Eckdaten:
Für die 38. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 450 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Leiner: Das war vor dem Erkenntnis!
Bundesministerin für Gesundheit und Konsumentenschutz Dr. Christa Krammer: Frau Abgeordnete! Diese Frage hätten Sie im ÖVP Klub klären müssen, denn der Abgeordnete Rasinger und der Abgeordnete Leiner haben zu den vehementesten Verfechtern eines Gruppenpraxengesetzes gehört. – Danke schön. (Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Leiner: Das war vor dem Erkenntnis!)
Abg. Dr. Leiner: Herr Präsident ...
Präsident Dr. Heinz Fischer: Wir kommen zum nächsten Fragenkomplex. (Abg. Dr. Leiner: Herr Präsident ...) Die Zusatzfrage der Frau Rauch-Kallat ist gestellt worden, wir kommen daher nach der Geschäftsordnung ... (Abg. Dr. Leiner: Herr Präsident! Darf ich das bitte richtigstellen?)
Abg. Dr. Leiner: Herr Präsident! Darf ich das bitte richtigstellen?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Wir kommen zum nächsten Fragenkomplex. (Abg. Dr. Leiner: Herr Präsident ...) Die Zusatzfrage der Frau Rauch-Kallat ist gestellt worden, wir kommen daher nach der Geschäftsordnung ... (Abg. Dr. Leiner: Herr Präsident! Darf ich das bitte richtigstellen?)
Heiterkeit.
Bundesministerin für Gesundheit und Konsumentenschutz Dr. Christa Krammer: Herr Präsident! Ich muß den Abgeordneten bitten, mir die Frage noch einmal zu stellen. Ich bin sehr verkühlt und höre ein bißchen schlecht. Ich bin auch schon eine etwas ältere Dame. (Heiterkeit.) Ich sag’ das einem jungen Herrn. Reden Sie ein bißchen lauter, ich höre Sie sonst nicht.
Abg. Ing. Reichhold: Und wann kommt sie?
Bundesministerin für Gesundheit und Konsumentenschutz Dr. Christa Krammer: Diese Frage müßte vorrangig an den Herrn Landwirtschaftsminister gestellt werden. Aber gut. Ich kann Ihnen sagen, das ist ja mit ein Grund, warum ich so dahinter bin, daß die Verordnungsvorschläge, die ich gemacht habe, verwirklicht werden: damit eine Kennzeichnung kommt und der österreichische Konsument – egal, ob er Bauer ist oder eben ein Konsument, der das unmittelbar ißt, was er kauft – informiert ist und weiß, was er kauft. (Abg. Ing. Reichhold: Und wann kommt sie?) Wenn der Herr Wirtschaftsminister mir seine Antwort auf die Begutachtung schickt, hoffe ich, und wir zu einem guten Ergebnis kommen. – Danke schön.
Abg. Horngacher: Die zwei Jahre!
Bundesministerin für Gesundheit und Konsumentenschutz Dr. Christa Krammer: Frau Abgeordnete, ich weiß nicht, welche Vorgangsweise Sie meinen. (Abg. Horngacher: Die zwei Jahre!) Frau Abgeordnete, ich habe gerade Frau Dr. Petrovic diese zwei Jahre erklärt; ich bin aber gern bereit, das noch einmal zu tun. Die zwei Jahre wurden nicht von mir genannt, und ich werde mein Büro ersuchen, daß die entsprechenden Zeitungsausschnitte herausgesucht werden. Es gab einige Zeitungen, in denen die zwei Jahre genannt wurden, und dann gab es zwei sehr namhafte Zeitungen, zwei renommierte, die das nicht geschrieben haben, weil sie es nicht gehört haben.
Abg. Haigermoser: Das hat er nicht gefragt! Die Fragen stellen schon wir ! Wir beantworten keine Frage, wir wollen Antworten!
Bundesministerin für Gesundheit und Konsumentenschutz Dr. Christa Krammer: Herr Präsident! Herr Abgeordneter Pumberger! Können Sie garantieren, daß jetzt, in der momentanen Situation, überhaupt nichts passiert? (Abg. Haigermoser: Das hat er nicht gefragt! Die Fragen stellen schon wir ! Wir beantworten keine Frage, wir wollen Antworten!)
Abg. Haigermoser: Das ist kaltblütig!
Er hat mich gefragt, ob ich garantieren kann, daß, wenn kein Facharzt dort ist, nichts passiert. Ich frage ihn, ob er jetzt garantieren kann, daß jetzt nichts passiert. (Abg. Haigermoser: Das ist kaltblütig!)
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Bundesministerin, wollen Sie noch etwas hinzufügen? – Bitte sehr. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Das ist makaber! – Heiterkeit.
Sie haben von mir eine Garantie verlangt. Herr Abgeordneter Pumberger, Sie sind auch Arzt: Können Sie garantieren, daß Ihnen nie ein Patient sterben wird? – Nein, das kann niemand! – Danke schön. (Abg. Haigermoser: Das ist makaber! – Heiterkeit.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Beantworten Sie die Frage!
Schauen Sie sich die Realität an, Herr Doktor! Bauschen Sie nicht etwas künstlich auf, was nicht ist. Machen Sie den Leuten nicht Angst, das ist unverantwortlich für einen Politiker! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Beantworten Sie die Frage!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Elisabeth Pittermann (SPÖ): Frau Bundesministerin ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Das war nicht die Frage!
Bundesministerin für Gesundheit und Konsumentenschutz Dr. Christa Krammer: Herr Präsident! Herr Abgeordneter! Es war mit im Gespräch mit den Ländern und der Wunsch der Länder, diese Frage zu hinterfragen. Der Verfassungsdienst trägt damit dem Wunsch der Länder Rechnung. – Danke schön. (Abg. Böhacker: Das war nicht die Frage!)
Bundesministerin Dr. Krammer: Welche Studie?
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Frau Ministerin! Ich wollte Sie fragen, ob es zur leistungsorientierten Krankenhausfinanzierung eine Begleitstudie geben wird. Wenn ja, bis wann ist mit einem ersten Zwischenbericht zu rechnen? Wenn nein, warum finden Sie eine Begleitstudie nicht für notwendig? (Bundesministerin Dr. Krammer: Welche Studie?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Welche Antwort gibt hier die offizielle Politik dieser Bundesregierung darauf? – Bis heute nur Schweigen dazu! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ja, was wollen Sie jetzt, meine Damen und Herren? – Einerseits spielen Sie uns da die großen Europäer, die großen Weltpolitiker vor, die eine Liberalisierung vertreten, und andererseits, wenn es dann ans Eingemachte geht, sagen Sie, jetzt müssen wir Österreich wieder zuknöpfen. – Sagen Sie uns verbindlich, was Sie wirklich tun! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind die Widersprüche, die täglich entstehen, und das ist es, warum wir Freiheitlichen noch einmal mit aller Deutlichkeit sagen: Sie haben auch nach dem EU-Beitritt die Hausaufgaben nicht gemacht und riskieren Tausende und Abertausende zusätzliche Arbeitslose und die Vernichtung von Arbeitsplätzen in Österreich. Und das kann es nicht sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Ederer: Was, Josef?! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich war selbst mit dem Kollegen Cap in Rom bei einer Konferenz. (Abg. Mag. Ederer: Was, Josef?! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das wird ihm sehr schaden, aber er hat das ganz ordentlich gemacht als Delegationsleiter. Ich war also mit dem Kollegen Cap nach der Regierungskonferenz von Florenz bei einer EU-Konferenz in Rom. Dort hat der scheidende italienische Außenminister, der den Vorsitz abgegeben hat, den Bericht erstattet, und es war sehr bemerkenswert, wie unterschiedlich dort argumentiert wurde.
Abg. Mag. Stadler: So ist es!
Wichtigeres heißt, 18 Millionen Arbeitslose in der EU zu ignorieren, die steigenden Probleme Österreichs mit der Beschäftigungssituation zu ignorieren, heißt, zwar groß zu reden in Österreich, Plakate zu affichieren: Wir machen uns stark für Arbeitsplätze!, aber dann in der EU klein beizugeben, sich zu verschweigen und das Thema auf die lange Bank zu schieben. (Abg. Mag. Stadler: So ist es!) Das, meine Damen und Herren, ist Ihre Politik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wichtigeres heißt, 18 Millionen Arbeitslose in der EU zu ignorieren, die steigenden Probleme Österreichs mit der Beschäftigungssituation zu ignorieren, heißt, zwar groß zu reden in Österreich, Plakate zu affichieren: Wir machen uns stark für Arbeitsplätze!, aber dann in der EU klein beizugeben, sich zu verschweigen und das Thema auf die lange Bank zu schieben. (Abg. Mag. Stadler: So ist es!) Das, meine Damen und Herren, ist Ihre Politik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Und kein Geld!
Ich habe mir jetzt einmal angeschaut, was die EU an Mitteln für Propaganda ausgibt. Für 18 Millionen Arbeitslose: Keine Zeit! (Abg. Mag. Stadler: Und kein Geld!) , aber das Informationsbudget der EU beträgt heuer sage und schreibe 3,3 Milliarden Schilling! 3,3 Milliarden Schilling! (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Wahnsinn! – Abg. Dr. Fekter: Sind das keine Arbeitsplätze?)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Wahnsinn! – Abg. Dr. Fekter: Sind das keine Arbeitsplätze?
Ich habe mir jetzt einmal angeschaut, was die EU an Mitteln für Propaganda ausgibt. Für 18 Millionen Arbeitslose: Keine Zeit! (Abg. Mag. Stadler: Und kein Geld!) , aber das Informationsbudget der EU beträgt heuer sage und schreibe 3,3 Milliarden Schilling! 3,3 Milliarden Schilling! (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Wahnsinn! – Abg. Dr. Fekter: Sind das keine Arbeitsplätze?)
Abg. Mag. Stadler: Die Fekter ist der Meinung, das bringt Arbeitsplätze!
Ich habe mir herausgesucht, meine Damen und Herren, wie der Informationsdienst gegründet wurde. (Abg. Mag. Stadler: Die Fekter ist der Meinung, das bringt Arbeitsplätze!) Der EU-Informationsdienst wurde im Jahre 1954 gegründet. Damals schrieb der Verantwortliche Max Kohnstamm: "Es ist ein Instrument, um die Gegner der Integration zu entwaffnen". Danach wurde eine deutsch-französische Werbeagentur eingeschaltet, um eine Strategie für die Entwaffnung der Gegner zu entwickeln, und man schrieb im April 1955: "Es ist notwendig, auf Gefühle anzuspielen und alles anzusprechen, was dem Temperament der Massen entgegenkommt." (Abg. Mag. Stadler: Da schau her!)
Abg. Mag. Stadler: Da schau her!
Ich habe mir herausgesucht, meine Damen und Herren, wie der Informationsdienst gegründet wurde. (Abg. Mag. Stadler: Die Fekter ist der Meinung, das bringt Arbeitsplätze!) Der EU-Informationsdienst wurde im Jahre 1954 gegründet. Damals schrieb der Verantwortliche Max Kohnstamm: "Es ist ein Instrument, um die Gegner der Integration zu entwaffnen". Danach wurde eine deutsch-französische Werbeagentur eingeschaltet, um eine Strategie für die Entwaffnung der Gegner zu entwickeln, und man schrieb im April 1955: "Es ist notwendig, auf Gefühle anzuspielen und alles anzusprechen, was dem Temperament der Massen entgegenkommt." (Abg. Mag. Stadler: Da schau her!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Also da ist man sehr gründlich. Eine konsequente Linie der Propaganda und Gehirnwäsche, aber kein Geld für den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, für die Schaffung von Arbeitsplätzen! Nur mit Propaganda will man politisch überleben, ohne das Europa der Bürger wirklich zu schaffen, um das es eigentlich ginge. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Wir haben es ja!
Das zeigt auch die Gebarung des Interimsfonds für das Jahr 1996, wofür Österreich Entwicklungshilfegelder gibt – um das noch abschließend zu sagen. Der Interimsfonds bekommt von uns 3 Milliarden Schilling an Entwicklungshilfegeldern – das ist ohnedies nicht so wenig für Österreich. Aber da steht drinnen, daß wir nächstes Jahr auch noch freiwillige zusätzliche Beiträge von noch einmal fast 500 Millionen Schilling zahlen wollen. (Abg. Mag. Stadler: Wir haben es ja!) Wir haben es ja, wir brauchen ja kein Sparpaket, wir müssen nur den Familien ein bißchen etwas wegnehmen, wir müssen nur das Karenzgeld reduzieren, wir müssen nur die Geburtenbeihilfen einschränken, wir müssen nur die Steuerpolitik für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer verschärfen, wir müssen nur den Pensionisten etwas kürzen, dann können wir im Ausland Geschenkspolitik betreiben, um als österreichische Musterschüler gut in Erscheinung zu treten, aber die eigenen Leute vor verschlossenen Türen stehen zu lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das zeigt auch die Gebarung des Interimsfonds für das Jahr 1996, wofür Österreich Entwicklungshilfegelder gibt – um das noch abschließend zu sagen. Der Interimsfonds bekommt von uns 3 Milliarden Schilling an Entwicklungshilfegeldern – das ist ohnedies nicht so wenig für Österreich. Aber da steht drinnen, daß wir nächstes Jahr auch noch freiwillige zusätzliche Beiträge von noch einmal fast 500 Millionen Schilling zahlen wollen. (Abg. Mag. Stadler: Wir haben es ja!) Wir haben es ja, wir brauchen ja kein Sparpaket, wir müssen nur den Familien ein bißchen etwas wegnehmen, wir müssen nur das Karenzgeld reduzieren, wir müssen nur die Geburtenbeihilfen einschränken, wir müssen nur die Steuerpolitik für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer verschärfen, wir müssen nur den Pensionisten etwas kürzen, dann können wir im Ausland Geschenkspolitik betreiben, um als österreichische Musterschüler gut in Erscheinung zu treten, aber die eigenen Leute vor verschlossenen Türen stehen zu lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Der Außenpolitische Bericht, der heute der eigentliche Gegenstand der Tagesordnung ist, gibt einen Überblick über die Außenpolitik. Ich möchte daher zuerst zu diesem Bericht sprechen, bevor ich dann im zweiten Teil auf die Ausführungen des Abgeordneten Haider eingehe. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Abg. Mag. Stadler: Populismus und Propaganda! Pure Propaganda! – Abg. Tichy-Schreder: Er hat es nicht gelesen!
Dieser Außenpolitische Bericht ist nicht, wie in einem Zwischenruf des Abgeordneten Stadler jetzt gesagt wurde, Propaganda, sondern ... (Abg. Mag. Stadler: Populismus und Propaganda! Pure Propaganda! – Abg. Tichy-Schreder: Er hat es nicht gelesen!) Das bitte ich Sie, meine Damen und Herren, selbst zu überprüfen. Es ist das eine Darstellung darüber, was auf dem außenpolitischen Sektor vom Außenamt, teilweise auch vom Bundeskanzleramt und auch von anderen Ressorts geschehen ist. Es ist dies ein gutes Jahrbuch der österreichischen Außenpolitik, das man beibehalten soll, das man vielleicht teilweise straffen und verändern wird – darüber haben ja schon Gespräche stattgefunden –, das aber eine gute Darstellung für jeden Interessierten ist und zeigt, was sich in der österreichischen Außenpolitik im vergangenen Jahr abgespielt hat.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wenn ich aus Anlaß des Außenpolitischen Berichtes, des Jahrbuches traditionellerweise auch hier namens des Außenpolitischen Ausschusses Dank an die damit befaßten Stellen und Beamten ausspreche, dann möchte ich ein Dankeschön des Parlaments an alle Menschen miteinschließen, die sich in Organisationen und auf den vielfältigsten Ebenen bemühen, im Interesse unseres Landes im Ausland oder in internationalen Organisationen tätig zu werden. Auch ihre Arbeit ist sehr wichtig für unsere Republik. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wenn Sie das jetzt noch nicht wissen, tun Sie mir leid!
In Wirklichkeit, Herr Kollege, ist es so, daß allen Beteiligten klar ist, daß die diesbezüglichen Vorentscheidungen und Überlegungen innerhalb Europas erst Ende nächsten Jahres finalisiert sein werden. Aus diesem Grund hat auch die Bundesregierung in der Regierungserklärung die Richtung ganz deutlich aufgezeigt, sie hat aber auch gesagt: Ehrlich ist es, zu sagen: Wir werden erst Anfang 1998 manches wirklich beurteilen können, weil wir erst dann wissen werden, was die anderen wollen und in welche Richtung es geht! (Abg. Scheibner: Wenn Sie das jetzt noch nicht wissen, tun Sie mir leid!) Es hätte daher gar keinen Sinn, laufend zu verlangen, daß es 1996 schon Anfang 1998 ist. – Anfang 1998 wird es im Jahre 1998 sein, und dann wird der richtige Zeitpunkt sein, um über diese Fragen zu beraten.
Abg. Ing. Reichhold: Wollen Sie Rußland ausgrenzen, Herr Kollege?
Der zweite Vorwurf ist genauso falsch: Wenn Abgeordneter Haider zur Frage Osterweiterung sagt: Da ist nach den Aussagen Ettls und nach anderen Äußerungen eine Unklarheit, die auch hier nicht gelöst wird!, dann muß ich sagen: Das stimmt ganz einfach nicht, denn im Außenpolitischen Bericht wird auf die Studie von Bundeskanzleramt und Außenministerium zum Thema Osterweiterung hingewiesen, und damit ist die österreichische Position ganz klar. Es wird nämlich darauf hingewiesen, daß diese Studie einen klaren Nachweis dafür erbracht hat, daß ein EU-Beitritt der Reformländer, insbesondere unserer Nachbarn Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien, aber auch Polens – ich zitiere –, aus politischen, sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Gründen im ureigensten Interesse Österreichs liegt. Es ist damit im Bericht klargestellt: Wir sind für die Osterweiterung, und wir wissen, daß sie mehr Chancen für unsere Wirtschaft und Beschäftigung mit sich bringt als Risken. Es gibt heute keine Maßnahme mehr, die chancen- oder riskenfrei ist, man muß schon die entsprechende Politik machen und die Gegebenheiten nützen, aber in der Anlage dieser Frage besteht ein viel größeres Potential an Möglichkeiten für Österreich und für unsere Wirtschaft als an Risken, die Sie in Schwarzmalerei bloß einseitig erwähnen. (Abg. Ing. Reichhold: Wollen Sie Rußland ausgrenzen, Herr Kollege?)
Heiterkeit bei der SPÖ
Ich weiß nicht, ob diese Frage bei Ihrem Debüt als außenpolitischer Zwischenrufer ernst gemeint ist (Heiterkeit bei der SPÖ), aber für den Fall, daß sie ernst gemeint ist: Selbstverständlich kann Rußland in allen sicherheitspolitischen Überlegungen nicht ausgegrenzt werden. Es bedarf einer differenzierten Vorgangsweise, wie wir sie auch im Europarat bei der Aufnahme gewählt haben. Es ist klar, daß sich aus den verschiedensten Gründen die Frage von Beitrittsverhandlungen Rußlands mit der EU nicht stellt, aber das dürfte auch Ihnen, Herr Kollege, bekannt sein.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ein dritter Punkt, den Abgeordneter Haider gebracht hat, nämlich zur Frage Beschäftigungspolitik. Er wollte anhand der mangelnden Bereitschaft mancher Ratsmitglieder, sich im Trubel der Ereignisse mit dieser für uns wichtigen Frage zu beschäftigen – ich gebe ihm recht, es wäre wichtiger gewesen, sich mit dieser Frage zu beschäftigen als mit anderen Punkten –, den Schluß ziehen, wir wollten es nicht entsprechend, wir setzten uns nicht dafür ein. Das ist falsch, und das weiß er selbst. Gerade die Frage Beschäftigungspolitik und diesbezügliche Maßnahmen in der EU sind aufs engste mit Österreich und mit Bundeskanzler Vranitzky verbunden. Ich bekenne mich auch heute hier noch einmal deutlich dazu, daß das eine der entscheidensten Fragen für die EU, für diesen Kontinent und für die Menschen auf diesem Kontinent darstellt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Rufe bei den Freiheitlichen: "Wie immer"?
Abgeordneter Dr. Friedhelm Frischenschlager (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Auch ich möchte zunächst ein paar Worte zum Außenpolitischen Bericht sagen, kann mich dabei aber zum gut Teil an den Aussagen des Kollegen Schieder orientieren – wie immer. (Rufe bei den Freiheitlichen: "Wie immer"?) Ja, Kollege Scheibner, wenn etwas Richtiges
Abg. Dr. Khol: Das ist eine Enzyklopädie!
Der Bericht ist in Ordnung, er ist – wie immer – beachtlich dick (Abg. Dr. Khol: Das ist eine Enzyklopädie!), daher ist es nicht möglich, in den 15 Minuten, die ich mir vorgenommen habe nicht zu überschreiten, auf alles einzugehen. Wir haben denen zu danken, die daran gearbeitet haben. Er ist – wie immer – eine gute Grundlage für unsere außenpolitische Arbeit während des ganzen Jahres. (Beifall beim Liberalen Forum und der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol. )
Beifall beim Liberalen Forum und der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol.
Der Bericht ist in Ordnung, er ist – wie immer – beachtlich dick (Abg. Dr. Khol: Das ist eine Enzyklopädie!), daher ist es nicht möglich, in den 15 Minuten, die ich mir vorgenommen habe nicht zu überschreiten, auf alles einzugehen. Wir haben denen zu danken, die daran gearbeitet haben. Er ist – wie immer – eine gute Grundlage für unsere außenpolitische Arbeit während des ganzen Jahres. (Beifall beim Liberalen Forum und der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich möchte das so deutlich machen, weil ich klar anerkenne, daß ein großer Bevölkerungsteil nach wie vor mental an der Neutralität hängt. Das ist kein Wunder, aber es darf uns auch nicht daran hindern, zu fragen, ob das ein Zukunftsmodell ist. Das ist die entscheidende Frage. (Beifall beim Liberalen Forum.) Und deshalb erscheint es mir wichtig, daß wir nicht heute und nicht morgen Entscheidungen treffen, aber die Dinge offen debattieren.
Zwischenruf des Abg. Dr. Khol.
Ich muß sagen, daß die Bundesregierung, die große Koalition in diesem Bereich ein jammervolles Bild abgibt. Es gibt keine Position, die nicht jede der beiden Regierungsparteien vertritt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. ) Wie ein Bauchladen wird alles, was man an Positionen haben kann, Kollege Khol, von der ÖVP vor sich hergetragen. Bei der SPÖ ist es mindestens genauso arg. Da ist es sogar so, daß oft dieselben Personen von heute auf morgen ihre Positionen ändern – eines vor, eines zurück.
Zwischenbemerkung des Vizekanzlers Dr. Schüssel.
Aber etwas ist völlig klar: Wir müssen uns in diesen Fragen klar positionieren. Es ist ja geradezu grotesk, Herr Vizekanzler, wenn Sie zum Beispiel sagen: Es besteht ja überhaupt kein Diskussionsbedarf. (Zwischenbemerkung des Vizekanzlers Dr. Schüssel. ) Ich werde Sie gleich zitieren, wenn es für Sie lustig ist. Sie sagen, es ist doch erst 1997 die Regierungskonferenz, auf der das selbstverständlich ein Thema ist. Jetzt haben wir Mitte 1996 – aber nur nicht debattieren. Das soll nicht sein. Auch nicht der Versuch, eine klare Linie herauszuarbeiten.
Abg. Dr. Khol: Nach den Gesetzen der Logik sind das sich deckende Folgerungen!
Herr Vizekanzler! Im August ... (Abg. Dr. Khol: Nach den Gesetzen der Logik sind das sich deckende Folgerungen!) Kollege Khol! Unterbrechen Sie mich nicht, Sie wissen, daß die Redezeit knapp ist. Ich bin lauter als Sie. (Abg. Dr. Khol: Wann ich unterbreche, ist meine Sache!)
Abg. Dr. Khol: Wann ich unterbreche, ist meine Sache!
Herr Vizekanzler! Im August ... (Abg. Dr. Khol: Nach den Gesetzen der Logik sind das sich deckende Folgerungen!) Kollege Khol! Unterbrechen Sie mich nicht, Sie wissen, daß die Redezeit knapp ist. Ich bin lauter als Sie. (Abg. Dr. Khol: Wann ich unterbreche, ist meine Sache!)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Die Diskussion um die NATO ist nicht etwas, was die Opposition einführt. Lieber Kollege Khol, der du gestern so von der Neutralitätsnotwendigkeit gesprochen hast und davon, daß all das ewig so bleibt: Du warst noch am 29. Juli im "profil" anderer Auffassung. In einem selbst geschriebenen Artikel – nicht zitiert – von Kollegen Khol heißt es: "Warum soll Österreich zur WEU und später eventuell zur NATO neu gehen? Weil der Beitritt zur WEU letztlich den NATO-neu-Beitritt nach sich ziehen könnte. In WEU und NATO-neu wollen wir" – offensichtlich die ÖVP oder Österreich –: "unsere eigene Sicherheit erhöhen, Solidarität in ganz Europa einbringen, Konflikte verhindern, wie jene am Balkan, politisch mitbestimmen." (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Was? Dieses Wort verstehen wir nicht!
Das wirklich Hundsföttische daran ist, daß ihr immer zugleich sagt (Abg. Dr. Khol: Was? Dieses Wort verstehen wir nicht!) : Mit der Neutralität hat das nichts zu tun, liebe Österreicher. Alles klar: Die NATO ist eine Option – aber es ist mit der Neutralität vereinbar! – So ist es. Das ist Ihr Diskussionsstil. (Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. ) Wenn "hundsföttisch" Sie stört, nehme ich es zurück.
Zwischenruf des Abg. Dr. Khol.
Das wirklich Hundsföttische daran ist, daß ihr immer zugleich sagt (Abg. Dr. Khol: Was? Dieses Wort verstehen wir nicht!) : Mit der Neutralität hat das nichts zu tun, liebe Österreicher. Alles klar: Die NATO ist eine Option – aber es ist mit der Neutralität vereinbar! – So ist es. Das ist Ihr Diskussionsstil. (Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. ) Wenn "hundsföttisch" Sie stört, nehme ich es zurück.
Beifall beim Liberalen Forum und den Grünen.
Jedenfalls: Es ist eine völlig unklare Linie. Es ist ein Täuschungsmanöver gegenüber den Österreichern, vom NATO-Beitritt als Ziel zu sprechen und gestern von diesem Pult aus zu sagen: Die Neutralität bleibt aufrecht! (Beifall beim Liberalen Forum und den Grünen.) Das ist nicht nur unklar, das ist falsch, völlig völkerrechtswidrig und keine klare Linie.
Abg. Dr. Khol: Den kennt ja niemand!
Was sagt zum Beispiel das Wahlprogramm der SPÖ zur EU-Wahl? – Ziel ist ein kollektives Sicherheitssystem, an dem auch Neutrale teilnehmen können. – Darüber kann man debattieren, wenn man definiert, was ein kollektives Sicherheitssystem ist. Aber was sagte der Spitzenkandidat der SPÖ während des ganzen Sommers? (Abg. Dr. Khol: Den kennt ja niemand!) Er sagte: Persönlich glaube ich, daß sich die Westeuropäische Union über kurz oder lang auflösen wird. Man wird irgendwann nicht darum herumkommen, über die Frage eines NATO-Beitrittes nachzudenken. (Abg. Dr. Khol: Wie heißt der Spitzenkandidat? – Fällt ihm nicht ein!)
Abg. Dr. Khol: Wie heißt der Spitzenkandidat? – Fällt ihm nicht ein!
Was sagt zum Beispiel das Wahlprogramm der SPÖ zur EU-Wahl? – Ziel ist ein kollektives Sicherheitssystem, an dem auch Neutrale teilnehmen können. – Darüber kann man debattieren, wenn man definiert, was ein kollektives Sicherheitssystem ist. Aber was sagte der Spitzenkandidat der SPÖ während des ganzen Sommers? (Abg. Dr. Khol: Den kennt ja niemand!) Er sagte: Persönlich glaube ich, daß sich die Westeuropäische Union über kurz oder lang auflösen wird. Man wird irgendwann nicht darum herumkommen, über die Frage eines NATO-Beitrittes nachzudenken. (Abg. Dr. Khol: Wie heißt der Spitzenkandidat? – Fällt ihm nicht ein!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Deshalb halte ich es wirklich für grob nachlässig, wenn seitens der Regierungsparteien die Debatte über europäische Sicherheitsstrukturen angedeutet wird, zurückgenommen wird, neu aufgelegt wird, aber gleichzeitig permanent behauptet wird: Es besteht die Möglichkeit, Gemeinsame Sicherheits- und Außenpolitik mit dauernder Neutralität zu verbinden. Das ist eine Quadratur des Kreises, die nicht möglich ist. Wir sollten das offen eingestehen und nicht gegenüber der Bevölkerung alles vernebeln und so tun, als ob beides möglich wäre. Das ist der Vorwurf, den wir Ihnen machen müssen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Deshalb: Verlangen wir diese offene Diskussion, sprechen wir diese Ziele offen aus, verstecken wir uns nicht hinter einem Neutralitätsparavent, der in Wahrheit funktionslos geworden ist und den wir auch in Wahrheit mit dem Beitritt zur Europäischen Union eigentlich beiseite geschoben haben! Diese Dinge klar auszusprechen sollen wir den Mut haben, dann wird uns die Bevölkerung verstehen und ich bin sicher, daß sie auch diesem Weg folgen wird. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Eines darf man nicht vergessen: So wichtig Arbeitsmarkt, ökologische Wünsche und andere Zielsetzungen auch sind, das oberste Ziel der Europäischen Union war es immer, eine Integration herbeizuführen, in der es nie mehr einen nationalen Krieg gibt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zum ersten Mal haben wir die Chance – ich habe das immer betont: eine Chance, nicht mehr –, eine Gemeinsamkeit herbeizuführen, die das ausschließt, was Europa 1 000 Jahre lang war: nämlich ein Kontinent der Kriege, gelegentlich unterbrochen durch einige Jahre Frieden. Daher bleibt dies als oberstes Ziel, auch wenn es gelegentlich Opfer kostet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. )
Abg. Dr. Khol: Man muß ihn an den Liberalismus erinnern! – Abg. Dr. Frischenschlager: Aber wann eine Regierungskonferenz läuft und wann sie notwendig ist! – Abg. Tichy-Schreder: Die ist noch nicht notwendig!
Kollege Frischenschlager! Sie verlangen eine Diskussion über die Neutralität und behaupten, sie werde nicht geführt. Sie zitieren aber laufend Beiträge aus dieser Diskussion, sie findet also laufend statt. Sie können aber nicht jemanden zwingen, zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer bestimmten Form Stellung zu nehmen. Jeder hat die Freiheit, in einer Demokratie dann Stellung zu nehmen, wann er es für richtig hält. Sie nehmen ja auch dann Stellung, wann Sie es für richtig halten. (Abg. Dr. Khol: Man muß ihn an den Liberalismus erinnern! – Abg. Dr. Frischenschlager: Aber wann eine Regierungskonferenz läuft und wann sie notwendig ist! – Abg. Tichy-Schreder: Die ist noch nicht notwendig!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir befinden uns doch in einer ähnlichen Situation wie jener während der Verhandlungen zum Beitritt zur Europäischen Union. Es wurde seit Beginn der Verhandlungen, seit der Übergabe des Beitrittsansuchens, laufend festgestellt: Wann kommt der offizielle Bericht zur Neutralität? Es gibt keine Diskussion, wir brauchen Vorbehalte, denn die EU verlangt Unmögliches von uns. – So ging es drei, vier Jahre. Dann wurde zur richtigen Zeit die richtige Entscheidung getroffen: Wir sind beigetreten, das Gesetz blieb. (Beifall bei der ÖVP. ) Niemand verweigert die Diskussion, aber jedem muß es selbst überlassen sein, seine Position dann festzulegen, wenn er es für dieses Land für richtig hält.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir werden es genauso schaffen, wie 1948 beim Marshall-Plan, wo auf der Liste aller europäischen Länder, die die Hilfe der Amerikaner brauchten, nur ein Land keine Jahresbegrenzung gehabt hat: nämlich Österreich. Österreich war nicht lebensfähig, man mußte es durchsubventionieren. Da haben wir begonnen, zu zeigen, daß wir es auch anders können. Wenn wir mit dem gleichen Engagement an diese Frage herangehen, werden wir das auch in gleicher Weise erfolgreich lösen, davon bin ich völlig überzeugt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist die Gratwanderung der Diplomatie, dem anderen Partner nicht den Eindruck zu verschaffen, man würde uninteressiert sein, und gleichzeitig aber jenes Engagement besonders zu fördern, das im Interesse unseres Landes und seiner Bürger liegt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Fischler sagt, das geht nicht!
Nun zu Europa. Wir haben auch die Priorität, daß die Nachbarländer – darauf hat indirekt oder direkt auch Kollege Haider Bezug genommen – die Chance bekommen, zur EU zu gehen. Das würde auch Druck auf uns bedeuten. Wir spüren den Druck auch, Herr Kollege Haider, durch den Fall des Eisernen Vorhanges (Abg. Dr. Haider: Fischler sagt, das geht nicht!), durch den Abbau des Eisernen Vorhanges ist Druck entstanden.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Man muß dazu sagen, daß wir durch den Fall des Eisernen Vorhangs und durch die Änderung der politischen Verhältnisse in den anderen Nachbarländern in Form einer bis zu 40prozentigen Steigerung der Exporte in die Tschechoslowakei massiv profitiert haben. Ich gebe zu: Für den kleinen Gewerbetreibenden, der eine Tankstelle in Haugsdorf hat, wo 2 Kilometer weiter, auf der anderen Seite der Grenze, Benzin um 30 Prozent billiger abgegeben wird, ist das kein Trost, daß wir in der Exportwirtschaft 40 Prozent gewonnen haben, die allen zugute kommt, aber wir können deswegen diesen Weg nicht verlassen. Wir müssen eine Möglichkeit finden, Mittel finden, mit Hilfe einer flexiblen Politik jene Menschen, jene Gruppen besonders zu unterstützen oder zu fördern, die vorübergehend bei Strukturänderungen unter die Räder kommen. Man darf deswegen nicht gleich den Weg aufgeben, man muß ihn vielleicht sorgsamer gehen, man muß ihn langsamer gehen in bestimmten Phasen. Aber man kann nicht darauf verzichten, weil eine überzeugende Zielsetzung meiner Auffassung nach durch nichts ersetzt werden kann: nämlich der Frieden in Europa. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Wechseln, aber nicht aufgeben!
Als im Zuge der Industrialisierung die Autos eingeführt wurden, mußte mancher Unternehmer, der bis dahin Touristen oder Bürger des Dorfes befördert hat, das Taxi mit Pferden auswechseln. (Abg. Dr. Haider: Wechseln, aber nicht aufgeben!)
Abg. Dr. Haider: Aber das war meine Frage: Was geschieht mit denen?
Es klingt zynisch, zu sagen: Wer nicht rechtzeitig handelt, den straft die Geschichte. Nur, dazu ist ja der Staat da, im Sinne der sozialen Marktwirtschaft mit punktuellen Interventionen Rahmenbedingungen zu schaffen, mit denen man diesen Menschen hilft. (Abg. Dr. Haider: Aber das war meine Frage: Was geschieht mit denen?)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Frischenschlager.
Wir brauchen motivierte Leute, wir haben hervorragende Leute. Ich glaube, wenn wir da ein Zeichen setzen mit einem eigenen Statut, in dem wir Flexibilität für die Angehörigen des auswärtigen Dienstes zeigen, schaffen wir Motivation, auch wenn das erst in zwei, drei Jahren spürbar wird, wenn die, wie ich hoffe, Politik des Sparens nicht fortgesetzt wird, sondern die Politik durch Wirtschaftswachstum wieder dynamischer wird. Das wäre das Ziel allen Sparens, daß wir wieder Wirtschaftswachstum verzeichnen können, soziale Ziele verwirklichen können, und dann können wir auch das verwirklichen, was wir brauchen, um in der Welt erfolgreich dazustehen – ein Statut für die Mitglieder des auswärtigen Dienstes. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Frischenschlager. )
Zwischenruf bei der SPÖ.
Gestern haben wir das wieder gehört. Und Sie wollen 1998 das Parlament damit befassen, wie wir uns als Parlamentarier und Parlamentarierinnen zu dieser Frage stellen und wie wir uns dazu äußern. Das heißt, Sie werden wieder einmal, wie bei der Wirtschafts- und Währungsunion, wie bei der Frage der Beschäftigungspolitik, einfach zuwarten, was die anderen für Sie hier vorbereiten, was die anderen ausdiskutieren und schließlich vorlegen. Dann gilt wie immer oder wie so oft oder wie in allen Fragen der Europäischen Union: Hier ist die Krot, und sie muß gefressen werden, die Sache ist sozusagen gelaufen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Wir haben das gestern schon gehört.
Ruf bei der SPÖ: Wenn wir Sie nicht hätten!
Die außenpolitischen Perspektiven Österreichs im europäischen Rahmen gibt es offenbar überhaupt nicht, die werden von Ihnen nicht erwähnt, auch nicht im Vorwort, die kommen nicht vor, die sind auch gestern in Ihren Beiträgen nicht sichtbar geworden. Es gibt keine eigenen österreichischen Initiativen, und dort, wo es sie in den vergangenen eineinhalb Jahren gegeben hat, waren es die Initiativen der Parlamentarier und Parlamentarierinnen, die Initiativen der Grünen. Ich sage nur "Mochovce", ich sage nur "Gentechnologie". (Ruf bei der SPÖ: Wenn wir Sie nicht hätten!) Wenn ich nur diese Fragen anschneide, dann muß ich sagen: Es waren die Initiativen eines Parlaments, eines Klubs im Parlament, sozusagen von engagierten Parlamentariern und Parlamentarierinnen, aber es war nichts da von seiten der österreichischen Außenpolitik. (Ruf bei der SPÖ: Sie haben uns gerettet!) Außenpolitik in den verschiedensten Dimensionen, als Außenwirtschaftspolitik, als Kultur-, Entwicklungs-, Abrüstungs- und Umweltpolitik, tritt hinter die Bemühungen um den Beitritt zur Sicherheitsallianz und alle möglichen Folgen daraus zurück.
Ruf bei der SPÖ: Sie haben uns gerettet!
Die außenpolitischen Perspektiven Österreichs im europäischen Rahmen gibt es offenbar überhaupt nicht, die werden von Ihnen nicht erwähnt, auch nicht im Vorwort, die kommen nicht vor, die sind auch gestern in Ihren Beiträgen nicht sichtbar geworden. Es gibt keine eigenen österreichischen Initiativen, und dort, wo es sie in den vergangenen eineinhalb Jahren gegeben hat, waren es die Initiativen der Parlamentarier und Parlamentarierinnen, die Initiativen der Grünen. Ich sage nur "Mochovce", ich sage nur "Gentechnologie". (Ruf bei der SPÖ: Wenn wir Sie nicht hätten!) Wenn ich nur diese Fragen anschneide, dann muß ich sagen: Es waren die Initiativen eines Parlaments, eines Klubs im Parlament, sozusagen von engagierten Parlamentariern und Parlamentarierinnen, aber es war nichts da von seiten der österreichischen Außenpolitik. (Ruf bei der SPÖ: Sie haben uns gerettet!) Außenpolitik in den verschiedensten Dimensionen, als Außenwirtschaftspolitik, als Kultur-, Entwicklungs-, Abrüstungs- und Umweltpolitik, tritt hinter die Bemühungen um den Beitritt zur Sicherheitsallianz und alle möglichen Folgen daraus zurück.
Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser.
Ein anderer Zusammenhang zwischen den österreichischen Interessen und der Außenpolitik, zwischen den österreichischen Interessen und Ihrem Eintreten, Ihrem Engagement in der Europäischen Union scheint nicht auf und ist nicht sichtbar. (Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser. )
Beifall bei den Grünen.
Wir werden heute nachmittag – und das ist auch ein Grund, warum wir unseren Dringlichen Antrag eingebracht haben – noch einmal Gelegenheit haben, über eines der, wie uns scheint, wesentlichsten Anliegen, der österreichischen Bevölkerung zu diskutieren, und zu schauen, ob Sie Ihre Versprechen, Ihre Wahlkampfversprechungen, Ihre Sprechblasen, die Sie immer wieder da und dort plakatieren beziehungsweise inserieren, auch einmal ernst nehmen, dazu stehen und sie beschließen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten Vizekanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Hohes Haus! Ich darf zu den bisherigen Beiträgen der außenpolitischen Sprecher Stellung nehmen. Es sind, so meine ich, sehr positive Worte über das Außenamt gesagt worden. Der Bericht ist, glaube ich, sehr umfassend und deckt auch das Spektrum der Arbeit des Außenamtes gut ab. Man sollte, Frau Abgeordnete Kammerlander, natürlich nicht nur das Vorwort anstelle des Berichtes sehen, denn sonst könnte ich mir das nächste Mal den Bericht ersparen, wenn schon alles im Vorwort drinnen stehen soll. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Hans Helmut Moser.
Ich schließe mich daher dem Dank fast aller Fraktionen an die Beamten des Hauses an. Es sind gute, höchstmotivierte Mitarbeiter, die in einer sehr, sehr schwierigen Umbruchsituation für uns das Optimum herausgeholt haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Hans Helmut Moser. )
Beifall bei ÖVP, SPÖ und beim Liberalen Forum.
Eine Frage, die etwa der Oppositionsabgeordnete und FPÖ-Sprecher Jörg Haider auf den Punkt gebracht hat: Was ist besser für Österreich, für Europa und für die betroffenen Völker: Protektionismus oder Öffnung der Märkte? – Dazu sage ich ein sehr klares Wort: Ich bin leidenschaftlich für die Öffnung, für die Liberalisierung, für die Integration und gegen protektionistische Tendenzen! (Beifall bei ÖVP, SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich sage das nicht nur, meine Damen und Herren von der freiheitlichen Fraktion, aus einem grundsätzlichen humanen Ansatz, obwohl dieser sehr wichtig ist, sondern ich sage das auch aus eigenen ökonomischen Überlegungen. Vielleicht könnte mir der Wirtschaftssprecher der Freiheitlichen eine Sekunde für ein wirtschaftliches Argument sein Ohr leihen. Wir haben beispielsweise in unserem Außenhandel – Import/Export – im Jahr 1994, was nur die mittel- und osteuropäischen Länder betrifft, einen Überschuß – einen Überschuß! – von 10,5 Milliarden Schilling gehabt, wenn ich alle osteuropäischen Länder hernehme, einen von 16,5 Milliarden Schilling. Wir haben im Jahr 1995, dem ersten Jahr unserer Mitgliedschaft, diese Summen deutlich steigern können: nach Ost- und Mitteleuropa von 10 auf 16,3 Milliarden Schilling Bilanzüberschuß, und wenn ich alle osteuropäischen Länder hernehme, dann von 16,5 auf 27,3 Milliarden Schilling. Es ist also nicht nur menschlich, nicht nur human, die Märkte zu öffnen, es liegt auch in unserem eigenen ökonomischen Interesse, daß wir nicht auf Protektionismus vertrauen, sondern auf das, was uns eigentlich seit dem Jahr 1945 stark gemacht hat: Freihandel, Öffnung, fairer Wettbewerb. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind in einen fünfjährigen Förderungsprogrammschwerpunkt der Europäischen Union von 1994 bis 1999 eingestiegen. Wir sind in diese laufenden Programme eingestiegen. Diese waren nicht verhandelbar. Nur, wir beginnen nächstes oder spätestens übernächstes Jahr die Periode von 1999 bis 2004 neu zu verhandeln. Und da wird natürlich die Frage Nettozahler, Förderungsprogramme, Förderungsschwerpunkte auch im Licht künftiger Erweiterungen zu prüfen sein. Das ist ein wichtiges Thema für uns. Daher nachträglich die Fünfjahresperiode abzuändern und etwas anderes auszuverhandeln – wer das glaubt oder sagt, erweckt Illusionen, das ist lächerlich. Aber ab 1999 die richtigen Fragen zu stellen und sie bei den Beitrittsverhandlungen auch zu thematisieren, das ist natürlich österreichisches und europäisches Interesse, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Eine dritte Frage – und es ist dies eine wichtige Frage – wurde von mehreren Rednern aufgeworfen: Wie verhält es sich mit der Wirtschafts- und Währungsunion und einer notwendigen Budget- und Fiskaldisziplin auf der einen Seite und der Beschäftigungsunion mit den Beschäftigungszielen auf der anderen Seite? Da sage ich auch ganz klar und präzise: Liebe Freunde! Wer eine harte Währung hat, wer damit eine niedrige Inflationsrate, niedrige Zinsen hat, macht das Beste für seine Arbeitsplätze, für seine Jobs. Jene Länder, die die härteste Währung haben, haben auch die niedrigste Arbeitslosenrate. Und diejenigen, die immer wieder abgewertet haben, sind – für mich nicht zufälligerweise – von der höchsten Arbeitslosigkeit betroffen. Das heißt, der Zusammenhang ist da, aber er ist ein anderer, als Sie glauben machen, nämlich Fiskaldisziplin und harte Währung, auch harte Europawährung sind natürlich gut für die Arbeitsplätze in Europa und für den Standort der Produktion in Europa. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber Fiskal- und Budgetdisziplin ist nicht alles, daher ist es wahr und gut, daß hier die Frage gestellt wurde: Wollen wir eine Marktwirtschaft, einen Binnenmarkt mit einem sozialen Gesicht, mit sozialer Verantwortung, oder wollen wir den ungebremsten, schrankenlosen Kapitalismus? Und das steckt ja ein bißchen hinter der Frage Entsenderichtlinie. Gott sei Dank – ich bin stolz darauf – hat gestern das Europäische Parlament in zweiter Lesung die Entsenderichtlinie, bezüglich derer die Freiheitlichen immer gesagt haben, sie komme nie zustande, beschlossen. Und bewirkt haben das diejenigen, die für Europa und für die Integration waren und nicht diejenigen, die versuchen, alles und jedes in der Europäischen Integration schlechtzumachen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bin daher für einen Binnenmarkt mit einem sozialen Gesicht, mit sozialen Mindeststandards, weil das natürlich auch für die Produktionsvoraussetzungen in Österreich gescheit und hilfreich ist. Wir wollen ja auch einem portugiesischen Bauarbeiter die Chance geben, an den kollektivvertraglichen Mindestlöhnen mitzupartizipieren, die hier oder in Deutschland üblich sind. Wir wollen nicht, daß Sozialdumping innerhalb eines Binnenmarktes betrieben wird. Daher ein ganz klares Ja zu dieser sozialen Verantwortung, denn wir sind stolz darauf – das sage ich als einer, der einen ideologischen, gesellschaftspolitischen Hintergrund als Christdemokrat hat –, daß dieses Europa und gerade auch dieses wirtschaftspolitische Konzept in Europa von einem Reinhard Kamitz, einem Julius Raab oder einem Ludwig Erhard letztlich geprägt worden ist. Und es ist wichtig, sich daran zu erinnern, genauso wie die Sozialdemokraten hier auch ihren wichtigen Beitrag zu dieser Marktwirtschaft mit menschlichem, mit sozialem Angesicht geleistet haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wer? Wer?
Ich weiß natürlich, daß manche ein Interesse daran haben, die Wahl vom 13. Oktober umzufunktionieren in eine Abstimmung über Neutralität ja oder nein. Und das ist falsch. (Abg. Scheibner: Wer? Wer?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich sage noch etwas dazu: Für mich ist die Frage nicht – wie es Jörg Haider auf den Punkt gebracht hat, aber auch Frischenschlager und Kammerlander –: Neutralität oder Solidarität?, sondern für mich heißt es natürlich: und Solidarität. Das ist das neue europäische Ziel, das uns fordert und zu dem wir natürlich auch bereit sein müssen, gar keine Frage, auch in unserem ureigensten österreichischen Sicherheitsinteresse. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Friedhelm Frischenschlager hat die Frage aufgeworfen – die hat mich merkwürdig berührt, wenn ich mir erlauben darf, das zu sagen –, Neutralität nach Schweizer Muster. – Ja bitte wo steht denn das? Im Neutralitätsverfassungsgesetz steht das wirklich nicht, und davon haben wir uns doch längst verabschiedet. Würden wir eine Neutralität nach Schweizer Muster heute noch praktizieren, hätten wir nie zur UNO gehen dürfen, hätten wir uns natürlich nicht in Bosnien beteiligen dürfen, hätten wir nie Überflugsrechte im Golfkrieg erlauben dürfen, hätten wir nie zur "Partnerschaft für den Frieden" gehen dürfen, um gemeinsam mit der NATO etwas zu tun. – Wir haben uns doch längst emanzipiert von derartigen überholten Formeln. Wir alleine bestimmen, wie wir unsere Neutralität interpretieren, mit Leben erfüllen und sie mit UNO-Solidarität und europäischer Solidarität ergänzen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Kammerlander.
Was zur Diskussion steht, ist erstens – und das ist eine wichtige Frage –: Wie geht es innerhalb der Regierungskonferenz weiter? (Zwischenruf der Abg. Mag. Kammerlander. ) Da müssen die anwesenden Parlamentarier aber schon bestätigen: Das haben wir Stunden und Stunden thematisiert und diskutiert, im zuständigen Außenpolitischen Ausschuß, im zuständigen Hauptausschuß des Nationalrates, hier im Plenum. Wir haben alle Positionen zur Regierungskonferenz durchgekaut und durchdiskutiert, und Sie wissen auf Punkt und Beistrich, was ich als Verhandler in Brüssel, in Straßburg oder wo immer vertrete. Es ist eine akkordierte österreichische Position, die, wie ich glaube, hoffentlich auch die Zustimmung aller Abgeordneten hier im Parlament findet, nämlich daß wir die sogenannten Petersberg-Aktionen – also alles, was der Friedensdurchsetzung, -schaffung und -bewahrung dient – in den Vertrag der Europäischen Union aufnehmen wollen, zusätzlich Krisenmanagement, zusätzlich humanitäre Hilfe, daß dabei die EU die politischen Beschlüsse faßt, die WEU beauftragen kann und daß jedes Land das Recht hat, sich an solchen Aktionen zu beteiligen, aber auch die Freiheit, draußen zu bleiben. Aber gleichzeitig wird die Flexibilität gefordert, daß einer, der nicht mittut, die anderen nicht behindern darf. Das ist die Position. Die ist, wie ich glaube, gut argumentierbar und ist sowohl in den Ausschüssen wie auch im Plenum eigentlich nie kritisiert worden. Daher: Hier haben wir eine klare Linie, was jetzt zu tun ist – nicht 1997, 1998, sondern jetzt.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Vergessen Sie nicht, daß 500 europäische Soldaten in der Vor-Dayton-Zeit gestorben sind, um den Frieden zu erhalten. Aus meiner Sicht ist ein ganz großes Versagen auch den Vereinten Nationen anzulasten, die ein schlechtes Mandat, ein zu enges Mandat erteilt haben und auch nicht immer die richtigen Leute hingeschickt haben. Ich lasse es nicht zu, daß man alles und jedes nur der Europäischen Union in die Schuhe schiebt, die mehr macht, als man glaubt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit der EU zu tun!
Heute stehen zum Beispiel 26 000 europäische Soldaten in Bosnien, aber nur 14 000 amerikanische Soldaten (Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit der EU zu tun!) – selbstverständlich! –, und die wirtschaftliche Hilfe kommt in dieser Region zu 52 Prozent von den Völkern der Europäischen Union und nur 11 Prozent von den Amerikanern. Ich werde daher nicht zulassen, daß man für alles und jedes nur die EU verantwortlich macht und die Amerikaner als die Helden feiert, die zugegebenermaßen eine sehr wichtige Rolle in diesem Zusammenhang gespielt haben. Es wäre gut, wenn sich Europa hier noch besser koordinieren könnte, um nicht nur eine aktive wirtschaftliche, sondern auch politische und friedenssichernde Rolle spielen zu können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Heute stehen zum Beispiel 26 000 europäische Soldaten in Bosnien, aber nur 14 000 amerikanische Soldaten (Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit der EU zu tun!) – selbstverständlich! –, und die wirtschaftliche Hilfe kommt in dieser Region zu 52 Prozent von den Völkern der Europäischen Union und nur 11 Prozent von den Amerikanern. Ich werde daher nicht zulassen, daß man für alles und jedes nur die EU verantwortlich macht und die Amerikaner als die Helden feiert, die zugegebenermaßen eine sehr wichtige Rolle in diesem Zusammenhang gespielt haben. Es wäre gut, wenn sich Europa hier noch besser koordinieren könnte, um nicht nur eine aktive wirtschaftliche, sondern auch politische und friedenssichernde Rolle spielen zu können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinn möchte ich auch etwas ankündigen, was vielleicht überraschen mag, weil es nicht unbedingt mit dem Sparpaket deckungsgleich ist, aber ich glaube, es ist absolut notwendig. Wir werden im nächsten Jahr zumindest in den drei baltischen Staaten Botschaften einrichten. Es sind dies Beitrittskandidaten, und Österreich muß in diesem Raum, der geopolitisch eine unendlich wichtige Rolle spielt, präsent sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir können auch nicht alle Nachfolgestaaten der Sowjetunion von Moskau aus betreuen, weil das einfach mit dem Selbstbewußtsein dieser Nachfolgestaaten nicht vereinbar ist. Daher werden wir im nächsten Jahr in diesem Raum sicher die eine oder andere Botschaft aufmachen. Wir werden vieles durch interne Umschichtungen und auch mit der Hilfe von anderen Ministerien bewältigen. Insgesamt dürfen dadurch keine Mehrkosten entstehen, aber ich bitte um Ihre Zustimmung, damit wir diesen Beitrag für eine aktive Außenpolitik außer Streit stellen können. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Propaganda!
Ein zweiter Punkt ist die Frage: Was tut die EU gegen die Arbeitslosigkeit? Wir sind alle nicht zufrieden mit dem bisherigen Ausmaß an diesbezüglichen Aktivitäten, aber so wie es der Kollege Haider gemacht hat, geht es auch nicht. Er hat sich hierhergestellt und gesagt, 18 Millionen Arbeitslose seien der EU völlig gleichgültig, gleichzeitig würden 3,3 Milliarden Schilling für Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben. (Abg. Mag. Stadler: Propaganda!) – Von mir aus Propaganda. – Dem sollte man zumindest ein simples Faktum entgegenhalten: 32,5 Prozent aller Ausgaben der Europäischen Union gehen in die Regional- und Sozialfonds.
Abg. Mag. Haupt: Und wieviel davon ist laut Rechnungshof überhaupt nie angekommen?
Von diesen Geldern, die in Summe 141 Milliarden ECU für eine vierjährige Berichtsperiode ausmachen, geht ein gut Teil in Ziel-3- und Ziel-4-Förderungen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit, um Maßnahmen zur Reintegration von Arbeitslosen in die Gesellschaft, also um Mittel, die die Europäische Union sehr wohl im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zur Verfügung stellt. (Abg. Mag. Haupt: Und wieviel davon ist laut Rechnungshof überhaupt nie angekommen?) – Sofort, Herr Kollege Haupt. – Wenn man zusätzliche Aktivitäten der Europäischen Union auf diesem Gebiet fordert, bin ich sehr dafür, denn das, was getan wird, ist zuwenig. Aber angesichts von 141 Milliarden ECU Ausgaben auf diesem Sektor zu sagen, es wird absolut nichts getan, das ist wirklich billige Polemik und paßt nicht in eine sachliche Debatte (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Haupt: Und was sagen Sie zur Kritik des Europäischen Rechnungshofes zur Mittelverwendung?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Haupt: Und was sagen Sie zur Kritik des Europäischen Rechnungshofes zur Mittelverwendung?
Von diesen Geldern, die in Summe 141 Milliarden ECU für eine vierjährige Berichtsperiode ausmachen, geht ein gut Teil in Ziel-3- und Ziel-4-Förderungen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit, um Maßnahmen zur Reintegration von Arbeitslosen in die Gesellschaft, also um Mittel, die die Europäische Union sehr wohl im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zur Verfügung stellt. (Abg. Mag. Haupt: Und wieviel davon ist laut Rechnungshof überhaupt nie angekommen?) – Sofort, Herr Kollege Haupt. – Wenn man zusätzliche Aktivitäten der Europäischen Union auf diesem Gebiet fordert, bin ich sehr dafür, denn das, was getan wird, ist zuwenig. Aber angesichts von 141 Milliarden ECU Ausgaben auf diesem Sektor zu sagen, es wird absolut nichts getan, das ist wirklich billige Polemik und paßt nicht in eine sachliche Debatte (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Haupt: Und was sagen Sie zur Kritik des Europäischen Rechnungshofes zur Mittelverwendung?)
Abg. Mag. Stadler: Eine andere Verwendungsethik! Schöner habe ich Subventionsbetrug noch nie umschreiben gehört!
Das ist ein sehr wesentlicher Punkt, daß der Europäische Rechnungshof die Ausgabenpraxis kritisiert hat. Aber wir wissen ganz genau, daß es höchst unterschiedliche Verwendungsformen in den Ländern gibt, zum Beispiel in Griechenland und in Portugal. Portugal hat eine ganz andere Verwendungsethik von öffentlichen Geldern. (Abg. Mag. Stadler: Eine andere Verwendungsethik! Schöner habe ich Subventionsbetrug noch nie umschreiben gehört!) Wenn Sie in bezug auf Portugal von Subventionsbetrug reden, dann muß ich sagen, Sie gehen relativ ... (Abg. Mag. Stadler: Das schreibt der Rechnungshof!) Nein, Sie haben den Bericht nicht gelesen. Das schreibt der Rechnungshof in bezug auf Griechenland und nicht in bezug auf Portugal. Sie haben nicht einmal den Bericht gelesen und beleidigen ein Land taxfrei. (Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht gesagt!) Na klar, Sie werfen Portugal Subventionsbetrug vor. Sie haben den Bericht nicht gelesen und wissen demnach nicht, wer darin kritisiert wird. (Abg. Mag. Stadler: Ich habe nur gesagt, Sie haben es schön umschrieben! Ich mache Ihnen ein Kompliment, und Sie sagen, ich beleidige jemand!) Ich sage Ihnen, einzelne Länder werden berechtigterweise kritisiert, andere nicht, daher sind die Schlußfolgerungen ... (Abg. Mag. Stadler: Ich wollte Ihnen nur ein Kompliment machen!) Das können Sie nachher gerne; ich weiß, ich habe eine etwas höhere literarische Begabung als andere, darüber können wir aber danach diskutieren.
Abg. Mag. Stadler: Das schreibt der Rechnungshof!
Das ist ein sehr wesentlicher Punkt, daß der Europäische Rechnungshof die Ausgabenpraxis kritisiert hat. Aber wir wissen ganz genau, daß es höchst unterschiedliche Verwendungsformen in den Ländern gibt, zum Beispiel in Griechenland und in Portugal. Portugal hat eine ganz andere Verwendungsethik von öffentlichen Geldern. (Abg. Mag. Stadler: Eine andere Verwendungsethik! Schöner habe ich Subventionsbetrug noch nie umschreiben gehört!) Wenn Sie in bezug auf Portugal von Subventionsbetrug reden, dann muß ich sagen, Sie gehen relativ ... (Abg. Mag. Stadler: Das schreibt der Rechnungshof!) Nein, Sie haben den Bericht nicht gelesen. Das schreibt der Rechnungshof in bezug auf Griechenland und nicht in bezug auf Portugal. Sie haben nicht einmal den Bericht gelesen und beleidigen ein Land taxfrei. (Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht gesagt!) Na klar, Sie werfen Portugal Subventionsbetrug vor. Sie haben den Bericht nicht gelesen und wissen demnach nicht, wer darin kritisiert wird. (Abg. Mag. Stadler: Ich habe nur gesagt, Sie haben es schön umschrieben! Ich mache Ihnen ein Kompliment, und Sie sagen, ich beleidige jemand!) Ich sage Ihnen, einzelne Länder werden berechtigterweise kritisiert, andere nicht, daher sind die Schlußfolgerungen ... (Abg. Mag. Stadler: Ich wollte Ihnen nur ein Kompliment machen!) Das können Sie nachher gerne; ich weiß, ich habe eine etwas höhere literarische Begabung als andere, darüber können wir aber danach diskutieren.
Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht gesagt!
Das ist ein sehr wesentlicher Punkt, daß der Europäische Rechnungshof die Ausgabenpraxis kritisiert hat. Aber wir wissen ganz genau, daß es höchst unterschiedliche Verwendungsformen in den Ländern gibt, zum Beispiel in Griechenland und in Portugal. Portugal hat eine ganz andere Verwendungsethik von öffentlichen Geldern. (Abg. Mag. Stadler: Eine andere Verwendungsethik! Schöner habe ich Subventionsbetrug noch nie umschreiben gehört!) Wenn Sie in bezug auf Portugal von Subventionsbetrug reden, dann muß ich sagen, Sie gehen relativ ... (Abg. Mag. Stadler: Das schreibt der Rechnungshof!) Nein, Sie haben den Bericht nicht gelesen. Das schreibt der Rechnungshof in bezug auf Griechenland und nicht in bezug auf Portugal. Sie haben nicht einmal den Bericht gelesen und beleidigen ein Land taxfrei. (Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht gesagt!) Na klar, Sie werfen Portugal Subventionsbetrug vor. Sie haben den Bericht nicht gelesen und wissen demnach nicht, wer darin kritisiert wird. (Abg. Mag. Stadler: Ich habe nur gesagt, Sie haben es schön umschrieben! Ich mache Ihnen ein Kompliment, und Sie sagen, ich beleidige jemand!) Ich sage Ihnen, einzelne Länder werden berechtigterweise kritisiert, andere nicht, daher sind die Schlußfolgerungen ... (Abg. Mag. Stadler: Ich wollte Ihnen nur ein Kompliment machen!) Das können Sie nachher gerne; ich weiß, ich habe eine etwas höhere literarische Begabung als andere, darüber können wir aber danach diskutieren.
Abg. Mag. Stadler: Ich habe nur gesagt, Sie haben es schön umschrieben! Ich mache Ihnen ein Kompliment, und Sie sagen, ich beleidige jemand!
Das ist ein sehr wesentlicher Punkt, daß der Europäische Rechnungshof die Ausgabenpraxis kritisiert hat. Aber wir wissen ganz genau, daß es höchst unterschiedliche Verwendungsformen in den Ländern gibt, zum Beispiel in Griechenland und in Portugal. Portugal hat eine ganz andere Verwendungsethik von öffentlichen Geldern. (Abg. Mag. Stadler: Eine andere Verwendungsethik! Schöner habe ich Subventionsbetrug noch nie umschreiben gehört!) Wenn Sie in bezug auf Portugal von Subventionsbetrug reden, dann muß ich sagen, Sie gehen relativ ... (Abg. Mag. Stadler: Das schreibt der Rechnungshof!) Nein, Sie haben den Bericht nicht gelesen. Das schreibt der Rechnungshof in bezug auf Griechenland und nicht in bezug auf Portugal. Sie haben nicht einmal den Bericht gelesen und beleidigen ein Land taxfrei. (Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht gesagt!) Na klar, Sie werfen Portugal Subventionsbetrug vor. Sie haben den Bericht nicht gelesen und wissen demnach nicht, wer darin kritisiert wird. (Abg. Mag. Stadler: Ich habe nur gesagt, Sie haben es schön umschrieben! Ich mache Ihnen ein Kompliment, und Sie sagen, ich beleidige jemand!) Ich sage Ihnen, einzelne Länder werden berechtigterweise kritisiert, andere nicht, daher sind die Schlußfolgerungen ... (Abg. Mag. Stadler: Ich wollte Ihnen nur ein Kompliment machen!) Das können Sie nachher gerne; ich weiß, ich habe eine etwas höhere literarische Begabung als andere, darüber können wir aber danach diskutieren.
Abg. Mag. Stadler: Ich wollte Ihnen nur ein Kompliment machen!
Das ist ein sehr wesentlicher Punkt, daß der Europäische Rechnungshof die Ausgabenpraxis kritisiert hat. Aber wir wissen ganz genau, daß es höchst unterschiedliche Verwendungsformen in den Ländern gibt, zum Beispiel in Griechenland und in Portugal. Portugal hat eine ganz andere Verwendungsethik von öffentlichen Geldern. (Abg. Mag. Stadler: Eine andere Verwendungsethik! Schöner habe ich Subventionsbetrug noch nie umschreiben gehört!) Wenn Sie in bezug auf Portugal von Subventionsbetrug reden, dann muß ich sagen, Sie gehen relativ ... (Abg. Mag. Stadler: Das schreibt der Rechnungshof!) Nein, Sie haben den Bericht nicht gelesen. Das schreibt der Rechnungshof in bezug auf Griechenland und nicht in bezug auf Portugal. Sie haben nicht einmal den Bericht gelesen und beleidigen ein Land taxfrei. (Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht gesagt!) Na klar, Sie werfen Portugal Subventionsbetrug vor. Sie haben den Bericht nicht gelesen und wissen demnach nicht, wer darin kritisiert wird. (Abg. Mag. Stadler: Ich habe nur gesagt, Sie haben es schön umschrieben! Ich mache Ihnen ein Kompliment, und Sie sagen, ich beleidige jemand!) Ich sage Ihnen, einzelne Länder werden berechtigterweise kritisiert, andere nicht, daher sind die Schlußfolgerungen ... (Abg. Mag. Stadler: Ich wollte Ihnen nur ein Kompliment machen!) Das können Sie nachher gerne; ich weiß, ich habe eine etwas höhere literarische Begabung als andere, darüber können wir aber danach diskutieren.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wahr ist, was Delors immer gesagt hat: Nichts ist gegen die Menschen oder ohne die Menschen möglich, nichts bleibt ohne die Institutionen. Daher brauchen wir auch für diesen Prozeß der Osterweiterung die demokratische Zustimmung der Bevölkerung. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: So ist es!
Herr Außenminister, die Staaten der Europäischen Union haben es ja nicht einmal geschafft, das Wirtschaftsembargo lückenlos durchzusetzen. Da gab es erstens einmal ständig Diskussionen darüber, und zweitens ist das Embargo ununterbrochen unterlaufen worden. Europa war ja gar nicht so weit, militärisch dort einzugreifen (Abg. Mag. Stadler: So ist es!), vielmehr war die Europäische Union nicht einmal in der Lage, das Wirtschaftsembargo lückenlos durchzusetzen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Herr Außenminister! Das hat auch die Europäische Union zu verantworten, das liegt in der Verantwortung des Scheiterns der Sicherheitspolitik der Europäischen Union. Wir hätten uns auch erwartet, daß Sie dazu ganz konkret etwas sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Sie sind doch angetreten als bürgerliches Korrektiv in dieser Regierung! Herr Außenminister, das ist Ihr Ressort! Auch der Verteidigungsminister gehört Ihrer Partei an. Wo bleibt denn Ihr Selbstbewußtsein, sich als bürgerlicher Politiker gegen die sozialdemokratischen Bremser in dieser Frage durchzusetzen? Das wären doch die wichtigen Dinge, wo Sie wirklich auch einmal Courage zeigen könnten, wo Sie bürgerliches Profil zeigen könnten und in Österreich, gemeinsam mit der Mehrheit der Bevölkerung (Beifall bei den Freiheitlichen) – denn das stimmt ja alles nicht, was da so postuliert wird, daß die Mehrheit für die sozialistische Sicherheitspolitik ist – und in diesem Hohen Haus die richtigen Weichenstellungen zu setzen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Nein, das ist das bürgerliche "Korrektiv"!
Herr Außenminister! Ist das Ihre klare Linie, wie Sie in Ihrem Ressort Maßnahmen setzen, Verhandlungspositionen abstecken, auch Vertrauen in der Bevölkerung finden wollen für die neue Sicherheitspolitik? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Nein, das ist das bürgerliche "Korrektiv"!) Also ich glaube, daß das wohl nicht der Fall sein kann.
Abg. Mag. Stadler: Lies es vor, das ist gut!
Es wird wahrscheinlich in Richtung Schatzkammer gehen, Herr Außenminister. Anscheinend gibt es da einen Einfluß Ihres EU-Kandidaten Habsburg, denn der Herr Verteidigungsminister hat gestern in einer Aussendung einen Vorschlag gemacht, wie in Zukunft dieser Spagat zwischen Neutralität und internationaler Sicherheitspolitik gelingen kann. Er hat vorgeschlagen – und ich will es jetzt nicht wörtlich zitieren –, daß man das so ähnlich machen könnte wie beim Kaiser Franz Joseph. (Abg. Mag. Stadler: Lies es vor, das ist gut!) Er sei ja auch "König von Jerusalem" gewesen, obwohl er nie selbst in Jerusalem gewesen ist und dort auch keinen Einfluß hatte, also sozusagen ein Titel ohne Mittel. (Abg. Dr. Schwimmer: Falsch! Er war in Jerusalem! – Abg. Dr. Khol: Zur Eröffnung des Suezkanals war er in Jerusalem!) Ich zitiere nur Fasslabend, Herr Kollege!
Abg. Dr. Schwimmer: Falsch! Er war in Jerusalem! – Abg. Dr. Khol: Zur Eröffnung des Suezkanals war er in Jerusalem!
Es wird wahrscheinlich in Richtung Schatzkammer gehen, Herr Außenminister. Anscheinend gibt es da einen Einfluß Ihres EU-Kandidaten Habsburg, denn der Herr Verteidigungsminister hat gestern in einer Aussendung einen Vorschlag gemacht, wie in Zukunft dieser Spagat zwischen Neutralität und internationaler Sicherheitspolitik gelingen kann. Er hat vorgeschlagen – und ich will es jetzt nicht wörtlich zitieren –, daß man das so ähnlich machen könnte wie beim Kaiser Franz Joseph. (Abg. Mag. Stadler: Lies es vor, das ist gut!) Er sei ja auch "König von Jerusalem" gewesen, obwohl er nie selbst in Jerusalem gewesen ist und dort auch keinen Einfluß hatte, also sozusagen ein Titel ohne Mittel. (Abg. Dr. Schwimmer: Falsch! Er war in Jerusalem! – Abg. Dr. Khol: Zur Eröffnung des Suezkanals war er in Jerusalem!) Ich zitiere nur Fasslabend, Herr Kollege!
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Ich muß es doch vorlesen. Also Fasslabend, Originalzitat zum österreichischen Neutralitätsstatus: "Da könnte das berühmte Beispiel eintreten, das beim alten Kaiser Franz Joseph der Fall war, der bis zum Ende seiner Monarchie auch den Titel eines ,Königs von Jerusalem‘ geführt hat, obwohl er nie in Jerusalem war und dort auch nichts bewirken konnte. Aber der Titel war vorhanden, und so ähnlich kann das auch mit anderen Institutionen wie der Neutralität sein." (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist Ihr Verteidigungsminister, meine Damen und Herren von der Volkspartei! Also hat sich dieses monarchistische Denken offenbar bei Ihnen schon so weit verfestigt, daß Sie jetzt auch Rückgriffe auf Methoden aus der Habsburg-Monarchie treffen müssen, um diesen Spagat bezüglich Neutralität bewältigen zu können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das hat ihnen auch Schäuble gesagt!
Mit Jahresende 1996 werden Verhandlungen mit den nächsten Beitrittskandidaten für die NATO geführt. Es ist klargestellt, daß nur die NATO und alle Organisationen, die vorhanden sind rund um die NATO, am Aufbau dieses Sicherheitssystems beteiligt sein werden (Abg. Mag. Stadler: Das hat ihnen auch Schäuble gesagt!), daß die Westeuropäische Union vielleicht einmal, und wir hoffen es alle, ein starker europäischer Arm dieses Bündnisses werden kann, derzeit aber noch sehr weit davon entfernt ist.
Abg. Dr. Schwimmer: Das Rederecht haben wir!
Die ersten Beitrittskandidaten, meine Damen und Herren, werden Polen, Tschechien, Ungarn und Slowenien sein. Und Österreich, das ja angeblich überall eingebunden ist, sitzt in den parlamentarischen Versammlungen der NATO und der Westeuropäischen Union als Beobachter in der letzten Reihe, ohne Antragsrecht, ohne Rederecht. Wir dürfen dort zuhören, wie vor uns die Albaner, die Bulgaren und sogar die Russen mitdiskutieren und Anträge stellen. (Abg. Dr. Schwimmer: Das Rederecht haben wir!) Herr Kollege, im Gegensatz zu Ihnen sitze ich dort als österreichischer Vertreter (Beifall bei den Freiheitlichen), nämlich in der letzten Reihe, und wir werden Tag für Tag dort verhöhnt. Alle sagen: Ihr Österreicher hättet doch eigentlich eine Brückenfunktion übernehmen müssen, um die sicherheitspolitische Integration Europas voranzutreiben. Und jetzt sitzt ihr im letzten Kämmerlein und wartet, bis euch die Albaner vorzeigen, wie es wirklich geht. (Abg. Mag. Stadler: Die Spesenabrechnung braucht der Kollege Schwimmer! – Abg. Dr. Graf: Rundfunkgesetz! Da sind wir auch die letzten!)
Beifall bei den Freiheitlichen
Die ersten Beitrittskandidaten, meine Damen und Herren, werden Polen, Tschechien, Ungarn und Slowenien sein. Und Österreich, das ja angeblich überall eingebunden ist, sitzt in den parlamentarischen Versammlungen der NATO und der Westeuropäischen Union als Beobachter in der letzten Reihe, ohne Antragsrecht, ohne Rederecht. Wir dürfen dort zuhören, wie vor uns die Albaner, die Bulgaren und sogar die Russen mitdiskutieren und Anträge stellen. (Abg. Dr. Schwimmer: Das Rederecht haben wir!) Herr Kollege, im Gegensatz zu Ihnen sitze ich dort als österreichischer Vertreter (Beifall bei den Freiheitlichen), nämlich in der letzten Reihe, und wir werden Tag für Tag dort verhöhnt. Alle sagen: Ihr Österreicher hättet doch eigentlich eine Brückenfunktion übernehmen müssen, um die sicherheitspolitische Integration Europas voranzutreiben. Und jetzt sitzt ihr im letzten Kämmerlein und wartet, bis euch die Albaner vorzeigen, wie es wirklich geht. (Abg. Mag. Stadler: Die Spesenabrechnung braucht der Kollege Schwimmer! – Abg. Dr. Graf: Rundfunkgesetz! Da sind wir auch die letzten!)
Abg. Mag. Stadler: Die Spesenabrechnung braucht der Kollege Schwimmer! – Abg. Dr. Graf: Rundfunkgesetz! Da sind wir auch die letzten!
Die ersten Beitrittskandidaten, meine Damen und Herren, werden Polen, Tschechien, Ungarn und Slowenien sein. Und Österreich, das ja angeblich überall eingebunden ist, sitzt in den parlamentarischen Versammlungen der NATO und der Westeuropäischen Union als Beobachter in der letzten Reihe, ohne Antragsrecht, ohne Rederecht. Wir dürfen dort zuhören, wie vor uns die Albaner, die Bulgaren und sogar die Russen mitdiskutieren und Anträge stellen. (Abg. Dr. Schwimmer: Das Rederecht haben wir!) Herr Kollege, im Gegensatz zu Ihnen sitze ich dort als österreichischer Vertreter (Beifall bei den Freiheitlichen), nämlich in der letzten Reihe, und wir werden Tag für Tag dort verhöhnt. Alle sagen: Ihr Österreicher hättet doch eigentlich eine Brückenfunktion übernehmen müssen, um die sicherheitspolitische Integration Europas voranzutreiben. Und jetzt sitzt ihr im letzten Kämmerlein und wartet, bis euch die Albaner vorzeigen, wie es wirklich geht. (Abg. Mag. Stadler: Die Spesenabrechnung braucht der Kollege Schwimmer! – Abg. Dr. Graf: Rundfunkgesetz! Da sind wir auch die letzten!)
Abg. Dr. Khol: Genauso habt ihr über die EU gesprochen, und als die Volksabstimmung kam, wart ihr dagegen!
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Schwimmer! Ich hätte mir erwartet, daß auch ein Vertreter Ihrer Fraktion beim Besuch des polnischen Verteidigungsministers hier im Parlament dabei gewesen wäre. Auch da wurden wir in Wahrheit beschämt, denn der polnische Verteidigungsminister hat uns Österreichern gesagt, wo die Zukunft der NATO liegt: in einer Wertegemeinschaft, einer demokratischen Wertegemeinschaft, die die demokratischen Entwicklungen auch im Ostblock irreversibel machen wird. Denn die wirtschaftliche Integration, über die so viel diskutiert wird, wird noch dauern. Es wird Jahrzehnte dauern, bis die Wirtschaftssysteme auf einer Ebene sind. (Abg. Dr. Khol: Genauso habt ihr über die EU gesprochen, und als die Volksabstimmung kam, wart ihr dagegen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Zickzack! Zickzack!
Herr Kollege Khol, die sicherheitspolitische Integration wäre ein Gebot der Stunde, denn ohne Sicherheit in Europa erübrigt sich jede Wirtschaftsdiskussion. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Zickzack! Zickzack!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Wer auf euch vertraut, hat auf Sand gebaut!
Wir würden uns erwarten, meine Damen und Herren, daß wir in einem Außenpolitischen Bericht nicht nur vier Seiten darüber lesen können, sondern daß die Volkspartei, die in bilateralen Gesprächen und im Ausland so tut, als wäre sie offensiv, auch hinsichtlich NATO-Beitritt endlich einmal hier zu diesen Worten stehen und nicht nur immer Lippenbekenntnisse abgeben würde. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Wer auf euch vertraut, hat auf Sand gebaut!)
Abg. Dr. Schwimmer: Das können Sie ja nicht berichtigen!
Abgeordneter Hans Helmut Moser (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Ich möchte Herrn Bundesminister Schüssel tatsächlich berichtigen. Der Herr Bundesminister hat erklärt, er verstehe den Kollegen Frischenschlager nicht, weil Österreich sich nicht für eine Neutralität nach dem Muster der Schweiz bereit erklärt hat. (Abg. Dr. Schwimmer: Das können Sie ja nicht berichtigen!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Das ist keine Verpflichtung, das ist eine Verwendungszusage! Das ist internationale Praxis!
Das ist der tatsächliche Sachverhalt! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Das ist keine Verpflichtung, das ist eine Verwendungszusage! Das ist internationale Praxis!)
Abg. Mag. Kammerlander: Weil es um einen Antrag geht!
Meine Damen und Herren! Für mich ist diese Diskussion zum Außenpolitischen Bericht interessant, vor allem im Hinblick darauf, daß um 15 Uhr eine dringliche Anfrage in bezug auf Neutralität behandelt werden wird. Die Neutralität wird bereits in der laufenden Debatte heftig diskutiert. Ich frage mich daher, warum die grüne Fraktion – Frau Abgeordnete Kammerlander, Sie haben sich des Themas Neutralität besonders angenommen – diese Anfrage nicht zurückzieht. Denn die Debatte darüber findet ja bereits statt. (Abg. Mag. Kammerlander: Weil es um einen Antrag geht!) Verzeihen Sie, aber ich hätte mich gefreut, zum Außenpolitischen Bericht von Ihnen auch noch einige andere Worte zu hören.
Beifall bei der ÖVP.
Sie haben sich befaßt mit der Eingangsbemerkung beziehungsweise dem Vorwort des Herrn Vizekanzlers zum Außenpolitischen Bericht, und Sie haben festgehalten, daß im gesamten Bericht überhaupt nichts hinsichtlich Neutralität enthalten sei. Dazu möchte ich folgendes sagen: Es steht auch nicht drinnen, daß Österreich ein demokratischer Staat ist. Seit Ende des Weltkrieges bekennen wir uns zur Demokratie, und wir betonen nicht ununterbrochen, daß wir ein demokratischer Staat sind. Seit über 40 Jahren sind wir neutral – warum sollten wir das ununterbrochen betonen? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Karlsson: Er ist auch nicht im Ausschuß gesessen!
Ich möchte gerade in diesem Zusammenhang erwähnen, daß mir vorkommt, daß der Abgeordnete Haider diesen Außenpolitischen Bericht nicht gelesen hat (Abg. Dr. Karlsson: Er ist auch nicht im Ausschuß gesessen!) – Sie haben recht, Frau Kollegin, aber den Außenpolitischen Bericht bekommt jeder Abgeordnete –, denn er behauptet, daß die Öffnung der Märkte für uns katastrophale Folgen hätte, und wir müßten abschotten.
Zwischenruf des Abg. Dr. Salzl.
Meine Damen und Herren! So wurde vor über 20 Jahren von ängstlichen Menschen argumentiert, als es darum ging, das Freihandelsabkommen EFTA mit der Europäischen Union abzuschließen. Damals hat es geheißen: Die österreichische Wirtschaft, die Arbeitsplätze sind in Gefahr, wenn die Zölle abgebaut werden. – Das Gegenteil ist eingetreten – natürlich nicht im ersten Jahr, sondern sukzessive. Und daß Wirtschaft etwas Lebendiges ist, sollte eigentlich wissen, wer immer vermeint, Wirtschaft zu vertreten. Wirtschaft kann nicht in geschützten Sektoren arbeiten, sondern muß offen und im Wettbewerb sein. (Zwischenruf des Abg. Dr. Salzl. )
Abg. Dr. Salzl: Sie haben nicht zugehört und wissen nicht, was er gesagt hat!
Herr Kollege Dr. Salzl, Sie dürften sich nicht auskennen. Herr Ettl hat klarerweise gewisse Befürchtungen. (Abg. Dr. Salzl: Sie haben nicht zugehört und wissen nicht, was er gesagt hat!) Natürlich gibt es Befürchtungen, auch in der Textilindustrie, selbstverständlich. Aber gerade durch den Wettbewerb wird auch die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Branchen gestärkt.
Beifall bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Dr. Heindl.
Um eines geht es aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, gerade in diesem Zusammenhang: Man muß auch – und das wird verschiedentlich nicht so gesehen – die unterschiedlichen Kulturen verstehen lernen. Es ist die europäische Kultur nicht das Alleinseligmachende auf der Welt. Uns geht es darum, auch die Auseinandersetzung und die Diskussion mit anderen Kulturen zu führen und nicht allein unsere Standards als sakrosankt darzustellen. Das ist Überheblichkeit, und das bringt nur Auseinandersetzung. Das lehne ich vom Prinzip her ab. (Beifall bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Dr. Heindl. )
Abg. Dr. Graf: Deshalb wenden sich die bürgerlichen Wähler von Ihnen ab!
Wichtig ist es, meine sehr verehrten Damen und Herren, nicht den Zickzack-Kurs zu verfolgen, den Herr Abgeordneter Scheibner hier beschrieben hat. Er hat gemeint, der Herr Außenminister müßte bürgerliches Profil zeigen. Das bürgerliche Profil, das der Abgeordnete Scheibner meint, ist nicht das, was ich darunter verstehe. Die Freiheitlichen haben gezeigt, daß wir unter "bürgerlich" nicht dasselbe verstehen. Er hat von etwas gesprochen, das nicht unsere Auffassung ist: der Zickzack-Kurs hinsichtlich der Europäischen Union, der Zickzack-Kurs, den er betreiben würde bezüglich Neutralität, der Zickzack-Kurs, den er betreiben würde bezüglich NATO. (Abg. Dr. Graf: Deshalb wenden sich die bürgerlichen Wähler von Ihnen ab!) Herr Abgeordneter Graf, ich weiß nicht, was Sie unter "bürgerlichen Wählern" verstehen. (Abg. Dr. Graf: Wie viele Wähler hat die ÖVP noch? – Abg. Schwarzenberger: Wesentlich mehr als die FPÖ!)
Abg. Dr. Graf: Wie viele Wähler hat die ÖVP noch? – Abg. Schwarzenberger: Wesentlich mehr als die FPÖ!
Wichtig ist es, meine sehr verehrten Damen und Herren, nicht den Zickzack-Kurs zu verfolgen, den Herr Abgeordneter Scheibner hier beschrieben hat. Er hat gemeint, der Herr Außenminister müßte bürgerliches Profil zeigen. Das bürgerliche Profil, das der Abgeordnete Scheibner meint, ist nicht das, was ich darunter verstehe. Die Freiheitlichen haben gezeigt, daß wir unter "bürgerlich" nicht dasselbe verstehen. Er hat von etwas gesprochen, das nicht unsere Auffassung ist: der Zickzack-Kurs hinsichtlich der Europäischen Union, der Zickzack-Kurs, den er betreiben würde bezüglich Neutralität, der Zickzack-Kurs, den er betreiben würde bezüglich NATO. (Abg. Dr. Graf: Deshalb wenden sich die bürgerlichen Wähler von Ihnen ab!) Herr Abgeordneter Graf, ich weiß nicht, was Sie unter "bürgerlichen Wählern" verstehen. (Abg. Dr. Graf: Wie viele Wähler hat die ÖVP noch? – Abg. Schwarzenberger: Wesentlich mehr als die FPÖ!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es gibt ein breites Spektrum an Wählern, aber wir haben ein anderes Verständnis von Bürgerlichkeit als Sie. Aus diesem Grund bin ich sehr froh, daß die klaren Linien des Außenministers gemeinsam mit dem Bundeskanzler Österreich bisher vor Schäden in der Welt bewahrt hat, und auch in Zukunft sollte es eine Zusammenarbeit unter Berücksichtigung auch der Interessen anderer Staaten geben, um gemeinsam zu Vorstellungen zu kommen und nicht überheblich und diktatorisch zu wirken – wie manche in diesem Haus. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Hans Helmut, du wirst kein Minister mehr!
Abgeordneter Hans Helmut Moser (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Einige Vorredner haben es schon angemerkt – und ich möchte mich ihnen anschließen –, daß dieser Tätigkeitsbericht, der Außenpolitische Bericht 1995, eine sehr gute Darstellung der Arbeit des Außenministeriums ist und daß ein derartiger Bericht aus meiner Sicht schon eine gewisse Vorbildwirkung haben könnte für andere Ministerien. (Abg. Dr. Graf: Hans Helmut, du wirst kein Minister mehr!) Das steht nicht zur Diskussion, mein lieber Freund! Ich möchte andere Ministerien anführen, die einen Nachholbedarf in dieser Frage hätten, wie beispielsweise das Verteidigungsministerium.
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Die Idee der Europäischen Union war, ist und soll eine Friedensidee bleiben, nämlich die Idee, durch Integration Konflikte abzubauen, um den Völkern auf dem europäischen Kontinent Frieden und Freiheit zu geben. In diesem Sinne und unter diesem Aspekt erscheint mir die Osterweiterung der Europäischen Union als eine ganz große politische Notwendigkeit. Wir sollten daher alles daransetzen, daß die Staaten Osteuropas so rasch wie möglich in die Europäische Union aufgenommen werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, daß ein solcher Befund Konsequenzen haben muß, Konsequenzen für die österreichische Außenpolitik, aber auch Konsequenzen für die Außenpolitik der Europäischen Union, weil es einfach nicht angehen kann und es nicht sein darf, daß ein Krisenmanagement auf dem europäischen Kontinent nur dann realistisch umgesetzt oder durchgesetzt werden kann, wenn ein Engagement der Vereinigten Staaten erwartet werden kann. (Beifall beim Liberalen Forum.) Was wir brauchen, ist eine Emanzipation der Europäischen Union von den Vereinigten Staaten. Es ist notwendig, daß die Europäische Union in Zukunft in der Lage ist, ihrer Friedensaufgabe, ihrer Aufgabe, auf dem europäischen Kontinent stabilisierend zu wirken, gerecht zu werden.
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Die Europäische Union ist eine politische Union in den verschiedensten Bereichen der Politik. Ich glaube, daß es notwendig ist, die Europäische Union zu einer Wirtschafts- und Währungsunion weiterzuentwickeln, und ich sehe überhaupt nicht ein, warum sie nicht auch zu einer Sicherheitsunion weiterentwickelt werden kann. Österreich soll unter diesem Aspekt auch die notwendigen Schritte setzten, für sich, im eigenen Interesse. Wir sind Mitglieder der Europäischen Union geworden und wir haben daher die Möglichkeit, von uns aus – ich möchte in diesem Punkt dem Bundesminister widersprechen – der Westeuropäischen Union beizutreten. Wir brauchen daher nicht zu warten, bis wir eingeladen werden, sondern wir können von uns aus einen entsprechenden Antrag stellen. Ich glaube, daß es höchste Zeit wäre, einen solchen Schritt zu setzen. (Beifall beim Liberalen Forum. )
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Parfuss.
Meine Damen und Herren! Entwicklungszusammenarbeit ist für uns eine humanitäre Verpflichtung, Österreich weist eine lange humanitäre Tradition auf. Es geht dabei darum, die Kluft zwischen Arm und Reich zu überbrücken beziehungsweise entsprechende Beiträge zu leisten, daß diese Kluft in entsprechendem Maße verkleinert wird. Daher möchte ich auch von dieser Stelle aus einmahnen und einfordern, das Versprechen, das Bundeskanzler Vranitzky auf einem Sozialgipfel vergangenen Jahres in Kopenhagen gegeben hat, zu halten, nämlich die Länder der Dritten Welt zu entschulden. Ich glaube, wenn nicht umgehend seitens Österreichs die entsprechenden Schritte gesetzt werden, dann sind wir dabei, unsere Reputation auf diesem Gebiet zu verlieren, dann verlieren wir unser Gesicht in den Augen der Länder der Dritten Welt. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Parfuss. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Frau Staatssekretärin, geben Sie das bitte weiter an Ihren Herrn Außenminister! In dieser Frage haben wir Handlungsbedarf. Es ist höchste Zeit, es ist nicht zwölf Uhr, es ist bereits fünf nach zwölf. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum. )
Beifall bei der SPÖ.
Sie ist langwierig, sie ist schwierig, Abrüstungspolitik ist von zahllosen Rückschlägen gekennzeichnet, von Hoffnungen, die nicht erfüllt wurden, weil mächtige Lobbys der Waffenindustrie, der Waffenexporteure dagegenarbeiten und dagegenstehen. Trotzdem oder, mit Rosa Luxemburg gesprochen, trotz alledem muß Abrüstungspolitik weiterbetrieben werden, denn nur sie garantiert echte Friedenssicherung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dkfm. Bauer betritt in diesem Augenblick den Sitzungssaal.
Herr Abgeordneter Bauer ist nicht im Saal. (Abg. Dkfm. Bauer betritt in diesem Augenblick den Sitzungssaal.) Herr Abgeordneter Bauer, Sie sind am Wort. – Bitte.
Abg. Dr. Khol: Haben Sie ein Vorurteil gegen Diplomaten?
Der derzeitige Außenminister entspricht meinem Eindruck nach und meinen Erfahrungen nach mehr dem allgemeingültigen Klischee vieler Diplomaten und Außenpolitiker. (Abg. Dr. Khol: Haben Sie ein Vorurteil gegen Diplomaten?) Er redet sehr viel, sagt aber wenig. Er redet sehr viel, durchaus gekonnt, und davon lassen Sie sich und so manche andere vielleicht auch
Abg. Dr. Khol: Das war bei Ihnen der Fall, aber nicht bei der Frau Dr. Ferrero-Waldner! Sie haben sich immer schwer getan, daran erinnern wir uns!
Ich habe jetzt nach diesen meinen Vorbemerkungen eine sehr konkrete Frage und bitte um eine konkrete Antwort darauf, wobei ich aus eigener Erfahrung weiß – auch das gebe ich gerne zu –, daß sich da der Staatssekretär ein bißchen schwerer tut als der Minister. (Abg. Dr. Khol: Das war bei Ihnen der Fall, aber nicht bei der Frau Dr. Ferrero-Waldner! Sie haben sich immer schwer getan, daran erinnern wir uns!) Aber ich bitte trotzdem darum. Es wird doch in solch einer wichtigen Frage eine gemeinsame Grundlinie geben, Frau Staatssekretärin.
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Frage an die Frau Staatssekretärin: Werden wir: ja oder nein? Wenn ja, ab wann? (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Khol: Geduldet!
Der Südtiroler Freiheitskampf wurde damals von offizieller österreichischer Seite geduldet. Sind wir uns da einig, Herr Dr. Khol? (Abg. Dr. Khol: Geduldet!) Geduldet! Fein. (Abg. Dr. Khol: Unterstützt!) Das ist sogar mehr als geduldet. Geduldet und unterstützt. Ich wollte das gar nicht sagen. Vielleicht bin ich selbst sogar zu sehr Diplomat, Herr Dr. Khol. (Abg. Dr. Khol: Ich bin kein Diplomat!) Das weiß ich. (Abg. Dr. Khol: Das ist im Sinne Ihrer Rede ein Kompliment!)
Abg. Dr. Khol: Unterstützt!
Der Südtiroler Freiheitskampf wurde damals von offizieller österreichischer Seite geduldet. Sind wir uns da einig, Herr Dr. Khol? (Abg. Dr. Khol: Geduldet!) Geduldet! Fein. (Abg. Dr. Khol: Unterstützt!) Das ist sogar mehr als geduldet. Geduldet und unterstützt. Ich wollte das gar nicht sagen. Vielleicht bin ich selbst sogar zu sehr Diplomat, Herr Dr. Khol. (Abg. Dr. Khol: Ich bin kein Diplomat!) Das weiß ich. (Abg. Dr. Khol: Das ist im Sinne Ihrer Rede ein Kompliment!)
Abg. Dr. Khol: Ich bin kein Diplomat!
Der Südtiroler Freiheitskampf wurde damals von offizieller österreichischer Seite geduldet. Sind wir uns da einig, Herr Dr. Khol? (Abg. Dr. Khol: Geduldet!) Geduldet! Fein. (Abg. Dr. Khol: Unterstützt!) Das ist sogar mehr als geduldet. Geduldet und unterstützt. Ich wollte das gar nicht sagen. Vielleicht bin ich selbst sogar zu sehr Diplomat, Herr Dr. Khol. (Abg. Dr. Khol: Ich bin kein Diplomat!) Das weiß ich. (Abg. Dr. Khol: Das ist im Sinne Ihrer Rede ein Kompliment!)
Abg. Dr. Khol: Das ist im Sinne Ihrer Rede ein Kompliment!
Der Südtiroler Freiheitskampf wurde damals von offizieller österreichischer Seite geduldet. Sind wir uns da einig, Herr Dr. Khol? (Abg. Dr. Khol: Geduldet!) Geduldet! Fein. (Abg. Dr. Khol: Unterstützt!) Das ist sogar mehr als geduldet. Geduldet und unterstützt. Ich wollte das gar nicht sagen. Vielleicht bin ich selbst sogar zu sehr Diplomat, Herr Dr. Khol. (Abg. Dr. Khol: Ich bin kein Diplomat!) Das weiß ich. (Abg. Dr. Khol: Das ist im Sinne Ihrer Rede ein Kompliment!)
Der Redner macht eine kurze Pause. – Abg. Dr. Khol: Das ist eine Hoffnung! Jetzt hast du es vergessen!
Letzte Anmerkung, Frau Staatssekretärin. (Der Redner macht eine kurze Pause. – Abg. Dr. Khol: Das ist eine Hoffnung! Jetzt hast du es vergessen!) Nein, ich habe es nicht vergessen, ich möchte es nur kurz machen. – Österreich engagierte sich stets – und das tut auch der derzeitige Außenminister – für die Heimatvertriebenen. Man verweist auf zahlreiche bilaterale Gespräche, die zu diesem Thema geführt wurden, ohne jedoch bislang konkrete Ergebnisse vorzuzeigen und konkret zu sagen, in welche Richtung man sich dabei zu bewegen gedenkt. Ich sagte schon eingangs: Diese wenig pointierte, wenig akzentuierte Politik, die sich in diplomatischen Klischees und Worthülsen erschöpft, kommt auch in dieser Frage im Außenpolitischen Bericht zum Ausdruck.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bitte Sie, Frau Staatssekretärin, auch zu dieser meiner dritten und letzten Frage eine konkrete Anwort zu geben: Wie halten Sie es denn wirklich mit den Heimatvertriebenen, von Sonntagsreden abgesehen?(Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Walter Schwimmer (ÖVP): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Mir ist bei der Rede des Abgeordneten Dkfm. Bauer eine sehr plakative, wenn auch zugegebenermaßen sehr drastische Bezeichnung eingefallen, nämlich das Wort Chuzpe. Chuzpe ist, wenn ein Mann, der Vater und Mutter umgebracht hat, bei Gericht um mildernde Umstände bittet, weil er Vollwaise geworden ist. (Beifall bei der ÖVP.) Wenn der Abgeordnete Bauer im Rahmen seiner Rede anderen vorwirft, sie würden viel reden und wenig sagen, so ist das ein gutes Beispiel für das Wort Chuzpe. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Walter Schwimmer (ÖVP): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Mir ist bei der Rede des Abgeordneten Dkfm. Bauer eine sehr plakative, wenn auch zugegebenermaßen sehr drastische Bezeichnung eingefallen, nämlich das Wort Chuzpe. Chuzpe ist, wenn ein Mann, der Vater und Mutter umgebracht hat, bei Gericht um mildernde Umstände bittet, weil er Vollwaise geworden ist. (Beifall bei der ÖVP.) Wenn der Abgeordnete Bauer im Rahmen seiner Rede anderen vorwirft, sie würden viel reden und wenig sagen, so ist das ein gutes Beispiel für das Wort Chuzpe. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kann Ihnen das dann auch gerne zeigen, ich habe es schwarz auf weiß. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben vor allem – das möchte ich als einer sagen, der aus der Stadt kommt und nicht aus einem ländlichen Gebiet – eine ganz wesentliche Steigerung unserer Lebensqualität dadurch erreicht, daß die österreichischen Bauern in einer wirklich vorbildlichen Art und Weise an den Umweltprogrammen der EU teilnehmen. Wenn heute die österreichischen Bauern rund die Hälfte der Biobauern in der gesamten Europäischen Union stellen, dann kommt das ja der gesamten Bevölkerung einfach durch bessere Produkte, durch eine wirkliche Steigerung der Lebensqualität zugute. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das müssen Sie dem Außenminister sagen!
Herr Abgeordneter Scheibner! Sie wissen das genausogut wie ich, und Ihnen mache ich den Vorwurf, wider besseres Wissen in diesem Fall geredet zu haben. Die Europäische Union war zum Zeitpunkt des Ausbrechens des Jugoslawien- bzw. des Bosnienkonfliktes in keiner Weise eine außerhalb ihres Territoriums wirksame Sicherheitsstruktur. Das konnte sie zu diesem Zeitpunkt auch gar nicht sein. Was wir wollen, ist, daß mit der Entwicklung der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik die Möglichkeiten der EU auch außerhalb des eigentlichen Territorialbereiches wirksam werden und daß das, was innerhalb der EU wirklich eine historische Großleistung ist, nämlich einen Friedensraum zu schaffen, auf ganz Europa ausgedehnt werden kann. (Abg. Scheibner: Das müssen Sie dem Außenminister sagen!) Diesbezüglich ist der Außenminister voll auf der gleichen Linie. Es gibt überhaupt keine Diskussion darüber, daß Österreich auch im Rahmen der Politik der Bundesregierung sich dazu bekennt, an einer gemeinsamen europäischen Sicherheitsstruktur mitzuwirken, wenn sie in den kommenden Jahren entsprechend entwickelt wird, und ich hoffe, daß das rasch geschehen wird.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Es gehört aber auch dazu, daß wir über die Europäische Union hinaus auch noch andere Möglichkeiten von Sicherheitsstrukturen auf diesem Kontinent nützen. Ich möchte hier ausdrücklich auch den Europarat nennen, denn dieser Kontinent muß auch ein Raum der Einhaltung und Wahrung der Menschenrechte sein. Die Wahrung der Menschenrechte ist ein ganz wichtiger Teil einer zukünftigen Sicherheitsstruktur. Dazu gehört auch der Schutz der Minderheitenrechte. Frau Staatssekretärin! Ich darf Ihnen sagen – und meinen persönlichen Wunsch hier auch mitgeben –, daß Österreich und unser Parlament einhält, was wir heuer im Jänner hier in einer Entschließung gewünscht haben, nämlich daß wir die Rahmenkonvention des Europarates zum Schutz der Minderheiten ratifizieren. Österreich war ein Vorreiter für die Minderheitenrechte und sollte daher zu den ersten zehn Staaten gehören, die diese Konvention ratifizieren, sodaß wir hier mit gutem Beispiel vorangehen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, es ist keineswegs so, daß man der österreichischen Außenpolitik zum Vorwurf machen kann, sie sei inaktiv oder sie würde den Notwendigkeiten unseres Landes nicht gerecht werden. Es war erst gestern die Speakerin des britischen Unterhauses zu Gast im österreichischen Parlament, und eine der ganz wichtigen Fragen, die sie gestellt hat, die sie interessiert hat, war, was Österreich von der Osterweiterung der Europäischen Union hält, waren unsere Erfahrungen mit den Nachbarstaaten und was wir aktiv tun können zur Entwicklung. Das hat die Speakerin des großen EU-Mitgliedslandes Großbritannien von uns wissen wollen, weil wir einfach einen guten Ruf in Europa genießen und weil wir in dieser Frage wahrscheinlich mehr Know-how haben als andere Staaten in Europa. Das ist auch mit ein Erfolg der österreichischen Außenpolitik, und ich glaube, wir sollten diesen guten Kurs fortsetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Inge Jäger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte die Gelegenheit der Debatte über den Außenpolitischen Bericht nützen, um über ein paar globale Trends und Herausforderungen zu sprechen, mit denen wir in der internationalen Politik derzeit beschäftigt sind. Ich möchte auch das Thema Entwicklungspolitik ansprechen, die als Teil einer aktiven Außenpolitik in Österreich leider noch immer zuwenig Stellenwert hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir müssen dazu einen Beitrag leisten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Erstens das Problem des CO2-Ausstoßes. Herr Wirtschaftsminister Farnleitner hat neulich eingestanden, daß es nicht zu einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes, sondern daß es sogar zu einer Steigerung kommen wird. Nun haben wir uns sowohl in Toronto als auch bei der Rio-Konferenz für eine Reduktion des CO2-Ausstoßes eingesetzt. Es gibt auch eine ganze Reihe von positiven Beispielen. Ich möchte etwa das Klimabündnis der Städte und Gemeinden anführen. Es ist sehr viel in Österreich geschehen, aber es ist zuwenig geschehen, und es genügt nicht, daß wir diesen Bericht vom Wirtschaftsminister einfach hinnehmen. Wir müssen verstärkt daran arbeiten, wie wir diese internationale Verpflichtung, die wir eingegangen sind, auch in Österreich umsetzen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das zweite – und Herr Abgeordneter Moser hat es heute schon angesprochen – war der Sozialgipfel in Kopenhagen. Dort ist das Versprechen der Schuldenstreichung gegeben worden – es wurde leider bis jetzt noch nicht eingelöst. Ich möchte aber in diesem Zusammenhang auf die Rede von Herrn Dr. Haider eingehen. Herr Dr. Haider! Wenn es darum geht, daß Österreich internationale Verpflichtungen eingeht, wenn wir auch für Projekte in anderen Ländern spenden, wenn wir das also machen und Sie genau dann hergehen und demagogisch darüber reden und die Neidgefühle der Österreicherinnen und Österreicher ansprechen, dann finde ich das von Ihnen wirklich sehr schäbig! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich denke, daß gerade wir als Parlamentarier dazu aufgerufen sind, eine offensive Entwicklungspolitik voranzutreiben, oder, wie Willy Brandt und Erhard Eppler meinten: Die Entwicklungspolitik muß endlich von der Peripherie in das Zentrum der internationalen Politik rücken. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir haben uns in diesem letzten Jahr sehr vehement gegen die Fertigstellung des Kernkraftwerks Mochovce gewendet, und es ist uns in vereinten Anstrengungen gelungen – und hierbei ist vor allem auch die Rolle der Parlamentarier im Europäischen Parlament hervorzuheben –, daß die vorgesehenen Kredite der Europäischen Bank für Aufbau und Entwicklung nicht gewährt wurden. Damit ist aber noch lange nicht gesagt, daß das Kernkraftwerk Mochovce für unsere Nachbarn in der Zwischenzeit abgeschrieben oder gar gestorben ist. Ganz im Gegenteil: Es gibt jetzt Bemühungen, dieses Kernkraftwerk mit Hilfe eines deutschen Kredits und mit Hilfe von Siemens fertigzustellen. Das bedeutet, daß wir in unseren Außenbeziehungen auch gegenüber unseren Freunden – und wir sind interessiert an freundschaftlichen Kontakten zu unseren Nachbarländern – sehr klar unsere Position und die Position der Österreicherinnen und Österreicher darlegen müssen: Es muß langfristig ein Ausstieg aus der Atomenergie in Europa erreicht werden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein ganz wesentlicher Punkt, meine Damen und Herren, ist aber die Aufnahme des Umweltschutzes in die Verträge der Europäischen Union, eine Initiative, die der Vizekanzler und Außenminister, Dr. Wolfgang Schüssel, dankenswerterweise unternommen hat, um gleichzeitig neben der Verankerung des Umweltschutzes in der Europäischen Union auch die Verankerung des Tierschutzes in den Verträgen der Europäischen Union zu erreichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt noch eine Reihe von anderen Forderungen, die wir in einer entsprechenden Initiative auch eingebracht haben, und ich freue mich ganz besonders darüber, daß die Mandatarinnen und Mandatare der Österreichischen Volkspartei diese Initiative auch verfolgen und damit einen Beitrag dazu leisten werden, den Tierschutz europaweit zu verankern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Staatssekretärin im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita-Maria Ferrero-Waldner: Herr Präsident! Hohes Haus! Das Kriterium für die Berichterstattung über die Außenpolitik ist sehr oft ihr Sensationswert. Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, für die Prioritäten der österreichischen Außenpolitik ist nicht so sehr der Sensationswert, sondern die direkte oder indirekte Relevanz für Österreich notwendig. Deshalb müssen wir eine verantwortungsvolle Außenpolitik betreiben, oft aber eine nicht spektakuläre. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Außenpolitik hat sich seit unserem EU-Beitritt wesentlich geändert. Während früher unter Herrn Außenminister Dr. Mock hauptsächlich die Kandidatur Österreichs für die Europäische Union und – Gott sei Dank – das Hineinkommen in die Europäische Union das erste Ziel sein mußte, ist es heute umgekehrt. Heute sind wir bereits Mitglied in der Europäischen Union und haben deshalb innerhalb der Europäischen Union Initiativen zu setzen und in gemeinsamen Allianzen mit vielen anderen EU-Mitgliedstaaten zu versuchen, unsere Prioritäten voranzutreiben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte nur daran erinnern, daß ich zum Beispiel gerade heute vormittag den Staatssekretär der Niederlande, Patijn, bei mir hatte, einer der vielen Kontakte, die ich auf meiner Ebene pflege, aber die selbstverständlich auch der Außenminister auf seiner Ebene pflegt, auch im bilateralen Bereich, um möglichst eng über die jeweiligen Positionen informiert zu sein und gemeinsam Allianzen zu bilden mit den Beneluxstaaten, mit Irland, mit den skandinavischen Ländern, mit einem Wort: mit all den Staaten, die ungefähr unsere Größe haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Bravo!
Dies ist zweifach wichtig für uns Österreicher: Erstens hat, wie Sie wissen, Österreich ausgezeichnete Chancen, Sitzstaat für diese Organisation – in Wien – zu werden, und Sie wissen, daß ich mich selber ganz besonders bemüht habe, diese Organisation nach Wien zu bringen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Bravo!) Zweitens wird der Herr Außenminister nächste Woche in New York diesen Vertrag für Österreich unterzeichnen. Das ist besonders erfreulich auch im Hinblick auf die von uns verfolgte Politik und zeigt eine konsequente Umsetzung. Dies bedeutet, wenn wir die CTBTO hier in Wien haben, nicht nur Arbeitsplätze, sondern es bedeutet auch eine wichtige Stellung für uns in der ganzen Welt.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Somit, meine sehr geehrten Damen und Herren, haben wir zusammen mit der OSZE, mit der Internationalen Atomenergiebehörde, mit der kommenden CTBTO und mit dem Wassenaar-Übereinkommen in Wien nun eine Reihe von Organisationen, sodaß sich Wien wirklich zur Schwerpunktstadt für Fragen der Rüstungskontrolle und Sicherheit entwickeln wird, und ich glaube, wir können stolz darauf sein. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei den Freiheitlichen: Ich seh’s ein bißchen anders!
Was unsere Position betrifft, kann ich ganz klar sagen, daß wir vorläufig vom Prinzip der Freiwilligkeit der Rückführung ausgehen, aber vor allem Anreize schaffen wollen, daß die zurückgehen, die dort Arbeitsplätze finden können. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei den Freiheitlichen: Ich seh’s ein bißchen anders!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Meischberger: Sehr gut!
Was die Frage der Auslieferung von ehemaligen Südtirolaktivisten betrifft, kann ich Ihnen sagen, daß der Justizminister bereits mit unserem Außenminister vereinbart hat, daß selbstverständlich ein Vorbehalt zum EU-Auslieferungsabkommen eingelegt wird, wobei wir gerade an der genauen Formulierung arbeiten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Meischberger: Sehr gut!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Auch was Forderungen von Amnesty International betrifft, kann ich Ihnen sagen, daß hier die Zielsetzungen des Außenministeriums mit denen von Amnesty International durchaus kongruent sind und wir weitgehend decken. Allerdings, sehr geehrte Damen und Herren, halten wir es nicht für sinnvoll, unsere Beziehungen zu all den Staaten abzubrechen, in denen Menschenrechtsprobleme existieren. Das halten wir nicht für sinnvoll. Vielmehr ist es sinnvoll, einen kritischen Dialog mit diesen Staaten zu führen und gleichzeitig eine Stärkung der zivilen Gesellschaft und auch der Demokratien zu versuchen (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Hohes Haus! Ich möchte auch, nachdem die Entwicklungszusammenarbeit hier angesprochen wurde, sagen, daß sie in unserem Hause keineswegs ein Stiefkind ist. Im Gegenteil! Ich glaube, ich habe einige Initiativen gesetzt, die auch in Richtung mehr Privatinitiative gehen. So habe ich vor allem parallel zu den bereits abgewickelten Schwerpunktprogrammen das private österreichische EZA-Engagement zu unterstützen und zu fördern versucht. Es gibt jetzt ein neues, spezielles Programm für unbürokratische, generelle, aber prozentuell limitierte Zuschüsse im sogenannten Globalbereich. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Dabei wurde von mir ein Ko-Finanzierungsreferat eingerichtet, wo sich die verschiedenen NGOs genau erkundigen können, wie ein Projekt abzuwickeln ist, um für uns in dem sogenannten Globalbereich möglichst eine EU-Ko-Finanzierung herauszuholen.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wie Sie wissen, habe ich bei programmorientierten, vorwiegend staatlich finanzierten Projekten auch die Schwerpunktpolitik konsolidiert. Mit den Schwerpunktländern Uganda, Mosambik, Kap Verde, Bhutan, Nikaragua, Burkina Faso und Äthiopien werden genau definierte Länderprogramme erarbeitet, die die Wirksamkeit, Nachhaltigkeit und Erkennbarkeit der österreichischen Hilfe sicherstellen. Mir kommt es dabei vor allem darauf an, das meiste aus den vorhandenen Mitteln zu machen und Effizienz und Nachhaltigkeit möglichst zu steigern. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Heiterkeit.
Der Herr Berichterstatter hat dadurch, daß er den Platz des Berichterstatters verlassen hat, zu erkennen gegeben, daß er kein Schlußwort wünscht. (Heiterkeit.)
Heiterkeit der Abg. Silhavy.
Wir haben diesen Antrag also seinerzeit zurückgezogen, behandelt ist er nicht worden, das ist verschoben worden. Er ist dann am 2. Februar ... (Heiterkeit der Abg. Silhavy. ) Sie brauchen nicht so blöd zu lachen, Frau Kollegin, das ist ein ernstes Problem! (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Wenn Sie eine so kleine Flexibilisierung nicht durchsetzen können beim Jugendbeschäftigungsgesetz, wie wollen Sie denn dann die anderen Probleme lösen, was die flexible Arbeitszeit betrifft? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Wir haben diesen Antrag also seinerzeit zurückgezogen, behandelt ist er nicht worden, das ist verschoben worden. Er ist dann am 2. Februar ... (Heiterkeit der Abg. Silhavy. ) Sie brauchen nicht so blöd zu lachen, Frau Kollegin, das ist ein ernstes Problem! (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Wenn Sie eine so kleine Flexibilisierung nicht durchsetzen können beim Jugendbeschäftigungsgesetz, wie wollen Sie denn dann die anderen Probleme lösen, was die flexible Arbeitszeit betrifft? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben diesen Antrag also seinerzeit zurückgezogen, behandelt ist er nicht worden, das ist verschoben worden. Er ist dann am 2. Februar ... (Heiterkeit der Abg. Silhavy. ) Sie brauchen nicht so blöd zu lachen, Frau Kollegin, das ist ein ernstes Problem! (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Wenn Sie eine so kleine Flexibilisierung nicht durchsetzen können beim Jugendbeschäftigungsgesetz, wie wollen Sie denn dann die anderen Probleme lösen, was die flexible Arbeitszeit betrifft? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Wurm.
Aber so einfach wird es halt nicht gehen, denn bei einer flexiblen Arbeitszeit wird man natürlich auch über Mobilitätsforderungen auch von Arbeitnehmervertretern reden müssen, zweitens über die Frage einer Ertragsbeteiligung bei einer Flexibilisierung der Arbeitszeit, es wird die Infrastruktur, und es wird die freie Gestaltungsmöglichkeit der Arbeitnehmer zu berücksichtigen sein. (Zwischenruf der Abg. Wurm. ) Sehr geehrte Kollegin von der sozialistischen Fraktion! Hören Sie ein bißchen zu! Vielleicht bringen Sie das bei Ihrer Gewerkschaft unter in der Form, daß darüber sinnvoll verhandelt wird.
Abg. Dolinschek: Da brauchen wir nichts mehr abklopfen!
Abgeordnete Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Die erste Lesung dient normalerweise dazu, die verschiedenen Standpunkte der Parteien darzulegen, abzuklopfen, sozusagen zu sehen, wo man jeweils liegt. In diesem Fall brauchen wir diese Vorgangsweise aber nicht, denn hier scheinen die Standpunkte klar und eindeutig. (Abg. Dolinschek: Da brauchen wir nichts mehr abklopfen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dolinschek: Wieso?
Die FPÖ will, daß Jugendliche, vor allem Lehrlinge im Gastgewerbe, statt wie bisher bis 22 Uhr in Zukunft im Sommer sogar bis 23 Uhr arbeiten sollen. Dieses Ansinnen lehne ich entschieden ab! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dolinschek: Wieso?) – Hören Sie nur zu!
Abg. Trenk: ... in Diskotheken!
Dieser Antrag zielt, auch wenn er allgemein gehalten ist, vor allem auf das Gastgewerbe ab, wie auch in der Begründung nachzulesen ist. Nun gibt es aber bereits für das Gastgewerbe die Ausnahme im Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz, daß Jugendliche, die älter als 16 Jahre sind, jetzt schon statt bis 20 Uhr im Unterschied zu ihren altersgleichen KollegInnen im Sommer wie im Winter bis 22 Uhr beschäftigt werden dürfen. Darüber hinaus gibt es genauso für diese Branche ... (Abg. Trenk: ... in Diskotheken!) – Auch andere gehen in Diskotheken!
Beifall bei der SPÖ.
Darüber hinaus gibt es auch für diese Branche zahlreiche spezielle Bestimmungen, die auf die Bedingungen des Gastgewerbes Rücksicht nehmen, zum Beispiel spezielle Regelungen bei der Sonntagsarbeit. Das ist, so glauben wir, wirtschaftsfreundlich und großzügig genug. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rossmann: Woher haben Sie eine solche Diktion?
In der Begründung für diesen Antrag werden nun – typisch für die FPÖ; und ich kann mir das nicht verkneifen – Nebelbomben geworfen (Unruhe bei den Freiheitlichen), um diese Verlängerung oder, wie Sie sagen, Verschiebung logisch und sinnvoll erscheinen zu lassen. (Abg. Rossmann: Woher haben Sie eine solche Diktion?) Bei oberflächlichem Lesen könnte man sogar auf die Idee verfallen, daß die Jugendlichen im Sommer nicht so lange zur Arbeit herangezogen werden dürften beziehungsweise daß die Arbeitszeiten durch Einführung der Sommerzeit durcheinandergeraten würden. Dem ist aber nicht so.
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dolinschek: Die Sommerzeit!
Und wenn die FPÖ, wenn der Antragsteller, der Abgeordnete Dolinschek, von der "astronomischen" Zeit spricht: Was meinen Sie nun, die sonnen- oder die sternastronomische Zeit? (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dolinschek: Die Sommerzeit!) – Aha.
Abg. Schwemlein: Er nimmt die Zeit aus dem "Raumschiff Enterprise"! – Heiterkeit
Wenn die freiheitlichen Abgeordneten nun also diese astronomische Zeit bemühen (Abg. Schwemlein: Er nimmt die Zeit aus dem "Raumschiff Enterprise"! – Heiterkeit), um Jugendliche länger arbeiten zu lassen, und wenn Sie meinen, so dem Gast und seinen Bedürfnissen besser zu entsprechen, so muß erstens gesagt werden, daß die Sommerzeit gerade auch deshalb eingeführt wurde, damit der Gast beziehungsweise die Menschen überhaupt mehr vom Tag haben, daß sie sozusagen den Tag länger nützen können. (Abg. Mag. Stadler: Frau Kollegin, gestatten Sie eine Frage!)
Abg. Mag. Stadler: Frau Kollegin, gestatten Sie eine Frage!
Wenn die freiheitlichen Abgeordneten nun also diese astronomische Zeit bemühen (Abg. Schwemlein: Er nimmt die Zeit aus dem "Raumschiff Enterprise"! – Heiterkeit), um Jugendliche länger arbeiten zu lassen, und wenn Sie meinen, so dem Gast und seinen Bedürfnissen besser zu entsprechen, so muß erstens gesagt werden, daß die Sommerzeit gerade auch deshalb eingeführt wurde, damit der Gast beziehungsweise die Menschen überhaupt mehr vom Tag haben, daß sie sozusagen den Tag länger nützen können. (Abg. Mag. Stadler: Frau Kollegin, gestatten Sie eine Frage!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Viel wichtiger für die meisten Gäste wäre es, wenn die astronomische Zeit nicht für die arbeitenden Jugendlichen gelten würde, sondern für die Sperrstunde in den lauschigen, in den allzu früh schließenden Gastgärten. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das ist die sogenannte Sperrstundenregelung. So könnte der Gast an lauen Sommerabenden um eine Stunde länger im lauschigen Gastgarten sitzen, essen und trinken und somit – und das müßte ja im Interesse aller sein – die darbende Tourismuswirtschaft in Schwung bringen und ankurbeln. (Abg. Scheibner: Sitzen Sie lieber in einem dumpfen Keller? – Abg. Haller: Nein, dieses klassenkämpferische Denken!)
Abg. Scheibner: Sitzen Sie lieber in einem dumpfen Keller? – Abg. Haller: Nein, dieses klassenkämpferische Denken!
Viel wichtiger für die meisten Gäste wäre es, wenn die astronomische Zeit nicht für die arbeitenden Jugendlichen gelten würde, sondern für die Sperrstunde in den lauschigen, in den allzu früh schließenden Gastgärten. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das ist die sogenannte Sperrstundenregelung. So könnte der Gast an lauen Sommerabenden um eine Stunde länger im lauschigen Gastgarten sitzen, essen und trinken und somit – und das müßte ja im Interesse aller sein – die darbende Tourismuswirtschaft in Schwung bringen und ankurbeln. (Abg. Scheibner: Sitzen Sie lieber in einem dumpfen Keller? – Abg. Haller: Nein, dieses klassenkämpferische Denken!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Es gibt eh schon keine Lehrlinge mehr im Gastgewerbe!
Darum überlassen wir Rotationspole der Erde, Zenit, Nadir und Meridian und all das, was zur Definition der astronomischen Zeit nötig wäre, den Astronomen und halten fest, daß für alle Bürger und Bürgerinnen in dieser Republik dieselbe Zeit gelten muß, weil sonst wirklich das Zeitchaos ausbrechen würde. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Es gibt eh schon keine Lehrlinge mehr im Gastgewerbe!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Wenn es den Bauern mit ihren viel sensibleren Kühen, die ja nicht so vernunftbegabt sind wie der Mensch, gelungen ist, auf Sommerzeit umzustellen, dann dürfte es dem Gastgewerbe wohl auch möglich sein. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mentil: Haben Sie schon einmal im Gastgewerbe gearbeitet?
Doch nun Klartext. Worum geht es den freiheitlichen Abgeordneten, den Antragstellern in diesem Antrag wirklich? (Abg. Mentil: Haben Sie schon einmal im Gastgewerbe gearbeitet?) Ja, zum Beispiel im Gastgewerbe. In diesem Antrag findet man kein Wort darüber, wie man die Arbeitssituation der jungen Menschen im Gastgewerbe verbessern kann (Abg. Dr. Graf: Am besten ist die Selbstbedienung!), kein Wort darüber, wie die Ausbildungssituation der Lehrlinge verbessert werden kann, kein Wort darüber, wie man wirklich gegen Arbeitszeitverstöße, die es gibt, oder gegen das Mißverhältnis zwischen den offenen Lehrstellen und der Nachfrage vorgehen könnte. Es findet sich auch kein Wort darüber, wie die jungen Menschen, die sich diesen Beruf ausgewählt haben, lange und länger daran Freude haben könnten, und es ist sehr wichtig für Dienstleistungsbetriebe, für Dienstleistungsberufe, daß der Gast freundliches und engagiertes Personal vorfindet. Das ist ein sehr wichtiger Indikator – da wird mir Herr Abgeordneter Peter zustimmen – für Umsatzsteigerungen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Glauben Sie das wirklich, was Sie da sagen?)
Abg. Dr. Graf: Am besten ist die Selbstbedienung!
Doch nun Klartext. Worum geht es den freiheitlichen Abgeordneten, den Antragstellern in diesem Antrag wirklich? (Abg. Mentil: Haben Sie schon einmal im Gastgewerbe gearbeitet?) Ja, zum Beispiel im Gastgewerbe. In diesem Antrag findet man kein Wort darüber, wie man die Arbeitssituation der jungen Menschen im Gastgewerbe verbessern kann (Abg. Dr. Graf: Am besten ist die Selbstbedienung!), kein Wort darüber, wie die Ausbildungssituation der Lehrlinge verbessert werden kann, kein Wort darüber, wie man wirklich gegen Arbeitszeitverstöße, die es gibt, oder gegen das Mißverhältnis zwischen den offenen Lehrstellen und der Nachfrage vorgehen könnte. Es findet sich auch kein Wort darüber, wie die jungen Menschen, die sich diesen Beruf ausgewählt haben, lange und länger daran Freude haben könnten, und es ist sehr wichtig für Dienstleistungsbetriebe, für Dienstleistungsberufe, daß der Gast freundliches und engagiertes Personal vorfindet. Das ist ein sehr wichtiger Indikator – da wird mir Herr Abgeordneter Peter zustimmen – für Umsatzsteigerungen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Glauben Sie das wirklich, was Sie da sagen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Glauben Sie das wirklich, was Sie da sagen?
Doch nun Klartext. Worum geht es den freiheitlichen Abgeordneten, den Antragstellern in diesem Antrag wirklich? (Abg. Mentil: Haben Sie schon einmal im Gastgewerbe gearbeitet?) Ja, zum Beispiel im Gastgewerbe. In diesem Antrag findet man kein Wort darüber, wie man die Arbeitssituation der jungen Menschen im Gastgewerbe verbessern kann (Abg. Dr. Graf: Am besten ist die Selbstbedienung!), kein Wort darüber, wie die Ausbildungssituation der Lehrlinge verbessert werden kann, kein Wort darüber, wie man wirklich gegen Arbeitszeitverstöße, die es gibt, oder gegen das Mißverhältnis zwischen den offenen Lehrstellen und der Nachfrage vorgehen könnte. Es findet sich auch kein Wort darüber, wie die jungen Menschen, die sich diesen Beruf ausgewählt haben, lange und länger daran Freude haben könnten, und es ist sehr wichtig für Dienstleistungsbetriebe, für Dienstleistungsberufe, daß der Gast freundliches und engagiertes Personal vorfindet. Das ist ein sehr wichtiger Indikator – da wird mir Herr Abgeordneter Peter zustimmen – für Umsatzsteigerungen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Glauben Sie das wirklich, was Sie da sagen?)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Daher ist dieser Antrag ein weiterer Beweis dafür, daß die Freiheitlichen Lehrlinge und jugendliche Arbeitnehmer immer nur dann als schützenswerte Gruppe ansehen, wenn es der Polemik dient. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Konkret aber wollen Sie ... (Abg. Mentil: So viele Lehrlinge haben Sie noch gar nicht gesehen, als ich ausgebildet habe!) Ich war einer, zum Unterschied von Ihnen! In Wirklichkeit wollen Sie Verschlechterungen für Lehrlinge – in diesem Fall auf dem Umweg über astronomische Wortspielereien – einführen. (Abg. Scheibner: Das ist schon wieder die Sternwarte!) Das kommt von Ihnen, die astronomische Wortspielerei. Der sozialdemokratischen Fraktion geht es jedoch um die ... (Abg. Trenk: Glauben Sie selber, was Sie da reden?) Selbstverständlich! Das ist der Unterschied!
Abg. Mentil: So viele Lehrlinge haben Sie noch gar nicht gesehen, als ich ausgebildet habe!
Daher ist dieser Antrag ein weiterer Beweis dafür, daß die Freiheitlichen Lehrlinge und jugendliche Arbeitnehmer immer nur dann als schützenswerte Gruppe ansehen, wenn es der Polemik dient. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Konkret aber wollen Sie ... (Abg. Mentil: So viele Lehrlinge haben Sie noch gar nicht gesehen, als ich ausgebildet habe!) Ich war einer, zum Unterschied von Ihnen! In Wirklichkeit wollen Sie Verschlechterungen für Lehrlinge – in diesem Fall auf dem Umweg über astronomische Wortspielereien – einführen. (Abg. Scheibner: Das ist schon wieder die Sternwarte!) Das kommt von Ihnen, die astronomische Wortspielerei. Der sozialdemokratischen Fraktion geht es jedoch um die ... (Abg. Trenk: Glauben Sie selber, was Sie da reden?) Selbstverständlich! Das ist der Unterschied!
Abg. Scheibner: Das ist schon wieder die Sternwarte!
Daher ist dieser Antrag ein weiterer Beweis dafür, daß die Freiheitlichen Lehrlinge und jugendliche Arbeitnehmer immer nur dann als schützenswerte Gruppe ansehen, wenn es der Polemik dient. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Konkret aber wollen Sie ... (Abg. Mentil: So viele Lehrlinge haben Sie noch gar nicht gesehen, als ich ausgebildet habe!) Ich war einer, zum Unterschied von Ihnen! In Wirklichkeit wollen Sie Verschlechterungen für Lehrlinge – in diesem Fall auf dem Umweg über astronomische Wortspielereien – einführen. (Abg. Scheibner: Das ist schon wieder die Sternwarte!) Das kommt von Ihnen, die astronomische Wortspielerei. Der sozialdemokratischen Fraktion geht es jedoch um die ... (Abg. Trenk: Glauben Sie selber, was Sie da reden?) Selbstverständlich! Das ist der Unterschied!
Abg. Trenk: Glauben Sie selber, was Sie da reden?
Daher ist dieser Antrag ein weiterer Beweis dafür, daß die Freiheitlichen Lehrlinge und jugendliche Arbeitnehmer immer nur dann als schützenswerte Gruppe ansehen, wenn es der Polemik dient. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Konkret aber wollen Sie ... (Abg. Mentil: So viele Lehrlinge haben Sie noch gar nicht gesehen, als ich ausgebildet habe!) Ich war einer, zum Unterschied von Ihnen! In Wirklichkeit wollen Sie Verschlechterungen für Lehrlinge – in diesem Fall auf dem Umweg über astronomische Wortspielereien – einführen. (Abg. Scheibner: Das ist schon wieder die Sternwarte!) Das kommt von Ihnen, die astronomische Wortspielerei. Der sozialdemokratischen Fraktion geht es jedoch um die ... (Abg. Trenk: Glauben Sie selber, was Sie da reden?) Selbstverständlich! Das ist der Unterschied!
Abg. Mag. Stadler: Wo haben Sie sich so lange versteckt, sagen Sie einmal?
Der sozialdemokratischen Fraktion geht es jedoch um die Qualität der Ausbildung, die verbessert werden soll. (Abg. Mag. Stadler: Wo haben Sie sich so lange versteckt, sagen Sie einmal?) Es gibt gerade nächste Woche wieder Gespräche zwischen den Sozialpartnern und der Regierung, wo zum Beispiel, um nur einen Gesprächspunkt herauszugreifen, die Förderung von Mehrfachausbildungen zur Verbesserung der späteren Einsatzmöglichkeiten auf der Tagesordnung steht.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Die ist gut! Die hat Talent!
Aus all diesen Gründen können wir, ohne daß ich den Ausschußdebatten und etwaigen Änderungsvorschlägen vorgreifen will, dem Antrag in dieser Form und mit diesem Inhalt niemals zustimmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Die ist gut! Die hat Talent!)
Abg. Haller: Nicht länger! Zeitverschoben!
Wir sollen die Augen davor nicht verschließen, und ich verstehe es deswegen nicht ganz, daß die Kollegin Wurm in einer Diskussion, in der es darum geht, im Sommer eventuell eine Stunde länger zu arbeiten (Abg. Haller: Nicht länger! Zeitverschoben!) , am Abend zeitverschoben länger zu arbeiten, das Thema im Grunde so abhandelt, wie man es vielleicht abhandeln sollte, wenn man über die 100 Millionen Kinder spricht, die Kinderarbeit leisten müssen.
Abg. Haller: Man darf nicht nur jammern, sondern man muß gegensteuern!
Ich möchte jetzt gar nicht die Statistiken über die Zunahme der Gewalt an Kindern, der Gewalt von Kindern bringen, aber wir wissen, daß es allein vom Jahr 1994 auf das Jahr 1995 einen Rückgang bei der Zahl der Lehrlinge gegeben hat. 1994 waren noch 46,6 Prozent aller Jugendlichen in einer Lehre tätig, 1995 waren es nur mehr 42,2 Prozent (Abg. Haller: Man darf nicht nur jammern, sondern man muß gegensteuern!) , und ich glaube, daß es hoch an der Zeit ist, eine gemeinsame Offensive für die Lehrlingsausbildung zu starten, für die Lehrlinge etwas zu machen. Gerade in Zeiten, in denen es einen wirtschaftlichen Strukturwandel gibt und die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt nicht leichter werden, ist es noch wichtiger, daß wir den Jugendlichen ein gutes Angebot machen, daß wir die duale Ausbildung weiter erhalten.
Abg. Rossmann: Nicht erst seit einem Jahr! – Wie heißt der Landeshauptmann?
Als Kärntnerin möchte ich schon auch das Problem Tourismus aufgreifen. Wir haben im Tourismus große Einbrüche. Das tut mir leid, denn obwohl wir einen Landesrat für Tourismus haben, der von Ihrer Fraktion kommt und der zum Beispiel etwas zeigen könnte, haben wir in den letzten fünf Jahren ein Viertel unserer Gäste verloren. Auch heuer ist eine ganz schlechte Saison. (Abg. Rossmann: Nicht erst seit einem Jahr! – Wie heißt der Landeshauptmann?)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen mit unseren Bestimmungen die Jugend schützen, aber nicht, indem wir einen Wall um sie errichten, den sie nicht überwinden kann, sondern indem wir gesicherte Wege in ihre berufliche Zukunft planen. (Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Die Rückgänge im Tourismus in Österreich sind alles andere als lustig, und wir werden sie nicht durch eine Änderung der Arbeitszeit der Lehrlinge beeinflussen. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Ich weiß nicht, ob Sie nicht zu früh klatschen.
Abg. Tichy-Schreder: Das ist der nächste Tagesordnungspunkt!
Jetzt ist die Frage, ob das unbedingt junge Leute sein müssen, jetzt ist die Frage, wo man die Grenze setzt. Niemand hier im Hohen Haus – weder der Herr Dolinschek, der das beantragt hat, und schon gar nicht die Frau Wurm oder die Frau Gatterer – setzt die Bedeutung eines Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetzes herab. Es bedarf also offensichtlich auch dieser für Sie oder für viele von Ihnen exotischen Berufe. Für die, die in diesen Berufen arbeiten, sind sie gar nicht so exotisch. Die finden sie ganz normal und haben sie teilweise auch deswegen gewählt, weil sie eben nicht im kollektiven Trott der Gesellschaft leben wollen, weil sie einfach Schifahren am Montag, wenn die Pisten nicht überfüllt sind, schöner finden als am Sonntag, weil sie eben keine Herdentiere sind, die im Krapfenwaldl am Sonntag gemeinsam Wasser stampfen, sondern die ganz gerne am Dienstag baden gehen, die nicht wie die Wahnsinnigen am Montag noch geschwind etwas einkaufen rennen, weil die Ladenöffnungszeiten uns das Einkaufen verbieten. (Abg. Tichy-Schreder: Das ist der nächste Tagesordnungspunkt!) Nein! Die sagen: Ich habe einen anderen Lebensrhythmus. Ich gehe am Dienstag vormittag einkaufen, wenn die Verkäuferinnen Zeit haben und auch noch Freundlichkeit herrscht.
lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Sie fragen, warum soll ein Jugendlicher, wenn er länger arbeiten will, nicht länger arbeiten dürfen, wenn er dafür später aufstehen kann und will. – Wenn er das will, wird das auch kein Problem sein, sogar wenn die gesetzliche Regelung (lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen) – aber lassen Sie mich doch ausreden! –, sogar wenn die gesetzliche Regelung anders wäre. Es gibt ein Sprichwort: Wo kein Kläger, da kein Richter. Ich denke, in vielen Fällen wird sich das auch so regeln lassen. (Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie fragen, warum soll ein Jugendlicher, wenn er länger arbeiten will, nicht länger arbeiten dürfen, wenn er dafür später aufstehen kann und will. – Wenn er das will, wird das auch kein Problem sein, sogar wenn die gesetzliche Regelung (lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen) – aber lassen Sie mich doch ausreden! –, sogar wenn die gesetzliche Regelung anders wäre. Es gibt ein Sprichwort: Wo kein Kläger, da kein Richter. Ich denke, in vielen Fällen wird sich das auch so regeln lassen. (Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf: Geh, da kennst du andere als ich!
Das zweite: Ich denke, Sie müssen schon auch sehen – ich habe sehr viel mit jungen Menschen gearbeitet –, daß es Rechte von Jugendlichen gibt, die auch wahrgenommen werden müssen, und ich würde meinen, der Wunsch des Jugendlichen, im Sommer am Abend bis 23 oder 24 Uhr arbeiten zu wollen, wird sich in der Regel in Grenzen halten. (Ruf: Geh, da kennst du andere als ich!) Das ist keine Hypothese, soweit kenne ich Jugendliche auch.
Ruf: Warum haben Sie sich dann zu Wort gemeldet?
Aber worum geht es? – Es geht um einen Antrag, in dem versucht wird, wegen der Sommerzeit die Nachtruhe, die Ruhezeit um eine Stunde zu verschieben. Ich muß Ihnen sagen, diese Aufregung und dieses Problem sind es eigentlich nicht wert, darüber eine Debatte abzuführen. (Ruf: Warum haben Sie sich dann zu Wort gemeldet?)
Beifall bei den Grünen.
Kollege Wabl hat mich darauf aufmerksam gemacht, daß es ohnehin ein Problem mit der Sommerzeit gibt, und zwar nicht nur bei den Menschen, sondern auch bei den Viechern, weil sich die nicht an die Umstellung gewöhnen. Und natürlich gibt es auch bei den Menschen das Problem der biologischen Umstellung. Bevor Sie daher aufgrund dieser einen Stunde lange ideologische Debatten abführen, die sozusagen den Lehrlings- und den Jugendschutz prinzipiell über Bord werfen wollen oder auch nicht, würde ich Ihnen empfehlen: Schaffen wir doch lieber die Sommerzeit ab, dann sparen wir uns das Problem! Sie bringt uns ohnehin nicht viel. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Zum Beispiel bei den Werkverträgen!
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! An Herrn Kollegen Öllinger gerichtet: Wir Freiheitlichen sind schon der Meinung, daß Gesetze dazu da sind, daß man sie einhält und daß sie auch einhaltbar sind, daß sie so gemacht werden, daß sie praktikabel sind. Das unterscheidet uns natürlich gewaltig von der grünen Einstellung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Zum Beispiel bei den Werkverträgen!) Ich bemühe mich aber, bei diesem Problem sachlich zu bleiben.
Abg. Dr. Mertel: Das war auch Klassenkampf!
Andererseits ist es schon so, daß diese Regelung mehr dem Erfordernis nach dem tatsächlichen Bedarf der Arbeitsleistung, vor allem in der Gastronomie, entsprechen würde. Und jetzt sind wir beim Thema, das ja auch in den vorhergehenden Wortmeldungen angeschnitten wurde. Von Ihnen ist Klassenkampf pur betrieben worden, vom Herrn Abgeordneten Peter ist jedoch in sehr eindringlicher und ausführlicher Weise versucht worden, auf die Problematik im Bereich der Beschäftigung von Jugendlichen im Tourismusgewerbe einzugehen. (Abg. Dr. Mertel: Das war auch Klassenkampf!) Ich aber glaube, es ist vor allem auch ein legales Recht des Unternehmers, des Lehrherrn, Lehrlinge dann einsetzen zu wollen, wenn die Arbeit anfällt. Es soll ja bitte wirklich nicht so sein, daß er nur dazu da ist, Lehrlinge heranzubilden, also die Ausbildungsleistung zu erbringen, denn dann ist das derzeitige System, so wie es sich jetzt darstellt, noch viel ungerechter.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es wurde auch schon auf die beginnende Jugendarbeitslosigkeit hier in Österreich hingewiesen. Die dramatische Entwicklung steht vor unserer Tür, das brauche ich nicht zu beweisen. Daß es nicht nur die Gründe sind, die ich heute genannt habe, ist erwiesen, aber unter anderem auch diese. Ich glaube daher, die Koalition wäre wirklich gut beraten, zumindest in so kleinen Punkten zu signalisieren, daß sie flexibel ist. Es ist ein Erfordernis der heutigen Zeit. Wenn Sie dazu nicht fähig sind, dann – da möchte ich meinen Kollegen Dolinschek wiederholen – braucht es einen nicht zu wundern, wenn es in Österreich mit der Wirtschaft immer mehr bergab geht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Tichy-Schreder: Ja!
Ein Malerlehrling darf nicht aufs Gerüst; das hat die Kollegin schon angeführt. Jetzt hat mich ein Malermeister erst kürzlich gefragt, ob er Engerl mit Flügerln einstellen muß, die bei einer Fassade hinauffliegen. (Abg. Tichy-Schreder: Ja!)
Abg. Haigermoser: Arbeitsplatzvernichtend!
Frau Wurm! Wirtschaftsfreundlich sind diese Bestimmungen nicht. (Abg. Haigermoser: Arbeitsplatzvernichtend!)
Abg. Haigermoser: Aber die Abgeordneten wissen das nicht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Wirtschaft ändert sich täglich. Daraus ergeben sich auch Aufgaben für den Gesetzgeber. (Abg. Haigermoser: Aber die Abgeordneten wissen das nicht!) Wir müssen praxisfremde Vorschriften so anpassen, daß man den Betrieben die Ausbildung wieder ermöglicht und daß der Unternehmer nicht ständig Angst vor dem Arbeitsinspektor haben muß.
Abg. Haigermoser: Mitspielen darf er nicht!
Grundsätzlich hinterfragen sollten wir meiner Meinung nach, wenn wir das Problem diskutieren, den Anwendungsbereich des Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetzes. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, daß sich die Gesellschaft in den letzten 40 Jahren verändert hat. Ein 18jähriger wird heute grundsätzlich als Erwachsener betrachtet. Er darf Auto fahren, er darf wählen, er darf zum Bundesheer, ja er darf, wie wir gestern gehört haben, seinen eigenen Pornofilm kaufen (Abg. Haigermoser: Mitspielen darf er nicht!) , und er darf selbst für seine Alimente aufkommen, nur arbeiten darf er nicht wie ein Erwachsener, das heißt, er darf schon – vorausgesetzt er ist kein Lehrling. Auch diese Bestimmung stößt auf Unverständnis bei Betrieben und Beschäftigten, und man tut auch den jungen Leuten nichts Gutes damit. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. – Abg. Haigermoser: Das müßt ihr ändern! Ihr seid in der Regierung! – Abg. Dr. Khol macht eine Geste in Richtung SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. – Abg. Haigermoser: Das müßt ihr ändern! Ihr seid in der Regierung! – Abg. Dr. Khol macht eine Geste in Richtung SPÖ.
Grundsätzlich hinterfragen sollten wir meiner Meinung nach, wenn wir das Problem diskutieren, den Anwendungsbereich des Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetzes. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, daß sich die Gesellschaft in den letzten 40 Jahren verändert hat. Ein 18jähriger wird heute grundsätzlich als Erwachsener betrachtet. Er darf Auto fahren, er darf wählen, er darf zum Bundesheer, ja er darf, wie wir gestern gehört haben, seinen eigenen Pornofilm kaufen (Abg. Haigermoser: Mitspielen darf er nicht!) , und er darf selbst für seine Alimente aufkommen, nur arbeiten darf er nicht wie ein Erwachsener, das heißt, er darf schon – vorausgesetzt er ist kein Lehrling. Auch diese Bestimmung stößt auf Unverständnis bei Betrieben und Beschäftigten, und man tut auch den jungen Leuten nichts Gutes damit. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. – Abg. Haigermoser: Das müßt ihr ändern! Ihr seid in der Regierung! – Abg. Dr. Khol macht eine Geste in Richtung SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Trinkl, du kannst das gleich beweisen!
Wir sollten den Mut haben, auf solche gesellschaftlichen Veränderungen einzugehen. Im übrigen entspricht das auch voll der EU Richtlinie. (Abg. Haigermoser: Trinkl, du kannst das gleich beweisen!) Wir werden das beweisen, wir werden uns sehr bemühen. (Abg. Haigermoser: Du kannst gleich deinen Mut beweisen und mit uns mitstimmen!) Nur, in der ersten Lesung stimmen wir nicht ab, Herr Kollege. (Abg. Haigermoser: Der Kollege Peter macht auch mit, und dann ...!) Dann sind wir zu dritt. Jawohl! (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Du zeigst Mut nur vor dem eigenen Spiegel!)
Abg. Haigermoser: Du kannst gleich deinen Mut beweisen und mit uns mitstimmen!
Wir sollten den Mut haben, auf solche gesellschaftlichen Veränderungen einzugehen. Im übrigen entspricht das auch voll der EU Richtlinie. (Abg. Haigermoser: Trinkl, du kannst das gleich beweisen!) Wir werden das beweisen, wir werden uns sehr bemühen. (Abg. Haigermoser: Du kannst gleich deinen Mut beweisen und mit uns mitstimmen!) Nur, in der ersten Lesung stimmen wir nicht ab, Herr Kollege. (Abg. Haigermoser: Der Kollege Peter macht auch mit, und dann ...!) Dann sind wir zu dritt. Jawohl! (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Du zeigst Mut nur vor dem eigenen Spiegel!)
Abg. Haigermoser: Der Kollege Peter macht auch mit, und dann ...!
Wir sollten den Mut haben, auf solche gesellschaftlichen Veränderungen einzugehen. Im übrigen entspricht das auch voll der EU Richtlinie. (Abg. Haigermoser: Trinkl, du kannst das gleich beweisen!) Wir werden das beweisen, wir werden uns sehr bemühen. (Abg. Haigermoser: Du kannst gleich deinen Mut beweisen und mit uns mitstimmen!) Nur, in der ersten Lesung stimmen wir nicht ab, Herr Kollege. (Abg. Haigermoser: Der Kollege Peter macht auch mit, und dann ...!) Dann sind wir zu dritt. Jawohl! (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Du zeigst Mut nur vor dem eigenen Spiegel!)
Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Du zeigst Mut nur vor dem eigenen Spiegel!
Wir sollten den Mut haben, auf solche gesellschaftlichen Veränderungen einzugehen. Im übrigen entspricht das auch voll der EU Richtlinie. (Abg. Haigermoser: Trinkl, du kannst das gleich beweisen!) Wir werden das beweisen, wir werden uns sehr bemühen. (Abg. Haigermoser: Du kannst gleich deinen Mut beweisen und mit uns mitstimmen!) Nur, in der ersten Lesung stimmen wir nicht ab, Herr Kollege. (Abg. Haigermoser: Der Kollege Peter macht auch mit, und dann ...!) Dann sind wir zu dritt. Jawohl! (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Du zeigst Mut nur vor dem eigenen Spiegel!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen einfach zur Kenntnis nehmen, daß die Anforderungen für die einzelnen Branchen unterschiedlich sind. Es ist ein Unterschied, ob jemand im Handel tätig ist oder in einem Industriebetrieb, in dem Schichtbetrieb herrscht. Flexibilität sollte kein Schlagwort sein, und ich bitte auch den Sozialpartner und auch den Koalitionspartner, hier ein wenig an Flexibilität zur Anwendung zu bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir die Betriebe bewegen wollen, wieder Lehrlinge aufzunehmen, dann müssen wir zeitgemäße Rahmenbedingungen geben. Ich bin der Meinung, wir sollten es tun. Im Interesse unserer Jugendlichen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Wie der Tausender der Frau Kollegin Ederer!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident Dr. Neisser! Meine Damen und Herren! Präsident Fischer hat gestern einen Preis ausgelobt, nämlich in der Sendung "ZiB 2". Er hat gesagt: Wer ein Mittel gegen die Gesetzesflut weiß, kriegt den Preis. – Bitte, ich bewerbe mich heute um diesen Preis. Ich bewerbe mich um diesen Preis, weil ich meine, daß ganz einfach in unseren Köpfen etwas stattfinden muß. (Abg. Dr. Graf: Wie der Tausender der Frau Kollegin Ederer!) Ich werde sehen, vielleicht gewinne ich ihn doch. Ich habe zwar wenig Hoffnung, aber ich werde es probieren.
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Kundenwünsche sind nicht regelbar. Wenn Sie Kundenwünsche regeln, verlieren Sie sie. Das muß die Politik einmal verstehen! (Beifall beim Liberalen Forum.) Wer sich Kundenwünschen verweigert – ich werde nicht müde, das immer wieder hier zu wiederholen –, wird weniger Umsatz, weniger Wertschöpfung und weniger Beschäftigung haben. Das ist das eherne Gesetz, unter dem wir heute nun einmal leben.
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist ein ganz ähnlicher Fall wie bei der Ladenschlußdebatte und beim Öffnungszeitengesetz: Reglementierungen verhindern auch da die Nutzung von Marktchancen, Bürokratisierung tötet die Privatinitiative, und Überreglementierungen hemmen die Kreativität. (Beifall beim Liberalen Forum.) Bitte, ja, Sie sind jetzt dran. (Abg. Dr. Schmidt: Das paßt gar nicht! Bei so etwas kann man ja nicht klatschen!)
Abg. Dr. Schmidt: Das paßt gar nicht! Bei so etwas kann man ja nicht klatschen!
Es ist ein ganz ähnlicher Fall wie bei der Ladenschlußdebatte und beim Öffnungszeitengesetz: Reglementierungen verhindern auch da die Nutzung von Marktchancen, Bürokratisierung tötet die Privatinitiative, und Überreglementierungen hemmen die Kreativität. (Beifall beim Liberalen Forum.) Bitte, ja, Sie sind jetzt dran. (Abg. Dr. Schmidt: Das paßt gar nicht! Bei so etwas kann man ja nicht klatschen!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Qualität, Frau Dr. Schmidt, hat nichts mit Befähigungsprüfung von gestern zu tun. Qualität, Frau Vizepräsidentin Tichy-Schreder, muß täglich neu bewiesen werden. Jede Qualifikation ist zu befürworten. Aber die Meisterprüfung dient dem Kunden und nicht der Befriedigung der Zunftbehörde. (Beifall beim Liberalen Forum.) Jetzt ist es richtig!
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Merken Sie nicht, daß wir mit dem, was wir reglementieren, total in die Irre laufen? Haben wir doch den Mut, Gewerbefreiheit zu gewähren und den Schutz von Mensch, Tier und Umwelt in den Vordergrund zu stellen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Graf: Was?
Meine Damen und Herren! Ich fordere das Hohe Haus allen Ernstes auf – vor allem die Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses –, einen Antrag, der seit 15. Jänner 1996 in Ihrem Ausschuß liegt, gnädige Frau (Abg. Dr. Graf: Was?), der von Ihnen dort geparkt und nicht behandelt wurde, endlich zu behandeln, einen Unterausschuß des Wirtschaftsausschusses für die Frage Gewerberecht einzusetzen und dieses Thema nicht totzuschweigen, sondern darüber zu reden. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Ich fordere das Hohe Haus allen Ernstes auf – vor allem die Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses –, einen Antrag, der seit 15. Jänner 1996 in Ihrem Ausschuß liegt, gnädige Frau (Abg. Dr. Graf: Was?), der von Ihnen dort geparkt und nicht behandelt wurde, endlich zu behandeln, einen Unterausschuß des Wirtschaftsausschusses für die Frage Gewerberecht einzusetzen und dieses Thema nicht totzuschweigen, sondern darüber zu reden. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Haigermoser: Dieser Antrag ist Käse, wie ich höre!
Darüber hinaus wird darauf hingewiesen – ich werde den Verdacht nicht los, da war ein Mann an einem Schreibtisch am Werke, der noch nie in einem Betrieb tätig war –: "Zu verweisen ist" – nämlich bei der Gruppe der Nahrungs- und Genußmittelgewerbe – "auf den Umstand, daß nahezu jeder Haushalt in Österreich imstande ist, Brot und Torten zu backen sowie Fleisch zu zerteilen. Auch das Mahlen von Getreide und das Herstellen von Käse wird durchaus erfolgreich im Haushalt praktiziert" – ich schaue es mir an bei ihm! –, "in großem Umfang betrieben ist aber für diese Gewerbe ein derartiger Kapitaleinsatz erforderlich, daß es dem gesunden Menschenverstand widerspräche ..." (Abg. Haigermoser: Dieser Antrag ist Käse, wie ich höre!)
Abg. Haigermoser: Danke!
Meine Damen und Herren des Liberalen Forums! Sie legen solch großen Wert auf das Wort, und "gesunder Menschenverstand" bin ich eher von den Freiheitlichen gewohnt und nicht vom Liberalen Forum (Abg. Haigermoser: Danke!) Diese Diktion findet sich nicht nur einmal hier, das möchte ich feststellen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Herzlichen Dank, Frau Präsidentin! Wir sind von der ÖVP diesen gesunden Menschenverstand nicht gewöhnt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Herzlichen Dank, Frau Präsidentin! Wir sind von der ÖVP diesen gesunden Menschenverstand nicht gewöhnt!
Meine Damen und Herren des Liberalen Forums! Sie legen solch großen Wert auf das Wort, und "gesunder Menschenverstand" bin ich eher von den Freiheitlichen gewohnt und nicht vom Liberalen Forum (Abg. Haigermoser: Danke!) Diese Diktion findet sich nicht nur einmal hier, das möchte ich feststellen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Herzlichen Dank, Frau Präsidentin! Wir sind von der ÖVP diesen gesunden Menschenverstand nicht gewöhnt!)
Abg. Mag. Stadler: Sind Sie auch Kommerzialrätin?
Herr Mag. Peter! Zu den Kommerzialräten: Sie wissen, das ist eine Eigenschaft der Österreicher, jeder bemüht sich um Titel, egal von welcher Fraktion. Wenn es noch keinen entsprechenden Titel gibt, wird einer erfunden. (Abg. Mag. Stadler: Sind Sie auch Kommerzialrätin?)
Abg. Mag. Peter: Das ist der Effekt des Ladenschlusses!
Es geht darum, daß die Kunden selbstverständlich die Möglichkeit haben sollen, einzukaufen, ein erweitertes Angebot anzunehmen, aber es gibt darüber hinaus noch etwas anderes: Wir sprechen oft davon und weisen immer wieder auf die Bedeutung der Nahversorgung hin. Wenn Sie die Öffnungszeiten völlig liberalisieren – es kann jeder offenhalten, solang er will, rund um die Uhr, er kann es sich selbst einteilen –, kommt es darauf an, wo es stattfindet. Wir haben heute schon festgestellt – wir sehen das in den Städten und in den Dörfern –, daß die Einkaufszentren, die im Umkreis von Städten sind, einen hohen Zuspruch der mobilen Bevölkerung haben, aber die älteren Menschen – Gott sei Dank werden wir in Österreich älter – finden weniger Einkaufsmöglichkeiten vor, weil die Betriebe von den Stadtzentren, den Ortskernen abwandern. (Abg. Mag. Peter: Das ist der Effekt des Ladenschlusses!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte die Arbeitnehmervertreter, dafür zu sorgen, daß es nicht verschiedene Arten von Arbeitnehmern gibt, jene in den Großbetrieben, die sich selbst organisieren, und jene in den kleinen Betrieben, die kujoniert werden. Das müßten wir überlegen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schieder: Das ist er immer!
Herr Präsident! Ich ersuche unter Hinweis auf die Bestimmungen des § 74a Abs. 4, wonach das zuständige Mitglied – zuständig im Sinne dessen, was im Dringlichen Antrag genannt ist – eine Erklärung abzugeben hat, und zwar vor Eingang in die Debatte eine entsprechende Stellungnahme zum Gegenstand – hierüber muß der Nationalrat nicht eigens befinden, es ist ein gesetzlicher Imperativ –, daß zumindest der Herr Außenminister bei der Debatte anwesend ist, weil er aufgrund des Bundesministeriengesetzes in zwei Antragspunkten unmißverständlich als Adressat aufscheint, und daß der Herr Bundeskanzler klarlegt, ob er für die restlichen Punkte dieses Dringlichen Antrages einen entsprechenden Beschluß der Bundesregierung hat und berechtigt ist, für die gesamte Bundesregierung in diesen inhaltlichen Fragen Stellung zu beziehen. (Abg. Schieder: Das ist er immer!) Das ist nicht klar, Herr Kollege Schieder, denn aus dem Bundesministeriengesetz ergibt sich dies nicht eindeutig. (Abg. Schieder: Seien wir froh, daß Sie nicht die gesamte Bundesregierung verlangen!)
Abg. Schieder: Seien wir froh, daß Sie nicht die gesamte Bundesregierung verlangen!
Herr Präsident! Ich ersuche unter Hinweis auf die Bestimmungen des § 74a Abs. 4, wonach das zuständige Mitglied – zuständig im Sinne dessen, was im Dringlichen Antrag genannt ist – eine Erklärung abzugeben hat, und zwar vor Eingang in die Debatte eine entsprechende Stellungnahme zum Gegenstand – hierüber muß der Nationalrat nicht eigens befinden, es ist ein gesetzlicher Imperativ –, daß zumindest der Herr Außenminister bei der Debatte anwesend ist, weil er aufgrund des Bundesministeriengesetzes in zwei Antragspunkten unmißverständlich als Adressat aufscheint, und daß der Herr Bundeskanzler klarlegt, ob er für die restlichen Punkte dieses Dringlichen Antrages einen entsprechenden Beschluß der Bundesregierung hat und berechtigt ist, für die gesamte Bundesregierung in diesen inhaltlichen Fragen Stellung zu beziehen. (Abg. Schieder: Das ist er immer!) Das ist nicht klar, Herr Kollege Schieder, denn aus dem Bundesministeriengesetz ergibt sich dies nicht eindeutig. (Abg. Schieder: Seien wir froh, daß Sie nicht die gesamte Bundesregierung verlangen!)
Beifall bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.
Ich möchte mich zunächst entschuldigen: Ich habe durch einen Irrtum nur die Klubobmänner zu mir gebeten, aber freundlicherweise sind die Klubobfrauen von selbst gekommen. Ich bitte um Nachsicht für dieses Versehen. (Beifall bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.)
Widerspruch bei der ÖVP.
Nur weil der Herr Außenminister derzeit Herrn Primakow zu Gast hat und uns nicht die Gnade erweist, im Parlament zu erscheinen, wird meine Fraktion diese Rechtsbeugung nicht akzeptieren. (Widerspruch bei der ÖVP.) Wenn diese Rechtsbeugung stattfindet, wird meine Fraktion nur noch durch ein Mitglied vertreten sein. Wir werden an dieser Rechtsbeugung nicht mitwirken.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich erteile der Frau Abgeordneten Dr. Petrovic als erster Rednerin und als Antragstellerin das Wort. Ihre Redezeit beträgt 20 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete, Sie sind am Wort. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Bitte, keine weitere Diskussion mehr zu diesem Thema. – Frau Abgeordnete, bitte beginnen Sie.
Nach heftigen Zwischenrufen verlassen die Freiheitlichen – bis auf Abgeordneten Scheibner – den Sitzungssaal.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! (Nach heftigen Zwischenrufen verlassen die Freiheitlichen – bis auf Abgeordneten Scheibner – den Sitzungssaal.)
Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ und beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): In der Geschäftsordnungsfrage zu diesem ersten Dringlichen Antrag, den die grüne Fraktion einbringt, sind wir in der Tat davon ausgegangen, daß der Bundeskanzler diese tatsächlich die Bundesregierung betreffenden Fragen beantworten wird. An die Adresse der Freiheitlichen gerichtet meine ich, daß es doch auffällt, daß sie jetzt offenbar davon ausgehen, daß diese neue Geschäftsordnung sehr viele weitere Möglichkeiten gegenüber der alten Geschäftsordnung beinhaltet. Umso bedauerlicher ist es, daß sie bei der Beschlußfassung nicht zugestimmt haben. (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ und beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Einen solchen Bericht zur Kenntnis zu nehmen, zu wissen, es gibt diesen Bericht, er ist durch den zuständigen europäischen Ausschuß gegangen, und hier kein klares Votum im Namen der Bundesregierung abzugeben, das, Herr Bundeskanzler, ist die größte Verunsicherungspolitik, die von dieser Bundesregierung wohl ausgehen kann. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Es gibt eine einzige Option, diese berechtigten Befürchtungen der österreichischen Bevölkerung ein für allemal zu zerstreuen, das ist nämlich, sich für den Dringlichen Antrag der Grünen auszusprechen und klarzustellen, daß jede Revision der Maastrichter Verträge, jede Annäherung an WEU oder NATO, geschweige denn die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Sicherheit nicht ohne das Votum der österreichischen Bevölkerung stattfinden wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Wie gesagt: Es ist hoch an der Zeit – und heute ist die letzte Gelegenheit vor der wichtigsten EU-Entscheidung –, daß Sie klarmachen, daß niemand in dieser Bundesregierung, niemand in diesem Haus die österreichische Neutralität gefährden kann, ohne daß die österreichische Bevölkerung darüber informiert und in einem zweiten Referendum dazu befragt wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich meine, an dem Umstand, daß wir auch in Zukunft an keinen Kriegen teilnehmen wollen, daß wir keine fremden Truppen in unserem Land stationieren wollen, daß wir an keinem Militärbündnis teilnehmen wollen, hat sich überhaupt nichts geändert. Ich bin froh, muß ich Ihnen sagen, daß das Selbstverständnis der Österreicherinnen und Österreicher von ihrem Land, von ihrem Status, von ihrer Rolle im internationalen System so gefestigt ist, daß sie weder das künstliche Aufrechterhalten einer Neutralitätsdiskussion noch das Infragestellen der österreichischen Nation erschüttern kann. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es scheint mir auch einmal mehr angebracht, gerade weil ich Neutralität und Solidarität nicht als Gegensätze sehe, hier und heute angesichts dieser Debatte, die ich genau wie Sie für wichtig halte, den zigtausend Österreichern, die diese Solidarität als Mitglieder eines neutralen Staates geübt haben, den zigtausend Österreichern im Rahmen von UNO-Einheiten in den verschiedensten Teilen der Welt für ihren Einsatz zu danken, weil das ein typisches und klares Zeichen, ein Symbol ist, wie Neutralität und Solidarität zusammenpassen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt aber, wir drücken uns vor nichts, wir scheuen vor nichts zurück. Wir geben aber immer wieder darüber Rechenschaft, was unserer Sicherheit dient, und damit sind wir, meine ich, in der jüngeren österreichischen Geschichte doch sehr gut gefahren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Frage ist nur – und das muß halt jeder für sich selbst entscheiden –: Wie sinnvoll ist es, eine Diskussion beispielsweise über eine Mitgliedschaft in der NATO zu beginnen, wenn man weiß, daß diese NATO selbst erst am Beginn eines Diskussions- und Umwandlungsprozesses steht? – Ich meine, daß für Österreich daher derzeit weder aus sicherheitspolitischen noch aus allgemeinpolitischen Gründen ein Diskussionsbedarf über eine Mitgliedschaft in einem Militärbündnis besteht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Da aber weder der NATO-Beitritt noch sonst eine Mitgliedschaft zu einem Militärbündnis Teil der Regierungspolitik ist, erachte ich diese Frage als nicht aktuell, auch wenn ich das immer wieder wiederholen muß. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Arbeiten wir gemeinsam daran, daß wir hier nicht nur akademisch diskutieren, sondern daß wir der Bevölkerung durch klare und konkrete Handlungen, was die innere Sicherheit, die Zusammenarbeit mit anderen Ländern im sicherheitspolitischen Bereich betrifft, ein klares Bild geben, dann werden wir einen guten Beitrag zur Sicherheit in Österreich leisten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Der Redner weist auf die leeren Bänke der Freiheitlichen, die – bis auf Abg. Scheibner – den Saal verlassen haben.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Herr Bundeskanzler! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich möchte mich am Beginn meiner Ausführungen gleich den rechten Bankreihen zuwenden. (Der Redner weist auf die leeren Bänke der Freiheitlichen, die – bis auf Abg. Scheibner – den Saal verlassen haben.) Es ist nicht so, daß mir die Abgeordneten der Freiheitlichen besonders abgehen würden, es gibt parlamentarische Schmerzen, mit denen man leicht leben kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Herr Bundeskanzler! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich möchte mich am Beginn meiner Ausführungen gleich den rechten Bankreihen zuwenden. (Der Redner weist auf die leeren Bänke der Freiheitlichen, die – bis auf Abg. Scheibner – den Saal verlassen haben.) Es ist nicht so, daß mir die Abgeordneten der Freiheitlichen besonders abgehen würden, es gibt parlamentarische Schmerzen, mit denen man leicht leben kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wenn man sich diese Situation überlegt, dann gibt es nur eine Erklärung. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Es gibt nur eine Erklärung, sehr verehrter Herr Kollege, nämlich daß in den
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das ist schlicht und einfach der Versuch, der Diskussion zu entgehen. In meinen Augen ist das durchaus Feigheit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Das ist es ja!
Die vornehmste Kritik, die ich an dieser heutigen Initiative anbringen muß ist, daß es im Grunde genommen ein neuer Aufguß genau dessen ist, was Sie bereits vor dem Sommer im Nationalrat zur Diskussion gestellt haben, nämlich die Diskussion zu einer nicht bestehenden Frage aufzunehmen. Sie haben am 10. Juli 1996 dieselben Antworten bekommen wie heute. Sie differieren in keiner Weise. (Abg. Öllinger: Das ist es ja!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Österreich ist neutral und bleibt neutral. Alle gegenteiligen Behauptungen sind unrichtig. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Kier: Vor den Wahlen!
Beschäftigen wir uns daher ein bißchen mit der Indizienkette der Abgeordneten Petrovic. (Abg. Dr. Kier: Vor den Wahlen!) Sie haben von einem Tindemans-Bericht gesprochen, der Ihren Worten zufolge bereits den Ausschuß des Europäischen Parlamentes passiert haben soll. Hier ist er, Frau Kollegin. (Der Redner zeigt einen Bericht vor.) Selbst von Ihrem Platz aus ist die Überschrift unschwer zu lesen: "Entwurf eines Berichtes".
Beifall bei der SPÖ.
Zur Information: Wie lange Abänderungsanträge zu diesem Antrag eingebracht werden können, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht einmal fixiert. Aber trotzdem kann ich Ihnen heute schon eines sagen: Die sozialdemokratische und sozialistische Fraktion im Europäischen Parlament wird ihm nicht zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Kollegin Petrovic! Bitte bauen wir in einem Wahlkampf keine Popanze auf. Das, was Sie hier behaupten, das, was Sie hier feststellen, hat mit der Realität nichts zu tun. Es gibt den Herrn Tindemans, der Mitglied des Europäischen Parlamentes ist, aber es gibt keine Meinungsbildung auf Basis dieses Berichtes auf europäischer Ebene. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Scheich!
Meine Damen und Herren! Sie haben auch festgestellt, daß die Petersberger Aufgaben zu Kampfeinsätzen des österreichischen Bundesheeres im Ausland im Rahmen der NATO führen werden. Lassen Sie mich ganz pastoral und zurückhaltend sagen: "Fürchtet euch nicht!" Denn wir haben bereits in der letzten Debatte – der Herr Bundeskanzler hat das ausdrücklich gesagt – festgestellt, daß Österreich beim Eintritt in die Partnerschaft für den Frieden erklärt hat, nur soweit an dieser Partnerschaft teilnehmen zu wollen und zu können, soweit dies das Neutralitätsgesetz erlaubt. Aber darüber hinaus haben Sie Aussagen vom Botschafter Scheuch zitiert als ein Indiz für Sie. (Abg. Dr. Khol: Scheich!)
Abg. Dr. Frischenschlager: Nicht mehr!
Meine Damen und Herren! Letztendlich zur Frage, ob die Neutralität derzeit aktuell ist. Ich bin – das möchte ich zugeben – nicht sonderlich glücklich mit der Anfragebeantwortung des Herrn Vizekanzlers. Denn die Antwort, daß die Neutralität derzeit nicht aktuell ist, ist mißverständlich. (Abg. Dr. Frischenschlager: Nicht mehr!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von der grünen Fraktion! Sie stellen dieselben Fragen, Sie bekommen dieselben Antworten. Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, daß es diesbezüglich eine hohe Kontinuität der Argumentation gibt. Österreich ist neutral, Österreich bleibt neutral. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dies würde den Eindruck vermitteln, als ginge es nur um das Wann und nicht um das Wie. Wir sind neutral mit allem Selbstbewußtsein. Wir werden es bleiben. Ich bitte Sie, die österreichische Bevölkerung in dieser Frage nicht zu verunsichern. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Schieder – zum Abg. Scheibner –: Das darfst du? Mußt du gar nicht den Stadler fragen?
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Scheibner gemeldet. Ich bitte, die Geschäftsordnung und die neue Redezeitbeschränkung von zwei Minuten zu beachten. (Abg. Schieder – zum Abg. Scheibner –: Das darfst du? Mußt du gar nicht den Stadler fragen?)
Zwischenruf des Abg. Schieder .
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Nach den Ausführungen des Kollegen Kostelka dürfte ich gar nicht da sein. (Zwischenruf des Abg. Schieder .)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Schieder! Der Herr Klubobmann Kostelka hat behauptet, daß sich meine Fraktion aus Angst vor dem Wahltermin dieser Diskussion entzieht und deshalb aus diesem Sitzungssaal ausgezogen ist. Das ist unrichtig. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Reitsamer: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Zum zweiten hat Herr Klubobmann Kostelka behauptet, es gäbe Meinungsumfragen, wonach 60 Prozent der Österreicher gegen einen NATO-Beitritt eingestellt sind. (Abg. Reitsamer: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) Das ist wohl eine tatsächliche Berichtigung, weil ich berichtige tatsächlich, daß das unrichtig ist. (Rufe bei der SPÖ: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Rufe bei der SPÖ: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Zum zweiten hat Herr Klubobmann Kostelka behauptet, es gäbe Meinungsumfragen, wonach 60 Prozent der Österreicher gegen einen NATO-Beitritt eingestellt sind. (Abg. Reitsamer: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) Das ist wohl eine tatsächliche Berichtigung, weil ich berichtige tatsächlich, daß das unrichtig ist. (Rufe bei der SPÖ: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Schieder: Nein!
Wenn man nämlich dem Herrn Bundeskanzler heute aufmerksam zugehört hat, hat man feststellen können, daß er gegen Schluß seiner Rede in Erwägung gezogen hat, daß doch irgendwann einmal die Frage eines Beitrittes zu einem Militärbündnis auftauchen könnte. (Abg. Schieder: Nein!)
Abg. Schieder: Das ist unwahr, Frau Kollegin!
Aus seiner Anfragebeantwortung, aus der Anfragebeantwortung des Herrn Außenministers, des Herrn Verteidigungsministers wissen wir (Abg. Schieder: Das ist unwahr, Frau Kollegin!) , daß diese Erwägung möglicherweise, oder, wie Sie sagen, nicht möglicherweise, Anfang 1998 aktuell sein wird.
Zwischenruf des Abg. Schieder . – Abg. Scheibner: Warum schreien Sie denn so?
Herr Bundeskanzler! Der Tindemans-Report ist nicht irgend etwas. Herr Klubobmann Kostelka, Sie sollten es eigentlich wissen beziehungsweise den Ablauf der Beschlüsse im Europäischen Parlament nicht falsch darstellen: Ein Entwurf eines Ausschußberichtes ist ein Entwurf, bis er im Plenum verabschiedet worden ist. Das heißt, ist er in einem Ausschuß diskutiert, dann kommt er ins Plenum – aber bis dahin ist er der Entwurf eines Berichtes. Und aus diesem Entwurf eines Berichtes hat meine Kollegin zitiert. (Zwischenruf des Abg. Schieder . – Abg. Scheibner: Warum schreien Sie denn so?)
Beifall bei den Grünen
Herr Bundeskanzler! Herr Tindemans ist nicht irgend jemand. Der Bericht ist nicht so schlecht; er sagt die Wahrheit – nur Sie sagen in Österreich nicht die Wahrheit. In diesem Bericht steht genau das, was es wirklich ist (Beifall bei den Grünen ), genau das, was die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik ist und welche Konsequenzen sie hat. Nur Sie tun immer so, als würde das nicht existieren. (Zwischenruf des Abg. Schieder .)
Zwischenruf des Abg. Schieder .
Herr Bundeskanzler! Herr Tindemans ist nicht irgend jemand. Der Bericht ist nicht so schlecht; er sagt die Wahrheit – nur Sie sagen in Österreich nicht die Wahrheit. In diesem Bericht steht genau das, was es wirklich ist (Beifall bei den Grünen ), genau das, was die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik ist und welche Konsequenzen sie hat. Nur Sie tun immer so, als würde das nicht existieren. (Zwischenruf des Abg. Schieder .)
Beifall bei den Grünen.
Die österreichische Bevölkerung hat das Recht, zu erfahren, was am 13. Oktober mit zur Abstimmung steht. Geben Sie doch diese Aufklärung! Stimmen Sie doch dem zu, daß jede Änderung des Maastricht-Vertrages, eine Änderung, die einen Beitritt zu einem Militärbündnis in Betracht zieht, einer Volksabstimmung zuzuführen ist! (Beifall bei den Grünen. )
Beifall bei den Grünen
Da unsere Soldaten heuer im Sommer in Amerika – zu ihrer eigenen Verwunderung – keine Friedenseinsätze, sondern Kampfeinsätze gegen die Bevölkerung geübt haben, so nach dem Motto "Zuerst schießen und nicht lange fragen", frage ich Sie: Gegen die Bürger welchen Staates werden denn unsere Soldaten da einmal eingesetzt? – Die NATO ist keine Friedenswerkstatt! – und das steht im krassen Widerspruch zu unserer Verfassung. (Beifall bei den Grünen )
Abg. Wabl: Nein, das tun wir nicht!
Daher: Bitte verstehen Sie mich nicht absichtlich miß. (Abg. Wabl: Nein, das tun wir nicht!) Wir verstehen einander diesbezüglich sehr gut, und daher bitte ich, das nicht als gegensätzliche und diskrepante Auffassung zu früher geäußerten Meinungen zu interpretieren.
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin bei meiner Meinung geblieben und keine andere habe ich Ihnen heute gesagt. Und bin froh, daß Sie ihr zustimmen. (Beifall bei der SPÖ. )
Beifall des Abg. Wabl .
Zu Punkt 5 möchte ich – ähnlich wie mein Vorredner – sagen: Die Frage, die Sie da implizieren, nämlich die Aufgabe der immerwährenden Neutralität, steht in keiner Weise zur Debatte. (Beifall des Abg. Wabl .) Ich habe es bereits gestern bereits gesagt: Wir halten an der immerwährenden Neutralität fest. Daher ist die Frage einer diesbezüglichen Volksabstimmung in keiner Weise aktuell. Würde man zu dieser Frage Stellung beziehen, dann würde man eine Schlußfolgerung ermöglichen, die nicht notwendig ist.
Zwischenruf des Abg. Dr. Frischenschlager.
Ich bleibe dabei, daß also diese Funktion wichtig ist und daß wir Österreicher in dieser Qualität für unsere Partner in Europa eine wichtige Rolle spielen können. (Zwischenruf des Abg. Dr. Frischenschlager. ) Das Vertrauen, das wir uns erworben haben, das Vertrauen, das wir am dritten Ort haben – bereisen Sie einmal den Nahen Osten, Sie werden feststellen, welches Vertrauen sich Österreich dort erworben hat –, und das können wir als Kapital in unsere Partnerschaft in der Europäischen Union einbringen. Konstruieren Sie doch bitte nicht immer diesen Gegensatz zwischen Solidarität und Neutralität, sondern konstruieren Sie so, wie es Sinn macht, wie es nützlich ist für den Frieden im Lande. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bleibe dabei, daß also diese Funktion wichtig ist und daß wir Österreicher in dieser Qualität für unsere Partner in Europa eine wichtige Rolle spielen können. (Zwischenruf des Abg. Dr. Frischenschlager. ) Das Vertrauen, das wir uns erworben haben, das Vertrauen, das wir am dritten Ort haben – bereisen Sie einmal den Nahen Osten, Sie werden feststellen, welches Vertrauen sich Österreich dort erworben hat –, und das können wir als Kapital in unsere Partnerschaft in der Europäischen Union einbringen. Konstruieren Sie doch bitte nicht immer diesen Gegensatz zwischen Solidarität und Neutralität, sondern konstruieren Sie so, wie es Sinn macht, wie es nützlich ist für den Frieden im Lande. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Wissen Sie es?
Abgeordneter Rudolf Anschober (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Klubobmann Dr. Khol, Sie erzählen uns auch wieder gebetsmühlenartig, aber erst seit den letzten Tagen, daß Sie nicht wissen, was 1998 herauskommen wird. (Abg. Dr. Khol: Wissen Sie es?) Interessant ist, daß Sie das in den letzten Tagen nicht mehr wissen, aber Ihre Spitzenkandidatin für die EU-Wahlen weiß es ganz genau. Auch Ihr Verteidigungsminister weiß es ganz genau. Da wird im Verteidigungsausschuß präzise und klar ausgedrückt, was seiner Ansicht nach und nach Ansicht der ÖVP sicherheitspolitisch nach 1998 der richtige Weg ist, nämlich die Annäherung an die NATO und der Beitritt zur NATO. – Also dieses Unwissen bei Dr. Khol und der ÖVP, das so plötzlich wenige Tage vor den Europawahlen ausgebrochen ist, scheint mir wenig glaubwürdig zu sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Rudolf Anschober (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Klubobmann Dr. Khol, Sie erzählen uns auch wieder gebetsmühlenartig, aber erst seit den letzten Tagen, daß Sie nicht wissen, was 1998 herauskommen wird. (Abg. Dr. Khol: Wissen Sie es?) Interessant ist, daß Sie das in den letzten Tagen nicht mehr wissen, aber Ihre Spitzenkandidatin für die EU-Wahlen weiß es ganz genau. Auch Ihr Verteidigungsminister weiß es ganz genau. Da wird im Verteidigungsausschuß präzise und klar ausgedrückt, was seiner Ansicht nach und nach Ansicht der ÖVP sicherheitspolitisch nach 1998 der richtige Weg ist, nämlich die Annäherung an die NATO und der Beitritt zur NATO. – Also dieses Unwissen bei Dr. Khol und der ÖVP, das so plötzlich wenige Tage vor den Europawahlen ausgebrochen ist, scheint mir wenig glaubwürdig zu sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Man sollte sich genau überlegen, was das bedeutet, was das an Risikopotential bedeutet, was das für die Sicherheit der Bevölkerung bedeutet. Da bedarf es klarer Worte und endlich einmal einer Beendigung dieses Slalomkurses, der hier laufend praktiziert wird, der auch vom Bundeskanzler ganz im Gegensatz zu seinem positiven schriftlichen Redeentwurf heute wieder praktiziert wurde. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch etwas, meine Damen und Herren: Sie haben doch auch bei der Volksabstimmung betreffend den EU-Beitritt im Jahr 1994 kritisiert, daß man vor dem Vorliegen des Verhandlungsergebnisses die Bevölkerung gefragt hat, daß sich also die Bundesregierung quasi einen Persilschein hat ausstellen lassen für die Verhandlungen des EU-Beitritts. Und genau dies, nämlich vor dem Vorliegen des Verhandlungsergebnisses, haben Sie jetzt wieder in diesem Antrag drinnen. Das ist doch wirklich widersinnig und unsinnig und kann doch nicht Ihr Ernst sein, meine Damen und Herren! Wenn man die Bevölkerung ehrlich über die Zukunft der österreichischen Sicherheitspolitik fragen möchte, dann muß man doch das Paket auf den Tisch legen. Es kann dies doch nur so erfolgen, daß man zuerst verhandelt, zuerst in die Verhandlungen eintritt und danach das Verhandlungsergebnis einer Volksabstimmung unterzieht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was ist das für ein Ton?
Meine Damen und Herren! Noch einige Worte zu Klubobmann Kostelka. Er hat uns ja Feigheit vorgeworfen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was ist das für ein Ton?) Abgesehen davon, daß ich diesen Ausdruck zurückweise, muß ich sagen, daß dieser Vorwurf in Wahrheit nicht schwer wiegt, weil er von jemandem kommt, dem man zumindest Unredlichkeit, Unehrlichkeit und Inkompetenz in dieser Frage vorwerfen kann. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka .)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka .
Meine Damen und Herren! Noch einige Worte zu Klubobmann Kostelka. Er hat uns ja Feigheit vorgeworfen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was ist das für ein Ton?) Abgesehen davon, daß ich diesen Ausdruck zurückweise, muß ich sagen, daß dieser Vorwurf in Wahrheit nicht schwer wiegt, weil er von jemandem kommt, dem man zumindest Unredlichkeit, Unehrlichkeit und Inkompetenz in dieser Frage vorwerfen kann. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka .)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Herr Kollege Kostelka! Von Ihnen brauchen wir uns keine Vorwürfe in der Sicherheitspolitik gefallen zu lassen, von jemandem, der ernsthaft gemeint hat, das österreichische Bundesheer brauche keine Abfangjäger, man solle doch mit Radarstrahlen und Lenkwaffen unseren Luftraum absichern. Das ist entweder im Sinne von Raumschiff Enterprise, oder Sie sind der Meinung, jedes Flugzeug, das unseren Luftraum verletzt, soll gleich abgeschossen werden. Das sind Ihre sicherheitspolitischen Ideen. – Na, schönen Dank, Herr Kostelka! (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Nein, Schatzkammer!
Aber auch die Volkspartei kann man nicht ganz aus der Verantwortung entlassen. Wenn Sie, Herr Klubobmann Khol, heute hier wieder einmal festhalten: An der Neutralität wird nicht gerüttelt, und zwar auch in Zukunft nicht!, dann frage ich Sie – und ich will jetzt nicht noch einmal diese Geschichte mit dem König von Jerusalem von heute vormittag zitieren, also das Konzept der Neutralität Ihres Verteidigungsministers –: Waren es nicht Sie, der gemeint hat, die Neutralität gehöre in Wahrheit in die Mottenkiste? (Abg. Dr. Khol: Nein, Schatzkammer!) Oder in die Schatzkammer, Herr Kollege Khol. Also wie ist das jetzt: Holen wir sie wieder heraus aus der
Abg. Dr. Khol: Das hat der Bundeskanzler klargemacht!
Wie ist denn jetzt die Linie der Sicherheitspolitik in der Regierung? (Abg. Dr. Khol: Das hat der Bundeskanzler klargemacht!) Wie hat er das klargemacht? (Abg. Dr. Khol: Er hat dem Cap nicht recht gegeben!) Er hat ihm nicht recht gegeben. Aber zum Landeshauptmann Stix hat er nichts gesagt, und die Linie, die er heute vertreten hat, ist für mich auch nicht ganz klar, weil sie in sich widersprüchlich ist, meine Damen und Herren. Aber er hat uns einmal klar zur Kenntnis gebracht, warum diese Regierung an dieser Neutralität festhalten muß.
Abg. Dr. Khol: Er hat dem Cap nicht recht gegeben!
Wie ist denn jetzt die Linie der Sicherheitspolitik in der Regierung? (Abg. Dr. Khol: Das hat der Bundeskanzler klargemacht!) Wie hat er das klargemacht? (Abg. Dr. Khol: Er hat dem Cap nicht recht gegeben!) Er hat ihm nicht recht gegeben. Aber zum Landeshauptmann Stix hat er nichts gesagt, und die Linie, die er heute vertreten hat, ist für mich auch nicht ganz klar, weil sie in sich widersprüchlich ist, meine Damen und Herren. Aber er hat uns einmal klar zur Kenntnis gebracht, warum diese Regierung an dieser Neutralität festhalten muß.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Wie soll denn das funktionieren: einerseits neutral zu sein, das heißt, zu signalisieren, ich werde mich aus jedem Konflikt heraushalten, und auf der anderen Seite zu sagen, wir sind solidarisch mit jenen, die in ihrer Sicherheit bedroht sind? Das ist doch wirklich ein eklatanter Widerspruch, Herr Bundeskanzler. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Darüber sollte man, wenn Sie schon nicht in der Lage sind, eine Entscheidung zu treffen, die österreichische Bevölkerung abstimmen lassen. Verhandeln Sie einmal über die Bedingungen eines Beitritts, legen Sie auch die Konsequenzen eines Nichtbeitritts offen, und lassen Sie darüber die Österreicher abstimmen! Sie werden sehen, daß die Österreicher noch immer die vernünftigste Ansicht in der Sicherheitspolitik haben und gemeinsam mit den anderen Staaten den Weg einer demokratischen und sicheren Friedensordnung in Europa gehen wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Hans Helmut Moser (Liberales Forum): Ich möchte Kollegen Anschober tatsächlich berichtigen. Kollege Anschober hat erklärt, daß die Stationierung fremder Truppen beziehungsweise die Stationierung von Atomwaffen im Falle eines NATO-Beitritts eine Voraussetzung wäre. Das ist nicht richtig. Der Generalsekretär der NATO Solana hat bei der Parlamentarischen Versammlung der NATO in Athen im Mai dieses Jahres auf eine Anfrage eines polnischen Abgeordneten eindeutig und klar erklärt, daß eine Stationierung fremder Truppen und eine Stationierung von Atomwaffen auf dem Territorium von Beitrittsländern keine Voraussetzungen für einen NATO-Beitritt sind. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Ich werte es heute als einen politischen Erfolg der Grünen, daß Sie zumindest in Ihrem schriftlichen Manuskript klar und deutlich dazu Stellung bezogen haben; offensichtlich ist das die Meinung der ganzen Regierung. – Ich danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.
Es wird so getan, als ob die ÖVP oder auch die SPÖ vor dem 12. Juni 1994 nicht klipp und klar gesagt hätten: Wir gehen in die Europäische Union, und an der Neutralität ändert sich gar nichts! Ich würde gerne den Herrn Klubobmann Khol, da der Herr Außenminister nicht da ist, bitten, ein einziges Zitat aus dem Mund der ÖVP vor dem 12. Juni 1994 vorzulegen, das belegt, daß gesagt worden wäre, innerhalb der Europäischen Union gebe es keine Neutralität mehr. Das ist nicht einmal gesagt worden, sondern es wurde von beiden Regierungsparteien zum Ausdruck gebracht, es ändere sich an der Neutralität nichts. Und deshalb glaube ich, daß es eine Verhöhnung des Wählers ist, jetzt, zwei Jahre später, zu sagen, es wäre damals über Maastricht, über die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, über die Verteidigungspolitik abgestimmt worden. Das ist wirklich eine beschämende Vorgangsweise. (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich habe die Kandidatur von Herrn Habsburg auf Platz 2 nie verstanden. Jetzt wird es mir aber auf einmal klar: Der Anhänger der Monarchie, Herr Habsburg, kandidiert, er möchte die Kaiserkrone aktivieren, und Herr Khol hat gestern und heute die Neutralität wieder aus der Kaisergruft herausgeholt und aktualisiert. Jetzt verstehe ich endlich den tieferen Sinn der Kandidatur von Karl Habsburg. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Das Liberale Forum hat vor dem Referendum klar gesagt: Mit dem Beitritt zur Europäischen Union gibt es keine Neutralitätspolitik mehr! Auch die Grünen haben es gesagt. Wir hatten unterschiedliche Ausgangspunkte. Sie, weil Sie die Neutralität erhalten wollen, wir, weil wir meinen, eine gemeinsame Sicherheitspolitik ist ein sicherheitspolitischer Fortschritt. Aber die Regierung hat vor dem 12. November mit dem Postulat, an der Neutralität ändere sich nichts, die Bevölkerung hinters Licht geführt. (Beifall beim Liberalen Forum und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ist eine Illusion!
Wir meinen, die Westeuropäische Union solle in die Europäische Union integriert werden, und wir sollten diese Außen- und Sicherheitspolitik gemeinsam betreiben. Wir halten die Perspektive in Richtung NATO für nicht notwendig, da es uns darum geht, daß Europa sicherheits- und außenpolitisch handlungsfähig wird und nicht an den Interessen der NATO und an ihrer US-Abhängigkeit hängenbleiben sollte. (Abg. Scheibner: Das ist eine Illusion!) Das ist keine Illusion. Amerika hat eigene Interessen, das beweist es uns gerade in diesen Tagen, in denen Raketenangriffe aus Wahlkampfgründen stattfinden. Wir brauchen die europäische Handlungsfähigkeit. Wir brauchen auch eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur mit Rußland. Es gibt auf diesem Kontinent keine Sicherheit, wenn nicht mit Rußland – es gibt keine Sicherheit gegen Rußland. Auch das sollte uns klar sein. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir meinen, die Westeuropäische Union solle in die Europäische Union integriert werden, und wir sollten diese Außen- und Sicherheitspolitik gemeinsam betreiben. Wir halten die Perspektive in Richtung NATO für nicht notwendig, da es uns darum geht, daß Europa sicherheits- und außenpolitisch handlungsfähig wird und nicht an den Interessen der NATO und an ihrer US-Abhängigkeit hängenbleiben sollte. (Abg. Scheibner: Das ist eine Illusion!) Das ist keine Illusion. Amerika hat eigene Interessen, das beweist es uns gerade in diesen Tagen, in denen Raketenangriffe aus Wahlkampfgründen stattfinden. Wir brauchen die europäische Handlungsfähigkeit. Wir brauchen auch eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur mit Rußland. Es gibt auf diesem Kontinent keine Sicherheit, wenn nicht mit Rußland – es gibt keine Sicherheit gegen Rußland. Auch das sollte uns klar sein. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Rufe bei den Grünen: Quorum! Quorum!
Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Selbständigen Antrag 290/A (E) der Abgeordneten Dr. Petrovic und Genossen betreffend Abhaltung einer Volksabstimmung über die immerwährende Neutralität. (Rufe bei den Grünen: Quorum! Quorum!) Ja, das ist richtig, danke schön. (Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung!) – Bitte, Herr Abgeordneter.
Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung!
Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Selbständigen Antrag 290/A (E) der Abgeordneten Dr. Petrovic und Genossen betreffend Abhaltung einer Volksabstimmung über die immerwährende Neutralität. (Rufe bei den Grünen: Quorum! Quorum!) Ja, das ist richtig, danke schön. (Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung!) – Bitte, Herr Abgeordneter.
Beifall bei den Freiheitlichen.
In dieser Situation kann man sich ja wirklich ausrechnen, was geschieht, wenn der Innenminister ihnen die Wahlmöglichkeit gibt. Sie müssen ja gar nicht zurückgehen, sondern sie können auch dableiben. – Wir können damit rechnen, daß alle dableiben, wenn wir eine solche Wahlmöglichkeit einräumen. Und damit sind wir sicher nicht einverstanden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie haben nicht nur durch eine schlechte Wirtschaftspolitik Arbeitsplätze vernichtet, nicht nur durch das Sparpaket Arbeitsplätze vernichtet: Durch solche Aktionen tragen Sie noch zusätzlich zur Arbeitsplatzvernichtung bei! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich fordere Sie von der Österreichischen Volkspartei auf, sich endlich einmal in der Koalitionsregierung durchzusetzen. Herr Minister Schüssel hat seinerzeit gesagt, daß die Rückführung der bosnischen Flüchtlinge rasch begonnen werden soll. – Das war vor der Nationalratswahl. Bis jetzt hat man nichts davon gehört. Wenn das also nicht nur ein Wahlschlager der Österreichischen Volkspartei gewesen sein soll, dann versuchen Sie doch endlich, mit uns gemeinsam ein Programm zu erstellen, womit wir erreichen können, daß die bosnischen Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurückkehren, damit weitere Lasten für Österreich vermindert werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und Beifall der Abg. Mag. Stoisits.
Abgeordneter Robert Elmecker (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Frau Partik-Pablé hat gerade von einem "Wahlschlager" gesprochen. Es tut mir leid, daß die Freiheitlichen dieses Thema heute in dieser Form hier diskutieren wollen – offensichtlich auch wegen einer bevorstehenden Wahl. Ich glaube aber, das Schicksal der Flüchtlinge, Frau Kollegin Partik-Pablé, ist absolut nicht dazu geeignet, in den Wahlkampf hineingezogen zu werden. (Beifall bei der SPÖ und Beifall der Abg. Mag. Stoisits. )
Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber bei uns ist es der 31. August 1997!
Nun aber zum Anlaß, der die Freiheitlichen dazu bewogen hat, diese Anfragebesprechung zu beantragen. Auch in Deutschland gibt es die Diskussion, das ist richtig, ab 1. Oktober die Rückführungen zu beginnen. Aber Frau Kollegin Dr. Partik-Pablé, Sie haben nicht erwähnt, daß der deutsche Innenminister wohl den 1. Oktober genannt hat, aber gesagt hat, die einzelnen deutschen Bundesländer können die Rückführung sehr flexibel handhaben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber bei uns ist es der 31. August 1997!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: In Bayern!
Wir wissen von den deutschen Bundesländern, daß sie das natürlich sehr flexibel handhaben, mit Ausnahme von Berlin – in Berlin ist der Diskussionsstand offensichtlich ein anderer. (Abg. Dr. Partik-Pablé: In Bayern!) Ich nenne zum Beispiel Nordrhein-Westfalen, wo Innenminister Franz-Josef Kniola sagte, daß die Entwicklungen zeitlich zu entzehren wären. Wenn nämlich alle Länder wie Berlin vorgingen, müßte auf einmal eine große Zahl von Flüchtlingen nach Bosnien zurückkehren. Außerdem wäre Nordrhein-Westfalen nicht dafür, daß diese Aktion in den Winter hineingenommen wird. In derselben Weise ist auch in Brandenburg der Stand der Diskussion. Das heißt also, auch in Deutschland, wo übrigens die Zahl der Flüchtlinge eine wesentlich größere ist, nämlich 320 000, hat man diese Diskussion geführt. Wir sprechen uns dafür aus, auf Freiwilligkeit zu setzen, und diese Freiwilligkeit sollte auch entsprechend in Unterstützungsmaßnahmen dokumentiert werden.
Beifall bei der SPÖ.
Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte. Wir geben weder zu wenig noch zuviel aus. Wir geben für diese humane Tat gerade jenen Betrag aus, der erforderlich ist, und das sollte unserer Meinung nicht in den Wahlkampf hineingezogen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Zickzack-Linie! – Abg. Haigermoser: Ein Schlangenlinienkurs!
Worauf basiert unsere Linie? – Auf dem Koalitionsübereinkommen, Kollege Stadler, das SPÖ und ÖVP am 11. März 1996 abgeschlossen haben. (Abg. Mag. Stadler: Zickzack-Linie! – Abg. Haigermoser: Ein Schlangenlinienkurs!) In diesem Koalitionsübereinkommen steht klar und unmißverständlich im Kapitel Innere Sicherheit – ich habe es mir herausgesucht; ich habe ja geahnt, daß Sie uns eine Zickzacklinie unterstellen wollen – auf Seite 30 zum Kapitel bosnische Kriegsflüchtlinge, ich zitiere:
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Kollegin Partik-Pablé! Soviel zur Linie der ÖVP, einer Linie, die human ist, einer Linie, die konsequent ist, einer Linie, die im Dienste der Menschlichkeit mitgelebt werden kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Steigbügelhalter für Häupl!
Frau Kollegin Partik-Pablé! Es ist eine Schande, daß Sie wider besseres Wissen – denn ich nehme an, Sie wissen es besser – das als Munition für Ihren Wahlkampf in Wien benützen. Pfui, Frau Kollegin! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Steigbügelhalter für Häupl!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie nicht, Sie sind ja nicht bei den Menschen draußen!
Wenn Sie dann noch mit der Mitleidsmasche kommen und von 876 Millionen Schilling an Aufwendungen sprechen sowie davon, daß Ihnen die Österreicher zutragen, wie sehr sie darauf warten, daß diese Menschen, die bosnischen Kriegsflüchtlinge, endlich nach Hause nach Bosnien ziehen – da haben Sie offensichtlich so viele Rückmeldungen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie nicht, Sie sind ja nicht bei den Menschen draußen!) –, dann muß ich Ihnen sagen, Frau Kollegin Partik-Pablé: Ich halte mich von Zeit zu Zeit in Wien auf. Ich bin in den Bundesländern unterwegs. Aber ich habe noch niemanden getroffen, der zu mir gekommen wäre und gesagt hätte: Geh, Paul Kiss, sorge dafür, daß die bosnischen Kriegsflüchtlinge heimgehen! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Wenn es jemanden gibt, der das tut, dann deswegen, weil Sie Angst machen, weil Sie das fördern! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich nehme Sie mit!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie dann noch mit der Mitleidsmasche kommen und von 876 Millionen Schilling an Aufwendungen sprechen sowie davon, daß Ihnen die Österreicher zutragen, wie sehr sie darauf warten, daß diese Menschen, die bosnischen Kriegsflüchtlinge, endlich nach Hause nach Bosnien ziehen – da haben Sie offensichtlich so viele Rückmeldungen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie nicht, Sie sind ja nicht bei den Menschen draußen!) –, dann muß ich Ihnen sagen, Frau Kollegin Partik-Pablé: Ich halte mich von Zeit zu Zeit in Wien auf. Ich bin in den Bundesländern unterwegs. Aber ich habe noch niemanden getroffen, der zu mir gekommen wäre und gesagt hätte: Geh, Paul Kiss, sorge dafür, daß die bosnischen Kriegsflüchtlinge heimgehen! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Wenn es jemanden gibt, der das tut, dann deswegen, weil Sie Angst machen, weil Sie das fördern! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich nehme Sie mit!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich nehme Sie mit!
Wenn Sie dann noch mit der Mitleidsmasche kommen und von 876 Millionen Schilling an Aufwendungen sprechen sowie davon, daß Ihnen die Österreicher zutragen, wie sehr sie darauf warten, daß diese Menschen, die bosnischen Kriegsflüchtlinge, endlich nach Hause nach Bosnien ziehen – da haben Sie offensichtlich so viele Rückmeldungen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie nicht, Sie sind ja nicht bei den Menschen draußen!) –, dann muß ich Ihnen sagen, Frau Kollegin Partik-Pablé: Ich halte mich von Zeit zu Zeit in Wien auf. Ich bin in den Bundesländern unterwegs. Aber ich habe noch niemanden getroffen, der zu mir gekommen wäre und gesagt hätte: Geh, Paul Kiss, sorge dafür, daß die bosnischen Kriegsflüchtlinge heimgehen! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Wenn es jemanden gibt, der das tut, dann deswegen, weil Sie Angst machen, weil Sie das fördern! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich nehme Sie mit!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das interessiert euch nicht!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Da mir diese Anfragebeantwortung ja schon seit dem Zeitpunkt bekannt ist, als sie an alle Abgeordneten verteilt wurde, habe ich mich gefragt, was das Motiv ist, diese Anfrage heute immerhin zu einer kurzfristigen Erörterung auf die Tagesordnung zu setzen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das interessiert euch nicht!) Das interessiert uns schon sehr!
Abg. Mag. Stadler: Er verwechselt ja alles!
Ich muß diesbezüglich zu meinem Bedauern feststellen, daß sich die USA in Angelegenheiten der bosnischen Flüchtlinge bisher nicht wirklich engagiert haben. Also in dem Fall ist der Vergleich mit Chicago vielleicht kein ganz so hinkender, wie er es im übrigen sonst ist. (Abg. Mag. Stadler: Er verwechselt ja alles!)
Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher meine ich, wenn man eine Anfrageerörterung aus solchen Motiven auf die Tagesordnung setzt, dann setzt man das fort, was am gestrigen Plenartag begonnen und heute wieder fortgesetzt wurde: Man versucht, das Parlament zur Tribüne für Dinge zu machen, die nicht parlamentarische Beratung sind, sondern Vernaderung der anderen Parteien – und das ist schade. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Du hast das Wort "Hetze" vergessen! – Ruf bei der SPÖ: Geh, Bauer, schweig! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Was hast du gesagt? Ich soll mich schleichen, oder was? – Ruf bei der SPÖ: Nein, "schweig" hat er gesagt! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Wortmeldung: Frau Abgeordnete Stoisits. Ich erteile ihr das Wort. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Du hast das Wort "Hetze" vergessen! – Ruf bei der SPÖ: Geh, Bauer, schweig! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Was hast du gesagt? Ich soll mich schleichen, oder was? – Ruf bei der SPÖ: Nein, "schweig" hat er gesagt! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Müssen wir jetzt alle aufnehmen, die noch dort sind?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenige von Ihnen sind während dieses Krieges in Bosnien gewesen, und wahrscheinlich auch nicht nach dem Krieg. Ich war während des Krieges auch nicht im ehemaligen Bosnien-Herzegowina, das ja heute in dieser Form nicht mehr besteht. Nur das, was ich jetzt, fast ein Jahr nach Beendigung des Krieges und nach Abschluß des Vertrages von Dayton, gesehen habe, das kann mich nur zu dem Schluß führen, daß jeder, der jetzt von Rückführung spricht, überhaupt keine Ahnung von den Dingen hat, absolut keine Ahnung hat, was dort passiert ist in den letzten Jahren und was sich heute noch abspielt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Müssen wir jetzt alle aufnehmen, die noch dort sind?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Liebe Frau Dr. Partik-Pablé! Sie haben am allerwenigsten Ahnung. Ich glaube, Sie wissen nicht einmal, wo Bosnien-Herzegowina genau liegt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Sie haben ganz offensichtlich überhaupt keine Ahnung, denn sonst würden Sie nicht auf eine so unglaublich billige, nichtssagende Art und Weise dieses Problem (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das Herabsetzen von anderen, das ist Ihr Stil!), daß dort Hunderttausende Menschen aus ihrer Heimat vertrieben worden sind, in die sie nie mehr zurück können, zum Gegenstand einer so polemischen Diskussion machen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie können nichts anderes, als andere herabzusetzen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das Herabsetzen von anderen, das ist Ihr Stil!
Liebe Frau Dr. Partik-Pablé! Sie haben am allerwenigsten Ahnung. Ich glaube, Sie wissen nicht einmal, wo Bosnien-Herzegowina genau liegt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Sie haben ganz offensichtlich überhaupt keine Ahnung, denn sonst würden Sie nicht auf eine so unglaublich billige, nichtssagende Art und Weise dieses Problem (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das Herabsetzen von anderen, das ist Ihr Stil!), daß dort Hunderttausende Menschen aus ihrer Heimat vertrieben worden sind, in die sie nie mehr zurück können, zum Gegenstand einer so polemischen Diskussion machen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie können nichts anderes, als andere herabzusetzen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie können nichts anderes, als andere herabzusetzen!
Liebe Frau Dr. Partik-Pablé! Sie haben am allerwenigsten Ahnung. Ich glaube, Sie wissen nicht einmal, wo Bosnien-Herzegowina genau liegt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Sie haben ganz offensichtlich überhaupt keine Ahnung, denn sonst würden Sie nicht auf eine so unglaublich billige, nichtssagende Art und Weise dieses Problem (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das Herabsetzen von anderen, das ist Ihr Stil!), daß dort Hunderttausende Menschen aus ihrer Heimat vertrieben worden sind, in die sie nie mehr zurück können, zum Gegenstand einer so polemischen Diskussion machen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie können nichts anderes, als andere herabzusetzen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben mich nicht zu qualifizieren! Beschäftigen Sie sich mit Sachfragen, aber nicht mit meiner Person!
Liebe Frau Dr. Partik-Pablé! Sie haben in sehr vielen Bereichen, die Sozialpolitik betreffend, in der FPÖ zu Recht ein Image, das sehr abweicht von dem Ihrer Fraktionskolleginnen und -kollegen. Aber in diesen Fragen haben Sie keine Ahnung – oder sind Sie von Herrn Mag. Stadler und vom Herrn Parteiführer Haider so getrieben, hier wider besseres Wissen zu sprechen? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben mich nicht zu qualifizieren! Beschäftigen Sie sich mit Sachfragen, aber nicht mit meiner Person!)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich empfehle Ihnen nur: Reden Sie mit Kollegen Haupt darüber, was er dort gesehen hat! Mir ist es ein Anliegen, hier folgendes festzuhalten: Wenn es um eine Rückführungsdiskussion in Österreich geht ... (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Beantworten Sie mir eine Frage!
Wenn es um eine Rückführungsdiskussion in Österreich geht, dann sprechen wir heute von 12 000 Betroffenen, die – und das hat der Herr Bundesminister zwar heute nicht gesagt, aber Kollege Elmecker – heute noch von der Bund-Länder-Aktion unterstützt werden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Beantworten Sie mir eine Frage!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum beantworten Sie mir nicht eine Frage?
Meine Damen und Herren! Frau Dr. Fenzl sitzt hier, die für genau diese Personengruppe zuständig ist im Innenministerium, der Herr Bundesminister weiß es auch, und einige von Ihnen, die schon Lager und sogenannte Großquartiere besucht haben, wissen, warum wir überhaupt noch 12 000 in der Aktion betreuen. Das sind jene, die auch von uns während dieser letzten Jahre die geringsten Chancen auf Integration bekommen haben. Sie sitzen in Kalch, im Dreiländereck Slowenien-Ungarn-Österreich, im letzten Winkel dieser Republik (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum beantworten Sie mir nicht eine Frage?), und haben, weil das Burgenland keine so prosperierende Gegend wie zum Beispiel Brunn am Gebirge ist, keine Chance, einen Arbeitsplatz zu finden, sich auf die eigenen Füße zu stellen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Beantworten Sie eine Frage!) Und wenn sie von dort weggehen, dann haben sie auch keine Chance, weiter vom Bund und von den Ländern unterstützt zu werden.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Beantworten Sie eine Frage!
Meine Damen und Herren! Frau Dr. Fenzl sitzt hier, die für genau diese Personengruppe zuständig ist im Innenministerium, der Herr Bundesminister weiß es auch, und einige von Ihnen, die schon Lager und sogenannte Großquartiere besucht haben, wissen, warum wir überhaupt noch 12 000 in der Aktion betreuen. Das sind jene, die auch von uns während dieser letzten Jahre die geringsten Chancen auf Integration bekommen haben. Sie sitzen in Kalch, im Dreiländereck Slowenien-Ungarn-Österreich, im letzten Winkel dieser Republik (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum beantworten Sie mir nicht eine Frage?), und haben, weil das Burgenland keine so prosperierende Gegend wie zum Beispiel Brunn am Gebirge ist, keine Chance, einen Arbeitsplatz zu finden, sich auf die eigenen Füße zu stellen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Beantworten Sie eine Frage!) Und wenn sie von dort weggehen, dann haben sie auch keine Chance, weiter vom Bund und von den Ländern unterstützt zu werden.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie verwechseln Flüchtlinge mit Immigranten!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): So viel Zynismus habe ich wirklich bisher kaum noch in einer Ausländerdiskussion erlebt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie verwechseln Flüchtlinge mit Immigranten!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Diese Debatte einer Anfragebeantwortung hat Dringlichkeit, das entscheiden wir selber – wobei sie nicht einmal Dringlichkeit haben müßte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Kiss träumt weiterhin mit Khol und mit Minister Einem von der multikulturellen Gesellschaft, der wir eine ganz klare Absage erteilen. Wir sind auf der Seite von Alija Izetbegovi%, der seine Landsleute händeringend darum ersucht, in ihr Heimatland zurückzukehren und sich dort am Aufbau zu beteiligen (Beifall bei den Freiheitlichen), so wie unsere Väter und Großväter dieses Land haben aufbauen müssen und auch nicht in irgendein Land flüchten konnten und sich dort in einer Bundesbetreuung auf Kosten anderer Steuerzahler einen schönen Tag machen konnten. (Rufe bei der SPÖ: Ruhe! – Abg. Leikam: Unerträglich! – Abg. Dietachmayr: Ein großer Schauspieler ist das! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Ruhe! – Abg. Leikam: Unerträglich! – Abg. Dietachmayr: Ein großer Schauspieler ist das! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Kiss träumt weiterhin mit Khol und mit Minister Einem von der multikulturellen Gesellschaft, der wir eine ganz klare Absage erteilen. Wir sind auf der Seite von Alija Izetbegovi%, der seine Landsleute händeringend darum ersucht, in ihr Heimatland zurückzukehren und sich dort am Aufbau zu beteiligen (Beifall bei den Freiheitlichen), so wie unsere Väter und Großväter dieses Land haben aufbauen müssen und auch nicht in irgendein Land flüchten konnten und sich dort in einer Bundesbetreuung auf Kosten anderer Steuerzahler einen schönen Tag machen konnten. (Rufe bei der SPÖ: Ruhe! – Abg. Leikam: Unerträglich! – Abg. Dietachmayr: Ein großer Schauspieler ist das! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Schwimmer: Sie sind ein Propagandist der schlechtesten Sorte!
Meine Damen und Herren! Bosnien braucht seine Menschen zum Wiederaufbau des eigenen Landes, das durch Ihre multikulturellen Träumereien, durch ein System Ihrer multikulturellen Träumereien zerstört und niedergebombt wurde. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Schwimmer: Sie sind ein Propagandist der schlechtesten Sorte!)
Anhaltende Zwischenrufe bei allen Parteien.
Bundesminister für Inneres Dr. Caspar Einem: Herr Präsident! Hohes Haus! (Anhaltende Zwischenrufe bei allen Parteien.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das bestreitet ja niemand!
Bundesminister für Inneres Dr. Caspar Einem (fortsetzend): Zweiter Versuch. – Herr Präsident! Hohes Haus! In Österreich hat bisher ein breiter Konsens zu der Frage bestanden, wie wir in diesem Lande mit Flüchtlingen, Flüchtlingen, die aus kriegerischen Gründen oder aufgrund von Naturkatastrophen oder deswegen, weil eine Militärdiktatur über ein Land hereingebrochen ist, zu uns gekommen sind, verfahren. Dieser Konsens bestand darin, diese Flüchtlinge für die Dauer, in der sie in ihr Land nicht zurückkehren konnten, aufzunehmen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das bestreitet ja niemand!) Das ist ein Konsens, Frau Abgeordnete, der zwischen Bund und Ländern bestanden hat und der nach meinem Verständnis bisher auch zwischen allen Parteien bestanden hat. Ihnen, meine Herrschaften von den Freiheitlichen, ist es überlassen geblieben, diesen Konsens zu verlassen. (Abg. Haigermoser: Was soll diese Polemik?) Ich halte das für eine Schande für Österreich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Unglaublich! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Benehmen Sie sich, wenn Sie im Parlament sind!)
Abg. Haigermoser: Was soll diese Polemik?
Bundesminister für Inneres Dr. Caspar Einem (fortsetzend): Zweiter Versuch. – Herr Präsident! Hohes Haus! In Österreich hat bisher ein breiter Konsens zu der Frage bestanden, wie wir in diesem Lande mit Flüchtlingen, Flüchtlingen, die aus kriegerischen Gründen oder aufgrund von Naturkatastrophen oder deswegen, weil eine Militärdiktatur über ein Land hereingebrochen ist, zu uns gekommen sind, verfahren. Dieser Konsens bestand darin, diese Flüchtlinge für die Dauer, in der sie in ihr Land nicht zurückkehren konnten, aufzunehmen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das bestreitet ja niemand!) Das ist ein Konsens, Frau Abgeordnete, der zwischen Bund und Ländern bestanden hat und der nach meinem Verständnis bisher auch zwischen allen Parteien bestanden hat. Ihnen, meine Herrschaften von den Freiheitlichen, ist es überlassen geblieben, diesen Konsens zu verlassen. (Abg. Haigermoser: Was soll diese Polemik?) Ich halte das für eine Schande für Österreich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Unglaublich! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Benehmen Sie sich, wenn Sie im Parlament sind!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Unglaublich! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Benehmen Sie sich, wenn Sie im Parlament sind!
Bundesminister für Inneres Dr. Caspar Einem (fortsetzend): Zweiter Versuch. – Herr Präsident! Hohes Haus! In Österreich hat bisher ein breiter Konsens zu der Frage bestanden, wie wir in diesem Lande mit Flüchtlingen, Flüchtlingen, die aus kriegerischen Gründen oder aufgrund von Naturkatastrophen oder deswegen, weil eine Militärdiktatur über ein Land hereingebrochen ist, zu uns gekommen sind, verfahren. Dieser Konsens bestand darin, diese Flüchtlinge für die Dauer, in der sie in ihr Land nicht zurückkehren konnten, aufzunehmen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das bestreitet ja niemand!) Das ist ein Konsens, Frau Abgeordnete, der zwischen Bund und Ländern bestanden hat und der nach meinem Verständnis bisher auch zwischen allen Parteien bestanden hat. Ihnen, meine Herrschaften von den Freiheitlichen, ist es überlassen geblieben, diesen Konsens zu verlassen. (Abg. Haigermoser: Was soll diese Polemik?) Ich halte das für eine Schande für Österreich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Unglaublich! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Benehmen Sie sich, wenn Sie im Parlament sind!)
Abg. Haigermoser: Was soll diese Polemik hier?
Österreich hat sich auf diesem Gebiet seit 1956 oder, um es richtiger zu sagen, sogar seit 1945 weltweit einen Ruf erworben. Den wollen wir nicht wegen kurzfristiger wahlorientierter Polemik einer Oppositionspartei verlieren. (Abg. Haigermoser: Was soll diese Polemik hier?) Wir wei
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind Gast im Parlament! Merken Sie sich das! – Abg. Mag. Stadler: Mit Ihrer Ausländerpolitik sind sogar die Landesvorsitzenden nicht mehr einverstanden!
Ich bin aber darüber hinaus auch noch ein bißchen mehr entsetzt darüber, Herr Abgeordneter Stadler, daß Sie nicht nur im Begriffe sind, diesen humanitären Grundkonsens zu verlassen, sondern daß Sie darüber hinaus offenbar nunmehr auch in Österreich für ein Konzept ethnischer Trennung eintreten, das im jugoslawischen Krieg zur Grundlage eines mörderischen Kriegs geworden ist. Daß jetzt hier eine Partei für ethnische Trennung eintritt, halte ich für bemerkenswert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind Gast im Parlament! Merken Sie sich das! – Abg. Mag. Stadler: Mit Ihrer Ausländerpolitik sind sogar die Landesvorsitzenden nicht mehr einverstanden!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Dort sind die meisten Flüchtlinge!
Es ist aber auch jetzt, im Herbst, nicht richtig, was Sie sagen. Der einzige Staat, der eine Zwangsrückführung ins Auge faßt, ist Deutschland (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dort sind die meisten Flüchtlinge!), und auch dort sind es nicht alle Bundesländer. Wahr ist, daß die Schweiz von diesem Konzept aus gutem Grunde zur Gänze abgegangen ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die hat nur wenig, viel weniger als Österreich!) Wahr ist, daß andere Staaten, wie etwa Schweden oder Dänemark, dieses Konzept ausdrücklich kritisieren. Und wahr ist weiters, daß das Konzept, das Österreich in diesem Zusammenhang verfolgt hat, das einzige ist, das nachhaltig erfolgreich ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Wir sind froh, daß er redet, denn bei der Wiener SPÖ hat er Redeverbot!) Herr Abgeordneter! Es wäre günstig, wenn Sie zuhören würden, denn dann wären Sie wenigstens nachher informiert, wenn Sie schon vorher nicht informiert sind. (Abg. Mag. Stadler: Ich hoffe, das kommt alles in die Zeitungen, was Sie hier sagen! Der Häupl wird sich bedanken und Mayr auch!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die hat nur wenig, viel weniger als Österreich!
Es ist aber auch jetzt, im Herbst, nicht richtig, was Sie sagen. Der einzige Staat, der eine Zwangsrückführung ins Auge faßt, ist Deutschland (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dort sind die meisten Flüchtlinge!), und auch dort sind es nicht alle Bundesländer. Wahr ist, daß die Schweiz von diesem Konzept aus gutem Grunde zur Gänze abgegangen ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die hat nur wenig, viel weniger als Österreich!) Wahr ist, daß andere Staaten, wie etwa Schweden oder Dänemark, dieses Konzept ausdrücklich kritisieren. Und wahr ist weiters, daß das Konzept, das Österreich in diesem Zusammenhang verfolgt hat, das einzige ist, das nachhaltig erfolgreich ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Wir sind froh, daß er redet, denn bei der Wiener SPÖ hat er Redeverbot!) Herr Abgeordneter! Es wäre günstig, wenn Sie zuhören würden, denn dann wären Sie wenigstens nachher informiert, wenn Sie schon vorher nicht informiert sind. (Abg. Mag. Stadler: Ich hoffe, das kommt alles in die Zeitungen, was Sie hier sagen! Der Häupl wird sich bedanken und Mayr auch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Wir sind froh, daß er redet, denn bei der Wiener SPÖ hat er Redeverbot!
Es ist aber auch jetzt, im Herbst, nicht richtig, was Sie sagen. Der einzige Staat, der eine Zwangsrückführung ins Auge faßt, ist Deutschland (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dort sind die meisten Flüchtlinge!), und auch dort sind es nicht alle Bundesländer. Wahr ist, daß die Schweiz von diesem Konzept aus gutem Grunde zur Gänze abgegangen ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die hat nur wenig, viel weniger als Österreich!) Wahr ist, daß andere Staaten, wie etwa Schweden oder Dänemark, dieses Konzept ausdrücklich kritisieren. Und wahr ist weiters, daß das Konzept, das Österreich in diesem Zusammenhang verfolgt hat, das einzige ist, das nachhaltig erfolgreich ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Wir sind froh, daß er redet, denn bei der Wiener SPÖ hat er Redeverbot!) Herr Abgeordneter! Es wäre günstig, wenn Sie zuhören würden, denn dann wären Sie wenigstens nachher informiert, wenn Sie schon vorher nicht informiert sind. (Abg. Mag. Stadler: Ich hoffe, das kommt alles in die Zeitungen, was Sie hier sagen! Der Häupl wird sich bedanken und Mayr auch!)
Abg. Mag. Stadler: Ich hoffe, das kommt alles in die Zeitungen, was Sie hier sagen! Der Häupl wird sich bedanken und Mayr auch!
Es ist aber auch jetzt, im Herbst, nicht richtig, was Sie sagen. Der einzige Staat, der eine Zwangsrückführung ins Auge faßt, ist Deutschland (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dort sind die meisten Flüchtlinge!), und auch dort sind es nicht alle Bundesländer. Wahr ist, daß die Schweiz von diesem Konzept aus gutem Grunde zur Gänze abgegangen ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die hat nur wenig, viel weniger als Österreich!) Wahr ist, daß andere Staaten, wie etwa Schweden oder Dänemark, dieses Konzept ausdrücklich kritisieren. Und wahr ist weiters, daß das Konzept, das Österreich in diesem Zusammenhang verfolgt hat, das einzige ist, das nachhaltig erfolgreich ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Wir sind froh, daß er redet, denn bei der Wiener SPÖ hat er Redeverbot!) Herr Abgeordneter! Es wäre günstig, wenn Sie zuhören würden, denn dann wären Sie wenigstens nachher informiert, wenn Sie schon vorher nicht informiert sind. (Abg. Mag. Stadler: Ich hoffe, das kommt alles in die Zeitungen, was Sie hier sagen! Der Häupl wird sich bedanken und Mayr auch!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden nur von jenen, die in Bundesbetreuung sind!
Ja, es wäre günstig, Sie hörten wenigstens jetzt zu, denn dann wüßten Sie, daß Österreich den relativ größten Erfolg bei der Rückkehr von bosnischen Flüchtlingen nach Bosnien erzielt hat. Kein anderes Land kann von sich sagen, daß zwischen Jänner des Jahres 1996 und jetzt etwa ein Drittel aller Flüchtlinge, die noch Flüchtlingscharakter haben, zurückgewandert sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden nur von jenen, die in Bundesbetreuung sind!) Kein anderes Land kann dies sagen, und daher ist das Konzept der freiwilligen Rückkehr außerordentlich erfolgreich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie stellen das völlig falsch dar!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie stellen das völlig falsch dar!
Ja, es wäre günstig, Sie hörten wenigstens jetzt zu, denn dann wüßten Sie, daß Österreich den relativ größten Erfolg bei der Rückkehr von bosnischen Flüchtlingen nach Bosnien erzielt hat. Kein anderes Land kann von sich sagen, daß zwischen Jänner des Jahres 1996 und jetzt etwa ein Drittel aller Flüchtlinge, die noch Flüchtlingscharakter haben, zurückgewandert sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden nur von jenen, die in Bundesbetreuung sind!) Kein anderes Land kann dies sagen, und daher ist das Konzept der freiwilligen Rückkehr außerordentlich erfolgreich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie stellen das völlig falsch dar!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Keine Inländer!
Das andere Argument, Frau Abgeordnete Partik-Pablé, das Sie angeführt haben, nämlich daß diese Ausländer – für Sie sind Flüchtlinge auch nur Bürger unösterreichischer Staatsbürgerschaft (Abg. Dr. Partik-Pablé: Keine Inländer!) – jetzt den Österreichern die Arbeitsplätze wegnehmen, fällt an sich in das System dessen, was die Freiheitlichen nicht müde werden zu behaupten und was deswegen nicht mehr wahr ist. Sie wissen so gut wie ich, daß die Arbeitsplätze, die von Ausländern besetzt und angenommen werden, solche sind, die von
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist unglaublich! – Abg. Haigermoser: Ihre Rede ist absurd!
Es gilt dieser Grundsatz natürlich auch für die integrierten bosnischen Flüchtlinge. Diejenigen, die aus der betreuten Flüchtlingssituation in den Arbeitsmarkt und in ein selbständiges, aus eigener Arbeit finanziertes Leben eingetreten sind, sind jetzt in den Status des Gastarbeiters übergangen, kosten den Staat und seine Bürger nichts und nehmen auch keinem Inländer Arbeitsplätze weg. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist unglaublich! – Abg. Haigermoser: Ihre Rede ist absurd!)
Abg. Haigermoser: Sie sind die lebendige Absurdität! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie sind ein Romantiker!
Das letzte Argument, das Sie dazu angeführt haben, ist überhaupt gänzlich absurd, weil Sie auch behauptet haben, dadurch würden Arbeitsplätze vernichtet. (Abg. Haigermoser: Sie sind die lebendige Absurdität! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie sind ein Romantiker!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Wir hoffen, daß das Redeverbot, das Sie bei der Wiener SPÖ haben, aufgehoben wird!
Wenn solche vernichtet würden, Frau Abgeordnete, dann könnten diese Menschen nicht beschäftigt werden. Das Gegenteil ist wahr: Diese Menschen werden beschäftigt, sie nehmen niemandem den Arbeitsplatz weg und sie leisten einen Beitrag zur österreichischen Volkswirtschaft, für den wir dankbar sein können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Wir hoffen, daß das Redeverbot, das Sie bei der Wiener SPÖ haben, aufgehoben wird!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin nicht der Meinung, daß der Wirtschaftsstandort Österreich durch eine totale Beseitigung des Öffnungszeitengesetzes verbessert wird. Ich glaube, daß es wesentlich wichtigere Faktoren für die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes gibt, wie etwa eine funktionierende Infrastruktur, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, geordnete Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeziehungen, eine gute Kooperation zwischen ansiedlungswilligen Unternehmungen und der Regierung und auch den Sozialpartnern, die Form, wie wir Lebensqualität in unserem Land leben, aber auch die Tatsache, daß wir stabile soziale Verhältnisse haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schmidt: Ja!
Es hat heute hier Herr Kollege Peter vom Vertrauen in die Handlungsfreiheit gesprochen und gemeint, daß es keine rechtlichen Fesselungen geben soll. Ich meine, eine Gesellschaft, wie wir sie uns vorstellen und wie wir sie haben wollen, muß auch Vertrauen in Solidarität haben, muß auch Vertrauen dahin gehend haben, daß die Stärkeren auf der Seite der Schwächeren sind und daß Schwächere nicht unter die Räder kommen. (Abg. Dr. Schmidt: Ja!)
Abg. Dr. Schmidt: Genauso ist es!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich meine, daß wir aufgefordert sind, dafür Sorge zu tragen, daß der Individualismus, der in unserer Gesellschaft in den letzten vierzig, fünfzig Jahren stärker geworden ist, nicht in einem schrankenlosen Egoismus endet, damit Individualismus kein Gegensatz zu Solidarität ist. (Abg. Dr. Schmidt: Genauso ist es!)
Beifall bei der SPÖ.
Aus meiner Sicht ist aber eines in keiner Weise akzeptabel: daß auf der einen Seite erwartet wird, daß man noch länger aufsperrt, deutlich öfter aufsperrt, aber auf der anderen Seite hergeht und Zuschläge wegnimmt. Dieser Absicht erteilen wir eine klare Absage! Das kann kein Konzept sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und des Abg. Neugebauer.
Ich meine, daß durch einen schrankenlosen Liberalismus der gesellschaftliche Zusammenhalt gefährdet ist, aber nicht nur in dieser Frage, sondern grundsätzlich. Damit bin ich schon wieder beim Anfang. Ich meine, eine Gesellschaft, wie wir sie uns wünschen, muß dadurch ausgezeichnet sein, daß man aufeinander zugeht, gegenseitig Rücksicht nimmt, Toleranz übt und den Schwächeren in unserer Gesellschaft zur Seite steht. Interessensgegensätze überwinden, ohne zu übervorteilen, und den Schwächeren zur Seite stehen: Das ist unsere Politik! – aber nicht eine schrankenlose Liberalisierung, die letztlich allen nur schadet. (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Neugebauer. )
Abg. Haigermoser: 8 Minuten!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Haigermoser. Wollen Sie die freiwillige Redezeitbeschränkung von 8 Minuten? (Abg. Haigermoser: 8 Minuten!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich meine, daß das falsch ist, weil schrankenlose Öffnungszeiten dazu führen würden, daß die Großen die Kleinen fressen. Und da muß ich sagen: Da haben Sie uns nicht an Ihrer Seite! Wir sind für Qualitätsarbeitsplätze. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich weiß wirklich, wovon ich spreche, und ich meine, daß die schrankenlose Öffnung auch die Vollzeit, den Qualitätsarbeitsplatz in Gefahr bringt und qualitativ schlechtere Teilzeitarbeitsplätze, obwohl diese auch notwendig sind, erzeugen würde. Das ist international nachgewiesen, das heißt aber nicht, daß wir Freiheitliche – und wir haben ja dazu Vorschläge gebracht – nicht für eine Angleichung an internationale Gegebenheiten eintreten, denn das zwingt uns, wenn man das schon sonst nicht wollte, der Markt auf; das bundesdeutsche Beispiel ist ja schon oft zitiert worden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, dieses vernetzte Denken ist notwendig, das ich jedoch im Antrag des Liberalen Forums vermisse, der von einem Manchesterliberalismus ausgeht, der nicht einmal mehr in Amerika angewandt wird. Dort hat man auch entsprechende Schranken eingezogen. Ich nenne nur ein Beispiel: Was die Konzentration anbelangt, bereits in den dreißiger Jahren ein Antitrust-Gesetz. Also auch in den USA, in einem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, gibt es gewisse gesetzliche Solidareinzüge, und ohne diese sollten wir, glaube ich, auch in unserer Gesellschaft nicht leben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kier.
Ich bringe dafür nur ein Beispiel: die Versicherungspflicht, die Herr Abgeordneter Helmut Peter heute so groß gelobt hat und wo er gemeint hat, das würde von den internationalen Versicherungskonzernen überhaupt als das Ei des Kolumbus gesehen. Na das ist mir klar, nämlich daß die Versicherungskonzerne da fette neue Prämienpfründe wittern. Es ist mir klar, daß diese sagen: Na das ist klasse, jetzt bekommen wir wieder ein neues Geschäft! (Zwischenruf des Abg. Dr. Kier. )
Abg. Dr. Stummvoll: Na, na, na!
Also dieser Mann, der 45 Jahre alt ist und sieben Jahre Taxifahrer war, kann sich nicht selbständig machen, weil die Betonierer – ich sage nicht Betonköpfe – in der Wirtschaftskammer sagen: Njet, da geht nix (Abg. Dr. Stummvoll: Na, na, na!), du wirst dich nicht selbständig machen, du kannst auswandern oder dich in die Arbeitslose verdrücken!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da werden wir nicht mitmachen, meine Damen und Herren! Ja zu Liberalisierung und Öffnung, aber nicht so weit, daß man das ganze österreichische duale Ausbildungssystem, das sich in großen Leistungen der Gewerbetreibenden niedergeschlagen hat, wegrationalisiert und mit Manchesterliberalismus amerikanisiert. Da werden die Freiheitlichen mit Sicherheit nicht dabeisein, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Firlinger: Wo, Frau Kollegin?
Abgeordnete Ing. Monika Langthaler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen von der liberalen Fraktion! Wir haben ja sehr oft im Bereich der Grundrechte und auch vieler gesellschaftspolitischer Punkte große Übereinstimmung. Da haben Grüne und Liberale oft ähnliche Vorstellungen und ziehen an einem gemeinsamen Strang. Aber wenn es um Wirtschaftspolitik geht, und im besonderen hier um Ihre Maßnahmen der Liberalisierung, der einseitigen Liberalisierung, wie ich meine, zu Lasten einer guten sozialen Absicherung, trennen uns wirklich Welten. (Abg. Mag. Firlinger: Wo, Frau Kollegin?)
Beifall bei den Grünen.
Ich gebe Ihnen recht, daß wir mit dem Bereich der Einteilung unserer Arbeitszeit und mit dem Phänomen Arbeitslosigkeit phantasievoller umgehen müssen und neue Modelle entwickeln müssen, daß da vor allem von den Sozialdemokraten und auch von den Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern weit mehr zu verlangen ist, daß wir viele Jahre lang das Problem, so würde ich meinen, verschleppt und mißverstanden haben. Da gibt es ganz sicher die Notwendigkeit, sich auch an verschiedene Neuentwicklungen oder auch an die Regelung, wie sie jetzt etwa in Deutschland kommen wird, anzupassen. Aber dabei gilt es, insgesamt das Ziel der Vollbeschäftigung nicht aus den Augen zu verlieren. Vor allem geht es auch darum, Grundrechte, soziale Rechte, für die viele Menschen viele Jahre lang gekämpft haben, nicht einfach so schnell hintanzustellen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist notwendig, diese Themen seriös zu diskutieren. Es ist wichtig, daß Sie diese Anträge einbringen. Ich hoffe sehr, daß es in den Ausschüssen gelingt, über die Folgen der Globalisierung, über die Folgen dieser Wettbewerbspolitik zu diskutieren, und daß es uns gelingt, sehr schnell Antworten zu finden, die praktikabel für Österreich, aber auch im Hinblick auf die europäischen Standards sind. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Darum dreht es sich, meine Damen und Herren: Wenn wir uns nicht endlich angewöhnen, umzudenken und uns nicht bemühen, eine andere Wirtschaftsgesinnung in diesem Lande herbeizuführen und eine entsprechende Gründerinitiative in Österreich zu starten, um damit auch einen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu beginnen, dann sehe ich für dieses Land sehr schwarz! Als diese Intention – Öffnung des Zugangs zum Markt – sehen wir unseren Antrag. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenrufe der Abg. Dr. Kier und Dr. Trinkl.
Meine Damen und Herren! Ich halte es für notwendig, auch dazuzusagen: Natürlich – Kollege Haigermoser hat hier Einwände gebracht – wird es nicht gehen, nur zu sagen: Geh zu einem Versicherer und laß dich versichern! – Unsere Intention ist es, hier auch eine flankierende gesetzliche Maßnahme zu initiieren, bei der im Prinzip ein Kontrahierungszwang das Ziel ist. Denn es ist völlig klar, daß natürlich am Anfang eine schwierigere Situation eintreten kann, indem am Anfang ein mangelnder Versicherungsschutz besteht. (Zwischenrufe der Abg. Dr. Kier und Dr. Trinkl. ) Allerdings, Herr Kollege, wird sich das regeln, denn wenn dieser Versicherungsschutz eine zwingende Auflage ist, die Befähigung sozusagen nachzuweisen – als einziges Befähigungskriterium in formeller Hinsicht –, dann wird es auch entsprechend ausreichende Versicherungsleistungen geben. Ich glaube also nicht, daß das ein großes Hindernis sein wird. Das heißt, ein Quasikontrahierungszwang sieht vor, daß ein Anspruch auf eine Betriebshaftpflichtversicherung, auf eine Versicherungspolizze besteht und darauf, daß derjenige, der um eine Polizze ansucht, eine Ablehnung nur dann erfahren kann, wenn wirklich zwingende Gründe dagegen sprechen.
Abg. Dr. Stummvoll: Niemand sagt, daß es so bleiben muß! Wer sagt das? Niemand!
Meine Damen und Herren! Diese Neuregelung der Gewerbeordnung durch ein einfaches, schlankes Gewerbegesetz verfolgt auch das Ziel, eine EU-konforme Regelung herbeizuführen. Herr Kollege Stummvoll! Sie können sich doch nicht im Ernst einbilden, daß die bestehende Gewerbeordnung dem EU-Recht standhält. (Abg. Dr. Stummvoll: Niemand sagt, daß es so bleiben muß! Wer sagt das? Niemand!) Wenn nur einer einmal den Mut aufbringt, eine umfassende Klage vor dem Europäischen Gerichtshof einzubringen, dann werden Sie auf der Kammerseite ganz schön Ihre Wunder erleben. (Abg. Tichy-Schreder: Diese Wunder erleben wir nicht! – Abg. Dr. Stummvoll: Wer sagt, daß es so bleiben soll?)
Abg. Tichy-Schreder: Diese Wunder erleben wir nicht! – Abg. Dr. Stummvoll: Wer sagt, daß es so bleiben soll?
Meine Damen und Herren! Diese Neuregelung der Gewerbeordnung durch ein einfaches, schlankes Gewerbegesetz verfolgt auch das Ziel, eine EU-konforme Regelung herbeizuführen. Herr Kollege Stummvoll! Sie können sich doch nicht im Ernst einbilden, daß die bestehende Gewerbeordnung dem EU-Recht standhält. (Abg. Dr. Stummvoll: Niemand sagt, daß es so bleiben muß! Wer sagt das? Niemand!) Wenn nur einer einmal den Mut aufbringt, eine umfassende Klage vor dem Europäischen Gerichtshof einzubringen, dann werden Sie auf der Kammerseite ganz schön Ihre Wunder erleben. (Abg. Tichy-Schreder: Diese Wunder erleben wir nicht! – Abg. Dr. Stummvoll: Wer sagt, daß es so bleiben soll?)
Abg. Tichy-Schreder: Sind Sie Unternehmer? Eben nicht!
Kollege Stummvoll! Sie fragen: Wer sagt, daß es so bleiben soll? – Aber was haben Sie geändert in letzter Zeit? Sie machen eine kleine Reparatur nach der anderen. (Abg. Tichy-Schreder: Sind Sie Unternehmer? Eben nicht!) Nein, ich bin nicht uninformiert, ich weiß, was in der Gewerbeordnungsnovelle 1992 und auch in der von 1994 enthalten war. Bitte, Frau Kollegin, schieben Sie mir nicht etwas in die Schuhe, was nicht der Fall ist! Sie haben sich nicht mit einer grundlegenden Reform auseinandergesetzt. Wir haben das gemacht – das ist der Unterschied, meine Damen und Herren! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Tichy-Schreder: Ich habe den Vorschlag gesehen!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Tichy-Schreder: Ich habe den Vorschlag gesehen!
Kollege Stummvoll! Sie fragen: Wer sagt, daß es so bleiben soll? – Aber was haben Sie geändert in letzter Zeit? Sie machen eine kleine Reparatur nach der anderen. (Abg. Tichy-Schreder: Sind Sie Unternehmer? Eben nicht!) Nein, ich bin nicht uninformiert, ich weiß, was in der Gewerbeordnungsnovelle 1992 und auch in der von 1994 enthalten war. Bitte, Frau Kollegin, schieben Sie mir nicht etwas in die Schuhe, was nicht der Fall ist! Sie haben sich nicht mit einer grundlegenden Reform auseinandergesetzt. Wir haben das gemacht – das ist der Unterschied, meine Damen und Herren! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Tichy-Schreder: Ich habe den Vorschlag gesehen!)
Abg. Tichy-Schreder: An mehreren!
Frau Kollegin Tichy-Schreder! Sie stoßen sich an einigen Formulierungen. (Abg. Tichy-Schreder: An mehreren!) Bitte sehr: Kommen Sie doch, artikulieren Sie sich im Ausschuß und sagen Sie, was Sie besser haben möchten. Ich lade Sie herzlich dazu ein! Wir werden diese Diskussion mit großem Interesse führen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Tichy-Schreder: Selbstverständlich!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Tichy-Schreder: Selbstverständlich!
Frau Kollegin Tichy-Schreder! Sie stoßen sich an einigen Formulierungen. (Abg. Tichy-Schreder: An mehreren!) Bitte sehr: Kommen Sie doch, artikulieren Sie sich im Ausschuß und sagen Sie, was Sie besser haben möchten. Ich lade Sie herzlich dazu ein! Wir werden diese Diskussion mit großem Interesse führen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Tichy-Schreder: Selbstverständlich!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Posch: Herr Firlinger! Warum garantieren aggressive Unternehmer ein Wirtschaftswachstum? – Abg. Tichy-Schreder: Warum gründen Sie kein Unternehmen? Schaffen Sie Arbeitsplätze!
Bitte, Frau Kollegin Hostasch und auch Frau Kollegin Tichy-Schreder, sorgen Sie durch entsprechend konstruktive Vorschläge dafür, daß John Naisbitt in Österreich nicht recht behält! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Posch: Herr Firlinger! Warum garantieren aggressive Unternehmer ein Wirtschaftswachstum? – Abg. Tichy-Schreder: Warum gründen Sie kein Unternehmen? Schaffen Sie Arbeitsplätze!) Frau Kollegin Tichy! Da werde ich sicherlich auf Sie zukommen. – Danke schön.
Beifall bei der ÖVP.
Das heißt, daß auch das, was meine Kollegin Langthaler gesagt hat, nämlich daß es eine Verschlechterung der Arbeitsplätze ist und keine Vollbeschäftigung mehr gibt, nicht stimmen muß und sicher auch nicht stimmt. Daß eine Amerikanisierung nicht unbedingt das Beste ist, ist klar. Es soll keinen sozialen Abbau geben, und es wird auch keinen geben, wenn sich die Sozialpartner hoffentlich in der nächsten Zeit darauf einigen, daß es ein Entgegenkommen für die Konsumenten und Konsumentinnen, aber auch für diejenigen, die in diesem Bereich arbeiten, gibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall des Abg. Haigermoser.
Im Gegensatz zu den Vorstellungen des Liberalen Forums sind wir der Auffassung, daß ein bestimmtes, wenn auch stark reduziertes Maß an Regeln beibehalten werden muß. Wir wollen einen fairen Wettbewerb begünstigen, der den Wirtschaftstreibenden so viele Freiheiten wie nur möglich einräumt und nur unbedingt notwendige Regulierungen vorsieht. (Beifall des Abg. Haigermoser. ) Gleichzeitig sind aber Schutzbestimmungen für Leben, Gesundheit und Vermögen einzubauen und im Interesse der Betroffenen wohl auch auszubauen – Stichwort: EU-Anpassungen.
Abg. Tichy-Schreder: Irrtum!
Uns geht es vor allem um eines – ich sage es nur schlagwortartig –: um einen erleichterten Zugang zum Gewerbe, um die Schaffung integrierter Gewerbe mit dem Ziel, eine größere Flexibilität zu erreichen, um die Schaffung von Teilgewerben mit erleichtertem Zugang – nicht jede Tätigkeit erfordert mehr eine Meisterprüfung –, um die Bestellung eines suppletorischen Geschäftsführers auch für Einzelunternehmer, um die Beseitigung des Berufungsrechtes – das wird wahrscheinlich von euch kritisiert werden, von der Wirtschaftskammer (Abg. Tichy-Schreder: Irrtum!) – und um eine radikale Verwaltungsvereinfachung. (Beifall des Abg. Haigermoser. )
Beifall des Abg. Haigermoser.
Uns geht es vor allem um eines – ich sage es nur schlagwortartig –: um einen erleichterten Zugang zum Gewerbe, um die Schaffung integrierter Gewerbe mit dem Ziel, eine größere Flexibilität zu erreichen, um die Schaffung von Teilgewerben mit erleichtertem Zugang – nicht jede Tätigkeit erfordert mehr eine Meisterprüfung –, um die Bestellung eines suppletorischen Geschäftsführers auch für Einzelunternehmer, um die Beseitigung des Berufungsrechtes – das wird wahrscheinlich von euch kritisiert werden, von der Wirtschaftskammer (Abg. Tichy-Schreder: Irrtum!) – und um eine radikale Verwaltungsvereinfachung. (Beifall des Abg. Haigermoser. )
Abg. Haigermoser: Nein, nein! Das stimmt nicht! Keine Zugangsnotwendigkeit für ausübendes Gewerbe!
Was wir nicht wollen, meine Damen und Herren, ist jedoch ein nahezu ungeregelter Zustand. Daher sollten Zugangsbeschränkungen nur dort aufrechterhalten bleiben, wo sie zum Schutz von – ich sage es noch einmal – Leben, Gesundheit und Vermögen der Kunden als auch der Arbeitnehmer unentbehrlich sind. Auch da bin ich mit Kollegen Firlinger durchaus einer Meinung: Ob das jetzt 40, 50 oder 60 Gewerbe sind, wird letztlich davon abhängen, wie wir die Situation gemeinsam sehen werden. Das wird noch auszuverhandeln sein. Bei diesen zirka 50 integrierten Gewerben soll unserer Meinung nach aber die Meisterprüfung so wie die Lehrlingsausbildung als Zugangsvoraussetzung bestehen bleiben. Das ist eine Position, auf die wir uns eingeschworen haben. Im Gegensatz zu Plänen, wie ich sie etwa bei einer Pressekonferenz der Freiheitlichen gehört habe, sind wir der Auffassung, daß die grundsätzliche Abschaffung der verpflichtenden Meisterprüfung nicht zielführend ist. Wir treten für die Erhaltung der Meisterprüfung, mehr noch, für eine ... (Abg. Haigermoser: Nein, nein! Das stimmt nicht! Keine Zugangsnotwendigkeit für ausübendes Gewerbe!) Dann habe ich es falsch verstanden, Helmut Haigermoser; vielleicht habe ich es falsch verstanden. (Abg. Haigermoser: Ich stelle es ja nur richtig!)
Abg. Haigermoser: Ich stelle es ja nur richtig!
Was wir nicht wollen, meine Damen und Herren, ist jedoch ein nahezu ungeregelter Zustand. Daher sollten Zugangsbeschränkungen nur dort aufrechterhalten bleiben, wo sie zum Schutz von – ich sage es noch einmal – Leben, Gesundheit und Vermögen der Kunden als auch der Arbeitnehmer unentbehrlich sind. Auch da bin ich mit Kollegen Firlinger durchaus einer Meinung: Ob das jetzt 40, 50 oder 60 Gewerbe sind, wird letztlich davon abhängen, wie wir die Situation gemeinsam sehen werden. Das wird noch auszuverhandeln sein. Bei diesen zirka 50 integrierten Gewerben soll unserer Meinung nach aber die Meisterprüfung so wie die Lehrlingsausbildung als Zugangsvoraussetzung bestehen bleiben. Das ist eine Position, auf die wir uns eingeschworen haben. Im Gegensatz zu Plänen, wie ich sie etwa bei einer Pressekonferenz der Freiheitlichen gehört habe, sind wir der Auffassung, daß die grundsätzliche Abschaffung der verpflichtenden Meisterprüfung nicht zielführend ist. Wir treten für die Erhaltung der Meisterprüfung, mehr noch, für eine ... (Abg. Haigermoser: Nein, nein! Das stimmt nicht! Keine Zugangsnotwendigkeit für ausübendes Gewerbe!) Dann habe ich es falsch verstanden, Helmut Haigermoser; vielleicht habe ich es falsch verstanden. (Abg. Haigermoser: Ich stelle es ja nur richtig!)
Abg. Haigermoser: D’accord! Da sind wir dafür!
Wir wollen den Meisterbetrieb erhalten, mehr noch, ich gehe sogar weiter: Ich stehe auf dem Standpunkt: Wenn einer ein guter Meister ist, wenn einer jahrelang erfolgreich gearbeitet hat, dann ist er für mich sogar reif für ein Hochschulstudium. Warum muß der eine Matura machen? (Abg. Haigermoser: D’accord! Da sind wir dafür!)
Abg. Haigermoser: Jetzt wird es allgemein!
Meine lieben Kolleginnen und Kollegen von allen Seiten – ich nehme jetzt niemanden aus –: Wir haben es in der Vergangenheit bewiesen – ihr werdet jetzt sagen: Gut, genug, okay!, aber wir haben bewiesen –, daß unsere Wirtschaft krisenfest ist, daß sie in schwierigen Zeiten bestehen kann. Wir haben bewiesen, daß unser Export funktioniert. (Abg. Haigermoser: Jetzt wird es allgemein!) Warum hat er auch in der EU funktioniert? – Weil wir gute Qualität haben, weil wir Fachwissen haben. Und wenn wir weiter in diese Richtung gehen, wird uns, davon bin ich überzeugt, ein guter Wurf gelingen. Er muß nur rasch gelingen – wir haben nicht mehr viel Zeit –, und er sollte weitestgehend akkordiert sein. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine lieben Kolleginnen und Kollegen von allen Seiten – ich nehme jetzt niemanden aus –: Wir haben es in der Vergangenheit bewiesen – ihr werdet jetzt sagen: Gut, genug, okay!, aber wir haben bewiesen –, daß unsere Wirtschaft krisenfest ist, daß sie in schwierigen Zeiten bestehen kann. Wir haben bewiesen, daß unser Export funktioniert. (Abg. Haigermoser: Jetzt wird es allgemein!) Warum hat er auch in der EU funktioniert? – Weil wir gute Qualität haben, weil wir Fachwissen haben. Und wenn wir weiter in diese Richtung gehen, wird uns, davon bin ich überzeugt, ein guter Wurf gelingen. Er muß nur rasch gelingen – wir haben nicht mehr viel Zeit –, und er sollte weitestgehend akkordiert sein. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Ruf: 1 Uhr!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Weil hier die hohen Vertreter der Wirtschaftskammer sitzen, frage ich sie: Warum ist noch nie das folgende Thema angeschnitten worden? Wir sind im 20. Jahrhundert und unterscheiden immer noch, speziell bei Betriebsanlagen in der Gastronomie, zwischen einer Gasthauskonzession, wo der Betrieb um 24 Uhr schließen muß, einer Kaffeehauskonzession – hier muß um 2 Uhr geschlossen werden (Ruf: 1 Uhr!) – ja, je nach Stadt – und einer Barkonzession, die es ermöglicht, bis 4 Uhr offenzulassen. Das wäre ja sofort zu beseitigen in einem Tourismusland wie Österreich, denn wenn Gäste da sind, soll man sie bedienen, egal, ob es sich um ein Gasthaus, ein Café-Restaurant oder eine Bar handelt. Ich glaube, da sind wir einer Meinung. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Tichy-Schreder: Das Problem sind die Anrainer!) Ja, aber die Rahmenbedingungen schafft die Gewerbeordnung!
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Tichy-Schreder: Das Problem sind die Anrainer!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Weil hier die hohen Vertreter der Wirtschaftskammer sitzen, frage ich sie: Warum ist noch nie das folgende Thema angeschnitten worden? Wir sind im 20. Jahrhundert und unterscheiden immer noch, speziell bei Betriebsanlagen in der Gastronomie, zwischen einer Gasthauskonzession, wo der Betrieb um 24 Uhr schließen muß, einer Kaffeehauskonzession – hier muß um 2 Uhr geschlossen werden (Ruf: 1 Uhr!) – ja, je nach Stadt – und einer Barkonzession, die es ermöglicht, bis 4 Uhr offenzulassen. Das wäre ja sofort zu beseitigen in einem Tourismusland wie Österreich, denn wenn Gäste da sind, soll man sie bedienen, egal, ob es sich um ein Gasthaus, ein Café-Restaurant oder eine Bar handelt. Ich glaube, da sind wir einer Meinung. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Tichy-Schreder: Das Problem sind die Anrainer!) Ja, aber die Rahmenbedingungen schafft die Gewerbeordnung!
Beifall bei den Freiheitlichen
Die einzige Ausnahme in diesem Bereich bilden die Tourismusorte, und ich sage ganz klar: Es müssen so manche Städte noch umdenken und sich als Tourismusstädte deklarieren in der Form, daß, wenn Gäste in der Stadt sind, speziell Kongreßtouristen – es ist bekannt, daß die außergewöhnlich viel Geld für den Einkauf ausgeben –, diese auch einkaufen können (Beifall bei den Freiheitlichen), daß sie die Städte an einem Samstagnachmittag nicht leer kennenlernen und dann nach Norditalien weiterfahren und dort ihren Einkauf tätigen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind Rahmenbedingungen, die geändert werden müssen. Und nur unter der Voraussetzung, daß wir entsprechend motivierte Mitarbeiter in funktionierenden Betrieben haben, unter der Voraussetzung, daß auch die kleinen und mittleren Unternehmer im Handel noch eine Überlebenschance haben, daß sie auch bei einer längeren Öffnungszeit nicht gezwungen sind, "unendlich" lang im Betrieb zu stehen, werden Sie vielleicht in nächster Zeit in uns einen Partner finden. Eine Grundvoraussetzung dafür ist jedenfalls eine Erleichterung der Rahmenbedingungen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Selbstverständlich ist uns Liberalen der Schutz des Konsumenten sehr, sehr wichtig, aber wir glauben schon, daß der Schutz des Konsumenten besser durch einen ausreichenden Versicherungsschutz als durch irgendeinen Befähigungsnachweis einer Meisterprüfung, die vor zehn oder 15 Jahren einmal abgelegt wurde, gewährleistet ist. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf der Abg. Hostasch.
Was ich aber nicht verstehe, ist, daß Sie glauben, ein restriktives Öffnungszeitengesetz wäre eine geeignete Maßnahme, arbeitsrechtliche Verletzungen hintanzuhalten. Dieser Schluß ist mir, ehrlich gesagt, nicht ganz klar. (Zwischenruf der Abg. Hostasch. ) Natürlich, das ist es ja derzeit, und das wissen Sie auch.
Beifall beim Liberalen Forum und Beifall des Abg. Meisinger.
Frau Kollegin Hostasch! Auch Sie haben wider besseres Wissen der Arbeiterkammer bei diesem Bonus-Malus-System mitgestimmt, das gerade die Chancen der älteren Arbeitnehmerinnen wesentlich einschränkt. (Beifall beim Liberalen Forum und Beifall des Abg. Meisinger. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist eine Tatsache, daß die Chancen der Frauen im Wirtschaftsleben, auf dem Arbeitsmarkt gering sind. Wenn ich mir nur die letzten drei Berichte – Bundeskanzler, Wirtschaftsminister und Finanzminister – zur wirtschaftlichen Lage in Österreich in Erinnerung rufe: Das Wort "Frau", das Wort "Frauenförderung" kam in allen drei Berichten nicht ein einziges Mal vor! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Guggenberger: Jetzt haben wir schon wieder Wahlen!
Ich möchte darauf aufmerksam machen, daß wir zwar heute die erste Lesung haben, aber noch nicht abzustimmen brauchen. Es wird also kein Kleingeld daraus geschlagen. Sie haben die Möglichkeit, sich im Ausschuß und dann, hoffe ich, auch noch im Plenum zum passiven Wahlrecht zu bekennen. (Abg. Mag. Guggenberger: Jetzt haben wir schon wieder Wahlen!)
Abg. Meisinger: Das ist aber eine leichte Übertreibung!
Und dann gab es noch ein Argument, das da gelautet hat: Wegen des Befreiungsscheines geht es nicht, da sind große Gefahren damit verbunden. – Es wurde dies auch von der FPÖ gesagt, die interessanterweise nicht grundsätzlich gesagt hat, sie sei gegen das passive Wahlrecht – zumindestens war das aus den Debattenbeiträgen, die ich studiert habe, nicht erkennbar –, sondern die gesagt hat: Wenn wir das den Ausländern genehmigen würden, dann könnten über den Umweg Arbeiterkammermandat Tausende Ausländer über ihre fünfjährige Tätigkeit in den Kammern und über die vierjährige Tätigkeit im Betriebsrat sozusagen das Ausländerbeschäftigungsgesetz zum Kippen bringen. Dann hätten sie ja aufgrund der Beschäftigungsbewilligung nur für zwei Jahre ein Anrecht, hierzubleiben, und dann würden Zehntausende, Hundertausende Ausländer auf ihren Mandaten hocken und wären nicht mehr aus dem Land zu bringen. (Abg. Meisinger: Das ist aber eine leichte Übertreibung!) – Eine leichte Übertreibung, zugegeben, Kollege Meisinger, aber in diese Richtung ist argumentiert worden. Du selbst warst es ja auch, der dieses Argument verwendet hat.
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Bei den EU-Bürgern und EWR-Bürgern – ich erinnere an die Debatte von 1994 – hat es damals im Parlament geheißen: Das stimmt schon, wir sind ja ohnehin dafür, und natürlich ist ihnen auch das passive Wahlrecht garantiert. Wir schreiben es nicht extra ins Gesetz hinein, aber selbstverständlich gilt es. Wir wollen nur – wie es im Volksmund heißt – keine schlafenden Hunde aufwecken. Wenn wir das ins Gesetz hineinnehmen würden, wenn wir da eine Gesetzesänderung machen würden, dann könnte ja irgend jemand daherkommen und das für andere auch noch fordern. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Ich hoffe, daß diese Verurteilung kommt, aber noch mehr hoffe ich, daß es doch gelingt, in diesen nächsten Monaten eine seriöse Debatte darüber zu führen, daß dieses Wahlrecht nicht länger vorenthalten werden darf. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Edler: Was sagst du jetzt? – Abg. Öllinger: Abstimmen!
Ich kann nur sagen, um die Grundeinstellung zu skizzieren, daß ich diese Ansicht durchaus teile (Abg. Edler: Was sagst du jetzt? – Abg. Öllinger: Abstimmen!) und daß es daher wichtig ist, daß ausländische Arbeitskräfte in den Genuß des gesamten Arbeitsrechtes und in den Genuß der gesamten Kollektivverträge in Österreich kommen.
Abg. Öllinger: Da sind Sie schlecht informiert!
Sie haben also das gesamte Dienstleistungsangebot für sich. Sie haben auch das aktive Wahlrecht, und das passive Wahlrecht wäre natürlich ein logischer nächster Schritt in dieser Entwicklung. Sie wissen genau, Herr Abgeordneter, daß es in der Wiener Arbeiterkammer aufgrund einer Petition einen Antrag gegeben hat, der dort mit Mehrheit beschlossen worden ist, in dem eben dieses passive Wahlrecht auch für ausländische Arbeitnehmer verlangt wird. Allerdings – das muß ich auch dazusagen – ist dieser Meinungsbildungsprozeß, der in Wien gelaufen ist, in den anderen Arbeiterkammern entweder noch gar nicht begonnen worden oder in manchen anderen Arbeiterkammern (Abg. Öllinger: Da sind Sie schlecht informiert!) – na sicher (Abg. Öllinger: In Oberösterreich!) – auch so beendet worden, daß die sich gegen das passive Wahlrecht von Arbeitnehmern ausgesprochen haben (Abg. Öllinger: Das stimmt!) , und es gibt einige Gründe dafür, die man hier aufzählen kann.
Abg. Öllinger: In Oberösterreich!
Sie haben also das gesamte Dienstleistungsangebot für sich. Sie haben auch das aktive Wahlrecht, und das passive Wahlrecht wäre natürlich ein logischer nächster Schritt in dieser Entwicklung. Sie wissen genau, Herr Abgeordneter, daß es in der Wiener Arbeiterkammer aufgrund einer Petition einen Antrag gegeben hat, der dort mit Mehrheit beschlossen worden ist, in dem eben dieses passive Wahlrecht auch für ausländische Arbeitnehmer verlangt wird. Allerdings – das muß ich auch dazusagen – ist dieser Meinungsbildungsprozeß, der in Wien gelaufen ist, in den anderen Arbeiterkammern entweder noch gar nicht begonnen worden oder in manchen anderen Arbeiterkammern (Abg. Öllinger: Da sind Sie schlecht informiert!) – na sicher (Abg. Öllinger: In Oberösterreich!) – auch so beendet worden, daß die sich gegen das passive Wahlrecht von Arbeitnehmern ausgesprochen haben (Abg. Öllinger: Das stimmt!) , und es gibt einige Gründe dafür, die man hier aufzählen kann.
Abg. Öllinger: Das stimmt!
Sie haben also das gesamte Dienstleistungsangebot für sich. Sie haben auch das aktive Wahlrecht, und das passive Wahlrecht wäre natürlich ein logischer nächster Schritt in dieser Entwicklung. Sie wissen genau, Herr Abgeordneter, daß es in der Wiener Arbeiterkammer aufgrund einer Petition einen Antrag gegeben hat, der dort mit Mehrheit beschlossen worden ist, in dem eben dieses passive Wahlrecht auch für ausländische Arbeitnehmer verlangt wird. Allerdings – das muß ich auch dazusagen – ist dieser Meinungsbildungsprozeß, der in Wien gelaufen ist, in den anderen Arbeiterkammern entweder noch gar nicht begonnen worden oder in manchen anderen Arbeiterkammern (Abg. Öllinger: Da sind Sie schlecht informiert!) – na sicher (Abg. Öllinger: In Oberösterreich!) – auch so beendet worden, daß die sich gegen das passive Wahlrecht von Arbeitnehmern ausgesprochen haben (Abg. Öllinger: Das stimmt!) , und es gibt einige Gründe dafür, die man hier aufzählen kann.
Abg. Öllinger: Was ist bei den Österreichern?
Es ist von einzelnen Arbeiterkammern, soweit ich weiß, auch die Sorge geäußert worden, daß wahlwerbende Gruppen sich möglicherweise dann nur nach Nationen und Nationalitäten orientieren könnten (Abg. Öllinger: Was ist bei den Österreichern?) und daß dann innerhalb der Gruppe der ausländischen Arbeitnehmer nicht die Probleme des österreichischen Arbeitsmarktes im Vordergrund stehen, sondern irgendwelche anderen nationalistischen Probleme, und ich glaube nicht, daß es zum Beispiel gut wäre, eine Plattform dafür zu bieten, daß es etwa eine serbische, eine kroatische und eine moslemische wahlwerbende Gruppe bei einzelnen Arbeiterkammern gäbe.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Wahlrecht ist auch der letzte große Meilenstein in der Reform der Arbeiterkammer. Die Reform der Arbeiterkammer hat im eigentlichen Betrieb stattgefunden. Die Arbeiterkammern sind modernisiert, neu strukturiert, sie funktionieren und werden, wie die Mitgliederbefragung zeigt, auch in einem sehr, sehr hohen Maß akzeptiert. Ein letzter Meilenstein ist notwendig. Er betrifft das Wahlrecht, und man sollte alle offenen Punkte in diesem Wahlrecht dann auf einmal diskutieren. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Es gibt ja keine!
Darum bemühen wir uns. Aber eine Diskussion in diesem Bereich halten wir nicht für zielführend, weil sie keinen Lösungsansatz bietet. Ich habe noch nie gehört, daß ein Ausländer, der Betriebsrat ist, die Probleme besser löst als ein Österreicher. (Abg. Öllinger: Es gibt ja keine!) Ich habe noch nie gehört, daß ein Kammerrat, der Österreicher ist, die Probleme schlechter löst als ein Kammerrat, der Ausländer wäre. Ich habe das noch nie gehört. (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.) Was sie brauchen, ist die Vertretung ihrer Interessen, und das geschieht durch die verschiedenen Institutionen und Einrichtungen, die wir haben, und ich möchte Sie bitten, das zu bedenken.
Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Darum bemühen wir uns. Aber eine Diskussion in diesem Bereich halten wir nicht für zielführend, weil sie keinen Lösungsansatz bietet. Ich habe noch nie gehört, daß ein Ausländer, der Betriebsrat ist, die Probleme besser löst als ein Österreicher. (Abg. Öllinger: Es gibt ja keine!) Ich habe noch nie gehört, daß ein Kammerrat, der Österreicher ist, die Probleme schlechter löst als ein Kammerrat, der Ausländer wäre. Ich habe das noch nie gehört. (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.) Was sie brauchen, ist die Vertretung ihrer Interessen, und das geschieht durch die verschiedenen Institutionen und Einrichtungen, die wir haben, und ich möchte Sie bitten, das zu bedenken.
Abg. Hostasch: Wir auch!
An das Arbeiterkammerwahlrecht haben wir allerdings andere Wünsche – das wissen Sie, Frau Präsidentin (Abg. Hostasch: Wir auch!) –, und diese Wünsche werden wir bei passender Gelegenheit auch hier im Hohen Hause diskutieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
An das Arbeiterkammerwahlrecht haben wir allerdings andere Wünsche – das wissen Sie, Frau Präsidentin (Abg. Hostasch: Wir auch!) –, und diese Wünsche werden wir bei passender Gelegenheit auch hier im Hohen Hause diskutieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Wie viele betrifft das?
Ich verwahre mich aber dagegen, dieses passive Wahlrecht jetzt im allgemeinen auf die Arbeiterkammerwahlen und auf die Betriebsratswahlen in Österreich überhaupt auszudehnen, denn man sollte doch berücksichtigen, daß die Beschäftigungsbewilligung für zwei Jahre erteilt wird und eben nach zwei Jahren ausläuft, die Legislaturperiode eines Betriebsrates dauert aber vier Jahre, die Legislaturperiode für die Arbeiterkammerwahl dauert fünf Jahre. Das wäre ein Umgehen dieses Gesetzes. (Abg. Öllinger: Wie viele betrifft das?)
Abg. Öllinger: Ach, die Partei spielt keine Rolle?!
Mit den übrigen Argumenten, die jetzt gerade Kollege Feurstein und Kollege Kaufmann vorgebracht haben, gehe ich eigentlich komplett konform. Einem österreichischen Betriebsrat, einem verantwortungsvollen Betriebsrat, dem muß es vollkommen egal sein, welcher nationaler Zugehörigkeit, welcher Parteizugehörigkeit jemand ist. Er muß für seine Klientel dasein und diese vertreten. (Abg. Öllinger: Ach, die Partei spielt keine Rolle?!) Ich mache das so als Betriebsrat, Kollege Öllinger. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich habe noch nie gefragt, bist du ein Grüner, bist du ein Slowene, denn ich komme aus dem zweisprachigen Gebiet in Kärnten. Das ist auch nicht ganz so einfach. Wir haben viele Grenzgänger, und ich habe auch mit vielen Kollegen aus dem benachbarten Slowenien zusammengearbeitet und habe nie Probleme gehabt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mit den übrigen Argumenten, die jetzt gerade Kollege Feurstein und Kollege Kaufmann vorgebracht haben, gehe ich eigentlich komplett konform. Einem österreichischen Betriebsrat, einem verantwortungsvollen Betriebsrat, dem muß es vollkommen egal sein, welcher nationaler Zugehörigkeit, welcher Parteizugehörigkeit jemand ist. Er muß für seine Klientel dasein und diese vertreten. (Abg. Öllinger: Ach, die Partei spielt keine Rolle?!) Ich mache das so als Betriebsrat, Kollege Öllinger. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich habe noch nie gefragt, bist du ein Grüner, bist du ein Slowene, denn ich komme aus dem zweisprachigen Gebiet in Kärnten. Das ist auch nicht ganz so einfach. Wir haben viele Grenzgänger, und ich habe auch mit vielen Kollegen aus dem benachbarten Slowenien zusammengearbeitet und habe nie Probleme gehabt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Öllinger, es ist doch ganz klar, was die grüne Fraktion hier im Schilde führt. Sie plakatiert, sie ist nicht für alle da. Aber sie ist für die Ausländer da. Sie will das passive Wahlrecht bei Betriebsratswahlen und bei Arbeiterkammerwahlen. Das ist aber nur der Anfang, denn in Zukunft fordert man das natürlich auch bei Kommunalwahlen, bei Landtagswahlen und bei Nationalratswahlen, damit man eine größere Klientel hat, damit zu diesen 6, 7 oder 8 Prozent noch ein, zwei dazukommen. Das ist der ganze Hintergedanke dabei. Aber Gott sei Dank ist auch die Einsicht der SPÖ und der ÖVP so weit gediehen, daß man Ihnen hier nicht auf den Leim geht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist ja doch vielleicht bemerkenswert, daß bereits die Vollversammlung der Wiener Arbeiterkammer im November 1995 sich ganz eindeutig hierzu geäußert hat, nämlich positiv. Also offenbar gibt es eine Teilorganisation in diesem Bereich, die kein Problem hat, die Demokratie zu öffnen, und wir sind der Meinung, wenn man sich nicht dem Verdacht aussetzen will, daß man andere Gründe hat – nämlich die, die Kollege Dolinschek vorgebracht hat –, dann muß man das so sehen, denn es geht hier um Demokratie und Wählbarkeit und nicht um Bevormundung und Gnadenerweis. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das ist ja furchtbar! So eine Argumentation ist ja furchtbar!
Ich bitte, diesen Aspekt schon zu berücksichtigen, meine Damen und Herren. Ich glaube, es wäre klimatisch der falsche Weg. Daher ist meine Position ziemlich klar ein Nein zum passiven Wahlrecht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das ist ja furchtbar! So eine Argumentation ist ja furchtbar!)
Abg. Öllinger: Ich bitte darum!
Abgeordneter Anton Blünegger (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Geschätzter Herr Präsident! Kollege Öllinger, ich muß mich eigentlich beherrschen (Abg. Öllinger: Ich bitte darum!) , um Ihnen nicht die Stimmung der Arbeitnehmer, der Arbeitslosen, der Arbeitssuchenden und der Gewerbetreibenden zu sagen, die an der Basis sind. Die haben sicher kein Verständnis für die jetzige Situation, in der wir uns eigentlich mit anderen Problemen beschäftigen müssen. (Abg. Öllinger: Ah, das war es also!) Das ist es nämlich: Die Arbeitslosigkeit bekämpfen, den Wirtschaftsstandort Österreich absichern, das sind Aufgaben, die wir jetzt in Angriff nehmen müssen. Daher will ich dir nicht unbedingt die Stimmung zur Kenntnis bringen, die es draußen an der Basis gibt.
Abg. Öllinger: Ah, das war es also!
Abgeordneter Anton Blünegger (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Geschätzter Herr Präsident! Kollege Öllinger, ich muß mich eigentlich beherrschen (Abg. Öllinger: Ich bitte darum!) , um Ihnen nicht die Stimmung der Arbeitnehmer, der Arbeitslosen, der Arbeitssuchenden und der Gewerbetreibenden zu sagen, die an der Basis sind. Die haben sicher kein Verständnis für die jetzige Situation, in der wir uns eigentlich mit anderen Problemen beschäftigen müssen. (Abg. Öllinger: Ah, das war es also!) Das ist es nämlich: Die Arbeitslosigkeit bekämpfen, den Wirtschaftsstandort Österreich absichern, das sind Aufgaben, die wir jetzt in Angriff nehmen müssen. Daher will ich dir nicht unbedingt die Stimmung zur Kenntnis bringen, die es draußen an der Basis gibt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir in der Tiroler Arbeiterkammer haben einen Ausländerbeirat, mit dem wir genau die Problematik der Ausländer, also in dem Fall der Gastarbeiter, voll im Griff haben, und wir wissen, warum es diesen Ausländerbeirat gibt. Wir beschäftigen uns mit diesen Problemen, und da gibt es keine Diskriminierung, aber eines ist auch klar: Nur für Subventionen oder um ihre Klubs zu finanzieren, dafür sind wir eigentlich an und für sich auch nicht da. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Manche Österreicher bräuchten auch einen!
Ich möchte jetzt eine Presseaussendung vorlesen, die der Landeshauptmann von Tirol, Herr Wendelin Weingartner, gestern in der APA veröffentlicht hat: "Der Tiroler Landeshauptmann Wendelin Weingartner hat sich am Donnerstag besorgt über die Einbürgerungspraxis in Tirol gezeigt. Vor der Verleihung der Staatsbürgerschaften soll es in Zukunft Intensivdeutschkurse für Einwanderungswillige geben." – Ich glaube, meine sehr geschätzten Damen und Herren, damit sollten wir uns auch beschäftigen. (Abg. Öllinger: Manche Österreicher bräuchten auch einen!) Wir sollten für Ausländer und auch für unsere Gastarbeiter Deutschkurse durchführen.
Abg. Öllinger: Selbstverständlich!
Meine Frage ist: Wo bleibt der Grundsatz der Gleichzeitigkeit? In keinem anderen Land haben wir Österreicher auf dieser Basis das Wahlrecht. (Abg. Öllinger: Selbstverständlich!) Wir sagen: Nein, wir wollen nicht, daß Österreich zu einer multikulturellen Gesellschaft wird. (Abg. Öllinger: In allen europäischen Ländern!) Wir sagen nein, weil wir nicht wollen, daß wir eines Tages von Ausländern regiert werden. Und wir sagen nein, weil wir die Interessen der Österreicher vertreten!
Abg. Öllinger: In allen europäischen Ländern!
Meine Frage ist: Wo bleibt der Grundsatz der Gleichzeitigkeit? In keinem anderen Land haben wir Österreicher auf dieser Basis das Wahlrecht. (Abg. Öllinger: Selbstverständlich!) Wir sagen: Nein, wir wollen nicht, daß Österreich zu einer multikulturellen Gesellschaft wird. (Abg. Öllinger: In allen europäischen Ländern!) Wir sagen nein, weil wir nicht wollen, daß wir eines Tages von Ausländern regiert werden. Und wir sagen nein, weil wir die Interessen der Österreicher vertreten!
Abg. Öllinger: Wählen dürfen sie uns eh jetzt schon! Blünegger, du verstehst das Wahlrecht nicht! Wählen dürfen sie uns jetzt schon!
Für Ihren Antrag finden Sie in der österreichischen Bevölkerung sicher keine Mehrheit. Aber seien Sie ehrlich, meine sehr geschätzten Damen und Herren von den Grünen: Sie wollen das passive Wahlrecht nur deshalb einführen, weil Sie sich davon neue Wählerschichten erwarten. (Abg. Öllinger: Wählen dürfen sie uns eh jetzt schon! Blünegger, du verstehst das Wahlrecht nicht! Wählen dürfen sie uns jetzt schon!) Aber jeder, der in Österreich lebt, hat die Möglichkeit, auch die österreichische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Dann ist auch er passiv wahlberechtigt. – Bei den Österreichern haben Sie Ihr Potential in der linken Gesellschaft wahrscheinlich schon ausgeschöpft.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir sagen nein, denn wir wollen keine Diktatur Ihrer Auffassung, und daher werden wir diesem Antrag im Ausschuß sicher nicht die Zustimmung geben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Wie lange ist man Gast?
Weiter steht darin: "Eine volle Beteiligung an der Vertretung ihrer Interessen wird ihnen jedoch immer noch verwährt." – Da finden wir nicht nur einen gewaltigen Rechtschreibfehler, denn "verwehrt" schreibt man mit "e", sondern da beginnt auch die Begründung unwahr und eher skurril zu werden, denn eines muß uns schon klar sein: Ausländer sind eben Gäste bei uns und sollten unsere Lebensart annehmen (Abg. Öllinger: Wie lange ist man Gast?), und es sollte nicht umgekehrt sein.
Abg. Dr. Kier: Das hat mit der Kultur nichts zu tun, sondern mit der Mitgliedschaft in der AK!
Die ständigen Aufrufe von linken Kreisen, die Gleichberechtigung aller Herkunftskulturen mit unserer Kultur ... (Abg. Dr. Kier: Das hat mit der Kultur nichts zu tun, sondern mit der Mitgliedschaft in der AK!) Sie beeinflussen die Ausländer, beherrschen so die Materie und verunsichern. (Zwischenrufe bei den Grünen. – Ruf: Das ist ein Wahnsinn!) Das ist kein Wahnsinn! (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Sie sind jene Gruppe, die die Ausländer zur Nichtintegrierung aufruft. Dem setzt die FPÖ die Forderung entgegen, daß sich Zuwanderer nach und nach an unsere Kultur und Lebensart gewöhnen und sich eingliedern sollen. Daher soll es auch keine vorzeitige Einbürgerung geben.
Zwischenrufe bei den Grünen. – Ruf: Das ist ein Wahnsinn!
Die ständigen Aufrufe von linken Kreisen, die Gleichberechtigung aller Herkunftskulturen mit unserer Kultur ... (Abg. Dr. Kier: Das hat mit der Kultur nichts zu tun, sondern mit der Mitgliedschaft in der AK!) Sie beeinflussen die Ausländer, beherrschen so die Materie und verunsichern. (Zwischenrufe bei den Grünen. – Ruf: Das ist ein Wahnsinn!) Das ist kein Wahnsinn! (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Sie sind jene Gruppe, die die Ausländer zur Nichtintegrierung aufruft. Dem setzt die FPÖ die Forderung entgegen, daß sich Zuwanderer nach und nach an unsere Kultur und Lebensart gewöhnen und sich eingliedern sollen. Daher soll es auch keine vorzeitige Einbürgerung geben.
Ironische Heiterkeit bei den Grünen.
Die ständigen Aufrufe von linken Kreisen, die Gleichberechtigung aller Herkunftskulturen mit unserer Kultur ... (Abg. Dr. Kier: Das hat mit der Kultur nichts zu tun, sondern mit der Mitgliedschaft in der AK!) Sie beeinflussen die Ausländer, beherrschen so die Materie und verunsichern. (Zwischenrufe bei den Grünen. – Ruf: Das ist ein Wahnsinn!) Das ist kein Wahnsinn! (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Sie sind jene Gruppe, die die Ausländer zur Nichtintegrierung aufruft. Dem setzt die FPÖ die Forderung entgegen, daß sich Zuwanderer nach und nach an unsere Kultur und Lebensart gewöhnen und sich eingliedern sollen. Daher soll es auch keine vorzeitige Einbürgerung geben.
Ruf bei den Grünen: Spektrum!
In Wien wurde bei der Einbürgerung mit lockerer Hand vorgegangen. Sie wissen, daß die Wartezeit auf vier Jahre gekürzt wurde. Von 1990 bis 1995 sind beinahe 50 000 Ausländer eingebürgert worden, davon 40 Prozent vorzeitig. Das kommt einem Ausverkauf der österreichischen Staatsbürgerschaft gleich. Es erhofft sich die SPÖ oder Teile der SPÖ, aber natürlich das linke (Ruf bei den Grünen: Spektrum!) Segment in Österreich neue Gruppen für Mehrheiten. (Abg. Dr. Nowotny: Deutsche Sprache!)
Abg. Dr. Nowotny: Deutsche Sprache!
In Wien wurde bei der Einbürgerung mit lockerer Hand vorgegangen. Sie wissen, daß die Wartezeit auf vier Jahre gekürzt wurde. Von 1990 bis 1995 sind beinahe 50 000 Ausländer eingebürgert worden, davon 40 Prozent vorzeitig. Das kommt einem Ausverkauf der österreichischen Staatsbürgerschaft gleich. Es erhofft sich die SPÖ oder Teile der SPÖ, aber natürlich das linke (Ruf bei den Grünen: Spektrum!) Segment in Österreich neue Gruppen für Mehrheiten. (Abg. Dr. Nowotny: Deutsche Sprache!)
Abg. Öllinger: Thema verfehlt!
Wir Freiheitliche fordern die Beibehaltung der Wartefrist von zehn Jahren; diese soll die Voraussetzung für die Einbürgerung sein, um dann eben auch das passive Wahlrecht zu erhalten. (Abg. Öllinger: Thema verfehlt!) Für die Vergabe der Staatsbürgerschaft muß auch der Nachweis einer ordentlichen Lebensführung erbracht werden. Es sollten diese Personen – beispielsweise in Amerika und in anderen Ländern wird dies auch gefordert – auch der Deutschkenntnisse mächtig sein und einigermaßen Grundkenntnisse hinsichtlich der österreichischen Bundesverfassung und der österreichischen Geschichte haben. Es wäre auch zu prüfen, ob sich die Staatsbürgerschaftswerber in die österreichischen Verhältnisse eingliedern wollen.
Abg. Mag. Kammerlander: Das wird gefährlich!
Es soll kein passives Ausländerwahlrecht bei den allgemeinen Wahlen, aber auch nicht bei Arbeiterkammer- und Betriebsratswahlen geben. In einer demokratischen Gesellschaft soll das Wahlrecht eines der wichtigsten Bürgerrechte sein und daher nur von jenen ausgeübt werden, die sich mit dieser Gesellschaft und mit diesem Staat voll identifizieren (Abg. Mag. Kammerlander: Das wird gefährlich!) und die Wahlentscheidung auf Dauer tragen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es soll kein passives Ausländerwahlrecht bei den allgemeinen Wahlen, aber auch nicht bei Arbeiterkammer- und Betriebsratswahlen geben. In einer demokratischen Gesellschaft soll das Wahlrecht eines der wichtigsten Bürgerrechte sein und daher nur von jenen ausgeübt werden, die sich mit dieser Gesellschaft und mit diesem Staat voll identifizieren (Abg. Mag. Kammerlander: Das wird gefährlich!) und die Wahlentscheidung auf Dauer tragen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Die Integration von Menschen, die schon viele Jahre in Österreich leben, muß unser Ziel sein. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Ein paar Worte noch.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Auch die Doppelzüngigkeit der sozialistischen Arbeitnehmervertreter ist ein Verhängnis. Auf der einen Seite ist die windige Propaganda für die "Aktion Fairneß" des ÖGB, in der die einheitliche Behandlung der Arbeitnehmer vorgegaukelt wird, auf der anderen Seite haben wir das Post-Betriebsverfassungsgesetz oder das ÖGB-Betriebsverfassungsgesetz, das jetzt in Ausarbeitung ist, die Zeichen dafür sind, daß die Gleichbehandlung aller unselbständig Erwerbstätigen nicht gegeben ist und daß auch nicht der Wille dazu besteht, in Zukunft diese Gleichbehandlung einzuführen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das gehört jetzt nicht mehr dazu!
Abgeordnete Ing. Monika Langthaler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Von der Sozialpolitik zur Umweltpolitik, obwohl ich zu den letzten Wortmeldungen noch gerne ein paar Anmerkungen machen möchte. (Abg. Scheibner: Das gehört jetzt nicht mehr dazu!)
Beifall bei den Grünen.
Es war wirklich eine beschämende Debatte, und es ist vor allem bedauerlich, daß Sie – das gilt insbesondere für die ÖVP – nur jene Bereiche der Europäischen Union übernehmen wollen, die Ihnen unmittelbar wirtschaftliche Vorteile bringen. Aber jene Punkte, die im Bereich der Menschenrechte oder der Mitsprache bessere Bedingungen vorsehen, interessieren Sie offensichtlich nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich hoffe auf eine sachliche und vernünftige Diskussion und vor allem darauf, daß man sich die Vorschläge der Oppositionsparteien in diesem Bereich tatsächlich genau anschaut. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Wabl: Für welchen Einspeisetarif sind Sie ungefähr?
Ich stelle mir auch vor, daß wir im Stile des englischen Modells hergehen und einen Ausschreibungsmodus einsetzen, um sicherzustellen, daß wir höchstmögliche Effizienz beim Mitteleinsatz erreichen können und ein paar andere Dinge mehr. Es wird der Kombination ... (Abg. Wabl: Für welchen Einspeisetarif sind Sie ungefähr?) Herr Kollege! Wollen wir das jetzt schon auf Groschen festlegen? (Abg. Wabl: Ungefähr!) Ich habe keine Freude an Ungefähr-Diskussionen. Es ist noch ein weiter Weg bis dorthin.
Abg. Wabl: Ungefähr!
Ich stelle mir auch vor, daß wir im Stile des englischen Modells hergehen und einen Ausschreibungsmodus einsetzen, um sicherzustellen, daß wir höchstmögliche Effizienz beim Mitteleinsatz erreichen können und ein paar andere Dinge mehr. Es wird der Kombination ... (Abg. Wabl: Für welchen Einspeisetarif sind Sie ungefähr?) Herr Kollege! Wollen wir das jetzt schon auf Groschen festlegen? (Abg. Wabl: Ungefähr!) Ich habe keine Freude an Ungefähr-Diskussionen. Es ist noch ein weiter Weg bis dorthin.
Beifall bei der ÖVP.
Wichtig ist, daß über diesen Mechanismus eine höchstmögliche Förderungseffizienz erreicht werden kann und daß die Technologieentwicklung unterstützt wird. Ich glaube, das sind die wichtigen Eckpunkte dabei. Das wird in einer vernünftigen Kombination von Investitionsförderung und Einspeisetarifunterstützung erfolgen müssen. Aber das gemeinsame Ziel ist – und da bin ich für eine sehr offene Diskussion auch bei uns im Ausschuß – klar dem Toronto-Ziel untergeordnet. Wir müssen diesen erneuerbaren Energien durch eine vernünftige Regelung bei der Einspeisung zum Durchbruch verhelfen, weil das dazu beiträgt, das Toronto-Ziel zu erreichen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich halte es für zweckmäßig, die neue Einspeisungsregelung beim Energieorganisationsgesetz mitzuverhandeln und in dieses miteinzubinden. Ich kann versprechen, daß ich Sie und alle Betreiber im Bestreben unterstützen werde, daß die Bundeseinspeisungsverordnung nicht mit 31. 12. ausläuft, sondern so lange weitergeführt wird, bis wir eine akzeptable Lösung im Rahmen des Energieorganisationsgesetzes gefunden haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Oberhaidinger! Es war interessant, Sie sagen zu hören, daß Sie irgendwann einmal die Energiesteuer zweckmäßig einsetzen werden. – Das bedeutet für mich, daß dies im Moment nicht der Fall ist. Umso wichtiger ist es daher, daß wir uns relativ rasch auf das einigen, wofür ohnehin bereits viel Konsens besteht. (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. )
Abg. Kopf: Das stimmt nicht ganz, aber ungefähr!
Ich habe mit dir Gespräche geführt, in denen du mir das bestätigt hast. Um gleich auch auf diese Frage einzugehen: Du hast gesagt, daß kein Umweltausschuß notwendig ist. Ich habe mich sehr bemüht, einen Ausschuß schon für die nächste Zeit zustande zu bringen, man hat mir jedoch seitens der ÖVP zu verstehen gegeben, daß das überhaupt nicht notwendig ist. Das Generalübereinkommen werde ohnehin verlängert, und irgendwann werden wir dann in Ruhe über eine völlige Neuordnung reden können. Aber diese Verlängerung sei auf alle Fälle sichergestellt. Ist das richtig? (Abg. Kopf: Das stimmt nicht ganz, aber ungefähr!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zudem erinnere ich an das Jahr 1994: Damals wurde auch von Österreich ein Rahmenübereinkommen zum Thema Klimaveränderung unterzeichnet, in dem wir uns verpflichtet haben, entsprechende Maßnahmen zu beschließen, daß die CO2-Ausstöße reduziert werden. Wenn Österreich als verläßlicher Partner gelten will, dann müßte die Stromerzeugung neue Wege gehen, wie es schon von allen Parteien beschrieben wurde. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Das heißt, dieser doppelten Herausforderung ist zu begegnen, und ich meine, daß es auf jeden Fall nützlich sein wird, hier in Ruhe und mit parlamentarischer Sorgfalt vorzugehen. Daher richte ich auch den Appell an die beiden Kollegen aus den Regierungsfraktionen, an Herrn Kollegen Oberhaidinger und Herrn Kollegen Kopf, einen besonderen Ausschuß einzurichten. Denn ich meine, daß es sinnvoll ist, diese Thematik aus der Tagesarbeit des Wirtschaftsausschusses etwas herauszulösen. Wir werden vielleicht auch Expertenhearings brauchen, und wir werden vor allem Experten dazu einladen müssen, die nicht ausschließlich aus der österreichischen Elektrizitätswirtschaft kommen, denn sonst beraten uns Leute, deren eigenes Feld wir reformieren müssen, und das ist zu allen Zeiten sehr riskant. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Wabl: Ja, genau!
Abgeordneter Karl Freund (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Hohes Haus! Die Förderung und die Produktion erneuerbarer Energie aus Biomasse und Wasserkraft waren schon immer ein zentrales Anliegen der Österreichischen Volkspartei. (Abg. Wabl: Ja, genau!) Diese Politik, die von der gesamten Bundesregierung getragen wird, hat insbesondere unter Wirtschaftsminister Dr. Schüssel wesentliche Impulse in Richtung Alternativenergien erhalten. Das Ergebnis dieser Politik ist, daß bereits heute 15 Prozent des Energiebedarfs durch Energie aus Biomasse gedeckt werden und Österreich europaweit eine führende Position einnimmt.
Beifall bei der ÖVP.
Auch über meine Initiative wurde in Oberösterreich bereits vor Jahren ein Förderpool für Alternativenergien geschaffen, der von der OKA, der Erdgasgesellschaft, der Linzer ESG und dem Land Oberösterreich gespeist wird. Meine Vorredner haben davon gesprochen, daß man österreichweit einen solchen Pool schaffen sollte. Ich bin zuversichtlich, daß man auf diesem Gebiet zu einer entsprechenden Lösung kommt, weil wir in Oberösterreich bereits Erfahrung sammeln konnten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Das ist falsch!
In Eberschwang in Oberösterreich und an anderen Orten Österreichs wurden Windkraftanlagen errichtet, mit denen man bereits beste Erfahrungen gemacht hat. Bauwirtschaft und Baunebengewerbe profitieren von großen und kleinen Projekten. An dieser Stelle möchte ich besonders auch die Wasserkraft erwähnen, zum Beispiel den Bau des Donaukraftwerkes Freudenau in Wien, wo zirka 900 Leute beschäftigt sind. (Abg. Wabl: Das ist falsch!) In Oberösterreich soll das Traunkraftwerk Lambach errichtet werden, das ebenfalls Hunderte Arbeitsplätze bringt und noch dazu die umweltfreundlichste Energie liefert. Warum der sozialdemokratische Landeshauptmann-Stellvertreter Hochmair, der freiheitliche Landesrat Achatz und die Grünen dagegen sind und mit allen Mitteln dagegen kämpfen, verstehen ich und mit mir auch ein Großteil der oberösterreichischen Bevölkerung nicht. (Beifall bei der ÖVP.) Wie kann ein Grüner gegen die Wasserkraft sein? Es müssen andere Motive sein, vielleicht politische, die hier den Ausschlag geben. (Abg. Wabl: Pfui!) Die Volkspartei bekennt sich zur Wasserkraft und zum Ausbau der alternativen Energieträger, weil das die Zukunft ist. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In Eberschwang in Oberösterreich und an anderen Orten Österreichs wurden Windkraftanlagen errichtet, mit denen man bereits beste Erfahrungen gemacht hat. Bauwirtschaft und Baunebengewerbe profitieren von großen und kleinen Projekten. An dieser Stelle möchte ich besonders auch die Wasserkraft erwähnen, zum Beispiel den Bau des Donaukraftwerkes Freudenau in Wien, wo zirka 900 Leute beschäftigt sind. (Abg. Wabl: Das ist falsch!) In Oberösterreich soll das Traunkraftwerk Lambach errichtet werden, das ebenfalls Hunderte Arbeitsplätze bringt und noch dazu die umweltfreundlichste Energie liefert. Warum der sozialdemokratische Landeshauptmann-Stellvertreter Hochmair, der freiheitliche Landesrat Achatz und die Grünen dagegen sind und mit allen Mitteln dagegen kämpfen, verstehen ich und mit mir auch ein Großteil der oberösterreichischen Bevölkerung nicht. (Beifall bei der ÖVP.) Wie kann ein Grüner gegen die Wasserkraft sein? Es müssen andere Motive sein, vielleicht politische, die hier den Ausschlag geben. (Abg. Wabl: Pfui!) Die Volkspartei bekennt sich zur Wasserkraft und zum Ausbau der alternativen Energieträger, weil das die Zukunft ist. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Pfui!
In Eberschwang in Oberösterreich und an anderen Orten Österreichs wurden Windkraftanlagen errichtet, mit denen man bereits beste Erfahrungen gemacht hat. Bauwirtschaft und Baunebengewerbe profitieren von großen und kleinen Projekten. An dieser Stelle möchte ich besonders auch die Wasserkraft erwähnen, zum Beispiel den Bau des Donaukraftwerkes Freudenau in Wien, wo zirka 900 Leute beschäftigt sind. (Abg. Wabl: Das ist falsch!) In Oberösterreich soll das Traunkraftwerk Lambach errichtet werden, das ebenfalls Hunderte Arbeitsplätze bringt und noch dazu die umweltfreundlichste Energie liefert. Warum der sozialdemokratische Landeshauptmann-Stellvertreter Hochmair, der freiheitliche Landesrat Achatz und die Grünen dagegen sind und mit allen Mitteln dagegen kämpfen, verstehen ich und mit mir auch ein Großteil der oberösterreichischen Bevölkerung nicht. (Beifall bei der ÖVP.) Wie kann ein Grüner gegen die Wasserkraft sein? Es müssen andere Motive sein, vielleicht politische, die hier den Ausschlag geben. (Abg. Wabl: Pfui!) Die Volkspartei bekennt sich zur Wasserkraft und zum Ausbau der alternativen Energieträger, weil das die Zukunft ist. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
In Eberschwang in Oberösterreich und an anderen Orten Österreichs wurden Windkraftanlagen errichtet, mit denen man bereits beste Erfahrungen gemacht hat. Bauwirtschaft und Baunebengewerbe profitieren von großen und kleinen Projekten. An dieser Stelle möchte ich besonders auch die Wasserkraft erwähnen, zum Beispiel den Bau des Donaukraftwerkes Freudenau in Wien, wo zirka 900 Leute beschäftigt sind. (Abg. Wabl: Das ist falsch!) In Oberösterreich soll das Traunkraftwerk Lambach errichtet werden, das ebenfalls Hunderte Arbeitsplätze bringt und noch dazu die umweltfreundlichste Energie liefert. Warum der sozialdemokratische Landeshauptmann-Stellvertreter Hochmair, der freiheitliche Landesrat Achatz und die Grünen dagegen sind und mit allen Mitteln dagegen kämpfen, verstehen ich und mit mir auch ein Großteil der oberösterreichischen Bevölkerung nicht. (Beifall bei der ÖVP.) Wie kann ein Grüner gegen die Wasserkraft sein? Es müssen andere Motive sein, vielleicht politische, die hier den Ausschlag geben. (Abg. Wabl: Pfui!) Die Volkspartei bekennt sich zur Wasserkraft und zum Ausbau der alternativen Energieträger, weil das die Zukunft ist. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Volkspartei wird sich auf jeden Fall auch in Zukunft für erneuerbare Energieträger stark machen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.
Sie, sehr geehrte Damen und Herren von SPÖ und ÖVP, weisen darauf hin, daß es zu einer Verlängerung kommen wird. Aber was machen Sie dabei? – Sie bringen all jene, die in diesem Bereich Investitionen getätigt haben und die in diesem Bereich einen Beitrag dazu geleistet haben, den Anteil der erneuerbaren Energie zu erhöhen, in eine gewisse Unsicherheit. Vor allem ziehen Sie damit die Bremse für alle jene an, die bereit sind, in diesem Bereich – und dies wäre und ist sinnvoll – Investitionen zu tätigen. (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. ) Sie schaffen Investitionsunsicherheit, und es stellt sich natürlich die Frage, ob es sein soll und muß, daß Sie
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Sie, sehr geehrte Damen und Herren von SPÖ und ÖVP, haben ein Arbeitsübereinkommen getroffen. Sie beziehen sich darin auf den nationalen Umweltplan und wollen das, was dort festgeschrieben ist, verwirklicht wissen. Die Frage ist: Was setzen Sie tatsächlich um? Was bewegen und bewirken Sie? Was tun Sie für erneuerbare Energien? (Zwischenruf des Abg. Murauer. )
Abg. Murauer: Zum Beispiel die Wasserkraft nützen!
Was tun Sie, sehr geehrte Damen und Herren von SPÖ und ÖVP, um das Toronto-Ziel tatsächlich oder wenigstens annähernd zu erreichen? (Abg. Murauer: Zum Beispiel die Wasserkraft nützen!) Ich höre zwar immer unisono von den Regierungsparteien und ihren Vertretern, genauso wie von den Oppositionsparteien, daß sie für eine Steigerung der Produktion der erneuerbaren Energien sind. So hörte und hört man es zumindest bei diversen Podiumsdiskussionen, beispielsweise auch bei der Eröffnung der Windkraftanlage in Eberschwang. Jetzt, sehr geehrte Damen und Herren, höre ich von Kollegen Kopf, zuerst gebe es einmal den Ansatz der Effizienzsteigerung. Dem, Kollege Kopf, kann ich nur beipflichten. Eine Effizienzsteigerung ist sicherlich positiv und umweltschonend. Nichtverbrauch von Energie infolge von Verbesserungen ist natürlich eine hervorragende Sache und nur zu befürworten. Aber ich möchte nicht, daß Lösungsansätze auf die lange Bank geschoben werden. Diese Tendenz, Kollege Kopf, ist jedoch deinen Worten zu entnehmen, wenn du darauf verweist, daß wir aufgrund des Zusammenfallens der Neuordnung der Stromwirtschaft mit dem zu beschließenden Energieorganisationsgesetz quasi abwarten müssen, was die bestehende Unsicherheit hinsichtlich Investitionen in diesem Bereich weiterhin aufrechterhält.
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Kollege Kopf! Du hast zu Kollegen Wabl, der in einem Zwischenruf einen konkreten Vorschlag gemacht hat, gesagt: Es ist noch ein weiter Weg bis dorthin. (Zwischenruf des Abg. Kopf. ) Auf diese Art und Weise verhindert man zwar, aber im Endeffekt wird das Ziel, das ÖVP und SPÖ gemeinsam festgeschrieben haben, mit Sicherheit nicht erreichen werden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Tatsächlich verhält es sich so, daß wir im Bereich der erneuerbaren Energien, von der Wasserkraft abgesehen, einen sehr, sehr geringen Anteil aufzuweisen haben, insbesondere im Bereich der Biomasseanlagen, der Windkraftanlagen und selbstverständlich auch im Bereich der Solarenergie und der Photovoltaik. Das sollte Ihnen zu denken geben. In anderen Staaten hat sich gezeigt, daß vernünftige Regelungen hinsichtlich einer Einspeisung durchaus möglich sind. Sie sollten daher die nun auf uns zukommenden Veränderungen im Bereich der Energieversorgung nicht dazu nutzen, weiterhin diese Situation, weil Sie, sehr geehrter Damen und Herren von SPÖ und ÖVP, Ihre geschützten Bereiche auch weiterhin schützen wollen, in dieser Form aufrechtzuerhalten, wie Sie es offensichtlich machen. Die politische Nähe zu den Energieversorgern dürfte tatsächlich der Grund dafür sein, und deshalb kommt es zu der Aufteilung, wie sie in diesem Lande Österreich offensichtlich üblich und in diesem speziellen Fall mit Sicherheit gegeben ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das löst jedoch das Problem nicht, sondern es handelt sich hierbei um Feigenblattaktionen, die gestartet werden, damit man sich darauf berufen kann, daß auch in diesem Bereich besondere Maßnahmen gesetzt werden. Die Stromnetze müssen vielmehr auch Privaten zugänglich gemacht werden, die von Ihnen aufgebauten Barrieren, die diesem Zugang entgegenstehen, müssen endlich abgebaut werden, damit eben der Zugang für jedermann, der bereit ist, in diesen Bereich zu investieren, möglich ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Zwischenrufe.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Wabl. – Herr Abgeordneter, ich lade Sie ein und erteile Ihnen das Wort. (Heiterkeit und Zwischenrufe.)
Abg. Murauer: Bleib sachlich!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Leider ist der Minister aus den Reihen der Volkspartei nicht hier, sodaß er diese sehr wichtigen Wortmeldungen des Abgeordneten Freund, des Abgeordneter Murauer und des Abgeordneten Kopf nicht mitverfolgen konnte. Die Genannten haben hier behauptet, es gäbe keinen Überschuß an Strom. Ich weiß schon, daß Sie selten fernsehen, weil das ORF-Programm im Augenblick etwas schlechter wird. (Abg. Murauer: Bleib sachlich!) Trotzdem hätten Sie sich gestern die Fernsehsendung "Schilling" anschauen sollen. Da hat der sehr verehrte Herr Minister Farnleitner ... (Abg. Schwarzenberger: Da war ja Plenarsitzung! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Ich habe es auf Video aufgezeichnet (Heiterkeit), und ich hätte Sie auch eingeladen, Herr Schwarzenberger!
Abg. Schwarzenberger: Da war ja Plenarsitzung! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Leider ist der Minister aus den Reihen der Volkspartei nicht hier, sodaß er diese sehr wichtigen Wortmeldungen des Abgeordneten Freund, des Abgeordneter Murauer und des Abgeordneten Kopf nicht mitverfolgen konnte. Die Genannten haben hier behauptet, es gäbe keinen Überschuß an Strom. Ich weiß schon, daß Sie selten fernsehen, weil das ORF-Programm im Augenblick etwas schlechter wird. (Abg. Murauer: Bleib sachlich!) Trotzdem hätten Sie sich gestern die Fernsehsendung "Schilling" anschauen sollen. Da hat der sehr verehrte Herr Minister Farnleitner ... (Abg. Schwarzenberger: Da war ja Plenarsitzung! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Ich habe es auf Video aufgezeichnet (Heiterkeit), und ich hätte Sie auch eingeladen, Herr Schwarzenberger!
Heiterkeit
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Leider ist der Minister aus den Reihen der Volkspartei nicht hier, sodaß er diese sehr wichtigen Wortmeldungen des Abgeordneten Freund, des Abgeordneter Murauer und des Abgeordneten Kopf nicht mitverfolgen konnte. Die Genannten haben hier behauptet, es gäbe keinen Überschuß an Strom. Ich weiß schon, daß Sie selten fernsehen, weil das ORF-Programm im Augenblick etwas schlechter wird. (Abg. Murauer: Bleib sachlich!) Trotzdem hätten Sie sich gestern die Fernsehsendung "Schilling" anschauen sollen. Da hat der sehr verehrte Herr Minister Farnleitner ... (Abg. Schwarzenberger: Da war ja Plenarsitzung! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Ich habe es auf Video aufgezeichnet (Heiterkeit), und ich hätte Sie auch eingeladen, Herr Schwarzenberger!
Abg. Dr. Partik-Pablé: Schreien Sie nicht so!
Das ist das Problem, das wir hier im Hohen Haus und in Österreich haben, während in Deutschland, meine Damen und Herren, jeder Unternehmer, jeder Kraftwerkserrichter im Alternativbereich weiß, er erhält für eine Kilowattstunde einen bestimmten Betrag, und damit kann er kalkulieren. Jeder Unternehmer, jeder Financier müßte ja dumm sein, wenn er in Österreich in Alternativenergie investiert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schreien Sie nicht so!) Schauen Sie sich die Bioanlagen in der Steiermark an! Einer nach dem anderen geht bankrott, weil Sie nicht in der Lage sind, Herr Murauer, hier ein seriöses Gesetz zu machen. – Er kann ja die Anlage ein bißchen leiser schalten, wenn es hier zu laut ist.
Abg. Mag. Stadler: Er heißt Freund, nicht Murauer!
Herr Murauer, Sie müßten endlich einmal begreifen, daß Ihr Gebet bezüglich der Wasserkraft völlig falsch ist. (Abg. Mag. Stadler: Er heißt Freund, nicht Murauer!) Ich wünsche mir dieselbe Kalkulation für die Winterenergie und für die Biomasse wie für das Kraftwerk Freudenau, für dieses Tourismusprojekt in Wien. Da kostet nämlich eine Kilowattstunde zwischen 1,40 S und 2 S, Herr Murauer. Fragen Sie beim Verbund einmal nach! Dort hat man gesagt, es wäre besser gewesen, man hätte das Geld investiert und die EVUs – soweit dies möglich gewesen wäre – aufgekauft, damit wir hier keine Troubles haben. Bauen wir doch nicht diese Kraftwerke, die nicht mehr richtig kalkuliert sind! Diese sind während einer Zeit geplant worden, als das Monopol noch uneingeschränkt wirken konnte.
Rufe bei der ÖVP: 82 Groschen, 70 Groschen, 80 Groschen!
Meine Damen und Herren! Deshalb treten die EVUs nicht dafür ein, daß alternative Energie besonders gefördert wird. Und genau das ist das Problem! Da können Sie hundertmal hier zum Rednerpult kommen, Herr Kopf, und sagen: Liebe Frau Langthaler, grundsätzlich sind wir für Ihren Antrag, aber ich will noch keine genauen Zahlen sagen, wie wir es fördern, denn das wäre unseriös. Ich war auch noch nie in Deutschland, um mir das anzuschauen, denn das wäre etwas zu weit weg von unserer Heimat. Deshalb müssen wir noch lange darüber nachdenken, ehe wir auch diese Projekte fördern können. Dann kommen Sie und Ihre Kollegen wieder mit Lambach. Wissen Sie, wieviel die Kilowattstunde in Lambach kostet? Wissen Sie das? Herr Freund! Was kostet die Kilowattstunde in Lambach? (Rufe bei der ÖVP: 82 Groschen, 70 Groschen, 80 Groschen!) Nach der Kalkulation der OKA 90 Groschen, nach seriösen Kalkulationen mehr als einen Schilling.
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte mit dem wunderschönen Zitat von Herrn Kostelka schließen: Fürchtet euch nicht! (Beifall bei den Grünen.)