Eckdaten:
Für die 115. Sitzung der 25. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 246 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „TTIP/CETA/TISA-freie Gemeinde“ (Ordnungsnummer 66) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Erwin Preiner
Petition betreffend „Mehr FinanzpolizistInnen für das Burgenland“ (Ordnungsnummer 67) (überreicht vom Abgeordneten Erwin Preiner)
überreicht von den Abgeordneten Hermann Gahr und Dr. Karlheinz Töchterle
Petition betreffend „Die Mitspracherechte der Schulpartner/innen müssen erhalten bleiben“ (Ordnungsnummer 68) (überreicht von den Abgeordneten Hermann Gahr und Dr. Karlheinz Töchterle)
Rufe bei der SPÖ: Hört, hört! – Oh-Rufe bei SPÖ und Grünen.
Präsidentin Doris Bures: Ich teile mit, dass am 1. März 2016 ein Schreiben des ÖVP-Parlamentsklubs eingelangt ist, wonach der Abgeordnete Dr. Marcus Franz nicht mehr Mitglied des ÖVP-Parlamentsklubs ist. (Rufe bei der SPÖ: Hört, hört! – Oh-Rufe bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Loacker stellt ein Pannendreieck und legt eine Warnweste auf die Regierungsbank. – Ruf bei der ÖVP: Weg damit! – Abg. Heinzl: Sind Sie Pannenfahrer? – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Präsidentin Doris Bures: Ich erteile als erstem Redner Herrn Abgeordnetem Mag. Loacker das Wort zur Begründung der Anfrage. Redezeit: 20 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Loacker stellt ein Pannendreieck und legt eine Warnweste auf die Regierungsbank. – Ruf bei der ÖVP: Weg damit! – Abg. Heinzl: Sind Sie Pannenfahrer? – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Bundesminister Stöger entfernt das Pannendreieck und die Warnweste von der Regierungsbank. – Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Galerie! (Bundesminister Stöger entfernt das Pannendreieck und die Warnweste von der Regierungsbank. – Beifall bei der ÖVP.) Ja, das Pensionssystem ist schrottreif, und deswegen habe ich das Pannendreieck für Sie aufgestellt. Wenn Sie im Beseitigen des Pensionslochs so gut wären wie im Beseitigen des Pannendreiecks, dann würde ich Ihnen jetzt 20 Minuten lang Lob aussprechen, aber dazu wird es nicht kommen.
Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling. – Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.
Anstatt das Frauenpensionsantrittsalter vorzeitig anzugleichen, kommt das Gegenteil: Frauen, die länger arbeiten, zahlen die halben Beiträge und bekommen die volle Gutschrift auf das Pensionskonto. Die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern nimmt also noch zu. Frauen und Männer, die mit 61 und 62 Jahren arbeiten, unter-scheiden sich noch mehr als vorher. Vorher haben Frauen, wenn sie länger gearbeitet haben, die gleichen Beiträge gezahlt wie die Männer, jetzt zahlen sie die Hälfte. Wie Sie diese verstärkte Ungleichbehandlung erklären, das bleibt mir ein Rätsel. Ein solch kreativer Kunstgriff muss einem überhaupt erst einmal einfallen. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling. – Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.)
Beifall bei den NEOS.
Es hat einmal einen ÖVP-Minister gegeben, Heinrich Drimmel, der ist zurückgetreten, weil er seine Ziele nicht umsetzen konnte. Und eigentlich wäre jetzt der Zeitpunkt für Finanzminister Schelling, zu sagen: Die Ziele, die ich mir gesteckt habe, die kann ich in dieser Bundesregierung nicht umsetzen. Ich schmeiße den Hut drauf, ich werfe das Handtuch! Es ist genug! – Sie haben die jungen Menschen enttäuscht, Sie haben die Zukunft des Landes aufs Spiel gesetzt. Sie haben sich eingereiht in die Phalanx der Reformverweigerer, und Sie haben dieser Republik einen sehr schlechten Dienst erwiesen. Es bleiben Rechnungen offen, die kommende Generationen noch in Jahrzehnten zahlen müssen. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Finanzen Dr. Johann Georg Schelling: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Wenn ein Facharzt für Allgemeinmedizin über Herzoperationen spricht, dann sollte man vorsichtig sein, und daher darf ich Ihnen sagen: Na selbstverständlich habe ich mir mehr vorgenommen, als schlussendlich herausgekommen ist. Es war auch nicht ich, der den 29. Februar genannt hat, sondern die Bundesregierung in Krems. Ich hätte mir eben erwartet, dass das zuständige Ressort vorarbeitet und entsprechende Vorschläge vorbereitet. Wir im Finanzministerium haben das gemacht und diese auch zur Verfügung gestellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn jemand das Pensionssystem nur noch so darstellt, dass es sicher sei, dann kann man natürlich auch die Frage stellen, die Sie zu Recht stellen: In welcher Höhe sind die Pensionen sicher? Es ist ja nicht nur die Frage, ob sie sicher sind, sondern auch, in welcher Höhe sie sicher sind. Sie wissen, dass ich von Anfang an gesagt habe: Wir diskutieren bei den Pensionen nicht den Eingriff in bestehende Pensionen. Ein rückwirkender Eingriff kommt überhaupt nicht in Frage, aber wir müssen darüber diskutieren, wie wir das System auch in 30 oder 40 Jahren nachhaltig sicher halten. Das ist meine Aufgabenstellung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gab in den letzten 20 Jahren – wenn ich es richtig gezählt habe – sechs Pensionsreformen. Ich prophezeie, wir werden in den nächsten 20 Jahren wieder sechs Pensionsreformen haben, wenn man nicht bereit ist, einmal nachhaltig über das System nachzudenken und strukturelle Veränderungen herbeizuführen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Kucharowits.
Wenn man sich die Entwicklungen anschaut, sieht man klar, dass die Menschen draußen offensichtlich weiter sind als wir in der Politik. Ich hatte vor Kurzem eine Veranstaltung in Linz mit ungefähr 400 Studenten. Wenn man die fragt, wer glaubt, dass ihre Pensionen sicher sind, dann bekommt man relativ wenig Zustimmung. Das heißt, es muss doch der Auftrag an die Politik sein, da etwas zu tun. (Zwischenruf der Abg. Kucharowits.) – Sie können sich dann ja gerne zu Wort melden; das ist ein ganz einfacher Vorgang hier im Parlament.
Beifall bei der ÖVP.
Da bin ich anderer Auffassung, und daher werden wir das Thema klarerweise aktualisieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neubauer: Sie meinen den Koalitionspartner!?
Ich glaube nicht, dass wir mit diesen kleinen Schritten langfristig schon am Ende der Fahnenstange angelangt sind. (Abg. Neubauer: Sie meinen den Koalitionspartner!?) – Ich komme zu den ... (Abg. Neubauer: Den Koalitionspartner meinen Sie?) – Ich habe überhaupt niemanden genannt, sondern ich habe nur gesagt, wir werden diesen Diskussionsbedarf haben, und ich bin überzeugt davon, dass dieses Parlament sich noch sehr oft mit der Frage beschäftigen wird. (Abg. Kickl – auf Bundesminister Stöger weisend –: Er hat aber die verkrampfte Körperhaltung ..., der Herr Bundesminister!)
Abg. Neubauer: Den Koalitionspartner meinen Sie?
Ich glaube nicht, dass wir mit diesen kleinen Schritten langfristig schon am Ende der Fahnenstange angelangt sind. (Abg. Neubauer: Sie meinen den Koalitionspartner!?) – Ich komme zu den ... (Abg. Neubauer: Den Koalitionspartner meinen Sie?) – Ich habe überhaupt niemanden genannt, sondern ich habe nur gesagt, wir werden diesen Diskussionsbedarf haben, und ich bin überzeugt davon, dass dieses Parlament sich noch sehr oft mit der Frage beschäftigen wird. (Abg. Kickl – auf Bundesminister Stöger weisend –: Er hat aber die verkrampfte Körperhaltung ..., der Herr Bundesminister!)
Abg. Kickl – auf Bundesminister Stöger weisend –: Er hat aber die verkrampfte Körperhaltung ..., der Herr Bundesminister!
Ich glaube nicht, dass wir mit diesen kleinen Schritten langfristig schon am Ende der Fahnenstange angelangt sind. (Abg. Neubauer: Sie meinen den Koalitionspartner!?) – Ich komme zu den ... (Abg. Neubauer: Den Koalitionspartner meinen Sie?) – Ich habe überhaupt niemanden genannt, sondern ich habe nur gesagt, wir werden diesen Diskussionsbedarf haben, und ich bin überzeugt davon, dass dieses Parlament sich noch sehr oft mit der Frage beschäftigen wird. (Abg. Kickl – auf Bundesminister Stöger weisend –: Er hat aber die verkrampfte Körperhaltung ..., der Herr Bundesminister!)
Zwischenruf des Abg. Rossmann.
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sind Universitätsprofessoren und Vertreter der heimischen Wirtschaftsforschungsinstitute unter Leitung von Universitätsprofessor Dr. Gottfried Haber, ergänzt durch Expertise aus dem Bundesministerium für Finanzen. (Zwischenruf des Abg. Rossmann.) – Wir können auch darüber diskutieren, ob die Leute des IHS oder von Agenda Austria, die dabei waren, oder auch Herr Rürup, der dabei war, von Ihnen ebenfalls so abqualifiziert werden wie Professor Haber. Ich an Ihrer Stelle würde sehr, sehr vorsichtig sein. (Abg. Rossmann: ... keine einzige Publikation!) – Ich glaube auch nicht, Herr Kollege Rossmann, dass Sie ein Pensionsexperte sind, aber darüber können wir uns gerne unterhalten. (Beifall bei ÖVP und NEOS.)
Abg. Rossmann: ... keine einzige Publikation!
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sind Universitätsprofessoren und Vertreter der heimischen Wirtschaftsforschungsinstitute unter Leitung von Universitätsprofessor Dr. Gottfried Haber, ergänzt durch Expertise aus dem Bundesministerium für Finanzen. (Zwischenruf des Abg. Rossmann.) – Wir können auch darüber diskutieren, ob die Leute des IHS oder von Agenda Austria, die dabei waren, oder auch Herr Rürup, der dabei war, von Ihnen ebenfalls so abqualifiziert werden wie Professor Haber. Ich an Ihrer Stelle würde sehr, sehr vorsichtig sein. (Abg. Rossmann: ... keine einzige Publikation!) – Ich glaube auch nicht, Herr Kollege Rossmann, dass Sie ein Pensionsexperte sind, aber darüber können wir uns gerne unterhalten. (Beifall bei ÖVP und NEOS.)
Beifall bei ÖVP und NEOS.
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sind Universitätsprofessoren und Vertreter der heimischen Wirtschaftsforschungsinstitute unter Leitung von Universitätsprofessor Dr. Gottfried Haber, ergänzt durch Expertise aus dem Bundesministerium für Finanzen. (Zwischenruf des Abg. Rossmann.) – Wir können auch darüber diskutieren, ob die Leute des IHS oder von Agenda Austria, die dabei waren, oder auch Herr Rürup, der dabei war, von Ihnen ebenfalls so abqualifiziert werden wie Professor Haber. Ich an Ihrer Stelle würde sehr, sehr vorsichtig sein. (Abg. Rossmann: ... keine einzige Publikation!) – Ich glaube auch nicht, Herr Kollege Rossmann, dass Sie ein Pensionsexperte sind, aber darüber können wir uns gerne unterhalten. (Beifall bei ÖVP und NEOS.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schieder.
Was die steuerlichen Aspekte des schlussendlich beschrittenen Weges anbelangt, so wird dies zum gegebenen Zeitpunkt im entsprechenden Abgabenverfahren zu würdigen sein. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schieder.)
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS): Frau Präsidentin! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Bürgerinnen und Bürger! Wir verhandeln hier die Pensionsreform oder die geplante Pensionsreform, das Pensionsreförmchen. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Nein, verhandeln tun wir nicht, wir besprechen sie hier im Parlament. Verhandelt wurde insgesamt nicht viel.
Zwischenruf des Abg. Kickl in Richtung der ÖVP-Abgeordneten.
Vor der letzten Nationalratswahl haben Sie von der ÖVP gesagt: Machen wir eine Angleichung des Frauenpensionsalters!, so wie es die Italiener – die wir immer auslachen, weil sie so langsam sind – innerhalb von fünf Jahren gemacht haben. Wir sind, wenn wir erst 2024 beginnen, das letzte Land in Europa, das diese Notwendigkeit angeht. Wir sind da das letzte Land. (Zwischenruf des Abg. Kickl in Richtung der ÖVP-Abgeordneten.)
Zwischenruf der Abg. Schwentner.
Aber stellen Sie sich einmal in die „Schuhe“ von Bürgerinnen und Bürgern, die heute zuhören! (Zwischenruf der Abg. Schwentner.) Stellen Sie sich in die „Schuhe“ von Bürgerinnen und Bürgern, zum Beispiel einer Frau mit einer Durchschnittspension von 840 € – heute am Weltfrauentag! Es ist nicht einfach, mit 840 € den Alltag zu bestreiten. Und diese Frau muss ertragen, dass sie und ihre Familie und ihre Kollegen mitzahlen müssen bei Sonderpensionen bis zu 30 000 €, und das vierzehn Mal im Jahr. Das zahlen ja die Menschen in Österreich!
Beifall bei den NEOS. – He-Rufe bei der SPÖ.
Professor Marin rechnet uns ja vor, dass wir eine Durchschnittspension auf Lebenszeit mit 100 000 € aus Steuermitteln subventionieren, während wir Sonderpensionen auf Lebenszeit mit bis zu 1 Million € aus Steuermitteln subventionieren Und jetzt sage ich: Sozialdemokratie, wo seid ihr?, da muss es euch „die Schuhe ausziehen“! Die Faust muss sich ballen in eurem Hosensack! Wo ist die Sozialdemokratie bei diesen Sauereien? (Beifall bei den NEOS. – He-Rufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Schwentner.
Das gibt es doch nicht, dass wir 840 € Durchschnittspension für Frauen als normal empfinden, während wir Sonderpensionen in der Höhe von 30 000 € aus Steuermitteln subventionieren. Es ist auch nicht erklärbar, dass in Wien Häupl und Vassilakou Sonderpensionsrechte bis 2042 aufrechterhalten! (Zwischenruf der Abg. Schwentner.) Der Rechnungshof rechnet uns vor (weitere Zwischenrufe bei den Grünen) – Grüne, bitte zuhören! –, dass uns das 350 Millionen € kostet. Wir alle zahlen das, liebe BürgerInnen, die Sie zuschauen! Sie zahlen diese 350 Millionen € für Luxus- und Sonderpensionsrechte in Wien – verlängert von Häupl und Vassilakou bis 2042! Eine ganze Generation lang wird da Privilegienverlängerung vorgenommen. Die finden das normal! (Beifall bei den NEOS.)
weitere Zwischenrufe bei den Grünen
Das gibt es doch nicht, dass wir 840 € Durchschnittspension für Frauen als normal empfinden, während wir Sonderpensionen in der Höhe von 30 000 € aus Steuermitteln subventionieren. Es ist auch nicht erklärbar, dass in Wien Häupl und Vassilakou Sonderpensionsrechte bis 2042 aufrechterhalten! (Zwischenruf der Abg. Schwentner.) Der Rechnungshof rechnet uns vor (weitere Zwischenrufe bei den Grünen) – Grüne, bitte zuhören! –, dass uns das 350 Millionen € kostet. Wir alle zahlen das, liebe BürgerInnen, die Sie zuschauen! Sie zahlen diese 350 Millionen € für Luxus- und Sonderpensionsrechte in Wien – verlängert von Häupl und Vassilakou bis 2042! Eine ganze Generation lang wird da Privilegienverlängerung vorgenommen. Die finden das normal! (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Das gibt es doch nicht, dass wir 840 € Durchschnittspension für Frauen als normal empfinden, während wir Sonderpensionen in der Höhe von 30 000 € aus Steuermitteln subventionieren. Es ist auch nicht erklärbar, dass in Wien Häupl und Vassilakou Sonderpensionsrechte bis 2042 aufrechterhalten! (Zwischenruf der Abg. Schwentner.) Der Rechnungshof rechnet uns vor (weitere Zwischenrufe bei den Grünen) – Grüne, bitte zuhören! –, dass uns das 350 Millionen € kostet. Wir alle zahlen das, liebe BürgerInnen, die Sie zuschauen! Sie zahlen diese 350 Millionen € für Luxus- und Sonderpensionsrechte in Wien – verlängert von Häupl und Vassilakou bis 2042! Eine ganze Generation lang wird da Privilegienverlängerung vorgenommen. Die finden das normal! (Beifall bei den NEOS.)
Ruf bei der ÖVP: Na geh!
Das kann jemand, der in den Jahrgängen 1970, 1980 und später geboren ist, nicht normal finden, der versteht es nicht, warum er das zahlen muss. Er muss diese Sonderpensionen zahlen, aber er selbst – Jahrgang 1970 aufwärts – wird voraussichtlich eine Durchschnittspension von 1 000 € herausbekommen. Und dann sagen Sie: Alles ist gut, alles ist sicher! Dabei sind nicht einmal diese 1 000 € Pension sicher, weil Sie seit 53 Jahren dieses Sozialsystem auf Pump bauen! Seit 53 Jahren! (Ruf bei der ÖVP: Na geh!) – Da vergeht einem alles, da kriegt man einen echten Grant, finde ich.
Zwischenruf des Abg. Brosz
Des Weiteren gibt es eine besondere Schieflage im Pensionssystem, wo wir wissen, dass die Kostendynamik (Zwischenruf des Abg. Brosz) derzeit eine halbe Milliarde zusätzlich ausmacht. Das heißt, wir geben für Beamtenpensionen und Pensionszuschüsse aus dem Steuertopf jetzt zirka 20 Milliarden € aus, und es kommt jedes Jahr eine halbe Milliarde dazu. (Abg. Rossmann: Im letzten Jahr war es weniger!)
Abg. Rossmann: Im letzten Jahr war es weniger!
Des Weiteren gibt es eine besondere Schieflage im Pensionssystem, wo wir wissen, dass die Kostendynamik (Zwischenruf des Abg. Brosz) derzeit eine halbe Milliarde zusätzlich ausmacht. Das heißt, wir geben für Beamtenpensionen und Pensionszuschüsse aus dem Steuertopf jetzt zirka 20 Milliarden € aus, und es kommt jedes Jahr eine halbe Milliarde dazu. (Abg. Rossmann: Im letzten Jahr war es weniger!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rossmann und Brosz
Sie kennen die Relationen: Wir geben für Bildung, für 1,1 Millionen SchülerInnen, 8 Milliarden € aus. Für 300 000 Studierende von Fachhochschulen und Unis geben wir nicht einmal 4 Milliarden € aus. Das heißt, allein die Kostendynamik im Pensionssystem, der Zuwachs (Zwischenrufe der Abgeordneten Rossmann und Brosz), der durch die Aufrechterhaltung Ihrer Klientelpolitik entsteht, die meines Erachtens nahe an der strukturellen Korruption ist (Zwischenruf der Abg. Schwentner), kostet uns zusätzlich eine halbe Milliarde Euro pro Jahr. Das heißt, allein in acht Jahren macht es das Wissenschaftsbudget aus. Das sind Ihre Prioritäten (Zwischenruf des Abg. Brosz): 20 Milliarden für diesen Ausgabenblock (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schwentner) – während wir insgesamt 75 Milliarden € ausgeben können.
Zwischenruf der Abg. Schwentner
Sie kennen die Relationen: Wir geben für Bildung, für 1,1 Millionen SchülerInnen, 8 Milliarden € aus. Für 300 000 Studierende von Fachhochschulen und Unis geben wir nicht einmal 4 Milliarden € aus. Das heißt, allein die Kostendynamik im Pensionssystem, der Zuwachs (Zwischenrufe der Abgeordneten Rossmann und Brosz), der durch die Aufrechterhaltung Ihrer Klientelpolitik entsteht, die meines Erachtens nahe an der strukturellen Korruption ist (Zwischenruf der Abg. Schwentner), kostet uns zusätzlich eine halbe Milliarde Euro pro Jahr. Das heißt, allein in acht Jahren macht es das Wissenschaftsbudget aus. Das sind Ihre Prioritäten (Zwischenruf des Abg. Brosz): 20 Milliarden für diesen Ausgabenblock (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schwentner) – während wir insgesamt 75 Milliarden € ausgeben können.
Zwischenruf des Abg. Brosz
Sie kennen die Relationen: Wir geben für Bildung, für 1,1 Millionen SchülerInnen, 8 Milliarden € aus. Für 300 000 Studierende von Fachhochschulen und Unis geben wir nicht einmal 4 Milliarden € aus. Das heißt, allein die Kostendynamik im Pensionssystem, der Zuwachs (Zwischenrufe der Abgeordneten Rossmann und Brosz), der durch die Aufrechterhaltung Ihrer Klientelpolitik entsteht, die meines Erachtens nahe an der strukturellen Korruption ist (Zwischenruf der Abg. Schwentner), kostet uns zusätzlich eine halbe Milliarde Euro pro Jahr. Das heißt, allein in acht Jahren macht es das Wissenschaftsbudget aus. Das sind Ihre Prioritäten (Zwischenruf des Abg. Brosz): 20 Milliarden für diesen Ausgabenblock (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schwentner) – während wir insgesamt 75 Milliarden € ausgeben können.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schwentner
Sie kennen die Relationen: Wir geben für Bildung, für 1,1 Millionen SchülerInnen, 8 Milliarden € aus. Für 300 000 Studierende von Fachhochschulen und Unis geben wir nicht einmal 4 Milliarden € aus. Das heißt, allein die Kostendynamik im Pensionssystem, der Zuwachs (Zwischenrufe der Abgeordneten Rossmann und Brosz), der durch die Aufrechterhaltung Ihrer Klientelpolitik entsteht, die meines Erachtens nahe an der strukturellen Korruption ist (Zwischenruf der Abg. Schwentner), kostet uns zusätzlich eine halbe Milliarde Euro pro Jahr. Das heißt, allein in acht Jahren macht es das Wissenschaftsbudget aus. Das sind Ihre Prioritäten (Zwischenruf des Abg. Brosz): 20 Milliarden für diesen Ausgabenblock (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schwentner) – während wir insgesamt 75 Milliarden € ausgeben können.
Abg. Kogler: Genau!
Was ist zu tun? (Abg. Kogler: Genau!) Was ist zu tun? (Weiterer Zwischenruf der Abg. Schwentner.)
Weiterer Zwischenruf der Abg. Schwentner.
Was ist zu tun? (Abg. Kogler: Genau!) Was ist zu tun? (Weiterer Zwischenruf der Abg. Schwentner.)
Beifall bei den NEOS. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schwentner.
Wir brauchen erstens eine Harmonisierung, und zwar alle in ein System. Die Bürgerinnen und Bürger, die heute hier zuschauen, haben ein Recht darauf, dass wir ein faires System für alle haben. Ein faires System für alle ist kein Luxus, aber Luxuspensionen für manche sind nicht fair. Das müssen wir abstellen! (Beifall bei den NEOS. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schwentner.) Das sollte auch für die Grünen eine Selbstverständlichkeit sein! (Abg. Kogler: Ja, eh!)
Abg. Kogler: Ja, eh!
Wir brauchen erstens eine Harmonisierung, und zwar alle in ein System. Die Bürgerinnen und Bürger, die heute hier zuschauen, haben ein Recht darauf, dass wir ein faires System für alle haben. Ein faires System für alle ist kein Luxus, aber Luxuspensionen für manche sind nicht fair. Das müssen wir abstellen! (Beifall bei den NEOS. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schwentner.) Das sollte auch für die Grünen eine Selbstverständlichkeit sein! (Abg. Kogler: Ja, eh!)
Beifall bei den NEOS.
Der Finanzminister weiß es, er findet leider keine Mehrheit in seiner eigenen Partei und schon gar nicht bei den Sozialdemokraten. Schade! (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Strolz.
sorgemodellen. Wir alle in diesem Raum kennen aber irgendeinen Menschen, der im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 viel Geld verloren hat, bis zu 50 Prozent seiner betrieblichen Pensionsvorsorge, bis zu 50 Prozent einer privaten Pensionsvorsorge. Und wenn jemand in diesem Raum keinen kennt, dann lade ich Sie ein, ich bringe Sie mit diesen Menschen zusammen. Diese Menschen haben gesagt: Bitte, sichert unser staatliches Pensionssystem! Entwickelt es weiter, baut es aus, aber schwächt es nicht! – Das ist unser Ziel, und das werden wir auch tun. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Strolz.)
Beifall bei der SPÖ.
Und eines dürfen wir nie vergessen, wenn Sie sagen: Können wir uns das leisten? Ist das nicht alles auf Pump? Herr Kollege Strolz, Herr Kollege Loacker, ich schätze eure Reihe wirklich, weil ihr in vielen anderen Fragen sachlich seid. Bei den Pensionen aber seid ihr es nicht. Bei den Pensionen geht ihr den Weg der Privatisierung und des Schwächens des staatlichen Pensionssystems. Und das gefällt mir nicht, das gefällt mir ganz einfach nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
schen sicher! Das haben wir die letzten Jahrzehnte bewiesen, und das werden wir weiterhin tun. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Werte Frau Präsidentin! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Strolz, das, was uns, was ÖVP und NEOS in der Pensionsfrage trennt, ist: Wir wollen unser umlagefinanziertes staatliches Pensionssystem weiterentwickeln und mit einer Nachhaltigkeit versehen. Wir wollen es aber nicht gefährden. Und das tun Sie mit Ihren Ansagen hier in diesem Bereich. Das wollen wir nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, so sieht auch eine sozialpolitische Maßnahme der ÖVP aus, wenn es um die Menschen geht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Wer war denn dann bis jetzt drinnen?
Zweiter Punkt, und das ist eigentlich das, wo die Nachhaltigkeit mit ins Spiel gebracht wird, und das ist verankert in dem Papier – das stimmt schlicht und einfach nicht, Herr Kollege Loacker, wenn Sie das irgendwie wegwischen –: Wir halbieren die Anzahl der Mitglieder der Pensionskommission. Das ist ein Gremium, das zu aufgebläht ist. Nennen Sie mir einmal Gremien, die in Zeiten wie diesen halbiert werden! Wir machen das bei der Pensionskommission, und wir füllen sie mit Expertinnen und Experten auf, auch von europäischer Ebene und aus dem Ausland. Das ist der eine Punkt. (Abg. Kickl: Wer war denn dann bis jetzt drinnen?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Wo steht das? Das ist nicht geklärt!
Und der zweite ist: Wir verankern die Verpflichtung, dass die von der Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen in ihrer Umsetzung dem Nationalrat von der Bundesregierung dementsprechend dargelegt werden müssen. Es wird nicht mehr gehen, dass ein Minister sagt, ja, das ist eh nett und schön, was dort passiert, aber ich sehe mich nicht veranlasst und nicht gezwungen, hier etwas zu unternehmen, wenn die Kommission zu der Ansicht kommt, dass hier Handlungsbedarf besteht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Wo steht das? Das ist nicht geklärt!)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf: Das heißt, es liegt wieder am Minister!
Herr Kollege Neubauer! Dann lies dir das einmal genau durch! „Die Bundesregierung hat dem Nationalrat über die vorgeschlagenen Umsetzungsschritte zu berichten“ – da könnte man in Klammern dazusagen: Regierungsvorlage – „oder darzulegen, wie sie alternative, für das Pensionssystem gleichwertige Maßnahmen setzen wird.“ – Die Bundesregierung wird hier verpflichtet, Vorschläge umzusetzen und dem Nationalrat zuzuleiten, meine Damen und Herren. Und dann wird es an uns liegen, was wir mit diesen Vorschlägen machen. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf: Das heißt, es liegt wieder am Minister!) Das ist hier verankert, das war für uns ein wichtiger Punkt.
Abg. Schieder: Und was ist mit den Ruhensbestimmungen?
Nun ein Wort zur Harmonisierung der Pensionssysteme. Einige waren schon hier im Nationalrat, ich war als ganz junger Abgeordneter dabei: Wir haben unter Wolfgang Schüssel das Beamtenpensionssystem harmonisiert, begonnen mit der Harmonisierung, die derzeit im Laufen ist und bis 2028 abgeschlossen ist. Das halte ich all jenen entgegen, die jetzt hergehen und immer wieder das Pferd von hinten neu aufzäumen wollen. Ja, so wie es der Minister dargelegt hat, man kann bei Dienstrechtsverhandlungen darüber reden, wie man das System ausgestalten will, aber die Harmonisierung läuft, und sie ist 2028 abgeschlossen. (Abg. Schieder: Und was ist mit den Ruhensbestimmungen?)
Beifall bei der ÖVP.
Was nicht abgeschlossen ist, ist die Harmonisierung der Beamtenpensionen in einem Bundesland in dieser Republik, nämlich in Wien. Und das kreiden wir hier an. 350 Millionen € an Mehrkosten verursacht das, hat der Rechnungshof festgestellt. Ich appelliere an die rot-grüne Regierung in Wien, dem nachzukommen, was alle anderen Bundesländer bereits umgesetzt haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Kollege Strolz! Ich weiß nicht, was Sie geritten hat, als Sie die erhöhte Ausgleichszulage von 1 000 € für Alleinstehende hier kritisiert haben. Das sind doch genau jene Menschen, die lange Beitragszeiten haben – es sind ja 30 Beitragsjahre verankert –, die lange eingezahlt haben und leider das Pech hatten, einen Beruf zu erwischen, in dem wenig bezahlt wird, weswegen ihre Pensionen sogar unter dem Ausgleichszulagenrichtsatz liegen. Daher ist es aus meiner Sicht auch eine leistungsorientierte Maßnahme, wenn wir jenen Menschen etwas unter die Arme greifen und sagen, ihr kriegt wenigstens einen Tausender, weil ihr lange Beitragszeiten habt, weil ihr lange in das System eingezahlt habt. Leistung muss sich lohnen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Darauf bin ich stolz, denn das ist eine familienpolitische Maßnahme, die vielen Frauen hilft, die sich der Kinderbetreuung gewidmet haben. Das ist für uns in der ÖVP ein wichtiger Grundsatz. Und das ist eine Werterhaltung, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Auch ein Wort zur Zuverdienstgrenze, zu den Ruhensbestimmungen. Da haben wir uns leider nicht einigen können, bis zum Schluss nicht, es war nicht unsere Forderung, aber ich bin froh und dankbar, dass heute Vizekanzler Mitterlehner und Kanzler Faymann gemeinsam festgestellt haben, dass es da zu keiner Verschlechterung kommen darf, wenn man über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus arbeitet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Maßnahmen, die vorgeschlagen sind, können wir mit gutem Gewissen umsetzen, wird doch damit auch eine Nachhaltigkeit im System für die Zukunft verankert. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich hoffe, Sie haben jetzt gut aufgepasst, es war einiges Erhellendes über den Zustand des österreichischen Pensionssystems zu hören. Herr Abgeordneter Wöginger hat uns erklärt, wie das in der Vergangenheit gelaufen ist in der Pensionsreformkommission, indem er gesagt hat, jetzt hat man dieses Gremium halbiert, und dann hat man es mit Experten aufgefüllt. – Jetzt überlasse ich jedem selbst den Schluss, wer vorher in dieser Pensionsreformkommission drinnen gesessen ist. – Das ist der eine Teil. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das Zweite: Es hat sich der Kollege Muchitsch sehr ins Zeug geworfen, und ich glaube ihm das auch persönlich, hier so etwas Ähnliches wie ein soziales Gewissen der SPÖ noch zum Ausdruck zu bringen. Ich halte das für sehr lobenswert. Aber wahrscheinlich ist genau diese Einstellung auch der Grund dafür, dass er bei den Verhandlungen nicht dabei sein durfte, dass ihn die eigene Partei ausgesperrt hat bei diesen Verhandlungen. „Draußen vor der Tür“ ist nicht nur der Titel eines Theaterstücks von Wolfgang Borchert, sondern das war auch der Zustand, in dem sich der Abgeordnete Muchitsch bei diesen Verhandlungen befunden hat. So viel zum sozialen Gewissen der Sozialdemokratie. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die eine Komponente, das ist das Chaos. Chaos ist bekanntlich das Gegenteil von Ordnung. Dieses Chaos erleben wir gegenwärtig jeden Tag im Zusammenhang mit der sogenannten Völkerwanderung, ein Purzelbaum nach dem anderen, der da gemacht wird. Das ist Chaos pur, meine sehr geehrten Damen und Herren! Man kann sich nur noch wundern, dass es eine Regierung zustande bringt, ihre Positionen schneller zu wechseln als manche die Unterwäsche. Aber das ist der Zustand in dieser Republik, und das ist keine Wendepolitik, meine Damen und Herren, sondern das ist eine Wendehalspolitik, die den Österreichern hier verkauft werden soll. Das ist die Abteilung Chaos. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Beides hätte sozusagen in Angriff genommen werden sollen bei diesem Pensionsgipfel. Den hat man aufgeblasen, ein Jahr lang Vorlauf, ein XXXL-Gipfel hätte das wahrscheinlich sein sollen. In Wahrheit war es das übliche Flickwerk, das herausgekommen ist, wie bei allen diesen Gipfeln, die es in der Vergangenheit gegeben hat. Ein Flop nach dem anderen: der Arbeitsmarktgipfel ein Flop, der Pensionsgipfel ein Flop. Da wundert man sich dann nicht mehr, dass auch der EU-Gipfel ein Flop ist. Möglicherweise liegt es an den Handelnden. Ich würde mir das einmal überlegen, ob das der Grund dafür sein könnte, dass alle diese Dinge floppen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und das sind die „Verdienste“ des Präsidentschaftskandidaten Hundstorfer. Das ist doch der Schutzpatron der Luxuspensionisten! Genau so ist es! (Beifall bei der FPÖ.) Er ist ja selbst in Bälde wahrscheinlich einer davon. Und er schützt natürlich auch den Luxuspensionisten Khol, der mit einem geschätzten Nettoeinkommen von monatlich 6 100 € dann über die Leiden der ASVG-Pensionisten schwadroniert und irgendwelche absurden Zahlen im Zusammenhang mit Mindestlöhnen nennt.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, abschließend noch einmal die zwei Komponenten: das Chaos und die Lähmung. Das ist nichts, mit dem man ein Pensionssystem reformieren kann, das ist nichts, mit dem man ein Land weiterbringen kann, aber beides wäre notwendig. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Beim Kollegen Strolz habe ich siebeneinhalb Minuten gewartet, bis dann die ersten Vorschläge gekommen sind. Das waren im Wesentlichen die Harmonisierung, ein Pensionsautomatismus, die Anhebung des Frauenpensionsalters. Ich muss ehrlich sagen, ein bisschen mehr Kreativität oder ein bisschen mehr ernsthafte Auseinandersetzung mit den Anforderungen wäre heute für die Einberufung einer Sondersitzung schon notwendig gewesen. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Gisela Wurm.
Das ist der Kern einer sozialpolitischen Diskussion, die wir unter anderen Voraussetzungen führen müssen als noch vor 20 Jahren. Das Leben der Menschen hat sich komplett verändert. Den jungen Menschen wird sehr viel höhere Mobilität abverlangt, sehr viel mehr an biographischen Brüchen, Arbeitslosigkeit, Scheidung, Patchwork-Konstellationen, Unsicherheit – je nach Postleitzahl – in Bezug auf die Bedingungen, was die Pflege der Angehörigen betrifft, und auch eine ständige Verunsicherung mit Worten wie „schrottreif“ und „an die Wand fahren“, was das Pensionssystem betrifft. Hier wäre eine Ernsthaftigkeit und wirkliche Sorgsamkeit bei der Diskussion über die Reformnotwendigkeiten an den Tag zu legen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Gisela Wurm.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich wehre mich auch dagegen und wir wehren uns dagegen, dass bestimmte Gruppen gegeneinander ausgespielt werden, etwa Jung gegen Alt. Ich glaube nicht, dass es einen jungen Menschen in irgendeiner Weise beruhigt oder unterstützt, wenn man sagt, dass man jetzt bei den Durchschnittspensionen oder bei den mittleren Pensionen noch etwas wegnimmt. Ich glaube, es gibt niemanden hier im Saal, der sich noch zu sagen traut, dass die Durchschnittspensionen in Österreich zu hoch sind. Selbst der Finanzminister hat das eingestanden, wir sind hier am unteren Limit – das ist einfach Faktum. Wenn wir davon reden, dass 50 Prozent aller Pensionszahlungen unter 950 € im Monat liegen, die mittlere Pension von Frauen bei 858 € liegt und dass wir nach wie vor eine sehr hohe Anzahl vor allem von Frauen haben – 377 000 Frauen –, die keinen eigenständigen Pensionsanspruch haben – und jede vierte alleinstehende Pensionistin lebt armutsgefährdet! –, so sind das schon Herausforderungen, denen man sich stellen muss. Der einfache Ansatz: Jetzt nehmen wir halt den Steuerzuschuss raus aus dem System und leben nicht mehr auf Pump!, das ist keine Antwort auf die Lebenssituation dieser Menschen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das Gegeneinander-Ausspielen ist nicht nur ein solches von Jung gegen Alt, sondern ganz klassisch – vonseiten der Freiheitlichen – auch eines von Menschen, die hier geboren sind, gegen solche, die hier nicht geboren sind. Ich glaube, das führt uns auch nicht weiter in einer seriösen Pensionsdiskussion. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
zwischen Jung und Alt! Es wäre lange an der Zeit, das einmal anzugehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte auch noch eine Lanze brechen für die Frauen in dieser Lebensphase, die jetzt auch Sicherheit brauchen bis 2024. Wir wollen, dass sie flexibel in Pension gehen können, dass sie nicht müssen, wenn sie nicht wollen. Aber wenn Sie sie sozusagen zwangsweise im Erwerbsleben behalten wollen, dann ignorieren Sie einerseits eine der schlechtesten Arbeitsmarktsituationen der Zweiten Republik, und Sie ignorieren auch eine ganz große Anzahl von Frauen, die aus der Haushaltsarbeit, aus der Sozialhilfe oder de facto ohne irgendeine Unterstützung auf die Pension warten. Und das sind viele Frauen. Das ignorieren Sie völlig. Diese wollen Sie weiter zwangsweise auf dem Arbeitsmarkt de facto einer sehr schwierigen Situation aussetzen. Und das ist, glaube ich, nicht fair. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Was das Ziel betrifft, Altersarmut auch tatsächlich zu verhindern, so sind natürlich jetzt einige Dinge in der Pensionsreform zumindest einmal angedacht worden. Aber wenn Sie sagen, die Ausgleichszulagenerhöhung auf 1 000 € sei so ein großer Meilenstein für die Frauen: Ich meine, haben Sie dazugesagt, wie viele das tatsächlich betrifft? – 377 000 haben keinen eigenständigen Pensionsanspruch, und ein Viertel aller Frauen im Alter ist an der Armutsschwelle beziehungsweise armutsgefährdet. Diese Anhebung mit der Vorgabe, 30 Jahre gearbeitet zu haben und noch dazu alleine zu leben, trifft einmal – ich weiß nicht – 18 000 Frauen, 20 000 Frauen. Gut, für die ist es gut, aber es unterstützt bei Weitem nicht jene große Anzahl von Frauen, die sehr viel mehr Unterstützung brauchen als so ein kleines Zuckerl. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim Team Stronach
Und deshalb: Hören Sie auf, Klientelpolitik zu machen über das Pensionssystem (Beifall beim Team Stronach), Ihre Klientel in Pension gehen zu lassen in der Hoffnung, dass man Sie dann auch wieder wählt! Hören Sie auf, die Familien zu schwächen, denn wenn wir es wieder schaffen, eine ordentliche Familienpolitik zu machen – und da stehen Sie ja ganz stark dagegen –, dann brauchen wir diese Zuwanderung gar nicht! (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.
Und deshalb: Hören Sie auf, Klientelpolitik zu machen über das Pensionssystem (Beifall beim Team Stronach), Ihre Klientel in Pension gehen zu lassen in der Hoffnung, dass man Sie dann auch wieder wählt! Hören Sie auf, die Familien zu schwächen, denn wenn wir es wieder schaffen, eine ordentliche Familienpolitik zu machen – und da stehen Sie ja ganz stark dagegen –, dann brauchen wir diese Zuwanderung gar nicht! (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.
Deshalb: Stärken wir die Familie! Drängen wir niemanden in Frühpension, der gar nicht will! Gerade bei den Beamten gibt es ja genug, die auch noch weit nach 65 arbeiten wollen. Das ist gut, das sollten wir unterstützen. Und hören Sie auf, auf dem Rücken der Familien Politik zu machen, um dann die Türen aufzumachen für Zuwanderer, die wir letztlich nicht integrieren können und die uns am Ende des Tages nur auf der Tasche liegen! – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Lugar: Die „Lieblingsfeministin“?
Abgeordnete Claudia Angela Gamon, MSc (WU) (NEOS): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte gerne mit einem Zitat anfangen von Gloria Steinem, die von mir persönlich die Lieblingsfeministin ist (Abg. Lugar: Die „Lieblingsfeministin“?) – wenn man Lieblingsfeministinnen hat. Gloria Steinem ist eine großartige Feministin der zweiten Welle des Feminismus, und sie hat einmal gesagt: „The truth will set you free, but first it will piss you off“. (Abg. Lugar: Das war makelloses Französisch!)
Abg. Lugar: Das war makelloses Französisch!
Abgeordnete Claudia Angela Gamon, MSc (WU) (NEOS): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte gerne mit einem Zitat anfangen von Gloria Steinem, die von mir persönlich die Lieblingsfeministin ist (Abg. Lugar: Die „Lieblingsfeministin“?) – wenn man Lieblingsfeministinnen hat. Gloria Steinem ist eine großartige Feministin der zweiten Welle des Feminismus, und sie hat einmal gesagt: „The truth will set you free, but first it will piss you off“. (Abg. Lugar: Das war makelloses Französisch!)
Beifall bei den NEOS.
Ich hoffe, dass sich viele Frauen und Männer in diesem Haus als Feministinnen und Feministen bezeichnen, damit wir in den nächsten paar Jahrzehnten diesen Fehlern, diesen Versäumnissen der Vergangenheit endgültig etwas entgegensetzen können. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Lugar: 19. Jahrhundert? – 20. Jahrhundert!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! „Brot und Rosen“, das war der Kampfruf, das war die Parole Anfang des 19. Jahrhunderts, 1911 (Abg. Lugar: 19. Jahrhundert? – 20. Jahrhundert!), als die Frauen, als Textilarbeiterinnen in den Kampf, in den Streik zogen für gerechtere Entlohnung, für bessere Lebensbedingungen. „Brot und Rosen“, war die Parole. Und Sie haben es erreicht: Sie haben 25 Prozent mehr Lohn bekommen, sie haben bessere Lebensbedingungen bekommen.
Abg. Strache: …! So wird es nicht besser!
Das ist leider noch nicht der Fall. Es wurde hier schon die Frage der Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern angesprochen, der sogenannte Gender Pay Gap. Dieser ist viel zu hoch, das wissen wir. (Abg. Strache: …! So wird es nicht besser!) Auf der anderen Seite, was halbe-halbe betrifft, so hat es schon 1996, damals ausgerufen von Helga Konrad, geheißen: Halbe-halbe auch in der Familie (Zwischenrufe der Abgeordneten Schönegger, Loacker und Belakowitsch-Jenewein), halbe-halbe bei der Pflege, halbe-halbe bei der Hausarbeit. (Ruf bei der FPÖ: Das ist eine Sonntagsrede! Unfassbar!) – Weit und breit ist davon nichts zu sehen! Hier gibt es einen Nachholbedarf in den Familien, bei den Herren, die entsprechend mithelfen sollten. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Schönegger, Loacker und Belakowitsch-Jenewein
Das ist leider noch nicht der Fall. Es wurde hier schon die Frage der Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern angesprochen, der sogenannte Gender Pay Gap. Dieser ist viel zu hoch, das wissen wir. (Abg. Strache: …! So wird es nicht besser!) Auf der anderen Seite, was halbe-halbe betrifft, so hat es schon 1996, damals ausgerufen von Helga Konrad, geheißen: Halbe-halbe auch in der Familie (Zwischenrufe der Abgeordneten Schönegger, Loacker und Belakowitsch-Jenewein), halbe-halbe bei der Pflege, halbe-halbe bei der Hausarbeit. (Ruf bei der FPÖ: Das ist eine Sonntagsrede! Unfassbar!) – Weit und breit ist davon nichts zu sehen! Hier gibt es einen Nachholbedarf in den Familien, bei den Herren, die entsprechend mithelfen sollten. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Das ist eine Sonntagsrede! Unfassbar!
Das ist leider noch nicht der Fall. Es wurde hier schon die Frage der Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern angesprochen, der sogenannte Gender Pay Gap. Dieser ist viel zu hoch, das wissen wir. (Abg. Strache: …! So wird es nicht besser!) Auf der anderen Seite, was halbe-halbe betrifft, so hat es schon 1996, damals ausgerufen von Helga Konrad, geheißen: Halbe-halbe auch in der Familie (Zwischenrufe der Abgeordneten Schönegger, Loacker und Belakowitsch-Jenewein), halbe-halbe bei der Pflege, halbe-halbe bei der Hausarbeit. (Ruf bei der FPÖ: Das ist eine Sonntagsrede! Unfassbar!) – Weit und breit ist davon nichts zu sehen! Hier gibt es einen Nachholbedarf in den Familien, bei den Herren, die entsprechend mithelfen sollten. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist leider noch nicht der Fall. Es wurde hier schon die Frage der Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern angesprochen, der sogenannte Gender Pay Gap. Dieser ist viel zu hoch, das wissen wir. (Abg. Strache: …! So wird es nicht besser!) Auf der anderen Seite, was halbe-halbe betrifft, so hat es schon 1996, damals ausgerufen von Helga Konrad, geheißen: Halbe-halbe auch in der Familie (Zwischenrufe der Abgeordneten Schönegger, Loacker und Belakowitsch-Jenewein), halbe-halbe bei der Pflege, halbe-halbe bei der Hausarbeit. (Ruf bei der FPÖ: Das ist eine Sonntagsrede! Unfassbar!) – Weit und breit ist davon nichts zu sehen! Hier gibt es einen Nachholbedarf in den Familien, bei den Herren, die entsprechend mithelfen sollten. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Zwei Drittel der unbezahlten Arbeit wird von den Frauen geleistet, und hier gilt es auch einen Ausgleich zu schaffen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn wir heute darüber sprechen, dass das Pensionsantrittsalter 2024 bis 2032 angehoben wird, dann sage ich Ihnen und können wir von der SPÖ sagen: Wir sind im Jahr 2013 in den Wahlkampf gezogen und haben gesagt, haben den Frauen versprochen, das gesetzliche Pensionsantrittsalter wird mit den Sozialdemokraten nicht angehoben. – Versprochen, gehalten, sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frauen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kickl: Ihr habt versprochen, dass überhaupt keine Pensionsbeiträge abgezogen werden! – Abg. Strache: Danke, Hundstorfer! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und NEOS.
Wenn es jetzt für 60-Jährige die Möglichkeit gibt, länger zu arbeiten, und zwar mit Anreizsystemen, dann ist das eine wichtige Maßnahme für all jene, die mit 60 Jahren noch einen Job, einen Posten haben, die noch die Möglichkeit haben, berufstätig zu sein. Faktum ist, dass zwei Drittel der Frauen aus der Arbeitslosigkeit in die Pension gehen, und das ist die Schande! (Abg. Kickl: Ihr habt versprochen, dass überhaupt keine Pensionsbeiträge abgezogen werden! – Abg. Strache: Danke, Hundstorfer! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und NEOS.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen
Sehr geehrte Damen und Herren, wenn wir über die Lohnhöhen sprechen, dann ist es höchst notwendig, auch darüber zu reden, dass es eine Neubewertung der Arbeit zu geben hat, dass es um eine Neubewertung der Arbeit geht (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen), dass es selbstverständlich sein muss, dass auch die Arbeit am Menschen, zum Beispiel die Pflege, hoch bewertet wird und nicht nur die Arbeit des Ingenieurs oder des Diplomingenieurs am Bau und so weiter.
Abg. Höbart: Was denn?
Natürlich haben wir noch einiges zu tun, aber, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Frauen, mit dieser politischen Einigung zur Pensionsreform ist etwas für die Frauen gelungen. (Abg. Höbart: Was denn?) In diesem Sinne, sehr geehrte Frauen, sehr geehrte Herren: Es ist ein Tag für die Frauen. Her mit dem ganzen Leben! Brot und Rosen und einen guten Frauentag! (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: Diese Rede kann man vermissen!)
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: Diese Rede kann man vermissen!
Natürlich haben wir noch einiges zu tun, aber, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Frauen, mit dieser politischen Einigung zur Pensionsreform ist etwas für die Frauen gelungen. (Abg. Höbart: Was denn?) In diesem Sinne, sehr geehrte Frauen, sehr geehrte Herren: Es ist ein Tag für die Frauen. Her mit dem ganzen Leben! Brot und Rosen und einen guten Frauentag! (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: Diese Rede kann man vermissen!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Angelika Winzig (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ja, unser Pensionssystem muss zukunftsfit gemacht werden. Wir haben schon gehört, die Pensionsdauer und die Erwerbsdauer klaffen dramatisch auseinander. Unter den üblichen schwierigen Rahmenbedingungen wurde beim Pensionsgipfel ein Ergebnis erzielt, das in die richtige Richtung geht. Trotzdem haben wir noch einen langen, steinigen Weg vor uns, denn ohne längere Erwerbstätigkeit werden wir das Ziel sicherlich nicht erreichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und weil Kollege Strolz, glaube ich, Schweden oder andere Länder angesprochen hat: Ich möchte nicht den schwedischen Dienstgeberbeitrag von 27 Prozent und den erhöhten Kündigungsschutz für mein Unternehmen haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Königsberger-Ludwig: Auch der Wirtschaftsminister ...!
Aber Sie haben die Chance für mutige Reformen. Sie haben die Chance, die Betriebe zu entlasten und den Wirtschaftsstandort zu attraktivieren, was Ihr Vorgänger leider verabsäumt hat, denn die Wirtschaft ist Teil der Lösung Ihres Problems. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Königsberger-Ludwig: Auch der Wirtschaftsminister ...!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.
Ich sage Ihnen etwas, meine Damen und Herren: Unser Pensionssystem ist nicht so schlecht. Es ist an und für sich gut aufgestellt, aber – und jetzt kommt das große Aber – wir haben noch immer keine Harmonisierung. Es ist hier nicht einsehbar, dass es einem Beamten mit 58 erlaubt ist, dazuzuverdienen, so viel er will, während ein ASVG-Pensionist mit 65 und darüber die Hälfte dann wieder hergeben muss. Das sind die Ungerechtigkeiten, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.
Darüber hinaus gibt es Maßnahmen, die Sie hier setzen, die das Pensionssystem gefährden. Ich komme noch einmal auf den Fall der Bank Austria zurück. Herr Minister Stöger, es ist schön, dass Sie heute da sind. Daher habe ich mir jetzt genau angeschaut, was Sie hier vorgelegt haben. Herr Bundesminister, Sie wissen ganz genau, was Sie hier vorlegen: Sie bringen einen eigenen Unterparagraphen ein. Dabei wissen Sie, dass das der Verfassungsgerichtshof aufheben wird, Sie wissen das! Ein rückwirkendes Gesetz – das haben Ihnen die Verfassungsjuristen gestern via Medien bereits ausgerichtet –, so ein Gesetz kann nicht halten! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.)
Abg. Kickl: Skandal!
Meine Damen und Herren, Herr Minister Stöger, meinen Sie wirklich, dass man dieses Gesetz jetzt in einer Husch-Pfusch-Aktion in zwei Tagen im Sozialausschuss durchpeitschen kann?! In einem Sozialausschuss, wo die Tagesordnung mit 23 Tagesordnungspunkten bereits bummvoll ist, soll man jetzt auch noch das abhandeln, in 10 Minuten, ein Gesetz, von dem wir schon wissen, dass es so nicht halten kann und nicht halten wird (Abg. Kickl: Skandal!), weil es eine reine Lex Bank Austria ist, die noch dazu rückwirkend wirken soll! Wenn es Ihnen nämlich ernst gewesen wäre, hätten Sie uns dieses Gesetz längst vorgelegt, nicht erst jetzt, heute, eingebracht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, Herr Minister Stöger, meinen Sie wirklich, dass man dieses Gesetz jetzt in einer Husch-Pfusch-Aktion in zwei Tagen im Sozialausschuss durchpeitschen kann?! In einem Sozialausschuss, wo die Tagesordnung mit 23 Tagesordnungspunkten bereits bummvoll ist, soll man jetzt auch noch das abhandeln, in 10 Minuten, ein Gesetz, von dem wir schon wissen, dass es so nicht halten kann und nicht halten wird (Abg. Kickl: Skandal!), weil es eine reine Lex Bank Austria ist, die noch dazu rückwirkend wirken soll! Wenn es Ihnen nämlich ernst gewesen wäre, hätten Sie uns dieses Gesetz längst vorgelegt, nicht erst jetzt, heute, eingebracht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Muchitsch: 10. März!
Wir fordern – und das fordere ich auch von Ihnen, Herr Kollege Muchitsch –, dass dazu endlich eine Sondersitzung des Sozialausschusses einberufen wird, ein Extratermin für dieses Thema. Das fordern wir übrigens auch schon seit Mitte Jänner, weil wir endlich einmal darüber diskutieren wollen, und dabei wollen wir alle Fakten auf dem Tisch haben. (Abg. Muchitsch: 10. März!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.
Ja, am 10. März haben wir bereits, wie ich erwähnt habe, Herr Kollege, 23 andere Tagesordnungspunkte. Noch einmal: Das können wir nicht in 10 Minuten abhandeln! Da braucht es Zeit, und da wollen wir auch alle Fakten haben. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.) Da geht es um 800 Millionen, für die die Steuerzahler dann geradestehen müssen. Das können wir doch nicht in 10 Minuten abhandeln, das ist doch unseriös!
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker
Das ist die Problematik, die es hier gibt, und das sind die Probleme, die wir uns selbst schaffen (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker) und die Sie von der ÖVP mit Ihrer Zustimmung, wodurch die Mehrheit zustande kommt, auch noch dazugeben. Wenn Sie nämlich diesem Gesetz hier zustimmen im Wissen, dass es ohnehin aufgehoben wird, dann machen Sie sich mitschuldig. Das ist doch bitteschön nahe an einem Amtsmissbrauch, Herr Minister Stöger, das kann nicht funktionieren!
Beifall bei der FPÖ.
Denn die Frage bleibt offen, und die muss auch gestellt werden: Wer sind denn die Nächsten, die überführt werden? Kommen dann die Leute von Wien Energie dran? Werden die hohen Magistratsbeamten, die der Stadt Wien zu teuer sind, auch auf Kosten der Steuerzahler in das ASVG übergeführt? Da werden wir sehr genau aufpassen. Mit diesem Gesetz ist es jedenfalls nicht verhinderbar. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Sie können ja ein paar Phantasiezahlen nennen! Bedingungslose Mindestsicherung!
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Frau Präsidentin! Werte Herren Minister! Frau Ministerin! Was mittlerweile offensichtlich die NEOS mit der FPÖ eint, ist die übergroße Aufregung und die Unfähigkeit, Lösungsvorschläge zu machen. (Abg. Kickl: Sie können ja ein paar Phantasiezahlen nennen! Bedingungslose Mindestsicherung!) Denn an Aufregung war in der bisherigen Debatte sehr viel da.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich würde mittlerweile auch bitten, dass wir aus der Werkstatt und dem ganzen Auto… (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ich habe Ihnen zugehört, Frau Belakowitsch-Jenewein, und vielleicht wollen Sie jetzt auch einmal kurz zuhören. Wir können ja nachher oder auch im Ausschuss über die Bank-Austria-Geschichte weiterdebattieren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe Ihnen eh zugehört!) – Ja, ich bitte darum.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe Ihnen eh zugehört!
Ich würde mittlerweile auch bitten, dass wir aus der Werkstatt und dem ganzen Auto… (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ich habe Ihnen zugehört, Frau Belakowitsch-Jenewein, und vielleicht wollen Sie jetzt auch einmal kurz zuhören. Wir können ja nachher oder auch im Ausschuss über die Bank-Austria-Geschichte weiterdebattieren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe Ihnen eh zugehört!) – Ja, ich bitte darum.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir reden über Pensionen!
Ich würde gerne aus der Autowerkstatt raus, das wollte ich noch einmal wiederholen, denn jetzt haben wir schon den Crashtest und die Schrottautos (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir reden über Pensionen!), und ich weiß nicht, was Sie noch alles an Bildern bringen. Wie wir da rauskommen, das habt ihr NEOS uns aber auch noch nicht ganz erklärt.
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Strolz. – Zwischenrufe bei den NEOS.
An diese Frauen müssen wir denken. Und wir müssen verhindern, dass künftig Menschen – und ihr NEOS geht ein bisschen in diese Richtung mit euren Vorschlägen, die man so vernimmt – mit so wenig Geld auskommen müssen. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Strolz. – Zwischenrufe bei den NEOS.)
Zwischenruf des Abg. Loacker.
Dann beteiligt euch an der Diskussion! Wenn ihr verhindern wollt, dass Menschen zurückfallen und mit so wenig Geld auskommen müssen, dann redet nicht vom schwedischen Modell! (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Das schwedische Modell geistert bei euch herum, ohne dass offensichtlich jemand weiß, was das ist. Ab 2018 wird sich zeigen, dass es genau das nicht verhindert, dass Menschen im Alter unter der Armutsgefährdungsschwelle leben müssen. (Abg. Strolz: Ausgleichszulage ist unangetastet!)
Abg. Strolz: Ausgleichszulage ist unangetastet!
Dann beteiligt euch an der Diskussion! Wenn ihr verhindern wollt, dass Menschen zurückfallen und mit so wenig Geld auskommen müssen, dann redet nicht vom schwedischen Modell! (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Das schwedische Modell geistert bei euch herum, ohne dass offensichtlich jemand weiß, was das ist. Ab 2018 wird sich zeigen, dass es genau das nicht verhindert, dass Menschen im Alter unter der Armutsgefährdungsschwelle leben müssen. (Abg. Strolz: Ausgleichszulage ist unangetastet!)
Abg. Strolz: Es geht um die Mechanik!
Nein, die Grundpension in Schweden entspricht ungefähr unserer Ausgleichszulage. Und ab 2018 werden mehr als 40 Prozent der Menschen in Schweden nur mit genau diesem Geld auskommen müssen. (Abg. Strolz: Es geht um die Mechanik!) Erklärt doch den Menschen, dass all eure Ideen nur in Richtung Pensionskürzung gehen! Sagt es doch einmal klar! (Beifall bei Grünen und SPÖ.) Sagt es klar, alles, was von euch kommt, ist Pensionskürzung! (Abg. Stefan: Nicht aufregen!) – Doch, ich rege mich auf. Gerade darüber kann ich mich aufregen, nämlich dass Menschen im Alter armutsgefährdet sind, dass sie keine Pension haben, mit der sie auskommen, dass sie keine Pension haben, mit der sie irgendwie gut leben können.
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Nein, die Grundpension in Schweden entspricht ungefähr unserer Ausgleichszulage. Und ab 2018 werden mehr als 40 Prozent der Menschen in Schweden nur mit genau diesem Geld auskommen müssen. (Abg. Strolz: Es geht um die Mechanik!) Erklärt doch den Menschen, dass all eure Ideen nur in Richtung Pensionskürzung gehen! Sagt es doch einmal klar! (Beifall bei Grünen und SPÖ.) Sagt es klar, alles, was von euch kommt, ist Pensionskürzung! (Abg. Stefan: Nicht aufregen!) – Doch, ich rege mich auf. Gerade darüber kann ich mich aufregen, nämlich dass Menschen im Alter armutsgefährdet sind, dass sie keine Pension haben, mit der sie auskommen, dass sie keine Pension haben, mit der sie irgendwie gut leben können.
Abg. Stefan: Nicht aufregen!
Nein, die Grundpension in Schweden entspricht ungefähr unserer Ausgleichszulage. Und ab 2018 werden mehr als 40 Prozent der Menschen in Schweden nur mit genau diesem Geld auskommen müssen. (Abg. Strolz: Es geht um die Mechanik!) Erklärt doch den Menschen, dass all eure Ideen nur in Richtung Pensionskürzung gehen! Sagt es doch einmal klar! (Beifall bei Grünen und SPÖ.) Sagt es klar, alles, was von euch kommt, ist Pensionskürzung! (Abg. Stefan: Nicht aufregen!) – Doch, ich rege mich auf. Gerade darüber kann ich mich aufregen, nämlich dass Menschen im Alter armutsgefährdet sind, dass sie keine Pension haben, mit der sie auskommen, dass sie keine Pension haben, mit der sie irgendwie gut leben können.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Worum geht es? – Es geht darum, dass man die Zeiten, in denen Frauen arbeiten, also die Phase des Erwerbslebens, so gut absichert, dass sie dann auch im Alter eine sichere Pension haben. Solange wir nicht gemeinsam daran arbeiten, dass Menschen in der Erwerbsphase gut genug verdienen, dass deren Einkommen hoch genug ist und sie ein Auskommen haben, wird sich das auch in der Pension nie ausgehen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Also lassen Sie uns gemeinsam auf die Erwerbszeit schauen, wo es um die Einkommen geht, wo es darum geht, dass es noch immer Menschen gibt, die, sobald sie das gesetzliche Pensionsantrittsalter erreicht haben, gekündigt werden. Das müssen wir verhindern. Deswegen bitte ich um Unterstützung unseres Antrages. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Alois Stöger, diplômé: Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Herr Finanzminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bedanke mich bei den NEOS dafür, dass sie die heutige Sondersitzung verlangt haben. Das gibt mir die Möglichkeit, am Frauentag darüber zu reden, was wir im österreichischen Pensionssystem insgesamt verbessern können. Mit unserem Pensionsgipfel haben wir einen Beitrag zur Verbesserung der Situation gerade für Frauen geleistet. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na bitte, das stimmt ja nicht!
Zuerst die Fakten: Das Pensionsantrittsalter steigt schneller, als wir es erwartet haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na bitte, das stimmt ja nicht!) Die Bundesmittel, die wir dazu brauchen, bleiben stabil, nämlich bei zirka 6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage das noch einmal deutlich: In den letzten 60 Jahren haben wir mit unserem Pensionssystem für die Menschen in Österreich Armut im Alter verhindert. Und – da hat der Herr Finanzminister völlig recht, das gebe ich gerne zu –: Wir werden uns weiter darum bemühen, das Pensionsrecht anzupassen. Das wird immer wieder vorkommen, weil es um ein Viertel der österreichischen Bevölkerung geht und weil es darum geht, diese auch mit Einkommen zu versorgen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren von den NEOS! Privat können Sie gerne spekulieren, das ist mir egal. Spekulieren mit den Pensionen der Österreicherinnen und Österreicher wollen wir jedoch nicht! Die Höhe der Pension darf in Österreich nicht vom Aktienkurs abhängen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Heute, meine geschätzten Damen und Herren, am Weltfrauentag, möchte ich auch den Fokus etwas genauer in Richtung Frauen lenken. Wir haben in Österreich noch immer 900 000 Frauen, Pensionistinnen, die eine Ausgleichszulage empfangen. Das heißt, sie haben in Summe 882 €, von denen sie leben müssen. Und bei all den Diskussionen in den vergangenen Tagen und Wochen, was für jene Leute genug ist, die zu uns kommen, was wir noch alles tun können, vergessen wir doch nicht, dass es sehr viele Pensionisten gibt, die an der Armutsgrenze leben! (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Neubauer: Altenpflege!
Meine geschätzten Damen und Herren! Richten wir auch ein Augenmerk auf die vielen, vielen Stunden, die von Frauen unentgeltlich geleistet werden: 10 Milliarden Stunden im Jahr setzen sich Frauen unentgeltlich für die Gesellschaft, für Kindererziehung, für Betreuung ein. (Abg. Neubauer: Altenpflege!) – Für die Altenpflege! Sie leisten damit 66 Prozent des Gesamtvolumens. Das heißt, noch immer werden zwei Drittel dieser sozialen Arbeit unentgeltlich von Frauen geleistet.
Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Es ist logisch, dass am Ende des Tages jene, die sich für die Familie, für die Gesellschaft aufopfern, weniger Pension bekommen, weil sie nicht egoistisch geschaut haben, dass sie genügend eingezahlt haben, dass sie nach vorne gekommen sind, dass ihre Karriere im Vordergrund gestanden ist, sondern das Augenmerk auf die Familie gelegt haben. An dieser Stelle mein Dank an alle Mütter, die sich für Kindererziehung eingesetzt haben, die den Mut gehabt haben, den Kindern Jahre zu widmen. Ihnen allen ein herzliches Dankeschön. (Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
SPÖ-Bundesrat, aufgezeigt hat: Eine Frau, die neun Kinder großgezogen hat, hat am Ende des Tages 247 € Pension. Meine geschätzten Damen und Herren, da gilt es hinzuschauen, und es gilt, als Gesellschaft dafür Sorge zu tragen, dass sich Frauen auch in Zukunft, weil wir entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen haben, dafür entscheiden können, Mütter zu werden, Familie zu haben und auf die Kinder zu schauen, ohne dass sie am Ende des Tages in der Armut landen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir haben sehr oft andiskutiert, das Frauenpensionsantrittsalter zu erhöhen, und da gibt es unterschiedliche Strömungen. Die einen wollen das sofort, denen geht es nicht rasch genug, und die anderen sagen: So rasch geht das nicht, wir brauchen eine Übergangszeit! Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Jene, die die Möglichkeit haben, länger zu arbeiten, die sollen die Möglichkeit erhalten. Da gibt es überhaupt keine Einschränkung, dafür stehen wir. Aber wir sind aus einem einfachen Grund dagegen, dieses Pensionsantrittsalter sofort anzugleichen: Wir haben nicht die Arbeitsplätze! Wo sollen die Frauen einen Job finden? Wo soll eine 54-Jährige, die arbeitslos ist, mit der Perspektive, dass sie jetzt sofort bis 65 arbeiten muss, einen Job finden? Das wäre am Ende eine Pensionsreduzierung, und dagegen sprechen wir uns ganz klar aus! (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf: Die Seniorensprecherin haben wir da! – Bundesminister Schelling: Frau Korosec ist nicht Seniorensprecherin, sie ist nicht Mitglied im Parlament! – Ruf bei der ÖVP: Da gibt es ganz andere Aussagen vom Herrn Stronach!
Ich weiß nicht, Herr Minister, wie es Ihnen damit geht (Bundesminister Schelling: Ich halte das aus!), wenn die ÖVP-Pensionssprecherin, Seniorensprecherin solch eine Aussage tätigt. (Ruf: Die Seniorensprecherin haben wir da! – Bundesminister Schelling: Frau Korosec ist nicht Seniorensprecherin, sie ist nicht Mitglied im Parlament! – Ruf bei der ÖVP: Da gibt es ganz andere Aussagen vom Herrn Stronach!)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Doppler.
Da kann man zehnmal sagen, na ja, das ist verfassungsrechtlich abgesichert. Wir sitzen hier im Parlament, wir haben jederzeit die Möglichkeit, Verfassungsmehrheiten zu bilden und diese in sinnvollen Bereichen einzusetzen, um bestehende Gesetze zu ändern. Und da würde ich mir mehr Reformfreudigkeit wünschen, um wirklich gemeinsam ein System aufzubauen, das gerecht ist, ein System, in dem es keine Privilegien mehr gibt. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Doppler.)
Beifall beim Team Stronach.
Pensionserhöhungen nur mehr bis zur ASVG-Höchstgrenze gibt. Dann würden sich automatisch die hohen Pensionen einschleifen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne freue ich mich schon auf die nächsten konstruktiven Debatten und ich hoffe, dass wir bei diesem Punkt gemeinsam weiterkommen. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Das ist der Unterschied, das sind die NEOS nicht!
Geschätzter Herr Minister, Sie waren wirklich auch meine persönliche Hoffnung. Sie waren mein Hoffnungsträger in der Regierung. Ich habe mir gedacht, endlich kommt einmal ein Finanzminister, der von der ganzen Geschichte eine Ahnung hat. Sie waren auch ein Hoffnungsträger vieler Unternehmer, Sie waren ein Hoffnungsträger der Generationengerechtigkeit. Und Sie waren – rufen wir uns Ihre Budgetrede noch einmal in Erinnerung – der Hoffnungsträger für ein ausgeglichenes Budget. Das waren Sie! (Ruf bei der ÖVP: Das ist der Unterschied, das sind die NEOS nicht!)
Beifall bei den NEOS.
seinem Zitat ausgehen, dass die Pensionen sicher sind. (Beifall bei den NEOS.) Und Sie wissen, dass diese Pensionen nicht sicher sind!
Beifall bei den NEOS.
Meiner Meinung nach müssen Sie endlich diese Rahmenbedingungen schaffen, damit die Menschen arbeiten, denn nur durch Beitragszahler – und das wissen wir alle – wird dieses Pensionssystem gefüllt, nicht durch Pensionisten. Was jedoch diesen Grundsatz mit dem Fallschirm betrifft – die Pensionen sind sicher –, wird es bald ein paar Aufgeplatzte auf der Erde geben, und das ist ein Bild, von dem ich nicht träumen möchte. Wenn Sie den Menschen endlich einmal reinen Wein einschenken würden, dann müssten wir nicht von Optimismus daherreden, denn dann wüssten die Menschen in diesem Land, was zu tun ist. – Danke vielmals. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Unsere Fraktion ist überzeugt davon, dass unser österreichisches Pensionssystem zukunftssicher ist, ein Einkommen für 2,3 Millionen Österreicherinnen und Österreicher garantiert und eine zentrale Säule für den sozialen Zusammenhalt in Österreich darstellt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall der Abg. Aubauer. – Abg. Schimanek: Aber nicht so, wie die Frauen das wollen!
Meiner Meinung nach ist es gut, gerade an einem Weltfrauentag auch darauf hinzuweisen, dass es jetzt Verbesserungen für Alleinstehende durch die Erhöhung der Ausgleichszulage gibt, und als Vertreter der ÖVP, der die Familie besonders am Herzen liegt, freut es mich, dass wir jetzt auch für Frauen, die ab 1955 geboren sind, die Anrechnung der Kindererziehungszeiten durchgesetzt haben. Ich glaube, all das ist positiv und gehört erwähnt. (Beifall der Abg. Aubauer. – Abg. Schimanek: Aber nicht so, wie die Frauen das wollen!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Strolz.
Ich möchte aber auch kein Hehl daraus machen, dass ich als junger Mensch wütend bin. Ich bin wütend, wenn ich mir anschaue, wie diese Diskussionen hier geführt werden. Ich bin wütend, wenn wir sehenden Auges akzeptieren, dass in Wien einfach später das Pensionssystem angeglichen wird, was die Steuerzahler und Steuerzahlerinnen netto 350 Millionen € bis 2042 kosten wird. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Strolz.)
Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.
Ich bin wütend, wenn meine Generation – egal, ob Frau oder Mann – mit 65 Jahren in Pension geht und das als selbstverständlich sieht, während in Wien das Durchschnittspensionsantrittsalter bei 57 und ein paar Zerquetschten liegt. (Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.) Ich bin wütend, wenn in dieser Debatte immer wieder versucht wird, Junge gegen Alte auszuspielen, wenn versucht wird, Unsicherheit zu schüren, Angst zu machen vor Reformen.
Abg. Pendl: Das glaube ich auch!
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich würde mir wünschen – Frau Glawischnig hat es vorhin erwähnt –, dass wir ein bisschen Sachlichkeit in diese Debatte bringen. Ich glaube, es wäre gut, wenn wir den Leuten, wie der Kollege Schellhorn gesagt hat, reinen Wein einschenken würden, wenn wir uns davon lösen, mit Angst und mit vielleicht überzogenen Formulierungen wie „schrottreif“ Politik zu machen. (Abg. Pendl: Das glaube ich auch!)
Beifall bei ÖVP und NEOS.
Es sind in letzter Zeit in dieser Pensionsdebatte sehr viele Vergleiche gezogen worden. Meiner Meinung nach kann man es am besten mit der Titanic beschreiben. Die Titanic war, bevor sie aufgelaufen ist, das sicherste Schiff der Welt, und genauso ist es mit dem Pensionssystem: Die Pensionen sind sicher. Sehr geehrte Damen und Herren, alle die jetzt vor dem Bildschirm sitzen und eine Pension beziehen – Sie werden auch weiterhin eine Pension bekommen, auch wenn wir nichts machen. Ich kann Ihnen aber auch sagen, dass diejenigen in meiner Generation, die jetzt diese Beiträge für dieses Pensionssystem erwirtschaften – und das tun wir gerne, wir stehen zum Umlageverfahren, wir stehen dazu, dass eine Generation für die andere da ist –, in Zukunft kein sicheres Pensionssystem haben werden, wenn wir nicht bald anfangen, Reformen umzusetzen. (Beifall bei ÖVP und NEOS.)
Heiterkeit der Abgeordneten Katzian und Gisela Wurm.
Wissen Sie, wer das sagt? – Das kommt nicht aus den Reihen der FPÖ, der SPÖ, der Grünen oder der NEOS, sondern von einem Verein, der sich „die progressiven Sozialdemokraten“ nennt. (Heiterkeit der Abgeordneten Katzian und Gisela Wurm.) Das sollte Ihnen zu denken geben, denn offensichtlich gibt es selbst in Ihrer Gesinnungsgemeinschaft noch Menschen, die der Wahrheit ins Auge sehen, die die Fakten nicht negieren, die offensichtlich Volkswirtschaft studiert haben, sich mit den Fakten auseinandersetzen und daher wissen, was zu tun ist.
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Strolz und Vavrik.
Ich würde mich freuen, wenn es auch in den gewählten Reihen der Sozialdemokratie ein bisschen mehr Bereitschaft dazu geben würde, die notwendigen Reformen umzusetzen, damit auch meine und zukünftige Generationen ein sicheres Pensionssystem vorfinden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Strolz und Vavrik.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Werner Neubauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Sehr geehrter Herr Vorredner El Habbassi, herzlichen Dank für diese sehr emotionale Rede, in der Sie sehr viel gefordert haben. Ich frage mich nur: Sie sitzen in der Regierung, warum machen Sie es nicht? (Beifall bei der FPÖ.) Ganz einfach.
Beifall bei der FPÖ.
einigen Pensionsdiskussionen in den letzten Tagen. Die Menschen haben mich gefragt: Herr Neubauer, ist das Pensionssystem jetzt, nach diesem Pensionsgipfel, fairer? Ist es treffsicher, oder ist es überhaupt nachhaltiger? Ich habe ihnen gesagt: Nein, ist es nicht, im Gegenteil! Wir haben nicht nur die Ankündigung vom Herrn Minister gehabt, dass er das Pensionskonto belasten will, was durchschnittlich ein Viertel der Pensionen rechnungsmäßig als Einbuße treffen würde, wir haben auch die Frage der Bestrafung von Alterspensionen sowie die Frage der Bank Austria, die meine Kollegin Belakowitsch-Jenewein angesprochen hat, und beide Male haben wir gleichzeitig eine Verfassungsklage im Raum stehen! Ja in welchem Haus sind wir, dass wir Vorschläge machen, obwohl wir von vornherein wissen, dass es verfassungsrechtlich nicht in Ordnung ist, was hier beschlossen werden soll? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da fehlt der Wille zur Kontrolle. Und solange dieser Missbrauch in Österreich nicht abgestellt wird, werden wir auch kein Geld für weitere Pensionsmaßnahmen haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Dritter Vorschlag: Wir wollen, dass die Privilegien und die Luxuspensionen wegfallen. Zum Beispiel gibt es Personen, die eine Pension von 31 000 € – das muss man sich einmal vorstellen: 31 000 € im Monat! – beziehen. Wir wollen das ändern, wir wollen auch aktiv in diese bestehenden Pensionen eingreifen. In Bezug auf diese Frage müssen wir meiner Meinung nach auch ein paar Tabus brechen, auch hier in diesem Raum: Es gibt Altpolitikerpensionen, bei denen man beispielsweise 13 000 € Pension bekommt, weil man einige Jahre lang Minister war, diese Ansprüche gibt es auch in dem Raum. Meiner Ansicht nach können wir uns ruhig überlegen, ob diejenigen, die hohe Pensionen haben, sehr wohl etwas beitragen und einen höheren Beitrag leisten sollten. Ich finde, jeder Euro über der ASVG-Grenze ist ein Euro, über den wir im Parlament diskutieren können und sollten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Furchtbar!
Fünfter Punkt: Wir wollen die Förderung der „Kasinopensionen“ streichen. Momentan gehen jedes Jahr 3,2 Milliarden € in die Förderung von Privatpensionen, also „Kasinopensionen“. Ich finde, das ist ein Wahnsinn, ich finde, das ist ein unglaublich schlimmer Anreiz, dass wir als Staat sagen: Wir fördern für jüngere Menschen, dass sie ihr Geld ins Finanzkasino tragen, damit diese dann sozusagen mit dem Geld zocken gehen! (Abg. Pirklhuber: Furchtbar!) Das ist die Idee dabei, und das sind 3,2 Milliarden €, und ich weiß auch, dass es da einige gibt, die eher in diese Richtung wollen.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist die eine Sache, und dann muss man sich ausrechnen, wie unsicher das für uns Junge dann in 40 Jahren ist. 40 Jahre dem Finanzmarkt zu vertrauen, das ist nichts anderes als Zockerei, das sind „Kasinopensionen“. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich finde, jeder, der sich dafür ausspricht, ist in Wirklichkeit ein Lobbyist für Versicherungskonzerne und für Banken, denn das sind die Einzigen, die in diesem Kasino gewinnen. Der Einzige, der wirklich gewinnt, ist das Kasino, und ich rate wirklich jedem jungen Menschen in meinem Alter auch davon ab, dem Finanzmarkt zu vertrauen. Ich verstehe übrigens, warum man der Politik nicht so vertraut, aber ich sage eines: Ganz sicher kann man den Banken und den Versicherungen noch weniger vertrauen als der Politik, weil sie sind in erster Linie an einer Sache orientiert, nämlich nur daran, Geld zu machen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Deshalb bin ich überzeugt, dass wir es schaffen können, das österreichische Modell ins 21. Jahrhundert zu bringen, und ich glaube sogar, wenn wir diese Reformen machen, werden wir Junge einmal ein besseres und ein faireres Pensionssystem erleben, als wir es heute haben. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Kollege Julian Schmid hat jetzt die Sicht der Jugend dargestellt. Ich habe ein bisschen ein Problem, denn man unterstellt generell den Banken und den Versicherern, dass man ihnen nicht trauen kann. Das ist eine Pauschalverurteilung, die muss ich zurückweisen. Aber da möchte ich einmal die Sicht darstellen: Wie geht es denn jener Aufbaugeneration, die jetzt in Pension ist, die dieses Land mit viel Verzicht aufgebaut hat und zum Teil beschämende Pensionen bekommt? (Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Königsberger-Ludwig: Wir sitzen immer nur daheim!
Manches Mal habe ich das Gefühl, wir diskutieren völlig am Thema, völlig an der Bevölkerung vorbei, und es wäre wirklich gut, wenn manche Politiker manches Mal zum Stammtisch, zu einer Musik- oder Feuerwehrversammlung oder einer Sportler- oder Imkerversammlung gehen und hören würden (Abg. Königsberger-Ludwig: Wir sitzen immer nur daheim!), was man von einer Registrierkassenpflicht hält, und hören würden, wie das ankommt, wenn die Politik auf der einen Seite hinausgeht und die Ehrenamtlichkeit lobt und sagt, wie wichtig das ist – das ist ja sehr wichtig, das steht außer Frage –, und gleichzeitig dann diese kleinen Erträge, die nur erzielt werden, weil wirklich alle ehrenamtlich und unentgeltlich arbeiten, der Mitglieder, der Angehörigen besteuert werden sollen, so nach dem Motto: Gebt uns einmal euer gutes Geld und seid brav, dann geben wir euch wieder ein bisschen etwas zurück! – Das ist keine Politik für das Volk, das ist Politik gegen das Volk! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Manches Mal habe ich das Gefühl, wir diskutieren völlig am Thema, völlig an der Bevölkerung vorbei, und es wäre wirklich gut, wenn manche Politiker manches Mal zum Stammtisch, zu einer Musik- oder Feuerwehrversammlung oder einer Sportler- oder Imkerversammlung gehen und hören würden (Abg. Königsberger-Ludwig: Wir sitzen immer nur daheim!), was man von einer Registrierkassenpflicht hält, und hören würden, wie das ankommt, wenn die Politik auf der einen Seite hinausgeht und die Ehrenamtlichkeit lobt und sagt, wie wichtig das ist – das ist ja sehr wichtig, das steht außer Frage –, und gleichzeitig dann diese kleinen Erträge, die nur erzielt werden, weil wirklich alle ehrenamtlich und unentgeltlich arbeiten, der Mitglieder, der Angehörigen besteuert werden sollen, so nach dem Motto: Gebt uns einmal euer gutes Geld und seid brav, dann geben wir euch wieder ein bisschen etwas zurück! – Das ist keine Politik für das Volk, das ist Politik gegen das Volk! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
sterben die Beitragszahler weg, und gerade die Bäuerinnen, die auch wie andere Mütter die meisten Kinder erzogen haben, die meisten Beitragszahler, die natürlich heute in andere Berufsgruppen einzahlen, die die größte Leistung erbracht haben, sind jetzt mit 637 € die Abgefertigten in diesem System – und das am Weltfrauentag! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach, bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abgeordneten Tamandl und Schittenhelm.
Vielleicht noch zu den Müttern: Wo ist denn, Kollege Wöginger, die ÖVP, die Familien-partei, wenn man in der Kindererziehung diese vier Jahre immer noch nicht voll anrechnet, wenn innerhalb dieser vier Jahre der Geburtenabstand bei Geschwistern kürzer war? – Diese Frau hat diese Arbeit geleistet – egal, ob sie alle zwei Jahre ein Kind gekriegt hat oder einmal in einem Jahr und einmal drei Jahre später oder sieben Jahre später –, sie hat drei Kinder erzogen. (Beifall beim Team Stronach, bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abgeordneten Tamandl und Schittenhelm.)
Abg. Gisela Wurm: Eins nach dem anderen!
Deshalb, liebe Kollegin Wurm – weil du das angesprochen und dich so vehement für die Frauen eingesetzt hast –, auch ein Appell an die Sozialistische Partei: Nicht das Erzählte reicht, sondern das Erreichte zählt! Da gibt es solche Missstände, die wurden auch von der Sozialistischen Partei nicht bereinigt. Ihr habt das in der Hand gehabt. Warum macht ihr das nicht? – Das ist die Frage! Warum muss ich mich da in den Saal stellen und sagen: Da haben wir noch so viel Arbeit, und dafür setzen wir uns ein! – Das glaubt niemand. Denn: Ihr habt es bisher auch nicht geschafft. Das ist das Entscheidende! (Abg. Gisela Wurm: Eins nach dem anderen!) – Eben, aber bitte nicht in 100 Jahren, sondern, wenn es geht, in dieser Regierungsperiode. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Deshalb, liebe Kollegin Wurm – weil du das angesprochen und dich so vehement für die Frauen eingesetzt hast –, auch ein Appell an die Sozialistische Partei: Nicht das Erzählte reicht, sondern das Erreichte zählt! Da gibt es solche Missstände, die wurden auch von der Sozialistischen Partei nicht bereinigt. Ihr habt das in der Hand gehabt. Warum macht ihr das nicht? – Das ist die Frage! Warum muss ich mich da in den Saal stellen und sagen: Da haben wir noch so viel Arbeit, und dafür setzen wir uns ein! – Das glaubt niemand. Denn: Ihr habt es bisher auch nicht geschafft. Das ist das Entscheidende! (Abg. Gisela Wurm: Eins nach dem anderen!) – Eben, aber bitte nicht in 100 Jahren, sondern, wenn es geht, in dieser Regierungsperiode. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Doppler und Gerhard Schmid.
Deshalb, liebe Kolleginnen und Kollegen, sind wir alle aufgefordert, die nötigen Schritte einzuleiten, um für die Zukunft eine enkelgerechte Politik zu gestalten, die auch diesen eine möglichst angemessene Pension sichert. – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Doppler und Gerhard Schmid.)
Abg. Steinbichler spricht mit Abg. Gisela Wurm.
Abgeordnete Katharina Kucharowits (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! (Abg. Steinbichler spricht mit Abg. Gisela Wurm.) – Jetzt bin ich am Wort.
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Vorweg nur eines: Wir feiern heute nicht den Familientag, denn etliche Kolleginnen und Kollegen, vorwiegend Männer in diesem Fall, fühlen sich ständig dazu aufgefordert, über Familienpolitik zu sprechen. Wir feiern heute den Internationalen Frauentag. An dieser Stelle: solidarity sisters! (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Liebe Kolleginnen und Kollegen von den NEOS, diese Botschaft habt ihr nicht erfunden. Diese Botschaft trommeln etliche Politikerinnen und Politiker seit gefühlten 100 Jahren, und wir haben sie heute leider auch wieder hören müssen, sie kam sowohl vonseiten der Regierungsbank, nämlich von Minister Schelling, als auch vor Kurzem vom Kollegen Asdin El Habbassi, der jetzt gerade nicht im Raum ist. Ich finde es einfach sehr schade, denn dieses Trommeln ist zum einen Angstmache und zum anderen einfach unrichtig. Von beiden Methoden, also sowohl Angst zu schüren als auch unrichtige Dinge zu verbreiten, halte ich überhaupt nichts. Ich halte das auch für eine sehr verantwortungslose Politik. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich und viele andere Leute können es auch einfach nicht mehr hören, und wir müssen es uns auch nicht mehr anhören, denn das Umlageverfahren, nämlich das staatliche Pensionssystem, ist sicher. Das sage oder behaupte nicht nur ich, sondern das wissen wir aus der Vergangenheit, das wissen wir aus jetzigen Zahlen, und das sagen etliche Expertinnen und Experten. Unser System ist eben nicht abhängig vom Kapitalmarkt, und wir haben gesehen – das haben einige KollegInnen auch schon ausgeführt –, das ist nicht sicher, denn etliche jener Leute, die sowohl in anderen Ländern, aber auch bei uns in private Vorsorgesysteme investiert haben, haben zum Teil „glorreiche“ Beträge von 50 Prozent des Kapitals, das sie damals eingezahlt haben, herausbekommen. Das ist für uns hochriskant und spekulativ und mit uns sicherlich nicht machbar – ganz ehrlich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin deshalb auch sehr froh darüber, dass die SPÖ-Verhandlerinnen und -Verhandler beim Pensionsgipfel etliche ungerechte Vorschläge, die für junge Leute – auch für Frauen – auf den Tisch gelegt wurden und die vonseiten der ÖVP geplant gewesen wären, abgewendet haben. Stichwort: Anhebung der Pension nach der Inflationsrate und nicht nach der Lohnsteigerung. Das würde für die heute 20- bis 30-Jährigen eine Reduktion von 30 Prozent bedeuten. Das hat mit Generationengerechtigkeit oder mit Generationenfairness nichts zu tun. Deshalb bin ich sehr froh, dass Minister Stöger das ganz klar abgelehnt hat und dass das nicht kommen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich hoffe sehr, dass nach der Einsicht betreffend die nicht frühzeitige Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters und auch ihrem Return betreffend die Pensionsautomatik auch ein Umdenken, was die Praktika anbelangt, vonseiten der ÖVP kommt. Das ist ungerecht. Die jungen Leute brauchen faire Jobs, und das haben sie sich auch verdient. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Minister! Werte Vorrednerin! Wir sind die Familienpartei. Wir feiern aber auch den Frauentag, denn Frauen sind ja auch Mütter und Teil der Familien. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich, dass wir über eine andere geplante Maßnahme hier im Parlament weiterverhandeln können, nämlich über die Frage: Wie gehen wir mit Leistungswilligen um, die neben einer Alterspension dazuverdienen wollen? – Eine Kürzung der erworbenen Pension kann wohl nicht die Lösung sein. Für uns ist es wichtig: Leistung muss sich lohnen! Wir werden darüber weiterverhandeln und zu einer guten Lösung kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es geht auch um die Frage: Wie können die Pensionen für unsere Enkelkinder in akzeptabler Höhe sicher sein? Ist das möglich? – Ja, wenn wir genug Jobs haben, wenn die Menschen gesund länger arbeiten können und wenn wir unser bewährtes Pensionssystem immer wieder anpassen, und zwar ohne Extrawürste wie in Wien – Stichwort: die noch immer nicht erfolgte Pensionsharmonisierung –, sondern mit gleichen Spielregeln für alle. Wichtig ist: Verbessern, anpassen und absichern – dann wird es uns gelingen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Aubauer und Tamandl
Ich muss jetzt ein paar kurze Anmerkungen zu Punkten aus Ihrem Programm machen: „Steuerfreies Grundeinkommen für Familien: Einführung eines Kinderfreibetrags von 7.000 Euro“ – nicht durchgesetzt (Zwischenrufe der Abgeordneten Aubauer und Tamandl), „Indexierung von Familienleistungen“ – nicht umgesetzt, „Volle Anrechnung von Kindererziehungszeiten“ – nicht umgesetzt, „Anhebung der Altersgrenze und den Betrag für die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten auf das Ende der Schulpflicht“ – nicht umgesetzt; also von Familienpartei weit, weit weg! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich muss jetzt ein paar kurze Anmerkungen zu Punkten aus Ihrem Programm machen: „Steuerfreies Grundeinkommen für Familien: Einführung eines Kinderfreibetrags von 7.000 Euro“ – nicht durchgesetzt (Zwischenrufe der Abgeordneten Aubauer und Tamandl), „Indexierung von Familienleistungen“ – nicht umgesetzt, „Volle Anrechnung von Kindererziehungszeiten“ – nicht umgesetzt, „Anhebung der Altersgrenze und den Betrag für die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten auf das Ende der Schulpflicht“ – nicht umgesetzt; also von Familienpartei weit, weit weg! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Nun aber zu meiner Rede zum Pensionsgipfel, der ja mehr oder weniger nur ein Pensionshügel gewesen ist. Es war heute in der Diskussion für alle klar ersichtlich: Da geht ein Riss durch die Regierungsparteien. Sie richten sich hier gegenseitig vom Podium aus, was der eine oder der andere nicht umgesetzt hat und wer den einen verhindert und nicht aufkommen lässt. Das ist heute bei der Sondersitzung ein peinliches Schauspiel gewesen, und Sie haben sich wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.
Viele meiner VorrednerInnen haben heute auch den Internationalen Frauentag angesprochen – ja, dieser jährt sich heute zum 105. Mal. Und ich war schon etwas überrascht ob der Brandrede meiner Kollegin Gisela Wurm, die sich hierher gestellt und in alter SPÖ-Frauen-Manier für die Frauenanliegen gekämpft und sich am Ende mehr oder weniger nur mit faulen Kompromissen zufriedengegeben hat. (Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.) – Du hast gesagt: Wir sind zufrieden, es gibt keine Schlechterstellung für die Frauen bei diesem Pensionsgipfel. – Mir ist das zu wenig.
Abg. Gisela Wurm: Das gesetzliche Pensionsalter wird nicht hinaufgesetzt!
Auch die Senkung des Dienstgeberbeitrags auf die Hälfte für Frauen von 60 bis 63 Jahren ist, glaube ich, sehr, sehr wenig, denn viele Frauen kommen ja – das hat Frau Kollegin Schwentner schon gesagt – von der Arbeitslosigkeit in die Pension, und diese werden von dieser Maßnahme auch nicht viel haben. (Abg. Gisela Wurm: Das gesetzliche Pensionsalter wird nicht hinaufgesetzt!)
Weiterer Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.
Wir haben mit diesem Pensionshügel – den Ausdruck „Gipfel“ verdient er gar nicht – keine Verbesserung geschaffen. (Weiterer Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.) Deshalb gebe ich Ihnen, Frau Kollegin Schittenhelm, noch einmal die Gelegenheit, Ihre Forderung, die Sie in den letzten Tagen gestellt haben, zu unterstützen, und bringe in diesem Zusammenhang einen Antrag ein.
Beifall bei der FPÖ.
Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Schimanek: So wie Sie gerade streiten, kann ich mir nicht vorstellen, dass das passiert!
Gerade beim Pensionssystem sieht man, dass wir die Familienpartei sind und nachhaltig denken, denn wir wollen es ausbauen und absichern, damit es auch langfristig finanzierbar ist. (Abg. Schimanek: So wie Sie gerade streiten, kann ich mir nicht vorstellen, dass das passiert!) Daher braucht es auch konsequente Reformschritte, und der heutige Tag ist ein kleiner Reformschritt in diese Richtung.
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, wir haben große Verantwortung unserer jungen Generation gegenüber. Deren Zukunft ist uns wichtig, denn die vorliegende Pensionsreform ist nur ein kleiner Schritt. Es müssen weitere Schritte folgen, wir müssen einen Gerechtigkeitsmechanismus einführen. Damit können wir natürlich auch zahlreichen Problemen entgegenwirken. Das oberste Gebot muss sein, an unsere nächste Generation zu denken, damit auch diese noch eine Pension hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. El Habbassi: Das ist vom Tisch!
Was Sie allerdings nicht dazusagen, ist, dass Sie genau diesen Personen, denen Sie eigentlich dankbar sein müssten, drei Jahre lang bis zur Hälfte ihrer Regelpension wegnehmen, Herr Bundesminister. Das sagen Sie nicht dazu, und das ist besonders schändlich. (Abg. El Habbassi: Das ist vom Tisch!) Herr Bundesminister, ich fordere Sie auf, das auf alle Fälle zurückzunehmen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was Sie allerdings nicht dazusagen, ist, dass Sie genau diesen Personen, denen Sie eigentlich dankbar sein müssten, drei Jahre lang bis zur Hälfte ihrer Regelpension wegnehmen, Herr Bundesminister. Das sagen Sie nicht dazu, und das ist besonders schändlich. (Abg. El Habbassi: Das ist vom Tisch!) Herr Bundesminister, ich fordere Sie auf, das auf alle Fälle zurückzunehmen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Bei den Sonderregelungen bei Pensionen, in all den Bereichen, die ich Ihnen jetzt aufgezählt habe, sind Sie nicht annähernd bereit, auch nur etwas zu tun. Sie sind nicht einmal in der Lage, das auch nur anzudenken. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundesminister, wenn Sie schon eine Pensionsreform auf den Tisch legen wollen, dann fordere ich Sie auf, diese Unsinnigkeiten, die in solchen Institutionen vorherrschen, mit sofortiger Wirkung abzustellen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Tamandl: Na geh! – Zwischenruf bei der SPÖ.
Das System allerdings als „schrottreif“ zu bezeichnen, war natürlich eine Provokation, wobei ich für Provokationen ein Faible habe, wie man weiß. Daher passt das schon. (Abg. Tamandl: Na geh! – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall der Abgeordneten Hagen und Steinbichler.
Mein Appell am Schluss ergeht an die beiden Regierungsparteien: Machen wir uns gemeinsam endlich frei von der Klientelpolitik! Gehen wir endlich an den Kern der Sache! Kümmern wir uns um die Familien, um die Frauen, um die Väter, um die Kinder! Machen wir endlich eine gescheite Politik für Österreich! – Danke. (Beifall der Abgeordneten Hagen und Steinbichler.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Abgeordneter Rupert Doppler (ohne Klubzugehörigkeit): Herr Präsident! Herren Minister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Reformen werden vor sich hergeschoben. Diese Bundesregierung, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat es geschafft, aus einem Pensionsgipfel maximal einen Pensionshügel zu machen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Diese Ergebnisse sind weniger als mager, Herr Kollege.
Beifall der Abgeordneten Hagen und Lugar.
Die Luxuspensionen wurden nur gering beschnitten und reduziert, und so wird diese Pensionsreform als die unvollendete in die Geschichte eingehen. – Herzlichen Dank. (Beifall der Abgeordneten Hagen und Lugar.)
Abg. Pendl: Du weißt schon, wer die sind, die nichts einzahlen!
Abgeordneter Gerhard Schmid (ohne Klubzugehörigkeit): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Zu den Pensionssystemen: Die derzeit gültigen Pensionssysteme basieren primär auf Pensionsbeiträgen der Arbeitnehmer, jedoch beziehen immer mehr Menschen Leistungen aus unseren Sozialtöpfen, ohne jemals etwas in diese einbezahlt zu haben. (Abg. Pendl: Du weißt schon, wer die sind, die nichts einzahlen!)
Beifall des Abg. Doppler.
Der Dienstnehmer erwartet sich eine nachhaltige Absicherung seines Pensionsanspruchs und sollte sich unter Wahrung langfristig einbezahlter Pensionsbeiträge auch auf die Verpflichtung des Staates verlassen können. – Danke. (Beifall des Abg. Doppler.)
Abg. Strolz: Flexipension! 61!
Geschätzte Damen und Herren, was hätte das bedeutet? – Mit einem einzigen Schlag würde das bedeuten, dass sämtliche ASVG-Versicherten – sprich Angestellte und Arbeiter – bis zum 69. Lebensjahr arbeiten müssten und einen Abschlag ihrer Pension von 20 Prozent erhalten. Mit einem Schlag hätte das bedeutet, das Frauenpensionsalter anzuheben – ab sofort auf 65 Jahre –, so wie es Herr Strolz verlangt. (Abg. Strolz: Flexipension! 61!) Haben Sie sich jemals Gedanken darüber gemacht? Wissen Sie überhaupt, dass Frauen heute leider Gottes zu 79 Prozent aus der Erwerbslosigkeit – sprich Arbeitslosigkeit – in die Pension schlittern müssen, weil sie nicht arbeiten können, weil sie keinen einzigen Job haben? (Abg. Loacker: 18 Prozent!) Sie gehen mit Ihrem Antrag her und bestehen auf eine sofortige Anhebung auf 65 Jahre. (Abg. Strolz: Stimmt nicht!)
Abg. Loacker: 18 Prozent!
Geschätzte Damen und Herren, was hätte das bedeutet? – Mit einem einzigen Schlag würde das bedeuten, dass sämtliche ASVG-Versicherten – sprich Angestellte und Arbeiter – bis zum 69. Lebensjahr arbeiten müssten und einen Abschlag ihrer Pension von 20 Prozent erhalten. Mit einem Schlag hätte das bedeutet, das Frauenpensionsalter anzuheben – ab sofort auf 65 Jahre –, so wie es Herr Strolz verlangt. (Abg. Strolz: Flexipension! 61!) Haben Sie sich jemals Gedanken darüber gemacht? Wissen Sie überhaupt, dass Frauen heute leider Gottes zu 79 Prozent aus der Erwerbslosigkeit – sprich Arbeitslosigkeit – in die Pension schlittern müssen, weil sie nicht arbeiten können, weil sie keinen einzigen Job haben? (Abg. Loacker: 18 Prozent!) Sie gehen mit Ihrem Antrag her und bestehen auf eine sofortige Anhebung auf 65 Jahre. (Abg. Strolz: Stimmt nicht!)
Abg. Strolz: Stimmt nicht!
Geschätzte Damen und Herren, was hätte das bedeutet? – Mit einem einzigen Schlag würde das bedeuten, dass sämtliche ASVG-Versicherten – sprich Angestellte und Arbeiter – bis zum 69. Lebensjahr arbeiten müssten und einen Abschlag ihrer Pension von 20 Prozent erhalten. Mit einem Schlag hätte das bedeutet, das Frauenpensionsalter anzuheben – ab sofort auf 65 Jahre –, so wie es Herr Strolz verlangt. (Abg. Strolz: Flexipension! 61!) Haben Sie sich jemals Gedanken darüber gemacht? Wissen Sie überhaupt, dass Frauen heute leider Gottes zu 79 Prozent aus der Erwerbslosigkeit – sprich Arbeitslosigkeit – in die Pension schlittern müssen, weil sie nicht arbeiten können, weil sie keinen einzigen Job haben? (Abg. Loacker: 18 Prozent!) Sie gehen mit Ihrem Antrag her und bestehen auf eine sofortige Anhebung auf 65 Jahre. (Abg. Strolz: Stimmt nicht!)
Zwischenruf der Abg. Karl.
Kein einziger Mensch der konservativen Partei und kein Mensch der NEOS kann das wollen. Letztere wollen übrigens nur die Reichen schützen und hier in Österreich eine dritte Säule aufbauen, genauso wie es in Amerika passiert ist. Um in Erinnerung zu rufen, was mit der dritten Säule – der Pensionssäule – in Österreich passiert ist, möchte ich nur an die Finanzkrise 2009 erinnern. Sämtliches Geld ist verschwunden – und einige meiner Vorredner haben es bereits gesagt –, dieses Geld bleibt nicht in Österreich. (Zwischenruf der Abg. Karl.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
2,5 Millionen Österreicherinnen und Österreicher, die heute die Pensionistinnen und Pensionisten sind, haben sich das nicht verdient – und auch die Jugend nicht. Mit diesem Pensionsgespenst muss es ein Ende haben. Ich kann mir als arbeitender Mensch eine gute Ausbildung, ein Dach über dem Kopf, einen adäquaten Job, mit dem ich meinen Lebensunterhalt finanzieren kann, und vor allem einen sicheren Lebensunterhalt an meinem Lebensabend erwarten. Wenn das nicht gewährleistet ist, werden Sie die SPÖ nie dabeihaben! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Schimanek: Trotzdem zu viel!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Aufgeregter Herr Abgeordneter Knes, ich habe ein paar Korrekturen: Wie viel Prozent der Frauen gehen aus der Arbeitslosigkeit in Pension? –Kollegin Wurm hat bereits behauptet, es wären über 70 Prozent der Frauen, Kollege Knes sagt, über 70 Prozent. Sie können auf der Seite des Sozialministeriums nachlesen, dass es 18 Prozent der Frauen sind, die aus der Arbeitslosigkeit in Pension gehen. Bei den Männern sind es ein bisschen mehr. (Abg. Schimanek: Trotzdem zu viel!)
Abg. Karl: Da sind wir dagegen!
Das, was Sie auch auf der Seite des Sozialministeriums nachlesen können – und ich empfehle Ihnen, Herr Minister, dass Sie Ihre eigene Page einmal anschauen –, ist, wie die Nettoersatzrate in diesem Umlageverfahren von jetzt 44 Prozent auf 34 Prozent zurückgeht. Das heißt – laut dem, was Sie beschlossen haben –, wir machen nichts und die Menschen bekommen weniger heraus. Sie sagen es ihnen nicht ehrlich! (Abg. Karl: Da sind wir dagegen!) Es wird nämlich nicht gehen, dass wir immer länger leben, wie Kollegin Aubauer richtig gesagt hat, und dass wir kein bisschen von dieser zusätzlichen Lebenszeit auch arbeitend verbringen. Das geht sich mathematisch nicht aus. Da geht es auch darum, zu sagen, was erforderlich ist.
Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.
Kollegin Wurm war auch gut in Fahrt – sodass ich mich schon ein bisschen gefürchtet habe –, weil sie sich für die Rechte der Frauen eingesetzt hat. (Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.) Frau Kollegin Wurm, wenn Sie sich anschauen, warum die Frauen weniger Pension als die Männer haben, dann müssen Sie sich auch anschauen, wie viele Versicherungsmonate die Frauen haben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.
Kollegin Wurm war auch gut in Fahrt – sodass ich mich schon ein bisschen gefürchtet habe –, weil sie sich für die Rechte der Frauen eingesetzt hat. (Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.) Frau Kollegin Wurm, wenn Sie sich anschauen, warum die Frauen weniger Pension als die Männer haben, dann müssen Sie sich auch anschauen, wie viele Versicherungsmonate die Frauen haben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.)
Abg. Gisela Wurm: Wir schicken gar niemanden!
Frauen haben nämlich 40 Versicherungsmonate weniger als die Männer, wenn sie in Pension gehen. Und natürlich kommt weniger heraus, wenn sie weniger Versicherungsmonate haben, weil Sie die Frauen fünf Jahre früher in Pension schicken. Das ist Ihre Politik! (Abg. Gisela Wurm: Wir schicken gar niemanden!) Sie sorgen dafür, dass die Frauen weniger Versicherungsmonate haben und dass sie daher weniger heraus-
Beifall bei den NEOS. – Abg. Schimanek: Na, na, na! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Krainer und Strolz.
bekommen. Das ist Ihre Verantwortung! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Schimanek: Na, na, na! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Krainer und Strolz.)
Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.
Kollegin Glawischnig, die behauptet hat, wir hätten keine Vorschläge, lade ich ein, nachzulesen, und zwar über unser System der Flexipension mit der Teilpension, die es erleichtert, länger zu arbeiten. Das schafft es mit dem automatischen Ausgleichsmechanismus, der die Pensionen aus diesem Politbasar zwischen zwei alten Parteien herausnimmt, und mit einem System, das nicht darauf basiert, dass man neue Steuern erfindet – Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer und so weiter –, denn Steuern gibt es in diesem Land weiß Gott schon genug. (Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.) Da, was wir tun müssen, ist, zu schauen, dass es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben gibt – sowohl im Budget insgesamt als auch im Pensionssystem selbst. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Kollegin Glawischnig, die behauptet hat, wir hätten keine Vorschläge, lade ich ein, nachzulesen, und zwar über unser System der Flexipension mit der Teilpension, die es erleichtert, länger zu arbeiten. Das schafft es mit dem automatischen Ausgleichsmechanismus, der die Pensionen aus diesem Politbasar zwischen zwei alten Parteien herausnimmt, und mit einem System, das nicht darauf basiert, dass man neue Steuern erfindet – Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer und so weiter –, denn Steuern gibt es in diesem Land weiß Gott schon genug. (Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.) Da, was wir tun müssen, ist, zu schauen, dass es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben gibt – sowohl im Budget insgesamt als auch im Pensionssystem selbst. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strolz: Obergrenze! Schamesröte!
Liebe Damen und Herren von den NEOS, seien Sie nicht böse, aber die Verwendung der Bezeichnungen „schrottreif“, „Taschenspielertricks“, irgendetwas ist „weggemogelt“ und diese Art miteinander zu diskutieren, indem man eine halbe Stunde lang Wutreden schwingt und keine konkreten Vorschläge macht, das ist – das sage ich Ihnen – billiger Populismus; und dafür geben wir uns ganz sicher nicht her. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strolz: Obergrenze! Schamesröte!)
Abg. Strolz: Kann man! Sozialversicherungsträger!
Überlegen Sie sich doch andere Vorschläge, womit wir Bildungsmaßnahmen und andere Dinge finanzieren können! Es gibt eine Reihe von Ideen, über die man diskutieren kann – unter anderem die Vermögenssteuer –, aber tun Sie doch nicht so, als könnte man in die Pensionen hineinschneiden, um damit mehr Geld in die Bildung investieren zu können! (Abg. Strolz: Kann man! Sozialversicherungsträger!) Das kann so ganz
Beifall bei der SPÖ.
sicher nicht funktionieren. Das behaupten Sie aber, und ich sage Ihnen gleich warum. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strolz: Der Wutbürger Katzian! Unglaublich belehrend …!
Herr Strolz! Ich habe Ihnen auch zugehört und nicht dazwischengerufen. Reißen Sie sich zusammen und hören Sie einmal zu! (Abg. Strolz: Der Wutbürger Katzian! Unglaublich belehrend …!) Sie kommen mit dem schwedischen Modell daher. Ich sage Ihnen, dass es minus 35 Prozent ausmacht, wenn wir 1:1 umsetzen, was Sie vorschlagen. Damit jemand, Herr Loacker, dieselbe Pension bekommt, die er heute mit 65 Jahren bekommt, muss er bei Ihrem Modell bis zum 75. Lebensjahr arbeiten. Das ist doch ein Skandal, was Sie da wollen und vorschlagen! Das kann wirklich nicht Ihr Ernst sein! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abg. Winzig.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abg. Winzig.
Herr Strolz! Ich habe Ihnen auch zugehört und nicht dazwischengerufen. Reißen Sie sich zusammen und hören Sie einmal zu! (Abg. Strolz: Der Wutbürger Katzian! Unglaublich belehrend …!) Sie kommen mit dem schwedischen Modell daher. Ich sage Ihnen, dass es minus 35 Prozent ausmacht, wenn wir 1:1 umsetzen, was Sie vorschlagen. Damit jemand, Herr Loacker, dieselbe Pension bekommt, die er heute mit 65 Jahren bekommt, muss er bei Ihrem Modell bis zum 75. Lebensjahr arbeiten. Das ist doch ein Skandal, was Sie da wollen und vorschlagen! Das kann wirklich nicht Ihr Ernst sein! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abg. Winzig.)
Abg. Strolz: Nicht platzen!
Lieber Herr Strolz (Abg. Strolz: Nicht platzen!), wenn Sie das Frauenpensionsantrittsalter hinaufsetzen wollen, dann müssen Sie sich andere Partner suchen; das wird mit uns nicht gehen. Ich sage Ihnen aber schon Folgendes: Den Zeitpunkt, zu dem sich bei uns die Fäuste in der Hose ballen, bestimmen immer noch wir. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Lieber Herr Strolz (Abg. Strolz: Nicht platzen!), wenn Sie das Frauenpensionsantrittsalter hinaufsetzen wollen, dann müssen Sie sich andere Partner suchen; das wird mit uns nicht gehen. Ich sage Ihnen aber schon Folgendes: Den Zeitpunkt, zu dem sich bei uns die Fäuste in der Hose ballen, bestimmen immer noch wir. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Strolz.
Wenn Sie und Ihre Haberer mit diesem neoliberalen Gezocke daherkommen, dann ballen sich die Fäuste am meisten und dagegen werden wir immer Widerstand leisten! (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Strolz.)
Zwischenruf des Abg. Katzian.
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Abgeordneter Katzian, wollen Sie sich den Ausdruck „Haberer“ nicht noch einmal überlegen? (Zwischenruf des Abg. Katzian.) – Sie haben ihn mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgezogen. Ich danke Ihnen. (Heiterkeit bei den Grünen. – Unruhe im Sitzungssaal.)
Heiterkeit bei den Grünen. – Unruhe im Sitzungssaal.
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Abgeordneter Katzian, wollen Sie sich den Ausdruck „Haberer“ nicht noch einmal überlegen? (Zwischenruf des Abg. Katzian.) – Sie haben ihn mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgezogen. Ich danke Ihnen. (Heiterkeit bei den Grünen. – Unruhe im Sitzungssaal.)
Abg. Heinzl: Ja, eh!
Meine Damen und Herren, wir waren imstande, eine – wenn auch kontroversielle – über weite Strecken doch zivilisierte Diskussion zu führen. Und das werden wir jetzt beim letzten Redner auch noch zusammenbringen. Können wir uns darauf verständigen? (Abg. Heinzl: Ja, eh!) – Schön.
Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.
Das heißt also, im Jahr 2060 wird unser Pensionssystem um ganze 0,5 Prozent des BIP teurer sein als im Jahr 2013. Ich verstehe die Aufregung um die Unfinanzierbarkeit des gesamten Pensionsversicherungssystems überhaupt nicht. Ich kenne solche Debatten wirklich zur Genüge. Es ist das Privileg des Alters, dass man solche Debatten über dreieinhalb Jahrzehnte mitverfolgen konnte. Ich ersuche Sie noch einmal: Lassen Sie die Kirche im Dorf, gehen wir die Dinge mit Ruhe und Sachverstand an und schauen wir, was wir im Rahmen des Pensionsversicherungssystems machen können. (Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Loacker: Er ist ja Ihre Schule …!
Diese 0,5 Prozentpunkte des BIP sind im Übrigen nur ein Bruchteil dessen, was wir an Steuermitteln schon in die Hypo gesteckt haben. Das soll vielleicht in diesem Zusammenhang auch einmal gesagt werden. Mit diesen 14,4 Prozent des BIP werden im Jahr 2060 jedoch 30 Prozent der österreichischen Bevölkerung eine Pensionsleistung erhalten. Heute sind es 20 Prozent. Damit will ich nicht sagen, dass wir keinen Weiterentwicklungsbedarf im Pensionsversicherungssystem haben – das haben wir mit Sicherheit –, aber wir müssen es mit Maß weiterentwickeln und dürfen keine Unsicherheit verbreiten, so wie es die NEOS tun, indem sie das Pensionsversicherungssystem als schrottreif verkaufen, indem Sie, Herr Loacker, sagen, dass der Karren mit erhöhtem Tempo an die Wand gefahren wird. Wenn ich Sie heute richtig verstanden habe, soll das schwedische Pensionssystem kommen. Ich bin dem Kollegen Wolfgang Katzian wirklich dankbar, dass er auf die Schwächen dieses Pensionssystems in Schweden hingewiesen hat. (Abg. Loacker: Er ist ja Ihre Schule …!)
Abg. Strolz: Es ist ein Umlageverfahren!
Ich bin dem Kollegen Katzian wirklich dankbar, denn erstens sind mehr Steuermittel notwendig als in Österreich – ich fasse es noch einmal zusammen –, zweitens ist ein kapitalgedecktes System natürlich fragiler als ein Umlageverfahren. (Abg. Strolz: Es ist ein Umlageverfahren!) Schauen Sie sich die Riester-Rente in Deutschland an und schauen Sie sich das deutsche System an! Es läuft auf ein System mit Altersarmut hinaus, Herr Kollege Strolz. Das ist die Wahrheit und das ist das, was Sie wollen! (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin dem Kollegen Katzian wirklich dankbar, denn erstens sind mehr Steuermittel notwendig als in Österreich – ich fasse es noch einmal zusammen –, zweitens ist ein kapitalgedecktes System natürlich fragiler als ein Umlageverfahren. (Abg. Strolz: Es ist ein Umlageverfahren!) Schauen Sie sich die Riester-Rente in Deutschland an und schauen Sie sich das deutsche System an! Es läuft auf ein System mit Altersarmut hinaus, Herr Kollege Strolz. Das ist die Wahrheit und das ist das, was Sie wollen! (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Strolz.
Herr Kollege Loacker, da brauche ich keine 25 Minuten, um das zu erklären. Ich werde Ihnen jetzt unser Pensionsmodell erklären, und zwar in 15 Sekunden. Es beruht auf zwei Säulen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Strolz.) Es hat eine Sockelleistung in Höhe der Ausgleichszulage – die beträgt derzeit 883 € – und es hat eine Erwerbspension in Abhängigkeit der eingezahlten Beiträge. So einfach ist das. Das ist ein Modell, das Altersarmut vermeidet. Das ist ein faires und ein gerechtes Modell.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Loacker und Herr Strolz! Ich fordere Sie wirklich auf, dass Sie mit der Verunsicherung der Menschen, die heute und in Zukunft in Pension gehen werden, aufhören. Das ist doch alles Unfug, den Sie hier verbreiten. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, wir lassen uns von der chemischen Industrie nicht kontaminieren. Das ist nicht zulässig. Das kann nicht akzeptabel sein, dass es für die chemische Lobby einen Freibrief gibt, uns Menschen durch ihre Gifte tatsächlich zu kontaminieren und uns Gefahren auszusetzen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Grünen und Team Stronach.
Meine Damen und Herren, der Skandal ist, dass die österreichische Vertretung in diesem Ausschuss gegen die Vertagung war. Die österreichische Vertretung dort wollte, dass es heute abgestimmt wird. Eine Abstimmung heute hätte bedeutet, dass die Gefahr einer Zulassung besteht. Das ist ein unglaublicher Affront gegen die Interessen der österreichischen Bevölkerung, der österreichischen Umweltbewegung und völlig inakzeptabel. (Beifall bei Grünen und Team Stronach.)
Ruf bei der ÖVP: Übertrieben!
Von dieser Stelle aus sage ich dem Minister: So geht das nicht, Herr Kollege Rupprechter! Sie können sich nicht hinter den Experten verstecken. Sie haben politische Verantwortung zu tragen und auch dem Nationalrat hier Rede und Antwort zu stehen. Ich vermisse Ihr Rückgrat, dass Sie heute zu dieser Fristsetzungsdebatte kommen und Stellung beziehen. Die Möglichkeit hätten Sie, aber Sie haben leider auf der ganzen Ebene politisches Versagen zu verantworten. (Ruf bei der ÖVP: Übertrieben!)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, wenn Zweifel bestehen, dann gilt das Vorsorgeprinzip. Bei der Zulassung von Pestiziden in Europa hat das Vorsorgeprinzip Vorrang. Das ist gesetzlich festgelegt. Wenn es dieses Vorsorgeprinzip gibt und wenn wir es ernst nehmen, dann können wir aus österreichischer Sicht diese Zulassung auf keinen Fall verlängern, wir können sie nicht aussprechen. Im Gegenteil: Wir müssen natürlich für ein Verbot von Glyphosat in Österreich und auf europäischer Ebene kämpfen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Grünen und Team Stronach.
Meine Damen und Herren, schließen Sie sich unserer Entschließung an! Gehen wir gemeinsam diesen Weg! Kämpfen wir gemeinsam für ein Verbot von Glyphosat, nicht nur in Österreich, sondern auf EU-Ebene! – Danke schön. (Beifall bei Grünen und Team Stronach.)
Abg. Steinbichler: … historische Chance!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Preiner zu Wort. – Bitte. (Abg. Steinbichler: … historische Chance!)
Zwischenruf der Abg. Brunner.
Eines ist klar: Bedenken gegen Glyphosat müssen ernst genommen werden. Die SPÖ nimmt diese Bedenken ernst. (Zwischenruf der Abg. Brunner.) – Frau Kollegin, wir haben das auch in der Vergangenheit bereits bewiesen, insofern, als dass auf SPÖ-Initiative die Glyphosat-Anwendung bei der Sikkation in Österreich verboten wurde.
Abg. Brunner: Heißt das, dass die SPÖ zustimmen wird?
Nützen wir die Zeit auch im Sinne der EU-Vorsorgemaßnahmen, dass wir bis zum Mai dieses Jahres auf EU-Ebene zu einer einvernehmlichen Lösung kommen. (Abg. Brunner: Heißt das, dass die SPÖ zustimmen wird?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Heinzl: So stelle ich mir eine Rede vor!
Meine Meinung ist – das wäre am besten –, dass für die gesamte EU, für den gemeinsamen Wirtschafts- und Lebensraum der Europäischen Union, die Expertenkommission zur Erkenntnis kommt, dass Glyphosat nicht weiter verwendet werden soll. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Heinzl: So stelle ich mir eine Rede vor!)
Zwischenruf der Abg. Brunner. – Abg. Pirklhuber: Die Dringlichkeit hätte es geboten! Wir holen ihn ins Haus!
wir die Diskussion in dieser Art und Weise durchführen. (Zwischenruf der Abg. Brunner. – Abg. Pirklhuber: Die Dringlichkeit hätte es geboten! Wir holen ihn ins Haus!)
Zwischenruf der Abg. Brunner. – Abg. Pirklhuber: Sie haben es selber gesagt – bei der Tagung, nicht bei der Zulassung!
Wie bereits von meinen Vorrednern erwähnt, wurde heute die Entscheidung über die weitere Zulassung von Glyphosat vom zuständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel vertagt. Entgegen den Behauptungen ist es heute zu keiner Abstimmung gekommen. Anhand der aktuellen Unterlagen hätte sich Österreich – das können Sie nachlesen – durch die AGES, die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, auch der Stimme enthalten. Wenn Sie auf die Homepage des ORF schauen, werden Sie die Stellungnahme der AGES sehen. Damit, denke ich, ist auch schon vieles gesagt. (Zwischenruf der Abg. Brunner. – Abg. Pirklhuber: Sie haben es selber gesagt – bei der Tagung, nicht bei der Zulassung!)
Abg. Brunner: Also das ist wohl tiefste Schublade!
Ich empfehle Ihnen dazu den Artikel von Frau Martina Salomon vom 5. März dieses Jahres, die, denke ich, sehr bildlich darstellt, worum es in dieser und auch in vielen anderen Fragen, die so emotional geführt werden, wirklich geht. (Der Redner hält eine Kopie des Artikels in die Höhe.) Ich zitiere daraus einen kurzen Satz: „weil NGOs Aufregung brauchen, damit der Spendenfluss nicht abreißt.“ (Abg. Brunner: Also das ist wohl tiefste Schublade!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Brunner und Pirklhuber
Genau das zeigt uns, dass es bei einer fachlichen Entscheidung bleiben muss (Zwischenrufe der Abgeordneten Brunner und Pirklhuber) und nicht zu einer politikgetriebenen Entscheidung kommen darf, auf welche eben Lobbygruppen aus den verschiedensten Gründen Einfluss nehmen – daher: raus aus den Emotionen, hin zu den Fakten, die wir uns ansehen müssen. Da ist natürlich die Frage: Wo stehen wir denn in der aktuellen Diskussion, in der Bewertung? Was heißt das?
Abg. Pirklhuber: Machen wir ein Hearing daraus!
Es wurde schon erwähnt, dass Glyphosat, ein nicht selektives Blattherbizid, das über die Pflanzen aufgenommen wird, einer umfassenden fachlichen Bewertung unterzogen und im Jahr 2002 zugelassen worden ist. (Abg. Pirklhuber: Machen wir ein Hearing daraus!) Seitdem wurde der Wirkstoff, wie andere Wirkstoffe auch, turnusmäßig hinsichtlich seiner Risiken für Gesundheit und Umwelt sowie seiner Wirksamkeit neu bewertet.
Abg. Pirklhuber: Hier im Haus!
Gehen wir diesen Schritt gemeinsam, auf einer fundierten wissenschaftlichen Basis! Die Experten werden dann auf dieser Ebene entscheiden. (Abg. Pirklhuber: Hier im Haus!) – Sie wissen, Herr Kollege Pirklhuber, wie diese Prozesse ablaufen, und ich denke, dabei sollten wir bleiben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Gehen wir diesen Schritt gemeinsam, auf einer fundierten wissenschaftlichen Basis! Die Experten werden dann auf dieser Ebene entscheiden. (Abg. Pirklhuber: Hier im Haus!) – Sie wissen, Herr Kollege Pirklhuber, wie diese Prozesse ablaufen, und ich denke, dabei sollten wir bleiben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Der Mensch ist, was er isst! In dem Sinn sollten wir auf die Gesundheit achten, da wirklich rasch handeln und eine gute Lösung finden, und das nicht einfach nur so wie jedes andere Produkt abtun. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Höfinger: Das war keine Unterstellung! Das war ein Artikel ...!
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Es ist mir ein Anliegen, als Allererstes einmal die Unterstellung des Kollegen Höfinger in Richtung der Umweltschutzorganisationen, zurückzuweisen, sie betreiben Panikmache, um Spenden zu lukrieren. (Abg. Höfinger: Das war keine Unterstellung! Das war ein Artikel ...!)
Abg. Fekter: Kein einziges Projekt! Greenpeace tut nur Spenden sammeln!
Den Umweltschutzorganisationen ist der Einsatz und die Aufklärung zu verdanken ... (Abg. Fekter: Kein einziges Projekt! Greenpeace tut nur Spenden sammeln!) – Also Greenpeace und auch anderen Umweltschutzorganisationen ist ziemlich viel von dem, was wir in diesem Land und auch auf EU-Ebene an Umweltleistung zustande gebracht haben, zu verdanken! (Beifall bei den Grünen.) Ich weise diese Anschuldigung dezidiert zurück. (Abg. Kogler: Die ÖVP ist der beste Beweis, dass es immer wieder Aufklärungskampagnen braucht!) – Genau: zum Beispiel Inserate von der chemischen Industrie in der „BauernZeitung“ – vielleicht können Sie das auch einmal transparent darstellen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Wer zahlt die überhaupt?)
Beifall bei den Grünen.
Den Umweltschutzorganisationen ist der Einsatz und die Aufklärung zu verdanken ... (Abg. Fekter: Kein einziges Projekt! Greenpeace tut nur Spenden sammeln!) – Also Greenpeace und auch anderen Umweltschutzorganisationen ist ziemlich viel von dem, was wir in diesem Land und auch auf EU-Ebene an Umweltleistung zustande gebracht haben, zu verdanken! (Beifall bei den Grünen.) Ich weise diese Anschuldigung dezidiert zurück. (Abg. Kogler: Die ÖVP ist der beste Beweis, dass es immer wieder Aufklärungskampagnen braucht!) – Genau: zum Beispiel Inserate von der chemischen Industrie in der „BauernZeitung“ – vielleicht können Sie das auch einmal transparent darstellen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Wer zahlt die überhaupt?)
Abg. Kogler: Die ÖVP ist der beste Beweis, dass es immer wieder Aufklärungskampagnen braucht!
Den Umweltschutzorganisationen ist der Einsatz und die Aufklärung zu verdanken ... (Abg. Fekter: Kein einziges Projekt! Greenpeace tut nur Spenden sammeln!) – Also Greenpeace und auch anderen Umweltschutzorganisationen ist ziemlich viel von dem, was wir in diesem Land und auch auf EU-Ebene an Umweltleistung zustande gebracht haben, zu verdanken! (Beifall bei den Grünen.) Ich weise diese Anschuldigung dezidiert zurück. (Abg. Kogler: Die ÖVP ist der beste Beweis, dass es immer wieder Aufklärungskampagnen braucht!) – Genau: zum Beispiel Inserate von der chemischen Industrie in der „BauernZeitung“ – vielleicht können Sie das auch einmal transparent darstellen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Wer zahlt die überhaupt?)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Wer zahlt die überhaupt?
Den Umweltschutzorganisationen ist der Einsatz und die Aufklärung zu verdanken ... (Abg. Fekter: Kein einziges Projekt! Greenpeace tut nur Spenden sammeln!) – Also Greenpeace und auch anderen Umweltschutzorganisationen ist ziemlich viel von dem, was wir in diesem Land und auch auf EU-Ebene an Umweltleistung zustande gebracht haben, zu verdanken! (Beifall bei den Grünen.) Ich weise diese Anschuldigung dezidiert zurück. (Abg. Kogler: Die ÖVP ist der beste Beweis, dass es immer wieder Aufklärungskampagnen braucht!) – Genau: zum Beispiel Inserate von der chemischen Industrie in der „BauernZeitung“ – vielleicht können Sie das auch einmal transparent darstellen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Wer zahlt die überhaupt?)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wo wir schon einmal bei der chemischen Industrie sind: Worum geht es jetzt in dieser Debatte? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Um Glyphosat. Was ist das? – Ein Gift! Das ist ein Gift, das zur Bekämpfung von Unkräutern verwendet wird.
Beifall bei den Grünen.
Jetzt war es auf EU-Ebene ein Thema, und dieses wurde dort gestern vertagt. Es gab keine Abstimmung zum Inhalt, da hat Kollege Höfinger recht, aber es gab eine Abstimmung über die Vertagung. Hätte es eine Abstimmung zum Inhalt gegeben, hätte Österreich zugestimmt. Was macht Österreich aber bei der Abstimmung über die Vertagung? – Enthaltung – also nicht einmal Mumm genug, einer Vertagung zuzustimmen, wie Sie es hier im Haus ständig tun! (Beifall bei den Grünen.) Hier sind Sie die Vertagungsweltmeister – und in Brüssel, wo das Sinn gemacht hätte, hat man nicht einmal Mumm genug dazu! (Abg. Kogler: Ist ja noch schlechter als bei uns!)
Abg. Kogler: Ist ja noch schlechter als bei uns!
Jetzt war es auf EU-Ebene ein Thema, und dieses wurde dort gestern vertagt. Es gab keine Abstimmung zum Inhalt, da hat Kollege Höfinger recht, aber es gab eine Abstimmung über die Vertagung. Hätte es eine Abstimmung zum Inhalt gegeben, hätte Österreich zugestimmt. Was macht Österreich aber bei der Abstimmung über die Vertagung? – Enthaltung – also nicht einmal Mumm genug, einer Vertagung zuzustimmen, wie Sie es hier im Haus ständig tun! (Beifall bei den Grünen.) Hier sind Sie die Vertagungsweltmeister – und in Brüssel, wo das Sinn gemacht hätte, hat man nicht einmal Mumm genug dazu! (Abg. Kogler: Ist ja noch schlechter als bei uns!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kogler: Bravo!
Wenn sich aber der Umweltminister beim Umweltschutz durchduckt, dann zeigt das auch noch einmal ganz deutlich: Österreich braucht ganz dringend ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kogler: Bravo!)
Abg. Brunner: Denen aber widersprochen wird ...!
Der erste Grund ist, dass ja seit den siebziger Jahren eine Vielzahl von Studien vorgelegt wurde, in denen gesagt wird: Es ist gesundheitlich unbedenklich. Es gibt auch von der EFSA und vom deutschen Ministerium einiges an Studien, die sagen, dass es für die Gesundheit unbedenklich ist. (Abg. Brunner: Denen aber widersprochen wird ...!)
Abg. Pirklhuber: Das stimmt nicht!
Auf der anderen Seite – und das ist für mich das gewichtigere Argument – gibt es kein Substitut, gibt es also keine Alternative für Landwirte und Landwirtinnen, dass sie tatsächlich ein Mittel einsetzen (Abg. Pirklhuber: Das stimmt nicht!) – außerhalb der biologischen Landwirtschaft –, das ähnlich wenig gesundheitsschädlich ist. Daher wäre es aus meiner Sicht der nächste Schritt, dass man das Ganze im Parlament und auf Expertenebene diskutiert und die Folgen genauer eruiert, bevor man das Ganze tatsächlich übereilt macht.
Abg. Pirklhuber: Aber die österreichische Position auf der europäischen Ebene ...!
Der zweite Punkt, der meiner Überzeugung nach wichtig ist, ist die Frage der Fristsetzung. Wir haben heute gehört, dass tatsächlich auf europäischer Ebene im Rat vertagt wurde. Das heißt, ich stelle den Sinn infrage, dass wir in Österreich eine Diskussion – eine inhaltliche Diskussion über ein Verbot, ja oder nein – führen, solange wir die europäische Regelung nicht kennen. (Abg. Pirklhuber: Aber die österreichische Position auf der europäischen Ebene ...!) Daher wäre es aus meiner Sicht richtig, zuerst die Ergebnisse in Europa abzuwarten und dann den Diskurs im österreichischen Parlament durchzuführen. (Abg. Pirklhuber: Wenn der Minister nichts tut ...! ... wenn der Minister seine Verantwortung nicht wahrnehmen will!)
Abg. Pirklhuber: Wenn der Minister nichts tut ...! ... wenn der Minister seine Verantwortung nicht wahrnehmen will!
Der zweite Punkt, der meiner Überzeugung nach wichtig ist, ist die Frage der Fristsetzung. Wir haben heute gehört, dass tatsächlich auf europäischer Ebene im Rat vertagt wurde. Das heißt, ich stelle den Sinn infrage, dass wir in Österreich eine Diskussion – eine inhaltliche Diskussion über ein Verbot, ja oder nein – führen, solange wir die europäische Regelung nicht kennen. (Abg. Pirklhuber: Aber die österreichische Position auf der europäischen Ebene ...!) Daher wäre es aus meiner Sicht richtig, zuerst die Ergebnisse in Europa abzuwarten und dann den Diskurs im österreichischen Parlament durchzuführen. (Abg. Pirklhuber: Wenn der Minister nichts tut ...! ... wenn der Minister seine Verantwortung nicht wahrnehmen will!)
Beifall bei den NEOS.
Was mir allerdings deutlich fehlt, Herr Kollege Pirklhuber, ist ein anderer Verweis – und den hätten Sie durchaus heute auch in Ihre Reden einbauen können, sowohl für Landwirtschaft als auch für Umwelt –, und zwar folgende Frage: Es fand vor zwei Wochen das IPBES-Forum in Malaysia statt, auf dem festgestellt wurde, dass zwischen 220 und 530 Milliarden € an Schaden pro Jahr entstehen, wenn man die Bestäuber, also Bienen, Wespen, Motten, Käfer und so weiter, entsprechend gefährdet. Das sind Hunderte Milliarden €, und ein Großteil davon in Europa. Diese Diskussion sollten wir genauso in diese Frage einbauen, denn wir können nicht nur über die Menschen reden, sondern wir müssen auch über die Biodiversität und die Tiere reden. – Danke schön. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Steinbichler bringt mehrere Warenproben und ein Schaubild mit zum Rednerpult. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Steinbichler, der sich bereits auf dem Weg zum Rednerpult befindet. – Bitte. (Abg. Steinbichler bringt mehrere Warenproben und ein Schaubild mit zum Rednerpult. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Kogler: Ja, sicher!
Interessanterweise hängen diese Steigerungsstufen genau mit der Produktion von Palmöl zusammen. In den letzten zehn Jahren hat sich die Anbaufläche für Palmöl – ich habe es im Zuge der Flüchtlingsdiskussion bereits gesagt – verdoppelt! Unerhörte Flächen Regenwald werden gerodet, ganze Tierarten werden ausgerottet. Und jetzt kommt das Tragische: Wir diskutieren hier nicht nur den Einsatz von Glyphosat in der Natur – nein, Kolleginnen und Kollegen, die Konsumenten kriegen das täglich vorgesetzt! (Abg. Kogler: Ja, sicher!)
Abg. Fekter: Das kennen wir schon ...!
Dieses Palmöl wird dann 10 000 Kilometer weit transportiert und in Polen endlich zu einer Qualität zusammengemanscht, besser als Butter ... (Abg. Fekter: Das kennen wir schon ...!) – Jawohl, Frau Fekter, und ich zeige es dir so oft, bis du dir merkst, worum es da geht. Sonst kommen wir so weit wie bei deiner Metzgerei, dass auf einmal die Türken statt der Österreicher drinnen sind. Das will ich nicht! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wir wollen heimische Produkte. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Bei deinem Nachbarn!
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dieses Palmöl wird dann 10 000 Kilometer weit transportiert und in Polen endlich zu einer Qualität zusammengemanscht, besser als Butter ... (Abg. Fekter: Das kennen wir schon ...!) – Jawohl, Frau Fekter, und ich zeige es dir so oft, bis du dir merkst, worum es da geht. Sonst kommen wir so weit wie bei deiner Metzgerei, dass auf einmal die Türken statt der Österreicher drinnen sind. Das will ich nicht! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wir wollen heimische Produkte. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Bei deinem Nachbarn!
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dieses Palmöl wird dann 10 000 Kilometer weit transportiert und in Polen endlich zu einer Qualität zusammengemanscht, besser als Butter ... (Abg. Fekter: Das kennen wir schon ...!) – Jawohl, Frau Fekter, und ich zeige es dir so oft, bis du dir merkst, worum es da geht. Sonst kommen wir so weit wie bei deiner Metzgerei, dass auf einmal die Türken statt der Österreicher drinnen sind. Das will ich nicht! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wir wollen heimische Produkte. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Bei deinem Nachbarn!
Beifall beim Team Stronach.
Ich verlange und nehme als Bauer für mich in Anspruch, dass wir die Anwälte für gesunde Lebensmittel sind, dass wir die Partner für die Konsumentinnen und Konsumenten sind – und das sind wir zu hundert Prozent! –, denen wir garantieren, dass wir ordentliche, gesunde, regional produzierte Lebensmittel anbieten und dass sie diese genießen können. Das ist das das Genussland Österreich, das ist der Geschmack der Heimat, und das müssen wir zusammenbringen! Das darf nicht Etikettenschwindel sein, sondern das muss ehrlich und echt sein! (Beifall beim Team Stronach.)
Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen.
Deshalb müssen wir uns auch mit diesem so oft vertagten Qualitätsgütesiegel-Gesetz beschäftigen. (Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen.) – Danke, Herr Präsident; ich komme zum Schlusssatz.
Präsident Hofer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Die heutige „Kronen Zeitung“ zeigt, wo das hinführt. Kalifornien will Glyphosat verbieten, deshalb wissen wir, wie gefährlich das ist (Präsident Hofer gibt neuerlich das Glockenzeichen), auch wenn dann versucht wird, sich darüber hinwegzumogeln. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Auch dort brauchen wir eine klare Linie, und deshalb, Kolleginnen und Kollegen, auch eine Enquete, im Zuge deren wir über das Thema beraten. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die heutige „Kronen Zeitung“ zeigt, wo das hinführt. Kalifornien will Glyphosat verbieten, deshalb wissen wir, wie gefährlich das ist (Präsident Hofer gibt neuerlich das Glockenzeichen), auch wenn dann versucht wird, sich darüber hinwegzumogeln. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Auch dort brauchen wir eine klare Linie, und deshalb, Kolleginnen und Kollegen, auch eine Enquete, im Zuge deren wir über das Thema beraten. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Die heutige „Kronen Zeitung“ zeigt, wo das hinführt. Kalifornien will Glyphosat verbieten, deshalb wissen wir, wie gefährlich das ist (Präsident Hofer gibt neuerlich das Glockenzeichen), auch wenn dann versucht wird, sich darüber hinwegzumogeln. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Auch dort brauchen wir eine klare Linie, und deshalb, Kolleginnen und Kollegen, auch eine Enquete, im Zuge deren wir über das Thema beraten. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, ich habe viel Zeit. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Heute habe ich noch viel Zeit. Bitte keine Zwischenrufe während der Abstimmung!