Eckdaten:
Für die 88. Sitzung der 25. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 303 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Christian Lausch
Petition betreffend „Bundesbesoldungsreform 2015“ (Ordnungsnummer 53) (überreicht vom Abgeordneten Christian Lausch)
überreicht von der Abgeordneten Mag. Christiane Brunner
Petition betreffend „Stopp! Schluss mit der Megadeponie Marchfeldkogel“ (Ordnungsnummer 54) (überreicht von der Abgeordneten Mag. Christiane Brunner)
Abg. Pilz: Na doch nicht der Kickl! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen
Als verhindert gemeldet sind die Abgeordneten Antoni, Kuzdas, Spindelberger, Durchschlag, El Habbassi, Groiß, Hanger, Lettenbichler, Schultes, Belakowitsch-Jenewein, Kassegger, Kickl (Abg. Pilz: Na doch nicht der Kickl! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen), Kitzmüller, Neubauer, Walter Rosenkranz, Schimanek, Zanger, Brosz, Mückstein, Musiol, Julian Schmid, Walser, Nachbaur, Pock, Scherak, Vavrik. (Abg. Pilz: Kann der Aufenthaltsort von Herrn Kickl ...?)
Abg. Pilz: Kann der Aufenthaltsort von Herrn Kickl ...?
Als verhindert gemeldet sind die Abgeordneten Antoni, Kuzdas, Spindelberger, Durchschlag, El Habbassi, Groiß, Hanger, Lettenbichler, Schultes, Belakowitsch-Jenewein, Kassegger, Kickl (Abg. Pilz: Na doch nicht der Kickl! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen), Kitzmüller, Neubauer, Walter Rosenkranz, Schimanek, Zanger, Brosz, Mückstein, Musiol, Julian Schmid, Walser, Nachbaur, Pock, Scherak, Vavrik. (Abg. Pilz: Kann der Aufenthaltsort von Herrn Kickl ...?)
Allgemeiner Beifall.
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter, ich begrüße Sie sehr herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Kogler – in Richtung der Abgeordneten Hofer und Podgorschek, die im Begriffe sind, sich zur Abstimmung von ihren Plätzen zu erheben, sich aber wieder niedersetzen –: Bei der FPÖ gibt es auch Realos!
Ich bitte jene Damen und Herren, die der Abstandnahme von der Aufliegefrist für diesen Ausschussbericht ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. (Abg. Kogler – in Richtung der Abgeordneten Hofer und Podgorschek, die im Begriffe sind, sich zur Abstimmung von ihren Plätzen zu erheben, sich aber wieder niedersetzen –: Bei der FPÖ gibt es auch Realos!) – Das ist mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit angenommen.
Beifall bei der FPÖ.
Auch bei den bisherigen Hilfspaketen ist dieses Geld nicht bei der Bevölkerung angekommen, und Griechenland weist für die kommenden drei Jahre einen Finanzierungsbedarf von 82 Milliarden bis 86 Milliarden € aus. Davon werden allerdings beinahe 54 Milliarden € für die Tilgung von Schulden und das Bezahlen von Zinsen verwendet. Das heißt, man muss doch ehrlich sein und zumindest einmal eingestehen, dass das kein Griechenland-Hilfspaket, sondern ein Paket für Banken und Spekulanten ist – anders kann man das nicht bezeichnen. Man sollte also endlich einmal mit den falschen Überschriften aufhören. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Mit uns Freiheitlichen sicherlich nicht! Ich sage, es ist Zeit, endlich einen geordneten Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone vorzunehmen, denn das ist in Wirklichkeit notwendig. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Moser: Der Grexit kommt noch teurer!
Herr Bundeskanzler Faymann, eine solche Einigung eine gute Nachricht zu nennen, wie Sie das getan haben, das kann man nur als blanken Zynismus bezeichnen. Das ist nichts anderes, denn in dieses System weiter frisches Geld in Milliardenhöhe hineinzupumpen, wo man doch nichts zurückerhalten wird, das ist einfach nicht redlich. (Abg. Moser: Der Grexit kommt noch teurer!)
Abg. Rossmann: Das ist doch der größte Schwachsinn aller Zeiten!
Der geordnete Ausstieg, der Grexit, der auch gerade in einem Zwischenruf genannt wurde, wäre gescheit, denn dann könnten die Griechen zur Drachme zurückkehren, hätten die Chance, abzuwerten, hätten die Chance, sich wirtschaftspolitisch zu erfangen (Abg. Rossmann: Das ist doch der größte Schwachsinn aller Zeiten!), und dann gäbe es irgendwann einmal den Funken einer Chance, dass man von den Krediten wieder irgendetwas zurückerhalten könnte. Auf die Art und Weise, wie es heute betrieben wird, ist eine solche Chance leider Gottes nicht in Sicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Der geordnete Ausstieg, der Grexit, der auch gerade in einem Zwischenruf genannt wurde, wäre gescheit, denn dann könnten die Griechen zur Drachme zurückkehren, hätten die Chance, abzuwerten, hätten die Chance, sich wirtschaftspolitisch zu erfangen (Abg. Rossmann: Das ist doch der größte Schwachsinn aller Zeiten!), und dann gäbe es irgendwann einmal den Funken einer Chance, dass man von den Krediten wieder irgendetwas zurückerhalten könnte. Auf die Art und Weise, wie es heute betrieben wird, ist eine solche Chance leider Gottes nicht in Sicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Es war ja schon von Beginn an ein Fehler, die Griechen in die Eurozone aufzunehmen. Da waren wir Freiheitlichen auch von Beginn an als einzige Fraktion dieses Hauses konsequent. Die Griechen haben sich mit Falsch- und Fehlangaben in die Eurozone hineingeschummelt. Als die Europäische Union draufgekommen ist, war sie nicht konsequent. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Und als man dann gemerkt hat, dass diese Entwicklung der Verschuldungssituation Griechenlands so voranschreitet, hat man sogar die eigenen EU-Maastricht-Kriterien gebrochen, das heißt, die Europäische Union hat sich nicht ernst genommen; aber auch SPÖ, ÖVP und Grüne in diesem Hohen Haus haben sich nicht ernst genommen, indem sie dem Stabilitätsmechanismus, dem Europäischen Stabilitätsmechanismus, dieser Schuldenunion eine Zweidrittelmehrheit gegeben haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es war ja schon von Beginn an ein Fehler, die Griechen in die Eurozone aufzunehmen. Da waren wir Freiheitlichen auch von Beginn an als einzige Fraktion dieses Hauses konsequent. Die Griechen haben sich mit Falsch- und Fehlangaben in die Eurozone hineingeschummelt. Als die Europäische Union draufgekommen ist, war sie nicht konsequent. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Und als man dann gemerkt hat, dass diese Entwicklung der Verschuldungssituation Griechenlands so voranschreitet, hat man sogar die eigenen EU-Maastricht-Kriterien gebrochen, das heißt, die Europäische Union hat sich nicht ernst genommen; aber auch SPÖ, ÖVP und Grüne in diesem Hohen Haus haben sich nicht ernst genommen, indem sie dem Stabilitätsmechanismus, dem Europäischen Stabilitätsmechanismus, dieser Schuldenunion eine Zweidrittelmehrheit gegeben haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rossmann
Der Maastricht-Vertrag hat das konsequent ausgeschlossen, was richtig war; dann bricht man die europäischen Verträge, um in Wirklichkeit eine Schuldenunion voranzutreiben, die uns genau dorthin gebracht hat, wo wir heute sind, nämlich Milliarden und Abermilliarden an Steuergeld in Griechenland zu versenken (Zwischenruf des Abg. Rossmann) – Geld, das nicht einmal der Bevölkerung, sondern letztlich einem maroden Finanzsektor zugutekommt.
Beifall bei der FPÖ.
Da seid ihr Mittäter vonseiten der Grünen, wenn es darum geht, den Banken und Spekulanten Milliarden nachzuwerfen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Doppler.
Wenn die Nehmer befragt werden, wenn es eine Volksabstimmung in Griechenland gibt, ob man bereit ist, zurückzuzahlen, unter welchen Bedingungen, dann muss es doch bitte das gute Recht sein, dass die Bevölkerung der Geberländer auch endlich im Rahmen einer Volksabstimmung befragt wird, ob sie bereit ist, unter den Bedingungen noch irgendeinen österreichischen Cent zu zahlen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Doppler.)
Beifall bei der FPÖ.
Haben Sie keine Angst vor der österreichischen Bevölkerung, sondern nehmen Sie diese ernst! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage: Bevor nur ein einziger weiterer österreichischer Cent in Aussicht gestellt oder gar überwiesen wird, haben die Österreicherinnen und Österreicher in einer Volksabstimmung die Entscheidung zu treffen, ob sie das wollen oder nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir werden weiter alles daran setzen, dass in unserem Land endlich auch die direkte Demokratie Einzug hält, endlich auch verbindliche Volksabstimmungen bei so wichtigen Fragen durchgesetzt werden – und man eben nicht mit dieser Arroganz weiter Politik betreibt, wie Sie das tun. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Das ist kein korrekter Weg. Ich habe leider Gottes nicht die Hoffnung, dass Sie etwas dazulernen, Herr Bundeskanzler, aber ich sage es Ihnen zumindest in der Konsequenz. Und wenn Sie nicht dazulernen, dann wird es irgendwann einmal auch eine demokratische Abwahl geben, früher oder später. Das ist auch gut so für Österreich, denn dann kann endlich eine andere Politik Einzug halten (Beifall bei der FPÖ), nämlich eine Politik, die die Meinung der österreichischen Bevölkerung hören will, diese auch ernst nimmt und die auch zulässt, dass die österreichische Bevölkerung bei so wichtigen Fragen auch eine Entscheidung treffen kann. (Anhaltender Beifall bei der FPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der FPÖ.
Das ist kein korrekter Weg. Ich habe leider Gottes nicht die Hoffnung, dass Sie etwas dazulernen, Herr Bundeskanzler, aber ich sage es Ihnen zumindest in der Konsequenz. Und wenn Sie nicht dazulernen, dann wird es irgendwann einmal auch eine demokratische Abwahl geben, früher oder später. Das ist auch gut so für Österreich, denn dann kann endlich eine andere Politik Einzug halten (Beifall bei der FPÖ), nämlich eine Politik, die die Meinung der österreichischen Bevölkerung hören will, diese auch ernst nimmt und die auch zulässt, dass die österreichische Bevölkerung bei so wichtigen Fragen auch eine Entscheidung treffen kann. (Anhaltender Beifall bei der FPÖ.)
Oh-Rufe bei der SPÖ.
Würden wir uns das genauer anschauen, würden wir auch draufkommen: Warum ist denn Griechenland im Euro? – Dann kommen wir drauf, Griechenland ist unter einer schwarz-blauen Regierung in den Euro aufgenommen worden; also es gibt hier auch blaue Mitverantwortung, die vorhanden ist. (Oh-Rufe bei der SPÖ.) Das ist jetzt kein Argument, aber es zeigt nur, wie unredlich auch vonseiten der FPÖ hier immer argumentiert wird. Immer dann, wenn es gegen die Regierung ist, zieht man die Volksbefragung aus dem Hut; wenn man selbst wo Verantwortung trägt oder getragen hat, vergisst man das. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Würden wir uns das genauer anschauen, würden wir auch draufkommen: Warum ist denn Griechenland im Euro? – Dann kommen wir drauf, Griechenland ist unter einer schwarz-blauen Regierung in den Euro aufgenommen worden; also es gibt hier auch blaue Mitverantwortung, die vorhanden ist. (Oh-Rufe bei der SPÖ.) Das ist jetzt kein Argument, aber es zeigt nur, wie unredlich auch vonseiten der FPÖ hier immer argumentiert wird. Immer dann, wenn es gegen die Regierung ist, zieht man die Volksbefragung aus dem Hut; wenn man selbst wo Verantwortung trägt oder getragen hat, vergisst man das. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kogler: ... die letzten fünf Jahre an! – Abg. Rossmann: Sechs Sparpakete hat es schon gegeben!
Man darf nicht vergessen, dass die Mindestrentner in Griechenland, die Normalverdiener in Griechenland, die durchschnittlichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Griechenland seit zwei Wochen schon ein brutales Kürzungspaket in Form der Ausgabenlimitierung an den Bankomaten erleben und wir in diesem Zusammenhang jetzt schon große soziale Verwerfungen in Griechenland erleben. (Abg. Kogler: ... die letzten fünf Jahre an! – Abg. Rossmann: Sechs Sparpakete hat es schon gegeben!) – Inklusive der Sparpakete in Griechenland, auch das ist nicht unrichtig!
Abg. Strache: So „erfolgreich“ waren die zwei Hilfspakete! – Abg. Höbart: Die Rede haben wir schon vor zwei Jahren gehört! Letztes Jahr auch! Immer dieselbe Rede!
Wir sehen noch immer ein rapides Ansteigen der Arbeitslosigkeit. Griechenland ist ein Land, in dem jeder zweite Jugendliche keinen Job und auch sehr geringe Aussichten auf einen Job hat. Griechenland ist auch ein Land, in dem in den Spitälern die ... (Abg. Strache: So „erfolgreich“ waren die zwei Hilfspakete! – Abg. Höbart: Die Rede haben wir schon vor zwei Jahren gehört! Letztes Jahr auch! Immer dieselbe Rede!) – Sie versuchen, jetzt vorzutäuschen, dass Sie sich erinnern können. Es stimmt nur nicht, denn es war eine andere Rede vor zwei Jahren, aber es war ein netter Versuch von Ihnen, dass Sie das so versucht haben.
Beifall bei der SPÖ.
Das ist insofern wichtig, denn es ist in Europa auch viel diskutiert worden: Wie hart muss der Sparkurs implementiert werden? Wie viel Chance auf Wachstum und Investitionskurs wird gegeben? Ich möchte in diesem Zusammenhang auch klar sagen, aus meiner Sicht und aus Sicht meiner Fraktion könnte man, müsste man mehr Investitionschancen und mehr Wachstumschancen in diesem Programm implementieren und weniger von dem, was als harter Kürzungskurs in manchen Bereichen auch passiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da ist die Kritik, die auch hier erwähnt worden ist, richtig. Es ist auch notwendig, auf der einen Seite zu sagen: Wenn, nachdem Griechenland schon ein Paket abgeliefert hat, trotzdem noch Leute wie zum Beispiel der deutsche Finanzminister die Verhand-lungen so lange hinauszögern, blockieren und in einem Bereich gestalten, dass sogar von einem vorübergehenden Grexit und all diesen Dingen gesprochen wird, dann tut das weder der Lösung des Problems noch der Zukunft Europas gut. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Berlakovich: Na bitte! – Abg. Kogler: Richtig!
Auf der andere Seite möchte ich aber auch ganz besonders die Rolle Österreichs und unseres Bundeskanzlers Werner Faymann herausstreichen, der nämlich genau diese Rolle Österreichs, eines wirtschaftlich starken Landes, das als kleines Land gleichzeitig aber auch immer ein Vermittler zwischen verschiedenen Positionen ist, gestärkt hat und auch die notwendigen Kontakte, Vermittlungen und Verständnis geschaffen hat, nämlich zwischen Griechenland und Deutschland, zwischen anderen Ländern in der Eurozone, wie Italien und Frankreich. Diese Rolle war notwendig, dass wir auch am Schluss, hier und heute eine Lösung oder den Schritt zu einer Lösung vorliegen haben, denn mit dem Starrsinn, der von deutscher Seite in den letzten Verhandlungsstunden vorgelegt worden ist (Abg. Berlakovich: Na bitte! – Abg. Kogler: Richtig!), wäre man nicht zu dem Ziel gekommen. Daher war es richtig, dass Österreich in diesem Zusammenhang so vorgegangen ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Lopatka: Gott sei Dank gibt es die Lokomotive Deutschland in Europa!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Lopatka: Gott sei Dank gibt es die Lokomotive Deutschland in Europa!
Auf der andere Seite möchte ich aber auch ganz besonders die Rolle Österreichs und unseres Bundeskanzlers Werner Faymann herausstreichen, der nämlich genau diese Rolle Österreichs, eines wirtschaftlich starken Landes, das als kleines Land gleichzeitig aber auch immer ein Vermittler zwischen verschiedenen Positionen ist, gestärkt hat und auch die notwendigen Kontakte, Vermittlungen und Verständnis geschaffen hat, nämlich zwischen Griechenland und Deutschland, zwischen anderen Ländern in der Eurozone, wie Italien und Frankreich. Diese Rolle war notwendig, dass wir auch am Schluss, hier und heute eine Lösung oder den Schritt zu einer Lösung vorliegen haben, denn mit dem Starrsinn, der von deutscher Seite in den letzten Verhandlungsstunden vorgelegt worden ist (Abg. Berlakovich: Na bitte! – Abg. Kogler: Richtig!), wäre man nicht zu dem Ziel gekommen. Daher war es richtig, dass Österreich in diesem Zusammenhang so vorgegangen ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Lopatka: Gott sei Dank gibt es die Lokomotive Deutschland in Europa!)
Beifall bei der SPÖ.
So sehen wir auch, dass es eben in diesem Bereich weder ein Schwarz noch ein Weiß gibt, sondern an vielen Schrauben zu drehen ist. Am Schluss aber ist es notwendig für Europa, die Zukunft des Euro, die Stabilität, auch die wirtschaftliche Stabilität in Österreich, aber letztlich auch für eine Zukunft für die Menschen in Griechenland, dass wir diesem Paket zustimmen und den Weg freimachen, dass die Verhandlungen letztlich auch zu einem vernünftigen Paket führen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ein Grexit, ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone, Herr Kollege Strache, ist mit Abstand die teuerste Lösung – sowohl für die Geberländer, für jene, die das Geld hergegeben haben, als auch sozialpolitisch für die griechische Bevölkerung, als auch politisch für die politische Union. Es wäre der Beginn des Zerfalls der Eurozone. Und darüber kann man sich nur freuen, wenn man sich das wünscht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Europa ist mehr als ein Gebiet mit einer gemeinsamen Währung, Europa ist sehr viel mehr als ein Gebiet mit einer gemeinsamen Wirtschaftsorientierung. Europa sollte eine politische Union sein auf der Basis von Solidarität, von Kooperation, von Kompromissbereitschaft und Vernunft, nicht nur in der Griechenlandfrage, sondern auch in allen anderen Fragen, zum Beispiel, wie wir mit Flüchtlingen umgehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Diese Vernunft fehlt. Es ist wirtschaftlich vollkommen unvernünftig, Griechenland keine Chance zu eröffnen, auf eigenen Beinen zu stehen. Griechenland hat nach sechs Sparpaketen seit 2010 nicht die Möglichkeit, durch dieses Programm wieder auf eigene Beine zu kommen. Eigentlich sollte es das Interesse sein, das maßgeblichste, wichtigste Interesse, dass Griechenland wieder auf eigenen Beinen stehen kann. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Darmann: Wie in den letzten Jahren!
Selbst der IWF bewertet die Schulden Griechenlands als hochgradig nicht tragbar. Ein großer Teil des Hilfspaketes muss dafür verwendet werden, überhaupt erst Schulden zu tilgen beziehungsweise Banken zu rekapitalisieren. Das heißt, ein großer Teil dieses Hilfspaketes wird nicht bei der griechischen Bevölkerung und auch nicht bei der griechischen Wirtschaft, die es dringend braucht, ankommen. (Abg. Darmann: Wie in den letzten Jahren!)
Abg. Strache: Also noch einmal etwas nachschießen!
Daher braucht es – und das ist ein Punkt, da haben jetzt offensichtlich alle weggesehen, und auch Sie, Herr Finanzminister – eine Schuldenerleichterung. (Abg. Strache: Also noch einmal etwas nachschießen!) Ich weiß, wie politisch schwierig es ist, das zu diskutieren. Aber es ist auch ökonomisch sinnvoll, Herr Kollege Strache, Sie brauchen jetzt nicht den Kopf zu schütteln. (Abg. Strache: Schenken wir ihnen die Schulden auch noch!) Das ist auch ökonomisch sinnvoll. Es ist auch der zentrale Baustein, um tatsächlich die humanitäre Krise, in der sich Griechenland jetzt befindet, zumindest zu mildern.
Abg. Strache: Schenken wir ihnen die Schulden auch noch!
Daher braucht es – und das ist ein Punkt, da haben jetzt offensichtlich alle weggesehen, und auch Sie, Herr Finanzminister – eine Schuldenerleichterung. (Abg. Strache: Also noch einmal etwas nachschießen!) Ich weiß, wie politisch schwierig es ist, das zu diskutieren. Aber es ist auch ökonomisch sinnvoll, Herr Kollege Strache, Sie brauchen jetzt nicht den Kopf zu schütteln. (Abg. Strache: Schenken wir ihnen die Schulden auch noch!) Das ist auch ökonomisch sinnvoll. Es ist auch der zentrale Baustein, um tatsächlich die humanitäre Krise, in der sich Griechenland jetzt befindet, zumindest zu mildern.
Abg. Strache: Na super! …!
Daher bringen wir folgenden Antrag ein (Abg. Strache: Na super! …!):
Beifall bei den Grünen.
Das ist das Zentrale. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Feichtinger. – Ironische Heiterkeit des Abg. Peter Wurm.
Natürlich, es stimmt, die politischen Eliten in Griechenland haben die letzten Jahre, die letzten Jahrzehnte – das waren sowohl Konservative als auch Sozialdemokraten – mit großer Korruptionsanfälligkeit gearbeitet, ein bisschen dem ähnlich, wie die FPÖ in Kärnten gearbeitet hat. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Feichtinger. – Ironische Heiterkeit des Abg. Peter Wurm.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber das, was jetzt als Maßnahmenpaket auf dem Tisch liegt, ist ungefähr so, wie wenn man jemandem, der einen Marathon laufen muss und der bereits einen Schuss im Knie hat, auch noch ins zweite Knie hineinschießt. Anders ist das nicht erklärbar. Und das passiert jetzt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Diese Maßnahmen sind nichts anderes als ein Grexit auf Zeit. Das ist unsere Sorge, und daher werden wir das Paket, das jetzt auf dem Tisch liegt, auch heute ablehnen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Tamandl: … Verhandlungen! – Zwischenruf des Abg. Strache.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Tamandl: … Verhandlungen! – Zwischenruf des Abg. Strache.
Aber das, was jetzt als Maßnahmenpaket auf dem Tisch liegt, ist ungefähr so, wie wenn man jemandem, der einen Marathon laufen muss und der bereits einen Schuss im Knie hat, auch noch ins zweite Knie hineinschießt. Anders ist das nicht erklärbar. Und das passiert jetzt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Diese Maßnahmen sind nichts anderes als ein Grexit auf Zeit. Das ist unsere Sorge, und daher werden wir das Paket, das jetzt auf dem Tisch liegt, auch heute ablehnen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Tamandl: … Verhandlungen! – Zwischenruf des Abg. Strache.)
Beifall bei den Grünen.
Ich betone noch einmal: Es muss in unserem wirtschaftlichen und europapolitischen Interesse sein, dass Griechenland sich wirtschaftlich wieder fängt, dass die Abwanderung der Betriebe gestoppt wird, dass die Menschen wieder einen Arbeitsplatz haben, dass es wieder normal wird, eine Krankenversicherung zu haben, dass es wieder normal wird, in den Krankenhäusern auch Antibiotika zu erhalten, dass es nicht mehr normal ist, dass die Säuglingssterblichkeit so hoch ist. Das muss unser primäres Interesse sein! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Selbstverständlich müssen die Rüstungsausgaben weiter reduziert werden. Wir haben das in diesem Maßnahmenpaket noch nicht ausführlich gefunden. Vielleicht kann man dazu noch etwas erklären. Aber die Rüstungsausgaben weit über dem EU-Schnitt sind nach wie vor ein Punkt, der vor dem Hintergrund, wie es der griechischen Bevölkerung geht, sehr schmerzt – Militärbudgets und Rüstungsausgaben. (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Abg. Lopatka: Das ist kein Diktat!
Aber was die Voraussetzung dafür ist, das positiv anzugehen, ist Vernunft – und nicht ein Diktat, wie es jetzt passiert ist bei diesem Gipfel, ein Kürzungsdiktat (Abg. Lopatka: Das ist kein Diktat!), sondern wirtschaftspolitische und auch sozialpolitische Vernunft, um dieses Land im Euro zu halten. Ansonsten befürchten wir, dass es ein Grexit auf Zeit ist – und das kann sich niemand wünschen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber was die Voraussetzung dafür ist, das positiv anzugehen, ist Vernunft – und nicht ein Diktat, wie es jetzt passiert ist bei diesem Gipfel, ein Kürzungsdiktat (Abg. Lopatka: Das ist kein Diktat!), sondern wirtschaftspolitische und auch sozialpolitische Vernunft, um dieses Land im Euro zu halten. Ansonsten befürchten wir, dass es ein Grexit auf Zeit ist – und das kann sich niemand wünschen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Geh bitte! Das ist ein unglaublicher Blödsinn!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Herr Finanzminister! Frau Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Klubobfrau Glawischnig, einem Ertrinkenden den Rettungsreifen zu verweigern, das ist Ihre Solidarität? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Geh bitte! Das ist ein unglaublicher Blödsinn!) Das ist es! Genau das ist der Beschluss, den wir
Abg. Rossmann: Was ist die Vorbedingung für diesen Beschluss? – Zwischenruf der Abg. Tamandl.
heute fassen. Genau darum geht es. (Abg. Rossmann: Was ist die Vorbedingung für diesen Beschluss? – Zwischenruf der Abg. Tamandl.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Tamandl.
Sie sind heute in einem Boot mit der Freiheitlichen Partei. Sie finden sich heute in dem Boot, in dem schon lange die Freiheitliche Partei sitzt. – Nur: Sie merken es nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Tamandl.)
Abg. Darmann: Das unglaubliche Drama gibt es seit Jahren in Griechenland!
Denn: Das Ergebnis ist unglaublich. Sie sagen es: Ihr Ergebnis würde zu einem unglaublichen Drama – ja, es ist ein Drama – in Griechenland führen. (Abg. Darmann: Das unglaubliche Drama gibt es seit Jahren in Griechenland!) Würden wir heute diesen Beschluss nicht fassen, würde genau das eintreten, was Sie jetzt in Aussicht gestellt haben. Was wäre die Folge, wenn wir diesen Beschluss nicht fassten? Grexit wäre natürlich die Folge. Was sonst? – Sie wissen es. Sie sind heute hier völlig desorientiert, Frau Klubobfrau Glawischnig. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Steinhauser und Schatz.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Steinhauser und Schatz.
Denn: Das Ergebnis ist unglaublich. Sie sagen es: Ihr Ergebnis würde zu einem unglaublichen Drama – ja, es ist ein Drama – in Griechenland führen. (Abg. Darmann: Das unglaubliche Drama gibt es seit Jahren in Griechenland!) Würden wir heute diesen Beschluss nicht fassen, würde genau das eintreten, was Sie jetzt in Aussicht gestellt haben. Was wäre die Folge, wenn wir diesen Beschluss nicht fassten? Grexit wäre natürlich die Folge. Was sonst? – Sie wissen es. Sie sind heute hier völlig desorientiert, Frau Klubobfrau Glawischnig. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Steinhauser und Schatz.)
Abg. Kogler: Entschuldigung, die Konservativen sind doch korrupt bis in die Haarspitzen! – Abg. Rossmann: … Familien teilen sich das Land und rauben es aus!
Was sehen wir in Griechenland? Es war „keine linke Politik … , sondern unprofessionell“, was Syriza im ersten Halbjahr gemacht hat. (Abg. Kogler: Entschuldigung, die Konservativen sind doch korrupt bis in die Haarspitzen! – Abg. Rossmann: … Familien teilen sich das Land und rauben es aus!) Die waren dort zuletzt zwei Jahre in der Regierung.
Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
Kollege Kogler, das, was Sie jetzt so aufregt, habe nicht ich gesagt. Das sagt Ihr Koalitionspartner Michael Häupl diese Woche im „Falter“, einem Organ, das zumindest Ihrem Kollegen Pilz nicht ganz unbekannt ist. (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.) Dort meint Häupl, ich zitiere ihn nochmals: Es war „keine linke Politik … , sondern unprofessionell“, was Syriza hier gemacht hat. (Abg. Kogler: Ja eh! Sage ich ja nichts dagegen!)
Abg. Kogler: Ja eh! Sage ich ja nichts dagegen!
Kollege Kogler, das, was Sie jetzt so aufregt, habe nicht ich gesagt. Das sagt Ihr Koalitionspartner Michael Häupl diese Woche im „Falter“, einem Organ, das zumindest Ihrem Kollegen Pilz nicht ganz unbekannt ist. (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.) Dort meint Häupl, ich zitiere ihn nochmals: Es war „keine linke Politik … , sondern unprofessionell“, was Syriza hier gemacht hat. (Abg. Kogler: Ja eh! Sage ich ja nichts dagegen!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kogler. – Abg. Glawischnig-Piesczek: Sagen Sie etwas zur Sache!
Häupl sagt noch etwas, was ich hundertprozentig unterstreichen kann: „Gescheiter wäre es gewesen, Herr Varoufakis wäre weniger oft …“ (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kogler. – Abg. Glawischnig-Piesczek: Sagen Sie etwas zur Sache!) – Hören Sie Häupl zu, Kollege Kogler, Ihrem Koalitionspartner in Wien! Häupl sagt … (Abg. Steinhauser – auf die Bankreihen der SPÖ deutend –: Der Häupl gehört zur SPÖ!) – Ich versuche hier, Häupl eine Stimme zu geben. (Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Steinhauser – auf die Bankreihen der SPÖ deutend –: Der Häupl gehört zur SPÖ!
Häupl sagt noch etwas, was ich hundertprozentig unterstreichen kann: „Gescheiter wäre es gewesen, Herr Varoufakis wäre weniger oft …“ (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kogler. – Abg. Glawischnig-Piesczek: Sagen Sie etwas zur Sache!) – Hören Sie Häupl zu, Kollege Kogler, Ihrem Koalitionspartner in Wien! Häupl sagt … (Abg. Steinhauser – auf die Bankreihen der SPÖ deutend –: Der Häupl gehört zur SPÖ!) – Ich versuche hier, Häupl eine Stimme zu geben. (Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP.)
Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP.
Häupl sagt noch etwas, was ich hundertprozentig unterstreichen kann: „Gescheiter wäre es gewesen, Herr Varoufakis wäre weniger oft …“ (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kogler. – Abg. Glawischnig-Piesczek: Sagen Sie etwas zur Sache!) – Hören Sie Häupl zu, Kollege Kogler, Ihrem Koalitionspartner in Wien! Häupl sagt … (Abg. Steinhauser – auf die Bankreihen der SPÖ deutend –: Der Häupl gehört zur SPÖ!) – Ich versuche hier, Häupl eine Stimme zu geben. (Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rossmann: Was wäre es gewesen, der Finanzminister hätte ihm zugehört!
Was sagt der Wiener Bürgermeister: „Gescheiter wäre es gewesen, Herr Varoufakis wäre weniger oft nach Brüssel gefahren, um dort seine Show abzuziehen, sondern hätte vielleicht einmal in die Schweiz geschaut ...“ – Das, was Sie fordern … (Abg. Rossmann: Was wäre es gewesen, der Finanzminister hätte ihm zugehört!) – Kollege Rossmann, das, was wir mit Ihnen beschlossen haben … (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rossmann.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rossmann.
Was sagt der Wiener Bürgermeister: „Gescheiter wäre es gewesen, Herr Varoufakis wäre weniger oft nach Brüssel gefahren, um dort seine Show abzuziehen, sondern hätte vielleicht einmal in die Schweiz geschaut ...“ – Das, was Sie fordern … (Abg. Rossmann: Was wäre es gewesen, der Finanzminister hätte ihm zugehört!) – Kollege Rossmann, das, was wir mit Ihnen beschlossen haben … (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rossmann.)
Abg. Strache: Häupl ist doch der Schuldenexperte in Wien! – Zwischenruf bei der ÖVP.
Kollege Rossmann, es ist schon eigenartig, wie auch Sie sich verhalten. Das, was wir beschlossen haben, wo wir viele Verhandlungsrunden mit dem Finanzminister hatten, in die Schweiz zu schauen – genau das fordert Häupl von Varoufakis. Und Sie regen sich auf! (Abg. Strache: Häupl ist doch der Schuldenexperte in Wien! – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Das wäre für den Häupl sehr ratsam!
Was sagt Häupl: „… sondern hätte vielleicht einmal in die Schweiz geschaut, um zu sehen, wie man Gelder wieder in die Heimat transferieren kann.“ (Abg. Strache: Das wäre für den Häupl sehr ratsam!) Er hat das nicht gemacht im ersten halben Jahr. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Was ist Ihr Problem? – Abg. Kogler: Erklären Sie Ihr Problem!)
Abg. Glawischnig-Piesczek: Was ist Ihr Problem? – Abg. Kogler: Erklären Sie Ihr Problem!
Was sagt Häupl: „… sondern hätte vielleicht einmal in die Schweiz geschaut, um zu sehen, wie man Gelder wieder in die Heimat transferieren kann.“ (Abg. Strache: Das wäre für den Häupl sehr ratsam!) Er hat das nicht gemacht im ersten halben Jahr. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Was ist Ihr Problem? – Abg. Kogler: Erklären Sie Ihr Problem!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rossmann.
Und ich füge hinzu, als Klubobmann jetzt und nicht Häupl zitierend: Wer hat Syriza gehindert, in diesem ersten halben Jahr diese horrenden Rüstungsausgaben herunterzuschrauben? Wer? Wer hat Syriza gehindert? – Niemand! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rossmann.) Ein halbes Jahr lang hat diese Regierung die notwendigen Reformen nicht gemacht. (Abg. Steinhauser: … für die Steuerreform! Seit zehn Jahren reden Sie über eine Föderalismusreform!) Und jetzt reden Sie von einem Diktat? – Das ist kein Diktat, das ist in letzter Sekunde eine Notwendigkeit, um die griechische Bevölkerung vor dem Untergang zu retten, sage ich Ihnen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.)
Abg. Steinhauser: … für die Steuerreform! Seit zehn Jahren reden Sie über eine Föderalismusreform!
Und ich füge hinzu, als Klubobmann jetzt und nicht Häupl zitierend: Wer hat Syriza gehindert, in diesem ersten halben Jahr diese horrenden Rüstungsausgaben herunterzuschrauben? Wer? Wer hat Syriza gehindert? – Niemand! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rossmann.) Ein halbes Jahr lang hat diese Regierung die notwendigen Reformen nicht gemacht. (Abg. Steinhauser: … für die Steuerreform! Seit zehn Jahren reden Sie über eine Föderalismusreform!) Und jetzt reden Sie von einem Diktat? – Das ist kein Diktat, das ist in letzter Sekunde eine Notwendigkeit, um die griechische Bevölkerung vor dem Untergang zu retten, sage ich Ihnen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.
Und ich füge hinzu, als Klubobmann jetzt und nicht Häupl zitierend: Wer hat Syriza gehindert, in diesem ersten halben Jahr diese horrenden Rüstungsausgaben herunterzuschrauben? Wer? Wer hat Syriza gehindert? – Niemand! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rossmann.) Ein halbes Jahr lang hat diese Regierung die notwendigen Reformen nicht gemacht. (Abg. Steinhauser: … für die Steuerreform! Seit zehn Jahren reden Sie über eine Föderalismusreform!) Und jetzt reden Sie von einem Diktat? – Das ist kein Diktat, das ist in letzter Sekunde eine Notwendigkeit, um die griechische Bevölkerung vor dem Untergang zu retten, sage ich Ihnen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.)
Abg. Steinhauser: Eure Politik …!
Alexis Tsipras und die Syriza haben es nicht verstanden, notwendige Reformen in Angriff zu nehmen. (Abg. Steinhauser: Eure Politik …!) Kostbarste Zeit, im wahrsten Sinn des Wortes, ist da verstrichen. Herr Bundeskanzler, mir fehlt hier wirklich jede Sympathie für Syriza und für Tsipras. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Das interessiert aber keinen! Sagen Sie etwas zur Sache!) Ich hoffe, Sie verstehen mich. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Schieder.)
Abg. Glawischnig-Piesczek: Das interessiert aber keinen! Sagen Sie etwas zur Sache!
Alexis Tsipras und die Syriza haben es nicht verstanden, notwendige Reformen in Angriff zu nehmen. (Abg. Steinhauser: Eure Politik …!) Kostbarste Zeit, im wahrsten Sinn des Wortes, ist da verstrichen. Herr Bundeskanzler, mir fehlt hier wirklich jede Sympathie für Syriza und für Tsipras. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Das interessiert aber keinen! Sagen Sie etwas zur Sache!) Ich hoffe, Sie verstehen mich. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Schieder.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Schieder.
Alexis Tsipras und die Syriza haben es nicht verstanden, notwendige Reformen in Angriff zu nehmen. (Abg. Steinhauser: Eure Politik …!) Kostbarste Zeit, im wahrsten Sinn des Wortes, ist da verstrichen. Herr Bundeskanzler, mir fehlt hier wirklich jede Sympathie für Syriza und für Tsipras. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Das interessiert aber keinen! Sagen Sie etwas zur Sache!) Ich hoffe, Sie verstehen mich. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Schieder.)
Zwischenruf bei den Grünen.
Eine Regierung, die ihre Hausaufgaben nicht macht, wie es Bürgermeister Häupl auch in diesem Interview festgehalten hat, muss mit starken Auflagen bedacht werden. (Zwischenruf bei den Grünen.) Und ich sage Ihnen: Ein Regierungschef, der nicht reformbereit ist, der kann nie meine Sympathie haben! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Ehrenmitglied der ÖVP: Michael Häupl!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Ehrenmitglied der ÖVP: Michael Häupl!
Eine Regierung, die ihre Hausaufgaben nicht macht, wie es Bürgermeister Häupl auch in diesem Interview festgehalten hat, muss mit starken Auflagen bedacht werden. (Zwischenruf bei den Grünen.) Und ich sage Ihnen: Ein Regierungschef, der nicht reformbereit ist, der kann nie meine Sympathie haben! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Ehrenmitglied der ÖVP: Michael Häupl!)
Abg. Steinhauser: Das ist ein Unsinn!
Tsipras ist bisher einer gewesen, der jede ernst zu nehmende Reform in Griechenland boykottiert hat. (Abg. Steinhauser: Das ist ein Unsinn!) Das sage nicht ich, sondern der SPD-Vorsitzende in Deutschland Sigmar Gabriel in der jüngsten „Spiegel“-Ausgabe.
Abg. Steinhauser: Ich verstehe, dass Sie Ihre Konservativen nicht zitieren! Verstehe ich!
Ich verstehe Deutschland, ich verstehe die Holländer, der niederländische Finanzminister Dijsselbloem von der sozialdemokratischen Partei van de Arbeid fragt dazu zu Recht: Kann dieser griechischen Regierung vertraut werden, dass sie tut, was sie verspricht? (Abg. Steinhauser: Ich verstehe, dass Sie Ihre Konservativen nicht zitieren! Verstehe ich!)
Abg. Schieder: … auch gestreichelt?!
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat diese Woche die entscheidende Frage angesprochen: Welche Währung ist verloren gegangen? (Abg. Schieder: … auch gestreichelt?!) – Nein, das ist sehr ernst, Kollege Schieder, was ich hier sage, denn das ist die Grundfrage in der Politik: Können die Menschen uns noch vertrauen? (Zwischenrufe bei den Grünen.) Das ist eine Schlüsselfrage, die Angela Merkel anspricht. (Abg. Steinhauser: Seit fünf Jahren! … das hält!)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat diese Woche die entscheidende Frage angesprochen: Welche Währung ist verloren gegangen? (Abg. Schieder: … auch gestreichelt?!) – Nein, das ist sehr ernst, Kollege Schieder, was ich hier sage, denn das ist die Grundfrage in der Politik: Können die Menschen uns noch vertrauen? (Zwischenrufe bei den Grünen.) Das ist eine Schlüsselfrage, die Angela Merkel anspricht. (Abg. Steinhauser: Seit fünf Jahren! … das hält!)
Abg. Steinhauser: Seit fünf Jahren! … das hält!
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat diese Woche die entscheidende Frage angesprochen: Welche Währung ist verloren gegangen? (Abg. Schieder: … auch gestreichelt?!) – Nein, das ist sehr ernst, Kollege Schieder, was ich hier sage, denn das ist die Grundfrage in der Politik: Können die Menschen uns noch vertrauen? (Zwischenrufe bei den Grünen.) Das ist eine Schlüsselfrage, die Angela Merkel anspricht. (Abg. Steinhauser: Seit fünf Jahren! … das hält!)
Ruf: Ja, genau!
Merkel sagt: „Die wichtigste Währung ist verloren gegangen, und das ist das Vertrauen und die Verlässlichkeit“. (Ruf: Ja, genau!) Und genau das ist es, was dazu geführt hat, dass wir jetzt in dieser Situation sind, die bei Gott keine einfache ist. Der Internationale Währungsfonds beziehungsweise Christine Lagarde ist von allen als eine absolute Fachfrau anerkannt. Sie war schon damals als Finanzministerin Frankreichs von allen sehr geachtet. (Abg. Strache: Sie hat gesagt, dass das Geld nicht bei der griechischen Bevölkerung angekommen ist!)
Abg. Strache: Sie hat gesagt, dass das Geld nicht bei der griechischen Bevölkerung angekommen ist!
Merkel sagt: „Die wichtigste Währung ist verloren gegangen, und das ist das Vertrauen und die Verlässlichkeit“. (Ruf: Ja, genau!) Und genau das ist es, was dazu geführt hat, dass wir jetzt in dieser Situation sind, die bei Gott keine einfache ist. Der Internationale Währungsfonds beziehungsweise Christine Lagarde ist von allen als eine absolute Fachfrau anerkannt. Sie war schon damals als Finanzministerin Frankreichs von allen sehr geachtet. (Abg. Strache: Sie hat gesagt, dass das Geld nicht bei der griechischen Bevölkerung angekommen ist!)
Abg. Pirklhuber: Schuldenschnitt ist notwendig, hat der IWF …! – Zwischenruf des Abg. Rossmann.
Ich nenne Ihnen nur eine Zahl: Die jüngste Eskalation hat bei den Banken in Griechenland jetzt laut IWF einen zusätzlichen Finanzbedarf von 25 Milliarden € verursacht, nur das, was jetzt zuletzt diese Regierung von Tsipras und Varoufakis verursacht hat. (Abg. Pirklhuber: Schuldenschnitt ist notwendig, hat der IWF …! – Zwischenruf des Abg. Rossmann.) 25 Milliarden – Ihre Freunde in der Syriza, Kollege Rossmann, die Sie zu Jahresbeginn so bejubelt haben. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Ich nenne Ihnen nur eine Zahl: Die jüngste Eskalation hat bei den Banken in Griechenland jetzt laut IWF einen zusätzlichen Finanzbedarf von 25 Milliarden € verursacht, nur das, was jetzt zuletzt diese Regierung von Tsipras und Varoufakis verursacht hat. (Abg. Pirklhuber: Schuldenschnitt ist notwendig, hat der IWF …! – Zwischenruf des Abg. Rossmann.) 25 Milliarden – Ihre Freunde in der Syriza, Kollege Rossmann, die Sie zu Jahresbeginn so bejubelt haben. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Abg. Pirklhuber: Das habt ihr schon ein paarmal gesagt!
Wir sehen die Situation auch sehr kritisch: Wir sehen hier eine letzte Chance für Griechenland! (Abg. Pirklhuber: Das habt ihr schon ein paarmal gesagt!) Ja, wir sehen eine letzte Chance. (Abg. Strache: Ist ein Geschäft für …! – Abg. Darmann: Wie viele letzte Chancen gibt es noch?!) Ich sage Ihnen auch eines: Wir haben, unser Finanzminister hat das auch im ECOFIN vertreten, immer die Position unterstützt, die jetzt das Ergebnis ist. Tsipras wollte etwas anderes, und Tsipras hält ja auch im griechischen Fernsehen fest: Unterstützung für mein Land, für meine Position kam nur von Frankreich, Italien, Zypern und Österreich, im Rat! (Abg. Pirklhuber: Im Rat … Finanzminister!)
Abg. Strache: Ist ein Geschäft für …! – Abg. Darmann: Wie viele letzte Chancen gibt es noch?!
Wir sehen die Situation auch sehr kritisch: Wir sehen hier eine letzte Chance für Griechenland! (Abg. Pirklhuber: Das habt ihr schon ein paarmal gesagt!) Ja, wir sehen eine letzte Chance. (Abg. Strache: Ist ein Geschäft für …! – Abg. Darmann: Wie viele letzte Chancen gibt es noch?!) Ich sage Ihnen auch eines: Wir haben, unser Finanzminister hat das auch im ECOFIN vertreten, immer die Position unterstützt, die jetzt das Ergebnis ist. Tsipras wollte etwas anderes, und Tsipras hält ja auch im griechischen Fernsehen fest: Unterstützung für mein Land, für meine Position kam nur von Frankreich, Italien, Zypern und Österreich, im Rat! (Abg. Pirklhuber: Im Rat … Finanzminister!)
Abg. Pirklhuber: Im Rat … Finanzminister!
Wir sehen die Situation auch sehr kritisch: Wir sehen hier eine letzte Chance für Griechenland! (Abg. Pirklhuber: Das habt ihr schon ein paarmal gesagt!) Ja, wir sehen eine letzte Chance. (Abg. Strache: Ist ein Geschäft für …! – Abg. Darmann: Wie viele letzte Chancen gibt es noch?!) Ich sage Ihnen auch eines: Wir haben, unser Finanzminister hat das auch im ECOFIN vertreten, immer die Position unterstützt, die jetzt das Ergebnis ist. Tsipras wollte etwas anderes, und Tsipras hält ja auch im griechischen Fernsehen fest: Unterstützung für mein Land, für meine Position kam nur von Frankreich, Italien, Zypern und Österreich, im Rat! (Abg. Pirklhuber: Im Rat … Finanzminister!)
Abg. Strache: Bei uns in Richtung 100!
Wenn ich mir das ansehe: Die Arbeitslosigkeit liegt in Frankreich bei 10 Prozent, in Italien bei über 12 Prozent, in Zypern bei 16 Prozent; die Staatsverschuldung geht in Frankreich in Richtung 100 Prozent, die Staatsverschuldung in Italien liegt bei 130 Prozent, in Zypern bei über 100 Prozent. (Abg. Strache: Bei uns in Richtung 100!)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber
Wir von der Österreichischen Volkspartei orientieren uns nicht an diesen Staaten. Ich ersuche daher auch den Herrn Bundeskanzler, dass sich Österreich an Deutschland (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber), an den Niederlanden, an den skandinavischen Ländern orientiert in seiner Politik und wir uns auch bei der Lösung der Griechenland-Frage an diesen Staaten orientieren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Hübner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Hübner.
Wir von der Österreichischen Volkspartei orientieren uns nicht an diesen Staaten. Ich ersuche daher auch den Herrn Bundeskanzler, dass sich Österreich an Deutschland (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber), an den Niederlanden, an den skandinavischen Ländern orientiert in seiner Politik und wir uns auch bei der Lösung der Griechenland-Frage an diesen Staaten orientieren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Hübner.)
Abg. Steinhauser: Das ist so billig! Ein Wahnsinn! – Abg. Schatz: Antieuropäisch!
Deutschland hat eine Arbeitslosenquote von unter 5 Prozent, eine Staatsverschuldung von unter 70 Prozent. (Abg. Steinhauser: Das ist so billig! Ein Wahnsinn! – Abg. Schatz: Antieuropäisch!) Oder wenn ich mir die Niederlande und Schweden ansehe: unter 8 Prozent bei der Arbeitslosigkeit, Verschuldung 70 Prozent in den Niederlanden, bei den Schweden unter 50 Prozent. (Abg. Matznetter: Schauen Sie sich das an in den Niederlanden!)
Abg. Matznetter: Schauen Sie sich das an in den Niederlanden!
Deutschland hat eine Arbeitslosenquote von unter 5 Prozent, eine Staatsverschuldung von unter 70 Prozent. (Abg. Steinhauser: Das ist so billig! Ein Wahnsinn! – Abg. Schatz: Antieuropäisch!) Oder wenn ich mir die Niederlande und Schweden ansehe: unter 8 Prozent bei der Arbeitslosigkeit, Verschuldung 70 Prozent in den Niederlanden, bei den Schweden unter 50 Prozent. (Abg. Matznetter: Schauen Sie sich das an in den Niederlanden!)
Abg. Matznetter: Reden Sie doch einmal mit den Menschen dort!
Und selbst der französische Staatspräsident Hollande, Kollege Matznetter (Abg. Matznetter: Reden Sie doch einmal mit den Menschen dort!), sagt diese Woche in einem Interview in der „Süddeutschen Zeitung“ … Wissen Sie, was Hollande sagt? – Nein, Sie wissen es nicht, daher sage ich es Ihnen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Matznetter.) – Gut, ich gebe Ihnen noch 1 Minute. (Abg. Steinhauser: Nur politische Polemik!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Und selbst der französische Staatspräsident Hollande, Kollege Matznetter (Abg. Matznetter: Reden Sie doch einmal mit den Menschen dort!), sagt diese Woche in einem Interview in der „Süddeutschen Zeitung“ … Wissen Sie, was Hollande sagt? – Nein, Sie wissen es nicht, daher sage ich es Ihnen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Matznetter.) – Gut, ich gebe Ihnen noch 1 Minute. (Abg. Steinhauser: Nur politische Polemik!)
Abg. Steinhauser: Nur politische Polemik!
Und selbst der französische Staatspräsident Hollande, Kollege Matznetter (Abg. Matznetter: Reden Sie doch einmal mit den Menschen dort!), sagt diese Woche in einem Interview in der „Süddeutschen Zeitung“ … Wissen Sie, was Hollande sagt? – Nein, Sie wissen es nicht, daher sage ich es Ihnen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Matznetter.) – Gut, ich gebe Ihnen noch 1 Minute. (Abg. Steinhauser: Nur politische Polemik!)
Abg. Pirklhuber: Profiteur!
Jetzt hören Sie zu: Hollande sagt diese Woche in der „Süddeutschen Zeitung“, Europa kann nur mit Deutschland vorankommen, und Deutschland ist die Lokomotive in Europa. (Abg. Pirklhuber: Profiteur!) Ich sage Ihnen: Das ist das, was mich optimistisch stimmt, und ich danke Finanzminister Hans Jörg Schelling, dass er Wolfgang Schäuble in den entscheidenden Stunden unterstützt hat! Das sage ich Ihnen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rossmann.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rossmann.
Jetzt hören Sie zu: Hollande sagt diese Woche in der „Süddeutschen Zeitung“, Europa kann nur mit Deutschland vorankommen, und Deutschland ist die Lokomotive in Europa. (Abg. Pirklhuber: Profiteur!) Ich sage Ihnen: Das ist das, was mich optimistisch stimmt, und ich danke Finanzminister Hans Jörg Schelling, dass er Wolfgang Schäuble in den entscheidenden Stunden unterstützt hat! Das sage ich Ihnen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rossmann.)
Abg. Kogler: Was hat denn der Kanzler Faymann gemacht! – Abg. Strache: Tsipras unterstützt!
Österreich muss schon eines wissen: Wir haben eine besondere Beziehung zu Deutschland. (Abg. Kogler: Was hat denn der Kanzler Faymann gemacht! – Abg. Strache: Tsipras unterstützt!) Kollege Kogler, Sie sind einer, der sich in Wirtschafts-
Abg. Pirklhuber: Griechenland …!
bereichen doch auskennt, daher werden Sie es wissen: 40 Milliarden € war unser Exportvolumen 2014, 30 Prozent unserer Exporte gehen nach Deutschland. (Abg. Pirklhuber: Griechenland …!) Deutschland ist mit Abstand unser wichtigster Wirtschaftspartner, ist für unseren Tourismus von Bedeutung. Wir sollten nichts tun, um unser Verhältnis zu Deutschland zu trüben! Das ist einfach meine Bitte. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
bereichen doch auskennt, daher werden Sie es wissen: 40 Milliarden € war unser Exportvolumen 2014, 30 Prozent unserer Exporte gehen nach Deutschland. (Abg. Pirklhuber: Griechenland …!) Deutschland ist mit Abstand unser wichtigster Wirtschaftspartner, ist für unseren Tourismus von Bedeutung. Wir sollten nichts tun, um unser Verhältnis zu Deutschland zu trüben! Das ist einfach meine Bitte. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Mayer. – Abg. Rossmann: Der Patient ist schon tot!
Der erste Punkt ist schon gelungen, diese Woche vor zwei Tagen: Straffung des Mehrwertsteuersystems; erste Elemente, um das Pensionsalter auf – Sie hören richtig – 67 Jahre anzuheben. (Zwischenruf des Abg. Mayer. – Abg. Rossmann: Der Patient ist schon tot!)
Ruf bei den Grünen: Anbiederungspolitik!
Zweiter Punkt: Zusage der griechischen Regierung, mit einem Zeitplan, zur Gesetzgebung, zur Umsetzung der Liberalisierung des Arbeitsmarktes, der Liberalisierung der Produktmärkte. (Ruf bei den Grünen: Anbiederungspolitik!)
Abg. Rossmann: Das ist doch ein Hohn! … Massenentlassungen!
Dritter Punkt: Privatisierungen (Abg. Rossmann: Das ist doch ein Hohn! … Massenentlassungen!) – ja, Kollege Rossmann –, Privatisierungen in der Größenordnung von 50 Milliarden € und Verwaltungsreformen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Steinhauser: Dann werden sie in drei Jahren wieder um ein Hilfspaket betteln!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Steinhauser: Dann werden sie in drei Jahren wieder um ein Hilfspaket betteln!
Dritter Punkt: Privatisierungen (Abg. Rossmann: Das ist doch ein Hohn! … Massenentlassungen!) – ja, Kollege Rossmann –, Privatisierungen in der Größenordnung von 50 Milliarden € und Verwaltungsreformen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Steinhauser: Dann werden sie in drei Jahren wieder um ein Hilfspaket betteln!)
Abg. Mayer: … ja oder nein?
Schade, dass Griechenland jetzt in einem Zustand ist, wo wir nicht wissen, ob eine Tragödie abgewendet werden kann. (Abg. Mayer: … ja oder nein?) Sie wissen es: Vor 2 500 Jahren waren es Sophokles und Euripides, die diese ersten griechischen Tragödien geschrieben haben. (Abg. Steinhauser: Sie nehmen Ihren Kollegen die Redezeit weg! – Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.)
Abg. Steinhauser: Sie nehmen Ihren Kollegen die Redezeit weg! – Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.
Schade, dass Griechenland jetzt in einem Zustand ist, wo wir nicht wissen, ob eine Tragödie abgewendet werden kann. (Abg. Mayer: … ja oder nein?) Sie wissen es: Vor 2 500 Jahren waren es Sophokles und Euripides, die diese ersten griechischen Tragödien geschrieben haben. (Abg. Steinhauser: Sie nehmen Ihren Kollegen die Redezeit weg! – Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.)
Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.
Was passiert bei diesen griechischen Tragödien? – Dort ist es immer so, dass sich die Protagonisten in Handlungen verstricken, unfähig sind, herannahende Katastrophen zu erkennen, geschweige denn diese abzuwenden, und sie erkennen auch die Tragweite ihrer Handlungen nicht. (Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.) Genau dort steht jetzt Griechenland, und daher war es wichtig, diese strengen Auflagen zu erstellen, um dem Spiel der Tragödie von Tsipras und Varoufakis, das sie das letzte halbe Jahr betrieben haben, ein Ende zu setzen. Und das war ein Spiel, das sie hier aufgeführt haben – das sage ich Ihnen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kogler.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kogler.
Was passiert bei diesen griechischen Tragödien? – Dort ist es immer so, dass sich die Protagonisten in Handlungen verstricken, unfähig sind, herannahende Katastrophen zu erkennen, geschweige denn diese abzuwenden, und sie erkennen auch die Tragweite ihrer Handlungen nicht. (Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.) Genau dort steht jetzt Griechenland, und daher war es wichtig, diese strengen Auflagen zu erstellen, um dem Spiel der Tragödie von Tsipras und Varoufakis, das sie das letzte halbe Jahr betrieben haben, ein Ende zu setzen. Und das war ein Spiel, das sie hier aufgeführt haben – das sage ich Ihnen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kogler.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Matznetter: … Problembär Wolfgang Schäuble …!
In diesem Sinn stimmen wir dem Verhandlungsmandat zu. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Matznetter: … Problembär Wolfgang Schäuble …!)
Zwischenruf des Abg. Matznetter
Dieses Zitat, diese Meinung können wir zu 100 Prozent unterstützen (Zwischenruf des Abg. Matznetter), denn es stellt sich die Frage: Wem sollte man in dieser Situation noch Vertrauen schenken? Dem griechischen Volk, das mit 61 Prozent gegen alle
Beifall beim Team Stronach.
weiteren Spar- und Reformmaßnahmen gestimmt hat? Dem griechischen Ministerpräsidenten, der im eigenen Parlament gegen die Vereinbarung mit der EU gesprochen und gesagt hat: Ich bin erpresst worden, ich habe keine andere Wahl gehabt!? Oder sollen wir einer griechischen Regierung vertrauen, die schon längst nicht mehr die Mehrheit hat? – Ich sage Ihnen: Wir haben kein Vertrauen mehr zu den griechischen Verhandlern. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Es gibt nur zwei Wege. Der erste Weg: Wir bewegen uns in Richtung Transferunion, in der der Norden auf Dauer den Süden finanziert – ein Weg, den wir auf keinen Fall mittragen werden. Der zweite Weg: Wir haben uns strenge Richtlinien auferlegt, und die muss jeder Mitgliedstaat einhalten. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
In diesem Zusammenhang wird sehr gerne das Wort „Solidarität“ strapaziert. Solidarität gilt aber nicht nur den Griechen gegenüber, Solidarität muss auch unserer Bevölkerung gegenüber gelten! (Beifall beim Team Stronach.)
Ruf bei der ÖVP: Na geh!
Meine geschätzten Damen und Herren, die griechische Tragödie wird zu einer Krise für ganz Europa. Wir haben heute schon einen Milliardenschaden, das wissen wir, und jetzt schicken wir weiter Geld hinunter. Das Rettungspaket wird voraussichtlich nicht dem griechischen Volk zugutekommen, sondern wiederum nur Banken und privaten Kreditgebern. Ein Kollege von mir nannte den ESM einen Kirtag für Spekulanten. – Ich muss ihm leider recht geben. (Ruf bei der ÖVP: Na geh!)
Beifall beim Team Stronach.
Meine geschätzten Damen und Herren! Wir fühlen uns den Österreichern verpflichtet – und damit ein klares Oxi, also ein klares Nein, vom Team Stronach zu weiteren Zahlungen nach Griechenland! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hauser: … permanente Demütigung!
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Unabhängig vom Ergebnis dieser Verhandlungen bin ich der Meinung, dass die Treffen der Finanzminister und auch der Regierungschefs am Wochenende wohl einer der traurigsten Tiefpunkte der vergangenen Monate waren. Demütigungen – und so sehe ich das –, Demütigungen, wie sie jetzt geschehen sind, haben eigentlich innerhalb der EU nichts verloren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hauser: … permanente Demütigung!)
Ruf bei der ÖVP: Weiß das Tsipras auch?
Ich möchte hier einmal ausdrücklich begrüßen, dass Sie, Herr Bundeskanzler, sich von solchen Vorgehensweisen distanziert und stattdessen gemeinsam mit Frankreich und Italien deeskalierend eingegriffen haben. Das ist wichtig, denn Deeskalation ist die einzige Möglichkeit, die wir haben, um letztendlich zu einem Kompromiss zu kommen. (Ruf bei der ÖVP: Weiß das Tsipras auch?)
Abg. Hübner: Welche?
Die Einigung hat aber auch etliche positive Aspekte, die meiner Meinung nach dann doch überwiegen. Wir haben den Grexit verhindert, das wurde heute schon öfters angesprochen, und damit auch den Staatsbankrott Griechenlands. Der Grexit hätte für alle Seiten – für Griechenland, für die EU, aber auch für Österreich – schlimme Folgen gehabt. (Abg. Hübner: Welche?) Für die Menschen in Griechenland hätte ein Grexit den absoluten Einbruch der Wirtschaft, der Beschäftigung und auch der sozialen Systeme bedeutet, die neue Währung hätte schlagartig an Wert verloren. Importe –
Beifall bei der SPÖ.
Mit diesen Maßnahmen werden wir sowohl Griechenland als auch die EU wieder auf den rechten Weg bringen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Tamandl: Für Verhandlungen!
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS): Frau Präsidentin! Geschätzte Regierungsmitglieder! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Bürgerinnen und Bürger auf der Galerie, vor den Bildschirmen, vor den Fernsehbildschirmen, Computern! Griechenland beschäftigt uns alle, glaube ich, dieser Tage. Im Rahmen der heutigen Sondersitzung im österreichischen Nationalrat haben wir die Aufgabe, dieses sogenannte dritte Rettungspaket zu bewerten und hier grünes Licht zu geben – oder eben nicht (Abg. Tamandl: Für Verhandlungen!) – für die Verhandlungen.
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich möchte hier ausführen, warum wir zu einem Nein kommen: aus Liebe zu Europa und in Solidarität mit der griechischen Bevölkerung. Wir kommen zu einem Nein, weil wir dieses dritte Rettungspaket für eine Fortsetzung der Insolvenzverschleppung halten. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) Das können wir der griechischen Bevölkerung nicht zumuten, und das sollten wir Europa nicht zumuten.
Abg. Darmann: … schon gar nicht erpressen lassen!
Es ist eine unmutige Lösung, es ist eine Lösung, die natürlich auch in einem beklemmenden Showdown zustande gekommen ist. Und wenn der griechische Regierungschef sagt, er glaube an die meisten Maßnahmen nicht und er sei erpresst worden, deswegen habe er zugestimmt, dann bin ich zumindest einmal in den letzten Monaten aufseiten von Alexis Tsipras. Ich glaube an viele der Maßnahmen nicht, und ich bin nicht bereit, mich als Oppositionsfraktion erpressen zu lassen, im Sinne von: Da liegt es jetzt auf dem Tisch, das müssen wir machen, sonst bricht totales Chaos aus! (Abg. Darmann: … schon gar nicht erpressen lassen!)
Abg. Wöginger: Das gibt es alles gratis!
Mir ist schon klar, dass wir darauf schauen müssen, was passieren würde, wenn wir dieses Paket nicht verabschieden, aber dafür gibt es Antworten. Wir müssten sofort entschlossene humanitäre Hilfe nach Griechenland schicken; wir könnten natürlich und müssten auch sofort für eine Stabilisierung der Banken in Griechenland sorgen. Das können wir durch eine Direktrekapitalisierung und Kontrolle der griechischen Banken durch den ESM samt Bail-in der Gläubiger erreichen. (Abg. Wöginger: Das gibt es alles gratis!) – Da gibt es nichts gratis. In Griechenland gibt es gar nichts mehr gratis, das ist das Problem. (Zwischenruf der Abg. Tamandl.)
Zwischenruf der Abg. Tamandl.
Mir ist schon klar, dass wir darauf schauen müssen, was passieren würde, wenn wir dieses Paket nicht verabschieden, aber dafür gibt es Antworten. Wir müssten sofort entschlossene humanitäre Hilfe nach Griechenland schicken; wir könnten natürlich und müssten auch sofort für eine Stabilisierung der Banken in Griechenland sorgen. Das können wir durch eine Direktrekapitalisierung und Kontrolle der griechischen Banken durch den ESM samt Bail-in der Gläubiger erreichen. (Abg. Wöginger: Das gibt es alles gratis!) – Da gibt es nichts gratis. In Griechenland gibt es gar nichts mehr gratis, das ist das Problem. (Zwischenruf der Abg. Tamandl.)
Beifall bei den NEOS.
Ich glaube nicht, dass die ÖVP jetzt hier vollmundig herausrufen sollte, da gibt es etwas gratis. Erstens: Die griechische Tragödie wurde in Griechenland über Jahrzehnte durch korrupte Regierungen, die von Konservativen oder Sozialdemokraten angeführt wurden, verbrochen. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Sie hätten Ihren Schwesterparteien – die sind ja Mitglied bei der Europäischen Volkspartei und bei den Sozialdemokraten in Europa – bei den europäischen Treffen auf die Finger klopfen müssen, so wie Sie unseren ungarischen Nachbarn, zumindest dem Regierungschef, schon längst auf die Finger klopfen sollten. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Wenn Griechenland mit 1,2 Prozent der Wirtschaftsleistung in dieser Europäischen Union die gesamte Union, den ganzen Kontinent und die halbe Welt über Jahre in seinen Bann ziehen kann, dann müssen wir doch erkennen, dass da die Prozesse, die Regelwerke nicht stimmen. – Und dazu habe ich gar nichts gehört. Wir gehen aus dieser nächsten Runde der Versäumnisse heraus, ohne dass wir die Regeln, die Prozesse entschlossen ändern. Das hätten wir mitbeschließen müssen. Das ist europäische Solidarität! (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Was ist die Lösung, die wir anstreben und seit drei Jahren – seit es NEOS gibt – propagieren? – Eine geordnete Insolvenz mit einem Schuldenschnitt. Wir brauchen einen Schuldenschnitt, und Sie machen jetzt einen versteckten Schuldenschnitt; so irgendwie hintenherum. Sie werden in zwei, drei Jahren wieder am Verhandlungstisch sitzen, wo Sie den verdeckten Schuldenschnitt ein bisschen expliziter machen müssen: durch Strecken, durch Zinssenkungen et cetera. Zahlen wird es trotzdem der Steuerzahler. Ich mag das nicht mehr, dass beim europäischen Gemeinschaftsprojekt mit so unlauteren Methoden herumgemurkst wird. Das ist nicht ehrlich! (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS
Wenn wir das nicht machen, dann ist das nur die Ouvertüre – und dann geht es mit diesem Kontinent wirklich munter bergab. Das ist meine Adresse an die Regierungs-chefs. Es ist nicht eine Schwäche der Europäischen Union, sondern eine Schwäche und ein Versäumnis der Regierungschefs der Euro-Gruppe und der Europäischen Union (Beifall bei den NEOS), der nationalen Regierungen, die da in den letzten Jahren versagt haben.
Beifall bei den NEOS. – Abg. Weninger: Wer sollen die drei sein?!
Insofern sehe ich Ihren Einsatz, aber inhaltlich bin ich hier nicht zu denselben Schlüssen gekommen wie Sie. Europa wird hier einen ganz anderen und viel entschlosseneren Auftrag von den Völkern brauchen; deswegen brauchen wir einen Konvent, der auch die Bevölkerungen mit auf den Weg nimmt, und dann sollten wir auf Basis eines neuen Verfassungsvorschlages tatsächlich in Abstimmungsprozesse in allen Nationalstaaten gehen, in deren Rahmen sich alle europäischen Völker der 28 EU-Staaten noch einmal mit einem Bekenntnis zur Europäischen Union stellen. Lieber marschiere ich mit 25, die ein erneuertes Commitment, ein umfassendes Bekenntnis zu einem gemeinsamen Europa haben, als mit 28, von denen die Hälfte knieweich unterwegs ist. Das wird für die Zukunft nicht reichen. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Weninger: Wer sollen die drei sein?!)
Abg. Stefan: Fehlkonstruktion!
Es ist aber nicht nur so, weil wir gerade an sich niedrige Zinsen haben – das stimmt –, sondern weil auch die Kluft beim Vertrauen der Finanzmärkte aufgegangen ist (Abg. Stefan: Fehlkonstruktion!) zwischen Ländern, die sie – unter Anführungszeichen – „bestrafen“, weil sie gar kein Geld mehr auf dem Markt bekommen, und Ländern, die höhere Zinsen zahlen, und schließlich Ländern wie Österreich, Deutschland, Niederlande, die sogar davon profitieren, weil daher noch weniger Zinsen zu bezahlen sind.
Ruf bei der FPÖ: Das war nicht abzusehen?
Es ist also diese Eurozone – erkennbar an diesem Beispiel – auseinandergerissen (Ruf bei der FPÖ: Das war nicht abzusehen?), und jene, die in der Wettbewerbsfähigkeit nicht stark genug waren, haben seither auch mit höheren Zinsen für Staatsanleihen zu kämpfen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Es ist also diese Eurozone – erkennbar an diesem Beispiel – auseinandergerissen (Ruf bei der FPÖ: Das war nicht abzusehen?), und jene, die in der Wettbewerbsfähigkeit nicht stark genug waren, haben seither auch mit höheren Zinsen für Staatsanleihen zu kämpfen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Ruf bei der FPÖ: Das war ja schon zwei Mal der Fall!
Das ist etwas, bei dem man der Meinung sein kann, das ist zu wenig, das werden die schaffen, nicht schaffen oder schwer schaffen. Es wird jedenfalls ein harter Weg sein. Die Frage, die also für uns heute zu entscheiden ist, ist folgende: Geben wir einem Mitglied der Eurozone – bei all diesen Vorgeschichten, die wir kennen – die Chance, diesen ersten Schritt eines harten Weges, von dem niemand als Prophet wirklich weiß, wie er genau weitergeht, zu gehen? (Ruf bei der FPÖ: Das war ja schon zwei Mal der Fall!) Geben wir diese Chance oder geben wir sie nicht? (Abg. Strache: Na gebt ihnen noch eine Chance!)
Abg. Strache: Na gebt ihnen noch eine Chance!
Das ist etwas, bei dem man der Meinung sein kann, das ist zu wenig, das werden die schaffen, nicht schaffen oder schwer schaffen. Es wird jedenfalls ein harter Weg sein. Die Frage, die also für uns heute zu entscheiden ist, ist folgende: Geben wir einem Mitglied der Eurozone – bei all diesen Vorgeschichten, die wir kennen – die Chance, diesen ersten Schritt eines harten Weges, von dem niemand als Prophet wirklich weiß, wie er genau weitergeht, zu gehen? (Ruf bei der FPÖ: Das war ja schon zwei Mal der Fall!) Geben wir diese Chance oder geben wir sie nicht? (Abg. Strache: Na gebt ihnen noch eine Chance!)
Abg. Darmann: Sie wissen aber schon, dass es schon mehrere Chancen gegeben hat?!
Nun weiß ich, dass viele Mitglieder dieses Hauses, auch solche, die heute nicht mitstimmen, eigentlich für die Chance sind. Daher kann ich nur appellieren: Würden wir jetzt gemeinsam sagen, weil uns in dem Programm das eine oder das andere nicht passt, dass wir ihnen diese Chance nicht geben, dann heißt das, tatsächlich einen Grexit herbeizuführen. (Abg. Darmann: Sie wissen aber schon, dass es schon mehrere Chancen gegeben hat?!)
in Richtung des Abg. Darmann, welcher am Platz des Abg. Kickl sitzt
Sie (in Richtung des Abg. Darmann, welcher am Platz des Abg. Kickl sitzt) habe ich nicht im Verdacht gehabt, dass Sie Griechenland unterstützen oder den armen Menschen dort helfen wollen. Sie habe ich gar nicht gemeint. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Außerdem muss das mit dem Sessel zusammenhängen, denn dort sitzt immer der Herr Kickl, der solche Zwischenrufe macht; der fehlt aber heute. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ, ÖVP, Grünen, Team Stronach und NEOS. – Zwischenrufe der Abgeordneten Darmann, Stefan und Strache.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sie (in Richtung des Abg. Darmann, welcher am Platz des Abg. Kickl sitzt) habe ich nicht im Verdacht gehabt, dass Sie Griechenland unterstützen oder den armen Menschen dort helfen wollen. Sie habe ich gar nicht gemeint. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Außerdem muss das mit dem Sessel zusammenhängen, denn dort sitzt immer der Herr Kickl, der solche Zwischenrufe macht; der fehlt aber heute. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ, ÖVP, Grünen, Team Stronach und NEOS. – Zwischenrufe der Abgeordneten Darmann, Stefan und Strache.)
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ, ÖVP, Grünen, Team Stronach und NEOS. – Zwischenrufe der Abgeordneten Darmann, Stefan und Strache.
Sie (in Richtung des Abg. Darmann, welcher am Platz des Abg. Kickl sitzt) habe ich nicht im Verdacht gehabt, dass Sie Griechenland unterstützen oder den armen Menschen dort helfen wollen. Sie habe ich gar nicht gemeint. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Außerdem muss das mit dem Sessel zusammenhängen, denn dort sitzt immer der Herr Kickl, der solche Zwischenrufe macht; der fehlt aber heute. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ, ÖVP, Grünen, Team Stronach und NEOS. – Zwischenrufe der Abgeordneten Darmann, Stefan und Strache.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber.
Deshalb war es eine besondere Leistung, diese Chance – und mehr ist es nicht –, aber diese ernsthafte Chance – und die ist es – herauszuarbeiten. Deshalb bedanke ich mich auch bei unserem Finanzminister. (Ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber.) Ich bedanke mich für das Zusammenspiel bei all den Unterschieden, die es auf europäischer Ebene – nicht in unserer Regierung, aber auf europäischer Ebene – gegeben hat, um diese Chance herauszuarbeiten, sodass wir heute überhaupt in der Lage sind, einen Beschluss zu fassen, der den Finanzminister und damit uns ermächtigt, hier im Rahmen des ESM tätig zu werden. Das ist nämlich die Voraussetzung für die Chance, die wir für Griechenland wollen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Deshalb war es eine besondere Leistung, diese Chance – und mehr ist es nicht –, aber diese ernsthafte Chance – und die ist es – herauszuarbeiten. Deshalb bedanke ich mich auch bei unserem Finanzminister. (Ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber.) Ich bedanke mich für das Zusammenspiel bei all den Unterschieden, die es auf europäischer Ebene – nicht in unserer Regierung, aber auf europäischer Ebene – gegeben hat, um diese Chance herauszuarbeiten, sodass wir heute überhaupt in der Lage sind, einen Beschluss zu fassen, der den Finanzminister und damit uns ermächtigt, hier im Rahmen des ESM tätig zu werden. Das ist nämlich die Voraussetzung für die Chance, die wir für Griechenland wollen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kogler: Geh bitte! – Abg. Hagen: Na bitte!
Ich möchte noch etwas zum Grexit und zu dieser Frage, ob wir eigentlich nur den Banken helfen, sagen. Wenn ein Pensionist vor einer Bank steht und weint, dann ist das für uns alle ein schreckliches Bild, das zeigt, dass Menschen, die hart gearbeitet, sich ein bisschen etwas erspart haben, plötzlich keinen Zugriff mehr zum Geld haben. (Abg. Kogler: Geh bitte! – Abg. Hagen: Na bitte!) Das Schließen von Banken kann kein Ziel sein, um Menschen zu unterstützen. Deshalb ist diese Aussage, dass wir nur den Banken helfen (Zwischenruf der Abg. Fekter), so leichtfertig, weil Banken natürlich eine Rolle bei den Finanzkreisläufen dahin gehend spielen, dass jemand, der sein Geld dort hat, vor einer geschlossenen Filiale steht und das Geld nicht mehr bekommt, dass ein Betrieb, der für seine Produktion, für seine Produkte, für seine Arbeit, für seine Arbeiter einkaufen möchte, das Geld nicht mehr bekommt.
Zwischenruf der Abg. Fekter
Ich möchte noch etwas zum Grexit und zu dieser Frage, ob wir eigentlich nur den Banken helfen, sagen. Wenn ein Pensionist vor einer Bank steht und weint, dann ist das für uns alle ein schreckliches Bild, das zeigt, dass Menschen, die hart gearbeitet, sich ein bisschen etwas erspart haben, plötzlich keinen Zugriff mehr zum Geld haben. (Abg. Kogler: Geh bitte! – Abg. Hagen: Na bitte!) Das Schließen von Banken kann kein Ziel sein, um Menschen zu unterstützen. Deshalb ist diese Aussage, dass wir nur den Banken helfen (Zwischenruf der Abg. Fekter), so leichtfertig, weil Banken natürlich eine Rolle bei den Finanzkreisläufen dahin gehend spielen, dass jemand, der sein Geld dort hat, vor einer geschlossenen Filiale steht und das Geld nicht mehr bekommt, dass ein Betrieb, der für seine Produktion, für seine Produkte, für seine Arbeit, für seine Arbeiter einkaufen möchte, das Geld nicht mehr bekommt.
Abg. Kogler: Ja, weil wir sie alle rausgelassen haben!
Es geht also darum, dass nicht nur insbesondere ausländische Banken – die ja im Großen und Ganzen dort kein Exposure mehr haben (Abg. Kogler: Ja, weil wir sie alle rausgelassen haben!) – in Sicherheit kommen, sondern dass natürlich auch die griechischen Banken in eine Situation versetzt werden, in der die griechische Wirtschaft arbeiten kann und in der die Menschen, die dort Geld haben, auch mehr als 60 € am Tag abheben können. (Abg. Hagen: … vier Jahre lang geschlafen?!) Für diese Form der nachhaltigen Finanzpolitik muss man schon eintreten und das nicht leichtfertig damit abtun, dass dann halt die Banken zusperren und es eh nur die Banken trifft. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Hagen: … vier Jahre lang geschlafen?!
Es geht also darum, dass nicht nur insbesondere ausländische Banken – die ja im Großen und Ganzen dort kein Exposure mehr haben (Abg. Kogler: Ja, weil wir sie alle rausgelassen haben!) – in Sicherheit kommen, sondern dass natürlich auch die griechischen Banken in eine Situation versetzt werden, in der die griechische Wirtschaft arbeiten kann und in der die Menschen, die dort Geld haben, auch mehr als 60 € am Tag abheben können. (Abg. Hagen: … vier Jahre lang geschlafen?!) Für diese Form der nachhaltigen Finanzpolitik muss man schon eintreten und das nicht leichtfertig damit abtun, dass dann halt die Banken zusperren und es eh nur die Banken trifft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es geht also darum, dass nicht nur insbesondere ausländische Banken – die ja im Großen und Ganzen dort kein Exposure mehr haben (Abg. Kogler: Ja, weil wir sie alle rausgelassen haben!) – in Sicherheit kommen, sondern dass natürlich auch die griechischen Banken in eine Situation versetzt werden, in der die griechische Wirtschaft arbeiten kann und in der die Menschen, die dort Geld haben, auch mehr als 60 € am Tag abheben können. (Abg. Hagen: … vier Jahre lang geschlafen?!) Für diese Form der nachhaltigen Finanzpolitik muss man schon eintreten und das nicht leichtfertig damit abtun, dass dann halt die Banken zusperren und es eh nur die Banken trifft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
mengestellt werden sollen –, auch nicht so einfach umzusetzen sind, wie sie sich auf Papier schreiben lassen. Aber diesen Ansatz, durch Frontloading, durch existierende Programme, die man vorzieht, die man früher einsetzt, und durch das Setzen von Prioritäten auch bewusst Investitionen zu fördern, unterschreibe ich zu 100 Prozent, denn letztlich kann man sich aus der Krise nur herausinvestieren; und diese Investitionen werden ein ganz wichtiger Punkt sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Daher ersuche ich Sie, zuzustimmen. (Anhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Königsberger-Ludwig: Das war aber jetzt nicht notwendig!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Bundeskanzler! Auch unsere Regierung hat Unterschiede, auch gravierende Unterschiede, aber ich bin davon überzeugt, wenn ich die alle aufzählen müsste, wäre meine Redezeit zu Ende und die Frau Präsidentin würde mich wahrscheinlich zur Sache rufen. (Abg. Königsberger-Ludwig: Das war aber jetzt nicht notwendig!) Das war zur Sache dieser Diskussion, die wir heute führen.
Abg. Kogler: Ja, das ist Voraussetzung!
Vieles, was gesagt wurde, ist ganz einfach auch nicht richtig. Ich kann auch die Haltung der Grünen nicht verstehen. Selbstverständlich muss man sich auch um die Schuldentragfähigkeit Gedanken machen. (Abg. Kogler: Ja, das ist Voraussetzung!) Es gab ja bereits auch einen Schuldenschnitt. (Abg. Kogler: Das ist gegen den …!) – Wir kommen schon noch dazu, Kollege Kogler. Ich verstehe Ihre Haltung beispielsweise überhaupt nicht. Wenn ich den Griechen helfen möchte, dann muss ich Verhandlungen zustimmen. Wir stimmen heute Verhandlungen zu, darum verstehe ich die Haltung der Grünen nicht (Zwischenruf bei der FPÖ), warum sie nicht zustimmen wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kogler: Das ist gegen den …!
Vieles, was gesagt wurde, ist ganz einfach auch nicht richtig. Ich kann auch die Haltung der Grünen nicht verstehen. Selbstverständlich muss man sich auch um die Schuldentragfähigkeit Gedanken machen. (Abg. Kogler: Ja, das ist Voraussetzung!) Es gab ja bereits auch einen Schuldenschnitt. (Abg. Kogler: Das ist gegen den …!) – Wir kommen schon noch dazu, Kollege Kogler. Ich verstehe Ihre Haltung beispielsweise überhaupt nicht. Wenn ich den Griechen helfen möchte, dann muss ich Verhandlungen zustimmen. Wir stimmen heute Verhandlungen zu, darum verstehe ich die Haltung der Grünen nicht (Zwischenruf bei der FPÖ), warum sie nicht zustimmen wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der FPÖ
Vieles, was gesagt wurde, ist ganz einfach auch nicht richtig. Ich kann auch die Haltung der Grünen nicht verstehen. Selbstverständlich muss man sich auch um die Schuldentragfähigkeit Gedanken machen. (Abg. Kogler: Ja, das ist Voraussetzung!) Es gab ja bereits auch einen Schuldenschnitt. (Abg. Kogler: Das ist gegen den …!) – Wir kommen schon noch dazu, Kollege Kogler. Ich verstehe Ihre Haltung beispielsweise überhaupt nicht. Wenn ich den Griechen helfen möchte, dann muss ich Verhandlungen zustimmen. Wir stimmen heute Verhandlungen zu, darum verstehe ich die Haltung der Grünen nicht (Zwischenruf bei der FPÖ), warum sie nicht zustimmen wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Vieles, was gesagt wurde, ist ganz einfach auch nicht richtig. Ich kann auch die Haltung der Grünen nicht verstehen. Selbstverständlich muss man sich auch um die Schuldentragfähigkeit Gedanken machen. (Abg. Kogler: Ja, das ist Voraussetzung!) Es gab ja bereits auch einen Schuldenschnitt. (Abg. Kogler: Das ist gegen den …!) – Wir kommen schon noch dazu, Kollege Kogler. Ich verstehe Ihre Haltung beispielsweise überhaupt nicht. Wenn ich den Griechen helfen möchte, dann muss ich Verhandlungen zustimmen. Wir stimmen heute Verhandlungen zu, darum verstehe ich die Haltung der Grünen nicht (Zwischenruf bei der FPÖ), warum sie nicht zustimmen wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kogler: Ja!
Ich komme zu dem, was die Schuldentragfähigkeit betrifft. Erstens: Im Programm sind Privatisierungen vorgesehen. (Abg. Kogler: Ja!) Diese 50 Milliarden € an möglichen Privatisierungen werden auch für die Rückzahlung von Schulden verwendet (Abg. Kogler: Das kriegen sie in 20 Jahren nicht, das Geld!), aber sie werden nicht nur für
Abg. Kogler: Das kriegen sie in 20 Jahren nicht, das Geld!
Ich komme zu dem, was die Schuldentragfähigkeit betrifft. Erstens: Im Programm sind Privatisierungen vorgesehen. (Abg. Kogler: Ja!) Diese 50 Milliarden € an möglichen Privatisierungen werden auch für die Rückzahlung von Schulden verwendet (Abg. Kogler: Das kriegen sie in 20 Jahren nicht, das Geld!), aber sie werden nicht nur für
Abg. Rossmann: Das muss erst realisiert werden!
die Rückzahlung von Schulden verwendet, sondern auch für Investitionen. Beispielsweise wird auch überlegt, ob diese Kofinanzierungen von Strukturfonds künftig nicht geschmälert werden (Abg. Rossmann: Das muss erst realisiert werden!), weil Griechenland teilweise keine Kofinanzierung machen und daher diese Gelder nicht abholen konnte.
Abg. Kogler: Ja eh!
Es ist auch überhaupt nicht einzusehen – ich habe das das letzte Mal schon gesagt –, dass wir hier Gesetze beschließen, die den Steuerbetrug eindämmen sollen, dass wir Gesetze beschließen, die bei Verdachtsfällen eine Konteneinschau bei Prüfungen erlauben, dass wir Abkommen mit der Schweiz und mit Liechtenstein machen und dass beispielsweise Griechenland solche Dinge nicht macht. Das heißt, es muss eine funktionierende Finanzverwaltung, eine funktionierende Verwaltung insgesamt aufgesetzt werden. Es müssen Steuerbetrugsbekämpfungsgesetze gemacht werden und es müssen auch EU-Richtlinien umgesetzt werden. Es ist überhaupt nicht einzusehen, dass Griechenland das Bankensanierungsgesetz noch immer nicht beschlossen hat. (Abg. Kogler: Ja eh!)
Beifall bei der ÖVP.
Sie sagen: „Ja eh“, Kollege Kogler, aber wenn man der Verhandlung nicht zustimmt, wenn man einem Verhandlungspouvoir nicht zustimmt, dann braucht man sich hier nicht herzustellen und „Ja eh“ sagen. Vielleicht könnten Sie Ihre Haltung noch überdenken. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rossmann: Warum hat das Ihre Schwesterpartei in Griechenland nicht längst umgesetzt?
Ich bin auch der Meinung – das habe ich auch gestern im Ausschuss schon gesagt –, dass es zu wenig ist, darüber nachzudenken, wie man den Griechen Geld gibt, und was sie mit dem Geld machen, sondern es ist auch notwendig, den Griechen technische Hilfe zu geben; eben in diesen ganzen Punkten, die ich heute angesprochen habe, eben eine Finanzverwaltung aufzustellen, eben beispielsweise EU-Richtlinien umzusetzen, damit sich die Griechen, wenn andere Länder diese Gesetze bereits beschlossen haben, leichter tun, diese Gesetze auch übernehmen zu können. (Abg. Rossmann: Warum hat das Ihre Schwesterpartei in Griechenland nicht längst umgesetzt?) – Kollege Rossmann, Sie können sich hier von der Verantwortung nicht wegstehlen! Sie wollen Solidarität für die Griechen, also erklären Sie uns, warum Sie diese Solidarität heute hier nicht leben wollen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin auch der Meinung – das habe ich auch gestern im Ausschuss schon gesagt –, dass es zu wenig ist, darüber nachzudenken, wie man den Griechen Geld gibt, und was sie mit dem Geld machen, sondern es ist auch notwendig, den Griechen technische Hilfe zu geben; eben in diesen ganzen Punkten, die ich heute angesprochen habe, eben eine Finanzverwaltung aufzustellen, eben beispielsweise EU-Richtlinien umzusetzen, damit sich die Griechen, wenn andere Länder diese Gesetze bereits beschlossen haben, leichter tun, diese Gesetze auch übernehmen zu können. (Abg. Rossmann: Warum hat das Ihre Schwesterpartei in Griechenland nicht längst umgesetzt?) – Kollege Rossmann, Sie können sich hier von der Verantwortung nicht wegstehlen! Sie wollen Solidarität für die Griechen, also erklären Sie uns, warum Sie diese Solidarität heute hier nicht leben wollen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Wollen Sie mir erklären, wie ein Untersuchungsausschuss funktioniert?
Es wird immer gesagt, es wäre ein Sparpaket, das wir den Griechen hier aufdrücken, und Tsipras verhandelt zuerst mit den 18 Geldgeberländern und geht dann nach Griechenland und sagt, er wäre erpresst worden. Das kommt mir so ein bisschen bekannt vor, wie wenn man mit dem Kollegen Kogler im Untersuchungsausschuss ein Paket über Termine und über Auskunftspersonen schnürt, und dann sagt er: Ich wollte eh nicht zustimmen, ich bin über den Tisch gezogen worden! – Das ist super! Also wenn man verhandelt, wenn man vom Tisch aufsteht und sagt, ja, so machen wir es, dann glaube ich doch, dass man nicht nach Hause gehen und sagen kann, man sei erpresst worden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Wollen Sie mir erklären, wie ein Untersuchungsausschuss funktioniert?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Kogler: Da fehlt jeder Sachverstand!
Wie gesagt, Investitionen wird es geben müssen, das ist keine Frage, aber, Herr Bundeskanzler, sich aus der Krise herauszuinvestieren, das wird ein bisschen zu wenig sein. Es wird auch Reformen benötigen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Kogler: Da fehlt jeder Sachverstand!) Es benötigt in Österreich Reformen und es benötigt auch in Griechenland Reformen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Sie haben ja nichts verstanden!
Wir werden dem Paket nämlich hier auch noch einmal zustimmen müssen, da wir heute ja nur die Verhandlungen freigeben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Sie haben ja nichts verstanden!)
Abg. Kogler: Nein, das ist nicht weg! Das ist zurückgezahlt worden an die europäischen Banken!
Zum ersten waren alle quer durch die Reihe der Meinung, dass das Geld, das wir bisher nach Griechenland geschickt haben, unweigerlich weg ist. Es haben alle gesagt, es ist ein Irrglaube zu glauben, dass das überhaupt jemals zurückkommt. Das ist so. (Abg. Kogler: Nein, das ist nicht weg! Das ist zurückgezahlt worden an die europäischen Banken!)
Beifall bei der FPÖ.
Die zweite Einschätzung war, dass in den letzten Wochen und speziell in den letzten Tagen alles, was diese EU und die Regierungsvertreter gemacht haben, eigentlich ein Armutszeugnis für diese Europäische Union ist. Da waren sich alle einig. Und ich sage Ihnen, Sie müssen sich schön langsam die Frage stellen, was in dieser EU überhaupt noch funktioniert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
verkaufen, Herr Bundeskanzler, dann frage ich mich, wie Sie in Zukunft Misserfolg definieren wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Amon: Wo ist Ihr Alternativkonzept?
Aber eines kann ich Ihnen auch sagen: Das Einzige, was in dieser EU funktioniert, ist diese Regulierungswut, die von den Brüsseler Beamten so im Quartalstakt immer wieder auf uns hereinbricht. (Abg. Amon: Wo ist Ihr Alternativkonzept?) Das hat mit den Glühbirnen angefangen, geht über Staubsauger, Haarfön, Mischthermen, Allergenverordnung, Duschköpfe, Olivenölkännchen, und, und, und – das funktioniert! Das schädigt unsere Wirtschaft im globalen Wettbewerb, das macht sie schwächer, das kostet Tausende von Arbeitsplätze. (Abg. Wöginger: Exportiert Vorarlberg nichts?)
Abg. Wöginger: Exportiert Vorarlberg nichts?
Aber eines kann ich Ihnen auch sagen: Das Einzige, was in dieser EU funktioniert, ist diese Regulierungswut, die von den Brüsseler Beamten so im Quartalstakt immer wieder auf uns hereinbricht. (Abg. Amon: Wo ist Ihr Alternativkonzept?) Das hat mit den Glühbirnen angefangen, geht über Staubsauger, Haarfön, Mischthermen, Allergenverordnung, Duschköpfe, Olivenölkännchen, und, und, und – das funktioniert! Das schädigt unsere Wirtschaft im globalen Wettbewerb, das macht sie schwächer, das kostet Tausende von Arbeitsplätze. (Abg. Wöginger: Exportiert Vorarlberg nichts?)
Abg. Strache: Und die Amerikaner machen die Geschäfte!
Was auch funktioniert, sind die Sanktionen, die uns die Amerikaner aufs Auge gedrückt haben, um den Russen wehzutun. Da sind wir auch dabei. Wir verlieren alleine in Österreich in den nächsten fünf Jahren aufgrund dieser wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland noch einmal 45 000 Arbeitsplätze. (Abg. Strache: Und die Amerikaner machen die Geschäfte!) Das funktioniert, und alles andere in dieser EU funktioniert nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was auch funktioniert, sind die Sanktionen, die uns die Amerikaner aufs Auge gedrückt haben, um den Russen wehzutun. Da sind wir auch dabei. Wir verlieren alleine in Österreich in den nächsten fünf Jahren aufgrund dieser wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland noch einmal 45 000 Arbeitsplätze. (Abg. Strache: Und die Amerikaner machen die Geschäfte!) Das funktioniert, und alles andere in dieser EU funktioniert nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kogler: Das soll ein Kapazunder sein? Der ist ein Cappuccino!
Das hat interessanterweise gestern auch Günter Verheugen zugegeben, sozialdemokratischer Bundesminister unter der Regierung Schröder. Von Ihnen (in Richtung ÖVP) war der Herr Altmaier dabei, der hat nicht mehr viel dazu gesagt. Es waren noch etliche andere Kapazunder dabei, was Wirtschaftsexperten anlangt. (Abg. Kogler: Das soll ein Kapazunder sein? Der ist ein Cappuccino!) Und das alles wollen Sie als Erfolg verkaufen.
Abg. Schieder: Das ist kein „Geisteswechsel“! Wir sind für die Hilfe für Griechenland, aber nicht für jedes Detail dieses Programms!
Jetzt gehe ich nur noch auf ein Beispiel ein, was den Griechen abverlangt wird. Sie sagen, es wird ein Fonds mit 50 Milliarden € gegründet, aus dem heraus sich die Griechen dann in Zukunft die Wirtschaft selber finanzieren können und womit der Wirtschaftskreislauf wieder in Gang kommen sollte. Und gefüllt werden sollte dieser 50 Milliarden-Topf mit dem Verkauf von Staatsbetrieben. Das wundert mich übrigens, dass die Sozialdemokraten, die ja strikt gegen Verkauf von Staatsbetrieben oder eine Sonntagsöffnung sind, das jetzt von den Sozialdemokraten in Griechenland verlangen wollen. Das müssen Sie auch einmal erklären, woher da Ihr Sinnes- oder Geisteswechsel herkommt. (Abg. Schieder: Das ist kein „Geisteswechsel“! Wir sind für die Hilfe für Griechenland, aber nicht für jedes Detail dieses Programms!)
Beifall bei der FPÖ.
sagt, ein Austritt auf Zeit, bis sich die Griechen wieder erholt haben und die Voraussetzungen erfüllen, um wieder zurückzukehren, ist der einzig gangbare Weg! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hafenecker: Deshalb haben wir jetzt den Herrn Gusenbauer geladen! – Abg. Darmann: Und was ist rausgekommen? Protokolle lesen!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Themessl, Sie haben gefragt: Wie definieren Sie Misserfolg? – Misserfolg ist zum Beispiel das Ergebnis der freiheitlichen Politik in Kärnten, und damit meine ich nicht nur das Desaster um die Hypo Alpe-Adria, das Sie Österreich umgehängt haben. Ich sitze seit mehreren Monaten im Untersuchungsausschuss und kann einen freiheitlichen Politiker nach dem anderen hören, und so viel Inkompetenz finden Sie wahrscheinlich nicht einmal in Ihrem eigenen Klub, obwohl da genug vorhanden ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hafenecker: Deshalb haben wir jetzt den Herrn Gusenbauer geladen! – Abg. Darmann: Und was ist rausgekommen? Protokolle lesen!)
Abg. Hübner: Und wir haben Geld nach Griechenland geschickt!
Aber was bei den Programmen in den letzten Jahren passiert ist – das habe ich hier auch schon öfter kritisiert –, ist, dass natürlich seitens des IWF, seitens der EZB und auch seitens der Europäischen Kommission viel zu sehr auf Budgetkonsolidierung geschaut wurde, viel zu sehr auf sparen, sparen, sparen und viel zu wenig auf Investitionen, auf Wachstum und auf Arbeitsplätze. (Abg. Hübner: Und wir haben Geld nach Griechenland geschickt!) Das ist in den letzten Jahren passiert.
Beifall bei der SPÖ.
Sind da Fehler, auch von der europäischen Seite, von den sogenannten Geldgebern, die ja genau das verlangt haben, passiert? – Ja, die Politik – hier vor allem und an vorderster Front die Deutschen – hat in den letzten Jahren auch Fehler gemacht. Das Ergebnis sehen wir. Es kann sich ja keiner ernsthaft hier herstellen und sagen, das war erfolgreich, und vor einem halben Jahr wäre noch alles gut gewesen. Wenn sich die Jugendarbeitslosigkeit in einem Land verdreifacht, wenn sich die allgemeine Arbeitslosigkeit mehr als verdoppelt, wenn die Kindersterblichkeit in einem Land steigt – wie da jemand von Erfolg reden kann, ist mir ein Rätsel. Das ist mir ernsthaft ein Rätsel! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Darmann: Dann schauen Sie!
Es ist in den letzten Jahren in Griechenland nicht alles schlecht gewesen, so ist es auch nicht. Man kann das schon differenziert sehen. (Abg. Darmann: Dann schauen Sie!) Es haben sich natürlich gewisse ökonomische Kennzahlen – ich sage, in Wirklichkeit die unwichtigen – verbessert. Aber das muss man halt, wenn man sich das ehrlich anschaut, auch sehen.
Abg. Wöginger: Wieso hat er sie gefragt? Den hätte er sich sparen können, den Zirkus!
Über die Notwendigkeit dieser Volksabstimmung, glaube ich, hat der Bundeskanzler genug gesagt. Aber wenn man das griechische Volk nach fünf Jahren Sparprogrammen, mit Verdreifachung der Jugendarbeitslosigkeit, Verdoppelung der allgemeinen Arbeitslosigkeit, mit Millionen Menschen ohne Krankenversicherung, fragt, kann es niemanden wundern, dass es dann zu über 60 Prozent sagt, mehr von dem brauche ich nicht. Wen wundert das? (Abg. Wöginger: Wieso hat er sie gefragt? Den hätte er sich sparen können, den Zirkus!) Das Ergebnis dieser Abstimmung hat mich nicht gewundert. Die Frage ist, was für eine Perspektive wir haben. Und ja, wir haben jetzt eine Perspektive, dass es ein drittes Programm gibt.
Abg. Kogler: Das war schöngerechnet! Da war ein Rechenschwindel dabei! Die meisten sind froh weggegangen!
Was passiert bei diesem Programm? In etwa 80 Milliarden € werden hier jetzt – nicht an Steuergeld, sondern Sie wissen genau, dass das über Haftungen läuft – nach Griechenland gegeben. Was passiert mit dem Geld dort? – 50 Milliarden € in etwa werden verwendet, um Zinsen und alte Schulden zu bezahlen. Das geht nicht an Spekulanten und Banken. Sie wissen genau, dass die privaten Gläubiger über einen Schuldenschnitt 50 Prozent ihrer Forderungen bereits vor Jahren abschreiben mussten. (Abg. Kogler: Das war schöngerechnet! Da war ein Rechenschwindel dabei! Die meisten sind froh weggegangen!)
Abg. Höbart: Vier Großbanken gibt es in Griechenland! Das sind viel zu viele!
Über 80 Prozent dieser Zinszahlungen gehen an öffentliche Haushalte. 25 Milliarden € werden verwendet, um die Banken zu rekapitalisieren, damit sie nämlich wieder aufsperren können, damit auch die Pensionistinnen und Pensionisten Geld abheben können. Und wir wissen alle, dass ein Wirtschaftssystem ohne funktionierendes Bankensystem nicht funktionieren kann. (Abg. Höbart: Vier Großbanken gibt es in Griechenland! Das sind viel zu viele!) – Ja, es gibt vier Großbanken, die verstaatlicht sind, die rekapitalisiert werden. Das ist das, was passiert.
Abg. Kogler: Das könnte man anders auch organisieren!
Was würde passieren, wenn das nicht passieren würde? Die Banken würden nicht aufsperren, und es würde dort nicht Milch und Honig fließen, wie Kollege Strache glaubt. (Abg. Kogler: Das könnte man anders auch organisieren!) Es wäre der absolute Zusammenbruch. Fast die Hälfte der Lebensmittel wird dort importiert. Werden die mit der Drachme billiger? – Nein, die werden teurer. Über 90 Prozent der Medikamente werden importiert, die können sie sich heute kaum leisten. Wenn die doppelt so teuer sind, können sie sich diese dann besser leisten? – Nein. Und wäre das für uns billiger? – Nein. Es haben auch alle gesagt: Das, was wir jedenfalls machen müssten, wäre humanitäre Hilfe. Und wir kennen die Berechnungen, wie viel die humanitäre Hilfe kosten würde: Alleine diese 50 Milliarden €. Das heißt, zu glauben, der Grexit wäre besser für die Griechen, ist falsch. Aber auch der Glaube, er wäre besser für uns, ist falsch.
Abg. Strache: Und wir sollen zahlen, und die anderen kassieren!
Es gibt auch andere Vorschläge. Es wurde schon der Beitrag – ganz aktuell von heute – von Karl Aiginger und Kurt Bayer, „A new start for Greece and Europe!“, erwähnt, in dem sie ganz klar sagen: Es geht nicht nur um Sparen, es geht vor allem um Verwaltungsaufbau und es geht um Investitionen. (Abg. Strache: Und wir sollen zahlen, und die anderen kassieren!) Das heißt, auch hier gibt es wirklich konstruktive Vorschläge.
Abg. Strache: Solange wir zahlen, passt eh alles!
Ich glaube, was in den letzten Wochen wirklich Schaden genommen hat, ist die europäische Idee. Was ist die europäische Idee? Die europäische Idee ist nach zwei verheerenden Weltkriegen entstanden, dem Ersten Weltkrieg, der vor 100 Jahren in Europa getobt hat, und dem Zweiten Weltkrieg. Der Grundgedanke dieser europäischen Idee ist, dass dieser Nationalismus, den Menschen auch als so etwas wie kollektiven Egoismus bezeichnen, zurückgedrängt wird, und dass man nicht das Trennende in den Weg stellt, sondern dass man das Gemeinsame sucht und miteinander Lösungen sucht und miteinander Wege zu einer besseren Entwicklung für alle sucht und findet. Und genau das ist auch die Erfolgsgeschichte dieser europäischen Idee gewesen. Hat die in den letzten Tagen Schaden genommen? Ja! Erpressung, Demütigung, die teilweise auch von Deutschland ausgegangen ist. (Abg. Strache: Solange wir zahlen, passt eh alles!) Das ist kein positiver Beitrag für die europäische Idee. Deutsche Abgeordnete sagen: „Der Grieche hat jetzt lang genug genervt.“ – Das ist ein Originalzitat, das wir heute alle im Radio hören können. Das ist kein positiver Beitrag! (Abg. Kogler: Eh nicht! Das ist die Konsequenz der konservativen Politik!)
Abg. Kogler: Eh nicht! Das ist die Konsequenz der konservativen Politik!
Ich glaube, was in den letzten Wochen wirklich Schaden genommen hat, ist die europäische Idee. Was ist die europäische Idee? Die europäische Idee ist nach zwei verheerenden Weltkriegen entstanden, dem Ersten Weltkrieg, der vor 100 Jahren in Europa getobt hat, und dem Zweiten Weltkrieg. Der Grundgedanke dieser europäischen Idee ist, dass dieser Nationalismus, den Menschen auch als so etwas wie kollektiven Egoismus bezeichnen, zurückgedrängt wird, und dass man nicht das Trennende in den Weg stellt, sondern dass man das Gemeinsame sucht und miteinander Lösungen sucht und miteinander Wege zu einer besseren Entwicklung für alle sucht und findet. Und genau das ist auch die Erfolgsgeschichte dieser europäischen Idee gewesen. Hat die in den letzten Tagen Schaden genommen? Ja! Erpressung, Demütigung, die teilweise auch von Deutschland ausgegangen ist. (Abg. Strache: Solange wir zahlen, passt eh alles!) Das ist kein positiver Beitrag für die europäische Idee. Deutsche Abgeordnete sagen: „Der Grieche hat jetzt lang genug genervt.“ – Das ist ein Originalzitat, das wir heute alle im Radio hören können. Das ist kein positiver Beitrag! (Abg. Kogler: Eh nicht! Das ist die Konsequenz der konservativen Politik!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wöginger: Red einmal mit deinen Mitgliedern, was die sagen! – Rufe bei der FPÖ: Ehekrise! Die Koalition ist am Ende! Neuwahlen!
Es gibt vielleicht auch ein paar Kleingeister bei der ÖVP, wie den Kollegen Lopatka, der selbst in einer derart schwierigen Situation billige parteipolitische Polemik von sich gibt. Billige parteipolitische Polemik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wöginger: Red einmal mit deinen Mitgliedern, was die sagen! – Rufe bei der FPÖ: Ehekrise! Die Koalition ist am Ende! Neuwahlen!)
Abg. Lopatka: Es geht um politische Verantwortung!
Kollege Lopatka, Sie sagen zum Beispiel heute, wenn die Konservativen in Deutschland die stärkste Partei sind: Deutschland ist unser wichtigster Handelspartner, man darf nichts machen, um sie zu verärgern. Als Rot-Grün in Deutschland regiert hat, habe ich das von Ihnen nicht gehört. Es zeigt: Sie haben nicht Sympathie zu Menschen in einem Land, Sie haben vielleicht Sympathie zu Ihren Parteifreunden, aber nicht zu den Menschen. (Abg. Lopatka: Es geht um politische Verantwortung!) Und meine Sympathien sind bei den Menschen in einem Land, sowohl bei den Menschen in Deutschland als auch bei den Menschen in Griechenland, unabhängig davon, wer dort gerade an der Regierung ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Lopatka –: Na, da brauchen wir mehr solche Reden!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Lopatka –: Na, da brauchen wir mehr solche Reden!
Kollege Lopatka, Sie sagen zum Beispiel heute, wenn die Konservativen in Deutschland die stärkste Partei sind: Deutschland ist unser wichtigster Handelspartner, man darf nichts machen, um sie zu verärgern. Als Rot-Grün in Deutschland regiert hat, habe ich das von Ihnen nicht gehört. Es zeigt: Sie haben nicht Sympathie zu Menschen in einem Land, Sie haben vielleicht Sympathie zu Ihren Parteifreunden, aber nicht zu den Menschen. (Abg. Lopatka: Es geht um politische Verantwortung!) Und meine Sympathien sind bei den Menschen in einem Land, sowohl bei den Menschen in Deutschland als auch bei den Menschen in Griechenland, unabhängig davon, wer dort gerade an der Regierung ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Lopatka –: Na, da brauchen wir mehr solche Reden!)
Abg. Lopatka: Deutschland ist solidarisch mit den anderen! Es hat niemand mehr bezahlt!
Wenn Sie sich schon so an Deutschland orientieren – um Solidarität und um finanzielle Solidität geht es mit Sicherheit, und das braucht Ehrlichkeit. (Abg. Lopatka: Deutschland ist solidarisch mit den anderen! Es hat niemand mehr bezahlt!) – Genau, Sie sind ohnehin der Richtige (Abg. Lopatka: Deutschland zahlt immer!), der als Erster zwischenruft. Es geht um Ehrlichkeit und um Sachverstand!
Abg. Lopatka: Deutschland zahlt immer!
Wenn Sie sich schon so an Deutschland orientieren – um Solidarität und um finanzielle Solidität geht es mit Sicherheit, und das braucht Ehrlichkeit. (Abg. Lopatka: Deutschland ist solidarisch mit den anderen! Es hat niemand mehr bezahlt!) – Genau, Sie sind ohnehin der Richtige (Abg. Lopatka: Deutschland zahlt immer!), der als Erster zwischenruft. Es geht um Ehrlichkeit und um Sachverstand!
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wie man sich nämlich, Herr Klubobmann Lopatka – das zeigen überhaupt die Redebeiträge der ÖVP bis jetzt –, hier herstellen kann und sich ungetrübt von jedem Sachverstand derart präsentiert, bleibt mir ein Rätsel. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es ist wieder einmal den Rednern und dem Klubobmann der ÖVP vorbehalten geblieben, den Platz hier an diesem Rednerpult zu einer Kanzel der Scheinheiligkeit zu degradieren. (Abg. Lopatka: Na geh!) – Ja, doch! (Rufe bei der ÖVP: Ordnungsruf!) Das soll sich jetzt die Frau Präsidentin überlegen. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Lopatka: Na geh!
Wie man sich nämlich, Herr Klubobmann Lopatka – das zeigen überhaupt die Redebeiträge der ÖVP bis jetzt –, hier herstellen kann und sich ungetrübt von jedem Sachverstand derart präsentiert, bleibt mir ein Rätsel. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es ist wieder einmal den Rednern und dem Klubobmann der ÖVP vorbehalten geblieben, den Platz hier an diesem Rednerpult zu einer Kanzel der Scheinheiligkeit zu degradieren. (Abg. Lopatka: Na geh!) – Ja, doch! (Rufe bei der ÖVP: Ordnungsruf!) Das soll sich jetzt die Frau Präsidentin überlegen. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Rufe bei der ÖVP: Ordnungsruf!
Wie man sich nämlich, Herr Klubobmann Lopatka – das zeigen überhaupt die Redebeiträge der ÖVP bis jetzt –, hier herstellen kann und sich ungetrübt von jedem Sachverstand derart präsentiert, bleibt mir ein Rätsel. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es ist wieder einmal den Rednern und dem Klubobmann der ÖVP vorbehalten geblieben, den Platz hier an diesem Rednerpult zu einer Kanzel der Scheinheiligkeit zu degradieren. (Abg. Lopatka: Na geh!) – Ja, doch! (Rufe bei der ÖVP: Ordnungsruf!) Das soll sich jetzt die Frau Präsidentin überlegen. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.
Wie man sich nämlich, Herr Klubobmann Lopatka – das zeigen überhaupt die Redebeiträge der ÖVP bis jetzt –, hier herstellen kann und sich ungetrübt von jedem Sachverstand derart präsentiert, bleibt mir ein Rätsel. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es ist wieder einmal den Rednern und dem Klubobmann der ÖVP vorbehalten geblieben, den Platz hier an diesem Rednerpult zu einer Kanzel der Scheinheiligkeit zu degradieren. (Abg. Lopatka: Na geh!) – Ja, doch! (Rufe bei der ÖVP: Ordnungsruf!) Das soll sich jetzt die Frau Präsidentin überlegen. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Lopatka: Mit dem Rettungsring, ja!
Kommen wir zu dem, mit dem Sie hier eingeleitet haben: Rettungsring. (Abg. Lopatka: Mit dem Rettungsring, ja!) Ja, genau, der Rettungsring! Sie behaupten, alle, die jetzt Bedenken gegen die ganze Vorgangsweise anmelden, weil falsche Politik der Vergangenheit fortgesetzt wird und im Übrigen die rechtliche Basis fehlt, würden hier den Rettungsring wegziehen. Na wusch – umgekehrt ist es! (Abg. Strache: Sie haben die Pleite der Griechen ...!) Was Sie hier vorhaben, führt nur dazu, dass – wenn Sie schon in dem Bild bleiben wollen – dem Ertrinkenden noch einmal ein paar Steine ans Bein gehängt werden. (Abg. Strache: Ein Bleiring!)
Abg. Strache: Sie haben die Pleite der Griechen ...!
Kommen wir zu dem, mit dem Sie hier eingeleitet haben: Rettungsring. (Abg. Lopatka: Mit dem Rettungsring, ja!) Ja, genau, der Rettungsring! Sie behaupten, alle, die jetzt Bedenken gegen die ganze Vorgangsweise anmelden, weil falsche Politik der Vergangenheit fortgesetzt wird und im Übrigen die rechtliche Basis fehlt, würden hier den Rettungsring wegziehen. Na wusch – umgekehrt ist es! (Abg. Strache: Sie haben die Pleite der Griechen ...!) Was Sie hier vorhaben, führt nur dazu, dass – wenn Sie schon in dem Bild bleiben wollen – dem Ertrinkenden noch einmal ein paar Steine ans Bein gehängt werden. (Abg. Strache: Ein Bleiring!)
Abg. Strache: Ein Bleiring!
Kommen wir zu dem, mit dem Sie hier eingeleitet haben: Rettungsring. (Abg. Lopatka: Mit dem Rettungsring, ja!) Ja, genau, der Rettungsring! Sie behaupten, alle, die jetzt Bedenken gegen die ganze Vorgangsweise anmelden, weil falsche Politik der Vergangenheit fortgesetzt wird und im Übrigen die rechtliche Basis fehlt, würden hier den Rettungsring wegziehen. Na wusch – umgekehrt ist es! (Abg. Strache: Sie haben die Pleite der Griechen ...!) Was Sie hier vorhaben, führt nur dazu, dass – wenn Sie schon in dem Bild bleiben wollen – dem Ertrinkenden noch einmal ein paar Steine ans Bein gehängt werden. (Abg. Strache: Ein Bleiring!)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie da schon in diesen Sprachbildern herumschwadronieren wollen, dann können wir Ihnen gerne noch weiterhelfen. Es ist ja offenkundig so, dass ein durchaus selbstverschuldeter Kranker durch diese Therapie immer noch kränker wird. Wenn Sie dem Blutleeren und Bleichen immer noch mehr Blut abzapfen, wird er natürlich auch nicht gesünder werden, ganz einfach – und das ist der Kern dieser Vorschläge! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich verstehe überhaupt nicht, wie man sich da diesem Schäuble-Diktat anschließen kann. Das ist hier der Grund unserer inhaltlichen Bedenken, die auch zu unserer Ablehnung führen. Alternativen gibt es immer! Alternativen gibt es immer, die sind nämlich genau dort, sehr wohl den ESM zu nutzen, aber mit anderen Eingangsbedingungen und mit einem anderen angedachten Programm, das dann halt auszuverhandeln ist. Ganz einfach: Es gibt immer eine Alternative! Wir sollten uns – seit der Finanzkrise im Speziellen – hüten vor diesen Therapeuten, die uns immer zurufen: There is no alternative. Da wissen wir, wo das hinführt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Der IWF hat schon längst, schon monatelang gesagt: 30 Prozent Schuldenerleichterung oder Schuldenschnitt. Wir wissen, der Schnitt ist nicht so leicht organisierbar, und da gibt es auch ein vertragliches Problem. Aber die Erleichterung ist unausweichlich! Warum? – Weil gerade mit diesem Programm, das Sie hier jetzt als Rettungsring hochjubeln, die Schulden auf 200 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Das würde ja, wenn das alles unter normalen Bedingungen zurückgezahlt werden müsste – oder eben in nicht ausreichenden Erleichterungen –, selbst Volkswirtschaften wie Deutschland an den Abgrund bringen. Das kann ja nicht die Lösung sein! Sie sind schon wieder beim Problemvermehren und nicht beim Lösen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Fekter.
Es war einfach eine korrupte Elite, die sich dort durch das Land manövriert hat. Und das waren Ihre Freunde (in Richtung ÖVP), und die haben Sie noch dauernd eingeladen! Aber jetzt zeigen Sie auf andere. (Zwischenruf der Abg. Fekter.)
Zwischenruf des Abg. Wöginger.
in den Vorbedingungen. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.) Das Rüstungsbudget soll nicht in der gleichen Härte so schnell gekürzt werden, sondern irgendwann.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber Sie haben ja noch eine Chance, auch wenn Sie unser Mandat heute noch nicht haben. Schauen wir uns das Memorandum of Understanding an – was kommen wird –, da müssen wir uns wieder damit beschäftigen. Schauen wir es uns an, so offen sind wir von der Fraktion der Grünen. Dann können wir noch einmal darüber reden. Überraschen Sie uns mit etwas Positivem! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Dazu müssen Sie aber zur wirtschaftlichen Vernunft zurückkehren, soziale Gerechtigkeit walten lassen und endlich einmal auch den Zusammenhang dieser finanziellen Kreisläufe verstehen, denn da geht es nicht darum, dass in Griechenland irgendwie weiter großartig Geld verwendet wird, sondern wir zahlen uns das Geld immer selber zurück. Wir zahlen zurück zum IWF, wir zahlen zurück zur EZB – soll sein, aber ich weiß nicht, warum man das dann auf diese Art und Weise „Griechenland-Hilfe“ nennt! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Was wir tun sollten, ist, über diese Schuldentragfähigkeit nachzudenken. Dann würde nämlich dieses undurchsichtige finanzielle Ringelspiel auch nicht mehr dazu taugen, dass man den Leuten bei uns Sand in die Augen streut und den Menschen in Griechenland den Boden unter den Füßen wegzieht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kogler: Ich habe es sogar selber erwähnt!
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Abgeordneter Kogler, ich bin vorhin auf eine Bemerkung von Ihnen in Richtung Klubobmann Lopatka aufmerksam gemacht worden, die ich selber aber nicht gehört habe. Ich habe daher das Protokoll angefordert (Abg. Kogler: Ich habe es sogar selber erwähnt!) und werde dann darüber entscheiden, wie ich damit verfahren werde.
Abg. Matznetter: Ich glaube, er kann es unterscheiden! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Nächste Wortmeldung: Herr Abgeordneter Mag. Zakostelsky. – Bitte. (Abg. Matznetter: Ich glaube, er kann es unterscheiden! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Kogler: Nein, das ist nicht vergleichbar!
Nach den ersten beiden Hilfspaketen von 2010 und 2012 geht es um das dritte Paket. Im gleichen Zeitraum – das möchte ich in Erinnerung rufen – haben Staaten wie Portugal, Spanien, Irland ähnliche Hilfspakete bekommen. Sie haben es aber anscheinend mit den Reformen etwas ernster gemeint (Abg. Kogler: Nein, das ist nicht vergleichbar!), haben diese umgesetzt und sind tatsächlich bereits seit dem Vorjahr wieder kapitalmarktfähig. Sie sind damit selbst in der Lage, das eigene Budget und den eigenen Staatshaushalt zu steuern.
Abg. Rossmann: Vorher war bekanntlich alles in Ordnung in Griechenland!
Griechenland war durchaus ebenfalls auf dem Wege dorthin, bis die linkspopulistische Regierung Syriza an die Macht kam und durch Quasi-Versprechen die Wahlen gewann, nämlich die Versprechen, die Troika aus dem Land zu werfen (Abg. Rossmann: Vorher war bekanntlich alles in Ordnung in Griechenland!), und die Schulden müssten nicht mehr zurückgezahlt werden. Das hat den Wählern natürlich gefallen, denen hier vorgegaukelt wurde, es gäbe einen Weg, wo jemand anderer die Schulden zahlt. Meine Damen und Herren, es wurde den Wählern etwas vorgegaukelt, was natürlich nicht gutgehen konnte. Man hat den Wählern gesagt: Es geht ohne Reformen und ohne Anstrengungen. Und es ging auch einige Monate – allerdings bergab, meine Damen und Herren!
Beifall bei der ÖVP.
Ja, zugegebenermaßen – ich glaube, das wurde vorhin auch geäußert – bestehen diese Probleme in Griechenland natürlich nicht erst seit 2015, nicht erst seit der Regierung Syriza. Sie bestanden schon länger. Aber es gab Reformvereinbarungen, die mit den vergangenen Regierungen getroffen wurden, und im Jahr 2014 hat man durchaus erste Erfolge gesehen, die hier zu greifen begonnen haben. Doch dann – wie gesagt, ich muss es an dieser Stelle noch einmal wiederholen – kam Syriza und hat völlig willkürlich diese Vereinbarungen gestoppt, das Rückzahlen von Schulden ebenso will-kürlich gestoppt. Das müssen wir uns schon vor Augen halten. Und da bin ich bei Werner Kogler: Syriza hatte nur fünf Monate Zeit – aber, meine Damen und Herren, die fünf Monate haben völlig ausgereicht, zu zeigen, was für ein Chaos eine linkspopu-listische Regierung anstellen kann! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Steinhauser: Dann kommen Sie bitte dazu!
Meine Damen und Herren, ich habe vorhin Sachlichkeit eingefordert. (Abg. Steinhauser: Dann kommen Sie bitte dazu!) Das soll jetzt natürlich kein populistischer Gag sein, sondern ich möchte die willkürlich ... (Abg. Rossmann: Dann wird es Zeit für sachliche Argumente! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Ganz richtig! Ich möchte die willkürlich vom Zaun gebrochene Volksabstimmung erwähnen, wo die Regierung, allen voran Regierungschef Tsipras, das Volk aufhetzt, hineinhusst und sagt: Wir müssen mit Nein stimmen, dann brauchen wir unsere Schulden wahrscheinlich nicht mehr zurückzuzahlen. (Zwischenruf der Abg. Maurer.) Dann stimmen über 60 Prozent der Bevölkerung dagegen, und als man nach zwei oder drei Tagen merkt, dass der Poker nicht aufgeht, ist auf einmal alles ganz, ganz anders.
Abg. Rossmann: Dann wird es Zeit für sachliche Argumente! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, ich habe vorhin Sachlichkeit eingefordert. (Abg. Steinhauser: Dann kommen Sie bitte dazu!) Das soll jetzt natürlich kein populistischer Gag sein, sondern ich möchte die willkürlich ... (Abg. Rossmann: Dann wird es Zeit für sachliche Argumente! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Ganz richtig! Ich möchte die willkürlich vom Zaun gebrochene Volksabstimmung erwähnen, wo die Regierung, allen voran Regierungschef Tsipras, das Volk aufhetzt, hineinhusst und sagt: Wir müssen mit Nein stimmen, dann brauchen wir unsere Schulden wahrscheinlich nicht mehr zurückzuzahlen. (Zwischenruf der Abg. Maurer.) Dann stimmen über 60 Prozent der Bevölkerung dagegen, und als man nach zwei oder drei Tagen merkt, dass der Poker nicht aufgeht, ist auf einmal alles ganz, ganz anders.
Zwischenruf der Abg. Maurer.
Meine Damen und Herren, ich habe vorhin Sachlichkeit eingefordert. (Abg. Steinhauser: Dann kommen Sie bitte dazu!) Das soll jetzt natürlich kein populistischer Gag sein, sondern ich möchte die willkürlich ... (Abg. Rossmann: Dann wird es Zeit für sachliche Argumente! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Ganz richtig! Ich möchte die willkürlich vom Zaun gebrochene Volksabstimmung erwähnen, wo die Regierung, allen voran Regierungschef Tsipras, das Volk aufhetzt, hineinhusst und sagt: Wir müssen mit Nein stimmen, dann brauchen wir unsere Schulden wahrscheinlich nicht mehr zurückzuzahlen. (Zwischenruf der Abg. Maurer.) Dann stimmen über 60 Prozent der Bevölkerung dagegen, und als man nach zwei oder drei Tagen merkt, dass der Poker nicht aufgeht, ist auf einmal alles ganz, ganz anders.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
Meine Damen und Herren, ich glaube, wenn wir das in Österreich aufführen würden, würde unsere Bevölkerung völlig zu Recht die Regierung aus dem Amt jagen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Deswegen, genau deswegen rufe ich Sie auf, dass wir heute gemeinsam und natürlich einstimmig unserem Finanzminister das Verhandlungsmandat erteilen, denn nur wenn wir gemeinsam mit Griechenland verhandeln, können diese strengen Sanktionen mit den begleitenden Kontrollen vereinbart werden. Ohne Verhandlungen kommen wir nicht dorthin. Daher an dieser Stelle: Stimmen Sie diesem Verhandlungsmandat zu, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.
Ich möchte an dieser Stelle einmal eine andere Tatsache, vielleicht für manche überraschend, in Erinnerung rufen, weil man manchmal von den Vorschlägen glauben könnte, das ist niemandem bewusst: Schulden sind nicht demokratisierbar! Man kann nicht abstimmen, ob man Schulden hat. Man kann auch nicht abstimmen, ob man Schulden zurückzahlen will oder nicht. (Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rossmann.
Irland, Spanien und Portugal haben gezeigt, dass man dann auch wieder in die Lage kommt, zu investieren. Da bin ich oder da bin ich beinahe bei unserem Herrn Bundeskanzler: Natürlich ist es auch wichtig, zu investieren und sich aus Krisen heraus zu investieren. Allerdings kann man nicht investieren, wenn man kein Geld hat – und deswegen gehören die Reformen und das Sparen sehr wohl dazu, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Rossmann.) Dann bin ich dabei, Herr Bundeskanzler, dann gehört natürlich auch an der richtigen Stelle investiert. Es kommt auf die richtige Verhältnismäßigkeit an.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren von der blau-grünen vereinigten Opposition, Sie sollten das auch tun, nämlich heute dem Finanzminister die Verhandlungsermächtigung erteilen, sonst wäre das nämlich sehr peinlich – allerdings peinlich für Sie, meine Damen und Herren. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Grünen.
Präsident Karlheinz Kopf: Bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile – ich habe inzwischen das Stenographische Protokoll über die Ausführungen des Herrn Abgeordneten Kogler bekommen –: Herr Abgeordneter Kogler, ich erteile Ihnen für Ihre Äußerung – Zitat –: „Es ist wieder einmal den Rednern und dem Klubobmann der ÖVP vorbehalten geblieben, den Platz hier an diesem Rednerpult zu einer Kanzel der Scheinheiligkeit zu degradieren“, einen Ordnungsruf. (Beifall bei der ÖVP. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Pilz: O ja, das ist zum Lachen! Das ist absurd!
Meine Damen und Herren, das ist nicht zum Lachen (Abg. Pilz: O ja, das ist zum Lachen! Das ist absurd!), und es ist meine alleinige Entscheidung, solche Ordnungsrufe zu erteilen, und das ist absolut eine ordnungsrufwürdige Äußerung. (Abg. Pilz: Aber nicht scheinheilig!)
Abg. Pilz: Aber nicht scheinheilig!
Meine Damen und Herren, das ist nicht zum Lachen (Abg. Pilz: O ja, das ist zum Lachen! Das ist absurd!), und es ist meine alleinige Entscheidung, solche Ordnungsrufe zu erteilen, und das ist absolut eine ordnungsrufwürdige Äußerung. (Abg. Pilz: Aber nicht scheinheilig!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte generell ersuchen, meine Damen und Herren: Wir sind in einer schwierigen Situation, Österreich, die Eurozone, wir haben schwierige Entscheidungen zu treffen. Man kann zu diesen Entscheidungen selbstverständlich höchst unterschiedliche Positionen haben, und die sollen hier an diesem Rednerpult auch ausgetragen werden, aber es ist nicht notwendig, bei solchen unterschiedlichen Meinungen, die man hat, ins Persönliche zu gehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei den Grünen: Scheinheilig! – Abg. Lopatka: Schön sprechen!
Ich möchte auch an alle folgenden Redner appellieren, das nicht zu tun, sondern bei der Sache zu bleiben. (Rufe bei den Grünen: Scheinheilig! – Abg. Lopatka: Schön sprechen!)
Abg. Wöginger: Gut, dass du es verstehst!
Wenn man es sich genau ansieht und, wie gesagt, sachlich betrachtet, dann sieht man, dass die Griechen in Wahrheit gar kein Hilfspaket brauchen. Die Griechen haben auch vor fünf Jahren kein Hilfspaket gebraucht, und auch heute brauchen sie kein Hilfspaket. Die Herren Varoufakis und Tsipras haben über fünf Monate versucht, Ihnen etwas zu sagen, was Sie jedoch ganz offensichtlich nicht verstanden haben (Abg. Wöginger: Gut, dass du es verstehst!), was Sie nicht wahrhaben wollten, nämlich: Wir brauchen euer Geld nicht! Tsipras hat versucht, Ihnen zu sagen: Bitte lasst uns in Ruhe, nur dann schaffe ich es, in meinem Land Reformen umzusetzen! Denn wenn Sie uns weiterhin Ihr Geld aufzwingen, dann passieren diese Reformen einfach nicht. Wie soll ich denn meiner eigenen Bevölkerung einen Motivationsschub geben, Reformen zuzulassen, wenn Sie permanent mit dem Geld kommen und es uns hinten reinstecken? Wie soll denn das funktionieren? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn man es sich genau ansieht und, wie gesagt, sachlich betrachtet, dann sieht man, dass die Griechen in Wahrheit gar kein Hilfspaket brauchen. Die Griechen haben auch vor fünf Jahren kein Hilfspaket gebraucht, und auch heute brauchen sie kein Hilfspaket. Die Herren Varoufakis und Tsipras haben über fünf Monate versucht, Ihnen etwas zu sagen, was Sie jedoch ganz offensichtlich nicht verstanden haben (Abg. Wöginger: Gut, dass du es verstehst!), was Sie nicht wahrhaben wollten, nämlich: Wir brauchen euer Geld nicht! Tsipras hat versucht, Ihnen zu sagen: Bitte lasst uns in Ruhe, nur dann schaffe ich es, in meinem Land Reformen umzusetzen! Denn wenn Sie uns weiterhin Ihr Geld aufzwingen, dann passieren diese Reformen einfach nicht. Wie soll ich denn meiner eigenen Bevölkerung einen Motivationsschub geben, Reformen zuzulassen, wenn Sie permanent mit dem Geld kommen und es uns hinten reinstecken? Wie soll denn das funktionieren? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim Team Stronach.
Was haben Sie darauf gesagt, nachdem die Griechen Sie monatelang gebeten haben, bitte lasst uns in Ruhe? – Sie haben gesagt: Das kommt gar nicht infrage. Ihr wollt unser Geld nicht? Das wäre ja noch schöner! Ihr habt gefälligst unser Geld zu nehmen, denn wenn ihr unser Geld nicht nehmt, werden all die Kredite, die wir euch gegeben haben, nicht einmal mehr, was die Zinsen betrifft, bedient. Dann müsste ich meinen eigenen Steuerzahlern die Wahrheit sagen, nämlich: Ich habe einen großen Fehler gemacht. Ich habe den Griechen über Jahre, Jahrzehnte Geld gegeben, wobei ich wusste, dass es nicht zurückkommt; und jetzt gebe ich ihnen weiter Geld, damit sie zumindest die Zinsen bezahlen, damit ich die Illusion aufrechterhalten kann, es kommt ja etwas rein, das Geld ist nicht verloren. Nur um diese Illusion geht es. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Höfinger.
Genau das machen Sie aber. Was den Griechen fehlt, ist nicht Geld, es fehlt ihnen an Motivation. Den Griechen fehlt einfach die Motivation, das zu tun, was für uns selbstverständlich ist. (Zwischenruf des Abg. Höfinger.)
Zwischenruf des Abg. Rossmann.
Glauben Sie, dass sie dann selber bereit sind, ihre Steuern zu zahlen? Würden Sie das machen, Ihre Steuern zahlen? Haben Sie schon einmal auf den Kontoauszug geschaut, was da abgeht jeden Monat? Glauben Sie, Sie wären bereit, das zu bezahlen, wenn Sie nicht müssten – und die Griechen wären bereit, für uns zu bezahlen? Genau das machen wir! (Zwischenruf des Abg. Rossmann.)
Abg. Fekter: Nein, privatisiert!
Wer es nicht versteht, für den habe ich jetzt noch ein Beispiel aus Österreich. Die Voest war ein Paradebeispiel dafür, wie man einen Betrieb nicht führt. Jahrzehntelang Verluste, zum Schluss mehr Verlust als Umsatz, Reformen – Fehlanzeige, weil sie am Staatstropf gehangen sind. Erst als das Ganze pleitegegangen ist, haben sie Reformen gemacht und sind mittlerweile ein Vorzeigeunternehmen. (Abg. Fekter: Nein, privatisiert!) Das ist Motivation, und genau das fehlt.
Beifall beim Team Stronach
Um das zu vertuschen, schicken wir ihnen jetzt wieder Geld. Auch gegen den Willen der Bevölkerung, gegen den Willen der Regierung wird Ihnen jetzt Geld aufs Auge gedrückt, nur damit es bei uns niemand merkt (Beifall beim Team Stronach), nur damit die heimische Bevölkerung mit der Illusion weiterleben kann, das griechische Geld ist nicht verloren, es kommt irgendwann zurück, und wenn es, wie Sie sagen, 2054 ist.
Beifall beim Team Stronach.
Das ist das Problem. Das Hauptproblem, das wir haben, ist, dass die Politik hier in Österreich und in ganz Europa nach einer Richtschnur funktioniert. Und diese Richtschnur ist die: Besser ein doppeltes, dreifaches, fünffaches Problem in einigen Jahren, als den Problemen heute ins Auge zu sehen. Das ist die Politik, wie sie in Europa gemacht wird, und das ist traurig und zutiefst abzulehnen! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schieder.
Daher möchte ich zuallererst meinen 18 Kolleginnen und Kollegen danke sagen. In diesen Dank beziehe ich die Leistungen des Herrn Schäuble genauso ein wie jene des Herrn Sapin. Und ich beziehe vor allem eine Leistung mit ein, nämlich die unseres neuen griechischen Kollegen, Euklid Tsakalotos. Wenn wir den von Anfang an gehabt hätten, dann wäre es – das ist meine persönliche Einschätzung – nie so weit gekommen, wie die griechische Regierung es mit der Europäischen Union getrieben hat. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schieder.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Daher ist völlig klar gewesen, dass das Papier, das die Finanzminister übermittelt haben, natürlich abgestimmt war mit den Staats- und Regierungschefs. Deshalb verstehe ich auch nicht, wenn ein Entschließungsantrag eingebracht wird von jenen, die immer großartig von „Meinungsfreiheit“ und „Demokratie“ sprechen, die mir auferlegen, eine Meinung nicht haben zu dürfen, nämlich zum Beispiel die des Kollegen Schäuble. Denn das ist ja Inhalt des Entschließungsantrags, den Sie vorlegen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Daher sage ich ausdrücklich: Ich vertrete die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher, und gestatten Sie mir auch, meine eigene Meinung dazu zu haben. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Es ist in keiner Weise erforderlich, dass Sie glauben, mir Ihre Meinung übertragen zu müssen. (Abg. Pirklhuber: Na sicher, das tun wir öfter im Parlament!) Ich verhandle dort für Österreich und nicht für eine Fraktion. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Na sicher, das tun wir öfter im Parlament!
Daher sage ich ausdrücklich: Ich vertrete die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher, und gestatten Sie mir auch, meine eigene Meinung dazu zu haben. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Es ist in keiner Weise erforderlich, dass Sie glauben, mir Ihre Meinung übertragen zu müssen. (Abg. Pirklhuber: Na sicher, das tun wir öfter im Parlament!) Ich verhandle dort für Österreich und nicht für eine Fraktion. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher sage ich ausdrücklich: Ich vertrete die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher, und gestatten Sie mir auch, meine eigene Meinung dazu zu haben. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Es ist in keiner Weise erforderlich, dass Sie glauben, mir Ihre Meinung übertragen zu müssen. (Abg. Pirklhuber: Na sicher, das tun wir öfter im Parlament!) Ich verhandle dort für Österreich und nicht für eine Fraktion. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Schatz: Es geht nicht um Ihre Meinung, sondern um die des Volkes!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte auch klarstellen, dass die Äußerungen, die hier gefallen sind … (Abg. Schatz: Es geht nicht um Ihre Meinung, sondern um die des Volkes!) – Ach so! Es geht nicht um meine Meinung? Aha, gut, ist in Ordnung. Ein eigenartiges Verständnis von der Verantwortung einer Politik, aber das haben wir ja bei Ihnen schon länger mitbekommen.
Abg. Kogler: Das ist eh klar!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir beginnen die Verhandlungen – und sind nicht am Ende der Verhandlungen. Das Mandat, das Sie mir erteilen oder auch nicht, bedeutet nicht, dass es ein Ergebnis gibt. (Abg. Kogler: Das ist eh klar!) Das bedeutet zuerst einmal, dass das Memorandum of Understanding festgestellt wird. Anschließend wird überprüft, ob das ausreichend ist, um die Schuldentragfähigkeit herzustellen, und es wird überprüft, ob man mit den jetzt vereinbarten Finanzmitteln in der Höhe von 82 bis 86 Milliarden € das Auslangen findet.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Da immer wieder zitiert wird, was Deutschland gesagt hat oder nicht: Ich bin nicht bereit, aus einer vertraulichen Runde der Finanzminister zu sagen, wer da aller noch viel anderes gesagt hat. Das macht keinen Sinn. Warum nicht? – Weil wir gemeinsam jetzt zu einem Entschluss gekommen sind. Dieses Papier liegt jetzt vor, und es liegt in unserer Hand, das erfolgreich umzusetzen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kogler.
Ich betone ausdrücklich, dass ich felsenfest davon überzeugt bin: Mit oder ohne Hilfsprogramm wird Griechenland ohne diese Reformschritte nicht mehr auf eine erfolgreiche Spur zurückkommen. Sie werden diese machen müssen, mit oder ohne Hilfsprogramm. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kogler.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Kogler: Richtig!
Haben Sie jetzt irgendetwas gefunden, wo wir nicht über Reformen sprechen, die in Griechenland dringend erforderlich sind und die Voraussetzung dafür sind, dass andere Maßnahmen überhaupt greifen können? Denn wenn es stimmt – wir haben die Unterlagen noch nicht, aber wenn es stimmt –, dass es in Griechenland aufgrund einer nicht vorhandenen Finanzverwaltung nicht eintreibbare Steuerschulden von 70 Milliarden € gibt, dann bräuchten wir kein Hilfsprogramm, wenn die imstande wären, die Steuern einzutreiben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Kogler: Richtig!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kogler.
Daher ist es völlig unverständlich, dass man einem solchen Reformprogramm nicht zustimmt. Es ist mir auch völlig unverständlich, dass ein Mandat für Verhandlungen nicht erteilt wird, man aber dann, wenn es genehm ist, vielleicht zustimmen wird. Das verstehe ich, ganz ehrlich gesagt, nicht. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kogler.)
Abg. Kogler: Ist logisch!
Aber der IWF hat vor wenigen Stunden mitgeteilt, dass er sich auch an einem dritten Hilfsprogramm beteiligen könnte, sofern das zweite Hilfsprogramm, das für den IWF noch bis März nächsten Jahres läuft, erfolgreich abgewickelt wird. Daher müssen wir jetzt über die Brückenfinanzierung für den IWF diese 2 Milliarden € sicherstellen, damit die restlichen 16 Milliarden € ausbezahlt werden können. Und wenn der IWF sagt, er ist bereit, wenn das Memorandum of Understanding daliegt, die Schuldentragfähigkeit zu prüfen und sich an einem Programm zu beteiligen, so wissen Sie: Die strengste Schuldentragfähigkeitsanalyse wird durch den IWF durchgeführt. (Abg. Kogler: Ist logisch!)
Beifall bei der ÖVP.
Zweiter Punkt: Sie tun hier so, als ob es irgendeiner Österreicherin oder irgendeinem Österreicher gelingen könnte, einen Bankkredit ohne Bedingungen zu bekommen. Niemandem wird das gelingen! Deshalb ist es einfach falsch zu sagen, wir stellen keine Bedingungen dafür, dass wir bereit sind, weiteres Geld zur Verfügung zu stellen. Es ist einfach falsch! (Beifall bei der ÖVP.) Das ist notwendig! Es ist notwendig, diese Bedingungen herzustellen!
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe manchmal das Gefühl, bei uns entwickeln sich Einzelne, die hier an das Rednerpult treten, zu einem „Alpen-Varoufakis“. Sie erzählen uns hier, wie die Welt funktioniert, haben aber keine Lösung. Das wird nicht der Weg sein, den wir beschreiten. Wir werden mit klaren Strukturen verhandeln, um Griechenland auf einen erfolgreichen Weg zurückzuführen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine letzte Anmerkung, meine sehr geehrten Damen und Herren, schmerzt ganz besonders. Wenn hier davon gesprochen wird, Herr Tsipras sei erpresst worden: Wissen Sie, wer uns sechs Monate lang in der Euro-Gruppe erpresst hat? Der Herr Varoufakis als Spieltheoretiker, der mit uns gepokert hat bis zum letzten Augenblick und für das Land sicher nichts Gutes getan hat, indem er sich so verhalten hat. Wir hätten nämlich schon vor sechs Monaten eine Lösung haben können, die nicht zu diesem Zustand geführt hätte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Rädler: Wo ist die Frau Glawischnig? Am Golfplatz?
Deshalb lasse ich das nicht zu, da es auch ein Vorwurf an die österreichische Bundesregierung ist, dass hier behauptet wird, der Herr Bundeskanzler hätte beim Gipfel oder ich bei den Finanzministern erpresserische Vorgänge unterstützt. Wir haben Verhandlungen unterstützt, wir haben konstruktive Vorschläge unterstützt, wir waren diejenigen, die immer wieder mit Kompromissen in die Verhandlungen gegangen sind. Deshalb bitte ich Sie um dieses Mandat, damit wir das auf einen guten Weg bringen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Rädler: Wo ist die Frau Glawischnig? Am Golfplatz?)
Abg. Kogler: Oja, mit einem besseren Programm!
Ich möchte auf die Ausführungen des Kollegen Kogler etwas eingehen, denn er hat sehr schön argumentiert, warum die Grünen heute nicht mitgehen können. Hätte Herr Kogler von Sonntag auf Montag diese Position in der Härte bei den Beratungen der Regierungschefs vertreten, dann würden wir heute nicht hier zusammenkommen (Abg. Kogler: Oja, mit einem besseren Programm!), denn wir hätten am Montag das
Beifall bei der ÖVP.
Es wurde immer wieder, auch in den Medien, der Vergleich mit der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, den Verhandlungen in Versailles, strapaziert. – Es ist zweifellos so, dass Griechenland in keine kriegerischen Handlungen involviert war, aber wir schon feststellen können, dass es vor allem in den sozialen Netzen und allgemein in den Medien zu einem Krieg der Worte und zu einem Krieg der Bilder gekommen ist. Es sollte unser gemeinsames Anliegen sein, diesen Krieg der Worte und Bilder zu verändern und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, um – da bin ich beim Kollegen Krainer – Brücken zu bauen. Ich sage Ihnen ganz offen: Die Herausforderungen sind groß! – Auf diesem Weg alles Gute! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den NEOS.
Wir brauchen eine wettbewerbsfähige griechische Wirtschaft, und das liegt nicht in der Verantwortung von uns in Wien, das liegt nicht in Brüssel, sondern das liegt in der Verantwortung von Athen. Daher sagen wir insgesamt ein Nein zu diesem Paket: aus Verantwortung zu Europa, aus Solidarität zu Griechenland – und Nein vor allem unter diesen Gesichtspunkten aus Verantwortung zu den österreichischen Steuerzahlern. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der FPÖ.
nicht Griechenland, da gebe ich Ihnen recht, aber das Dritte und Wesentlichste haben Sie vergessen als österreichischer Abgeordneter im Nationalrat: Es hilft vor allem Österreich nicht! Im Gegenteil: Es schadet Österreich massiv – so wie wir uns bisher durch alle Beschlüsse, die hier in dieser Angelegenheit gefasst worden sind, schon massivst geschadet haben! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Moser
Sogar Herrn Steinbrück, dem langjährigen deutschen Finanzminister, hat es gereicht. Sie haben es vielleicht den Medien entnommen: Steinbrück hat in der Diskussion innerhalb seiner Fraktion, der SPD-Fraktion (Zwischenruf der Abg. Moser), zu diesem neuen Hilfspaket – vulgo Memorandum of Understanding – gesagt, er kann das nicht mitverantworten und er wird als Abgeordneter dagegen stimmen. Dieses dritte sogenannte Hilfspaket ist nämlich nichts anderes als die Einladung zum vierten Hilfspaket, das noch in dieser Legislaturperiode, hat er gesagt, erforderlich sein wird, weil es keinen anderen Weg gibt, das griechische Problem anzugehen, zu lösen – das Wort ist schon so oft missbraucht worden, dass ich es gar nicht verwenden will –, also anzugehen, als Griechenland aus der Eurozone herauszuführen und ihm in Form eines Schuldenschnitts – manche sagen: Staatsbankrotts – einen Neuanfang zu ermöglichen. Das jetzige Kostenniveau, das Verschuldungsniveau, in Griechenland macht so einen Neuanfang unmöglich.
Beifall bei der FPÖ.
Und wenn ich mir anschaue, was hier in den letzten fünf Jahren mit Griechenland passiert ist, welche Beschlüsse es da gegeben hat – Parlamentsbeschlüsse, Erklärungen und so weiter – und was alles da herausgekommen ist, dann finde ich, dass auch wir als verantwortliche Parlamentarier der Republik Österreich so etwas nicht weiter mittragen sollten und daher dem Finanzminister diese gewünschte Ermächtigung, hier weitere 82 Milliarden als ersten Schritt zu – sagen wir einmal so – vergeben, nicht erteilen sollten. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Das ist aber Ihr Problem!
Aufregung um den Entschließungsantrag von Werner Kogler überhaupt nicht nachvollziehen, aber in keiner Weise. (Abg. Rädler: Das ist aber Ihr Problem!) Sie handeln doch bitte hier nicht als Privatperson! Und selbstverständlich ist es so, dass Ihnen das Parlament, dieses österreichische Parlament hier, eine Weisung erteilen kann. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aufregung um den Entschließungsantrag von Werner Kogler überhaupt nicht nachvollziehen, aber in keiner Weise. (Abg. Rädler: Das ist aber Ihr Problem!) Sie handeln doch bitte hier nicht als Privatperson! Und selbstverständlich ist es so, dass Ihnen das Parlament, dieses österreichische Parlament hier, eine Weisung erteilen kann. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Hauser: Das wissen sie selber nicht!
Was wollte denn die neue Regierung in Griechenland, was wollte denn Finanzminister Varoufakis? (Abg. Hauser: Das wissen sie selber nicht!) – Natürlich wollten sie ein Ende der Austeritätspolitik, weil sie sechs Spardiktate hinter sich hatten, die dazu geführt haben, dass Griechenland von Jahr zu Jahr weiter in die Tiefe gerutscht ist. Und sie haben sich zur Wehr gesetzt (Zwischenruf der Abg. Fekter) – sie haben sich dagegen zur Wehr gesetzt, zu Recht zur Wehr gesetzt! Aber dann trat eben Schäuble auf den Plan und ist mit seinen Grexit-Fantasien zur Höchstform aufgelaufen – aber durchsetzen konnte er sich nicht!
Zwischenruf der Abg. Fekter
Was wollte denn die neue Regierung in Griechenland, was wollte denn Finanzminister Varoufakis? (Abg. Hauser: Das wissen sie selber nicht!) – Natürlich wollten sie ein Ende der Austeritätspolitik, weil sie sechs Spardiktate hinter sich hatten, die dazu geführt haben, dass Griechenland von Jahr zu Jahr weiter in die Tiefe gerutscht ist. Und sie haben sich zur Wehr gesetzt (Zwischenruf der Abg. Fekter) – sie haben sich dagegen zur Wehr gesetzt, zu Recht zur Wehr gesetzt! Aber dann trat eben Schäuble auf den Plan und ist mit seinen Grexit-Fantasien zur Höchstform aufgelaufen – aber durchsetzen konnte er sich nicht!
Zwischenruf des Abg. Amon.
Was zumindest übrig bleibt ist, dass Europa nach dieser Einigung tief gespalten ist, weil nationale Interessen vor das Projekt Europa und vor Solidarität in Europa gestellt worden sind. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Die europäische Integration hat schwers-ten Schaden erlitten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Was zumindest übrig bleibt ist, dass Europa nach dieser Einigung tief gespalten ist, weil nationale Interessen vor das Projekt Europa und vor Solidarität in Europa gestellt worden sind. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Die europäische Integration hat schwers-ten Schaden erlitten. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Podgorschek.
Ein zweiter Punkt, europapolitisch von Bedeutung: Griechenland – und das steht ja in dieser Einigung klipp und klar drinnen – wurde seiner Souveränität beraubt, weil sämtliche Regierungsvorlagen von relevanter Bedeutung vorab der Troika vorgelegt werden müssen, mit ihr abgestimmt werden müssen, bevor sie ins Parlament kommen! – Bitte, damit wird Griechenland zu einem Protektorat, abhängig von der Troika, den Institutionen: der Europäischen Zentralbank, der Europäischen Kommission und dem Wäh-rungsfonds. (Zwischenruf des Abg. Podgorschek.) Diesen Rückfall in die alte Machtpolitik, den kann und darf man in Europa schlichtweg nicht tolerieren! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Amon.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Amon.
Ein zweiter Punkt, europapolitisch von Bedeutung: Griechenland – und das steht ja in dieser Einigung klipp und klar drinnen – wurde seiner Souveränität beraubt, weil sämtliche Regierungsvorlagen von relevanter Bedeutung vorab der Troika vorgelegt werden müssen, mit ihr abgestimmt werden müssen, bevor sie ins Parlament kommen! – Bitte, damit wird Griechenland zu einem Protektorat, abhängig von der Troika, den Institutionen: der Europäischen Zentralbank, der Europäischen Kommission und dem Wäh-rungsfonds. (Zwischenruf des Abg. Podgorschek.) Diesen Rückfall in die alte Machtpolitik, den kann und darf man in Europa schlichtweg nicht tolerieren! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Amon.)
Abg. Podgorschek: Ja, aber aus eigenem Verschulden!
Und sagen Sie mir nicht, Herr Finanzminister, dass Griechenland nicht erpresst worden wäre! Natürlich ist Griechenland erpresst worden, denn Griechenland stand mit dem Rücken zur Wand. (Abg. Podgorschek: Ja, aber aus eigenem Verschulden!) Es gab für sie die Möglichkeit, zu sagen: Ja, wir nehmen das oder wir nehmen das nicht – friss oder stirb!
Abg. Rädler: Das glauben Sie ja nicht wirklich, oder?
Aber es gibt zu diesem Plan natürlich Alternativen. Es ist ja nicht so, dass dieser Plan um jeden Preis gefressen werden muss. (Abg. Rädler: Das glauben Sie ja nicht wirklich, oder?)
Abg. Fekter: Alleine diese Hetze ist unerträglich! Das ist Hetze! – Zwischenruf des Abg. Lugar.
Ich meine, sehr kritisch war ja mein deutscher Kollege, der Vorsitzende der Europäischen Grünen Reinhard Bütikofer, der gemeint hat, der herrische, hässliche Deutsche hat in der Person Schäuble wieder ein Gesicht bekommen. – Ja, da hat er recht, mein Kollege! (Abg. Fekter: Alleine diese Hetze ist unerträglich! Das ist Hetze! – Zwischenruf des Abg. Lugar.) Da hat er recht!
Beifall bei den Grünen – Abg. Fekter: Unglaubliche ... Hetze!
Europa, meine Damen und Herren, und Griechenland verdienen sich Besseres als einen Plan A und als Erpressung durch Herrn Schäuble und andere Finanzminister (Beifall bei den Grünen – Abg. Fekter: Unglaubliche ... Hetze!), mit Spaltung, mit Destruktivität à la Schäuble, mit Destabilisierung. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Europa, meine Damen und Herren, und Griechenland verdienen sich Besseres als einen Plan A und als Erpressung durch Herrn Schäuble und andere Finanzminister (Beifall bei den Grünen – Abg. Fekter: Unglaubliche ... Hetze!), mit Spaltung, mit Destruktivität à la Schäuble, mit Destabilisierung. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Hitzekoller! – Ruf bei der ÖVP: Schlimm!
Das ist nicht der europäische Weg, den ich mir wünsche. Ich wünsche mir – und ich stehe zusammen mit anderen dafür – einen Kurswechsel in der europäischen Wirtschaftspolitik, der überfällig ist und der auch hin zu einer Europäischen Sozialunion führen muss. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Hitzekoller! – Ruf bei der ÖVP: Schlimm!)
Abg. Fekter: ... Vergleich zum Nationalsozialismus ...! Herr Rossmann, das ist dieses Hauses unwürdig! Entschuldigen Sie sich dafür, einen Vergleich mit dem Nationalsozialismus herzustellen! – Ruf bei der ÖVP: Schämen Sie sich! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
Aber beginnen wir nun mit dem Plan A, dem Kürzungsdiktat à la Schäuble. – Es wird eine Politik fortgesetzt, die bisher erfolglos gewesen ist. (Abg. Fekter: ... Vergleich zum Nationalsozialismus ...! Herr Rossmann, das ist dieses Hauses unwürdig! Entschuldigen Sie sich dafür, einen Vergleich mit dem Nationalsozialismus herzustellen! – Ruf bei der ÖVP: Schämen Sie sich! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Sechs Sparpakete haben dazu geführt, dass in Griechenland die Wirtschaftsleistung um 23,6 Prozent gesunken ist, Frau Finanzminister außer Dienst.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Schauen wir uns an, was in Griechenland noch passiert ist: Not und Elend; viele Men-schen stehen ohne Krankenversicherung da. Die Krankenversorgung in den Krankenhäusern funktioniert nicht mehr. Die Armut steigt, die Kinder- und Säuglingssterblichkeit steigt und, so habe ich heute von grünen Delegierten, die jetzt in Griechenland auf Besuch sind, erfahren, die Zahl der Obdachlosen ist in Athen etwa dreimal so hoch wie in Wien – 17 000 –, und die Tendenz ist stark steigend. – Das kann doch nicht das Europa sein, das wir wollen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das kann aber auch nicht der Plan sein, den wir wollen!
Zwischenruf des Abg. Amon
Wenn wir Griechenland aus dieser misslichen Situation, aus dieser Verelendung (Zwischenruf des Abg. Amon), in der man jetzt schon ist, herausführen wollen, dann braucht es nicht diesen Plan A, sondern dann braucht es tatsächlich einen Plan B, der nicht sagt, wir müssen jene Strukturreformen durchziehen, die in diesem Plan A enthalten sind. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Hammer: Realitätsverweigerer!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Hammer: Realitätsverweigerer!
Wenn wir Griechenland aus dieser misslichen Situation, aus dieser Verelendung (Zwischenruf des Abg. Amon), in der man jetzt schon ist, herausführen wollen, dann braucht es nicht diesen Plan A, sondern dann braucht es tatsächlich einen Plan B, der nicht sagt, wir müssen jene Strukturreformen durchziehen, die in diesem Plan A enthalten sind. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Hammer: Realitätsverweigerer!)
Beifall bei den Grünen.
ist sicherlich richtig, die Reichen zu besteuern; es ist sicher richtig, Steuerbetrugsbekämpfung zu machen; es ist richtig, die Klientelpolitik zu beenden; es ist richtig, die Korruption zu beenden; es ist richtig, die militärischen Ausgaben zu kürzen, und dergleichen mehr, was aber Griechenland dringend braucht – und das wird mit diesem Plan A nicht zu erreichen sein, sondern nur mit einem Plan B –, ist eine Basis für eine Beseitigung der sozialen und humanitären Verwerfungen, die diese bisherigen Programme ausgelöst haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: ... Rossmann-Plan!
Ja, wir sind ganz klar für eine Hilfe für die Griechinnen und Griechen. (Abg. Rädler: ... Rossmann-Plan!), wir sind aber ganz klar gegen diese Art der Hilfe (Abg. Hammer: Komisch, dass die deutschen Grünen anders ...! – Abg. Rädler: Die deutschen Grünen ...!), diese Finanzmittel, die nämlich mit einem Maßnahmenplan verknüpft werden, der Griechenland weiter in die Rezession hineinführen wird.
Abg. Hammer: Komisch, dass die deutschen Grünen anders ...! – Abg. Rädler: Die deutschen Grünen ...!
Ja, wir sind ganz klar für eine Hilfe für die Griechinnen und Griechen. (Abg. Rädler: ... Rossmann-Plan!), wir sind aber ganz klar gegen diese Art der Hilfe (Abg. Hammer: Komisch, dass die deutschen Grünen anders ...! – Abg. Rädler: Die deutschen Grünen ...!), diese Finanzmittel, die nämlich mit einem Maßnahmenplan verknüpft werden, der Griechenland weiter in die Rezession hineinführen wird.
Abg. Rädler: Rufen Sie einmal in Deutschland an!
Herr Finanzminister, noch ein Wort zu Ihnen: Wenn Sie hier gesagt haben, die Schuldentragfähigkeit kann hergestellt werden, so kann ich daraus nur die Schlussfolgerung ziehen, dass die Schuldentragfähigkeit Griechenlands jetzt nicht gegeben ist. (Abg. Rädler: Rufen Sie einmal in Deutschland an!) Das heißt aber mit anderen Worten – Herr Kollege Kogler ist ja schon darauf eingegangen –, dass die Voraussetzungen für die Aufnahme der Verhandlungen in Wirklichkeit nicht gegeben sind. (Abg. Hammer: Sie hören sich auf jeden Fall gerne reden!)
Abg. Hammer: Sie hören sich auf jeden Fall gerne reden!
Herr Finanzminister, noch ein Wort zu Ihnen: Wenn Sie hier gesagt haben, die Schuldentragfähigkeit kann hergestellt werden, so kann ich daraus nur die Schlussfolgerung ziehen, dass die Schuldentragfähigkeit Griechenlands jetzt nicht gegeben ist. (Abg. Rädler: Rufen Sie einmal in Deutschland an!) Das heißt aber mit anderen Worten – Herr Kollege Kogler ist ja schon darauf eingegangen –, dass die Voraussetzungen für die Aufnahme der Verhandlungen in Wirklichkeit nicht gegeben sind. (Abg. Hammer: Sie hören sich auf jeden Fall gerne reden!)
Zwischenruf des Abg. Amon – Abg. Rädler: Irland!
Ich verstehe dann überhaupt nicht, warum zwar andere Maßnahmen prioritär durch-gesetzt werden müssen, warum aber nicht eine Schuldenerleichterung zu jenen prioritären Maßnahmen gehört, die Griechenland jetzt so dringend braucht. Ich verstehe auch nicht, warum man Liberalisierungen auf dem Arbeitsmarkt durchführen muss (Zwischenruf des Abg. Amon – Abg. Rädler: Irland!), Liberalisierungen auf dem Arbeitsmarkt, die man im Übrigen schon in den vergangenen Jahren durchgeführt hat und die von der ILO sehr, sehr heftig kritisiert worden sind, die nämlich dahin gehen, zu sagen: Hebeln wir die Arbeitnehmerrechte weiter aus!
Abg. Rädler: Selbsttherapie!
Modernisieren wir, heißt es zynisch in diesem Papier (Abg. Rädler: Selbsttherapie!), die Tarifverhandlungen! (Ruf: Das ist eine eigenartige Gesprächstherapie!) – Na, was
Ruf: Das ist eine eigenartige Gesprächstherapie!
Modernisieren wir, heißt es zynisch in diesem Papier (Abg. Rädler: Selbsttherapie!), die Tarifverhandlungen! (Ruf: Das ist eine eigenartige Gesprächstherapie!) – Na, was
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
kann denn das bedeuten? Heißt das: Verlegen wir die Tarifverhandlungen auf die betriebliche Ebene oder schaffen wir sie besser gleich ganz ab!? Da ist aber auch die Rede von Massenentlassungen. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.) – Das nennen Sie Reformen, Herr Finanzminister?! – Das nenne ich ein Diktat A, angetrieben von Herrn Schäuble, das Griechenland nicht aus seiner Situation herausführen wird. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
kann denn das bedeuten? Heißt das: Verlegen wir die Tarifverhandlungen auf die betriebliche Ebene oder schaffen wir sie besser gleich ganz ab!? Da ist aber auch die Rede von Massenentlassungen. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.) – Das nennen Sie Reformen, Herr Finanzminister?! – Das nenne ich ein Diktat A, angetrieben von Herrn Schäuble, das Griechenland nicht aus seiner Situation herausführen wird. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit – Abg. Fekter: Das Gesicht des hässlichen Deutschland!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (STRONACH) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Herr Abgeordneter Rossmann hat gesagt, das hässliche deutsche Ges..., also das ... – Sie können den genauen Wortlaut nachlesen (Heiterkeit – Abg. Fekter: Das Gesicht des hässlichen Deutschland!) –, das hässliche Gesicht Deutschlands in
Abg. Fekter: Nein, er hat einen Vergleich zum Nationalsozialismus hergestellt!
Form des Herrn Schäuble, also Rossmann hat Herrn Schäuble als hässlichen Menschen bezeichnet. (Abg. Fekter: Nein, er hat einen Vergleich zum Nationalsozialismus hergestellt!) Bitte schauen Sie sich das im Stenographischen Protokoll an, was Rossmann tatsächlich gesagt hat.
Abg. Steinhauser: Diese Wortmeldung ... nicht der Würde des Hohen Hauses!
Auf jeden Fall glaube ich, dass es der Würde des Hohen Hauses nicht entspricht, wenn man hier jemanden als hässlich bezeichnet. (Abg. Steinhauser: Diese Wortmeldung ... nicht der Würde des Hohen Hauses!) Ich glaube, dass sich das Herr Schäuble nicht verdient hat. Ich glaube, dass das einen Ordnungsruf wert wäre. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Auf jeden Fall glaube ich, dass es der Würde des Hohen Hauses nicht entspricht, wenn man hier jemanden als hässlich bezeichnet. (Abg. Steinhauser: Diese Wortmeldung ... nicht der Würde des Hohen Hauses!) Ich glaube, dass sich das Herr Schäuble nicht verdient hat. Ich glaube, dass das einen Ordnungsruf wert wäre. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Kogler: Das war ein Zitat! – Abg. Rossmann: Das war ein Zitat meines Kollegen Reinhard Bütikofer!
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Abgeordneter, ich habe diese Bemerkung von Herrn Abgeordnetem Rossmann gehört. (Abg. Kogler: Das war ein Zitat! – Abg. Rossmann: Das war ein Zitat meines Kollegen Reinhard Bütikofer!) Ich habe diese Bemerkung als Zitat in einem größeren Zusammenhang verstanden, ich lasse mir aber selbstverständlich auf Ihren Wunsch hin das Stenographische Protokoll kommen und werde mir das noch anschauen. Ich habe es beim Mithören, wie ich das vorhin gesagt habe, gewertet und nicht als ordnungsrufwürdig bewertet, aber ich schaue mir das gerne noch einmal an und komme Ihrem Wunsch selbstverständlich gerne nach.
Beifall bei ÖVP, SPÖ, NEOS und Team Stronach.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Kollege Rossmann hat ein Zitat dahin gehend verwendet, dass Wolfgang Schäuble derzeit das Gesicht des hässlichen Deutschland darstellt, und genau das ist ein Vergleich zum Nationalsozialismus, der hier in diesem Hohen Haus nichts verloren hat. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, NEOS und Team Stronach.)
Abg. Rädler: Rossmann, der Nazi-Sager!
Präsident Karlheinz Kopf: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Dr. Lintl. – Bitte. (Abg. Rädler: Rossmann, der Nazi-Sager!)
Beifall bei ÖVP, SPÖ, Grünen, NEOS und Team Stronach.
Ich finde das absolut nicht lustig, meine Damen und Herren! Darf ich Sie jetzt bitte wirklich zur Ernsthaftigkeit ermahnen! Wir haben ein sehr, sehr ernstes Thema zu diskutieren mit – ich habe das vorhin schon gesagt – sehr kontroversiellen Meinungen und Positionen dazu. Das ist in Ordnung so, dazu ist dieses Haus da, aber bitte unterlassen Sie alle gemeinsam jetzt wirklich Äußerungen, die ins Persönliche gehen, die ins Beleidigende gehen, die Personen, ob in diesem Haus anwesend oder nicht, in irgendeiner Weise beleidigen oder beleidigen könnten. Das haben wir nicht notwendig, und das tut der Würde dieses Hauses nicht gut. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, Grünen, NEOS und Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Darf man nicht dasselbe von Griechenland erwarten? – Nein, denn Griechenland hat bewiesen, dass es die Auflagen und Sparprogramme im Rahmen der Griechenland-Hilfe aus 2010 nicht erfüllt. Auch die jetzt durchgeführte Volksabstimmung hat gezeigt, dass die Mehrheit der Griechen Reformen ablehnt und keinerlei Willen zum Sparen besitzt. Premierminister Tsipras selbst hat gesagt, dass er nicht an das Programm glaubt. Die Griechen werden zwar die gewünschten Gesetze beschließen, aber fast nichts davon umsetzen und sie politisch abmildern, wie es offiziell heißt. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ. – Abg. Matznetter: Sie sollten Geschichte lernen, Frau Kollegin!
Trotzdem sollen die Europäer zahlen – und das, ohne dass die Bevölkerung gefragt wird, ob sie das will! Die griechischen Wähler wurden gefragt, und sie wollen nicht sparen. Die österreichische Bevölkerung wird nicht gefragt, sie hat einfach Steuern abzuliefern. Deshalb: ein klares Nein zu weiteren Hilfsprogrammen auf Kosten der österreichischen Steuerzahler! – Danke schön. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ. – Abg. Matznetter: Sie sollten Geschichte lernen, Frau Kollegin!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich erwarte mir vom Bundeskanzler dieser Republik, dass er in Brüssel die Interessen der österreichischen Steuerzahler vertritt und nicht unter dem Deckmantel der Solidarität die Interessen Griechenlands! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abg. Lintl.
Für die Ausgleichszulagenbezieher unter den österreichischen Pensionisten ist eine monatliche Entlastung – eine monatliche Entlastung – von 9,17 € nicht möglich, bei Griechenland aber scheint das Geld für den Herrn Bundeskanzler keine Rolle zu spielen. Ich würde mir erwarten, dass der Herr Bundeskanzler bei unseren Mindestpensionisten mindestens die gleiche Solidarität an den Tag legt wie bei den Griechen. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abg. Lintl.)
Abg. Kogler: Das kommt ja wieder zurück!
Für die kommenden drei Jahre hat Griechenland einen Finanzierungsbedarf von 82 bis 86 Milliarden €. Gleichzeitig haben die Griechen Steuerschulden von rund 76 Milliarden €, weil die griechische Steuerverwaltung nicht funktioniert. Dass die griechische Steuerverwaltung nicht funktioniert, wissen wir und die Griechen aber nicht erst seit letzter Woche, sondern schon seit 2010 – und in der Zwischenzeit ist nie etwas passiert. Jetzt versprechen uns die Griechen Reformen bei ihrer Steuerverwaltung – und Europa fällt schon wieder auf die leeren Versprechungen Griechenlands rein. Würden die Griechen ihre Steuern ordentlich zahlen, dann müssten Europa und auch der österreichische Steuerzahler nicht erneut Milliarden nach Griechenland pumpen. (Abg. Kogler: Das kommt ja wieder zurück!) – Nichts kommt zurück, Herr Kogler!
Abg. Kogler: Ja eben!
Nach den aktuellen Reformvorschlägen will Griechenland in diesem Jahr lediglich 100 Millionen € weniger für das Militär ausgeben. (Abg. Kogler: Ja eben!) Warum fordert die Bundesregierung beim österreichischen Bundesheer permanent Einsparungen? Warum fordert diese Bundesregierung nicht auch massive Einsparungen beim griechischen Verteidigungsbudget? Für diese Bundesregierung ist eben die Sicherheit Österreichs weniger wert.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Schmid.
vertreten. Die FPÖ und der österreichische Steuerzahler sind gegen weitere Milliardenzahlungen an Griechenland. Lassen wir das Volk entscheiden, aber nicht diese Bundesregierung! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Schmid.)
Beifall bei der FPÖ.
Anstatt jedoch diesen Fehler zu korrigieren und Griechenland sanft oder zumindest begleitend aus der Eurozone herauszuführen, wird nichts anderes getan, als Griechenland weiterhin in der Eurozone zu halten. Im Grunde genommen machen Sie nichts anderes, als sich mit diesen Milliarden, die jetzt wieder ausgeben werden, Zeit zu erkaufen. Sie erkaufen sich nur Zeit, das Problem ist damit aber nicht gelöst. Die europäischen Regierungen haben samt und sonders alle keinen Mut, endlich einmal diesen Schritt zu setzen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
ben zu können. Unsere Experten sind in engem Kontakt mit den griechischen Finanz-experten, um sie zu lehren, wie bei uns Finanzamtsarbeit funktioniert, wie wir Steuern einheben, wie wir Betriebsprüfungen durchführen, damit auch dort der eigene Steuertopf wieder gefüllt wird.“ – Vor fünf Jahren haben wir dieses Zitat gehört. Wo sind die Beamten in Griechenland, die das jetzt machen? – Nichts ist geschehen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was Sie jetzt betreiben, ist nichts anderes als Konkursverschleppung. Sie stecken Geld in ein Fass ohne Boden. Die Wahrheit, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist der Bevölkerung zumutbar! Ich sage: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Und es sind österreichische Steuergelder!
Wir sind hier im österreichischen Parlament, es geht um die österreichische Regierung, Kollege Schelling ist der österreichische Finanzminister und Werner Faymann ist der österreichische Bundeskanzler. (Abg. Strache: Und es sind österreichische Steuergelder!) Es mag interessant sein, was Finanzminister Schäuble manchmal so von sich gibt, aber das ist der deutsche Finanzminister, und ich gehe selbstverständlich davon aus, dass der österreichische Finanzminister zuerst mit dem österreichischen Bundeskanzler spricht, bevor er mit dem deutschen Finanzminister spricht. Etwas anderes wäre ja gar nicht möglich, und so wird es auch sicher gewesen sein. (Abg. Strache: Aber hört er auf die österreichischen Steuerzahler?) Also jedenfalls haben wir öster-reichische Interessen und wir haben die österreichischen Steuerzahler zu vertreten. (Abg. Strache: Die österreichischen Steuerzahler werden nicht gehört!) – Herr Klubob-
Abg. Strache: Aber hört er auf die österreichischen Steuerzahler?
Wir sind hier im österreichischen Parlament, es geht um die österreichische Regierung, Kollege Schelling ist der österreichische Finanzminister und Werner Faymann ist der österreichische Bundeskanzler. (Abg. Strache: Und es sind österreichische Steuergelder!) Es mag interessant sein, was Finanzminister Schäuble manchmal so von sich gibt, aber das ist der deutsche Finanzminister, und ich gehe selbstverständlich davon aus, dass der österreichische Finanzminister zuerst mit dem österreichischen Bundeskanzler spricht, bevor er mit dem deutschen Finanzminister spricht. Etwas anderes wäre ja gar nicht möglich, und so wird es auch sicher gewesen sein. (Abg. Strache: Aber hört er auf die österreichischen Steuerzahler?) Also jedenfalls haben wir öster-reichische Interessen und wir haben die österreichischen Steuerzahler zu vertreten. (Abg. Strache: Die österreichischen Steuerzahler werden nicht gehört!) – Herr Klubob-
Abg. Strache: Die österreichischen Steuerzahler werden nicht gehört!
Wir sind hier im österreichischen Parlament, es geht um die österreichische Regierung, Kollege Schelling ist der österreichische Finanzminister und Werner Faymann ist der österreichische Bundeskanzler. (Abg. Strache: Und es sind österreichische Steuergelder!) Es mag interessant sein, was Finanzminister Schäuble manchmal so von sich gibt, aber das ist der deutsche Finanzminister, und ich gehe selbstverständlich davon aus, dass der österreichische Finanzminister zuerst mit dem österreichischen Bundeskanzler spricht, bevor er mit dem deutschen Finanzminister spricht. Etwas anderes wäre ja gar nicht möglich, und so wird es auch sicher gewesen sein. (Abg. Strache: Aber hört er auf die österreichischen Steuerzahler?) Also jedenfalls haben wir öster-reichische Interessen und wir haben die österreichischen Steuerzahler zu vertreten. (Abg. Strache: Die österreichischen Steuerzahler werden nicht gehört!) – Herr Klubob-
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das werden wir doch wohl verdammt noch einmal schaffen! Griechenland ist meiner Meinung nach ein Teil der Seele Europas, über 15 000 Wörter, die wir in unserer Umgangssprache verwenden, kommen aus dem Griechischen, nebenbei erwähnt. Das ist ja nicht irgendein Land, um das es hier geht! Ich bin dafür, dass wir darum kämpfen, dass wir da auch global wieder an Stärke gewinnen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Und dann kommt David Cameron – eh schon dick vom Britenrabatt, diese Frechheit muss man haben – und sagt dann noch: Na ja, jetzt müssen wir mit der EU aber verhandeln, denn wir machen jetzt ein Referendum. Es ist nicht sicher, dass wir bei euch bleiben. Tut ein bisschen etwas für uns! – Diese übliche geologische Beleidigtheit, weil er vor Millionen Jahren am europäischen Kontinent angewurzelt wurde und nicht am amerikanischen; aber von dem haben wir nichts! (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei SPÖ und Grünen
Oder was war, als die Deutschen – die Deutschen, bitte, ÖVP-Fraktion, deutsche Fraktion, einmal genau zuhören! (Heiterkeit bei SPÖ und Grünen) – plötzlich Probleme mit dem Schuldendefizit hatten und die Franzosen? Wissen Sie, was passiert ist? – Nichts ist passiert, nichts!
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Wenn man als großes Land ein Problem hat, dann ist es ein kleines Problem; und wenn man ein kleines Land ist, dann hat man ein großes Problem. Und das, finde ich, ist nicht in Ordnung. Wir haben gar keine Probleme, wir tun uns leichter. Aber jedenfalls finde ich das grundsätzlich nicht in Ordnung, und das sollte man in diesem Zusammenhang hier feststellen. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Never change!
Hier werden immer nur sozialdemokratische Politiker zitiert, was uns sehr freut, denn wir haben in Wirklichkeit hier wirklich viel Expertise einzubringen; die Häupl-Fans bei der FPÖ zum Beispiel oder auch die Androsch-Fans bei der ÖVP. Wir sind die Faymann-Fans, also ergänzen das Ganze jetzt dann. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Never change!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Klubobmann Strache, Sie können heute ja leicht lachen. Wirklich, heute können Sie leicht lachen, denn heute ist es Ihnen gelungen, dass sich NEOS und Grüne mit Ihnen in dieser Frage vereinigt haben und gemeinsam dagegen stimmen. Das geschieht nicht im griechischen Parlament, das geschieht nicht im deutschen Bundestag, sondern es bleibt heute den österreichischen Grünen, den NEOS überlassen, als dezidierte Pro-Europäer gemeinsam Seite an Seite mit HC Strache hier gegen die Regierung zu stimmen. Wunderbar! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Und ein bisschen ist das richtig und stellt sich so dar. Vielleicht schaffen wir eine Synthese im Interesse Europas, im Interesse unser aller Zukunft. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Auch wenn man in der Vergangenheit – meine Damen und Herren, ich habe das Zitat vor mir liegen – bei Zitaten eher zurückhaltend war mit Ordnungsrufen, erteile ich Herrn Abgeordnetem Rossmann hier einen Ordnungsruf. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.)