Eckdaten:
Für die 157. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 291 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Ökostrom-Novelle 2006“ (Ordnungsnummer 91) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Erwin Spindelberger
Petition betreffend „Sicher zur Schule“ (Ordnungsnummer 92) (überreicht vom Abgeordneten Erwin Spindelberger)
Abg. Dr. Van der Bellen begibt sich mit einer Tafel zum Rednerpult, auf der der Bildschirm eines Computers sowie das ehemalige ORF-Testbild zu sehen sind, ergänzt um die Aufschrift „ÖVP“ sowie „www.rettet-den-orf.at“. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ein Flat Screen? – Abg. Mag. Molterer: Danke für die Werbung! Werbeeinschaltung für 20 Minuten!
(Abg. Dr. Van der Bellen begibt sich mit einer Tafel zum Rednerpult, auf der der Bildschirm eines Computers sowie das ehemalige ORF-Testbild zu sehen sind, ergänzt um die Aufschrift „ÖVP“ sowie „www.rettet-den-orf.at“. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ein Flat Screen? – Abg. Mag. Molterer: Danke für die Werbung! Werbeeinschaltung für 20 Minuten!)
Rufe bei den Grünen: Das ist ein Taferl!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter, wir haben technische Hilfsmittel am Rednerpult? – Wir haben beispielsweise einmal dem damaligen ÖVP-Generalsekretär Graff, als er ein Diktiergerät hinstellen wollte, dies nicht gestattet. (Rufe bei den Grünen: Das ist ein Taferl!)
Abg. Mag. Molterer: Das ist ein Taferl!
Was ist das? (Abg. Mag. Molterer: Das ist ein Taferl!) Ist das nicht ein technisches Gerät, ein Monitor? (Abg. Dr. Van der Bellen: Nein! – Weitere Nein-Rufe.) Aha, dann entschuldigen Sie. Sie sind am Wort! (Abg. Scheibner: Das schaut aber sehr danach aus!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Nein! – Weitere Nein-Rufe.
Was ist das? (Abg. Mag. Molterer: Das ist ein Taferl!) Ist das nicht ein technisches Gerät, ein Monitor? (Abg. Dr. Van der Bellen: Nein! – Weitere Nein-Rufe.) Aha, dann entschuldigen Sie. Sie sind am Wort! (Abg. Scheibner: Das schaut aber sehr danach aus!)
Abg. Scheibner: Das schaut aber sehr danach aus!
Was ist das? (Abg. Mag. Molterer: Das ist ein Taferl!) Ist das nicht ein technisches Gerät, ein Monitor? (Abg. Dr. Van der Bellen: Nein! – Weitere Nein-Rufe.) Aha, dann entschuldigen Sie. Sie sind am Wort! (Abg. Scheibner: Das schaut aber sehr danach aus!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber Sie hätten es nötig!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (fortsetzend): Im Prinzip ist es ein Papier. Es ist das kein technisches Hilfsmittel, Herr Präsident. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber Sie hätten es nötig!)
Abg. Mag. Molterer: Das soll jemand glauben? Das glaubt Ihnen ja niemand!
Bei unserer dringlichen Debatte heute geht es um die Führung des ORF – es ist mir wichtig, das zu betonen – und nicht um die Journalistinnen und Journalisten, Redakteurinnen und Redakteure in diesem großen Medienhaus. (Abg. Mag. Molterer: Das soll jemand glauben? Das glaubt Ihnen ja niemand!)
Beifall bei den Grünen, der ÖVP und der SPÖ
Da gibt es nichts zu lachen, Herr Kollege Molterer. Ich bin davon überzeugt, dass es im ORF, das heißt im Fernsehen genauso wie im Radio, eine Fülle von Menschen, von Redakteurinnen und Redakteuren gibt, die mit Engagement bei der Sache sind, die kreativ bei der Sache sind, die vor allem auch im Informationsbereich parteipolitisch unabhängig und mit Begeisterung bei ihrer Sache sind (Beifall bei den Grünen, der ÖVP und der SPÖ) – vorausgesetzt, dass man sie lässt, und vorausgesetzt, dass sie ein Klima vorfinden, in dem das möglich ist (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist das eine Vorleistung für eine Koalition mit den Grünen?), und vorausgesetzt, sie finden ein offenes Redaktionsklima vor, das Kreativität fördert und nicht erstickt. (Abg. Scheibner: Sie sind ja jetzt schon ...! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – auf die Tafel vor dem Redner deutend –: Ist das ein Koalitionsbild, für die künftige? – Abg. Scheibner: ... plakatieren, was die ÖVP sagt? – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist das die Koalition, die künftige?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist das eine Vorleistung für eine Koalition mit den Grünen?
Da gibt es nichts zu lachen, Herr Kollege Molterer. Ich bin davon überzeugt, dass es im ORF, das heißt im Fernsehen genauso wie im Radio, eine Fülle von Menschen, von Redakteurinnen und Redakteuren gibt, die mit Engagement bei der Sache sind, die kreativ bei der Sache sind, die vor allem auch im Informationsbereich parteipolitisch unabhängig und mit Begeisterung bei ihrer Sache sind (Beifall bei den Grünen, der ÖVP und der SPÖ) – vorausgesetzt, dass man sie lässt, und vorausgesetzt, dass sie ein Klima vorfinden, in dem das möglich ist (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist das eine Vorleistung für eine Koalition mit den Grünen?), und vorausgesetzt, sie finden ein offenes Redaktionsklima vor, das Kreativität fördert und nicht erstickt. (Abg. Scheibner: Sie sind ja jetzt schon ...! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – auf die Tafel vor dem Redner deutend –: Ist das ein Koalitionsbild, für die künftige? – Abg. Scheibner: ... plakatieren, was die ÖVP sagt? – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist das die Koalition, die künftige?)
Abg. Scheibner: Sie sind ja jetzt schon ...! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – auf die Tafel vor dem Redner deutend –: Ist das ein Koalitionsbild, für die künftige? – Abg. Scheibner: ... plakatieren, was die ÖVP sagt? – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist das die Koalition, die künftige?
Da gibt es nichts zu lachen, Herr Kollege Molterer. Ich bin davon überzeugt, dass es im ORF, das heißt im Fernsehen genauso wie im Radio, eine Fülle von Menschen, von Redakteurinnen und Redakteuren gibt, die mit Engagement bei der Sache sind, die kreativ bei der Sache sind, die vor allem auch im Informationsbereich parteipolitisch unabhängig und mit Begeisterung bei ihrer Sache sind (Beifall bei den Grünen, der ÖVP und der SPÖ) – vorausgesetzt, dass man sie lässt, und vorausgesetzt, dass sie ein Klima vorfinden, in dem das möglich ist (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist das eine Vorleistung für eine Koalition mit den Grünen?), und vorausgesetzt, sie finden ein offenes Redaktionsklima vor, das Kreativität fördert und nicht erstickt. (Abg. Scheibner: Sie sind ja jetzt schon ...! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – auf die Tafel vor dem Redner deutend –: Ist das ein Koalitionsbild, für die künftige? – Abg. Scheibner: ... plakatieren, was die ÖVP sagt? – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist das die Koalition, die künftige?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Van der Bellen und ÖVP Hand in Hand?
Meine Kollegen vom BZÖ (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Van der Bellen und ÖVP Hand in Hand?), ich würde es vorziehen, wenn Sie mir wenigstens eine Zeit lang zuhören! Wenn Sie jedoch dazu nicht in der Lage oder nicht willens sind, dann kann ich das nicht ändern (Abg. Scheibner: Wir warten ja ...!), dann muss ich meine Worte eben an die Allgemeinheit auf der Galerie und vor den Fernsehschirmen zu Hause richten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Wir warten ja ...!
Meine Kollegen vom BZÖ (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Van der Bellen und ÖVP Hand in Hand?), ich würde es vorziehen, wenn Sie mir wenigstens eine Zeit lang zuhören! Wenn Sie jedoch dazu nicht in der Lage oder nicht willens sind, dann kann ich das nicht ändern (Abg. Scheibner: Wir warten ja ...!), dann muss ich meine Worte eben an die Allgemeinheit auf der Galerie und vor den Fernsehschirmen zu Hause richten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Kollegen vom BZÖ (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Van der Bellen und ÖVP Hand in Hand?), ich würde es vorziehen, wenn Sie mir wenigstens eine Zeit lang zuhören! Wenn Sie jedoch dazu nicht in der Lage oder nicht willens sind, dann kann ich das nicht ändern (Abg. Scheibner: Wir warten ja ...!), dann muss ich meine Worte eben an die Allgemeinheit auf der Galerie und vor den Fernsehschirmen zu Hause richten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich behaupte – und ich fordere alle Seherinnen und Seher zu Hause auf, sich das zu überlegen –, dass in diesen viereinhalb Jahren eine Ödnis und Langeweile in diesen Sendungen eingezogen ist, eine Belanglosigkeit, die den ORF in diesem Bereich uninteressant macht. Der ORF in diesen Bereichen führt sich auf wie ein ÖVP-Privatsender. Das ist Hofberichterstattung! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist die Betonung von Belanglosigkeiten statt inhaltlich interessanter Debatten, statt des Setzens eines Themas, statt dessen, wie es in der Vergangenheit einmal war, als wir den ORF und Nachrichtensendungen wie die „ZiB 2“, den Vorläufer von „Offen gesagt“ (Abg. Dr. Fekter: Als Broukal moderiert hat!) und Ähnliches ernst genommen haben und mit Interesse bei der Sache waren.
Abg. Dr. Fekter: Als Broukal moderiert hat!
Ich behaupte – und ich fordere alle Seherinnen und Seher zu Hause auf, sich das zu überlegen –, dass in diesen viereinhalb Jahren eine Ödnis und Langeweile in diesen Sendungen eingezogen ist, eine Belanglosigkeit, die den ORF in diesem Bereich uninteressant macht. Der ORF in diesen Bereichen führt sich auf wie ein ÖVP-Privatsender. Das ist Hofberichterstattung! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist die Betonung von Belanglosigkeiten statt inhaltlich interessanter Debatten, statt des Setzens eines Themas, statt dessen, wie es in der Vergangenheit einmal war, als wir den ORF und Nachrichtensendungen wie die „ZiB 2“, den Vorläufer von „Offen gesagt“ (Abg. Dr. Fekter: Als Broukal moderiert hat!) und Ähnliches ernst genommen haben und mit Interesse bei der Sache waren.
Abg. Scheibner: Die ersten tausend Seher haben schon abgeschaltet!
öffentlich-rechtlichen Senders. Wenn er da verwechselbar wird mit beliebigen Privatsendern aus dem deutschen oder sonstigen europäischen Raum (Abg. Scheibner: Die ersten tausend Seher haben schon abgeschaltet!), dann wird es bald zu Ende sein mit dem ORF, wie wir ihn kennen. Da verliert er Vertrauen – Vertrauen in die Objektivität und annähernde Vollständigkeit der Information durch den ORF. Er wird verwechselbar mit Privatsendern, auch im Programmbereich. Die Folge sind sinkende Marktanteile, sinkende Seher- und Seherinnenanteile, und die Konsequenz daraus sind natürlich sinkende Werbeeinnahmen.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Noch fünf Jahre mit dieser Politik, noch fünf Jahre mit dieser Führung des ORF – und der ORF ist in seiner heutigen Form – oder ich sollte sagen: in seiner früheren Form, wie wir ihn noch gut kennen – klinisch tot! Dazu muss man allerdings sagen: Der ORF gehört immer noch der Republik Österreich – und nicht der ÖVP! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Der ORF gehört weder der gegenwärtigen Bundesregierung, noch gehört er der ÖVP! Er ist nicht das Privateigentum der ÖVP!
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie diese Politik weiterhin betreiben wollen, mit dieser Beherrschung der ORF-Führung, den maßgeblichen Personen in der Leitung, dann seien Sie doch ehrlich und marktwirtschaftlich korrekt – jetzt schaue ich gerade Sie an, Herr Kollege Stummvoll von der ÖVP –, dann kaufen Sie den ORF! (Beifall bei den Grünen.) Legen Sie ein vernünftiges Angebot, kaufen Sie den ORF, und ich weiß dann, wenn ich den ORF aufdrehe: Okay, jetzt kommen die Abendnachrichten von den geschätzten Kollegen von der Österreichischen Volkspartei. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Das wäre eine klare, faire Regelung. Spekulieren Sie aber nicht mit einem Kapital, das uns allen gehört: der Republik Österreich und allen Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes!
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Wenn Sie diese Politik weiterhin betreiben wollen, mit dieser Beherrschung der ORF-Führung, den maßgeblichen Personen in der Leitung, dann seien Sie doch ehrlich und marktwirtschaftlich korrekt – jetzt schaue ich gerade Sie an, Herr Kollege Stummvoll von der ÖVP –, dann kaufen Sie den ORF! (Beifall bei den Grünen.) Legen Sie ein vernünftiges Angebot, kaufen Sie den ORF, und ich weiß dann, wenn ich den ORF aufdrehe: Okay, jetzt kommen die Abendnachrichten von den geschätzten Kollegen von der Österreichischen Volkspartei. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Das wäre eine klare, faire Regelung. Spekulieren Sie aber nicht mit einem Kapital, das uns allen gehört: der Republik Österreich und allen Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes!
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich weiß schon, Abgeordnete von der ÖVP werden jetzt hier herausgehen und sagen: Die Grünen wollen einen unzulässigen Einfluss auf künftige Entscheidungen für die Seherinnen und Seher ausüben. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ich darf Sie beruhigen. Der Stiftungsrat fällt diese Entscheidungen, und in diesem Stiftungsrat haben die Grünen genau eine Stimme von 35! Wenn sich dort jemand durchsetzen kann – was ich nicht hoffe, aber die Gefahr besteht –, dann ist es die ÖVP! Eine Einflussnahme unsererseits wäre völlig absurd.
Ruf bei der ÖVP: Genauso ist es!
Zweitens werden Abgeordnete von der ÖVP hier herausgehen und sagen: Der ORF ist wunderbar, das ist ja alles nicht wahr, alles ist in Ordnung! (Ruf bei der ÖVP: Genauso ist es!) „Genauso ist es“, ich höre es ja jetzt schon aus dem Klub der ÖVP. – Dazu kann ich nur sagen: Ja, das Potenzial ist noch da, aber die Führung des ORF taugt nichts! Und Sie, die Seherinnen und Seher des ORF zu Hause, können das viel besser beurteilen als die Kollegen und Kolleginnen von der ÖVP. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Das darf nicht wahr sein! So weit haben wir es gebracht!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Das darf nicht wahr sein! So weit haben wir es gebracht!
Zweitens werden Abgeordnete von der ÖVP hier herausgehen und sagen: Der ORF ist wunderbar, das ist ja alles nicht wahr, alles ist in Ordnung! (Ruf bei der ÖVP: Genauso ist es!) „Genauso ist es“, ich höre es ja jetzt schon aus dem Klub der ÖVP. – Dazu kann ich nur sagen: Ja, das Potenzial ist noch da, aber die Führung des ORF taugt nichts! Und Sie, die Seherinnen und Seher des ORF zu Hause, können das viel besser beurteilen als die Kollegen und Kolleginnen von der ÖVP. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Das darf nicht wahr sein! So weit haben wir es gebracht!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Diese Rolle des Mediums Fernsehen insbesondere lässt jedoch die ÖVP nicht zu. Sie haben keinen Respekt vor diesem Pfeiler der Demokratie. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich sage sogar: Sie haben in diesem Bereich jede Bodenhaftung verloren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Diese Rolle des Mediums Fernsehen insbesondere lässt jedoch die ÖVP nicht zu. Sie haben keinen Respekt vor diesem Pfeiler der Demokratie. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich sage sogar: Sie haben in diesem Bereich jede Bodenhaftung verloren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie glauben wohl, dass ÖVP gleichzusetzen sei mit Österreich, dass Kritik an der ÖVP sozusagen Majestätsbeleidigung ist. Das erleben wir ja hier dauernd – und auch außerhalb dieses Hauses. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Mit diesen Allüren von Allmacht, meine Damen und Herren von der ÖVP, sollten Sie aufhören.
Abg. Mag. Molterer: Was tun Sie? Was machen Sie jetzt? Das machen Sie gerade!
Abgesehen davon, ob es ein besonders guter Stil ist, wenn ein Politiker einen Angestellten des ORF in dieser Form öffentlich beleidigt (Abg. Mag. Molterer: Was tun Sie? Was machen Sie jetzt? Das machen Sie gerade!), zitiere ich Ihnen, Herr Molterer, jetzt stellvertretend für viele Konservative in unserem Lande Alfred Payrleitner – und ich glaube, ich tue ihm nichts zuleide, wenn ich ihn als solchen bezeichne.
Abg. Mag. Molterer: Warum wissen Sie, was ...?
In seinem Buch „Der Auftrag“ schreibt Alfred Payrleitner – ich glaube, Sie, Herr Kollege Molterer, haben es nicht gelesen (Abg. Mag. Molterer: Warum wissen Sie, was ...?) – lesenswerte Aufsätze über den ORF, und zwar auch aus konservativer Sicht. So sagte Herr Payrleitner beispielsweise über „Ö 1“: eine „unendlich wohltuende Oase in einer Wüste sonstigen Junks“. Und weiters: Insbesondere sind „die heimischen Journale“ – „Mittagsjournal“, „Abendjournal“ und so weiter – „eine unentbehrliche Informationsquelle“. – Soweit Alfred Payrleitner zur Einschätzung des Radios. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
In seinem Buch „Der Auftrag“ schreibt Alfred Payrleitner – ich glaube, Sie, Herr Kollege Molterer, haben es nicht gelesen (Abg. Mag. Molterer: Warum wissen Sie, was ...?) – lesenswerte Aufsätze über den ORF, und zwar auch aus konservativer Sicht. So sagte Herr Payrleitner beispielsweise über „Ö 1“: eine „unendlich wohltuende Oase in einer Wüste sonstigen Junks“. Und weiters: Insbesondere sind „die heimischen Journale“ – „Mittagsjournal“, „Abendjournal“ und so weiter – „eine unentbehrliche Informationsquelle“. – Soweit Alfred Payrleitner zur Einschätzung des Radios. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Sie kommen eh immer vor!
Das finde auch: Bei uns ist das Radio – verglichen mit dem Fernsehen – ein Lichtblick. Das sage ich aber nicht, weil ich irgendwelche Sekunden gezählt habe, wie oft ich oder Herr Kollege Molterer, Herr Kollege Scheibner oder sonst jemand in diesem Medium vorkommt (Abg. Scheibner: Sie kommen eh immer vor!), und ich glaube auch nicht, dass Landeshauptmann Pröll diese Sekunden gezählt hat. Es geht ja auch nicht, wie ich meine, darum, dass das ORF-Radio besser als das ORF-Fernsehen gegen Interventionen abgeschottet ist und dass diese Tatsache die ÖVP zu ärgern beginnt.
Abg. Mag. Molterer: Ungeheuerlich! Weit haben Sie es gebracht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Der ÖVP, behaupte ich, geht es nicht darum, wie man am besten interveniert; die Strategie der ÖVP ist viel raffinierter: Der ÖVP geht es darum, dass die ORF-Führung von sich aus ÖVP-Medienpolitik betreibt – ohne dass es dazu einer Intervention des Herrn Molterer bedarf! (Abg. Mag. Molterer: Ungeheuerlich! Weit haben Sie es gebracht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Insofern glaube ich auch, dass die Karikatur betreffend „Moltofon“ irreführend ist, als Sie, Herr Kollege Molterer, gar nicht so häufig mit Fernseh-Leuten telefonieren, weil Sie das ja gar nicht nötig haben. (Abg. Dr. Stummvoll: Was der alles weiß! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gewiss nicht! – Abg. Dr. Stummvoll: Wenn Sie wissen, welche ...!)
Abg. Dr. Stummvoll: Was der alles weiß! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gewiss nicht! – Abg. Dr. Stummvoll: Wenn Sie wissen, welche ...!
Der ÖVP, behaupte ich, geht es nicht darum, wie man am besten interveniert; die Strategie der ÖVP ist viel raffinierter: Der ÖVP geht es darum, dass die ORF-Führung von sich aus ÖVP-Medienpolitik betreibt – ohne dass es dazu einer Intervention des Herrn Molterer bedarf! (Abg. Mag. Molterer: Ungeheuerlich! Weit haben Sie es gebracht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Insofern glaube ich auch, dass die Karikatur betreffend „Moltofon“ irreführend ist, als Sie, Herr Kollege Molterer, gar nicht so häufig mit Fernseh-Leuten telefonieren, weil Sie das ja gar nicht nötig haben. (Abg. Dr. Stummvoll: Was der alles weiß! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gewiss nicht! – Abg. Dr. Stummvoll: Wenn Sie wissen, welche ...!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ziel der ÖVP ist es, den ORF sozusagen als 13. Ministerium dieser Bundesregierung einzurichten, zumindest was das Fernsehen betrifft. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Landeshauptmann Pröll ist draufgekommen, dass auch das ORF-Radio zum 13. ÖVP-geführten Ministerium gehören sollte, Herr Kollege Scheibner. Das ist das Leitmotiv dieser ÖVP-Politik. In dieser Hinsicht sind Ihre – unter Anführungszeichen – „Fortschritte“ im Fernsehen tatsächlich um vieles höher als im Radio.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das war jedenfalls die Botschaft von Landeshauptmann Pröll: Lasst mir meine Monika Lindner in Ruhe, das ist meine Kandidatin, aber Abschuss frei für den Hörfunkdirektor, der im Sinne der ÖVP versagt hat! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Nichts außer Zeitungsmeldungen ...!
Die Ironie des Ganzen ist jedoch, wie ich Medienberichten entnehme, dass Herr Mag. Rammerstorfer bisher den Schwarzen zugerechnet wurde; aber das tut hier nichts zur Sache. (Abg. Dr. Mitterlehner: Nichts außer Zeitungsmeldungen ...!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich halte das für eine unverschämte Amtsanmaßung des Herrn Zentralbetriebsrates Fiedler! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie haben aber meistens verloren!
Nicht besser ist Herr Roland Schmidl vom ORF-Zentralbetriebsrat – Fiedler und Schmidl sind übrigens Stiftungsräte im ORF und dürfen bei der Wahl des Generaldirektors/der Generaldirektorin mitstimmen –, der Mitglieder des Stiftungsrates wüst beschimpft – egal, von welcher Fraktion sie sind beziehungsweise welchen Hintergrund sie haben –, und zwar als, ich zitiere, „Marodierende“ und als „linke Provokateure“! Unter diesen „Marodierenden“ und „linken Provokateuren“ befindet sich übrigens auch Frau Dr. Huberta Gheneff-Fürst, eine bedeutende Rechtsanwältin. Ich weiß das, weil wir oft genug gegen sie prozessiert haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie haben aber meistens verloren!) Frau Dr. Gheneff-Fürst ist eine sehr gute Anwältin, eine BZÖ-Vertreterin. Sie soll eine „linke Marodeurin“ sein, Herr Kollege Scheibner? (Abg. Scheibner: Sie ist eine gute Expertin!)
Abg. Scheibner: Sie ist eine gute Expertin!
Nicht besser ist Herr Roland Schmidl vom ORF-Zentralbetriebsrat – Fiedler und Schmidl sind übrigens Stiftungsräte im ORF und dürfen bei der Wahl des Generaldirektors/der Generaldirektorin mitstimmen –, der Mitglieder des Stiftungsrates wüst beschimpft – egal, von welcher Fraktion sie sind beziehungsweise welchen Hintergrund sie haben –, und zwar als, ich zitiere, „Marodierende“ und als „linke Provokateure“! Unter diesen „Marodierenden“ und „linken Provokateuren“ befindet sich übrigens auch Frau Dr. Huberta Gheneff-Fürst, eine bedeutende Rechtsanwältin. Ich weiß das, weil wir oft genug gegen sie prozessiert haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie haben aber meistens verloren!) Frau Dr. Gheneff-Fürst ist eine sehr gute Anwältin, eine BZÖ-Vertreterin. Sie soll eine „linke Marodeurin“ sein, Herr Kollege Scheibner? (Abg. Scheibner: Sie ist eine gute Expertin!)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie sich nicht dem Verdacht aussetzen wollten – ich verwende den Konjunktiv –, dass die Stiftungsräte beobachtet und kontrolliert werden, ob sie denn dem ÖVP-Kandidaten/der ÖVP-Kandidatin ihre Stimme geben, dann stimmen Sie einer geheimen Abstimmung zu! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Das haben Sie das erste Mal gelesen? – Abg. Scheibner: Haben Sie nichts Besseres zu tun?
Abschließend, meine Damen und Herren: Mit größtem Erstaunen habe ich neulich während der Nacht im ORF-Gesetz geschmökert. Das ORF-Gesetz in seinem Programmauftrag ist gar nicht so schlecht. (Abg. Mag. Molterer: Das haben Sie das erste Mal gelesen? – Abg. Scheibner: Haben Sie nichts Besseres zu tun?) – Nicht das erste Mal, aber ich hatte auf Grund der ÖVP-Politik vergessen, was da drinnen steht.
Abg. Mag. Molterer: Ja! – Abg. Dr. Brinek: Wo ist das Problem?
§ 4 Abs. 6 besagt wörtlich: „Unabhängigkeit ist nicht nur Recht der journalistischen oder programmgestaltenden Mitarbeiter, sondern auch deren Pflicht.“ (Abg. Mag. Molterer: Ja! – Abg. Dr. Brinek: Wo ist das Problem?) – Und wie ist es im Fernsehen heute?
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Nehmen Sie doch Ihr eigenes Gesetz, das Sie vor wenigen Jahren beschlossen haben, endlich ernst! Dann wären wir ja bei Ihnen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir wollen nichts anderes als diese Unabhängigkeit. Und – auch das steht im ORF-Gesetz –: Die Unverwechselbarkeit des öffentlich-rechtlichen Österreichischen Rundfunks mit kommerziellen Sendern im In- und Ausland soll gegeben sein. – Auch davon kann bei weitem derzeit keine Rede sein! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Völlig falsch!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Franz Morak: Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! In der heutigen Sondersitzung des Nationalrates wird wieder ein Thema berührt, das in Vorwahlzeiten immer Konjunktur hat. Stehen Wahlen an, so wird von der Opposition zum Angriff auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geblasen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Völlig falsch!) Es handelt sich bei der heutigen Sitzung und der Debatte rund um den ORF also um keine Besonderheit des Jahres 2006. (Abg. Sburny: Die Besonderheit liegt bei Ihrem ...!)
Abg. Sburny: Die Besonderheit liegt bei Ihrem ...!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Franz Morak: Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! In der heutigen Sondersitzung des Nationalrates wird wieder ein Thema berührt, das in Vorwahlzeiten immer Konjunktur hat. Stehen Wahlen an, so wird von der Opposition zum Angriff auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geblasen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Völlig falsch!) Es handelt sich bei der heutigen Sitzung und der Debatte rund um den ORF also um keine Besonderheit des Jahres 2006. (Abg. Sburny: Die Besonderheit liegt bei Ihrem ...!)
Abg. Öllinger: Dem Pröll?
Gleich zu Beginn möchte ich an die Adresse jener, die sich in den vergangenen Wochen lautstark und medienwirksam Sorgen um den ORF gemacht haben, Folgendes sagen (Abg. Öllinger: Dem Pröll?): Wenn man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und seinen Auftrag ernst nimmt, so ist diesem nicht gedient, wenn man ihn zum Schauplatz parteipolitischer Strategiespiele umfunktioniert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Gleich zu Beginn möchte ich an die Adresse jener, die sich in den vergangenen Wochen lautstark und medienwirksam Sorgen um den ORF gemacht haben, Folgendes sagen (Abg. Öllinger: Dem Pröll?): Wenn man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und seinen Auftrag ernst nimmt, so ist diesem nicht gedient, wenn man ihn zum Schauplatz parteipolitischer Strategiespiele umfunktioniert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Sie finden das besonders witzig!
Meine Damen und Herren! Sie dürfen das dann alles hier sagen. Glauben Sie mir, Sie dürfen das alles hier sagen, dafür sind wir zusammengekommen. (Abg. Öllinger: Sie finden das besonders witzig!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Jede parteipolitische Polemik schadet dem Ansehen und dem Image des ORF. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Ein klares Ja – ein klares Ja! – zu jeder sachlichen Diskussion, ein klares Nein hingegen zu jeder Polemik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Jede parteipolitische Polemik schadet dem Ansehen und dem Image des ORF. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Ein klares Ja – ein klares Ja! – zu jeder sachlichen Diskussion, ein klares Nein hingegen zu jeder Polemik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Öllinger: Ja! – Abg. Dr. Wittmann: Schlechte Rollenverteilung!
In diesem Zusammenhang möchte ich einige Klarstellungen treffen. Der Dringliche Antrag der Grünen spricht wörtlich von einer „Besitzergreifung des ORF“ durch eine politische Partei. (Abg. Öllinger: Ja! – Abg. Dr. Wittmann: Schlechte Rollenverteilung!) – Soweit die Fakten. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Zusammenhang möchte ich einige Klarstellungen treffen. Der Dringliche Antrag der Grünen spricht wörtlich von einer „Besitzergreifung des ORF“ durch eine politische Partei. (Abg. Öllinger: Ja! – Abg. Dr. Wittmann: Schlechte Rollenverteilung!) – Soweit die Fakten. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rolle!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Fakten – Doppelpunkt –: Das Ergebnis der letzten Arbeiterkammerwahl im Jahre 2004 zeigt auf, wie die Parteipräferenz innerhalb des ORF gelagert ist. Im Gegensatz zu Betriebsratswahlen, die als Personen- und Persönlichkeitswahlen durchgeführt werden, werden bei dieser Wahl Parteilisten gewählt. Bei dieser Wahl werden Parteilisten gewählt. (Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rolle!) Dabei entfielen auf die Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter 63,3 Prozent. (Oh-Rufe bei der ÖVP.)
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Fakten – Doppelpunkt –: Das Ergebnis der letzten Arbeiterkammerwahl im Jahre 2004 zeigt auf, wie die Parteipräferenz innerhalb des ORF gelagert ist. Im Gegensatz zu Betriebsratswahlen, die als Personen- und Persönlichkeitswahlen durchgeführt werden, werden bei dieser Wahl Parteilisten gewählt. Bei dieser Wahl werden Parteilisten gewählt. (Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rolle!) Dabei entfielen auf die Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter 63,3 Prozent. (Oh-Rufe bei der ÖVP.)
Abg. Marizzi: Das ist eine geheime Wahl!
Auf den ÖAAB ... (Abg. Marizzi: Das ist eine geheime Wahl!) – Auf den ÖAAB 18,2 Prozent. (Abg. Dr. Wittmann: Nehmen Sie ihm das Mikrophon weg! – Rufe bei der ÖVP: Rotfunk!)
Abg. Dr. Wittmann: Nehmen Sie ihm das Mikrophon weg! – Rufe bei der ÖVP: Rotfunk!
Auf den ÖAAB ... (Abg. Marizzi: Das ist eine geheime Wahl!) – Auf den ÖAAB 18,2 Prozent. (Abg. Dr. Wittmann: Nehmen Sie ihm das Mikrophon weg! – Rufe bei der ÖVP: Rotfunk!)
Abg. Dr. Fekter: Rotfunk! – Abg. Öllinger: Unfassbar!
Auf Listen wie Gewerkschaftlicher Linksblock, Alternative und Grüne GewerkschafterInnen, Bunte Demokratie für alle und Bündnis Mosaik 15,6 Prozent. (Abg. Dr. Fekter: Rotfunk! – Abg. Öllinger: Unfassbar!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Brosz: Sie haben falsch umgeblättert!
Sie sehen also, meine Damen und Herren, dass die Dominanz dieser Partei, von der Sie in Ihrem Dringlichen Antrag gesprochen haben, nicht wahr ist und nicht zur Rede steht. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Brosz: Sie haben falsch umgeblättert!)
Abg. Dr. Wittmann: Das ist die falsche Rede! Ist das die Rede vom Vorjahr?
Kommen wir jetzt zum nächsten Vorwurf, der erhoben wurde, die Regierung sei in der Berichterstattung des ORF überrepräsentiert. (Abg. Dr. Wittmann: Das ist die falsche Rede! Ist das die Rede vom Vorjahr?) Die Sekundenauswertung der „ZiB-Watch“, also
Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!
jenes unabhängigen Instrumentariums, das die Sendezeit von Politikern misst, zeigt ein anderes Bild (Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!): Im Monat Mai lagen in dieser präzisen Auswertung in der „ZiB 1“ die Politiker Jörg Haider und Alfred Gusenbauer unangefochten auf den ersten beiden Plätzen. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber aus unterschiedlichen Gründen!)
Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber aus unterschiedlichen Gründen!
jenes unabhängigen Instrumentariums, das die Sendezeit von Politikern misst, zeigt ein anderes Bild (Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!): Im Monat Mai lagen in dieser präzisen Auswertung in der „ZiB 1“ die Politiker Jörg Haider und Alfred Gusenbauer unangefochten auf den ersten beiden Plätzen. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber aus unterschiedlichen Gründen!)
Abg. Scheibner: Verzetnitsch!
Unter den ersten zehn Politikern liegen vier Sozialdemokraten und natürlich Sie, Herr Professor Van der Bellen. (Abg. Scheibner: Verzetnitsch!) Also auch hier ist kein Übergewicht der Regierung feststellbar.
Abg. Dr. Wittmann: Das ist peinlich! Falsche Rede – falsche Rolle!
Es zählt zu den Besonderheiten der Diskussion der letzten Wochen und Monate, dass einzelne leitende Redakteure des ORF persönlich – ich wiederhole: persönlich! – zur Zielscheibe oppositioneller Kritik geworden sind. (Abg. Dr. Wittmann: Das ist peinlich! Falsche Rede – falsche Rolle!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Wo denn?
Es stellt sich folgende Frage: Stellt es der medienpolitischen Diskussion in unserem Land wirklich ein gutes Zeugnis aus, wenn Abgeordnete dieses Hauses, immerhin unter dem Schutz ihrer Immunität, führende Journalisten frontal und teils persönlich angreifen? (Abg. Dr. Van der Bellen: Wo denn?)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich appelliere daher nochmals an die Damen und Herren des Hohen Hauses und an die Opposition: Tragen Sie dem verfassungsmäßig gewährten Schutz der journalistischen Freiheit in diesem Land Rechnung! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Unglaublich! – Abg. Mag. Kogler: Staatssekretär für deplatzierte Leseübungen!
Eines kann mit Gewissheit gesagt werden: Unrichtige Behauptungen und Vorwürfe werden auch dann nicht wahrer, wenn man sie oft genug wiederholt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Unglaublich! – Abg. Mag. Kogler: Staatssekretär für deplatzierte Leseübungen!)
Abg. Dr. Wittmann: Wer hat diese Rede geschrieben?
Da brauchen wir Antworten, da sollten wir Antworten geben und Rahmenbedingungen schaffen, die durch die Politik gestaltet werden. Wir von der Regierung sind diesen Weg, meine Damen und Herren, die letzten Jahre konsequent gegangen. Nach jahrzehntelangen Versäumnissen der Medienpolitik unter Vranitzky und Klima hat sich diese Bundesregierung der Liberalisierung und Modernisierung der österreichischen Medienlandschaft gewidmet. (Abg. Dr. Wittmann: Wer hat diese Rede geschrieben?) Mit den Reformen der letzten Jahre – dem ORF-Gesetz, dem Privatfernsehgesetz, dem Privatradiogesetz, der Schaffung einer kompetenten Regulierungsbehörde und vielen weiteren Initiativen – konnte Österreich an den internationalen Standard in medienpolitischen Fragen anschließen. Die Zielsetzung des ORF-Gesetzes ist klar: Wir wollen einen starken, in seiner Existenz abgesicherten ORF. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Da brauchen wir Antworten, da sollten wir Antworten geben und Rahmenbedingungen schaffen, die durch die Politik gestaltet werden. Wir von der Regierung sind diesen Weg, meine Damen und Herren, die letzten Jahre konsequent gegangen. Nach jahrzehntelangen Versäumnissen der Medienpolitik unter Vranitzky und Klima hat sich diese Bundesregierung der Liberalisierung und Modernisierung der österreichischen Medienlandschaft gewidmet. (Abg. Dr. Wittmann: Wer hat diese Rede geschrieben?) Mit den Reformen der letzten Jahre – dem ORF-Gesetz, dem Privatfernsehgesetz, dem Privatradiogesetz, der Schaffung einer kompetenten Regulierungsbehörde und vielen weiteren Initiativen – konnte Österreich an den internationalen Standard in medienpolitischen Fragen anschließen. Die Zielsetzung des ORF-Gesetzes ist klar: Wir wollen einen starken, in seiner Existenz abgesicherten ORF. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen.
Die Sicherung des unabhängigen ORF wurde mit der Reform 2001 garantiert. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Dazu zählt die Unabhängigkeit der Personen und
Abg. Mag. Kogler: Das ist ja ein Text fürs Kabarett!
Organe des ORF. Das ORF-Gesetz beinhaltet gerade im Hinblick auf die programmgestaltenden Mitarbeiter Verbesserungen, die die Freiheit der journalistischen Berufsausübung aller journalistischen Mitarbeiter sichern. (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja ein Text fürs Kabarett!)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Ich hoffe mich mit Ihnen eins, dass Stiftungsräte angehalten sein sollten, sich bei allfälligen geschäftlichen Verbindungen mit dem ORF oder Unternehmungen, die in einem Naheverhältnis zum ORF stehen, eine strenge Unvereinbarkeit aufzuerlegen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bei der BAWAG ...!
Es ist nämlich unstrittig, dass auch die vom Aufsichtsrat vorzunehmende Personenwahl in seinem pflichtgemäßen Ermessen steht und dass daher der Aufsichtsrat beziehungsweise diejenigen seiner Mitglieder, die für den betreffenden Beschluss gestimmt haben, im Falle der Bestellung einer fachlich nicht geeigneten Person zum Vorstandsmitglied mit Haftungsfolgen zu rechnen haben – vor allem aber, und für mich ist dies eine Selbstverständlichkeit in einer Demokratie, dass Transparenz, Offenheit und Nachvollziehbarkeit bei der Wahl des Generaldirektors des ORF gegeben sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bei der BAWAG ...!)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.
Natürlich sind auch die Stiftungsräte für ihr Stimmverhalten bei der Wahl des Generaldirektors verantwortlich. Genau das ist nämlich einer der Garanten der Unabhängigkeit des ORF. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.)
Abg. Öllinger: Ja?!
Da der heute eingebrachte Dringliche Antrag die österreichische Mediengeschichte strapaziert, darf auch ich ein Beispiel aus der Vergangenheit bringen. Es betrifft die zweite Wahl von Gerd Bacher zum ORF-Generalintendanten im September 1978. (Abg. Öllinger: Ja?!) Als Ergebnis der damaligen geheimen Wahl konnte der damalige SPÖ-Zentralsekretär Karl Blecha die Vorwürfe von Bestechung und Erpressung in den Raum stellen und – ich zitiere wörtlich – „auf Verrätersuche“ gehen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Da der heute eingebrachte Dringliche Antrag die österreichische Mediengeschichte strapaziert, darf auch ich ein Beispiel aus der Vergangenheit bringen. Es betrifft die zweite Wahl von Gerd Bacher zum ORF-Generalintendanten im September 1978. (Abg. Öllinger: Ja?!) Als Ergebnis der damaligen geheimen Wahl konnte der damalige SPÖ-Zentralsekretär Karl Blecha die Vorwürfe von Bestechung und Erpressung in den Raum stellen und – ich zitiere wörtlich – „auf Verrätersuche“ gehen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen.
Es wäre wohl ein Unikum bei der Bestellung von Leitungspositionen in staatsnahen Betrieben, ein öffentliches Hearing durchzuführen. Die Besetzung von Leitungsfunktionen erfolgt im Aufsichtsrat und sonst nirgendwo! (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Beim ORF ist dies der Stiftungsrat. (Abg. Heinzl: Überraschung!)
Abg. Heinzl: Überraschung!
Es wäre wohl ein Unikum bei der Bestellung von Leitungspositionen in staatsnahen Betrieben, ein öffentliches Hearing durchzuführen. Die Besetzung von Leitungsfunktionen erfolgt im Aufsichtsrat und sonst nirgendwo! (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Beim ORF ist dies der Stiftungsrat. (Abg. Heinzl: Überraschung!)
Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Verantwortung des Stiftungsrates ist im ORF-Gesetz klar definiert. Wohin es führt, meine Damen und Herren, wenn man es mit der Sorgfaltspflicht eines Aufsichtsrates nicht so genau nimmt, wurde uns leider die letzten Wochen und Monate beim größten Finanzskandal der Zweiten Republik dramatisch vor Augen geführt. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede – falsche Rolle!
Gestatten Sie mir abschließend noch einige Worte zu Ihrer Sorge hinsichtlich der Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrages! (Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede – falsche Rolle!) Ich nehme dieses Thema sehr ernst, nicht nur weil es mir als Medienpolitiker ein Anliegen ist, sondern weil ich an das duale Rundfunksystem, also einen starken, qualitätsorientierten, wettbewerbsfähigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk einerseits und kommerziell orientierte Privatsender andererseits, glaube.
Abg. Öllinger: Das ist ja unglaublich!
Als weiteres Ziel sollten die Programmangebote des ORF ausgewogen, anspruchsvoll und für ein breites Publikum, also als massenattraktive Sendungen, gestaltet werden. Der Programmauftrag unterstreicht auch die besondere Bedeutung von Information, Kultur und Wissenschaft und hebt die Berücksichtigung von Sendungen für Minderheiten hervor. (Abg. Öllinger: Das ist ja unglaublich!) Da bietet der ORF auch in Zusammenarbeit mit einem privaten Hörfunkveranstalter – ich meine damit das Volksgruppenradio – spezielle öffentlich-rechtliche Programmangebote.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ORF sind mit viel Kompetenz und journalistischem Engagement bemüht, dem öffentlich-rechtlichen Auftrag bestmöglich nachzukommen. Es ist daher auch angebracht, ihnen für ihre teilweise hervorragenden journalistischen Arbeiten hier von dieser Stelle aus zu danken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Wem der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Österreich tatsächlich ein Anliegen ist, der sollte sich überlegen, ob und inwieweit er das geeignete Terrain für parteipolitische Scharmützel abgibt. Meine Damen und Herren, wenn uns nämlich der ORF als Institution wesentlich ist, dann lassen wir diesen doch aus der Parteipolitik heraus! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Brosz begibt sich mit Abg. Öllinger zum Rednerpult und stellt dort wieder die Tafel auf das Rednerpult, auf der der Bildschirm eines Computers sowie das ehemalige ORF-Testbild zu sehen sind, ergänzt um die Aufschrift „ÖVP“ sowie „www.rettet-den-orf.at.“ – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Testbild für die Testkoalition!
(Abg. Brosz begibt sich mit Abg. Öllinger zum Rednerpult und stellt dort wieder die Tafel auf das Rednerpult, auf der der Bildschirm eines Computers sowie das ehemalige ORF-Testbild zu sehen sind, ergänzt um die Aufschrift „ÖVP“ sowie „www.rettet-den-orf.at.“ – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Testbild für die Testkoalition!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Staatssekretär Morak, Sie sollten, glaube ich, ein ernsthaftes Wort mit der Person sprechen, die Ihre heutige Rede geschrieben hat. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Ich fürchte ganz ehrlich – und das tut mir wirklich Leid –, dass während Ihrer Rede sehr viele Menschen das machen, was man normalerweise bei der Werbung macht: dringende Erledigungen, die sonst im Haushalt nicht gemacht werden können, denn so spannend, wie es sein hätte können, Herr Staatssekretär, war Ihre Rede leider wirklich nicht. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wegen Ihnen wird niemand aufdrehen!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wegen Ihnen wird niemand aufdrehen!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Staatssekretär Morak, Sie sollten, glaube ich, ein ernsthaftes Wort mit der Person sprechen, die Ihre heutige Rede geschrieben hat. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Ich fürchte ganz ehrlich – und das tut mir wirklich Leid –, dass während Ihrer Rede sehr viele Menschen das machen, was man normalerweise bei der Werbung macht: dringende Erledigungen, die sonst im Haushalt nicht gemacht werden können, denn so spannend, wie es sein hätte können, Herr Staatssekretär, war Ihre Rede leider wirklich nicht. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wegen Ihnen wird niemand aufdrehen!)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Wir hätten uns auch, Herr Staatssekretär, etwas mehr Ernsthaftigkeit von Ihrer Seite gewünscht, und ich versuche, das ganz simpel zu erklären. Wenn Sie hier den Bediensteten im ORF ihr Wahlverhalten bei den Arbeiterkammer-Wahlen vorhalten (Zwischenrufe bei der ÖVP) und damit für uns sozusagen als Beweis demonstrieren wollen, wie rot der ORF ist, Herr Staatssekretär, dann muss ich schon sagen: Weit sind Sie gekommen in der ÖVP! Vielleicht fällt Ihnen demnächst auch noch ein – oder vielleicht tun Sie es auch schon –, dass Sie die Landtagswahlergebnisse oder die Nationalratswahlergebnisse der ORF-Bediensteten interpretieren. Ja wohin sind wir denn gekommen?! (Abg. Scheibner: Na, na, diese künstliche Aufregung!)
Abg. Scheibner: Na, na, diese künstliche Aufregung!
Wir hätten uns auch, Herr Staatssekretär, etwas mehr Ernsthaftigkeit von Ihrer Seite gewünscht, und ich versuche, das ganz simpel zu erklären. Wenn Sie hier den Bediensteten im ORF ihr Wahlverhalten bei den Arbeiterkammer-Wahlen vorhalten (Zwischenrufe bei der ÖVP) und damit für uns sozusagen als Beweis demonstrieren wollen, wie rot der ORF ist, Herr Staatssekretär, dann muss ich schon sagen: Weit sind Sie gekommen in der ÖVP! Vielleicht fällt Ihnen demnächst auch noch ein – oder vielleicht tun Sie es auch schon –, dass Sie die Landtagswahlergebnisse oder die Nationalratswahlergebnisse der ORF-Bediensteten interpretieren. Ja wohin sind wir denn gekommen?! (Abg. Scheibner: Na, na, diese künstliche Aufregung!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Trauen Sie den Menschen im ORF denn nicht zu, dass sie sehr wohl differenzieren können, ob sie bei der Betriebsratswahl, bei einer Nationalratswahl, bei einer Landtagswahl oder bei einer Arbeiterkammerwahl eben der Liste, die ihr Vertrauen hat, den Vorzug geben? Welchen Vorwurf wollen Sie daraus gegenüber den ORF-Bediensteten konstruieren? Das ist doch ungeheuerlich! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Freund: Na sicher!
Zweiter Punkt: Sie, Herr Staatssekretär Morak, stellen sich her und machen einem unserer Redner, Herrn Abgeordnetem Van der Bellen, einen Vorwurf, indem Sie sagen, wir würden führende Journalisten in diesem Land anschwärzen! (Abg. Freund: Na sicher!) Mir ist nur eine diesbezügliche Äußerung in Erinnerung, und die stammt von Herrn Landeshauptmann Pröll, der nämlich gesagt hat, Herr Rammerstorfer führe nicht, sondern lasse geschehen. Und: Im Hörfunk habe sich ein „Wildwuchs bei Nachrichten und Analysen“ ausgebreitet. – Lassen Sie das einmal auf sich wirken: ein „Wildwuchs bei Nachrichten“! Ja was heißt denn das? Das ist doch eine ungeheuerliche Äußerung: „Wildwuchs bei Nachrichten“! Es passt Pröll nicht, dass es so viele Nachrichten gibt; er möchte weniger Nachrichten.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
wäre dann die Einfalt, die Einfalt des Schwarzfunks ORF, den Sie sich wünschen, den sich Erwin Pröll wünscht! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Da spielen wir aber nicht mit – und da spielen auch sehr viele Menschen in unserem Land nicht mit! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sagen Sie das dem Herrn Pröll, aber nicht uns!
„Wildwuchs bei Nachrichten und Analysen“, was heißt denn das? Es gibt zu viele, zu vielfältige Analysen, einen „Wildwuchs“ also – und da muss man hinein schneiden, da muss man abschneiden? Das sind doch die Schlussfolgerungen, die man aus den Äußerungen des Herrn Landeshauptmannes Pröll ziehen muss. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sagen Sie das dem Herrn Pröll, aber nicht uns!)
Abg. Dr. Stummvoll: Haben Sie interveniert beim ORF?
Ich weiß nicht, ob Sie das sagen wollten, Herr Molterer, aber ich erinnere mich sehr gut daran, ich war nämlich der andere in dem Beitrag. Und ich kann Ihnen nur sagen: Wir haben gekämpft – und ich sage Ihnen auch ein zweites Beispiel –, dass es diesen Beitrag gibt. (Abg. Dr. Stummvoll: Haben Sie interveniert beim ORF?) Ich habe nicht gewusst, dass geplant war, den Jan Klima herauszuschneiden oder hinein zu nehmen, aber wir haben uns sehr wohl, als wir das erfahren haben, sofort aufgeregt. Wir haben die Causa „Euroteam“ damals durchgesetzt und auch eine Öffentlichkeit dafür erhalten; das ist richtig. (Abg. Scheibner: Was habt ihr durchgesetzt?)
Abg. Scheibner: Was habt ihr durchgesetzt?
Ich weiß nicht, ob Sie das sagen wollten, Herr Molterer, aber ich erinnere mich sehr gut daran, ich war nämlich der andere in dem Beitrag. Und ich kann Ihnen nur sagen: Wir haben gekämpft – und ich sage Ihnen auch ein zweites Beispiel –, dass es diesen Beitrag gibt. (Abg. Dr. Stummvoll: Haben Sie interveniert beim ORF?) Ich habe nicht gewusst, dass geplant war, den Jan Klima herauszuschneiden oder hinein zu nehmen, aber wir haben uns sehr wohl, als wir das erfahren haben, sofort aufgeregt. Wir haben die Causa „Euroteam“ damals durchgesetzt und auch eine Öffentlichkeit dafür erhalten; das ist richtig. (Abg. Scheibner: Was habt ihr durchgesetzt?)
Abg. Dr. Stummvoll: Märchenerzählung!
Was ist beispielsweise gewesen im Jahr 2000/2001, als Ihnen die Berichterstattung im Hörfunk – jetzt bin ich wieder beim Hörfunk –, im Speziellen das „Journal Panorama“, nicht gepasst hat? – Da haben Sie und die FPÖ damals eine Überprüfung dieser Sendereihe durchgesetzt – ein deutlicher Hinweis darauf, dass Ihnen dieses Sendeformat, ein überaus beliebtes und gutes Format, nicht gepasst hat. (Abg. Dr. Stummvoll: Märchenerzählung!) Das ist kein Märchen! (Abg. Dr. Stummvoll: Beweisen Sie es!)
Abg. Dr. Stummvoll: Beweisen Sie es!
Was ist beispielsweise gewesen im Jahr 2000/2001, als Ihnen die Berichterstattung im Hörfunk – jetzt bin ich wieder beim Hörfunk –, im Speziellen das „Journal Panorama“, nicht gepasst hat? – Da haben Sie und die FPÖ damals eine Überprüfung dieser Sendereihe durchgesetzt – ein deutlicher Hinweis darauf, dass Ihnen dieses Sendeformat, ein überaus beliebtes und gutes Format, nicht gepasst hat. (Abg. Dr. Stummvoll: Märchenerzählung!) Das ist kein Märchen! (Abg. Dr. Stummvoll: Beweisen Sie es!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sind wir jetzt für das türkische Fernsehen auch schon zuständig?
Was ist gewesen mit der Türkei-Berichterstattung rund um die steirischen Landtagswahlen: Türkei-Berichterstattung vor der Landtagswahl – Türkei-Berichterstattung nach der Landtagswahl? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sind wir jetzt für das türkische Fernsehen auch schon zuständig?)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ
Was ist gewesen – und diese Frage hätte ich gerne dem Herrn Bundeskanzler gestellt, der leider bei dieser Debatte nicht anwesend ist; ich weiß nicht, warum, wahrscheinlich deshalb, weil ihm hier nicht garantiert werden kann, dass er auf alle Kanäle durchgeschaltet wird (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ) –, als sich der Herr Bundeskanzler anlässlich der Winterolympiade produziert hat, wo er bei fast jedem – Gott sei Dank gewinnendem – Athleten aufgetaucht ist, ihm die Hand geschüttelt und ihn abgebusselt hat, bei den Analysen vorgekommen ist, so, als ob es das Wichtigste wäre, dass der Bundeskanzler überall im Bilde ist?! (Abg. Dr. Stummvoll: Sie hätten nicht gratuliert?)
Abg. Dr. Stummvoll: Sie hätten nicht gratuliert?
Was ist gewesen – und diese Frage hätte ich gerne dem Herrn Bundeskanzler gestellt, der leider bei dieser Debatte nicht anwesend ist; ich weiß nicht, warum, wahrscheinlich deshalb, weil ihm hier nicht garantiert werden kann, dass er auf alle Kanäle durchgeschaltet wird (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ) –, als sich der Herr Bundeskanzler anlässlich der Winterolympiade produziert hat, wo er bei fast jedem – Gott sei Dank gewinnendem – Athleten aufgetaucht ist, ihm die Hand geschüttelt und ihn abgebusselt hat, bei den Analysen vorgekommen ist, so, als ob es das Wichtigste wäre, dass der Bundeskanzler überall im Bilde ist?! (Abg. Dr. Stummvoll: Sie hätten nicht gratuliert?)
Beifall bei den Grünen.
So schauen die Realitäten derzeit im ORF aus! Und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist viel schlimmer geworden, als es jemals war! Und es war schon schlimm genug in der Vergangenheit! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist der Zustand des ORF, den wir uns nicht wünschen! Wir wollen Freiheit für die Berichterstattung, für die Meinung im ORF, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was hier geschieht, hat mit der Zukunft des ORF und der Diskussion über die Zukunft des ORF nichts, aber auch rein gar nichts zu tun! Dies ist in Wirklichkeit lediglich der Versuch, eine Zukunftsdiskussion des ORF zu verhindern und durch eine rot-grüne, parteipolitisch motivierte Inszenierung zu ersetzen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: Da haben Sie wirklich nicht zugehört!
Sie haben erstens hier behauptet, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ORF nicht an das Objektivitätsgebot, nicht an das Unabhängigkeitsgebot, das nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht darstellt, halten, dass sie diese Gebote verletzen würden. – Und das ist ein derart ungeheuerlicher Misstrauensvorwurf gegen die Redakteurinnen und Redakteure des ORF, den ich in deren Interesse massiv zurückweisen muss, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: Da haben Sie wirklich nicht zugehört!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Haben Sie den heutigen Artikel von Koller auch gelesen?
Ich gebe Andreas Koller absolut Recht, wenn er in einem Leitartikel titelt: Wer rettet den ORF vor seinen Rettern? – Herr Abgeordneter Van der Bellen, Sie tragen zum Untergang des ORF in diesem Sinne letztendlich bei – und das halte ich für verwerflich und ungeheuerlich! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Haben Sie den heutigen Artikel von Koller auch gelesen?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Die zweite Sache, Herr Professor Van der Bellen: Sie haben in Ihrer Rede gesagt, Sie wollen eigentlich gar nicht über den ORF diskutieren, sondern über die Führungsmannschaft des ORF. Wissen Sie, was Sie hier tun? – Sie ziehen die Entscheidung über die zukünftige Struktur, über die Führungsstruktur des ORF aus dem Stiftungsrat heraus und führen sie in die parteipolitische Dimension des Parlaments! Das ist ungeheuerlich, was Sie hier gemacht haben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll – in Richtung Grüne –: Das ist ungeheuerlich! – Abg. Dr. Van der Bellen: Sie machen das!
Herr Kollege Van der Bellen, Sie entmachten den Stiftungsrat, jene Einrichtung, die die Verantwortung für die Zukunft des ORF trägt! (Abg. Dr. Stummvoll – in Richtung Grüne –: Das ist ungeheuerlich! – Abg. Dr. Van der Bellen: Sie machen das!) Das ist eine Diskussion, wo Sie sich – habe ich den Eindruck – überhaupt nicht dessen bewusst sind, in welche Richtung Sie da tendieren.
Abg. Mag. Kogler: Scheinheiligkeit!
Herr Professor Van der Bellen, Sie haben sich selbst klar entlarvt: Sie wollen eine Verpolitisierung (Abg. Mag. Kogler: Scheinheiligkeit!), denn interessanterweise haben Sie in den gesamten Ausführungen über den öffentlich-rechtlichen Auftrag das Thema Programm überhaupt nie erwähnt. Es ist Ihnen ausschließlich um die Information gegangen. Ja, was liegt denn dann ganz klar auf dem Tisch? – Es geht Ihnen in Wahrheit um Ihren politischen Einfluss dort! (Zwischenrufe bei den Grünen.) Es ist doch auch entlarvend, dass Sie hier gesagt haben, Sie wollen die Diskussion hier im Parlament führen, weil Sie nur einen Stiftungsrat haben. – Herr Professor Van der Bellen, sich selbst die Maske so vom Gesicht zu reißen, das habe ich eigentlich noch selten hier in diesem Hause erlebt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Herr Professor Van der Bellen, Sie haben sich selbst klar entlarvt: Sie wollen eine Verpolitisierung (Abg. Mag. Kogler: Scheinheiligkeit!), denn interessanterweise haben Sie in den gesamten Ausführungen über den öffentlich-rechtlichen Auftrag das Thema Programm überhaupt nie erwähnt. Es ist Ihnen ausschließlich um die Information gegangen. Ja, was liegt denn dann ganz klar auf dem Tisch? – Es geht Ihnen in Wahrheit um Ihren politischen Einfluss dort! (Zwischenrufe bei den Grünen.) Es ist doch auch entlarvend, dass Sie hier gesagt haben, Sie wollen die Diskussion hier im Parlament führen, weil Sie nur einen Stiftungsrat haben. – Herr Professor Van der Bellen, sich selbst die Maske so vom Gesicht zu reißen, das habe ich eigentlich noch selten hier in diesem Hause erlebt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Herr Professor Van der Bellen, Sie haben sich selbst klar entlarvt: Sie wollen eine Verpolitisierung (Abg. Mag. Kogler: Scheinheiligkeit!), denn interessanterweise haben Sie in den gesamten Ausführungen über den öffentlich-rechtlichen Auftrag das Thema Programm überhaupt nie erwähnt. Es ist Ihnen ausschließlich um die Information gegangen. Ja, was liegt denn dann ganz klar auf dem Tisch? – Es geht Ihnen in Wahrheit um Ihren politischen Einfluss dort! (Zwischenrufe bei den Grünen.) Es ist doch auch entlarvend, dass Sie hier gesagt haben, Sie wollen die Diskussion hier im Parlament führen, weil Sie nur einen Stiftungsrat haben. – Herr Professor Van der Bellen, sich selbst die Maske so vom Gesicht zu reißen, das habe ich eigentlich noch selten hier in diesem Hause erlebt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Das Problem ist die ÖVP!
Übrigens: Unabhängigkeit; ich habe mich erkundigt: Wenn Sie Probleme haben (Abg. Mag. Kogler: Das Problem ist die ÖVP!) und es Fälle gäbe, dann frage ich Sie: Warum ist derzeit – nach meinem Informationsstand – beim Bundeskommunikationssenat keine Beschwerde der Grünen anhängig? Warum hat es eine einzige Beschwerde der Grünen in den letzten Jahren gegeben (Abg. Öllinger: Weil es sinnlos ist! – Abg.
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Sie haben einen Stiftungsrat, der von sich behauptet, er sei unabhängig, aber in der letzten Sitzung des Stiftungsrates erklärt hat, er hätte seine Wortmeldung selbstverständlich mit Professor Van der Bellen abgestimmt. – So weit zur Unabhängigkeit Ihres Stiftungsrates. (Oh-Rufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Unglaublich!
Sie haben einen Stiftungsrat, der Geschäfte mit dem ORF macht, Pächter des Radiokultur-Cafés ist, das TV-Übertragungen auf Großleinwand macht. Die Rechte dafür hat er vom ORF bekommen. (Abg. Dr. Stummvoll: Unglaublich!) Ja, unglaublich, meine Damen und Herren, ist das! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Grünen.) Das ist es, was Sie in Wirklichkeit hier machen. Es ist schade, dass wir diese Chance der Zukunftsdiskussion durch Ihre Verpolitisierung letztendlich nicht nutzen können.
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Grünen.
Sie haben einen Stiftungsrat, der Geschäfte mit dem ORF macht, Pächter des Radiokultur-Cafés ist, das TV-Übertragungen auf Großleinwand macht. Die Rechte dafür hat er vom ORF bekommen. (Abg. Dr. Stummvoll: Unglaublich!) Ja, unglaublich, meine Damen und Herren, ist das! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Grünen.) Das ist es, was Sie in Wirklichkeit hier machen. Es ist schade, dass wir diese Chance der Zukunftsdiskussion durch Ihre Verpolitisierung letztendlich nicht nutzen können.
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist ein Filz, ein roter Filz!
Letzte Bemerkung. Es wird jetzt Kollege Cap herauskommen, dem ich nur in Erinnerung rufe: ORF-Intendant Kunz: ehemaliger Pressesprecher/Bundeskanzler, SPÖ, Generalintendant Zeiler: ehemaliger Pressesprecher/Kanzler, SPÖ, Stiftungsrat Kramer: ehemaliger Pressesprecher/Kanzler, SPÖ, Rudas: ehemaliger Sekretär von Blecha, dann ORF-Pressesprecher, dann ORF-Generalsekretär und nachher SPÖ-Zentralsekretär. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist ein Filz, ein roter Filz!)
Abg. Öllinger: Und was ist mit Bergmann?
Ich rufe Ihnen weiters in Erinnerung: Kalina, von dem Gusenbauer selbst im Zusammenhang mit dem ORF von „Schandtaten“ spricht. (Abg. Öllinger: Und was ist mit Bergmann?) Und, meine Damen und Herren, ich rufe in Erinnerung, dass es die SPÖ war, die den ORF der ÖIAG eingliedern wollte, und Bürgermeister Häupl immerhin gesagt hat, er will, dass der ORF eine AG wird, damit dann ein Kanal privatisiert werden kann. – Das ist Ihre wahre Absicht!
Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Meine Damen und Herren! Mir ist dieser ORF sehr wichtig, und ich bin mir meiner Verantwortung als Mediensprecher bewusst. Ich appelliere daher an Sie: Stoppen Sie endlich diese Menschenhatz – und lassen Sie den ORF in eine gute Zukunft gehen! (Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Stimmt, Herr Klubobmann Molterer, alle Parteien haben Fehler gemacht in Bezug auf den ORF. Wir geben es zu. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Wir geben es zu, aber Sie nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Stimmt, Herr Klubobmann Molterer, alle Parteien haben Fehler gemacht in Bezug auf den ORF. Wir geben es zu. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Wir geben es zu, aber Sie nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Sie von der ÖVP sollten hier Selbstkritik üben, sich ein bisschen geißeln und sagen: Ich habe gesündigt, denn ich habe die demokratischen Spielregeln nicht eingehalten! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dieses Problem kennen Sie, gell?
Aber wenn Sie sagen, es geht um die Zukunft des ORF, dann muss ich sagen, man kann natürlich über die Digitalisierung debattieren, über die deutschen Fenster, darüber, dass die keine österreichische Programmschöpfung machen, dass man das regeln sollte. Dafür bin ich, für eine wirklich konkrete, sachliche Debatte darüber. Aber das Allerwichtigste für den ORF ist die Glaubwürdigkeit. Das ist das Entscheidende. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dieses Problem kennen Sie, gell?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Okay, machen wir es so! Aber dann ist er kaputt, der ORF. Und ich finde, das ist schade, denn der ORF ist ein ganz wichtiges kulturelles Medium in Österreich, er ist für unsere kulturelle Identität von größter Bedeutung. Er ist ein wichtiges Informationsmedium, und man sollte mit diesem Unternehmen wirtschaftlich – denn Sie haben in der Vergangenheit ja mit Gesetzen ziemlich „gezwangelt“ – nicht so umgehen und auch mit den Journalisten, die da drinnen arbeiten und tagtäglich um ihre Freiheit kämpfen, nicht so umgehen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie haben sich wenigstens bemüht – immer wenn Staatssekretär Morak diesen Grillparzer-Ton bekommt, weiß man: Jetzt hat er Distanz zum Text. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) – Auch eine Form der Ehrlichkeit, nur: Ich meine, man muss das schon einmal richtig bewerten. Wenn der Landeshauptmann von Niederösterreich, Pröll, in die Medien geht (Abg. Mag. Molterer: Was hat denn der Gusenbauer gemacht?) und sagt, da gehört der Hörfunkdirektor weg – also ein ÖVPler richtet dem anderen ÖVPler aus: Du gehörst weg, denn du lässt es in deinem Unternehmen, im Hörfunk, geschehen, dass dort die Objektivität eingehalten wird, die Unabhängigkeit eingehalten wird, dass dort einfach die Journalisten ihre Pflicht erfüllen können! Du gehörst weg! Das nenne ich Wildwuchs – ich, Fürst von Niederösterreich! –, sollte sich Pröll meiner Meinung nach eine Perücke aufsetzen und mit der Kutsche durchs Land fahren, damit man wenigstens erkennt, wer da kommt! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Was hat denn der Gusenbauer gemacht?
Sie haben sich wenigstens bemüht – immer wenn Staatssekretär Morak diesen Grillparzer-Ton bekommt, weiß man: Jetzt hat er Distanz zum Text. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) – Auch eine Form der Ehrlichkeit, nur: Ich meine, man muss das schon einmal richtig bewerten. Wenn der Landeshauptmann von Niederösterreich, Pröll, in die Medien geht (Abg. Mag. Molterer: Was hat denn der Gusenbauer gemacht?) und sagt, da gehört der Hörfunkdirektor weg – also ein ÖVPler richtet dem anderen ÖVPler aus: Du gehörst weg, denn du lässt es in deinem Unternehmen, im Hörfunk, geschehen, dass dort die Objektivität eingehalten wird, die Unabhängigkeit eingehalten wird, dass dort einfach die Journalisten ihre Pflicht erfüllen können! Du gehörst weg! Das nenne ich Wildwuchs – ich, Fürst von Niederösterreich! –, sollte sich Pröll meiner Meinung nach eine Perücke aufsetzen und mit der Kutsche durchs Land fahren, damit man wenigstens erkennt, wer da kommt! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Sie haben sich wenigstens bemüht – immer wenn Staatssekretär Morak diesen Grillparzer-Ton bekommt, weiß man: Jetzt hat er Distanz zum Text. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) – Auch eine Form der Ehrlichkeit, nur: Ich meine, man muss das schon einmal richtig bewerten. Wenn der Landeshauptmann von Niederösterreich, Pröll, in die Medien geht (Abg. Mag. Molterer: Was hat denn der Gusenbauer gemacht?) und sagt, da gehört der Hörfunkdirektor weg – also ein ÖVPler richtet dem anderen ÖVPler aus: Du gehörst weg, denn du lässt es in deinem Unternehmen, im Hörfunk, geschehen, dass dort die Objektivität eingehalten wird, die Unabhängigkeit eingehalten wird, dass dort einfach die Journalisten ihre Pflicht erfüllen können! Du gehörst weg! Das nenne ich Wildwuchs – ich, Fürst von Niederösterreich! –, sollte sich Pröll meiner Meinung nach eine Perücke aufsetzen und mit der Kutsche durchs Land fahren, damit man wenigstens erkennt, wer da kommt! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Und da hätte ich mir erwartet, und zwar sowohl von Staatssekretär Morak als auch von Klubobmann Molterer, dass sie sich von diesem frechen Angriff auf die Freiheit der Journalisten hier vom Rednerpult aus distanzieren. – Nichts dergleichen haben Sie getan! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Oder er kämpft. Und viele kämpfen mutig gegen dieses Diktat, das von diesem Schreibtisch in diesem Unternehmen ausgeht, wenn es um die Freiheit im ORF geht. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Schöls und Rädler.
„Noch nie in der Geschichte der Zweiten Republik wurde der medienpolitische Machtanspruch so ungeniert artikuliert wie unter der ,Wenderegierung‘. (...) Der ORF wird als Besitz betrachtet, Politiker fühlen sich als Hausherren. (...) Eine neue Facette im System ist die Unverfrorenheit, mit der die politischen Parteien ihre Kandidaten aufstellen und bewerben.“ (Zwischenrufe der Abgeordneten Schöls und Rädler.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Murauer: Was habt ihr gelernt, Herr Cap?
Wir haben von unseren Fehlern gelernt – Sie nicht! Bei Ihnen herrscht die Panzer-Mentalität vor! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Murauer: Was habt ihr gelernt, Herr Cap?) Sie wollen diesen Weg fortsetzen (Abg. Murauer: Noch einmal: Was habt ihr gelernt?) – und wenn der ORF daran zerbricht! Das ist Ihnen egal. (Zwischenruf der Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer.)
Abg. Murauer: Noch einmal: Was habt ihr gelernt?
Wir haben von unseren Fehlern gelernt – Sie nicht! Bei Ihnen herrscht die Panzer-Mentalität vor! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Murauer: Was habt ihr gelernt, Herr Cap?) Sie wollen diesen Weg fortsetzen (Abg. Murauer: Noch einmal: Was habt ihr gelernt?) – und wenn der ORF daran zerbricht! Das ist Ihnen egal. (Zwischenruf der Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer.
Wir haben von unseren Fehlern gelernt – Sie nicht! Bei Ihnen herrscht die Panzer-Mentalität vor! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Murauer: Was habt ihr gelernt, Herr Cap?) Sie wollen diesen Weg fortsetzen (Abg. Murauer: Noch einmal: Was habt ihr gelernt?) – und wenn der ORF daran zerbricht! Das ist Ihnen egal. (Zwischenruf der Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie Bravorufe bei der SPÖ.
Lassen Sie das endlich zu: im Interesse der ZuseherInnen und ZuhörerInnen, im Interesse des ORF, im Interesse der Demokratie in Österreich! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ. – Ruf bei der SPÖ: Und der Herr Westenthaler!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche - BZÖ): Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Gusenbauer, der Möchtegern-Fürst der SPÖ, sagt: Wrabetz wird Generaldirektor! – Herr Cap, das ist hüben wie drüben genau das Gleiche: Sie stellen sich hier heraus, beschimpfen die ÖVP, dass sie die Frau Lindner favorisiert – Herr Gusenbauer favorisiert den Herrn Wrabetz. Ich werde Ihnen eines sagen – ich bin mit meiner Meinung ja nicht oft deckungsgleich mit den Grünen, aber da bin ich deckungsgleich –: Das ist hüben wie drüben das gleiche Theater! Das, was Sie gerade beschrieben haben im ORF, dürfte nichts anderes sein als die Beschreibung einer Zeit, wie Sie sie noch erlebt haben, als Sie in einer großen Koalition den ORF gemeinsam geführt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ. – Ruf bei der SPÖ: Und der Herr Westenthaler!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Eh nicht, aber ...!
Ich habe auch in den letzten Wochen und Tagen viele Gespräche mit Redakteuren, mit Journalisten, mit beunruhigten Sehern geführt, aber wissen Sie, was mich an der Diskussion stört – und das haben auch meine Vorredner hier, mit Ausnahme von Herrn Klubobmann Molterer, nicht anders gehalten –? In Wirklichkeit gibt es eine medial verkürzte Diskussion: Wer wird Generaldirektor? – Als ob das das einzige Problem des ORF wäre! Ob das wirklich das einzige Problem ist, das uns beschäftigt (Abg. Dr. Van der Bellen: Eh nicht, aber ...!): Wer wird Generaldirektor oder -direktorin? Und wer wird Informationsdirektor oder -direktorin? Und wie wählen wir ihn?
Abg. Neudeck: Schad’ ums Papier!
Man muss sich diese Anfrage einmal auf der Zuge zergehen lassen! (Abg. Neudeck: Schad’ ums Papier!) Da geht es nur um die Frau Generaldirektorin Lindner: Wo ist sie? Wo war sie? Wem hat sie zugeklatscht? Mit wem spricht sie? (Abg. Öllinger – ein
Abg. Öllinger: Wo steht denn das?
Exemplar des Dringlichen Antrages in die Höhe haltend –: Wo lesen Sie das? – Abg. Gradwohl: Wo steht das da?) Was hat sie gemacht? – Seien Sie mir nicht böse, aber ich glaube, es gibt wichtigere Dinge im ORF, es gibt viel wichtigere Dinge! (Abg. Öllinger: Wo steht denn das?)
Abg. Öllinger: Wo steht das?
Wenn Herr Cap sich hier herausstellt (Abg. Öllinger: Wo steht das?) und sich dort in diesen Jammerton einnabelt (Abg. Öllinger: Wo steht denn das?) und sich beschäftigt mit dem, was in den letzten Jahren gemacht wurde, dann sage ich ihm: Herr Dr. Cap, es gibt wichtigere Fragen im ORF! (Abg. Öllinger: Wo lesen Sie das?) – Anscheinend, Herr Öllinger, haben Sie Ihre Anfrage selbst nicht gelesen. (Abg. Öllinger: Lesen Sie den Antrag! Da kommt ein Mal der Name „Lindner“ vor!) Es tut mir sehr Leid, dass Sie in Ihrem Klub die eigene Anfrage nicht lesen.
Abg. Öllinger: Wo steht denn das?
Wenn Herr Cap sich hier herausstellt (Abg. Öllinger: Wo steht das?) und sich dort in diesen Jammerton einnabelt (Abg. Öllinger: Wo steht denn das?) und sich beschäftigt mit dem, was in den letzten Jahren gemacht wurde, dann sage ich ihm: Herr Dr. Cap, es gibt wichtigere Fragen im ORF! (Abg. Öllinger: Wo lesen Sie das?) – Anscheinend, Herr Öllinger, haben Sie Ihre Anfrage selbst nicht gelesen. (Abg. Öllinger: Lesen Sie den Antrag! Da kommt ein Mal der Name „Lindner“ vor!) Es tut mir sehr Leid, dass Sie in Ihrem Klub die eigene Anfrage nicht lesen.
Abg. Öllinger: Wo lesen Sie das?
Wenn Herr Cap sich hier herausstellt (Abg. Öllinger: Wo steht das?) und sich dort in diesen Jammerton einnabelt (Abg. Öllinger: Wo steht denn das?) und sich beschäftigt mit dem, was in den letzten Jahren gemacht wurde, dann sage ich ihm: Herr Dr. Cap, es gibt wichtigere Fragen im ORF! (Abg. Öllinger: Wo lesen Sie das?) – Anscheinend, Herr Öllinger, haben Sie Ihre Anfrage selbst nicht gelesen. (Abg. Öllinger: Lesen Sie den Antrag! Da kommt ein Mal der Name „Lindner“ vor!) Es tut mir sehr Leid, dass Sie in Ihrem Klub die eigene Anfrage nicht lesen.
Abg. Öllinger: Lesen Sie den Antrag! Da kommt ein Mal der Name „Lindner“ vor!
Wenn Herr Cap sich hier herausstellt (Abg. Öllinger: Wo steht das?) und sich dort in diesen Jammerton einnabelt (Abg. Öllinger: Wo steht denn das?) und sich beschäftigt mit dem, was in den letzten Jahren gemacht wurde, dann sage ich ihm: Herr Dr. Cap, es gibt wichtigere Fragen im ORF! (Abg. Öllinger: Wo lesen Sie das?) – Anscheinend, Herr Öllinger, haben Sie Ihre Anfrage selbst nicht gelesen. (Abg. Öllinger: Lesen Sie den Antrag! Da kommt ein Mal der Name „Lindner“ vor!) Es tut mir sehr Leid, dass Sie in Ihrem Klub die eigene Anfrage nicht lesen.
Abg. Dr. Matznetter: Das stimmt aber nicht mit der ÖVP!
Diese Kritik, die hier geäußert wird, ist verkürzt. Sie ist insofern berechtigt, als es in diesem Rundfunk tatsächlich Probleme gibt. Es ist berechtigt, darauf hinzuweisen, dass man hier über sehr viele Dinge nachdenken sollte. Das stimmt. (Abg. Dr. Matznetter: Das stimmt aber nicht mit der ÖVP!) – Herr Kollege Matznetter, Sie sollten eher bei irgendeiner Krisensitzung des ÖGB und der SPÖ sein, denn ich glaube, dort gibt es genug Probleme zu lösen, und nicht hier auch noch über den ORF mitdiskutieren. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.
Diese Kritik, die hier geäußert wird, ist verkürzt. Sie ist insofern berechtigt, als es in diesem Rundfunk tatsächlich Probleme gibt. Es ist berechtigt, darauf hinzuweisen, dass man hier über sehr viele Dinge nachdenken sollte. Das stimmt. (Abg. Dr. Matznetter: Das stimmt aber nicht mit der ÖVP!) – Herr Kollege Matznetter, Sie sollten eher bei irgendeiner Krisensitzung des ÖGB und der SPÖ sein, denn ich glaube, dort gibt es genug Probleme zu lösen, und nicht hier auch noch über den ORF mitdiskutieren. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Öllinger: Wir!
Was ist wirklich wichtig für diesen ORF? – Perspektiven, die Finanzierungsfrage, die Visionen: Wohin entwickelt sich der ORF? Welche Konzepte gibt es? – Das ist das, was ich vermisse, das ist das, was auch meine Fraktion vermisst bei der jetzigen Diskussion. Wir stehen knapp vor einer entscheidenden Wahl: Wir stehen knapp vor einer Wahl des Führungsgremiums des ORF für die nächsten fünf Jahre. – Wir diskutieren lediglich über Köpfe! Wer spricht darüber, wie man sich den Herausforderungen der Zukunft stellen wird? Wer spricht darüber, wie man sich künftig in der neuen Medienlandschaft behaupten kann? Wer spricht darüber, wie man sich abgrenzen kann von den Privatfernsehstationen, speziell aus Deutschland? Wer spricht darüber, wie man mit den sinkenden Zuschauerzahlen umgeht? (Abg. Öllinger: Wir!) Wer spricht darüber, wie man auch künftig moderne Programme gestalten kann, wie man innovativ ist?
Beifall bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Wer spricht zum Beispiel darüber, wie man für jugendliche Zuseher und für Senioren spezielle Programme gestalten kann? Wer macht sich Gedanken darüber, dass man mit innovativen Ideen den ORF wieder beleben kann? – Das wären eigentlich die zentralen Fragen, wenn es darum geht, wie man mit diesem sehr wichtigen Instrument umgehen soll. (Beifall bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
die Abgeordneten Öllinger und Brosz – auf ein Exemplar des Dringlichen Antrages weisend –: Antrag! Antrag! Nicht Anfrage!
Nicht sich hier herausstellen und stundenlang diskutieren: Ist die Direktorin rot oder schwarz oder vielleicht grün? – Herr Professor Van der Bellen, das sollte zweitrangig sein! Es geht um Perspektiven für den Rundfunk! Und da gibt es so viele offene Fragen: Bleibt der Standort am Küniglberg, oder kommt er woanders hin? Wie entwickelt man die Personalpolitik am Küniglberg? – Da gibt es so viele offene Punkte! Dort fehlen mir die Strategien, damit hätten Sie sich in Ihrer Anfrage beschäftigen sollen – aber das habe ich vermisst! Da hätte ich mir gewünscht, dass Sie auch die Frage stellen: Wie sieht das neue Führungsgremium diesen Perspektiven entgegen?, und nicht, ob die Wahl geheim ist oder nicht. – Also seien wir einmal ganz ehrlich: Eine lächerliche Anfrage ist das in Wirklichkeit gewesen (die Abgeordneten Öllinger und Brosz – auf ein Exemplar des Dringlichen Antrages weisend –: Antrag! Antrag! Nicht Anfrage!), denn dazu hat schon Herr Staatssekretär Morak ganz klar ausgeführt, dass das rechtlich gar nicht möglich ist. Dieser Antrag ist lächerlich – ja, genau, Herr Kollege Brosz: Lächerlich ist er!
Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Deshalb sage ich Ihnen eines ganz klar: Sie haben heute hier massiv das Thema verfehlt. Die Probleme im ORF sollte man in anderen Gremien lösen. Der Stiftungsrat ist ein gutes Gremium, der Stiftungsrat nimmt seine Aufgabe auch sehr ernst. Er hat sich dieser Sache angenommen. Er wird in den nächsten Wochen wichtige Entscheidungen zu treffen haben. Und in Wirklichkeit ist jeder Stiftungsrat zu bedauern, weil er durch die politischen Machenschaften, die hier von der Opposition in den ORF hineingetragen werden, in seiner Entscheidungsfreiheit eingeschränkt wird und in seiner Entscheidungsfreiheit von außen negativ beeinflusst wird. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mandak: Oh weh, oh weh!
Meine geschätzten Damen und Herren von Rot und Grün! Lassen Sie den ORF dort, wo er ist! Er ist auf einem guten Weg. Sorgen wir lieber gemeinsam dafür, dass die strukturellen Probleme des ORF dort gelöst werden, wo sie hingehören, nämlich im Führungsgremium! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mandak: Oh weh, oh weh!)
Ironische Heiterkeit und lebhafte Zwischenrufe bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ und ÖVP.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Herr Präsident! Poštovane dame i gospodo! Meine sehr geehrten Damen und Herren! In den Händen von Uwe Scheuch lassen wir den ORF ganz sicher nicht! Das versprechen wir Ihnen – ich nehme an, ich spreche auch im Namen der sozialdemokratischen Opposition. (Ironische Heiterkeit und lebhafte Zwischenrufe bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dipl.-Ing. Scheuch, Neudeck und Dr. Bleckmann.
Wenn man nämlich etwas in den Händen von Uwe Scheuch lässt, dann sollte man sich vor Augen halten: Er weiß nicht einmal, dass es sich heute nicht um eine Dringliche Anfrage der Grünen handelt, sondern um einen Dringlichen Antrag, in dem es darum geht, das ORF-Gesetz zu ändern. Jetzt stellen Sie sich vor, er hätte im ORF tatsächlich etwas zu sagen! – Na gute Nacht! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dipl.-Ing. Scheuch, Neudeck und Dr. Bleckmann.)
Abg. Mag. Molterer: Jawohl! Jawohl!
Meine Damen und Herren! Aber auch Herr Klubobmann Molterer mit seiner letzten Bemerkung: Lassen Sie doch „die Menschenhatz“! (Abg. Mag. Molterer: Jawohl! Jawohl!), bezogen auf die Grünen und ihre Kritik an der ORF-Führung. – Herr Klubob-
Beifall bei den Grünen.
mann Molterer! Lassen Sie die Hatz – mit „Sie“ meine ich jetzt die ÖVP, aber auch Sie persönlich – auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ORF! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich sage Ihnen eines, Herr Klubobmann Molterer: Reden Sie einmal mit dem Herrn Präsidenten Khol, der – zugegeben, da war er noch nicht Präsident, da war er „nur“, unter Anführungszeichen, Klubobmann der ÖVP-Fraktion, wobei die ÖVP in der Regierung war – damals gesprochen hat von den „roten Gfrießern“, die einem entgegenrinnen, bezogen auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ORF! Was ist das, Herr Klubobmann Molterer, wenn nicht Menschenhatz, Diskreditierung und Verurteilung? (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ellmauer: ... mehr als 63 Prozent!
Meine Sorge gilt in erster Linie dem, was der ORF den Bürgerinnen und Bürgern und FernsehzuschauerInnen in diesem Land bietet – und das ist nicht mehr das, was das ORF-Gesetz gebietet, was zu tun wäre. (Abg. Ellmauer: ... mehr als 63 Prozent!) Das ist unsere Sorge, deshalb heute die Diskussion, deshalb die Sorge der Grünen, dass sich bei der ab morgen sozusagen laufenden Ausschreibung für die oberste Führungsgarnitur des ORF die Dinge keineswegs zum Guten verändern werden. Wenn schon auf kleine Redakteure dieser Druck ausgeübt wird, na dann wollen wir ja gar nicht reden von dem, was da oben passiert! Aber viel braucht ja nicht mehr zu passieren, Frau Lindner sitzt ohnedies bei ÖVP-Veranstaltungen in der ersten Reihe und zeigt ja schon bildlich, wie und mit wem sie es hält. Das ist Tatsache!
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Was ist daran objektiv, was ist daran noch gesetzesgemäß? Es ist schwarze Politik! – Wir sehen auch schwarz, und deshalb der heutige Dringliche Antrag. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich habe Ihren Redebeiträgen außerordentlich genau zugehört, ganz besonders dem Herrn Kollegen Cap und der Frau Kollegin Stoisits. Hier handelt es sich um eine unglaubliche Heuchelei. Ich habe so etwas noch nie erlebt! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es geht Ihnen überhaupt nicht um einen erfolgreichen ORF, auch wenn Sie das immer wieder auf den Lippen tragen, sondern es geht Ihnen schlicht und einfach darum, den ORF fertigzumachen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Und das möchte ich von Grund auf massiv zurückweisen.
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Der ORF ist ein hervorragendes Unternehmen und wird auch hervorragend geführt. Das möchte ich hier ausdrücklich festhalten. Dass Sie nicht mit allem einverstanden sind, ist okay, aber auch uns gefällt nicht alles. Allerdings handelt es sich dabei nicht um Angelegenheiten, die hier zu lösen sind. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Hier lösen kann man nur die Regelungen, die wir im ORF-Gesetz festgelegt haben – und die sind einwandfrei, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Bleckmann.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Bleckmann.
Der ORF ist ein hervorragendes Unternehmen und wird auch hervorragend geführt. Das möchte ich hier ausdrücklich festhalten. Dass Sie nicht mit allem einverstanden sind, ist okay, aber auch uns gefällt nicht alles. Allerdings handelt es sich dabei nicht um Angelegenheiten, die hier zu lösen sind. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Hier lösen kann man nur die Regelungen, die wir im ORF-Gesetz festgelegt haben – und die sind einwandfrei, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Bleckmann.)
Abg. Reheis: ... ist auch nicht besser!
Und worum geht es Ihnen? – Es geht Ihnen überhaupt nicht darum, irgendetwas an der ORF-Linie oder am ORF insgesamt zu beleuchten. Sie beschäftigen sich – wie auch schon mehrere Redner vor mir gesagt haben – nur mit der Information, mit sonst nichts. Dass der ORF hervorragendes Programm macht, findet bei Ihnen überhaupt keine Erwähnung. (Abg. Reheis: ... ist auch nicht besser!)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Cap hat Herrn Staatssekretär Morak den – wie er es genannt hat – „Grillparzer-Ton“ angedichtet. Grillparzer war ein hervorragender Dichter, ein wirklicher Weiser. Wenn Staatssekretär Morak diesen Ton hat, dann gratuliere ich ihm dazu. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist in jedem Fall besser, als ein Büttenredner zu sein, so wie Sie es des Öfteren sind, Herr Kollege Cap. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Cap hat Herrn Staatssekretär Morak den – wie er es genannt hat – „Grillparzer-Ton“ angedichtet. Grillparzer war ein hervorragender Dichter, ein wirklicher Weiser. Wenn Staatssekretär Morak diesen Ton hat, dann gratuliere ich ihm dazu. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist in jedem Fall besser, als ein Büttenredner zu sein, so wie Sie es des Öfteren sind, Herr Kollege Cap. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Was macht denn der jetzt, der Kalina? – Abg. Mag. Molterer: Was macht er jetzt?
Herr Abgeordneter Cap hat in seiner Rede gemeint, dass es einen Eingriff in den ORF in diesem Ausmaß noch nie gegeben hat. Diesen haben angeblich die ÖVP und Klubobmann Molterer getätigt. – Tatsächlich hat es jedoch vor einigen Jahren einen Eingriff in den ORF gegeben, wie er in der Geschichte der Zweiten Republik wohl einzigartig ist: Es war Herr Kalina – wenn ich Ihnen das in Erinnerung rufen darf –, der damals tatsächlich in den Schneideraum des ORF eingegriffen hat und acht Sekunden einer Aufnahme rausschneiden hat lassen, als diese Affäre ... (Abg. Scheibner: Was macht denn der jetzt, der Kalina? – Abg. Mag. Molterer: Was macht er jetzt?) – Der Herr Kalina ist derzeit der Pressesprecher beziehungsweise der Zuständige für die Pressearbeit der SPÖ. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Wahlkampfleiter! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Blödsinnigkeiten!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Wahlkampfleiter! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Blödsinnigkeiten!
Herr Abgeordneter Cap hat in seiner Rede gemeint, dass es einen Eingriff in den ORF in diesem Ausmaß noch nie gegeben hat. Diesen haben angeblich die ÖVP und Klubobmann Molterer getätigt. – Tatsächlich hat es jedoch vor einigen Jahren einen Eingriff in den ORF gegeben, wie er in der Geschichte der Zweiten Republik wohl einzigartig ist: Es war Herr Kalina – wenn ich Ihnen das in Erinnerung rufen darf –, der damals tatsächlich in den Schneideraum des ORF eingegriffen hat und acht Sekunden einer Aufnahme rausschneiden hat lassen, als diese Affäre ... (Abg. Scheibner: Was macht denn der jetzt, der Kalina? – Abg. Mag. Molterer: Was macht er jetzt?) – Der Herr Kalina ist derzeit der Pressesprecher beziehungsweise der Zuständige für die Pressearbeit der SPÖ. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Wahlkampfleiter! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Blödsinnigkeiten!)
Abg. Öllinger: Wie viele vom CV sind dabei?
Kollege Cap hat hier eine Fülle von Aussagen getätigt, die wirklich ihresgleichen suchen. Er hat gefragt: Wer ist denn der BKS, der Bundeskommunikationssenat? – Dem Bundeskommunikationssenat, meine sehr geehrten Damen und Herren, gehören außerordentlich honorige Personen an: Das sind alles unabhängige Richter – ein Oberlandesgerichtspräsident, ein Mitglied des Handelsgerichtes, des Oberlandesgerichtes und des OGH. (Abg. Öllinger: Wie viele vom CV sind dabei?) Das sind Personen mit untadeligem Ruf, die sich keineswegs Fragen wie diese – wer ist denn dieser BKS? – gefallen lassen müssen. Dieser Senat wird hier in einer Art und Weise der Parteilichkeit von Ihnen bezichtigt, die er sich schlicht und einfach nicht verdient hat. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Kollege Cap hat hier eine Fülle von Aussagen getätigt, die wirklich ihresgleichen suchen. Er hat gefragt: Wer ist denn der BKS, der Bundeskommunikationssenat? – Dem Bundeskommunikationssenat, meine sehr geehrten Damen und Herren, gehören außerordentlich honorige Personen an: Das sind alles unabhängige Richter – ein Oberlandesgerichtspräsident, ein Mitglied des Handelsgerichtes, des Oberlandesgerichtes und des OGH. (Abg. Öllinger: Wie viele vom CV sind dabei?) Das sind Personen mit untadeligem Ruf, die sich keineswegs Fragen wie diese – wer ist denn dieser BKS? – gefallen lassen müssen. Dieser Senat wird hier in einer Art und Weise der Parteilichkeit von Ihnen bezichtigt, die er sich schlicht und einfach nicht verdient hat. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Frau Kollegin Stoisits zitierte Herrn Koller von den „Salzburger Nachrichten“. Auch ich kann ihn zitieren: „Der ORF ist im Würgegriff. Nicht nur der Regierung, sondern auch der Opposition.“ (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Es war eine gute Rede!
Abgeordneter Mag. Norbert Darabos (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Herr Kollege Molterer, Sie haben in Richtung Van der Bellen die Worte „entlarvend“ und „ungeheuerlich“ verwendet. Ich würde sagen, Ihre Wortmeldung, Herr Kollege Molterer, war entlarvend und ungeheuerlich, nach dem Motto: Haltet den Dieb! (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Es war eine gute Rede!) Ich habe Sie selten mit einem so schlechten Gewissen am Rednerpult gesehen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie haben versucht, das zu kaschieren. Entlarvend und ungeheuerlich war Ihre Wortmeldung, die Täter zu Opfern zu machen und umgekehrt! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fekter und Steibl.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Norbert Darabos (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Herr Kollege Molterer, Sie haben in Richtung Van der Bellen die Worte „entlarvend“ und „ungeheuerlich“ verwendet. Ich würde sagen, Ihre Wortmeldung, Herr Kollege Molterer, war entlarvend und ungeheuerlich, nach dem Motto: Haltet den Dieb! (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Es war eine gute Rede!) Ich habe Sie selten mit einem so schlechten Gewissen am Rednerpult gesehen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie haben versucht, das zu kaschieren. Entlarvend und ungeheuerlich war Ihre Wortmeldung, die Täter zu Opfern zu machen und umgekehrt! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fekter und Steibl.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fekter und Steibl.
Abgeordneter Mag. Norbert Darabos (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Herr Kollege Molterer, Sie haben in Richtung Van der Bellen die Worte „entlarvend“ und „ungeheuerlich“ verwendet. Ich würde sagen, Ihre Wortmeldung, Herr Kollege Molterer, war entlarvend und ungeheuerlich, nach dem Motto: Haltet den Dieb! (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Es war eine gute Rede!) Ich habe Sie selten mit einem so schlechten Gewissen am Rednerpult gesehen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie haben versucht, das zu kaschieren. Entlarvend und ungeheuerlich war Ihre Wortmeldung, die Täter zu Opfern zu machen und umgekehrt! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fekter und Steibl.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Auf der anderen Seite haben Sie von Verantwortung gesprochen, Herr Kollege Molterer. Ihre Verantwortung schaut so aus (der Redner hält das beschriebene Foto in die Höhe): 50. Geburtstag Molterer – Sie bekommen hier eine Torte in Form eines Fernsehers. Auf diesem Fernseher ist nur eine Person, die pausenlos über den Bildschirm läuft, nämlich die Person Wolfgang Schüssel. – Das ist Ihr Verständnis von Verantwortung gegenüber dem ORF: „Moltofon“ einschalten und intervenieren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Aber um eines gleich vorwegzunehmen: Es geht hier in der Debatte tatsächlich nicht um das Zählen von Sekunden durch Parteisekretäre (Zwischenrufe bei der ÖVP), wer wann wie oft im ORF vorkommt – diese Frage ist längst beantwortet. Sie brauchen sich nur die Media-Analysen anzuschauen: Über 70 Prozent beträgt der ÖVP-Anteil in den „ZiB 1“-Sendungen im Jänner und Februar dieses Jahres. Der SPÖ-Anteil beträgt zum Beispiel 20 Prozent. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wer im ORF das Sagen hat, wer interveniert und wer die Informationssendungen dominiert und kontrolliert, ist beantwortet.
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber um eines gleich vorwegzunehmen: Es geht hier in der Debatte tatsächlich nicht um das Zählen von Sekunden durch Parteisekretäre (Zwischenrufe bei der ÖVP), wer wann wie oft im ORF vorkommt – diese Frage ist längst beantwortet. Sie brauchen sich nur die Media-Analysen anzuschauen: Über 70 Prozent beträgt der ÖVP-Anteil in den „ZiB 1“-Sendungen im Jänner und Februar dieses Jahres. Der SPÖ-Anteil beträgt zum Beispiel 20 Prozent. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wer im ORF das Sagen hat, wer interveniert und wer die Informationssendungen dominiert und kontrolliert, ist beantwortet.
Rufe bei den Freiheitlichen – BZÖ: BAWAG!
Es geht aber tatsächlich um mehr – es geht um die Existenz des ORF! Ja, Herr Kollege, es geht um die Existenz des ORF! Schauen wir uns einmal die Daten des ORF an. (Der Redner hält eine Tafel mit Tabellen in die Höhe.) Überall im Informationsbereich geht es bergab: Die „ZiB 1“ hat in fünf Jahren 9 Prozent Marktanteil verloren – von 70 auf 61 Prozent. (Rufe bei den Freiheitlichen – BZÖ: BAWAG!) Die „ZiB 2“ hat einen Marktanteil von 7 Prozent verloren – von 34 auf 27 Prozent. Bei der „ZiB 3“ hat sich der Marktanteil von 30 auf 23 Prozent reduziert. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist wegen der ÖGB-Berichterstattung!) Der „Report“ hat einen Marktanteil von 6 Prozent verloren – von 28 auf 22 Prozent. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fekter und
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist wegen der ÖGB-Berichterstattung!
Es geht aber tatsächlich um mehr – es geht um die Existenz des ORF! Ja, Herr Kollege, es geht um die Existenz des ORF! Schauen wir uns einmal die Daten des ORF an. (Der Redner hält eine Tafel mit Tabellen in die Höhe.) Überall im Informationsbereich geht es bergab: Die „ZiB 1“ hat in fünf Jahren 9 Prozent Marktanteil verloren – von 70 auf 61 Prozent. (Rufe bei den Freiheitlichen – BZÖ: BAWAG!) Die „ZiB 2“ hat einen Marktanteil von 7 Prozent verloren – von 34 auf 27 Prozent. Bei der „ZiB 3“ hat sich der Marktanteil von 30 auf 23 Prozent reduziert. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist wegen der ÖGB-Berichterstattung!) Der „Report“ hat einen Marktanteil von 6 Prozent verloren – von 28 auf 22 Prozent. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fekter und
Abg. Fauland: Eure Lösung ist es, die Beiträge zu erhöhen!
Auch diesbezüglich könnte man sagen – so wie es Kollege Cap angesprochen hat –: Es ist ja egal, Hauptsache die ÖVPler schauen zu. – Dem ist aber nicht so! Sie haben gesagt, die Information sei nicht so wichtig. Wann aber wird die Information gesendet? Sie wird zur Primetime, in der Hauptsendezeit gesendet. Wenn der ORF in der Hauptsendezeit an Marktanteilen verliert – das werden Sie wohl zugestehen müssen –, verliert er auch an Werbeeinnahmen! Wenn er an Werbeeinnahmen verliert, verliert er einen Teil seiner Existenzberechtigung, was die finanzielle Zukunft des ORF betrifft! (Abg. Fauland: Eure Lösung ist es, die Beiträge zu erhöhen!)
Zwischenruf des Abg. Wattaul.
Der ORF ist mischförmig organisiert und finanziert, über die Gebühren, über die Zwangsgebühren und über den Werbeanteil. Sehr viele Firmen sagen bereits: Da wir an Marktanteil im ORF zur Hauptsendezeit verlieren, schalten wir im ORF nicht mehr oder zahlen nicht mehr. – Das ist sozusagen Ausfluss dieser verfehlten Managementpolitik, die einen Namen trägt: Mück. Sie trägt den Namen Mück! All diese Bereiche, die ich aufgezählt habe, sind verantwortet von Chefredakteur Mück. (Zwischenruf des Abg. Wattaul.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Es ist Ihnen offensichtlich egal, dass Sie den ORF mit einer Informationspolitik, die die ÖVP bevorzugt, gegen die Wand führen! Mich wundert, dass die Kollegen vom BZÖ das so gelassen hinnehmen. Es wird ein fader politischer Einheitsbrei serviert, wo die Leute sagen: Das interessiert mich nicht mehr, da schaue ich nicht mehr zu, da schalte ich weg! – Uns geht es aber um die Existenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Rasinger: Herr Kalina! – Abg. Dr. Fekter: Die BAWAG rausschnipseln!
Österreich braucht einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk! – Das ist Ihnen aber egal. (Abg. Dr. Rasinger: Herr Kalina! – Abg. Dr. Fekter: Die BAWAG rausschnipseln!)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Liebe Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP! Ich sage Ihnen: Die Umfragen zeigen, dass wir Recht haben. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) 50 Prozent der Bevölkerung sagen bereits, die ÖVP hat den ORF in Geiselhaft, die Regierung kommt in der Berichterstattung überproportional oft vor, die anderen Parteien kommen wenig vor. Das spüren die Menschen!
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Ich verstehe nicht, dass Sie über das hinweggehen und tatenlos zusehen, wie der ORF gegen die Wand geführt wird. Ich kann nur an Sie appellieren: Entlassen Sie den ORF aus der Geiselhaft der ÖVP! Ermöglichen Sie wieder einen unabhängigen Rundfunk in Österreich! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.)
Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Bisschen was Kritisches, nur ein bisschen was!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. Auch seine Redezeit beträgt 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Bisschen was Kritisches, nur ein bisschen was!)
Abg. Dr. Cap: Natürlich!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche - BZÖ): Herr Abgeordneter Cap wünscht sich von mir „ein bisschen was Kritisches“. (Abg. Dr. Cap: Natürlich!) – Gerne,
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Ich glaube es Ihnen dann, wenn Sie – wovon ich nicht hoffe, dass das so bald sein wird (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) – noch dasselbe sagen und auch danach handeln, wenn Sie wieder einmal in einer Regierung sein werden. Und glauben würde ich es, wenn Sie dort, wo Sie noch in einer Regierung vertreten sind, nämlich in manchen Ländern, genau nach diesen Grundsätzen handelten, die Sie hier hereingebracht haben. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Ich glaube es Ihnen dann, wenn Sie – wovon ich nicht hoffe, dass das so bald sein wird (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) – noch dasselbe sagen und auch danach handeln, wenn Sie wieder einmal in einer Regierung sein werden. Und glauben würde ich es, wenn Sie dort, wo Sie noch in einer Regierung vertreten sind, nämlich in manchen Ländern, genau nach diesen Grundsätzen handelten, die Sie hier hereingebracht haben. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das ist aber leider nicht der Fall. Als Wiener Abgeordneter weiß ich ganz genau, was es bedeutet, im Landesstudio Wien für ein Interview zu sitzen, das sich als verlängerter Arm – und ich sage das hier ganz deutlich – einer Wiener Stadtregierung, einer SPÖ, die mit absoluter Mehrheit regiert, sieht. Das ist doch die Realität! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Reine Parteipolitik!
Und was war vor kurzem wieder der Fall? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Reine Parteipolitik!) – Das war keine demokratische Entscheidung, sondern das war ein Wettbewerb der Parteisekretariate von SPÖ und ÖVP, vor allem der Seniorenorganisationen, nämlich wer dieser drei Publikumsräte es am besten schafft, auch in den Stiftungsrat hineinzukommen. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.
Und was war vor kurzem wieder der Fall? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Reine Parteipolitik!) – Das war keine demokratische Entscheidung, sondern das war ein Wettbewerb der Parteisekretariate von SPÖ und ÖVP, vor allem der Seniorenorganisationen, nämlich wer dieser drei Publikumsräte es am besten schafft, auch in den Stiftungsrat hineinzukommen. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Aber nicht einmal das!
Herr Kollege Van der Bellen, ist es wirklich Ihre einzige Sorge bei einem Dringlichen Antrag, dass es ein Hearing und eine geheime Abstimmung im Stiftungsrat gibt? Sind das die einzigen Sorgen, die Sie haben?! (Abg. Dr. Van der Bellen: Aber nicht einmal das!)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich sage Ihnen, ich persönlich bin gegen diese geheimen Abstimmungen – im Stiftungsrat genauso wie hier im Hohen Haus! Das sind nämlich alles Leute, die nicht in ihrer eigenen Verantwortung dort abstimmen, sondern sie sind auch Repräsentanten der HörerInnen und SeherInnen, so wie Sie als Mandatare hier Repräsentanten der Bevölkerung sind. Wir und auch die Stiftungsräte haben zu unserem beziehungsweise ihrem Abstimmungsverhalten zu stehen. Da gibt es aus meiner Sicht keine geheime Abstimmung. Man hat zu seiner Meinung zu stehen! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Die machen Geschäfte mit dem ORF!
Deshalb sind wir auch der Meinung, dass dieser Dringliche Antrag ins Leere geht. (Abg. Dr. Fekter: Die machen Geschäfte mit dem ORF!)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Frau Kollegin Stoisits, wenn Sie sagen, wir – und damit meinen Sie schon Rot-Grün –, wir lassen den ORF nicht in den Händen von Uwe Scheuch, so muss ich Ihnen entgegnen: So große Hände, glaube ich, hat Uwe Scheuch nicht, dass der ORF darin Platz hat. Und das zeigt ja auch, dass Sie in Wirklichkeit dasselbe wollen: den ORF unter Ihre Fittiche zu bekommen. – Das wollen wir nicht, meine Damen und Herren! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.
Wir können uns noch sehr gut an eine Zeit erinnern, als Journalisten und Kunstschaffende mit persönlichen Konsequenzen und Restriktionen zu rechnen hatten – und das nur deshalb, weil sie auf unseren Veranstaltungen waren. (Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.) Diese Zeit wollen wir nicht mehr! Objektivierung so weit als möglich, aber bitte mehr Ehrlichkeit in der Debatte! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.
Wir können uns noch sehr gut an eine Zeit erinnern, als Journalisten und Kunstschaffende mit persönlichen Konsequenzen und Restriktionen zu rechnen hatten – und das nur deshalb, weil sie auf unseren Veranstaltungen waren. (Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.) Diese Zeit wollen wir nicht mehr! Objektivierung so weit als möglich, aber bitte mehr Ehrlichkeit in der Debatte! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.)
Abg. Dr. Pilz begibt sich mit einer Tafel zum Rednerpult, auf der der Bildschirm eines Computers sowie das ehemalige ORF-Testbild zu sehen sind, ergänzt um die Aufschrift „ÖVP“ sowie „www.rettet-den-orf.at“.
(Abg. Dr. Pilz begibt sich mit einer Tafel zum Rednerpult, auf der der Bildschirm eines Computers sowie das ehemalige ORF-Testbild zu sehen sind, ergänzt um die Aufschrift „ÖVP“ sowie „www.rettet-den-orf.at“.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Brinek: Das stimmt ja nicht in Wirklichkeit!
Viel weniger ist nicht mehr denkbar. Unter Generaldirektorin Monika Lindner ist der ORF erstmals in seiner Geschichte auf dem Weg zu einem Minderheitenprogramm. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Brinek: Das stimmt ja nicht in Wirklichkeit!)
Ruf bei der ÖVP: Ungeheuerlich! – Abg. Mag. Molterer: Das darf nicht wahr sein! – Abg. Steibl: Das ist Menschenhatz!
Die öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt wird ein Minderheitenprogramm, weil eine Regierung in Kauf nimmt und will, dass eine gescheiterte Geschäftsführung ihre Geschäfte weiterführt. Und folgende Frage stellt sich: Warum soll einer unfähigen und für ihr Amt nicht geeigneten Generaldirektorin (Ruf bei der ÖVP: Ungeheuerlich! – Abg. Mag. Molterer: Das darf nicht wahr sein! – Abg. Steibl: Das ist Menschenhatz!) – das ist keine politische Behauptung, sondern durch wirtschaftliche Zahlen gut und profund untermauert – weiter das Geschick des ORF übertragen werden?
Abg. Dr. Fekter: Längst nicht mehr glaubwürdig!
Es gibt einen einfachen Grund: Weil eine politische Partei und ihr politischer Arm in Form des Chefredakteurs Werner Mück in dieser Frage zu allem fähig sind. „Zu allem fähig“ heißt, die Existenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – wirtschaftlich und von seiner Glaubwürdigkeit her – aufs Spiel zu setzen, nur um bei den nächsten Nationalratswahlen ein willfähriges Instrument der Berichterstattung zu haben! (Abg. Dr. Fekter: Längst nicht mehr glaubwürdig!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Der Österreichischen Volkspartei ist der ORF als Instrument der Machterhaltung wichtiger als die Verteidigung eines der wichtigsten, sensibelsten und wertvollsten öffentlichen Unternehmen dieser Republik. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Steibl: So ist es auch!
Und da geht Herr Klubobmann Molterer heraus und sagt: Bitte keine Parlamentsdebatte! Bitte den Stiftungsrat ungestört arbeiten lassen! (Abg. Steibl: So ist es auch!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das täten Sie gerne wissen!
Wie sieht die „ungestörte Arbeit“ des Stiftungsrates aus? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das täten Sie gerne wissen!) – Klubobmann Molterer lässt im Hinterzimmer von Wiener Gasthäusern zu Sitzungen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: War Bauernbund-Sitzung?) des so genannten Freundeskreises des ORF-Stiftungsrates der ÖVP einladen. (Ruf bei der SPÖ: Das ist ja unerhört!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: War Bauernbund-Sitzung?
Wie sieht die „ungestörte Arbeit“ des Stiftungsrates aus? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das täten Sie gerne wissen!) – Klubobmann Molterer lässt im Hinterzimmer von Wiener Gasthäusern zu Sitzungen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: War Bauernbund-Sitzung?) des so genannten Freundeskreises des ORF-Stiftungsrates der ÖVP einladen. (Ruf bei der SPÖ: Das ist ja unerhört!)
Ruf bei der SPÖ: Das ist ja unerhört!
Wie sieht die „ungestörte Arbeit“ des Stiftungsrates aus? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das täten Sie gerne wissen!) – Klubobmann Molterer lässt im Hinterzimmer von Wiener Gasthäusern zu Sitzungen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: War Bauernbund-Sitzung?) des so genannten Freundeskreises des ORF-Stiftungsrates der ÖVP einladen. (Ruf bei der SPÖ: Das ist ja unerhört!)
Ruf bei der SPÖ: Ein Skandal!
Und wenn man hört „ÖVP-Freundeskreis“ (Ruf bei der SPÖ: Ein Skandal!), dann erinnert das an einiges, was in den letzten Jahren passiert ist (Zwischenrufe bei der ÖVP): Es war ein ÖVP-Freundeskreis, der die Immobilien verschleudert hat. Es war ein ÖVP-Freundeskreis, der ein öffentliches Unternehmen nach dem anderen zu billig verkauft hat. Und jetzt ist es ein ÖVP-Freundeskreis, der sich unter Anleitung des ÖVP-Klubobmannes im Hinterzimmer eines Gasthauses trifft, um den ORF gegen den Willen der Mitarbeiter, gegen die Interessen des Unternehmens und gegen die Interessen der Zuseherinnen und Zuseher auf Parteilinie zu halten.
Zwischenrufe bei der ÖVP
Und wenn man hört „ÖVP-Freundeskreis“ (Ruf bei der SPÖ: Ein Skandal!), dann erinnert das an einiges, was in den letzten Jahren passiert ist (Zwischenrufe bei der ÖVP): Es war ein ÖVP-Freundeskreis, der die Immobilien verschleudert hat. Es war ein ÖVP-Freundeskreis, der ein öffentliches Unternehmen nach dem anderen zu billig verkauft hat. Und jetzt ist es ein ÖVP-Freundeskreis, der sich unter Anleitung des ÖVP-Klubobmannes im Hinterzimmer eines Gasthauses trifft, um den ORF gegen den Willen der Mitarbeiter, gegen die Interessen des Unternehmens und gegen die Interessen der Zuseherinnen und Zuseher auf Parteilinie zu halten.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Na Gott sei Dank!
Natürlich hat Molterer Recht, wenn er sagt: Die SPÖ hat es früher auch gemacht! – Nur: Das „Capofon“ hat derzeit keine Verbindung zum Küniglberg. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Na Gott sei Dank!) Meine persönliche Befürchtung ist schon, dass nach den Nationalratswahlen an der Behebung dieses technischen Problems gearbeitet wird. Es wird an den Wählerinnen und Wählern liegen, das möglichst schwer zu machen. (Abg. Gaál: Da ist schon ein Unterschied!)
Abg. Gaál: Da ist schon ein Unterschied!
Natürlich hat Molterer Recht, wenn er sagt: Die SPÖ hat es früher auch gemacht! – Nur: Das „Capofon“ hat derzeit keine Verbindung zum Küniglberg. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Na Gott sei Dank!) Meine persönliche Befürchtung ist schon, dass nach den Nationalratswahlen an der Behebung dieses technischen Problems gearbeitet wird. Es wird an den Wählerinnen und Wählern liegen, das möglichst schwer zu machen. (Abg. Gaál: Da ist schon ein Unterschied!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihr braucht nur einen Anschluss!
Aber unser heutiges Problem ist nicht ein „Capofon“. Unser heutiges Problem ist der Anspruch der Österreichischen Volkspartei (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihr braucht nur einen Anschluss!), im ORF nicht nur möglichst viel Macht zu haben (Abg. Ellmauer: Pflichtverteidiger der SPÖ!), sondern die Allmacht zu haben, über alles zu entscheiden, über jede Sendung zu entscheiden, über jeden Studiogast zu entscheiden (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Kein Anschluss unter dieser Nummer!), über jedes Thema zu entscheiden, und sich alles vom ÖVP-Vertreter in der Chefredaktion, Herrn Chefredakteur Werner Mück, dem persönlichen Vertreter der Österreichischen Volkspartei, absegnen zu lassen! (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist keine Menschenhatz, was Sie da machen?)
Abg. Ellmauer: Pflichtverteidiger der SPÖ!
Aber unser heutiges Problem ist nicht ein „Capofon“. Unser heutiges Problem ist der Anspruch der Österreichischen Volkspartei (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihr braucht nur einen Anschluss!), im ORF nicht nur möglichst viel Macht zu haben (Abg. Ellmauer: Pflichtverteidiger der SPÖ!), sondern die Allmacht zu haben, über alles zu entscheiden, über jede Sendung zu entscheiden, über jeden Studiogast zu entscheiden (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Kein Anschluss unter dieser Nummer!), über jedes Thema zu entscheiden, und sich alles vom ÖVP-Vertreter in der Chefredaktion, Herrn Chefredakteur Werner Mück, dem persönlichen Vertreter der Österreichischen Volkspartei, absegnen zu lassen! (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist keine Menschenhatz, was Sie da machen?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Kein Anschluss unter dieser Nummer!
Aber unser heutiges Problem ist nicht ein „Capofon“. Unser heutiges Problem ist der Anspruch der Österreichischen Volkspartei (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihr braucht nur einen Anschluss!), im ORF nicht nur möglichst viel Macht zu haben (Abg. Ellmauer: Pflichtverteidiger der SPÖ!), sondern die Allmacht zu haben, über alles zu entscheiden, über jede Sendung zu entscheiden, über jeden Studiogast zu entscheiden (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Kein Anschluss unter dieser Nummer!), über jedes Thema zu entscheiden, und sich alles vom ÖVP-Vertreter in der Chefredaktion, Herrn Chefredakteur Werner Mück, dem persönlichen Vertreter der Österreichischen Volkspartei, absegnen zu lassen! (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist keine Menschenhatz, was Sie da machen?)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist keine Menschenhatz, was Sie da machen?
Aber unser heutiges Problem ist nicht ein „Capofon“. Unser heutiges Problem ist der Anspruch der Österreichischen Volkspartei (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihr braucht nur einen Anschluss!), im ORF nicht nur möglichst viel Macht zu haben (Abg. Ellmauer: Pflichtverteidiger der SPÖ!), sondern die Allmacht zu haben, über alles zu entscheiden, über jede Sendung zu entscheiden, über jeden Studiogast zu entscheiden (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Kein Anschluss unter dieser Nummer!), über jedes Thema zu entscheiden, und sich alles vom ÖVP-Vertreter in der Chefredaktion, Herrn Chefredakteur Werner Mück, dem persönlichen Vertreter der Österreichischen Volkspartei, absegnen zu lassen! (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist keine Menschenhatz, was Sie da machen?)
Abg. Gaál: Hilferufe!
Machen Sie nicht uns den Vorwurf, dass wir über den ORF zu diskutieren beginnen! Die Diskussion ist aus dem ORF heraus selbst begonnen worden, von einem namhaften und seriösen ORF-Redakteur (Abg. Gaál: Hilferufe!), der bei einer Preisverleihung – es war mit Sicherheit kein Preis der Opposition oder der grünen Partei – erklärt hat, dass diese Zustände nicht mehr tragbar sind. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie vereinnahmen den Wolf auch noch für sich!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie vereinnahmen den Wolf auch noch für sich!
Machen Sie nicht uns den Vorwurf, dass wir über den ORF zu diskutieren beginnen! Die Diskussion ist aus dem ORF heraus selbst begonnen worden, von einem namhaften und seriösen ORF-Redakteur (Abg. Gaál: Hilferufe!), der bei einer Preisverleihung – es war mit Sicherheit kein Preis der Opposition oder der grünen Partei – erklärt hat, dass diese Zustände nicht mehr tragbar sind. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie vereinnahmen den Wolf auch noch für sich!)
Abg. Steibl: Pilz, tritt ab!
Die Einzigen, die dem ORF und seiner Führung heute noch vertrauen, sitzen im Parteivorstand der Österreichischen Volkspartei! Das ist, zumindest zahlenmäßig, eine Minderheit – aber keine Minderheit, die das Recht hat, die Existenz und die Zukunft eines ganzen Unternehmens, das nicht irgendein Unternehmen ist (Abg. Steibl: Pilz, tritt ab!), sondern das Schlüsselunternehmen für das Funktionieren von Öffentlichkeit und österreichischer Demokratie (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), aufs Spiel zu setzen. Deswegen: Bitte, die schwarzen Hände weg vom ORF! – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Die Einzigen, die dem ORF und seiner Führung heute noch vertrauen, sitzen im Parteivorstand der Österreichischen Volkspartei! Das ist, zumindest zahlenmäßig, eine Minderheit – aber keine Minderheit, die das Recht hat, die Existenz und die Zukunft eines ganzen Unternehmens, das nicht irgendein Unternehmen ist (Abg. Steibl: Pilz, tritt ab!), sondern das Schlüsselunternehmen für das Funktionieren von Öffentlichkeit und österreichischer Demokratie (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), aufs Spiel zu setzen. Deswegen: Bitte, die schwarzen Hände weg vom ORF! – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Einzigen, die dem ORF und seiner Führung heute noch vertrauen, sitzen im Parteivorstand der Österreichischen Volkspartei! Das ist, zumindest zahlenmäßig, eine Minderheit – aber keine Minderheit, die das Recht hat, die Existenz und die Zukunft eines ganzen Unternehmens, das nicht irgendein Unternehmen ist (Abg. Steibl: Pilz, tritt ab!), sondern das Schlüsselunternehmen für das Funktionieren von Öffentlichkeit und österreichischer Demokratie (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), aufs Spiel zu setzen. Deswegen: Bitte, die schwarzen Hände weg vom ORF! – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Abgeordneter Dr. Ferdinand Maier (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich muss ja gestehen: Ab und zu höre ich Herrn Klubobmann Van der Bellen ganz gerne zu, weil er so erfrischende Themen spielt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Heute war das insofern ein Problem, als Sie, Herr Klubobmann, wie ich glaube, nicht gut beraten waren, erstens diese Sondersitzung einzuberufen und zweitens – das hätten Sie schon gar nicht tun sollen – diesen Monitor hier herzustellen.
Abg. Öllinger: Sehr aufmerksam!
Mir ist aufgefallen, dass der Monitor, als Frau Kollegin Stoisits gesprochen hat, nicht hier gestanden ist – bei den anderen drei Kollegen von den Grünen hingegen wurde hier ein Monitor aufgestellt. (Abg. Öllinger: Sehr aufmerksam!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Dieser Monitor, Herr Klubobmann, hat das Testbild des ORF gezeigt, das es seit 1995 nicht mehr gibt. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Auf Grund der unbegrenzten Sendezeit, die es im ORF gibt, und des technischen Fortschritts hat man dieses Testbild mittlerweile von der Bildschirmoberfläche entfernt. Sie jedoch stellen dieses Testbild hier her und wollen dann allen Ernstes kompetent mit uns über die Zukunft des ORF diskutieren! Sie haben ja nicht einmal das ORF-Programm gesehen, sonst hätten Sie ja nicht dieses Testbild hier aufgestellt haben! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.) Das gilt für Herrn Öllerer genauso. (Rufe: Öllinger!)
Rufe: Öllinger!
Auf Grund der unbegrenzten Sendezeit, die es im ORF gibt, und des technischen Fortschritts hat man dieses Testbild mittlerweile von der Bildschirmoberfläche entfernt. Sie jedoch stellen dieses Testbild hier her und wollen dann allen Ernstes kompetent mit uns über die Zukunft des ORF diskutieren! Sie haben ja nicht einmal das ORF-Programm gesehen, sonst hätten Sie ja nicht dieses Testbild hier aufgestellt haben! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.) Das gilt für Herrn Öllerer genauso. (Rufe: Öllinger!)
Abg. Öllinger: Sie können nicht einmal meinen Namen sagen! – Haben Sie aufgepasst?
Wenn ich so in die Runde schaue, stelle ich fest, dass die Funktion des Mediensprechers Chefsache ist (Abg. Öllinger: Sie können nicht einmal meinen Namen sagen! – Haben Sie aufgepasst?) – das gilt für die SPÖ, für die ÖVP und auch für das BZÖ. Aber: Der Mediensprecher der Grünen ist der Klubobmann der Bezirksräte in Döbling. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Das ist vielleicht eine Aufwertung der Döblinger Bezirksvertretung, aber das ist auch symptomatisch für Ihre Medienpolitik, Herr Klubobmann Van der Bellen!
Zwischenrufe bei den Grünen.
Wenn ich so in die Runde schaue, stelle ich fest, dass die Funktion des Mediensprechers Chefsache ist (Abg. Öllinger: Sie können nicht einmal meinen Namen sagen! – Haben Sie aufgepasst?) – das gilt für die SPÖ, für die ÖVP und auch für das BZÖ. Aber: Der Mediensprecher der Grünen ist der Klubobmann der Bezirksräte in Döbling. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Das ist vielleicht eine Aufwertung der Döblinger Bezirksvertretung, aber das ist auch symptomatisch für Ihre Medienpolitik, Herr Klubobmann Van der Bellen!
Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.
Sie stellen sich hier her und geben irgendetwas, was man Ihnen vorgeschrieben hat, zum Besten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.) Ich hätte mir gewünscht, dass Sie hier im Zusammenhang mit dem ORF auch darüber sprechen, was beispielsweise mit „Starmania“, „Dancing Stars“ und den Sportübertragungen gelungen ist, darüber, wie die technische Entwicklung des ORF ist.
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Aber die Information! Die Technik schon, aber die Information nicht!
Wenn Sie bei den deutschen Medientagen gewesen wären, hätten Sie es gesehen: Die Technik des ORF wird dort beklatscht und bejubelt! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Aber die Information! Die Technik schon, aber die Information nicht!)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Herr Kollege Cap, wenn das, was Herr Darabos gesagt hat, wirklich stimmen würde, müssten Sie ja froh sein, nämlich dass dann so wenige sehen und hören, welchen BAWAG-Skandal Sie haben! Darüber müssten Sie ja froh sein! Aber in Wirklichkeit ist es ja nicht so, denn tatsächlich ist die Qualität des ORF unbestritten, und die Zahlen – Frau Kollegin Baumgartner-Gabitzer hat das schon gesagt – sprechen eine deutliche Sprache. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich frage mich aber schon – das ist heute schon angesprochen worden; Öllinger hat das wieder kurz so verschämt angesprochen –: Den größten, brutalsten Interventionsfall in der Geschichte des ORF hat der momentane Pressesprecher des Herrn Gusenbauer und der damalige Pressesprecher des Herrn Kalina begangen, indem er bestellt hat, dass acht Sekunden geschnitten werden. Wo waren denn damals die Grünen? Hat es damals eine Sondersitzung gegeben? (Zwischenrufe bei den Grünen.) Wo waren denn diese „SOS“-Heuchler, die heute irgendwo versuchen, sich aufzuregen? (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) – Nirgends habe ich sie erlebt, Herr Klubobmann! Und Sie haben damals keine Sondersitzung verlangt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Öllinger: Sie sind ja völlig von der Rolle! – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Ich frage mich aber schon – das ist heute schon angesprochen worden; Öllinger hat das wieder kurz so verschämt angesprochen –: Den größten, brutalsten Interventionsfall in der Geschichte des ORF hat der momentane Pressesprecher des Herrn Gusenbauer und der damalige Pressesprecher des Herrn Kalina begangen, indem er bestellt hat, dass acht Sekunden geschnitten werden. Wo waren denn damals die Grünen? Hat es damals eine Sondersitzung gegeben? (Zwischenrufe bei den Grünen.) Wo waren denn diese „SOS“-Heuchler, die heute irgendwo versuchen, sich aufzuregen? (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) – Nirgends habe ich sie erlebt, Herr Klubobmann! Und Sie haben damals keine Sondersitzung verlangt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Öllinger: Sie sind ja völlig von der Rolle! – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Öllinger: Sie sind ja völlig von der Rolle! – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Ich frage mich aber schon – das ist heute schon angesprochen worden; Öllinger hat das wieder kurz so verschämt angesprochen –: Den größten, brutalsten Interventionsfall in der Geschichte des ORF hat der momentane Pressesprecher des Herrn Gusenbauer und der damalige Pressesprecher des Herrn Kalina begangen, indem er bestellt hat, dass acht Sekunden geschnitten werden. Wo waren denn damals die Grünen? Hat es damals eine Sondersitzung gegeben? (Zwischenrufe bei den Grünen.) Wo waren denn diese „SOS“-Heuchler, die heute irgendwo versuchen, sich aufzuregen? (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) – Nirgends habe ich sie erlebt, Herr Klubobmann! Und Sie haben damals keine Sondersitzung verlangt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Öllinger: Sie sind ja völlig von der Rolle! – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Das ist ja unglaublich!
Ich würde mir wünschen, dass aus Ihren Reihen jene Themen angesprochen werden, die für die Zukunft des ORF wichtig sind: Wie ist das gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Fernsehen? Welche Gefahren gibt es seitens Brüssels in der Frage der ausgewogenen Finanzierung zwischen werbefinanziert und gebührenfinanziert? (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja unglaublich!) – Das hätte mich von Ihnen interessiert, aber dazu hört man kein Wort.
Abg. Scheibner: Nein! Nein!
Wo waren Sie, als wir die Debatte über die Privatisierung des Fernsehens geführt haben? Ohne die ÖVP hätte es nie Privatfernsehen in diesem Land gegeben. (Abg. Scheibner: Nein! Nein!) Dank deiner Unterstützung, der Unterstützung des BZÖ (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ), aber die Initiative ist schon Jahre vorher von der ÖVP ausgegangen. Und das gilt genauso für das Privatradio, das wir seit 1993 in Österreich haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ
Wo waren Sie, als wir die Debatte über die Privatisierung des Fernsehens geführt haben? Ohne die ÖVP hätte es nie Privatfernsehen in diesem Land gegeben. (Abg. Scheibner: Nein! Nein!) Dank deiner Unterstützung, der Unterstützung des BZÖ (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ), aber die Initiative ist schon Jahre vorher von der ÖVP ausgegangen. Und das gilt genauso für das Privatradio, das wir seit 1993 in Österreich haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Wo waren Sie, als wir die Debatte über die Privatisierung des Fernsehens geführt haben? Ohne die ÖVP hätte es nie Privatfernsehen in diesem Land gegeben. (Abg. Scheibner: Nein! Nein!) Dank deiner Unterstützung, der Unterstützung des BZÖ (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ), aber die Initiative ist schon Jahre vorher von der ÖVP ausgegangen. Und das gilt genauso für das Privatradio, das wir seit 1993 in Österreich haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ – Zwischenrufe bei der ÖVP
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Mein Verständnis von der Arbeit einer Abgeordneten und eines Abgeordneten ist schon, dass wir alle eine angemessene Sprache hier im Haus verwenden (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ – Zwischenrufe bei der ÖVP) – das gilt für jetzt, aber auch für die Vergangenheit, meine sehr geehrten Damen und Herren, denn es hätte dem ehemaligen Klubobmann und jetzigen Nationalratspräsidenten Khol damals auch nicht passieren dürfen, dass er sagt: „wo einem immer, wenn man den Einschaltknopf betätigt hat, rote Gfrieser entgegengeronnen sind“. – Das war auch damals nicht angemessen. Und das, was Sie, Herr Kollege Maier, heute gesagt haben, ist genauso wenig angemessen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Mein Verständnis von der Arbeit einer Abgeordneten und eines Abgeordneten ist schon, dass wir alle eine angemessene Sprache hier im Haus verwenden (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ – Zwischenrufe bei der ÖVP) – das gilt für jetzt, aber auch für die Vergangenheit, meine sehr geehrten Damen und Herren, denn es hätte dem ehemaligen Klubobmann und jetzigen Nationalratspräsidenten Khol damals auch nicht passieren dürfen, dass er sagt: „wo einem immer, wenn man den Einschaltknopf betätigt hat, rote Gfrieser entgegengeronnen sind“. – Das war auch damals nicht angemessen. Und das, was Sie, Herr Kollege Maier, heute gesagt haben, ist genauso wenig angemessen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meiner Überzeugung nach gehört zur Arbeit einer Abgeordneten auch, darüber zu reden – das ist legitim und wichtig, wenn eine Wahl im ORF bevorsteht –, dass es auch Führungsschwächen an der Spitze gibt. Und die Führungsschwächen von Frau Dr. Lindner sind eklatant und nachweisbar! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Tatsache ist, dass sich in den letzten Jahrzehnten – nicht erst vor kurzem – das Verständnis, wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geführt werden wollen und auch geführt werden sollen, deutlich verändert hat. Frau Dr. Lindner hat die Grundbegriffe eines modernen Führungsstils überhaupt noch nicht übernommen – und Herr Mück schon gar nicht. (Zwischenruf der Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer.) Es geht immerhin um 3 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen modernen Führungsstil haben wollen und brauchen – aber keinen altmodischen und keinen feudalen, wie er jetzt geprägt ist! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Tatsache ist, dass sich in den letzten Jahrzehnten – nicht erst vor kurzem – das Verständnis, wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geführt werden wollen und auch geführt werden sollen, deutlich verändert hat. Frau Dr. Lindner hat die Grundbegriffe eines modernen Führungsstils überhaupt noch nicht übernommen – und Herr Mück schon gar nicht. (Zwischenruf der Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer.) Es geht immerhin um 3 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen modernen Führungsstil haben wollen und brauchen – aber keinen altmodischen und keinen feudalen, wie er jetzt geprägt ist! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Wattaul.
Wollen Sie wissen, wovon der Führungsstil geprägt ist? – Vom Korrigieren, Kommandieren und Kontrollieren! Das ist ein altmodischer und feudaler Führungsstil. Aber der ist Teilen von Ihnen auch nicht unbekannt, das weiß ich! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Wattaul.)
Abg. Wattaul: Wenn ihr das ein wenig in der BAWAG gemacht hättet!
Und „korrigieren“ heißt: zurechtweisen, sanktionieren und kein Dazulernen. (Abg. Wattaul: Wenn ihr das ein wenig in der BAWAG gemacht hättet!)
Zwischenruf des Abg. Wattaul.
Wissen Sie, wie jemand, der solch einen Führungsstil vertritt, die Menschen sieht? – Antriebsschwach, selbstsüchtig, verantwortungslos. So sollen die 3 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesehen werden? Das soll ein guter Führungsstil sein? (Zwischenruf des Abg. Wattaul.) – Das hier zu kritisieren ist wohl legitim, Herr Kollege Wattaul! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Wattaul: Ihr müsst einmal das Führen lernen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Wattaul: Ihr müsst einmal das Führen lernen!
Wissen Sie, wie jemand, der solch einen Führungsstil vertritt, die Menschen sieht? – Antriebsschwach, selbstsüchtig, verantwortungslos. So sollen die 3 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesehen werden? Das soll ein guter Führungsstil sein? (Zwischenruf des Abg. Wattaul.) – Das hier zu kritisieren ist wohl legitim, Herr Kollege Wattaul! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Wattaul: Ihr müsst einmal das Führen lernen!)
Abg. Wattaul: So wie die BAWAG!
Das ist nicht mehr zeitgemäß. Wäre dieser ORF, meine sehr geehrten Damen und Herren, modern geführt (Abg. Wattaul: So wie die BAWAG!), dann gäbe es diesen zigtausendfachen Aufschrei dieser Plattform, für die ich auch unterschrieben habe, nicht.
Abg. Scheibner: Was spielen Sie uns da heute vor?
Herablassend waren Aussagen wie: Sind Sie so naiv, oder tun Sie nur so? (Abg. Scheibner: Was spielen Sie uns da heute vor?) – Aber das ist ja noch harmlos im Gegensatz zu dem, was er noch alles gesagt hat. „Ich kann Sie jederzeit“ – zwischen Klammern: beruflich – „umbringen“, „profil“, 29. Mai 2006.
Abg. Wattaul: Das war beim Verzetnitsch auch!
Oder: „30 Prozent meines Bezuges ist Schmerzensgeld.“ – Wofür Schmerzensgeld, frage ich mich. (Abg. Wattaul: Das war beim Verzetnitsch auch!) Dafür, dass er mit bestqualifizierten Menschen arbeitet, will er Schmerzensgeld kassieren? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist wirklich arrogant! – Das geht bis zu Sexismus; ich möchte das ganze Zitat hier gar nicht bringen, aber der Anblick einer Mitarbeiterin nach der Babypause sei eine Beleidigung für den Zuseher, war noch harmlos. Was dann noch gefolgt ist, werde ich hier gar nicht sagen. (Abg. Parnigoni: Der ist rücktrittsreif!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Oder: „30 Prozent meines Bezuges ist Schmerzensgeld.“ – Wofür Schmerzensgeld, frage ich mich. (Abg. Wattaul: Das war beim Verzetnitsch auch!) Dafür, dass er mit bestqualifizierten Menschen arbeitet, will er Schmerzensgeld kassieren? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist wirklich arrogant! – Das geht bis zu Sexismus; ich möchte das ganze Zitat hier gar nicht bringen, aber der Anblick einer Mitarbeiterin nach der Babypause sei eine Beleidigung für den Zuseher, war noch harmlos. Was dann noch gefolgt ist, werde ich hier gar nicht sagen. (Abg. Parnigoni: Der ist rücktrittsreif!)
Abg. Parnigoni: Der ist rücktrittsreif!
Oder: „30 Prozent meines Bezuges ist Schmerzensgeld.“ – Wofür Schmerzensgeld, frage ich mich. (Abg. Wattaul: Das war beim Verzetnitsch auch!) Dafür, dass er mit bestqualifizierten Menschen arbeitet, will er Schmerzensgeld kassieren? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist wirklich arrogant! – Das geht bis zu Sexismus; ich möchte das ganze Zitat hier gar nicht bringen, aber der Anblick einer Mitarbeiterin nach der Babypause sei eine Beleidigung für den Zuseher, war noch harmlos. Was dann noch gefolgt ist, werde ich hier gar nicht sagen. (Abg. Parnigoni: Der ist rücktrittsreif!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Immer wieder – und das finde ich besonders verwerflich – ist es auch passiert, dass mit der Rückkehr aus dem Mutterschutz für die Kolleginnen, für die Mitarbeiterinnen der Platz vor der Kamera weg war. Das heißt, das Mutter-Werden wird beim ORF bestraft. Das ist aber leider nicht nur ein Phänomen des ORF, meine sehr geehrten Damen und Herren, sondern Ihre gesellschaftspolitische Realität. Das ist altmodisch feudal, so wie die ÖVP in diesem Land agiert, bis hin zu frauenfeindlich. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zum Abschluss sei Ihnen eines noch gesagt: Wir sind für Fordern, Fördern und Feedback, denn das macht einen modernen Führungsstil aus. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ich sage Ihnen noch Folgendes: So wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ORF Besseres verdient haben, so haben das die Österreicherinnen und Österreicher schon lange verdient! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche - BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Staatssekretäre! Hohes Haus! Werte Zuhörerinnen und Zuseher! Kollegin Heinisch-Hosek, interessant und sehr spannend finde ich es, dass die SPÖ einen guten Führungsstil einfordert, denn das ist in Anbetracht der Skandale, die Sie in letzter Zeit geliefert haben, wirklich lächerlich. Von Führung haben Sie keine Ahnung! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Die haben nicht einmal eine Ahnung von Kontrolle!
„Konsum“, BAWAG, ÖIAG, all diese Dinge – Sie haben keine Ahnung von Führung! (Abg. Neudeck: Die haben nicht einmal eine Ahnung von Kontrolle!) Sie können hier nicht Führung einfordern, das möchte ich Ihnen einmal ins Stammbuch geschrieben haben.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber kein Edelmann!
Kollegin Heinisch-Hosek hat auch gesagt, dass sie sich keinen feudalen Führungsstil mehr wünscht. Aber Kollege Cap, Ihr Kollege, Frau Heinisch-Hosek, hat gerade deutlich gesagt: Er wünscht sich sehr wohl den alten Führungsstil zurück, denn der ehemalige Fürst vom ORF, der ja Kollege Cap war (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber kein Edelmann!) – und er wäre gerne wieder Fürst –, hat sich jetzt erwartet, dass man hier – und das waren seine Zitate – Fehler zugibt, sich geißelt, dass man Selbstkritik übt.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: So viel Zeit hätte er nicht gehabt!
Ich habe mir, wo Sie das gesagt haben, Herr Klubobmann Cap, erwartet, dass Sie Ihre Fehler auch zugeben (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: So viel Zeit hätte er nicht gehabt!), dass Sie Ihr Sündenregister aufzählen, dass Sie sich bei den Hörerinnen und Hörern und Seherinnen und Sehern für das entschuldigen, was Sie ihnen jahrzehntelang mit dem „Rotfunk“ angetan haben. Dass Sie Ihr Sündenregister aufzählen, das habe ich erwartet! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.
Ich habe mir, wo Sie das gesagt haben, Herr Klubobmann Cap, erwartet, dass Sie Ihre Fehler auch zugeben (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: So viel Zeit hätte er nicht gehabt!), dass Sie Ihr Sündenregister aufzählen, dass Sie sich bei den Hörerinnen und Hörern und Seherinnen und Sehern für das entschuldigen, was Sie ihnen jahrzehntelang mit dem „Rotfunk“ angetan haben. Dass Sie Ihr Sündenregister aufzählen, das habe ich erwartet! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.)
Die Abgeordneten Riepl und Gaál: Das werden aber Sie nicht bestimmen! – Abg. Reheis: Das möchten Sie gerne bestimmen ...!
Aber wir wurden bitter enttäuscht. Sie von der SPÖ haben gesagt, die Einflussnahme sei so groß wie noch nie. Dann frage ich Sie: Wie kann Einflussnahme größer sein, als wenn man direkt Parteisekretäre seitens der SPÖ in wichtige Positionen des ORF schickt, dann wieder zurückschickt, Parteisekretäre direkt in die Generalintendanz schickt und wieder zurückschickt, Parteisekretäre – ja, auch Herrn Kollegen Cap – in den Stiftungsrat setzt? Wie, wenn nicht so, ist die Einflussnahme am größten und am direktesten? Genau dann, wenn man es so macht, wie Sie es gemacht haben! Und Sie haben wirklich kein Recht, sich als Verteidiger des unpolitischen ORF aufzuspielen. Sie haben hier keinerlei Recht dazu. (Die Abgeordneten Riepl und Gaál: Das werden aber Sie nicht bestimmen! – Abg. Reheis: Das möchten Sie gerne bestimmen ...!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
de, im Interesse seiner beruflichen Zukunft über gewisse Themen nicht mehr zu berichten.“ – So schreibt der „Kurier“. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Ganz interessant war ja dann – ich habe mir die Arbeit angetan, gewisse Dinge wirklich nachzurecherchieren –, dass Klubobmann Cap in der „Pressestunde“ als Mediensprecher auf die Frage: Na, hat die SPÖ nie interveniert?, gesagt hat: Wir von der SPÖ wollten bei unseren Anrufen immer nur überzeugen! – Und wie diese Überzeugung ausgesehen hat, haben wir ja immer wieder gehört. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Nehmen Sie Platz!
Ich könnte noch mehr Zitate bringen, aber Sie wissen selbst, was Sie getan haben. Es ist ganz klar: Sie sehnen sich genau diese alten Zeiten des „Rotfunks“ wieder herbei und wollen wieder zu diesen Zeiten zurück. Geben Sie endlich Ihre Sünden zu! Sagen Sie es den ZuhörerInnen und ZuseherInnen, sagen Sie ihnen Ihre Sünden, die Sie als ehemaliger Fürst in feudalem Verhalten begangen haben. Geben Sie es endlich hier und jetzt zu, Herr Kollege Cap! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Nehmen Sie Platz!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Wir wollen keine Verquickung von Politik und ORF. Wir wollen nicht, dass die Personen direkt von der Politik in den ORF und wieder zurück wandern, wie zum Beispiel Generalintendant Zeiler als Pressesprecher des Bundeskanzlers damals eben direkt in die Generaldirektion gegangen ist. Wir wollen auch keine amtierenden Politiker im Aufsichtsrat. Was dann passiert, sehen wir ja an Ihrem BAWAG-Skandal. Wir haben uns immer für einen objektiven und unpolitischen ORF eingesetzt, und wir werden das auch in Zukunft tun. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Prinz: „Würde“! Haben Sie diese Meinung oder nicht!
Ich würde der Meinung sein, dass Sie von der ÖVP hier in diesem Zusammenhang befangen sind und sich eigentlich der Stimme enthalten sollten. (Abg. Prinz: „Würde“! Haben Sie diese Meinung oder nicht!) Es geht schließlich darum, ob Sie von diesem ORF bevorteilt werden oder nicht, und da sollten Sie sich eigentlich vornehm zurückhalten.
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Natürlich könnten Sie sagen, wir anderen Parteien, die auch im Konkurrenzteam antreten, sind ja auch befangen, und da müssten wir uns überlegen, ob da nicht vielleicht die Öffentlichkeit, zum Beispiel die Kommentatoren und Kommentatorinnen in den Zeitungen, das Urteil über die Unparteilichkeit des ORF fällen sollten. Und da sieht es, meine Damen und Herren, wahrlich nicht besonders gut für Sie aus. Und wenn man aber umgekehrt dann auch noch weiter denken könnte, auch die gesamte Bevölkerung und die Zivilgesellschaft könnte sich da auch vielleicht zu Wort melden, dann kommt man zu der Meinung, dass es da auch nicht besonders gut ausschaut. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Wir wissen schon, es geht nicht allein um die Quoten, es geht nicht um den Erfolg und um Reichweiten, das sind nur sozusagen die Kennzahlen, die aber doch immer irgendwie so etwas wie ein Bild vom Status quo zeigen. Es ist uns ganz klar, dass wir als Parlament, wenn sich alle Parteien einigen, diesen ORF-Karren, der jetzt irgendwo stecken geblieben ist, herausziehen könnten. Aber dann muss es wohl klar sein, dass dieser ORF unabhängig ist, denn es hat keine Partei etwas davon, einen ORF zu retten, der eigentlich in Wirklichkeit ein Parteifunk ist. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Uns geht es darum, dass dieser ORF wieder eine Chance bekommt. Das geht aber nur dann, wenn erstens alle Fraktionen hinter ihm stehen und wenn irgendeine regierende Partei über ihren eigenen Schatten springen und Gesetze und Rahmenbedingungen beschließen kann, die eigentlich über die eigenen Machtansprüche hinausgehen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Niederwieser: Geht ja noch weiter!
Abgeordneter Dr. Werner Fasslabend (ÖVP): Werte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich finde, es war heute eine durchaus interessante und spannende Diskussion. Mir hat nur eines gefehlt (Abg. Dr. Niederwieser: Geht ja noch weiter!), besser gesagt, mir hat ein Mann gefehlt, der hier aus dem Hause stammt und der sich bei einer ORF-Diskussion eigentlich am besten auskennen müsste. (Abg. Öllinger: Schüssel?) – Nein. Es ist auch nicht Gusenbauer. Es ist Josef Broukal, ein Mann, der jahrzehntelang im ORF war und bei einer derartigen Diskussion nicht das Wort ergreift.
Abg. Öllinger: Schüssel?
Abgeordneter Dr. Werner Fasslabend (ÖVP): Werte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich finde, es war heute eine durchaus interessante und spannende Diskussion. Mir hat nur eines gefehlt (Abg. Dr. Niederwieser: Geht ja noch weiter!), besser gesagt, mir hat ein Mann gefehlt, der hier aus dem Hause stammt und der sich bei einer ORF-Diskussion eigentlich am besten auskennen müsste. (Abg. Öllinger: Schüssel?) – Nein. Es ist auch nicht Gusenbauer. Es ist Josef Broukal, ein Mann, der jahrzehntelang im ORF war und bei einer derartigen Diskussion nicht das Wort ergreift.
Ruf bei der SPÖ: Warum reden Sie?
Da stellt sich für mich schon die Frage, warum er das nicht getan hat. Hat Josef Broukal das deshalb nicht getan, weil er vielleicht auf der einen Seite zwar ein hervorragender Journalist ist, aber wenn es um das Thema Unabhängigkeit und Überparteilichkeit geht, vielleicht selbst nicht gerade der absolute Modellfall dafür ist? Oder hat er es deshalb nicht getan, weil es gar nicht darum geht, sondern weil heute hier die Stunde der Ideologen war? Warum redet nicht Josef Broukal, sondern warum reden Cap und auch noch Darabos und Wittmann und Kräuter? (Ruf bei der SPÖ: Warum reden Sie?)
Abg. Öllinger: Warum reden Sie?
Warum reden auf der anderen Seite bei den Grünen Öllinger und Pilz? Es ist offensichtlich. Offensichtlich ist, dass es tatsächlich nur um ideologische Speerspitzen geht, dass man einfach versuchen will, kurz vor der Wahl politischen Druck herbeizuführen, dass es nicht wirklich um die Unabhängigkeit geht, dass es nicht wirklich um die Qualität des Rundfunks geht, sondern dass ganz andere, nämlich parteipolitische Ziele im Vordergrund stehen. (Abg. Öllinger: Warum reden Sie?)
Abg. Öllinger: Wir?
das und das passt ihm nicht. – Derartige Zeiten möchten wir nicht mehr gerne haben. Und daher können wir auch nur sagen: Es ist eigentlich eine Zumutung, wenn Sie heute auftreten und eine Rückkehr zu den alten Umständen verlangen! (Abg. Öllinger: Wir?)
Abg. Dr. Van der Bellen: Haben Sie übersehen, dass die ORF-Wahl ansteht?
Jetzt aber, kurz vor der ORF-Wahl, hier herauszukommen und sozusagen etwas von der Suppe für die Grünen auf die Seite zu bringen, das finde ich schon sehr billig. (Abg. Dr. Van der Bellen: Haben Sie übersehen, dass die ORF-Wahl ansteht?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Meiner Auffassung nach sollten Sie sich, Herr Professor Van der Bellen, dafür schämen, eine Aktion wie die heutige gesetzt zu haben. Sie sind damit nicht einmal in Ihren eigenen Reihen glaubwürdig! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das weißt du noch aus deiner Zeit!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Staatssekretär Morak, der, der Ihnen die Rede geschrieben hat, mag Sie nicht sehr. (Abg. Scheibner: Das weißt du noch aus deiner Zeit!) – Sie sollten sich überlegen, ob der Betreffende nicht Ihren Job will, denn diese Rede, Herr Staatssekretär, war eigentlich ein Jammertal, und zwar von Anfang bis Ende. Diese Rede hatte nichts zu tun mit den Tatsachen, die hier diskutiert werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Staatssekretär Morak, der, der Ihnen die Rede geschrieben hat, mag Sie nicht sehr. (Abg. Scheibner: Das weißt du noch aus deiner Zeit!) – Sie sollten sich überlegen, ob der Betreffende nicht Ihren Job will, denn diese Rede, Herr Staatssekretär, war eigentlich ein Jammertal, und zwar von Anfang bis Ende. Diese Rede hatte nichts zu tun mit den Tatsachen, die hier diskutiert werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Wattaul: Das stimmt nicht!
Das waren ganz offensichtliche – noch dazu vor laufender Kamera stattfindende – Interventionen! Das diente doch nur dazu, die ORF-MitarbeiterInnen einzuschüchtern! (Abg. Wattaul: Das stimmt nicht!) Bereits im Jahre 2001 gab es innerhalb des ORF Resolutionen, dass politische Interventionen unterlassen werden sollen, wobei das insbesondere in Richtung ÖVP gegangen ist.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was momentan Herr Mück macht, das haben früher drei Chefredakteure gemacht; da hatte jeder seinen Bereich – und damit war die Vielfalt gewährleistet. Mück hat das zusammengefasst und macht dort jetzt ÖVP-Propaganda! Das ist doch jetzt ein Generalsekretariat der ÖVP, daher kann es Vielfalt nicht mehr geben! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist schon alleine aus der Machtfülle des Herrn Mück heraus nicht mehr gegeben! (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was momentan Herr Mück macht, das haben früher drei Chefredakteure gemacht; da hatte jeder seinen Bereich – und damit war die Vielfalt gewährleistet. Mück hat das zusammengefasst und macht dort jetzt ÖVP-Propaganda! Das ist doch jetzt ein Generalsekretariat der ÖVP, daher kann es Vielfalt nicht mehr geben! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist schon alleine aus der Machtfülle des Herrn Mück heraus nicht mehr gegeben! (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sie von der ÖVP wollen sichergehen, dass dieses Durchgriffssystem aufrecht und weiterhin gewährleistet bleibt. Ich frage mich, warum auch Sie vom BZÖ das wollen. Ich frage mich, warum Sie auch da der ÖVP die Mauer machen! Wie lange noch? – Bis es das BZÖ nicht mehr gibt beziehungsweise bis die ÖVP Sie vom BZÖ aufgerieben hat? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: So wie in Wien, nur eine andere Form!
Ich frage mich: Was wollen Sie damit erreichen? Das geht nur dann, wenn auch der Generaldirektor beziehungsweise die Generaldirektorin mitspielt. Einen derartigen Durchgriff kann man nur dann machen, wenn man von oben gedeckt wird. Frau Generaldirektorin Lindner hat ja ihre Lektion gelernt, nämlich bei Erwin Pröll. Wenn Sie sich den ORF-Niederösterreich anschauen, dann wissen Sie, was „Wildwuchs“ ist. Das ist wirklich Wildwuchs. Da gibt es nur mehr Pröll – andere kommen gar nicht mehr vor. (Abg. Scheibner: So wie in Wien, nur eine andere Form!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Haben Sie das schon versucht, Herr Präsident Khol? – Ich glaube, Mück und Lindner würden Ihnen das ermöglichen. Und das ist falsch! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ist nur in der FPÖ so!
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (Freiheitliche - BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Wir von der FPÖ befürworten diesen Dringlichen Antrag, da es mittlerweile schon so ist, dass bei Abstimmungen besser auf ein geheimes Abstimmungsrecht Wert gelegt werden sollte, da die politische Einflussnahme und der Druck – auch nach den Angaben derer, die im ORF diesem Druck ausgesetzt sind – mittlerweile so groß sind, dass ein Ergebnis eigentlich nur mehr als gefälscht erscheinen kann, wenn manche meinen, dass einem sozusagen nichts anderes übrig bleibe, als sich eben in eine ganz bestimmte Richtung zu bekennen. (Abg. Scheibner: Das ist nur in der FPÖ so!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir von der FPÖ, sozusagen als leidtragende Dritte – wir waren nicht wirklich jemals vom ORF begünstigt –, können Ihnen von der ÖVP bestätigen: Sie sind da weitaus „effektiver“. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Sie von der ÖVP sind da weitaus „effektiver“, denn so schlimm wie jetzt war es noch nie. Es drohen – das hat mein Vorredner, der ja auch ein Niederösterreicher ist, bewiesen – niederösterreichische Verhältnisse auf ganz Österreich ausgedehnt zu werden. (Zwischenruf des Abg. Schöls.) Und wenn Sie es vielleicht nicht wissen sollten: Die Sendung „Niederösterreich heute“ heißt im Volksmund „Pröll heute“! Man kann es natürlich auch übertreiben. (Beifall des Abg. Dr. Bösch sowie bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Schöls: Dann gehen Sie zu den Menschen!) – Ja, gehen Sie zu den Menschen!
Zwischenruf des Abg. Schöls.
Wir von der FPÖ, sozusagen als leidtragende Dritte – wir waren nicht wirklich jemals vom ORF begünstigt –, können Ihnen von der ÖVP bestätigen: Sie sind da weitaus „effektiver“. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Sie von der ÖVP sind da weitaus „effektiver“, denn so schlimm wie jetzt war es noch nie. Es drohen – das hat mein Vorredner, der ja auch ein Niederösterreicher ist, bewiesen – niederösterreichische Verhältnisse auf ganz Österreich ausgedehnt zu werden. (Zwischenruf des Abg. Schöls.) Und wenn Sie es vielleicht nicht wissen sollten: Die Sendung „Niederösterreich heute“ heißt im Volksmund „Pröll heute“! Man kann es natürlich auch übertreiben. (Beifall des Abg. Dr. Bösch sowie bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Schöls: Dann gehen Sie zu den Menschen!) – Ja, gehen Sie zu den Menschen!
Beifall des Abg. Dr. Bösch sowie bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Schöls: Dann gehen Sie zu den Menschen!
Wir von der FPÖ, sozusagen als leidtragende Dritte – wir waren nicht wirklich jemals vom ORF begünstigt –, können Ihnen von der ÖVP bestätigen: Sie sind da weitaus „effektiver“. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Sie von der ÖVP sind da weitaus „effektiver“, denn so schlimm wie jetzt war es noch nie. Es drohen – das hat mein Vorredner, der ja auch ein Niederösterreicher ist, bewiesen – niederösterreichische Verhältnisse auf ganz Österreich ausgedehnt zu werden. (Zwischenruf des Abg. Schöls.) Und wenn Sie es vielleicht nicht wissen sollten: Die Sendung „Niederösterreich heute“ heißt im Volksmund „Pröll heute“! Man kann es natürlich auch übertreiben. (Beifall des Abg. Dr. Bösch sowie bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Schöls: Dann gehen Sie zu den Menschen!) – Ja, gehen Sie zu den Menschen!
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dass in Niederösterreich, was den ORF betrifft, die Situation zumindest leicht überzogen ist, steht wohl fest. Nicht umsonst kommt ja Frau Dr. Lindner aus dem ORF Niederösterreich; dort hat sie das gelernt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die, die Sie hier so schreien, haben jegliche Sensibilität verloren! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich würde mich scheuen, hätte ich die Funktion wie Frau Lindner, auf einer reinen Parteiveranstaltung aufzutauchen! Das war doch eine unglaubliche Offenlegung einer parteipolitischen Einvernahme! In einer solchen Position muss man doch neutral sein!
Beifall des Abg. Dr. Bösch sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Weiters: Die Aussagen des Landeshauptmannes von Niederösterreich, wen die ORF-Generaldirektorin zu feuern habe, wenn diese weiter recherchieren! Sie von der ÖVP haben nicht nur jegliche Sensibilität, sondern mittlerweile auch jedes Maß verloren! (Beifall des Abg. Dr. Bösch sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Ungeachtet der Realität, dass hier nämlich keine neue Partei entstanden ist, sondern eine Abspaltung stattgefunden hat, hat der ORF ganz intensiv versucht, den kleinen Regierungspartner zu so etwas wie zu einer Partei aufzublasen. Man sieht das ja an den medialen Auftrittsmöglichkeiten, die manche, wie jetzt zum Beispiel Westenthaler, genießen, ohne dass diese Partei je eine Wahl geschlagen hat, erfolgreich geschlagen hat. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) Aber nicht unter dem Titel, den er jetzt führt.
Beifall des Abg. Dr. Bösch sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Man kann es natürlich auch übertreiben – die Quoten zeigen das. Die Bürger sind nicht so dumm, wie manche das meinen. Ich bin überzeugt davon, dass sie weiterhin zwischen den Zeilen lesen und hören werden, andere Sender hören werden, und irgendwann wird es wirklich dazu kommen, dass es einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt, der diesen Namen verdient. (Beifall des Abg. Dr. Bösch sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Walch.
Also (der Redner hält eine Tafel in die Höhe, auf der die vom Redner aufgezählten Punkte aufgelistet sind), 19.30 Uhr, ORF 1 und ORF 2: Tour de France, historischer Triumph für Totschnig – um das vom Zeitpunkt her einzuordnen –, Türkei, erstes Opfer, Rumänien, Serbien-Montenegro und dann: BZÖ, Rumpold-Rückzug. (Zwischenruf des Abg. Walch.) So hat die eigentliche Tagesordnung, der ursprüngliche Inhalt von „Zeit im Bild“ ausgesehen. Und was ist passiert, meine Damen und Herren? – Der Bericht ist nicht gekommen! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Weil der Rumpold geblieben ist!) Was ist da passiert vom Zeitpunkt des Mitteilens des Inhaltes der „Zeit im Bild“ bis zur Ausstrahlung der Sendung, Herr Molterer? Haben Sie da interveniert? Ist da die Regierung auf dem Spiel gestanden? Oder waren Sie das, Herr Scheibner, oder Herr Dr. Haider?
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Weil der Rumpold geblieben ist!
Also (der Redner hält eine Tafel in die Höhe, auf der die vom Redner aufgezählten Punkte aufgelistet sind), 19.30 Uhr, ORF 1 und ORF 2: Tour de France, historischer Triumph für Totschnig – um das vom Zeitpunkt her einzuordnen –, Türkei, erstes Opfer, Rumänien, Serbien-Montenegro und dann: BZÖ, Rumpold-Rückzug. (Zwischenruf des Abg. Walch.) So hat die eigentliche Tagesordnung, der ursprüngliche Inhalt von „Zeit im Bild“ ausgesehen. Und was ist passiert, meine Damen und Herren? – Der Bericht ist nicht gekommen! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Weil der Rumpold geblieben ist!) Was ist da passiert vom Zeitpunkt des Mitteilens des Inhaltes der „Zeit im Bild“ bis zur Ausstrahlung der Sendung, Herr Molterer? Haben Sie da interveniert? Ist da die Regierung auf dem Spiel gestanden? Oder waren Sie das, Herr Scheibner, oder Herr Dr. Haider?
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! In dieser Art und Weise, mit dieser Manipulation, springen Sie mit der wichtigsten Nachrichtensendung der Republik um. Sie sollten sich schämen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung ÖVP –: Vom Kräuter können Sie sich was abschneiden, meine Herren!
Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Selbständigen Entschließungsantrag 850/A (E) der Abgeordneten Dr. Van der Bellen, Kolleginnen und Kollegen betreffend die Sicherstellung der Unabhängigkeit und Objektivität des ORF. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung ÖVP –: Vom Kräuter können Sie sich was abschneiden, meine Herren!)