beraten konnte, immer wieder ausführlich dargelegt: Sehr wohl hat die Pensionsreform mit der Durchrechnung auf Lebensarbeitszeit genau die Mütter absolut benachteiligt. Die Erhöhung bei den Kinderanrechnungszeiten war damals nicht annähernd eine Kompensation dieser Einschränkung. Auch da werden wir in naher Zukunft etwas tun müssen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Neugebauer.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, dass genau in diesem Sinne die Familienpolitik, aber auch die Frauenpolitik – man darf das nicht immer vermischen, man muss die Dinge auch hier voneinander trennen können – in Zukunft konstruktiv verhandelt werden soll. Ich nehme an, dass das auch im Ausschuss, diesen Antrag inkludierend, passieren wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Ich frage: Wo war in der Vergangenheit der gerechte Anteil für Frauen, die die Familienarbeit geleistet haben, die Kinder erzogen haben, die Ältere gepflegt haben? – Wir vom BZÖ haben in dieser Regierung diese Rechte für die Frauen durchgesetzt, nicht nur bei der Erhöhung der Kindererziehungszeiten, sondern auch bei der Erhöhung und Verdoppelung der Beitragsgrundlage (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Eines erscheint mir schon noch sehr wichtig: In Zukunft brauchen Frauen nur noch sieben Jahre Erwerbsarbeit, um eine Pension zu bekommen, denn die restliche Zeit kann für Familienleistungen angerechnet werden. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Das sind Taten und nicht nur Reden über die Rechte der Frauen, sondern hier wird gehandelt!
Abg. Heinisch-Hosek: Almosen!
gangenen Regierung sehr richtig für die Frauen der so genannten Aufbaugeneration gehandelt, denn es hat 60 Jahre lang gedauert, bis da erstmals eine Leistung des Staates erfolgte. (Abg. Heinisch-Hosek: Almosen!)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich lade Sie herzlich ein: Schaffen Sie Gerechtigkeit und helfen Sie ein bisschen mit, das zu reparieren, was Sie vernachlässigt haben! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn wir uns die Sanierungsgebiete anschauen, so ist die Liste lang – lang und zahlreich in Österreich. Meine Damen und Herren, ich sage Ihnen, wir wollen keine Städte, wir wollen keine Regionen in Österreich, in denen Kinder krank werden allein dadurch, dass sie dort atmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das alles muss selbstverständlich und ein absolutes Muss werden, um diesbezüglich Fortschritte zu erzielen. Und diese Strategie, meine Damen und Herren, spart Energie, schützt die Umwelt, tut der Gesundheit gut und schafft Arbeitsplätze. Moderne Umweltpolitik leistet beides: Sie schützt die Menschen und die Umwelt und schafft Arbeitsplätze. Und genau darum muss es gehen, genau so muss Umweltpolitik angelegt werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Bei mir in Wien ...!
Das Nichthandeln von Minister Pröll hatte zur Folge, dass sich die Feinstaubelastung enorm erhöht hat. Schauen Sie sich die Daten an! In jedem der Bundesländer, wie Sie hier sitzen, gibt es Regionen, wo die Werte sozusagen explodieren. Auch bei Ihnen, Herr Scheibner! (Abg. Scheibner: Bei mir in Wien ...!)
Beifall bei den Grünen.
Wir wollen ein Immissionsschutzgesetz, das die Gesundheit der Menschen sichert, die Umwelt schützt und auch reale Arbeitsplätze schafft. Und genau mit dieser Novelle wird das auch gelingen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe Ihnen ein Beispiel gebracht, was nach diesem Gesetz nicht erlaubt wäre, obwohl wir das alle wollen. Schauen wir uns das im Ausschuss genau an, schauen wir gemeinsam, dass wir ein gutes Gesetz zusammenbringen und wie wir das IG-L verbessern können, damit wir die Luftsituation in Österreich verbessern und all die Ziele, Gesundheit et cetera auch erfüllen können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Ebene auch künftig gleiche Bedingungen vorfindet. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Das stimmt nicht, und das wissen Sie genau! – Ruf bei der ÖVP: Stimmt genau!
Sicher ist das Inntal kein Himmel auf Erden. Noch schöner wäre es natürlich ohne Verkehrslärm und ohne Feinstaub in der Luft. Das sind Probleme, denen wir uns stellen müssen und wollen. Wer aber, wie die Grünen, meint, der Umwelt einen Gefallen zu tun, indem er der Wirtschaft ihre Entwicklungsmöglichkeit nimmt, hat noch nicht gelernt, in größeren Zusammenhängen und ein bisschen weiter in die Zukunft zu denken. Dieser grüne Vorschlag bewirkt vor allem eines: eine Arbeitsplatzvernichtung im großen Stil. Wenn diese grüne Ideen umgesetzt werden, dann gehen eben viele Arbeitslose auf der grünen Wiese spazieren. Wollen wir das? (Abg. Dr. Lichtenecker: Das stimmt nicht, und das wissen Sie genau! – Ruf bei der ÖVP: Stimmt genau!) – Ich glaube, Sie haben den Überblick nicht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sicher ist das Inntal kein Himmel auf Erden. Noch schöner wäre es natürlich ohne Verkehrslärm und ohne Feinstaub in der Luft. Das sind Probleme, denen wir uns stellen müssen und wollen. Wer aber, wie die Grünen, meint, der Umwelt einen Gefallen zu tun, indem er der Wirtschaft ihre Entwicklungsmöglichkeit nimmt, hat noch nicht gelernt, in größeren Zusammenhängen und ein bisschen weiter in die Zukunft zu denken. Dieser grüne Vorschlag bewirkt vor allem eines: eine Arbeitsplatzvernichtung im großen Stil. Wenn diese grüne Ideen umgesetzt werden, dann gehen eben viele Arbeitslose auf der grünen Wiese spazieren. Wollen wir das? (Abg. Dr. Lichtenecker: Das stimmt nicht, und das wissen Sie genau! – Ruf bei der ÖVP: Stimmt genau!) – Ich glaube, Sie haben den Überblick nicht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Das stimmt auch nicht!
Es ist natürlich auch verräterisch, und Sie wissen das auch besser, dass die Grünen mit dem Stopp für Betriebsanlagengenehmigungen nur auf die Betriebe losgehen. (Abg. Dr. Lichtenecker: Das stimmt auch nicht!) Sie könnten ja auch fordern, dass die Wohnungsheizung nur dann aufgedreht werden darf, dass Privatautos nur dann fahren dürfen, wenn die Grenzwerte unterschritten sind. Das würde wahrscheinlich mehr bringen als der Stopp von Betriebsanlagengenehmigungen, aber da haben Sie zu Recht Angst vor dem Zorn der Leute. Sie nehmen die gewerbliche Wirtschaft in Geiselhaft der übrigen Verursacher, solange es nur gegen Ihre altes Feindbild, nämlich die Wirtschaft geht.
Abg. Dr. Lichtenecker: Wer will die Firmen vertreiben?
Liebe Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, bitte beantworten Sie mir eine Frage: Glauben Sie, dass es den Menschen in schadstoffgeplagten Regionen wirklich hilft, wenn die Firmen vertrieben werden, wenn tausende Arbeitsplätze vernichtet werden? (Abg. Dr. Lichtenecker: Wer will die Firmen vertreiben?) Gehen wir die Sache doch von der anderen Seite her an: Unterstützen wir unsere Unternehmen, wenn es um moderne Technologie geht, um Technologien, die auch zu Reduktion von Schadstoffen führen können, aber lassen wir sie wirtschaften und lassen wir den Menschen ihre Arbeit, ihre Perspektive und damit auch ihre Lebensgrundlage und den Wohlstand.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenecker: Das stimmt auch nicht!
Wir wollen auch die Umwelt schützen, aber mit der Wirtschaft, denn die Wirtschaft sind wir alle. – Sie hingegen gehen mit Ihrer wirtschaftsfeindlichen Politik letztlich mit der Brechstange gegen den Wirtschaftsstandort und damit gegen die Menschen vor. Ich halte fest: Für diesen Antrag gibt es keine europarechtlichen Notwendigkeiten, und das geltende Recht ist im Widerspruch zu Ihrer Behauptung streng genug, um weitere Belastungen hintanzuhalten. Mit Ihrem Antrag, sollte er Gesetz werden, ist der Verlust von hunderten Arbeitsplätzen zu erwarten und daher lehnen wir diesen Ihren Antrag ab. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenecker: Das stimmt auch nicht!)
Beifall bei der FPÖ.
Immissionsschutzgesetz – das ist ein bisschen ein Hexameter – Immissionsschutzgesetz Luft – da reimt sich darauf Duft, Gruft und Schuft. Am Duft merkt man, wenn die Immission zu stark wird und wenn etwas nicht stimmt. In die Gruft kommt der oder kommen die, die dem zu lange ausgesetzt sind. Ein Schuft ist der, der damit sowohl den Autofahrer, und zwar den PKW-Fahrer ununterbrochen belastet und ihn zum Schuldigen macht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ein Schuft ist auch der, der dadurch unsere Wirtschaft und unsere Wirtschaftsentwicklung hemmt, während überall dort, wo tatsächlich Umweltverschmutzung in größtem Ausmaße auch in Richtung Luft betrieben wird, auf internationaler Ebene gar nichts geschieht. Solange man den für die gesamte Welt so ungeheuer wichtigen Urwald im Amazonasgebiet abholzt und damit maßlosen Schaden für die ganze Welt bringt, solange hier nicht international eingegriffen werden kann, können wir durch die Herabsetzung und Herabminderung der Geschwindigkeit auf einem um hunderte Millionen Schilling ausgebauten Autobahnstück in Oberösterreich nichts bewirken, abgesehen davon, dass wir damit sowieso nichts bewirken. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Also: Gehen wir es an! Schauen wir uns die Vorschläge der Novelle des Immissionsschutzgesetzes, IG-L-Novelle 2006 an. Wir werden darüber diskutieren und werden Fachleute zu Wort kommen lassen, doch schießen wir nicht übers Ziel auf Kosten unserer Autofahrer und auf Kosten unserer Wirtschaft! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Sehr gut!
Nun aber zu Ihrem Antrag. Generell stellt die im November 2005 beschlossene Gesetzesnovelle meiner Ansicht nach ein sehr gutes Regelwerk dar. Trotzdem bin ich nicht der Meinung, dass alle darin vorhandenen Regelungen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag Gültigkeit haben müssen. Im Gegenteil! (Abg. Dr. Lichtenecker: Sehr gut!) Analog zu neuen Erkenntnissen wird es immer wieder Neuanpassungen brauchen.
Abg. Dr. Lichtenecker: Das freut mich!
Unter Punkt 2 Ihres Antrages verlangen Sie vordergründig nur den Austausch der Termini „anstreben“ und „einzuhalten“. Was das aber wirklich bedeutet, nämlich eine eklatante Verschärfung für Anlagegenehmigungen, das berücksichtigen Sie nicht. Damit in Verbindung stünde eine schwere Bedrohung des Wirtschaftsstandortes Österreich. Trotzdem dürfen die Anliegen des Gesundheitsschutzes keinesfalls übersehen werden, da bin ich ganz bei Ihnen, meine Damen und Herren der Grünen. (Abg. Dr. Lichtenecker: Das freut mich!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Lichtenecker: Schön und fehlerfrei gelesen!
In Form der Einhaltung der EU-Richtlinien und genauer Bewertung der jeweiligen Situation muss es einfach möglich sein, die Bevölkerung vor gesundheitsschädlichen Immissionen zu schützen. Trotzdem dürfen wir aber nicht ein Land ohne Wirtschaftsstandorte werden. Das IG-L soll der Gesundheit der Menschen dienen, es darf ihnen aber auch nicht die Möglichkeit der Erwerbstätigkeit nehmen. – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Lichtenecker: Schön und fehlerfrei gelesen!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine geschätzten Damen und Herren! Maßnahmen in den zentralen Ansatzpunkten wie Energie und Verkehr, Klimaschutzmaßnahmen im Inland statt Ablasshandel und Freikauf von Verpflichtungen im Ausland und ein ernsthafter Ausbau des nationalen Klimaschutzplans sind daher für die nächsten Jahre ein Gebot der Stunde. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was wir brauchen, ist ein Verkehrsminister, der die Interessen von Umweltschutz und Autofahrern wirklich in Einklang bringt, und nicht eine Politik, die sich darin definiert, Autofahrer zu einem ideologischen Feindbild zu erklären. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Sind Sie ARBÖ oder ÖAMTC?
Wir von der FPÖ machen das gerne. Wir übernehmen hier im Hohen Haus gern die Rolle eines Autofahrer- und Motorradfahrerklubs und wollen das auch ohne Wenn und Aber wahrnehmen. (Abg. Dr. Lichtenecker: Sind Sie ARBÖ oder ÖAMTC?) – Weder noch, sondern es geht darum, abseits von irgendeinem politisch gefärbten Klub die Interessen der Autofahrer wahrzunehmen, weil es hier niemand tut und weil viele in die Falle Ihrer Politik gegangen sind: die SPÖ aus Angst davor, dass sie ein paar grün Angehauchte verliert, die ÖVP aus weiß Gott was für unerfindlichen Gründen. Mobilität ist ein Grundrecht der Bevölkerung, nämlich von der Heimstätte zum Arbeitsplatz zu kommen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.
Wir von der FPÖ machen das gerne. Wir übernehmen hier im Hohen Haus gern die Rolle eines Autofahrer- und Motorradfahrerklubs und wollen das auch ohne Wenn und Aber wahrnehmen. (Abg. Dr. Lichtenecker: Sind Sie ARBÖ oder ÖAMTC?) – Weder noch, sondern es geht darum, abseits von irgendeinem politisch gefärbten Klub die Interessen der Autofahrer wahrzunehmen, weil es hier niemand tut und weil viele in die Falle Ihrer Politik gegangen sind: die SPÖ aus Angst davor, dass sie ein paar grün Angehauchte verliert, die ÖVP aus weiß Gott was für unerfindlichen Gründen. Mobilität ist ein Grundrecht der Bevölkerung, nämlich von der Heimstätte zum Arbeitsplatz zu kommen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Beifall bei der FPÖ
Frau Lichtenecker, es ist kein Verbrechen, mit dem Pkw zu fahren (Beifall bei der FPÖ), genauso wenig, wie es ein Verbrechen sein kann, mit der Familie am Wochenende einen Ausflug zu machen oder mit dem Auto auf Urlaub zu fahren! Und wenn ich das mit dem Auto mache, ist das nicht ein Akt, den ich vorsätzlich zur Schädigung unserer Luft begehe, sondern ich nutze einfach mein Grundrecht auf Mobilität. (Abg. Sburny: Nur für Autofahrer? Oder für andere auch noch?) Und das soll nicht blockiert werden, nicht gehemmt und reduziert werden durch Beschränkungen im Verkehrsrecht, was in weiterer Folge ja kein anderes Ziel hat, als dass die Luft noch mehr verschmutzt wird, als es jetzt schon der Fall ist.
Abg. Sburny: Nur für Autofahrer? Oder für andere auch noch?
Frau Lichtenecker, es ist kein Verbrechen, mit dem Pkw zu fahren (Beifall bei der FPÖ), genauso wenig, wie es ein Verbrechen sein kann, mit der Familie am Wochenende einen Ausflug zu machen oder mit dem Auto auf Urlaub zu fahren! Und wenn ich das mit dem Auto mache, ist das nicht ein Akt, den ich vorsätzlich zur Schädigung unserer Luft begehe, sondern ich nutze einfach mein Grundrecht auf Mobilität. (Abg. Sburny: Nur für Autofahrer? Oder für andere auch noch?) Und das soll nicht blockiert werden, nicht gehemmt und reduziert werden durch Beschränkungen im Verkehrsrecht, was in weiterer Folge ja kein anderes Ziel hat, als dass die Luft noch mehr verschmutzt wird, als es jetzt schon der Fall ist.
Zwischenrufe der Abg. Dr. Lichtenecker.
Das ist der falsche Weg, den lehnen wir ab. (Zwischenrufe der Abg. Dr. Lichtenecker.) Denken Sie nach über die 234 000 Tonnen Kohlendioxid mit Ihrem Fahren mit Licht am Tag, und denken Sie darüber nach, wie viele tote Motorradfahrer dieses Jahr zusätzlich zu verzeichnen gewesen sind! – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist der falsche Weg, den lehnen wir ab. (Zwischenrufe der Abg. Dr. Lichtenecker.) Denken Sie nach über die 234 000 Tonnen Kohlendioxid mit Ihrem Fahren mit Licht am Tag, und denken Sie darüber nach, wie viele tote Motorradfahrer dieses Jahr zusätzlich zu verzeichnen gewesen sind! – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Vilimsky: ADAC!
Zum Zweiten möchte ich sagen, dass wir natürlich immer abzuwägen haben zwischen Sicherheit und Umwelt. Zu „Licht am Tag“ gab es eine Enquete, eine lange vorbereitete Besprechung, eine lange vorbereitete Sitzung, ob Licht am Tag Sinn macht, wohl wissend, dass natürlich, wenn mehr Energie verbraucht wird, auch etwas mehr Kraftstoff verbraucht wird. Das ist gar keine Frage. – Wobei aber die 0,2 Liter pro 100 Kilometer wieder aus dem Ärmel geschüttelt sind, denn es gibt Autos, die brauchen mehr, andere brauchen weniger, die einen haben größere, die anderen kleinere Motoren. Ich weiß nicht, woher Sie die 234 000 Tonnen haben. (Abg. Vilimsky: ADAC!) Das sind halt alles Rechenwerte „made by FPÖ“.
Beifall bei der SPÖ.
Es war eine strittige Frage, das gebe ich zu, aber man muss eben prüfen, ob manche Dinge der Verkehrssicherheit dienen, ob es dadurch weniger Tote, weniger Verletzte, weniger Leid gibt, ob sie geringere Folgekosten im Straßenverkehr nach sich ziehen oder nicht. Und dann – in einem Jahr, denn ein Jahr läuft die Aktion ja schon – werden wir sehen, ob das Sinn macht oder nicht. Dann sind Sie natürlich herzlich eingeladen, auch an dieser Diskussion wieder mitzuarbeiten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! – Ganz besonders begrüße ich den Abgeordneten Pilz, der uns schon des Längeren durch seine Anwesenheit hier beehrt hat. (Heiterkeit.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Das heißt, die Angst – das sei für allfällige Nachredner gleich einmal mitgeschickt, da braucht man dann keine Zeit mehr darauf zu verschwenden –, dass es da weiß ich wie viele gleichzeitige Ausschüsse gibt, ist unnötig, denn das würde hier auch per Gesetz, dann aber per Geschäftsordnungsgesetz des Nationalrates verhindert, und es würde ganz gleich funktionieren wie die entsprechenden Instrumente und Institute für den Rechnungshof. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Es bemühen sich also alle, und am Schluss werden wir draufkommen, dass wir schon viel früher diese Verfassungsänderung hätten machen sollen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Oder doch die andere?
Wir müssen uns – das darf ich hier anhängen, obwohl es zu diesem Antrag unmittelbar nicht passt – schon auch Gedanken machen, sollte es dann die eine oder andere Regierung wirklich geben – in dem Fall ist uns lieber die eine, Frau Abgeordnete Fekter (Abg. Dr. Fekter: Oder doch die andere?) –, wie die Fragestunden ablaufen. Will man es weiter so, wie es in der Vergangenheit war, dass da zwar ein engagiertes Befragen war, aber nicht immer ein sehr engagiertes Antworten? Das ist ein Punkt, den man sich wirklich anschauen sollte und wo man überlegen sollte, ob man wirklich dabei bleiben will. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Wir müssen uns – das darf ich hier anhängen, obwohl es zu diesem Antrag unmittelbar nicht passt – schon auch Gedanken machen, sollte es dann die eine oder andere Regierung wirklich geben – in dem Fall ist uns lieber die eine, Frau Abgeordnete Fekter (Abg. Dr. Fekter: Oder doch die andere?) –, wie die Fragestunden ablaufen. Will man es weiter so, wie es in der Vergangenheit war, dass da zwar ein engagiertes Befragen war, aber nicht immer ein sehr engagiertes Antworten? Das ist ein Punkt, den man sich wirklich anschauen sollte und wo man überlegen sollte, ob man wirklich dabei bleiben will. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Wir hatten auch gerade Debatten, was die Einhaltung der 24-Stunden-Frist betrifft. Bei all diesen Dingen muss man sich – sollte es diese geplante Regierung geben – bemühen, was dann den Umgang mit den Oppositionsfraktionen betrifft, dass sie rechtzeitig ausgiebig Zeit haben, ihre Kritik einzubringen, damit wir uns mit dieser Kritik auseinander setzen können. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Wir sind es! Wir kennen euch schon zu lange!
Wenn Sie es geschickt machen und eine gute Idee haben oder eine gute Initiative starten wollen, dann bringen Sie sie nicht nur für das Publikum und für die Galerie ein, sondern rechtzeitig. Ich schaue jetzt die Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP an: Vielleicht können wir das, sollte es zu dieser Regierung kommen, dann einfließen lassen. Wenn gute Ideen von diesen drei Oppositionsparteien kommen, kann man sie einfließen lassen. (Abg. Scheibner: Wir sind es! Wir kennen euch schon zu lange!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ich weiß, es müssen sich so manche von Ihnen etwas umstellen und umgewöhnen. Das war jetzt so ein bisschen eine Art absolute Regierungsmehrheit, die Sie da gerade gehabt haben. Dem hat der Wähler am 1. Oktober ein Ende bereitet. Jetzt heißt es umdenken; jetzt heißt es sich umgewöhnen; jetzt heißt es mehr Demokratie wagen, wie Willy Brandt gesagt hat. – Das ist, denke ich, eine Parole, zu der wir uns hier wirklich vollinhaltlich bekennen wollen und bekennen können. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Cap. – Ruf bei der SPÖ: Das ist aber neu!
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werter Herr Kollege Cap! Mir gefällt es nicht, wenn Sie dieses „Spiel“ hier im Hohen Haus erwähnen. Wir betrachten das nämlich nicht als Spiel, sondern uns ist diese Debatte ernst. (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap. – Ruf bei der SPÖ: Das ist aber neu!) Wir wollen natürlich auch geschäftsordnungsmäßig darüber diskutieren, was man vielleicht verbessern kann, was man spannender gestalten kann (Abg. Dr. Cap: Demokratischer!), was in Wirklichkeit im Hinblick auf den Ablauf unserer Arbeit hier optimiert werden kann.
Abg. Dr. Cap: Demokratischer!
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werter Herr Kollege Cap! Mir gefällt es nicht, wenn Sie dieses „Spiel“ hier im Hohen Haus erwähnen. Wir betrachten das nämlich nicht als Spiel, sondern uns ist diese Debatte ernst. (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap. – Ruf bei der SPÖ: Das ist aber neu!) Wir wollen natürlich auch geschäftsordnungsmäßig darüber diskutieren, was man vielleicht verbessern kann, was man spannender gestalten kann (Abg. Dr. Cap: Demokratischer!), was in Wirklichkeit im Hinblick auf den Ablauf unserer Arbeit hier optimiert werden kann.
Abg. Mayerhofer: Rederecht!
Ein Abgeordneter oder ein Ausschussmitglied kann mündliche Anfragen, Zusatzanfragen stellen, getrennte Abstimmungen und Stimmenauszählung verlangen, Wortmeldungen zur Geschäftsordnung machen, Einwendungen gegen die Tagesordnung einbringen. Er hat ein Rederecht – zweimal pro Debatte. (Abg. Mayerhofer: Rederecht!) Weitere Rechte sind die Überreichung von Petitionen, Verlangen einer aktuellen Aussprache, Verlangen der Behandlung eines Vorhabens im EU-Unterausschuss und das Einbringen von Abänderungsanträgen, unselbständiger Entschließungsanträge. – Das kann ein Abgeordneter allein.
Rufe bei der FPÖ: Danke, Frau Fekter! Danke! Rederecht! – Rufe bei der SPÖ: Seminararbeit!
Das Recht von 20 Abgeordneten, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist es, eine Sondersitzung pro Jahr zu verlangen, die Durchführung von Sonderprüfungen durch den Rechnungshof zu verlangen, die Durchführung einer namentlichen Abstimmung sowie die Verlesung des amtlichen Protokolls am Schluss der Sitzung zu verlangen. (Rufe bei der FPÖ: Danke, Frau Fekter! Danke! Rederecht! – Rufe bei der SPÖ: Seminararbeit!)
Abg. Öllinger: Das sind aber keine Minderheitsrechte, die Mehrheitsrechte!
Zu den Mehrheitsrechten (Abg. Öllinger: Das sind aber keine Minderheitsrechte, die Mehrheitsrechte!): All das, was ich jetzt in Fülle vorgelesen habe, sind Rechte einer Minderheit der Abgeordneten – also so wenig ist das nicht, was der Unmut der Abgeordneten über diese lange Liste ja gezeigt hat. (Abg. Öllinger: Sie haben das falsch verstanden!)
Abg. Öllinger: Sie haben das falsch verstanden!
Zu den Mehrheitsrechten (Abg. Öllinger: Das sind aber keine Minderheitsrechte, die Mehrheitsrechte!): All das, was ich jetzt in Fülle vorgelesen habe, sind Rechte einer Minderheit der Abgeordneten – also so wenig ist das nicht, was der Unmut der Abgeordneten über diese lange Liste ja gezeigt hat. (Abg. Öllinger: Sie haben das falsch verstanden!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe das deshalb erwähnt, weil daraus ersichtlich ist, dass eine Hierarchie in den Aktivitäten im Hinblick darauf besteht, was ein Einzelner kann, was mehrere können und was die Mehrheit kann. Diese Hierarchie ist in den Kontrollrechten ausgewogen, und diese Ausgewogenheit soll nicht durch ein einzelnes Instrument, das sozusagen vom Mehrheitsbeschluss zu den Minderheitsbeschlüssen wandert, geändert werden. – Wir halten die geltende Rechtslage eigentlich für gut und ausreichend. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei den Grünen und der FPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gerne hätte ich mir natürlich noch angehört, was die anderen Fraktionen sagen. Aber ich bin sicher, so etwas wie die Rede der Abgeordneten Fekter werde ich nicht mehr erleben. (Heiterkeit bei den Grünen und der FPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Zwei Mal pro Debatte!
Das hat schon etwas für sich, Frau Abgeordnete Fekter, dass Sie sich trauen, hier am Rednerpult das Rederecht von Abgeordneten explizit als Minderheitsrecht darzustellen. (Abg. Dr. Fekter: Zwei Mal pro Debatte!) Danke, Frau Abgeordnete Fekter! Ich falle auf die Knie vor Ihnen, weil ich hier reden darf. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das hat schon etwas für sich, Frau Abgeordnete Fekter, dass Sie sich trauen, hier am Rednerpult das Rederecht von Abgeordneten explizit als Minderheitsrecht darzustellen. (Abg. Dr. Fekter: Zwei Mal pro Debatte!) Danke, Frau Abgeordnete Fekter! Ich falle auf die Knie vor Ihnen, weil ich hier reden darf. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Wenn genug Redezeit da ist!
Frau Abgeordnete Fekter! Sie haben leider vergessen zu erwähnen, dass es dieses Rederecht für einzelne Abgeordnete nur dann gibt (Abg. Dr. Fekter: Wenn genug Redezeit da ist!), wenn es ihnen von der Fraktion zugeteilt wird, denn für einen fraktionslosen Abgeordneten schaut es mit dem Rederecht nicht so gut aus, das wissen wir. (Abg. Dr. Fekter: Freilich! Die haben mehr Redezeit! – Abg. Scheibner: Geschäftsordnung lesen!) Da muss er sich eine Mehrheit – oder zumindest eine Fraktion – suchen, dann darf er reden.
Abg. Dr. Fekter: Freilich! Die haben mehr Redezeit! – Abg. Scheibner: Geschäftsordnung lesen!
Frau Abgeordnete Fekter! Sie haben leider vergessen zu erwähnen, dass es dieses Rederecht für einzelne Abgeordnete nur dann gibt (Abg. Dr. Fekter: Wenn genug Redezeit da ist!), wenn es ihnen von der Fraktion zugeteilt wird, denn für einen fraktionslosen Abgeordneten schaut es mit dem Rederecht nicht so gut aus, das wissen wir. (Abg. Dr. Fekter: Freilich! Die haben mehr Redezeit! – Abg. Scheibner: Geschäftsordnung lesen!) Da muss er sich eine Mehrheit – oder zumindest eine Fraktion – suchen, dann darf er reden.
Abg. Dr. Fekter: Nein! Kann ich mich nicht erinnern!
Sie haben in der Vergangenheit bewiesen, dass Sie das gut machen können. Da waren schon fast alle Abgeordneten von allen Parteien – auch von Ihrer Partei! – mit Sachen einverstanden, und dann gab es – daran kann ich mich gut erinnern – den einsamen damaligen Fraktionsvorsitzenden Khol, der gesagt hat, solange er hier Fraktionsvorsitzender ist, gibt es das nicht. – Und es war so. (Abg. Dr. Fekter: Nein! Kann ich mich nicht erinnern!) – Es war zum Beispiel so in familienpolitischen Fragen, wo ich mich noch gut erinnern kann, dass die ÖVP-Frauen auch der Meinung der anderen Parteien waren. (Abg. Dr. Fekter: Ich kann mich nicht erinnern, und ich war immer dabei!)
Abg. Dr. Fekter: Ich kann mich nicht erinnern, und ich war immer dabei!
Sie haben in der Vergangenheit bewiesen, dass Sie das gut machen können. Da waren schon fast alle Abgeordneten von allen Parteien – auch von Ihrer Partei! – mit Sachen einverstanden, und dann gab es – daran kann ich mich gut erinnern – den einsamen damaligen Fraktionsvorsitzenden Khol, der gesagt hat, solange er hier Fraktionsvorsitzender ist, gibt es das nicht. – Und es war so. (Abg. Dr. Fekter: Nein! Kann ich mich nicht erinnern!) – Es war zum Beispiel so in familienpolitischen Fragen, wo ich mich noch gut erinnern kann, dass die ÖVP-Frauen auch der Meinung der anderen Parteien waren. (Abg. Dr. Fekter: Ich kann mich nicht erinnern, und ich war immer dabei!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie sollten das nicht vergessen, und vor allem sollten Sie sich eines Besseren besinnen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, werte Frau Kollegin Fekter, gehen Sie in sich! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Geschäftsordnung! ... Kasperltheater!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (FPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! In tiefster Demut und voll Dankbarkeit betrete ich diese Rostra, um reden zu dürfen. Frau Kollegin Fekter, ich bin mir dieses Rechtes bis zur heutigen Rede gar nie so deutlich bewusst gewesen! Ich danke Ihnen herzlich für diese Mitteilung meines Rederechtes. Wir sind in einem Parlament – wo doch „parlare“ reden bedeutet. Das heißt, der Name dieses Hauses drückt es ja schon aus, aber die Rede, die Sie heute gehalten haben, hat es wieder deutlich gemacht, wie dankbar man für dieses Recht sein muss – Sie haben völlig Recht! –, auch dafür, dass man eine Rede halten kann, wie Sie jetzt eine gehalten haben. (Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Geschäftsordnung! ... Kasperltheater!)
Abg. Mag. Gaßner: Ruhig sitzen bleiben!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Frau Kollegin Fekter, Sie haben dabei noch vergessen, das Recht der Abgeordneten zu erwähnen, bei der Debatte sitzen zu dürfen, auch wenn ihnen der Sessel zusammenkracht, wie es mir jetzt gerade passiert ist. (Abg. Mag. Gaßner: Ruhig sitzen bleiben!) Oder das Recht, sich in gebückter Haltung, aber gebührend höflich der Regierungsbank der ÖVP nähern zu dürfen. – Das haben Sie auch vergessen zu erwähnen. Oder gar das Recht, durch einen Seiteneingang dieses Haus wieder verlassen zu dürfen. Frau Kollegin Fekter, auch dieses Recht haben Sie bei der Aufzählung der „epochalen“ Rechte der einzelnen Abgeordneten und der Minderheiten dieses Hauses zu erwähnen vergessen. – Ich danke Ihnen herzlich dafür! (Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Geschäftsordnung, dann wissen Sie es!)
Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Geschäftsordnung, dann wissen Sie es!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Frau Kollegin Fekter, Sie haben dabei noch vergessen, das Recht der Abgeordneten zu erwähnen, bei der Debatte sitzen zu dürfen, auch wenn ihnen der Sessel zusammenkracht, wie es mir jetzt gerade passiert ist. (Abg. Mag. Gaßner: Ruhig sitzen bleiben!) Oder das Recht, sich in gebückter Haltung, aber gebührend höflich der Regierungsbank der ÖVP nähern zu dürfen. – Das haben Sie auch vergessen zu erwähnen. Oder gar das Recht, durch einen Seiteneingang dieses Haus wieder verlassen zu dürfen. Frau Kollegin Fekter, auch dieses Recht haben Sie bei der Aufzählung der „epochalen“ Rechte der einzelnen Abgeordneten und der Minderheiten dieses Hauses zu erwähnen vergessen. – Ich danke Ihnen herzlich dafür! (Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Geschäftsordnung, dann wissen Sie es!)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, Hohes Haus! Es tut schon gut – das hat man jetzt bei der Rede des Kollegen Cap gesehen –, ein paar Jährchen auch auf der Oppositionsbank zu verbringen. Wenn ich mir vorstelle, wie Kollege Kostelka hier früher zu diesem Thema gesprochen hat – wir haben ja diese Wünsche schon öfters geäußert –, was für ein Wandel ist es, wenn jetzt Josef Cap hier steht und statt Peter Kostelka dieses Thema beleuchtet! – Es ist großartig! Es geht einem ein wie Honig. Diese Minderheitsfreundlichkeit – ich bin wirklich ergriffen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Sonnberger: Gefährliche Achse: Cap-Stadler!
Im Gegensatz zur Rede von Frau Kollegin Fekter war ich von Ihrer Rede, Herr Cap, wirklich ergriffen. Ich hoffe, dass das anhält und dass das nicht nur ein temporäres Zeitfenster ist, das sich jetzt geöffnet hat und sich nach dem 11. Jänner wieder schließt. – Das ist meine innige Hoffnung, die ich mit Ihrer Rede verknüpfe. (Abg. Dr. Sonnberger: Gefährliche Achse: Cap-Stadler!)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Öllinger und Haidlmayr.
Meine Damen und Herren, nein, das ist gar nicht gefährlich! Für gefährlich halte ich es, wenn mir eine Abgeordnete dieses Hauses das Rederecht als epochales Recht vorhält und sagt, mehr braucht es nicht. Meine Damen und Herren, das halte ich für gefährlich! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Öllinger und Haidlmayr.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Das wäre mir, unter uns gesagt, der liebere Weg, weil er nicht immer die politischen Rahmenbedingungen oder die „Großwetterlagen“ mit in den Ausschuss einfließen lässt. Das gebe ich nur im Zuge dieser Generaldebatte noch mit zu bedenken. Eventuell können wir dann am Schluss dieses „epochalen“ Zeitfensters zu diesen „epochalen“ Rechten, die die Frau Kollegin Fekter aufgezählt hat, noch ein wirkliches, nämlich ein echtes Kontrollrecht hinzufügen. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Stadler: Du hast den Unterton verstanden, oder?
det. (Abg. Mag. Stadler: Du hast den Unterton verstanden, oder?) – Natürlich habe ich den Unterton verstanden.
Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP.
Ich habe heute auch etwas dazugelernt, nämlich dass man nach vielen Jahren hier im Parlament auch noch miterleben kann, dass Kollege Stadler gutgläubig ist, vor allem gegenüber dem Abgeordneten Cap. (Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP.) – Oder war da auch ein Unterton dabei? – Den habe ich leider nicht mitbekommen. (Abg. Mag. Stadler: Herbert, wenn Cap rechtgläubig wird, kann ich auch gutgläubig sein!) – Ja, aber ich bezweifle eben das eine, und deshalb wundert mich das andere, Herr Kollege Stadler. (Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Herbert, wenn Cap rechtgläubig wird, kann ich auch gutgläubig sein!
Ich habe heute auch etwas dazugelernt, nämlich dass man nach vielen Jahren hier im Parlament auch noch miterleben kann, dass Kollege Stadler gutgläubig ist, vor allem gegenüber dem Abgeordneten Cap. (Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP.) – Oder war da auch ein Unterton dabei? – Den habe ich leider nicht mitbekommen. (Abg. Mag. Stadler: Herbert, wenn Cap rechtgläubig wird, kann ich auch gutgläubig sein!) – Ja, aber ich bezweifle eben das eine, und deshalb wundert mich das andere, Herr Kollege Stadler. (Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP.)
Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP.
Ich habe heute auch etwas dazugelernt, nämlich dass man nach vielen Jahren hier im Parlament auch noch miterleben kann, dass Kollege Stadler gutgläubig ist, vor allem gegenüber dem Abgeordneten Cap. (Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP.) – Oder war da auch ein Unterton dabei? – Den habe ich leider nicht mitbekommen. (Abg. Mag. Stadler: Herbert, wenn Cap rechtgläubig wird, kann ich auch gutgläubig sein!) – Ja, aber ich bezweifle eben das eine, und deshalb wundert mich das andere, Herr Kollege Stadler. (Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Aber man hat mit dieser Mehrheit eines geschafft: Über diesen Finanzskandal und über diese politischen Hintergründe, die es aufzuklären gälte, wird nicht mehr diskutiert, Herr Kollege Öllinger. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Na ja, ich warte ab. Sie haben es ja auch immer wieder verteidigt, was da so gewesen ist (Abg. Öllinger: Was?!), oder zumindest verniedlicht – nicht verteidigt, aber verniedlicht. (Abg. Öllinger: Nicht einmal verniedlicht!)
Abg. Öllinger: Was?!
Aber man hat mit dieser Mehrheit eines geschafft: Über diesen Finanzskandal und über diese politischen Hintergründe, die es aufzuklären gälte, wird nicht mehr diskutiert, Herr Kollege Öllinger. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Na ja, ich warte ab. Sie haben es ja auch immer wieder verteidigt, was da so gewesen ist (Abg. Öllinger: Was?!), oder zumindest verniedlicht – nicht verteidigt, aber verniedlicht. (Abg. Öllinger: Nicht einmal verniedlicht!)
Abg. Öllinger: Nicht einmal verniedlicht!
Aber man hat mit dieser Mehrheit eines geschafft: Über diesen Finanzskandal und über diese politischen Hintergründe, die es aufzuklären gälte, wird nicht mehr diskutiert, Herr Kollege Öllinger. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Na ja, ich warte ab. Sie haben es ja auch immer wieder verteidigt, was da so gewesen ist (Abg. Öllinger: Was?!), oder zumindest verniedlicht – nicht verteidigt, aber verniedlicht. (Abg. Öllinger: Nicht einmal verniedlicht!)
Abg. Öllinger: Aber nicht die politische Verantwortung!
Zweiter Punkt: der Eurofighter-Untersuchungsausschuss. – Dazu sage ich auch: Man kann grundsätzlich der Meinung sein – darüber lässt sich wirklich diskutieren –, dass jede Beschaffung, die ein größeres Volumen hat, untersucht wird, auch mit Parlamentariern. Derzeit ist ja das System ein anderes: Wir haben als parlamentarisches Instrumentarium den Rechnungshof, der diese Dinge untersucht. (Abg. Öllinger: Aber nicht die politische Verantwortung!) Und in dieser Frage hat der Rechnungshof ja drei Berichte gebracht, Herr Kollege Öllinger. Es hat ein paar Verdächtigungen gegeben, An-
Abg. Öllinger: Wenn der Antrag von Ihnen unterstützt wird, können Sie das machen!
Herr Kollege Cap, Herr Kollege Kogler: Sind das die Vorboten, Herr Kollege Cap, für die positiven Minderheitsrechte in der Zukunft? – Herr Kollege Stadler, ich glaube, dieser Vertrauensvorschuss war hier verfehlt. (Abg. Öllinger: Wenn der Antrag von Ihnen unterstützt wird, können Sie das machen!) Nein, es wird genau wieder in die Richtung gehen, die wir aus den neunziger Jahren kennen: Wo es eine Mehrheit gibt – egal, ob das jetzt Regierung oder Opposition ist –, wer die Mehrheit hat, bestimmt! (Abg. Öllinger: Nein! Nein! Das steht nicht im Antrag drinnen, wirklich nicht!) – So zeigen Sie das vor. Insofern gebe ich Ihnen Recht: So, wie Sie in den beiden Untersuchungsausschüssen agieren, das sind wirklich die Vorboten, aber die schlechten Vorboten für die Zukunft!
Abg. Öllinger: Nein! Nein! Das steht nicht im Antrag drinnen, wirklich nicht!
Herr Kollege Cap, Herr Kollege Kogler: Sind das die Vorboten, Herr Kollege Cap, für die positiven Minderheitsrechte in der Zukunft? – Herr Kollege Stadler, ich glaube, dieser Vertrauensvorschuss war hier verfehlt. (Abg. Öllinger: Wenn der Antrag von Ihnen unterstützt wird, können Sie das machen!) Nein, es wird genau wieder in die Richtung gehen, die wir aus den neunziger Jahren kennen: Wo es eine Mehrheit gibt – egal, ob das jetzt Regierung oder Opposition ist –, wer die Mehrheit hat, bestimmt! (Abg. Öllinger: Nein! Nein! Das steht nicht im Antrag drinnen, wirklich nicht!) – So zeigen Sie das vor. Insofern gebe ich Ihnen Recht: So, wie Sie in den beiden Untersuchungsausschüssen agieren, das sind wirklich die Vorboten, aber die schlechten Vorboten für die Zukunft!
Abg. Öllinger: Aber wirklich nicht!
Und ich sage Ihnen persönlich: Ich bin dafür, dass die Einsetzung von Untersuchungsausschüssen ein Minderheitsrecht wird. Ich war in der Opposition immer dafür, ich war es auch in der Regierung – lesen Sie die Protokolle im Verfassungskonvent nach: Ich bin dafür! Man muss aber auch Kriterien für die Einsetzung festlegen – ob das eine zahlenmäßige Beschränkung ist, ob man es daran setzt, dass es Gerichtsverfahren gegeben hat (Abg. Öllinger: Aber wirklich nicht!), dass es also wirklich konkrete auch strafrechtliche Verdächtigungen mit einem politischen Hintergrund gibt, darüber kann man diskutieren.
Abg. Öllinger: Benutzt wird!
Eines nämlich sollten wir vermeiden, Herr Kollege Öllinger: dass dieses wichtige Kontrollinstrument des Parlaments (Abg. Öllinger: Benutzt wird!) sich so abschleift wie andere wichtige Kontrollinstrumente. (Abg. Öllinger: Sie wollen, dass es nicht benutzt wird!) Nein, ganz im Gegenteil, sondern ich möchte, dass es sich nicht abschleift (Abg. Öllinger: Es ist unter Ihrer Regierung nie benützt worden!) so wie die Sondersitzungen, wie die Dringlichen Anfragen und sogar die Misstrauensanträge.
Abg. Öllinger: Sie wollen, dass es nicht benutzt wird!
Eines nämlich sollten wir vermeiden, Herr Kollege Öllinger: dass dieses wichtige Kontrollinstrument des Parlaments (Abg. Öllinger: Benutzt wird!) sich so abschleift wie andere wichtige Kontrollinstrumente. (Abg. Öllinger: Sie wollen, dass es nicht benutzt wird!) Nein, ganz im Gegenteil, sondern ich möchte, dass es sich nicht abschleift (Abg. Öllinger: Es ist unter Ihrer Regierung nie benützt worden!) so wie die Sondersitzungen, wie die Dringlichen Anfragen und sogar die Misstrauensanträge.
Abg. Öllinger: Es ist unter Ihrer Regierung nie benützt worden!
Eines nämlich sollten wir vermeiden, Herr Kollege Öllinger: dass dieses wichtige Kontrollinstrument des Parlaments (Abg. Öllinger: Benutzt wird!) sich so abschleift wie andere wichtige Kontrollinstrumente. (Abg. Öllinger: Sie wollen, dass es nicht benutzt wird!) Nein, ganz im Gegenteil, sondern ich möchte, dass es sich nicht abschleift (Abg. Öllinger: Es ist unter Ihrer Regierung nie benützt worden!) so wie die Sondersitzungen, wie die Dringlichen Anfragen und sogar die Misstrauensanträge.
Abg. Öllinger: Lesen Sie unseren Antrag!
Deshalb ja zu der Frage Ausgestaltung als Minderheitsrecht – aber wirklich sinnvoll und dort, wo es auch notwendig ist. (Abg. Öllinger: Lesen Sie unseren Antrag!) Aber, Herr Kollege Öllinger, keine Schalmeienklänge, und sagen Sie nicht, wir machen alles besser, denn: Sie haben jetzt die Mehrheit, Sie könnten zeigen, dass man es besser macht und auch wirklich der Minderheit entsprechend diese Rechte geben kann, Sie tun aber in der Praxis genau das Gegenteil! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Deshalb ja zu der Frage Ausgestaltung als Minderheitsrecht – aber wirklich sinnvoll und dort, wo es auch notwendig ist. (Abg. Öllinger: Lesen Sie unseren Antrag!) Aber, Herr Kollege Öllinger, keine Schalmeienklänge, und sagen Sie nicht, wir machen alles besser, denn: Sie haben jetzt die Mehrheit, Sie könnten zeigen, dass man es besser macht und auch wirklich der Minderheit entsprechend diese Rechte geben kann, Sie tun aber in der Praxis genau das Gegenteil! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich berichtige tatsächlich: Wir laden gemeinsam – übrigens bisher immer einvernehmlich, das heißt mit Zustimmung aller Fraktionen – jene Auskunftspersonen, die uns Aufklärung darüber geben können, wie es zu dem Versagen der entsprechenden Institutionen der Aufsicht kommen konnte und wie die politische Verantwortung dafür dasteht. – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Sie sind eine Optimistin!
Die Wortmeldung von Kollegin Fekter ist ja eindeutig kommentiert worden. Ich denke, eine Aufzählung der Geschäftsordnung reicht nicht aus, sondern ich kann das nur als Eröffnung der Diskussion betrachten, die ja dann folgen muss (Abg. Öllinger: Sie sind eine Optimistin!), wo einmal eine Bestandsaufnahme gemacht wird.
Abg. Dr. Fekter: Mit einem Haufen Restriktionen!
Was die Kontrollauffassung, die heute hier schon angesprochen wurde, betrifft, so möchte ich zu der Frage, wie sich die Sozialdemokraten dazu verhalten, nur ganz kurz darauf verweisen, dass Wien als erstes Bundesland im Jahr 2001 die Möglichkeit, eine Kontrollkommission einzusetzen, für Minderheitsfraktionen geschaffen hat (Abg. Dr. Fekter: Mit einem Haufen Restriktionen!), und das hat sich ja auch bestens bewährt. Seit 2001 gibt es diese Möglichkeit, und das hat sich, denke ich, sehr, sehr gut bewährt. (Abg. Dr. Fekter: Wie viele Untersuchungsausschüsse gab es denn?)
Abg. Dr. Fekter: Wie viele Untersuchungsausschüsse gab es denn?
Was die Kontrollauffassung, die heute hier schon angesprochen wurde, betrifft, so möchte ich zu der Frage, wie sich die Sozialdemokraten dazu verhalten, nur ganz kurz darauf verweisen, dass Wien als erstes Bundesland im Jahr 2001 die Möglichkeit, eine Kontrollkommission einzusetzen, für Minderheitsfraktionen geschaffen hat (Abg. Dr. Fekter: Mit einem Haufen Restriktionen!), und das hat sich ja auch bestens bewährt. Seit 2001 gibt es diese Möglichkeit, und das hat sich, denke ich, sehr, sehr gut bewährt. (Abg. Dr. Fekter: Wie viele Untersuchungsausschüsse gab es denn?)
Beifall bei der SPÖ.
Es hat mehrere gegeben. In einem bin ich 2001 selbst noch gesessen, das war damals der zu den Flächenwidmungen. Und es hat nachfolgend noch eine Reihe von anderen gegeben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ein zweiter Punkt, der mir auch sehr wichtig ist: dass Themen, Anträge, die der Regierung unangenehm sind, immer unendlich lange abgesetzt oder verschoben werden können. Das zeigen nur etwa folgende Zahlen: In der vergangenen Legislaturperiode, genau im August, hatten wir 455 Anträge, die unerledigt waren, die vertagt wurden; davon waren 443 von den beiden Oppositionsparteien. – Da muss es, wie ich meine, auch eine Änderung geben. Vorstellbar wäre, dass die Abgeordneten eine Abstimmung verlangen können. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Grundsätzlich meine ich: Die Rechte der Minderheitsfraktionen sollen und müssen gestärkt werden! Die Zeit dafür ist reif! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)