Eckdaten:
Für die 101. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 233 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Ing. Tychtl: Die "blaue Bibel"!
Abgeordneter Ing. Mag. Erich L. Schreiner (Freiheitliche) (ein dickes blaues Buch und Fläschchen in einer Tüte auf das Rednerpult stellend): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Tychtl: Die "blaue Bibel"!) Spät, aber doch ist vor ungefähr 25 Minuten – entgegen Ihren Ankündigungen in der APA von gestern, Herr
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Heute ist der 19. Das Positionspapier ist zwar da, aber die gestrige Diskussion fand ohne dieses statt. Ich betrachte es als Mißachtung des Parlaments, wenn im Hauptausschuß auf dieses Positionspapier Bezug genommen werden soll, wir es aber erst heute bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Von der Kommission wird den Mitgliedstaaten übermittelt, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen von durchschnittlich 1,9 Prozent auf 2,5 Prozent des BIP angehoben werden. Das gleiche findet sich im Antrag der Freiheitlichen. Die Lohnnebenkosten sollen deutlich gesenkt werden. Eine höhere Besteuerung von Energie soll das ausgleichen. – Auch das findet sich in diesem Antrag. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Es soll eine leichtere Gründung und Führung von Unternehmen, Herr Kollege, durch klare, dauerhafte und berechenbare Vorschriften ermöglicht werden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Da habe ich ein bißchen schmunzeln müssen: "Führung von Unternehmen durch klare Vorschriften". Ich nenne nur das Stichwort Werkvertragsregelung: Sie selbst haben als Finanzminister gesagt, Sie kennen sich da eigentlich auch nicht aus. Da soll sich dann ein Unternehmer auskennen? – "Klare Vorschriften"! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Europa, die Wirtschaft Europas und die Arbeitnehmer Europas werden nicht dadurch Beschäftigung finden und nicht davon leben können, daß Regierungen immer nur Erklärungen abgeben. Sie müssen handeln, und Sie müssen endlich Handlungsqualität zeigen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Endlich einmal ein wirklich klares Wort, Herr Bundeskanzler! Es ist auch völlig klar: Bei einem Budget von 1 300 Milliarden Schilling, das zur Hälfte durch den Agrarbereich verbraucht wird, kann Europa keine Beschäftigungsinitiativen setzen. Das muß der Nationalstaat machen, und das müssen auch Sie, Herr Bundeskanzler, mit Ihrer Regierung machen. Das muß ein österreichischer Wirtschaftsminister und ein österreichischer Finanzminister machen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Es gibt einen Satz, den man landläufig sagt: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht." (Beifall bei den Freiheitlichen.) Herr Bundeskanzler, ich unterstelle nicht, daß Sie lügen. Aber das ist in etwa die Diktion, die man hier anwenden müßte. (Abg. Mag. Stadler: Wo ist der ÖGB-Chef? – Zwischenruf des Abg. Schieder. )
Abg. Mag. Stadler: Wo ist der ÖGB-Chef? – Zwischenruf des Abg. Schieder.
Herr Bundeskanzler! Es gibt einen Satz, den man landläufig sagt: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht." (Beifall bei den Freiheitlichen.) Herr Bundeskanzler, ich unterstelle nicht, daß Sie lügen. Aber das ist in etwa die Diktion, die man hier anwenden müßte. (Abg. Mag. Stadler: Wo ist der ÖGB-Chef? – Zwischenruf des Abg. Schieder. )
Abg. Dr. Nowotny: Ein einheitlicher Währungsraum und ein einheitlicher Arbeitsmarkt ...!
Meine Damen und Herren! Dann kommt noch das zweite Argument ... (Abg. Dr. Nowotny: Ein einheitlicher Währungsraum und ein einheitlicher Arbeitsmarkt ...!) Herr Professor Nowotny! Ich bin so froh darüber, daß ich in der Hochschule nicht Sie gehabt habe. Wenigstens ist aus mir etwas geworden. Gott sei Dank habe ich Sie oder einen anderen derartigen Professor in der Hochschule nicht gehabt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Manche sind über ihre Unwissenheit froh!) Ich habe die Gnade der etwas früheren Geburt. (Abg. Dr. Haselsteiner: Der "späteren" heißt das!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Manche sind über ihre Unwissenheit froh!
Meine Damen und Herren! Dann kommt noch das zweite Argument ... (Abg. Dr. Nowotny: Ein einheitlicher Währungsraum und ein einheitlicher Arbeitsmarkt ...!) Herr Professor Nowotny! Ich bin so froh darüber, daß ich in der Hochschule nicht Sie gehabt habe. Wenigstens ist aus mir etwas geworden. Gott sei Dank habe ich Sie oder einen anderen derartigen Professor in der Hochschule nicht gehabt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Manche sind über ihre Unwissenheit froh!) Ich habe die Gnade der etwas früheren Geburt. (Abg. Dr. Haselsteiner: Der "späteren" heißt das!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Der "späteren" heißt das!
Meine Damen und Herren! Dann kommt noch das zweite Argument ... (Abg. Dr. Nowotny: Ein einheitlicher Währungsraum und ein einheitlicher Arbeitsmarkt ...!) Herr Professor Nowotny! Ich bin so froh darüber, daß ich in der Hochschule nicht Sie gehabt habe. Wenigstens ist aus mir etwas geworden. Gott sei Dank habe ich Sie oder einen anderen derartigen Professor in der Hochschule nicht gehabt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Manche sind über ihre Unwissenheit froh!) Ich habe die Gnade der etwas früheren Geburt. (Abg. Dr. Haselsteiner: Der "späteren" heißt das!)
Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Zur Frage der Abwertung: Pausenlos wird von Ihnen und Ihren Regierungskollegen dargelegt, daß in diesem Fall eine Abwertungsfrage ganz einfach nicht zu diskutieren sei. (Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen.) Es wird am 1. Jänner 1999 eins zu eins umgestellt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Es wird sich jedoch rächen, Herr Bundeskanzler, daß dabei unterschiedlichste Volkswirtschaften verbunden werden, daß der Euro sich einer internationalen Bewertung wird stellen müssen und daß die Frage der äußeren und inneren Stabilität dieser Währung ökonomisch wichtig und von Bedeutung sein wird.
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Herr Bundeskanzler! Zur Frage der Abwertung: Pausenlos wird von Ihnen und Ihren Regierungskollegen dargelegt, daß in diesem Fall eine Abwertungsfrage ganz einfach nicht zu diskutieren sei. (Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen.) Es wird am 1. Jänner 1999 eins zu eins umgestellt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Es wird sich jedoch rächen, Herr Bundeskanzler, daß dabei unterschiedlichste Volkswirtschaften verbunden werden, daß der Euro sich einer internationalen Bewertung wird stellen müssen und daß die Frage der äußeren und inneren Stabilität dieser Währung ökonomisch wichtig und von Bedeutung sein wird.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es geht nicht an, Herr Bundeskanzler, daß Sie ökonomische Parameter, wo wir meinen, daß wir damit auf der sicheren Seite stehen, beiseite wischen und glauben, daß eine politische Lösung gefunden werden muß. Herr Bundeskanzler! Das wird bei dieser Währungsunion ganz einfach nicht möglich sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Das tue ich nicht!
Herr Bundeskanzler! Mir kommt es ein wenig so vor, als ob Sie vielen Leuten die Unwahrheit sagen. Ein "kleiner" Sparbuchbesitzer soll ganz einfach seinen Schilling verlieren und gegen den Euro einwechseln. Jemand – Herr Kollege Haselsteiner, dort gehören Sie dazu –, der über 500 000 S in ein Portfolio-Management einbringt, hat da schon andere Möglichkeiten. (Abg. Dr. Haselsteiner: Das tue ich nicht!) Es gibt Banken, die sagen: Ein dynamisches Depot sieht so aus, daß zu 40 Prozent in Währungen wie den japanischen Yen, den Schweizer Franken und den US-Dollar gegangen wird. Das sagen österreichische Banken! Sie beteiligen sich zwar an der Pro-Euro-Kampagne, aber ihren guten Klienten sagen sie: So heiß wird das nicht gegessen, bitte veranlagen Sie 40 Prozent Ihrer Barschaft lieber in US-Dollar, in Yen oder in Schweizer Franken.
Abg. Dr. Haider: Die Erste!
Herr Bundeskanzler! Was ist denn das? Was ist das anderes, als den Leuten einfach die Unwahrheit über die tatsächlichen ökonomischen Verhältnisse zu sagen? (Abg. Dr. Haider: Die Erste!) – Die Erste Österreichische Spar-Casse zum Beispiel macht das, ebenso andere Sparkassen, die Raiffeisen-Bank macht es und die CA genauso.
Abg. Dr. Haselsteiner: Was ist da drinnen? – Weitere Zwischenrufe.
Herr Bundeskanzler! So wird man mit der österreichischen Bevölkerung nicht verfahren können. Ich möchte Ihnen das an einem Beispiel demonstrieren. (Der Redner hält eines der mitgebrachten Fläschchen in die Höhe.) Schauen Sie, das ist keine Schildlaus, sondern portugiesischer Rosé. (Abg. Dr. Haselsteiner: Was ist da drinnen? – Weitere Zwischenrufe.) Herr Bundeskanzler! Ein Wasserglas, Leitungswasser aus Wien, klares Hochquellenwasser. Daneben, nicht ganz voll – ich mache es zu drei Vierteln voll ... (Der Redner schüttet die rötliche Flüssigkeit aus dem Fläschchen in ein Glas. – Ruf: Giftmischer! – Weitere Zwischenrufe.) Ich bin kein Giftmischer, sondern Önologe. Ich kann das, Herr Präsident, keine Sorge. Ich habe vier Jahre Weinbau studiert. Ich kann das ohne weiteres mischen. (Abg. Dr. Stummvoll: Weinpantscherei! – Weitere Zwischenrufe.)
Der Redner schüttet die rötliche Flüssigkeit aus dem Fläschchen in ein Glas. – Ruf: Giftmischer! – Weitere Zwischenrufe.
Herr Bundeskanzler! So wird man mit der österreichischen Bevölkerung nicht verfahren können. Ich möchte Ihnen das an einem Beispiel demonstrieren. (Der Redner hält eines der mitgebrachten Fläschchen in die Höhe.) Schauen Sie, das ist keine Schildlaus, sondern portugiesischer Rosé. (Abg. Dr. Haselsteiner: Was ist da drinnen? – Weitere Zwischenrufe.) Herr Bundeskanzler! Ein Wasserglas, Leitungswasser aus Wien, klares Hochquellenwasser. Daneben, nicht ganz voll – ich mache es zu drei Vierteln voll ... (Der Redner schüttet die rötliche Flüssigkeit aus dem Fläschchen in ein Glas. – Ruf: Giftmischer! – Weitere Zwischenrufe.) Ich bin kein Giftmischer, sondern Önologe. Ich kann das, Herr Präsident, keine Sorge. Ich habe vier Jahre Weinbau studiert. Ich kann das ohne weiteres mischen. (Abg. Dr. Stummvoll: Weinpantscherei! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Stummvoll: Weinpantscherei! – Weitere Zwischenrufe.
Herr Bundeskanzler! So wird man mit der österreichischen Bevölkerung nicht verfahren können. Ich möchte Ihnen das an einem Beispiel demonstrieren. (Der Redner hält eines der mitgebrachten Fläschchen in die Höhe.) Schauen Sie, das ist keine Schildlaus, sondern portugiesischer Rosé. (Abg. Dr. Haselsteiner: Was ist da drinnen? – Weitere Zwischenrufe.) Herr Bundeskanzler! Ein Wasserglas, Leitungswasser aus Wien, klares Hochquellenwasser. Daneben, nicht ganz voll – ich mache es zu drei Vierteln voll ... (Der Redner schüttet die rötliche Flüssigkeit aus dem Fläschchen in ein Glas. – Ruf: Giftmischer! – Weitere Zwischenrufe.) Ich bin kein Giftmischer, sondern Önologe. Ich kann das, Herr Präsident, keine Sorge. Ich habe vier Jahre Weinbau studiert. Ich kann das ohne weiteres mischen. (Abg. Dr. Stummvoll: Weinpantscherei! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
So, Herr Bundeskanzler, 20 Prozent hinein, bitte sehr: klares Wasser vermischt mit etwas "rotem Gift". Rotes Gift bedeutet: höhere Inflation, höhere Zinsen, Abwürgen der Investitionsbereitschaft, Abschwächung der Konjunktur und höhere Arbeitslosigkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
anhaltende Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Herr Bundeskanzler! Jetzt ist die nächste Frage: Können wir Ihnen wirklich glauben? Ist es denn nicht so, Herr Bundeskanzler, daß – damals waren Sie schon Mitglied der Regierung – ein Staatssekretär Ditz am 7. Mai 1994 wörtlich im Bundesrat sagte (anhaltende Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen): "Alle diese Aussagen, ... es komme automatisch zu einer Änderung oder zur Installierung der Währungsunion, sind falsch, sind unrichtig und führen zu einer Verunsicherung, die eigentlich nicht gerechtfertigt ist."
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Jetzt, Herr Bundeskanzler, sagen Sie: Ohne Wenn und Aber in diese Währungsunion! Der Vertrag von Maastricht sei ohne Wenn und Aber am 12. Juni 1994 von allen 5,125 Millionen Wahlberechtigten akzeptiert worden. Herr Bundeskanzler! Ohne Wenn und Aber! (Zwischenruf des Abg. Wabl. )
Abg. Dr. Haider: Ja! – Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.
Da sagte Wirtschaftsforscher Breuss – Propaganda- und echte Lügen vor dem EU-Referendum – im "Kurier": Die Koalition hat das Ende des Schillings und der Anonymität bewußt verschwiegen. (Abg. Dr. Haider: Ja! – Zwischenruf des Abg. Mag. Posch. )
Abg. Mag. Posch: Dem Vranitzky kannst glauben!
Oder soll man Herrn Bundeskanzler Franz Vranitzky glauben? – Er sagte: Ich verspreche Ihnen, die Sparguthaben bleiben sicher. (Abg. Mag. Posch: Dem Vranitzky kannst glauben!)
Abg. Dr. Stummvoll: Die "Schildlaus" hat es auch gegeben!
Herr Bundeskanzler! Vor dem EU-Beitritt gab es den "Ederer-Tausender". – Wir warten heute noch darauf. Von mehr Arbeitsplätzen war die Rede. – Weniger sind es geworden. Eine Steuerreform wurde versprochen. – Nichts ist gekommen. (Abg. Dr. Stummvoll: Die "Schildlaus" hat es auch gegeben!) Ich stehe lieber auf der sicheren Seite und glaube Ihnen nicht. Ich glaube Ihnen nicht, Herr Bundeskanzler! Und viele, viele Österreicher werden dem auch keinen Glauben schenken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Vor dem EU-Beitritt gab es den "Ederer-Tausender". – Wir warten heute noch darauf. Von mehr Arbeitsplätzen war die Rede. – Weniger sind es geworden. Eine Steuerreform wurde versprochen. – Nichts ist gekommen. (Abg. Dr. Stummvoll: Die "Schildlaus" hat es auch gegeben!) Ich stehe lieber auf der sicheren Seite und glaube Ihnen nicht. Ich glaube Ihnen nicht, Herr Bundeskanzler! Und viele, viele Österreicher werden dem auch keinen Glauben schenken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Der Redner hält ein dickes Buch mit blauem Umschlag in die Höhe. – Abg. Schwarzenberger schüttelt den Kopf. – Ruf bei den Freiheitlichen: Nein!
Herr Schwarzenberger! Sie waren sicherlich auch bei der Volksabstimmung am 12. Juni 1994. Eine Frage an Sie: Haben Sie dieses Buch wirklich vorher gelesen? (Der Redner hält ein dickes Buch mit blauem Umschlag in die Höhe. – Abg. Schwarzenberger schüttelt den Kopf. – Ruf bei den Freiheitlichen: Nein!) 1 538 Seiten – Sie also nicht. (Abg. Schwarzenberger: Ich habe mich über die Themen informiert!) – Sie haben sich informiert. Jetzt sagen Sie: Alle haben das gewußt.
Abg. Schwarzenberger: Ich habe mich über die Themen informiert!
Herr Schwarzenberger! Sie waren sicherlich auch bei der Volksabstimmung am 12. Juni 1994. Eine Frage an Sie: Haben Sie dieses Buch wirklich vorher gelesen? (Der Redner hält ein dickes Buch mit blauem Umschlag in die Höhe. – Abg. Schwarzenberger schüttelt den Kopf. – Ruf bei den Freiheitlichen: Nein!) 1 538 Seiten – Sie also nicht. (Abg. Schwarzenberger: Ich habe mich über die Themen informiert!) – Sie haben sich informiert. Jetzt sagen Sie: Alle haben das gewußt.
Abg. Schwarzenberger: Nein, habe ich nicht! – Weitere Zwischenrufe.
Herr Kollege Schwarzenberger! Haben Sie wenigstens das mittlere Kapitel über die Wirtschafts- und Währungsunion gelesen, von Seite 657 bis Seite 691? (Abg. Schwarzenberger: Nein, habe ich nicht! – Weitere Zwischenrufe.) Herr Schwarzenberger also nicht. Herr Kollege Stummvoll? – Weiß nicht; hat es auch nicht gelesen; vielleicht ist es in der Bibliothek der Wirtschaftskammer.
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Ich habe einmal nachgerechnet. Herr Bundeskanzler! Dieses Buch ist im Jänner 1994 herausgekommen, also vor dem EU-Beitritt. Es wäre recht und billig gewesen, wenn die Bundesregierung dieses Buch – es kostet 2 400 S – jedem Österreicher und jeder Österreicherin zur Information übersandt hätte, denn da steht alles drin. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Jetzt sagen Sie ja, die Leute hätten das alles wissen müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich habe einmal nachgerechnet. Herr Bundeskanzler! Dieses Buch ist im Jänner 1994 herausgekommen, also vor dem EU-Beitritt. Es wäre recht und billig gewesen, wenn die Bundesregierung dieses Buch – es kostet 2 400 S – jedem Österreicher und jeder Österreicherin zur Information übersandt hätte, denn da steht alles drin. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Jetzt sagen Sie ja, die Leute hätten das alles wissen müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Schwarzböck.
Jetzt lassen Sie nämlich keine Volksabstimmung zu, und jetzt sagen Sie, das ist alles eine gegessene und entschiedene Sache. Das ist eine Unverfrorenheit! (Zwischenruf des Abg. Schwarzböck. ) Ich weiß, wenn dieses Buch jedem zugesandt worden wäre, hätte dies den österreichischen Steuerzahler 12,3 Milliarden Schilling gekostet. Ich sage Ihnen, Herr Bundes
Abg. Dr. Maitz: Wir sind gegen alles!
Herr Bundeskanzler! Unsere Position ist daher eindeutig und klar. (Abg. Dr. Maitz: Wir sind gegen alles!) Artikel 1 der Bundesverfassung lautet: "Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus." – Daher, Herr Bundeskanzler, betrachten wir das Instrument einer Volksabstimmung als legitim in einer so entscheidenden Frage wie der, daß jemand einen Geldeswert gegen einen anderen Geldeswert tauschen muß. Den Geldeswert bekommt er für Leistung bezahlt, für Waren und Dienstleistungen, und da ist es legitim, daß man darüber auch Einverständnis mit der Bevölkerung herstellt und nicht diese Entscheidung gegen die Bevölkerung durchzieht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Unsere Position ist daher eindeutig und klar. (Abg. Dr. Maitz: Wir sind gegen alles!) Artikel 1 der Bundesverfassung lautet: "Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus." – Daher, Herr Bundeskanzler, betrachten wir das Instrument einer Volksabstimmung als legitim in einer so entscheidenden Frage wie der, daß jemand einen Geldeswert gegen einen anderen Geldeswert tauschen muß. Den Geldeswert bekommt er für Leistung bezahlt, für Waren und Dienstleistungen, und da ist es legitim, daß man darüber auch Einverständnis mit der Bevölkerung herstellt und nicht diese Entscheidung gegen die Bevölkerung durchzieht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Bundeskanzler Mag. Viktor Klima: Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich wundere mich zwar ein bißchen, daß die freiheitliche Partei ihre Pantscherei jetzt schon öffentlich macht. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Aber daß sie sich dazu auch noch das Rednerpult des Parlaments aussucht, ist wirklich ein bißchen verwunderlich.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben sich gar nicht ins Parlament getraut!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Sie haben eines, meine ich, sehr richtig angesprochen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben sich gar nicht ins Parlament getraut!) Sie haben sehr richtig angesprochen, daß die Wirtschaft und die Bevölkerung Berechenbarkeit und klare Positionen brauchen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger. )
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Sie haben eines, meine ich, sehr richtig angesprochen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben sich gar nicht ins Parlament getraut!) Sie haben sehr richtig angesprochen, daß die Wirtschaft und die Bevölkerung Berechenbarkeit und klare Positionen brauchen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger. )
Abg. Dr. Haider: Manche sind ein bißchen schwer von Begriff!
Ich habe sehr genau zugehört, aber ich weiß – so wie alle Österreicherinnen und Österreicher – auch heute nicht, welche Position Sie zum Euro eigentlich beziehen. (Abg. Dr. Haider: Manche sind ein bißchen schwer von Begriff!) Ich weiß, daß Sie einen Zickzackkurs fahren, und ich weiß, daß weder die Wirtschaft noch die Bevölkerung so einen Zickzackkurs honoriert.
Abg. Dr. Haider: Das habe ich gesagt? Verwechseln Sie uns mit der ÖVP?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das zieht sich ja durch. Wenn ich zum Beispiel jetzt höre, daß der italienische Wein etwas verdünnt ist, dann erinnere ich mich daran, daß von dieser Seite die Bedingung kam, daß wir nicht der Währungsunion beitreten sollten, wenn nicht Italien, unser zweitwichtigster Handelspartner, dabei ist. (Abg. Dr. Haider: Das habe ich gesagt? Verwechseln Sie uns mit der ÖVP?) Ätsch – jetzt ist Italien dabei, nun ist es plötzlich Großbritannien! Kein Mensch kann mir erklären, warum wir auf Großbritannien warten sollten. Diesen Wirtschaftsprofessor möchte ich einmal hören. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das zieht sich ja durch. Wenn ich zum Beispiel jetzt höre, daß der italienische Wein etwas verdünnt ist, dann erinnere ich mich daran, daß von dieser Seite die Bedingung kam, daß wir nicht der Währungsunion beitreten sollten, wenn nicht Italien, unser zweitwichtigster Handelspartner, dabei ist. (Abg. Dr. Haider: Das habe ich gesagt? Verwechseln Sie uns mit der ÖVP?) Ätsch – jetzt ist Italien dabei, nun ist es plötzlich Großbritannien! Kein Mensch kann mir erklären, warum wir auf Großbritannien warten sollten. Diesen Wirtschaftsprofessor möchte ich einmal hören. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das habe ich befürchtet!
Das zweite: Sie machen sich anscheinend Sorgen, daß der Schilling bei einer Umrechnung zum Euro aufgrund dieses Wechselkursmechanismus zu weich wäre. Auch da kenne ich mich nicht aus. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das habe ich befürchtet!) Ich erinnere daran, daß Herr Abgeordneter Dr. Haider laut "Salzburger Nachrichten" gesagt hat: Der Schilling ist zu hart, der Schilling sollte weicher werden, um die Exportwirtschaft zu stärken. (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.)
Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.
Das zweite: Sie machen sich anscheinend Sorgen, daß der Schilling bei einer Umrechnung zum Euro aufgrund dieses Wechselkursmechanismus zu weich wäre. Auch da kenne ich mich nicht aus. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das habe ich befürchtet!) Ich erinnere daran, daß Herr Abgeordneter Dr. Haider laut "Salzburger Nachrichten" gesagt hat: Der Schilling ist zu hart, der Schilling sollte weicher werden, um die Exportwirtschaft zu stärken. (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Darum sollten wir eines tun: Wir sollten unseren Wirtschaftspartnern, jenen, die in Österreich investieren – Hunderten österreichischen Firmen, Tausenden, die hier investieren, aber auch unseren ausländischen Partnern, die hier investieren und sich immer darauf verlassen haben, daß Österreich eine stabile Währungspolitik gemeinsam zum Beispiel mit der D-Mark bieten wird –, sagen: Wir werden das beibehalten, ihr könnt weiter in Österreich investieren und damit Tausende Arbeitsplätze in Österreich schaffen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Man sollte allerdings nicht so einen Zickzackkurs gehen, bei dem sich kein Mensch mehr auskennt. (Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Darum sollten wir eines tun: Wir sollten unseren Wirtschaftspartnern, jenen, die in Österreich investieren – Hunderten österreichischen Firmen, Tausenden, die hier investieren, aber auch unseren ausländischen Partnern, die hier investieren und sich immer darauf verlassen haben, daß Österreich eine stabile Währungspolitik gemeinsam zum Beispiel mit der D-Mark bieten wird –, sagen: Wir werden das beibehalten, ihr könnt weiter in Österreich investieren und damit Tausende Arbeitsplätze in Österreich schaffen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Man sollte allerdings nicht so einen Zickzackkurs gehen, bei dem sich kein Mensch mehr auskennt. (Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Es ist schlecht, ununterbrochen alles mit Mieselsucht und Schlechtmacherei in unserem Lande zugrunde richten zu wollen, und zwar aus evidentem politischem Interesse! Wir müssen die Stärken in unserem Lande stärken! Wir brauchen Realitätssinn, auch Optimismus und Kraft, aber nicht eine solche Mieselsucht! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Sie sind ja kein Gewerkschafter! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Schönfärber! Schönfärberei!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben gestern im Hauptausschuß die österreichische Position zum Beschäftigungsgipfel in Luxemburg dargelegt. Ich bin sehr stolz darauf, daß in Österreich eine Position gemeinsam mit den Regierungsparteien und Sozialpartnern erarbeitet wurde. (Abg. Aumayr: Sie sind ja kein Gewerkschafter! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Schönfärber! Schönfärberei!)
Abg. Mag. Stadler: Joi! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Wir könnten uns an sich in Österreich zurücklehnen. Ein Regierungschef der Europäischen Union hat zu mir gesagt: Wenn ich eure Zahlen hätte – die beste Jugendbeschäftigung in Europa (Abg. Mag. Stadler: Joi! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), die zweitbeste Beschäftigung in Europa, nachweisbar –, dann würde ich mich zurücklehnen. (Abg. Mag. Stadler: Was sagen denn die Lehrlinge dazu? – Ruf bei den Freiheitlichen: Lehrlingslüge!) Aber wieso kämpft ihr Österreicher dauernd um Beschäftigung in Europa? – Weil wir es als gemeinsames Problem ansehen!
Abg. Mag. Stadler: Was sagen denn die Lehrlinge dazu? – Ruf bei den Freiheitlichen: Lehrlingslüge!
Wir könnten uns an sich in Österreich zurücklehnen. Ein Regierungschef der Europäischen Union hat zu mir gesagt: Wenn ich eure Zahlen hätte – die beste Jugendbeschäftigung in Europa (Abg. Mag. Stadler: Joi! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), die zweitbeste Beschäftigung in Europa, nachweisbar –, dann würde ich mich zurücklehnen. (Abg. Mag. Stadler: Was sagen denn die Lehrlinge dazu? – Ruf bei den Freiheitlichen: Lehrlingslüge!) Aber wieso kämpft ihr Österreicher dauernd um Beschäftigung in Europa? – Weil wir es als gemeinsames Problem ansehen!
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Alles hohle Phrasen!
Wenn der Präsident des Europäischen Gewerkschaftsbundes, der Europäischen Wirtschaftsvereinigung sagt: Österreich kämpft an vorderster Stelle für mehr Beschäftigung, dann ist das, meine sehr geehrten Damen und Herren, nicht nur ein Lob, sondern ein Auftrag für uns, uns auch in Luxemburg dafür einzusetzen, daß das Beschäftigungsthema weiterhin so im Vordergrund bleibt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Alles hohle Phrasen!)
Zwischenruf des Abg. Jung
Ich möchte gerne wissen, wer von den hier Anwesenden vor einem Jahr geglaubt hätte, daß wir hier und heute in der Erwartung sitzen würden, daß es einen Sondergipfel für Beschäftigung in Luxemburg gibt (Zwischenruf des Abg. Jung ) und daß bei diesem Sondergipfel für Beschäftigung in Ergänzung zum Konvergenzprogramm für Währung auch ein Konvergenzprogramm für Beschäftigung Thema sein wird (Abg. Ing. Reichhold: Da ist bisher nichts herausgekommen! Ein Flop!): mit verpflichtenden Maßnahmen, verpflichtenden Zielen und periodischen Überprüfungen. (Abg. Wabl: Das französische Volk hat das bewirkt!) Dazu hätte vor einem Jahr jeder gesagt: Das sind ein paar Träumer, die sich das vorstellen.
Abg. Ing. Reichhold: Da ist bisher nichts herausgekommen! Ein Flop!
Ich möchte gerne wissen, wer von den hier Anwesenden vor einem Jahr geglaubt hätte, daß wir hier und heute in der Erwartung sitzen würden, daß es einen Sondergipfel für Beschäftigung in Luxemburg gibt (Zwischenruf des Abg. Jung ) und daß bei diesem Sondergipfel für Beschäftigung in Ergänzung zum Konvergenzprogramm für Währung auch ein Konvergenzprogramm für Beschäftigung Thema sein wird (Abg. Ing. Reichhold: Da ist bisher nichts herausgekommen! Ein Flop!): mit verpflichtenden Maßnahmen, verpflichtenden Zielen und periodischen Überprüfungen. (Abg. Wabl: Das französische Volk hat das bewirkt!) Dazu hätte vor einem Jahr jeder gesagt: Das sind ein paar Träumer, die sich das vorstellen.
Abg. Wabl: Das französische Volk hat das bewirkt!
Ich möchte gerne wissen, wer von den hier Anwesenden vor einem Jahr geglaubt hätte, daß wir hier und heute in der Erwartung sitzen würden, daß es einen Sondergipfel für Beschäftigung in Luxemburg gibt (Zwischenruf des Abg. Jung ) und daß bei diesem Sondergipfel für Beschäftigung in Ergänzung zum Konvergenzprogramm für Währung auch ein Konvergenzprogramm für Beschäftigung Thema sein wird (Abg. Ing. Reichhold: Da ist bisher nichts herausgekommen! Ein Flop!): mit verpflichtenden Maßnahmen, verpflichtenden Zielen und periodischen Überprüfungen. (Abg. Wabl: Das französische Volk hat das bewirkt!) Dazu hätte vor einem Jahr jeder gesagt: Das sind ein paar Träumer, die sich das vorstellen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Es ist darum gegangen, daß der Gipfel noch nicht stattgefunden hat!
Heute ist das Realität. Wir werden ein Konvergenzprogramm für Beschäftigung mit eingeforderten Maßnahmen der einzelnen Nationalstaaten, mit einer periodischen Überprüfung der Wirkungen und mit festgelegten Zielen für mehr Beschäftigung in Europa haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Es ist darum gegangen, daß der Gipfel noch nicht stattgefunden hat!)
Abg. Jung: Zu welchem Zeitpunkt?
Wir haben daher ein Verfahren vorgeschlagen, das aus unserer Sicht nicht nur, wie ich hoffe, intelligenter ist, sondern vor allem die große Chance bietet, daß eine nationale Verbindlichkeit und eine Identifikation entsteht, nämlich das sogenannte Bottom-up-Verfahren. Jedes Land muß von sich aus Maßnahmen zur Senkung der Arbeitslosigkeit vorlegen, von sich aus Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungsquote vorlegen, von sich aus Maßnahmen zur Anhebung der Beschäftigung vorlegen, von sich aus Maßnahmen zur Anhebung der Selbständigenquote vorlegen und muß diese Zahlen für sich selbst verbindlich nennen. Dann kann das überprüft werden. (Abg. Jung: Zu welchem Zeitpunkt?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Diese verbindlichen nationalen Zahlen werden dann aggregiert – also summiert – zu einem gemeinsamen europäischen Ziel. Das hat den Vorteil, daß nationale Verbindlichkeit entsteht, und das ist es, was wir insgesamt in Europa wollen: das Konvergenzprogramm für Beschäftigung. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: Da sind Sie "früh" dran! Das hätten Sie schon längst tun müssen!
Wir haben uns vorgenommen, daß – in Analogie zu den großen vier Leitlinien, die hier vorgelegt werden sollen – in Österreich die Schwerpunkte in folgenden Bereichen liegen sollen: Investitionen in die Ausbildung, und zwar nicht nur in die Erstausbildung, sondern auch in die berufliche Weiterbildung, um sicherzustellen, daß die Arbeitnehmer die Voraussetzungen dafür haben, sich auf den Arbeitsmärkten zu behaupten, Investitionen in die Infrastruktur, neue Instrumente der europäischen Investitionsbank für Klein- und Mittelbetriebe, weil wir wissen, daß von dort Beschäftigungsimpulse ausgehen, sowie die Harmonisierung der Steuern, ein ganz wesentlicher Faktor. (Abg. Ing. Reichhold: Da sind Sie "früh" dran! Das hätten Sie schon längst tun müssen!) Denn der Steuerwettbewerb nach unten überträgt die Last der Staatsfinanzierung zu einem beachtlichen Teil auf die sogenannten immobilen Faktoren, wie etwa Löhne und Mehrwertsteuer, somit also auf den Konsumenten.
Abg. Wabl: Da wird aber Österreich ganz schön in Schwierigkeiten kommen!
Darin liegen zwei interessante Ansätze. Der erste Ansatz ist bereits unter dem bestehenden Recht möglich. Ich hatte vor wenigen Tagen ein Gespräch mit dem zuständigen Kommissar für Wettbewerb, Karel Van Miert. Er äußerte die Absicht, Steuerprivilegien verstärkt als unerlaubte Beihilfen zu quantifizieren, das heißt, daß – so wie heute bereits unerlaubte Beihilfen geprüft werden, um zu verhindern, daß einzelne Nationalstaaten mit vielen Beihilfen Unternehmen von anderen Staaten abwerben – die Wettbewerbskommission auch überprüfen wird (Abg. Wabl: Da wird aber Österreich ganz schön in Schwierigkeiten kommen!), ob es etwa Steuerbegünstigungen für bestimmte Sektoren gibt, da diese nun gleichsam als indirekte Beihilfe quantifiziert werden. Es ist dies ein wesentlicher Ansatz, um den ruinösen Steuerwettbewerb nach unten in Zukunft einzubremsen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Darin liegen zwei interessante Ansätze. Der erste Ansatz ist bereits unter dem bestehenden Recht möglich. Ich hatte vor wenigen Tagen ein Gespräch mit dem zuständigen Kommissar für Wettbewerb, Karel Van Miert. Er äußerte die Absicht, Steuerprivilegien verstärkt als unerlaubte Beihilfen zu quantifizieren, das heißt, daß – so wie heute bereits unerlaubte Beihilfen geprüft werden, um zu verhindern, daß einzelne Nationalstaaten mit vielen Beihilfen Unternehmen von anderen Staaten abwerben – die Wettbewerbskommission auch überprüfen wird (Abg. Wabl: Da wird aber Österreich ganz schön in Schwierigkeiten kommen!), ob es etwa Steuerbegünstigungen für bestimmte Sektoren gibt, da diese nun gleichsam als indirekte Beihilfe quantifiziert werden. Es ist dies ein wesentlicher Ansatz, um den ruinösen Steuerwettbewerb nach unten in Zukunft einzubremsen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Der zweite Punkt sind die bereits ausgearbeiteten Überlegungen von Kommissar Monti, die sicherstellen sollen, daß in Zukunft das Steuersystem auf europäischer Ebene gemeinsam in Richtung Ent lastung des Faktors Arbeit und Be lastung des Ressourcenverbrauches umgestellt werden kann – ein wesentlicher Schritt, der auch die Unterstützung des österreichischen Parlaments und der österreichischen Bundesregierung haben wird, da durch die Entlastung des Faktors Arbeit mehr Arbeitsplätze geschaffen werden können. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Zweitens haben wir die gut funktionierende Sozialpartnerschaft in Österreich als Modell auch für Europa empfohlen! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Darauf können wir stolz sein, auch wenn es Ihnen nicht paßt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zweitens haben wir die gut funktionierende Sozialpartnerschaft in Österreich als Modell auch für Europa empfohlen! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Darauf können wir stolz sein, auch wenn es Ihnen nicht paßt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: Wollen Sie wieder "Pluspunkte" sammeln?
In Zukunft wird es auf europäischer Ebene auch periodische Dialoge mit den europäischen Sozialpartnern geben, da uns allen klar ist, daß weder eine nationale noch alle europäischen Regierungen zusammen alleine Arbeitsplätze schaffen können, sondern daß das gemeinsam mit den Sozialpartnern geschehen muß. (Abg. Ing. Reichhold: Wollen Sie wieder "Pluspunkte" sammeln?) Daher ist die Einbindung der Sozialpartner auf europäischer Ebene ein wesentlicher Erfolg im Rahmen österreichischer Modelle, die wir geliefert haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Winseln S’ jetzt wieder?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Winseln S’ jetzt wieder?
In Zukunft wird es auf europäischer Ebene auch periodische Dialoge mit den europäischen Sozialpartnern geben, da uns allen klar ist, daß weder eine nationale noch alle europäischen Regierungen zusammen alleine Arbeitsplätze schaffen können, sondern daß das gemeinsam mit den Sozialpartnern geschehen muß. (Abg. Ing. Reichhold: Wollen Sie wieder "Pluspunkte" sammeln?) Daher ist die Einbindung der Sozialpartner auf europäischer Ebene ein wesentlicher Erfolg im Rahmen österreichischer Modelle, die wir geliefert haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Winseln S’ jetzt wieder?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das Vertrauen der internationalen Finanzmärkte in die EZB wird von einer Reihe von Faktoren abhängen, am wesentlichsten mit Sicherheit jedoch davon, wie sich die stabilitätsorientierte Wirtschaftspolitik der teilnehmenden Mitgliedstaaten in der Vergangenheit entwickelt hat und in der Gegenwart darstellt. Diesbezüglich können wir, wie ich glaube, sehr zufrieden sein. Ich bin überzeugt davon, daß der Stabilitätsanspruch von den Finanzmärkten auch honoriert wird. Aus meiner Sicht ist jenes Verfahren, das nun vorbereitet wird, nämlich der Pakt für Wachstum und Stabilität, durchaus ausreichend, vor allem, weil auch der EU-Vertrag der Europäischen Zentralbank die Orientierung an der Preisstabilität vorgibt. Das Vertrauen der Finanzmärkte wird nicht durch eine Rezession laut Professor Streissler, sondern durch Wachstum und Beschäftigung in der Europäischen Union gesteigert werden können. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Vermögensposition!
Ich kann Ihnen zur Frage nach den Auswirkungen der Währungsunion auf die Vermögensposition der Oesterreichischen Nationalbank mitteilen, daß es durch die Übertragung von Reserven an die EZB – wie bereits jetzt an das Europäische Währungsinstitut – keine Auswirkungen auf die Vermögensposition gibt. Was Sie vielleicht gemeint haben, ist die Ertragsposition. (Abg. Dr. Haider: Vermögensposition!) – Bitte schön, Handbuch Seite 1! Durch die Gewinnverteilung auf Basis des Kapitalschlüssels kann es möglicherweise Auswirkungen auf die Ertragsposition geben. (Abg. Dr. Nowotny – in Richtung Freiheitliche –: Das ist falsch! Falsch verstanden! – Abg. Dr. Haider: Die "Financial Times" ist dumm!) Diese Diskussionen sind jedoch noch nicht abgeschlossen. (Abg. Dr. Nowotny: Zuhören! – Abg. Dr. Haider: Die "Financial Times" ist dumm! Nur Professor Nowotny ist so gescheit!)
Abg. Dr. Nowotny – in Richtung Freiheitliche –: Das ist falsch! Falsch verstanden! – Abg. Dr. Haider: Die "Financial Times" ist dumm!
Ich kann Ihnen zur Frage nach den Auswirkungen der Währungsunion auf die Vermögensposition der Oesterreichischen Nationalbank mitteilen, daß es durch die Übertragung von Reserven an die EZB – wie bereits jetzt an das Europäische Währungsinstitut – keine Auswirkungen auf die Vermögensposition gibt. Was Sie vielleicht gemeint haben, ist die Ertragsposition. (Abg. Dr. Haider: Vermögensposition!) – Bitte schön, Handbuch Seite 1! Durch die Gewinnverteilung auf Basis des Kapitalschlüssels kann es möglicherweise Auswirkungen auf die Ertragsposition geben. (Abg. Dr. Nowotny – in Richtung Freiheitliche –: Das ist falsch! Falsch verstanden! – Abg. Dr. Haider: Die "Financial Times" ist dumm!) Diese Diskussionen sind jedoch noch nicht abgeschlossen. (Abg. Dr. Nowotny: Zuhören! – Abg. Dr. Haider: Die "Financial Times" ist dumm! Nur Professor Nowotny ist so gescheit!)
Abg. Dr. Nowotny: Zuhören! – Abg. Dr. Haider: Die "Financial Times" ist dumm! Nur Professor Nowotny ist so gescheit!
Ich kann Ihnen zur Frage nach den Auswirkungen der Währungsunion auf die Vermögensposition der Oesterreichischen Nationalbank mitteilen, daß es durch die Übertragung von Reserven an die EZB – wie bereits jetzt an das Europäische Währungsinstitut – keine Auswirkungen auf die Vermögensposition gibt. Was Sie vielleicht gemeint haben, ist die Ertragsposition. (Abg. Dr. Haider: Vermögensposition!) – Bitte schön, Handbuch Seite 1! Durch die Gewinnverteilung auf Basis des Kapitalschlüssels kann es möglicherweise Auswirkungen auf die Ertragsposition geben. (Abg. Dr. Nowotny – in Richtung Freiheitliche –: Das ist falsch! Falsch verstanden! – Abg. Dr. Haider: Die "Financial Times" ist dumm!) Diese Diskussionen sind jedoch noch nicht abgeschlossen. (Abg. Dr. Nowotny: Zuhören! – Abg. Dr. Haider: Die "Financial Times" ist dumm! Nur Professor Nowotny ist so gescheit!)
Abg. Ing. Reichhold: Machen Sie sich nicht lächerlich!
Die schwedische Regierung begründet ihre Entscheidung damit, daß – wie sich aus einer Ihnen sicher bekannten und sehr interessanten Expertenstudie dezidiert ergab – Schweden im Gegensatz zu Österreich noch nicht im erforderlichen Maße in den Währungs- und Wirtschaftsmärkten integriert ist. (Abg. Ing. Reichhold: Machen Sie sich nicht lächerlich!) Österreich ist – was selbst in jener Expertenstudie der schwedischen Regierung als wesentlicher Unterschied angeführt wird – aufgrund seiner engen Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland, Frankreich und anderen Staaten um vieles besser integriert als Schweden. Dies ist meiner Ansicht nach auch der Grund für die unterschiedliche Haltung.
Abg. Haigermoser: Sie haben das Budget frisiert!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im übrigen darf ich Ihnen mitteilen, daß Schweden gar nicht alle Kriterien erfüllt. (Abg. Haigermoser: Sie haben das Budget frisiert!) Ich weiß, daß Sie traurig darüber sind, daß Österreich das Ziel, das es sich vorgenommen hat, erreicht hat, aber ich bin froh darüber, daß wir es erfüllen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Der Herr Vranitzky war ja ein Superstar gegen Sie!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Der Herr Vranitzky war ja ein Superstar gegen Sie!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im übrigen darf ich Ihnen mitteilen, daß Schweden gar nicht alle Kriterien erfüllt. (Abg. Haigermoser: Sie haben das Budget frisiert!) Ich weiß, daß Sie traurig darüber sind, daß Österreich das Ziel, das es sich vorgenommen hat, erreicht hat, aber ich bin froh darüber, daß wir es erfüllen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Der Herr Vranitzky war ja ein Superstar gegen Sie!)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Plötzlich ist das Sozi-Musterland nichts mehr!
Schweden hat aus Anlaß der Beitrittsverhandlungen einseitig erklärt, daß es vor einem Beitritt zur Wirtschafts- und Währungsunion eine nationale Entscheidung herbeiführen will. Österreich hat das nicht getan. Ich wiederhole noch einmal, daß die schwedische Wirtschaft weit weniger integriert ist als die österreichische. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Plötzlich ist das Sozi-Musterland nichts mehr!)
Abg. Haigermoser: "Elch-Test" für Klima!
In Österreich besteht Übereinkunft zwischen den Banken, den Sozialpartnern und der Bundesregierung, daß die Konsumenten für Kontoumstellungen auf den Euro und die Umwechslung von Schilling in Euro, soweit es sich um sogenannte Haushaltsmengen handelt, keine Gebühren bezahlen müssen. (Abg. Haigermoser: "Elch-Test" für Klima!) Dies stellt ein gutes Beispiel positiver Konsensfindung zwischen den Interessen der Betroffenen und der Bundesregierung dar. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Keine A-Klasse! C-Klasse!)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Keine A-Klasse! C-Klasse!
In Österreich besteht Übereinkunft zwischen den Banken, den Sozialpartnern und der Bundesregierung, daß die Konsumenten für Kontoumstellungen auf den Euro und die Umwechslung von Schilling in Euro, soweit es sich um sogenannte Haushaltsmengen handelt, keine Gebühren bezahlen müssen. (Abg. Haigermoser: "Elch-Test" für Klima!) Dies stellt ein gutes Beispiel positiver Konsensfindung zwischen den Interessen der Betroffenen und der Bundesregierung dar. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Keine A-Klasse! C-Klasse!)
Bundeskanzler Mag. Klima: Nein, das habe ich nicht gesagt ...!
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Der Herr Bundeskanzler hat in seinem etwas emotionellen Beitrag hier Position bezogen. Das ist durchaus legitim, nur: Sie haben halt schon sehr viel versprochen, denn als Sie angetreten sind, haben Sie in Ihrer Regierungserklärung gesagt: Das Wichtigste ist der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Und als Sie vor dem Sommer gefragt wurden, was Sie zur Jugendarbeitslosigkeit und zu den arbeitslosen Lehrlingen meinen, haben Sie gesagt: Das Wichtigste ist, daß wir den jungen Menschen Arbeit geben, und ich garantiere, daß jeder Jugendliche im Herbst einen Lehrplatz haben wird. (Bundeskanzler Mag. Klima: Nein, das habe ich nicht gesagt ...!) Das haben Sie gesagt. – Jetzt sagen Sie: Jeder 15jährige soll einen Ausbildungsplatz haben. Wie immer: Sie variieren ganz gerne.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Ich sage Ihnen folgendes: Es ist Ihnen in beiden Fällen nicht gelungen, auch nur annähernd Fortschritte zu erzielen, denn die Arbeitslosigkeit steigt in unserem Lande. Sie ist auf Rekordhöhe und wird im Winter noch die Rekordspitze erreichen. Das prognostizieren auch Ihre eigenen Parteifreunde innerhalb der Gewerkschaft. Sie haben es leider nicht geschafft, Tausende junge Menschen mit einem Ausbildungsplatz zu versehen, obwohl Sie diesbezüglich das große Versprechen abgegeben haben. Daher sage ich: Es ist wesentlich weniger riskant, wenn unser Abgeordneter Schreiner "pantscht", als wenn Sie pfuschen, denn darunter leiden die Österreicher. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: So ist es!
Was soll denn das bedeuten, wenn Sie sagen, das ist eben die verläßliche Politik dieser Regierung? Was ist denn verläßlich bei Ihrer Wirtschaftspolitik? – Daß Sie rückwirkend Steuergesetze ändern, gemeinsam mit der ÖVP, die jahraus, jahrein hier im Parlament gegen rückwirkende Steuergesetze aufgetreten ist? (Abg. Haigermoser: So ist es!) Daß Sie über Nacht die Verlustvorträge aussetzen? Daß Sie eine Mindestkörperschaftsteuer zu Lasten der Jungunternehmer einführen? Ist diese Art der Politik verläßlich? Daß Sie eine Technologieoffensive ankündigen, was bis heute nicht umgesetzt wurde? Daß Sie eine Exportoffensive ankündigen, die zusammengeschrumpft ist? Ist das an Ihrer Regierung, an Ihrer Politik verläßlich?
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind die Gründe, Herr Bundeskanzler, warum in diesem Lande nichts weitergeht! Da können Sie zu zehn weiteren Gipfeltreffen hinsichtlich Beschäftigungspolitik fahren: Am Ende werden Sie hier im Lande an Ihren Leistungen gemessen – und die sind bisher sehr, sehr bescheiden ausgefallen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist Ihre Wirtschaftspolitik: Es dem eigenen Land schlechter zu machen, aber den Nachbarn zu verbessern? – Schauen Sie einmal auf die österreichischen Betriebe! Schauen Sie auf die österreichischen Arbeitsplätze! Das ist die Aufgabe, die Sie als österreichischer Bundeskanzler haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Der Redner hält einen Zeitungsartikel in die Höhe. – Abg. Mag. Stadler: Lauter Schlechtmacher!
Es ist Ihnen vielleicht entgangen, daß heute gegenüber den österreichischen Tageszeitungen Frau Hostasch und Herr Edlinger bereits sagen, daß es leider nicht gelungen ist, die von Ihnen hier angekündigten quantitativen, makroökonomischen Ziele für eine Beschäftigungspolitik auf europäischer Ebene zu verankern, weil die Widersprüche zu groß sind. – Das sagte Frau Hostasch heute den Medien gegenüber. (Der Redner hält einen Zeitungsartikel in die Höhe. – Abg. Mag. Stadler: Lauter Schlechtmacher!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weiters kann man lesen: Brüssel hat kein Geld für Arbeitsplätze. – Na selbstverständlich! Und Sie machen einen großen Zinnober; da werden große Konferenzen veranstaltet, aber: Damit wird die Zahl von 18 Millionen Arbeitslosen nicht weggebracht. Sie wird nur dann weggebracht werden, wenn es bessere Rahmenbedingungen für jene klein- und mittelständischen Betriebe gibt, die in Österreich seit Jahren die Zeche in dieser ganzen Sache zahlen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen folgendes, Herr Bundeskanzler: Wenn Sie von Steuerharmonisierung reden, klingt das wirklich eigenartig. Sie sitzen in der Regierung, hätten die Möglichkeit, zu harmonisieren, sind aber nicht einmal in der Lage, die Mehrwertsteuersätze zwischen Deutschland und Österreich zu harmonisieren. Wer hindert Sie daran, das zu tun? Wer hindert Sie daran, Herr Bundeskanzler, eine für den Mittelstand freundliche Steuerreform zu machen, nämlich den nichtentnommenen Gewinn nicht zu besteuern, damit jene, die investieren und Arbeitsplätze schaffen, belohnt werden? Dadurch hätten Sie 50 000 Arbeitsplätze in fünf Jahren. Wer hindert Sie daran? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wer hindert Sie daran, die Lohnnebenkosten zu senken, indem die Arbeiterkammer nicht Höchstbeiträge einhebt, indem die Gewerbekammer nicht die höchsten Kammerumlagen einnimmt, indem der Wohnbauförderungsbeitrag gestrichen wird? Wer hindert Sie daran? Dafür brauchen Sie nicht nach Brüssel zu fahren. All das können Sie hier machen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wer hindert Sie daran, dafür zu sorgen, daß die Strukturmilliarde, die Sie eingesetzt haben, auch wirklich für vernünftige Umschulungen verwendet wird? Wissen Sie, was mit diesem Geld heute geschieht? – Jeder kann zurzeit beim Arbeitsamt jede Art von Schulung beantragen; sogar Führerscheinprüfungen werden mit bis zu 20 000 S subventioniert. Prüfen Sie das doch einmal! Bei der Arbeitsmarktverwaltung Oberösterreich werden Führerscheinprüfungen unter dem Titel "Strukturhilfen und Umschulung" auch noch bezahlt, bis zu 20 000 S. – Wenn das der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ist, daß man Führerscheine finanziert, dann ist das doch an der Grenze der Lächerlichkeit, Herr Bundeskanzler! Das hat mit Wirtschaftspolitik wirklich nichts zu tun! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Langanhaltender Beifall bei den Freiheitlichen.
Jetzt frage ich mich wirklich, ob es notwendig ist, diesen Weg für Österreich um jeden Preis mitzugehen – oder ob es nicht vernünftiger wäre zu sagen: Zuerst verwenden wir unser Geld, um Arbeitsplätze zu sichern, flexible Rahmenbedingungen zu schaffen, und erst als letzten Schritt treten wir einer Währungsunion bei; nämlich dann, wenn der Binnenmarkt harmonisiert ist, wenn der Bundeskanzler seine Hausaufgaben gemacht hat und auch die Steuerpolitik harmonisiert ist. Erst dann ist eine gemeinsame Währungspolitik sinnvoll. Aber man sollte die Währungsunion nicht als ersten Schritt ohne harmonisierten Binnenmarkt einführen, denn das bedeutet, einen Weg in verstärkte Arbeitslosigkeit zu gehen, der letztlich auf dem Rücken der vielen "kleinen" Leute in Österreich ausgetragen wird. (Langanhaltender Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe: Wo ist die Berichtigung? Das ist ein Debattenbeitrag und keine tatsächliche Berichtigung!
Aus einem Positionspapier der schwedischen Sozialdemokraten, einer Partei, die früher immer für die österreichischen Sozialdemokraten als mustergültig galt, aus einem Gutachten geht hervor, daß erstens die schwedischen Sozialdemokraten als Regierungspartei der Meinung sind, daß mit der Währungsunion die Arbeitslosigkeit in bestimmten Regionen nach Durchführung der Wirtschafts- und Währungsunion steigen werde, daß zweitens die politischen Gegensätze in Europa steigen werden, daß drittens ein eigenes Besteuerungsrecht für die Europäische Union zu einer Herstellung der Binnenstabilität drohe, daß viertens die Kriterien, die von der Europäischen Zentralbank aufgestellt werden, nicht demokratisch kontrollierbar seien und die Bank dafür nicht haftbar gemacht werden könne. (Rufe: Wo ist die Berichtigung? Das ist ein Debattenbeitrag und keine tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Dr. Stummvoll: So eine schwache Dringliche haben wir schon lange nicht gehabt!
Im Hinblick auf die schwache Unterstützung des schwedischen Volkes für die Wirtschafts- und Währungsunion ist eine schwedische Teilnahme an der Währungsunion bei ihrem Beginn am 1. Jänner 1999 nicht aktuell. – (Abg. Dr. Stummvoll: So eine schwache Dringliche haben wir schon lange nicht gehabt!) – Ich zitiere weiter: Die Glaubwürdigkeit des schwedischen politischen Systems würde stark in Frage gestellt werden, falls der Reichstag im Herbst einen derart großen Schritt beschließt. Gleichzeitig würde dies auch die Gefahr bedeuten, daß die Europäische Union und die schwedische EU-Mitgliedschaft noch mehr in Frage gestellt werden. – (Abg. Dr. Stummvoll: Jetzt wird es schon peinlich!) – Dazu kommen noch die Fragezeichen, die sich bei einem Beitritt zur WWU rund um die wirtschaftlichen Konsequenzen für die demokratische Einflußnahme und die Haftung der Europäischen Zentralbank ergeben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Jetzt wird es schon peinlich!
Im Hinblick auf die schwache Unterstützung des schwedischen Volkes für die Wirtschafts- und Währungsunion ist eine schwedische Teilnahme an der Währungsunion bei ihrem Beginn am 1. Jänner 1999 nicht aktuell. – (Abg. Dr. Stummvoll: So eine schwache Dringliche haben wir schon lange nicht gehabt!) – Ich zitiere weiter: Die Glaubwürdigkeit des schwedischen politischen Systems würde stark in Frage gestellt werden, falls der Reichstag im Herbst einen derart großen Schritt beschließt. Gleichzeitig würde dies auch die Gefahr bedeuten, daß die Europäische Union und die schwedische EU-Mitgliedschaft noch mehr in Frage gestellt werden. – (Abg. Dr. Stummvoll: Jetzt wird es schon peinlich!) – Dazu kommen noch die Fragezeichen, die sich bei einem Beitritt zur WWU rund um die wirtschaftlichen Konsequenzen für die demokratische Einflußnahme und die Haftung der Europäischen Zentralbank ergeben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Im Hinblick auf die schwache Unterstützung des schwedischen Volkes für die Wirtschafts- und Währungsunion ist eine schwedische Teilnahme an der Währungsunion bei ihrem Beginn am 1. Jänner 1999 nicht aktuell. – (Abg. Dr. Stummvoll: So eine schwache Dringliche haben wir schon lange nicht gehabt!) – Ich zitiere weiter: Die Glaubwürdigkeit des schwedischen politischen Systems würde stark in Frage gestellt werden, falls der Reichstag im Herbst einen derart großen Schritt beschließt. Gleichzeitig würde dies auch die Gefahr bedeuten, daß die Europäische Union und die schwedische EU-Mitgliedschaft noch mehr in Frage gestellt werden. – (Abg. Dr. Stummvoll: Jetzt wird es schon peinlich!) – Dazu kommen noch die Fragezeichen, die sich bei einem Beitritt zur WWU rund um die wirtschaftlichen Konsequenzen für die demokratische Einflußnahme und die Haftung der Europäischen Zentralbank ergeben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Ich habe sie mitgeschrieben!
Bundeskanzler Mag. Viktor Klima: Herr Abgeordneter Mag. Stadler! Meine Aussage war ... (Abg. Dr. Haider: Ich habe sie mitgeschrieben!) Darf ich? Meine Aussage war, daß Schweden nicht alle Kriterien zur Teilnahme an der Währungsunion erfüllt. (Abg. Mag. Stadler: Herr Bundeskanzler! Sie haben gesagt ...!) Ist das richtig oder nicht? (Abg. Dr. Haider: Keine Polemik von der Regierungsbank!) Meine Aussage war, daß Schweden nicht alle Kriterien zur Teilnahme an der Währungsunion erfüllt. – Meine Aussage ist richtig, daher war ihre tatsächliche Berichtigung eine "Falschigung". (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Schwach angefangen – und stark nachgelassen! – Abg. Haigermoser: Sie sind heute mit dem linken Fuß aufgestanden! Das war nicht Ihr Tag! Das ist nicht Ihr Tag heute! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Herr Bundeskanzler! Sie haben gesagt ...!
Bundeskanzler Mag. Viktor Klima: Herr Abgeordneter Mag. Stadler! Meine Aussage war ... (Abg. Dr. Haider: Ich habe sie mitgeschrieben!) Darf ich? Meine Aussage war, daß Schweden nicht alle Kriterien zur Teilnahme an der Währungsunion erfüllt. (Abg. Mag. Stadler: Herr Bundeskanzler! Sie haben gesagt ...!) Ist das richtig oder nicht? (Abg. Dr. Haider: Keine Polemik von der Regierungsbank!) Meine Aussage war, daß Schweden nicht alle Kriterien zur Teilnahme an der Währungsunion erfüllt. – Meine Aussage ist richtig, daher war ihre tatsächliche Berichtigung eine "Falschigung". (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Schwach angefangen – und stark nachgelassen! – Abg. Haigermoser: Sie sind heute mit dem linken Fuß aufgestanden! Das war nicht Ihr Tag! Das ist nicht Ihr Tag heute! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Keine Polemik von der Regierungsbank!
Bundeskanzler Mag. Viktor Klima: Herr Abgeordneter Mag. Stadler! Meine Aussage war ... (Abg. Dr. Haider: Ich habe sie mitgeschrieben!) Darf ich? Meine Aussage war, daß Schweden nicht alle Kriterien zur Teilnahme an der Währungsunion erfüllt. (Abg. Mag. Stadler: Herr Bundeskanzler! Sie haben gesagt ...!) Ist das richtig oder nicht? (Abg. Dr. Haider: Keine Polemik von der Regierungsbank!) Meine Aussage war, daß Schweden nicht alle Kriterien zur Teilnahme an der Währungsunion erfüllt. – Meine Aussage ist richtig, daher war ihre tatsächliche Berichtigung eine "Falschigung". (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Schwach angefangen – und stark nachgelassen! – Abg. Haigermoser: Sie sind heute mit dem linken Fuß aufgestanden! Das war nicht Ihr Tag! Das ist nicht Ihr Tag heute! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Schwach angefangen – und stark nachgelassen! – Abg. Haigermoser: Sie sind heute mit dem linken Fuß aufgestanden! Das war nicht Ihr Tag! Das ist nicht Ihr Tag heute! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Mag. Viktor Klima: Herr Abgeordneter Mag. Stadler! Meine Aussage war ... (Abg. Dr. Haider: Ich habe sie mitgeschrieben!) Darf ich? Meine Aussage war, daß Schweden nicht alle Kriterien zur Teilnahme an der Währungsunion erfüllt. (Abg. Mag. Stadler: Herr Bundeskanzler! Sie haben gesagt ...!) Ist das richtig oder nicht? (Abg. Dr. Haider: Keine Polemik von der Regierungsbank!) Meine Aussage war, daß Schweden nicht alle Kriterien zur Teilnahme an der Währungsunion erfüllt. – Meine Aussage ist richtig, daher war ihre tatsächliche Berichtigung eine "Falschigung". (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Schwach angefangen – und stark nachgelassen! – Abg. Haigermoser: Sie sind heute mit dem linken Fuß aufgestanden! Das war nicht Ihr Tag! Das ist nicht Ihr Tag heute! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Stadler und Haigermoser.
Abgeordneter Dr. Ewald Nowotny (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Um auf die Kontroverse rund um die lange tatsächliche Berichtigung des Kollegen Stadler einzugehen, möchte ich eine ganz kurze Antwort geben: Schweden hat deshalb die Konvergenzkriterien nicht erfüllt, weil es nicht im Europäischen Währungssystem ist. So einfach ist die Sache. Das sind die Fakten. Sie hätten einfach nur nachschauen müssen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Stadler und Haigermoser. )
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie das Beispiel vom Herrn Kollegen Schreiner nicht verstanden? – Abg. Haigermoser: Ätsch! Nichtgenügend! Sie sollten sich ordentlich vorbereiten, Herr Professor!
Ich meine, Sie sollten sich beim Kollegen Schreiner, der ein dickes Bücherl gehabt hat, in dem steht, daß es fünf Kriterien gibt – eines davon ist die Teilnahme am Währungssystem, und das ist nicht erfüllt –, vielleicht ein paar Nachhilfestunden in der eigenen Fraktion geben lassen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie das Beispiel vom Herrn Kollegen Schreiner nicht verstanden? – Abg. Haigermoser: Ätsch! Nichtgenügend! Sie sollten sich ordentlich vorbereiten, Herr Professor!)
Ruf bei den Freiheitlichen: "Die Presse" hat schon oft geirrt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In der Zeitung "Die Presse" ist gestern ein Kommentar mit dem Titel "Die Sondereinlage" erschienen. (Ruf bei den Freiheitlichen: "Die Presse" hat schon oft geirrt!) Der Text lautet:
Abg. Haigermoser: Die Subventionen der "Presse" ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
"Macht sich FPÖ-Obmann Haider wirklich schon solche Sorgen um den Erfolg seines Schilling-Volksbegehrens ...? Offenbar ja. Denn wie wäre es sonst zu erklären, daß er ... sogar den Nationalrat rasch zu einer Sondersitzung zusammentrommeln läßt?" (Abg. Haigermoser: Die Subventionen der "Presse" ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Was "Die Presse" anlangt: Wer zahlt, schafft an! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sollen wir Ihnen ein Schluckerl gewasserten Portugieser geben? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das ist doch der wahre Grund, warum Sie heute diese Sondersitzung einberufen haben! Machen Sie doch niemandem etwas vor! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Was "Die Presse" anlangt: Wer zahlt, schafft an! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sollen wir Ihnen ein Schluckerl gewasserten Portugieser geben? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Dkfm. Holger Bauer.
Ich muß Sie leider enttäuschen: Genutzt hat Ihnen diese Sitzung bis jetzt jedenfalls nichts, denn es hat sich wieder die ganze Schwäche und Widersprüchlichkeit in der Argumentation der FPÖ gezeigt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Dkfm. Holger Bauer. )
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Dazu, daß Herr Abgeordneter Schreiner hier gemeint hat, er sei froh, daß ich nicht sein Professor gewesen bin, kann ich nur sagen: Herr Kollege Schreiner, das beruht voll auf Gegenseitigkeit! (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Weinpantschen hätten Sie bei mir nicht gelernt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Etwas Besseres ist Ihnen nicht eingefallen? Das ist ein schwaches Dementi!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Etwas Besseres ist Ihnen nicht eingefallen? Das ist ein schwaches Dementi!
Dazu, daß Herr Abgeordneter Schreiner hier gemeint hat, er sei froh, daß ich nicht sein Professor gewesen bin, kann ich nur sagen: Herr Kollege Schreiner, das beruht voll auf Gegenseitigkeit! (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Weinpantschen hätten Sie bei mir nicht gelernt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Etwas Besseres ist Ihnen nicht eingefallen? Das ist ein schwaches Dementi!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Krüger und Dr. Haider.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der FPÖ! So wie Sie zuerst für die EU-Mitgliedschaft und dann gegen sie waren, so schwanken Sie in Wirklichkeit in bezug auf die ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Krüger und Dr. Haider. ) Hören Sie auch einmal ein wenig zu, Herr Abgeordneter Haider! Das täte Ihnen nicht schlecht. In Wirklichkeit schwanken Sie auch in Ihrer Position zur Währungsunion. Nun kann man über die Währungsunion lange diskutieren, nur: Für Österreich ist die Position ökonomisch eigentlich völlig klar und sehr einfach. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nur für Sie!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Nur für Sie!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der FPÖ! So wie Sie zuerst für die EU-Mitgliedschaft und dann gegen sie waren, so schwanken Sie in Wirklichkeit in bezug auf die ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Krüger und Dr. Haider. ) Hören Sie auch einmal ein wenig zu, Herr Abgeordneter Haider! Das täte Ihnen nicht schlecht. In Wirklichkeit schwanken Sie auch in Ihrer Position zur Währungsunion. Nun kann man über die Währungsunion lange diskutieren, nur: Für Österreich ist die Position ökonomisch eigentlich völlig klar und sehr einfach. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nur für Sie!)
Beifall und Ah-Rufe bei SPÖ und ÖVP.
Ich möchte jetzt hier einen anerkannten wirtschaftlichen Praktiker zitieren, der sagt: "Ein Ausscheren Österreichs aus dem Euro-Verbund wäre natürlich nicht verkraftbar. Wenn unsere Handelspartner drinnen sind, bekommen wir dann Druck von außen, den wir nicht aushalten." – Das waren die Worte dieses Wirtschaftsexperten am 22. August 1997. Sein Name ist Prinzhorn, FPÖ-Wirtschaftssprecher, solange er seine Meinung noch sagen durfte. (Beifall und Ah-Rufe bei SPÖ und ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der FPÖ! Ihre Position zur EU und zur Währungsunion ist durch zahlreiche Kurven und wiederholtes Umfallen gekennzeichnet. Gäbe es in der Politik so etwas wie einen "Elch-Test", müßte man für die FPÖ nun eine große Rückholaktion einleiten! Seien Sie froh, daß es das in der Politik nicht gibt! (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In Österreich hingegen betreiben wir seit etwa 20 Jahren erfolgreich Hartwährungspolitik, die das Einbinden in einen großen Währungsverbund bedeutet. Wenn Österreich jetzt die Verbindung mit diesem großen Währungsverbund kappen würde, so hieße das in Wirklichkeit, den Stabilitätsbonus aufzugeben, den sich die österreichische Politik und die österreichische Wirtschaft mühsam über all die Jahre aufgebaut haben. Das heißt, das wäre genau das Gegenteil von dem, was günstig für Österreichs Wirtschaft und Beschäftigung wäre. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was ich an der heutigen Sondersitzung bedauere, ist, daß damit ein wirklich wichtiges Thema, nämlich die Frage Beschäftigung in Europa, von der FPÖ als politisches Kleingeld mißbraucht wird. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist die alte Leier!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist die alte Leier!
In Österreich hingegen betreiben wir seit etwa 20 Jahren erfolgreich Hartwährungspolitik, die das Einbinden in einen großen Währungsverbund bedeutet. Wenn Österreich jetzt die Verbindung mit diesem großen Währungsverbund kappen würde, so hieße das in Wirklichkeit, den Stabilitätsbonus aufzugeben, den sich die österreichische Politik und die österreichische Wirtschaft mühsam über all die Jahre aufgebaut haben. Das heißt, das wäre genau das Gegenteil von dem, was günstig für Österreichs Wirtschaft und Beschäftigung wäre. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was ich an der heutigen Sondersitzung bedauere, ist, daß damit ein wirklich wichtiges Thema, nämlich die Frage Beschäftigung in Europa, von der FPÖ als politisches Kleingeld mißbraucht wird. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist die alte Leier!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Erklären Sie es uns!
Wir stehen am Vorabend des Gipfels von Luxemburg, und ich glaube, es ist doch wichtig, dazu einige Bemerkungen zu machen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Erklären Sie es uns!) Ich sage es ganz offen: Bei solch einem Beschäftigungsgipfel besteht stets die Gefahr, daß die einen von ihm zu wenig und die anderen von ihm zu viel erwarten. (Abg. Dr. Haider: Sehr weise! Sehr weise!) Zu wenig erwarten diejenigen, die meinen, Beschäftigungspolitik – dazu gehören auch Sie – sei nur eine nationale Angelegenheit, und die EU soll und kann sich da überhaupt nicht einmischen. – Diese Position ist falsch. Man muß sehen, daß es hier sowohl auf der nationalen Ebene als auf der übernationalen Ebene Verantwortungen gibt. Beide sind wichtig.
Abg. Dr. Haider: Sehr weise! Sehr weise!
Wir stehen am Vorabend des Gipfels von Luxemburg, und ich glaube, es ist doch wichtig, dazu einige Bemerkungen zu machen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Erklären Sie es uns!) Ich sage es ganz offen: Bei solch einem Beschäftigungsgipfel besteht stets die Gefahr, daß die einen von ihm zu wenig und die anderen von ihm zu viel erwarten. (Abg. Dr. Haider: Sehr weise! Sehr weise!) Zu wenig erwarten diejenigen, die meinen, Beschäftigungspolitik – dazu gehören auch Sie – sei nur eine nationale Angelegenheit, und die EU soll und kann sich da überhaupt nicht einmischen. – Diese Position ist falsch. Man muß sehen, daß es hier sowohl auf der nationalen Ebene als auf der übernationalen Ebene Verantwortungen gibt. Beide sind wichtig.
Abg. Mag. Stadler: Warum sagen alle, in Schweizer Franken anlegen?
Wenn man sich jetzt (Abg. Mag. Stadler: Warum sagen alle, in Schweizer Franken anlegen?) – ich werde gleich Zahlen nennen – die Entwicklung der Arbeitslosigkeit ansieht, merkt man, daß in der Schweiz die Arbeitslosigkeit bei etwa 5,4 Prozent liegt. Das heißt, diese liegt knapp unter dem österreichischen Wert. Was aber wichtig ist, ist (Abg. Dr. Haider: Warum legen alle in Schweizer Franken an?), seit ... Uns geht es um die Beschäftigung, meine Herren, und nicht um die Anlage in Schweizer Franken. Vielleicht ist das Ihr Problem, aber das Problem der Österreicher ist die Frage der Beschäftigung! Das haben Sie aber wahrscheinlich noch nicht mitbekommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Warum legen alle in Schweizer Franken an?
Wenn man sich jetzt (Abg. Mag. Stadler: Warum sagen alle, in Schweizer Franken anlegen?) – ich werde gleich Zahlen nennen – die Entwicklung der Arbeitslosigkeit ansieht, merkt man, daß in der Schweiz die Arbeitslosigkeit bei etwa 5,4 Prozent liegt. Das heißt, diese liegt knapp unter dem österreichischen Wert. Was aber wichtig ist, ist (Abg. Dr. Haider: Warum legen alle in Schweizer Franken an?), seit ... Uns geht es um die Beschäftigung, meine Herren, und nicht um die Anlage in Schweizer Franken. Vielleicht ist das Ihr Problem, aber das Problem der Österreicher ist die Frage der Beschäftigung! Das haben Sie aber wahrscheinlich noch nicht mitbekommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn man sich jetzt (Abg. Mag. Stadler: Warum sagen alle, in Schweizer Franken anlegen?) – ich werde gleich Zahlen nennen – die Entwicklung der Arbeitslosigkeit ansieht, merkt man, daß in der Schweiz die Arbeitslosigkeit bei etwa 5,4 Prozent liegt. Das heißt, diese liegt knapp unter dem österreichischen Wert. Was aber wichtig ist, ist (Abg. Dr. Haider: Warum legen alle in Schweizer Franken an?), seit ... Uns geht es um die Beschäftigung, meine Herren, und nicht um die Anlage in Schweizer Franken. Vielleicht ist das Ihr Problem, aber das Problem der Österreicher ist die Frage der Beschäftigung! Das haben Sie aber wahrscheinlich noch nicht mitbekommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Ich frage, wohin das Geld fließt! Das hat auch Einfluß auf die Beschäftigung! Wollen Sie das Gegenteil behaupten, Herr Professor? Wollen Sie sagen, das ist egal, Herr Professor?
Wenn wir uns jetzt die Entwicklung der Arbeitslosigkeit anschauen, so sieht man, daß sich die Arbeitslosenrate in der Schweiz seit 1990 mehr als verzehnfacht hat, sie ist um 4,9 Prozent gestiegen. (Abg. Mag. Stadler: Ich frage, wohin das Geld fließt! Das hat auch Einfluß auf die Beschäftigung! Wollen Sie das Gegenteil behaupten, Herr Professor? Wollen Sie sagen, das ist egal, Herr Professor?) In Österreich dagegen ist sie nur um 1,7 Prozent gestiegen. Das heißt, der Anstieg der Arbeitslosenrate in der Schweiz ist um ein Dreifaches höher. Wenn wir jene Politik verfolgt hätten, die Sie für Österreich vorgeschlagen haben, so würde das bedeuten, daß wir in Österreich eine dreimal höhere Arbeitslosigkeit als jetzt hätten. Das wäre die Folge Ihres Weges, und davor werden wir Österreich bewahren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wenn wir uns jetzt die Entwicklung der Arbeitslosigkeit anschauen, so sieht man, daß sich die Arbeitslosenrate in der Schweiz seit 1990 mehr als verzehnfacht hat, sie ist um 4,9 Prozent gestiegen. (Abg. Mag. Stadler: Ich frage, wohin das Geld fließt! Das hat auch Einfluß auf die Beschäftigung! Wollen Sie das Gegenteil behaupten, Herr Professor? Wollen Sie sagen, das ist egal, Herr Professor?) In Österreich dagegen ist sie nur um 1,7 Prozent gestiegen. Das heißt, der Anstieg der Arbeitslosenrate in der Schweiz ist um ein Dreifaches höher. Wenn wir jene Politik verfolgt hätten, die Sie für Österreich vorgeschlagen haben, so würde das bedeuten, daß wir in Österreich eine dreimal höhere Arbeitslosigkeit als jetzt hätten. Das wäre die Folge Ihres Weges, und davor werden wir Österreich bewahren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Schreiner: Da bin ich!
Abgeordneter Ing. Leopold Maderthaner (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Herr Kollege Schreiner, Sie haben gesagt – er ist jetzt nicht da (Abg. Mag. Schreiner: Da bin ich!) – , Beschäftigungspolitik sei nur eine nationale Angelegenheit. (Abg. Mag. Stadler: Kontaktlinsen das nächste Mal!) Das muß ich ein bißchen korrigieren: Ich würde sagen, sie ist in erster Linie nationale Angelegenheit. Das haben wir auch immer erkannt, und deswegen sind wir in Österreich besonders gut im Rennen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das weiß aber Herr Schreiner!) Wir sind nämlich hinsichtlich Arbeitslosigkeit die Zweitbesten innerhalb der Europäischen Union. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Kontaktlinsen das nächste Mal!
Abgeordneter Ing. Leopold Maderthaner (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Herr Kollege Schreiner, Sie haben gesagt – er ist jetzt nicht da (Abg. Mag. Schreiner: Da bin ich!) – , Beschäftigungspolitik sei nur eine nationale Angelegenheit. (Abg. Mag. Stadler: Kontaktlinsen das nächste Mal!) Das muß ich ein bißchen korrigieren: Ich würde sagen, sie ist in erster Linie nationale Angelegenheit. Das haben wir auch immer erkannt, und deswegen sind wir in Österreich besonders gut im Rennen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das weiß aber Herr Schreiner!) Wir sind nämlich hinsichtlich Arbeitslosigkeit die Zweitbesten innerhalb der Europäischen Union. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das weiß aber Herr Schreiner!
Abgeordneter Ing. Leopold Maderthaner (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Herr Kollege Schreiner, Sie haben gesagt – er ist jetzt nicht da (Abg. Mag. Schreiner: Da bin ich!) – , Beschäftigungspolitik sei nur eine nationale Angelegenheit. (Abg. Mag. Stadler: Kontaktlinsen das nächste Mal!) Das muß ich ein bißchen korrigieren: Ich würde sagen, sie ist in erster Linie nationale Angelegenheit. Das haben wir auch immer erkannt, und deswegen sind wir in Österreich besonders gut im Rennen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das weiß aber Herr Schreiner!) Wir sind nämlich hinsichtlich Arbeitslosigkeit die Zweitbesten innerhalb der Europäischen Union. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Ing. Leopold Maderthaner (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Herr Kollege Schreiner, Sie haben gesagt – er ist jetzt nicht da (Abg. Mag. Schreiner: Da bin ich!) – , Beschäftigungspolitik sei nur eine nationale Angelegenheit. (Abg. Mag. Stadler: Kontaktlinsen das nächste Mal!) Das muß ich ein bißchen korrigieren: Ich würde sagen, sie ist in erster Linie nationale Angelegenheit. Das haben wir auch immer erkannt, und deswegen sind wir in Österreich besonders gut im Rennen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das weiß aber Herr Schreiner!) Wir sind nämlich hinsichtlich Arbeitslosigkeit die Zweitbesten innerhalb der Europäischen Union. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist international schon eine schlechte Lage!
Ich möchte auch dazusagen, daß das natürlich in erster Linie die Leistung der österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmer mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist international schon eine schlechte Lage!) Das muß man auch einmal deutlich sagen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Das ist aber auch ein Verdienst der österreichischen Sozialpartnerschaft, die sich immer bemüht, gemeinsam Lösungen zu finden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte auch dazusagen, daß das natürlich in erster Linie die Leistung der österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmer mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist international schon eine schlechte Lage!) Das muß man auch einmal deutlich sagen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Das ist aber auch ein Verdienst der österreichischen Sozialpartnerschaft, die sich immer bemüht, gemeinsam Lösungen zu finden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte auch dazusagen, daß das natürlich in erster Linie die Leistung der österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmer mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist international schon eine schlechte Lage!) Das muß man auch einmal deutlich sagen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Das ist aber auch ein Verdienst der österreichischen Sozialpartnerschaft, die sich immer bemüht, gemeinsam Lösungen zu finden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Aber Arbeitslosigkeit ist natürlich auch eine europäische Angelegenheit. Selbstverständlich ist es wichtig, ob und wie sehr Europa im Wettbewerb bestehen kann, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. ) Und deswegen ist diese gemeinsame Währung – ich komme darauf noch zu sprechen – besonders wichtig.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Die Errichtung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion ist ein Jahrhundertprojekt mit bedeutenden wirtschaftlichen Chancen. Das müssen wir erkennen, und wir sollten auch alles tun, damit sich die Europäische Union kraftvoll weiterentwickeln kann. Und wenn sie das tut – und das muß sie sicherlich –, dann ist diese Währungsunion ein wesentlicher Schritt dazu, auch ein Schritt zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, denn der Wettbewerb der Zukunft wird nicht nur zwischen den Unternehmen stattfinden, auch nicht zwischen Österreich und Deutschland und Frankreich, sondern zwischen Europa und Asien und Europa und Amerika. Das wird der Wettbewerb der Zukunft sein. Und wir haben alles zu tun, um Europa zu stärken. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn Europa diese gemeinsame Währung braucht, dann kann Österreich nicht draußen bleiben. Wie stellen Sie sich das vor? – Soll Österreich eine Insel sein? – Das ist doch unvorstellbar! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Was passiert denn jetzt? Zinskonvergenz!
Meine Damen und Herren! Eine 1prozentige Zinserhöhung kostet die öffentlichen Haushalte in Österreich rund 15 bis 17 Milliarden Schilling. Das muß man auch wissen. (Abg. Dr. Haider: Was passiert denn jetzt? Zinskonvergenz!) – Eine Senkung selbstverständlich auch! Für die privaten Kreditnehmer heißt das: entweder Ersparnis oder Mehrausgaben in Höhe von rund 6 Milliarden Schilling. (Abg. Dr. Haider: Warum gehen jetzt die Zinsen rauf? Warum gehen sie jetzt rauf?) Du kannst dich ja noch einmal zu Wort melden. Warten wir die Entwicklung ab, lieber Herr Haider! (Abg. Dr. Haider: Höher werden sie, lieber Leopold!)
Abg. Dr. Haider: Warum gehen jetzt die Zinsen rauf? Warum gehen sie jetzt rauf?
Meine Damen und Herren! Eine 1prozentige Zinserhöhung kostet die öffentlichen Haushalte in Österreich rund 15 bis 17 Milliarden Schilling. Das muß man auch wissen. (Abg. Dr. Haider: Was passiert denn jetzt? Zinskonvergenz!) – Eine Senkung selbstverständlich auch! Für die privaten Kreditnehmer heißt das: entweder Ersparnis oder Mehrausgaben in Höhe von rund 6 Milliarden Schilling. (Abg. Dr. Haider: Warum gehen jetzt die Zinsen rauf? Warum gehen sie jetzt rauf?) Du kannst dich ja noch einmal zu Wort melden. Warten wir die Entwicklung ab, lieber Herr Haider! (Abg. Dr. Haider: Höher werden sie, lieber Leopold!)
Abg. Dr. Haider: Höher werden sie, lieber Leopold!
Meine Damen und Herren! Eine 1prozentige Zinserhöhung kostet die öffentlichen Haushalte in Österreich rund 15 bis 17 Milliarden Schilling. Das muß man auch wissen. (Abg. Dr. Haider: Was passiert denn jetzt? Zinskonvergenz!) – Eine Senkung selbstverständlich auch! Für die privaten Kreditnehmer heißt das: entweder Ersparnis oder Mehrausgaben in Höhe von rund 6 Milliarden Schilling. (Abg. Dr. Haider: Warum gehen jetzt die Zinsen rauf? Warum gehen sie jetzt rauf?) Du kannst dich ja noch einmal zu Wort melden. Warten wir die Entwicklung ab, lieber Herr Haider! (Abg. Dr. Haider: Höher werden sie, lieber Leopold!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: In der Schweiz werden sie niedriger!
Meine Damen und Herren! Jedenfalls bedeuten niedrigere Zinsen auch eine Förderung der Gründung von Unternehmen, insbesondere der Klein- und Mittelbetriebe. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: In der Schweiz werden sie niedriger!) Also mit den Vergleichen zur Schweiz würde ich lieber vorsichtig sein. Darüber können wir uns nachher unterhalten, Herr Dr. Haider! (Abg. Dr. Haider: Ich habe nichts gesagt von der Schweiz!) Es gibt andere Entwicklungen, die uns Sorgen machen sollten, die wir auch in der einen oder anderen Form erleben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Sie haben von der Schweiz geredet!)
Abg. Dr. Haider: Ich habe nichts gesagt von der Schweiz!
Meine Damen und Herren! Jedenfalls bedeuten niedrigere Zinsen auch eine Förderung der Gründung von Unternehmen, insbesondere der Klein- und Mittelbetriebe. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: In der Schweiz werden sie niedriger!) Also mit den Vergleichen zur Schweiz würde ich lieber vorsichtig sein. Darüber können wir uns nachher unterhalten, Herr Dr. Haider! (Abg. Dr. Haider: Ich habe nichts gesagt von der Schweiz!) Es gibt andere Entwicklungen, die uns Sorgen machen sollten, die wir auch in der einen oder anderen Form erleben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Sie haben von der Schweiz geredet!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Sie haben von der Schweiz geredet!
Meine Damen und Herren! Jedenfalls bedeuten niedrigere Zinsen auch eine Förderung der Gründung von Unternehmen, insbesondere der Klein- und Mittelbetriebe. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: In der Schweiz werden sie niedriger!) Also mit den Vergleichen zur Schweiz würde ich lieber vorsichtig sein. Darüber können wir uns nachher unterhalten, Herr Dr. Haider! (Abg. Dr. Haider: Ich habe nichts gesagt von der Schweiz!) Es gibt andere Entwicklungen, die uns Sorgen machen sollten, die wir auch in der einen oder anderen Form erleben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Sie haben von der Schweiz geredet!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es wird auch die Chance geben, daß ein einheitlich europäischer Kapitalmarkt vielleicht den vermehrten Zugang auf billigeres Geld möglich macht. Auch das ist ein Vorteil für unsere Wirtschaft! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Ein gar nicht zu unterschätzender Vorteil ergibt sich aus österreichischer Sicht im Wegfall unvorhersehbarer Wechselkursverschiebungen innerhalb des Euro-Raumes. Diesbezüglich haben wir in den letzten Jahren schon einiges erlebt.
Beifall bei der ÖVP.
Ich erläutere Ihnen das anhand eines Beispiels. Ich habe bei einem Betriebsbesuch eines mittleren Industriebetriebes erfahren, daß dieser durch die Kursschwankungen bei einem einzigen Auftrag 170 000 S verloren hat – zwischen Auftragsannahme und Abrechnung. Bei einer gemeinsamen Währung hört sich all das natürlich auf. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es ist gerade die klein- und mittelständische Wirtschaft, die nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa wichtige Beschäftigungsimpulse setzt. Daher ist sie auch ganz besonders zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Gerade für die klein- und mittelständische Wirtschaft wird die gemeinsame Währung vieles an Unkosten und Bürokratie ersparen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es ist daher notwendig, daß wir uns bemühen, sowohl den Zeitpunkt als auch die sonstigen Kriterien einzuhalten, und daß Österreich von Anfang an dabeisein muß. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir wollen auch weiterhin eine starke österreichische Wirtschaft in einem starken, friedvollen und geeinten Europa, das auch in Zukunft in der Lage ist, den Wettbewerb mit Amerika und Asien erfolgreich aufzunehmen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haselsteiner: Herr Schreiner! Das haben wir eh schon gehört!
Herr Kollege Maderthaner! Ich berichtige Sie tatsächlich: Ich habe ausgeführt, daß Beschäftigungspolitik auf europäischer Ebene deswegen schon schwer und beinahe unmöglich ist, da das EU-Budget keine finanziellen Möglichkeiten dafür vorsieht. Lediglich 1 300 Milliarden EU-Budget reichen nicht aus, um eine europäische Beschäftigungspolitik zu initiieren. Dann habe ich weiters ausgeführt, daß selbst Bundeskanzler Kohl, also Ihr Parteikollege, in seiner Regierungserklärung dargestellt hat, daß das Vorgehen gegen Arbeitslosigkeit in erster Linie nationale und nicht europäische Aufgabe sei. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haselsteiner: Herr Schreiner! Das haben wir eh schon gehört!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Für uns Liberale ist das kein Problem, weil wir glauben, wenn wir Europäer sein wollen, wenn wir die politische Dimension der Europäischen Währungsunion und der europäischen Einigung im Sinn haben, dann müssen wir sowohl auf das Schutzschild als auf die Waffe verzichten, und daher sind wir für den Euro. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Mag. Klima.
Meine Damen und Herren! Aber für Sie, die Sie es immer unter einem bestimmten Blickwinkel selektiv wahrnehmen wollen, muß diese Frage zulässig sein, wie der Investor das, was wir damit machen, beurteilt. Jetzt, Herr Bundeskanzler, haben Sie mich wirklich gereizt, und Herr Haider hat in diesem Punkt nicht ganz unrecht. Sie beklagen die Schlechtmacherei. Ich kenne das. Sie waren noch Finanzminister, als Sie gesagt haben: Wir brauchen optimistische Unternehmer. – Ich habe Ihnen damals schon gesagt: Optimismus kann man nicht verordnen. Unternehmer haben Optimismus, wenn die Parameter stimmen, wenn sie Vertrauen und Grund zum Optimismus haben. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Mag. Klima. )
Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Mag. Klima.
Herr Bundeskanzler! Unternehmer haben dann Bedenken, wenn sie Indizien haben, wenn es Grund gibt, Bedenken zu haben. Jetzt lassen Sie mich kurz darauf eingehen. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Mag. Klima. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich frage Sie, Herr Bundeskanzler: Aus welchen Maßnahmen soll denn das Vertrauen kommen? Aus dem Erfolg der Konsolidierung des Budgets? – Ja, das ist eine kleine Facette. Aber wo sind die anderen Maßnahmen? Soll man aus Ihrer Pensionsreform Vertrauen aufbauen? Soll man daraus Vertrauen aufbauen, wie diese zustande gekommen ist? Soll man darauf vertrauen, daß Sie einen "schlanken Staat" und eine moderne Verwaltung einführen werden, wenn man sieht, wie Sie bei der Pragmatisierung und bei anderen Lächerlichkeiten herumlavieren? Soll man in die Zukunft des Landes Vertrauen haben, wenn man weiß, welche Reformen Sie auf dem Bildungssektor zusammenbringen und wo Sie aufgegeben haben oder gescheitert sind oder dem Prinzip des kleinsten gemeinsamen Nenners mit Ihrem Koalitionspartner folgen? – Das, Herr Bundeskanzler, sind keine Maßnahmen und keine Zeichen für Vertrauen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Sie sagen, Arbeit werde in dem Umfang nicht mehr Basis von Besteuerung werden, und wir werden auf eine Ressourcenbesteuerung übergehen. – Herr Bundeskanzler! Ich bin jetzt etwas länger als drei Jahre in diesem Haus, ich bin mit diesem Slogan schon hereingekommen, und da hat er schon einen Bart gehabt! (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) In der Zwischenzeit ist nichts geschehen, nicht einmal in Ansätzen. Jetzt sagen Sie als Regierungschef, das werde das Programm der Zukunft sein! – Das, Herr Bundeskanzler, schafft nicht Vertrauen, und das macht nicht optimistisch. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie sagen, Arbeit werde in dem Umfang nicht mehr Basis von Besteuerung werden, und wir werden auf eine Ressourcenbesteuerung übergehen. – Herr Bundeskanzler! Ich bin jetzt etwas länger als drei Jahre in diesem Haus, ich bin mit diesem Slogan schon hereingekommen, und da hat er schon einen Bart gehabt! (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) In der Zwischenzeit ist nichts geschehen, nicht einmal in Ansätzen. Jetzt sagen Sie als Regierungschef, das werde das Programm der Zukunft sein! – Das, Herr Bundeskanzler, schafft nicht Vertrauen, und das macht nicht optimistisch. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Dr. Hans Peter Haselsteiner (fortsetzend): Das war mein Schlußsatz! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Haupt: Danke!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Zumindest den Text der Anfrage der Freiheitlichen von heute finde ich nicht so schlecht recherchiert. (Abg. Mag. Haupt: Danke!) Das muß ich schon deswegen finden, weil auf Seite 2 – ich zitiere – "die realistischen Einschätzungen renommierter Experten" erwähnt und einige Namen genannt werden: Jacques Santer, Otmar Issing, Horst Siebert, Erich Streissler – für denjenigen, der sich mit der Literatur über den Euro beschäftigt, sind das keine Unbekannten – und auch ein gewisser Van der Bellen. Da es Leute dieses Namens sehr selten gibt und mir die Stelle irgendwie bekannt vorkommt, bin ich offenbar zustimmend zitiert worden.
Abg. Dr. Haider: In zweiter Auflage kommt es dazu!
Weiter unten auf dieser Seite zitieren Sie mich noch einmal, in diesem Fall allerdings ohne mein Copyright zu wahren. (Abg. Dr. Haider: In zweiter Auflage kommt es dazu!) – In der zweiten Auflage, sehr gern, danke. Ich bitte in Zukunft dringend darum.
Heiterkeit.
Da ich das selbst geschrieben habe, wird es schon stimmen. (Heiterkeit.) Nur ist es ein bisserl selektiv zitiert. Es kommt dann noch ein Satz. (Abg. Dr. Khol: Martin Luther hat dazu etwas gesagt: Jedem schmecken die eigenen Fürze wohl! – Martin Luther!) – Ich bitte, das unter dem Copyright von Herrn Khol ins Protokoll aufzunehmen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Trotzdem unpassend! – Abg. Dr. Haider: Khol hat schon ganz andere Sachen gesagt!)
Abg. Dr. Khol: Martin Luther hat dazu etwas gesagt: Jedem schmecken die eigenen Fürze wohl! – Martin Luther!
Da ich das selbst geschrieben habe, wird es schon stimmen. (Heiterkeit.) Nur ist es ein bisserl selektiv zitiert. Es kommt dann noch ein Satz. (Abg. Dr. Khol: Martin Luther hat dazu etwas gesagt: Jedem schmecken die eigenen Fürze wohl! – Martin Luther!) – Ich bitte, das unter dem Copyright von Herrn Khol ins Protokoll aufzunehmen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Trotzdem unpassend! – Abg. Dr. Haider: Khol hat schon ganz andere Sachen gesagt!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Trotzdem unpassend! – Abg. Dr. Haider: Khol hat schon ganz andere Sachen gesagt!
Da ich das selbst geschrieben habe, wird es schon stimmen. (Heiterkeit.) Nur ist es ein bisserl selektiv zitiert. Es kommt dann noch ein Satz. (Abg. Dr. Khol: Martin Luther hat dazu etwas gesagt: Jedem schmecken die eigenen Fürze wohl! – Martin Luther!) – Ich bitte, das unter dem Copyright von Herrn Khol ins Protokoll aufzunehmen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Trotzdem unpassend! – Abg. Dr. Haider: Khol hat schon ganz andere Sachen gesagt!)
Abg. Silhavy: Das ist ja Ziel dieser "Veranstaltung"!
Das ist keine Aufklärungspolitik, die Sie machen. Auf diese Art können Sie nur eines erzielen, nämlich vorhandene Ängste, vorhandene Befürchtungen, die da sind – es wäre sinnlos, dies zu leugnen – zu schüren. (Abg. Silhavy: Das ist ja Ziel dieser "Veranstaltung"!) Aber das kann nicht wirklich Grundlage einer tragenden Wirtschaftspolitik sein. Ein Unternehmer, Herr Dr. Prinzhorn, hätte auf dieser Basis überhaupt nie eine Entscheidung treffen können. Das müßten Sie doch am allerbesten wissen.
Beifall bei den Grünen.
Seit langem sagen die Grünen, die Währungsunion ist kein Beschäftigungsprogramm, sie ersetzt kein Beschäftigungsprogramm auf europäischer Ebene. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Haider: Er ist schon weg! – Abg. Scheibner: Er ist schon weg!
Herr Bundeskanzler! Wenn es tatsächlich zu einer Vereinbarung kommt (Abg. Dr. Haider: Er ist schon weg! – Abg. Scheibner: Er ist schon weg!) – er ist schon weg, aber der Herr Staatssekretär wird so gütig sein, ihm das mitzuteilen –, wenn es in Luxemburg tatsächlich zu einer Vereinbarung kommt, die dem Maastricht-Vertrag in bezug auf die Konvergenzkriterien der Währungsunion entspricht, dann wäre ich baß erstaunt. Wirklich quantitative Zielsetzungen und all das kann ich mir nicht vorstellen. Im übrigen hätte Österreich nicht auf Luxemburg zu warten brauchen, um mit der "Technologiemilliarde" zu scheitern, um mit der Erfindung neuer Lehrlingsberufe zu scheitern oder um mit dem Ausräumen der AMS-Mittel zugunsten der Pensionsversicherung Schluß zu machen. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Bezüglich dieser Dinge werden wir dann aus Brüssel kritisiert werden. Das hätten wir uns aber ersparen können.
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Herr Bundeskanzler! Wenn es tatsächlich zu einer Vereinbarung kommt (Abg. Dr. Haider: Er ist schon weg! – Abg. Scheibner: Er ist schon weg!) – er ist schon weg, aber der Herr Staatssekretär wird so gütig sein, ihm das mitzuteilen –, wenn es in Luxemburg tatsächlich zu einer Vereinbarung kommt, die dem Maastricht-Vertrag in bezug auf die Konvergenzkriterien der Währungsunion entspricht, dann wäre ich baß erstaunt. Wirklich quantitative Zielsetzungen und all das kann ich mir nicht vorstellen. Im übrigen hätte Österreich nicht auf Luxemburg zu warten brauchen, um mit der "Technologiemilliarde" zu scheitern, um mit der Erfindung neuer Lehrlingsberufe zu scheitern oder um mit dem Ausräumen der AMS-Mittel zugunsten der Pensionsversicherung Schluß zu machen. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Bezüglich dieser Dinge werden wir dann aus Brüssel kritisiert werden. Das hätten wir uns aber ersparen können.
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Alle möglichen Politiker außerhalb der Grünen bewerben sich um den Ehrentitel eines Vorsitzenden der Grünen. Ihre Ausführungen zur ökologischen Steuerreform können die Grünen natürlich nur unterstützen, auch wenn sie Jahre zu spät kommen. Aber niemand hätte Österreich in den vergangenen Jahren daran hindern können, eine solche ökologische Steuerreform schon längst durchzuführen – lange Jahre vor Luxemburg, lange Jahre vor diesem Beschäftigungsgipfel. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Auch was die Steuererosion betrifft, werden wir ja sehen, was Brüssel zu den spezifisch österreichischen Beiträgen zur Erosion der Steuerbasis auf europäischer Ebene sagen wird. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Die Haut des Herrn Bundeskanzler ist ziemlich dünn geworden. Nach dem Pensionsdebakel kann er sich die Ausführungen der Opposition schon kaum mehr anhören. Der Streit in den eigenen Reihen ist groß. Er schickt den Herrn Kulturstaatssekretär Wittmann, der sich mit chinesischer Geduld all das anhört. Das ist im Moment für die Regierung bezeichnend: Man geht dem Diskurs aus dem Weg. Man macht selbst den Zickzackkurs – getrieben von einem Maastricht, in das man hineingeschlittert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Herr Finanzminister Klima, mit Zahlen gut vertraut, hat gesagt: Die Konvergenzkriterien sind es, das ist die Inflation und die Zinsen, und dann haben wir das Budgetdefizit. – Jetzt muß er einen riesigen Zickzackkurs gehen. Er muß jetzt auf einmal zum Beschäftigungskanzler werden. Das ist interessant. Woher kommt denn dieser Wandel? – Von unserer Sondersitzung im Jänner 1996. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher häufen sich von nicht in der Regierung sitzenden Politikern die Stimmen, daß endlich Taten anstelle von großen Worten kommen müssen. Aber unser Herr Bundeskanzler folgt dem Herrn Ankündigungsminister Vranitzky mit großen Ankündigungen. Und ich frage mich, wo die Taten sind! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Herr Bundeskanzler verlangt nach optimistischen Unternehmen. – Dazu muß es erst realistische Politiker geben, dann wird es auch optimistische Unternehmer geben. Wo ist der Realismus, den auch Herr Abgeordneter Haselsteiner einfordert? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber realistisch ist natürlich schon Herr Abgeordneter Nowotny. Wenn man nämlich in einer Podiumsdiskussion diskutiert und ihn fragt, wie denn das mit den Maastricht-Kriterien und mit der Beschäftigung werden wird, dann sagt er: Die schwachen Regionen werden sich einkommensmäßig nach der Decke strecken müssen. – Was heißt denn das? – Lohnverzicht! Was sagt denn Herr Schüssel? – Herr Schüssel sagt nicht anderes als: Der Kollektivvertrag ist passé, jetzt geht die Reise nach unten! – Das ist Ihre neue Beschäftigungspolitik, die Sie haben. Das ist ein bißchen wenig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kaufmann: Sie haben keine Ahnung!
Er hat auch eine rote Laterne in der Hand – wie alle in Österreich –, und inzwischen ist der Abstand zum zweitschlechtesten Land, zu Deutschland, größer geworden. Eine feine Union, diese "Germanisierung" Österreichs, die Sie betrieben haben! Deutschland und Österreich an letzter Stelle in der Umsetzung der Binnenmarktrichtlinien! Aber jetzt nichts wie drauf und in den Euro hinein, das ist wichtig! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kaufmann: Sie haben keine Ahnung!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Ich darf auch meine Meinung haben! Und von Keynes haben Sie vielleicht schon gehört!
Wissen Sie, wenn ich so lese, was Professor Kramer vom Wifo – mit dem ich auch diskutiert habe – gestern schrieb: "Verlust des nominellen Wechselkurses als Anpassungsinstrument gegen exogene Schocks", dann ist das natürlich schon starker Tobak. "Den werden wir in der Lohnpolitik spüren", schreibt er. Und alles andere noch dazu. Alles das können Sie übrigens heute auch in der "Financial Times" lesen. Nehmen Sie sich diesen Artikel vom 19. November her, da können Sie über die österreichischen Probleme lesen! Aber diese Mühe machen Sie sich ja nicht. Sie nehmen Ihren Schrebergarten, Ihren Bauchladen her, machen Nabelbeschau – und damit hat es sich, Herr Abgeordneter Nowotny! Von zwei Volkswirtschaftlern kommen drei Meinungen. Sie wissen das. Sie allein haben drei Meinungen. Das ist ja immerhin ein neuer Rekord. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Ich darf auch meine Meinung haben! Und von Keynes haben Sie vielleicht schon gehört!)
Langanhaltender Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie mich um eine Kosten-Nutzen-Rechnung fragen, dann muß ich Ihnen sagen: Natürlich stellen wir die an. Der Euro hat eine Risken-Chancen-Rechnung, und unsere Risken-Chancen-Rechnung sieht so aus, daß die Risken zu groß und ungleich verteilt sind. Wirtschaft, Kapital, Technologie – alle, die sich der Globalisierung erfolgreich gestellt haben, können damit umgehen, aber Österreich ist Schlußlicht bei der Umsetzung der Binnenmarktrichtlinie. Und zahlen wird die Rechnung der, der sich am wenigsten rühren kann. Wer Geringstverdiener oder Pensionist ist, wird zahlen. Die, die beweglich sind – ich zähle auch dazu –, werden sicherlich auch davon wieder profitieren. Das ist sozialdemokratische Politik! Das schreiben Sie sich einmal ins Stammbuch! (Langanhaltender Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gredler: Da hat er recht!
Kolleginnen und Kollegen! Kollege Haselsteiner hat vom Strukturwandel gesprochen, der in diesem Land allzu zäh und mühsam – am Beispiel der Pensionsreform oder der Gewerbeordnung zitiert – durchgeführt werde. (Abg. Dr. Gredler: Da hat er recht!) Ich glaube, daß man dazu sagen muß: Wir reformieren die Strukturen in diesem Land so, daß die Betroffenen das mitvertreten, daß die Betroffenen das miterleben können – und nicht zu Lasten der betroffenen Gruppen in Österreich. Ich glaube, daß man als Regierungsfraktion darauf größten Wert legen muß.
Abg. Scheibner: Und wie ist dort die Meinung jetzt? Was sagen die Leute jetzt? – Abg. Ing. Reichhold: Was haben Sie für ein Wahlergebnis gehabt bei der Europawahl?
Meine Damen und Herren! Kollege Van der Bellen hat vom "Schutzschild" der nationalen Währung gesprochen. – Ich muß dazu sagen: Österreich hat diese nationale Währung in den letzten Jahrzehnten nie als Schutzschild verwendet. Österreich war währungspolitisch immer offensiv und hat sich eher die unbequeme Rolle des Hartwährungslandes angeeignet. Ich habe während der Beitrittsdebatte immer erwähnt, daß der größte Vorteil eines Beitrittes zur Europäischen Union die geplante einheitliche europäische Währung ist. Ich habe das in dieser Auseinandersetzung auch überall offensiv vertreten, und in meinem Wahlkreis hatten wir ausgezeichnete Wahlergebnisse für den Beitritt zur Europäischen Union. (Abg. Scheibner: Und wie ist dort die Meinung jetzt? Was sagen die Leute jetzt? – Abg. Ing. Reichhold: Was haben Sie für ein Wahlergebnis gehabt bei der Europawahl?) Auch ein ausgezeichnetes.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, daß, wenn das nicht mehr möglich ist, die österreichischen Industrie und die österreichischen Exportwirtschaft in Summe massive Vorteile aus dieser einheitlichen europäischen Währung haben werden, insbesondere deshalb, weil wir in Italien als unserem zweitgrößten Exportland unsere Interessen wahren müssen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Darüber werden wir noch reden!
Meine Damen und Herren! Da heute schon so häufig Literaturhinweise gemacht wurden – auch in dieser Dringlichen Anfrage der Freiheitlichen –, möchte auch ich noch einen kleinen Literaturhinweis geben: Lesen Sie bitte den neuen "trend" vom November dieses Jahres! Da steht als Schlagzeile zum Thema Euro: "Warum Haider nicht recht hat." (Abg. Scheibner: Darüber werden wir noch reden!) Es handelt sich um eine mehrseitige Reportage. (Abg. Madl: Aber allein der Aufmacher sagt noch nichts aus!)
Abg. Madl: Aber allein der Aufmacher sagt noch nichts aus!
Meine Damen und Herren! Da heute schon so häufig Literaturhinweise gemacht wurden – auch in dieser Dringlichen Anfrage der Freiheitlichen –, möchte auch ich noch einen kleinen Literaturhinweis geben: Lesen Sie bitte den neuen "trend" vom November dieses Jahres! Da steht als Schlagzeile zum Thema Euro: "Warum Haider nicht recht hat." (Abg. Scheibner: Darüber werden wir noch reden!) Es handelt sich um eine mehrseitige Reportage. (Abg. Madl: Aber allein der Aufmacher sagt noch nichts aus!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich könnte jetzt auch noch daraus zitieren und Redezeit vergeuden, aber ich gebe Ihnen nur den wirklich freundschaftlichen Tip: Lesen Sie den "trend" vom November, und Sie werden wissen, wie Sie nächste Woche abstimmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Du bist doch sonst kein Angsthase! Vor wem fürchtest du dich?
Der Zickzackkurs, der von Ihnen betrieben worden ist, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, ist wirklich nicht vorbildlich, sondern beängstigend. (Abg. Haigermoser: Du bist doch sonst kein Angsthase! Vor wem fürchtest du dich?) Vor dem EU-Beitritt hat Dr. Haider verkündet: "Nein EU!", sein Landesrat Gorbach jedoch hat gesagt: "Ja EU!"
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Heute darf er nicht mehr, der Prinzhorn! – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Heute hat Abgeordneter Prinzhorn nicht klar zum Euro Stellung genommen, vor einigen Monaten hat er gesagt: Wir brauchen ihn. – Meine Damen und Herren, das ist ein Zickzackkurs, den Sie uns immer wieder vorzeichnen wollen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Heute darf er nicht mehr, der Prinzhorn! – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Haigermoser: Ja, was ist mit dieser Sprechblase? – Abg. Dr. Khol: Haigermoser, keine Polemik von der Abgeordnetenbank aus!
Aber wir wollen bei der heutigen Diskussion nichts beschönigen, meine Damen und Herren: Die Zahl der Arbeitslosen von 220 000 Ende Oktober bereitet uns zweifellos Sorge, und auch die 5 300 arbeitslosen Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren sind etwas, was wir nicht hinnehmen können und nicht hinnehmen werden. (Abg. Haigermoser: Ja, was ist mit dieser Sprechblase? – Abg. Dr. Khol: Haigermoser, keine Polemik von der Abgeordnetenbank aus!) Wir haben daher eine Offensive eingeleitet. Und diese Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsoffensive hat Erfolg gezeitigt: Wir haben innerhalb von zwölf Monaten die Zahl der unselbständig Beschäftigten um 12 000 erhöht. Wir haben die Zahl der Lehrlinge, der aktiven Lehrverträge, in einem Jahr um 2 600 erhöhen können. Wir haben die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen innerhalb von zwölf Monaten um 2,5 Prozent gesenkt.
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Krammer.
Das ist uns zu wenig, meine Damen und Herren! Wir wollen noch mehr leisten und mehr erreichen. Dazu ist es natürlich erforderlich, daß die Regierung die notwendigen Rahmenbedingungen schafft, die Arbeitsplätze werden irgendwo anders geschaffen, nämlich in der Wirtschaft, im Zusammenwirken – möchte ich einmal sagen – zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern. Man sollte nicht eine Gruppe hervorheben, sondern dies geschieht im Zusammenwirken von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Krammer. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wer waren die Gewinner dieser vergangenen Kursschwankungen? – Nicht die Arbeitnehmer in Österreich, nicht die Unternehmer in Österreich. Die haben diese Kursschwankungen bezahlt, meine Damen und Herren! Deshalb ist die Stabilität des Währungssystems eine ganz wichtige Voraussetzung für eine gute Beschäftigungspolitik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny.
Meiner Überzeugung nach ist in diesem Zusammenhang wichtig, daß die jungen Selbstständigen sozial abgesichert werden, meine Damen und Herren, denn ihnen fehlt die volle soziale Absicherung. Wenn die Selbstständigkeit wieder aufgegeben werden muß, gibt es nach drei Jahren keine soziale Absicherung. Wir fordern daher unseren Regierungspartner auf, noch in diesem Jahr durch eine Änderung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes die Möglichkeit der sozialen Absicherung in allen Bereichen auch für die jungen neuen Selbständigen einzuführen und zu schaffen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny. )
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden dazu ganz konkrete Vorschläge in dieser Woche beziehungsweise in den nächsten Wochen unterbreiten, damit dieses Problem gelöst werden kann. Ein junger Selbständiger darf sich nicht selbst überlassen werden und darf nicht, wenn er Schiffbruch erleidet – und das kann passieren –, Sozialhilfeempfänger werden. Das können wir diesen Personen nicht zumuten, und das können wir nicht hinnehmen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Veränderungen, wie sie der Euro bringt, sind nicht angenehm – das wissen wir; alle meine Vorredner von der Regierung haben darauf hingewiesen –, aber sie sind notwendig, wenn wir den aktiven Menschen in der Wirtschaft Chancen bieten wollen. Dazu brauchen wir die Währungsunion – und dazu brauchen wir den Euro. Es stimmt, was Abgeordneter Khol in einem Zwischenruf gesagt hat: Das Risiko, nicht dabeizusein, ist größer, als das Risiko, das entstehen kann, wenn wir dabei sind. Darum werden wir diese Maßnahmen unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Ing. Wolfgang Nußbaumer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Ich darf Sie um die Weiterleitung meiner Worte, die ich an die Regierung richte, bitten. Meine Damen und Herren! Die Beantwortung der Dringlichen Anfrage durch den Herrn Bundeskanzler war nicht exakt, genauso von Widersprüchen gekennzeichnet, wie widersprüchlich auch die Aussagen zum Thema Euro der einzelnen Regierungsmitglieder in der Zwischenzeit sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber auch andere Ökonomen sagen das. Der Frankfurter Ökonom Wilhelm Hankel, der gemeinsam mit drei weiteren Ökonomen eine Verfassungsklage gegen die Einführung des Euro plant, verglich die Einführung des Euro mit der Abschaffung unterschiedlicher Aktienkurse für unterschiedliche Gesellschaften. – Nachzulesen in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 3. November. Es gebe keinen Zins, der für Italien, Deutschland und Frankfurt gleich gut sei. Das Argument, wenn der Euro 1999 nicht komme, werde er nie mehr kommen, sei zynisch und entlarvend. Der britische Premierminister Tony Blair handle vorbildlich, sagte Hankel, wenn er sage, sein Land nehme erst am Euro-Projekt teil, wenn es seine eigenen Schwierigkeiten gelöst habe. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn Wirtschaftsexperten der USA fast einhellig die Währungsunion als ein Vorhaben ohne ökonomische Vernunft bezeichnen und diese gleichlautend wie der Währungsfonds in seinem "World economic outlook" von steigender struktureller Arbeitslosigkeit und zunehmenden sozialen Spannungen sprechen, dann glaube ich, daß die Gewerkschaften recht haben, wenn sie demonstrieren, wenngleich ich diese Demonstration mißbillige. Ich mißbillige diese Aktion, weil die europäische Gewerkschaft, vertreten durch seinen Präsidenten, mit zwei Zungen spricht: hier im Hause für die Einführung des Euro – und auf der Straße dagegen oder nur unter bestimmten Bedingungen (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Herr Kollege, Sie haben mehr Arbeitsplätze bei Kästle vernichtet als der Euro überhaupt! – Abg. Ing. Nußbaumer: Lesen Sie im Protokoll nach, wie viele Arbeitsplätze ich bei Kästle geschaffen habe! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Einführung des Euro zum jetzigen Zeitpunkt und ohne Harmonisierung der einzelnen Volkswirtschaften ist für Österreich äußerst riskant, weil sie Arbeitsplätze kosten wird. Und die Regierung wird zur Verantwortung zu ziehen sein, wenn sie diese Einführung ohne die Zustimmung der österreichischen Bürger durch eine Volksabstimmung erzwingt. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Herr Kollege, Sie haben mehr Arbeitsplätze bei Kästle vernichtet als der Euro überhaupt! – Abg. Ing. Nußbaumer: Lesen Sie im Protokoll nach, wie viele Arbeitsplätze ich bei Kästle geschaffen habe! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Die FPÖ hat in der Einleitung der Dringlichen Anfrage festgestellt, daß Währungspolitik – no na! – "entsprechende Auswirkungen für die Bevölkerung und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer" hat. – Ist das für die FPÖ eine neue Erkenntnis, oder haben sattsam bekannte Vorschläge der FPÖ wie die Finanzierung einer Steuersenkung durch die Auflösung von Notenbankreserven, den Verkauf der Goldreserven oder die Aufgabe der Hartwährungspolitik nur das eine Ziel, nämlich die Stabilität unserer Währung zu untergraben? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Mit welchen Ergebnissen?
Kollege Feurstein hat in seinem Debattenbeitrag schon darauf hingewiesen, welche beschäftigungspolitischen Maßnahmen, die dank des Engagements unserer Sozialministerin hier im Hohen Haus behandelt worden sind, heuer von uns schon beschlossen wurden. Aber das wissen Sie von der FPÖ schon, nehme ich an, auch wenn Sie nicht immer im Saal sind. Es geht Ihnen aber nicht um die Fakten ... (Abg. Mag. Schweitzer: Mit welchen Ergebnissen?) – Herr Schweitzer Karli, hören Sie ein bißchen zu! – Es geht Ihnen nicht um die Fakten und nicht um die sachliche Diskussion, sondern es geht Ihnen eigentlich nur um Propaganda. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Kollege Feurstein hat in seinem Debattenbeitrag schon darauf hingewiesen, welche beschäftigungspolitischen Maßnahmen, die dank des Engagements unserer Sozialministerin hier im Hohen Haus behandelt worden sind, heuer von uns schon beschlossen wurden. Aber das wissen Sie von der FPÖ schon, nehme ich an, auch wenn Sie nicht immer im Saal sind. Es geht Ihnen aber nicht um die Fakten ... (Abg. Mag. Schweitzer: Mit welchen Ergebnissen?) – Herr Schweitzer Karli, hören Sie ein bißchen zu! – Es geht Ihnen nicht um die Fakten und nicht um die sachliche Diskussion, sondern es geht Ihnen eigentlich nur um Propaganda. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Da frage ich mich schon, wer hier mit zwei Zungen in diesem Haus spricht. Ihnen von der FPÖ geht es nicht um sachliche Diskussionen, Ihnen geht es nicht um Beschäftigte, sondern Ihnen geht es darum, politisches Kapital zu schlagen, und zwar auf Kosten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und auf Kosten von deren Ängsten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Jung: Wir hoffen, daß ihr es irgendwann einmal versteht!
Wir stellen fest: Wenige Tage nach Ende dieser Budgetdebatte verlangt die FPÖ eine Sondersitzung, um Beschäftigungsinitiativen und die Einführung der gemeinsamen Währung, die Währungsumstellung auf den Euro zu diskutieren, was einer Oppositionspartei als ihr demokratisches Recht selbstverständlich zugestanden wird. Wir warten gespannt, welche Neuigkeiten uns heute präsentiert werden. (Abg. Jung: Wir hoffen, daß ihr es irgendwann einmal versteht!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Schreiner hat uns vorgeworfen, daß es im Hohen Haus nicht viele Abgeordnete gibt, die den Maastricht-Vertrag kennen. Die Antwort darauf, welche Logik das sein soll, nach der 7 Millionen Österreicher diesen Maastricht-Vertrag besser und intensiver gelesen hätten als wir Volksvertreter, ist er uns leider schuldig geblieben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber so ist das nun einmal, wenn weniger die Sache im Spiel ist, sondern wenn ausschließlich ein Rettungsversuch für ein Volksbegehren, dessen Ergebnis bei weitem nicht den Zielsetzungen entsprechen wird, unternommen werden muß. Diese Sitzung ist ein weiterer gescheiterter Rettungsversuch, meine Damen und Herren. Ich kann dem Herrn Bundeskanzler nur recht geben: Wenn weiter so dillettiert und "gepantscht" wird, wie es Kollege Schreiner heute hier gemacht hat, dann wird es noch vieler Rettungsversuche bedürfen, aber das Resultat wird dadurch um nichts besser werden, meine geschätzten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Was diesem Land in den letzten Jahren angesichts offenkundiger Beschäftigungsprobleme – nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa – weitergeholfen hat, war das Niveau unserer Exportwirtschaft und der Beschäftigung in Österreich, das Niveau unserer Volkswirtschaft. Unsere Wohlstandsentwicklung hat sehr stark vom Exportmotor profitiert. Wir können mit Genugtuung sagen, daß wir vor allem im Zusammenhang mit dem Stärkerwerden unserer wichtigen Nachbarwährungen – der Lira zum Beispiel – enorme Exportzuwächse in allen Bereichen der Volkswirtschaft, vor allem im Bereich der Industrie, zu verzeichnen hatten. Dadurch sind beachtlich viele Arbeitsplätze gesichert beziehungsweise neue geschaffen worden, geschätzten Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Gute Rede, Herr Kollege!
Nehmen Sie daher zur Kenntnis: Die Mehrheit der Österreicher rechnet damit, daß der Euro kommt und daß unser wichtigstes Nachbarland Deutschland eines der Mitbegründerländer des Euro sein wird. Alles andere, als daß Österreich mit dem ersten Block, mit Deutschland, in diese gemeinsame Währung geht, wäre schädlich für die Volkswirtschaft, schädlich für die Beschäftigung und schädlich für die Zukunft dieses Landes. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Gute Rede, Herr Kollege!)
Abg. Ing. Reichhold: Das ist eine Unterstellung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen, es wäre notwendig, hier eine andere Debatte zu führen als die, die wir gerade führen. Es ist natürlich nicht möglich, sie von seiten der Freiheitlichen Partei ernsthaft so zu führen, als ob man auf der einen Seite hier wirklich die Interessen der Betroffenen, der Beschäftigten, der Unternehmer in Österreich vertreten würde, während man auf der anderen Seite einem Götzen wie dem Stabilitätspakt dieses neuen Europa huldigt, der genau diese Beschäftigungspolitik, genau diese Absicherung sozialer Standards verhindern wird, der sie nicht möglich machen wird, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Abg. Ing. Reichhold: Das ist eine Unterstellung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Wenn Sie sich dieser Debatte stellen, wenn Sie bereit sind, diesem Kriterium Ihre Aufmerksamkeit zu schenken, dann wissen wir, daß Sie sich nicht nur selbst einigermaßen ernst nehmen, sondern auch bereit sind, als Europäer mitzudenken und mitzuarbeiten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Silhavy! Ich möchte besonders Ihnen sagen: Wir von der Opposition sind noch nie so weit gegangen, das zu verlangen, was Ihr Regierungspartner nun verlangt. Daher bitte ich Sie, auch einmal innerhalb der Regierung für die Arbeitnehmer und ihre Interessen zu sorgen, denn wenn es in diesem Ton, wie er gestern im Hauptausschuß angeklungen ist, weitergeht, dann mache ich mir ernstliche Sorgen um die Arbeitnehmer. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Erlauben Sie mir, noch folgendes zu sagen: Die Oppositionsparteien haben mehr im Interesse der Arbeitnehmer, der österreichischen Wirtschaft und der Beschäftigung in Europa verlangt, als es heute die zahnlose Erklärung der Bundesregierung, die wir um 14.20 Uhr erhalten haben, beinhaltet hat. Es muß auch klar und deutlich gesagt werden, daß die österreichische Bundesregierung offensichtlich entschlossen ist, einen Abschluß zu tätigen, der weit hinter dem liegt, was die Kommission vorgelegt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren von den Freiheitlichen! Wir können resümieren: Die Notaktion für Ihr Volksbegehren ist heute gescheitert. Sie konnten nicht wirklich Argumente in die Diskussion einbringen, die auch nur irgend jemanden hier überzeugen konnten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Erstens: Sie wissen ganz genau, daß mit der Einführung des Euro endlich den Spekulanten der Finanzmärkte das Handwerk gelegt werden soll – zumindest im europäischen Raum. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zweitens: Wer jetzt nicht der Währungsunion beitritt, der wird nicht mitbestimmen, der wird hinterherhoppeln, und zwar, wenn Sie es bestimmen, im Zickzackkurs hinterherhoppeln. Diese Politik des Kaninchentums lehnen wir ab! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Herr "Klubobmann" Cap! Er will Klubobmann werden! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sechstens: Sie täuschen in dieser Beschäftigungsdebatte einen Handlungsspielraum vor, der, wie schon einzelne Redner hier erklärt haben, natürlich nicht stimmt. Denn Beschäftigung ist politisch nicht beliebig machbar. Auch wenn wir Wachstum haben, bedeutet das noch lange nicht, daß es automatisch auch mehr Beschäftigung gibt. Aber Sie betreiben bewußt diese Politik der hohen Latte, damit Sie attackieren können und damit Sie – damit komme ich zu siebentens – Ihre Methode hier unterbringen können, Ihren Raster, der immer der gleiche ist. Dieser stereotype Raster lautet: Es gibt eine zahnlose, ablösungsreife, lügende, desinformierende Regierung, die endlich und längst weggehört. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Herr "Klubobmann" Cap! Er will Klubobmann werden! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Jedes Frühstücksei tut mir schon leid bei Ihnen, das im heißen Wasser nicht mehr weiß, was es werden soll: weich oder hart? Bei Ihnen geht alles durcheinander. Das ist die Art von Politik, die Sie machen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Dr. Haider heute reihenweise seine Leute mit einem Wust von Zitaten herausschickt – Expertenzitaten, Pressezitaten –, dann können Sie das alles gleich wieder zurücknehmen, denn in einem Zwischenruf hat er heute gesagt: Die Presse hat sich schon öfters geirrt. Na bitte! Dann vergessen Sie Ihre Pressezitate, denn sogar Ihr "Häuptling" dort sagt, daß das alles für die Fische ist, weil sich die ohnehin alle geirrt haben. (Beifall bei der SPÖ.) Sie wollen einfach Angst machen, und Sie wollen das in diesen Raster als Bestandteil miteinbeziehen. (Abg. Mag. Stadler: Es war von der "Presse" die Rede ...!)
Abg. Mag. Stadler: Es war von der "Presse" die Rede ...!
Wenn Dr. Haider heute reihenweise seine Leute mit einem Wust von Zitaten herausschickt – Expertenzitaten, Pressezitaten –, dann können Sie das alles gleich wieder zurücknehmen, denn in einem Zwischenruf hat er heute gesagt: Die Presse hat sich schon öfters geirrt. Na bitte! Dann vergessen Sie Ihre Pressezitate, denn sogar Ihr "Häuptling" dort sagt, daß das alles für die Fische ist, weil sich die ohnehin alle geirrt haben. (Beifall bei der SPÖ.) Sie wollen einfach Angst machen, und Sie wollen das in diesen Raster als Bestandteil miteinbeziehen. (Abg. Mag. Stadler: Es war von der "Presse" die Rede ...!)
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum wollen Sie den Kostelka absägen?
In Ihrer "Bibel", dem neuesten Buch, das Dr. Haider herausgegeben hat – jetzt sollten Sie ein bißchen in Demut erstarren, denn ich zitiere gerade den großen Meister, der neben Ihnen, Herr Abgeordneter Stadler, sitzt –, spricht er auf Seite 211 von "experimenteller Währungsreform", wenn man den Euro einführt. Wer kriegt da keine Angst: erstens vor Experimenten, zweitens vor einer Währungsreform und drittens, wenn es der Haider schreibt? (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum wollen Sie den Kostelka absägen?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (fortsetzend): Das ist heute eine jämmerlich abgestunkene Initiative, und ich wette, Sie werden sich noch alle in den Klubräumen in den politisch Allerwertesten beißen, daß Sie die Zeit so vergeudet haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum wollen Sie den Kostelka absägen? – Weiterer Ruf bei den Freiheitlichen: Kostelka hat nicht geklatscht! Er weiß warum! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Wir stimmen jetzt über die eingebrachten Entschließungsanträge ab . (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum wollen Sie den Kostelka absägen? – Weiterer Ruf bei den Freiheitlichen: Kostelka hat nicht geklatscht! Er weiß warum! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Wabl spricht mit Abg. Dr. Kier.
Wer dafür ist, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Wabl spricht mit Abg. Dr. Kier.) – Herr Abgeordneter Wabl! Jetzt können Sie niemanden mehr überzeugen! (Heiterkeit. – Abg. Wabl: Nicht unterschätzen!) – Das ist die Minderheit. Dieser Antrag ist abgelehnt.
Heiterkeit. – Abg. Wabl: Nicht unterschätzen!
Wer dafür ist, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Wabl spricht mit Abg. Dr. Kier.) – Herr Abgeordneter Wabl! Jetzt können Sie niemanden mehr überzeugen! (Heiterkeit. – Abg. Wabl: Nicht unterschätzen!) – Das ist die Minderheit. Dieser Antrag ist abgelehnt.
Abg. Dr. Haselsteiner: Was ist denn eine "Esperanto-Währung"? – Abg. Schwarzenberger: Das ist eine freiheitliche Währung!
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Der vorliegende Antrag, der dem Verfassungsausschuß zugewiesen wurde, korrespondiert mit dem kommende Woche aufliegenden Volksbegehren betreffend Schilling-Volksabstimmung, um den Österreichern zu ermöglichen, in Kenntnis dessen, was man ihnen im Jahre 1994 verschwiegen hat, über ihre Währung und über die Zukunft des Schillings abzustimmen. Wenn der Schilling zugunsten einer Esperanto-Währung aufgegeben werden soll, sollen die Österreicher jedenfalls die Möglichkeit haben, ... (Abg. Dr. Haselsteiner: Was ist denn eine "Esperanto-Währung"? – Abg. Schwarzenberger: Das ist eine freiheitliche Währung!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf bei der SPÖ.
Für Sie, Herr Profiteur des Steuerzahlers – Herr Haselsteiner, Sie sind der größte Profiteur des Steuerzahlers! –, sei es erläutert: "Esperanto-Währung" deswegen, weil es genau dasselbe Kauderwelsch sein wird, denn Esperanto hat auch nie stattgefunden, und wenn es nach dem Österreicher geht, wird der Euro ebenfalls nicht stattfinden! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf bei der SPÖ.) Daher "Esperanto-Währung"! Aber für Sie kann es auch DKT-Geld sein, Herr Haselsteiner. Ihnen ist jede Währung recht.
in Richtung des Abg. Dr. Cap weisend
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Jetzt bitte ich um besondere Aufmerksamkeit für den künftigen Klubobmann der Sozialisten, den Kollegen Cap. Ich habe bemerkt, daß der Noch-Klubobmann Kostelka besonders blaß ist, weil man immer vom Kollegen Cap spricht. Ich glaube, die Zukunft des SPÖ-Klubs sitzt dort (in Richtung des Abg. Dr. Cap weisend). Cap geht jedenfalls täglich beim Parteivorsitzenden Klima antichambrieren und möchte Klubobmann werden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
"Wird ein solcher Schritt unternommen" – gemeint ist der Beitritt zur Währungsunion –, "ohne daß die Mehrzahl der Stimmbürger mit diesem Beschluß einverstanden ist, riskiert man, das Vertrauen in das gesamte demokratische System zu schädigen." – Ende des Zitats. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
ironische Rufe bei den Freiheitlichen
Dann hat Klubobmann Khol das im Jahre 1994 wiederholt und noch dazugesagt, die Österreicher müßten um ihren Schilling nicht bangen, der Schilling werde nicht aufgegeben (ironische Rufe bei den Freiheitlichen) – Doppelpunkt –: Andreas Khol, die leibhaftige Wahrhaftigkeit, wie wir ihn kennen! Er, der mit dem Heiligenschein des Wahren im Parlament herumstolziert, hat gesagt, die Österreicher brauchen den Schilling nicht aufzugeben. Im Hartwährungsblock gäbe es bloß fixe Wechselkurse, ausgedrückt in Ecu. Die Österreicher können weiter mit dem Alpendollar zahlen. – Ende des Zitats. Der Schilling bleibe Parallelwährung, sagte Klubobman Khol im Jahre 1994.
Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sind die "Grundwerte"!
Ich bedauere, daß sich der damalige Außenminister Alois Mock dem "heiligen Andreas" angeschlossen hat. Das ist bedauerlich. Warum? – Weil Alois Mock an sich bemüht war, ein anständiger Politiker zu bleiben. Aber auch er hat vor dem Parlament im Jahre 1993 die Erklärung abgegeben – wie sein damaliger Staatssekretär Ditz –: Der Schilling bleibt! Mit dem Beitritt zur Europäischen Union bleibt der Schilling, und die Kontrolle darüber, ob der Euro eingeführt wird oder nicht, bleibt beim Parlament. – Das hat Alois Mock damals gesagt. Und das Parlament wird heute überhaupt ausgeschaltet, das spielt überhaupt keine Rolle mehr. (Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sind die "Grundwerte"!)
Abg. Haigermoser: Das ist eine Partie!
Die Österreichische Volkspartei hat dann im Wahlfieber überhaupt keinen Genierer mehr gehabt. Kollege Feurstein, ich habe dieses Prospekt im Zuge einer Debatte von Ihnen bekommen! Auch eine Reinkarnation der Wahrheit und des Wahrhaftigen, der Kollege Feurstein! Er hat mir eine Wahlbroschüre überlassen, die ich damals wegen der Erwähnung des ehemaligen Finanzministers Kamitz bemerkenswert fand. Aber das eigentlich heute Bedeutsame ist, daß in dieser Broschüre (der Redner zeigt diese) die Österreichische Volkspartei, mit einem Haufen Schillingmünzen dargestellt, sagt: Die ÖVP muß man wählen, damit der harte Schilling bleibt, damit die Sparer nicht um die Zinsen des mühsam Ersparten bangen müssen! Der Schüssel-Ditz-Kurs ist notwendig, damit der harte Schilling bleibt! (Abg. Haigermoser: Das ist eine Partie!) Die Broschüre heißt: "Starker Schilling unter der Euro-Flagge", mir persönlich überreicht worden von Gottfried Feurstein, der heute nichts anderes zu tun weiß, als den Schilling möglichst rasch in den Gully der Geschichte zu schmeißen und statt ihm eine fragwürdige DKT- oder Esperanto-Währung namens Euro zu bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Her mit dem Lügendetektor!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Her mit dem Lügendetektor!
Die Österreichische Volkspartei hat dann im Wahlfieber überhaupt keinen Genierer mehr gehabt. Kollege Feurstein, ich habe dieses Prospekt im Zuge einer Debatte von Ihnen bekommen! Auch eine Reinkarnation der Wahrheit und des Wahrhaftigen, der Kollege Feurstein! Er hat mir eine Wahlbroschüre überlassen, die ich damals wegen der Erwähnung des ehemaligen Finanzministers Kamitz bemerkenswert fand. Aber das eigentlich heute Bedeutsame ist, daß in dieser Broschüre (der Redner zeigt diese) die Österreichische Volkspartei, mit einem Haufen Schillingmünzen dargestellt, sagt: Die ÖVP muß man wählen, damit der harte Schilling bleibt, damit die Sparer nicht um die Zinsen des mühsam Ersparten bangen müssen! Der Schüssel-Ditz-Kurs ist notwendig, damit der harte Schilling bleibt! (Abg. Haigermoser: Das ist eine Partie!) Die Broschüre heißt: "Starker Schilling unter der Euro-Flagge", mir persönlich überreicht worden von Gottfried Feurstein, der heute nichts anderes zu tun weiß, als den Schilling möglichst rasch in den Gully der Geschichte zu schmeißen und statt ihm eine fragwürdige DKT- oder Esperanto-Währung namens Euro zu bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Her mit dem Lügendetektor!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kollege Schwarzenberger! Wenn Sie beichten wollen, müssen Sie das beim Klubobmann tun! Der glaubt, er hat die Wahrheit gepachtet, der glaubt, er kann die Bevölkerung an der Nase herumführen, der glaubt, er kann die Bevölkerung grenzenlos beschwindeln. Aber diesmal glaubt ihm die Bevölkerung nichts mehr und Ihnen und Ihrer gesamten Fraktion auch nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Keppelmüller: Das ist lächerlich!
Meine Damen und Herren! Dieser Antrag hat das Ziel, der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, über die Zukunft des Schilling und über ein allfälliges Währungsexperiment namens Euro abzustimmen. Es wäre Aufgabe jedes Demokraten – nicht nur der schwedischen Sozialdemokratie, sondern auch der hiesigen Demokraten –, dafür zu sorgen, daß die Bevölkerung auch eine Möglichkeit zur Abstimmung erhält, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Keppelmüller: Das ist lächerlich!)
Abg. Dr. Nowotny: ... verzehnfacht!
Herr Klubobmann in spe Cap! Weil du gerade die Schweiz so bemüht und davon gesprochen hast, wie schlecht es ihr jetzt geht, möchte ich folgendes sagen: Ich wohne unmittelbar an der Schweizer Grenze. Du darfst mir also glauben, ich weiß, wie es den Schweizern geht. Ich weiß auch, daß dein Szenario, wonach es in der Schweiz angeblich an Arbeitsplätzen mangelt, falsch ist. Ich darf dich auf eine APA-Meldung verweisen, in der es heißt, daß in der Schweiz zurzeit nicht nur die gesamten Kapitalströme landen – von Österreich weg, wie sogar mit tätiger Unterstützung schwarzer und roter Banken durch Inserate gefördert –, sondern auch die Arbeitslosenquote einen Rekordtiefstand erreicht hat. In der "ach so bürgerlichen" Schweiz, wo die Sozialdemokraten Gott sei Dank keine Rolle spielen, hat die Arbeitslosenquote einen neuen Tiefstand mit 4,8 Prozent erreicht! (Abg. Dr. Nowotny: ... verzehnfacht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Wirtschaftsprofessor, nehmen Sie sich ein Beispiel! Schauen Sie nicht immer so abschätzig auf die Schweizer herunter! Sie könnten froh sein, wenn Sie jene Eckdaten der Eidgenossen erreicht hätten. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die sind nämlich nicht geschlagen mit Wirtschaftsprofessoren Ihrer Qualität, die den Österreichern einreden, sie müßten den Gang zur Schlachtbank, den Gang zu mehr Arbeitslosigkeit antreten – und auch noch glücklich darüber sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Wirtschaftsprofessor, nehmen Sie sich ein Beispiel! Schauen Sie nicht immer so abschätzig auf die Schweizer herunter! Sie könnten froh sein, wenn Sie jene Eckdaten der Eidgenossen erreicht hätten. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die sind nämlich nicht geschlagen mit Wirtschaftsprofessoren Ihrer Qualität, die den Österreichern einreden, sie müßten den Gang zur Schlachtbank, den Gang zu mehr Arbeitslosigkeit antreten – und auch noch glücklich darüber sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es ist also der Versuch gestartet worden, in einer starken politischen Aussage so zu tun, als ob dieser Gesetzentwurf eine "Trägerrakete" auch für das Volksbegehren darstellen könnte und deshalb hier behandelt werden soll. Das entspricht nicht der Wahrheit. Schon aus diesem Grund ist dieser Entwurf untauglich, hier behandelt zu werden. Eine Fristsetzung ist daher nicht wünschenswert, wegen der damit verbundenen Unsicherheit für den Schilling wahrscheinlich sogar schädlich, und deshalb werden wir diesem Antrag nicht zustimmen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Sie tun ja so, als ob der Euro eine höhere Gewalt wäre, eine Naturkatastrophe!
Der Euro schafft allein für Österreich einen Markt ... (Abg. Mag. Stadler: Sie tun ja so, als ob der Euro eine höhere Gewalt wäre, eine Naturkatastrophe!) Das ist keine höhere Gewalt, sondern es ist eine politische und wirtschaftliche Tatsache, daß der Euro kommt.
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Da werden die Leute besonders nervös, wenn Sie so argumentieren!
Herr Abgeordneter Stadler, nur eine Korrektur für Sie, weil Sie sagen, das hat bei der Volksabstimmung niemand gewußt. Sie selbst haben doch überall herumerzählt: Jetzt kommt die "Esperanto-Währung"! Sie haben sogar behauptet, wir müßten unsere Goldreserven nach Frankfurt schicken. Also tun Sie doch nicht so, als ob darüber nicht gesprochen worden wäre! Die Leute haben anders entschieden, und das müssen Sie zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Da werden die Leute besonders nervös, wenn Sie so argumentieren!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Frau Kollegin Riess-Passer spricht von Verschiebung. Wissen Sie, womit Sie in Ihrem Antrag die Verschiebung begründen? Sie begründen sie damit, daß der rigorose Sanierungskurs in diesem Tempo nicht nötig ist. – Also mehr Schulden machen, weniger einsparen, nicht rigoros sanieren, das ist Ihre Politik! Und mit dieser Methode glauben Sie Arbeitsplätze sichern, Arbeitsplätze schaffen und die Kaufkraft des Schillings erhalten zu können? Das kann doch kein Mensch ernsthaft glauben! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen
Dem Kollegen Haselsteiner möchte ich sagen: Jawohl, man muß Vertrauen schaffen für Investitionen, aber das beste Vertrauen (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) – ich bin schon beim Schlußsatz, Herr Präsident – ist sozialer Friede. Keine Straßenbarrikaden, keine ausufernden Streiks – das ist es, was diese Regierung in der Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern diesem Lande beschert hat. Und ich glaube, diesen Kurs der Vernunft und der Verantwortung sollten wir fortsetzen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Dem Kollegen Haselsteiner möchte ich sagen: Jawohl, man muß Vertrauen schaffen für Investitionen, aber das beste Vertrauen (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) – ich bin schon beim Schlußsatz, Herr Präsident – ist sozialer Friede. Keine Straßenbarrikaden, keine ausufernden Streiks – das ist es, was diese Regierung in der Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern diesem Lande beschert hat. Und ich glaube, diesen Kurs der Vernunft und der Verantwortung sollten wir fortsetzen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Warum "leider"?
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ein Fristsetzungsantrag ist in jedem Fall ernst zu nehmen. Ich muß Kollegen Schieder in diesem Fall leider vor allem formal, aber auch inhaltlich widersprechen. Es mag ja sein ... (Ruf bei den Freiheitlichen: Warum "leider"?) Weil es mir leid tut, wenn sich jemand in Geschäftsordnungsfragen so vertut!
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Cap.
Aber wenn eine Fraktion der Meinung ist, sie hätte das gerne bald abgestimmt, so tun wir ihr doch den Gefallen! Je früher darüber abgestimmt wird, desto früher ist es weg. (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Cap. )
Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die Grünen schließen sich den Ausführungen des Abgeordneten Kier vollinhaltlich an. (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Nowotny: Gut gelesen!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Offensichtlich sind Kollege Kier und Kollege Van der Bellen der gleichen Ansicht wie der ehemalige Finanzminister Lacina in dem meines Erachtens bestellten Artikel im "trend", der sich mit diesem Antrag beschäftigt und der bereits in seiner Überschrift feststellt, warum Haider nicht recht hat mit den vier Forderungen, die in diesem Antrag enthalten sind. (Abg. Dr. Nowotny: Gut gelesen!)
Abg. Dr. Nowotny: Das ist ein Faktum!
Sind Sie da mit Ihrem Exminister im Gleichklang, Herr Kollege? Ist das nur für diese interessant? (Abg. Dr. Nowotny: Das ist ein Faktum!)
Abg. Dr. Nowotny: Das sind die Spekulanten!
Ich habe ein Schreiben der Raika Lambach gesehen, wonach jetzt schon Dollarsparbücher für jene angeboten werden, die aus der drohenden europäischen Weichwährung flüchten wollen. (Abg. Dr. Nowotny: Das sind die Spekulanten!) Ist das wirklich nur für diejenigen interessant, die Importeure sind, die Devisenhändler sind? Oder ist es für alle interessant, die etwas gespart haben und dieses Ersparte retten wollen? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich habe ein Schreiben der Raika Lambach gesehen, wonach jetzt schon Dollarsparbücher für jene angeboten werden, die aus der drohenden europäischen Weichwährung flüchten wollen. (Abg. Dr. Nowotny: Das sind die Spekulanten!) Ist das wirklich nur für diejenigen interessant, die Importeure sind, die Devisenhändler sind? Oder ist es für alle interessant, die etwas gespart haben und dieses Ersparte retten wollen? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Wo ist denn dein Chef schon wieder?
Warum bietet die Sparkasse in Lambach denn bereits Dollarsparbücher an? – Offensichtlich, weil es zu einer Kapitalflucht kommt, und diese Kapitalflucht wird bereits eine Startkrise für diese "Esperanto-Währung", wie sie mein Kollege Stadler bezeichnet hat, bedeuten: eine Startkrise, die die sozialen Probleme vor allem in den südeuropäischen Ländern noch mehr verschärfen wird. Und dann werden Sie wahrscheinlich zuwenig Kapital im Lande haben, um dieser Krise entsprechend entgegenwirken zu können. Das sollte schon einmal klar und deutlich festgehalten werden. (Ruf bei der SPÖ: Wo ist denn dein Chef schon wieder?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das heißt, wir sind mit diesen Punkten im Antrag auf der Linie des Europäischen Parlaments und nicht einer "trotzkistischen Splittergruppe", meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der letzte Punkt: Für eine Partei, die in diesem Land ihre Wähler hat, die die Wähler dieses Landes zu vertreten hat, wird es wohl legitim sein, über einen Mitgliedsbeitrag zu verhandeln. Wenn 1999 der bis dahin vereinbarte Mitgliedsbeitrag neu zur Verhandlung steht, dann wird es für eine Partei dieses Staates legitim sein, über eine Senkung des Mitgliedsbeitrages zu verhandeln. Das ist unser Ziel. Die österreichische Bevölkerung wird uns verstehen – auch wenn Sie das nicht wollen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)