Eckdaten:
Für die 78. Sitzung der 26. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 335 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Christian Kovacevic
Petition betreffend „NEIN zur geplanten Baurestmassendeponie bei Schwoich“ (Ordnungsnummer 28) (überreicht vom Abgeordneten Christian Kovacevic)
Über Namensaufruf durch Schriftführerin Lueger leisten die Abgeordneten Thomas Dim, MMag. DDr. Hubert Fuchs, Ing. Norbert Hofer und Herbert Kickl ihre Angelobung mit den Worten „Ich gelobe“.
(Über Namensaufruf durch Schriftführerin Lueger leisten die Abgeordneten Thomas Dim, MMag. DDr. Hubert Fuchs, Ing. Norbert Hofer und Herbert Kickl ihre Angelobung mit den Worten „Ich gelobe“.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der NEOS.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich darf den neuen Abgeordneten und die wieder in ihr Amt eintretenden Abgeordneten herzlich in unserer Mitte begrüßen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall bei SPÖ und JETZT.
„‚Zeit für Neues‘“, versprach Sebastian Kurz 2017 – und neue Zeiten sind in der Tat angebrochen, wenn auch völlig anders, als Kurz sich das in seinen düstersten Alpträumen hätte ausmalen können. Österreich kommt aus dem Wundern nicht heraus, was politisch alles möglich ist: Türkis-Blau, großspurig auf zehn Jahre angelegt, hochkant nach nur eineinhalb Jahren gescheitert.“ „Profil“, 26. Mai 2019. – Ja, das türkis-blaue Experiment ist gescheitert. Kurz hat seine Chancen verspielt, und, Herr Bundeskanzler, Sie tragen die volle Verantwortung! (Beifall bei SPÖ und JETZT.)
Beifall bei SPÖ und JETZT.
Diese Bilanz ist im negativen Sinn wirklich beachtlich. In zwei Jahren hat Sebastian Kurz zwei Regierungen gesprengt. Um an die Macht zu kommen, hat er unter anderem zugelassen, dass seine Österreichische Volkspartei die Wahlkampfkosten um 6 Millionen Euro überschritten hat. Dabei ist vollkommen unklar, wie die ÖVP ihren teuren 2017er-Wahlkampf überhaupt finanziert hat und woher Sebastian Kurz die 13 Millionen Euro dafür hatte. Offengelegt wurden offensichtlich nur 2 Millionen Euro an Konzernspenden. Ich frage: Wo ist der Rest dieser Spenden? Wo ist der Rest, geschätzte Damen und Herren? Damit so etwas in Zukunft nicht mehr geschehen kann, werden wir heute einen Antrag auf Deckelung der Wahlkampfspenden einbringen. Allein der Anschein von Bestechlichkeit ist Gift für unsere parlamentarische Demokratie in Österreich. (Beifall bei SPÖ und JETZT.)
Beifall bei SPÖ und JETZT sowie bei Abgeordneten von NEOS.
Da spricht die engste Vertrauensperson von Sebastian Kurz, Kanzleramtsminister Blümel, er spricht von illegaler Parteienfinanzierung, Machtmissbrauch und anderem. Spenden an Parteien spielen in diesem sogenannten Ibizavideo eine große Rolle. Im Video redet Strache darüber, wie man mithilfe von Großspendern und intransparenten Vereinen den Wahlkampf gewinnen, Medien kontrollieren und sich danach die Republik unter den Nagel reißen kann. Unsere öffentlichen Aufträge für die staatliche Infrastruktur, unsere Pressefreiheit, ja unsere Heimat soll an russische Oligarchinnen und Oligarchen verscherbelt werden. Das ist nicht Heimatliebe, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und JETZT sowie bei Abgeordneten von NEOS.)
Rufe bei der ÖVP: Unfassbar! Keine Ahnung!
Euro gesenkt werden. (Rufe bei der ÖVP: Unfassbar! Keine Ahnung!) Das hilft genau jenen Großkonzernen, Steuern zu sparen, höhere Gewinne einzufahren, während die Allgemeinheit, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nichts davon haben. (Abg. Haubner: Das ist ja so ein Schmarrn! Das ist ja eine Frechheit!) Auch durch die Abschaffung der Grunderwerbsteuer für Immobilieninvestoren entsteht schon der Anschein, dass Politik vielleicht käuflich sein könnte.
Abg. Haubner: Das ist ja so ein Schmarrn! Das ist ja eine Frechheit!
Euro gesenkt werden. (Rufe bei der ÖVP: Unfassbar! Keine Ahnung!) Das hilft genau jenen Großkonzernen, Steuern zu sparen, höhere Gewinne einzufahren, während die Allgemeinheit, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nichts davon haben. (Abg. Haubner: Das ist ja so ein Schmarrn! Das ist ja eine Frechheit!) Auch durch die Abschaffung der Grunderwerbsteuer für Immobilieninvestoren entsteht schon der Anschein, dass Politik vielleicht käuflich sein könnte.
Ruf bei der ÖVP: Geh bitte!
Umso erstaunlicher ist die erste Reaktion des Bundeskanzlers, der zumindest 48 Stunden davor schon über das Video und dessen Inhalt Bescheid wusste. Den gesamten Samstag lang gab es kein Statement. – Im Gegenteil! Es kamen Tausende Menschen auf den Ballhausplatz, vor den Fernsehbildschirmen warteten wahrscheinlich Hunderttausende den ganzen Tag über vergeblich auf ein Statement des Bundeskanzlers, das immer wieder verschoben wurde. Schließlich war das Erste, was die österreichische Bevölkerung nach dem Video vom Kanzler zu hören bekam, eine Wahlkampfrede. Mittlerweile wissen wir, dass Bundeskanzler Kurz entgegen der Meinung der Bürgerinnen und Bürger gar keine Neuwahlen wollte. (Ruf bei der ÖVP: Geh bitte!) Sein Ziel war es, an der Macht zu bleiben und die Koalition fortzusetzen, wenn sich Innenminister Herbert Kickl damit abgefunden hätte, ein anderes Ressort zu übernehmen. Das ist, wie wir jetzt wissen, die traurige Realität, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Loacker und Meinl-Reisinger.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Loacker und Meinl-Reisinger.
Umso erstaunlicher ist die erste Reaktion des Bundeskanzlers, der zumindest 48 Stunden davor schon über das Video und dessen Inhalt Bescheid wusste. Den gesamten Samstag lang gab es kein Statement. – Im Gegenteil! Es kamen Tausende Menschen auf den Ballhausplatz, vor den Fernsehbildschirmen warteten wahrscheinlich Hunderttausende den ganzen Tag über vergeblich auf ein Statement des Bundeskanzlers, das immer wieder verschoben wurde. Schließlich war das Erste, was die österreichische Bevölkerung nach dem Video vom Kanzler zu hören bekam, eine Wahlkampfrede. Mittlerweile wissen wir, dass Bundeskanzler Kurz entgegen der Meinung der Bürgerinnen und Bürger gar keine Neuwahlen wollte. (Ruf bei der ÖVP: Geh bitte!) Sein Ziel war es, an der Macht zu bleiben und die Koalition fortzusetzen, wenn sich Innenminister Herbert Kickl damit abgefunden hätte, ein anderes Ressort zu übernehmen. Das ist, wie wir jetzt wissen, die traurige Realität, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Loacker und Meinl-Reisinger.)
Abg. Winzig: ... nicht erschienen!
Kurz hat sich leider für einen anderen Weg entschieden. Er hat seinen ÖVP-Finanzminister Löger zum Vizekanzler gemacht. Er hat Expertinnen und Experten ausgewählt und zu NachfolgerInnen der FPÖ-Ministerinnen und -Minister gemacht. Zugleich hat Kurz seine ÖVP-Leute als deren Mitarbeiter in den Ministerbüros installiert. Die Dialogverweigerung, die diesen Prozess die ganze Zeit über begleitet hat, wurde fortgesetzt. (Abg. Winzig: ... nicht erschienen!) Gleichzeitig hat sich Herr Kurz ein Maximum an Medienpräsenz gesichert. Ja, das war wohl Zweck der ganzen Sache. (Abg. Haubner: So ein Unsinn! – Abg. Winzig: Peinlich!) Bei den substanzlosen Pressekonferenzen im Bundeskanzleramt hatten die anwesenden Journalistinnen und Journalisten nicht einmal die Möglichkeit, Fragen zu stellen. (Abg. Haubner: Peinlich!) Das muss man sich einmal vergegenwärtigen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von JETZT.)
Abg. Haubner: So ein Unsinn! – Abg. Winzig: Peinlich!
Kurz hat sich leider für einen anderen Weg entschieden. Er hat seinen ÖVP-Finanzminister Löger zum Vizekanzler gemacht. Er hat Expertinnen und Experten ausgewählt und zu NachfolgerInnen der FPÖ-Ministerinnen und -Minister gemacht. Zugleich hat Kurz seine ÖVP-Leute als deren Mitarbeiter in den Ministerbüros installiert. Die Dialogverweigerung, die diesen Prozess die ganze Zeit über begleitet hat, wurde fortgesetzt. (Abg. Winzig: ... nicht erschienen!) Gleichzeitig hat sich Herr Kurz ein Maximum an Medienpräsenz gesichert. Ja, das war wohl Zweck der ganzen Sache. (Abg. Haubner: So ein Unsinn! – Abg. Winzig: Peinlich!) Bei den substanzlosen Pressekonferenzen im Bundeskanzleramt hatten die anwesenden Journalistinnen und Journalisten nicht einmal die Möglichkeit, Fragen zu stellen. (Abg. Haubner: Peinlich!) Das muss man sich einmal vergegenwärtigen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von JETZT.)
Abg. Haubner: Peinlich!
Kurz hat sich leider für einen anderen Weg entschieden. Er hat seinen ÖVP-Finanzminister Löger zum Vizekanzler gemacht. Er hat Expertinnen und Experten ausgewählt und zu NachfolgerInnen der FPÖ-Ministerinnen und -Minister gemacht. Zugleich hat Kurz seine ÖVP-Leute als deren Mitarbeiter in den Ministerbüros installiert. Die Dialogverweigerung, die diesen Prozess die ganze Zeit über begleitet hat, wurde fortgesetzt. (Abg. Winzig: ... nicht erschienen!) Gleichzeitig hat sich Herr Kurz ein Maximum an Medienpräsenz gesichert. Ja, das war wohl Zweck der ganzen Sache. (Abg. Haubner: So ein Unsinn! – Abg. Winzig: Peinlich!) Bei den substanzlosen Pressekonferenzen im Bundeskanzleramt hatten die anwesenden Journalistinnen und Journalisten nicht einmal die Möglichkeit, Fragen zu stellen. (Abg. Haubner: Peinlich!) Das muss man sich einmal vergegenwärtigen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von JETZT.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von JETZT.
Kurz hat sich leider für einen anderen Weg entschieden. Er hat seinen ÖVP-Finanzminister Löger zum Vizekanzler gemacht. Er hat Expertinnen und Experten ausgewählt und zu NachfolgerInnen der FPÖ-Ministerinnen und -Minister gemacht. Zugleich hat Kurz seine ÖVP-Leute als deren Mitarbeiter in den Ministerbüros installiert. Die Dialogverweigerung, die diesen Prozess die ganze Zeit über begleitet hat, wurde fortgesetzt. (Abg. Winzig: ... nicht erschienen!) Gleichzeitig hat sich Herr Kurz ein Maximum an Medienpräsenz gesichert. Ja, das war wohl Zweck der ganzen Sache. (Abg. Haubner: So ein Unsinn! – Abg. Winzig: Peinlich!) Bei den substanzlosen Pressekonferenzen im Bundeskanzleramt hatten die anwesenden Journalistinnen und Journalisten nicht einmal die Möglichkeit, Fragen zu stellen. (Abg. Haubner: Peinlich!) Das muss man sich einmal vergegenwärtigen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von JETZT.)
Abg. Nehammer: Na mit dir reden sie ...!
Das erste große Interview nach der Neuwahlankündigung wurde der deutschen „Bild“-Zeitung statt dem ORF oder einer anderen österreichischen Zeitung gegeben. (Abg. Nehammer: Na mit dir reden sie ...!) Stattdessen waren die Anstrengungen von Sebastian Kurz umso größer, wenn es um ÖVP-Wahlwerbung ging – bezeichnend und höchst besorgniserregend! (Abg. Winzig: So eine schwache Rede!) Das setzt sich jetzt bei Ihnen hier fort, das merkt man recht gut, das Abweisen von Schuld und Wegreden jeder Verantwortung, geschätzte Damen und Herren. (Abg. Haubner: Schwache Rede!)
Abg. Winzig: So eine schwache Rede!
Das erste große Interview nach der Neuwahlankündigung wurde der deutschen „Bild“-Zeitung statt dem ORF oder einer anderen österreichischen Zeitung gegeben. (Abg. Nehammer: Na mit dir reden sie ...!) Stattdessen waren die Anstrengungen von Sebastian Kurz umso größer, wenn es um ÖVP-Wahlwerbung ging – bezeichnend und höchst besorgniserregend! (Abg. Winzig: So eine schwache Rede!) Das setzt sich jetzt bei Ihnen hier fort, das merkt man recht gut, das Abweisen von Schuld und Wegreden jeder Verantwortung, geschätzte Damen und Herren. (Abg. Haubner: Schwache Rede!)
Abg. Haubner: Schwache Rede!
Das erste große Interview nach der Neuwahlankündigung wurde der deutschen „Bild“-Zeitung statt dem ORF oder einer anderen österreichischen Zeitung gegeben. (Abg. Nehammer: Na mit dir reden sie ...!) Stattdessen waren die Anstrengungen von Sebastian Kurz umso größer, wenn es um ÖVP-Wahlwerbung ging – bezeichnend und höchst besorgniserregend! (Abg. Winzig: So eine schwache Rede!) Das setzt sich jetzt bei Ihnen hier fort, das merkt man recht gut, das Abweisen von Schuld und Wegreden jeder Verantwortung, geschätzte Damen und Herren. (Abg. Haubner: Schwache Rede!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haubner: Das ist ja peinlich! – Ruf bei der ÖVP: ... Wahlergebnis!
Dass der Bundeskanzler in so einer Situation bis zum heutigen Tag kein Wort der Entschuldigung an die österreichische Bevölkerung richtet, hat mich wirklich erstaunt – Herr Bundeskanzler. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haubner: Das ist ja peinlich! – Ruf bei der ÖVP: ... Wahlergebnis!)
Abg. Haubner: ... die SPÖ! Diese Rede richtet sich selbst!
Was ist die wichtigste Aufgabe eines Bundeskanzlers in einer derartigen Situation, in einer derartigen Regierungskrise? – Er muss sich um parlamentarische Mehrheiten kümmern, er muss sein Verhältnis zur Opposition verantwortungsbewusst und verantwortungsvoll gestalten, aber es ist leider nichts, überhaupt nichts in diese Richtung geschehen. (Abg. Haubner: ... die SPÖ! Diese Rede richtet sich selbst!) Nachdem die FPÖ-Ministerinnen und -Minister zurückgetreten sind, hat sich Herr Kurz nicht und keineswegs um eine stabile und handlungsfähige Übergangsregierung bemüht, für die es eine parlamentarische Mehrheit braucht. (Abg. Winzig: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Winzig: Das stimmt ja nicht!
Was ist die wichtigste Aufgabe eines Bundeskanzlers in einer derartigen Situation, in einer derartigen Regierungskrise? – Er muss sich um parlamentarische Mehrheiten kümmern, er muss sein Verhältnis zur Opposition verantwortungsbewusst und verantwortungsvoll gestalten, aber es ist leider nichts, überhaupt nichts in diese Richtung geschehen. (Abg. Haubner: ... die SPÖ! Diese Rede richtet sich selbst!) Nachdem die FPÖ-Ministerinnen und -Minister zurückgetreten sind, hat sich Herr Kurz nicht und keineswegs um eine stabile und handlungsfähige Übergangsregierung bemüht, für die es eine parlamentarische Mehrheit braucht. (Abg. Winzig: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Nehammer: Geh bitte!
Er hat sich ausschließlich um die neue ÖVP-Alleinregierung bemüht, die er auf eigene Faust installiert hat. Und das ist es! (Abg. Nehammer: Geh bitte!) Die Opposition wurde zu keinem Zeitpunkt in die Entscheidungsfindung eingebunden (Abg. Strasser: ... Bundespräsident!), und die OppositionsführerInnen und Oppositionsparteien wurden erst nach der Auswahl der Ministerinnen und Minister für die schwarz-schwarze Alleinregierung informiert. Die Gespräche waren reine Verlautbarungen ohne Substanz. Dass der schwarze Finanzminister Löger Vizekanzler werden soll, erfuhr man aus den Medien. (Zwischenruf der Abg. Winzig.)
Abg. Strasser: ... Bundespräsident!
Er hat sich ausschließlich um die neue ÖVP-Alleinregierung bemüht, die er auf eigene Faust installiert hat. Und das ist es! (Abg. Nehammer: Geh bitte!) Die Opposition wurde zu keinem Zeitpunkt in die Entscheidungsfindung eingebunden (Abg. Strasser: ... Bundespräsident!), und die OppositionsführerInnen und Oppositionsparteien wurden erst nach der Auswahl der Ministerinnen und Minister für die schwarz-schwarze Alleinregierung informiert. Die Gespräche waren reine Verlautbarungen ohne Substanz. Dass der schwarze Finanzminister Löger Vizekanzler werden soll, erfuhr man aus den Medien. (Zwischenruf der Abg. Winzig.)
Zwischenruf der Abg. Winzig.
Er hat sich ausschließlich um die neue ÖVP-Alleinregierung bemüht, die er auf eigene Faust installiert hat. Und das ist es! (Abg. Nehammer: Geh bitte!) Die Opposition wurde zu keinem Zeitpunkt in die Entscheidungsfindung eingebunden (Abg. Strasser: ... Bundespräsident!), und die OppositionsführerInnen und Oppositionsparteien wurden erst nach der Auswahl der Ministerinnen und Minister für die schwarz-schwarze Alleinregierung informiert. Die Gespräche waren reine Verlautbarungen ohne Substanz. Dass der schwarze Finanzminister Löger Vizekanzler werden soll, erfuhr man aus den Medien. (Zwischenruf der Abg. Winzig.)
Abg. Winzig: Kanzler!
Wir von der SPÖ haben immer eines ganz klar gesagt: Wir wollen eine Expertenregierung, in der alle Regierungsämter von unabhängigen Experten besetzt sind, die für diese schwierige Situation verlässlich die beste Lösung sind. Sie aber, Herr Kurz (Abg. Winzig: Kanzler!), der innerhalb von zwei Jahren schon zwei Regierungen aufgelöst hat, haben erneut den Alleingang ohne Dialog oder ernsthafte Gespräche gewählt. Verantwortung für unser Land zu übernehmen, Herr Kurz, das schaut anders aus. (Beifall bei SPÖ und JETZT. – Ruf bei der ÖVP: Völliger Schwachsinn! – Abg. Wöginger: Sie stürzen das Land in eine Krise, ist Ihnen das überhaupt bewusst? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und JETZT. – Ruf bei der ÖVP: Völliger Schwachsinn! – Abg. Wöginger: Sie stürzen das Land in eine Krise, ist Ihnen das überhaupt bewusst? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir von der SPÖ haben immer eines ganz klar gesagt: Wir wollen eine Expertenregierung, in der alle Regierungsämter von unabhängigen Experten besetzt sind, die für diese schwierige Situation verlässlich die beste Lösung sind. Sie aber, Herr Kurz (Abg. Winzig: Kanzler!), der innerhalb von zwei Jahren schon zwei Regierungen aufgelöst hat, haben erneut den Alleingang ohne Dialog oder ernsthafte Gespräche gewählt. Verantwortung für unser Land zu übernehmen, Herr Kurz, das schaut anders aus. (Beifall bei SPÖ und JETZT. – Ruf bei der ÖVP: Völliger Schwachsinn! – Abg. Wöginger: Sie stürzen das Land in eine Krise, ist Ihnen das überhaupt bewusst? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Heftiger Widerspruch bei der ÖVP.
In den vergangenen 17 Monaten, in denen Kurz regierte, mussten wir uns für vieles rechtfertigen, insbesondere bei unseren internationalen Partnern. Für das Parlament und die österreichische Demokratie hat Ihre Regierung, Herr Kurz, seit Dezember 2017 nur mehr Missachtung und wenig Respekt übriggehabt. (Heftiger Widerspruch bei der ÖVP.) Gesetze wurden durchs Parlament gepeitscht und entweder viel zu kurz oder überhaupt nicht begutachtet, weder von Experten noch von der Öffentlichkeit. Anträge, Sie erinnern sich vielleicht, wurden absichtlich, damit es schneller geht, in die falschen Ausschüsse gebracht. (Abg. Nehammer: Geh bitte! Das ist so absurd!) Sogar ein Selbstermächtigungsgesetz wurde versucht – zum Glück ist es hier abgedreht worden. (Abg. Haubner: Das letzte Aufbäumen!)
Abg. Nehammer: Geh bitte! Das ist so absurd!
In den vergangenen 17 Monaten, in denen Kurz regierte, mussten wir uns für vieles rechtfertigen, insbesondere bei unseren internationalen Partnern. Für das Parlament und die österreichische Demokratie hat Ihre Regierung, Herr Kurz, seit Dezember 2017 nur mehr Missachtung und wenig Respekt übriggehabt. (Heftiger Widerspruch bei der ÖVP.) Gesetze wurden durchs Parlament gepeitscht und entweder viel zu kurz oder überhaupt nicht begutachtet, weder von Experten noch von der Öffentlichkeit. Anträge, Sie erinnern sich vielleicht, wurden absichtlich, damit es schneller geht, in die falschen Ausschüsse gebracht. (Abg. Nehammer: Geh bitte! Das ist so absurd!) Sogar ein Selbstermächtigungsgesetz wurde versucht – zum Glück ist es hier abgedreht worden. (Abg. Haubner: Das letzte Aufbäumen!)
Abg. Haubner: Das letzte Aufbäumen!
In den vergangenen 17 Monaten, in denen Kurz regierte, mussten wir uns für vieles rechtfertigen, insbesondere bei unseren internationalen Partnern. Für das Parlament und die österreichische Demokratie hat Ihre Regierung, Herr Kurz, seit Dezember 2017 nur mehr Missachtung und wenig Respekt übriggehabt. (Heftiger Widerspruch bei der ÖVP.) Gesetze wurden durchs Parlament gepeitscht und entweder viel zu kurz oder überhaupt nicht begutachtet, weder von Experten noch von der Öffentlichkeit. Anträge, Sie erinnern sich vielleicht, wurden absichtlich, damit es schneller geht, in die falschen Ausschüsse gebracht. (Abg. Nehammer: Geh bitte! Das ist so absurd!) Sogar ein Selbstermächtigungsgesetz wurde versucht – zum Glück ist es hier abgedreht worden. (Abg. Haubner: Das letzte Aufbäumen!)
Abg. Wöginger: Das stimmt ja nicht!
Parlamentarische Anfragen, eine Kernaufgabe von Regierenden, wurden dürftig, unvollständig und absichtlich falsch beantwortet. Sebastian Kurz selbst war kaum präsent und bei jeder zweiten Sitzung nicht anwesend. (Abg. Wöginger: Das stimmt ja nicht!) Es gibt keine Diskussion auf Augenhöhe, weder im Plenum noch in den parlamentarischen Ausschüssen oder darüber hinaus. (Abg. Wöginger: Das stimmt ja einfach nicht!) Wenn überhaupt wird die Opposition nur informiert, von Einbindung ist keine Rede. (Beifall bei SPÖ und JETZT. – Abg. Wöginger: Das ist die Unwahrheit!)
Abg. Wöginger: Das stimmt ja einfach nicht!
Parlamentarische Anfragen, eine Kernaufgabe von Regierenden, wurden dürftig, unvollständig und absichtlich falsch beantwortet. Sebastian Kurz selbst war kaum präsent und bei jeder zweiten Sitzung nicht anwesend. (Abg. Wöginger: Das stimmt ja nicht!) Es gibt keine Diskussion auf Augenhöhe, weder im Plenum noch in den parlamentarischen Ausschüssen oder darüber hinaus. (Abg. Wöginger: Das stimmt ja einfach nicht!) Wenn überhaupt wird die Opposition nur informiert, von Einbindung ist keine Rede. (Beifall bei SPÖ und JETZT. – Abg. Wöginger: Das ist die Unwahrheit!)
Beifall bei SPÖ und JETZT. – Abg. Wöginger: Das ist die Unwahrheit!
Parlamentarische Anfragen, eine Kernaufgabe von Regierenden, wurden dürftig, unvollständig und absichtlich falsch beantwortet. Sebastian Kurz selbst war kaum präsent und bei jeder zweiten Sitzung nicht anwesend. (Abg. Wöginger: Das stimmt ja nicht!) Es gibt keine Diskussion auf Augenhöhe, weder im Plenum noch in den parlamentarischen Ausschüssen oder darüber hinaus. (Abg. Wöginger: Das stimmt ja einfach nicht!) Wenn überhaupt wird die Opposition nur informiert, von Einbindung ist keine Rede. (Beifall bei SPÖ und JETZT. – Abg. Wöginger: Das ist die Unwahrheit!)
Abg. Nehammer: Dann verweigern Sie ihn nicht!
Auch wenn es Sie jetzt ärgert, es ist so. Jeder Demokrat und jede Demokratin weiß, wie wichtig der gemeinsame Dialog ist. Der Dialog ist für die Demokratie unerlässlich. (Abg. Nehammer: Dann verweigern Sie ihn nicht!) Man hat das Gefühl, diese Regierung, wie sie hier sitzt – mit Ausnahme derer, die jetzt dazugekommen sind, die kann ich noch nicht beurteilen –, will oder versteht den Parlamentarismus nicht, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Holzinger-Vogtenhuber. – Heftiger Widerspruch und Rufe bei der ÖVP: Das ist wirklich ein Wahnsinn! Unfassbar! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Holzinger-Vogtenhuber. – Heftiger Widerspruch und Rufe bei der ÖVP: Das ist wirklich ein Wahnsinn! Unfassbar! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Auch wenn es Sie jetzt ärgert, es ist so. Jeder Demokrat und jede Demokratin weiß, wie wichtig der gemeinsame Dialog ist. Der Dialog ist für die Demokratie unerlässlich. (Abg. Nehammer: Dann verweigern Sie ihn nicht!) Man hat das Gefühl, diese Regierung, wie sie hier sitzt – mit Ausnahme derer, die jetzt dazugekommen sind, die kann ich noch nicht beurteilen –, will oder versteht den Parlamentarismus nicht, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Holzinger-Vogtenhuber. – Heftiger Widerspruch und Rufe bei der ÖVP: Das ist wirklich ein Wahnsinn! Unfassbar! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Nehammer: Dann verweigern Sie ihn nicht!
Das Miteinander, der Dialog (Abg. Nehammer: Dann verweigern Sie ihn nicht!), die Kompromissbereitschaft zum Wohle aller, das ist Ihnen in den letzten 17 Monaten nichts wert gewesen. (Ruf bei der ÖVP: Das ist wirklich ein Wahnsinn! Unfassbar! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Stattdessen wurde alle Energie in den Alleingang investiert, um währenddessen Heerscharen von politischen Akteuren in allen Ministerien zu installieren. (Zwischenruf des Abg. Lopatka.) Es gibt nicht nur die Generalsekretäre, es gibt eigene Stäbe für PR, Öffentlichkeitsarbeit, Unmengen Menschen, die dafür bezahlt werden. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Das ist wirklich ein Wahnsinn! Unfassbar! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das Miteinander, der Dialog (Abg. Nehammer: Dann verweigern Sie ihn nicht!), die Kompromissbereitschaft zum Wohle aller, das ist Ihnen in den letzten 17 Monaten nichts wert gewesen. (Ruf bei der ÖVP: Das ist wirklich ein Wahnsinn! Unfassbar! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Stattdessen wurde alle Energie in den Alleingang investiert, um währenddessen Heerscharen von politischen Akteuren in allen Ministerien zu installieren. (Zwischenruf des Abg. Lopatka.) Es gibt nicht nur die Generalsekretäre, es gibt eigene Stäbe für PR, Öffentlichkeitsarbeit, Unmengen Menschen, die dafür bezahlt werden. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Lopatka.
Das Miteinander, der Dialog (Abg. Nehammer: Dann verweigern Sie ihn nicht!), die Kompromissbereitschaft zum Wohle aller, das ist Ihnen in den letzten 17 Monaten nichts wert gewesen. (Ruf bei der ÖVP: Das ist wirklich ein Wahnsinn! Unfassbar! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Stattdessen wurde alle Energie in den Alleingang investiert, um währenddessen Heerscharen von politischen Akteuren in allen Ministerien zu installieren. (Zwischenruf des Abg. Lopatka.) Es gibt nicht nur die Generalsekretäre, es gibt eigene Stäbe für PR, Öffentlichkeitsarbeit, Unmengen Menschen, die dafür bezahlt werden. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Das Miteinander, der Dialog (Abg. Nehammer: Dann verweigern Sie ihn nicht!), die Kompromissbereitschaft zum Wohle aller, das ist Ihnen in den letzten 17 Monaten nichts wert gewesen. (Ruf bei der ÖVP: Das ist wirklich ein Wahnsinn! Unfassbar! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Stattdessen wurde alle Energie in den Alleingang investiert, um währenddessen Heerscharen von politischen Akteuren in allen Ministerien zu installieren. (Zwischenruf des Abg. Lopatka.) Es gibt nicht nur die Generalsekretäre, es gibt eigene Stäbe für PR, Öffentlichkeitsarbeit, Unmengen Menschen, die dafür bezahlt werden. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Winzig: ... beschädigen Sie es! Beschädigt sind Sie selber! – Abg. Schwarz: Sie!
In den vergangenen 17 Monaten wurde durch die Alleingänge und die Dialogverweigerung das Vertrauen, das gegenseitige Vertrauen sehr, sehr schwer beschädigt. (Abg. Winzig: ... beschädigen Sie es! Beschädigt sind Sie selber! – Abg. Schwarz: Sie!) Ich sage Ihnen ganz offen, die letzten Tage dieser Regierungskrise haben nicht dazu beigetragen, dieses Vertrauen wieder zu erhöhen. (Abg. Winzig: ... Sie!) Herr Bundeskanzler, ich selbst konnte letzte Woche Donnerstag Zeuge werden, wie Sie Gespräche mit der Opposition führen. Nachdem die Runde eingelangt war, war einmal der wichtigere Termin der Medientermin (Ruf bei der ÖVP: Mei!), das Foto als Hauptzweck (Abg. Winzig: Wer will schon ein Foto mit Leichtfried haben? – Ruf bei der ÖVP: Uh!), und das Angebot, das Sie gemacht haben, Herr Bundeskanzler, war ein reiner PR-Gag. (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Haubner.)
Abg. Winzig: ... Sie!
In den vergangenen 17 Monaten wurde durch die Alleingänge und die Dialogverweigerung das Vertrauen, das gegenseitige Vertrauen sehr, sehr schwer beschädigt. (Abg. Winzig: ... beschädigen Sie es! Beschädigt sind Sie selber! – Abg. Schwarz: Sie!) Ich sage Ihnen ganz offen, die letzten Tage dieser Regierungskrise haben nicht dazu beigetragen, dieses Vertrauen wieder zu erhöhen. (Abg. Winzig: ... Sie!) Herr Bundeskanzler, ich selbst konnte letzte Woche Donnerstag Zeuge werden, wie Sie Gespräche mit der Opposition führen. Nachdem die Runde eingelangt war, war einmal der wichtigere Termin der Medientermin (Ruf bei der ÖVP: Mei!), das Foto als Hauptzweck (Abg. Winzig: Wer will schon ein Foto mit Leichtfried haben? – Ruf bei der ÖVP: Uh!), und das Angebot, das Sie gemacht haben, Herr Bundeskanzler, war ein reiner PR-Gag. (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Haubner.)
Ruf bei der ÖVP: Mei!
In den vergangenen 17 Monaten wurde durch die Alleingänge und die Dialogverweigerung das Vertrauen, das gegenseitige Vertrauen sehr, sehr schwer beschädigt. (Abg. Winzig: ... beschädigen Sie es! Beschädigt sind Sie selber! – Abg. Schwarz: Sie!) Ich sage Ihnen ganz offen, die letzten Tage dieser Regierungskrise haben nicht dazu beigetragen, dieses Vertrauen wieder zu erhöhen. (Abg. Winzig: ... Sie!) Herr Bundeskanzler, ich selbst konnte letzte Woche Donnerstag Zeuge werden, wie Sie Gespräche mit der Opposition führen. Nachdem die Runde eingelangt war, war einmal der wichtigere Termin der Medientermin (Ruf bei der ÖVP: Mei!), das Foto als Hauptzweck (Abg. Winzig: Wer will schon ein Foto mit Leichtfried haben? – Ruf bei der ÖVP: Uh!), und das Angebot, das Sie gemacht haben, Herr Bundeskanzler, war ein reiner PR-Gag. (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Haubner.)
Abg. Winzig: Wer will schon ein Foto mit Leichtfried haben? – Ruf bei der ÖVP: Uh!
In den vergangenen 17 Monaten wurde durch die Alleingänge und die Dialogverweigerung das Vertrauen, das gegenseitige Vertrauen sehr, sehr schwer beschädigt. (Abg. Winzig: ... beschädigen Sie es! Beschädigt sind Sie selber! – Abg. Schwarz: Sie!) Ich sage Ihnen ganz offen, die letzten Tage dieser Regierungskrise haben nicht dazu beigetragen, dieses Vertrauen wieder zu erhöhen. (Abg. Winzig: ... Sie!) Herr Bundeskanzler, ich selbst konnte letzte Woche Donnerstag Zeuge werden, wie Sie Gespräche mit der Opposition führen. Nachdem die Runde eingelangt war, war einmal der wichtigere Termin der Medientermin (Ruf bei der ÖVP: Mei!), das Foto als Hauptzweck (Abg. Winzig: Wer will schon ein Foto mit Leichtfried haben? – Ruf bei der ÖVP: Uh!), und das Angebot, das Sie gemacht haben, Herr Bundeskanzler, war ein reiner PR-Gag. (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Haubner.)
Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Haubner.
In den vergangenen 17 Monaten wurde durch die Alleingänge und die Dialogverweigerung das Vertrauen, das gegenseitige Vertrauen sehr, sehr schwer beschädigt. (Abg. Winzig: ... beschädigen Sie es! Beschädigt sind Sie selber! – Abg. Schwarz: Sie!) Ich sage Ihnen ganz offen, die letzten Tage dieser Regierungskrise haben nicht dazu beigetragen, dieses Vertrauen wieder zu erhöhen. (Abg. Winzig: ... Sie!) Herr Bundeskanzler, ich selbst konnte letzte Woche Donnerstag Zeuge werden, wie Sie Gespräche mit der Opposition führen. Nachdem die Runde eingelangt war, war einmal der wichtigere Termin der Medientermin (Ruf bei der ÖVP: Mei!), das Foto als Hauptzweck (Abg. Winzig: Wer will schon ein Foto mit Leichtfried haben? – Ruf bei der ÖVP: Uh!), und das Angebot, das Sie gemacht haben, Herr Bundeskanzler, war ein reiner PR-Gag. (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Haubner.)
Abg. Schwarz: Gegen wen?
Was Kurz hier vorschlägt und anbietet, das sind ja Selbstverständlichkeiten: Ihr Vorschlag der Aufklärung der schweren Vorwürfe (Abg. Schwarz: Gegen wen?) – ja, was denn bitte sonst ist selbstverständlicher, als das alles aufzuklären, Herr Kurz? (Abg. Wöginger: Wenn du so weitertust, rennt der letzte Eisenbahner auch noch über!)
Abg. Wöginger: Wenn du so weitertust, rennt der letzte Eisenbahner auch noch über!
Was Kurz hier vorschlägt und anbietet, das sind ja Selbstverständlichkeiten: Ihr Vorschlag der Aufklärung der schweren Vorwürfe (Abg. Schwarz: Gegen wen?) – ja, was denn bitte sonst ist selbstverständlicher, als das alles aufzuklären, Herr Kurz? (Abg. Wöginger: Wenn du so weitertust, rennt der letzte Eisenbahner auch noch über!)
Ruf bei der ÖVP: Dialogverweigerung!
Ihr Vorschlag, dass die Opposition bei den Ministerräten sitzen soll – ja, wenn eh nichts mehr beschlossen wird, ist das eine unglaublich tolle Idee. (Ruf bei der ÖVP: Dialogverweigerung!) Gleichzeitig wurde angekündigt, dass ohnehin keine Gesetze und Postenbesetzungen mehr beschlossen werden sollen. – Ich frage Sie: Was soll das Ganze? (Abg. Haubner: Das ist eine Kraut-und-Rüben-Rede!)
Abg. Haubner: Das ist eine Kraut-und-Rüben-Rede!
Ihr Vorschlag, dass die Opposition bei den Ministerräten sitzen soll – ja, wenn eh nichts mehr beschlossen wird, ist das eine unglaublich tolle Idee. (Ruf bei der ÖVP: Dialogverweigerung!) Gleichzeitig wurde angekündigt, dass ohnehin keine Gesetze und Postenbesetzungen mehr beschlossen werden sollen. – Ich frage Sie: Was soll das Ganze? (Abg. Haubner: Das ist eine Kraut-und-Rüben-Rede!)
Beifall bei SPÖ und JETZT sowie bei Abgeordneten der NEOS.
Die Ankündigung, U-Ausschüsse nach der Wahl wieder einzusetzen – da kündigen Sie etwas an, wofür dieses Parlament zuständig ist, nicht die Bundesregierung, Herr Kurz. (Beifall bei SPÖ und JETZT sowie bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Winzig: Schauen Sie einmal ins rote Wien!
Stattdessen haben Sie vorgeschlagen, dass jetzt Regierungsinserate auf Informationen über die Nationalratswahl eingeschränkt werden. Das heißt im Klartext: schwarze Regierungsinserate mit türkiser Schrift. Das ist auch nicht das, was wir in dieser Zeit brauchen, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Winzig: Schauen Sie einmal ins rote Wien!) Fast 45 Millionen Euro haben Sie letztes Jahr für Inserate und PR ausgegeben. Umgelegt auf vier Monate bis zur Nationalratswahl werden das noch einmal 15 Millionen Euro Steuergeld. Ist das der Plan gewesen? (Abg. Winzig: Das war Ihr Plan! – Abg. Wöginger: Das hat der Häupl früher an einem Wochenende ausgegeben!)
Abg. Winzig: Das war Ihr Plan! – Abg. Wöginger: Das hat der Häupl früher an einem Wochenende ausgegeben!
Stattdessen haben Sie vorgeschlagen, dass jetzt Regierungsinserate auf Informationen über die Nationalratswahl eingeschränkt werden. Das heißt im Klartext: schwarze Regierungsinserate mit türkiser Schrift. Das ist auch nicht das, was wir in dieser Zeit brauchen, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Winzig: Schauen Sie einmal ins rote Wien!) Fast 45 Millionen Euro haben Sie letztes Jahr für Inserate und PR ausgegeben. Umgelegt auf vier Monate bis zur Nationalratswahl werden das noch einmal 15 Millionen Euro Steuergeld. Ist das der Plan gewesen? (Abg. Winzig: Das war Ihr Plan! – Abg. Wöginger: Das hat der Häupl früher an einem Wochenende ausgegeben!)
Abg. Wöginger: Wir legen es wenigstens offen, im Gegensatz zu euch!
Meinen Vorschlag, eine Spendenobergrenze von 10 000 Euro einzuführen, haben Sie nicht einmal aufgegriffen. Was Sie wollen, ist, dass die ÖVP weiter Spenden ohne Limit kassieren und die Wahlkampfkostenobergrenze ohne Folgen überschreiten kann. (Abg. Wöginger: Wir legen es wenigstens offen, im Gegensatz zu euch!) Aber den anderen Parteien, die nicht über Großspender verfügen (Zwischenruf der Abg. Winzig), denen wollen Sie die Mittel kürzen. – Das ist kein Dialog, Herr Kurz, das ist nur Schein und PR.
Zwischenruf der Abg. Winzig
Meinen Vorschlag, eine Spendenobergrenze von 10 000 Euro einzuführen, haben Sie nicht einmal aufgegriffen. Was Sie wollen, ist, dass die ÖVP weiter Spenden ohne Limit kassieren und die Wahlkampfkostenobergrenze ohne Folgen überschreiten kann. (Abg. Wöginger: Wir legen es wenigstens offen, im Gegensatz zu euch!) Aber den anderen Parteien, die nicht über Großspender verfügen (Zwischenruf der Abg. Winzig), denen wollen Sie die Mittel kürzen. – Das ist kein Dialog, Herr Kurz, das ist nur Schein und PR.
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die letzten Tage haben ein hässliches Bild unseres schönen Landes gezeichnet. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich bin zu 100 Prozent beim Bundespräsidenten, der gesagt hat: „So sind wir nicht!“ (Zwischenruf
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von JETZT. – Abg. Haubner: Die Wähler haben das gestern anders gesehen!
des Abg. Lopatka.) Wovon ich auch zu 100 Prozent überzeugt bin, ist, dass die Art und Weise, wie eine neue ÖVP-Alleinregierung installiert wurde, nicht den demokratischen Ansprüchen genügt, die ich mir für Österreich erwarte. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von JETZT. – Abg. Haubner: Die Wähler haben das gestern anders gesehen!)
Abg. Wöginger: Familienbonus!
Sebastian Kurz hat in zwei Jahren zwei Regierungen gesprengt, währenddessen hat er soziale Errungenschaften zerstört (Abg. Wöginger: Familienbonus!) und den Ruf Österreichs im Ausland grob beschädigt. (Abg. Winzig: Niedrige Einkommen entlastet! – Abg. Schwarz: So ein Blödsinn!) Sein türkis-blaues Experiment, geschätzte Damen und Herren, ist krachend gescheitert, und jetzt versucht er, die ÖVP-Herrschaft auszubauen und verzichtet darauf, für eine parlamentarische Mehrheit zu werben. Diese Vorgangsweise ist verantwortungslos und lässt viele Fragen offen. Die Österreicherinnen und Österreicher haben Antworten verdient! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.)
Abg. Winzig: Niedrige Einkommen entlastet! – Abg. Schwarz: So ein Blödsinn!
Sebastian Kurz hat in zwei Jahren zwei Regierungen gesprengt, währenddessen hat er soziale Errungenschaften zerstört (Abg. Wöginger: Familienbonus!) und den Ruf Österreichs im Ausland grob beschädigt. (Abg. Winzig: Niedrige Einkommen entlastet! – Abg. Schwarz: So ein Blödsinn!) Sein türkis-blaues Experiment, geschätzte Damen und Herren, ist krachend gescheitert, und jetzt versucht er, die ÖVP-Herrschaft auszubauen und verzichtet darauf, für eine parlamentarische Mehrheit zu werben. Diese Vorgangsweise ist verantwortungslos und lässt viele Fragen offen. Die Österreicherinnen und Österreicher haben Antworten verdient! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.
Sebastian Kurz hat in zwei Jahren zwei Regierungen gesprengt, währenddessen hat er soziale Errungenschaften zerstört (Abg. Wöginger: Familienbonus!) und den Ruf Österreichs im Ausland grob beschädigt. (Abg. Winzig: Niedrige Einkommen entlastet! – Abg. Schwarz: So ein Blödsinn!) Sein türkis-blaues Experiment, geschätzte Damen und Herren, ist krachend gescheitert, und jetzt versucht er, die ÖVP-Herrschaft auszubauen und verzichtet darauf, für eine parlamentarische Mehrheit zu werben. Diese Vorgangsweise ist verantwortungslos und lässt viele Fragen offen. Die Österreicherinnen und Österreicher haben Antworten verdient! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Kurz, heute und hier müssen Sie das erste Mal Fragen zu dem ganzen Chaos, das Sie angerichtet haben, beantworten. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich hoffe, Sie tun das und halten in diesem Haus nicht wieder eine Wahlkampfrede. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und JETZT. – Abg. Wöginger: Ein Wahnsinn! Ein Wahnsinn! Das ist ja unfassbar! Das Ende der Sozialdemokratie! – Abg. Haubner: War das jetzt alles?)
Beifall bei SPÖ und JETZT. – Abg. Wöginger: Ein Wahnsinn! Ein Wahnsinn! Das ist ja unfassbar! Das Ende der Sozialdemokratie! – Abg. Haubner: War das jetzt alles?
Herr Kurz, heute und hier müssen Sie das erste Mal Fragen zu dem ganzen Chaos, das Sie angerichtet haben, beantworten. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich hoffe, Sie tun das und halten in diesem Haus nicht wieder eine Wahlkampfrede. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und JETZT. – Abg. Wöginger: Ein Wahnsinn! Ein Wahnsinn! Das ist ja unfassbar! Das Ende der Sozialdemokratie! – Abg. Haubner: War das jetzt alles?)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Bundeskanzler Sebastian Kurz: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich bin normal ein eher ruhiger Mensch, und ich habe mir schon viel anhören müssen und habe schon viel ausgehalten (Zwischenrufe bei der SPÖ) – ich muss zugeben, in diesem Fall ist es mir etwas schwergefallen, aber ich habe mich entschieden, mich von Ihnen nicht provozieren zu lassen, Herr Abgeordneter Leichtfried. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dönmez.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dönmez.
Bundeskanzler Sebastian Kurz: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich bin normal ein eher ruhiger Mensch, und ich habe mir schon viel anhören müssen und habe schon viel ausgehalten (Zwischenrufe bei der SPÖ) – ich muss zugeben, in diesem Fall ist es mir etwas schwergefallen, aber ich habe mich entschieden, mich von Ihnen nicht provozieren zu lassen, Herr Abgeordneter Leichtfried. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dönmez.)
Beifall bei der ÖVP.
wurde, und ich bedanke mich bei allen Mitgliedern der Bundesregierung dafür. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe mich daher in den Tagen nach den Enthüllungen um eines bemüht, nämlich in Österreich für Stabilität zu sorgen. Ich habe mich bemüht, gemeinsam mit dem Bundespräsidenten sicherzustellen, dass wir eine handlungsfähige Regierung haben und vor allem auch, dass es zur Aufklärung aller Vorwürfe, die im Raum stehen, kommt. Das betrifft zum einen die Inhalte des Videos, die Ideen von Machtmissbrauch, den Umgang mit Steuergeld und ein falsches Politikverständnis, das betrifft aber auch die Art und Weise, wie dieses Video entstanden ist, die Frage, wer es erstellt hat und vor allem, wer es bezahlt und beauftragt hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte mich an dieser Stelle beim Bundespräsidenten bedanken. Wie Sie wissen, kommt der Bundespräsident parteipolitisch nicht gerade aus der Ecke der Volkspartei, aber ich habe in dieser Woche erlebt, dass der Bundespräsident sich Tag und Nacht bemüht hat, für Stabilität zu sorgen, einen Beitrag zu leisten, dass die Monate bis zur Wahl in aller Ruhe und Ordnung über die Bühne gehen können, und ich bedanke mich an dieser Stelle explizit für die gute Zusammenarbeit in dieser für uns alle sehr fordernden Phase. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Bundespräsident hat mich am Dienstag beauftragt, eine Expertenregierung zusammenzustellen. Er hat mich gebeten, die frei werdenden Ressorts mit Personen aufzufüllen, die über die notwendige Fachkenntnis verfügen, aber auch ein hohes Maß an Integrität mitbringen und betreffend diese Tätigkeit unumstritten sind. Ich habe binnen 24 Stunden gemeinsam mit meinem Team versucht, diese Expertinnen und Experten zu finden. Ich darf mich bei den Personen, die heute hier sitzen, ganz herzlich dafür bedanken, dass sie über Nacht bereit waren, in dieser schwierigen Situation für die Republik bereitzustehen und Verantwortung zu übernehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ah-Rufe bei der ÖVP.
spräche geführt habe. (Ah-Rufe bei der ÖVP.) Ich möchte mich explizit bei den NEOS für die konstruktive Herangehensweise bedanken. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Winzig: Super!) Es war nicht immer so, dass wir einer Meinung waren, wir sind es auch heute nicht – weder in inhaltlichen Fragen noch in Fragen der Vorgehensweise. Die NEOS waren aber trotzdem die einzige Partei, die mir ganz klare Wünsche und Anregungen mitgegeben hat, wie sie sich erwarten würde, dass diese Übergangsregierung agiert. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Winzig: Super!
spräche geführt habe. (Ah-Rufe bei der ÖVP.) Ich möchte mich explizit bei den NEOS für die konstruktive Herangehensweise bedanken. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Winzig: Super!) Es war nicht immer so, dass wir einer Meinung waren, wir sind es auch heute nicht – weder in inhaltlichen Fragen noch in Fragen der Vorgehensweise. Die NEOS waren aber trotzdem die einzige Partei, die mir ganz klare Wünsche und Anregungen mitgegeben hat, wie sie sich erwarten würde, dass diese Übergangsregierung agiert. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.)
Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.
spräche geführt habe. (Ah-Rufe bei der ÖVP.) Ich möchte mich explizit bei den NEOS für die konstruktive Herangehensweise bedanken. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Winzig: Super!) Es war nicht immer so, dass wir einer Meinung waren, wir sind es auch heute nicht – weder in inhaltlichen Fragen noch in Fragen der Vorgehensweise. Die NEOS waren aber trotzdem die einzige Partei, die mir ganz klare Wünsche und Anregungen mitgegeben hat, wie sie sich erwarten würde, dass diese Übergangsregierung agiert. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.)
Ruf bei der FPÖ: Na ja!
Ich möchte darüber hinaus festhalten – und das erscheint mir durchaus wichtig –, dass ich bis heute keine einzige kritische Stimme zu den ausgewählten Experten gehört habe, zur Auswahl dieser Expertinnen und Experten, die parteipolitisch sehr unterschiedliche Hintergründe haben, die alle fachlich qualifiziert und integer sind. (Ruf bei der FPÖ: Na ja!)
Abg. Zarits: Ein Wahnsinn! – Abg. Winzig: Ein Wahnsinn! Ah! – Ruf bei der ÖVP: Die eigenen Leute sagen so etwas!
Im Gegenteil: Landeshauptmann Doskozil, ein hochrangiger Vertreter der Sozialdemokratie, hat sogar öffentlich in Interviews festgehalten, dass es bei diesem Misstrauensvotum eigentlich um ganz etwas anderes geht. Er hat wörtlich gesagt – ich zitiere: Es geht dabei um Parteiinterna. Man könne jetzt schlicht und ergreifend nicht mehr zurück. (Abg. Zarits: Ein Wahnsinn! – Abg. Winzig: Ein Wahnsinn! Ah! – Ruf bei der ÖVP: Die eigenen Leute sagen so etwas!)
Abg. Noll: Geh bitte!
Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, lassen Sie mich abschließend noch einen Punkt festhalten, der mich wirklich verblüfft: Ich verstehe ja bei all der aufgeheizten Stimmung die Rachegelüste mancher, den Wunsch, sich vielleicht für die Wahl in eine bessere Position zu bringen, auch die Idee, Parteiinterna sprechen zu lassen und nicht das Wohl des Staates im Blick zu haben. (Abg. Noll: Geh bitte!) Was ich aber wirklich nicht verstehe, ist, dass die Reaktion auf das gestrige Wahlergebnis ist (Abg. Winzig: Unglaublich!), dass der Misstrauensantrag gegen meine Person jetzt auf die ganze Regierung ausgedehnt wird. Vor wenigen Tagen war noch das Ziel, mich als Bundeskanzler abzuwählen, als Taktik vielleicht durchaus verständlich. Jetzt aber auch noch wenige Monate vor einer Wahl die ganze Regierung stürzen zu wollen, ist etwas, das, glaube ich, niemand in diesem Land nachvollziehen kann. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall der Abg. Meinl-Reisinger.)
Abg. Winzig: Unglaublich!
Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, lassen Sie mich abschließend noch einen Punkt festhalten, der mich wirklich verblüfft: Ich verstehe ja bei all der aufgeheizten Stimmung die Rachegelüste mancher, den Wunsch, sich vielleicht für die Wahl in eine bessere Position zu bringen, auch die Idee, Parteiinterna sprechen zu lassen und nicht das Wohl des Staates im Blick zu haben. (Abg. Noll: Geh bitte!) Was ich aber wirklich nicht verstehe, ist, dass die Reaktion auf das gestrige Wahlergebnis ist (Abg. Winzig: Unglaublich!), dass der Misstrauensantrag gegen meine Person jetzt auf die ganze Regierung ausgedehnt wird. Vor wenigen Tagen war noch das Ziel, mich als Bundeskanzler abzuwählen, als Taktik vielleicht durchaus verständlich. Jetzt aber auch noch wenige Monate vor einer Wahl die ganze Regierung stürzen zu wollen, ist etwas, das, glaube ich, niemand in diesem Land nachvollziehen kann. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall der Abg. Meinl-Reisinger.)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall der Abg. Meinl-Reisinger.
Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, lassen Sie mich abschließend noch einen Punkt festhalten, der mich wirklich verblüfft: Ich verstehe ja bei all der aufgeheizten Stimmung die Rachegelüste mancher, den Wunsch, sich vielleicht für die Wahl in eine bessere Position zu bringen, auch die Idee, Parteiinterna sprechen zu lassen und nicht das Wohl des Staates im Blick zu haben. (Abg. Noll: Geh bitte!) Was ich aber wirklich nicht verstehe, ist, dass die Reaktion auf das gestrige Wahlergebnis ist (Abg. Winzig: Unglaublich!), dass der Misstrauensantrag gegen meine Person jetzt auf die ganze Regierung ausgedehnt wird. Vor wenigen Tagen war noch das Ziel, mich als Bundeskanzler abzuwählen, als Taktik vielleicht durchaus verständlich. Jetzt aber auch noch wenige Monate vor einer Wahl die ganze Regierung stürzen zu wollen, ist etwas, das, glaube ich, niemand in diesem Land nachvollziehen kann. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall der Abg. Meinl-Reisinger.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dönmez.
Ich möchte heute gerne das Versprechen abgeben, dass ich, ganz gleich, in welcher Funktion, meinen Beitrag dazu leisten werde, für Stabilität in Österreich zu sorgen. Sollte dieses Votum heute so ausgehen, wie ich es erwarte, dann werden wir der nächsten Regierung – ganz gleich, wie sie aussehen wird – sicherlich keine Steine in den Weg legen, sondern sie bestmöglich unterstützen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dönmez.)
Abg. Noll: Wer sagt denn, dass im September die Bevölkerung am Wort ist?
Ich glaube, dass die Wählerinnen und Wähler – Gott sei Dank! – das Recht haben, am Wahltag eine Entscheidung zu treffen. Bis dahin ist allerdings das Parlament am Wort. Wir haben uns seitens der Bundesregierung bemüht, und auch ich persönlich habe mich bemüht, in der letzten Woche unseren beziehungsweise meinen Beitrag zur Stabilität zu leisten. Wir haben uns bemüht, eine handlungsfähige Regierung auf die Beine zu stellen, die die Amtsgeschäfte bis zur Wahl in aller Ruhe verwalten kann, die uns in Europa und international vertreten kann und die bereit ist, diese Aufgabe auch wahrzunehmen. Im September ist die Bevölkerung am Wort, bis dahin liegt allerdings die Verantwortung, eine Entscheidung zu treffen, beim Parlament. (Abg. Noll: Wer sagt denn, dass im September die Bevölkerung am Wort ist?) Ich bin überzeugt davon, Sie
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Dönmez.
werden das auch tun! – Vielen Dank. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Dönmez.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP.
Der Bundespräsident und ich haben uns bestmöglich bemüht, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um Stabilität zu gewährleisten und die neuen Minister bestmöglich organisatorisch zu unterstützen. Als oberste Organe sind sie natürlich letztverantwortlich und sind auch für Personalentscheidungen in ihren Ressorts und vor allem auch in ihren Kabinetten selbst verantwortlich. – Vielen Dank. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haubner: Jetzt kommt die Probe für die SPÖ-Parteitagsrede! – Abg. Winzig: Das war schon gestern beim Wolf peinlich!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Klubobfrau Rendi-Wagner. – Bitte. (Abg. Haubner: Jetzt kommt die Probe für die SPÖ-Parteitagsrede! – Abg. Winzig: Das war schon gestern beim Wolf peinlich!)
Abg. Hammer: ... im Hintergrund, wie gestern!
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Bundesregierung! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Hammer: ... im Hintergrund, wie gestern!)
Abg. Haubner: Hervorragende Minister!
Herr Bundeskanzler! Sie haben jetzt sehr viel gesagt, aber Sie haben noch nicht gesagt, dass Ihre Bundesregierung gescheitert ist. Sie wissen, dass Sie als Bundeskanzler alleine verantwortlich dafür sind, was die Auswahl Ihrer Minister und Ihres Koalitionspartners betrifft. (Abg. Haubner: Hervorragende Minister!) Es war trotz aller Warnungen der Fall, dass Sie diese Koalition eingegangen sind, und Sie tragen aus unserer Sicht somit auch die Verantwortung für das Scheitern Ihrer Koalitionsregierung und die Verantwortung für die derzeitige Situation. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von JETZT.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von JETZT.
Herr Bundeskanzler! Sie haben jetzt sehr viel gesagt, aber Sie haben noch nicht gesagt, dass Ihre Bundesregierung gescheitert ist. Sie wissen, dass Sie als Bundeskanzler alleine verantwortlich dafür sind, was die Auswahl Ihrer Minister und Ihres Koalitionspartners betrifft. (Abg. Haubner: Hervorragende Minister!) Es war trotz aller Warnungen der Fall, dass Sie diese Koalition eingegangen sind, und Sie tragen aus unserer Sicht somit auch die Verantwortung für das Scheitern Ihrer Koalitionsregierung und die Verantwortung für die derzeitige Situation. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von JETZT.)
Abg. Winzig: Blödsinn! – Zwischenruf des Abg. Hörl.
Ihre Politik stößt Österreich, stößt dieses Land jetzt zum zweiten Mal in Neuwahlen, weil Sie nicht bekommen haben, was Sie wollten. (Abg. Winzig: Blödsinn! – Zwischenruf des Abg. Hörl.) Sie hätten diese Koalition nämlich einfach weitergeführt (Abg. Wöginger: Ich weiß nicht ...!) – das haben Sie jetzt auch nicht gesagt –, wenn Sie ein Ministerium mehr dafür bekommen hätten, nämlich das Innenministerium. (Abg. Winzig: Sie kennen sich ja wirklich nicht aus in der Politik! – Widerspruch bei der ÖVP. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Jetzt, nachdem Ihr Scheitern, Herr Bundeskanzler, offensichtlich geworden ist, fordern Sie von uns Abgeordneten des Nationalrates Stabilität ein. (Abg. Haubner: Sie sollten die Berater wechseln, glaube ich!) Ja, Sie wollen Zustimmung für eine Regierung, die keine parlamentarische Mehrheit hat. (Beifall bei SPÖ und JETZT.)
Abg. Wöginger: Ich weiß nicht ...!
Ihre Politik stößt Österreich, stößt dieses Land jetzt zum zweiten Mal in Neuwahlen, weil Sie nicht bekommen haben, was Sie wollten. (Abg. Winzig: Blödsinn! – Zwischenruf des Abg. Hörl.) Sie hätten diese Koalition nämlich einfach weitergeführt (Abg. Wöginger: Ich weiß nicht ...!) – das haben Sie jetzt auch nicht gesagt –, wenn Sie ein Ministerium mehr dafür bekommen hätten, nämlich das Innenministerium. (Abg. Winzig: Sie kennen sich ja wirklich nicht aus in der Politik! – Widerspruch bei der ÖVP. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Jetzt, nachdem Ihr Scheitern, Herr Bundeskanzler, offensichtlich geworden ist, fordern Sie von uns Abgeordneten des Nationalrates Stabilität ein. (Abg. Haubner: Sie sollten die Berater wechseln, glaube ich!) Ja, Sie wollen Zustimmung für eine Regierung, die keine parlamentarische Mehrheit hat. (Beifall bei SPÖ und JETZT.)
Abg. Winzig: Sie kennen sich ja wirklich nicht aus in der Politik! – Widerspruch bei der ÖVP. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Ihre Politik stößt Österreich, stößt dieses Land jetzt zum zweiten Mal in Neuwahlen, weil Sie nicht bekommen haben, was Sie wollten. (Abg. Winzig: Blödsinn! – Zwischenruf des Abg. Hörl.) Sie hätten diese Koalition nämlich einfach weitergeführt (Abg. Wöginger: Ich weiß nicht ...!) – das haben Sie jetzt auch nicht gesagt –, wenn Sie ein Ministerium mehr dafür bekommen hätten, nämlich das Innenministerium. (Abg. Winzig: Sie kennen sich ja wirklich nicht aus in der Politik! – Widerspruch bei der ÖVP. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Jetzt, nachdem Ihr Scheitern, Herr Bundeskanzler, offensichtlich geworden ist, fordern Sie von uns Abgeordneten des Nationalrates Stabilität ein. (Abg. Haubner: Sie sollten die Berater wechseln, glaube ich!) Ja, Sie wollen Zustimmung für eine Regierung, die keine parlamentarische Mehrheit hat. (Beifall bei SPÖ und JETZT.)
Abg. Haubner: Sie sollten die Berater wechseln, glaube ich!
Ihre Politik stößt Österreich, stößt dieses Land jetzt zum zweiten Mal in Neuwahlen, weil Sie nicht bekommen haben, was Sie wollten. (Abg. Winzig: Blödsinn! – Zwischenruf des Abg. Hörl.) Sie hätten diese Koalition nämlich einfach weitergeführt (Abg. Wöginger: Ich weiß nicht ...!) – das haben Sie jetzt auch nicht gesagt –, wenn Sie ein Ministerium mehr dafür bekommen hätten, nämlich das Innenministerium. (Abg. Winzig: Sie kennen sich ja wirklich nicht aus in der Politik! – Widerspruch bei der ÖVP. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Jetzt, nachdem Ihr Scheitern, Herr Bundeskanzler, offensichtlich geworden ist, fordern Sie von uns Abgeordneten des Nationalrates Stabilität ein. (Abg. Haubner: Sie sollten die Berater wechseln, glaube ich!) Ja, Sie wollen Zustimmung für eine Regierung, die keine parlamentarische Mehrheit hat. (Beifall bei SPÖ und JETZT.)
Beifall bei SPÖ und JETZT.
Ihre Politik stößt Österreich, stößt dieses Land jetzt zum zweiten Mal in Neuwahlen, weil Sie nicht bekommen haben, was Sie wollten. (Abg. Winzig: Blödsinn! – Zwischenruf des Abg. Hörl.) Sie hätten diese Koalition nämlich einfach weitergeführt (Abg. Wöginger: Ich weiß nicht ...!) – das haben Sie jetzt auch nicht gesagt –, wenn Sie ein Ministerium mehr dafür bekommen hätten, nämlich das Innenministerium. (Abg. Winzig: Sie kennen sich ja wirklich nicht aus in der Politik! – Widerspruch bei der ÖVP. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Jetzt, nachdem Ihr Scheitern, Herr Bundeskanzler, offensichtlich geworden ist, fordern Sie von uns Abgeordneten des Nationalrates Stabilität ein. (Abg. Haubner: Sie sollten die Berater wechseln, glaube ich!) Ja, Sie wollen Zustimmung für eine Regierung, die keine parlamentarische Mehrheit hat. (Beifall bei SPÖ und JETZT.)
Abg. Haubner: Das ist ja voll daneben! – Zwischenrufe der Abgeordneten Nehammer und Zarits
Nennen wir es beim Namen, Sie wollen Zustimmung und Vertrauen für eine ÖVP-Alleinregierung, und zwar im Nachhinein (Abg. Haubner: Das ist ja voll daneben! – Zwischenrufe der Abgeordneten Nehammer und Zarits), denn Sie haben es selbst im Moment des Scheiterns Ihrer eigenen Bundesregierung nicht der Mühe wert gefunden,
Abg. Zarits: Sie sind ja nicht gekommen! – Abg. Strasser: Sie hätten ja in das Bundeskanzleramt gehen können!
mit der Opposition dieses Hauses zur Bildung einer Übergangsregierung den Dialog zu suchen und um eine stabile Unterstützung zu werben. (Abg. Zarits: Sie sind ja nicht gekommen! – Abg. Strasser: Sie hätten ja in das Bundeskanzleramt gehen können!) Nein, Ihr Handeln hat nichts mit Verantwortung zu tun! (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP.
mit der Opposition dieses Hauses zur Bildung einer Übergangsregierung den Dialog zu suchen und um eine stabile Unterstützung zu werben. (Abg. Zarits: Sie sind ja nicht gekommen! – Abg. Strasser: Sie hätten ja in das Bundeskanzleramt gehen können!) Nein, Ihr Handeln hat nichts mit Verantwortung zu tun! (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP.)
Abg. Nehammer: Ihre Vorgehensweise! – Rufe bei der ÖVP: Ihre! Ihre! – Abg. Wöginger: Das ist ein Wahnsinn! Unglaublich! – Präsident Sobotka gibt erneut das Glockenzeichen.
Ihre Vorgangsweise ist einzigartig in der Geschichte der Zweiten Republik. (Abg. Nehammer: Ihre Vorgehensweise! – Rufe bei der ÖVP: Ihre! Ihre! – Abg. Wöginger: Das ist ein Wahnsinn! Unglaublich! – Präsident Sobotka gibt erneut das Glockenzeichen.) Es ist ein schamloser, es ist ein zügelloser und verantwortungsloser Griff nach Macht, den wir hier sehen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ihre Vorgangsweise ist einzigartig in der Geschichte der Zweiten Republik. (Abg. Nehammer: Ihre Vorgehensweise! – Rufe bei der ÖVP: Ihre! Ihre! – Abg. Wöginger: Das ist ein Wahnsinn! Unglaublich! – Präsident Sobotka gibt erneut das Glockenzeichen.) Es ist ein schamloser, es ist ein zügelloser und verantwortungsloser Griff nach Macht, den wir hier sehen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ sowie demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Zarits: Das hast du eh gestern gesehen, wie sie ausgeht! – Abg. Hammer: Was war gestern? Gestern! – Zwischenruf der Abg. Schwarz. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Sobotka gibt erneut das Glockenzeichen.
Die Macht in unserem Land, Herr Bundeskanzler, geht aber vom Volk aus und von den Menschen und nicht von Ihnen. (Beifall bei SPÖ sowie demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Zarits: Das hast du eh gestern gesehen, wie sie ausgeht! – Abg. Hammer: Was war gestern? Gestern! – Zwischenruf der Abg. Schwarz. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Sobotka gibt erneut das Glockenzeichen.)
Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Nehammer: Lassen wir die Wähler entscheiden! – Abg. Winzig: Wer hat denn die Wahlen gewonnen gestern?
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (fortsetzend): Ich verstehe, dass die ÖVP am heutigen Tag etwas nervös ist (Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Nehammer: Lassen wir die Wähler entscheiden! – Abg. Winzig: Wer hat denn die Wahlen gewonnen gestern?), aber ich sage Ihnen: Es ist ungeheuerlich (Ruf bei der ÖVP: Also bitte!), in einer solchen Situation, die ein Präzedenzfall in der Geschichte der Zweiten Republik ist (Abg. Nehammer: Ja, genau! – Ja-Rufe bei der ÖVP), Zustimmung und Vertrauen für das einzufordern, was nur Ihren eigenen Wünschen entspricht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strasser: Und des Bundespräsidenten!) Wir Abgeordnete des Parlaments sind den Menschen verpflichtet, die uns gewählt haben (Abg. Wöginger: Du redest aber nicht mit denen!), und nicht den persönlichen Interessen eines Einzelnen. (Ruf bei der ÖVP: Genau! Die sind ja ziemlich negativ!)
Ruf bei der ÖVP: Also bitte!
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (fortsetzend): Ich verstehe, dass die ÖVP am heutigen Tag etwas nervös ist (Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Nehammer: Lassen wir die Wähler entscheiden! – Abg. Winzig: Wer hat denn die Wahlen gewonnen gestern?), aber ich sage Ihnen: Es ist ungeheuerlich (Ruf bei der ÖVP: Also bitte!), in einer solchen Situation, die ein Präzedenzfall in der Geschichte der Zweiten Republik ist (Abg. Nehammer: Ja, genau! – Ja-Rufe bei der ÖVP), Zustimmung und Vertrauen für das einzufordern, was nur Ihren eigenen Wünschen entspricht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strasser: Und des Bundespräsidenten!) Wir Abgeordnete des Parlaments sind den Menschen verpflichtet, die uns gewählt haben (Abg. Wöginger: Du redest aber nicht mit denen!), und nicht den persönlichen Interessen eines Einzelnen. (Ruf bei der ÖVP: Genau! Die sind ja ziemlich negativ!)
Abg. Nehammer: Ja, genau! – Ja-Rufe bei der ÖVP
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (fortsetzend): Ich verstehe, dass die ÖVP am heutigen Tag etwas nervös ist (Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Nehammer: Lassen wir die Wähler entscheiden! – Abg. Winzig: Wer hat denn die Wahlen gewonnen gestern?), aber ich sage Ihnen: Es ist ungeheuerlich (Ruf bei der ÖVP: Also bitte!), in einer solchen Situation, die ein Präzedenzfall in der Geschichte der Zweiten Republik ist (Abg. Nehammer: Ja, genau! – Ja-Rufe bei der ÖVP), Zustimmung und Vertrauen für das einzufordern, was nur Ihren eigenen Wünschen entspricht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strasser: Und des Bundespräsidenten!) Wir Abgeordnete des Parlaments sind den Menschen verpflichtet, die uns gewählt haben (Abg. Wöginger: Du redest aber nicht mit denen!), und nicht den persönlichen Interessen eines Einzelnen. (Ruf bei der ÖVP: Genau! Die sind ja ziemlich negativ!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strasser: Und des Bundespräsidenten!
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (fortsetzend): Ich verstehe, dass die ÖVP am heutigen Tag etwas nervös ist (Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Nehammer: Lassen wir die Wähler entscheiden! – Abg. Winzig: Wer hat denn die Wahlen gewonnen gestern?), aber ich sage Ihnen: Es ist ungeheuerlich (Ruf bei der ÖVP: Also bitte!), in einer solchen Situation, die ein Präzedenzfall in der Geschichte der Zweiten Republik ist (Abg. Nehammer: Ja, genau! – Ja-Rufe bei der ÖVP), Zustimmung und Vertrauen für das einzufordern, was nur Ihren eigenen Wünschen entspricht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strasser: Und des Bundespräsidenten!) Wir Abgeordnete des Parlaments sind den Menschen verpflichtet, die uns gewählt haben (Abg. Wöginger: Du redest aber nicht mit denen!), und nicht den persönlichen Interessen eines Einzelnen. (Ruf bei der ÖVP: Genau! Die sind ja ziemlich negativ!)
Abg. Wöginger: Du redest aber nicht mit denen!
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (fortsetzend): Ich verstehe, dass die ÖVP am heutigen Tag etwas nervös ist (Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Nehammer: Lassen wir die Wähler entscheiden! – Abg. Winzig: Wer hat denn die Wahlen gewonnen gestern?), aber ich sage Ihnen: Es ist ungeheuerlich (Ruf bei der ÖVP: Also bitte!), in einer solchen Situation, die ein Präzedenzfall in der Geschichte der Zweiten Republik ist (Abg. Nehammer: Ja, genau! – Ja-Rufe bei der ÖVP), Zustimmung und Vertrauen für das einzufordern, was nur Ihren eigenen Wünschen entspricht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strasser: Und des Bundespräsidenten!) Wir Abgeordnete des Parlaments sind den Menschen verpflichtet, die uns gewählt haben (Abg. Wöginger: Du redest aber nicht mit denen!), und nicht den persönlichen Interessen eines Einzelnen. (Ruf bei der ÖVP: Genau! Die sind ja ziemlich negativ!)
Ruf bei der ÖVP: Genau! Die sind ja ziemlich negativ!
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (fortsetzend): Ich verstehe, dass die ÖVP am heutigen Tag etwas nervös ist (Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Nehammer: Lassen wir die Wähler entscheiden! – Abg. Winzig: Wer hat denn die Wahlen gewonnen gestern?), aber ich sage Ihnen: Es ist ungeheuerlich (Ruf bei der ÖVP: Also bitte!), in einer solchen Situation, die ein Präzedenzfall in der Geschichte der Zweiten Republik ist (Abg. Nehammer: Ja, genau! – Ja-Rufe bei der ÖVP), Zustimmung und Vertrauen für das einzufordern, was nur Ihren eigenen Wünschen entspricht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strasser: Und des Bundespräsidenten!) Wir Abgeordnete des Parlaments sind den Menschen verpflichtet, die uns gewählt haben (Abg. Wöginger: Du redest aber nicht mit denen!), und nicht den persönlichen Interessen eines Einzelnen. (Ruf bei der ÖVP: Genau! Die sind ja ziemlich negativ!)
Heiterkeit bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Genau! Die hast du!
Die Situation, in der Sie sich als Bundeskanzler befinden, ist keine alltägliche, und man kann verstehen, dass es keine einfache ist. Gerade in solchen Situationen zeigt sich jedoch wahre Führungsstärke. (Heiterkeit bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Genau! Die hast du!) Anstatt das Verbindende vor das Trennende zu stellen, die Unterstützung der Abgeordneten dieses Hauses zu suchen, haben Sie sich entschlossen, den Weg alleine zu gehen und somit den Weg der Stabilität, die unser Land, die die Menschen in Österreich so dringend bräuchte, zu verlassen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haubner: Das ist ja voll daneben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haubner: Das ist ja voll daneben!
Die Situation, in der Sie sich als Bundeskanzler befinden, ist keine alltägliche, und man kann verstehen, dass es keine einfache ist. Gerade in solchen Situationen zeigt sich jedoch wahre Führungsstärke. (Heiterkeit bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Genau! Die hast du!) Anstatt das Verbindende vor das Trennende zu stellen, die Unterstützung der Abgeordneten dieses Hauses zu suchen, haben Sie sich entschlossen, den Weg alleine zu gehen und somit den Weg der Stabilität, die unser Land, die die Menschen in Österreich so dringend bräuchte, zu verlassen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haubner: Das ist ja voll daneben!)
Abg. Strasser: Sie haben ... wieder nicht wahrgenommen! – Ruf bei der ÖVP: Hat er ja!
Ist es vollkommen gleichgültig, wer die Bundesregierung bildet? Ist es für Sie vollkommen nebensächlich, vorher abzuklären, ob die von Ihnen vorgeschlagene Regierung eine Mehrheit im Nationalrat hat? (Abg. Strasser: Sie haben ... wieder nicht wahrgenommen! – Ruf bei der ÖVP: Hat er ja!) Sie, Herr Bundeskanzler, gehen davon aus, dass es die Pflicht von uns Abgeordneten ist, Ihr Handeln im Nachhinein zu rechtfertigen. Das hat nichts mit demokratischer Haltung zu tun. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und JETZT.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und JETZT.
Ist es vollkommen gleichgültig, wer die Bundesregierung bildet? Ist es für Sie vollkommen nebensächlich, vorher abzuklären, ob die von Ihnen vorgeschlagene Regierung eine Mehrheit im Nationalrat hat? (Abg. Strasser: Sie haben ... wieder nicht wahrgenommen! – Ruf bei der ÖVP: Hat er ja!) Sie, Herr Bundeskanzler, gehen davon aus, dass es die Pflicht von uns Abgeordneten ist, Ihr Handeln im Nachhinein zu rechtfertigen. Das hat nichts mit demokratischer Haltung zu tun. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und JETZT.)
Abg. Winzig: Das haben wir ja am Wahlergebnis gestern gesehen!
Die Österreicherinnen und Österreicher haben sich von Ihnen verantwortungsvolles Handeln gewünscht und erwartet, und diese Erwartung haben Sie nicht erfüllt. (Abg. Winzig: Das haben wir ja am Wahlergebnis gestern gesehen!) Es ist die Aufgabe des Bundeskanzlers, insbesondere in Krisenzeiten die Stabilität zu bewahren und zu fördern (Ruf bei der ÖVP: Hat er ja! Hat er ja gemacht! Sie nicht!), und dieser Aufgabe sind Sie nicht gerecht geworden. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Hat er ja! Hat er ja gemacht! Sie nicht!
Die Österreicherinnen und Österreicher haben sich von Ihnen verantwortungsvolles Handeln gewünscht und erwartet, und diese Erwartung haben Sie nicht erfüllt. (Abg. Winzig: Das haben wir ja am Wahlergebnis gestern gesehen!) Es ist die Aufgabe des Bundeskanzlers, insbesondere in Krisenzeiten die Stabilität zu bewahren und zu fördern (Ruf bei der ÖVP: Hat er ja! Hat er ja gemacht! Sie nicht!), und dieser Aufgabe sind Sie nicht gerecht geworden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Österreicherinnen und Österreicher haben sich von Ihnen verantwortungsvolles Handeln gewünscht und erwartet, und diese Erwartung haben Sie nicht erfüllt. (Abg. Winzig: Das haben wir ja am Wahlergebnis gestern gesehen!) Es ist die Aufgabe des Bundeskanzlers, insbesondere in Krisenzeiten die Stabilität zu bewahren und zu fördern (Ruf bei der ÖVP: Hat er ja! Hat er ja gemacht! Sie nicht!), und dieser Aufgabe sind Sie nicht gerecht geworden. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Ja, genau!
Wer Vertrauen will, muss Verantwortung leben, sehr geehrter Herr Bundeskanzler! (Ruf bei der ÖVP: Ja, genau!) Das gilt in jeder Lebenssituation und insbesondere gilt das für eine Bundesregierung und ein Staatsamt wie Ihres.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haubner: Nehmen Sie sich bei der Nase! – Abg. Himmelbauer: Als ob ihr in der SPÖ das machen würdet!
Was heißt Verantwortung? – Aus unserer Sicht heißt Verantwortung, die mit einem Staatsamt verbunden ist, ein würdiger Repräsentant dieses Staates zu sein, und es bedeutet, das Gemeinwohl, die Allgemeinheit im Blick zu haben. Es bedeutet auch, einen Weg einzuhalten, der von Respekt, der von Kooperation und Dialogbereitschaft getragen ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haubner: Nehmen Sie sich bei der Nase! – Abg. Himmelbauer: Als ob ihr in der SPÖ das machen würdet!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Hammer und Haubner.
Sie hingegen, Herr Bundeskanzler, appellieren an Verantwortung und meinen sich selbst. Sie stellen das Ich vor das Wir. Verantwortung heißt, nicht aus dem Staatsamt heraus Wahlkampf zu führen. Staatsämter sind keine Wahlkampfbüros! Verantwortung heißt, den vor ein paar Tagen bestellten Ministern Ihrer Regierung keine ÖVP-Aufpasser in die Kabinette zu setzen. Ja, Staatsämter verpflichten dazu, nicht den eigenen Vorteil in den Vordergrund zu stellen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hammer und Haubner.) Sie verpflichten auch dazu, das Gemeinwohl, die Res publica, das Interesse des Landes und der Menschen vor alles andere zu stellen. Das bedeutet, respektvoll miteinander umzugehen (Abg. Steinacker: Für Sie gilt das aber auch!), es bedeutet, dass man weiß, dass Kooperation und Dialog Grundvoraussetzungen und Basis für Vertrauen sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steinacker: Für Sie gilt das aber auch!
Sie hingegen, Herr Bundeskanzler, appellieren an Verantwortung und meinen sich selbst. Sie stellen das Ich vor das Wir. Verantwortung heißt, nicht aus dem Staatsamt heraus Wahlkampf zu führen. Staatsämter sind keine Wahlkampfbüros! Verantwortung heißt, den vor ein paar Tagen bestellten Ministern Ihrer Regierung keine ÖVP-Aufpasser in die Kabinette zu setzen. Ja, Staatsämter verpflichten dazu, nicht den eigenen Vorteil in den Vordergrund zu stellen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hammer und Haubner.) Sie verpflichten auch dazu, das Gemeinwohl, die Res publica, das Interesse des Landes und der Menschen vor alles andere zu stellen. Das bedeutet, respektvoll miteinander umzugehen (Abg. Steinacker: Für Sie gilt das aber auch!), es bedeutet, dass man weiß, dass Kooperation und Dialog Grundvoraussetzungen und Basis für Vertrauen sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie hingegen, Herr Bundeskanzler, appellieren an Verantwortung und meinen sich selbst. Sie stellen das Ich vor das Wir. Verantwortung heißt, nicht aus dem Staatsamt heraus Wahlkampf zu führen. Staatsämter sind keine Wahlkampfbüros! Verantwortung heißt, den vor ein paar Tagen bestellten Ministern Ihrer Regierung keine ÖVP-Aufpasser in die Kabinette zu setzen. Ja, Staatsämter verpflichten dazu, nicht den eigenen Vorteil in den Vordergrund zu stellen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hammer und Haubner.) Sie verpflichten auch dazu, das Gemeinwohl, die Res publica, das Interesse des Landes und der Menschen vor alles andere zu stellen. Das bedeutet, respektvoll miteinander umzugehen (Abg. Steinacker: Für Sie gilt das aber auch!), es bedeutet, dass man weiß, dass Kooperation und Dialog Grundvoraussetzungen und Basis für Vertrauen sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ofenauer: Schlechte, schwache Rede!
Herr Bundeskanzler, Sie wollen nicht überzeugen, Sie wollen erzwingen! Vertrauen kann man aber nicht erzwingen, Vertrauen muss man sich erwerben, man muss hart dafür arbeiten. (Abg. Ofenauer: Schlechte, schwache Rede!) Es ist mit der Würde des Staatsamtes des Bundeskanzlers unvereinbar, den Dialog mit Abgeordneten zu vermeiden. (Abg. Strasser: Sie haben ja nicht einmal die Termine wahrgenommen, Frau Kollegin!) Verantwortung bedeutet auch, sein eigenes Scheitern zu erkennen und zuzugeben. (Ruf bei der ÖVP: Selbstanklage! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Nur ein verantwortungsvoller Umgang mit seinem Staatsamt bildet Vertrauen, ein verantwortungsloser Umgang mit seinem Staatsamt bereitet den Boden für Misstrauen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strasser: Sie haben ja nicht einmal die Termine wahrgenommen, Frau Kollegin!
Herr Bundeskanzler, Sie wollen nicht überzeugen, Sie wollen erzwingen! Vertrauen kann man aber nicht erzwingen, Vertrauen muss man sich erwerben, man muss hart dafür arbeiten. (Abg. Ofenauer: Schlechte, schwache Rede!) Es ist mit der Würde des Staatsamtes des Bundeskanzlers unvereinbar, den Dialog mit Abgeordneten zu vermeiden. (Abg. Strasser: Sie haben ja nicht einmal die Termine wahrgenommen, Frau Kollegin!) Verantwortung bedeutet auch, sein eigenes Scheitern zu erkennen und zuzugeben. (Ruf bei der ÖVP: Selbstanklage! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Nur ein verantwortungsvoller Umgang mit seinem Staatsamt bildet Vertrauen, ein verantwortungsloser Umgang mit seinem Staatsamt bereitet den Boden für Misstrauen. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Selbstanklage! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Herr Bundeskanzler, Sie wollen nicht überzeugen, Sie wollen erzwingen! Vertrauen kann man aber nicht erzwingen, Vertrauen muss man sich erwerben, man muss hart dafür arbeiten. (Abg. Ofenauer: Schlechte, schwache Rede!) Es ist mit der Würde des Staatsamtes des Bundeskanzlers unvereinbar, den Dialog mit Abgeordneten zu vermeiden. (Abg. Strasser: Sie haben ja nicht einmal die Termine wahrgenommen, Frau Kollegin!) Verantwortung bedeutet auch, sein eigenes Scheitern zu erkennen und zuzugeben. (Ruf bei der ÖVP: Selbstanklage! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Nur ein verantwortungsvoller Umgang mit seinem Staatsamt bildet Vertrauen, ein verantwortungsloser Umgang mit seinem Staatsamt bereitet den Boden für Misstrauen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler, Sie wollen nicht überzeugen, Sie wollen erzwingen! Vertrauen kann man aber nicht erzwingen, Vertrauen muss man sich erwerben, man muss hart dafür arbeiten. (Abg. Ofenauer: Schlechte, schwache Rede!) Es ist mit der Würde des Staatsamtes des Bundeskanzlers unvereinbar, den Dialog mit Abgeordneten zu vermeiden. (Abg. Strasser: Sie haben ja nicht einmal die Termine wahrgenommen, Frau Kollegin!) Verantwortung bedeutet auch, sein eigenes Scheitern zu erkennen und zuzugeben. (Ruf bei der ÖVP: Selbstanklage! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Nur ein verantwortungsvoller Umgang mit seinem Staatsamt bildet Vertrauen, ein verantwortungsloser Umgang mit seinem Staatsamt bereitet den Boden für Misstrauen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Nehammer: Das ist verantwortungslos!
Herr Bundeskanzler, Sie und Ihre ÖVP-Regierung genießen das Vertrauen der sozialdemokratischen Abgeordneten nicht. Ich stelle daher folgenden Antrag gemäß § 55 der Geschäftsordnung des Nationalrates (Abg. Nehammer: Das ist verantwortungslos!):
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei Abgeordneten von JETZT. – Abg. Haubner: Wie war das mit der Verantwortung? – Ruf bei der ÖVP: Unglaublich!
Danke schön. (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei Abgeordneten von JETZT. – Abg. Haubner: Wie war das mit der Verantwortung? – Ruf bei der ÖVP: Unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Es ist eigentlich unfassbar und unglaublich, wie die SPÖ heute hier ihre Dringliche Anfrage begründet und dass sie soeben einen Misstrauensantrag gegen die gesamte Bundesregierung eingebracht hat. Die Sozialdemokratische Partei handelt hier gegen das Volk und auch gegen den Willen unseres Bundespräsidenten. Es ist einfach unfassbar! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte noch eines festhalten: Dass wir im September Neuwahlen haben, war kein Wunsch, sondern das war eine Notwendigkeit. Wenn man diese Bilder gesehen hat, was da in Ibiza vorgefallen ist, dann kann man nur sagen: So kann man nicht zur Tagesordnung übergehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Eines muss auch klar sein: Dass gerade das Innenministerium mit einem unabhängigen Experten besetzt werden muss, das ist für den Bundeskanzler ganz klar gewesen und das ist auch für die Österreicherinnen und Österreicher klar. Wir wollen hier volle Transparenz, volle Aufklärung, daher kann es nicht sein, dass ein ehemaliger FPÖ-Generalsekretär weiterhin im Innenministerium sitzt. Es muss mit einem unabhängigen Experten, so wie es jetzt auch der Fall ist, besetzt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das hat der Bundespräsident gesagt und das sind eindeutige Worte für diese Bundesregierung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Österreich braucht jetzt Stabilität. Das ist auch das, was die Menschen in unserem Land zu Recht verlangen. Rot-Blau macht heute genau das Gegenteil und stürzt das Land ins Chaos. Wenn Sie heute den Bundeskanzler oder gar die gesamte Bundesregierung abwählen, dann haben Sie auch die Verantwortung dafür zu tragen, meine sehr geehrten Damen und Herren von SPÖ und FPÖ! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es versteht absolut niemand, wenn rund drei Monate vor einer Wahl eine handlungsfähige Bundesregierung, die vom Bundespräsidenten eingesetzt wurde, abgewählt wird. Das verstehen auch Ihre eigenen Wählerinnen und Wähler nicht. Gestern bei der EU-Wahl hat die Bevölkerung ganz klar den Kurs von Sebastian Kurz und damit den Kurs einer politischen Mitte unterstützt und gestärkt, meine Damen und Herren! Wir danken den Wählerinnen und Wählern dafür. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die aktuellen Umfragen zeigen ganz genau, was die Bevölkerung will. Zwei Drittel der Menschen wollen, dass Sebastian Kurz bis zur Nationalratswahl Bundeskanzler bleibt – 65 Prozent sind gegen einen Misstrauensantrag –, und fast drei Viertel, nämlich 73 Prozent, befürworten diese Bundesregierung, um die Stabilität im Land aufrechtzuerhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe mit sehr vielen geredet, weil sie auch auf mich zugekommen sind, und das waren nicht nur ÖVPler; wir haben zwar 55 Prozent bei mir daheim gemacht, aber es sind nicht nur ÖVPler. Alle haben gesagt, wir sollen an die Mandatsträger von SPÖ und FPÖ appellieren. Das kann es doch nicht sein, dass diese Bundesregierung heute abgewählt wird. – Alle, es war unisono! Ich habe keinen einzigen Menschen getroffen, keine Frau und keinen Mann, und man findet auch niemanden in der Bevölkerung, der das goutiert, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Meinl-Reisinger: Das ist so peinlich, bitte!
Sie sagt zum einen: „Es gibt keinen inhaltlichen Anlass für ein Misstrauensvotum gegen den Kanzler.“ Aufgrund der Ereignisse rund um das Ibizavideo war diese Regierungskoalition mit der FPÖ nicht mehr fortsetzbar, sagt sie. Zum Zweiten, sagt sie, stehen in den kommenden Wochen zahlreiche Weichenstellungen für die Europapolitik der kommenden fünf Jahre an. Wer, außer Bundeskanzler Sebastian Kurz, kann unser Land denn glaubwürdig vertreten? Er ist dazu politisch legitimiert, genießt international hohe Anerkennung und verfügt über ein Standing, das kein noch so hoch qualifizierter Beamter haben könnte. (Abg. Meinl-Reisinger: Das ist so peinlich, bitte!) Das schreibt Daniela Kittner im „Kurier“. Sie sollten es lesen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie sagt zum einen: „Es gibt keinen inhaltlichen Anlass für ein Misstrauensvotum gegen den Kanzler.“ Aufgrund der Ereignisse rund um das Ibizavideo war diese Regierungskoalition mit der FPÖ nicht mehr fortsetzbar, sagt sie. Zum Zweiten, sagt sie, stehen in den kommenden Wochen zahlreiche Weichenstellungen für die Europapolitik der kommenden fünf Jahre an. Wer, außer Bundeskanzler Sebastian Kurz, kann unser Land denn glaubwürdig vertreten? Er ist dazu politisch legitimiert, genießt international hohe Anerkennung und verfügt über ein Standing, das kein noch so hoch qualifizierter Beamter haben könnte. (Abg. Meinl-Reisinger: Das ist so peinlich, bitte!) Das schreibt Daniela Kittner im „Kurier“. Sie sollten es lesen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Genau das ist es, was Sie hier gerade geboten haben, wenn Sie von der Grunderwerbsteuer und von Steuerfragen reden und damit die Dringliche Anfrage und den Antrag, mit dem Sie jetzt in einigen Stunden diese Bundesregierung abwählen, begründen. Ich kann Ihnen nur eines sagen – Sie, Frau Kollegin Rendi-Wagner, haben gesagt, die Macht geht vom Volk aus –: Das Volk hat gestern gezeigt, wie es entscheidet, und Sie werden es sehen, das Volk wird auch im September so entscheiden, da die Bevölkerung das nicht mitträgt! (Beifall bei der ÖVP.)
die Abgeordneten Haider und Bösch – in Richtung ÖVP zeigend –: Da rüber!
desregierung. Ich appelliere einmal noch an Ihre Vernunft, an Ihr staatspolitisches Verhalten, nicht Ihr Parteiinteresse in den Vordergrund zu stellen (die Abgeordneten Haider und Bösch – in Richtung ÖVP zeigend –: Da rüber!), sondern unsere wunderschöne Republik Österreich. Dazu sind Sie verpflichtet, meine Damen und Herren! (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
desregierung. Ich appelliere einmal noch an Ihre Vernunft, an Ihr staatspolitisches Verhalten, nicht Ihr Parteiinteresse in den Vordergrund zu stellen (die Abgeordneten Haider und Bösch – in Richtung ÖVP zeigend –: Da rüber!), sondern unsere wunderschöne Republik Österreich. Dazu sind Sie verpflichtet, meine Damen und Herren! (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Liebe Zuseher, die Sie die Debatte vor den Bildschirmen zu Hause verfolgen! Es sind keinesfalls einfache Stunden, es sind keinesfalls alltägliche Stunden, die unser Land seit dem 18. Mai dieses Jahres durchlebt. Vieles ist undurchsichtig, vieles ist verworren, vieles ist unklar, und ich denke, umso wichtiger ist es, Klarheit zu schaffen, Zusammenhänge aufzuzeigen, Hintergründe herzustellen, aufzuklären, wie es der Herr Bundeskanzler heute gesagt hat, und damit die Basis für Weichenstellungen zu haben, die für zwei Dinge in diesem Land sorgen: für Stabilität, aber auch für Sauberkeit – für Stabilität und für Sauberkeit. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eine solche Vorgangsweise nenne ich verantwortungsbewusst. Das ist die staatspolitische Verantwortung, die in diesen Stunden gefragt ist. Das ist die Staatsräson, von der so viel die Rede ist. Wir Freiheitliche nehmen diese Verpflichtung zur Staatsräson genauso ernst und wir nehmen sie genauso wahr, wie wir die Tätigkeit in unseren einzelnen Ressorts im Zuge dieser Bundesregierung von der ersten bis zur letzten Minute wahr- und ernst genommen haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Geh!
Ich habe Ihre Aussagen sehr genau verfolgt, Herr Bundeskanzler. Sie sagen, dass die Arbeit gut und notwendig für das Land gewesen ist. Da gebe ich Ihnen recht. Sie sagen, dass es Ihnen leid tut, dass diese Koalition zerbrochen ist. Da glaube ich eher, dass es Ihnen leid tut, dass Ihre Machtstrategie nicht aufgegangen ist. (Rufe bei der ÖVP: Geh!) Und Sie sagen, dass die Freiheitliche Partei sich nicht nur selbst geschadet, sondern mit dem Video und den Enthüllungen die ganze Regierungsarbeit zerstört und beendet hat. Und da ist die Wahrheit definitiv eine andere.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir – und da spreche ich für die freiheitlichen Regierungsmitglieder, meine sehr geehrten Damen und Herren – haben an jedem Tag unserer Regierungsarbeit mit voller Leidenschaft, mit allem Einsatz und – ich spreche auch für mich persönlich – mit einem großen rot-weiß-roten, mit einem patriotischen Herzen gearbeitet – gegen viele Widerstände und Anfeindungen, die es gegeben hat. Ich stehe auch nicht an zu sagen, wir haben sehr gut mit den Kolleginnen und Kollegen der Volkspartei zusammengearbeitet, auf Regierungsebene und auch auf der Ebene des Parlaments. – Danke schön dafür. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesen nicht leichten Stunden haben wir ein ganz anderes Gesicht des Herrn Bundeskanzlers erlebt als dasjenige, das wir immer kennen: dieses freundliche und ewig lächelnde. Er hat ein anderes Gesicht gezeigt. Er hat die ganze FPÖ für das Fehlverhalten von zwei Personen – die die Konsequenzen gezogen haben, so wie wir vereinbart haben – in Sippenhaft genommen. Das hat er getan. Er hat versucht, eine schwierige Phase eines Regierungspartners auszunützen. Er hat versucht, den eigenen Machtbereich zu erweitern. Das war die Reaktion des Bundeskanzlers in diesen Stunden. Es ging ihm und seinen Beratern nur darum, das Innenministerium in den Griff zu bekommen, denn, Herr Bundeskanzler, ich habe mit Ibiza und mit russischen Oligarchen vielleicht weniger zu tun als andere, die hier auf dieser Regierungsbank sitzen – ich habe gar keinen Bezug zu diesen Leuten! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Wöginger: Eine ordentliche Verschwörungstheorie!
Es ging um etwas ganz, ganz anderes, es ging um die Wiederherstellung der wahren Machtachse der alten ÖVP, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und diese Achse besteht aus zwei Ressorts: Das eine ist das Justizressort, das befindet sich in schwarzen Händen, das zweite ist das Innenressort, und da hat es ein Problem gegeben. Dieses Leck musste geschlossen werden. In einer Ho-ruck-Aktion, mit der Sie den Bundespräsidenten wahrscheinlich genommen haben – um es salopp zu formulieren –, haben Sie eine Situation herbeigeführt, dass diese beiden Ressorts (Abg. Wöginger: Eine ordentliche Verschwörungstheorie!) wieder in den Händen derselben Partei sind, und damit genau das gemacht, was der Bundespräsident bei der Regierungsbildung ausschließen wollte. Jetzt haben Sie sie wieder fest in Ihren Händen.
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt können wir uns fragen, warum das so ist. Ich gehe davon aus, meine Damen und Herren, dass wir in den kommenden Wochen und in den kommenden Monaten vielleicht Dinge erfahren werden, ja, vielleicht in den Zusammenhängen auch ein Sittenbild zum Vorschein kommen wird, wozu ich Ihnen nur sagen kann, dass vielleicht das, was wir auf den Bändern von Ibiza sehen, diese Dinge, die unter Alkoholeinfluss gesprochen wurden, gegen die Wirklichkeit, die nüchtern ist, verblassen könnten. (Beifall bei der FPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Was?
Herr Bundeskanzler, Sie reden in einer generösen Art über Ermittlungen. Das zeigt ja Ihr Selbstverständnis. Ich weiß nicht, ich war immer der Meinung, dass die Justiz von sich selbst aus ermittelt, Sie haben sich hier so hingestellt und so getan, als ob Sie irgendetwas in Richtung Ermittlungen freizugeben hätten. Und jetzt gibt es einen zaghaften Ansatz, nachdem Tage verstrichen sind, in denen alles beseitigt werden konnte, was zu beseitigen gewesen ist. (Rufe bei der ÖVP: Was?)
Abg. Hofinger: Das stimmt ja gar nicht! Das stimmt nicht!
Herr Bundeskanzler, Sie sind getrieben worden. Sie sind getrieben worden von jener alten ÖVP, bezüglich derer Sie den Menschen im letzten Wahlkampf versprochen haben, dass Sie sie überwunden haben (Abg. Hofinger: Das stimmt ja gar nicht! Das stimmt nicht!), dass Sie sie hinter sich gelassen haben und dass Sie sie mit Ihrer groß inszenierten Generalvollmacht kontrollieren. – Nichts davon ist wahr, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundeskanzler, Sie sind getrieben worden. Sie sind getrieben worden von jener alten ÖVP, bezüglich derer Sie den Menschen im letzten Wahlkampf versprochen haben, dass Sie sie überwunden haben (Abg. Hofinger: Das stimmt ja gar nicht! Das stimmt nicht!), dass Sie sie hinter sich gelassen haben und dass Sie sie mit Ihrer groß inszenierten Generalvollmacht kontrollieren. – Nichts davon ist wahr, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit bei der ÖVP
der ÖVP Niederösterreich (Heiterkeit bei der ÖVP); wobei ich mich frage, wo die große Problematik liegt, wenn andere politische Kräfte als jene, die aus Niederösterreich kommen, in dieses Innenressort vielleicht einmal einen Einblick nehmen. Diese Frage halte ich für unglaublich spannend und für unglaublich aufklärenswert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
der ÖVP Niederösterreich (Heiterkeit bei der ÖVP); wobei ich mich frage, wo die große Problematik liegt, wenn andere politische Kräfte als jene, die aus Niederösterreich kommen, in dieses Innenressort vielleicht einmal einen Einblick nehmen. Diese Frage halte ich für unglaublich spannend und für unglaublich aufklärenswert. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wöginger
Wir Freiheitlichen haben uns für das Regieren entschieden. Wir haben uns für die Weiterarbeit im Interesse der Bevölkerung entschieden, weil wir wissen, dass die Menschen diese Regierungsarbeit geschätzt haben (Zwischenruf des Abg. Wöginger) und dass niemand diese Neuwahlen will, da sie nur Geld kosten und in Wahrheit nicht notwendig sind.
Abg. Zarits: Das ist eine Unterstellung!
Sie haben sich für etwas anderes entschieden. Sie haben, getrieben von anderen, Herr Bundeskanzler – ich weiß nicht, ob ich Ihnen das zugutehalten soll oder ob ich Ihnen das vorwerfen soll; beides kann man tun, beides wäre zulässig –, in diesen Stunden nach der Macht gegriffen, inklusive der Möglichkeiten des Verschleierns, des Verhinderns und möglicherweise auch (Abg. Zarits: Das ist eine Unterstellung!) des Zudeckens – im Interesse der alten ÖVP, nicht im Interesse der österreichischen Bevölkerung! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie haben sich für etwas anderes entschieden. Sie haben, getrieben von anderen, Herr Bundeskanzler – ich weiß nicht, ob ich Ihnen das zugutehalten soll oder ob ich Ihnen das vorwerfen soll; beides kann man tun, beides wäre zulässig –, in diesen Stunden nach der Macht gegriffen, inklusive der Möglichkeiten des Verschleierns, des Verhinderns und möglicherweise auch (Abg. Zarits: Das ist eine Unterstellung!) des Zudeckens – im Interesse der alten ÖVP, nicht im Interesse der österreichischen Bevölkerung! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Herbert Kickl (fortsetzend): Da haben Sie uns wirklich unterschätzt, denn wir sind bei diesem Regierungsprojekt angetreten, um genau diese alte Form der Politik zu überwinden, die Sie jetzt wieder beleben. Niederösterreich hat das Kommando übernommen. (Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Wöginger: Waldhäusl ...!
Abgeordneter Herbert Kickl (fortsetzend): Es ist ein mehrfacher Vertrauensbruch, den wir hier erleben. (Abg. Wöginger: Waldhäusl ...!)
Anhaltender Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundeskanzler, ich verwende jetzt Ihre eigene Diktion: Dieser Griff nach der Macht ist widerlich, das geht sich für uns nicht mehr aus. – Und auch darüber werden die Wählerinnen und Wähler im September entscheiden. (Anhaltender Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den NEOS.
wir beweisen und sicherstellen, dass klar ist, dass wir nicht so sind. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenruf bei JETZT.
Wir haben davor gewarnt, dass mit den Populisten kein Staat zu machen ist, und wir haben auch davor gewarnt, dass die Nähe der FPÖ zu Russland auch dubiose Beziehungen beinhaltet. Wir haben noch am Tag vor der Veröffentlichung des Videos Sie, Herr Bundeskanzler, gefragt, ob Österreich über die nötig scharfen Parteienfinanzierungsgesetze verfügt, sodass wir ausschließen können, dass über dubiose Kanäle, über möglicherweise illegale Kanäle Parteien finanziert werden. Und Sie haben uns abgeschasselt, Sie haben gemeint, wir sind eines der transparentesten Länder. – Recht haben wir gehabt! Und wissen Sie was? – Ich bedaure, dass wir recht gehabt haben. Wie recht wir gehabt haben, haben wir im Video gesehen: Da ist eine Partei, die bereit ist, für den Griff zur Macht die Interessen Österreichs, die Schätze Österreichs, das Wasser, zu verraten und zu verkaufen – für Macht, für Einfluss und aus Gier. (Zwischenruf bei JETZT.)
Beifall bei den NEOS.
Das ist eine besondere Kategorie, die wir da gesehen haben, für die ich mich sehr schäme. Aber, und das möchte ich auch sagen – ein historischer Moment, ich nehme die FPÖ in Schutz –, das, was wir in dem Video auch gesehen haben, diese Bereitschaft, dass man über Vereine finanziert, dass man sagt: Na ja, da können wir schon irgendetwas machen, wenn wir an der Macht sind!, dass man auch zumindest versucht, über Medien Einfluss zu bekommen, das ist ja nicht neu, das ist ja ein Biotop in der österreichischen Politik, das wir über Jahrzehnte gesehen haben; in dem Video natürlich besonders in einer Form, die möglicherweise auch strafrechtlich relevant ist. Aber dass die Kultur der Intransparenz, der Freunderlwirtschaft, der Postenvergaben an Freunde, der Auftragsvergaben an Freunde, der – sagen wir einmal – etwas verstrickten Parteienfinanzierung – sodass wir nicht wirklich offenlegen müssen, wie es ist – gepflegt wurde, und zwar über Jahrzehnte von SPÖ und ÖVP zur Perfektion kultiviert wurde, das wissen die Menschen in unserem Land auch. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS sowie der Abgeordneten Rädler und Zadić.
Deshalb habe ich klar gesagt: Wenn wir eine Lehre daraus ziehen, dann die, dass diese Krise eine Chance ist, jetzt endlich ein für alle Mal mit diesem Sumpf aufzuräumen. Macht macht anfällig für Machtmissbrauch, und niemand ist davor gefeit, das sage ich auch. Das heißt, wir müssen alle miteinander dafür Sorge tragen, dass es Politiker gibt, die freiwillig ihre Macht beschränken, die sich freiwillig einer umfangreichen Kontrolle unterwerfen und die freiwillig den Weg der größtmöglichen Transparenz gehen, denn nur dann können die Menschen in Österreich sicher sein, dass die Politikerinnen und Politiker, die sie vertreten, ausschließlich die Interessen dieser Menschen und von niemandem sonst vertreten. (Beifall bei den NEOS sowie der Abgeordneten Rädler und Zadić.)
Beifall bei den NEOS.
Das alles können wir tun als Parlament, und das ist unsere Aufgabe als Parlament – und dieser Aufgabe wollen wir als NEOS in den nächsten Monaten nachkommen. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Dönmez.
Das ist unser Auftrag für die nächsten Monate. Das ist das, was wir den Menschen in unserem Land schuldig sind, und das ist auch das, was Bundespräsident Van der Bellen gemeint hat – im Übrigen in Richtung aller Parteien, auch in Richtung ÖVP –, als er gesagt hat, dass es jetzt darum geht, Verantwortung für das Land zu übernehmen, damit wir sagen können: So sind wir nicht, wir Österreicherinnen und Österreicher, so sind wir aber auch nicht als Politikerinnen und Politiker! – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Dönmez.)
Abg. Rosenkranz: Gratuliere!
Herr Bundeskanzler, Sie haben Ende Jänner 2017 – die Zeitungen stammen vom 30. Jänner 2017, meinem Geburtstag (Abg. Rosenkranz: Gratuliere!), darum habe ich es natürlich mit besonderer Aufmerksamkeit gelesen – ein Regierungsprogramm unterschrieben. Sie haben damals bezeugt, dass Sie sich an dieses Programm halten werden, Sie haben sich mit dem Ziel einer gemeinsamen Regierungsarbeit verpflichtet, selbst verpflichtet. Ungeachtet Ihrer Selbstverpflichtung haben Sie dann die Koalition mit der SPÖ aufgekündigt und so 2017 vorgezogene Neuwahlen erzwungen. Ganz nüchtern betrachtet – und da kommt wahrscheinlich der Rechtsanwalt in mir durch –: Ihre Unterschrift war nichts wert. Sie haben Ihren Partner damals in die Irre geführt, und vielleicht haben Sie ihn sogar politisch betrogen.
Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ – Zwischenruf bei der ÖVP
Da ich einer der wenigen wirklich Konservativen hier im Haus bin (Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ – Zwischenruf bei der ÖVP), muss ich Ihnen sagen: Ein Bundeskanzler der Republik Österreich, dessen Unterschrift sich binnen zwei Jahren zweimal als völlig wertlos erweist, ist vertrauensunwürdig! (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ.) Er provoziert bei wohlwollender Betrachtung entweder den Verdacht, generell politisch geschäftsunfähig zu sein oder es im Bereich politischer Gewerbsmäßigkeit darauf abzusehen, seinen jeweiligen Partner durch seine Unterschrift täuschen beziehungsweise betrügen zu wollen. – Ich empfinde das als schändlich. Das widerspricht allen Vorstellungen von Treu und Glauben. Es ist entweder Zeugnis eines überaus zweifelhaften Charakters oder es ist Ausdruck eines ausschließlich auf eigene Machterweiterung zielenden politischen Raubrittertums.
Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ.
Da ich einer der wenigen wirklich Konservativen hier im Haus bin (Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ – Zwischenruf bei der ÖVP), muss ich Ihnen sagen: Ein Bundeskanzler der Republik Österreich, dessen Unterschrift sich binnen zwei Jahren zweimal als völlig wertlos erweist, ist vertrauensunwürdig! (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ.) Er provoziert bei wohlwollender Betrachtung entweder den Verdacht, generell politisch geschäftsunfähig zu sein oder es im Bereich politischer Gewerbsmäßigkeit darauf abzusehen, seinen jeweiligen Partner durch seine Unterschrift täuschen beziehungsweise betrügen zu wollen. – Ich empfinde das als schändlich. Das widerspricht allen Vorstellungen von Treu und Glauben. Es ist entweder Zeugnis eines überaus zweifelhaften Charakters oder es ist Ausdruck eines ausschließlich auf eigene Machterweiterung zielenden politischen Raubrittertums.
Zwischenruf bei der ÖVP.
Die von der „Neuen Zürcher Zeitung“ am vergangenen Wochenende für Sie gefundene Bezeichnung eines Sprengmeisters ist sachlich berechtigt. Diese treffende Bezeichnung zielt aber nur auf die Tatsächlichkeit Ihres Handelns. Lässt man nämlich Revue passieren, was Sie in den letzten beiden Jahren staatspolitisch gemacht haben, dann zeigt sich, Sie sind ein gegenüber sich selbst unkritischer Verräter an den von Ihnen selbst eingegangenen Verpflichtungen und Überzeugungen. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Sie haben damit den Beweis erbracht, dass Ihre Unterschriften nichts wert sind, und Sie haben gezeigt, dass Ihre Zusagen unglaubwürdig sind. Sie haben demonstriert, dass Ihre bezeugten Selbstverpflichtungen nur taktische Sprossen auf Ihrer egozentrischen Karriereleiter sind.
Zwischenruf bei der ÖVP
Damit – das ist meine Ansicht – darf ein österreichischer Bundeskanzler nicht durchkommen, wenn die Rede von politischem Anstand, persönlichem Charakter und staatsrelevanter Vertragstreue für Politiker in Zukunft noch irgendeine Bedeutung haben soll. Aus diesen Gründen stellen die unterfertigten Abgeordneten Dr. Noll, Dr. Pilz und die weiteren Abgeordneten von JETZT folgenden Antrag (Zwischenruf bei der ÖVP):
Beifall bei JETZT.
Sebastian Kurz hat geschwiegen, nicht weil er sich beherrscht hat, er hat geschwiegen, weil für ihn diese Einzelfälle eben keine Überraschung waren und weil er immer schon darum wusste, mit wem er es zu tun hat. Anders gesagt: Kurz darf gegenüber der FPÖ jetzt nicht geltend machen, was er immer schon über die FPÖ wusste oder zumindest gewusst haben musste. (Beifall bei JETZT.)
Ruf bei der ÖVP: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
In meiner ersten Rede hier im Hohen Haus habe ich die FPÖ als die größten Verlierer gekennzeichnet. Heute wissen Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ – die Sie mich damals allesamt ausgelacht haben –, warum ich Sie so gekennzeichnet habe. Sie haben sich von Sebastian Kurz täuschen lassen und sich für seine egomanischen Ziele unumschränkter Führerschaft instrumentalisieren lassen. (Ruf bei der ÖVP: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ofenauer: Wir auch!
Wer Bundeskanzler Kurz noch traut, der soll ihm das Vertrauen aussprechen, so wie die NEOS das heute machen werden. (Abg. Ofenauer: Wir auch!) Ich kann ihm nicht vertrauen und werde ihm deshalb mein Vertrauen versagen. – Danke. (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ofenauer.)
Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ofenauer.
Wer Bundeskanzler Kurz noch traut, der soll ihm das Vertrauen aussprechen, so wie die NEOS das heute machen werden. (Abg. Ofenauer: Wir auch!) Ich kann ihm nicht vertrauen und werde ihm deshalb mein Vertrauen versagen. – Danke. (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ofenauer.)
Abg. Hammer: Das letzte Aufgebot der SPÖ ...! – Abg. Rädler: Der letzte SPÖ-Wähler! – Abg. Jarolim – auf dem Weg zum Rednerpult –: Vielleicht fällt Ihnen ja noch etwas ein! Ich glaube, es wird dann notwendig sein!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Jarolim. – Bitte. (Abg. Hammer: Das letzte Aufgebot der SPÖ ...! – Abg. Rädler: Der letzte SPÖ-Wähler! – Abg. Jarolim – auf dem Weg zum Rednerpult –: Vielleicht fällt Ihnen ja noch etwas ein! Ich glaube, es wird dann notwendig sein!)
Beifall bei der SPÖ.
Dort, wo wir früher Frieden, Kooperation, gemeinsame Ziele, Umgang hatten – Werte, die die Zweite Republik ausgezeichnet haben –, haben wir nunmehr unbewältigte Konflikte, Auseinandersetzungen, Konfrontation der ultimativen Form. Da kann ich nur das eine oder andere Wort meiner Vorredner unterstreichen: Nach außen hin – und das ist vor allem, glaube ich, für die Damen und Herren vor den Fernsehgeräten interessant – wird ein salbungsvolles, nettes Gesicht gezeigt, aber dahinter – dort, wo es eigentlich tatsächlich um etwas geht – findet Machtmissbrauch statt, finden sich ultimative Ansätze von Interessendurchsetzung, die eigentlich erschaudern lassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP.
Das Bedauerliche ist, dass dies nach dieser relativ kurzen Amtszeit der Regierung natürlich noch nicht so richtig herauskommt. Meine Damen und Herren, Herr Kurz, es sind nicht wir, die Sie damit getroffen haben, es sind nicht die Vertreter der Opposition, sondern es sind die Menschen draußen auf der Straße, die wir vertreten, es ist der Mittelstand und es sind vor allem auch jene, die nicht so vermögend sind. Ihnen gegenüber sollten Sie hier Rechenschaft ablegen – und das werden Sie im Herbst auch machen. Ich bin überzeugt davon, dass das eine oder andere dann wirklich zum Vorschein kommt. (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Meine Damen und Herren, wir brauchen ja gar nicht viel herumzureden. Schauen wir es uns doch an! Es gibt das Buch von Mitterlehner. Schauen wir uns an, wie der Vorgänger des Herrn Bundeskanzlers von ihm behandelt worden ist! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Er ist am Boden gelegen, und es ist noch auf ihn draufgestiegen worden! Darauf brauchen Sie wirklich nicht stolz zu sein, Herr Bundeskanzler. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, wir brauchen ja gar nicht viel herumzureden. Schauen wir es uns doch an! Es gibt das Buch von Mitterlehner. Schauen wir uns an, wie der Vorgänger des Herrn Bundeskanzlers von ihm behandelt worden ist! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Er ist am Boden gelegen, und es ist noch auf ihn draufgestiegen worden! Darauf brauchen Sie wirklich nicht stolz zu sein, Herr Bundeskanzler. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Vorträge erkennbar wird, nicht einmal das Parlament einschalten, sondern haben jede Diskussion hier abgedreht. Das ist natürlich etwas Arges. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Meine Damen und Herren, zuletzt das Eurofighter-Verfahren: Zunächst ist einmal der zuständige Staatsanwalt abgezogen und das Verfahren in eine andere Staatsanwaltschaft überstellt worden. In der anderen Staatsanwaltschaft ist der Generalsekretär aufgetreten, hat dort verlangt, dass das Verfahren verkürzt, beendet werden soll – ohne Kenntnis des Aktes! –, worauf die Staatsanwälte – meine Damen und Herren, das müssen Sie sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen – beim Minister eine Anzeige (Zwischenruf bei der ÖVP) gegen den Generalsekretär eingebracht haben. Meine Damen und Herren, der macht das nicht aus Eigenem. Herr Kurz, erklären Sie uns bitte, warum es zu derartigen absurden Vorfällen gekommen ist! Das ist im Rechtsstaat in der Zweiten Republik – und auch davor – noch nie passiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, zuletzt das Eurofighter-Verfahren: Zunächst ist einmal der zuständige Staatsanwalt abgezogen und das Verfahren in eine andere Staatsanwaltschaft überstellt worden. In der anderen Staatsanwaltschaft ist der Generalsekretär aufgetreten, hat dort verlangt, dass das Verfahren verkürzt, beendet werden soll – ohne Kenntnis des Aktes! –, worauf die Staatsanwälte – meine Damen und Herren, das müssen Sie sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen – beim Minister eine Anzeige (Zwischenruf bei der ÖVP) gegen den Generalsekretär eingebracht haben. Meine Damen und Herren, der macht das nicht aus Eigenem. Herr Kurz, erklären Sie uns bitte, warum es zu derartigen absurden Vorfällen gekommen ist! Das ist im Rechtsstaat in der Zweiten Republik – und auch davor – noch nie passiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Sie nicht!
Ich sage Ihnen eines: Das, was Sie hier von uns verlangen, funktioniert so einfach nicht. Vertrauen ist nichts, was Sie sich verdient haben. Vertrauen ist nichts, was Sie sich erarbeitet haben. Sie haben nach außen hin salbungsvoll gesprochen, nach innen haben Sie alles verhindert, machtpolitisch alles durchgesetzt – ohne irgendeine Kooperation, die ja genau die Zweite Republik ausgezeichnet hat! Jetzt haben Sie die Sozialpartnerschaft auch noch zertrümmert – ja, super! –; ich glaube, wir werden sie dann wieder aufbauen müssen (Abg. Rädler: Sie nicht!), weil es genau das ist, wofür wir im Ausland bewundert werden – genauso wie für den sozialen Wohnbau, der sicherstellt, dass wir keine Mieten haben, die sich die jungen Leute nicht leisten können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen eines: Das, was Sie hier von uns verlangen, funktioniert so einfach nicht. Vertrauen ist nichts, was Sie sich verdient haben. Vertrauen ist nichts, was Sie sich erarbeitet haben. Sie haben nach außen hin salbungsvoll gesprochen, nach innen haben Sie alles verhindert, machtpolitisch alles durchgesetzt – ohne irgendeine Kooperation, die ja genau die Zweite Republik ausgezeichnet hat! Jetzt haben Sie die Sozialpartnerschaft auch noch zertrümmert – ja, super! –; ich glaube, wir werden sie dann wieder aufbauen müssen (Abg. Rädler: Sie nicht!), weil es genau das ist, wofür wir im Ausland bewundert werden – genauso wie für den sozialen Wohnbau, der sicherstellt, dass wir keine Mieten haben, die sich die jungen Leute nicht leisten können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Bundeskanzler, Sie werden Folgendes zur Kenntnis nehmen müssen: Demokratie statt Egomanie! – Das ist das, was wir verlangen, und das ist das, was letztlich auch zählen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Gabriela Schwarz (ÖVP): Werter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vor allem aber werte Österreicherinnen und Österreicher! Sie sind es, an die ich mich wende, denn Sie erwarten sich von uns zu Recht, dass wir für dieses Land und für Österreich arbeiten, für Sie arbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das haben wir auch seit unserer Angelobung im November 2017 getan. Wir haben dies mit einer türkis-blauen Koalition getan, und wir haben sehr viele positive Dinge auf den Weg gebracht. Wir haben Familien entlastet, wir haben Geringverdiener entlastet, und wir haben den kleinen und mittleren Unternehmen endlich wieder die Wertschätzung zukommen lassen, die sie sich verdienen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Das ist falsch! Das Erste stimmt, das Zweite ist falsch!
Am Freitag vor einer Woche tauchen Sequenzen aus einem Video auf, die nicht nur mich, sondern Zigtausende Menschen in diesem Land fassungslos werden lassen. Ich darf Sie, Herr Kollege Kickl, schon daran erinnern, dass Sie damals, als dieses Video aufgenommen und da über verdeckte Parteispenden gesprochen wurde – nennen wir es einmal gesprochen –, Generalsekretär der FPÖ waren und sehr wohl für die Finanzen verantwortlich waren. (Abg. Kickl: Das ist falsch! Das Erste stimmt, das Zweite ist falsch!) Das Einzige, was wir verlangen, ist die wirkliche Aufklärung, nämlich eine unabhängige Aufklärung all dieser Vorfälle. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Am Freitag vor einer Woche tauchen Sequenzen aus einem Video auf, die nicht nur mich, sondern Zigtausende Menschen in diesem Land fassungslos werden lassen. Ich darf Sie, Herr Kollege Kickl, schon daran erinnern, dass Sie damals, als dieses Video aufgenommen und da über verdeckte Parteispenden gesprochen wurde – nennen wir es einmal gesprochen –, Generalsekretär der FPÖ waren und sehr wohl für die Finanzen verantwortlich waren. (Abg. Kickl: Das ist falsch! Das Erste stimmt, das Zweite ist falsch!) Das Einzige, was wir verlangen, ist die wirkliche Aufklärung, nämlich eine unabhängige Aufklärung all dieser Vorfälle. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
sich sonst, dass das im Grunde genommen keiner will? – 65 Prozent sprechen sich gegen die Abberufung dieser Bundesregierung und des Bundeskanzlers aus. Gestern gab es ein deutliches Zeichen bei der Wahl. In meinem Heimatland Burgenland gab es ein historisches Wahlergebnis: Die ÖVP verweist die SPÖ im Burgenland klar auf Platz zwei. Das ist der Wählerwillen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dass die Liste JETZT so agiert, wie sie agiert, wundert mich jetzt nicht. Ich möchte Sie nur im Namen aller Österreicherinnen bitten, Herr Kollege Pilz – ich glaube, im Moment ist er nicht da –, wenn Sie in den Wahlkampf ziehen: Lassen Sie das Wort Moral im Zusammenhang mit Ihrer Person hintangestellt, denn das wäre wirklich an Absurdität nicht zu übertreffen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Noll: 2017!
Zur SPÖ: Kollege Noll hat den 30. Jänner erwähnt, ich nehme an, jenen aus dem Jahr 2019. (Abg. Noll: 2017!) Da hat die SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner dem Bundeskanzler Mutlosigkeit vorgeworfen, ich zitiere: „[...] denn ,hätten Sie nur ein bisschen Courage‘, hätte der Kanzler nicht Kickl angerufen, ‚sondern wäre direkt zum Bundespräsidenten gegangen‘, um sich um die Entlassung des Ministers zu bemühen.“ – Misstrauensantrag gegen Kickl, „Stopp Kickl!“-Schilder der SPÖ. Kollege Noll fand Kickl als Innenminister „untragbar“. (Abg. Noll: Bis heute!)
Abg. Noll: Bis heute!
Zur SPÖ: Kollege Noll hat den 30. Jänner erwähnt, ich nehme an, jenen aus dem Jahr 2019. (Abg. Noll: 2017!) Da hat die SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner dem Bundeskanzler Mutlosigkeit vorgeworfen, ich zitiere: „[...] denn ,hätten Sie nur ein bisschen Courage‘, hätte der Kanzler nicht Kickl angerufen, ‚sondern wäre direkt zum Bundespräsidenten gegangen‘, um sich um die Entlassung des Ministers zu bemühen.“ – Misstrauensantrag gegen Kickl, „Stopp Kickl!“-Schilder der SPÖ. Kollege Noll fand Kickl als Innenminister „untragbar“. (Abg. Noll: Bis heute!)
Beifall bei der ÖVP.
Jetzt auf einmal steht Herr Landeshauptmann Doskozil auf und sagt – ich zitiere –, es sei politisches Kalkül, den Innenminister zu entlassen, und er fordert seine Partei auf, den Kanzler zu stürzen. – Also wie jetzt? Was will denn die SPÖ? (Beifall bei der ÖVP.)
Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Fakt ist, der Weg, den wir gemeinsam mit Sebastian Kurz in diesem Hohen Haus eingeschlagen haben, ist ein guter Weg. Wir werden diesen Weg gemeinsam mit ihm, ob als Bundeskanzler oder Bundesparteiobmann, voll der Hoffnung fortsetzen, denn wir wissen, dass die Österreicherinnen und Österreicher erkennen werden, wie gut dieser Weg ist; und Gott sei Dank sind immer zuletzt die Wählerin und der Wähler am Wort. – Danke schön! (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich berichtige tatsächlich: Laut den Statuten der FPÖ gibt es keine Finanzzuständigkeit des Generalsekretärs. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Hammer. – Abg. Rosenkranz: Das war eine fehlerfreie tatsächliche Berichtigung!
Vielleicht ist das in der ÖVP anders, da müssten Sie Kollegen Blümel fragen, der diese Funktion sehr, sehr lange in der ÖVP ausgeübt hat. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Hammer. – Abg. Rosenkranz: Das war eine fehlerfreie tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist in dieser Zeit sehr viel gelungen. Es wurde die Schuldenpolitik beendet; es wurden die Menschen entlastet, Familien mit dem Familienbonus unterstützt, Arbeitslosenversicherungs- und Sozialversicherungsbeiträge gesenkt. Es sind auch Dinge offengeblieben, wie die Frage der Erhöhung von Mindestpensionen für all jene Menschen, die eine sehr geringe Pension haben, denen wir es aber verdanken, dass wir in diesem Land ohne große Sorgen leben dürfen – in einem Land, in dem es alles gibt, was Menschen brauchen: eine gute Ausbildung, eine intakte Umwelt, eine gesunde Wirtschaft und ein gutes Bildungssystem. All das verdanken wir den Generationen vor uns. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Nach diesen Ereignissen hat eben auch die ÖVP im Burgenland gesagt: Keine Koalition mit der FPÖ! Die SPÖ hat aber die Koalition nicht aufgekündigt. Ich behaupte, es ist in einer Koalition ähnlich wie in einer Freundschaft im Leben, in der vielleicht ein Freund, ein Partner etwas tut, das unentschuldbar ist, wozu man im ersten Augenblick sagt: Das ist mit unserer Partnerschaft, mit unserer Freundschaft nicht vereinbar. – Wenn man es dann doch schafft, eine schwierige Zeit zu überstehen, dann funktionieren solche Freundschaften und Partnerschaften oftmals besser als jene, die noch nie einer Krise unterworfen waren. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Das Argument, dass Innenminister Kickl in dieser Funktion nicht gegen sich selbst ermitteln kann, trifft es deswegen nicht auf den Punkt, weil in der FPÖ der Generalsekretär keine Finanzverantwortung hat. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Auch ich, meine Damen und Herren, war in diesem Jahr stellvertretender Bundesparteiobmann, und auch ich hatte keine Verantwortung für die Finanzen. (Ruf bei der ÖVP: Niemand!) – Nein, natürlich, der Finanzreferent hat Verantwortung für die Finanzen. Ich habe die Finanzen aber prüfen lassen und kann Ihnen versichern, dass es keine Großspenden gegeben hat. Wir werden auch einen Antrag einbringen, damit es künftig für alle Parteien keine Großspenden mehr gibt. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Noll und Dönmez.)
Ruf bei der ÖVP: Niemand!
Das Argument, dass Innenminister Kickl in dieser Funktion nicht gegen sich selbst ermitteln kann, trifft es deswegen nicht auf den Punkt, weil in der FPÖ der Generalsekretär keine Finanzverantwortung hat. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Auch ich, meine Damen und Herren, war in diesem Jahr stellvertretender Bundesparteiobmann, und auch ich hatte keine Verantwortung für die Finanzen. (Ruf bei der ÖVP: Niemand!) – Nein, natürlich, der Finanzreferent hat Verantwortung für die Finanzen. Ich habe die Finanzen aber prüfen lassen und kann Ihnen versichern, dass es keine Großspenden gegeben hat. Wir werden auch einen Antrag einbringen, damit es künftig für alle Parteien keine Großspenden mehr gibt. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Noll und Dönmez.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Noll und Dönmez.
Das Argument, dass Innenminister Kickl in dieser Funktion nicht gegen sich selbst ermitteln kann, trifft es deswegen nicht auf den Punkt, weil in der FPÖ der Generalsekretär keine Finanzverantwortung hat. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Auch ich, meine Damen und Herren, war in diesem Jahr stellvertretender Bundesparteiobmann, und auch ich hatte keine Verantwortung für die Finanzen. (Ruf bei der ÖVP: Niemand!) – Nein, natürlich, der Finanzreferent hat Verantwortung für die Finanzen. Ich habe die Finanzen aber prüfen lassen und kann Ihnen versichern, dass es keine Großspenden gegeben hat. Wir werden auch einen Antrag einbringen, damit es künftig für alle Parteien keine Großspenden mehr gibt. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Noll und Dönmez.)
Abg. Rosenkranz: Richtig!
Meine Damen und Herren, jetzt aber noch einmal zu dem Gedanken, dass Herbert Kickl nicht gegen sich selbst ermitteln kann. Erstens: Es gibt keine Ermittlungen! (Abg. Rosenkranz: Richtig!) Und zweitens: Denken wir doch an die Causa Innenminister Strasser zurück! Damals hatten wir auch einen Innenminister, der von der ÖVP gestellt wurde, und einen Justizminister, der ebenfalls von der ÖVP gestellt wurde, und trotzdem wurde ordentlich ermittelt, trotzdem kann man in die Behörden und in die Justiz Vertrauen haben. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dönmez.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dönmez.
Meine Damen und Herren, jetzt aber noch einmal zu dem Gedanken, dass Herbert Kickl nicht gegen sich selbst ermitteln kann. Erstens: Es gibt keine Ermittlungen! (Abg. Rosenkranz: Richtig!) Und zweitens: Denken wir doch an die Causa Innenminister Strasser zurück! Damals hatten wir auch einen Innenminister, der von der ÖVP gestellt wurde, und einen Justizminister, der ebenfalls von der ÖVP gestellt wurde, und trotzdem wurde ordentlich ermittelt, trotzdem kann man in die Behörden und in die Justiz Vertrauen haben. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dönmez.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dönmez.
Daher glaube ich – noch einmal –, dass dieses Projekt zu leichtfertig aufgegeben wurde. Es war eine sehr beliebte, sehr erfolgreiche Regierung, und ihre Zeit geht nun leider zu Ende. Heute steht ein Misstrauensantrag auf der Tagesordnung, und es ist darüber zu befinden und abzustimmen. Ich möchte eines betonen: Es gibt keine Krise des Staates! Wir haben eine Bundesverfassung, die sicherstellt, dass der Staat auch in schwierigen Situationen ohne Staatskrise in eine positive Zukunft blicken kann. Keine Einzelperson, keine Partei alleine kann eine Staatskrise in Österreich auslösen – und dafür bin ich den Machern der Bundesverfassung, den Autoren, sehr, sehr dankbar. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dönmez.)
Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.
Eine Regierung braucht eine Mehrheit, und darum geht es heute. Eine Regierung braucht eine Mehrheit, denn es ist vollkommen klar, dass in diesem Machtgleichgewicht zwischen Bundesregierung, Bundespräsidenten und Parlament keine Regierung ohne eine Mehrheit im Nationalrat arbeiten kann. Auch der Bundespräsident, der seine Aufgabe in diesen Tagen sehr verantwortungsvoll wahrnimmt, kann eine Bundesregierung ohne Mehrheit im Parlament nicht ernennen. Das ist unmöglich, weil diese Bundesregierung schon nach kurzer Zeit wieder davon bedroht wäre, dass sie die Mehrheit verliert. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.) – Daher, Frau Kollegin, funktioniert es nicht, man braucht als Regierung die Mehrheit im Haus – unbedingt! –, sonst funktioniert es nicht. (Abg. Meinl-Reisinger: Wenn keine Gesetze kommen!)
Abg. Meinl-Reisinger: Wenn keine Gesetze kommen!
Eine Regierung braucht eine Mehrheit, und darum geht es heute. Eine Regierung braucht eine Mehrheit, denn es ist vollkommen klar, dass in diesem Machtgleichgewicht zwischen Bundesregierung, Bundespräsidenten und Parlament keine Regierung ohne eine Mehrheit im Nationalrat arbeiten kann. Auch der Bundespräsident, der seine Aufgabe in diesen Tagen sehr verantwortungsvoll wahrnimmt, kann eine Bundesregierung ohne Mehrheit im Parlament nicht ernennen. Das ist unmöglich, weil diese Bundesregierung schon nach kurzer Zeit wieder davon bedroht wäre, dass sie die Mehrheit verliert. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.) – Daher, Frau Kollegin, funktioniert es nicht, man braucht als Regierung die Mehrheit im Haus – unbedingt! –, sonst funktioniert es nicht. (Abg. Meinl-Reisinger: Wenn keine Gesetze kommen!)
Anhaltender Beifall bei der FPÖ. – Abg. Meinl-Reisinger: Die haben auch ... Mehrheit im Parlament!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (fortsetzend): Daher darf ich den Menschen versichern: Bitte machen Sie sich keine Sorgen, eine Expertenregierung ist eine Regierung aus Experten, nicht aus Menschen, die von ihrem Fach nichts verstehen! – Besten Dank. (Anhaltender Beifall bei der FPÖ. – Abg. Meinl-Reisinger: Die haben auch ... Mehrheit im Parlament!)
Beifall bei den NEOS.
Damit hat Egon Friedell gesagt, dass nicht das Theater der Ort der Verstellung ist, sondern das sogenannte wirkliche Leben. Und das Ibizavideo hat das wieder einmal gezeigt: Da war der Vorhang oben, die Videokameras waren eingeschaltet. Was wir da gesehen und gehört haben, war schockierend und demaskierend zugleich: Es war schockierend, weil man ja doch noch immer diesen alten Kinderglauben hat: Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er Verstand und vielleicht auch Anstand! (Beifall bei den NEOS.) Es war demaskierend, da die Maske des Saubermanns, die Maske des Kämpfers für den kleinen Mann, für die kleinen Leute, die Maske des patriotischen Österreichers gefallen ist.
Beifall bei den NEOS sowie der Abgeordneten Lindner, Cox und Bißmann.
Wir haben es jetzt in der Hand, die Weichen für eine solche Politik zu stellen; wir haben eine ganze Menge von Anträgen eingebracht. Ergreifen wir diese Chance, machen wir das, werden wir unserer Verantwortung für dieses schöne Land gerecht! Wenn wir eine solche Politik machen, müssen wir nicht ängstlich darauf bedacht sein, dass der Vorhang unten ist. – Danke. (Beifall bei den NEOS sowie der Abgeordneten Lindner, Cox und Bißmann.)
Ruf bei der ÖVP: Ja!
Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber, BA (JETZT): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Wir sind heute mit einer eigentlich ganz simplen Frage konfrontiert, und diese lautet: Hat Sebastian Kurz unser aller Vertrauen verdient? (Ruf bei der ÖVP: Ja!) Trauen wir ihm zu, unser Land durch jene politische Krise zu führen, in die uns seine Regierung gestürzt hat? Meinen wir, dass eine Alleinregierung Kurz das Verbindende vor das Trennende stellt? Glauben wir, dass für Bundeskanzler Kurz das Wohl der Republik Österreich vor dem Wohl der türkisen Partei steht? (Ruf bei der ÖVP: Ja!)
Ruf bei der ÖVP: Ja!
Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber, BA (JETZT): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Wir sind heute mit einer eigentlich ganz simplen Frage konfrontiert, und diese lautet: Hat Sebastian Kurz unser aller Vertrauen verdient? (Ruf bei der ÖVP: Ja!) Trauen wir ihm zu, unser Land durch jene politische Krise zu führen, in die uns seine Regierung gestürzt hat? Meinen wir, dass eine Alleinregierung Kurz das Verbindende vor das Trennende stellt? Glauben wir, dass für Bundeskanzler Kurz das Wohl der Republik Österreich vor dem Wohl der türkisen Partei steht? (Ruf bei der ÖVP: Ja!)
Zwischenruf des Abg. Hörl
Was kam dann? – Nicht nur einer der schmutzigsten Wahlkämpfe der Zweiten Republik (Zwischenruf des Abg. Hörl), nein, wohl auch einer der teuersten. Statt maximal 7 Millionen Euro gemäß Wahlkampfkostenbeschränkung wurden von der Kurz-ÖVP 13 Millionen Euro ausgegeben – beinahe das Doppelte des gesetzlich Erlaubten. Die zu erwartende Strafe hat man einfach einkalkuliert.
Zwischenruf der Abg. Steinacker.
Was aber ist das anderes als vermittelter Stimmenkauf? Und was bedeutet es, wenn Personen und Parteien sich auf eine derartige Vorgehensweise verständigen? (Zwischenruf der Abg. Steinacker.) Was bedeutet das für die Gesetze in diesem Land, die da gezielt von einer Partei gebrochen werden, nur um sich einen eigenen Vorteil zu verschaffen? (Beifall bei JETZT.) In der Privatwirtschaft würde das als Wettbewerbsverzerrung gelten, und Sie erwarten von der Bevölkerung, dass sie ein derartiges Verhalten einfach duldet. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei JETZT.
Was aber ist das anderes als vermittelter Stimmenkauf? Und was bedeutet es, wenn Personen und Parteien sich auf eine derartige Vorgehensweise verständigen? (Zwischenruf der Abg. Steinacker.) Was bedeutet das für die Gesetze in diesem Land, die da gezielt von einer Partei gebrochen werden, nur um sich einen eigenen Vorteil zu verschaffen? (Beifall bei JETZT.) In der Privatwirtschaft würde das als Wettbewerbsverzerrung gelten, und Sie erwarten von der Bevölkerung, dass sie ein derartiges Verhalten einfach duldet. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.
Was aber ist das anderes als vermittelter Stimmenkauf? Und was bedeutet es, wenn Personen und Parteien sich auf eine derartige Vorgehensweise verständigen? (Zwischenruf der Abg. Steinacker.) Was bedeutet das für die Gesetze in diesem Land, die da gezielt von einer Partei gebrochen werden, nur um sich einen eigenen Vorteil zu verschaffen? (Beifall bei JETZT.) In der Privatwirtschaft würde das als Wettbewerbsverzerrung gelten, und Sie erwarten von der Bevölkerung, dass sie ein derartiges Verhalten einfach duldet. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Es geht aber noch weiter: Herr Bundeskanzler, in absoluter Herrlichkeit haben Sie in den letzten eineinhalb Jahren Ihre Regierungsarbeit am Parlament vorbeigeführt. Anstatt in parlamentarische Debatten zu gehen, anstatt Interessenorganisationen, die Sozialpartner einzubinden, anstatt Reformvorhaben auf eine breite Basis des Kompromisses zu stellen, haben Sie mit Ihrer Fraktion Geschäftsordnungstricks genutzt, um Debatten hier in diesem Hohen Haus möglichst kleinzuhalten, Stichwort 12-Stunden-Tag. (Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Zwischenruf der Abg. Winzig.
Dann hat Sebastian Kurz am Ende des Tages, beinahe auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Sprengen der ersten Regierung, auch noch die zweite in die Luft gejagt; dies aber nicht, wie viele glauben könnten, weil es moralisch mit der Freiheitlichen Partei nicht mehr gehen würde, sondern weil er ihre Schwäche ausnutzen wollte, um sich die alleinige Macht in der Koalition zu sichern, um die Schlüsselressorts dieser Republik in seine Hände zu bekommen und unangenehme Einblicke in schwarz-türkise Netzwerke zu verunmöglichen. (Zwischenruf der Abg. Winzig.) Die Freiheitlichen haben diesen Plan durchkreuzt, und was wir heute sehen, ist totale und uneingeschränkte Macht, die hier vor uns sitzt, totale und uneingeschränkte Macht in den Händen des Sprengmeisters dieser Republik.
Abg. Wöginger: Um Gottes willen! Versündig dich nicht! – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP
Ganz zu guter Letzt möchte ich noch folgende Frage aufwerfen: Welche Rolle haben Sebastian Kurz und die ÖVP im Zusammenhang mit dem Ibizavideo gespielt (Abg. Wöginger: Um Gottes willen! Versündig dich nicht! – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP), und wann hat Bundeskanzler Kurz wirklich von diesem Video erfahren? Wir kennen die Antworten darauf nicht, aber ein gesundes Misstrauen (weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) – sehr verehrte KollegInnen, regen Sie sich nicht auf, kommen Sie heraus und halten Sie Ihre Rede! – gegenüber dem Bundeskanzler und seiner ÖVP-Alleinregierung ist allemal angebracht. – Vielen Dank. (Beifall bei JETZT. – Abg. Wöginger: Die dritte Partei, oder? Es ist wie ein Regenbogen bald, deine Parteizugehörigkeiten!)
weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Ganz zu guter Letzt möchte ich noch folgende Frage aufwerfen: Welche Rolle haben Sebastian Kurz und die ÖVP im Zusammenhang mit dem Ibizavideo gespielt (Abg. Wöginger: Um Gottes willen! Versündig dich nicht! – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP), und wann hat Bundeskanzler Kurz wirklich von diesem Video erfahren? Wir kennen die Antworten darauf nicht, aber ein gesundes Misstrauen (weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) – sehr verehrte KollegInnen, regen Sie sich nicht auf, kommen Sie heraus und halten Sie Ihre Rede! – gegenüber dem Bundeskanzler und seiner ÖVP-Alleinregierung ist allemal angebracht. – Vielen Dank. (Beifall bei JETZT. – Abg. Wöginger: Die dritte Partei, oder? Es ist wie ein Regenbogen bald, deine Parteizugehörigkeiten!)
Beifall bei JETZT. – Abg. Wöginger: Die dritte Partei, oder? Es ist wie ein Regenbogen bald, deine Parteizugehörigkeiten!
Ganz zu guter Letzt möchte ich noch folgende Frage aufwerfen: Welche Rolle haben Sebastian Kurz und die ÖVP im Zusammenhang mit dem Ibizavideo gespielt (Abg. Wöginger: Um Gottes willen! Versündig dich nicht! – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP), und wann hat Bundeskanzler Kurz wirklich von diesem Video erfahren? Wir kennen die Antworten darauf nicht, aber ein gesundes Misstrauen (weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) – sehr verehrte KollegInnen, regen Sie sich nicht auf, kommen Sie heraus und halten Sie Ihre Rede! – gegenüber dem Bundeskanzler und seiner ÖVP-Alleinregierung ist allemal angebracht. – Vielen Dank. (Beifall bei JETZT. – Abg. Wöginger: Die dritte Partei, oder? Es ist wie ein Regenbogen bald, deine Parteizugehörigkeiten!)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Martin Engelberg (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Kolleginnen und Kollegen! Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich mache etwas Unkonventionelles: Ich komme ohne vorbereitete Rede hier ans Pult und lasse mich von den Eindrücken und den Emotionen dieser Debatte leiten. (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich sage das, was ich jetzt hier sagen möchte, von der Position aus, dass ich für mich Folgendes in Anspruch nehme: Wann immer ich an dieser Stelle gesprochen habe, habe ich versucht, neutral zu sein, über Parteigrenzen hinweg zu denken und mich auch auszusprechen. Mitunter wurde ich in meinem eigenen Klub gefragt, warum ich das oder jenes eigentlich gesagt habe. Von dieser Position aus und nachdem ich diese Debatte sehr genau mitverfolgt habe – ich habe Ihre Reden wirklich in Betracht gezogen und mir die Argumente angehört –, sage ich, wie der Lateiner so schön sagt, sine ira et studio: Ihr Misstrauensantrag ist völlig ungerechtfertigt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Er ist ungerechtfertigt gegenüber dem Herrn Bundeskanzler, der eigentlich, umgekehrt, gerade in den letzten Tagen bewiesen hat, wie sehr er für dieses Amt qualifiziert ist (Beifall bei der ÖVP); er ist völlig ungerechtfertigt gegenüber den Mitgliedern der Bundesregierung, die bisher eine tadellose Arbeit geleistet haben (Beifall bei der ÖVP), und völlig unverständlich gegenüber den neuen Mitgliedern der Bundesregierung, die, kaum ein paar Tage im Amt, vollkommen über jeden Verdacht erhaben, bestens qualifiziert für dieses Amt sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Er ist ungerechtfertigt gegenüber dem Herrn Bundeskanzler, der eigentlich, umgekehrt, gerade in den letzten Tagen bewiesen hat, wie sehr er für dieses Amt qualifiziert ist (Beifall bei der ÖVP); er ist völlig ungerechtfertigt gegenüber den Mitgliedern der Bundesregierung, die bisher eine tadellose Arbeit geleistet haben (Beifall bei der ÖVP), und völlig unverständlich gegenüber den neuen Mitgliedern der Bundesregierung, die, kaum ein paar Tage im Amt, vollkommen über jeden Verdacht erhaben, bestens qualifiziert für dieses Amt sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Er ist ungerechtfertigt gegenüber dem Herrn Bundeskanzler, der eigentlich, umgekehrt, gerade in den letzten Tagen bewiesen hat, wie sehr er für dieses Amt qualifiziert ist (Beifall bei der ÖVP); er ist völlig ungerechtfertigt gegenüber den Mitgliedern der Bundesregierung, die bisher eine tadellose Arbeit geleistet haben (Beifall bei der ÖVP), und völlig unverständlich gegenüber den neuen Mitgliedern der Bundesregierung, die, kaum ein paar Tage im Amt, vollkommen über jeden Verdacht erhaben, bestens qualifiziert für dieses Amt sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
despräsident Van der Bellen in den letzten Tagen in wirklich hervorragender Weise bewiesen hat. Es gebührt ihm wirklich nochmals größter Respekt und Anerkennung für diese Haltung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn diese Haltung des Bundespräsidenten noch nicht genug wäre – und ich wende mich jetzt direkt an die Kolleginnen und Kollegen, ich gehe sogar noch weiter: an die Freunde der Sozialdemokratie –, wenn das noch nicht genug wäre, dann würde ich euch bitten, zu berücksichtigen, dass jeder politische Kommentar in den letzten 24 beziehungsweise 48 Stunden nur Kopfschütteln für euch und für euren Misstrauensantrag übrig hat. (Beifall bei der ÖVP.) Ich glaube, ihr handelt nicht im Sinne der Demokratie; ich glaube, ihr handelt nicht im Sinne der Republik Österreich; ich glaube, dass euch die Geschichte und vor allem die Menschen in Österreich dafür zur Rechenschaft ziehen werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Wenn diese Haltung des Bundespräsidenten noch nicht genug wäre – und ich wende mich jetzt direkt an die Kolleginnen und Kollegen, ich gehe sogar noch weiter: an die Freunde der Sozialdemokratie –, wenn das noch nicht genug wäre, dann würde ich euch bitten, zu berücksichtigen, dass jeder politische Kommentar in den letzten 24 beziehungsweise 48 Stunden nur Kopfschütteln für euch und für euren Misstrauensantrag übrig hat. (Beifall bei der ÖVP.) Ich glaube, ihr handelt nicht im Sinne der Demokratie; ich glaube, ihr handelt nicht im Sinne der Republik Österreich; ich glaube, dass euch die Geschichte und vor allem die Menschen in Österreich dafür zur Rechenschaft ziehen werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP.
Eines ist aber sicher – und da möchte ich die Worte des Bundeskanzlers wiederholen ‑: Wie auch immer diese Abstimmung ausgeht, wir stehen dazu. Es lebe die Demokratie! Es lebe die Republik Österreich! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den NEOS.
Ich denke, diese Unverfrorenheit, wie in diesem Video diskutiert wurde, hat uns alle erschrocken; was mich aber noch mehr erschrocken hat, waren die Reaktionen darauf. Was wir in diesem Video gesehen haben, ist, dass der Vizekanzler beziehungsweise der mittlerweile ehemalige Vizekanzler der Republik Österreich, langjähriger Parteiobmann der FPÖ, sich hinstellt und erklärt, wie man in Österreich Gesetze umgehen und brechen kann. Das funktioniert deswegen, weil es in Österreich ein System gibt, das leider Gottes über Jahrzehnte von ÖVP, SPÖ und FPÖ so eingeführt wurde; ein System, das es nicht nur ermöglicht, die Regeln so einfach zu umgehen, sondern de facto auch keine Sanktionen vorsieht. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Das Erschreckende an diesen Aussagen war ja, wie klar er dargelegt hat, wie man das macht – ein Vizekanzler, der Teile der Republik Österreich verkaufen will, der für Geldleistungen öffentliche Aufträge verspricht, der sagt, wie man Parteispenden mittels illegaler Parteienfinanzierung über irgendwelche dubiosen Vereine am Rechnungshof vorbeischleusen kann! Und ich habe nicht das Gefühl, dass hier irgendjemand von ÖVP, SPÖ und FPÖ ein ernsthaftes Interesse hat, daran etwas zu ändern. Ich habe dahin gehend meiner Meinung nach bis jetzt viel zu wenig gehört. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Kurz.
Wir brauchen uns nur den EU-Wahlkampf anzuschauen: Zur Unterstützung Ihres Kandidaten Lukas Mandl aus Niederösterreich wurde der Verein Vorzugsstimme Mandl gegründet. Dieser Verein hat jetzt seine Finanzen offengelegt: 40 000 Euro hat er eingenommen. Spannend ist: Im Gesetz steht, dass man nur 15 000 Euro für seine eigene Vorzugsstimmenwahlkampagne verwenden darf und alles, was darüber ist, im Rechenschaftsbericht der Partei ausgewiesen sein muss. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Kurz.) Ich bin sehr gespannt, ob das dann auch entsprechend drinnen steht. Es ist ein System.
Beifall bei den NEOS.
Herr Bundeskanzler, es ist schön, dass Sie es dann ausweisen, aber wir erinnern uns auch noch an die 13 Millionen Euro. Generalsekretär Nehammer ist herausgegangen und hat gesagt: Wir haben da das Recht gebrochen, und das tut uns leid! – Ja, schön! Das Problem ist, dass diese Sanktionen so lächerlich gering sind, dass Sie das nachher einfach aus der Portokasse, mit dem Steuergeld, das Sie bekommen, bezahlen. Das ist das Hauptproblem, dass es hier ein System gibt, das Sie aufgebaut haben. (Beifall bei den NEOS.) Es ist ein System, und wir wissen vieles noch gar nicht, etwa über welche anderen Vorfeldorganisationen, Bünde und Vereine, Sie sonst noch irgendetwas finanzieren.
Beifall bei den NEOS.
Um auch gleich auf die FPÖ einzugehen: Herr – neuer – Bundesparteiobmann Hofer, als Sie in einem Interview auf die Forderung der Rechnungshofpräsidentin nach originären Einsichtsrechten in die Parteifinanzen angesprochen wurden, haben Sie gesagt: Nein, das wollen wir nicht bei der FPÖ! Ich sage Ihnen etwas: Wenn jemand bei seinen eigenen Parteifinanzen nicht transparent ist und Angst vor dem Rechnungshof hat, dann hat er offensichtlich etwas zu verstecken; anders erklärt sich das gar nicht. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Schieder.
Wie übrigens die FPÖ tickt, und das fand ich fast noch beschämender als das Ibizavideo: Ihr ehemaliger Parteiobmann und der ehemalige Vizekanzler der Republik Österreich, H.-C. Strache, hat in einem Video gesagt, dass diese Gedankenspiele keinem Politiker fremd seien. Gedankenspiele wie jene von H.-C. Strache, wie man Österreich verkauft, wie man öffentliche Aufträge als Gegenleistung für Zuwendungen vergibt, wie man Geld am Rechnungshof vorbeischleust, wie man bewusst das Gesetz missachtet und verletzt, diese Gedankenspiele sollen angeblich keinem Politiker fremd sein. Ich sage Ihnen etwas: Jedem vernünftigen Menschen in Österreich und anderswo sind solche Gedankenspiele fremd, und es sagt einiges über H.-C. Strache und auch über die FPÖ, wenn solche Dinge gesagt werden. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Schieder.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, wir müssen ernsthaft darüber reden und klarstellen – und das sage ich insbesondere in Richtung ÖVP –, dass wir alle Vorfeldorganisationen, alle Vereine, die im Umkreis einer Partei sind, in die Rechenschaftsberichte hineinnehmen, damit solche Dinge in Zukunft in keinster Art und Weise noch einmal passieren können. Wir brauchen einen Straftatbestand illegale Parteienfinanzierung. Ich glaube wirklich, dass es jetzt an der Zeit ist, dass wir das endlich hinkriegen und damit hoffentlich wieder das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik zurückbekommen. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Hörl: Oje, oje! – Weitere Oje-Rufe bei der ÖVP.
Präsidentin Doris Bures: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Dr. Peter Pilz zu Wort. – Bitte. (Abg. Hörl: Oje, oje! – Weitere Oje-Rufe bei der ÖVP.)
Beifall bei JETZT. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Winzig: ... das passt nicht zusammen!
Dieser Entschließungsantrag, dieser Misstrauensantrag stammt vom 18. Juni 2003. Das war der erste Entschließungsantrag gegen das Role Model von Sebastian Kurz, nämlich Karl-Heinz Grasser. Der Abgeordnete, der diesen Entschließungsantrag eingebracht und mit diesen Worten erklärt hat, warum er meint, dass diesem Minister das Vertrauen zu versagen ist, heißt Alexander Van der Bellen. Alexander Van der Bellen hatte 2003 gegenüber Karl-Heinz Grasser genauso recht, wie die antragstellenden Abgeordneten der SPÖ und unserer Liste heute gegenüber Sebastian Kurz recht haben. (Beifall bei JETZT. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Winzig: ... das passt nicht zusammen!)
Hallo-Ruf bei der ÖVP – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Es ist sehr selten, in meinen über 30 Jahren als Abgeordneter habe ich nur zwei Mal Politiker in führenden Regierungsfunktionen erlebt, die ein außerordentliches Talent mit einem außerordentlichen Ehrgeiz und einer außerordentlichen Skrupellosigkeit verbunden haben (Hallo-Ruf bei der ÖVP – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), und deren Handeln nur ein Ziel hatte: sie selbst und niemand anderer. – Das war Karl-Heinz Grasser und das ist Sebastian Kurz. (Abg. Winzig: Und Peter Pilz!) Beide haben größten Schaden für diese Republik angerichtet (Ruf bei der ÖVP: Und Sie?), und es ist notwendig (Abg. Winzig: Sie entziehen sich ja den Ermittlungen!), nach Karl-Heinz Grasser auch Sebastian Kurz zur Verantwortung zu ziehen. (Ruf bei der ÖVP: Wer sagt das? – Weiterer Ruf bei der ÖVP: ... aus der Verantwortung ...!)
Abg. Winzig: Und Peter Pilz!
Es ist sehr selten, in meinen über 30 Jahren als Abgeordneter habe ich nur zwei Mal Politiker in führenden Regierungsfunktionen erlebt, die ein außerordentliches Talent mit einem außerordentlichen Ehrgeiz und einer außerordentlichen Skrupellosigkeit verbunden haben (Hallo-Ruf bei der ÖVP – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), und deren Handeln nur ein Ziel hatte: sie selbst und niemand anderer. – Das war Karl-Heinz Grasser und das ist Sebastian Kurz. (Abg. Winzig: Und Peter Pilz!) Beide haben größten Schaden für diese Republik angerichtet (Ruf bei der ÖVP: Und Sie?), und es ist notwendig (Abg. Winzig: Sie entziehen sich ja den Ermittlungen!), nach Karl-Heinz Grasser auch Sebastian Kurz zur Verantwortung zu ziehen. (Ruf bei der ÖVP: Wer sagt das? – Weiterer Ruf bei der ÖVP: ... aus der Verantwortung ...!)
Ruf bei der ÖVP: Und Sie?
Es ist sehr selten, in meinen über 30 Jahren als Abgeordneter habe ich nur zwei Mal Politiker in führenden Regierungsfunktionen erlebt, die ein außerordentliches Talent mit einem außerordentlichen Ehrgeiz und einer außerordentlichen Skrupellosigkeit verbunden haben (Hallo-Ruf bei der ÖVP – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), und deren Handeln nur ein Ziel hatte: sie selbst und niemand anderer. – Das war Karl-Heinz Grasser und das ist Sebastian Kurz. (Abg. Winzig: Und Peter Pilz!) Beide haben größten Schaden für diese Republik angerichtet (Ruf bei der ÖVP: Und Sie?), und es ist notwendig (Abg. Winzig: Sie entziehen sich ja den Ermittlungen!), nach Karl-Heinz Grasser auch Sebastian Kurz zur Verantwortung zu ziehen. (Ruf bei der ÖVP: Wer sagt das? – Weiterer Ruf bei der ÖVP: ... aus der Verantwortung ...!)
Abg. Winzig: Sie entziehen sich ja den Ermittlungen!
Es ist sehr selten, in meinen über 30 Jahren als Abgeordneter habe ich nur zwei Mal Politiker in führenden Regierungsfunktionen erlebt, die ein außerordentliches Talent mit einem außerordentlichen Ehrgeiz und einer außerordentlichen Skrupellosigkeit verbunden haben (Hallo-Ruf bei der ÖVP – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), und deren Handeln nur ein Ziel hatte: sie selbst und niemand anderer. – Das war Karl-Heinz Grasser und das ist Sebastian Kurz. (Abg. Winzig: Und Peter Pilz!) Beide haben größten Schaden für diese Republik angerichtet (Ruf bei der ÖVP: Und Sie?), und es ist notwendig (Abg. Winzig: Sie entziehen sich ja den Ermittlungen!), nach Karl-Heinz Grasser auch Sebastian Kurz zur Verantwortung zu ziehen. (Ruf bei der ÖVP: Wer sagt das? – Weiterer Ruf bei der ÖVP: ... aus der Verantwortung ...!)
Ruf bei der ÖVP: Wer sagt das? – Weiterer Ruf bei der ÖVP: ... aus der Verantwortung ...!
Es ist sehr selten, in meinen über 30 Jahren als Abgeordneter habe ich nur zwei Mal Politiker in führenden Regierungsfunktionen erlebt, die ein außerordentliches Talent mit einem außerordentlichen Ehrgeiz und einer außerordentlichen Skrupellosigkeit verbunden haben (Hallo-Ruf bei der ÖVP – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), und deren Handeln nur ein Ziel hatte: sie selbst und niemand anderer. – Das war Karl-Heinz Grasser und das ist Sebastian Kurz. (Abg. Winzig: Und Peter Pilz!) Beide haben größten Schaden für diese Republik angerichtet (Ruf bei der ÖVP: Und Sie?), und es ist notwendig (Abg. Winzig: Sie entziehen sich ja den Ermittlungen!), nach Karl-Heinz Grasser auch Sebastian Kurz zur Verantwortung zu ziehen. (Ruf bei der ÖVP: Wer sagt das? – Weiterer Ruf bei der ÖVP: ... aus der Verantwortung ...!)
Ruf bei der ÖVP: Welches Interesse haben Sie?
Es gibt einen großen Unterschied zwischen Grasser und Kurz. Bei Grasser ist das finanzielle Interesse im Vordergrund gestanden, bei Sebastian Kurz gibt es ein ganz anderes, alles dominierendes Interesse: das Interesse, die gesamte Macht sich und seiner Partei zu sichern. (Ruf bei der ÖVP: Welches Interesse haben Sie?) Das zieht sich
Abg. Haubner: Moralapostel Pilz! – Abg. Winzig: Stellen Sie sich den Ermittlungen!
durch das Handeln von Sebastian Kurz als Außenminister, als Parteiobmann und jetzt als Bundeskanzler. (Abg. Haubner: Moralapostel Pilz! – Abg. Winzig: Stellen Sie sich den Ermittlungen!)
Abg. Haubner: Auf Wiedersehen! Ist das die Abschiedsrede?
Gehen wir die Vorkommnisse der letzten Tage miteinander durch: zuerst das Ibizavideo – und es lohnt sich wirklich, das Ibizavideo im Detail zu studieren, weil es uns noch lange beschäftigen wird. (Abg. Haubner: Auf Wiedersehen! Ist das die Abschiedsrede?)
Abg. Winzig: Welches Zitat ist das? Zitieren Sie richtig!
So, und jetzt stellt sich eine weitere Frage: Warum musste nach Bekanntwerden dieses Videos nicht nur, was eine Selbstverständlichkeit ist, H.-C. Strache sein Amt zur Verfügung stellen, Herr Gudenus sein Mandat zur Verfügung stellen, sondern auch der Innenminister gehen? Wären wir in der Regierung oder wären wir in irgendeiner verantwortlichen Position gewesen, wir hätten hundert Gründe dafür gehabt, dass der Innenminister gehen muss; aber der Bundeskanzler selbst hat ja immer wieder beteuert: Zwischen mich und Innenminister Kickl passt kein Blatt Papier, wir sind ein Herz und eine Seele (Abg. Winzig: Welches Zitat ist das? Zitieren Sie richtig!), in der Ausländerpolitik, in der Einwanderungspolitik, in der Politik, die Kleinen zu verfolgen und die Großen zu schonen! (Ruf bei der ÖVP: ... peinlich! – Zwischenrufe der Abgeordneten Steinacker und Schwarz.)
Ruf bei der ÖVP: ... peinlich! – Zwischenrufe der Abgeordneten Steinacker und Schwarz.
So, und jetzt stellt sich eine weitere Frage: Warum musste nach Bekanntwerden dieses Videos nicht nur, was eine Selbstverständlichkeit ist, H.-C. Strache sein Amt zur Verfügung stellen, Herr Gudenus sein Mandat zur Verfügung stellen, sondern auch der Innenminister gehen? Wären wir in der Regierung oder wären wir in irgendeiner verantwortlichen Position gewesen, wir hätten hundert Gründe dafür gehabt, dass der Innenminister gehen muss; aber der Bundeskanzler selbst hat ja immer wieder beteuert: Zwischen mich und Innenminister Kickl passt kein Blatt Papier, wir sind ein Herz und eine Seele (Abg. Winzig: Welches Zitat ist das? Zitieren Sie richtig!), in der Ausländerpolitik, in der Einwanderungspolitik, in der Politik, die Kleinen zu verfolgen und die Großen zu schonen! (Ruf bei der ÖVP: ... peinlich! – Zwischenrufe der Abgeordneten Steinacker und Schwarz.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Dann haben Sie gesagt: Ich mache ein Expertenkabinett!, und plötzlich war das Experten-und-Expertinnen-Kabinett eine ÖVP-Minderheitsregierung. Bruno Kreisky hat auch einmal eine Minderheitsregierung angeführt. Sein erster Weg hat ihn ins Parlament geführt, und seine erste Frage war die Frage ans Parlament: Ich stelle die Vertrauensfrage, ich möchte wissen, ob meine Minderheitsregierung das Vertrauen des Parlaments genießt. (Zwischenruf des Abg. Hörl.)
In Richtung Bundeskanzler Kurz, der auf sein Handy blickt:
Kanzler Kurz interessiert das Parlament nicht, er erklärt öffentlich, es ist eine - - (In Richtung Bundeskanzler Kurz, der auf sein Handy blickt:) Entschuldigung, dass ich Sie am Handy störe, ich kann meine Rede kurz unterbrechen. (Abg. Hörl: Sie stören nicht! – Abg. Winzig: Sie stören nicht! Das gelingt Ihnen nicht! Ist ziemlich wurscht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Nein, ich habe auch das Gefühl: Auch in der Stunde seiner möglichen Abwahl interessiert sich der Bundeskanzler nicht fürs Parlament (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ – Zwischenrufe bei der ÖVP), er interessiert sich für sein Handy. Vielleicht schreibt er René Benko gerade eine SMS: René, ist eh okay, wir hätten da noch eine Immobilie in der Mariahilfer Straße! (Beifall bei JETZT.) Vielleicht gibt es da einige, die dringend etwas vom Bundeskanzler erfahren müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Haubner.) Das werden wir ja hoffentlich erfahren, wenn sich die Staatsanwaltschaft hier einiges anschaut. (Abg. Wöginger: Ja, genau! – Abg. Winzig: Ihre Abschiedsrede!)
Abg. Hörl: Sie stören nicht! – Abg. Winzig: Sie stören nicht! Das gelingt Ihnen nicht! Ist ziemlich wurscht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Kanzler Kurz interessiert das Parlament nicht, er erklärt öffentlich, es ist eine - - (In Richtung Bundeskanzler Kurz, der auf sein Handy blickt:) Entschuldigung, dass ich Sie am Handy störe, ich kann meine Rede kurz unterbrechen. (Abg. Hörl: Sie stören nicht! – Abg. Winzig: Sie stören nicht! Das gelingt Ihnen nicht! Ist ziemlich wurscht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Nein, ich habe auch das Gefühl: Auch in der Stunde seiner möglichen Abwahl interessiert sich der Bundeskanzler nicht fürs Parlament (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ – Zwischenrufe bei der ÖVP), er interessiert sich für sein Handy. Vielleicht schreibt er René Benko gerade eine SMS: René, ist eh okay, wir hätten da noch eine Immobilie in der Mariahilfer Straße! (Beifall bei JETZT.) Vielleicht gibt es da einige, die dringend etwas vom Bundeskanzler erfahren müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Haubner.) Das werden wir ja hoffentlich erfahren, wenn sich die Staatsanwaltschaft hier einiges anschaut. (Abg. Wöginger: Ja, genau! – Abg. Winzig: Ihre Abschiedsrede!)
Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ – Zwischenrufe bei der ÖVP
Kanzler Kurz interessiert das Parlament nicht, er erklärt öffentlich, es ist eine - - (In Richtung Bundeskanzler Kurz, der auf sein Handy blickt:) Entschuldigung, dass ich Sie am Handy störe, ich kann meine Rede kurz unterbrechen. (Abg. Hörl: Sie stören nicht! – Abg. Winzig: Sie stören nicht! Das gelingt Ihnen nicht! Ist ziemlich wurscht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Nein, ich habe auch das Gefühl: Auch in der Stunde seiner möglichen Abwahl interessiert sich der Bundeskanzler nicht fürs Parlament (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ – Zwischenrufe bei der ÖVP), er interessiert sich für sein Handy. Vielleicht schreibt er René Benko gerade eine SMS: René, ist eh okay, wir hätten da noch eine Immobilie in der Mariahilfer Straße! (Beifall bei JETZT.) Vielleicht gibt es da einige, die dringend etwas vom Bundeskanzler erfahren müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Haubner.) Das werden wir ja hoffentlich erfahren, wenn sich die Staatsanwaltschaft hier einiges anschaut. (Abg. Wöginger: Ja, genau! – Abg. Winzig: Ihre Abschiedsrede!)
Beifall bei JETZT.
Kanzler Kurz interessiert das Parlament nicht, er erklärt öffentlich, es ist eine - - (In Richtung Bundeskanzler Kurz, der auf sein Handy blickt:) Entschuldigung, dass ich Sie am Handy störe, ich kann meine Rede kurz unterbrechen. (Abg. Hörl: Sie stören nicht! – Abg. Winzig: Sie stören nicht! Das gelingt Ihnen nicht! Ist ziemlich wurscht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Nein, ich habe auch das Gefühl: Auch in der Stunde seiner möglichen Abwahl interessiert sich der Bundeskanzler nicht fürs Parlament (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ – Zwischenrufe bei der ÖVP), er interessiert sich für sein Handy. Vielleicht schreibt er René Benko gerade eine SMS: René, ist eh okay, wir hätten da noch eine Immobilie in der Mariahilfer Straße! (Beifall bei JETZT.) Vielleicht gibt es da einige, die dringend etwas vom Bundeskanzler erfahren müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Haubner.) Das werden wir ja hoffentlich erfahren, wenn sich die Staatsanwaltschaft hier einiges anschaut. (Abg. Wöginger: Ja, genau! – Abg. Winzig: Ihre Abschiedsrede!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Haubner.
Kanzler Kurz interessiert das Parlament nicht, er erklärt öffentlich, es ist eine - - (In Richtung Bundeskanzler Kurz, der auf sein Handy blickt:) Entschuldigung, dass ich Sie am Handy störe, ich kann meine Rede kurz unterbrechen. (Abg. Hörl: Sie stören nicht! – Abg. Winzig: Sie stören nicht! Das gelingt Ihnen nicht! Ist ziemlich wurscht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Nein, ich habe auch das Gefühl: Auch in der Stunde seiner möglichen Abwahl interessiert sich der Bundeskanzler nicht fürs Parlament (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ – Zwischenrufe bei der ÖVP), er interessiert sich für sein Handy. Vielleicht schreibt er René Benko gerade eine SMS: René, ist eh okay, wir hätten da noch eine Immobilie in der Mariahilfer Straße! (Beifall bei JETZT.) Vielleicht gibt es da einige, die dringend etwas vom Bundeskanzler erfahren müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Haubner.) Das werden wir ja hoffentlich erfahren, wenn sich die Staatsanwaltschaft hier einiges anschaut. (Abg. Wöginger: Ja, genau! – Abg. Winzig: Ihre Abschiedsrede!)
Abg. Wöginger: Ja, genau! – Abg. Winzig: Ihre Abschiedsrede!
Kanzler Kurz interessiert das Parlament nicht, er erklärt öffentlich, es ist eine - - (In Richtung Bundeskanzler Kurz, der auf sein Handy blickt:) Entschuldigung, dass ich Sie am Handy störe, ich kann meine Rede kurz unterbrechen. (Abg. Hörl: Sie stören nicht! – Abg. Winzig: Sie stören nicht! Das gelingt Ihnen nicht! Ist ziemlich wurscht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Nein, ich habe auch das Gefühl: Auch in der Stunde seiner möglichen Abwahl interessiert sich der Bundeskanzler nicht fürs Parlament (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ – Zwischenrufe bei der ÖVP), er interessiert sich für sein Handy. Vielleicht schreibt er René Benko gerade eine SMS: René, ist eh okay, wir hätten da noch eine Immobilie in der Mariahilfer Straße! (Beifall bei JETZT.) Vielleicht gibt es da einige, die dringend etwas vom Bundeskanzler erfahren müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Haubner.) Das werden wir ja hoffentlich erfahren, wenn sich die Staatsanwaltschaft hier einiges anschaut. (Abg. Wöginger: Ja, genau! – Abg. Winzig: Ihre Abschiedsrede!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
So, und dann kommt der nächste Punkt; dann wird der SPÖ signalisiert: Ich mach eine ÖVP-Alleinregierung, ich pfeif euch was, ich red nicht mit euch! Das Sozialministerium wird mit einem ehemaligen SPÖ-Mitglied besetzt, die Provokation auf die Spitze getrieben (Zwischenruf des Abg. Rädler); dazwischen wird immer gesagt: Silberstein, Silberstein, Silberstein!, damit es richtig wirkt, und dann gesagt: Die SPÖ will nicht mit mir, die SPÖ vertraut mir nicht mehr! (Zwischenruf des Abg. Haubner. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Eine Riesenüberraschung: Die SPÖ vertraut Sebastian Kurz nach diesen ganzen Verhöhnungen nicht mehr.
Zwischenruf des Abg. Haubner. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
So, und dann kommt der nächste Punkt; dann wird der SPÖ signalisiert: Ich mach eine ÖVP-Alleinregierung, ich pfeif euch was, ich red nicht mit euch! Das Sozialministerium wird mit einem ehemaligen SPÖ-Mitglied besetzt, die Provokation auf die Spitze getrieben (Zwischenruf des Abg. Rädler); dazwischen wird immer gesagt: Silberstein, Silberstein, Silberstein!, damit es richtig wirkt, und dann gesagt: Die SPÖ will nicht mit mir, die SPÖ vertraut mir nicht mehr! (Zwischenruf des Abg. Haubner. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Eine Riesenüberraschung: Die SPÖ vertraut Sebastian Kurz nach diesen ganzen Verhöhnungen nicht mehr.
Zwischenrufe bei der ÖVP
Dann sagen wir: Machen wir doch einen Misstrauensantrag!, weil es uns allen reicht – uns allen, bis auf wenige in der ÖVP. Hätten wir eine geheime Abstimmung, würden einige von Ihnen (Zwischenrufe bei der ÖVP) auch gegen Sebastian Kurz stimmen. (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ.) – Präsident Sobotka nicht, der ist diszipliniert, aber andere, bei denen noch Hoffnung ist. (Heiterkeit des Abg. Sobotka.)
Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dann sagen wir: Machen wir doch einen Misstrauensantrag!, weil es uns allen reicht – uns allen, bis auf wenige in der ÖVP. Hätten wir eine geheime Abstimmung, würden einige von Ihnen (Zwischenrufe bei der ÖVP) auch gegen Sebastian Kurz stimmen. (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ.) – Präsident Sobotka nicht, der ist diszipliniert, aber andere, bei denen noch Hoffnung ist. (Heiterkeit des Abg. Sobotka.)
Heiterkeit des Abg. Sobotka.
Dann sagen wir: Machen wir doch einen Misstrauensantrag!, weil es uns allen reicht – uns allen, bis auf wenige in der ÖVP. Hätten wir eine geheime Abstimmung, würden einige von Ihnen (Zwischenrufe bei der ÖVP) auch gegen Sebastian Kurz stimmen. (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ.) – Präsident Sobotka nicht, der ist diszipliniert, aber andere, bei denen noch Hoffnung ist. (Heiterkeit des Abg. Sobotka.)
Abg. Schwarz: Da sind Sie eh nicht mehr dabei!
An diesem Punkt war es klar: Hoppla, jetzt könnte etwas passieren, mit dem Misstrauensantrag – und prompt die nächste Kurve. Die nächste Kurve war: Ich lade euch alle zu mir ins Bundeskanzleramt ein und mache Vorschläge. Vorschlag eins: Ich, Sebastian Kurz, gewähre euch als Bundeskanzler das Gnadenrecht: Es darf in der nächsten Legislaturperiode Untersuchungsausschüsse geben. (Abg. Schwarz: Da sind Sie eh nicht mehr dabei!) Gnadenrecht des Bundeskanzlers!
Ruf bei der SPÖ: Großzügig!
Gnadenrecht zwei: Ich, Sebastian Kurz, mache, solange ich Bundeskanzler bin, keine ÖVP-Parteibuchwirtschaft bis September! (Ruf bei der SPÖ: Großzügig!) – Fußnote: Nachher geht’s weiter, nachher wird wieder umgefärbt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Gnadenrecht zwei: Ich, Sebastian Kurz, mache, solange ich Bundeskanzler bin, keine ÖVP-Parteibuchwirtschaft bis September! (Ruf bei der SPÖ: Großzügig!) – Fußnote: Nachher geht’s weiter, nachher wird wieder umgefärbt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Haubner: Schlechte Rede! Schlechte Rede!
Herr Kurz, das begründet kein Vertrauen! (Abg. Haubner: Schlechte Rede! Schlechte Rede!) Das ist Ihnen nicht passiert, Sie sind nicht zufällig hingefallen oder es hat Ihnen wer ein Haxl gestellt und Sie sind hingefallen und dann als Märtyrer wieder aufgestanden.
Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: JETZT ist eh nicht mehr dabei! – Abg. Rädler: Pilz bei der SPÖ! – Abg. Haubner: Bewerbungsrede für die SPÖ! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Mein ganz einfacher Schlusssatz lautet: Auch wenn mir der SPÖ-Misstrauensantrag in einigen Punkten zu weit geht und auch wenn ich es für einen Fehler halte, dass dem Innenminister, den ich in jeder Hinsicht sehr schätze, voreilig das Misstrauen ausgesprochen wird, halte ich es trotzdem für richtig, dass dieses Misstrauen von einer möglichst großen Zahl von Abgeordneten ausgesprochen wird. Nur dieser Misstrauensantrag und eine große Mehrheit für diesen Antrag gibt uns eine Chance für mehr Stabilität, für ein Ende des Kurz-Chaos und für einen politischen Neubeginn in dieser Republik. – Danke sehr. (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: JETZT ist eh nicht mehr dabei! – Abg. Rädler: Pilz bei der SPÖ! – Abg. Haubner: Bewerbungsrede für die SPÖ! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rosenkranz: Grundnorm!
Welches Bild hatte Kelsen im Kopf, als er sich an die Arbeit machte? (Abg. Rosenkranz: Grundnorm!) Wovon träumten er und Gleichgesinnte damals, als Österreich aus den Ruinen des Ersten Weltkriegs auferstand? Österreich hatte 80 Prozent seiner Landmasse verloren, und mit den Abspaltungsbewegungen in Kärnten, Tirol, Salzburg und Vorarlberg drohte noch mehr verloren zu gehen. Der neu gegründete Staat Deutschösterreich hatte keine Überlebenschance. Extremistische Tendenzen in allen Lagern führten zu angespannten politischen Zeiten, jedoch war der Traum eines liberalen und demokratischen Österreichs präsent, und dieser Traum – genau dieser Traum – ist in der Verfassung von 1920 aufgegangen. Es war die Vision einer liberalen, stabilen Demokratie, in der die Menschenrechte fest verankert sind, einer Verfassung, die unsere Minderheiten schützt und uns in Tagen einer Regierungskrise Halt gibt.
Abg. Rosenkranz: Nicht nur die Mehrheit, alle! Alle! Da brauchst kein Vieraugengespräch!
Daher möchte ich Sie einladen: Ich glaube, der Zeitpunkt ist jetzt perfekt, es ist die Zeit gekommen, gemeinsam – mit allen Fraktionen, auch der FPÖ – den Wertewandel zu beschreiten. Mein Eindruck aus Vieraugengesprächen mit Kolleginnen und Kollegen Ihrer Fraktion ist, dass die Mehrheit im Raum das Bedürfnis nach einer Kultur der Menschlichkeit eint, aber Sie sind oft in Ihren Kontexten verhaftet. (Abg. Rosenkranz: Nicht nur die Mehrheit, alle! Alle! Da brauchst kein Vieraugengespräch!)
Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Friedl.
Ja, sehr geschätzte Kollegin Irmgard Griss, da bin ich ganz bei Ihnen: Ich bin überzeugt, wir können die Politik verändern. Schließlich und endlich geht es um nichts weniger als darum, das angeschlagene Vertrauen der Menschen in diesem Land in die Politik wiederherzustellen. Das ist, glaube ich, wohl unser wichtigster Auftrag hier im Hohen Haus. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Friedl.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin, so wie Sie alle, auf die Verfassung vereidigt, und wir alle haben den Eid abgelegt, nach bestem Wissen und Gewissen unsere Arbeit zu leisten. Wenn aber zwischen anständig und unanständig nur mehr ein so schmaler Grat ist, wenn es nicht mehr anständig ist, in einer Krisensituation – einer politischen Krise wohlgemerkt, wie wir sie jetzt verspüren – genau diese Legislative, die Mitglieder des Hohen Hauses oder VertreterInnen derselben, zu kontaktieren und zu fragen: Wie können wir alle gemeinsam diese Krise schnell bewältigen und den nächsten Schritt bis zur Neuwahl machen?, wenn das nicht passiert, dann ist der Schritt in die Unanständigkeit nur mehr ein sehr kleiner. (Beifall bei der SPÖ.)
Ah-Rufe bei der ÖVP! – Abg. Haubner: Parteipolitisches Kalkül!
Ich möchte nicht anstehen zu sagen, dass die neuen Mitglieder der Bundesregierung durchaus Expertinnen und Experten sein mögen (Ah-Rufe bei der ÖVP! – Abg. Haubner: Parteipolitisches Kalkül!), aber dass es für uns nicht geht – ausreden lassen! –, dass sie türkise Aufpasserinnen oder Aufpasser an der Seite haben. (Abg. Haubner: Zuerst die SPÖ, dann das Land!) – Nein, wir wollen kein Wahlkampfkabinett, wir wollen ein funktionierendes Kabinett! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.)
Abg. Haubner: Zuerst die SPÖ, dann das Land!
Ich möchte nicht anstehen zu sagen, dass die neuen Mitglieder der Bundesregierung durchaus Expertinnen und Experten sein mögen (Ah-Rufe bei der ÖVP! – Abg. Haubner: Parteipolitisches Kalkül!), aber dass es für uns nicht geht – ausreden lassen! –, dass sie türkise Aufpasserinnen oder Aufpasser an der Seite haben. (Abg. Haubner: Zuerst die SPÖ, dann das Land!) – Nein, wir wollen kein Wahlkampfkabinett, wir wollen ein funktionierendes Kabinett! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.
Ich möchte nicht anstehen zu sagen, dass die neuen Mitglieder der Bundesregierung durchaus Expertinnen und Experten sein mögen (Ah-Rufe bei der ÖVP! – Abg. Haubner: Parteipolitisches Kalkül!), aber dass es für uns nicht geht – ausreden lassen! –, dass sie türkise Aufpasserinnen oder Aufpasser an der Seite haben. (Abg. Haubner: Zuerst die SPÖ, dann das Land!) – Nein, wir wollen kein Wahlkampfkabinett, wir wollen ein funktionierendes Kabinett! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.)
Abg. Strasser: Vertrauen Sie dem Bundespräsident ...? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Der Herr Bundeskanzler wollte sich ein Wahlkampfkabinett aufbauen, das lehnen wir ab. Das Vertrauen ist nicht gegeben, und wenn man einander nicht mehr vertraut, dann muss man sich trennen. (Abg. Strasser: Vertrauen Sie dem Bundespräsident ...? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Zu gewährleisten, dass bis zur Wahl Staatshandeln sichergestellt ist, dass sicher und ganz ruhig in diese Wahl gegangen werden kann, das ist Grund genug, dieser Regierung nicht mehr zu vertrauen und ihr das Vertrauen zu entsagen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haubner: Zuerst die SPÖ, dann das Land!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haubner: Zuerst die SPÖ, dann das Land!
Der Herr Bundeskanzler wollte sich ein Wahlkampfkabinett aufbauen, das lehnen wir ab. Das Vertrauen ist nicht gegeben, und wenn man einander nicht mehr vertraut, dann muss man sich trennen. (Abg. Strasser: Vertrauen Sie dem Bundespräsident ...? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Zu gewährleisten, dass bis zur Wahl Staatshandeln sichergestellt ist, dass sicher und ganz ruhig in diese Wahl gegangen werden kann, das ist Grund genug, dieser Regierung nicht mehr zu vertrauen und ihr das Vertrauen zu entsagen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haubner: Zuerst die SPÖ, dann das Land!)
Abg. Noll: Wer sagt dir das?
Wir werden im September dieses Jahres wieder zur Wahlurne schreiten. (Abg. Noll: Wer sagt dir das?) Unabhängig davon, dass alle bisher im Parlament vertretenen Parteien wieder antreten werden, muss eines als Gradmesser für uns alle herangezogen werden: Wenn mit Angst, mit Opportunismus und Feindbildern gearbeitet wird, dann ist dies nicht förderlich für unser Land und auch nicht für unsere Demokratie. Die nächsten Wochen und Monate bis zum Wahltag sollten von Achtung und Zurückhaltung geprägt sein. Die Parteien dürfen sich nicht gegenseitig bis aufs Messer bekämpfen und dabei die Demokratie schwächen, denn aus der Schwächung der Demokratie resultieren eine Polarisierung und ein Erstarken der Extremen. Diese Situation öffnet nun auch eine einzigartige Möglichkeit, dass sich neue Parteien mit neuen Ideen und Haltungen einbringen. Vielleicht gelingt es diesen, einen tatsächlichen Systemwechsel herbeizuführen.
Beifall bei der ÖVP.
In jeder Demokratie stehen Politiker gelegentlich vor großen Herausforderungen. Sie, geehrter Herr Bundeskanzler, und auch unser geschätzter Herr Bundespräsident haben in diesen schwierigen Tagen eine ruhige Hand und viel Besonnenheit an den Tag gelegt. Dafür möchte ich Ihnen aufrichtig danken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich wünsche allen Entscheidungsträgern unserer Republik viel Kraft und ein scharfes Urteilsvermögen, um das Wohl unseres Staates und der Bürger über die eigenen Parteiinteressen zu stellen. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und JETZT.
Wer heute in der Früh am Burgring vorbeigefahren ist, hat ein desaströses Bild gesehen. Ich schäme mich für die erneute Zerstörung der Bilder der Hinterbliebenen des Holocaust am Burgring. Ich bitte alle um Entschuldigung, ziehe aber jene in Verantwortung, die das in der Vergangenheit toleriert, sogar gefördert haben. Das gehört abgestellt! (Beifall bei NEOS, SPÖ und JETZT.)
Abg. Zarits: Jetzt reicht’s aber! – Zwischenruf des Abg. Sobotka.
Dieses Gedankengut wurde auch von dieser Seite (in Richtung ÖVP) toleriert, und Sie haben oft genug weggeschaut. (Abg. Zarits: Jetzt reicht’s aber! – Zwischenruf des Abg. Sobotka.) – Nein, es reicht nicht, es reicht nicht! Beim Rattengedicht brauche ich gar nicht anzufangen, da gehen wir ein bisschen weiter zurück. Es ist auch so.
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es sollte auch schnellstmöglich passieren, dass Antworten von Ihnen, Herr Vizekanzler, dazu kommen, dass Sie im Finanzministerium und auch bei der Casinos Austria AG parteipolitische Bestellungen und eine Freunderlwirtschaft haben einziehen lassen. Ich erwarte mir, dass Sie unsere Anfrage schnellstmöglich beantworten: Wie konnte das passieren mit Sidlo und Braun? Wie konnte es passieren, dass man so jemanden in den Generalrat hievt und so jemanden in die Casinos Austria AG? Das sind Themen der Hygiene, die Sie in den nächsten Wochen hoffentlich noch mit Rückgrat beantworten werden, denn das gehört sich nicht in diesem Land! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Kopf: Das ist unglaublich!
Genauso gehört es sich in diesem Land nicht, dass man untergelagerte Vereine hat. Ich höre jetzt nichts, Karlheinz Kopf, ich höre auch nichts von der SPÖ und von der FPÖ. Sie alle haben untergelagerte Vereine und Sie wissen, was da passiert. (Abg. Kopf: Das ist unglaublich!) Sie wissen von der versteckten Parteienfinanzierung. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Genauso gehört es sich in diesem Land nicht, dass man untergelagerte Vereine hat. Ich höre jetzt nichts, Karlheinz Kopf, ich höre auch nichts von der SPÖ und von der FPÖ. Sie alle haben untergelagerte Vereine und Sie wissen, was da passiert. (Abg. Kopf: Das ist unglaublich!) Sie wissen von der versteckten Parteienfinanzierung. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ
deskanzler, solange Sie es noch sind – oder danach als Parteiobmann –, dass Sie dafür sorgen, dass wir bald saubere Hände bekommen. Die Einzigen, die hier saubere Hände haben, sind wirklich wir (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ), vielleicht weil wir zu jung sind, bei uns ist alles transparent bis zur letzten Wurstsemmel. Machen Sie sich keine Sorgen!
Beifall bei den NEOS.
Mit Ihren parteipolitischen Besetzungen, mit Ihren untergelagerten Vereinen, mit den versteckten Parteienförderungen gehört aufgeräumt! – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Nur ein kleiner Nachsatz zu meinem Vorredner: Ich verwahre mich schon aufs Schärfste dagegen, dass die NEOS die Einzigen hier sein sollen, die saubere Hände haben. (Beifall bei der SPÖ.) Ich halte das Gerede von: alle sind gleich, alle machen das, alle haben schmutzige Hände, demokratiepolitisch für extrem schädigend, und es ist Ihrer, liebe Kollegen von den NEOS, gar nicht würdig. Ich würde Sie ersuchen, das zu überdenken. (Beifall bei der SPÖ.) Wir haben einen eigenen Antrag zur Verbesserung der Situation hinsichtlich Spenden an Parteien eingebracht und sind da selbstverständlich gesprächsbereit.
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Nur ein kleiner Nachsatz zu meinem Vorredner: Ich verwahre mich schon aufs Schärfste dagegen, dass die NEOS die Einzigen hier sein sollen, die saubere Hände haben. (Beifall bei der SPÖ.) Ich halte das Gerede von: alle sind gleich, alle machen das, alle haben schmutzige Hände, demokratiepolitisch für extrem schädigend, und es ist Ihrer, liebe Kollegen von den NEOS, gar nicht würdig. Ich würde Sie ersuchen, das zu überdenken. (Beifall bei der SPÖ.) Wir haben einen eigenen Antrag zur Verbesserung der Situation hinsichtlich Spenden an Parteien eingebracht und sind da selbstverständlich gesprächsbereit.
Abg. Wöginger: Soll es gehen, ja!
Sehr geehrte Damen und Herren, zum eigentlichen Thema: Heute ist ein bedeutender Tag im österreichischen Parlament. Es geht um Verantwortung und um Vertrauen. (Abg. Wöginger: Soll es gehen, ja!) Die SPÖ, die im Herzen immer eine staatstragende Partei war und auch heute ist (Ruf bei der ÖVP: Gewesen ist! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) – auch wenn Sie das nicht glauben, sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen –, hat sich diese Entscheidung gar nicht leicht gemacht. (Abg. Haubner: Die Partei geht bevor! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wir haben das ausführlich diskutiert und abgewogen und sind zu dem Schluss gekommen, dass heute ein Schlusspunkt gesetzt werden soll. (Abg. Sobotka: Der Doskozil hat’s erklärt!)
Ruf bei der ÖVP: Gewesen ist! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Sehr geehrte Damen und Herren, zum eigentlichen Thema: Heute ist ein bedeutender Tag im österreichischen Parlament. Es geht um Verantwortung und um Vertrauen. (Abg. Wöginger: Soll es gehen, ja!) Die SPÖ, die im Herzen immer eine staatstragende Partei war und auch heute ist (Ruf bei der ÖVP: Gewesen ist! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) – auch wenn Sie das nicht glauben, sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen –, hat sich diese Entscheidung gar nicht leicht gemacht. (Abg. Haubner: Die Partei geht bevor! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wir haben das ausführlich diskutiert und abgewogen und sind zu dem Schluss gekommen, dass heute ein Schlusspunkt gesetzt werden soll. (Abg. Sobotka: Der Doskozil hat’s erklärt!)
Abg. Haubner: Die Partei geht bevor! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren, zum eigentlichen Thema: Heute ist ein bedeutender Tag im österreichischen Parlament. Es geht um Verantwortung und um Vertrauen. (Abg. Wöginger: Soll es gehen, ja!) Die SPÖ, die im Herzen immer eine staatstragende Partei war und auch heute ist (Ruf bei der ÖVP: Gewesen ist! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) – auch wenn Sie das nicht glauben, sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen –, hat sich diese Entscheidung gar nicht leicht gemacht. (Abg. Haubner: Die Partei geht bevor! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wir haben das ausführlich diskutiert und abgewogen und sind zu dem Schluss gekommen, dass heute ein Schlusspunkt gesetzt werden soll. (Abg. Sobotka: Der Doskozil hat’s erklärt!)
Abg. Sobotka: Der Doskozil hat’s erklärt!
Sehr geehrte Damen und Herren, zum eigentlichen Thema: Heute ist ein bedeutender Tag im österreichischen Parlament. Es geht um Verantwortung und um Vertrauen. (Abg. Wöginger: Soll es gehen, ja!) Die SPÖ, die im Herzen immer eine staatstragende Partei war und auch heute ist (Ruf bei der ÖVP: Gewesen ist! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) – auch wenn Sie das nicht glauben, sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen –, hat sich diese Entscheidung gar nicht leicht gemacht. (Abg. Haubner: Die Partei geht bevor! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wir haben das ausführlich diskutiert und abgewogen und sind zu dem Schluss gekommen, dass heute ein Schlusspunkt gesetzt werden soll. (Abg. Sobotka: Der Doskozil hat’s erklärt!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Steinacker, Schwarz und Winzig.
Die Frage betreffend die erfolgreiche Politik der letzten Wochen und Monate, die uns immer wieder dargestellt wird, sehen wir anders. Aus unserer Sicht sind die 60-Stunden-Woche, die Verschlechterung der sozialen Absicherung von kinderreichen Familien keine erfolgreiche Politik, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Steinacker, Schwarz und Winzig.) Da kann man aber noch sagen, das sieht man anders.
Abg. Wöginger: Das stimmt nicht!
Kommen wir aber zum politischen Klima, das Sie in den letzten Jahren erzeugt haben, dazu, wie diese Maßnahmen gesetzt worden sind! – Das war alles andere als vertrauensbildend. Der Umgang mit dem Parlament: respektlos, Dialogverweigerung. Selbst wenn Sie die Zustimmung der Opposition für Zweidrittelmaterien gebraucht haben, haben Sie keine Gespräche gesucht. (Abg. Wöginger: Das stimmt nicht!) Im Umgang mit den Ländern wird, auch wenn alle betroffen sind, nur mit schwarzen Landeshauptleuten geredet. Die Sozialpartner werden nicht eingebunden. Der Umgang mit den Medien: Stichwort Orbánisierung. – Es ist insgesamt ein bedrückendes Klima, das Sie in den letzten Jahren erzeugt haben. Das war alles andere als vertrauensbildend. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Kommen wir aber zum politischen Klima, das Sie in den letzten Jahren erzeugt haben, dazu, wie diese Maßnahmen gesetzt worden sind! – Das war alles andere als vertrauensbildend. Der Umgang mit dem Parlament: respektlos, Dialogverweigerung. Selbst wenn Sie die Zustimmung der Opposition für Zweidrittelmaterien gebraucht haben, haben Sie keine Gespräche gesucht. (Abg. Wöginger: Das stimmt nicht!) Im Umgang mit den Ländern wird, auch wenn alle betroffen sind, nur mit schwarzen Landeshauptleuten geredet. Die Sozialpartner werden nicht eingebunden. Der Umgang mit den Medien: Stichwort Orbánisierung. – Es ist insgesamt ein bedrückendes Klima, das Sie in den letzten Jahren erzeugt haben. Das war alles andere als vertrauensbildend. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wahlkampfrede. Das war dieser Situation unwürdig! Das war der Rolle eines österreichischen Bundeskanzlers in einer Krisensituation unwürdig. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Wöginger: Wer hat wen provoziert? Wer hat provoziert? Wer, Frau Kollegin?
Was hat es gegeben? – Wenige Gespräche, nur Mitteilungen, kein Dialog, Provokationen der anderen Parteien. (Abg. Wöginger: Wer hat wen provoziert? Wer hat provoziert? Wer, Frau Kollegin?) Sehr geehrte Damen und Herren, so erwirbt man sich Vertrauen nicht, so verspielt man Vertrauen! (Zwischenruf der Abg. Steinacker.) Das war die Vorgangsweise der letzten Wochen.
Zwischenruf der Abg. Steinacker.
Was hat es gegeben? – Wenige Gespräche, nur Mitteilungen, kein Dialog, Provokationen der anderen Parteien. (Abg. Wöginger: Wer hat wen provoziert? Wer hat provoziert? Wer, Frau Kollegin?) Sehr geehrte Damen und Herren, so erwirbt man sich Vertrauen nicht, so verspielt man Vertrauen! (Zwischenruf der Abg. Steinacker.) Das war die Vorgangsweise der letzten Wochen.
Abg. Wöginger: Jessas Maria!
In den letzten Tagen mussten wir den Versuch einer kalten Machtübernahme beobachten (Abg. Wöginger: Jessas Maria!), den Versuch, mit 30, 31 Prozent der Stimmen 100 Prozent der Macht zu übernehmen. Das ist die Wahrheit! Es ist die Wahrheit, dass unter dem Titel Expertenregierung eine verdeckte ÖVP-Alleinregierung installiert werden soll (Abg. Wöginger: Eine Übergangsregierung!), dass Experten ernannt werden, denen aber ein Kreis von ÖVP-Aufpassern zur Seite gestellt wird, sodass das ganze Werkel in allen Ministerien bis zur Wahl als Wahlkampfkabinett funktionieren soll. (Abg. Haubner: Der SPÖ geht es nicht um das Land, sondern um die Partei! – Zwischenruf der Abg. Winzig.)
Abg. Wöginger: Eine Übergangsregierung!
In den letzten Tagen mussten wir den Versuch einer kalten Machtübernahme beobachten (Abg. Wöginger: Jessas Maria!), den Versuch, mit 30, 31 Prozent der Stimmen 100 Prozent der Macht zu übernehmen. Das ist die Wahrheit! Es ist die Wahrheit, dass unter dem Titel Expertenregierung eine verdeckte ÖVP-Alleinregierung installiert werden soll (Abg. Wöginger: Eine Übergangsregierung!), dass Experten ernannt werden, denen aber ein Kreis von ÖVP-Aufpassern zur Seite gestellt wird, sodass das ganze Werkel in allen Ministerien bis zur Wahl als Wahlkampfkabinett funktionieren soll. (Abg. Haubner: Der SPÖ geht es nicht um das Land, sondern um die Partei! – Zwischenruf der Abg. Winzig.)
Abg. Haubner: Der SPÖ geht es nicht um das Land, sondern um die Partei! – Zwischenruf der Abg. Winzig.
In den letzten Tagen mussten wir den Versuch einer kalten Machtübernahme beobachten (Abg. Wöginger: Jessas Maria!), den Versuch, mit 30, 31 Prozent der Stimmen 100 Prozent der Macht zu übernehmen. Das ist die Wahrheit! Es ist die Wahrheit, dass unter dem Titel Expertenregierung eine verdeckte ÖVP-Alleinregierung installiert werden soll (Abg. Wöginger: Eine Übergangsregierung!), dass Experten ernannt werden, denen aber ein Kreis von ÖVP-Aufpassern zur Seite gestellt wird, sodass das ganze Werkel in allen Ministerien bis zur Wahl als Wahlkampfkabinett funktionieren soll. (Abg. Haubner: Der SPÖ geht es nicht um das Land, sondern um die Partei! – Zwischenruf der Abg. Winzig.)
Abg. Wöginger: Um Gottes willen!
Das, sehr geehrte Damen und Herren, ist nicht vertrauensbildend, ganz im Gegenteil! (Abg. Wöginger: Um Gottes willen!) Daher lehnen wir das ab. So erwirbt man sich nicht Vertrauen, so erarbeitet man sich Schritt für Schritt Misstrauen. (Abg. Haubner: Erst die Partei, dann das Land!)
Abg. Haubner: Erst die Partei, dann das Land!
Das, sehr geehrte Damen und Herren, ist nicht vertrauensbildend, ganz im Gegenteil! (Abg. Wöginger: Um Gottes willen!) Daher lehnen wir das ab. So erwirbt man sich nicht Vertrauen, so erarbeitet man sich Schritt für Schritt Misstrauen. (Abg. Haubner: Erst die Partei, dann das Land!)
Abg. Sobotka: Der Kollege Doskozil ...!
Die beste Erzählung, finde ich, ist, dass Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler (Abg. Sobotka: Der Kollege Doskozil ...!), der Garant für Stabilität sein sollen – jemand, der innerhalb von wenigen Monaten zwei Regierungen in die Luft gesprengt hat. (Abg. Winzig: Sie sprengen! – Zwischenruf des Abg. Sobotka.) Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sind ganz und gar nicht Garant für Stabilität, Sie sind der Sprengmeister, Sie sind der Regierungssprengmeister der Republik. (Abg. Winzig: Sie sprengen!) Herr Bundeskanzler, daher gilt auch für Sie: Genug ist genug! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Winzig: Sie sprengen! – Zwischenruf des Abg. Sobotka.
Die beste Erzählung, finde ich, ist, dass Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler (Abg. Sobotka: Der Kollege Doskozil ...!), der Garant für Stabilität sein sollen – jemand, der innerhalb von wenigen Monaten zwei Regierungen in die Luft gesprengt hat. (Abg. Winzig: Sie sprengen! – Zwischenruf des Abg. Sobotka.) Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sind ganz und gar nicht Garant für Stabilität, Sie sind der Sprengmeister, Sie sind der Regierungssprengmeister der Republik. (Abg. Winzig: Sie sprengen!) Herr Bundeskanzler, daher gilt auch für Sie: Genug ist genug! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Winzig: Sie sprengen!
Die beste Erzählung, finde ich, ist, dass Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler (Abg. Sobotka: Der Kollege Doskozil ...!), der Garant für Stabilität sein sollen – jemand, der innerhalb von wenigen Monaten zwei Regierungen in die Luft gesprengt hat. (Abg. Winzig: Sie sprengen! – Zwischenruf des Abg. Sobotka.) Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sind ganz und gar nicht Garant für Stabilität, Sie sind der Sprengmeister, Sie sind der Regierungssprengmeister der Republik. (Abg. Winzig: Sie sprengen!) Herr Bundeskanzler, daher gilt auch für Sie: Genug ist genug! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die beste Erzählung, finde ich, ist, dass Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler (Abg. Sobotka: Der Kollege Doskozil ...!), der Garant für Stabilität sein sollen – jemand, der innerhalb von wenigen Monaten zwei Regierungen in die Luft gesprengt hat. (Abg. Winzig: Sie sprengen! – Zwischenruf des Abg. Sobotka.) Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sind ganz und gar nicht Garant für Stabilität, Sie sind der Sprengmeister, Sie sind der Regierungssprengmeister der Republik. (Abg. Winzig: Sie sprengen!) Herr Bundeskanzler, daher gilt auch für Sie: Genug ist genug! (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Kickl: Da sind wir weit davon entfernt!
Abgeordneter Karl Nehammer, MSc (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Es ist wirklich dramatisch, was in den letzten Tagen passiert ist, und auch ein Teil des Verlaufs der Sitzung zeigt diese Dramatik an. Wir waren über all das, was in den letzten Tagen gekommen und passiert ist, überrascht, aber das, was wirklich jetzt auch hier im Plenum überraschend ist, ist eine neue Rendi-Wagner-Kickl-Koalition (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Kickl: Da sind wir weit davon entfernt!) in Verschwörungstheorien und Anschuldigungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Nehammer, MSc (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Es ist wirklich dramatisch, was in den letzten Tagen passiert ist, und auch ein Teil des Verlaufs der Sitzung zeigt diese Dramatik an. Wir waren über all das, was in den letzten Tagen gekommen und passiert ist, überrascht, aber das, was wirklich jetzt auch hier im Plenum überraschend ist, ist eine neue Rendi-Wagner-Kickl-Koalition (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Kickl: Da sind wir weit davon entfernt!) in Verschwörungstheorien und Anschuldigungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rosenkranz: Warum der Kickl? Warum der Kickl? Warum nicht Hofer?
Deswegen damals die Ansage an den Koalitionspartner: Wir müssen eine Veränderung bewirken und ein Zeichen der Veränderung für die Menschen setzen, damit wir die Glaubwürdigkeit wieder zurückholen! Und was war? – Geht Herbert Kickl, geht die Koalition! (Abg. Rosenkranz: Warum der Kickl? Warum der Kickl? Warum nicht Hofer?)
Beifall bei der ÖVP.
Die FPÖ hätte eine Chance gehabt. Gerade ihr in der Fraktion der FPÖ wisst, wie ich als Generalsekretär zu dieser Koalition gestanden bin. Ihr hättet es in der Hand gehabt, Staatsräson zu zeigen. Für Herbert Kickl haben aber eure Minister die Regierung verlassen, und wir haben dann keine andere Chance gehabt, als den Wähler und die Wählerin im September um ihr Vertrauen zu bitten. Das müsst ihr selbst hinterfragen, ihr habt die Koalition gesprengt! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Ich habe auch noch Redezeit!
Mit Verschwörungstheorien zu argumentieren, um von dem Schrecklichen, was in dem Video gesagt worden ist, abzulenken: Herbert, das funktioniert nicht! (Abg. Kickl: Ich habe auch noch Redezeit!) Das ist auch keine tragfähige Argumentation. Verschwörungstheorien, die kruder nicht sein könnten, denn irgendwo kann ja irgendetwas dran sein. Da gibt es dann plötzlich auch eine Achse Pilz und Kickl in Verschwörungstheorien. Peter Pilz wiederholt schon deine Verschwörungstheorien. Welche Allianzen findet ihr noch, um jetzt diese Plenarsitzung zu dem zu führen, was ihr vorhabt, nämlich der Regierung das Misstrauen auszudrücken?
Abg. Rendi-Wagner: Das stimmt ja nicht!
Und dann die SPÖ, die sich herausstellt und sagt: Auch uns geht es um staatspolitische Verantwortung! Die staatspolitische Verantwortung der SPÖ schaut eher nach Chaos aus: eine Vorsitzende, drei Meinungen – Burgenland, Kärnten und noch viele mehr. (Abg. Rendi-Wagner: Das stimmt ja nicht!) Oder ein Lächeln gestern bei einer Wahlniederlage, aber auch eine Unentschlossenheit: Rücktritt zuerst, dann doch keine Neuwahlen, schon Neuwahlen. Ich weiß, Sie führen als Vorsitzende den Stil des Weglächelns, aber in dieser Frage ist mir auch das Lächeln vergangen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Noll: Falsche Rede ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Noll: Falsche Rede ...!
Und dann die SPÖ, die sich herausstellt und sagt: Auch uns geht es um staatspolitische Verantwortung! Die staatspolitische Verantwortung der SPÖ schaut eher nach Chaos aus: eine Vorsitzende, drei Meinungen – Burgenland, Kärnten und noch viele mehr. (Abg. Rendi-Wagner: Das stimmt ja nicht!) Oder ein Lächeln gestern bei einer Wahlniederlage, aber auch eine Unentschlossenheit: Rücktritt zuerst, dann doch keine Neuwahlen, schon Neuwahlen. Ich weiß, Sie führen als Vorsitzende den Stil des Weglächelns, aber in dieser Frage ist mir auch das Lächeln vergangen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Noll: Falsche Rede ...!)
Abg. Sobotka: Schande! Schande!
Reden wir über Verantwortung und neuen Stil! Damit man weiß, welcher Geist derzeit in der SPÖ umgeht, darf ich ein Zitat eines Kommunikationsreferenten der SPÖ-Parteizentrale in der Löwelstraße bringen: „Heute ist Nasse-Fetzen-Tag. Jagen wir diesen Versager endlich raus und freuen wir uns des Lebens!“ Das schreibt ein Kommunikationsreferent der SPÖ, gerade jetzt in den sozialen Medien, Claus Pándi hat es auch schon aufgenommen. (Abg. Sobotka: Schande! Schande!) Das ist der Stil, der neue Stil oder der alte Stil der SPÖ (Abg. Sobotka: Letztklassig!), auch unter der Vorsitzenden Rendi-Wagner, der nicht staatstragend, sondern demokratiegefährdend ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Sobotka: Letztklassig!
Reden wir über Verantwortung und neuen Stil! Damit man weiß, welcher Geist derzeit in der SPÖ umgeht, darf ich ein Zitat eines Kommunikationsreferenten der SPÖ-Parteizentrale in der Löwelstraße bringen: „Heute ist Nasse-Fetzen-Tag. Jagen wir diesen Versager endlich raus und freuen wir uns des Lebens!“ Das schreibt ein Kommunikationsreferent der SPÖ, gerade jetzt in den sozialen Medien, Claus Pándi hat es auch schon aufgenommen. (Abg. Sobotka: Schande! Schande!) Das ist der Stil, der neue Stil oder der alte Stil der SPÖ (Abg. Sobotka: Letztklassig!), auch unter der Vorsitzenden Rendi-Wagner, der nicht staatstragend, sondern demokratiegefährdend ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Reden wir über Verantwortung und neuen Stil! Damit man weiß, welcher Geist derzeit in der SPÖ umgeht, darf ich ein Zitat eines Kommunikationsreferenten der SPÖ-Parteizentrale in der Löwelstraße bringen: „Heute ist Nasse-Fetzen-Tag. Jagen wir diesen Versager endlich raus und freuen wir uns des Lebens!“ Das schreibt ein Kommunikationsreferent der SPÖ, gerade jetzt in den sozialen Medien, Claus Pándi hat es auch schon aufgenommen. (Abg. Sobotka: Schande! Schande!) Das ist der Stil, der neue Stil oder der alte Stil der SPÖ (Abg. Sobotka: Letztklassig!), auch unter der Vorsitzenden Rendi-Wagner, der nicht staatstragend, sondern demokratiegefährdend ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kuntzl: Ich zweifle nicht an der Bundesverfassung! Ich zweifle an ...!
Der Misstrauensantrag aber, den Sie jetzt in der Rendi-Wagner-Kickl-Koalition einbringen, zeigt auch ein Misstrauen gegenüber dem wirklichen Bemühen des Bundespräsidenten, Stabilität und Handlungsfähigkeit in dieser Republik zu bewahren. Es ist das Bemühen des Bundespräsidenten, mit dem Bundeskanzler gemeinsam eine Übergangsregierung zu definieren, Frau Kollegin Kuntzl, die ganz klar in ihren Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt ist. Und warum, Frau Kollegin Kuntzl? – Weil das Parlament so stark ist und die Regierung eben keine Mehrheit mehr in diesem Hohen Haus hat. Zweifeln Sie also nicht an unserer Bundesverfassung! Das würde auch der SPÖ guttun. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kuntzl: Ich zweifle nicht an der Bundesverfassung! Ich zweifle an ...!)
Beifall bei der ÖVP.
Im September werden wir die Wählerin und den Wähler befragen. Bei dieser letzten Wahl, der Europawahl, haben die Wählerin und der Wähler dem Bundeskanzler ein ganz starkes Vertrauensvotum gegeben, denn es war das beste Ergebnis einer Partei bei einer EU-Wahl in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Pilz. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir suchen und werben um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger, auch bei der Nationalratswahl im September. Wir werden unterwegs sein und den Dialog führen. (Zwischenruf des Abg. Pilz. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir werden darum bitten, dass wir das, womit wir begonnen haben, auch fortsetzen können: den Reformkurs für Österreich, für dieses Land. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir suchen und werben um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger, auch bei der Nationalratswahl im September. Wir werden unterwegs sein und den Dialog führen. (Zwischenruf des Abg. Pilz. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir werden darum bitten, dass wir das, womit wir begonnen haben, auch fortsetzen können: den Reformkurs für Österreich, für dieses Land. (Beifall bei der ÖVP.)
Lang anhaltender, stehend dargebrachter Beifall bei der ÖVP.
Ich bin seit November 2017 Abgeordneter, Mandatar dieses Hauses, so wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen in den Fraktionen. Gestatten Sie mir, noch eines zu sagen: Es ist und war mir eine große Ehre, dem Land und den Menschen zu dienen und mit dieser Bundesregierung mit Bundeskanzler Kurz an der Spitze viel für dieses Land zu bewegen, den Reformkurs und die Erneuerung zu beginnen. Herr Bundeskanzler, ich sage dir ein herzliches Danke und Glück auf für die Zukunft! (Lang anhaltender, stehend dargebrachter Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hammer: Heute kommen die Dinosaurier!
Als Nächster ist Herr Abgeordneter Dr. Peter Wittmann zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Hammer: Heute kommen die Dinosaurier!)
Ruf bei der ÖVP: Für die SPÖ!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Es ist eine ernste Situation. (Ruf bei der ÖVP: Für die SPÖ!) Dieses Misstrauen ist etwas, das nicht von einer Aktion kommt. Dieses Misstrauen ist nicht von einer Aktion ableitbar, denn es ist über Jahre hinweg entstanden.
Zwischenruf der Abg. Schwarz.
Herr Bundeskanzler, Sie waren es, der den Konsensweg in Österreich verlassen hat. Sie wurden vor dieser Art der Politik gewarnt. Sie haben den Konsensweg verlassen. Sie haben den Streit mit den Sozialpartnern gesucht. Sie haben den Streit mit der Sozialdemokratie in der Regierung gesucht, wobei Kollege Sobotka ausführendes Organ war, der überall gestritten hat, damit man dann sagen konnte: Es ist nun alles so zerstritten, ich brauche eine neue Regierung. (Zwischenruf der Abg. Schwarz.)
Abg. Pfurtscheller: Stichhaltige Gründe, Herr Wittmann! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie waren derjenige, der diesen Konsensweg verlassen hat. Nun haben Sie auch den Konsens mit der Freiheitlichen Partei aufgekündigt. Was auch immer dazu geführt hat, Sie haben den Konsensweg verlassen. (Abg. Pfurtscheller: Stichhaltige Gründe, Herr Wittmann! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie rufen wieder Neuwahlen aus, weil Sie ausschließlich an die Erweiterung Ihrer Macht denken – ausschließlich. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ichbezogene Erweitern der Macht: Ich will mehr Macht, die anderen sind mir egal! – Ihr Kollege Mitterlehner hat das in seinem Buch hervorragend beschrieben. Er hat gesagt, im Nachhinein ist er draufgekommen, dass Sie ein Machtpolitiker erster Güte sind, der das Risiko nicht scheut.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie waren derjenige, der diesen Konsensweg verlassen hat. Nun haben Sie auch den Konsens mit der Freiheitlichen Partei aufgekündigt. Was auch immer dazu geführt hat, Sie haben den Konsensweg verlassen. (Abg. Pfurtscheller: Stichhaltige Gründe, Herr Wittmann! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie rufen wieder Neuwahlen aus, weil Sie ausschließlich an die Erweiterung Ihrer Macht denken – ausschließlich. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ichbezogene Erweitern der Macht: Ich will mehr Macht, die anderen sind mir egal! – Ihr Kollege Mitterlehner hat das in seinem Buch hervorragend beschrieben. Er hat gesagt, im Nachhinein ist er draufgekommen, dass Sie ein Machtpolitiker erster Güte sind, der das Risiko nicht scheut.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie dieses Spiel spekulativ voran: Ja, ich werde schon gewinnen, und dann gehen sich andere Konstellationen aus. – Diese Republik ist mehr wert, als dass Sie sie für Ihre Spielchen missbrauchen, etwas mehr wert als ichbezogene Politik! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Nehammer: Übergangsregierung! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Wenn Sie dann noch in Art eines Handstreichs mit 35 Prozent der Wählerunterstützung eine 100-Prozent-Alleinregierung der ÖVP machen wollen, dann ist das Fass übergelaufen (Abg. Nehammer: Übergangsregierung! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), weil nicht 35 Prozent die Mehrheit in diesem Parlament repräsentieren (Abg. Sobotka: Der Bundespräsident ...!), sondern mehr als 50 Prozent. Deswegen bekommen Sie heute die Rechnung präsentiert (Zwischenrufe der Abgeordneten Haubner und Sobotka), weil Sie ganz einfach handstreichartig mit 35 Prozent eine ÖVP-Alleinregierung etablieren wollten. (Abg. Nehammer: Der Bundespräsident schlägt das vor! Was ist denn los mit dir? – Abg. Wöginger: Das ist eine Übergangsregierung! – Abg. Winzig: Der Bundespräsident will das so! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Sobotka: Der Bundespräsident ...!
Wenn Sie dann noch in Art eines Handstreichs mit 35 Prozent der Wählerunterstützung eine 100-Prozent-Alleinregierung der ÖVP machen wollen, dann ist das Fass übergelaufen (Abg. Nehammer: Übergangsregierung! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), weil nicht 35 Prozent die Mehrheit in diesem Parlament repräsentieren (Abg. Sobotka: Der Bundespräsident ...!), sondern mehr als 50 Prozent. Deswegen bekommen Sie heute die Rechnung präsentiert (Zwischenrufe der Abgeordneten Haubner und Sobotka), weil Sie ganz einfach handstreichartig mit 35 Prozent eine ÖVP-Alleinregierung etablieren wollten. (Abg. Nehammer: Der Bundespräsident schlägt das vor! Was ist denn los mit dir? – Abg. Wöginger: Das ist eine Übergangsregierung! – Abg. Winzig: Der Bundespräsident will das so! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Haubner und Sobotka
Wenn Sie dann noch in Art eines Handstreichs mit 35 Prozent der Wählerunterstützung eine 100-Prozent-Alleinregierung der ÖVP machen wollen, dann ist das Fass übergelaufen (Abg. Nehammer: Übergangsregierung! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), weil nicht 35 Prozent die Mehrheit in diesem Parlament repräsentieren (Abg. Sobotka: Der Bundespräsident ...!), sondern mehr als 50 Prozent. Deswegen bekommen Sie heute die Rechnung präsentiert (Zwischenrufe der Abgeordneten Haubner und Sobotka), weil Sie ganz einfach handstreichartig mit 35 Prozent eine ÖVP-Alleinregierung etablieren wollten. (Abg. Nehammer: Der Bundespräsident schlägt das vor! Was ist denn los mit dir? – Abg. Wöginger: Das ist eine Übergangsregierung! – Abg. Winzig: Der Bundespräsident will das so! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Nehammer: Der Bundespräsident schlägt das vor! Was ist denn los mit dir? – Abg. Wöginger: Das ist eine Übergangsregierung! – Abg. Winzig: Der Bundespräsident will das so! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn Sie dann noch in Art eines Handstreichs mit 35 Prozent der Wählerunterstützung eine 100-Prozent-Alleinregierung der ÖVP machen wollen, dann ist das Fass übergelaufen (Abg. Nehammer: Übergangsregierung! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), weil nicht 35 Prozent die Mehrheit in diesem Parlament repräsentieren (Abg. Sobotka: Der Bundespräsident ...!), sondern mehr als 50 Prozent. Deswegen bekommen Sie heute die Rechnung präsentiert (Zwischenrufe der Abgeordneten Haubner und Sobotka), weil Sie ganz einfach handstreichartig mit 35 Prozent eine ÖVP-Alleinregierung etablieren wollten. (Abg. Nehammer: Der Bundespräsident schlägt das vor! Was ist denn los mit dir? – Abg. Wöginger: Das ist eine Übergangsregierung! – Abg. Winzig: Der Bundespräsident will das so! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Schwarz: Der Bundespräsident hat das vorgeschlagen!
Noch einmal: Da ist das Parlament gefragt. Das ist eine Aufgabe des Parlaments (Abg. Schwarz: Der Bundespräsident hat das vorgeschlagen!), zu bestimmen, wer die Regierung bildet, und dabei ist nur die Mehrheit des Parlaments gefragt – das sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben (Zwischenrufe bei der ÖVP) – und nicht die ichbezogene, selbstherrliche Show des Bundeskanzlers zu mehr Machtergreifung. Er muss hier die Mehrheit bekommen! (Abg. Nehammer: Du greifst den Bundespräsidenten gerade an!)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Noch einmal: Da ist das Parlament gefragt. Das ist eine Aufgabe des Parlaments (Abg. Schwarz: Der Bundespräsident hat das vorgeschlagen!), zu bestimmen, wer die Regierung bildet, und dabei ist nur die Mehrheit des Parlaments gefragt – das sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben (Zwischenrufe bei der ÖVP) – und nicht die ichbezogene, selbstherrliche Show des Bundeskanzlers zu mehr Machtergreifung. Er muss hier die Mehrheit bekommen! (Abg. Nehammer: Du greifst den Bundespräsidenten gerade an!)
Abg. Nehammer: Du greifst den Bundespräsidenten gerade an!
Noch einmal: Da ist das Parlament gefragt. Das ist eine Aufgabe des Parlaments (Abg. Schwarz: Der Bundespräsident hat das vorgeschlagen!), zu bestimmen, wer die Regierung bildet, und dabei ist nur die Mehrheit des Parlaments gefragt – das sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben (Zwischenrufe bei der ÖVP) – und nicht die ichbezogene, selbstherrliche Show des Bundeskanzlers zu mehr Machtergreifung. Er muss hier die Mehrheit bekommen! (Abg. Nehammer: Du greifst den Bundespräsidenten gerade an!)
Zwischenruf des Abg. Nehammer
Deswegen ist es notwendig, Ihnen zu zeigen, dass Sie sich um Mehrheiten bemühen müssen, dass Mehrheiten mit Vertrauen erarbeitet werden müssen und dass Mehrheiten (Zwischenruf des Abg. Nehammer) letztendlich auf Konsens beruhen und nicht auf egoistischer Machtergreifung. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Holzinger-Vogtenhuber und Noll. – Abg. Wöginger: Schlechter Ratgeber!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Holzinger-Vogtenhuber und Noll. – Abg. Wöginger: Schlechter Ratgeber!
Deswegen ist es notwendig, Ihnen zu zeigen, dass Sie sich um Mehrheiten bemühen müssen, dass Mehrheiten mit Vertrauen erarbeitet werden müssen und dass Mehrheiten (Zwischenruf des Abg. Nehammer) letztendlich auf Konsens beruhen und nicht auf egoistischer Machtergreifung. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Holzinger-Vogtenhuber und Noll. – Abg. Wöginger: Schlechter Ratgeber!)
Bundeskanzler Kurz: Stimmt nicht, ist ein Blödsinn!
Das wurde abgesagt, und dann haben wir gesehen, wie die schwarzen Limousinen der schwarzen Landeshauptleute zum Bundeskanzleramt gefahren sind. (Bundeskanzler Kurz: Stimmt nicht, ist ein Blödsinn!) Da haben wir schon gesagt: Oh, das bedeutet ja wohl nichts besonders Gutes! (Weitere Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Kurz.)
Weitere Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Kurz.
Das wurde abgesagt, und dann haben wir gesehen, wie die schwarzen Limousinen der schwarzen Landeshauptleute zum Bundeskanzleramt gefahren sind. (Bundeskanzler Kurz: Stimmt nicht, ist ein Blödsinn!) Da haben wir schon gesagt: Oh, das bedeutet ja wohl nichts besonders Gutes! (Weitere Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Kurz.)
Abg. Strasser: Das ist ja das größte G’schichtl! – Abg. Sobotka: Das ist ein Irrtum!
Diese Diskussionen führten dann zu einem Gespräch mit H.-C. Strache um 11 Uhr (Abg. Strasser: Das ist ja das größte G’schichtl! – Abg. Sobotka: Das ist ein Irrtum!), bei dem man ihm gesagt hat: Ja, ihr geht, aber um weiterzumachen, muss Herbert Kickl aus dem Amt, und es darf auch kein Freiheitlicher mehr das Innenressort führen. – Das war etwas, was in der Politik als die rote Linie bezeichnet wird. Was wäre denn die Folge gewesen? – Vielleicht war das das taktische Kalkül in der ÖVP, der dort anwesenden Berater. Das geht mit der DNA der FPÖ nicht (Beifall bei der FPÖ), weil so ein Schritt eines bedeutet, nämlich dass man den Keim einer Spaltung in die FPÖ hineintragen möchte. Und das lassen wir mit Sicherheit nicht zu! (Abg. Nehammer: Parteipolitik!)
Beifall bei der FPÖ
Diese Diskussionen führten dann zu einem Gespräch mit H.-C. Strache um 11 Uhr (Abg. Strasser: Das ist ja das größte G’schichtl! – Abg. Sobotka: Das ist ein Irrtum!), bei dem man ihm gesagt hat: Ja, ihr geht, aber um weiterzumachen, muss Herbert Kickl aus dem Amt, und es darf auch kein Freiheitlicher mehr das Innenressort führen. – Das war etwas, was in der Politik als die rote Linie bezeichnet wird. Was wäre denn die Folge gewesen? – Vielleicht war das das taktische Kalkül in der ÖVP, der dort anwesenden Berater. Das geht mit der DNA der FPÖ nicht (Beifall bei der FPÖ), weil so ein Schritt eines bedeutet, nämlich dass man den Keim einer Spaltung in die FPÖ hineintragen möchte. Und das lassen wir mit Sicherheit nicht zu! (Abg. Nehammer: Parteipolitik!)
Abg. Nehammer: Parteipolitik!
Diese Diskussionen führten dann zu einem Gespräch mit H.-C. Strache um 11 Uhr (Abg. Strasser: Das ist ja das größte G’schichtl! – Abg. Sobotka: Das ist ein Irrtum!), bei dem man ihm gesagt hat: Ja, ihr geht, aber um weiterzumachen, muss Herbert Kickl aus dem Amt, und es darf auch kein Freiheitlicher mehr das Innenressort führen. – Das war etwas, was in der Politik als die rote Linie bezeichnet wird. Was wäre denn die Folge gewesen? – Vielleicht war das das taktische Kalkül in der ÖVP, der dort anwesenden Berater. Das geht mit der DNA der FPÖ nicht (Beifall bei der FPÖ), weil so ein Schritt eines bedeutet, nämlich dass man den Keim einer Spaltung in die FPÖ hineintragen möchte. Und das lassen wir mit Sicherheit nicht zu! (Abg. Nehammer: Parteipolitik!)
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Richtig!
Wir haben aus dem Jahr 2002 unsere Lehren gezogen. Darum stehen wir als Freiheitliche Partei auch derartig geschlossen da, was letztlich die Wähler honoriert haben, auch gestern. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Richtig!) Vielleicht war diese Geschlossenheit überraschend.
Abg. Kickl: Das BAK ist bei Edtstadler!
Man hat gesagt, Herbert Kickl ist das Problem, weil er nicht gegen sich selbst ermitteln könne. Meine Frage ist: Welches Ermittlungsverfahren? Und: Wer würde denn ein Ermittlungsverfahren einleiten? Das Innenministerium? – Nein, mit Sicherheit nicht! (Abg. Kickl: Das BAK ist bei Edtstadler!) – Der Zuruf ist auch noch: Die Korruptionsbekämpfung im Innenressort ist bei Staatssekretärin Edtstadler angesiedelt – das sind aber Feinheiten. Es gab und es gibt kein Ermittlungsverfahren gegen Herbert Kickl! Wenn Sebastian Kurz gesagt hätte, er warte nun darauf, ob es ein Ermittlungsverfahren gegen Herbert Kickl gibt, dann wäre dieser wahrscheinlich sogar der Erste gewesen, der gesagt hätte: Ich möchte hier bei nichts anstreifen, da gehe ich lieber selbst, bevor ich mir das antue.
Beifall bei der FPÖ.
Nein, das sind Maßnahmen, die kein Vertrauen bilden, und wir sehen in dieser Situation auch weiterhin kein Vertrauen. Wir sind unter diesen Umständen gezwungen, unser freiheitliches Lager – auch für die Republik Österreich – in Zukunft entsprechend gut aufzustellen. Wir haben einen Wählerauftrag, wir sind demokratisch legitimiert und wir bleiben es, wir hoffen natürlich auch, stärker denn je, weil das Reformprojekt für Österreich nur mit uns Freiheitlichen funktionieren kann. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Wöginger: Fernbleiben!
Ich vertraue einem Gutteil der verbliebenen Minister und auch der neuen Expertenregierung. Allerdings kann ich auch nicht dagegen stimmen, denn, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, Sie haben mich in einer Frage massiv enttäuscht, nämlich beim Klimaschutz. Der Klimawandel ist die größte Bedrohung, auf die die Menschheit zusteuert, und ich habe von Ihnen die Ernsthaftigkeit in dieser Thematik vermisst. Deshalb werde ich mich dieser Abstimmung enthalten. Ich bitte um Verständnis. (Abg. Wöginger: Fernbleiben!)
Abg. Wöginger: Ein Wahnsinn! Unfassbar! – Abg. Nehammer: Die neue Koalition: Kickl und Rendi-Wagner! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich bitte nun jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Mehrheit. Der gegenständliche Antrag ist somit angenommen. (E 75) (Abg. Wöginger: Ein Wahnsinn! Unfassbar! – Abg. Nehammer: Die neue Koalition: Kickl und Rendi-Wagner! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Wöginger: Geht schon dahin! – Ruf bei der ÖVP: Die neue Koalition! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wer sich für diese Fristsetzung ausspricht, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist mit Mehrheit angenommen. (Abg. Wöginger: Geht schon dahin! – Ruf bei der ÖVP: Die neue Koalition! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Während die Mitglieder der Bundesregierung sowie die Staatssekretärin den Saal verlassen, erheben sich die Abgeordneten der ÖVP und verharren für einige Zeit stehend auf ihren Plätzen. – Rufe bei der ÖVP in Richtung SPÖ: Partei vor Österreich! Zuerst die Partei, dann das Land! Darauf könnt ihr stolz sein! Daran werdet ihr noch lange zurückdenken!
Diese Sitzung ist geschlossen. (Während die Mitglieder der Bundesregierung sowie die Staatssekretärin den Saal verlassen, erheben sich die Abgeordneten der ÖVP und verharren für einige Zeit stehend auf ihren Plätzen. – Rufe bei der ÖVP in Richtung SPÖ: Partei vor Österreich! Zuerst die Partei, dann das Land! Darauf könnt ihr stolz sein! Daran werdet ihr noch lange zurückdenken!)