Eckdaten:
Für die 93. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 442 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich begrüße die neue Kollegin in unserer Mitte und wünsche ihr alles Gute. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sie, die Sie bei anderen Gelegenheiten immer das Ansehen des Parlaments beschwören und uns auch auf Ihrer Seite haben, wenn Sie den Freiheitlichen vorwerfen, daß sie dieses Ansehen untergraben, untergraben mit dieser Vorgangsweise das Ernstnehmen und somit auch das Ansehen des Parlaments. (Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ausschüsse sind nicht nur ein Formalakt, sondern Ausschüsse haben eine beratende Funktion, wenn Sie dieses Parlament ernst nehmen wollen. (Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Frau Kollegin Schmidt, Ihre Aufregung ist künstlich, ist unangebracht und ein Bestandteil einer wohlkalkulierten medialen Inszenierung, Frau Präsidentschaftskandidatin. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist nicht wahr!
Meine Damen und Herren! Wir haben diese Regierungsvorlage vor Wochen ins Haus gebracht und im übrigen in der Präsidiale vereinbart, daß Sie Stunden vor den Ausschußberatungen auf Ihren Wunsch hin die Unterlagen bekommen. Wir haben diese Vereinbarung mit Punkt und Beistrich eingehalten. (Abg. Mag. Stadler: Das ist nicht wahr!)
Zwischenrufe beim Liberalen Forum.
Zum ersten: Sie beklagen sich, daß es in dieser Woche Ausschußsitzungen gegeben hat. Meine Damen und Herren! Sie alle kennen diesen Arbeitskalender. (Der Redner zeigt ihn.) Auf der Rückseite dieses Arbeitskalenders findet sich für jeden Abgeordneten leicht lesbar der Satz: "Die Parlamentsdirektion weist darauf hin, daß in jenen Wochen, in denen das Plenum des Nationalrates tagt", also in einer Woche wie dieser, "erforderlichenfalls auch Ausschußsitzungen anberaumt werden können, ohne daß dies im vorgesehenen Arbeitsplan zum Ausdruck kommt." – Das, meine Damen und Herren, ist also der Beweis dafür, daß Sie wissen und wissen mußten, daß es in dieser Woche Ausschußsitzungen geben konnte. (Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Abg. Böhacker: Das stimmt ja nicht! Das ist die Unwahrheit!
Zweiter Punkt: Es sind Ihnen die Unterlagen für den Sozialausschuß, auch für den Finanzausschuß teilweise am Freitag, teilweise am Montag dieser Woche übermittelt worden. Alles, worüber Sie sich jetzt so aufgeregt haben, Frau Abgeordnete Schmidt, nämlich daß es Ihnen erst ganz knapp vor dem Ausschuß bekanntgegeben wurde, ist in beiden Ausschüssen eine Bestimmung dieses Umfangs. (Der Redner zeigt sie.) Das ist die Valorisierungsbestimmung, das und nicht mehr. Wenn ein Parlamentarier das zwei Stunden vor dem Ausschuß bekommt, meine Damen und Herren, dann, glaube ich, kann er sich das sehr wohl anschauen und auch entsprechend evaluieren. (Abg. Böhacker: Das stimmt ja nicht! Das ist die Unwahrheit!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das, was ich am Beginn gesagt habe, steht auch für mich am Ende meiner Bemerkungen dazu im Vordergrund. Frau Abgeordnete Schmidt, Frau Abgeordnete Petrovic und Herr Abgeordneter Haupt, niemand von Ihnen hat mich gestern oder heute angerufen und meine Fraktion auf Ihre Bedenken aufmerksam gemacht. In dem Augenblick, in dem das Scheinwerferlicht der TV-Kameras hier erstrahlt, kommen Ihnen grundsätzliche parlamentarische Bedenken. – Das zu Ihrer Geisteshaltung. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Herbert Haupt (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Kostelka hat soeben den untauglichen Versuch gemacht, einerseits auf Dinge einzugehen, die gar nicht in Diskussion gestanden sind, und zum zweiten hat er wieder einmal für mich deutlich und klar unter Beweis gestellt, daß es mit seiner Handschlagqualität nicht einmal so weit ist, wie seine Hand reicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Kostelka! Wir Freiheitlichen werden das nicht dulden und werden heute hier die Gelegenheit dafür nutzen, aufzuzeigen, wie das tatsächlich abgelaufen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich weiß schon, daß es die Oppositionsparteien wahrscheinlich lieber gehabt hätten, wenn sich die Regierungsparteien und die Sozialpartner nicht auf eine Pensionsreform geeinigt hätten. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Natürlich ist das der Grund; ich möchte das erklären. (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter. )
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich weiß schon, daß es die Oppositionsparteien wahrscheinlich lieber gehabt hätten, wenn sich die Regierungsparteien und die Sozialpartner nicht auf eine Pensionsreform geeinigt hätten. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Natürlich ist das der Grund; ich möchte das erklären. (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter. )
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und beim Liberalen Forum.
Wir haben seit über zwei Jahren über eine Pensionsreform verhandelt, und jeder Mensch in diesem Land weiß, daß die Pensionen für das nächste Jahrtausend gesichert werden müssen. Ich glaube, daß die Menschen in diesem Lande auch wissen, daß es zur Sicherung des Arbeits- und Wirtschaftsstandortes unserer Republik notwendig ist, grundlegende Reformen im Wirtschafts- und Sozialbereich im Einvernehmen mit den Arbeitnehmervertretungen durchzuführen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Schmidt: Das ist ein Skandal, was Sie sagen! Das ist Zynismus!
Meine Damen und Herren! Ich bekenne mich dazu, daß wir das beschauliche Leben der geschäftsordnungsmäßig tagenden Ausschüsse unter dem Druck von Verhandlungen leistungsgerecht gestalten mußten. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist ein Skandal, was Sie sagen! Das ist Zynismus!) Wir mußten uns natürlich mit den Sozialpartnern in Verhandlungen einigen, und wir haben Punkt und Beistrich der Geschäftsordnung bis auf das letzte Jota eingehalten! (Abg. Wabl: Herr Kollege! Warum müssen Sie auch noch das Parlament verhöhnen? Es genügt schon, daß Sie unfähig sind zu verhandeln! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Wabl: Herr Kollege! Warum müssen Sie auch noch das Parlament verhöhnen? Es genügt schon, daß Sie unfähig sind zu verhandeln! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Ich bekenne mich dazu, daß wir das beschauliche Leben der geschäftsordnungsmäßig tagenden Ausschüsse unter dem Druck von Verhandlungen leistungsgerecht gestalten mußten. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist ein Skandal, was Sie sagen! Das ist Zynismus!) Wir mußten uns natürlich mit den Sozialpartnern in Verhandlungen einigen, und wir haben Punkt und Beistrich der Geschäftsordnung bis auf das letzte Jota eingehalten! (Abg. Wabl: Herr Kollege! Warum müssen Sie auch noch das Parlament verhöhnen? Es genügt schon, daß Sie unfähig sind zu verhandeln! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es ist Ihnen in den Ausschüssen zumutbar, daß ein Abänderungsantrag dieser Güte, der für jeden verständlich ist, der festlegt, daß die Valorisierung durch Verordnungen der Bundesregierung erfolgt, im Ausschuß eingebracht und abgestimmt wird. Das geschieht in Hunderten von Ausschüssen jeden Tag, und das ist auch in diesem Falle angebracht und richtig. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt.
Meine Damen und Herren von der Opposition! Das, was Sie vorhaben, ist vielleicht für die Zuseher in diesem Land nicht gleich verständlich, aber für uns ist das Manöver klar: Sie wollen über Geschäftsordnungstricks die Absetzung der Pensionsreform von der heutigen Tagesordnung erreichen. Das würde bedeuten, daß wir sie nicht mehr in diesem Jahr beschließen können und daß das Budget, das wir nächste Woche im Plenum beraten können, keine sachliche Grundlage hätte. Sie wollen ganz einfach die Pensionsreform, die wir dringend brauchen, auf diese Weise verhindern. Und das werden wir nicht zulassen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt. )
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir haben lange verhandelt; es waren schwierige Verhandlungen. Die Verhandlungen haben ein Ergebnis gebracht, und dieses Ergebnis ist im Interesse der Stabilität unserer Heimat, im Interesse der Sicherheit der Pensionen der verdienten Bürgerinnen und Bürger, und wir werden dafür kämpfen, daß wir diese Pensionsreform mit unserer verfassungsmäßigen Mehrheit zeitgerecht durchbringen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Wabl: Er soll seinen Tiroler Schützenanzug anziehen! Er beteiligt sich als Heckenschütze der Demokratie! – Abg. Dr. Khol: Herr Präsident! "Heckenschütze der Demokratie"! – Abg. Schwarzenberger: Wabl hat das gesagt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Als nächste gelangt Frau Kollegin Dr. Petrovic zum Wort. – Bitte. Gleiche Redezeit. (Abg. Wabl: Er soll seinen Tiroler Schützenanzug anziehen! Er beteiligt sich als Heckenschütze der Demokratie! – Abg. Dr. Khol: Herr Präsident! "Heckenschütze der Demokratie"! – Abg. Schwarzenberger: Wabl hat das gesagt!)
Abg. Dr. Kostelka: Das war doch Ihr Vorschlag! Sie haben vorgeschlagen eine Stunde, auf zwei haben wir erhöht!
Im Frühsommer, als die Ergebnisse von Rust verkündet wurden, hat es geheißen: Wir ziehen das durch, da können die Gewerkschaften sagen oder machen, was sie wollen! – Wir haben das damals als nicht richtig empfunden, wir waren am sozialen Frieden in Österreich interessiert; wir haben aber auch nicht geglaubt, daß das wirklich so hält. Sie haben gesagt: Wir ziehen das durch! Der Macher Klima hat sich vor die Kameras gestellt und hat sich medial inszeniert. Aber dann ist nächtens – gestern, vorgestern – von dieser Vorgangsweise wieder sehr kleinlaut Abstand genommen worden. Dann gab es wilde Telefonate hin und her, und in der Präsidiale ging es dann darum, ob wir, die Oppositionsparteien, auch sicher zwei Stunden vor den Ausschußsitzungen die Anträge hätten. Ich glaube, die österreichische Bevölkerung wird nicht verstehen, daß Abgeordnete dieses Hauses darum kämpfen müssen, zwei Stunden vorher die vollen Texte zu haben. (Abg. Dr. Kostelka: Das war doch Ihr Vorschlag! Sie haben vorgeschlagen eine Stunde, auf zwei haben wir erhöht!)
Beifall bei den Grünen, den Freiheitlichen und beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Kostelka: In der Präsidiale sprechen Sie schon anders!
Herr Abgeordneter Kostelka! Wir haben sie nicht einmal jetzt. Das, was Sie hier gesagt haben, stimmt ja nicht. Hinsichtlich der Beamtenpensionen, hinsichtlich der Beiträge, hören wir, steht uns jetzt in zweiter Lesung noch eine wesentliche Änderung bevor. Wir haben diese Texte nicht, nicht einmal jetzt, obwohl die Debatte schon begonnen hat. Und das ist wirklich eine Bodenlosigkeit von einem Kanzler, der im Sommer angetreten ist und gesagt hat: Wir legen da ein Jahrhundertwerk vor, wir sichern damit die Rechte der österreichischen Bevölkerung! – Nicht einmal jetzt hat dieses Haus den vollen Text der Reform, und das ist eine Bodenlosigkeit! (Beifall bei den Grünen, den Freiheitlichen und beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Kostelka: In der Präsidiale sprechen Sie schon anders!)
Rufe bei der ÖVP: Null!
Drittens: Es sind auch die alten Menschen davon betroffen, nämlich diejenigen, die arm sind. Sie haben jetzt eine Deckelung des Verlustes beschlossen. Ich frage Sie: Was hat jemand zu verlieren, der eine Pension von nicht einmal 10 000 S hat? Ist es wirklich angebracht, da zu sagen: Die verlieren nur 1 Prozent!? (Rufe bei der ÖVP: Null!) Glauben Sie, daß jemand, der eine Pension von nicht einmal 10 000 S hat, auch nur irgend etwas zu verlieren hat? Ich denke, denen müßten wir etwas dazugeben und nicht darüber reden, wie wenig wir ihnen wegnehmen.
Abg. Dr. Khol: Ja!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Das, was in dieser Einwendungsdebatte bisher zutage getreten ist, beunruhigt mich sehr. Kollege Kostelka hat entweder wider besseres Wissen argumentiert oder völlig den Überblick verloren. Denn hier von diesem Pult aus zu behaupten, die Valorisierungsbestimmungen seien zwei Stunden vor Ausschußbeginn vorgelegen, mag vielleicht für den Finanzausschuß stimmen (Abg. Dr. Khol: Ja!), aber nicht für den Sozialausschuß, Herr Kollege Kostelka! (Rufe bei den Freiheitlichen: Auch nicht!) "Vielleicht", sage ich; auch nicht. Diese Valorisierungsbestimmungen, die ja im ASVG-Bereich offensichtlich ein Problem waren, lagen bis zuletzt nicht auf dem Tisch, da bis zuletzt die allgemeine Auffassung geherrscht hat, die Sache sei im ASVG anders zu regeln. Das ist nicht zwei Stunden vorher vorgelegen! – Punkt 1.
Rufe bei den Freiheitlichen: Auch nicht!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Das, was in dieser Einwendungsdebatte bisher zutage getreten ist, beunruhigt mich sehr. Kollege Kostelka hat entweder wider besseres Wissen argumentiert oder völlig den Überblick verloren. Denn hier von diesem Pult aus zu behaupten, die Valorisierungsbestimmungen seien zwei Stunden vor Ausschußbeginn vorgelegen, mag vielleicht für den Finanzausschuß stimmen (Abg. Dr. Khol: Ja!), aber nicht für den Sozialausschuß, Herr Kollege Kostelka! (Rufe bei den Freiheitlichen: Auch nicht!) "Vielleicht", sage ich; auch nicht. Diese Valorisierungsbestimmungen, die ja im ASVG-Bereich offensichtlich ein Problem waren, lagen bis zuletzt nicht auf dem Tisch, da bis zuletzt die allgemeine Auffassung geherrscht hat, die Sache sei im ASVG anders zu regeln. Das ist nicht zwei Stunden vorher vorgelegen! – Punkt 1.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wenn Sie der Meinung sind, daß alle anderen Kollegen Ihrer Fraktion den Ausschußbericht gefälligst ungeprüft zur Kenntnis zu nehmen haben, daß sie, ohne ihn studiert zu haben, hier gefälligst aufzustehen haben, wenn es Ihre Fraktion so wünscht, wenn Sie uns so deutlich demonstrieren, daß Sie den Klubzwang sogar dann einsetzen, wenn die Leute nicht einmal wissen, worüber sie abstimmen, dann, Herr Kollege Khol und Herr Kollege Kostelka, zerstören Sie ein gut Teil von Parlamentarismus! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Da Kollege Khol hier vom "beschaulichen Leben" der Geschäftsordnung spricht, muß ich folgendes sagen: Ich weiß nicht, wo Sie leben, Herr Kollege Khol, aber eine 24-Stunden-Frist als beschaulich zu betrachten bei einer Materie, die Sie selbst als Jahrhundertmaterie bezeichnen, ist nicht nur zynisch, sondern auch ignorant! Das sage ich in aller Deutlichkeit. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Haider – in Richtung des Präsidenten Dr. Fischer –: Sie schreiben uns die Reden vor! Am besten, Sie geben uns die Reden!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (fortsetzend): Dann sage ich: unwissend. – Ist das besser? Das ist dasselbe. Dann ist Herr Klubobmann Khol nicht kenntnisreich genug – das wollte ich zum Ausdruck bringen. (Abg. Dr. Haider – in Richtung des Präsidenten Dr. Fischer –: Sie schreiben uns die Reden vor! Am besten, Sie geben uns die Reden!) Dann fehlt es ihm an der notwendigen Kenntnis der Geschäftsordnung.
Abg. Dr. Kostelka: Verzeihen Sie, daß wir Sie überfordert haben!
Da Herr Kollege Kostelka hier meint, eine halbe Seite sei etwas Einfaches, sage ich Ihnen: Die halbe Seite ist schon einfach, aber man muß das mehrfach lesen, und außerdem gibt es darunter eine Formel, und diese Formel ist mathematisch unlogisch. Es handelt sich um einen Algorithmus, Herr Kollege Kostelka, der unlogisch ist. (Abg. Dr. Kostelka: Verzeihen Sie, daß wir Sie überfordert haben!) Es ist das argumentativ vielleicht etwas zu steil für Sie, das kann ja sein (Beifall des Abg. Meisinger ), aber 24 Stunden hätten Sie den Abgeordneten auch Ihrer Fraktion, die nicht im Ausschuß waren, durchaus einräumen können, um sich mit diesem etwas ungewöhnlichen Algorithmus anzufreunden. Kollege Haupt hat schon darauf hingewiesen.
Beifall des Abg. Meisinger
Da Herr Kollege Kostelka hier meint, eine halbe Seite sei etwas Einfaches, sage ich Ihnen: Die halbe Seite ist schon einfach, aber man muß das mehrfach lesen, und außerdem gibt es darunter eine Formel, und diese Formel ist mathematisch unlogisch. Es handelt sich um einen Algorithmus, Herr Kollege Kostelka, der unlogisch ist. (Abg. Dr. Kostelka: Verzeihen Sie, daß wir Sie überfordert haben!) Es ist das argumentativ vielleicht etwas zu steil für Sie, das kann ja sein (Beifall des Abg. Meisinger ), aber 24 Stunden hätten Sie den Abgeordneten auch Ihrer Fraktion, die nicht im Ausschuß waren, durchaus einräumen können, um sich mit diesem etwas ungewöhnlichen Algorithmus anzufreunden. Kollege Haupt hat schon darauf hingewiesen.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Daß Rechtschreibfehler, Satzzeichenfehler, Fehler sonder Zahl in den Dokumenten enthalten sind, ist für das Ganze nur das Tüpfelchen auf dem i. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Probieren Sie es einmal!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Klubobmann Khol! Sie haben von einer leistungsgerechten Gestaltung der Ausschußarbeit gesprochen und haben gemeint, das, was sich Ihrer Darstellung nach gestern und vorgestern in den Ausschüssen abgespielt haben soll, wäre leistungsgerechte Arbeit. Herr Klubobmann Khol! Wäre es nicht so traurig, müßte man darüber wirklich in homerisches Gelächter ausbrechen! (Abg. Dr. Khol: Probieren Sie es einmal!)
Der Redner zeigt diesen. – Abg. Dr. Khol: Nicht den!
Herr Abgeordneter Khol! Sie haben vorhin den Valorisierungsantrag vorgezeigt. (Der Redner zeigt diesen. – Abg. Dr. Khol: Nicht den!) Das allein ist nicht das Problem. Es gibt nämlich noch einen zweiten Antrag, der die Senkung der Krankenversicherungsbeiträge für die Gewerbetreibenden betrifft, Herr Abgeordneter Khol. Das ist bitter, nämlich daß Sie zum selben Zeitpunkt, zu dem Sie in Vorbereitung eines Budgets sind, hinsichtlich dessen Sie sagen, daß es um Sparsamkeit, um Wirtschaftlichkeit geht, daß wir uns die Pensionen nicht leisten können, daß wir für die Beschäftigung nicht mehr machen können, erklären: Das spielt keine Rolle, wir senken die Krankenversicherungsbeiträge für die Gewerbetreibenden ab. – Einfach Daumen mal Pi, koste es, was es wolle. Wir wissen ja nicht, ob das gerechtfertigt ist, wir wissen nicht, ob das Sinn macht, aber die ÖVP meint, im Abtausch gegen die Valorisierungsregelung müsse auch ein Ergebnis erzielt werden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Uns, Herr Abgeordneter Khol, stört nicht, daß am Montag und am Dienstag der Finanzausschuß und der Sozialausschuß hätten zusammentreten sollen, um zu beraten. Wir wären auch dafür, am Samstag und am Sonntag zu beraten; das können Sie gern von uns haben, wenn es um eine solidarische und nachhaltige Pensionsreform geht. Aber ich behaupte: Genau das haben Sie nicht erreicht! Genau das wollten Sie nicht erreichen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Wo in diesem Pensionspaket ist die Umsetzung dieser Forderung enthalten? Können Sie, Herr Abgeordneter Khol, sagen, wir verhandeln nicht nur mit den Gewerkschaften und allen anderen, sondern auch mit einer dreiviertel Million Menschen, die sich die Mühe gemacht haben, ihre Unterschrift abzugeben, weil sie glauben, daß bei der Pensionsreform bestimmte Dinge nicht berücksichtigt sind? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Abgeordneter Khol! Wo wurde im Zusammenhang mit dieser angeblich so nachhaltigen Pensionsreform jemals das thematisiert, was von den Gewerkschaften am Anfang durchaus noch zur Sprache gebracht wurde: daß es nicht nur um die Pensionen, sondern auch um die Beschäftigung geht, daß es auch um die Jungen geht? Wo findet sich das wieder in diesem Budget, in dieser Pensionsreform? – Nirgends findet sich das! (Beifall bei den Grünen.) Keine Maßnahme wurde gesetzt, im Gegenteil, es wurde völlig kontraproduktiv gearbeitet!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): ... noch Beachtung finden und daß nicht nur eine nachhaltige Pensionsreform, sondern auch eine nachhaltige Beschäftigungspolitik verwirklicht wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Kostelka! Dieser – vom Kollegen Stummvoll so bezeichnete – "große Wurf", der eine Weichenstellung bis weit ins nächste Jahrtausend bringt und somit alle Probleme löst, wurde nicht seriös vorbereitet! Alles, was es bisher bereits an chaotischen Verhandlungen in diesem Haus gegeben hat, wurde bei weitem übertroffen, als es um die Verhandlungen rund um diese Pensionsreform gegangen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Mit Ihrer Zustimmung!
Wenn Sie sagen, wir hätten die Abänderungsanträge schon zwei Stunden vorher bekommen, so stimmt das ganz einfach nicht. Da sagen Sie die Unwahrheit! Der Abänderungsantrag ist hereingekommen, und es wurde sofort im Anschluß daran darüber abgestimmt. So ist das gestern gelaufen! Sie waren ja nicht einmal in der Ausschußsitzung, ich war dort und kann daher sagen, wie es war! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Mit Ihrer Zustimmung!)
Abg. Dr. Stummvoll: Da war keine Kamera!
Und dann spricht Kollege Stummvoll in der Ausschußsitzung und vor laufender Kamera vom großen Wurf, von einer völlig neuen Reform, von einer Weichenstellung, die bis ins nächste Jahrtausend reicht! (Abg. Dr. Stummvoll: Da war keine Kamera!) Ihre Worte von gestern abend, 19.30 Uhr, Kollege Stummvoll! Wollen Sie uns, wollen Sie die Öffentlichkeit tatsächlich glauben machen, daß unter solchen Umständen Qualitätsarbeit geleistet werden kann, Herr Kollege Stummvoll!? Das glauben Sie doch selbst nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und dann spricht Kollege Stummvoll in der Ausschußsitzung und vor laufender Kamera vom großen Wurf, von einer völlig neuen Reform, von einer Weichenstellung, die bis ins nächste Jahrtausend reicht! (Abg. Dr. Stummvoll: Da war keine Kamera!) Ihre Worte von gestern abend, 19.30 Uhr, Kollege Stummvoll! Wollen Sie uns, wollen Sie die Öffentlichkeit tatsächlich glauben machen, daß unter solchen Umständen Qualitätsarbeit geleistet werden kann, Herr Kollege Stummvoll!? Das glauben Sie doch selbst nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Ich brauche aber nicht Kollegen Posch als Zeugen, es gibt ja einen weitaus Unverdächtigeren, Ihren Experten Rürup. Als was hat Herr Professor Rürup noch gestern abend und heute im "Morgenjournal" diese Reform bezeichnet? – Er hat gesagt, dieses System hätte 20 Prozent bringen sollen, Herr Kollege Stummvoll. Was verbleibt, sind mickerige 3 Prozent. 17 Prozent haben Sie wegverhandelt! Sie sprechen von einem großen Wurf, von einer Jahrhundertreform, obwohl Sie 17 Prozent wieder wegverhandelt haben? Das ist ja ein erbärmliches Ergebnis! Und damit trauen Sie sich an die Öffentlichkeit? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Reform ist maximal für eine kurzfristige Budgetentlastung geeignet. Ihre Macherqualitäten und vor allem jene von Bundeskanzler Klima sind einmal mehr nicht zu erkennen, wenn wir diese Reform betrachten, Herr Kollege Stummvoll! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (fortsetzend): Statt einem Systemwechsel nach freiheitlichem Vorschlag zuzustimmen, werden Sie an dem Ergebnis dieser erbärmlichen Systemkosmetik festhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Heute hier herauszugehen und zu sagen, die armen Oppositionsparteien bekämen die Anträge nicht rechtzeitig, aber im Ausschuß eine Haltung einzunehmen, die dem diametral entgegengesetzt ist, verdient aufgezeigt und vor der Öffentlichkeit nicht verschwiegen zu werden – und ich werde das machen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Wann kam der letzte Antrag?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Selbstverständlich sind Verhandlungen über eine derart sensible Materie nicht leicht und brauchen sehr viel Zeit, weil wir nicht drüberfahren, sondern mit den Betroffenen reden. Aber dann, als die Ergebnisse vorlagen und Abänderungsanträge im Ausschuß eingebracht wurden, um dort diskutiert zu werden, beschwerten sich zwei Personen aus der Freiheitlichen Partei, nämlich am Montag am Abend im Finanzausschuß, darüber, daß sie keine Zeit gehabt hätten, die einzelnen Anträge zu studieren, die Konsequenzen zu überlegen, zu berechnen und die Auswirkungen darzustellen. (Abg. Mag. Schweitzer: Wann kam der letzte Antrag?) Moment! (Abg. Mag. Schweitzer: Wann kam der letzte Antrag?)
Abg. Mag. Schweitzer: Wann kam der letzte Antrag?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Selbstverständlich sind Verhandlungen über eine derart sensible Materie nicht leicht und brauchen sehr viel Zeit, weil wir nicht drüberfahren, sondern mit den Betroffenen reden. Aber dann, als die Ergebnisse vorlagen und Abänderungsanträge im Ausschuß eingebracht wurden, um dort diskutiert zu werden, beschwerten sich zwei Personen aus der Freiheitlichen Partei, nämlich am Montag am Abend im Finanzausschuß, darüber, daß sie keine Zeit gehabt hätten, die einzelnen Anträge zu studieren, die Konsequenzen zu überlegen, zu berechnen und die Auswirkungen darzustellen. (Abg. Mag. Schweitzer: Wann kam der letzte Antrag?) Moment! (Abg. Mag. Schweitzer: Wann kam der letzte Antrag?)
Abg. Mag. Schweitzer: Wann kam der letzte Antrag?
Herr Schweitzer! Ich muß das sagen: Unmittelbar nachdem die Argumentation, daß zuwenig Zeit war, vorgebracht wurde (Abg. Mag. Schweitzer: Wann kam der letzte Antrag?) und wir gesagt haben, diskutieren wir doch jeden einzelnen dieser Vorschläge möglichst intensiv, hat Herr Kollege Graf gesagt: Schluß der Debatte, abstimmen! – Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ist das seriös?
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich habe an die Opposition appelliert, daß ich endlich einmal wissen möchte, was deren Meinung zu diesen substantiellen Vorschlägen ist. Nein! Ein zweites Mal ist die Freiheitliche Partei hergegangen und hat einen Antrag auf Schluß der Debatte gestellt. Das heißt, die Abgeordneten der Freiheitlichen Partei haben gar kein Interesse daran gehabt, darüber zu diskutieren, wie die Pensionen in Zukunft aussehen sollen, aber heute haben sie versucht, hier ein Schauspiel aufzuführen. Und das muß der Öffentlichkeit gesagt werden! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist meiner Meinung nach ein unseriöses Verhalten, ein Verhalten, das zeigt, daß Sie nicht fähig sind, Verantwortung zu tragen. Wir als Regierungsparteien sind aufgefordert, die anstehenden Probleme zu lösen, den sich stellenden Herausforderungen zu begegnen. Wir sind nicht dazu da, eine Show abzuziehen, sondern wir wollen Lösungen anbieten. Das möchten wir mit dieser Vorgangsweise unter Beweis stellen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Schmidt! Sie haben völlig recht, Frau Kollegin Petrovic, Sie haben recht: Die beiden Herren sind paktbrüchig geworden. Paktbrüchig! Ich lade Sie ein, in Zukunft vorsichtiger zu sein, wenn Sie wieder auf Ausschußtermine der Herrschaften eingehen. Ich habe gewußt, was sich hier abspielen wird. Ich habe vorausgesehen, daß sie bis Dienstag keine Vorlage zustande bringen werden. Daher mußte man ja im Ausschuß über nichts diskutieren. Daher sind ja die beiden Klubobleute, die beiden siamesischen Zwillinge, wie die Hühner herumgerannt, die Eier legen wollen, in der Hoffnung, daß diese Eier jetzt hoffentlich bald einmal ins Haus geliefert werden, weil sie immer noch keine Vorlage hatten um halb acht Uhr abend, meine Damen und Herren. Das war eine Schmierenkomödie, die Sie da geliefert haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Substantielles! – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Kronzeuge Ihres Scheiterns ist nicht nur Herr Professor Rürup, der über Ihr Scheitern von geplanten 20 Prozent Einsparung hinunter bis zu 3 Prozent gestern abend vor dem Medienpublikum des ORF referiert hat. Was ist denn übriggeblieben, Herr Familienminister, von Ihren Ruster Beschlüssen, von den Beschlüssen vom Neusiedler See? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Substantielles! – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) "Substantielle" 3 Prozent sind übriggeblieben! Daß Sie sich nicht genieren! Das ist ja Restlverwertung, Herr Minister, nicht mehr und nicht weniger! Sie sind ja ein Minister der Restlverwertung: 3 Prozent von 20 Prozent, die Sie in Rust vereinbart haben. Sie doktern an einem veralteten, nicht mehr aufrechtzuerhaltenden System herum und sind nicht bereit, über zukunftsweisende Systeme zu verhandeln, wie sie die Freiheitlichen seit 13 Jahren vorschlagen, meine Damen und Herren von der Restlverwertung. (Abg. Schwarzenberger: Vor 13 Jahren waren die Freiheitlichen in der Regierung!) Sie haben 13 Jahre vergeudet! Seit 13 Jahren bereits verlangen wir, daß man auf ein Drei-Säulen-Modell umstellt, wie das die Schweiz gemacht hat, wie das Holland gemacht hat. Sie haben 13 Jahre verplempert, und Sie haben gestern abend die letzte Chance dazu vertan. (Abg. Schwarzenberger: Vor 13 Jahren waren Sie in der Regierung!)
Abg. Schwarzenberger: Vor 13 Jahren waren die Freiheitlichen in der Regierung!
Meine Damen und Herren! Kronzeuge Ihres Scheiterns ist nicht nur Herr Professor Rürup, der über Ihr Scheitern von geplanten 20 Prozent Einsparung hinunter bis zu 3 Prozent gestern abend vor dem Medienpublikum des ORF referiert hat. Was ist denn übriggeblieben, Herr Familienminister, von Ihren Ruster Beschlüssen, von den Beschlüssen vom Neusiedler See? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Substantielles! – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) "Substantielle" 3 Prozent sind übriggeblieben! Daß Sie sich nicht genieren! Das ist ja Restlverwertung, Herr Minister, nicht mehr und nicht weniger! Sie sind ja ein Minister der Restlverwertung: 3 Prozent von 20 Prozent, die Sie in Rust vereinbart haben. Sie doktern an einem veralteten, nicht mehr aufrechtzuerhaltenden System herum und sind nicht bereit, über zukunftsweisende Systeme zu verhandeln, wie sie die Freiheitlichen seit 13 Jahren vorschlagen, meine Damen und Herren von der Restlverwertung. (Abg. Schwarzenberger: Vor 13 Jahren waren die Freiheitlichen in der Regierung!) Sie haben 13 Jahre vergeudet! Seit 13 Jahren bereits verlangen wir, daß man auf ein Drei-Säulen-Modell umstellt, wie das die Schweiz gemacht hat, wie das Holland gemacht hat. Sie haben 13 Jahre verplempert, und Sie haben gestern abend die letzte Chance dazu vertan. (Abg. Schwarzenberger: Vor 13 Jahren waren Sie in der Regierung!)
Abg. Schwarzenberger: Vor 13 Jahren waren Sie in der Regierung!
Meine Damen und Herren! Kronzeuge Ihres Scheiterns ist nicht nur Herr Professor Rürup, der über Ihr Scheitern von geplanten 20 Prozent Einsparung hinunter bis zu 3 Prozent gestern abend vor dem Medienpublikum des ORF referiert hat. Was ist denn übriggeblieben, Herr Familienminister, von Ihren Ruster Beschlüssen, von den Beschlüssen vom Neusiedler See? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Substantielles! – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) "Substantielle" 3 Prozent sind übriggeblieben! Daß Sie sich nicht genieren! Das ist ja Restlverwertung, Herr Minister, nicht mehr und nicht weniger! Sie sind ja ein Minister der Restlverwertung: 3 Prozent von 20 Prozent, die Sie in Rust vereinbart haben. Sie doktern an einem veralteten, nicht mehr aufrechtzuerhaltenden System herum und sind nicht bereit, über zukunftsweisende Systeme zu verhandeln, wie sie die Freiheitlichen seit 13 Jahren vorschlagen, meine Damen und Herren von der Restlverwertung. (Abg. Schwarzenberger: Vor 13 Jahren waren die Freiheitlichen in der Regierung!) Sie haben 13 Jahre vergeudet! Seit 13 Jahren bereits verlangen wir, daß man auf ein Drei-Säulen-Modell umstellt, wie das die Schweiz gemacht hat, wie das Holland gemacht hat. Sie haben 13 Jahre verplempert, und Sie haben gestern abend die letzte Chance dazu vertan. (Abg. Schwarzenberger: Vor 13 Jahren waren Sie in der Regierung!)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.
13 Jahre, Herr Kollege Schwarzenberger, das sind so viel plus so viel (der Redner hält erst beide Hände, dann drei Finger in die Höhe) , damit Sie es nachzählen können. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie wollen ein System der Privilegien aufrechterhalten. Sie wollen ein System der geschützten Bereiche aufrechterhalten. Sie wollen einen Betrug am Beitragszahler von heute begehen, aber für diesen Betrug am Beitragszahler von heute und an der heutigen Jugend geben wir Freiheitlichen uns nicht her! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Ich danke Ihnen herzlich!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herrn Abgeordneten Stadler erteile ich für den Ausdruck "Betrug" einen Ordnungsruf. (Abg. Mag. Stadler: Ich danke Ihnen herzlich!) Gerne, Herr Abgeordneter. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herrn Abgeordneten Stadler erteile ich für den Ausdruck "Betrug" einen Ordnungsruf. (Abg. Mag. Stadler: Ich danke Ihnen herzlich!) Gerne, Herr Abgeordneter. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Man wird doch noch die Wahrheit sagen dürfen!
Bitte, meine Damen und Herren, beruhigen Sie sich! Ich habe bewußt für das Wort "Schmierenkomödie" keinen Ordnungsruf erteilt, weil jeder das Parlament so auffassen soll, wie er sich fühlt in seiner Rolle. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Man wird doch noch die Wahrheit sagen dürfen!)
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Herr Präsident! Hohes Haus! Da nach der Geschäftsordnung in diesem Zusammenhang eine tatsächliche Berichtigung nicht möglich ist, habe ich mich im Hinblick auf die Ausführungen des Herrn Abgeordneten Schweitzer zu Wort gemeldet. Darin hieß es nämlich, daß in der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses der Abänderungsantrag nicht zwei Stunden studiert werden konnte. Das ist zwar formal richtig (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) , tatsächlich aber – hören Sie einmal zu! – irreführend. Das wollte ich eben sagen.
Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer.
Wir hatten einen Abänderungsantrag, der die Dynamisierung betroffen hat, und dieser bestand aus insgesamt drei Sätzen. Ich habe als Obmann ... (Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer. ) Bitte hören Sie doch zu! Ich habe als Obmann des Finanzausschusses daraufhin die Abgeordneten sämtlicher Fraktionen – und ich hoffe, Sie waren zu diesem Zeitpunkt dabei – gefragt, ob eine Unterbrechung gewünscht wird, um diesen Abänderungsantrag zu studieren. Ich habe das angeboten, aber es wurde von sämtlichen Fraktionen für nicht notwendig gehalten. Das heißt, Sie selber haben gesagt, wir brauchen ... (Abg. Böhacker: Eine Viertelstunde wollten Sie unterbrechen, nicht zwei Stunden! Das ist jetzt wieder die Unwahrheit!) Herr Kollege, Sie hätten auch zwei Stunden Unterbrechung haben können. Ich habe Ihnen das angeboten. (Abg. Böhacker: Das ist die Unwahrheit! Er sagt wieder die Unwahrheit!) Sie haben selber gesagt: Gehen wir weiter. Das ist Faktum, und das möchte ich schon deutlich machen. (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Eine Viertelstunde wollten Sie unterbrechen, nicht zwei Stunden! Das ist jetzt wieder die Unwahrheit!
Wir hatten einen Abänderungsantrag, der die Dynamisierung betroffen hat, und dieser bestand aus insgesamt drei Sätzen. Ich habe als Obmann ... (Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer. ) Bitte hören Sie doch zu! Ich habe als Obmann des Finanzausschusses daraufhin die Abgeordneten sämtlicher Fraktionen – und ich hoffe, Sie waren zu diesem Zeitpunkt dabei – gefragt, ob eine Unterbrechung gewünscht wird, um diesen Abänderungsantrag zu studieren. Ich habe das angeboten, aber es wurde von sämtlichen Fraktionen für nicht notwendig gehalten. Das heißt, Sie selber haben gesagt, wir brauchen ... (Abg. Böhacker: Eine Viertelstunde wollten Sie unterbrechen, nicht zwei Stunden! Das ist jetzt wieder die Unwahrheit!) Herr Kollege, Sie hätten auch zwei Stunden Unterbrechung haben können. Ich habe Ihnen das angeboten. (Abg. Böhacker: Das ist die Unwahrheit! Er sagt wieder die Unwahrheit!) Sie haben selber gesagt: Gehen wir weiter. Das ist Faktum, und das möchte ich schon deutlich machen. (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Das ist die Unwahrheit! Er sagt wieder die Unwahrheit!
Wir hatten einen Abänderungsantrag, der die Dynamisierung betroffen hat, und dieser bestand aus insgesamt drei Sätzen. Ich habe als Obmann ... (Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer. ) Bitte hören Sie doch zu! Ich habe als Obmann des Finanzausschusses daraufhin die Abgeordneten sämtlicher Fraktionen – und ich hoffe, Sie waren zu diesem Zeitpunkt dabei – gefragt, ob eine Unterbrechung gewünscht wird, um diesen Abänderungsantrag zu studieren. Ich habe das angeboten, aber es wurde von sämtlichen Fraktionen für nicht notwendig gehalten. Das heißt, Sie selber haben gesagt, wir brauchen ... (Abg. Böhacker: Eine Viertelstunde wollten Sie unterbrechen, nicht zwei Stunden! Das ist jetzt wieder die Unwahrheit!) Herr Kollege, Sie hätten auch zwei Stunden Unterbrechung haben können. Ich habe Ihnen das angeboten. (Abg. Böhacker: Das ist die Unwahrheit! Er sagt wieder die Unwahrheit!) Sie haben selber gesagt: Gehen wir weiter. Das ist Faktum, und das möchte ich schon deutlich machen. (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.
Wir hatten einen Abänderungsantrag, der die Dynamisierung betroffen hat, und dieser bestand aus insgesamt drei Sätzen. Ich habe als Obmann ... (Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer. ) Bitte hören Sie doch zu! Ich habe als Obmann des Finanzausschusses daraufhin die Abgeordneten sämtlicher Fraktionen – und ich hoffe, Sie waren zu diesem Zeitpunkt dabei – gefragt, ob eine Unterbrechung gewünscht wird, um diesen Abänderungsantrag zu studieren. Ich habe das angeboten, aber es wurde von sämtlichen Fraktionen für nicht notwendig gehalten. Das heißt, Sie selber haben gesagt, wir brauchen ... (Abg. Böhacker: Eine Viertelstunde wollten Sie unterbrechen, nicht zwei Stunden! Das ist jetzt wieder die Unwahrheit!) Herr Kollege, Sie hätten auch zwei Stunden Unterbrechung haben können. Ich habe Ihnen das angeboten. (Abg. Böhacker: Das ist die Unwahrheit! Er sagt wieder die Unwahrheit!) Sie haben selber gesagt: Gehen wir weiter. Das ist Faktum, und das möchte ich schon deutlich machen. (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Eine Viertelstunde! Unerhört!
Es wurde mit Zustimmung der Opposition explizit – und alle, die dabei waren, sind Zeugen – auf eine Unterbrechung verzichtet. (Abg. Böhacker: Eine Viertelstunde! Unerhört!) Vielleicht haben Sie jetzt Probleme in Ihrem Klub bekommen. Das tut mir leid für Sie. Aber ich lege Wert darauf, daß ich die Geschäfte in diesem Finanzausschuß korrekt führe, daß ich sie auch weiter korrekt führen werde, und ich glaube, daß wir damit bei weitem am besten fahren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es wurde mit Zustimmung der Opposition explizit – und alle, die dabei waren, sind Zeugen – auf eine Unterbrechung verzichtet. (Abg. Böhacker: Eine Viertelstunde! Unerhört!) Vielleicht haben Sie jetzt Probleme in Ihrem Klub bekommen. Das tut mir leid für Sie. Aber ich lege Wert darauf, daß ich die Geschäfte in diesem Finanzausschuß korrekt führe, daß ich sie auch weiter korrekt führen werde, und ich glaube, daß wir damit bei weitem am besten fahren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Das ist es, was jetzt hier zur Diskussion steht. Herr Präsident Verzetnitsch, Herr Präsident Nürnberger und Herr Präsident Maderthaner! Deshalb meinen wir, daß es jetzt nicht ein Gebot der Stunde ist, diese Vereinbarungen auf der Stelle zu beschließen, wie Herr Dr. Khol gemeint hat. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Khol sprach von "leistungsgerechter Gestaltung der Geschäftsordnung". Das muß man sich einmal vorstellen! Was ist in seinen Augen "leistungsgerechte Gestaltung der Geschäftsordnung"? Versteht er darunter, daß man 24-Stunden-Fristen nicht beachtet, daß man seine eigenen Abgeordneten in den Ausschüssen filibustern läßt? Ich habe das auch schon gemacht, meine Damen und Herren, auch ich habe in Ausschüssen schon filibustert. Sie haben mich mit Spott und Hohn bedacht, wenn ich das versucht habe. Und was machen Sie? Wenn es notwendig ist, darf die Koalition das ungestraft tun. Ja Sie applaudieren sich noch selber, wenn Sie zu diesen Mitteln greifen, die bei der Opposition völlig verpönt sind.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Koppler: Das ist Populismus! Eine reine Populistin, sonst gar nichts!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): ... in einer Wortmeldung aufgenommen worden. Das zu Ihren eigenen Privilegien! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Koppler: Das ist Populismus! Eine reine Populistin, sonst gar nichts!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben als Österreichische Volkspartei diese Aktuelle Stunde beantragt, weil wir es für wichtig halten, den Wert der Familie in unserer Gesellschaft und im besonderen die Familienförderung zu diskutieren und zukünftige Weichenstellungen mit zu beraten. (Beifall bei der ÖVP.) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Familienpolitik war stets ein wichtiger, ja der wichtigste Teil unserer Politik. Wir haben die Familienpolitik immer als selbständigen Teil der Politik gesehen und nie als Teil der Sozialpolitik. Das bringt wesentliche Unterschiede.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Zwei Dinge waren es, gegen die wir schon jahrelang kämpfen, zum ersten gegen die Tatsache, daß in unserer Steuergesetzgebung das Existenzminimum unserer Kinder, das wir ansonsten jedem Erwachsenen zubilligen, nicht berücksichtigt wird. Das heißt, der Staat hat bei der Besteuerung der Einkommen nie darauf Bezug genommen, wie viele Menschen tatsächlich von diesem Einkommen leben müssen. Wir empfanden das immer als eklatante Ungerechtigkeit und haben daher die Freistellung des Existenzminimums der Kinder vehement gefordert. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Der Spruch des Verfassungsgerichtshofes gibt uns recht.
Abg. Mag. Stadler: Haben Sie auch ein Taferl? Früher haben Sie es angefeindet!
Ich habe hier eine Schautafel (die Rednerin stellt eine Schautafel mit der Überschrift "Anzahl der Kinder in der jeweiligen Einkommenskategorie" auf das Rednerpult) , aus der hervorgeht, daß in jener Bevölkerungsgruppe, die dem untersten Einkommensdrittel zuzurechnen ist, die meisten Kinder angesiedelt sind, in jener, die im mittleren Einkommensdrittel liegt, eher die Zweikinderfamilien und im obersten Einkommensbereich die Einkindfamilien. (Abg. Mag. Stadler: Haben Sie auch ein Taferl? Früher haben Sie es angefeindet!) Natürlich, warum denn nicht?
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte aber all jenen, die sich in letzter Zeit sehr aktiv mit Aussendungen hinsichtlich Familienpolitik, auch im Hinblick auf das Thema Arm und Reich, beschäftigt haben, empfehlen, die Wifo-Studie zu lesen, die genau zeigt, wie es tatsächlich im Bereich der vertikalen Umverteilung aussieht und wie die FLAF-Mittel eingesetzt werden. Ich darf kurz wieder das oberste, das mittlere und das unterste Einkommensdrittel zeigen. Das unterste Einkommensdrittel beim Finanzierungsaufkommen des Familienlastenausgleichsfonds bringt etwa 15 Prozent ein, erhält dafür aber 40 Prozent. Das mittlere Drittel zahlt 30 Prozent ein und bekommt 34 Prozent, ist also auch noch Gewinner. Die sogenannten Reichen – wie manche sie bezeichnen –, nämlich das oberste Drittel, zahlt 45 Prozent in den Familienlastenausgleich ein und erhält Leistungen von nur 26 Prozent zurück. Hier sehen wir, daß es sehr wohl einen sozialen Ausgleich bei den Familienförderungen gibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Familienförderung ist aber nicht allein die Förderung des Bundes. Ich möchte an dieser Stelle auch jenen herzlich danken – vor allem den Ländern und den Gemeinden –, die sich sehr aktiv und einfallsreich, manchmal auch sehr finanzkräftig für die Familien einsetzen und Mittel aufbringen, um die Familien noch zusätzlich zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mit der Anrechnung der Kindererziehungszeiten ist es uns gelungen, einen Meilenstein zu setzen, der natürlich auch dieses Unrecht beseitigt. Die ÖVP-Frauen und die gesamte Fraktion waren schon immer der Meinung, daß diese erste Maßnahme aus dem Jahre 1993 natürlich noch aufgestockt werden muß, das heißt, die Bemessungsgrundlage erhöht werden muß. Das werden wir am Freitag beschließen. Ich freue und bedanke mich bei allen, daß es nunmehr gelungen ist, diese Bemessungsgrundlage für die Kindererziehungszeiten auf den Ausgleichszulagenrichtsatz anzuheben und damit, was besonders wichtig ist, zu valorisieren, sodaß wir zumindest einmal kräftiger und deutlicher ein Dankeschön all jenen Frauen, die Kinder erziehen, sagen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Trotz vorgeschrittener Zeit möchte ich noch ein Thema ansprechen. Jeder Mensch braucht die Familie speziell in zwei Phasen, nämlich in der Kindheit und im Alter. Und wir wünschen jedem Menschen, daß sie vor allem in diesen Phasen für ihn auch zur Verfügung steht. Die Familie soll die Zelle der Geborgenheit, der Liebe und der Annahme sein, soll der Ort sein, an dem man sich wirklich erholen und zurückziehen kann. (Beifall bei der ÖVP.) Daher ist es unser innigstes Gebot, für eine möglichst intakte und gute Familienpolitik zu sorgen.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir können nur Rahmenbedingungen dafür schaffen, daß die Familien wirklich selbst die Möglichkeit haben, ihr Leben mit Kindern so zu gestalten, wie sie es sich vorstellen. Ich meine, wir müssen daher mit aller Kraft und alle gemeinsam für diese Familien eintreten. Unsere beste Investition – das Wort "Zukunft" wird in den nächsten Tagen noch sehr oft strapaziert werden – in die Zukunft ist die Investition in die Familien und in die Kinder. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich muß Ihnen sagen, daß eine Alleinverdienerfamilie mit zwei Kindern schon mit einem Risiko von 26 Prozent, das heißt, das ist mehr als jede vierte Alleinverdienerfamilie mit zwei Kindern, an oder unter der Armutsgrenze liegt; und mit drei Kindern steigt dieses Risiko und betrifft schon fast jede zweite Familie. Das ist nicht gut. Das ist ein Umstand, der uns familienpolitisch Sorgen machen muß, ein Umstand, dem wir abhelfen müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn nun der Verfassungsgerichtshof in seinem letzten Erkenntnis nicht mehr und nicht weniger sagt, als daß das, was unsere Familien an Unterhaltsleistungen für ihre Kinder zu erbringen haben – also einige tausend Schilling pro Monat –, steuerfrei zu stellen ist, daß der Finanzminister und der Staat mit Lohn- und Einkommensteuer darauf nicht zuzugreifen haben, dann gibt uns – der Regierung und dem Hohen Hause – dies Gelegenheit, für die Familien etwas zu tun, die Familien steuerlich zu entlasten, einen aktiven und positiven Akzent in der Familienpolitik zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Wieso tun Sie es dann?
Nein, Herr Abgeordneter Haselsteiner! Sie brauchen das nicht, ich brauche das nicht. Die meisten hier in diesem Hohen Hause brauchen das auch nicht. (Abg. Dr. Haselsteiner: Wieso tun Sie es dann?) Aber jetzt unterhalten wir uns doch einmal ganz kurz über den von Ihnen und auch von anderen in diesem Hohen Hause immer wieder zitierten Ausspruch: Der Verfassungsgerichtshof will die Reichen reicher machen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Im Ergebnis!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Im Ergebnis!
Nein, Herr Abgeordneter Haselsteiner! Sie brauchen das nicht, ich brauche das nicht. Die meisten hier in diesem Hohen Hause brauchen das auch nicht. (Abg. Dr. Haselsteiner: Wieso tun Sie es dann?) Aber jetzt unterhalten wir uns doch einmal ganz kurz über den von Ihnen und auch von anderen in diesem Hohen Hause immer wieder zitierten Ausspruch: Der Verfassungsgerichtshof will die Reichen reicher machen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Im Ergebnis!)
Beifall bei der ÖVP.
Zum ersten: Ich akzeptiere die geäußerte Kritik an den Verfassungsrichtern in der Tonart, in der sie geäußert wurde, nicht. Es wurde von Frechheit gesprochen. (Beifall bei der ÖVP.) Das waren nicht Sie (Abg. Mag. Stadler: Der Koalitionspartner! Nennen Sie ihn doch! Der Koalitionspartner war es!) , sondern das waren Vertreter einer anderen Fraktion. Wenn hier von Frechheit, von Politjustiz und davon gesprochen wurde, daß die Verfassungsrichter gewissermaßen in die eigene Tasche urteilen würden, dann meine ich, daß das höchst verzichtbare und überflüssige Bemerkungen waren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Der Koalitionspartner! Nennen Sie ihn doch! Der Koalitionspartner war es!
Zum ersten: Ich akzeptiere die geäußerte Kritik an den Verfassungsrichtern in der Tonart, in der sie geäußert wurde, nicht. Es wurde von Frechheit gesprochen. (Beifall bei der ÖVP.) Das waren nicht Sie (Abg. Mag. Stadler: Der Koalitionspartner! Nennen Sie ihn doch! Der Koalitionspartner war es!) , sondern das waren Vertreter einer anderen Fraktion. Wenn hier von Frechheit, von Politjustiz und davon gesprochen wurde, daß die Verfassungsrichter gewissermaßen in die eigene Tasche urteilen würden, dann meine ich, daß das höchst verzichtbare und überflüssige Bemerkungen waren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum ersten: Ich akzeptiere die geäußerte Kritik an den Verfassungsrichtern in der Tonart, in der sie geäußert wurde, nicht. Es wurde von Frechheit gesprochen. (Beifall bei der ÖVP.) Das waren nicht Sie (Abg. Mag. Stadler: Der Koalitionspartner! Nennen Sie ihn doch! Der Koalitionspartner war es!) , sondern das waren Vertreter einer anderen Fraktion. Wenn hier von Frechheit, von Politjustiz und davon gesprochen wurde, daß die Verfassungsrichter gewissermaßen in die eigene Tasche urteilen würden, dann meine ich, daß das höchst verzichtbare und überflüssige Bemerkungen waren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Haselsteiner! Wenn es darum geht, ob dieses Erkenntnis die Reichen reicher macht, dann meine ich, daß das gerade nicht gesagt wird. Ich nehme an, Sie haben das Erkenntnis gelesen. Der Verfassungsgerichtshof sagt ausdrücklich, daß Familien, deren Einkommen deutlich unter der sozialversicherungsrechtlichen Höchstbemessungsgrundlage liegt, die also deutlich weniger als 40 800 S im Monat, sagen wir 30 000 S, verdienen, steuerlich zu entlasten sind. Das sind aus Ihrer Sicht, Herr Abgeordneter Haselsteiner, die reichen Familien in diesen Land? – Nein, das sind die Mittelstandsfamilien. Um diese geht es, sie müssen entlastet werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Aber im Gegenteil, Herr Minister! – Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schmidt: Das ist nicht seriös, was Sie hier sagen! Sie sprechen wider besseres Wissen!
Soziale Staffelung von Transferleistungen klingt so schön. Familien mit einem Bruttoeinkommen von 30 000 S und zwei Kindern im Alter zwischen 10 und 19 Jahren, die vielleicht in eine Hauptschule oder allgemeinbildende höhere Schule gehen, erhalten etwa 20 000 S netto im Monat. Diese Familien bekommen im Monat rund 3 800 S Familientransferleistung bestehend aus Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag. Diese 3 800 S, also fast 20 Prozent des Nettoeinkommens dieser Familie, wollen Sie über eine soziale Staffelung diesen Familien wegnehmen? – Dazu sage ich ein klares Nein. (Abg. Dr. Haselsteiner: Aber im Gegenteil, Herr Minister! – Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schmidt: Das ist nicht seriös, was Sie hier sagen! Sie sprechen wider besseres Wissen!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Das machen Sie!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wer immer von sozialer Staffelung spricht, möge das im Auge behalten, denn es kann nicht darum gehen, nur einigen wenigen Supermillionären diese Transferleistung nicht zugute kommen zu lassen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Das machen Sie!) Wenn Sie davon sprechen, dann sprechen Sie vom Mittelstand. Dann geht es genau um jene Familien, für die ich gerade ein Beispiel gebracht habe.
Abg. Dr. Schmidt: An uns liegt es, nicht an Ihnen! Es liegt am Parlament, nicht an der Regierung!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es liegt jetzt an uns, in den nächsten Monaten dieses Erkenntnis zur Kenntnis zu nehmen und zum Anlaß zu nehmen, ihm zu entsprechen. (Abg. Dr. Schmidt: An uns liegt es, nicht an Ihnen! Es liegt am Parlament, nicht an der Regierung!) Na selbstverständlich! Was werden wird denn anderes tun, als dem Erkenntnis der Verfassungsrichter zu entsprechen? Die Bundesregierung wird mit einer Arbeitsgruppe bis Februar eine Lösung erarbeiten, um mehr Steuergerechtigkeit walten zu lassen. Was sagen uns denn die Verfassungsrichter? – Österreichs Familien haben Jahr für Jahr in den letzten Jahren zu viel Steuer bezahlt. Es geht nicht um neue Steuergeschenke, um neue Transferleistungen. Es geht
Abg. Dr. Haselsteiner: Aber auch!
Frau Abgeordnete Schmidt! Das Erkenntnis der Verfassungsrichter geht also nicht in Richtung der Superreichen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Aber auch!) Auch Arbeiterkammer und ÖGB sehen das völlig verkehrt. Wenn man den Gedanken folgte, dann wäre, so meine ich, die Familienbeihilfe eben nichts anderes als ein steuerlicher Absetzbetrag. (Abg. Dr. Haselsteiner: Nicht nur, aber auch!) Lassen Sie mich das weiterspinnen: Österreichs Familien würden ihre Familientransferleistungen für nichts anderes aufwenden als dafür, daß in Zukunft der Finanzminister weiterhin verfassungskonform mit Hilfe der Lohnsteuer oder der Einkommensteuer auf die Unterhaltsleistungen der Familien zugreifen könnte. – Das kann es doch nicht sein. Die Familienbeihilfe ist ganz sicher keine Steuerleistung und kein Steueräquivalent, sondern selbstverständlich ein Einkommensäquivalent. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Nicht nur, aber auch!
Frau Abgeordnete Schmidt! Das Erkenntnis der Verfassungsrichter geht also nicht in Richtung der Superreichen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Aber auch!) Auch Arbeiterkammer und ÖGB sehen das völlig verkehrt. Wenn man den Gedanken folgte, dann wäre, so meine ich, die Familienbeihilfe eben nichts anderes als ein steuerlicher Absetzbetrag. (Abg. Dr. Haselsteiner: Nicht nur, aber auch!) Lassen Sie mich das weiterspinnen: Österreichs Familien würden ihre Familientransferleistungen für nichts anderes aufwenden als dafür, daß in Zukunft der Finanzminister weiterhin verfassungskonform mit Hilfe der Lohnsteuer oder der Einkommensteuer auf die Unterhaltsleistungen der Familien zugreifen könnte. – Das kann es doch nicht sein. Die Familienbeihilfe ist ganz sicher keine Steuerleistung und kein Steueräquivalent, sondern selbstverständlich ein Einkommensäquivalent. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Abgeordnete Schmidt! Das Erkenntnis der Verfassungsrichter geht also nicht in Richtung der Superreichen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Aber auch!) Auch Arbeiterkammer und ÖGB sehen das völlig verkehrt. Wenn man den Gedanken folgte, dann wäre, so meine ich, die Familienbeihilfe eben nichts anderes als ein steuerlicher Absetzbetrag. (Abg. Dr. Haselsteiner: Nicht nur, aber auch!) Lassen Sie mich das weiterspinnen: Österreichs Familien würden ihre Familientransferleistungen für nichts anderes aufwenden als dafür, daß in Zukunft der Finanzminister weiterhin verfassungskonform mit Hilfe der Lohnsteuer oder der Einkommensteuer auf die Unterhaltsleistungen der Familien zugreifen könnte. – Das kann es doch nicht sein. Die Familienbeihilfe ist ganz sicher keine Steuerleistung und kein Steueräquivalent, sondern selbstverständlich ein Einkommensäquivalent. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall des Abg. Dr. Khol
Bei diesen ist es familienpolitisch wichtig, daß man das tut, was man aus verfassungsrechtlichen Gründen auch für die mittelständischen Familien tut, damit in unserem Lande etwas mehr Gerechtigkeit gegenüber den Familien herrscht (Beifall des Abg. Dr. Khol ) , Gerechtigkeit in dem Sinne, daß zwischen jenen, die keine Kinder haben, und jenen, die Kinder haben, neben all der Freude und all dem Schönen bei den Belastungen etwas mehr an Gerechtigkeit, an horizontaler Verteilungsgerechtigkeit hergestellt wird. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bei diesen ist es familienpolitisch wichtig, daß man das tut, was man aus verfassungsrechtlichen Gründen auch für die mittelständischen Familien tut, damit in unserem Lande etwas mehr Gerechtigkeit gegenüber den Familien herrscht (Beifall des Abg. Dr. Khol ) , Gerechtigkeit in dem Sinne, daß zwischen jenen, die keine Kinder haben, und jenen, die Kinder haben, neben all der Freude und all dem Schönen bei den Belastungen etwas mehr an Gerechtigkeit, an horizontaler Verteilungsgerechtigkeit hergestellt wird. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Schaffenrath.
Abgeordnete Dr. Sonja Moser (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Die hierzulande gepflogene Praxis, Familien- und Frauenpolitik auseinanderzudividieren, führt zu großen Vorurteilen und zu Berührungsängsten. So darf es uns auch nicht wundern, wenn im Vorfeld von Studien und Urteilen Vorurteile und Abqualifizierungen stattfinden. Streckenweise hat die Familienpolitik wirklich den Charme souveräner Hilflosigkeit. Das wurde aber nun mit dem Entscheid des Verfassungsgerichtshofes, mit dem, was unser Bundesminister bereits im Jänner vorgelegt hat, aber auch mit der Tiroler Familienpolitik, derzufolge Familien mit Kindern zwischen dem 18. und dem 24. Lebensmonat sowie mit Schulkindern pro Jahr und pro Kind entsprechend unterstützt werden sollen, vorbildlich kundgetan. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Schaffenrath. )
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. – Abg. Wabl, eine Ausgabe des "WirtschaftsBlattes" hochhaltend: Dem Krenn müssen Sie auch noch danken wegen der Feiertage!
Ich möchte des weiteren das Salzburger Kleinkinderbetreuungsmodell und selbstverständlich die Förderung der Familien in Ober- und Niederösterreich erwähnen. Dank sei den Ländern, Dank auch den Gemeinden! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. – Abg. Wabl, eine Ausgabe des "WirtschaftsBlattes" hochhaltend: Dem Krenn müssen Sie auch noch danken wegen der Feiertage!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich lasse mir nun das Wort Gerechtigkeit für Familien auf der Zunge zergehen. Für Leihbibliothekleser, wie unser Klubobmann immer wieder zu sagen pflegt, vereinfacht dargestellt: Unterhaltspflichtige Eltern zahlen im Vergleich zu Kinderlosen zuviel Steuern, und einige Politiker haben Probleme damit. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Warum denn die Hälfte, warum denn nicht 70 Prozent oder drei Viertel? – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fekter und Rosemarie Bauer. – Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist wie in einem Basar! Sozialpartnerkompromiß!
Der Spruch lautet also, daß zumindest die Hälfte jener Einkommensteile, die zur Bestreitung der Unterhaltspflicht für die Kinder erforderlich sind, steuerfrei bleiben müssen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Warum denn die Hälfte, warum denn nicht 70 Prozent oder drei Viertel? – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fekter und Rosemarie Bauer. – Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist wie in einem Basar! Sozialpartnerkompromiß!) Kinder sind eben keine Sache privater Lebensgestaltung oder gar des persönlichen Risikos, sondern Geschenke an die Gesellschaft.
Abg. Dr. Fekter: Familienstiftung! Dann sind wir geschützt!
Die Unterhaltszahlungen werden dabei auch bei höheren Einkommen nicht zur Gänze, sondern nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag, der nach der von den Zivilgerichten angewendeten Methode der Unterhaltsbemessung nach der Prozentsatzkomponente ermittelt wird, berücksichtigt und unterliegen außerdem der steuerlichen Progression. (Abg. Dr. Fekter: Familienstiftung! Dann sind wir geschützt!)
Beifall bei der ÖVP.
Angesichts der Tatsache, daß unsere Familien allein in den letzten fünf Jahren zirka 50 Milliarden Schilling zuviel Steuern abgeführt haben, habe ich keine Bauchschmerzen, wenn eine verfassungskonforme Neuregelung der Familiensteuer ab 1.1.1999 unseren Familien Gerechtigkeit und damit zirka 10 Milliarden Schilling bringt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Für die große Sozialdemokratie, nun Ihr Plädoyer!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Dr. Mertel. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Wabl: Für die große Sozialdemokratie, nun Ihr Plädoyer!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fekter und Wabl.
Herr Minister! Frau Bauer! Noch ein Wort zu Ihrer Aussage, daß man einen Verfassungsrichter nicht kritisieren solle, das sei unrecht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fekter und Wabl. ) Ich kritisiere nicht die Verfassungsrichter, aber ich zitiere "News", wo der Verfassungsrechtler Mayer, der unzweifelhaft eine anerkannte Größe im Verfassungsrecht ist, schlicht und einfach sagt, der Verfassungsgerichtshof habe sich politisch geäußert und damit den Spielraum überdehnt. Es sei eine politische Entscheidung! (Abg. Dr. Fekter: Wir kennen den Herrn Mayer! Das wissen wir!) Soviel zum Verfassungsgerichtshof. Ich empfehle Ihnen auch, den Artikel im "trend" zu lesen, wonach das Erkenntnis ein Skandal sei.
Abg. Dr. Fekter: Wir kennen den Herrn Mayer! Das wissen wir!
Herr Minister! Frau Bauer! Noch ein Wort zu Ihrer Aussage, daß man einen Verfassungsrichter nicht kritisieren solle, das sei unrecht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fekter und Wabl. ) Ich kritisiere nicht die Verfassungsrichter, aber ich zitiere "News", wo der Verfassungsrechtler Mayer, der unzweifelhaft eine anerkannte Größe im Verfassungsrecht ist, schlicht und einfach sagt, der Verfassungsgerichtshof habe sich politisch geäußert und damit den Spielraum überdehnt. Es sei eine politische Entscheidung! (Abg. Dr. Fekter: Wir kennen den Herrn Mayer! Das wissen wir!) Soviel zum Verfassungsgerichtshof. Ich empfehle Ihnen auch, den Artikel im "trend" zu lesen, wonach das Erkenntnis ein Skandal sei.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Wir Sozialdemokraten sehen Familienpolitik umfassender. Nach unserer Auffassung gehören dazu nämlich soziale, gesundheits- und bildungspolitische Aspekte, aber auch emanzipatorische Anliegen der Frauen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Wabl: Selbstverständlich!
Frau Bauer! Soziale Aspekte bedeuten für uns nicht Sozialpolitik, sondern es muß der soziale Ansatz verstärkt werden. Familienpolitik können wir nicht allein auf die steuerliche Diskussion reduzieren. Wenn es um die Zukunft unserer Familien geht, müssen wir als verantwortliche Politiker einige Fragen, die sich in diesem Zusammenhang ergeben, beantworten. Dazu gehört die Frage, ob die Interessen und die Rechte unserer Kinder in dieser Diskussion ausreichend berücksichtigt werden und ob diese Kinder nicht auch ein Recht auf qualifizierte Betreuung außerhalb der Familie haben. (Abg. Wabl: Selbstverständlich!) Denn es geht auch um pädagogische und bildungspolitische Ansätze (Beifall bei der SPÖ, den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums) und um die Frage, ob unsere jungen Menschen überhaupt in der Lage sind, eine Familie zu gründen.
Beifall bei der SPÖ, den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums
Frau Bauer! Soziale Aspekte bedeuten für uns nicht Sozialpolitik, sondern es muß der soziale Ansatz verstärkt werden. Familienpolitik können wir nicht allein auf die steuerliche Diskussion reduzieren. Wenn es um die Zukunft unserer Familien geht, müssen wir als verantwortliche Politiker einige Fragen, die sich in diesem Zusammenhang ergeben, beantworten. Dazu gehört die Frage, ob die Interessen und die Rechte unserer Kinder in dieser Diskussion ausreichend berücksichtigt werden und ob diese Kinder nicht auch ein Recht auf qualifizierte Betreuung außerhalb der Familie haben. (Abg. Wabl: Selbstverständlich!) Denn es geht auch um pädagogische und bildungspolitische Ansätze (Beifall bei der SPÖ, den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums) und um die Frage, ob unsere jungen Menschen überhaupt in der Lage sind, eine Familie zu gründen.
Zwischenruf der Abg. Haller
Neben dem finanziellen Aspekt stellt sich dabei auch die Frage nach der Lebensgestaltung und den Rahmenbedingungen, die wir ihnen schaffen, etwa ob Wohnraum zu erschwinglichen Preisen angeschafft werden kann (Zwischenruf der Abg. Haller ) oder ob Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen sind.
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Weiters müssen wir auf die Frage, wie wir die Situation der Frauen in der Arbeitswelt verbessern können, Antworten finden. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Ich nenne nur den Grundsatz "Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit". Auch ungleicher Lohn hat Folgen (Abg. Steibl: Die Sozialministerin kann da aktiv werden!) , die Arbeitszeiten haben Folgen, der berufliche Wiedereinstieg der Frauen. Sind Sie damit nicht einverstanden?
Abg. Steibl: Die Sozialministerin kann da aktiv werden!
Weiters müssen wir auf die Frage, wie wir die Situation der Frauen in der Arbeitswelt verbessern können, Antworten finden. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Ich nenne nur den Grundsatz "Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit". Auch ungleicher Lohn hat Folgen (Abg. Steibl: Die Sozialministerin kann da aktiv werden!) , die Arbeitszeiten haben Folgen, der berufliche Wiedereinstieg der Frauen. Sind Sie damit nicht einverstanden?
Abg. Wabl: Warum denn Schülerfreifahrt? Wo sind die Studentenfreifahrten? Wo sind die hin verschwunden?
Auch die Bildungspolitik ist ein Bestandteil der Familienpolitik. Wir haben für Familienleistungen ein umfangreiches Instrumentarium, und wir liegen damit im internationalen Vergleich an der Spitze. Aber um die Zukunft der Familien sicherzustellen – und das Ziel ist das Gemeinsame, der Weg und die Überlegungen dazu sind vielleicht anders –, brauchen wir Hilfen für die Startphasen der Jungfamilien und eine Verstärkung des sozialen Elements, etwa einen Zuschlag zur Familienbeihilfe für Alleinerzieherinnen und Mehrkinderfamilien mit niedrigem Einkommen, die Gewährung von Sachleistungen, die Sicherstellung der Schülerfreifahrten und Schulbücher. (Abg. Wabl: Warum denn Schülerfreifahrt? Wo sind die Studentenfreifahrten? Wo sind die hin verschwunden?)
Beifall bei der SPÖ.
Wir müssen uns auch dessen bewußt sein, daß es gerade in den Bundesländern eine benachteiligte Gruppe von Schülern und Schülerinnen gibt, nämlich jene, die nicht am Schulort wohnhaft sind. Denen müssen wir wieder eine Heimfahrtbeihilfe gewähren. (Beifall bei der SPÖ.) Wir müssen die Kinderbetreuungsplätze weiter konsequent ausbauen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Alles, wenn wir in der Regierung sind!
Herr Präsident! Uns Sozialdemokraten geht es also nicht ausschließlich um die Korrektur eines oder mehrerer Steuergesetze, sondern darum, entscheidende Maßnahmen zu setzen, damit den Familien und vor allem den Kindern in Zukunft geholfen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Alles, wenn wir in der Regierung sind!)
Abg. Rosemarie Bauer: Jessas, nein! – Abg. Wabl: Eine Sage zu erzählen? – Abg. Schwarzenberger: Krampustag!
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Nach der Märchenstunde der Frau Kollegin Bauer und auch der Frau Kollegin Moser wird es, glaube ich, an mir liegen (Abg. Rosemarie Bauer: Jessas, nein! – Abg. Wabl: Eine Sage zu erzählen? – Abg. Schwarzenberger: Krampustag!) , die Dinge im Bereich der österreichischen Familienpolitik ein bißchen ins rechte Licht zu rücken. (Abg. Rosemarie Bauer: Sie muß selber lachen!)
Abg. Rosemarie Bauer: Sie muß selber lachen!
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Nach der Märchenstunde der Frau Kollegin Bauer und auch der Frau Kollegin Moser wird es, glaube ich, an mir liegen (Abg. Rosemarie Bauer: Jessas, nein! – Abg. Wabl: Eine Sage zu erzählen? – Abg. Schwarzenberger: Krampustag!) , die Dinge im Bereich der österreichischen Familienpolitik ein bißchen ins rechte Licht zu rücken. (Abg. Rosemarie Bauer: Sie muß selber lachen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: "Lobby für Kinder"!
Der Aktuellen Stunde unter dem Titel "Zukunftsorientierte Familienpolitik" billige ich absolut Aktualität zu. Aber angesichts des scheinheiligen Aktionismus, mit dem die ÖVP an dieses Thema herangeht, mit Badges, mit einer Jungen ÖVP, die vor den Parlamentseingängen Folder verteilt, mit einer Tafel der Frau Kollegin Bauer, frage ich mich, ob die ÖVP nun in der Regierung ist oder nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: "Lobby für Kinder"!)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Das stimmt doch nicht!
Ich erinnere daran, daß unter ÖVP-FamilienministerInnen Milliardenbeträge von Familiengeldern in fremde Töpfe geflossen sind. Durch Sparpakete – dafür haben Sie die Verantwortung, Herr Bundesminister – wurden die Familienleistungen um 20 Prozent gekürzt. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das stimmt doch nicht!) Natürlich stimmt das. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Rechnen Sie das vor!) Wir haben das bereits im Jahr 1996 dokumentiert. (Die Rednerin hält eine Ausgabe einer Publikation des freiheitlichen Parlamentsklubs in die Höhe. – Bundesminister Dr. Bartenstein: Haben Sie auch einen Folder?) Dem ist nicht widersprochen worden.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Rechnen Sie das vor!
Ich erinnere daran, daß unter ÖVP-FamilienministerInnen Milliardenbeträge von Familiengeldern in fremde Töpfe geflossen sind. Durch Sparpakete – dafür haben Sie die Verantwortung, Herr Bundesminister – wurden die Familienleistungen um 20 Prozent gekürzt. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das stimmt doch nicht!) Natürlich stimmt das. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Rechnen Sie das vor!) Wir haben das bereits im Jahr 1996 dokumentiert. (Die Rednerin hält eine Ausgabe einer Publikation des freiheitlichen Parlamentsklubs in die Höhe. – Bundesminister Dr. Bartenstein: Haben Sie auch einen Folder?) Dem ist nicht widersprochen worden.
Die Rednerin hält eine Ausgabe einer Publikation des freiheitlichen Parlamentsklubs in die Höhe. – Bundesminister Dr. Bartenstein: Haben Sie auch einen Folder?
Ich erinnere daran, daß unter ÖVP-FamilienministerInnen Milliardenbeträge von Familiengeldern in fremde Töpfe geflossen sind. Durch Sparpakete – dafür haben Sie die Verantwortung, Herr Bundesminister – wurden die Familienleistungen um 20 Prozent gekürzt. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das stimmt doch nicht!) Natürlich stimmt das. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Rechnen Sie das vor!) Wir haben das bereits im Jahr 1996 dokumentiert. (Die Rednerin hält eine Ausgabe einer Publikation des freiheitlichen Parlamentsklubs in die Höhe. – Bundesminister Dr. Bartenstein: Haben Sie auch einen Folder?) Dem ist nicht widersprochen worden.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Sie können das nicht als Kürzung bezeichnen!
Herr Bundesminister! Das Budget im Bereich Familie, das Sie für das Jahr 1998 vorgelegt haben, bestätigt genau diese 20prozentige Kürzung. Ich möchte mir das ein bißchen auf der Zunge zergehen lassen. Die Kürzung beziehungsweise das Einfrieren der Familienbeihilfen hat die Familien 5,2 Milliarden Schilling gekostet, das Einfrieren der Kinderabsetzbeträge 0,8 Milliarden, der Wegfall der Geburtenbeihilfe 1,25 Milliarden, die Reduzierung der Karenzzeit und das Einfrieren des Karenzgeldes 4 Milliarden, die Rückforderungen von den Vätern 0,6, die Selbstbehalte bei Schülerfreifahrten und Schulbüchern ... (Bundesminister Dr. Bartenstein: Sie können das nicht als Kürzung bezeichnen!) Ich weiß, Herr Familienminister, das ist sehr unangenehm für Sie. Das ist ein Wegfall von Leistungen, die die Familien früher gehabt und die Sie, ein ÖVP-Minister, ihnen weggenommen haben. Das können Sie doch nicht verheimlichen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Das Budget im Bereich Familie, das Sie für das Jahr 1998 vorgelegt haben, bestätigt genau diese 20prozentige Kürzung. Ich möchte mir das ein bißchen auf der Zunge zergehen lassen. Die Kürzung beziehungsweise das Einfrieren der Familienbeihilfen hat die Familien 5,2 Milliarden Schilling gekostet, das Einfrieren der Kinderabsetzbeträge 0,8 Milliarden, der Wegfall der Geburtenbeihilfe 1,25 Milliarden, die Reduzierung der Karenzzeit und das Einfrieren des Karenzgeldes 4 Milliarden, die Rückforderungen von den Vätern 0,6, die Selbstbehalte bei Schülerfreifahrten und Schulbüchern ... (Bundesminister Dr. Bartenstein: Sie können das nicht als Kürzung bezeichnen!) Ich weiß, Herr Familienminister, das ist sehr unangenehm für Sie. Das ist ein Wegfall von Leistungen, die die Familien früher gehabt und die Sie, ein ÖVP-Minister, ihnen weggenommen haben. Das können Sie doch nicht verheimlichen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Stimmt doch nicht!
Herr Minister! Faktum ist auch, daß seit einem Jahr kein Familienausschuß mehr stattgefunden hat. Daran erkennt man, wie "ernst" Sie die Familienpolitik nehmen. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Stimmt doch nicht!) Natürlich! Was ist denn aus Ihren vollmundigen Ankündigungen, etwa jener von der Bundessektenstelle, bisher geworden? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Es war doch einer im Frühjahr!) Nein, es war kein Familienausschuß.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Es war doch einer im Frühjahr!
Herr Minister! Faktum ist auch, daß seit einem Jahr kein Familienausschuß mehr stattgefunden hat. Daran erkennt man, wie "ernst" Sie die Familienpolitik nehmen. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Stimmt doch nicht!) Natürlich! Was ist denn aus Ihren vollmundigen Ankündigungen, etwa jener von der Bundessektenstelle, bisher geworden? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Es war doch einer im Frühjahr!) Nein, es war kein Familienausschuß.
Abg. Rosemarie Bauer: Nein! Das sagen wir nicht!
Zur Familienbesteuerung: Die ÖVP tut so, als ob das neue Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes ein Verdienst der ÖVP wäre. (Abg. Rosemarie Bauer: Nein! Das sagen wir nicht!) Ich sage Ihnen, daß genau das Gegenteil der Fall ist. Die ÖVP, Sie alle, meine Damen und Herren, wie Sie hier sitzen, haben sich der langjährigen Mittäterschaft schuldig gemacht. (Abg. Dr. Höchtl: Nicht die Unwahrheit sagen!) Sie haben es verschuldet, daß die österreichischen Steuergesetze Kinderlose bevorzugt haben und der Mindestunterhalt für Kinder nicht steuerfrei gestellt worden ist. Sie können versuchen, das zu beschönigen, wie Sie wollen.
Abg. Dr. Höchtl: Nicht die Unwahrheit sagen!
Zur Familienbesteuerung: Die ÖVP tut so, als ob das neue Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes ein Verdienst der ÖVP wäre. (Abg. Rosemarie Bauer: Nein! Das sagen wir nicht!) Ich sage Ihnen, daß genau das Gegenteil der Fall ist. Die ÖVP, Sie alle, meine Damen und Herren, wie Sie hier sitzen, haben sich der langjährigen Mittäterschaft schuldig gemacht. (Abg. Dr. Höchtl: Nicht die Unwahrheit sagen!) Sie haben es verschuldet, daß die österreichischen Steuergesetze Kinderlose bevorzugt haben und der Mindestunterhalt für Kinder nicht steuerfrei gestellt worden ist. Sie können versuchen, das zu beschönigen, wie Sie wollen.
Abg. Dr. Khol: Was war da?
Abgeordnete Edith Haller (fortsetzend) : Ich bin dabei. Herr Klubobmann Khol! (Abg. Dr. Khol: Was war da?) Sie haben sich damit außerhalb des Verfassungsbogens begeben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wabl: Das kann gar nicht sein! Er ist der Verfassungsbogen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wabl: Das kann gar nicht sein! Er ist der Verfassungsbogen!
Abgeordnete Edith Haller (fortsetzend) : Ich bin dabei. Herr Klubobmann Khol! (Abg. Dr. Khol: Was war da?) Sie haben sich damit außerhalb des Verfassungsbogens begeben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wabl: Das kann gar nicht sein! Er ist der Verfassungsbogen!)
Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Das ist ein Schachtelsatz! – Zwischenruf des Abg. Dr. Khol.
Abgeordnete Edith Haller (fortsetzend) : Ja, ich bin beim Schlußsatz. Er ist ein bißchen länger. (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Das ist ein Schachtelsatz! – Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. ) Ich kann Ihnen nun etwas anbieten, Herr Klubobmann Khol! Sie werden uns Freiheitliche dabei haben, wenn Sie eine verfassungskonforme Lösung vornehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Edith Haller (fortsetzend) : Ja, ich bin beim Schlußsatz. Er ist ein bißchen länger. (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Das ist ein Schachtelsatz! – Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. ) Ich kann Ihnen nun etwas anbieten, Herr Klubobmann Khol! Sie werden uns Freiheitliche dabei haben, wenn Sie eine verfassungskonforme Lösung vornehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Das sagt der Verfassungsgerichtshof!
Ich sage das auch deshalb, weil Abgeordnete Bauer deutlich, aber noch deutlicher dann Kollegin Moser, davon gesprochen hat, daß Kinder eben keine Privatsache, sondern eine Angelegenheit des öffentlichen Interesses seien. Das ist bemerkenswert für eine Partei, die immer von Eigenverantwortung, von Privatsphäre und von weniger Staat spricht. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das sagt der Verfassungsgerichtshof!) Sie hat das selbst auch gesagt. Zum Verfassungsgerichtshof komme ich schon noch. Es ist bemerkenswert, welche Geisteshaltung der Volkspartei darin zum Ausdruck kommt.
Abg. Rosemarie Bauer: Da gibt es keinen Widerspruch!
Dazu möchte ich gerne Gerhard Marschall zitieren, da er das auf den Punkt gebracht hat, sodaß ich mich ihm inhaltlich anschließen möchte. Er stellt nämlich die Frage: "Was geht den Staat überhaupt die Familie an? Sie hat, bei aller gesellschaftlicher Bedeutung, immer eines zu bleiben: Privatsphäre." Das sei der ÖVP ins Stammbuch geschrieben. (Abg. Rosemarie Bauer: Da gibt es keinen Widerspruch!) "Ein Staat, der Familie allzusehr in die Pflicht nimmt, um nicht zu sagen: für seine Zwecke mißbraucht, ist kein guter, sondern ein berechnender, zynischer Staat." – Soweit die "Oberösterreichischen Nachrichten".
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Fekter: Nur weil Ihnen die Kontrolle nicht paßt!
Ich halte das für eine klare Grenzüberschreitung des Verfassungsgerichtshofes. Der Verfassungsgerichtshof hat zu kontrollieren und nicht gestaltend einzugreifen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Fekter: Nur weil Ihnen die Kontrolle nicht paßt!) Wenn der Verfassungsgerichtshof sagt, daß 50 Prozent des für die Unterhaltsleistung benötigten Einkommens steuerfrei bleiben sollen, dann ist das eine gestaltende Aussage, die dem Verfassungsgerichtshof nicht zusteht. Dies ist einzig Sache des Parlaments, und daher müssen wir hier darüber diskutieren. (Abg. Dr. Fekter: Das stimmt doch nicht! – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. )
Abg. Dr. Fekter: Das stimmt doch nicht! – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Ich halte das für eine klare Grenzüberschreitung des Verfassungsgerichtshofes. Der Verfassungsgerichtshof hat zu kontrollieren und nicht gestaltend einzugreifen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Fekter: Nur weil Ihnen die Kontrolle nicht paßt!) Wenn der Verfassungsgerichtshof sagt, daß 50 Prozent des für die Unterhaltsleistung benötigten Einkommens steuerfrei bleiben sollen, dann ist das eine gestaltende Aussage, die dem Verfassungsgerichtshof nicht zusteht. Dies ist einzig Sache des Parlaments, und daher müssen wir hier darüber diskutieren. (Abg. Dr. Fekter: Das stimmt doch nicht! – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich füge weiters hinzu: Ich denke – so wie Sie es sagen, Frau Kollegin Bauer –, daß das gegeneinander Ausspielen von Arm und Reich weder in der Familienpolitik noch sonstwo Platz haben sollte. Das ist ein Übel. (Beifall beim Liberalen Forum.) Aber wenn wir in der Familienpolitik wollen, daß Selbstgestaltung in der Familie tatsächlich geschehen kann, dann müssen wir diejenigen unterstützen, die es brauchen, ...
Abg. Dr. Fekter: Wie viele Kinder haben Sie? – Abg. Wabl: Zwei! Und wie viele haben Sie?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Minister! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Familienpolitik ist zugegebenermaßen ein sehr schwieriges Feld. (Abg. Dr. Fekter: Wie viele Kinder haben Sie? – Abg. Wabl: Zwei! Und wie viele haben Sie?) Sie ist ein Minenfeld, in dem es wirklich viele Probleme gibt, und einige davon sind in der bisherigen Debatte schon zum Vorschein gekommen.
Beifall bei den Grünen und des Abg. Dr. Haselsteiner.
Wenn man etwas tiefer in die Materie eindringt und sich diese hohen Scheidungsraten ansieht, dann merkt man, daß die Leute an den Anforderungen zerbrechen, denen sie aufgrund ihrer Arbeitswelt, aufgrund der Gesellschaft und der Anforderungen im Zusammenleben mit Partnern und Kindern unterworfen sind. Dort werden sie von der Politik allein gelassen. (Beifall bei den Grünen und des Abg. Dr. Haselsteiner. )
Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.
Das ist Ihre Politik, jene Politik, die Sie gemeinsam zu verantworten haben. Das ist die – unter Anführungszeichen – "Familienpolitik" der letzten Jahre in diesem Land. Sie haben es zu verantworten, daß die Alleinerziehenden hierzulande keine Unterstützung mehr durch Arbeitslosengeld erhalten. Dafür sind Sie verantwortlich, und dazu müssen Sie auch stehen. (Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer. ) Aber das tun Sie nicht. Sie verweigern diese Debatte und reden großflockig und wolkig von den Familien, die wir irgendwo hinstellen, nur nicht in die Realität, nur nicht dorthin, wo sie hingehören, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist Ihre Politik, jene Politik, die Sie gemeinsam zu verantworten haben. Das ist die – unter Anführungszeichen – "Familienpolitik" der letzten Jahre in diesem Land. Sie haben es zu verantworten, daß die Alleinerziehenden hierzulande keine Unterstützung mehr durch Arbeitslosengeld erhalten. Dafür sind Sie verantwortlich, und dazu müssen Sie auch stehen. (Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer. ) Aber das tun Sie nicht. Sie verweigern diese Debatte und reden großflockig und wolkig von den Familien, die wir irgendwo hinstellen, nur nicht in die Realität, nur nicht dorthin, wo sie hingehören, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rosemarie Bauer: ... sie paßt Ihnen nicht!
Was sagt nun das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes? – Das ist die Frage an den Familienminister, aber es ist keine persönliche Frage. Herr Familienminister! Werden Sie durch die Regelung, die Sie gemeinsam beschließen werden – welche Regelung auch immer es sein wird (Abg. Rosemarie Bauer: ... sie paßt Ihnen nicht!) –, zu den Gewinnern oder zu den Verlierern dieser Regelung gehören? Ich wage zu prophezeien: Sie werden zu den Gewinnern dieser Regelung gehören, weil es der Verfassungsgerichtshof tatsächlich darauf angelegt hat, die obersten 2 bis 3 Prozent zu begünstigen, die nach Darstellung des Verfassungsgerichtshofs benachteiligt werden.
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Danke. – Dafür tragen Sie als Mitglied einer der Regierungsparteien die Verantwortung. Weil Sie dem Verfassungsgerichtshof keine politischen Vorgaben gemacht haben, kann der Verfassungsgerichtshof in diesem Land Politik machen. Weil Sie nicht imstande waren, gemeinsam eine Regierungspolitik in der Familienfrage zu entwickeln, stehen wir jetzt vor der Situation, daß wir eine Regelung beschließen müssen, die offensichtlich nur darauf angelegt ist, die Reicheren zu begünstigen. Das ist eine Schande. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Öllinger! Alles, was Sie sagen, ist nicht wahr. Es ist vielmehr immer das Gegenteil wahr. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweitens: Es ist schön, der Frau Mertel zuzuhören, einfach deswegen, weil sie es immer sehr genau zuspitzt. Zum einen sind viele Sätze schon von der SPÖ gesagt worden. Das Blöde dabei ist nur, daß sie sich meistens nicht daran erinnern kann, wenn es darauf ankommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Sondern als Schauspieler!
Zum anderen rede ich jetzt nicht als Familienpolitiker. (Abg. Dr. Mertel: Sondern als Schauspieler!) Nein. Aber auch Schauspieler sind Menschen, Frau Mertel, das müssen Sie zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der ÖVP.) Ja, tun wir das! Die Schauspieler wiederum nehmen zur Kenntnis, daß auch Sie Menschen sind, die Politiker zum Beispiel. Tun wir das! Ja? – Okay. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum anderen rede ich jetzt nicht als Familienpolitiker. (Abg. Dr. Mertel: Sondern als Schauspieler!) Nein. Aber auch Schauspieler sind Menschen, Frau Mertel, das müssen Sie zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der ÖVP.) Ja, tun wir das! Die Schauspieler wiederum nehmen zur Kenntnis, daß auch Sie Menschen sind, die Politiker zum Beispiel. Tun wir das! Ja? – Okay. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Zum anderen rede ich jetzt nicht als Familienpolitiker. (Abg. Dr. Mertel: Sondern als Schauspieler!) Nein. Aber auch Schauspieler sind Menschen, Frau Mertel, das müssen Sie zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der ÖVP.) Ja, tun wir das! Die Schauspieler wiederum nehmen zur Kenntnis, daß auch Sie Menschen sind, die Politiker zum Beispiel. Tun wir das! Ja? – Okay. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Wabl: Was ist nicht wahr von dem, was Öllinger gesagt hat?
Ich gebe zu, daß ich für Familienpolitik nicht ressortzuständig bin (Abg. Wabl: Was ist nicht wahr von dem, was Öllinger gesagt hat?) – ich habe nur 5 Minuten Zeit, Herr Wabl; wir können uns nachher draußen darüber unterhalten –, aber ich rede hier als einer, der als Familienvater auch zwei mögliche Steuerabsetzposten zu Hause hat. Ich erlaube mir, in diesem Zusammenhang einmal nicht von der Krise der Familie, nicht von der Fragmentierung der Gesellschaft und nicht von der konsumorientierten Selbstverwirklichungsgesellschaft zu reden. Ich möchte einmal davon reden, daß es auch eine funktionierende Familie gibt. (Beifall bei der ÖVP.) Ich möchte in
Beifall bei der ÖVP.
Ich gebe zu, daß ich für Familienpolitik nicht ressortzuständig bin (Abg. Wabl: Was ist nicht wahr von dem, was Öllinger gesagt hat?) – ich habe nur 5 Minuten Zeit, Herr Wabl; wir können uns nachher draußen darüber unterhalten –, aber ich rede hier als einer, der als Familienvater auch zwei mögliche Steuerabsetzposten zu Hause hat. Ich erlaube mir, in diesem Zusammenhang einmal nicht von der Krise der Familie, nicht von der Fragmentierung der Gesellschaft und nicht von der konsumorientierten Selbstverwirklichungsgesellschaft zu reden. Ich möchte einmal davon reden, daß es auch eine funktionierende Familie gibt. (Beifall bei der ÖVP.) Ich möchte in
Abg. Dr. Haselsteiner: Für den "Konsum" nicht mehr! – Abg. Dr. Khol: Den "Konsum" gibt es nicht mehr!
Wir reden in allen Bereichen vom Rückzug des Staates. Wir delegieren quasi alles an das Private und an die kleinere Einheit. Wir gliedern aus, wir schaffen Selbstverwaltung für die VOEST und den "Konsum" und was auch immer. (Abg. Dr. Haselsteiner: Für den "Konsum" nicht mehr! – Abg. Dr. Khol: Den "Konsum" gibt es nicht mehr!) Das ist richtig, ja, das hätten wir nur gerne gehabt.
Abg. Dr. Haselsteiner: Ein Produkt der persönlichen Zuneigung ist von öffentlichem Interesse?
Nun also Lean-Management. Der Ort aber, an dem wir das "leanste" Management haben, die effektivste wirtschaftliche und soziale Einheit, ist die Familie. Die Leistungen der Familie im positiven Sinne sind bekannt, möchte ich einmal sagen, und sie basieren darauf, daß es unter den Menschen persönliche Zuneigung gibt – das muß man auch einmal festhalten – und daß sie die geringsten gesellschaftlichen Kosten verursachen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Ein Produkt der persönlichen Zuneigung ist von öffentlichem Interesse?) Das habe ich nicht gesagt, Herr Haselsteiner. Das hat auch der Verfassungsgerichtshof nicht gesagt.
Beifall bei der ÖVP.
Eine funktionierende Familie ent lastet den Staat und eine nicht funktionierende Familie be lastet ihn. (Beifall bei der ÖVP.) Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden. Nur muß man auch einmal sagen, daß die teuerste Lebensform jene der Vereinzelung ist, also das Singledasein, auch wenn es in den Zeitgeistmagazinen sehr behübscht dargestellt wird. Ich möchte jetzt nicht von den emotionalen Defiziten reden, aber abgesehen davon ist das die teuerste Art der Lebensführung, die sich die Gesellschaft leisten kann. (Abg. Dr. Khol: Gefährlich!)
Abg. Dr. Khol: Gefährlich!
Eine funktionierende Familie ent lastet den Staat und eine nicht funktionierende Familie be lastet ihn. (Beifall bei der ÖVP.) Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden. Nur muß man auch einmal sagen, daß die teuerste Lebensform jene der Vereinzelung ist, also das Singledasein, auch wenn es in den Zeitgeistmagazinen sehr behübscht dargestellt wird. Ich möchte jetzt nicht von den emotionalen Defiziten reden, aber abgesehen davon ist das die teuerste Art der Lebensführung, die sich die Gesellschaft leisten kann. (Abg. Dr. Khol: Gefährlich!)
Abg. Öllinger: Was hat das mit der vertikalen Umverteilung zu tun?
In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf eine Umverteilung und einen vertikalen Kapitalfluß zu sprechen kommen. Auf der einen Seite stehen dabei diejenigen mit der möglicherweise individuell befriedigenden, aber auch belastenden Aufgabe des Kinderaufziehens, der Kindererziehung und des In-die-Gesellschaft-finden-Lassens von Kindern, auf der anderen Seite diejenigen, die – auch mit zu respektierenden Gründen – sagen, daß sie allein leben möchten. (Abg. Öllinger: Was hat das mit der vertikalen Umverteilung zu tun?) Aber es ist – und kann nichts anderes sein – eine Forderung der Gerechtigkeit und eigentlich das Selbstverständlichste der Welt, daß es dabei einen Kapitalfluß von den einen zu den anderen gibt. Es ist in diesem Zusammenhang traurig, Herr Öllinger, daß es eines Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofes bedurft hat, um Sie und uns darauf aufmerksam zu machen, wie es eigentlich sein sollte. (Abg. Öllinger: Das ist horizontale Umverteilung!) – Ich danke Ihnen schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Das ist horizontale Umverteilung!
In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf eine Umverteilung und einen vertikalen Kapitalfluß zu sprechen kommen. Auf der einen Seite stehen dabei diejenigen mit der möglicherweise individuell befriedigenden, aber auch belastenden Aufgabe des Kinderaufziehens, der Kindererziehung und des In-die-Gesellschaft-finden-Lassens von Kindern, auf der anderen Seite diejenigen, die – auch mit zu respektierenden Gründen – sagen, daß sie allein leben möchten. (Abg. Öllinger: Was hat das mit der vertikalen Umverteilung zu tun?) Aber es ist – und kann nichts anderes sein – eine Forderung der Gerechtigkeit und eigentlich das Selbstverständlichste der Welt, daß es dabei einen Kapitalfluß von den einen zu den anderen gibt. Es ist in diesem Zusammenhang traurig, Herr Öllinger, daß es eines Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofes bedurft hat, um Sie und uns darauf aufmerksam zu machen, wie es eigentlich sein sollte. (Abg. Öllinger: Das ist horizontale Umverteilung!) – Ich danke Ihnen schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf eine Umverteilung und einen vertikalen Kapitalfluß zu sprechen kommen. Auf der einen Seite stehen dabei diejenigen mit der möglicherweise individuell befriedigenden, aber auch belastenden Aufgabe des Kinderaufziehens, der Kindererziehung und des In-die-Gesellschaft-finden-Lassens von Kindern, auf der anderen Seite diejenigen, die – auch mit zu respektierenden Gründen – sagen, daß sie allein leben möchten. (Abg. Öllinger: Was hat das mit der vertikalen Umverteilung zu tun?) Aber es ist – und kann nichts anderes sein – eine Forderung der Gerechtigkeit und eigentlich das Selbstverständlichste der Welt, daß es dabei einen Kapitalfluß von den einen zu den anderen gibt. Es ist in diesem Zusammenhang traurig, Herr Öllinger, daß es eines Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofes bedurft hat, um Sie und uns darauf aufmerksam zu machen, wie es eigentlich sein sollte. (Abg. Öllinger: Das ist horizontale Umverteilung!) – Ich danke Ihnen schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Steibl.
Den Titel der heutigen Aktuellen Stunde – "Zukunftsorientierte Politik" – halte ich nach dem, was ich bisher gehört habe, und nach den Vorschlägen, die bisher vorgebracht worden sind, für vermessen. Meiner Ansicht nach wäre es passender, von "antiquierter Politik" zu sprechen. (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Steibl. )
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Bei der weiteren Bezeichnung, nämlich "unsere Familien", und vor allem nach den unkritischen Jubelrufen über das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs drängt sich mir auch der Verdacht auf, daß Sie mit den von Herrn Morak definierten funktionierenden Familien vor allem die begüterten ÖVP-Familien meinen. Das sind die Familien Khol, Bartenstein et cetera. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wenn sie wollen!
Es geht um die Frage der Verteilung und um die Frage des Einkommens. Es geht um die Frage der Arbeitsplatzsicherung. Es geht um die Frage der Frauenbeschäftigung. Keinesfalls geht es – gerade beim Ansteigen von Frauenarbeitslosigkeit – um irgendwelche Anreize und Lösungsmodelle, die dazu dienen, Frauen wieder aus dem Arbeitsmarkt zu drängen. Vielmehr geht es um konkrete Maßnahmen dafür, den Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf und die Ausübung der Berufstätigkeit zu ermöglichen. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wenn sie wollen!) Die Frauen sollen wissen, daß ihre Kinder gut aufgehoben sind, weil es genug Kinderbetreuungsplätze gibt, in denen die Kinder untergebracht werden können, in denen sie sich wohl fühlen und lernen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es geht um die Frage der Verteilung und um die Frage des Einkommens. Es geht um die Frage der Arbeitsplatzsicherung. Es geht um die Frage der Frauenbeschäftigung. Keinesfalls geht es – gerade beim Ansteigen von Frauenarbeitslosigkeit – um irgendwelche Anreize und Lösungsmodelle, die dazu dienen, Frauen wieder aus dem Arbeitsmarkt zu drängen. Vielmehr geht es um konkrete Maßnahmen dafür, den Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf und die Ausübung der Berufstätigkeit zu ermöglichen. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wenn sie wollen!) Die Frauen sollen wissen, daß ihre Kinder gut aufgehoben sind, weil es genug Kinderbetreuungsplätze gibt, in denen die Kinder untergebracht werden können, in denen sie sich wohl fühlen und lernen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Weiteres geht es um Sicherheit beim Wohnen, denn Kinder haben auch ein Recht, ein Dach über dem Kopf zu haben. Dazu fehlen mir auch die Initiativen der ÖVP. Damit kommen wir zu der Frage befristeter Mietverträge, die es mit sich bringen, daß Kinder die Schule oder den Kindergartenplatz wechseln müssen, weil sie ihre Wohnung verlieren, da der Vertrag nicht verlängert wird. In diesem Bereich könnten Sie Kinderschutzmaßnahmen ergreifen und dafür sorgen, daß es uns gelingt, entsprechende Regelungen zu finden, von befristeten Mietverträgen wegzukommen und bei den Mieten andere Preise zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ.) Denn das schränkt das Familieneinkommen ein und hat konkrete Auswirkungen auf die Kinder. (Abg. Haigermoser: Im Karl-Marx-Hof! – Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer. )
Abg. Haigermoser: Im Karl-Marx-Hof! – Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.
Weiteres geht es um Sicherheit beim Wohnen, denn Kinder haben auch ein Recht, ein Dach über dem Kopf zu haben. Dazu fehlen mir auch die Initiativen der ÖVP. Damit kommen wir zu der Frage befristeter Mietverträge, die es mit sich bringen, daß Kinder die Schule oder den Kindergartenplatz wechseln müssen, weil sie ihre Wohnung verlieren, da der Vertrag nicht verlängert wird. In diesem Bereich könnten Sie Kinderschutzmaßnahmen ergreifen und dafür sorgen, daß es uns gelingt, entsprechende Regelungen zu finden, von befristeten Mietverträgen wegzukommen und bei den Mieten andere Preise zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ.) Denn das schränkt das Familieneinkommen ein und hat konkrete Auswirkungen auf die Kinder. (Abg. Haigermoser: Im Karl-Marx-Hof! – Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer. )
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich möchte aus einem Artikel von Christian Rainer im "trend" zitieren: "Der Verfassungsgerichtshof ist nicht unmenschlich; aber er kann perverse Auswirkungen seines Spruches mangels Zuständigkeit für Sozialpolitik nicht verhindern. Sehr wohl verhindern kann diese Perversion aber der Gesetzgeber." – Das sind wir, und dazu sind wir aufgerufen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Haselsteiner: 20!
Man kann über Vorschläge zur Erhöhung von fixen Absetzbeträgen diskutieren. Herr Bundesminister! Sie sind allerdings eine Antwort schuldig geblieben. Sie haben gesagt, es gehe nicht um weitere Steuern. Es handelt sich aber um einen Vorschlag, der 10 Milliarden Schilling kostet. (Abg. Dr. Haselsteiner: 20!) Diese fallen bekanntlich nicht vom Himmel. Die Frage ist also: Wo sollen sie eingespart werden, woher sollen diese Mittel kommen, und wem sollen sie weggenommen werden? Ihre Antwort auf diese Fragen vermisse ich nach wie vor, darauf warte ich immer noch.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die Sozialdemokratie steht für eine gerechte Familienförderung. Das heißt: Mehr für die Armen und weniger für die Reichen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Sie waren diejenigen, die eine Schmierenkomödie veranstaltet haben!
Abgeordnete Elfriede Madl (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Die Schmierenkomödie, die sich in den vergangenen Wochen um die Pensionsreform drehte, hat sich heute in dieser Aktuellen Stunde seitens der ÖVP fortgesetzt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Sie waren diejenigen, die eine Schmierenkomödie veranstaltet haben!) Sie hat sich hier und heute fortgesetzt, was ich feststellen kann, wenn ich mir die Wortmeldungen der ÖVP-Abgeordneten vergegenwärtige. (Abg. Dr. Fekter: Sie veranstalten hier einen Komödiantenstadl!)
Abg. Dr. Fekter: Sie veranstalten hier einen Komödiantenstadl!
Abgeordnete Elfriede Madl (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Die Schmierenkomödie, die sich in den vergangenen Wochen um die Pensionsreform drehte, hat sich heute in dieser Aktuellen Stunde seitens der ÖVP fortgesetzt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Sie waren diejenigen, die eine Schmierenkomödie veranstaltet haben!) Sie hat sich hier und heute fortgesetzt, was ich feststellen kann, wenn ich mir die Wortmeldungen der ÖVP-Abgeordneten vergegenwärtige. (Abg. Dr. Fekter: Sie veranstalten hier einen Komödiantenstadl!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und wenn ich mir Ihre Reverse anschaue (nahezu alle ÖVP-Abgeordneten haben Plaketten an ihrer Kleidung befestigt) , meine Damen und Herren von der ÖVP, worauf "Lobby für Kinder" zu lesen ist, dann sage ich Ihnen: Die Familien bedanken sich für solch eine Lobby! 120 000 Familien leben unter der Armutsgrenze. Sie sind eine Lobby, die die Familien vernichtet hat! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Die Umfallerpartei ÖVP!
Denn wer, meine Damen und Herren von der ÖVP, hat denn dem Belastungspaket zugestimmt? (Abg. Haigermoser: Die Umfallerpartei ÖVP!) Wer hat es denn der SPÖ, den Sozialdemokraten ermöglicht, Belastungen für die Familien einzuführen? – Ihre Stimmen!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Trinkl: Das glauben Sie aber selber nicht!
Die ÖVP-Abgeordneten haben es ermöglicht, daß die Familienbeihilfe reduziert wurde! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Trinkl: Das glauben Sie aber selber nicht!)
Abg. Koppler: Das war nicht Ihre Vorgängerin, sondern Ihre Vorrednerin!
Es ist klar, die Sozialdemokraten haben mit Familie nichts am Hut, das hat man bei der Wortmeldung meiner Vorgängerin gehört (Abg. Koppler: Das war nicht Ihre Vorgängerin, sondern Ihre Vorrednerin!) , aber Sie von der ÖVP haben es auch ermöglicht, daß die Familien jetzt 10 Prozent Selbstbehalt bei den Schulbüchern haben!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie von der ÖVP tragen auch die Schuld daran, daß die Lohnsteuerfreibetragsbescheide 1997 sistiert worden sind, und Sie werden jetzt in dieser Woche auch noch zustimmen, daß sie auch für 1998 ausgesetzt werden. Das bedeutet für die Familien, die den Finanzminister mit ihrer Lohnsteuer bevorschussen, nun schon das zweite Jahr eine immense Belastung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Vielleicht war das Modell nicht gut!
Und wer, meine Damen und Herren hier herinnen, hat denn verhindert, daß es den Familien wieder besser geht? Wer hat denn gegen das Familiensplitting des freiheitlichen Vorschlages gestimmt? – Es war die ÖVP, die gegen das Familiensplitting gestimmt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Vielleicht war das Modell nicht gut!) Aber heute stellen Sie sich her, stellt der Herr Bundesminister Bartenstein sich her und feiert dieses Verfassungsgerichtshoferkenntnis als ein historisches Urteil, als hätte er nicht zehn Jahre vorher den Fami
Beifall bei den Freiheitlichen.
Darum sage ich, das ist eine Schmierenkomödie, die Sie heute hier aufführen, Frau Kollegin Bauer, denn Sie haben jahrelang Zeit gehabt, unseren Vorschlägen zuzustimmen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Und darum sage ich: Es werden wieder die Freiheitlichen sein müssen, die Vorschläge und Anträge zu einer gerechten Familiensteuerpolitik bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Denn wir haben bis jetzt immer Nägel mit Köpfen gemacht, während Sie hier herunten gewesen sind und nur polemisiert haben. Leider Gottes! Frau Kollegin Bauer! Ich schäme mich für Sie! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und darum sage ich: Es werden wieder die Freiheitlichen sein müssen, die Vorschläge und Anträge zu einer gerechten Familiensteuerpolitik bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Denn wir haben bis jetzt immer Nägel mit Köpfen gemacht, während Sie hier herunten gewesen sind und nur polemisiert haben. Leider Gottes! Frau Kollegin Bauer! Ich schäme mich für Sie! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Er ist aber auch berechtigt, zu sagen, daß er eine funktionierende Familie leben will!
Abgeordnete Klara Motter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Morak, es hindert Sie niemand daran, eine funktionierende Familie zu leben, wie sie in Ihrem Sinne ist, aber Familienpolitik richtet sich nicht nach einzelnen Meinungen, sondern wir Familienpolitiker haben die Aufgabe, uns den Problemen zu stellen, wie sie unsere Familien in dieser Zeit eben vorfinden. Das ist Familienpolitik und nicht die Vorstellung davon, wie ich sie leben will! (Abg. Steibl: Er ist aber auch berechtigt, zu sagen, daß er eine funktionierende Familie leben will!) Ob sie mir paßt oder nicht – ich habe mich dem zu stellen, Herr Kollege Morak. Das wollte ich Ihnen nur sagen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordnete Klara Motter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Morak, es hindert Sie niemand daran, eine funktionierende Familie zu leben, wie sie in Ihrem Sinne ist, aber Familienpolitik richtet sich nicht nach einzelnen Meinungen, sondern wir Familienpolitiker haben die Aufgabe, uns den Problemen zu stellen, wie sie unsere Familien in dieser Zeit eben vorfinden. Das ist Familienpolitik und nicht die Vorstellung davon, wie ich sie leben will! (Abg. Steibl: Er ist aber auch berechtigt, zu sagen, daß er eine funktionierende Familie leben will!) Ob sie mir paßt oder nicht – ich habe mich dem zu stellen, Herr Kollege Morak. Das wollte ich Ihnen nur sagen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daß gerade die Österreichische Volkspartei für diese Aktuelle Stunde das Wort "zukunftsorientiert" verwendet, entbehrt auch für mich nicht der Ironie, denn die bisherige Familienpolitik der Volkspartei zeichnet sich jedenfalls nicht dadurch aus, daß zukunftsweisende Konzepte, die sich mit der tatsächlichen Situation unserer Familien in der heutigen Zeit auseinandersetzen, vorgelegt wurden. Im Gegenteil! Wenn man sich Aussagen verschiedener ÖVP-Politikerinnen und -Politiker nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vor Augen führt – und solche Aussagen sind auch heute wieder gemacht worden –, so führen diese Aussagen eher in die tiefste Vergangenheit als in die Zukunft. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Rosemarie Bauer: Aber geh!
Ich möchte hier nur an die Aussagen des ÖAAB-Obmannes, Minister Fasslabend, erinnern, der mittels finanzieller Anreize Frauen zum Kinderkriegen überreden wollte. (Abg. Rosemarie Bauer: Aber geh!) Oder an den dominanten ÖVP-Familienbund, der vorschlug, daß Frauen ohne Kinder später in Pension gehen beziehungsweise höhere Beiträge zahlen sollten – quasi als Strafe für ihre Kinderlosigkeit.
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir haben ein durchdachtes Modell, das es wert ist, diskutiert zu werden. Allerdings ist zu befürchten – das zeichnet sich auch heute schon wieder ab –, daß nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes eine echte Reform der Familienförderung nicht stattfinden wird, solange sich die Koalitionsparteien nicht von ihren ideologischen Standpunkten wegbewegen und zur Kenntnis nehmen, daß es die verschiedensten Formen des Zusammenlebens gibt, die für uns Liberale alle gleichwertig sind, weil es unserer Meinung nach die Entscheidung jedes einzelnen sein muß, wie er sein Leben gestalten will. Dabei darf niemand einem Diktat unterstellt werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenbemerkung des Bundesministers Dr. Bartenstein.
Aber eines sage ich Ihnen von der ÖVP: Sie werden der Familie ... (Zwischenbemerkung des Bundesministers Dr. Bartenstein. ) Ich glaube, genau da, Herr Bundesminister, sollten wir ansetzen. Sie wollen in Wahrheit Elitenförderung. Sie wollen in Wahrheit reiche Väter entlasten. Wenn Sie wollen, daß die Jugend eine Chance hat, dann lassen Sie doch tatsächlich die Hände weg von der freien Bildung, dann lassen Sie die Hände weg von der Freifahrt für Studierende, dann lassen Sie die Hände weg von den Schulbüchern! Investieren Sie in Kinder und Jugendliche, anstatt einmal mehr über ein Hintertürl in die Steuertöpfe zu greifen, um die reichen Väter zu entlasten! Um nichts anderes geht es Ihnen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Was soll das mit den reichen Vätern?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Was soll das mit den reichen Vätern?
Aber eines sage ich Ihnen von der ÖVP: Sie werden der Familie ... (Zwischenbemerkung des Bundesministers Dr. Bartenstein. ) Ich glaube, genau da, Herr Bundesminister, sollten wir ansetzen. Sie wollen in Wahrheit Elitenförderung. Sie wollen in Wahrheit reiche Väter entlasten. Wenn Sie wollen, daß die Jugend eine Chance hat, dann lassen Sie doch tatsächlich die Hände weg von der freien Bildung, dann lassen Sie die Hände weg von der Freifahrt für Studierende, dann lassen Sie die Hände weg von den Schulbüchern! Investieren Sie in Kinder und Jugendliche, anstatt einmal mehr über ein Hintertürl in die Steuertöpfe zu greifen, um die reichen Väter zu entlasten! Um nichts anderes geht es Ihnen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Was soll das mit den reichen Vätern?)
Präsident Dr. Neisser nimmt mit Hilfe der beiden Schriftführer die Stimmenzählung vor.
Ich bitte jetzt jene Damen und Herren, die der Abstandnahme von der Aufliegefrist für diesen Ausschußbericht ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. (Präsident Dr. Neisser nimmt mit Hilfe der beiden Schriftführer die Stimmenzählung vor.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Die "Schlußouvertüre" des Werdegangs der sogenannten Pensionsreform ist heute von einer entsprechenden Medienberichterstattung begleitet worden. So wurde etwa festgestellt, daß eine Kapitulation der Regierung stattgefunden hat. Man schreibt davon, daß diese Pensionsreform nun mit Ach und Weh über die Bühne gebracht wird und daß nur ganz wenig von dem, was man ursprünglich vorgehabt hat, gerettet wurde. – So deute ich auch den Umstand, daß derjenige, der das Ganze angezettelt hat, nämlich der Bundeskanzler, heute gar nicht da ist. Er hat nach Rust mit großen Worten von einer historisch wichtigen Pensionsreform gesprochen, traut sich aber heute nicht einmal mehr ins Parlament, um Rechenschaft darüber abzugeben, was daraus geworden ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Ewig!
Sicherlich fragen sich die Österreicher allmählich: Wenn eine Regierung für einen solchen Pfusch, wie er heute in bezug auf die Beamtenpensionsreform vorgelegt wird, schon fünf Monate braucht, wie lange würde sie erst brauchen, um zu sinnvollen Lösungen zu kommen? (Ruf bei den Freiheitlichen: Ewig!) Wahrscheinlich eine Ewigkeit. Das zeigt auch die Handlungsfähigkeit dieser Regierung, denn in den wesentlichen Punkten, die angekündigt worden sind, tritt man ja auf der Stelle. (Zwischenruf des Abg. Koppler. ) Das ist auch in anderen Bereichen so.
Zwischenruf des Abg. Koppler.
Sicherlich fragen sich die Österreicher allmählich: Wenn eine Regierung für einen solchen Pfusch, wie er heute in bezug auf die Beamtenpensionsreform vorgelegt wird, schon fünf Monate braucht, wie lange würde sie erst brauchen, um zu sinnvollen Lösungen zu kommen? (Ruf bei den Freiheitlichen: Ewig!) Wahrscheinlich eine Ewigkeit. Das zeigt auch die Handlungsfähigkeit dieser Regierung, denn in den wesentlichen Punkten, die angekündigt worden sind, tritt man ja auf der Stelle. (Zwischenruf des Abg. Koppler. ) Das ist auch in anderen Bereichen so.
Beifall bei den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Das ist der Punkt, warum Sie überhaupt etwas machen wollten: weil Sie in Wahrheit kurzfristig Geld beschaffen müssen. Das ist auch der Grund, warum Ihr Experte Rürup Ihnen gestern noch einmal im Fernsehen ausrichten hat lassen: Das ist keine langfristige Sanierung der Pensionen, sondern eine kurzfristige Geldbeschaffungsaktion. So hat Rürup das bezeichnet, und Herr Klubobmann Dr. Khol hat ja heute unbeabsichtigt einmal hier im Hohen Hause die Wahrheit gesagt (Beifall bei den Freiheitlichen) , als er gemeint hat: Wir haben das dringend benötigt.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Sie verstehen es einfach nicht!
Natürlich! Sie brauchen dringend Geld für das Budget, daher setzen Sie Maßnahmen wie etwa die, daß alle geringfügig Beschäftigten jetzt eine Versicherung zahlen müssen, damit Sie sofort zu Geld kommen, oder Sie heben die Höchstbeitragsgrundlage an, damit Sie sofort zu Geld kommen. Darüber, daß das aber in Zukunft neue Leistungen bedeutet, für die man auch wieder Geld brauchen wird, haben Sie nicht nachgedacht, weil die Abgeordneten, die heute hier sitzen, in ein paar Jahren alle nicht mehr hier sein werden, wenn es darum geht, wieder eine Pensionsdebatte zu führen. Dann sind Sie schon längst aus der Verantwortung und haben Ihre Pensionen in der Tasche. Da kümmert Sie das Interesse der Österreicher nicht mehr! Das ist der Punkt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Sie verstehen es einfach nicht!)
Abg. Haigermoser: "Johannes der Täuscher" ist auch nicht mehr da!
Herr Kollege! Das ist dasselbe, wie wir es beim EU-Beitritt erlebt haben. Alle, die uns vor dem EU-Beitritt so schöne Dinge versprochen haben, haben sich ja inzwischen aus dem Staub gemacht. Die Frau Ederer mit ihrem berühmten Tausender ist nicht mehr da, der Herr Dr. Vranitzky, der uns 30 000 neue Arbeitsplätze versprochen hat, ist nicht mehr da, der Herr Lacina, der uns eine überdurchschnittliche Wachstumsrate in der Wirtschaft versprochen hat, ist nicht mehr da, und auch der Herr Busek, der sogar die "Internationale" zur Einsegnung der EU gesungen hat, ist nicht mehr da. – Das ist Ihre Politik, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien. (Abg. Haigermoser: "Johannes der Täuscher" ist auch nicht mehr da!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind jene politischen Markierungen, die die Menschen sich merken: Man kann bei dieser Regierung auf nichts mehr vertrauen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Parnigoni
Die Sozialdemokraten machen dabei mit, wenn die Kleinen im Regen stehen gelassen werden, und die großen Sektionschefs haben es sich wieder einmal gerichtet. Das ist ja direkt ein "Sektionschefrettungsgesetz", würde ich sagen, denn wenn Sie jetzt via Abänderungsantrag sogar noch eine Funktionserhöhung der Sektionschefs vornehmen (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Parnigoni ) – schauen Sie sich das einmal an! –, dann werden die Pensionen der Sektionschefs ja sogar noch aufgewertet. (Abg. Parnigoni greift sich an den Kopf.) Nicht aufs Hirn greifen, sondern lesen und sich dann wundern, warum man zustimmt, Herr Kollege! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie erhöhen die Funktionen der Sektionschefs, bevor sie abtreten, damit Sie ihnen sozusagen noch ihre Pensionen verbessern.
Abg. Parnigoni greift sich an den Kopf.
Die Sozialdemokraten machen dabei mit, wenn die Kleinen im Regen stehen gelassen werden, und die großen Sektionschefs haben es sich wieder einmal gerichtet. Das ist ja direkt ein "Sektionschefrettungsgesetz", würde ich sagen, denn wenn Sie jetzt via Abänderungsantrag sogar noch eine Funktionserhöhung der Sektionschefs vornehmen (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Parnigoni ) – schauen Sie sich das einmal an! –, dann werden die Pensionen der Sektionschefs ja sogar noch aufgewertet. (Abg. Parnigoni greift sich an den Kopf.) Nicht aufs Hirn greifen, sondern lesen und sich dann wundern, warum man zustimmt, Herr Kollege! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie erhöhen die Funktionen der Sektionschefs, bevor sie abtreten, damit Sie ihnen sozusagen noch ihre Pensionen verbessern.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Sozialdemokraten machen dabei mit, wenn die Kleinen im Regen stehen gelassen werden, und die großen Sektionschefs haben es sich wieder einmal gerichtet. Das ist ja direkt ein "Sektionschefrettungsgesetz", würde ich sagen, denn wenn Sie jetzt via Abänderungsantrag sogar noch eine Funktionserhöhung der Sektionschefs vornehmen (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Parnigoni ) – schauen Sie sich das einmal an! –, dann werden die Pensionen der Sektionschefs ja sogar noch aufgewertet. (Abg. Parnigoni greift sich an den Kopf.) Nicht aufs Hirn greifen, sondern lesen und sich dann wundern, warum man zustimmt, Herr Kollege! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie erhöhen die Funktionen der Sektionschefs, bevor sie abtreten, damit Sie ihnen sozusagen noch ihre Pensionen verbessern.
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
3. Ist der Ruhegenuß niedriger als das Produkt der Vergleichspension mit der sich aus Z 2 ergebenden Zahl, so entspricht der Erhöhungsbetrag dieser Differenz. Andernfalls gebührt kein Erhöhungsbetrag." (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Da schau her! – Abg. Wabl: Keine Sorge! Es kommt die Cordula Frieser!
Da kennt sich wirklich kein Mensch mehr aus! Das hat auch die Kärntner Landesregierung festgestellt, die sagt: "Der Nachvollzug dieser Rechenoperationen zur Ermittlung des Pensionsanspruches überfordert die menschliche Logik." – Der Verfassungsdienst der Kärntner Landesregierung teilt Ihnen das mit. (Abg. Mag. Stadler: Da schau her! – Abg. Wabl: Keine Sorge! Es kommt die Cordula Frieser!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Das ist ein Skandal! Pfui! – Weitere Pfui-Rufe und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Oder: die Angestellten im Kammerbereich, Herr Dr. Stummvoll. Ihren Mitarbeitern hat man die Pragmatisierung abgekauft. Sie bekommen heute beamtenähnliche Pensionen, in der Höhe von 70 bis 80 Prozent des Letztbezuges. Einer 57jährigen Angestellten, die am 1. Oktober in Pension gegangen ist, zahlt man zum Beispiel eine freiwillige Pensionsabfindung in Höhe von 7,4 Millionen Schilling, plus 2 Millionen Schilling Abfertigung, plus ASVG-Höchstbetrag, und das mit den Zwangsbeiträgen der kleinen Kammerfunktionäre, der kleinen Unternehmer! Das, meine Damen und Herren, sind Ihre "Harmonisierungen", die Sie in Österreich durchführen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Das ist ein Skandal! Pfui! – Weitere Pfui-Rufe und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stoisits: Was?! – Abg. Mag. Stadler: O ja! Die Grünen haben zugestimmt!
Oder: Was ist mit den Politikern, meine Damen und Herren? – Bevor man gesagt hat, daß man an die Harmonisierung der Pensionsrechte geht, hat es in diesem Hohen Haus mit der Zustimmung von vier Parteien – nicht der Freiheitlichen! – eine Bezügeregelung gegeben, die auch die Pensionen für die Politiker geregelt hat, und zwar so, daß sich heute die Abgeordnete der Grünen Stoisits schon darüber aufgeregt hat, obwohl sie dieser Regelung damals zugestimmt hat. Das ist in diesem Zusammenhang auch interessant. (Abg. Mag. Stoisits: Was?! – Abg. Mag. Stadler: O ja! Die Grünen haben zugestimmt!)
Abg. Dr. Kräuter: So wie Sie, Herr Dr. Haider!
Sie wissen offenbar nicht mehr, was Sie hier am Rednerpult vor wenigen Minuten gesagt haben. Wir haben das sehr genau registriert, meine Damen und Herren! Für Politiker gibt es nämlich keinen Durchrechnungszeitraum, Herr Dr. Khol, auch wenn Sie das gestern in der Öffentlichkeit fälschlich behauptet haben. Denn Politiker werden auch in Zukunft laut Gesetz (der Redner zitiert neuerlich aus der erwähnten Unterlage) – da steht es ganz genau drinnen – ihre Pensionen gemäß der höchsten Dienstklasse des Sektionschefbezuges, Dienstklasse IX, Gehaltsstufe 6, berechnet bekommen. (Abg. Dr. Kräuter: So wie Sie, Herr Dr. Haider!) – Aber der Umstand, daß alle davon betroffen sind, mindert die Schweinerei doch nicht, Herr Kollege! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie wissen offenbar nicht mehr, was Sie hier am Rednerpult vor wenigen Minuten gesagt haben. Wir haben das sehr genau registriert, meine Damen und Herren! Für Politiker gibt es nämlich keinen Durchrechnungszeitraum, Herr Dr. Khol, auch wenn Sie das gestern in der Öffentlichkeit fälschlich behauptet haben. Denn Politiker werden auch in Zukunft laut Gesetz (der Redner zitiert neuerlich aus der erwähnten Unterlage) – da steht es ganz genau drinnen – ihre Pensionen gemäß der höchsten Dienstklasse des Sektionschefbezuges, Dienstklasse IX, Gehaltsstufe 6, berechnet bekommen. (Abg. Dr. Kräuter: So wie Sie, Herr Dr. Haider!) – Aber der Umstand, daß alle davon betroffen sind, mindert die Schweinerei doch nicht, Herr Kollege! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni macht eine abwehrende Geste
Meine Damen und Herren! Die Politikerpensionen erfordern einen Zuschuß (Abg. Parnigoni macht eine abwehrende Geste) – Sie schütteln immer den Kopf, weil Sie über Ihre eigenen Dinge nicht gerne reden – von 600 000 S pro Jahr und Politikerpension zu aktuellen Bezügen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Karlsson, Mag. Maier und Tegischer.
Meine Damen und Herren! Wir haben das nicht beschlossen. Wir Freiheitlichen haben euch ein anderes Modell vorgelegt. Wir haben gesagt: Macht ASVG-Pensionen für die Politiker, so wie für jeden anderen Österreicher auch. Das wäre eine saubere und anständige Lösung gewesen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Karlsson, Mag. Maier und Tegischer. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich wäre wirklich begeistert, wenn Sie sich einmal für die kleinen Leute so auf die Schienen geworfen hätten, wie Sie es jetzt für Ihre eigenen Interessen machen. Wie da agiert wird, muß auch einmal aufgezeigt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner.
Meine Damen und Herren! Was ist das für eine Pensionsreform, wo man sagt, mindestens 15 Jahre muß eine Frau arbeiten, damit sie einen Pensionsanspruch hat, während jeder Minister bereits nach zwei Dienstjahren einen Pensionsanspruch von über 50 000 S in der Tasche hat. Wenn der Herr Einem heute abtritt, hat er nach nur zwei Ministerjahren 55 000 S Pension in der Tasche! Das müßt ihr einmal den Leuten erklären, denen ihr mit euren Pensionsbeschlüssen heute etwas wegnehmen wollt! Das ist eure Art der sozialen Demokratie in diesem Lande! (Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. ) Na selbstverständlich!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haselsteiner: Doch nicht automatisch! Das stimmt doch nicht!
Sie haben ja auch behauptet, daß es für Politiker keine Abfertigung mehr gibt. In Wirklichkeit gibt es eine automatische Gehaltsfortzahlung von zwölf Monaten, ganz gleich, wie lange ein Politiker gearbeitet hat. Sie führen die Bevölkerung systematisch in die Irre, meine Damen und Herren! Das ist die Realität! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haselsteiner: Doch nicht automatisch! Das stimmt doch nicht!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner.
Meine Damen und Herren! Wenn es um eure Sachen geht, seid ihr immer sehr empfindlich, das wissen wir schon. Aber nicht nur bei den Politikerpensionen wird nicht harmonisiert, auch bei den Pensionen im Bereich der Nationalbank wird nicht harmonisiert. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. ) Herr Kollege! Auch wenn Sie es noch so oft behaupten, wird es nicht richtiger! – Auch im Bereich der Nationalbank gibt es eine Pensionsunregelmäßigkeit, wie es sie eigentlich nicht mehr geben sollte.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sagt Ihnen sogar die eigene Postsparkasse des Staates. Diese wirbt heute bereits mit dem Argument, die staatlichen Pensionen seien nicht mehr sicher, daher müsse man sich privat versichern. Dann laßt doch die Leute wenigstens aus dem Käfig der Zwangsversicherung heraus, gebt Ihnen doch die Möglichkeit, Eigenvorsorge zu machen! Nicht einmal das darf man in diesem Lande tun! Nicht einmal eine kleine Prämie für eine Zusatzversicherung wird steuerlich anerkannt. Die großen Privatisierer der ÖVP haben in den letzten Jahren alles dazu beigetragen, daß Eigenvorsorge unmöglich gemacht worden ist. Das ist die Wahrheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Was macht eine Verkäuferin mit 13 000 S brutto bei einem Drei-Säulen-Modell?
Wenn wir es so machen würden, wie es in der Schweiz gemacht wird, dann hätte das den Vorteil, daß wir eine staatliche Grundpension hätten, wo es keine Höchstbeitragsgrundlage gibt (Abg. Koppler: Was macht eine Verkäuferin mit 13 000 S brutto bei einem Drei-Säulen-Modell?) und wo – Kollege Koppler, hören Sie zu! – auch die Reichen ohne Begrenzung für die Ärmeren in die Grundpension einzahlen würden. Dann hätten wir keine Schandrenten wie heute, wo zwei Drittel der ASVG-Versicherten weniger als 10 000 S bekommen, sondern dann hätten wir eine Grundpension von 11 000, 12 000 S, meine Damen und Herren! Das ist die Realität! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Was macht eine Handelsangestellte mit 13 000 S brutto bei einem Drei-Säulen-Modell? Erklär das einmal!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Was macht eine Handelsangestellte mit 13 000 S brutto bei einem Drei-Säulen-Modell? Erklär das einmal!
Wenn wir es so machen würden, wie es in der Schweiz gemacht wird, dann hätte das den Vorteil, daß wir eine staatliche Grundpension hätten, wo es keine Höchstbeitragsgrundlage gibt (Abg. Koppler: Was macht eine Verkäuferin mit 13 000 S brutto bei einem Drei-Säulen-Modell?) und wo – Kollege Koppler, hören Sie zu! – auch die Reichen ohne Begrenzung für die Ärmeren in die Grundpension einzahlen würden. Dann hätten wir keine Schandrenten wie heute, wo zwei Drittel der ASVG-Versicherten weniger als 10 000 S bekommen, sondern dann hätten wir eine Grundpension von 11 000, 12 000 S, meine Damen und Herren! Das ist die Realität! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Was macht eine Handelsangestellte mit 13 000 S brutto bei einem Drei-Säulen-Modell? Erklär das einmal!)
Abg. Koppler: Was macht bei einem Drei-Säulen-Modell eine Handelsangestellte mit 13 000 S brutto? Erklär das einmal!
Ich weiß, Kollege Koppler müßte dann mehr bezahlen, das ist klar, denn Reiche müssen dann mehr bezahlen, das ist gar keine Frage. Er wehrt sich also dagegen. Wir sind bereit, bei dieser Form der Umverteilung entsprechend mitzuwirken. (Abg. Koppler: Was macht bei einem Drei-Säulen-Modell eine Handelsangestellte mit 13 000 S brutto? Erklär das einmal!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Das ist ein Wahnsinn!
Meine Damen und Herren! Wenn euer ASVG-System dazu führt, daß zwei Drittel der Versicherten weniger als 10 000 S Pension bekommen, dann ist, so meine ich, unser Vorschlag – Kollege Koppler, würdest du geneigt sein, mir kurz zuzuhören – sicherlich das attraktivere Modell, denn das Beispiel Schweiz beweist, daß die Grundsicherung allein schon höher ist als die von euch vielversprochene staatliche Grundpension. Das ist die Realität! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Das ist ein Wahnsinn!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Welchen Datums?
Es stellt sich allerdings für uns wirklich die Frage, was wir beim Abstimmen tun sollen. Ich habe von der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst einen Brief bekommen, in welchem folgendes steht: "Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Wenn Sie Ihrer Verpflichtung als Abgeordneter der arbeitenden Bevölkerung gegenüber gerecht werden wollen, dann beweisen Sie durch Ihr Stimmverhalten, daß Sie nicht der verlängerte Arm der Bundesregierung sind. Mit gewerkschaftlichen Grüßen." (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Welchen Datums?)
Rufe bei der SPÖ: Welchen Datums?
Meine Damen und Herren! Was soll ich jetzt tun? (Rufe bei der SPÖ: Welchen Datums?)
Abg. Koppler: Welchen Datums?
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): Das ist jüngsten Datums. Soviel Schriftverkehr habe ich ja mit der Gewerkschaft nicht, meine Damen und Herren! (Abg. Koppler: Welchen Datums?) Ich werde sicherlich nicht der verlängerte Arm der Regierung sein. Aber du, lieber Kollege Koppler, als Gewerkschafter solltest dir einmal überlegen, nicht ständig große Töne zu spucken und dann deine Gewerkschaftsmitglieder im Regen stehenzulassen! (Langanhaltender Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Für das Protokoll: Begeisterung bei den Freiheitlichen!)
Langanhaltender Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Für das Protokoll: Begeisterung bei den Freiheitlichen!
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): Das ist jüngsten Datums. Soviel Schriftverkehr habe ich ja mit der Gewerkschaft nicht, meine Damen und Herren! (Abg. Koppler: Welchen Datums?) Ich werde sicherlich nicht der verlängerte Arm der Regierung sein. Aber du, lieber Kollege Koppler, als Gewerkschafter solltest dir einmal überlegen, nicht ständig große Töne zu spucken und dann deine Gewerkschaftsmitglieder im Regen stehenzulassen! (Langanhaltender Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Für das Protokoll: Begeisterung bei den Freiheitlichen!)
Beifall bei der ÖVP.
Dem stelle ich meine richtige Behauptung gegenüber, daß wir diese Pensionsreform dringend zur Sicherung des Sozialsystems brauchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Mein Vorredner hat behauptet, daß es sich die Politiker ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) – Der Herr Dr. Haider! Das war nur eine Berichtigung des Herrn Dr. Khol. (Zwischenrufe und ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Selten so gelacht, Kamerad!) Aber, meine Herren von der "F", Sie haben gut aufgepaßt.
Zwischenrufe und ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Selten so gelacht, Kamerad!
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Mein Vorredner hat behauptet, daß es sich die Politiker ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) – Der Herr Dr. Haider! Das war nur eine Berichtigung des Herrn Dr. Khol. (Zwischenrufe und ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Selten so gelacht, Kamerad!) Aber, meine Herren von der "F", Sie haben gut aufgepaßt.
Abg. Dr. Haider: 600 000 S pro Pension!
Abgeordneter Dr. Haider hat hier fälschlich behauptet, daß es sich alle Politiker, die im Nationalrat sind, gerichtet haben und der Staat jährlich 600 000 S zu ihrer Pension zuschießen muß. (Abg. Dr. Haider: 600 000 S pro Pension!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das war keine tatsächliche Berichtigung!
Ich berichtige tatsächlich: Durch die Gehalts- und Pensionsreform für Politiker, die hier vor kurzem beschlossen worden ist, bekomme ich persönlich eine ASVG-Pension und kann darüber hinaus im Rahmen einer freiwilligen Möglichkeit in eine Pensionskasse einzahlen. Das betrifft alle jüngeren Kollegen, die im Nationalrat sind. Das ist die Kernbestimmung der Pensionsreform, und es stimmt nicht, was Herr Dr. Haider hier behauptet hat, nämlich daß es sich die Politiker mit diesem Beschluß gerichtet hätten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das war keine tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Koppler: Der Haigermoser kriegt eine Politikerpension! – Zwischenrufe und Gegenrufe bei der SPÖ und bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Dr. Haselsteiner ist der nächste, der eine tatsächliche Berichtigung begehrt. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Koppler: Der Haigermoser kriegt eine Politikerpension! – Zwischenrufe und Gegenrufe bei der SPÖ und bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Koppler – in Richtung des Abg. Dr. Haider –: Lauter Halbwahrheiten und Unwahrheiten!
Beide Behauptungen sind unrichtig. Die Abgeordneten und Politiker dieser Republik bekommen weder Abfertigungszahlungen noch Pensionszahlungen über die ASVG-Regelungen hinaus, und ich bitte Sie, Herr Dr. Haider, das zur Kenntnis zu nehmen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Koppler – in Richtung des Abg. Dr. Haider –: Lauter Halbwahrheiten und Unwahrheiten!)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Nein, wir müssen es Ihnen überlassen! – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Meine Damen und Herren! Bitte überlassen Sie die Auslegung der Geschäftsordnung getrost mir. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Nein, wir müssen es Ihnen überlassen! – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Herr Abgeordneter Scheibner und Herr Abgeordneter Bauer, hören Sie zu! Es liegen jetzt noch zwei Meldungen für tatsächliche Berichtigungen vor. Dann kommt eine persönliche Erwiderung des Abgeordneten Dr. Haider dran, und von diesem Zeitpunkt an verlege ich alle Wortmeldungen für tatsächliche Berichtigungen an den Schluß der Debatte im Sinne des § 58 der Geschäftsordnung.
Abg. Dr. Graf: In Wirklichkeit sind es 700 000 S!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Haider hat behauptet, daß es sich die Politiker bei den Pensionen gerichtet hätten, und hat eine Zahl von 600 000 S pro Person genannt. (Abg. Dr. Graf: In Wirklichkeit sind es 700 000 S!) Herr Abgeordneter Haider hat mit dieser Wortmeldung die Öffentlichkeit wieder einmal bewußt in die Irre geführt, die Politik denunziert, genauso wie er in der "Pressestunde" am Sonntag (Abg. Dr. Haider: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – heftige Rufe bei den Freiheitlichen in Richtung Präsidium) Universitätsprofessor Dr. Koja denunziert hat.
Abg. Dr. Haider: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – heftige Rufe bei den Freiheitlichen in Richtung Präsidium
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Haider hat behauptet, daß es sich die Politiker bei den Pensionen gerichtet hätten, und hat eine Zahl von 600 000 S pro Person genannt. (Abg. Dr. Graf: In Wirklichkeit sind es 700 000 S!) Herr Abgeordneter Haider hat mit dieser Wortmeldung die Öffentlichkeit wieder einmal bewußt in die Irre geführt, die Politik denunziert, genauso wie er in der "Pressestunde" am Sonntag (Abg. Dr. Haider: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – heftige Rufe bei den Freiheitlichen in Richtung Präsidium) Universitätsprofessor Dr. Koja denunziert hat.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Jeder Schilling zuviel!
Ich berichtige: Ich bin einer der jungen Abgeordneten in diesem Hause. Ich werde eine ASVG-Pension bekommen, und diese beträgt – sofern ich noch in der Politik bin – derzeit 28 538 S. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Jeder Schilling zuviel!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Dr. Haider hat behauptet, es gebe für Politiker keinen Durchrechnungszeitraum. Das ist nicht richtig! Wahr ist vielmehr, daß es für Altpolitiker vom Schlage des Herrn Haider keinen Durchrechnungszeitraum gibt, für jüngere Politiker, die keine Politikerpension, sondern eine ASVG-Pension beziehen werden, aber genau den gleichen Durchrechnungszeitraum wie für jeden anderen österreichischen Beschäftigten auch. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Ab jetzt gilt die Geschäftsordnung? – Weitere heftige Rufe bei den Freiheitlichen in Richtung des Präsidiums.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter Haider hat sich zu einer persönlichen Erwiderung auf eine tatsächliche Berichtigung zu Wort gemeldet. – Herr Abgeordneter, ich bitte Sie aber, zu Beginn Ihre persönliche Betroffenheit im Sinne der Geschäftsordnung klarzumachen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Ab jetzt gilt die Geschäftsordnung? – Weitere heftige Rufe bei den Freiheitlichen in Richtung des Präsidiums.)
Abg. Dr. Nowotny: Das ist keine persönliche Erwiderung! Das ist geschäftsordnungswidrig! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Da Sie das Recht wahrgenommen haben, politische Referate zu halten, anstatt wirklich tatsächlich zu berichtigen, stelle ich fest, daß Kollege Haselsteiner einmal mehr nicht die Wahrheit gesagt hat. (Abg. Dr. Nowotny: Das ist keine persönliche Erwiderung! Das ist geschäftsordnungswidrig! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Im § 6 des neuen Bezügegesetzes steht nämlich unter dem Titel "Bezugsfortzahlung" nichts anderes,
Abg. Schieder: Herr Präsident! Das ist ein Mißbrauch der Geschäftsordnung!
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): Ich erwidere auch auf die tatsächliche Berichtigung des Kollegen Haselsteiner und sage (Abg. Schieder: Herr Präsident! Das ist ein Mißbrauch der Geschäftsordnung!) , daß seine Behauptungen falsch sind, weil jeder Politiker in diesem Haus nach vier Jahren Ministerschaft und nach zehn Jahren Abgeordnetenschaft bis zum 1. August 1997 eine Pension beziehen wird. Der Zuschußbedarf beträgt nicht 600 000 S, sondern 680 000 S, weil derzeit 291 Politiker ...(Abg. Dr. Karlsson: Das ist keine persönliche Erwiderung!)
Abg. Dr. Karlsson: Das ist keine persönliche Erwiderung!
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): Ich erwidere auch auf die tatsächliche Berichtigung des Kollegen Haselsteiner und sage (Abg. Schieder: Herr Präsident! Das ist ein Mißbrauch der Geschäftsordnung!) , daß seine Behauptungen falsch sind, weil jeder Politiker in diesem Haus nach vier Jahren Ministerschaft und nach zehn Jahren Abgeordnetenschaft bis zum 1. August 1997 eine Pension beziehen wird. Der Zuschußbedarf beträgt nicht 600 000 S, sondern 680 000 S, weil derzeit 291 Politiker ...(Abg. Dr. Karlsson: Das ist keine persönliche Erwiderung!)
Abg. Dr. Mertel: Schluß! Was ist denn das? – Weitere Rufe bei der SPÖ in Richtung Präsidium.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter! Verzeihen Sie, aber das ist keine persönliche Erwiderung, sondern ein Debattenbeitrag. (Abg. Dr. Mertel: Schluß! Was ist denn das? – Weitere Rufe bei der SPÖ in Richtung Präsidium.)
Abg. Schieder: Herr Präsident! Was ist das?
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): 291 Politiker beziehen Pensionen im Ausmaß von 1,8 Milliarden Schilling bei 800 Millionen Schilling an Beiträgen. (Abg. Schieder: Herr Präsident! Was ist das?) Das heißt durchdividiert, meine Damen und Herren, daß jede Politikerpension von heute mit 680 000 S vom Steuerzahler subventioniert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): 291 Politiker beziehen Pensionen im Ausmaß von 1,8 Milliarden Schilling bei 800 Millionen Schilling an Beiträgen. (Abg. Schieder: Herr Präsident! Was ist das?) Das heißt durchdividiert, meine Damen und Herren, daß jede Politikerpension von heute mit 680 000 S vom Steuerzahler subventioniert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Ich nehme das gleiche Recht in Anspruch wie die anderen!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Meine Damen und Herren! Ich wiederhole zunächst meine Anordnung, daß von nun an die tatsächlichen Berichtigungen am Schluß der Debatte aufgerufen werden, und möchte folgendes festhalten: Es bestehen Zweifel, daß die Wortmeldungen zum Großteil tatsächliche Berichtigungen waren, genausowenig wie eine persönliche Erwiderung von Ihrer Seite, Herr Abgeordneter Dr. Haider, gekommen ist. (Abg. Dr. Haider: Ich nehme das gleiche Recht in Anspruch wie die anderen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Ich möchte aber jenen, die vorhin so lautstark nach der Einhaltung der Geschäftsordnung gerufen haben, folgendes sagen: Ich möchte darauf aufmerksam machen, sich zu erinnern, wann bei den tatsächlichen Berichtigungen die Praxis begonnen hat, daß sie in Wirklichkeit ein Debattenbeitrag sind. Ich bitte, darüber nachzudenken. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Heftiger Widerspruch bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Die alte Leier!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Kollege Haider! Von Ihrer persönlichen Erwiderung, die Sie soeben dem Haus geboten haben, war für mich nur eines interessant: die Geisteshaltung, die dahinter steht! (Heftiger Widerspruch bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Die alte Leier!) Denn: Sie haben auf dem Weg zum Rednerpult erklärt, daß alle vor Ihnen in ihren Wortmeldungen die Geschäftsordnung gebrochen haben. Sie als Kenner der Geschäftsordnung haben das in eklatanter Weise getan, was Sie anderen Abgeordneten vorgeworfen haben. Es hat in den vorherigen tatsächlichen Berichtigungen keinen persönlichen Bezug auf Sie gegeben. Sie wollten einfach einen Debattenbeitrag machen, und es ist Ihnen völlig gleichgültig, ob der erste Satz Ihrer Bemerkungen zum letzten im Widerspruch steht. Mediale Wirkung ist angesagt, alles andere ist Ihnen Wurscht! Ich sage Ihnen: Die Österreicherinnen und Österreicher erkennen diese Geisteshaltung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Kollege Haider! Von Ihrer persönlichen Erwiderung, die Sie soeben dem Haus geboten haben, war für mich nur eines interessant: die Geisteshaltung, die dahinter steht! (Heftiger Widerspruch bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Die alte Leier!) Denn: Sie haben auf dem Weg zum Rednerpult erklärt, daß alle vor Ihnen in ihren Wortmeldungen die Geschäftsordnung gebrochen haben. Sie als Kenner der Geschäftsordnung haben das in eklatanter Weise getan, was Sie anderen Abgeordneten vorgeworfen haben. Es hat in den vorherigen tatsächlichen Berichtigungen keinen persönlichen Bezug auf Sie gegeben. Sie wollten einfach einen Debattenbeitrag machen, und es ist Ihnen völlig gleichgültig, ob der erste Satz Ihrer Bemerkungen zum letzten im Widerspruch steht. Mediale Wirkung ist angesagt, alles andere ist Ihnen Wurscht! Ich sage Ihnen: Die Österreicherinnen und Österreicher erkennen diese Geisteshaltung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Bitte erklären Sie uns das noch einmal: Wie ist das mit der medialen Wirkung?
Herr Abgeordneter Haider! Sie wollten das mit Bemerkungen zum Bezügegesetz über die Bühne bringen, gleichgültig, ob Ihre Kärntner Freunde dafür gestimmt haben oder dagegen, daß Sie bei Abfertigungen und Pensionen im Politikbereich den Rächer von Witwen und Waisen spielen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Bitte erklären Sie uns das noch einmal: Wie ist das mit der medialen Wirkung?) – entgegen den Tatsachen, entgegen dem Gesetzestext, entgegen dem, was Sie tatsächlich in Händen gehabt haben, nämlich dem Bezügebegrenzungsgesetz.
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Genauso ist es mit dem Märchen von den 600 000 S. Sie wissen ganz genau, daß wir in Zukunft nach dem Bezügebegrenzungsgesetz bei der Auszahlung von Ruhegenüssen eine Politik machen nach dem Grundsatz: "Aus den Augen, aus dem Sinn". (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Die große Reform des Bezügerechtes in diesem Sommer besteht darin, Herr Kollege, daß in dem Augenblick, in dem ein Abgeordneter sein Mandat oder ein Minister seine Funktion niederlegt, der Bund, die Gebietskörperschaft, für die er gearbeitet hat, jeder Verpflichtung ledig ist. Sie werfen uns eine Politik "Hinter uns die Sintflut!" vor. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wie ist das mit der Bezugsfortzahlung?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wie ist das mit der Bezugsfortzahlung?
Meine Damen und Herren! Genauso ist es mit dem Märchen von den 600 000 S. Sie wissen ganz genau, daß wir in Zukunft nach dem Bezügebegrenzungsgesetz bei der Auszahlung von Ruhegenüssen eine Politik machen nach dem Grundsatz: "Aus den Augen, aus dem Sinn". (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Die große Reform des Bezügerechtes in diesem Sommer besteht darin, Herr Kollege, daß in dem Augenblick, in dem ein Abgeordneter sein Mandat oder ein Minister seine Funktion niederlegt, der Bund, die Gebietskörperschaft, für die er gearbeitet hat, jeder Verpflichtung ledig ist. Sie werfen uns eine Politik "Hinter uns die Sintflut!" vor. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wie ist das mit der Bezugsfortzahlung?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das, was Herr Dr. Haider hier geboten hat, war sehr seichtes Wasser, war sehr oberflächliches Wasser, in dem es Ströme von Unrichtigkeiten und Unwahrheiten gegeben hat. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Herr Kollege Haider! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Können Sie das noch einmal sagen?!) Sie werfen uns – und das ist, wenn es nicht so tragisch wäre, fast zum Lachen – kurzfristige Geldbeschaffungsaktionen im Zusammenhang mit der Pensionsreform vor.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Können Sie das noch einmal sagen?!
Meine Damen und Herren! Das, was Herr Dr. Haider hier geboten hat, war sehr seichtes Wasser, war sehr oberflächliches Wasser, in dem es Ströme von Unrichtigkeiten und Unwahrheiten gegeben hat. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Herr Kollege Haider! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Können Sie das noch einmal sagen?!) Sie werfen uns – und das ist, wenn es nicht so tragisch wäre, fast zum Lachen – kurzfristige Geldbeschaffungsaktionen im Zusammenhang mit der Pensionsreform vor.
Abg. Dr. Haider: Indem du von den geringfügig Beschäftigten abkassierst!
Herr Kollege Haider! Erklären Sie mir bitte nur eines: Wie beschafft man für das Budget kurzfristig zusätzliche Mittel, wenn diese Reform im Jahre 2003 mit einer Einschleifregelung zu wirken beginnt und im vollen Umfang im Jahre 2020 entwickelt sein wird? (Abg. Dr. Haider: Indem du von den geringfügig Beschäftigten abkassierst!) – Das steht doch im Widerspruch zu Ihrer Behauptung! Aber gut klingen tut es, und deswegen verwenden Sie diese Formulierung vor der Fernsehkamera. (Abg. Dr. Haider: Herr Professor Rürup liegt falsch!) – Das ist es, worum es Ihnen in diesem Zusammenhang geht! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Das hat Rürup gesagt, nicht ich! Der Regierungsexperte!)
Abg. Dr. Haider: Herr Professor Rürup liegt falsch!
Herr Kollege Haider! Erklären Sie mir bitte nur eines: Wie beschafft man für das Budget kurzfristig zusätzliche Mittel, wenn diese Reform im Jahre 2003 mit einer Einschleifregelung zu wirken beginnt und im vollen Umfang im Jahre 2020 entwickelt sein wird? (Abg. Dr. Haider: Indem du von den geringfügig Beschäftigten abkassierst!) – Das steht doch im Widerspruch zu Ihrer Behauptung! Aber gut klingen tut es, und deswegen verwenden Sie diese Formulierung vor der Fernsehkamera. (Abg. Dr. Haider: Herr Professor Rürup liegt falsch!) – Das ist es, worum es Ihnen in diesem Zusammenhang geht! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Das hat Rürup gesagt, nicht ich! Der Regierungsexperte!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Das hat Rürup gesagt, nicht ich! Der Regierungsexperte!
Herr Kollege Haider! Erklären Sie mir bitte nur eines: Wie beschafft man für das Budget kurzfristig zusätzliche Mittel, wenn diese Reform im Jahre 2003 mit einer Einschleifregelung zu wirken beginnt und im vollen Umfang im Jahre 2020 entwickelt sein wird? (Abg. Dr. Haider: Indem du von den geringfügig Beschäftigten abkassierst!) – Das steht doch im Widerspruch zu Ihrer Behauptung! Aber gut klingen tut es, und deswegen verwenden Sie diese Formulierung vor der Fernsehkamera. (Abg. Dr. Haider: Herr Professor Rürup liegt falsch!) – Das ist es, worum es Ihnen in diesem Zusammenhang geht! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Das hat Rürup gesagt, nicht ich! Der Regierungsexperte!)
Abg. Dr. Haider: Viele kleine Beamte sind betroffen!
Sie sagen, daß wir die kleinen Beamten im Regen stehenlassen. Meine Damen und Herren! Das, was wir nach sehr intensiver Diskussion mit den Gewerkschaften – deswegen haben sie letztendlich auch zugestimmt – in der Schlußphase noch hineingenommen und dynamisiert haben (Abg. Dr. Haider: Viele kleine Beamte sind betroffen!) , ist eine Deckelung der negativen Auswirkungen mit genau diesem sozialen Augenmaß. (Abg. Dr. Haider: Das sagt Genosse Posch! Genosse Posch sagt, das geht nicht!) Diese Reform, Herr Kollege Haider, ist sozial absolut ausgewogen. Denn das, was in diesem Zusammenhang verwirklicht wird, ist, daß im Jahre 2020 die gesamte negative Auswirkung für einen kleinen Beamten 1 Prozent betragen kann. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie schon mit Posch gesprochen? Haben Sie mit Posch schon gesprochen?) Wo ist denn da der Regen, den Sie reklamieren? – Es gibt ihn nicht, weil gerade wir Sozialdemokraten gemeinsam mit den Gewerkschaften dafür gesorgt haben, daß es eine entsprechende Minimierung der Nettoersatzrate gibt. Die Pensionen sind daher in den nächsten Jahrzehnten auch für den einzelnen gesichert.
Abg. Dr. Haider: Das sagt Genosse Posch! Genosse Posch sagt, das geht nicht!
Sie sagen, daß wir die kleinen Beamten im Regen stehenlassen. Meine Damen und Herren! Das, was wir nach sehr intensiver Diskussion mit den Gewerkschaften – deswegen haben sie letztendlich auch zugestimmt – in der Schlußphase noch hineingenommen und dynamisiert haben (Abg. Dr. Haider: Viele kleine Beamte sind betroffen!) , ist eine Deckelung der negativen Auswirkungen mit genau diesem sozialen Augenmaß. (Abg. Dr. Haider: Das sagt Genosse Posch! Genosse Posch sagt, das geht nicht!) Diese Reform, Herr Kollege Haider, ist sozial absolut ausgewogen. Denn das, was in diesem Zusammenhang verwirklicht wird, ist, daß im Jahre 2020 die gesamte negative Auswirkung für einen kleinen Beamten 1 Prozent betragen kann. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie schon mit Posch gesprochen? Haben Sie mit Posch schon gesprochen?) Wo ist denn da der Regen, den Sie reklamieren? – Es gibt ihn nicht, weil gerade wir Sozialdemokraten gemeinsam mit den Gewerkschaften dafür gesorgt haben, daß es eine entsprechende Minimierung der Nettoersatzrate gibt. Die Pensionen sind daher in den nächsten Jahrzehnten auch für den einzelnen gesichert.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie schon mit Posch gesprochen? Haben Sie mit Posch schon gesprochen?
Sie sagen, daß wir die kleinen Beamten im Regen stehenlassen. Meine Damen und Herren! Das, was wir nach sehr intensiver Diskussion mit den Gewerkschaften – deswegen haben sie letztendlich auch zugestimmt – in der Schlußphase noch hineingenommen und dynamisiert haben (Abg. Dr. Haider: Viele kleine Beamte sind betroffen!) , ist eine Deckelung der negativen Auswirkungen mit genau diesem sozialen Augenmaß. (Abg. Dr. Haider: Das sagt Genosse Posch! Genosse Posch sagt, das geht nicht!) Diese Reform, Herr Kollege Haider, ist sozial absolut ausgewogen. Denn das, was in diesem Zusammenhang verwirklicht wird, ist, daß im Jahre 2020 die gesamte negative Auswirkung für einen kleinen Beamten 1 Prozent betragen kann. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie schon mit Posch gesprochen? Haben Sie mit Posch schon gesprochen?) Wo ist denn da der Regen, den Sie reklamieren? – Es gibt ihn nicht, weil gerade wir Sozialdemokraten gemeinsam mit den Gewerkschaften dafür gesorgt haben, daß es eine entsprechende Minimierung der Nettoersatzrate gibt. Die Pensionen sind daher in den nächsten Jahrzehnten auch für den einzelnen gesichert.
Abg. Dr. Haider: Nein! Posch sagt das: Kein Grund zum Feiern, kleine Beamte betroffen!
Herr Kollege Haider! Sie behaupten beispielsweise (Abg. Dr. Haider: Nein! Posch sagt das: Kein Grund zum Feiern, kleine Beamte betroffen!) – und das ist schon mehr Dichtung als Wahrheit –, daß es bei dieser Reform, die wir beschließen, um ein "Sektionschef-Aufwertungsgesetz" geht. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Lassen Sie sich die Aussendung von Posch kommen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Lassen Sie sich die Aussendung von Posch kommen!
Herr Kollege Haider! Sie behaupten beispielsweise (Abg. Dr. Haider: Nein! Posch sagt das: Kein Grund zum Feiern, kleine Beamte betroffen!) – und das ist schon mehr Dichtung als Wahrheit –, daß es bei dieser Reform, die wir beschließen, um ein "Sektionschef-Aufwertungsgesetz" geht. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Lassen Sie sich die Aussendung von Posch kommen!)
Abg. Dr. Haider: Das wird eine tatsächliche Berichtigung bringen!
Meine Damen und Herren! Das sind die Bestimmungen, auf die Bezug genommen wird. (Abg. Dr. Haider: Das wird eine tatsächliche Berichtigung bringen!) Eine einzige Sektion im Landwirtschaftsministerium wird aufgewertet (Abg. Dr. Haider: Ah, doch!) , und eine weitere Sektion
Abg. Dr. Haider: Ah, doch!
Meine Damen und Herren! Das sind die Bestimmungen, auf die Bezug genommen wird. (Abg. Dr. Haider: Das wird eine tatsächliche Berichtigung bringen!) Eine einzige Sektion im Landwirtschaftsministerium wird aufgewertet (Abg. Dr. Haider: Ah, doch!) , und eine weitere Sektion
Abg. Dr. Haider: Was ist mit der Sektion Frauen- und Konsumentenschutz? Was ist mit der Sektion Gesundheitswesen?
Sie haben auch die Anstrengungen im Zusammenhang mit den Lehrlingen reklamiert. Seien Sie beruhigt. (Abg. Dr. Haider: Was ist mit der Sektion Frauen- und Konsumentenschutz? Was ist mit der Sektion Gesundheitswesen?)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Ich gebe zu, daß noch 6 500 Fälle offen sind. Ich sage Ihnen aber auch gleichzeitig, rund 3 000 offene Stellen für Lehrlinge – es müssen jetzt noch einige geschaffen werden – stehen dem gegenüber. Darüber hinaus wird es entsprechend unseren Ankündigungen Maßnahmen geben, die sicherstellen, daß noch in diesem Herbst – noch sind wir im Herbst – entweder eine entsprechende Ausbildung oder ein Arbeitsplatz für die jungen Arbeitsuchenden zur Verfügung steht. Das ist eine Politik – versprochen und gehalten –, zu der wir uns bekennen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Diese Regierungsmehrheit im Nationalrat, das politische System, aber auch die Sozialpartnerschaft haben sich durch diese Entscheidungen, die wir in diesen sieben Tagen zu treffen haben, als leistungs- und entscheidungsfreudig und darüber hinaus als zukunftsorientiert und als sozial gesinnt erwiesen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: 11 000 S! Zwei Drittel haben weniger als 10 000!
Ich sage Ihnen, das ist eine Politik, die angekündigt, aber hier nicht entsprechend dargelegt wurde, eine Politik des blanken Zynismus. Die erste Säule orientiert sich im Grunde genommen am Existenzminimum. (Abg. Ing. Reichhold: 11 000 S! Zwei Drittel haben weniger als 10 000!) Das ist eine Säule, die letztendlich darauf hinausläuft, daß es das Gesetz in seiner majestätischen Souveränität den Armen und Reichen im gleichen Maße erlaubt, unter der Brücke zu schlafen.
Abg. Rosemarie Bauer: Was heißt "ganz teilweise"?
Zum Beispiel Punkt eins: äquivalente Ersatzzeitenfinanzierung. Das klingt sehr fachmännisch, aber ich sage Ihnen, was damit gemeint ist: Wir brauchen ein Pensionssystem, in dem Ersatzzeiten auch mit konkreten Finanzierungen ausgestattet sind und nicht einfach nur als Zeiten angerechnet werden. Das findet nur ganz teilweise im Bereich der Kindererziehungszeiten statt, ganz teilweise. (Abg. Rosemarie Bauer: Was heißt "ganz teilweise"?)
Beifall beim Liberalen Forum.
Durchrechnungszeiträume anheben: Ich habe es schon erwähnt, Lebensarbeitszeit muß das Ziel sein. Daß man das vielleicht nicht sofort mit einem ersten Schritt erreichen kann, das mag schon stimmen, aber man müßte deutlich sagen, daß es die Lebensarbeitszeit geben muß, und dann kann man über 18, 20 oder 25 Jahre durchaus reden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Klubobmann Khol meinte, ich hätte "dringend" in diesem Zusammenhang gesagt. In diesem Punkt gebe ich ihm recht. Aber "dringend" würde bedeuten, daß man klare Ziele definiert. Und diese klaren Zieldefinitionen unterbleiben im Effekt. Im Effekt ist die Pensionsreform in ein Bermudadreieck gefallen – in ein Bermudadreieck, das aus Regierung, Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und Sozialpartnerschaft besteht. Und in diesem Bermudadreieck sind die wesentlichen Notwendigkeiten dieser Pensionsreform verschwunden. Das absolut Skandalöse und geradezu Unfaßbare für mich ist das Verhalten der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst; ich muß das mit aller Deutlichkeit aussprechen. Eine Gewerkschaft, die nicht die Interessen ihrer Mitglieder, sondern ausschließlich die Interessen ihrer Führungsebenen vertritt, ist eine Gewerkschaft, die innerhalb des ÖGB mehr Schwierigkeiten haben müßte, als sie offenbar hat, weil sie sich nämlich dort durchgesetzt hat. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Aber unter dem Anspruch staatlicher Garantie und sozialer Fürsorge Höchstpensionen im Beamtenbereich zu verteidigen, das ist keine Sozialpolitik, das ist auch keine Staatsaufgabe, denn unter Staatsaufgabe verstehe ich, daß ich alte Menschen mit dem gleichen Maß messe und nicht mit dem unterschiedlichen Maß ihrer früheren Berufslaufbahn und dem sozialen Anspruch, weil genau dafür wäre die Eigenvorsorge gedacht. Oder stellen Sie sich vor, daß jemand, der in den höchsten Beamtenkategorien bezahlt wird, nicht in der Lage ist, sich mit seinem Einkommen auch eine Eigenvorsorge zu finanzieren? Genau diesen Personenkreis adressiert man, wenn man von Eigenvorsorge spricht. Man meint damit nicht die Alleinerzieherin in prekären Arbeitsverhältnissen, denn diese ist dazu nicht in der Lage, diese benötigt die volle Solidarität. Eine neue Solidarität ist gefordert. Und das, was Sie hier vorführen, ist das Zerrbild einer Nichtsolidarität! (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Ohne Arbeit?
Jetzt komme ich auf einen zentralen Punkt zu sprechen, der in der Diskussion nie vorgekommen ist; weder in den Ausschüssen noch innerhalb der Regierung und auch nicht vom Gewerkschaftsbund wurde dies thematisiert: die eigenständige Absicherung der Frauen. Dieses Thema existiert in Ihren Papieren überhaupt nicht, weil Sie krampfhaft an einer Altersversorgung festhalten, die ausschließlich an der zuvor innegehabten Erwerbsarbeit festmacht. Sie können sich nicht dazu entschließen, eine Alterssicherung zu entwickeln, die ohne Ansehen der Erwerbsarbeiten eine Grundsicherung bedeutet. Und solche Dinge gibt es in der gelebten Wirklichkeit! (Abg. Dr. Khol: Ohne Arbeit?)
Beifall beim Liberalen Forum.
Solche Dinge gibt es in der gelebten Wirklichkeit in Holland, das wurde auch schon von Mitgliedern der Regierungsfraktionen vielfach zitiert. Genau dort wurde aber die Diskussion schon in der ersten Hälfte der achtziger Jahre eingeleitet, also die ersten wären wir nicht. Und außerdem wurde das selbstverständlich als Fundament eingezogen. Holland war auch nicht der Meinung, daß es bei diesem Fundament allein bleiben kann, sondern hat zusätzlich kreative Möglichkeiten entwickelt und Leistungsangebote in den Raum gestellt. Das nennt man üblicherweise ein duales System – ein System, in dem der Staat garantiert, daß niemand ins Elend gerät, und in dem es der Staat ermöglicht, daß jeder seinen Lebensstandard auch im Alter fortsetzen kann. Das ist etwas, was wir ermöglichen müssen, aber nicht mit staatlichen Mitteln herstellen können. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Klubobmann Khol! Selbstverständlich braucht man im Alter auch ohne vorherige Arbeit eine Vorsorge. Oder wollen Sie alte Leute deswegen, weil ihnen vielleicht ihr Lebensplan mißlungen ist, unter die Reichsbrücke schicken? – Also christlich ist das nicht, das sage ich Ihnen ganz deutlich. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Möglicherweise wäre das Einsparungsvolumen, das Sie dabei erzielt hätten, nicht besonders groß gewesen, aber jeden Schilling, den Sie dort gewonnen hätten, hätten Sie für eine eigenständige Absicherung aller anderen im Alter nicht versorgten Menschen verwenden können. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Natürlich muß man mit den Sozialpartnern diskutieren, aber wenn sie dann nichts zustande bringen und man darauf wartet, bis sie fünf nach zwölf doch noch irgendeinen "verhatschten" Kompromiß aus sich herausquetschen, dann ist dies eine Abdankung des Parlamentarismus! (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das ist vor allem – das ist noch viel ärger – das Ausliefern der Republik an Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, faire, anständige, solidarische und soziale Kompromisse zu schließen, also an Menschen, die in Wirklichkeit am Ende sind. Und ich möchte nicht, daß diese Aussage eines Tages auch auf die Republik Österreich zutrifft. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Nach langwierigen und mühsamen, anstrengenden und lohnenden Verhandlungen legen wir nun dem Souverän der Republik, dem Parlament, eine Pensionsreform vor (Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt ), mit der wir die soziale Sicherheit in diesem Land weiter stärken, indem wir den Stabilitätskurs, den wir seit 1995 in dieser Regierung eingeschlagen haben, weiter entwickeln, und mit der wir in unserer Heimat Pensionen sichern und garantieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Wie lange, Andreas? Bis zur nächsten Wahl? Wie lange?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Wie lange, Andreas? Bis zur nächsten Wahl? Wie lange?
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Nach langwierigen und mühsamen, anstrengenden und lohnenden Verhandlungen legen wir nun dem Souverän der Republik, dem Parlament, eine Pensionsreform vor (Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt ), mit der wir die soziale Sicherheit in diesem Land weiter stärken, indem wir den Stabilitätskurs, den wir seit 1995 in dieser Regierung eingeschlagen haben, weiter entwickeln, und mit der wir in unserer Heimat Pensionen sichern und garantieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Wie lange, Andreas? Bis zur nächsten Wahl? Wie lange?)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind aber insofern ein Einzelfall, meine Damen und Herren, als es uns mit dieser Pensionsreform gelungen ist, was in keinem anderen Land Europas gelungen ist: im öffentlichen Dienst eine Harmonisierung des Pensionssystems mit den anderen Pensionssystemen – mit Einverständnis der Gewerkschafter – durchzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Haselsteiner: Jetzt endlich!
Wir haben ohne soziale Turbulenzen, ohne Streiks, ohne Aktionstage die Harmonisierung aller Pensionssysteme in wichtigen Bereichen grundgelegt. Es ist für die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes oft nur schwer verständlich, warum ein Bauer, der sein ganzes Leben lang hart gearbeitet hat, eine niedrigere Durchschnittspension bezieht als ein Angestellter oder ein Gewerbetreibender oder vor allem ein Beamter im öffentlichen Dienst. Da gibt es ganz unterschiedliche Lebenserwartungen und Lebensverdienstkurven, und wir mußten jetzt endlich im Sinne einer Gerechtigkeit das Programm, das alle Regierungen seit 1980 im Regierungsprogramm enthalten haben, verwirklichen, daß es zumindest in den Eckpfeilern für alle Österreicherinnen und Österreicher die gleichen Grundsätze für die Gestaltung der Alterssicherheit gibt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Haselsteiner: Jetzt endlich!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es ist uns das bei der Durchrechnung gelungen. Ab dem Jahr 2020 werden mit einem schleifenden Übergang die Durchrechnungszeiträume in allen Systemen gleich sein. Das heißt also, die Grundlage für die Pensionsbemessung wird für den Bauern, für den öffentlich Bediensteten, für den Arbeiter und für den Angestellten gleich sein. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Die ÖVP braucht diese! Sie sind eine Bürgermeisterpartei!
Meine Damen und Herren! Wir werden in Zukunft die gleichen Kriterien für die Berufsunfähigkeitspension haben. Wir werden die gleichen Kriterien für die Ruhensbestimmungen haben. Ich möchte hier ausdrücklich sagen, daß in diesem Gesetz auch grundgelegt ist, daß ein Politiker, der eine Pension als öffentlich Bediensteter, als Gewerbetreibender, als Bauer oder als Arbeiter und Angestellter bekommt, natürlich Ruhensbestimmungen unterliegt, wenn er daneben ein politisches Einkommen hat – was bei Bürgermeistern oft der Fall ist und was uns große Probleme bereitet. Viele pensionierte Lehrer werden mit 60 Bürgermeister, aber wir brauchen diese Mitbürgerinnen und Mitbürger. In Zukunft gelten hier Ruhensbestimmungen, und das ist gerecht. (Abg. Dr. Haselsteiner: Die ÖVP braucht diese! Sie sind eine Bürgermeisterpartei!) Ja, wir sind eine Bürgermeisterpartei, Herr Kollege Haselsteiner! Wir sind stolz darauf, eine Bürgermeisterpartei zu sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir werden in Zukunft die gleichen Kriterien für die Berufsunfähigkeitspension haben. Wir werden die gleichen Kriterien für die Ruhensbestimmungen haben. Ich möchte hier ausdrücklich sagen, daß in diesem Gesetz auch grundgelegt ist, daß ein Politiker, der eine Pension als öffentlich Bediensteter, als Gewerbetreibender, als Bauer oder als Arbeiter und Angestellter bekommt, natürlich Ruhensbestimmungen unterliegt, wenn er daneben ein politisches Einkommen hat – was bei Bürgermeistern oft der Fall ist und was uns große Probleme bereitet. Viele pensionierte Lehrer werden mit 60 Bürgermeister, aber wir brauchen diese Mitbürgerinnen und Mitbürger. In Zukunft gelten hier Ruhensbestimmungen, und das ist gerecht. (Abg. Dr. Haselsteiner: Die ÖVP braucht diese! Sie sind eine Bürgermeisterpartei!) Ja, wir sind eine Bürgermeisterpartei, Herr Kollege Haselsteiner! Wir sind stolz darauf, eine Bürgermeisterpartei zu sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Haselsteiner: Das werfen wir nicht vor! Aller Mitglieder!
Meine Damen und Herren! Ich glaube, daß man hier auch einmal sagen muß: Es wurde in letzter Zeit sehr viel Kritik an den Gewerkschaften geübt. Ich bin seit über 20 Jahren Christlicher Gewerkschafter, ich bin überzeugter Gewerkschafter, und ich weiß, wie wichtig die Gewerkschaft in einer Demokratie ist. Ohne die organisierte Gegenmacht gegen die organisierte Wirtschaftsmacht kann eine Partnerschaft nicht funktionieren. Und man kann einer Gewerkschaft nicht vorwerfen, daß sie mit allen gesetzlich zur Verfügung stehenden Mitteln die Interessen ihrer Mitglieder verfolgt. Das ist ihre Aufgabe. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Haselsteiner: Das werfen wir nicht vor! Aller Mitglieder!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Einmal erpreßt, immer erpreßt!
Das ist die Aufgabe der Gewerkschaften, so wie es die Aufgabe der Wirtschaftskammer ist, ihre Mitgliederinteressen zu vertreten. Daher ist es eine Illusion, zu glauben, eine weiterreichende Lösung wäre besser gewesen, es wäre besser gewesen, wenn wir eine Reform ohne Gewerkschaft gemacht hätten. Denn, meine Damen und Herren von der liberalen Fraktion, die sozialen Kosten von nicht verhandelten Lösungen können Sie sich im Augenblick in Frankreich anschauen, wo die Lastwagenfahrer die gesamte französische Republik lahmlegen. So etwas wollen wir nicht! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Einmal erpreßt, immer erpreßt!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner.
Natürlich hätten sich beide Regierungsparteien gewünscht, daß wir das, was wir in Rust als Verhandlungsgrundlage dargelegt haben, schneller und in vollem Umfang hätten durchsetzen können. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. ) Aber es ist eben Demokratie (Abg. Dr. Haselsteiner: Nein!) , dem anderen zuzuhören, den anderen mit seinen Interessen ernst zu nehmen und dann hier im Parlament einen am Gemeinwohl orientierten Kompromiß zu finden. Und diesen haben wir gestern in der Nacht gefunden, was ich begrüße. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Hier im Parlament habt ihr gar nichts gefunden!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Nein!
Natürlich hätten sich beide Regierungsparteien gewünscht, daß wir das, was wir in Rust als Verhandlungsgrundlage dargelegt haben, schneller und in vollem Umfang hätten durchsetzen können. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. ) Aber es ist eben Demokratie (Abg. Dr. Haselsteiner: Nein!) , dem anderen zuzuhören, den anderen mit seinen Interessen ernst zu nehmen und dann hier im Parlament einen am Gemeinwohl orientierten Kompromiß zu finden. Und diesen haben wir gestern in der Nacht gefunden, was ich begrüße. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Hier im Parlament habt ihr gar nichts gefunden!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Hier im Parlament habt ihr gar nichts gefunden!
Natürlich hätten sich beide Regierungsparteien gewünscht, daß wir das, was wir in Rust als Verhandlungsgrundlage dargelegt haben, schneller und in vollem Umfang hätten durchsetzen können. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. ) Aber es ist eben Demokratie (Abg. Dr. Haselsteiner: Nein!) , dem anderen zuzuhören, den anderen mit seinen Interessen ernst zu nehmen und dann hier im Parlament einen am Gemeinwohl orientierten Kompromiß zu finden. Und diesen haben wir gestern in der Nacht gefunden, was ich begrüße. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Hier im Parlament habt ihr gar nichts gefunden!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Jetzt zittern die Jungen!
Ja glauben Sie denn wirklich, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, daß es zumutbar wäre, ohne Begrenzung der Bemessungsgrundlage von allen Einkommen einen Pensionsbeitrag zu kassieren, und zwar für Pensionen, die man selber gar nicht mehr bekommt? Denn derjenige, der heute gemäß diesem Modell ohne Bemessungsbegrenzung lückenlos einzahlt, würde nach 40, 50 Jahren auch nur 11 000 S Pension bekommen, gleichgültig, was er eingezahlt hat. Das heißt also, laut diesem System müßten die Jungen zahlen und die Alten, die derzeit ihre Pension haben, zittern, daß sie keine Pension mehr bekommen, wie sie sie heute haben. Also die Jungen zahlen, und die Alten zittern! (Abg. Dr. Haselsteiner: Jetzt zittern die Jungen!) Das kann nicht das Modell einer Pensionsreform sein. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ja glauben Sie denn wirklich, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, daß es zumutbar wäre, ohne Begrenzung der Bemessungsgrundlage von allen Einkommen einen Pensionsbeitrag zu kassieren, und zwar für Pensionen, die man selber gar nicht mehr bekommt? Denn derjenige, der heute gemäß diesem Modell ohne Bemessungsbegrenzung lückenlos einzahlt, würde nach 40, 50 Jahren auch nur 11 000 S Pension bekommen, gleichgültig, was er eingezahlt hat. Das heißt also, laut diesem System müßten die Jungen zahlen und die Alten, die derzeit ihre Pension haben, zittern, daß sie keine Pension mehr bekommen, wie sie sie heute haben. Also die Jungen zahlen, und die Alten zittern! (Abg. Dr. Haselsteiner: Jetzt zittern die Jungen!) Das kann nicht das Modell einer Pensionsreform sein. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich möchte noch etwas sagen: Ich habe in den letzten Wochen und Monaten sehr viele unsachliche Bemerkungen über den öffentlichen Dienst gehört. Es hat eine Dämonisierung des öffentlichen Dienstes und eine Hetze gegen den öffentlichen Dienst gegeben, die ich mit aller Entschiedenheit zurückweisen möchte. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Und er sagte weiters am 18. August 1997: Beamtengewerkschafter sind "nicht zurechnungsfähig". "Die Presse" vom 16. Oktober 1997: "bürokratischer Wahnsinn". Der "Kurier" vom 7. Juni 1997: Keine Nebentätigkeiten für Beamte. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. )
Ruf: Hoffentlich ist er aus!
Und was dem Faß den Boden ausschlägt, ist dann im "Standard" vom 20. Juni 1997 zu lesen, in dem Herr Haider den Beamten zuruft: "Der Fasching ist aus!" (Ruf: Hoffentlich ist er aus!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist der Reparaturversuch!
Meine Damen und Herren! Das sind Hetztiraden gegen öffentlich Bedienstete, die sich unsere Universitätsprofessoren ebensowenig verdient haben wie unsere Postbeamten, unsere Sicherheitsbeamten, die Krankenschwestern, die Ärzte, die Pfleger – das sind alles öffentlich Bedienstete! Daß in unserem Land eine halbwegs ordentliche Lebensqualität vorhanden ist, verdanken wir dem öffentlichen Dienst, und wir danken ihm dafür. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist der Reparaturversuch!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner.
Ich fordere daher auf, diese Hetze gegen den öffentlichen Dienst einzustellen, denn unsere Heimat wäre ohne ihn eine unsichere Heimat, eine unordentliche Heimat und keine so sozial gerechte Heimat, wie wir sie derzeit haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. )
Ruf bei den Freiheitlichen: Heuchler!
Meine Damen und Herren! Ich möchte auch sagen, daß wir mit dieser Pensionsreform den Generationenvertrag respektieren, der darin besteht, daß auch die jungen Menschen in diesem Lande die Perspektive haben, eine ordentliche Pension zu bekommen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Heuchler!) Und dafür stehen wir ein! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist blanker Zynismus! Eine Schande!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist blanker Zynismus! Eine Schande!
Meine Damen und Herren! Ich möchte auch sagen, daß wir mit dieser Pensionsreform den Generationenvertrag respektieren, der darin besteht, daß auch die jungen Menschen in diesem Lande die Perspektive haben, eine ordentliche Pension zu bekommen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Heuchler!) Und dafür stehen wir ein! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist blanker Zynismus! Eine Schande!)
Abg. Dr. Haider: Ein richtiger Heuchler!
Es hat eine ganze Reihe von Vorschlägen gegeben, die wir zurückgewiesen haben, man solle den alten Menschen etwas wegnehmen. (Abg. Dr. Haider: Ein richtiger Heuchler!) Wir haben
Abg. Ing. Reichhold: Wie wollen Sie das zahlen?
Meine Damen und Herren! Die Reform erfaßt den Öffentlichen Dienst, die Reform erfaßt die Bauern, die Reform erfaßt die Selbständigen, und die Reform erfaßt die Arbeiter und Angestellten. Und wofür ich besonders dankbar bin: daß wir vorausblickend die neuen Formen der Selbständigkeit in unser Sozialsystem eingebaut haben. Ich halte es für eine großartige Sache, daß sich jetzt junge Menschen, die mehrere Dienstgeber haben, selbständig versichern und damit Kranken- und Pensionsversicherung erwerben können. Ich halte es für großartig, daß wir für die geringfügig Beschäftigten die Möglichkeit schaffen, für relativ wenig Geld eine Altersversorgung zu bekommen. (Abg. Ing. Reichhold: Wie wollen Sie das zahlen?) Daher haben all diejenigen, die heute gesagt haben, wir hätten nichts für die alleinstehenden Frauen getan, unrecht. Die unselbständig Beschäftigten, die für relativ wenig Geld in die Pensions- und Krankenversicherung kommen können (Abg. Öllinger: Das stimmt doch nicht!) , werden das sehr genau registrieren und werden es auch schätzen.
Abg. Öllinger: Das stimmt doch nicht!
Meine Damen und Herren! Die Reform erfaßt den Öffentlichen Dienst, die Reform erfaßt die Bauern, die Reform erfaßt die Selbständigen, und die Reform erfaßt die Arbeiter und Angestellten. Und wofür ich besonders dankbar bin: daß wir vorausblickend die neuen Formen der Selbständigkeit in unser Sozialsystem eingebaut haben. Ich halte es für eine großartige Sache, daß sich jetzt junge Menschen, die mehrere Dienstgeber haben, selbständig versichern und damit Kranken- und Pensionsversicherung erwerben können. Ich halte es für großartig, daß wir für die geringfügig Beschäftigten die Möglichkeit schaffen, für relativ wenig Geld eine Altersversorgung zu bekommen. (Abg. Ing. Reichhold: Wie wollen Sie das zahlen?) Daher haben all diejenigen, die heute gesagt haben, wir hätten nichts für die alleinstehenden Frauen getan, unrecht. Die unselbständig Beschäftigten, die für relativ wenig Geld in die Pensions- und Krankenversicherung kommen können (Abg. Öllinger: Das stimmt doch nicht!) , werden das sehr genau registrieren und werden es auch schätzen.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Und wir haben noch etwas Weiteres für die Frauen getan: Die Kinderersatzzeiten werden in Zukunft mit 8 000 S pro Monat bewertet. Das heißt, die Pensionen von Müttern mit Kindern werden um 20 Prozent höher sein, und das ist großartig! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Wer waren denn die Vorgänger?
Meine Damen und Herren! Ich komme zum Schluß. Jede Generation muß den Sozialstaat sichern. Dazu bedarf es einer leistungsfähigen Wirtschaft, dazu bedarf es eines sparsamen Staates, und dazu bedarf es eines gerechten Systems. Ich glaube, daß wir mit der Pensionsreform, die wir in diesen Tagen erarbeitet, diskutiert und – hoffentlich! – beschlossen haben werden, jenen Beitrag geleistet haben, den so manche unserer Vorgänger – da gebe ich Herrn Kier recht – nicht geleistet haben. (Abg. Dr. Haselsteiner: Wer waren denn die Vorgänger?) – Die Vorgänger waren nicht Sie, Herr Haselsteiner, aber auch nicht ich. (Abg. Dr. Haselsteiner: Ja freilich! Schwarze und Rote! Seit 30 Jahren! – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Ja freilich! Schwarze und Rote! Seit 30 Jahren! – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Ich komme zum Schluß. Jede Generation muß den Sozialstaat sichern. Dazu bedarf es einer leistungsfähigen Wirtschaft, dazu bedarf es eines sparsamen Staates, und dazu bedarf es eines gerechten Systems. Ich glaube, daß wir mit der Pensionsreform, die wir in diesen Tagen erarbeitet, diskutiert und – hoffentlich! – beschlossen haben werden, jenen Beitrag geleistet haben, den so manche unserer Vorgänger – da gebe ich Herrn Kier recht – nicht geleistet haben. (Abg. Dr. Haselsteiner: Wer waren denn die Vorgänger?) – Die Vorgänger waren nicht Sie, Herr Haselsteiner, aber auch nicht ich. (Abg. Dr. Haselsteiner: Ja freilich! Schwarze und Rote! Seit 30 Jahren! – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Anhaltender Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich zitiere Rudolf Edlinger, den Finanzminister, dem ich ebenso danken möchte wie Staatssekretär Ruttenstorfer und Frau Hostasch sowie Willi Molterer: Wir müssen jetzt die Pensionsreform machen, damit nicht unsere Nachfolger in sieben, acht Jahren vor den gleichen Problemen stehen wie wir heute. Daher war das eine vorausblickende und richtige Politik, und jeder, der an Gerechtigkeit und sozialer Sicherheit in unserer Heimat interessiert ist, sollte diese Reform unterstützen. (Anhaltender Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Guter Mann, sehr guter Mann!
Gestern abend habe ich in "Zeit im Bild 2" Herrn Vizekanzler Schüssel gesehen (Abg. Dr. Khol: Guter Mann, sehr guter Mann!), der erklärte, eine der wesentlichsten Aufgaben sei es gewesen, die "Frühpensionitis" einzudämmen. (Abg. Dr. Khol: Ja!) – Es ist schade, daß Herr Vizekanzler Schüssel heute bei der Beschlußfassung dieses Gesetzes nicht anwesend ist, denn ich lese im 1. Budgetbegleitgesetz, daß eine der wesentlichsten Maßnahmen dieses Budgetbegleitgesetzes, Herr Abgeordneter Khol, die Frühpensionierung von Lehrern ist – als eine zusätzliche Maßnahme, als ein zusätzliches Angebot. (Abg. Dr. Khol: Entweder Sie haben es nicht gelesen oder Sie haben es nicht verstanden!) Mich werden Sie nicht sagen hören, Herr Abgeordneter Khol, das sei eine unsinnige Maßnahme, aber Sie können nicht hergehen mit Ihrer Partei und mit Ihrer Politik und erklären, es gehe darum, die Frühpensionen einzudämmen, und ein spezielles Angebot an die Lehrer offerieren, das den einzigen Zweck hat, mehr Lehrer frühzeitig in die Pension zu bekommen. (Abg. Dr. Khol: Nein! Haben Sie es nicht gelesen oder nicht verstanden?)
Abg. Dr. Khol: Ja!
Gestern abend habe ich in "Zeit im Bild 2" Herrn Vizekanzler Schüssel gesehen (Abg. Dr. Khol: Guter Mann, sehr guter Mann!), der erklärte, eine der wesentlichsten Aufgaben sei es gewesen, die "Frühpensionitis" einzudämmen. (Abg. Dr. Khol: Ja!) – Es ist schade, daß Herr Vizekanzler Schüssel heute bei der Beschlußfassung dieses Gesetzes nicht anwesend ist, denn ich lese im 1. Budgetbegleitgesetz, daß eine der wesentlichsten Maßnahmen dieses Budgetbegleitgesetzes, Herr Abgeordneter Khol, die Frühpensionierung von Lehrern ist – als eine zusätzliche Maßnahme, als ein zusätzliches Angebot. (Abg. Dr. Khol: Entweder Sie haben es nicht gelesen oder Sie haben es nicht verstanden!) Mich werden Sie nicht sagen hören, Herr Abgeordneter Khol, das sei eine unsinnige Maßnahme, aber Sie können nicht hergehen mit Ihrer Partei und mit Ihrer Politik und erklären, es gehe darum, die Frühpensionen einzudämmen, und ein spezielles Angebot an die Lehrer offerieren, das den einzigen Zweck hat, mehr Lehrer frühzeitig in die Pension zu bekommen. (Abg. Dr. Khol: Nein! Haben Sie es nicht gelesen oder nicht verstanden?)
Abg. Dr. Khol: Entweder Sie haben es nicht gelesen oder Sie haben es nicht verstanden!
Gestern abend habe ich in "Zeit im Bild 2" Herrn Vizekanzler Schüssel gesehen (Abg. Dr. Khol: Guter Mann, sehr guter Mann!), der erklärte, eine der wesentlichsten Aufgaben sei es gewesen, die "Frühpensionitis" einzudämmen. (Abg. Dr. Khol: Ja!) – Es ist schade, daß Herr Vizekanzler Schüssel heute bei der Beschlußfassung dieses Gesetzes nicht anwesend ist, denn ich lese im 1. Budgetbegleitgesetz, daß eine der wesentlichsten Maßnahmen dieses Budgetbegleitgesetzes, Herr Abgeordneter Khol, die Frühpensionierung von Lehrern ist – als eine zusätzliche Maßnahme, als ein zusätzliches Angebot. (Abg. Dr. Khol: Entweder Sie haben es nicht gelesen oder Sie haben es nicht verstanden!) Mich werden Sie nicht sagen hören, Herr Abgeordneter Khol, das sei eine unsinnige Maßnahme, aber Sie können nicht hergehen mit Ihrer Partei und mit Ihrer Politik und erklären, es gehe darum, die Frühpensionen einzudämmen, und ein spezielles Angebot an die Lehrer offerieren, das den einzigen Zweck hat, mehr Lehrer frühzeitig in die Pension zu bekommen. (Abg. Dr. Khol: Nein! Haben Sie es nicht gelesen oder nicht verstanden?)
Abg. Dr. Khol: Nein! Haben Sie es nicht gelesen oder nicht verstanden?
Gestern abend habe ich in "Zeit im Bild 2" Herrn Vizekanzler Schüssel gesehen (Abg. Dr. Khol: Guter Mann, sehr guter Mann!), der erklärte, eine der wesentlichsten Aufgaben sei es gewesen, die "Frühpensionitis" einzudämmen. (Abg. Dr. Khol: Ja!) – Es ist schade, daß Herr Vizekanzler Schüssel heute bei der Beschlußfassung dieses Gesetzes nicht anwesend ist, denn ich lese im 1. Budgetbegleitgesetz, daß eine der wesentlichsten Maßnahmen dieses Budgetbegleitgesetzes, Herr Abgeordneter Khol, die Frühpensionierung von Lehrern ist – als eine zusätzliche Maßnahme, als ein zusätzliches Angebot. (Abg. Dr. Khol: Entweder Sie haben es nicht gelesen oder Sie haben es nicht verstanden!) Mich werden Sie nicht sagen hören, Herr Abgeordneter Khol, das sei eine unsinnige Maßnahme, aber Sie können nicht hergehen mit Ihrer Partei und mit Ihrer Politik und erklären, es gehe darum, die Frühpensionen einzudämmen, und ein spezielles Angebot an die Lehrer offerieren, das den einzigen Zweck hat, mehr Lehrer frühzeitig in die Pension zu bekommen. (Abg. Dr. Khol: Nein! Haben Sie es nicht gelesen oder nicht verstanden?)
Abg. Dr. Khol: Nein! Die Alterspyramide zu ändern, und das kostenneutral!
Selbstverständlich! Da kann man lesen und interpretieren, was man will: Das ist so. Das ist ein Faktum, Herr Abgeordneter Khol! (Abg. Dr. Khol: Nein! Die Alterspyramide zu ändern, und das kostenneutral!) Die Alterspyramide, Herr Abgeordneter Khol, müßten wir überall ändern, nicht nur bei den Lehrern. (Abg. Dr. Khol: Das macht aber die Maßnahmen nicht falsch!)
Abg. Dr. Khol: Das macht aber die Maßnahmen nicht falsch!
Selbstverständlich! Da kann man lesen und interpretieren, was man will: Das ist so. Das ist ein Faktum, Herr Abgeordneter Khol! (Abg. Dr. Khol: Nein! Die Alterspyramide zu ändern, und das kostenneutral!) Die Alterspyramide, Herr Abgeordneter Khol, müßten wir überall ändern, nicht nur bei den Lehrern. (Abg. Dr. Khol: Das macht aber die Maßnahmen nicht falsch!)
Beifall bei den Grünen.
Darum glaube ich, daß das, was Sie in diesem kleinen Teilbereich erreicht haben, nicht ausreichen wird, eine dauerhafte Absicherung der Pensionssysteme sicherzustellen. Wir Grüne werden gegen diese Pensionsreform stimmen, weil sie, obwohl sie in ganz kleinen Teilbereichen durchaus Positives enthält, in der Summe jene Zukunftsfähigkeit, jene Nachhaltigkeit, die wir erwarten müssen, vermissen läßt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Dr. Wolfgang Ruttenstorfer: Herr Präsident! Hohes Haus! Ich bin mir dessen bewußt, daß das 1. Budgetbegleitgesetz und die darin vorgesehene Pensionsreform eine tiefgreifende Umstellung für die Beamten bedeutet, zumal damit ein jahrzehntelang geübtes System grundlegend verändert wird. Dies ist jedoch, wie ich glaube, erforderlich. Vieles ändert sich um uns. Wir müssen Reformen setzen, um Österreich zu modernisieren, damit wir auch in Zukunft zu den erfolgreichsten Ländern gehören – auch für unsere Jugend, auch für morgen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zum Vertrauensschutz: Wir bekennen uns dazu und haben dies stets unterstrichen, daß wir in bestehende Pensionen nicht eingreifen. Das ist für die heutigen Pensionisten ganz wesentlich. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Für die künftigen Pensionisten werden fühlbare Veränderungen, nämlich die Durchrechnung, erst 2003 beginnen und dann schrittweise erfolgen. Zur Harmonisierung werden wir entscheidende Elemente aus dem ASVG-System auch für Beamte einführen, nämlich die Durchrechnung, wie bereits erwähnt, von bis zu 18 Jahren im Jahre 2020, Ruhensbestimmungen analog ASVG und auch die Nettoanpassung der Pensionen entsprechend ASVG.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Hohes Haus! Lassen Sie mich zusammenfassen: Wir stabilisieren mit dieser Reform die Ausgaben für die Pensionen im öffentlichen Dienst bis weit in das nächste Jahrtausend hinein. Gleichzeitig setzen wir mit dieser Harmonisierung einen wichtigen Schritt in Richtung Durchlässigkeit zwischen öffentlichem Dienst und der Wirtschaft. Ich meine, wir leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Modernisierung unseres Landes. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Der zweite Bereich – und das ist ja das zentrale Thema dieser Plenarsitzung heute – ist die Pensionsreform im öffentlichen Dienst. Ich möchte mit etwas beginnen, was ich gerade aufgrund meiner persönlichen Erlebnisse in den vielen Stunden und auch Nächten der Verhandlungen als wichtig erachte, nämlich den Betroffenen, die als Akteure mitgearbeitet haben, speziell für ihren Einsatz zu danken. Das gilt selbstverständlich für Kanzler Klima und Vizekanzler Schüssel, die ja sozusagen an der Spitze der Koalition ein leistungsfähiges Team dargestellt haben und die allen Versuchen, diese funktionsfähige Spitze der Koalition auseinanderzudividieren, standgehalten haben. Ich glaube, das ist auch ein Punkt, der zum Erfolg dieser Verhandlungen beigetragen hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich möchte auch dazu sagen: Diese Pensionsreform ist das Werk der politischen Verhandler, aber viele der Steine wurden mühsam von Beamtinnen und Beamten herbeigeschleppt, die mit enormem Einsatz gearbeitet haben, die mitgeholfen haben, um Mitternacht oder nach Mitternacht Formulierungen zu fixieren. Es handelt sich ja nicht nur um Juristen und Experten, es sind ja auch die Mitarbeiter in den Büros betroffen. Einige der Experten, die sehr maßgeblich mitgearbeitet haben, sitzen ja auch heute hier bei uns. Daher, so glaube ich, ist es für das Parlament fair, auch diesen Menschen für den großen Einsatz, den sie als Beamte geleistet haben, zu danken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Mag. Schweitzer.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Verhandlungen waren auf der einen Seite von der Regierung zu führen, wurden später aber auch durch Abgeordnete aus den entsprechenden Ausschüssen und durch die Gewerkschaften getragen, wobei wir ja unmittelbar drei Verhandlungspartner hatten: die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten und die Postgewerkschaft. Die Eisenbahnergewerkschaft war nicht vertreten, da ja die Reformen im Bereich der Eisenbahn im wesentlichen bereits abgewickelt sind, sodaß sich kein Verhandlungsbedarf ergeben hat. (Ironische Heiterkeit des Abg. Mag. Schweitzer. )
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte besonders die konstruktive Rolle hervorheben, die Präsident Verzetnitsch und Kollege Nürnberger gespielt haben, da es ja die Aufgabe dieser beiden war, die Bereiche öffentlicher Dienst und ASVG zu verzahnen. Ich glaube, sie haben sowohl als erfolgreiche Interessenvertreter als auch – und das ist wichtig – im Interesse des gesamten Staates gehandelt und damit bewiesen, daß Sozialpartnerschaft in Österreich kein leeres Wort ist, daß es mehr ist als bloße partielle Interessenvertretung, daß es nämlich gesamtwirtschaftliche Verantwortung bedeutet. Und das ist, glaube ich, ein wichtiges Ergebnis, das wir auch hier gesehen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das heißt, es handelt sich da um Strukturbrüche. Und jetzt geht es darum, in diesen Strukturbrüchen das Umlageverfahren, zu dem wir uns bekennen, funktionsfähig zu halten. Und ich möchte darauf hinweisen – weil er heute schon öfters genannt wurde –, daß Professor Rürup sehr deutlich erklärt hat, daß einer der Vorteile, die er bei dieser Reform erkennt, ist – das gilt sowohl für den ASVG-Bereich als auch für den Bereich der Beamten –, daß es gelungen ist, das Umlageverfahren in seiner Funktionsfähigkeit zu erhalten und damit auch als Grundvoraussetzung unserer sozialen Sicherheit zu stärken. Und das ist ein nicht unwesentliches Ergebnis dieser Reform (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Trattner: Zusätzlich!
Ich möchte in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, weil von seiten der FPÖ immer wieder das Kapitaldeckungsverfahren als Alternative herangezogen wird, daß zumindest die Hälfte oder zwei Drittel über Kapitaldeckungsverfahren ... (Abg. Mag. Trattner: Zusätzlich!) – Nicht nur zusätzlich, denn das ist die Entwicklung, die wir schon haben. Pensionskassen gibt es ja bekanntlich in Österreich, und ich bekenne mich auch dazu. Sie wollen ja, daß das Umlageverfahren in eine Randposition zurückgedrängt wird, daß es im wesentlichen dann nach dem Kapitaldeckungsverfahren geht. Und gerade Sie wissen ganz genau, daß damit das Problem besteht, daß eine Generation, und zwar eine große Generation, zweimal zur Zahlung herangezogen wird und gleichzeitig das System mit größerer Unsicherheit behaftet ist, wie sich ja gerade in diesen Tagen zeigt.
Abg. Mag. Trattner: Übergangsregelungen, Herr Professor!
Das heißt, man muß hier sehr deutlich sagen ... (Abg. Mag. Trattner: Übergangsregelungen, Herr Professor!) – Übergangsregelungen helfen nichts gegen das Problem, das in diesem Zusammenhang besteht, daß nämlich der Aufbau parallel zu einem Umlageverfahren mit gewaltigen Kosten, die unrealistisch sind, verknüpft wäre. Sie wollen unter dem Titel "Drei-Säulen-Modell" in Wirklichkeit eine Demontage des Umlageverfahrens. Das würde auch eine Demontage der sozialen Sicherheit in Österreich bedeuten. Und das muß man einmal sehr deutlich sagen.
Abg. Dr. Schmidt: Nicht einmal das!
Die Doppelbödigkeit der Argumentation hat sich gerade heute wieder beim Dr. Haider gezeigt, da ihm die Reform zum einen zu hart war, während er dann wieder darauf hingewiesen hat, daß eigentlich alles zuwenig war. Da kann man nur sagen: Das Motto, daß man einfach immer gegen alles ist – was immer auch geschieht, ich bin dagegen! –, ist vielleicht ein gutes Motto für eine Opposition (Abg. Dr. Schmidt: Nicht einmal das!), für manche Oppositionsparteien, aber es ist kein Motto, nach dem eine verantwortungsbewußte Regierung vorgehen sollte. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Doppelbödigkeit der Argumentation hat sich gerade heute wieder beim Dr. Haider gezeigt, da ihm die Reform zum einen zu hart war, während er dann wieder darauf hingewiesen hat, daß eigentlich alles zuwenig war. Da kann man nur sagen: Das Motto, daß man einfach immer gegen alles ist – was immer auch geschieht, ich bin dagegen! –, ist vielleicht ein gutes Motto für eine Opposition (Abg. Dr. Schmidt: Nicht einmal das!), für manche Oppositionsparteien, aber es ist kein Motto, nach dem eine verantwortungsbewußte Regierung vorgehen sollte. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Trattner: Es war der Großteil!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte noch einen Punkt anschneiden, der mir auch in diesem Zusammenhang sehr wichtig ist, nämlich das Verhältnis des Staates zu seinen Beamten. Zu beweisen, daß dieses Verhältnis in manchen Teilen gestört ist, dazu bedurfte es nicht erst der unerfreulichen Vorkommnisse beim Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, wobei ich aber schon in aller Fairneß dazusagen muß: Man hört ja immer nur die mit dem Trillerpfeifchen, die anderen hört man nicht; es war ja nicht so, daß das sozusagen quer durch gegangen ist, es waren Gruppen. (Abg. Mag. Trattner: Es war der Großteil!) Aber es ist dies immerhin ein Phänomen, das man ernst nehmen muß.
Abg. Jung: Das haben Sie beschlossen! Haben Sie sich nicht ausgekannt?
Ich möchte noch hinzufügen: Ein prägendes Erlebnis – ich meine, es war etwas, was ich vorher schon gewußt habe – war, daß mir bei diesen Verhandlungen die oft geradezu absurde Kompliziertheit des Beamten-Dienstrechtes mit Dutzenden Sonderregelungen so unendlich bewußt geworden ist, wobei ich den Herrn Staatssekretär immer nur bewundert habe, daß er, seitdem er dieses Amt innehat, sich das alles schon aneignen konnte, was im Prinzip bisher vielleicht Geheimwissen von einigen wenigen Beamten in Österreich war, mit dem Effekt, daß sich auch innerhalb des öffentlichen Dienstes jede Einzelsparte gegenüber der anderen benachteiligt fühlt, weil ja keiner vom anderen wirklich weiß, was da gespielt wird. (Abg. Jung: Das haben Sie beschlossen! Haben Sie sich nicht ausgekannt?)
Abg. Dr. Schmidt: Aber nur in einigen Punkten!
Insgesamt, glaube ich, kann man davon ausgehen, daß es uns gelungen ist, mit der Harmonisierung auch mehr Gerechtigkeit zu erzeugen. Ich glaube, es ist sehr positiv, daß wir erreicht haben, daß jetzt in allen Systemen ein Durchrechnungszeitraum enthalten ist. Ich möchte übrigens auch darauf hinweisen, daß die Regelung, wie wir sie jetzt haben, weitergehend ist als die Regelung, die in Rust anvisiert wurde. (Abg. Dr. Schmidt: Aber nur in einigen Punkten!) – Aber das ist entscheidend. Es wurde immer gesagt, man sei unter die Forderungen von Rust gegan
Abg. Dr. Schmidt: Aber der Fahrplan ist ja auch ...!
Frau Kollegin! Der entscheidende Punkt – und das war auch allen bewußt – ist, daß es uns gelungen ist, für die Harmonisierung jetzt, bereits in diesem Jahr den Fahrplan festzumachen. Wäre uns das nicht gelungen, so wäre es in Wirklichkeit erst 2020 ein Thema gewesen, worüber wir uns hätten unterhalten müssen. (Abg. Dr. Schmidt: Aber der Fahrplan ist ja auch ...!) Natürlich, nicht alles wurde sozusagen eins zu eins übernommen, wie es in Rust geplant war. Das wäre auch nicht wünschenswert gewesen, denn das hätte nur geheißen, daß es keine ernsthaften Verhandlungen gegeben hat. Es hat sehr wohl ernsthafte Verhandlungen gegeben, und in diesem entscheidenden Punkt haben wir, glaube ich, einen Erfolg erzielt, der über Rust hinausgeht, den man nicht unterschätzen soll. Wir haben jetzt den Zeitplan für die volle Harmonisierung ASVG und öffentlicher Bereich in entscheidenden Fragen der Durchrechnungszeiträume. Das ist der Angelpunkt. Das ist auch die Systemfrage, die von den Gewerkschaften gestellt wurde. Diese Systemfrage ist positiv beantwortet worden. Es wundert mich, daß das eigentlich in der öffentlichen Diskussion weitgehend untergegangen ist. Wir haben sogar mehr erreicht, als ursprünglich von vielen erwartet wurde. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Kollegin! Der entscheidende Punkt – und das war auch allen bewußt – ist, daß es uns gelungen ist, für die Harmonisierung jetzt, bereits in diesem Jahr den Fahrplan festzumachen. Wäre uns das nicht gelungen, so wäre es in Wirklichkeit erst 2020 ein Thema gewesen, worüber wir uns hätten unterhalten müssen. (Abg. Dr. Schmidt: Aber der Fahrplan ist ja auch ...!) Natürlich, nicht alles wurde sozusagen eins zu eins übernommen, wie es in Rust geplant war. Das wäre auch nicht wünschenswert gewesen, denn das hätte nur geheißen, daß es keine ernsthaften Verhandlungen gegeben hat. Es hat sehr wohl ernsthafte Verhandlungen gegeben, und in diesem entscheidenden Punkt haben wir, glaube ich, einen Erfolg erzielt, der über Rust hinausgeht, den man nicht unterschätzen soll. Wir haben jetzt den Zeitplan für die volle Harmonisierung ASVG und öffentlicher Bereich in entscheidenden Fragen der Durchrechnungszeiträume. Das ist der Angelpunkt. Das ist auch die Systemfrage, die von den Gewerkschaften gestellt wurde. Diese Systemfrage ist positiv beantwortet worden. Es wundert mich, daß das eigentlich in der öffentlichen Diskussion weitgehend untergegangen ist. Wir haben sogar mehr erreicht, als ursprünglich von vielen erwartet wurde. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
In dem Sinne, einen Weg zu einer gerechteren, damit auch zu einer leistungsfähigeren und offenen Gesellschaft einzuschlagen, sind, glaube ich, große Fortschritte erzielt worden, zu denen wir uns gerne bekennen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Nowotny: Bis in eine andere Kapitalstruktur!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Nowotny hat gemeint, daß der freiheitliche Vorschlag des Kapitaldeckungssystems in Form dieses Drei-Säulen-Modells nicht finanzierbar sei. Sie brauchen nicht sehr weit zu gehen, nämlich nur bis in die Schweiz (Abg. Dr. Nowotny: Bis in eine andere Kapitalstruktur!) , um festzustellen, daß dieses System dort bereits existiert und daß eine Umstellung innerhalb von zwölf Jahren klaglos funktioniert hat. (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. )
Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Nowotny hat gemeint, daß der freiheitliche Vorschlag des Kapitaldeckungssystems in Form dieses Drei-Säulen-Modells nicht finanzierbar sei. Sie brauchen nicht sehr weit zu gehen, nämlich nur bis in die Schweiz (Abg. Dr. Nowotny: Bis in eine andere Kapitalstruktur!) , um festzustellen, daß dieses System dort bereits existiert und daß eine Umstellung innerhalb von zwölf Jahren klaglos funktioniert hat. (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir wissen schon, daß eine gewisse Starthilfe notwendig ist, aber das Kapital dafür wäre über die Rücklagen der Nationalbank problemlos aufzutreiben, Herr Kollege Nowotny. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie haben ja selbst bereits zur Kenntnis genommen, daß dieses Geld dafür einsetzbar wäre.
Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.
Zuerst hat man die Erwartungshaltung in die Höhe geschraubt, um dann am Ende alle mit einer Reform, die meines Erachtens diesen Namen nicht verdient, zu enttäuschen. Einzig die ursprüngliche Absicht, die älteren Beamten wie Dohr und Co ungeschoren zu lassen, konnte einigermaßen erfüllt werden, meine Damen und Herren. Diese profitieren nämlich vom gegen unseren Willen durchgesetzten Besoldungssystem, das vom Dienstaltersprinzip geprägt ist. (Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer. ) Kollegin Bauer, haben Sie sich das schon einmal angeschaut? Das Besoldungssystem, vom Dienstaltersprinzip geprägt, das die Koalition 1994 beschlossen hat, hat die Situation für diese Beamten noch einmal massiv verbessert, und zwar durch die Funktionszulagen, die nach dem Dienstalter gestaffelt sind, was dazu führt, daß zum Beispiel ein junger Abteilungsleiter, zirka 30 Jahre alt, für eine vergleichbare Tätigkeit verbunden mit derselben Verantwortung 3 157 S monatlich bekommt, während ein älterer Abteilungsleiter, zirka 60 Jahre alt, für die gleiche Tätigkeit 20 751 S bekommt. Das wirkt sich dann auch auf die Pension aus.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wie argumentieren Sie es, wo Sie doch immer von Harmonisierung reden, Herr Kollege Stummvoll, daß es für die gleiche Arbeit eine derart unterschiedliche Bezahlung gibt, die dann noch pensionswirksam wird? Das hat nach wie vor Gültigkeit, und solche Dinge haben Sie nicht beseitigt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler.
Während Sie jetzt die älteren in gehobenen Positionen Tätigen ungeschoren davonkommen lassen, die so wie Siegfried Dohr mit 100 Prozent ihres Letztbezuges in Pension gehen können, treffen Sie die jungen Beamten mehrfach mit dieser Reform. Seinerzeit wurden diese vielen jungen Beamten auf Anregung des Rechnungshofes sofort als Beamte eingestellt, weil man herausgefunden hat, daß, wenn man sie als Vertragsbedienstete einstellt, die Kosten zu hoch sind. Diese Neuaufnahmen haben damals zu Einsparungen von bis zu 1 865 S pro Beamten und Monat geführt. Diese Beamten, die Sie deshalb sofort als Beamte angestellt haben, weil Sie für sie weniger bezahlen mußten, müssen sich heute beschimpfen lassen, daß sie dem Staat zur Last fallen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Dieses freiheitliche System würde die Pensionen auch für zukünftige Generationen tatsächlich sichern. Es wäre sehr vernünftig, sich diesen Vorschlag einmal näher anzuschauen und bei weiteren Reformen diese freiheitlichen Gedanken in die Überlegungen und Beschlüsse mit einzubeziehen, falls es nicht ohnehin so ist, daß wir beim nächsten Mal selbst bereits entscheiden können, welche Pensionsreform in Österreich über die Bühne gehen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Schweitzer! Wir werden sehr genau achten, ob der Schnell in Salzburg auf seine Jahresgage verzichten wird! – Abg. Aumayr: Wieso soll er denn? – Weitere Rufe und Gegenrufe bei den Abgeordneten der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.
Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Schwarzenberger: Schweitzer! Wir werden sehr genau achten, ob der Schnell in Salzburg auf seine Jahresgage verzichten wird! – Abg. Aumayr: Wieso soll er denn? – Weitere Rufe und Gegenrufe bei den Abgeordneten der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.) Am Wort ist Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Die zweite Bemerkung: Er hat hier das große Pensionsmodell der FPÖ verkündet. Meine Damen und Herren, ich darf Ihnen eines sagen: Als wir gestern und vorgestern im Ausschuß das ganze Thema diskutiert haben, hat die FPÖ zweimal, und zwar sehr rasch, Schluß der Debatte verlangt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Dort wäre die Möglichkeit gewesen, dieses Modell intensiv zu diskutieren. Das, was Sie jetzt hier machen, ist nur politischer Aktionismus und nicht mehr, Herr Kollege Schweitzer. Diesen Vorwurf müssen Sie sich gefallen lassen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Hätten Sie es im Ausschuß eingebracht! Aber dort wollten Sie nicht diskutieren, Sie wollten heute hier ein Spektakel abziehen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die zweite Bemerkung: Er hat hier das große Pensionsmodell der FPÖ verkündet. Meine Damen und Herren, ich darf Ihnen eines sagen: Als wir gestern und vorgestern im Ausschuß das ganze Thema diskutiert haben, hat die FPÖ zweimal, und zwar sehr rasch, Schluß der Debatte verlangt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Dort wäre die Möglichkeit gewesen, dieses Modell intensiv zu diskutieren. Das, was Sie jetzt hier machen, ist nur politischer Aktionismus und nicht mehr, Herr Kollege Schweitzer. Diesen Vorwurf müssen Sie sich gefallen lassen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Hätten Sie es im Ausschuß eingebracht! Aber dort wollten Sie nicht diskutieren, Sie wollten heute hier ein Spektakel abziehen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn wir von der Bemessungsbasis des letzten Monatsbezuges in einigen Jahren zu einem Durchrechnungszeitraum von bis zu 18 Jahren kommen, dann ist das eine totale Systemumstellung, wie sie bis jetzt in keinem einzigen Land Europas gelungen ist. Ich glaube, auch das sollte man anerkennen, vor allem die Damen und Herren der Opposition, die auf einem Auge blind zu sein scheinen. Wir sind das einzige Land in Europa, das diese Reformschritte gesetzt hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Schmidt: Sie reden, als wären Sie in der Opposition! Das ist ja lächerlich!
Das heißt, rasche Entscheidungsabläufe, rasche Genehmigungsverfahren sind gefragt. Wenn wir das nicht haben, werden wir international die Konkurrenzfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes beeinträchtigen. Das heißt, wir brauchen für die Qualität unseres Wirtschaftsstandortes Beamte, die wie Manager agieren, die auch entsprechend leistungsorientiert entlohnt werden müssen, Frau Kollegin Schmidt. Da sind wir hoffentlich einer Meinung. (Abg. Dr. Schmidt: Sie reden, als wären Sie in der Opposition! Das ist ja lächerlich!)
Abg. Dr. Schmidt: Sie reden, als wären Sie in der Opposition!
Wir alle wissen, meine Damen und Herren, wie sehr auch die Qualität des Ausbildungssystems die Qualität des Wirtschaftsstandortes entscheidet. Im Ausbildungssystem sind eben in einem hohen Ausmaß öffentlich Bedienstete tätig, seien es Lehrer, Hochschullehrer, Professoren. Das alles sind öffentlich Bedienste. Und auch unter dem Aspekt Sicherung der Qualität unseres Ausbildungssystems wollen wir als Vertreter der Wirtschaft haben, daß wir in diesem Bereich motivierte, leistungsorientierte und keine frustrierten Beamten haben. (Abg. Dr. Schmidt: Sie reden, als wären Sie in der Opposition!)
Beifall bei der ÖVP.
Daher mein Appell, meine sehr geehrten Damen und Herren: Führen wir diese Pensionsreform durch, aber bekennen wir uns gleichzeitig dazu, daß weitere Reformschritte notwendig sind, Reformschritte nach dem Motto: Mehr Leistung und weniger Anciennitätsprinzip! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich halte es schon für interessant, wenn ausgerechnet die ÖVP heute vor dem Parlament Zettel verteilt, auf denen steht: "Auch Kinder haben Rechte im Rahmen des Generationenvertrages. – Gebt der Jugend eine Chance!" Diesen Generationenvertrag können Sie im Rahmen dieses Pensionssystems nicht versprechen, und wenn Sie es tun, ist dieses Versprechen nicht seriös, denn Sie werden es nicht halten können. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Nowotny: Schneller!
Herr Kollege Nowotny hat heute gesagt – ich hoffe, ich habe Sie richtig verstanden –, es stehe ein neues Vertragsbedienstetengesetz zur Diskussion. Auch Unterrichtsministerin Gehrer hat das angekündigt, allerdings für das Jahr 2000, zu diesem Zeitpunkt wolle sie es vorlegen. (Abg. Dr. Nowotny: Schneller!) Ich kann mich nur auf ihre Pressemeldung beziehen. Man weiß von den Universitäten, wie lange die Verhandlungen in diesem Bereich dauern. Ich finde es ja schon recht mutig, daß die Frau Minister das ankündigt, denn das Jahr 2000 geht ja über diese Legislaturperiode hinaus, und ich hoffe schon auch im Interesse des österreichischen Parlamentarismus, daß Sie dann nicht mit dieser Zweidrittelmehrheit über notwendige Reformen drüberfahren können. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Kollege Nowotny hat heute gesagt – ich hoffe, ich habe Sie richtig verstanden –, es stehe ein neues Vertragsbedienstetengesetz zur Diskussion. Auch Unterrichtsministerin Gehrer hat das angekündigt, allerdings für das Jahr 2000, zu diesem Zeitpunkt wolle sie es vorlegen. (Abg. Dr. Nowotny: Schneller!) Ich kann mich nur auf ihre Pressemeldung beziehen. Man weiß von den Universitäten, wie lange die Verhandlungen in diesem Bereich dauern. Ich finde es ja schon recht mutig, daß die Frau Minister das ankündigt, denn das Jahr 2000 geht ja über diese Legislaturperiode hinaus, und ich hoffe schon auch im Interesse des österreichischen Parlamentarismus, daß Sie dann nicht mit dieser Zweidrittelmehrheit über notwendige Reformen drüberfahren können. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Dagegen gibt es allerdings ein ungebrochenes Festhalten und ein ungebrochenes Bekenntnis zur Pragmatisierung. Klubobmann Khol will sie mit Zähnen und Klauen verteidigen. Unterrichtsministerin Gehrer hat im Rahmen des Budgetausschusses schon gesagt, sie wird weiter pragmatisieren, soweit LehrerInnen in Pension gehen. Und Frau Gubitzer von der Gewerkschaft hat im Rahmen der Fernsehdiskussion "Zur Sache" gemeint, Pragmatisierung würde dem Schutz der Kinder im Schulbereich dienen. – Wenn etwas dem Schutz der Kinder im Schulbereich dient, dann ist es das, daß Lehrer und Lehrerinnen, die ihre Aufgabe nicht ordentlich erfüllen, auch entlassen werden können, auch gekündigt werden können. Nur so können wir in diesem Bereich zu einer Leistungssteigerung kommen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Sonja Moser: Das ist doch völliger Unsinn!
Eine Reduzierung der nicht gehaltenen Überstunden, die bezahlt wurden, ist jedenfalls nicht eine Vernichtung ... (Abg. Dr. Sonja Moser: Das ist doch völliger Unsinn!) Na ja, Sie hätten als Abgeordnete auch gerne ein paar Überstunden an der Hauptschule Reutte gehabt. Ich verstehe Sie schon. (Beifall beim Liberalen Forum. – Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Dr. Sonja Moser. ) Das wissen wir schon, Frau Kollegin Moser.
Beifall beim Liberalen Forum. – Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Dr. Sonja Moser.
Eine Reduzierung der nicht gehaltenen Überstunden, die bezahlt wurden, ist jedenfalls nicht eine Vernichtung ... (Abg. Dr. Sonja Moser: Das ist doch völliger Unsinn!) Na ja, Sie hätten als Abgeordnete auch gerne ein paar Überstunden an der Hauptschule Reutte gehabt. Ich verstehe Sie schon. (Beifall beim Liberalen Forum. – Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Dr. Sonja Moser. ) Das wissen wir schon, Frau Kollegin Moser.
Abg. Dr. Moser: Lesen Sie das, was die Ministerin sagt!
Aber nicht nur dadurch, behaupten diese Gewerkschafter, daß nicht gehaltene Überstunden nicht mehr bezahlt werden, würden Lehrer- und Lehrerinnenarbeitsplätze vernichtet. Sie können es ja da nachlesen, da drinnen schreiben es ja die Vertreter der Lehrer und Lehrerinnen. (Abg. Dr. Moser: Lesen Sie das, was die Ministerin sagt!) Das bedeutet in letzter Konsequenz nur eine Reduzierung der Überstunden, und die sind immer noch überraschend hoch.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich nehme an, Sie kennen die Zahl der Ausgleichszulagenbezieherinnen und die Zahl der Frauen, die im Alter in Armut leben, nicht. Die können Sie nicht kennen, sonst wären Sie nicht der Meinung, daß das die Frauenfragen lösen würde. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich sehe, ich habe meine Redezeit leider schon überschritten – so wie schon öfter –, daher abschließend: Bezeichnen Sie bitte dieses Budgetgesetz nicht als bedeutend, bezeichnen Sie es nicht als bahnbrechend. Es ist nämlich wirklich deutlich ersichtlich, daß es einmal mehr nur eine krisenmanagementartige Aktion war. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Böhacker: Da wurde die Pensionsreform aber nicht miteinbezogen!
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Vor noch nicht allzu langer Zeit gab es die Möglichkeit, im Rahmen des Budgetausschusses dem Budgethearing beizuwohnen und zu hören, was die Experten der einzelnen Fraktionen zum vorgelegten Budget zu sagen haben. Der von der FPÖ nominierte Experte Professor Genser hat gemeint – und das muß die FPÖ auch zur Kenntnis nehmen –, daß die vorliegenden Budgets einschließlich der Pensionsreform beachtlich und anerkennenswert sind. (Abg. Böhacker: Da wurde die Pensionsreform aber nicht miteinbezogen!) Keines dieser beiden Worte – beachtlich und anerkennenswert – habe ich heute von Ihrer Seite gehört, und das muß auch zu denken geben. (Abg. Böhacker: Zitieren Sie weiter, Frau Kollegin! Was hat er kritisiert?)
Abg. Böhacker: Zitieren Sie weiter, Frau Kollegin! Was hat er kritisiert?
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Vor noch nicht allzu langer Zeit gab es die Möglichkeit, im Rahmen des Budgetausschusses dem Budgethearing beizuwohnen und zu hören, was die Experten der einzelnen Fraktionen zum vorgelegten Budget zu sagen haben. Der von der FPÖ nominierte Experte Professor Genser hat gemeint – und das muß die FPÖ auch zur Kenntnis nehmen –, daß die vorliegenden Budgets einschließlich der Pensionsreform beachtlich und anerkennenswert sind. (Abg. Böhacker: Da wurde die Pensionsreform aber nicht miteinbezogen!) Keines dieser beiden Worte – beachtlich und anerkennenswert – habe ich heute von Ihrer Seite gehört, und das muß auch zu denken geben. (Abg. Böhacker: Zitieren Sie weiter, Frau Kollegin! Was hat er kritisiert?)
Abg. Böhacker: Daß die Ausgabensteigerung nicht eingebremst wurde!
Er hat aber auch gesagt – und auch das soll nicht verschwiegen werden –, daß die strukturellen Haushaltsproblematiken schlichtweg die Personalausgaben und die Beamtenpensionen sind (Abg. Böhacker: Daß die Ausgabensteigerung nicht eingebremst wurde!) – ich habe genau mitgeschrieben, Herr Kollege! –, die praktisch ungebrochen, trotz Personalstopp und trotz Aussetzen oder Sistieren der Gehaltserhöhungen, steigen. (Abg. Böhacker: Das ist die halbe Wahrheit, was Sie sagen!)
Abg. Böhacker: Das ist die halbe Wahrheit, was Sie sagen!
Er hat aber auch gesagt – und auch das soll nicht verschwiegen werden –, daß die strukturellen Haushaltsproblematiken schlichtweg die Personalausgaben und die Beamtenpensionen sind (Abg. Böhacker: Daß die Ausgabensteigerung nicht eingebremst wurde!) – ich habe genau mitgeschrieben, Herr Kollege! –, die praktisch ungebrochen, trotz Personalstopp und trotz Aussetzen oder Sistieren der Gehaltserhöhungen, steigen. (Abg. Böhacker: Das ist die halbe Wahrheit, was Sie sagen!)
Abg. Böhacker: Bleiben Sie bei der Wahrheit, bei der ganzen Wahrheit!
Er hat auch gesagt, daß in den Budgets sozusagen dämpfende Effekte aufgrund der Pensionsreform erkennbar sind. Das sind Tatsachen, die auch Sie nicht leugnen können. (Abg. Böhacker: Bleiben Sie bei der Wahrheit, bei der ganzen Wahrheit!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Seien Sie nicht so grantig, Frau Kollegin!
Aus meiner Sicht und, so glaube ich, aus Sicht all derer, die zum Sozialpartnermodell in unserem Land stehen, ist, wenn wir beispielsweise wissen, daß die Pensionsreform in Italien eine Regierungskrise ausgelöst hat, zu sagen, daß in Österreich dieses Problem auf eine Art und Weise gelöst worden ist, bei der alle miteinander, sowohl die Sozialpartner als auch die Regierung, ihre Vorstellungen einbringen konnten und sich letztendlich auch auf einen gemeinsamen Nenner geeinigt haben. Ich denke, darum beneidet man uns schon in ganz Europa, und das können Sie auch nicht leugnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Seien Sie nicht so grantig, Frau Kollegin!) Ich bin nicht grantig, ich sage Ihnen nur das, was Sie hören sollten und was Sie auch sagen sollten, denn genau diese Sachen verschweigen Sie! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Frau Kollegin, mir brauchen Sie es nicht erklären! Den Wählern müssen Sie es erklären!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Frau Kollegin, mir brauchen Sie es nicht erklären! Den Wählern müssen Sie es erklären!
Aus meiner Sicht und, so glaube ich, aus Sicht all derer, die zum Sozialpartnermodell in unserem Land stehen, ist, wenn wir beispielsweise wissen, daß die Pensionsreform in Italien eine Regierungskrise ausgelöst hat, zu sagen, daß in Österreich dieses Problem auf eine Art und Weise gelöst worden ist, bei der alle miteinander, sowohl die Sozialpartner als auch die Regierung, ihre Vorstellungen einbringen konnten und sich letztendlich auch auf einen gemeinsamen Nenner geeinigt haben. Ich denke, darum beneidet man uns schon in ganz Europa, und das können Sie auch nicht leugnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Seien Sie nicht so grantig, Frau Kollegin!) Ich bin nicht grantig, ich sage Ihnen nur das, was Sie hören sollten und was Sie auch sagen sollten, denn genau diese Sachen verschweigen Sie! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Frau Kollegin, mir brauchen Sie es nicht erklären! Den Wählern müssen Sie es erklären!)
Abg. Haigermoser: Den Wählern! Mir brauchen Sie es nicht erklären! Den Wählern werden Sie es erklären müssen!
In diesem Sinne bedanke ich mich ... (Abg. Haigermoser: Den Wählern! Mir brauchen Sie es nicht erklären! Den Wählern werden Sie es erklären müssen!) Na warten Sie! Jetzt wollen Sie es ja nicht hören, weil jetzt haben Sie noch keine eigene Gewerkschaft; wenn Sie eine haben, dann werden Sie es auch hören wollen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne bedanke ich mich ... (Abg. Haigermoser: Den Wählern! Mir brauchen Sie es nicht erklären! Den Wählern werden Sie es erklären müssen!) Na warten Sie! Jetzt wollen Sie es ja nicht hören, weil jetzt haben Sie noch keine eigene Gewerkschaft; wenn Sie eine haben, dann werden Sie es auch hören wollen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte mich bei der Regierung bedanken, ich bedanke mich bei unseren Sozialpartnern und bei allen, die daran gearbeitet haben, daß wir dieses Ergebnis erzielen konnten – im Sinne der arbeitenden Menschen und auch im Sinne der Wirtschaft. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Verzetnitsch: Obwohl nicht alle Beamte sind!
Darum ist dieser Druck in zeitlicher Hinsicht ... (Abg. Verzetnitsch: Obwohl nicht alle Beamte sind!) Obwohl nicht alle Beamte sind. Ich rede sozusagen von den öffentlich Bediensteten insgesamt. (Abg. Verzetnitsch: Es sind auch ASVGler dabei!) Natürlich sind auch ASVGler dabei, aber mir geht es jetzt um den öffentlichen Dienst und das Bild, das vermittelt wird, zumal nicht alle im gleichen Ausmaß betroffen sind. Aber dieser zeitliche Druck birgt meiner Ansicht nach auch bestimmte Chancen in sich, die es gegeben hätte – ich muß ja immer in der Vergangenheit sprechen –, vernünftige, langfristige Lösungen zustande zu bringen, die auch tatsächlich akzeptiert werden, und zwar Lösungen, die von möglichst vielen Betroffenen akzeptiert werden. In diesem Prozeß hat es aber diese Chance nicht wirklich gegeben.
Abg. Verzetnitsch: Es sind auch ASVGler dabei!
Darum ist dieser Druck in zeitlicher Hinsicht ... (Abg. Verzetnitsch: Obwohl nicht alle Beamte sind!) Obwohl nicht alle Beamte sind. Ich rede sozusagen von den öffentlich Bediensteten insgesamt. (Abg. Verzetnitsch: Es sind auch ASVGler dabei!) Natürlich sind auch ASVGler dabei, aber mir geht es jetzt um den öffentlichen Dienst und das Bild, das vermittelt wird, zumal nicht alle im gleichen Ausmaß betroffen sind. Aber dieser zeitliche Druck birgt meiner Ansicht nach auch bestimmte Chancen in sich, die es gegeben hätte – ich muß ja immer in der Vergangenheit sprechen –, vernünftige, langfristige Lösungen zustande zu bringen, die auch tatsächlich akzeptiert werden, und zwar Lösungen, die von möglichst vielen Betroffenen akzeptiert werden. In diesem Prozeß hat es aber diese Chance nicht wirklich gegeben.
Zwischenruf des Abg. Koppler.
Wie aber ist das Bild, das vermittelt worden ist? – Das Bild, das die Öffentlichkeit gehabt hat, ist das einer zu Recht verunsicherten Beamtenschaft in Österreich – ich sage jetzt bewußt Beamtenschaft und nicht öffentlicher Dienst –, die versucht hat, Widerstand zu leisten, und zwar wieder berechtigt Widerstand zu leisten, denn die Beamtenschaft und der öffentliche Dienst sind jene Gruppe in Österreich – nicht die einzige und alleinige –, die von den Sparpaketen der letzten Jahre wirklich voll betroffen war, und die Gruppe, die in den Medien insgesamt die meisten Schläge einstecken mußte. (Zwischenruf des Abg. Koppler. ) Die Diskussionen und das Bild, das vielfach sowohl von Politikern und Politikerinnen als auch von Medien der Öffentlichkeit vermittelt wird, sind ja unglaublich. (Abg. Dr. Lukesch: Leider!)
Abg. Dr. Lukesch: Leider!
Wie aber ist das Bild, das vermittelt worden ist? – Das Bild, das die Öffentlichkeit gehabt hat, ist das einer zu Recht verunsicherten Beamtenschaft in Österreich – ich sage jetzt bewußt Beamtenschaft und nicht öffentlicher Dienst –, die versucht hat, Widerstand zu leisten, und zwar wieder berechtigt Widerstand zu leisten, denn die Beamtenschaft und der öffentliche Dienst sind jene Gruppe in Österreich – nicht die einzige und alleinige –, die von den Sparpaketen der letzten Jahre wirklich voll betroffen war, und die Gruppe, die in den Medien insgesamt die meisten Schläge einstecken mußte. (Zwischenruf des Abg. Koppler. ) Die Diskussionen und das Bild, das vielfach sowohl von Politikern und Politikerinnen als auch von Medien der Öffentlichkeit vermittelt wird, sind ja unglaublich. (Abg. Dr. Lukesch: Leider!)
Abg. Verzetnitsch: Gleichwertiges mit Gleichwertigem!
Meine Damen und Herren! So wie Sie die Interessen der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst vertreten, wird es nicht gehen. Über die Pragmatisierung – und da stimme ich ganz mit dem Herrn Staatssekretär überein – und über die Tatsache, ob Pragmatisierung in der Form, wie sie bei uns besteht, wirklich in allen ihren Facetten zeitgemäß ist, muß geredet werden. Ich hoffe, daß bei allen Negativpunkten und Nachteilen, die die Pensionsreform für Beamte aus mancher Perspektive mit sich bringt, diese Diskussion möglich sein wird. Insofern sage ich Ihnen, Herr Staatssekretär: Die Tatsache, daß es jetzt Durchrechnungszeiträume gibt, ist natürlich etwas Positives. Das ist der Schritt, bei dem man darüber redet, was Lebensverdienstsummen sind und wie man Gleiches mit Gleichem, aber nie Ungleiches mit Gleichem vergleichen kann. (Abg. Verzetnitsch: Gleichwertiges mit Gleichwertigem!) Gleichwertiges! Ja.
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Wann, wenn nicht in diesem Moment, sollte das geregelt werden? Wenn der Herr Staatssekretär nicht auf die Idee gekommen ist, dies zu tun, habe ich auch Verständnis dafür, denn Sie, Herr Staatssekretär, sind einer, der nie Nutznießer dieses Privilegs werden kann, weil Sie zu kurz in der Regierung sind. Doch hier sitzen so viele, die dieses Privileg nützen könnten. Darum sind Sie aufgefordert, meine Damen und Herren, dieses Privileg zu beseitigen. Wenn Sie es nicht tun, dann wird vor allem jene rechte Seite des Hohen Hauses immer wieder und immer von neuem Anlaß finden, das anzuprangern, und wir alle werden kein stichhaltiges Argument haben, dem zu entgegnen. Nützen Sie darum diese letzte Chance! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte zunächst einmal folgendes sagen: Es sind während dieser letzten Wochen und Monate manche Äußerungen gefallen, die mich betroffen gemacht haben, von denen ich glaube, daß man hier all jenen, die sie ausgesprochen haben, nur eines sagen muß: Auch Worte können verletzen! Wir sollten in der politischen Debatte versuchen, eine Sprache zu verwenden, mit der wir auch nach einer Entscheidung mit den anderen in einer sehr geordneten, vor allem "unverletzten" Atmosphäre weiterarbeiten können. Ich meine, das ist etwas, was wir berücksichtigen sollten. Das ist ein wichtiges Element der politischen Kultur. Worte können verletzen. Überlegen wir daher vorher, welche Worte wir in den Argumentationen gebrauchen! (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
All das sind Dinge, die wir, wie ich glaube, gemeinsam machen müssen, nämlich zuerst auf die Argumente der Betroffenen zu hören, die wir Parlamentarier dann auch umsetzen müssen. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin froh darüber, daß wir gestern bis zum letzten Augenblick verhandeln konnten und sowohl in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst als auch im gesamten Gewerkschaftsbund eine überwiegende Zustimmung zu diesen gemeinsam zu tragenden Reformen erfolgte, denn – ich wiederhole – dieses Einverständnis, diese sozialpartnerschaftliche Vorgangsweise ist etwas, um das uns viele andere Gesellschaften in anderen Staaten beneiden. Wir müssen dafür kämpfen, daß das aufrechterhalten bleibt, und wir müssen unseren Beitrag dazu leisten, damit diese Stabilität gewährleistet ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Höchtl verläßt das Rednerpult. – Beifall bei der ÖVP.
Damit ist diese Debatte unterbrochen. Herr Abgeordneter Dr. Höchtl bleibt aber am Wort. (Abg. Dr. Höchtl verläßt das Rednerpult. – Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher ersuchen wir um Verständnis dafür, daß wir für eine Fristsetzung keine Notwendigkeit sehen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Erst vor wenigen Minuten haben wir einen meine Auffassung bestätigenden Anruf des Vorsitzenden des Rektorenkonferenz erhalten, in dem er mitgeteilt hat, daß er sich durch die Information, die das Ministerium schon geleistet hat, und durch die Kommunikation, die noch weiter auszubauen sein wird, bestätigt und ausreichend gesetzlich gesichert fühlt, um in den zitierten Fällen zu entscheiden. Daran erkennen wir, daß die gesetzliche Möglichkeit, die jetzt existiert, ausreichend ist, sodaß weder ein Anlaß für eine Fristsetzung besteht noch – gegenwärtig – eine Änderung des Universitäts-Studiengesetzes vorzunehmen ist. Daher können wir von einer Zustimmung absehen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: O ja!
Frau Kollegin Brinek hat mit keinem Wort Ausführungen darüber getroffen, aus welchem Grund sie nicht für die sofortige Behandlung der Sache im Ausschuß eintritt. (Abg. Dr. Brinek: O ja!) Vielmehr haben Sie, Frau Kollegin Brinek, eine Begründung in der Sache abgegeben, die eigentlich der Ausschußarbeit vorbehalten werden sollte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Brinek hat mit keinem Wort Ausführungen darüber getroffen, aus welchem Grund sie nicht für die sofortige Behandlung der Sache im Ausschuß eintritt. (Abg. Dr. Brinek: O ja!) Vielmehr haben Sie, Frau Kollegin Brinek, eine Begründung in der Sache abgegeben, die eigentlich der Ausschußarbeit vorbehalten werden sollte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Brinek: Es gibt keinen Handlungsbedarf!
Frau Kollegin Brinek! Sie haben hier die Meinung vertreten, daß gemäß § 30 Abs. 3 Universitäts-Studiengesetz der Rektor in ausreichendem Maße die Möglichkeit hat, darüber zu entscheiden, ob Angehörige dieser ethnischen Minderheit in Österreich zu den Universitäten zugelassen werden oder nicht. Sie haben sich in der Sache geäußert und klar Stellung bezogen. Ich verstehe daher nicht, daß Sie die Sache auf die lange Bank schieben wollen. Welchen Sinn hat das? – Sie haben eine Meinung, diese kann und sollte man vertreten. Ich sehe keinen logischen Anlaß, mit einer beschlußmäßigen Befassung des zuständigen Ausschusses weiter zuzuwarten. (Abg. Dr. Brinek: Es gibt keinen Handlungsbedarf!)
Abg. Dr. Brinek: Es gibt keinen akuten Handlungsbedarf!
Es gibt keinen Handlungsbedarf? – Sehr geehrte Frau Kollegin! (Abg. Dr. Brinek: Es gibt keinen akuten Handlungsbedarf!) Wenn es keinen Handlungsbedarf gibt, heißt das in den Augen der Österreichischen Volkspartei, daß man einen Gesetzesantrag einfach liegenläßt? – Das ist offensichtlich Ihre Meinung. Aber so kann man es nicht machen: Nur weil man sagt, daß es keinen Handlungsbedarf gebe, bleibt ein Gesetzesantrag liegen. Sie haben eine akzentuierte
Abg. Dr. Brinek: Es gibt keinen akuten Handlungsbedarf!
Es ließe sich offensichtlich eine sehr rasche Debatte im Ausschuß abführen. (Abg. Dr. Brinek: Es gibt keinen akuten Handlungsbedarf!) Die antragstellende Seite ist dafür, die Liberalen werden auch dafür sein; ÖVP und SPÖ sind dagegen, weil sie sagen, daß die Autonomie der Universitäten das regeln soll. Ich gestehe Ihnen zu, daß einiges dafür spricht, es bei dieser Autonomieregelung zu belassen. Denn es ist von seiten der Grünen sicherlich nicht folgerichtig, auf der einen Seite für mehr Autonomie an den Universitäten einzutreten und auf der anderen Seite nach dem Gesetzgeber zu rufen.
Abg. Dr. Brinek: Dem steht nichts entgegen!
Klar ist aber in jedem Fall, daß die Sache in einer Ausschußberatung im Rahmen kürzester Diskussion abschlußbereit sein könnte und daher keine Veranlassung besteht, diesen Gesetzesantrag nicht einer Enderledigung zuzuführen. (Abg. Dr. Brinek: Dem steht nichts entgegen!) Aus diesem Grund werden wir für diesen Fristsetzungsantrag stimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Klar ist aber in jedem Fall, daß die Sache in einer Ausschußberatung im Rahmen kürzester Diskussion abschlußbereit sein könnte und daher keine Veranlassung besteht, diesen Gesetzesantrag nicht einer Enderledigung zuzuführen. (Abg. Dr. Brinek: Dem steht nichts entgegen!) Aus diesem Grund werden wir für diesen Fristsetzungsantrag stimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Frau Petrovic! Der Text, den Sie vorschlagen, ist auch aus folgendem Grund für uns ein bißchen problematisch: Können Sie uns definieren, was "zivilisierte Staaten" sind? – Den Begriff "zivilisierte Staaten" halte ich eigentlich für dehnbar wie einen Kaugummi. Ich weiß nicht, ob unser Staat ein zivilisierter Staat ist. Dem Eindruck nach, den ich manchmal von diesem Parlament habe, scheint es mir nicht so zu sein, daß wir uns wirklich in einer zivilisierten Gesellschaft befinden. (Beifall beim Liberalen Forum.) Auch wenn Herr Gusenbauer mir jetzt nicht glaubt: Sie schütteln ebenfalls manchmal den Kopf, und ich beobachte Sie oft dabei.
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir werden diesen Antrag unterstützen, weil wir Fristsetzungsanträge immer unterstützen, obwohl ich glaube, daß wir auch die Möglichkeit hätten, im normalen Verfahren dasselbe – und weit mehr als das – zu erreichen. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Wissend, daß es diese Unstimmigkeiten bezüglich Kosovo zwischen dem Herrn Bundesminister Dr. Einem und dem Herrn Außenminister Vizekanzler Dr. Schüssel gibt, möchte ich das jetzt weiterkolportieren, denn Dr. Schüssel ist ja derjenige, der, was jetzt den Kosovo betrifft, nicht so ganz auf dieser Linie ist. Aber es geht nicht allein um den Kosovo, es geht auch um andere Ethnien, um andere Volksgruppen, um andere unterdrückte Nationen, Völker oder kleine Gruppen. Dieser Fall kann sehr schnell auch eintreten, wenn es um Schiiten geht, wenn es um Kurden geht. Und dafür brauchen wir eine auch für die Rektoren ganz klare Handhabe, eine klare gesetzliche Grundlage. Das ist das Ziel. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist es, was wir wollen, und darum bitten wir Sie um Zustimmung. Nicht für uns, sondern für die Unterdrückten aus Kurdistan, aus dem Kosovo, aus dem Iran und aus dem Irak. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Leikam: Nein, nein!
Kollege Leikam, war das eine Wortmeldung? (Abg. Leikam: Nein, nein!) Gut.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Damit wird auch das schön langsam erreicht werden, was wir Freiheitlichen in klarer Linie schon immer gefordert und verlangt haben, nämlich die Einführung des Dreisäulenmodells mit der staatlichen Solidarität in der ersten Säule, mit der betrieblichen Vorsorge in der zweiten Säule und mit der privaten Vorsorge in der dritten Säule. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher wiederhole auch ich das, was Herr Dr. Haider gesagt hat: Na selbstverständlich war das eine Maßnahme zur kurzfristigen Budgetkonsolidierung – und keine Maßnahme zur langfristigen Pensionsreform, schon gar keine Maßnahme, einen Solidaritätsbogen zwischen Jung und Alt herzustellen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn sogar Ihre eigenen Experten Rürup und Marin sagen Ihnen deutlich und klar: Der Solidaritätsbogen zwischen Jung und Alt ist mißlungen. Die über 50jährigen haben es sich gerichtet, die unter 50jährigen werden mit Verzögerungen die Zeche zahlen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist nicht die freiheitliche BARC-Versicherung, sondern Ihre, die Zusatzleistungen für die derzeit junge Generation anbietet, weil die Renten nicht sicher sind, es ist nicht unsere Postsparkasse, die das gleiche anbietet, es ist nicht unsere Wiener Städtische Versicherung, sondern genau die Versicherungen aus dem schwarz-roten Bereich sind es, die das anbieten. Ich halte daher die Kritik an uns Freiheitlichen, daß wir die Jugend verunsicherten und Dienst für die Versicherungen leisten, für völlig danebenliegend. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Volkspension!
Und noch etwas, Kollege Feurstein: Sie wissen ganz genau, mehr als 70 Prozent der ASVG-Pensionisten würden sich freuen – wenn ich jene, die heute unter 11 000 S liegen, dazurechne, sind es sogar 82 Prozent –, wenn sie die 11 000 S nach dem freiheitlichen Drei-Säulen-Modell als Grundpension bekämen. Es würden sich nach den neuen Regelungen im Beamtendienstrecht auch die D und die E-Beamten freuen, wenn sie die Grundsicherung des freiheitlichen Dreisäulenmodells bekämen. Das ist kein Modell der Armutspension! (Abg. Koppler: Volkspension!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Feurstein! Das ist weder sozial ausgewogen noch ein Jahrhundertwerk! Sie haben eine Tür aufgesperrt, die Tür zum Durchrechnungszeitraum bei den Beamten, aber es ist Ihnen und der Bundesregierung nicht gelungen, einen Solidaritätspakt zwischen Jung und Alt und zwischen Bedürftigen und Nichtbedürftigen zu schließen. Sie haben die Ziele der Pensionsreform in den wichtigsten Parametern klar versäumt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schmidt: Wer hat das jetzt gemacht? Wer hat diese Politik gemacht?! – Abg. Mag. Stadler: Wer hat die Sozialpartner gewählt? Die Sozialpartner sind nicht die gewählten Volksvertreter! Passen Sie auf, was Sie sagen!
Bei all dem, was die Experten sagen, gibt es ja auch höchst unterschiedliche Sichtweisen und Kritikpunkte. In der heutigen Ausgabe des "Standard" kann man zum Beispiel lesen, was einzelne Experten dazu meinen. Es wird etwa festgestellt, daß die Reform, wenn man im ASVG-Bereich unter 10 000 S sozusagen auch die Einschleifregelungen nimmt, zwei Drittel derjenigen betrifft, die eine ASVG-Pension haben. Was bedeutet das aber, wenn man es umgekehrt betrachtet? – Das würde ja heißen, daß man bei den ASVG-Pensionisten unter 10 000 S nach Auffassung dieser Experten in Wirklichkeit viel stärker einschneiden müßte. Da stellt sich für uns aber die sozialpolitische Frage, ob es wünschenswert sein kann, bei Pensionen dieser geringen Höhe einzuschneiden, oder ob es nicht ein legitimes Schutzbedürfnis für diese Gruppen in der Gesellschaft gibt. Das heißt: Das, was die Experten rein rechnerisch, rein mathematisch vom Standpunkt der Budgetfinanzierbarkeit aus auf den Tisch legen, hat ja noch lange nichts damit zu tun, wie dann später der einzelne individuell davon betroffen ist. Daher machen ja auch die Politiker, die vom Volk gewählt sind, die Politik und nicht die Experten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schmidt: Wer hat das jetzt gemacht? Wer hat diese Politik gemacht?! – Abg. Mag. Stadler: Wer hat die Sozialpartner gewählt? Die Sozialpartner sind nicht die gewählten Volksvertreter! Passen Sie auf, was Sie sagen!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Frau Kollegin Schmidt! Glauben Sie wirklich, daß in diesem Fall die Experten die Politik gemacht haben? – Nein! Wenn Sie schon die Rolle des Parlamentes ansprechen, dann reden wir ganz offen darüber. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Einer nach dem anderen. Jetzt kommt einmal die Kollegin Schmidt dran, dann setze ich mich mit Ihren Zwischenrufen auseinander, Herr Kollege.
Abg. Hans Helmut Moser: O ja! Ich habe einen eingebracht!
Darauf sage ich Ihnen ganz offen, Frau Kollegin Schmidt: Ich bin bei allen Sitzungen des Finanzausschusses anwesend gewesen, aber außer von den Regierungsfraktionen hat es dort keine Abänderungsanträge gegeben (Abg. Hans Helmut Moser: O ja! Ich habe einen eingebracht!), sondern es hat sogar gestern eine weit verbreitete Diskussionsverweigerung von seiten der Opposition gegeben, die sich mit jenen großen Teilen der Regierungsvorlage, die vorgelegen sind, überhaupt nicht auseinandersetzen wollte. Also so einfach kann man es sich auch nicht machen, daß man sagt ... (Abg. Dr. Schmidt: Jetzt machen aber Sie es sich einfach!)
Abg. Dr. Schmidt: Jetzt machen aber Sie es sich einfach!
Darauf sage ich Ihnen ganz offen, Frau Kollegin Schmidt: Ich bin bei allen Sitzungen des Finanzausschusses anwesend gewesen, aber außer von den Regierungsfraktionen hat es dort keine Abänderungsanträge gegeben (Abg. Hans Helmut Moser: O ja! Ich habe einen eingebracht!), sondern es hat sogar gestern eine weit verbreitete Diskussionsverweigerung von seiten der Opposition gegeben, die sich mit jenen großen Teilen der Regierungsvorlage, die vorgelegen sind, überhaupt nicht auseinandersetzen wollte. Also so einfach kann man es sich auch nicht machen, daß man sagt ... (Abg. Dr. Schmidt: Jetzt machen aber Sie es sich einfach!)
Abg. Dr. Schmidt: Sie wissen doch, wovon ich rede! Dann gehen Sie lieber auf Zwischenrufe gar nicht ein, als auf diese Weise!
Nein, ich mache es mir gar nicht einfach! Aber einerseits zu sagen, das Parlament soll sich damit beschäftigen, aber andererseits die verfügbare Zeit in den Ausschußsitzungen nicht für diese Debatten zu nützen, das paßt nicht zusammen. Wenn man schon so großartige Vorschläge hat, dann hätte man diese auch in den Ausschüssen einbringen und diskutieren müssen. (Abg. Dr. Schmidt: Sie wissen doch, wovon ich rede! Dann gehen Sie lieber auf Zwischenrufe gar nicht ein, als auf diese Weise!)
Abg. Hans Helmut Moser: So ernst sind sie von euch auch nicht genommen worden!
Ich weiß ganz genau, wovon Sie reden. Aber ich weiß auch ganz genau, daß es parallel die Verhandlungen gegeben hat. Ich gehe darauf auch ein, indem ich sage: Sehr ernst sind die Verhandlungen im Ausschuß auch von der Opposition nicht genommen worden, sonst hätte es dort bessere Beiträge geben müssen. Herr Kollege Moser! All jene, die gestern bei der Sitzung des Finanzausschusses anwesend waren, haben das auch live mitbekommen. (Abg. Hans Helmut Moser: So ernst sind sie von euch auch nicht genommen worden!)
Abg. Dr. Schmidt: Selbstverständlich! Verlangt haben wir ihn!
Vor diesem Hintergrund stellt sich aber dann die Frage: Was sind die Parameter: Was ist erträglich und was ist nicht erträglich? Und da gibt es nun die Vergleichbarkeit zwischen dem ASVG-Bereich und dem öffentlichen Dienst. Ich frage Sie ganz offen: Hätte irgend jemand hier herinnen vor drei, vier oder fünf Jahren geglaubt, daß es irgendwann einmal im ASVG-Bereich und im öffentlichen Dienst den gleichen Durchrechnungszeitraum geben wird? (Abg. Dr. Schmidt: Selbstverständlich! Verlangt haben wir ihn!) Aber selbst Sie waren skeptisch. Sie müßten doch eigentlich überrascht sein, daß es gelungen ist, diesen Durchbruch bei den Beamtenpensionen zu erreichen, mit dem ... (Abg. Dr. Schmidt: Dieser alte Punkt ist in Ordnung!)
Abg. Dr. Schmidt: Dieser alte Punkt ist in Ordnung!
Vor diesem Hintergrund stellt sich aber dann die Frage: Was sind die Parameter: Was ist erträglich und was ist nicht erträglich? Und da gibt es nun die Vergleichbarkeit zwischen dem ASVG-Bereich und dem öffentlichen Dienst. Ich frage Sie ganz offen: Hätte irgend jemand hier herinnen vor drei, vier oder fünf Jahren geglaubt, daß es irgendwann einmal im ASVG-Bereich und im öffentlichen Dienst den gleichen Durchrechnungszeitraum geben wird? (Abg. Dr. Schmidt: Selbstverständlich! Verlangt haben wir ihn!) Aber selbst Sie waren skeptisch. Sie müßten doch eigentlich überrascht sein, daß es gelungen ist, diesen Durchbruch bei den Beamtenpensionen zu erreichen, mit dem ... (Abg. Dr. Schmidt: Dieser alte Punkt ist in Ordnung!)
Beifall bei der SPÖ.
Das Ergebnis ist nach der Reißbrett-Theorie zwar keine optimale Reform – das keineswegs! –, aber es ist das Optimalste, was unter den derzeitigen politischen und sozialen Bedingungen durchsetzbar war. Daher ist es in Summe ein Erfolg. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
So gesehen ist zu sagen, daß die Bundesregierung, in den Verhandlungen durch Herrn Staatssekretär Ruttenstorfer angeführt, ihr Ziel nicht wirklich erreicht hat. Das muß hier im Hohen Hause gesagt werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Khol betritt den Plenarsaal.
Meine Damen und Herren! Ich meine, Herr Klubobmann Khol hat da ein völlig falsches Bild der tatsächlichen Situation gezeichnet. Leider ist er jetzt nicht hier, sonst hätte ich ihn gefragt, in welchem Parlament er sich in den letzten Tagen aufgehalten hat. (Abg. Dr. Khol betritt den Plenarsaal.)
Abg. Dr. Khol: Sie waren halt nicht überall dabei!
Herr Kollege Khol! So wie Sie den Ablauf der Verhandlungen geschildert haben, haben diese bei weitem nicht stattgefunden! (Abg. Dr. Khol: Sie waren halt nicht überall dabei!) Lieber Kollege
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, daß man im Hohen Haus nicht wirklich ernsthaft debattieren wollte, daß man hier zu keiner Entscheidung kommen wollte und daß dieses Parlament in die Geiselhaft der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und der Sozialpartner genommen worden ist. Das ist die traurige Bestandsaufnahme der Beratungen der letzten Tage, meine Damen und Herren! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Kukacka: Haben Sie zum Inhalt auch etwas zu sagen?
Ich glaube, daß Kollege Gusenbauer da einem Denkfehler unterliegt. Wenn wir diese Reform hier im Parlament ernsthaft diskutiert hätten, wenn wir in den Ausschüssen ernsthaft darüber beraten hätten, wenn wir die Experten und die Interessenvertreter in die Beratungen mit einbezogen hätten – wir haben laut Geschäftsordnung die Möglichkeit dazu, zum Beispiel bei Beratungen in einem Unterausschuß –, dann hätten wir natürlich ein ebenso gutes Ergebnis erzielt. (Abg. Mag. Kukacka: Haben Sie zum Inhalt auch etwas zu sagen?) Dann hätten wir Parlamentarier unserer Verantwortung gerecht werden können, Herr Kollege, und dann hätte Ihre Fraktion gemeinsam mit der sozialdemokratischen Fraktion dieses Parlament nicht abgewertet. Das haben Sie aber in den letzten Tagen durch Ihre Vorgangsweise, durch Ihre Verhaltensweise gemacht, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall beim Liberalen Forum. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. )
Beifall beim Liberalen Forum. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.
Ich glaube, daß Kollege Gusenbauer da einem Denkfehler unterliegt. Wenn wir diese Reform hier im Parlament ernsthaft diskutiert hätten, wenn wir in den Ausschüssen ernsthaft darüber beraten hätten, wenn wir die Experten und die Interessenvertreter in die Beratungen mit einbezogen hätten – wir haben laut Geschäftsordnung die Möglichkeit dazu, zum Beispiel bei Beratungen in einem Unterausschuß –, dann hätten wir natürlich ein ebenso gutes Ergebnis erzielt. (Abg. Mag. Kukacka: Haben Sie zum Inhalt auch etwas zu sagen?) Dann hätten wir Parlamentarier unserer Verantwortung gerecht werden können, Herr Kollege, und dann hätte Ihre Fraktion gemeinsam mit der sozialdemokratischen Fraktion dieses Parlament nicht abgewertet. Das haben Sie aber in den letzten Tagen durch Ihre Vorgangsweise, durch Ihre Verhaltensweise gemacht, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall beim Liberalen Forum. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. )
Abg. Mag. Kukacka: Sind Sie dafür oder dagegen?
Meine Damen und Herren! Wir bekommen heute einen derartigen Abänderungsantrag vorgelegt und wissen gar nicht, wie dessen finanzielle Auswirkungen aussehen würden, wie das im Budget unterzubringen wäre. (Abg. Mag. Kukacka: Sind Sie dafür oder dagegen?) Ich gehe davon aus, daß auch Herr Staatssekretär Ruttenstorfer uns heute nicht wirklich umfassend darüber Auskunft geben wird und kann. Daher werden wir diesen Abänderungsantrag, so wie auch das Gesamtpaket, das heute beschlossen werden soll, ablehnen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Ich erwarte mir von diesem Hohen Haus, daß die Redner von den Koalitionsparteien auf diesen unseren Abänderungsantrag entsprechend eingehen und ihm die Zustimmung erteilen. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser.
Herr Kollege Moser! Sie müssen mir zuerst zeigen, wie es zu bewerkstelligen ist, daß schon im Jahr 2013 die volle Durchrechnungszeit von 18 Jahren zum Tragen kommt, wenn es eine fließende Übergangsregelung geben soll. (Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser. ) Das haben Sie ganz sicher schlecht ausgerechnet, daher können wir diesem Antrag mit Sicherheit nicht zustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Moser! Sie müssen mir zuerst zeigen, wie es zu bewerkstelligen ist, daß schon im Jahr 2013 die volle Durchrechnungszeit von 18 Jahren zum Tragen kommt, wenn es eine fließende Übergangsregelung geben soll. (Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser. ) Das haben Sie ganz sicher schlecht ausgerechnet, daher können wir diesem Antrag mit Sicherheit nicht zustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gredler: Genau!
Prinzipiell möchte ich auf folgendes eingehen: Seit ich hier im Parlament bin, höre ich von den Oppositionsparteien immer nur von historischen Chancen, die versäumt beziehungsweise verpaßt wurden, von der Ohnmacht der Regierung (Abg. Dr. Gredler: Genau!) und so weiter und so fort. Ich staune, daß die Österreicherinnen und Österreicher eine ganz andere Befindlichkeit in diesem Heimatland Österreich haben, als sie die Oppositionellen aufzeigen. Gemäß der Kritik der Opposition müßte es in diesem Land Österreich hinten und vorne nicht mehr passen und stimmen. (Abg. Dr. Gredler: Es ist eh so!) Die Wirklichkeit ist aber eine ganz andere.
Abg. Dr. Gredler: Es ist eh so!
Prinzipiell möchte ich auf folgendes eingehen: Seit ich hier im Parlament bin, höre ich von den Oppositionsparteien immer nur von historischen Chancen, die versäumt beziehungsweise verpaßt wurden, von der Ohnmacht der Regierung (Abg. Dr. Gredler: Genau!) und so weiter und so fort. Ich staune, daß die Österreicherinnen und Österreicher eine ganz andere Befindlichkeit in diesem Heimatland Österreich haben, als sie die Oppositionellen aufzeigen. Gemäß der Kritik der Opposition müßte es in diesem Land Österreich hinten und vorne nicht mehr passen und stimmen. (Abg. Dr. Gredler: Es ist eh so!) Die Wirklichkeit ist aber eine ganz andere.
Beifall bei der ÖVP.
Jetzt frage ich Sie, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, eines: Was wollen Sie denn wirklich? Wollen Sie der österreichischen Bevölkerung am Tag A sagen: Die Reform ist viel zu rigid ausgefallen! und am Tag B vor einer anderen Klientel sagen: Die Reform hätte wesentlich milder ausfallen müssen? So geht es nicht, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Freiheitlichen! Sie sollten sich doch etwas mehr an Daten und Fakten orientieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: Haben Sie jetzt Angst um Ihre Wähler, gelt?! Mein Gott na!
Weil wir gerade bei Daten und Fakten sind: Gerade die Freiheitlichen haben es sich zum Ziel gesetzt – und ihr Bundesobmann ist ihnen wirklich Vorbild dabei –, die Beamten zu dreschen, wo es gerade geht. (Abg. Ing. Reichhold: Haben Sie jetzt Angst um Ihre Wähler, gelt?! Mein Gott na!)
Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Da geht es nicht um die Angst um unsere Wähler, sondern da geht es einfach darum, daß offensichtlich gerade bei den Freiheitlichen nicht bekannt ist, wie die Daten und Fakten ausschauen. (Zwischenruf der Abg. Aumayr. ) Frau Kollegin Aumayr, bitte erzählen Sie mir nichts über die Probleme der ÖVP. Vor kurzem waren in Oberösterreich Wahlen, und da haben wir Ihnen deutlich gezeigt, daß wir mehr als doppelt so viel sind wie Sie (Beifall bei der ÖVP) , und das ist schon einmal ganz gut gewesen. Das werden wir Ihnen immer wieder demonstrieren, und da können Sie noch so laut schreien! Dabei wird es bleiben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Beifall bei der ÖVP
Da geht es nicht um die Angst um unsere Wähler, sondern da geht es einfach darum, daß offensichtlich gerade bei den Freiheitlichen nicht bekannt ist, wie die Daten und Fakten ausschauen. (Zwischenruf der Abg. Aumayr. ) Frau Kollegin Aumayr, bitte erzählen Sie mir nichts über die Probleme der ÖVP. Vor kurzem waren in Oberösterreich Wahlen, und da haben wir Ihnen deutlich gezeigt, daß wir mehr als doppelt so viel sind wie Sie (Beifall bei der ÖVP) , und das ist schon einmal ganz gut gewesen. Das werden wir Ihnen immer wieder demonstrieren, und da können Sie noch so laut schreien! Dabei wird es bleiben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Da geht es nicht um die Angst um unsere Wähler, sondern da geht es einfach darum, daß offensichtlich gerade bei den Freiheitlichen nicht bekannt ist, wie die Daten und Fakten ausschauen. (Zwischenruf der Abg. Aumayr. ) Frau Kollegin Aumayr, bitte erzählen Sie mir nichts über die Probleme der ÖVP. Vor kurzem waren in Oberösterreich Wahlen, und da haben wir Ihnen deutlich gezeigt, daß wir mehr als doppelt so viel sind wie Sie (Beifall bei der ÖVP) , und das ist schon einmal ganz gut gewesen. Das werden wir Ihnen immer wieder demonstrieren, und da können Sie noch so laut schreien! Dabei wird es bleiben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Abg. Böhacker: Nur dann, wenn er Politiker und Lehrer ist, verdient er 46 000 S!
Oder: Frau Kollegin Schaffenrath von den Liberalen behauptet, daß der durchschnittliche Ruhebezug von Lehrern 46 000 S ausmacht. Da frage ich mich, wo sie unterrichtet hat, in welcher Schule sie Lehrerin war, ob sie überhaupt weiß, was ein Lehrer in Österreich verdient. War sie in einer ganz besonderen Kategorie? (Abg. Böhacker: Nur dann, wenn er Politiker und Lehrer ist, verdient er 46 000 S!)
Abg. Ing. Reichhold: Wir haben 60 000 S netto!
Kollege Böhacker – arm, wirklich arm! Immer wieder wird von Ihrer Seite beteuert, wie großartig die Politikerprivilegien seien. Ich empfehle euch: Entprivilegiert euch einmal! Ihr könnt ja verzichten! Ich habe es euch vorgezeigt: Als ich auf meine Bezugsteile verzichtet habe, haben sie "eure" Lehrer und "eure" öffentlich Bediensteten noch bezogen. Es ist tatsächlich gegangen. Ich schwöre euch: Wenn ihr auf eure Bezüge verzichtet, dann werdet ihr sehen, daß es geht, nur trauen müßt ihr euch! (Abg. Ing. Reichhold: Wir haben 60 000 S netto!) Weil ihr schon so lange jammert, fordere ich von euch, daß ihr euch endlich entprivilegiert, damit ihr hier heraußen nicht immer in Wehklagen verfallen müßt. Demonstriert das einmal! Aber, bitte, macht es schnell! Es sei denn, ihr seid gar nicht willig. (Abg. Ing. Reichhold: Unterschreibe unsere 60 000-S-Regelung!)
Abg. Ing. Reichhold: Unterschreibe unsere 60 000-S-Regelung!
Kollege Böhacker – arm, wirklich arm! Immer wieder wird von Ihrer Seite beteuert, wie großartig die Politikerprivilegien seien. Ich empfehle euch: Entprivilegiert euch einmal! Ihr könnt ja verzichten! Ich habe es euch vorgezeigt: Als ich auf meine Bezugsteile verzichtet habe, haben sie "eure" Lehrer und "eure" öffentlich Bediensteten noch bezogen. Es ist tatsächlich gegangen. Ich schwöre euch: Wenn ihr auf eure Bezüge verzichtet, dann werdet ihr sehen, daß es geht, nur trauen müßt ihr euch! (Abg. Ing. Reichhold: Wir haben 60 000 S netto!) Weil ihr schon so lange jammert, fordere ich von euch, daß ihr euch endlich entprivilegiert, damit ihr hier heraußen nicht immer in Wehklagen verfallen müßt. Demonstriert das einmal! Aber, bitte, macht es schnell! Es sei denn, ihr seid gar nicht willig. (Abg. Ing. Reichhold: Unterschreibe unsere 60 000-S-Regelung!)
Beifall bei der ÖVP.
Genau davon habe ich gesprochen. Ihr wollt euch entprivilegieren? Dann macht es endlich einmal! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte aber in Anbetracht dieser Beschimpfungen von Ihrer Seite nie wieder hören, daß Sie sich für diese Berufsgruppe einsetzen. Das wäre fadenscheinig und unehrlich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Bis zum Beweis des Gegenteils muß jeder vernünftige Mensch davon ausgehen, daß angesichts der Pensionsreformen dieser Woche zwar – in Übereinstimmung mit den Wahlversprechen der SPÖ vom Winter 1995 – die Interessen der jetzigen Pensionistengeneration, also jener, die sozusagen Bestandspensionen haben, berücksichtigt wurden –, daß aber den Interessen der jüngeren Generation eindeutig nicht Rechnung getragen wurde. Sie beschwichtigen diese damit, daß ab dem Jahr 2000 ein paar Promillepunkte weniger Pensionsbeitrag von den Beamten zu bezahlen sein wird. – Das kann nicht im Ernst der Trost für alle Leute unter 40 oder unter 35 Jahren sein. Mit anderen Worten: Die nächste Pensionsreform kommt garantiert, zwar nicht vor den Wahlen im Jahr 1999, aber unmittelbar nach den Wahlen im Jahr 2000. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Lassen Sie mich abschließend folgendes sagen: Die Dynamik der Schulentwicklung, die dringend notwendigen Veränderungen, die die Schulentwicklung mit sich bringt, werden weiterhin zunehmen. Mehr Autonomie, mehr Selbstverwaltung an den Schulen, selbstverantwortliche Lehrplanentwicklung an unseren Schulen, also Qualitätssicherung und Evaluierung im Bildungsbereich, erfordern engagierte Lehrer. Wenn wir diese ehrgeizigen Ziele erreichen wollen – wir sprechen in letzter Zeit permanent von lebensbegleitendem Lernen –, brauchen wir engagierte und motivierte Lehrer. Ich glaube, wir werden uns in Zukunft alle gemeinsam etwas mehr darum bemühen müssen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Peter Rosenstingl (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Mühlbachler hat in seiner Rede gemeint, die Koalition mache große Reformen. Die Opposition kritisiere das seit vielen Jahren, aber die Bevölkerung habe eine Empfindsamkeit für die Arbeit der Regierungskoalition. Ich möchte ausnahmsweise Herrn Kollegen Mühlbachler zustimmen. Daß die Bevölkerung eine Empfindsamkeit für die Arbeit der Regierung hat, beweist die Tatsache, daß die Bürgerinnen und Bürger, die Sie genannt haben, der Regierungskoalition bei allen Wahlen davonlaufen. Das ist Tatsache! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich sage Ihnen eines ganz deutlich: Diese Art von Personalpolitik ist nicht nur abzulehnen, sondern ich bezeichne diese Art von Personalpolitik, die Sie mit Ihren Gesetzen zu verantworten haben, als widerlich. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
1987 gab es in der Generaldirektion 21 Abteilungen, 1997 gibt es in der Generaldirektion 47 Abteilungen. 1987 waren in der Generaldirektion 449 Bedienstete beschäftigt, 1997 sind in der Generaldirektion 685 Bedienstete beschäftigt. – Alles nach dem Motto, dem Sie huldigen: Wir bauen die Postler ab, wir bauen Personal ab, wir schaffen soziale Härtefälle, aber den Verwaltungsbereich blähen wir auf, die Großverdiener blähen wir auf, weil da können wir unsere eigenen Leute hineinsetzen, da können wir uns kräftig am Postenschacher beteiligen, und daher blähen wir diese Generaldirektion auf. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich darf Ihnen abschließend sagen: Für diese unsoziale Politik bei der Post sind auch die leider heute zum Beschluß stehenden Karenzierungsregelungen verantwortlich. Es werden extreme Härtefälle geschaffen, Sie haben das als Regierungskoalition zu verantworten. Die Postpolitik beweist, daß der sogenannte Macher Klima nichts anderes als ein Sprücheklopfer ist, der den Bürgern laufend die Unwahrheit sagt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Cordula Frieser (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Das heute zu beschließende Gesetzeswerk wurde, so glaube ich, bereits in aller Ausführlichkeit besprochen. Die Argumente der Opposition haben wir ja leider erst heute, jetzt und hier erfahren. Ich möchte daher das, was bereits gesagt wurde, nicht wiederholen und mich jenen Vorrednern anschließen, die ihren Blick in die Zukunft gerichtet haben, hin zu einem effizienten und schlanken Verwaltungsapparat, hin zu einem Lean-Management und New-public-Management. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die neue Generation der Bürokraten könnte viel besser das leisten, was nach der Definition von Bull schon stets Sinn und Zweck des Beamtentums war: aufpassen, daß die Politiker keine Dummheiten machen. – In diesem Sinne bedanke ich mich bei den Beamten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Es gibt mehrere Zeigefinger!
Ich glaube, daß auch die nächsten Redebeiträge, die wir gehört haben, etwa die des Kollegen Volker Kier, der nicht mit Zeigefingermentalität aufzeigt, sondern gerne den moralischen Zeigefinger hebt (Abg. Dr. Mertel: Es gibt mehrere Zeigefinger!) , keine geeigneten Möglichkeiten aufgezeigt haben, diese Reform tatsächlich anzugehen. Denn das, was ich von Kollegen Volker Kier und von den Liberalen gehört habe, war, daß man sich gegen eine Umverteilung ausspricht und sagt, alles solle Eigenvorsorge bleiben. (Abg. Dr. Haselsteiner: Nicht verstanden! Nein! Nicht verstanden! Lesen Sie noch einmal! Nicht aufgepaßt!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Nicht verstanden! Nein! Nicht verstanden! Lesen Sie noch einmal! Nicht aufgepaßt!
Ich glaube, daß auch die nächsten Redebeiträge, die wir gehört haben, etwa die des Kollegen Volker Kier, der nicht mit Zeigefingermentalität aufzeigt, sondern gerne den moralischen Zeigefinger hebt (Abg. Dr. Mertel: Es gibt mehrere Zeigefinger!) , keine geeigneten Möglichkeiten aufgezeigt haben, diese Reform tatsächlich anzugehen. Denn das, was ich von Kollegen Volker Kier und von den Liberalen gehört habe, war, daß man sich gegen eine Umverteilung ausspricht und sagt, alles solle Eigenvorsorge bleiben. (Abg. Dr. Haselsteiner: Nicht verstanden! Nein! Nicht verstanden! Lesen Sie noch einmal! Nicht aufgepaßt!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren von den Liberalen! Ihr Vorschlag, den Sie erst unlängst der Öffentlichkeit präsentiert haben, lautete nämlich, daß man in Österreich ein arbeitsloses Einkommen in der Höhe von 8 000 S für jeden einführen sollte, ob er arbeiten will oder nicht. Was ist denn das anderes als die größte Umverteilung, die man sich überhaupt vorstellen kann?! – Ich glaube, Sie haben sich mit diesem Vorschlag disqualifiziert! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Pensionsreform heißt, daß man erarbeiten muß, inwieweit man selbst bereit und in der Lage ist, zu diesem Reformwerk und zu den zukünftig geringeren Pensionen beizutragen. Ich sage Ihnen als 38jähriger öffentlich Bediensteter, daß ich bereit bin, dies voll mitzutragen. Ich bin ganz persönlich auch bereit, die 18 Jahre Durchrechnungszeitraum, wie sie jetzt vorgesehen sind, auf mich zu nehmen, weil ich weiß, daß ich nicht die Augen vor dieser Entwicklung verschließen kann, weil alle älter werden. Ich weiß, daß ich auch dazu stehen und meinen Beitrag leisten muß. Meine Damen und Herren! Wenn Sie in dieser Art diskutiert hätten, hätte ich mich gefreut, daß auch Sie einen Beitrag leisten. Davon habe ich aber nichts gehört. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz. – Abg. Ing. Reichhold: Das zeigt, daß ihr in der Regierung nichts zu reden habt!
Andere Optionen wurden heute hier auch genannt, wie etwa das Drei-Säulen-Modell der FPÖ. Das ist gut und schön. Die Idee ist wirklich gut, lieber Kollege: Sie ist nämlich von uns und wird schon seit 20 Jahren gepredigt. (Beifall bei der ÖVP. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz. – Abg. Ing. Reichhold: Das zeigt, daß ihr in der Regierung nichts zu reden habt!)
Beifall bei der ÖVP.
Das Drei-Säulen-Modell ist eine ÖVP-Idee, aber wir sehen einen ganz anderen Weg der Umsetzung. Wir glauben nämlich, daß zur ersten Säule die zweite und dritte hinzukommen muß und daß man nicht Tabula rasa machen und ein völlig neues System in Österreich einführen kann. Das ist unrealistisch, was Sie heute hier vorgegaukelt haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: Und die Gemeinden aufwerten! Das müssen Sie dazusagen!
Meine Damen und Herren! Sie wollen Institutionen wie eine Bezirkshauptmannschaft abschaffen? – Das wollen wir nicht! (Abg. Ing. Reichhold: Und die Gemeinden aufwerten! Das müssen Sie dazusagen!) Uns geht es wirklich nicht um eine Abschaffung einer solchen Institution, die heute so gut funktioniert. Wir wollen die Aufgaben reformieren, damit weniger Beamte das gut vollziehen können, was Gesetz ist. Ich glaube, daß das auch gelingen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Sie wollen Institutionen wie eine Bezirkshauptmannschaft abschaffen? – Das wollen wir nicht! (Abg. Ing. Reichhold: Und die Gemeinden aufwerten! Das müssen Sie dazusagen!) Uns geht es wirklich nicht um eine Abschaffung einer solchen Institution, die heute so gut funktioniert. Wir wollen die Aufgaben reformieren, damit weniger Beamte das gut vollziehen können, was Gesetz ist. Ich glaube, daß das auch gelingen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Insgesamt meine ich daher, es ist kein Reformwerk, sondern eine notwendige Regelung, die heute beschlossen werden muß, aber es ist tatsächlich ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Böhacker, das wundert uns nicht!
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Es wird vielleicht den einen oder anderen Kollegen verwundern, wenn ein Freiberufler zur Beamtenpensionsreform spricht, aber ich darf kundtun, daß ich selbst ein Jahrzehnt lang öffentlich Bediensteter im Beamtenstand war, und zwar in der Finanzverwaltung, und ich daher weiß, wovon ich rede. (Abg. Dr. Haselsteiner: Böhacker, das wundert uns nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich werde mir nicht vom Ex-HAK-Direktor, Bürgermeister und Nationalratsabgeordneten Mühlbachler vorschreiben lassen, ob und wann ich für Beamte das Wort ergreife, ob und wann ich mich für die Beamtenschaft, wenn es notwendig ist, einsetzen werde. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: "Tosender" Applaus!
In all diesen drei Bereichen ist die österreichische Bundesregierung bedauerlicherweise auf halbem Weg stehengeblieben beziehungsweise hat den schlechtesten aller Wege beschritten. Ein Journalist hat es heute so formuliert: "Das laute Klappern der rot-schwarzen Ruster Störche ist verstummt." (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: "Tosender" Applaus!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Mit was hineinhorcht?
Auf dem Weg, wie diese Pensionsreform stattfinden soll, gibt es, wenn man in das Volk hineinhört, ein erschütterndes Ergebnis. (Abg. Dr. Haselsteiner: Mit was hineinhorcht?) – Mit dem Ohr, Herr Kollege Haselsteiner! – Ergebnis ist, Herr Staatssekretär, daß es dieser Bundesregierung gelungen ist, eine neue Form des Klassenkampfes in die Bevölkerung zu tragen: nicht mehr Arbeit gegen Kapital oder Kapital gegen Arbeit, sondern ein Klassenkampf zwischen öffentlich Bediensteten und privatwirtschaftlich organisierten Bediensteten.
Ruf bei der ÖVP: Der Fasching ist aus!
Ich sage Ihnen: Dafür tragen Sie von der Regierung die Verantwortung! Auch ich habe, wie Frau Kollegin Mag. Cordula Frieser, viele Kontakte mit öffentlich Bediensteten. Und ich weise Sie darauf hin: Die Verunsicherung, der Frust, die Demotivierung hin bis zur Verbitterung sind groß im öffentlichen Dienst. (Ruf bei der ÖVP: Der Fasching ist aus!) Ich lade Sie ein, Herr Staatssekretär, einmal zu den Dienststellen zu gehen und mit den Beamten zu sprechen, damit diese Ihnen – nicht als Funktionäre, sondern als kleine Beamte! – ihre Meinung sagen können.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Staatssekretär, wo sind die heute immer wieder von der ÖVP angeschnittenen steuerpolitischen Begleitmaßnahmen? Es klingt sehr schön, wenn etwa Herr Kollege Stummvoll oder Dr. Spindelegger meinen, die zweite Säule müsse steuerlich entsprechend abgefedert werden. Aber was haben Sie denn in letzter Zeit gemacht? – Genau das Gegenteil, meine Damen und Herren! Sie haben die Sonderausgaben gekürzt, ja ab einem gewissen Einkommensbereich sogar gestrichen. Und jetzt fordern Sie eine steuerliche Begünstigung der zweiten und dritten Säule. Doppelbödiger, meine Damen und Herren von der ÖVP, geht es wirklich nicht mehr! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das, was Sie hier vorgelegt haben, meine Damen und Herren, möchte ich noch einmal kurz beleuchten: Die Einführung der Durchrechnungszeiträume bei den Beamten beziehungsweise die Verlängerung der Durchrechnungszeiträume für ASVG-Versicherte bedeuten eine massive Verschlechterung für zukünftige Pensionisten. Auch Detailverbesserungen für geringfügig Beschäftigte und Frauen können nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich die Lebenssituation der österreichischen Arbeitnehmer verschlechtern wird. Vor allem die Regelung für Beamte, von der nicht nur Hofräte, sondern auch viele "kleine" Beamte betroffen sein werden, stellt eine besondere Härte dar. – Das sagt nicht der "böse" Oppositionsabgeordnete Böhacker, sondern der sozialdemokratische Abgeordnete Posch! Dem ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich kann Ihnen sagen, meine sehr geehrten Damen und Herren: Dieses Umlagesystem alleine ist heute nicht mehr in der Lage, die Pensionen zu sichern. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie müssen zumindest zu einem gemischten System, so wie wir es in Form des Drei-Säulen-Modells vorgeschlagen haben, übergehen. Die meisten OECD-Staaten haben bereits ein gemischtes System, bestehend aus Umlageverfahren und Kapitaldeckungsverfahren. Aber in Ihrer Borniertheit und in Ihrer Kurzsichtigkeit, die offensichtlich zum Motto Ihrer Regierung geworden ist, sind Sie leider Gottes nicht bereit, einzusehen, was bisher falsch gelaufen ist. Und das machen wir Ihnen zum Vorwurf! Das Gefährliche an Ihrer Regierung ist, daß Sie in Wirklichkeit nur danach trachten, heute über die Runden zu kommen – und nicht an morgen denken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich kann Ihnen sagen, meine sehr geehrten Damen und Herren: Dieses Umlagesystem alleine ist heute nicht mehr in der Lage, die Pensionen zu sichern. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie müssen zumindest zu einem gemischten System, so wie wir es in Form des Drei-Säulen-Modells vorgeschlagen haben, übergehen. Die meisten OECD-Staaten haben bereits ein gemischtes System, bestehend aus Umlageverfahren und Kapitaldeckungsverfahren. Aber in Ihrer Borniertheit und in Ihrer Kurzsichtigkeit, die offensichtlich zum Motto Ihrer Regierung geworden ist, sind Sie leider Gottes nicht bereit, einzusehen, was bisher falsch gelaufen ist. Und das machen wir Ihnen zum Vorwurf! Das Gefährliche an Ihrer Regierung ist, daß Sie in Wirklichkeit nur danach trachten, heute über die Runden zu kommen – und nicht an morgen denken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mir braucht Herr Kostelka überhaupt nicht zu erzählen, daß diese Pensionsreform sozial ausgewogen sei. Das glaubt ihm wirklich niemand, außer vielleicht Sie von den Regierungsparteien, die Sie hier im Parlament sitzen. Herr Kostelka hat auch gesagt, er vertrete einen Staat, der kein Nachtwächterstaat ist, sondern ein Staat, der hinter dem einzelnen steht, wenn er Unterstützung braucht, wenn er in Not geraten ist. Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, die Behinderten sind in Not geraten, sie brauchen die Unterstützung des Staates! Aber was machen Sie? – Sie gestehen den Behinderten nicht einmal die notwendige Erhöhung ihres Pflegegeldes durch Valorisierung derselben zu. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sollten Sie sich einmal vor Augen halten, meine sehr geehrten Damen und Herren! All diejenigen, die von einer "Reform" reden, die "human", die "fair" ist, sollten sich einmal anschauen, wie sich bei manchen Bevölkerungsgruppen beziehungsweise bei manchen Arbeitnehmern diese "Reform" auswirkt. Das würde ich Ihnen wirklich empfehlen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Uns ist heute schon alles mögliche vorgeworfen worden. Unter anderem hat Herr Abgeordneter Khol gemeint, der Opposition wäre es lieber, wenn es keine Reform gegeben hätte. – Ja eine solche Reform, Herr Abgeordneter Khol, wie Sie sie hier vorlegen, ist uns wirklich nicht angenehm. Wir wollten eine echte Systemkorrektur, wie sie notwendig ist, um in dieser Zeit und unter diesen Verhältnissen die Pensionen auch über die Jahrtausendgrenze hinaus zu sichern. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Widerspruch des Abg. Hums.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Heute früh habe ich im "Teletext" die Aussage der Frau Bundesministerin Hostasch gelesen, daß sich aufgrund dieser Reform weitere Reformschritte bis weit über das Jahr 2000 hinaus erübrigen würden. Dabei, meine sehr geehrten Damen und Herren, habe ich mich daran erinnert, daß auch ihr Vorgänger, Minister Hums, bei der damaligen Pensionsreform von einem "Jahrhundertwerk" gesprochen hat, das weit über das Jahr 2000 hinaus halten würde. (Widerspruch des Abg. Hums. ) Selbstverständlich, Herr Bundesminister, haben Sie das gesagt! Lesen Sie in den Protokollen nach!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weiters sagen die Experten, daß dieses Umlagesystem nur dann funktionieren kann, wenn die Zahl der Beschäftigten ständig steigt. Wie aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, sieht die Realität aus? – In Wirklichkeit steigt nicht die Zahl der Beschäftigten, sondern die Zahl der Arbeitslosen und der Pensionsempfänger laufend, und zwar aufgrund einer verfehlten Wirtschafts- und Sozialpolitik dieser Regierung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Gerade bei diesen Ärmsten der Armen, bei jenen mit den geringsten Einkommen, kommt es zu zusätzlichen Belastungen. So werden im Rahmen dieser "Pensionsreform" insbesondere die Bäuerinnen und die Hofübernehmer massiv benachteiligt und zur Kasse gebeten. Durch den Wegfall der Mitversicherung des Ehepartners bei den Nebenerwerbsbauern werden Jungbäuerinnen und Jungbauern extrem benachteiligt; es kommen enorme zusätzliche Beitragszahlungen auf sie zu. Da holt sich die Regierung von in der Folge bis zu 70 000 existenzbedrohten Menschen Geld zur Budgetsanierung, obwohl diese Menschen zu den einkommenschwächsten in unserer Gesellschaft zählen. Die Regierung sollte lieber bei sich selbst zu sparen anfangen, als sich bei den Ärmsten der Armen mit Geld zu bedienen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, wäre eine Möglichkeit, die Existenzen der bäuerlichen Betriebe teilweise abzusichern – nicht, sie durch zusätzliche Belastungen in den Ruin zu treiben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber anstelle den Bauern die zugesagten Gelder zu geben, bekommen sie von der Regierung nur zusätzliche unsoziale Belastungen. Während es sich also die Beamten mit Dohr &Co an der Spitze wieder einmal gerichtet haben, wurde diese unsoziale "Reform" auf dem Rücken der Armen und insbesondere der Bäuerinnen und der Hofübernehmer durchgeführt. Daher können Sie von uns Freiheitlichen auch keinerlei Zustimmung zu dieser unsozialen Reform erwarten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Wo ist Frau Dr. Schmidt?
Ich lasse daher zunächst über diesen Rückverweisungsantrag abstimmen und bitte jene Damen und Herren, die hiefür eintreten, den Gesetzentwurf in 911 der Beilagen an den Finanzausschuß rückzuverweisen, um ein entsprechendes Zeichen. – Dies geschieht durch die Minderheit. Der Antrag ist damit abgelehnt. (Abg. Dr. Khol: Wo ist Frau Dr. Schmidt?)